Johannes Purgold, Rechtsbuch I-IX :: Transkription Heino Speer 2011 / 2018 / 2020 [in Arbeit Buch X Stand 01.03.2021]

Johannes Purgold, Rechtsbuch I-IX :: Transkription Heino Speer 2011 / 2018 / 2020 [in Arbeit Buch X Stand 01.03.2021]

Inhaltsverzeichnis

[Editorial]

Friedrich Ortloff (Hrsg.), Johannes Purgoldt, Rechtsbuch. [= Sammlung Deutscher Rechtsquellen. Zweiter Band] Jena 1860. :: Transkription Heino Speer 2011 / 2013 / 2017 [in Arbeit] BSB-Digitalisat
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Erstes Buch.

[Seite: 19][Faksimile]
Ich mus die warheyth etwas meylden,
Das recht werdet leyder seldenn
In den steten wol usgericht,
Wo man der bucher gebruchet nicht;
Wan wenigk luthe dorzcu togenn,
Das sie von en selbern erkennen mogen
Ane schrifft dye recht behalden,
Dye gesatzt sint von iren vordern aldin,
Und was die in grosser eyntracht
Gewilkort haben und gemacht,
Also es sich in den steten
Wol geboreth noch eren seten,
Ouch was fryeheidt on sie eben,
Dye on vonn fursten sint gegeben,
Unnd wye man dye ouch sulde duthen,
Das sie zcu nutz komen den leuthenn.
Darumb szo magk ich das woll sprechen:
Es werden dicke gar gross gebrechen,
Wo dye schepphen nicht sint erfaren,
Unnd dye rechtbücher sparen,
Dye sie sollen zcu nutze unnd eren
Zcugen und sich losse leren
Dye recht, dye sie nicht kunden,
Adder was sie nicht vorstunden.
Hetten sie bucher unnd kunden gelessen,
Das mochte on gar nutzer wessenn,
[Faksimile] Das sie das beste mochten erwelen,
Unnd er recht wislich gespelenn.
Dye müssen sich nhu wunderlich begehen,
Sullen sie der schepphen ampt vorsthen
Midt mancherhande gerichte,
Wye sie das mogen usgerichte
Noch orem eygen synne, wye
Sie duncket, das os recht sie.
Des gehet dan dye menge vor,
Dye selden trifft der gerechtickeidt thor.
Also orteylt man dan noch gedunchten,
Das gantze recht zcu eyme bruncken,
Glich also der blynder suchedt denn phadt,
Des her keyne gewissheydt hat.
Also werdet dan das recht sprechenn
Dicke volant midt gebrechen.
Das machet, das got den leuthen nicht eben
Gliche synne hadt gegeben,
Das sie rechte warheidt mogen erkennen
In denn dingen, die sie horen nennen,
Unnd sich der nicht wol vorstehen,
In welcher wysse sie geschen;
Nicht das ouch der mensche noch der zcidt
Dye synne wandelt, also os lidt,
Unde blibet selden in eyme muthe,
Itzundt noch arge, mornne noch guthe,
Libe, forchte, has unde zcorn;
Dye machen den dicke denn mudt vorworn,
Das her uff das leste
Nicht erkiesen kan das beste.
Ouch sso wirdet dicke gemacht
Midt dem usssprechen dye zweytracht;
Wan das eynem duncket gut,
Eynes andern sin eyn anders thudt,
Unnd meynt her vorstehe oss bass.
Alsso wechset bewiln under on der hass;
So redt eyner noch dem lone,
Szo wil der ander seiner frewnde schone.
Szo sal das recht vor danne gehen
[Faksimile] Noch dem meysten, die sein nicht vorstehen,
Das ane schaden nicht blibet,
Wo man das dicke an tribet.
Ir armen wetwen unnd weyssen,
Wie wolt ir uch vor diesem freysen,
Ewer gut midt rechte behalden,
Wan die schepphen sint also gespaldenn?
Hyrume ist ouch zcu forchten sere,
Dem rathe werde geswechet die ere,
Szo das irtrachte recht do dan
Kommet vor die wiesen man.
Wol das das lantrecht thudt die kore,
Das der meysten orteyll ghe vor,
Das ist umme die gebur geschen,
Die sich uff bucher nicht vorstehen.
[Faksimile]

I. Tullius, der romische ratisman, der schribeth also: alle leuthe werden von naturen dorzcu gezcogen, das sie begeren zcu wissen und zcu lernen: unnd wol das wyr nhu von naturen in der begerunge sin, das wyr das gerne wusten das unns vorborgen ist, unnd ouch das gerne kunden das uns unkundig ist, szo sullen wyr vormyede zweyerley; das eyne ist, das wyr nicht das unbekante halden vor das bekante, also das wyr uns nicht lassen beduncken das wyr das wiessen, das wyr nicht gelernet han noch nicht erfaren sin; das ander, das wyr uff swere und uff vorborgene dingk, die unns nicht wol nutzes noch eren brengen, nicht alzcu grossenn vleis legen sollen noch swere erbeyt bestehen. Doruff redt meyster Seneca: also lange saltu lernen, also lange du des nicht kannst, das du bilch konnen soldest; unnd ab wyr nhu glouben dem sprichworte, so lerne diewile das du lebest uff erden.

II. Plato, der heydenisch meister, der spricht, das die schrifft unnd die bucher eyme unvorstandenn manne also nutze und also bequomlich sin, also eyme krancken menschen der stab. Eyn vorstendiger ratisman, vor den mancherley sache komenn, der muss vel rechtbucher oberlessenn, sal her anders syme amthe recht vorstehen, sine sele unnd ere bewaren, und die leuthe bie orem rechten behalden; wan her vindete das in eyme buche, das her in eyme andern nicht finden kan; noch so findet man alle sache nicht gantz beschrebenn, wan er ist ane zcall; man muss dicke das recht ober eyne sache uss dren adder uss fier stucken, adder uss zwen adder uss dren buchern zcusammen lessen, uff das man die leuthe wol beware, und sie also midt dem rechten enscheide, das man des ungestraft bleibe. Os schribet also der obgenannte Tulius: do der maler zcu Rome genant Heraclius mahelen sulde Helenaz der schonen frauwen bilde, die des koniges son von Troyen, mit namen Paris, [Faksimile] enphurte, do his her vor sich brengen die allerschonsten junfrawen, die in der stadt Rome ergin waren; uss den so lass her funffe, die subtilichsten unnd schonsten, die her do vant, unnd setzte die in syne kegenwertikeyth, uff das her das schone bilde noch syme rechtin gemalen unnd ussgerichten mochte, wan her getruwete nicht aller gelede zcirunge in eyme lichnam zcu finden. Also magk ouch eyn ratisman adder eyn schepphe bewiln in eyme buche adder in eyme capittel nicht gantz alle recht, die sich in eyne sache gezciegen mogen, vinden; dorumb sal man allezcidt die rechtbucher zcuge, unnde die dicke oberlessen, unnd die recht und wol lernen; unnd was man in eyme stucke zcu kort adder zcu kleyne beschrieben vindet, des mag man sich wol in eyme andern erholen, entweder von derselbigenn materien adder von eyner andern derglichen, und derselbin wysse phlegen die meister und die lerer des geistlichen und des werltlichen rechtis zu volgen. Das en ist keyn kunst noch eyn meysterschafft, das eyner eyn recht lesset uss eyme buche, also iss vor ome beschriben, unnd weyss dan numme; sundern das ist kunst unnd ouch meisterschafft, das eyn also loufftig unnd erfaren ist des rechten, unnd die bucher also wol durchlessen hat, das her alle stucke, capittel und sache, die her vor handen hat, uss den bucher zcusamen gesuchen unnd die bewiessen kan, und darzcu die zu vollenkommen rechte behalden, das her des midt warheidt ungestrafft blibet vor den wolerfarnen und gelarten leuthen, wertlichen adder geistlichen, wo her sall.

III. Seneca, der romischer ratisman, spricht also: numer saltu abgelassen wissheidt zcu lernen, togunt und gerechtikeyt, und weystu unndt kanst ouch etwas, das saltu den andern dynen genossen ane vorhebenisse medeteyle, unnd was du nicht kanst noch eygentlichen nicht weyssest, das saltu nicht bergen, noch dich schemen zcu fragen unnd zcu lernen, sundern eynen, der oss kan, guttlichen bethen dich leren und underwiesen, unnd das ouch fruntlichen vordienen; wan diewile das die unvorstandenheidt in dem ratismanne blibet, diewile nemen alle laster in eme zcu, unnd von ome wechset dan untrechtikeit, hass, angst, wederspennikeit und ungerechtikeit, und richtet stetiklichen widder die warheyt. Vorth spricht derselbe meister: wiltu nhu lerne die gerechtikeidt, so saltu midt dem ersten god forchten, wan keyn wiesser noch gerechtir mensche ist ane gotes forchte, unnd in der forchte saltu god lib habe, und so had dich got widder lib; danne so hastu got lib, wan du so getane gerechtikeidt an dich nemest, das du allen leuthen wilt fromen und nymande schaden, unnd so gewinet dich ouch got lieb darumme, dass [Faksimile] du ome in der togunt nochvolgest, wan her derselben togunt stetiklichen phleget, unnd die luthe nennen dich danne eynen gerechtin man, unnd volgen gernne dyme rathe, und din radt ist danne gut und bestendigk, unnd die luthe eren dich unnd gewynnen dich lieb, unnd gehet dir wol an diner narunge.

IV. Seneca, der wieser heyde und romischer ratisman, der spricht aber me: furet man sache vor dir, do du uber richten unndt orteylen salt, so beschauwe in denselben sachen die luthe, also weder eynander furen unnd for der vorzcelin, nicht also sere ere gesmucketin worth und das sie ere sache schone und uff or bestis ussgesprochenn unnd wol vorzcelen konnen, also erin willen, meynunge unnd mudt, in dem sie die sache begangen han; so beheldestu wol eyme iglichen sin recht, ab du ome durch got biestehest.

V. Also got geschuff unsern vater Adamen, darnach sso furthe her ome in das paradiss der wollustikeit, unnd machte ome do eyn wib uss eyner rebe bye syme herzcen, unnd gab sie ome zcu der ee. Also wart die ee an der heylligen cristlichin stat gestifft; aber sie wart do midt den werckenn nicht vollenbracht, wan Adam und Eva kamen reyn unnd kusch uss dem paradise. Hyrbye sullen wyr vornemen, das man die heylligen ee heyliglichen anheben sal unnd von eyme prister an gotes stadt enphaen, mit bicht unnd midt ruwen umbe die sunde, also eyn heylikeidt, unndt midt der gebenedigunge in der kirchenn, so man die brudt inleyteth, und nicht in sunden unnd in unkuscher boser begerunge: also David in dem psalter spricht: ir sult nicht werden also eyn pherdt adder also eyn mul, in den nicht vornumfft, noch redelichkeyt ist. Das meynete ouch Thobias do her sprach: wyr sint kinder heilliger veter, dorumb sullen wyr unser ee heilliglichen anheben, wan die ee ist eyn grose heillikeidt; ist das man sie heilliglichen heldet, so komen dorvon heillige und ouch selige erben; die fromen cristen sullin or elichs leben anders anheben unnd anders halden dan die heyden adder ander ungleubige luthe; unnd dith ist ouch wol die sache, das man in der ersten nacht die brute, die meyde sint, nicht lange sal lasssen bie dem brutegame legen adder midt om alleyne lien, und sie fru zcu der kirchen furen und do gebenedigen.

VI. Ambrosius, der heillige lerer, der schrybeth also in dem buche von dem paradise, das got alle tyre vor Adamen brachte und vogele, uff das her gesege und an en erkente beyder man und wip, und das er nature dormede bestentlich und geewiget in on worde von der geselschafft mannes und wibes, und das her erkente, hore undt sehe und das ome dasselbe [Faksimile] nodt were, das er ouch eyn wip hette, solde her anders gemeren das menscliche geschlechte. Unnd got der gab ome do gewalt und das gebruchen ober alle tire und ober alle vogele; dit was die medegifft unnd das gedinge, daz goth unserm vater Adam zcu seiner hochzcidt gegeben hadt. Aber umme dezwillen, das her gothe ungehorsam was, so hat her die herschafft an den sterksten unnd mutlichstin tirenn unnd an den krenckestin vorlorin, also an lewen und an bern und an flohen und an mucken, und hat die an den mittelmessigen behaldten, also an kameln, pherden und esiln unnd derglichen. Dit begehet man noch in den hochzeiten darmede, das man den brueten gebet und gabe brenget.

VII. Salomon, der wiser, schribeth in seinen bispeln also: eyne gude gabe hadt got deme gegeben, dem her eyn tugentsam fromes wip beschert. Dorumb ist sich wol vorzcusehen in dem elichen leben umb eyn fromes togensames wip, die gehorsam, guttlich und erenveste sie; dasselbe bedarff sie weder wol, wan sie oren lip unnd gut gebet in des mannes gewalt. Darumb wan man on dinget, so griffet her midt or an erin meytlichen krantz; das bedutet, das sie or meytliche kuscheidt gebet in seynen willen und gehorsam vor allen leuthen, und muss vort ir heübt decken.

VIII. Dryerley kleynote sal eyn brudt von rechte habe zcu eyner bekentlichen zcirunge vor eyner anderen, die nicht vortruwet ist. Das erste ist das fingerlin an der handt, und das bedutet die reynikeidt er wercke, also das sie nichts beginnen adder thun wolle ane willenn eris fridels und weder die togende. Dit obertradt unsser mutter Eva, do sie midt er handt den apphel widder den gehorsam gotes brach undt ane wiessen Adames eris fridels. Das ander kleynothe ist eyn vorspan vor orem herczen, und bedutet eyn begerunge, die zcemlich unndt reyne sie in rechtir libe, wan die liebe ist in dem herczcen, also das sie nehest gote nymanden liber habe dan erin friedel. Und dith obertradt unser mutter Eva, do sie gehorchte der slangen unnd wolde wiessen bosse und gut, das er man nicht wiessen solde, noch woste; dorumb so dacke sie sich vor der brust midt fiegenblettern und vor der schemede. Das derte kleynote ist das gebende adder die krone uff dem howbte, und bedutet, uffenbar stetikeidt des gehorsames noch allin erin und vornumfften; wan in dem howbte sint die synne, also das sie er eelichs leben halde in stetim gehorsame, in truwin, in eyme kuschin elichen leben, bewisen in allen dingen. Dit obertradt unse mutter Eva, do sie alleyne sich zu beschouwen gingk in dem paradise unnd gehorchte der slangen, dorumb sie uss dem paradise getreben wart unndt muste uff dem ertrich er howbt decke vor der hitze der sonnen unnd vor dem regenn. [Faksimile]

IX. Eyn rechte togentliche ee die stet uff dren dingenn. Das erste ist uff dem glouben und den truwen, also das er keynes obertrete an syme bethgenossen; unnd dorumb so geschiet das gelobe midt der handt und das eliche vortruwen, und des werdet zcu eyme warzceichen das fingerlin an die hant gegeben. Das ander ist die zcucht der kinder, das die generedt unnd gezcogen werden zcu toginden und zu gotes dinste; und dorumb so werdet das vorspan vor das herzce gegeben. Das derthe: das die heillige ee immer zcuschen en beyden sal gelost werden umb keynerley untadt, unnd dorumb so werdeth das houbt gebende uffgesatzt; wan die heillige ee magk vort me numer recht noch redelichen vonn en gescheyden werde dan midt dem tode von keynes menschen wegen, wan oss stet also geschriben: die lute, die do got zcusamen gefugk hat, die scheydet der mensche nicht. Dit ist zuvorsthene spricht der lerer Isidorus, das es nicht midt gezwange unnd ane recht geschee des gesetzes und ane redeliche sache, wan der mensche scheydet die nicht, die er missetadt beruget und er bosheydt.

X. Der prophete Moyses schriebeth, das got spreche: es en ist nicht gut, das der mensche alleyne sie, machen wyr ome eynen gehulffen der eme glich sie. Allin luthen ist das von gothe nicht gegeben, das sie kusches leben furen sullen, wie edel oss ouch sie; wan os spricht Salomon: ess ist gut das eyn mensche selbander woneth, wan sie haben eyne stethe ergatzunge und gesellschafft, und werdet das eyne gebrechlich, ess werdet von dem anderen genereth; we deme, der alleyne wonit; vellit her, wer hebet on uff; und slaffen zwey bie ynander, ir eynes erwirmet das ander, unsanffte erwermet sich eyn alleyne; und ist das eyner gewalt tut eyme menschen, zwey die mogen em dan woll widderstehen.

XI. In dren dingen bestehet die ee. Das erste umb phlege; das ander umb der kinder willen, das man die zcu vorstehin brenge; das derte ist, das man die unkuscheidt midt den fromenden vormede. Die ersten zwey bestehen wol ane sunde, aber das derthe geschiet wol mit teglichen sunden. Und mit den ersten zwen so ist das eelich leben eyn heylikeit; geschet oss aber also, das man sich der unkuscheidt wil, unnd gehet zcu midt bosser reyssunge der worthe adder der wercke, und mit unschemelichkeit und yn boser fromeder wiese, so ist do vor gote keyne ee noch keyn heylig leben, sundern ess steth biwilen in also grobin totlichenn sunden, das vorbotin sin zcu nennen, und das sie got an erem liebe, an er sele, an guthe, unnd an erin plagit, unndt an erin [Faksimile] kinden, unnd hat die sunde dicke geplaget midt dem snellen tode, also an Sodoma und an Gomorra, die darumb unger gingen.

XII. Dy ee sal nymat schelden, also spricht sancte Gregorius, wan oss ist eyn heilliges leben; adder der schade unnd die untoginde, die doran hangen, so man sich midt flissse nicht bewarth, die sint wol zcu schelden. Wan dicke komet oss, das eyn man das heldeth, das ome nicht schedelich ist, aber von den dingen die an demselben wercke hangen adder dorumb gelegin sint, so kommeth man dicke zcu schaden. Es geschit dicke das wyr wandirn eynen rechten slechtin wegk, aber von den dornen unnd bramen, die bie dem wege stehin, so werdin unser kleyder zcurissen und beschissen, ist das wyr unns nicht wol vorsehen unnde midt flisse bewaren. Disse rede sint Gregory. Wer sin elichs leben togentlichen haldenn wil, der sal oss nicht alleyne midt den wercken, sundere ouch midt dem willen und worten.

XIII. Johannes midt dem guldenn munde der spricht: segistu eynen menschen, der vel heymelichkeyt suchet zcu den ertzen, und flissset an gekruthe, so saltu vorstehin, das der mensche vorborgene suche habe, und segistu eynen elichin menschen, der vil heymlichkeidt suchet zcu andern wieben, und fureth unkusche worthe, und flisset sich an manncherley gesmucke, so saltu vorstehen, das her eyn ebrecher ist unnd das wip eyn ebrecherin, und ist sie oss nicht midt den wercken, sie ist oss aber midt dem willenn.

XIV. In zwen dingen steth die ee: das ist an den wortin, ab her nicht stume ist, unnd an dem willin, ab her nicht unredelich ist; und wo der eynes gebricht, so ist do keyn rechte ee nicht. Darumb so en mag man nymanden in dem rechten gezwingen zcu der ee. So en magk auch keyn thore, der seiner redelickeidt nicht gebruchit, adder eyner rechtir trungkener, sich nicht vortruwen zcu der ee, her lobte oss danne wan her nuchtirn worde adder wiesse.

XV. Dy worthe sullen geschen, die sich zcu der ee geben, ane underscheidt. Wan so eyner spricht: ich globe dir eyn ee, ist das oss behagit mynen frewnden, das globe bindit dan nicht, oss behage den frewnden danne. Also ist oss ouch midt andrenn underscheiden. Desglichin oss moss gesche mit wortin, die kegenwertige zcidt beduten, also: ich neme dich zcu einer elichen gemalen; adder: ich globe dirs. Sprichet her aber: ich wil dirs globin, die worthe binden nicht.

XVI. Eyn iglich kint, das sich vorlobet, das sein globe redelich unnd bestendig sin moge, das sal zcu den minsten achte jar alt sein, unnd sal ouch midt denn sinnen redelich und vornunftigk sein. Ist oss aber [Faksimile] junger, so magk oss in eynen andern sin vallen, und man reytet oss ome vor eyne kintheidt unndt torheidt. So aber eyner zcu seinen fierzcen jarin kommet, unnd die maget werdet zwelff jar alt, so mogin sie sich nemen, wan sie sint zcu iren jaren kommen.

XVII. Ist das die eldern er kinder, die zcu erin jaren komen sint, vorlobenn unndt zcusamengeben, also die kinder kegenwertigk sint und das horin: widdersprechen sie oss dan nicht, sie musssen das globe, das die eldern von irenwegin gethan haben, darnach stete haldin. XXXI. q. II.

XVIII. Es sint mancherley sache, die do scheyden die ee, unnd die ee ouch hindern. Die erste ist: werdet eyn jungfraw vortruwet eyme manne, unnd besleffet sie eyn ander, er danne das der vortruweter mit or zcu der ee gegriffet, also das er laster uffenbar werdet, her wegert or das globe woll. Die ander: ist eyme manne eyn jungfrawe adder eyn wib globit, und vellet sie in eyne grobe erbsuche, die nicht zcu vortrieben adder zcu bussen steth, also ussetzikeidt und das vallinde, adder rasinde, adder blintheidt, lemede und derglichen, und hat her noch nicht hochzcidt gehat midt er, her werdet er ledig darumb, das er oss einer gesunden gelobet hadt, und die findit her also nicht. Ouch ab eyn jungfrauwe, wan sie vortruwet wirth, in eyn kloster komet unndt werdet dan eyn geistlich mensche, so magk sie er fridel umbe die ee nicht gefordern. Ist ouch das her sich errit doran, das her die ee globin wil eyner, die do heisset else, unndt vortruwete sich mit eyner, die do heysset gele, das erresal lossit en von der ee, unndt ist die nicht schuldigk zcu halden. Errit her sich aber doran, das her gloubet se sie riche, unnd sie ist dan arm, adder gloubet das sie eyn jungfrauwe sie, adder das sie suberlich sie, adder wol geerbeytin konne, unnd erfindet darnach das nicht, der erretum hindert die ee nicht. Es hindert ouch die ee ungliche ubunge des glouben; also es eyner globete eyner heydinnen, adder eyner judinnen, adder eyner ketzern, das globe bunde nicht, sie bekerte sich danne. Unndt was hie bevar ist von eyner jungfrauwen, desselben glichen ist umb eynen man.

XIX. Dryerley sippeschafft vindet man in den rechtbuchern. Die eyne ist eyn naturliche mageschafft und die gehit von eyme vater unnd von einer mutter. Die ander ist ein mageschafft, die do komet von eyme geslechte in das ander umb zweyer elichin luthe willen. Die derthe mageschafft ist geistlichen, die do komet von den cristenglouben in der touffe uond in der fermelunge. Und dissse drie hindern alle die ee, aber nicht in glicher wiesse und gliche vel, nochdem also das geistliche recht usswiesset unnd hyrnach in etzlicher masse bass gelutirt werdeth. [Faksimile]

XX. Dy naturliche sippschafft die hat drye linien adder abegenge. Der erste gehit zu dem alden stamme hindersich, von den das geslechte komen ist, also von dem vater an den eldervater, von dem an den oraldervater, und also vort hen. Der ander gang ist vorsich und gehit von dem vater uff den son, und von den sone uff den nehesten, und also fordir uff die kindeskint. Der derthe gang gehit uss zu den beyden sieten, also von den vettern, ohemen, wassen, mumen, und erin kinden. Der erste gang zcu den eldern hindersich und der ander abegang zcu den kindern, den ist allin die ee vorbotin under eynander; sie erbin sich aber uff das sibende sippe. Der derte gang zcu der sieten, die elichen sich an dem funfften grade, und wer or eynes an dem vierden knye und das ander an dem funfften, man schiede or nicht, wenn sie elich. Wer oss aber das er eyn were an dem derthin unnd das ander an dem fierden, adder beyde an dem fierden, man schiede sie.

XXI. Dye gemachte sipschafft komet, also eyner eyn wip genemet, so werden dan alle sein moge des wibes moge, und alle des wibes moge werdin seine moge, und glichewol so gehorin des mannes moge des wibes mogen nicht zcu; und storbe der man, das wip torfte keynen des mannes mog nemen biss an das funffte geledt, adder storbe das wip, der man torfte keyne nyffteln seines wibes nemen, die or zcu hette gehort, bisss an das funffte geledt. Er beyder frunde die nemen sich aber woll zcu der ee, wie nahe sie werin. Dorumb sso komet oss dicke das eyn vater und eyn son nemen eyne mutter und eyne tochter zu der ee.

XXII. Dye geistliche sipschaff, die ist an dren stucken. Die eyne ist zcuschen dem touffer unnd deme der getoufft werdit, undt dem der das kint hebit; wan die zwene, der touffer und der heber, sint zwene geistliche vetir, so ist der getouffter er beyder geistlicher son und dit ist der erste grad. Die ander geistliche mageschafft ist zcuschen dem touffer und dem, der das kint hebet, und zcuschenn den eldern des kindes, das getoufft werdet, und die werden gefattern genant; dit ist der ander gradt. Die derte geistliche mageschafft ist zcuschen des touffers kinden unnd des kindin, der os gehabin hadt, und dem der getoufft ist, wan die sint under eynander geistliche gebruder; unnd dith ist der derthe gradt. Diesse obgnante mogin nicht zcu der ee gegrieffen, unnd werin sie ouch elich, so muste man sie scheidenn.

XXIII. Es magk wol eyn man die liplichen tochter seiner geistlichen tochter nemen zcu der ee. Ess magk ouch einer wol seiner gefattern tochter nemen zcu der ee, die alleyne ussgenomen, die her uss der touffe gehabin hadt. Hadt eyn wip eyn kint gehaben meynen wibe, das sie vor [Faksimile] hatte bie eyme andern manne, unndt sterbet meyn wip, ich mag die zcu der ee woll nemen, die meynes weibes gefatter was. Es magk ouch midt myn liplichen tochter meyn geistlicher son wol zcu der ee grieffen. So mogin ouch myne geistlichen sone mit myner geistlichen tochter wol zcu der ee grieffen. Wol das die geistliche mageschafft gehit abe von den vater uff den son, wan die tochter, die der vatir gehabin hadt, die mag der son in den rechtin nicht genemen; die geistliche magschafft gehit aber nicht von dem sone henwedder uff den vater, wan das safft gehet von dem stamme in die zcelgen, ess gehit aber nicht enwidder.

XXIV. Alles das in den vordern stucken beschrieben steht vonn der geistlichen sipschafft, die komet vonn der touffe, glicher wiss ist sie in allen stucken in der fermelunge, unnd die eyne gefatterschafft die hindert die ee also sere also die ander. Oss ist ouch eyner recht gefatter, der das kint enphet und hebet uss der touffe, und der nicht der dobie stehit unnd thut antworte, ab her oss anders nicht mede angriefft. Also ist ouch einer recht gefatter, der ein kint brenget vor den bischoff, der oss fermelt, unndt der ist nicht gefatter, der ome das tuch umbebindet adder abeweschet, ab her oss anders nicht medebracht hat vor denn bischoff. Noch were gar vel von der ee zcu schrieben, das doch alles hie nicht not ist, wan oss gehorit an geistliche gerichte, das sich geborit den phaffen allein zcu orteylenn.

XXV. [Dist. I. 3.] Orienes der lerer schribet, das sieben werlde sint, unnd or igliche solde hie tusent jarin uffgenomen werdin. An Adam began sich die erste werlt, unndt die werthe thusent nuenhundert unndt acht unnd neunntzig jar biss uff Noen; der ende was die sintfludt in der alle werlt ertrangk biss uff achte mensche, die bliben in der areken. Die ander hub sich an Noen unndt werthe thusent zweyhundert und zwey unnd zwentzigk jar biss uff Abrahame; der ende was die vorstorunge der zcungen unnd der sprache an dem torme zcu Babilonien, den sie in den hymel buwen wolden. Die derthe hub sich an Abrahame, deme got zu erst die besnidunge gab, und die werthe vierhundert und zcehin jar biss uff Moysen; der ende was der zcog der kinder von Israhel uss Egiptinlande, do der konnig Pharao en volgete und ertrang mit den seinen in dem roten mer. Die ferde hub sich an Moysenn, dem got die zcehin geboth in der wostenunge gab, und werte funffhundert und sieben und driessig jar biss uff den konigk David; der ende was, das die konnige irslagin wordin und besundern Saul und Jonathas sein son midt velin der kinder vonn Israhel uff den bergin Gelboe. Die funffte hub sich an konige Davide, und die werthe vierhundert und sechs und siebenzcig jar biss das rich quam vonn Babilonien; und der ende was die vorstorunge der grossen Stadt Babilonien, die der konnig Cirus von Persienlande vorstorthe. Die [Faksimile] sechste hub sich an also Babilonie vorstort wart, unnd werte funffhundert und funffundachtzcig jar biss uff Cristus gebort; der ende was dy wandelunge des gesetzes unnd der aldin ee in die nuwen, unnd in die eynunge aller werlde unnd er riche. Die siebende werlt hub sich an Cristus gebort, unnd die weret biss an deme jungesten tagk; der ende werdet die vorzcerunge der werlde midt dem fure und das jungeste gerichte. Also sint wyr nhu in der siebende werlde unnd habin der keyne gewisse zcall wielange die werin sulle.

XXVI. [ER. I. 4.] Siebende sint ouch des menschen alder. Das erste hebet sich an von dem tage seiner gebordt, adder vonn dem tage also ome die sele von gothe ingegosssin werdit, unnd werit biss uff neun jar; und dith alder heissset die unmundikeit, wan dieselben noch nicht vollenkomelichin gesprechin und wol geredin konnen. Das ander hebet sich an neun jarin, unndt werit biss uff fierzcen jare, und heissset die kintheidt, wan alle seine wercke dan noch kindisch sint, unstete und unredelich. Das derthe hebet sich an vierzcen jarin, und werit biss uff eynundzwentzigk jar, unndt die heyssen jungelinge, wan dieselbin dan allerwildest noch und unkundig noch sint; und die sint noch nicht zcu iren jarin kommen. Das fierde hebet sich an eynundzwenzcigk jarin, und werith bis uff drissigk iar, und dith heisset die jogunt; und wer in dem alder ist, der heysset eyn iungir man, wan her zcu der zcidt an gemuthe an redelichin dingen zcunemet, und was her tut, das hat dan macht. Das funffte hebet sich an drissig jarin, und werit biss uff funffzcig iar, und heissset die manheidt, wan zcu der zcidt eyn mensche an sime bestin, sterckesten und redelichsten zcu allerley erbeyt ist, unnd toug ouch wol zcu amchten. Das sechste alder hebit sich an funffzcig iarin, weret biss uff sechzcig iar, und heisset das alder dorch erbarkeyt, wan dan die zcidt ist, das man ome ere erbietin sall umme sine irfarunge und sein straffin, das sullin dan junge luthe gernne von im entphaen, und rath zcu ome suchen, wan sein radt dan an dem besten ist. Das sibende alder hebet sich an zcu sechzcigk iarin, und werit biss an das leste ende, undt dit ist dan geheisssen oberalder dorumb, das man en fordir ere erbuten sall, unndt ouch das er natur danne an den krefften abnemeth unnd an den sinnen, und vormogen nicht forder mer swerer und erbeitsamer amchte; und diese sint dan zcu rechte ober ire iar kommenn, unnd mogin wol formunden ober ir gut kiesen, ab sie wollen, und ab on das not tudt, die sie midt rechte vorstehen.

[Dist. I. 4.] Desselben glichen ist es umme die sippe zcu schriebin. Wan in dem houbte ist uns bescheidin eyn man und eyn wip, [Faksimile] die elichin zcusammen kommen sint. In den achseln beidin die kinder, die ane zweiunge von vater und von mutther geborin sint; ist abir die zweiunge an, so mogen sie an dem gelede nicht bestehen, si werdin gezcogin an das ander geledt. Ungezweyter bruder kinth und swester kint, die bestehin an dem elbogen and heysssen geswistirde kint; unnd dit ist die erste sippezcal, die man zcu sippe rechent. An dem gelede der handt bestehet die ander sippe und sint vort der kinder, und heysssen der ander geswisterde kindt. An dem glede uff der handt, do die finger an das hantbreth treten, do bestehet die derthe sippe, unde sint aber vort der kinder, und heisssen der derttten geswisterde kindt. Das geledt mittin uff den fingern bedutit aber vort der kinder, und das sint der fierden geswisterkint. Dit ist nhu das funffte geledt von dem houbte, und heisset der funffte grad; an dem ist die ee erloubet, wol das sie gemage noch sint, sie erben aber forder. An dem gelede der finger vornne, do bestehin aber vort der vordern kinder und ist der sechste grad, und sie sint genant der funfften geswisterkindt. An dem sibende glede von dem houbte zcu zcelende steth vornne an dem finger eyn nayl and nicht eyn gledt; do endit sich die sippe erbe zcu nemen und die heisssen naylmage. Diessse usslegunge vonn der sippezcal wiesset also uss das lantrecht undt witpildesrecht, und si ist slecht, recht und guth.

XXVIII. Desglichen werdeth uns eyn ander usslegunge bewieset in dem beschriben recht, geistlich und wertlich, die sich midt diesser obgeschriebenen nicht zweyet, sundern etwas bass luttert, nochdem also der sippeboym usswiset. Das underste teyl des boymes ist der eldern unnd heysset der stam; wan die eldern sint also der boyme stemme, uss den die zcelgin sprissen, also sprissen von den eldern die kinder und die gantze sippe. Das oberste teyl des boymes ist der kinder, do des geschlechtes mogeschafft unnd nefeschafft usswechsit, ab sie anders elich geborn sin; und zcu den sieten uss des boymes so wachssen bruderkindt undt swesterkindt, vettirnkint und wassenkindt, ohemenkindt undt mumenkindt, undt also vort kindeskindt.

XXIX. Der erste grad der sippe hebeth sich an vater unndt an mutter; die gehit uffwart, adder nidderwart, unnd die ander zcu den sieten die hebet sich an dem andern. Das erste anbegin ist vater und mutter; uffwart ist oss son unnd tochter. Das ander gledt nidderwart ist eldervater und eildermutter; uffwart ist oss sonis adder tochtirkindt; und zcu der sietin, vetter, wasse, oheme und muheme. Das derthe gledt nidderwart ist groseildervater, grosseildermutter; uffwart ist oss des sones adder der tochter kindeskindt; zcu der sieten ist oss eldervetter, elderwasse, [Faksimile] elderoheme und eldermuheme. Das fierde gledt nidderwart ist oreldervater, oreildermutter; uffwart sint oss nefin und niftiln kindeskindt; zcu den sieten ist oss grosseldervetter, grosselderwasse, grosselderoheime unnd grosseldermuheme. Und in derselben wiesse so mag man die sippe forder rechene noch der ee an das funffte, und erbe zcu nemen an das sibinde. Dit stehet geschribin Institut. III libro, titulo VI.

XXX. Alle die in dem mittelsten stamme der linien des boymes beschriebin stehin, unnd in der rechtin linien glich uffghen, der mag keyn das ander zcu der ee nemenn nummer mit rechte, wie verre sie ummer gesin mogin; wan er iglichs heysset das ander entwedder vater adder kint mit rechte. Darumbe lebte der zwenzcigestir din eildervatir noch, her mochte in dem rechtin dine tochter zcu der ee nicht genemen. Dessis ist aber numme nodt, wan die luthe lebin numme lange.

XXXI. Es ist ouch zcu mercken: alle die kinder, die beschriben stehen in der mittelstin linien des sippeboymes, der tretit or igliches an seines tothen vaters stat adder eldervaters, unnd were oss also bis an den zcenden eildervater, das erbe, ab oss vorfile, zcu nemen; ydoch also, das oss geteylt worde eyme iglichen noch sime teyle, noch der vetir unnd er kinder zcall, die do zcuschen gewest werin. Aber dieses mag also zcu der sietin uss, an den zcelgen des sippeboymes, nicht gesin; do nemen das erbe glich, die do gliche nahe sint; ist aber ymant eynes gledes neher, der nemmit das erbe alleyne. Dith stehet geschriebin Institut. tercio libro.

XXXII. Also der erbegangk hievor ussgericht ist vor sich, also gehit her ouch hinder sich adder zcu den sietin nebin sich. War das erbe danne zcuerst hen gereichen mag, do gehit oss hen; und vorsterbet gut ober das sibinde gled, das gud were dan erbeloss gestorbin unnd gefile uff den herrin in dem gerichte, es enhinderte dan sunderliche fryheidt der stadt, do oss gesche, adder willekor, die nicht widder das gerichte were, adder ane des gerichtis willin zcukomen were. Doch habin die Swabin gemeynlichin von der willekor und von keyserlichin gnaden das recht behaldin, das sie er erbe unnd andrer er guthe vor sich erbin obir die siebinde sippe. Dit ist lantrecht, witpildisrecht unnd der statrecht.

XXXIII. Ist oss ouch das in dieser sippezcall er keynes sich so zweyeth midt dem andern, also bruder undt halbruder, swester unndt halbe swester, vettir und halbe vettir, wase und halbe wase, oheme und halbe oheme, muhemen unnd halbe muhemen, unnd desglichen vorth, die bestehin nicht mit eynander an eyme glede, sundern man sal die gezweytin, das sint die halbin itzunt gnantin, von rechte rechene an das nehest gled darnach; unnd also bestehin die geswisterkindt mit den halbin geswisterkinden an glichem sippe, unnd die andern itzunt gnanten in [Faksimile] derselbin wiesse zcu rechnen glich. Dit ist der stadt recht unnd gut gemeyn recht.

XXXIV. [Dist. I. 3.] Dorch der ediln luthe willen merin geportin, so ist woll etzlicher masse nod hie zcu schriben von den herschildin, und der sint ouch siebin. Der konigk furit den ersten; die ertzbischoff den andern; die leyenfursten den dertin, sint dem mal dass sie der bischoffe, der epte, unnd eptissen man wordin sint; die grafen und die fryhen hern den furdin; die dinstman den funfften; die schepphenbar fryen unnd der edeln dinstman den sechstin; die leyenfurstin habin nhu den sechstin in den siebinden bracht, das sint die rittermessigen, unnd die er ere unnd ouch er eildern von erin vier annen, das ist von den eildervetern und von zwen eildermuttern, unnd von vater und muter, ane laster kommen sint, und er ere nicht vorschrencket han.

XXXV. [Dist. I. 5. 1. ER. I. 1.] Siben sint ouch der geborthe under den luthen uff ertriche, sie sint edel adder unedel. Die erste heysset eyn frye elich geborth, unnd ist die, wan eyn kindt elichin wirt geborin von vater unnd von mutter, die ouch beyde elichen sint zcusammen komen, unnd sich vor unnd noch fromelichin gehaldin han, unnd der iglichs ouch hadt eynen fromen elichen vatir unnd eyne rechte frome eliche mutter. Do erhebet sich methe eyn frye gebordt, unnd die kinder, die also usssprissen, die heissen scheppenbar frye luthe, unnd noch dem keyserrechte sint sie getermit zcu dem herschilde und mogin wol ritter werdin, ab sie manhafftig und togensam sint, und mogen an lehinrechtin vollenkomelichin bestehen, unnd habin des volge. Vonn desem habin sich zcuerst die edelen unnd die fryen irhabin, beyde die konnige unnd die fursten; wan das edel ist anders vonn nichte komen danne von elichir fromer gebort, und von manheidt und toginden, unnd wem diesse dry gebrechin, der ist nicht edel. Diesse gebort ist alleyne von rechte werdig zcu der pristerschaff, wan uss der rechtin togintsamen ee sso sprussit das geistliche unnd das wertliche recht. Was mag werdiglicher bestehen an sime lobe dan die eliche geborth, nu ome got selber die elichin fromen kinder hat usserwelt und wol seinen lichnam gebin in der fromen elichin kinder hende von wirdikeit des heiligen sacramentes. Ouch sso sal noch witpildesrecht bilcher diese gebort, wan keyne ander geborth, in denn stetin an den radt sitzen und an den gerichte an schephen stat, sie sint anders wiesse unnd redelich; wan sie sint danne also vollenkommen an erim rechtin, das sie nymant bescheldin magk.

XXXVI. [Dist. I. 5. 2. ER. I. 1.] Die ander geborth die heysset eyn slecht elich gebort, und die ist also: ab wol unelich man und unelich [Faksimile] wip zcusammen kommen, unnd gewinnen kindt, und der kinder rechte eliche kindt vort gewinnen in rechter ee, die kindt heisssen rechte eliche kinder; und nemen ires vater und er mutter guth mit rechte, unnd erbin vorsich also ander bedorffe luthe. Aber hindersich an eildervatirs unndt an eildermutter guter enhaben sie keyn recht, ess geschehe dan von gnaden adder von willekor erbin globede. Die sullin haben witpildes zcucht in allin stetin in allin rechtin, diewile sie sich nicht vorwerckenn, das sie mit dem rechtin uberwundenn werdenn. Diesse mogin ouch wol prister werdin, ab sie redelichin sich haldin unnd togentsam sint. Das ist on gemeynlichin irlaubt umme des willin, das man in der gebort, also sich zcuerst die cristenheyt hub, vel fromer und heilliger luthe vant, der eilderveter heidin, judin, ungloubige, und ouch uneliche luthe warin, und dieselben wordin ouch bebiste, cardinal und bischoff.

XXXVII. [ER. I. 1.] Dye derthe geborth die heiset eyn eliche eygin gebort, unnd die ist, wo eyn man und eyn wip, si sint von elichin eldern bekommen adder nicht, zcu ee griffen, unnd eliche kinder gewinnen, also das sie der stiffte, der gotishuser, adder herrin eygin sint, adder sunst ymandes, der sie gewonnen unnd gekoufft adder geroubet hat, also man tudt die heydin unnd in etzlichen landen, do man die noch gewonheidt hadt. Diessse kindt sint wol rechte eekinder, aber sie mogin nicht komen zcu pristerschafft, adder in den steten an den radt, adder an das gerichte an der schephin stadt, von rechte, sie werdin dan frye gegebin midt der handt, wie frome ouch alle er eldirn gewest gewerin, unnd sie erbin er guth noch eris herrin willen.

XXXVIII. [Dist. I. 5. 4. ER. I. 1.] Dye fierde geborth die heisset eyn naturlich elich gebordt, unnd die ist, wo eyn ledig man unnd eyn ledig wip, adder eyn elich man und eyn elichs wip, sich zcusammen mischen, und so doch das geschiet an alle globede von naturlicher liebe, unnd die also kinder mit eynander gewinnen; die kinder heisssen naturliche kinder noch der geborth. Nemen sie sich dornoch zcu der ee, die kinder werdin von gotis gnaden und von bebestlichem gesetze adder von dem keysser zcu lehinguthin geehedt, und nemen ires vater gudt unnd er mutter, wan er vater und er mutter gesterbin, das des mannes nehistin erbin, noch der frauwen, er kinder erstorbin gut nicht midt rechte enzciegenn mogin. Aber an eris eildervaters unnd er eildermutter gut enmogin sie keyne erbeteylunge midt rechte gehabin, adder vonn gnadin woll.

XXXIX. [Dist. I. 5. 3. ER. I. 1.] Dye funffte gebordt die heisset eyn gemachte eliche gebort, unnd ist: so eyn man adder eyn wip, sie sint elich adder unelich, geistlich adder wertlich, zcusamen komen unnd [Faksimile] kindt gewinnen, werden darnach die unelichin kindt vonn gotiswegin unnd von bebisten adder vonn keyssernn geeed, sie werdin prister von bebestlichin gnadin, unnd sint sie leyen, sie behaldin ires vater gudt vonn des richis gnadin, wan sie bewiessen mogin selbsibinde fromer luthe, sie sint frauwen adder man, die bie der ordenunge der ee gewest sint, adder habin des sogetane vorsigilte brieffe adder der uffenbarin schriber brieffe, die mogelichin die kuntschafft mogen gethun, so hadt das eynenn vorgangk.

XL. [Dist. I. 5. 6. ER. I. 1.] Dye sechste gebord die heisset eyn naturlich unelich gebort, unnd die ist: wo eyn ledig fryer man unnd eyn ledig frome dernne sich zcusammen mischen und also blibin, unnd er kinder nicht geelicht werdin, wedder vonn dem babiste adder von dem keyser, noch vonn on selbest, sundern bliebin also in der naturlichen gebordt noch von on selb, unnd or mutter sich dornoch etwas fromelich heildeth uffenbar, die kinder habenn keynenn teyl an eris vater adder mutter guthin, die erblich sint; aber an der farinde habe mogin sie woll teyll gewinnen, ist os, das on die eildern das zcufugin wollin, und on darmede gnade bewiessen, unnd on dass gebin.

XLI. [Dist. I. 5. 8. ER. I. 1.] Dye sibinde geborth die heisset eyn kebess adder eyn vorworffin gebordt, unnd ist, wo eyn elich man mit eyme bossen gemeynen wibe kinder gewinnet, adder eyn jude bei einer cristen. Die kinder sint allis rechtin vorlegit, ab man das bereden magk. Ouch sint anderley kinder in derselbin geborth in süntlicher nature, die geborin werden von vorstrigter nature rechtir naher magschafft; den ist ouch alles recht vorsagkt hindersich unndt vorsich, unndt blibin erbeloss in aller wiesse.

XLII. [Dist. I. 5. 7. ER. I. 1.] Es sint ouch noch eynerley kinder also, die geborn werdind vonn eyme farinde wibe, adder vonn eyn geistlichen klosternonnen komen, unnd die also geborin werdin, das nymant derselbin kinder vater wol gewiesssenn magk, die haben keyne volge an erbeteylunge, noch uff sie erbet keynerley, danne hette er mutter icht gutis erworbin, das erbete sie uff ere kinde, in welcherley wiese sie das vordieneth adder irkregin hette; were or aber gut uffgestorbin, adder ufsstorbe er etwas von erin eildern uff sie, das erbete sie uff ander ir nehisten unnd nicht uff die kindt.

XLIII. [Dist. 1.5. 9. ER. I. 2.] Aber solt ir wiessse von den geborten, das etzliche luthe sint, die uss dem unglouben kommen in den cristenglouben, also heydin unndt judin, ab die doch in denn andernn adder in der dertthen sippe sint, adder in fierden, unndt sint also vor in den unglouben zcusammen kommen, die nemen sich wol dornoch in [Faksimile] dem rechtin cristinglouben zcu der ee. Das ist on vonn bebistenn erloubeth, unndt haben sie ouch vor kinder gehat, unnd sindt aber kinder gewonnen, so die erstin ouch cristen werdin, gewinnen die gut myt eynander, das erben sie also wol uff die ersten also uff die lestin kindt. Das habin die keyser gesatzt unndt sint des mit der keyserlichin gewalt oberkommen, umme das die ersten kinder in dem cristenglouben deste vester bestehin mogin. Und erbin ummer vor sich, und nebin sich erbin sie ouch wol, wan sie sich vorbrudern und vorswestern; adder hinder sich an er eildern, ab die in dem ungloben sint, erbin zcumall nicht, welcherley ess sey.

XLIV. [Dist. 1.5.9. ER. I. 2.] Sint luthe vonn dem unglouben kommen zcu dem cristengloubenn unnd storbin, unndt lasssen kinder adder ander moge, die do cristen sint, die mogin wol selgerethe mit irem guthe machin zcu den kirchen unnd zcu stegin unnd wegin, adder gebin wen sie das gonnen, adder den sichen unnd den armen luthenn bescheidin, dorch ere sele willen. Das mogin sie ouch wol thun an erem suchbette und ober ere bedtbredt, do sie nicht an hindern sal der stete adder der fursten adder das gerichtis recht, willekor, gesetze, gebodt, adder gewende. Vorsumen sie sich aber, das sie oss nicht vorscheidin adder vorgebin, er gudt sterbit in die koniglichen gewalt, das ist in das gerichte. Diessse fryeheid ist dorumme vorlegin, das sie der cristen moge unnd freunde nicht habin, die vor or sele bethin, unnnd er noch dem tode gedencken, also man ander cristenluthe phliget zcu begehene.

XLV. [Dist. I. 5.10. ER. 1.3.] Es sint ouch etzliche geborthe, die entweddir stehin unnd gebrechlich sint, also usssetzige luthe, stummen, lamen, blindin, hantlossen, fusslossin, hockrechte, die der slag unmundig geschlagen hadt, geborin thorin, unndt was derglichen an den luthin ist. Werdin die also gebrechlich geborin, so sal sich er underwinden er nehister vatermagk unnd halde sie midt erem guthe, ab en vater adder mutter beyde abgegangen sint, unnd warthe or in glicher phlege, also verre or gut gelangen magk. Das gut en magk or ouch derselbe phleger in keyne wiess enphromeden; tudt her oss aber, oss hadt keyne macht, diewile das sie lebin; wan sie aber gesterbin, so erbin sie das gut uff ere nehestin, also das recht usswiesset, des man phligeth.

XLVI. [Dist. I. 5.10. ER. 1.3.] Werden luthe gebrechlich adder torrecht geborin, also vor geschriebin stehet, er nehister swertmagk sal er phlegin, ab on der eildern gebricht; wolde er sich or aber nicht underwinden dorch welcherley sache das geschege, wer sich or danne von erin mogin underwindet, unnd or phligit mit erem guthe, sterbin sie sint, [Faksimile] sie erbin er gudt unnd er erbe uff denselbin, ab her wol nicht der erste ist, umme das her die unlust midt en gehadt hadt. Haben sie aber noch eyne mutter, unnd er nehiste vatermoge er nicht wartin, wartet or danne die mutter, sie erbin das gut noch erme tode uff die mutter. Dit ist noch lantrecht. Aber noch der stadtrechte so ist oss die mutther mogelicher formunde, diewile sie sich nicht voranderth, dan ymant; es enhindertin danne lehingutter der kinder.

XLVII. [Dist. I. 5. 10. ER. 1.3.] Uff alle kinder, die gebrechlich geborin werdin, also hievor geschrieben stehet, en erbet widder lehin, noch erbe, noch eygin. Haben sie aber lehin enphangen adder erbe vor der suche, das brengin sie forder uff er erbin, also ander ungebrechliche luthe. Stehin on die gebrechin uff noch der geborth, also das sie in ere jarzcall nicht formunden woll bedorffin, die mogin zcu ere notdorfft eris gutis wol selber gebruchen; und was sie des gutes zcu ere notdorfft nicht endorffin, des ensullin sie zcu unphlege erin nehistenn nicht entphromenden, das uff sie geerbet ist; haben sie aber vor der suche adder in der suche gut gewonnen, das uff sie nicht geerbet ist, das mogin sie vorgebin adder bescheydin, weme sie wollin, stehinde adder sitzinde. Dit ist lantrecht.

XLVIII. [Dist. I. 6. 2. ER. I. 5.] Zcu grosser underwissunge de vorgeschribene geborthe, wie die mogin gefolgin zcu erbegange, wan die aldin lantrechtis bucher unndt die aldin witpildis rechtbucher und die gemeynen recht den eynfelden das alles zcu korth haben ussgetragen, und dorumb ist nodt, das man in dem rechten denn erbegangk von dem sippestamme bass bewiesse. Der vater unnd die mutter nemen erbe vor bruder unnd vor swester, wan thedin vater unde mutther, sso werin die geswistirde nicht.

XLIX. [Dist. I. 6. 1. ER. I. 6.] Der son und die tochter, die sinth gliche nahe erbe zcu nemen, wan sie an geborth ungezweyet seint, das ist das sie nicht eyn halbgeswistirde sint. Aber dith ist anderst an lehinguthern, die enphaen die sone alleyne, wan sie vonn den wertlichin herrin gehin. Wo aber sone unndt tochter nicht sint, alle die sich danne gliche nahe gesippe mogin, die nemen das erbe ouch glich. stadtrecht.

L. [Dist. I. 6. 3. ER. I. 7.] Sterbeth der son und lesset kinder, er her abegesundert werdeth von syme vater, die kinde nemen erbeteyl an ires eildervaters guthern glich erem vettern adder wassenn: adder alle nemen sie eynen teyl, noch dem also das erem vater geboreth hette, ab her lebethe: wer aber von den vettern adder wassen vor abegesuuderth were, der neme midt on dan nicht glichen teyll.

LI. [EG. 106. Dist. 1. 6. 4. ER. I. 8.] Der halbe bruder und die halbe swester habin besser recht unnd sint neher eyme gefelle an guthe [Faksimile] adder an erbe, wan vetter, wasse, adder oheme, adder muheme; adder eyn halbes bruder adder swesterkindt, die sint verrir darzcu wan vetter, wasse, oheme, adder muheme.

LII. [Dist. I. 6. 5. ER. I. 9.] Nemen zwene gebruder zwo swester unnd der derthe bruder nemidt eyn frommedes wip, er kinder die sint doch gliche nahe erbe zcu nemen, ab ess gefile adder erstorbe von denn eynen uff den andern. Dith ist landrecht unndt ouch der tadt recht.

LIII. [ER. I. 11.] Ungezweyeter bruder und swester kindt die nemen erbe vor den gezweyetir bruder und swester kindt, die gezweyeth sint von vater adder von mutter. Dit ist stadtrecht.

LIV. [EG. 85. ER. I. 12.] Bruder und bruderkint, swester unnd swesterkindt, die sullin alle glichen teyl nemen an erbe, an eygin, und an varinder habe.

LV. [EG. 109. ER. I. 13.] Wo geswistirde sich teylen mit eynander, oss sie erbe, lehin, adder varinde habe, welcherley gut das ist, er iglichs magk sein gut vorgebe, vorkouffe, adder vorsetze, weme her wil; unnd das sal er aber thun, das es nicht sie widder die gesetze und wilkor der stadt, also das oss uss dem geschossse unnd dinste nicht gezcogen werde.

LVI. [EG. 110. ER. I. 14.] Ist os das geswisterde erin anfal, der on von orin eildern ufferstorben ist, under eynander teylen, unndt werdit do geilthafftig gudt, das eyn widderkouff ist, adder sust etwas gereitschafft, adder ander farinde habe, kegin den erblichin guthin mit gudin willin er aller geteylt, wenne das geilthafftig gudt und die farinde habe zcu teyle werdit, das eyn widderkouff ist, adder eyn widderkouff' werdin mochte, das sal ein vater, ab her sich anderwedt gewibet hetthe, adder eyn wib, ab sie sich anderweydt gemannith hette, den kindern nicht vor farinden habe enzcihen, sundern woran oss geleyt ist, das sal bliebin an erbes stadt. Dit ist der stadt recht.

LVII. [Dist. 1.6. 9. ER. I. 16.] Mynes vettern adder myner wassen, mynes ohemen adder myner muhemen kindeskindt, die ungezweyet sint, die sint alle gliche nahe erbe zcu nemen. Do aber zweiunge von vater adder vonn mutter in der gebort ist, do sint sie dem erbe deste verrer. Dith ist der stadt recht.

LVIII. [Dist. I. 6. 8. ER. I. 15.] Der eldervather und die eildermutther die nemen das erbe vor bruder unnd swester, die mit der gebort gezweyet sint vonn vater adder vonn mutter, das ist das sie eyn halb geswirtirde sint. Dit ist der stadt recht. [Faksimile]

LIX. [Dist. I. 6. 10. ER. I. 17.] Mynes vettern, mynes ohemen, myner wassenn, adder myner muhemen kindeskindt, adder mynes vather, adder myner mutter vetternn, wassen, ohemen, adder muhemen kindt, die ungezweyet sint an der gebort von vather adder von mutter, die sint alle gliche nahe erbe zcu nehemen. Statrecht.

LX. Sterbet der vater und die mutter, und lassen sone unnd tochter, unnd derselben geswistirde eynes gestorbin ist, das kinder adder kindeskindt gelassen hath, si werdin alle glich zcu der erbeteylunge geheischet, unnd das erbe vellet nicht alleyne uff den nehisten, also das her den verristin usscheide. Oss ist recht, das des tothen bruder adder swester kindt adder kindeskindt an eris vather adder eildervater statt tretin, unnd nemen alle eynen teyl, der erem vather adder eildervather geborthe, ab her lebete. Diss ist das beschriebene recht unndt steht Institut. libro IV. titulo primo, unnd ist witpildesrecht, landtrecht, und dorzcu der stadt recht, unndt eyn guth gemeyne recht.

LXI. Beschlaffet eyn man eyn wip, die her zcu der ee wol in dem rechtin gehabe mochte, die sich forder an nymanden heildet, dan an en, unndt hat nicht willen, das her sie elichen wolde, unde bekindet sich midt or, unnd werdet ome dornoch das zcu sinne, das her sie elicht: die ersten kinder, die her bie er hatte, die sint also wol elich erbin zcu ereme guthe, als die lestin, darumbe das die lestin er erbe unnd die ere der elichkeidt von der ersten kinder wegin erworbin han. Unnd were der erstin kinder eyn gestorbin, er danne die mutter geelicht wart, des kindes kindt tretin an eris vater stadt, das erbe zcu nehemen. Wol das der Sachssen recht, das do ist unser landrecht spricht, das die kinder nummer elich werdin, das ist also zcuvorstehene, das sie geswecht bliebin an der werdikeidt, also das sie der schepphen stul an deme gerichte unnd in deme rathe nicht also die andern elichin kindern besitzen sullin von er willekor wegin; aber der babest unnd der keyser, die haldin sie midt allem rechte elich. Dith ist das beschriebin recht unnd steth Institut. lI. III. c. X., und ist ouch der stad recht.

LXII. [Dist. I. 21. 6. ER. I. 48.] Man spricht also, das keyn kint sie seiner mutter kebiskindt, unnd das en ist doch nicht also, wan eyn wib magk wol gewinnen drierley adder vierley kinder. Wan ist sie edel unnd frye unnd sitzet sie an der ee, sie magk gewinnen von ires mannes wegin frye edel kinder, die eris vater lehin besitzen unnd folgin sime rechtin; nemmedt sie dornoch eynen fromen elichen gebuer, sie gewinnet eliche kinder, die der lehingute nicht besitzen mogen; werdet sie eynes mannes eygin, sie gewinnet eygin kinder; unndt werdet sie dornoch [Faksimile] ymandes kebesse, sie gewinnet bie ome kebiskinder; unnd worde sie widder frye gegebin, sie gewinne dornoch widder fryhe kinder.

LXIII. [Dist. I. 5. 5. ER. I. 18.] Sterbet eyn frouwe, die kinder lesseth, unnd nemmet der man eyn ander wip zcu der ee, unndt bekindeth sich mit or, die kinder mogin midt den erstin kindern an eris vater guthin nicht erbeteylunge genemen. Irwerbet er aber erbe midt der andern frowen, her erbet oss uff die andern kindt. Was das wip ouch zw ome brocht hadt, das erbet sie uff or kindt, unnd sie nemen keynen teyl mit den erstin, noch die erstin midt den letzstenn adder andern. Dith ist der stadt recht. Aber noch dem landtrechte so nemen sie teyl midt den erstin kindern.

LXIV. [EG. 4. ER. I. 19.] Nemmet eyn man eyn wip zcu der ee, der vor elich gewest ist, unnd hat noch eliche kinder von der erstin frowen, der en mag sein gut nicht vorkouffen ane der kinder orloub, oss sie danne, das her alrest midt on teyle unnd sundere sie von eme. Dit ist der stad recht. Dasselbe recht ist os ouch, ab her noch eyn wetwer ist, her en hette oss danne gezcuget noch seiner frauwenn tode uff sime wetwenstule.

LXV. [ER. I. 20.] Sterbet eyn man adder eyn wip und lassen keyne kinder, noch vater, noch mutter, er gut und er erbe ist neher dem eldervater adder der eldermutter danne den vettirn, wassen, ohemen adder muhemen, sint sie anders elich geboren. Dith ist der stadt recht.

LXVI. [EG. 94. ER. I. 21.] Sitzedt eyn man midt sime wibe an der ee unndt habin nicht kinder midt eynander, irerbeytin die gelt undt gudt, kewffen dorumb hauss, hoff, ader ander erbe, welcherley das ist, do erbet or eyn das ander mede, das oss ouch noch des andern tode, ab or eynes sterbedt, danne gebet, weme oss wel, also das die gifft widder den herrin, noch widder der stadt gesetze nicht sie. Dith ist stadtrecht.

LXVII. [ER. I. 22.] Sterbet eyme manne sein weib, midt der her eliche kinder hadt, unnd dornoch eyn ander wip nympt, mit der her keyne kinder gewinnet, unnd sterbet her dornoch er dan die frouwe, sie nemmedt die farinde habe gantz, die er lesset, unndt sal den erbin [Faksimile] darnach er erbe in sechs wochin rumen. Hette sie aber erbe zcu dem manne bracht, adder hetthe sie midt em erbe seder der erstin frowen tode irworbin, das folgethe er ouch; sie muss oss aber kuntlich machin, das oss also sie. Dith ist stadtrecht.

LXVIII. [Dist. I. 5. 5. ER. I. 23.] Hath eyn man eliche kinder, der mutter gestorbin ist, unnd nemmet darnach eyn ander wip, midt der her keyne kinde gewinneth, undt brengedt sie erblich guthe zcu ome, vorkouffet her die midt orem willen, adder vorkouffedt seiner kinder erbe midt seiner kinder willin, und sterbeth her darnach, wedder das wip noch die kinder gewinnen des keyne erstatunge; oss were danne also on von ome erwiesedt, das on dorumbe erstatunge von rechte geschen muste. Dith ist der stadt recht.

LXIX. [ER. I. 24.] Sterbet eyn man, der midt eyme wibe an der ee sitzet unbekindet, die frauwe nemmit sein gudt und sein erbe unnd gebruchet das ir lebetage. Noch orme tode gefellet das erbe widder, do os her kommen ist, unnd die farinde habe blibeth erin erbin. Also geschiet oss ouch, ab die frauwe unbekindet sterbeth er der man; er beyder frewnde hetten dan anderst gewillekorth, do sie zusammen quamen. Dith ist lantrecht und witpildesrecht.

LXX. Nemmet eyn man eyn wip, der sich vonn seiner geswistirden noch seiner eildern tode geteilt hadt, unndt gewinnet midt or keyne kindt, undt enhadt her ouch vor nicht elicher kinder, undt sterbet darnach, sime wibe blibet al sein erbe unnd farinde habe, ab her er oss andirs an seiner wirtschafft tagegedinget und gegeben hadt noch der stadt gewonheidt, unnd do mogin er seine geswistirde nicht ingelegen. Stadtrecht.

LXXI. [Dist. I. 17. 10. ER. I. 25.] Ersterbeth erbe uff eynen man, der in dem witpilde nicht ist besesssen, der sal deme, der das erbe inne hat, gewisheidt thun vor das gudt, das her innemen wil, das her der nehister sie, uff das ab eyn ander queme, der neher were, das man des danne unbekrodet bliebe. Kan her aber das kuntlich gemachin, das man weys, das her der nehiste ist, so endarf her des nicht vorwisssenn. Dith ist landrecht und ouch stadtrecht. [Faksimile]

LXXII. [Dist. I. 18. 1. ER. I. 26.] Hadt eyn man eliche kinder bie sime wibe, unndt gibet die uss. unndt bestattedt die kindt, sterbet dornoch der son unbekindet von sime wibe, das erbe, das der son lesset undt die farinde habe, die gefelledt billicher unnd in dem rechtin uff seinen vater adder uff seine mutther, danne uff seinem bruder adder uff seine swester; desselbin glichenn ist os dan ouch umme sie ab her er sterbeth dan sie. Dith ist landrecht, witpildesrecht unndt ouch der stadt recht.

LXXIII. [Dist. I. 18. 2. ER. I. 27.] So man den frouwen den drittenteyl gibet, was gutes dan uff sie sterbeth, nemmedt sie dornoch eynen andern man, der nemmet das gut wol in formunschafft. Sterbeth das wip aber darnoch er dan der man, sie erbet das anerstorben gudt er an ere nehisten dan an erin man, blibet sie anderst unbekindet. Dith ist landtrecht.

LXXIV. [Dist. I. 16. 1. ER. I. 30.] Das unelich kint nemmet keyn erbe. Sein erbe nemmidt aber sein nehister an der sippe. Hat oss aber eyne mutter, die ist neher. Dith ist landrecht.

LXXV. [Dist. I. 16. 3. ER. I. 31.] Wo sich erbe vorswistert adder vorbrudert, alle die sich gliche nahe gesippe mogin, die nemen oss gliche. Dith ist landrecht unnd der stadt recht. Unnd hette eyn man zu ymande besondern fruntschafft, und wolde den zu eyme erbin kiessen wedder seiner rechtin erbin willen, das her midt rechte nicht thun magk, also das es do macht habe, wan oss stehet geschriebin also, das eyn man sein erbe lasssen sulle mit der rechtin erbe globede, und das sal und muss ouch also gescheen vor gerichte, also recht ist. Dith ist das beschriebin recht, landtrecht und ouch der stadt recht.

LXXVI. Globen die eildern ere kinder zu sammen, die nicht kegenwertig sint, senden die kinder dornoch er kleynothe er eyn dem andernn, wan sie zu iren iaren kommen sint, sie mussen der eildern globede stethe haldin; thun sie aber des nicht, wan sie zu iren iarin kommen sint, noch wollin nicht selber zusammen gehen unnd das globede midt erin worthin adder kleynotigen bestetigen, sie endorffen der eildern globede nicht haldin. Dith ist geschrieben ex.

LXXVII. Globen die eildern er kinder zu sammen, unndt swerin das uff die heilligin also zu haldin, unnd wollen die kinder dornoch, so sie zu iren jaren komen sint, das nicht haldin, worden die eildern danne meyneidigk? Das recht saget neyn; sie sullen aber alsso vel dorzu thun also en geboreth, das ist, das sie die kinder dorzu haldin sullin midt slechter bescheidelicher drouwe, unndt midt guttlichen unndt flelichenn worthen, sie sullin sie aber nicht dorzcu zwingen. Dith ist geschriebin XXX. q. II. Wie alt sie aber sin, die zu iren jarin kommen sint, das suche hievornne in dem XVI arti. [Faksimile]

LXXVIII. Globet der vater eyme seiner tochter eyne, die her midt namenn nicht sonderlich benennet, her mag eme eyme gebin, wilche her wel; die kor stet an dem vater unnd nicht an dem fridel. Sterbin aber die tochter alle biss uff eyne, dieselbin muste her ome gebe. Hadt der vater ome eyn tochter globet und butet ome die, unnd der fridell wel or dan nicht, sundern her wel eyne ander, der vater werdet also des globes ledig; unnd hette der vater ouch das gelobede gesworin uff die heylligin, her ist des eydes ouch dormede ledigk. Dith schriebet meister Heinrich vonn Mersseborgk.

LXXIX. Globeth man zwey kindt zusammen, also das eynes zu rechtin alder kommen ist unnd das ander nicht, das jungste mag wol das gelobede wegern, wan oss zu seinen jarin ist kommen; aber das eldeste mag das midt rechte nicht gethun, hadt anders das jungste seder seinen willen zu dem globede nicht gegebin midt den worthen adder midt deme vestelschatze.

LXXX. (LR. I. 33. u. 36. 2.] Sterbet eyn man und lesset der eyn elichs wip, duncket das wip, das sie eyn kindt trage, sie sal sich berhafftig bewiessen zu sime drissigistenn, gewinnet sie dornoch das kindt zcu rechter zcidt, sie werdet midt ome beerbeth, ab sie vor nicht kinder hette gehadt. Gewinnet sie oss aber zu spethe, ess werdet beschulden. Dith ist landtrecht.

LXXXI. Vortruwet sich eyn man midt eyme weybe diewile das er eliche man noch lebeth, das vortruwenn bindet zu der ee nicht. Sie mechte eme eynen guden wan aber wol thun, ab er man storbe, das sie on vor eynem andern habin wolle, unnd sich danne midt ome vortruwen. Sie mag es aber noch eres mannes todt thun adder lassenn, ab sie wel. Dit ist geistlich recht.

LXXXII. [ER. I. 43.] Eyme iglichen wybe geboret, also sie eynen man gewinnet zu der ee, neun mande eyn kindt zu tragin. Gewinnet sie oss er der zcidt in vollenkommener gebort, oss werdet beschuldin. Werdet oss aber geborn in unvolkommener gebort unnd lebinde, das man oss mit fier mannen und zwen frouwen fromer luthe bezcugen magk, die oss lebinde sahin adder horthen, das kindt, ab oss wol unzcitig ist und sterbet, so beheildet oss doch sein recht und erbet wen oss mogelichen erben sall. Dith ist landtrecht unndt witpildesrecht unnd der stadt recht. Aber noch der stadt recht szo bezcuget man oss mit drey, oss sie man adder frowen, die frome sint. Dith ist geistlich unnd wertlich recht.

LXXXIII. Hilffet adder reteth eyn man zu eynes andern mannes tode darumb, das ome sein wip zu der ee werde, keyne ee mogin sie [Faksimile] darnach nummer midt eynander besitzen. Werdet aber er man in eyme strite adder uffenbarem krige, adder in eyme gezcoge erslagin vonn ymande, den mag das wip wol zu der ee nemen, ab sie well.

LXXXIV. [Dist. I. 21. 4.] Ab ey man rechtloss worden ist, her mag sich doch wol vortruwen zcu der ee, unnd eyn elichs wip nemen undt midt or eliche kinder gewinnen, unndt das enschadet den kindern am erme erbe undt rechtin nicht, wan das eyn man rechtlos werdet, das erbit uff seine kinder nicht. Dit ist landtrecht, witpildesrecht und ouch der stad recht.

LXXXV. Sitzet eyn man an eyner unee midt eyme wibe, wie fromlich sich die heildet, unnd ab sie wol kinder mit eynander gewinnen, sterbet der eyn, das ander mag doch sein erbe nicht genemen midt rechte, wie vil kinder sie mit eyn ander gehadt hetten, es verwillekorthen sich danne er beyder erben umbe der kinder willen. Dith ist landtrecht undt der stat recht.

LXXXVI. Nemmet eyn man eyn wip midt willen, der her in dem rechtin nicht haben sal, und bekindet sich midt or, werdin sie dornoch midt rechte von eynander gescheyden, oss schadet den kindern zu orme rechtin nicht, die vor der scheydunge enphangen werden. Blibet das wip dornoch ane man, sie erbet er gut noch orem tode uff ere kindt, unnd der man ouch also wol, wan die unwissenheidt enschadet wedder denn eildern noch den kindern, wedder an den erin, noch an dem gute, noch an erem rechtin. Werin aber die kinder vorstorben, er gut erbete er iglichs uff seinen nehisten, darummb das er eyn das ander in dem rechtin zu der ee nicht habin solde. Ouch hette der eildern eynes das gewusth, das sie gemage adder gefattern gewest weren, adder zu welcher ander wiesse sie nicht von rechte die ee besitzen mochtin, unnd wuste des das ander nicht, noch so werin die kinder rechte eliche kinder, umme des willenn das der eildern eynes des also nicht gewust hette. Wiesssen sie os aber beyde und erfarn es, was kinder dornoch vonn en enphangen werden, die sint alle dan unelich, unnd oss vorletzet dan ouch dormede den eildern die ere unnd den limut. Dith ist geistlich und ouch wertlich recht.

LXXXVII. Alle die kinder, die yon dir und dynem wibe geborin werden, die sint von rechte in dyner gewalt. Die kinder ouch die von dime sone unnd dines sones sone geborn werdin, sint ouch alle in dyner gewalt. Die kinder aber, die von dyner tochter geborn werdin, die sint nicht in dyner gewalt, sundern in der gewalt ires vaters. Dit ist das gemeyne beschriebin recht unndt stet Institut. titulo XX.

LXXXVIII. Ist oss, das eyn wip er ee bricht, das er man uff sie nicht bewiessen kan, wol das oss eyn gemeyner luth under dem volcke [Faksimile] ist undt uffenbar, noch so en mag sye er elichenn man vonn eygener gewalt nicht gelassse noch ussgetribe; unnd ist, das her sie lessset adder usstribet, her muss sie in dem rechten widder zu im nemen. Wonidt sie aber uffenberlich midt eyme ebrecher, adder findet sie ir man midt eme an warer that, das her bewiessen kan, adder bekenneth sie des vor fromen leuthen, szo mag her sich wol von ir scheydin unnd sie lasssenn; her tribe sie uss, adder sye ghe selber midt wlllen von eme. Undt ist oss aber das her er das vorgibt und sie eynes wedder zu ome nemmidt, her muss es er allezcidt vorgebenn, unnd mag sie dorumb numme ussgetryben. Kan sie on ouch dornoch des uberkomen, also recht ist, das her ouch seine ee gebrochin habe, her muss sie in dem rechtenn widder nehemen. Dith ist geistlich recht. Ex. de divortio.

LXXXIX. Findeth eyn man sein wip schuldigk an dem ebruche, her magk sich wol dorumbe von er scheydin midt dem betthe und midt der gemeynschafft, uff das her icht gesehen werde, das her eyn medeheller sie er sunde und bossheidt; aber midt der ee werdet her nicht von er gescheyden, wan her sal in dem rechten nummer elichs adder unelichs wip genemen me, diewile das sie lebeth, und ab sie ouch aller werlde gemeyn worde. Dith ist geistlich recht.

XC. Ist eyn wip eyn ebrecherinn und straffet sie er man darummb, adder wel das er adder den andern erin ebrechern werin, unnd werdet doruber adder umme der sache willen erschlagin, alle die darzcu hulffe, radt adder tadt adder medewiessen dorzcu gethon habenn, der en mag keyner midt er nummer ee besitzen, unnd ab das ungloubige luthe werin, unnd woldin sich darumbe zu dem glouben bekerin, noch sso mochte oss nicht gesin. Dith ist das geistliche recht und steth ex. de conversione ad fidem.

XCI. Were oss des eyn gefatterschafft under eyme manne und under seine wibe an erem eygen kinde enstunde, also das es er eyn selber uss der touffe hube, adder selber fermeln liessse, das sie mit bedochtem muthe in keyne wis thun sullin, wie das queme, von geferden adder von unwissenheidt, sie sullin dorumb nicht gescheydin sin, oss enschedet on ouch nicht an elichin dingen, wol das in dem geistlichenn rechte geschriebin stet: nemmet eyn man seine gefattern zu der ee, wan on das wissentlich werdeth, so sal man sie scheyden. Ouch ab eyn man unnd eyn wip, die elich midt eynander werin, eyn kind huben, adder liessen oss fermeln. Dit ist geistlich recht, und steth III. q. IV. q. aut.

XCII. Werdet eyn kint vortruwet zu der ee, das siebin jar alt ist adder doruber, und sterbet der, dem es vertruwet ist, keyner des [Faksimile] tothen mag kan oss midt rechte zu der ee genemenn. Ist os aber under siebin jaren in der vortruwunge gewest, szo mag es eyner des totenn mage wol midt rechte nemen. Dith ist geistlich recht. Ex. de sponsalibus.

XCIII. Werdet eyme eyn jungfrouwe zcu der ee vortrowet und beschleffeth dan er er mutter, er her die jungfrowe nemmedt, so sal her eyne andern nemen, und sall weder mutther noch tochtir behaldin, unnd muess darumb sein busse enphaen. Hadt her aber die tochter vor adder noch ouch beschlaffen, her mag keyne ander zu der ee genemen, unnd muess vort deshalbin mit en beyden unbekummerth sin midt dem bisloffen, biss also lange das sie beyde gesterbin, szo nemmet her danne eyn ander wol zu der ee. Desselbin glichen ist os ouch ab eyner seines wibes swester adder seine stifftochter besloffet, her muss sie beyde begeben midt der gemeynschafft des bettes, unnd also dicke also her das breche, also dicke muss her es gote swerlichin undt deme geistlichen richter gebuessenn.

XCIV. Sal eyn wip gezcugen, das sie eyn lebenig kindt gehadt habe, damede sie er erbe beheildet, sie muss es thun selbsibende noch landtrechte, adder selbderthe noch der statrechte, midt fromen luthen, also vorgeschriebin steth, unndt das mogin ouch danne allerley luthe wol sein, phaffen, monche, nonnen, wybe adder meyde. Spricht man aber, sie habe sich nicht berhafftig bewiesset zu ires mannes drissigisten, also das landrecht usswiesset, das enschadet or noch unser statrechte nicht, wen eyn wip mag wol eyn kyndt trage funffzcig tage, das sie os dan noch nicht weys. Hat sie os aber zcu spathe ober neun monde vaste, oss beschediget sie; man sal er aber rechene noch denn stetin heilligin tagen unde nicht noch den unsteten, also vor fastnacht, adder noch den suntagenn in der vasten, adder noch der martelwochin, adder noch der osterzcidt, unsers herrin hymmelfardt, noch den phingsten, unsers herrn lichnams tage und ouch noch den suntagen in den gezciten, wan diessse heylligen tage alle unstete sint, und ouch nicht glich ober jar kommen, also der heylligen aposteln, merteler, bichtiger unnd jungfrawenn tage; wan midt sogetaner unvorstandener rechenunge sso werdenn die frowen dicke erloss gerechendt und ouch erbeloss midt grossem unrechte. Stadtrecht.[Faksimile]

XCV. Vier sache die entschuldigen eyn elichs wib von der sunde des ebruches vor gothe und vor den leuthen, das sie dorumb nicht erloss werdith. Das erste ist, ab er man eynen andern zcu er legt in sein bethe und sie dorzu heildeth, das sie des frommeden mannes willen thun muess; adder stehet des nachtes uff und lesset eynen andern an seine stadt zcu er kommen. Die ander sache iss, so er man von er zcuget und lange ussse ist, unnd er von frommeden leuthen gesagt werdet, das her tod sie, unnd sie gloubeth das, unnd wenet, oss sie war, und lesset ere frewnde er dan eynen andern man zu der ee gebin. Das dertthe, szo er man lange zcidt usse gewest ist und ersehet eynem frommeden in der gestalt eris elichen mannes, unndt wenidt, dass her er man sie, unndt lesset sich also beschloffenn. Das fierde, ab eyn frommeder man zu er kommet und sie midt gewalt besloffedt und notzcoget, das sie an erin kleydern adder an irem liebe midt warzceichen bewiessen mochte, das es er leyt were. Dit ist das beschriebin recht, das man so getane wybe nicht erloss achten noch vorwassin. In decret. d. XXVII. q. V.

XCVI. Globeth eyn wip adder vorlobeth etwas gote, das erme manne unbequemlich ist, von geheysses wegin eris mannes sal sie das brechen, und sterbet der man dornoch, sie endarff dasselbe globede vorder nicht haldin, sie globeth oss dan anderweyt. Dit schribet meister Wilhelm. und globeth eyn hinder orem manne etwas, also kusheydt, vasten und wallen, das sal sie vonn er selber nicht brechen; aber vonn eris mannes gebothe sal sie oss brechin. Globit sie ouch anders was, welcherley das ist, darmete sie die ere eris mannes letzidt, das sal sie brechin und ab sie os midt erme eyde bestetiget hette. Globet sie aber etwas, das erin man nicht hindert noch letzidt, das sal her er ouch nicht weren, noch sie dorane hindern, erkennedt her anders, das es er unschedelich ist. Dit leredt der meister Raymundus.

XCVII. Werdet eyn kint eyn monch adder eyn klosternunne, es en mag sein erbe in dem rechten nicht besitzen noch der zcidt das es gehorsam getudt; aber davor mag es sein erbe und sein lehin wol besitzen. Dith ist landrecht und der statrecht.

XCVIII. [EG. 84.] Wo zwene haben mit eynander ungeteylte [Faksimile] erbguthe, der keyner sal seinen teyl vorkouffen, her sulle on deme anderrin alrest anbithen, und sal des an seinen willen nymande vorkouffen; dieser wolle sein dan nicht kouffen noch deme also os bescheidelich und glich ist; wel her sein aber also nicht kouffen, so vorkouffe jener seinen teyl weme her wolle. Dit ist stadrecht.

XCIX. [EG. 100. ER. I. 61.] Wo eyn man undt eyn frouwe elichin midt eynander sitzenn und haben mit eynander kinder, unnd sterbin beyde der man und die frouwe, und lasssen schulde zu geildene, und lasssen die kinder ane erbe undt an alles gudt, die kinder sint nicht phlichtig eris vaters noch ere mutter schult zu geilden, es en were danne, das die kint hetten vor die schult geredt unnd globt. Dit ist der statrecht.

C. [EG. 100.] Sterben die eildern und lasssen kinder an erbe unnd an farinde habe, die nemelich sie, und bliebin schult danne schuldig, irsterbet den kindenn noch eris vaters und muther tode erbegut adder ander gudt uff von erin eildern, dorvone sint sie nicht phlichtig die schulde zu geildenn. Dith ist der stadrecht.

CI. [EG. 107.] Ist das eyn vater bi seime lebinden liebe gibt seime kinde die lehin, durch des willen her es ome forder gan wan der andern eyme, unnd eme das nicht zcu medegifft gibt, und brenget es indez an seinen lehinherrin, unnd beheildet das kint die lehin also in nutzen unndt gewerin jar und tag ane rechte ansprache: werdet das kindt noch deme tode seines vaters vonn den andern seinen geswistern angelangt, das es das gudt sulle den andern medeteylin, es behieldet oss midt dem rechtin wol alleyne. Dit ist der statrecht.

CII. [EG. 111.] Nemmet eyn frowe eynen man, undt hadt sie vor kinder gehadt bie eyme andern elichin manne, irsterbit der frowen erblichis gudt uff von erin freundenn, und sterbet sie darnach und lessset nicht liebeserbin von dem lesten manne, die erblichen gute gefallin billicher uff er ersten kindt dan uff erin man. Dit ist der stadt recht.

CIII. [EG. 51.] Eyn iglichs wip, das do sitzet an der ee midt orem elichin manne, die frouwe en mag noch en kan, diewile her er die notdorfft gibt, mit keyme rechtin nicht vorgeben noch vorloben seines gutes ane seinen willen unnd wiesssen, das eme geschadin moge. Dit ist der stadt recht.

CIV. [EG. 25.] Eyn iglicher man unndt sein frowe, wo die sitzen an der ee, unnd kinder midt eynander habin, die er kinder ussgegeben han mit eynander midt erme gute, unndt sterbet darnoch der zweyer eyn, ess sie vater adder mutter, unnd sprechin die kinder das an, das lebinde blebin ist, umme er erbteyl, sie sullin bilche vor inlegin, was en [Faksimile] vor von den eildern medegegebin ist. Wollin aber die kinder sitzen midt dem ussgegebin guthe, sie mogen das wol thun.

CV. [EG. 98.] Wo eyn man sterbeth und kinder lesset, der her eyn teyl ussgegebin hadt, wollin die midt den andern teyl nemen an eris vater guthin, sie sullin bilche die erstin gifft inlegin und sullen danne teylen midt den andern erin geswistirdin eris vater erbe adder guthe noch rechte, unnd also das der eildester teylin sal unnd das jungste kiessen solle. Wollin die ussgesatzten kinder aber blibe midt dem sie ussgesatzt sint, sie mogin das wol thun unnd dorffenn nicht inlegin. Dit ist statrecht.

CVI. [EG. 27. ER. I. 66. Eyn man, der seine kinder ussgegebin hadt midt seiner farinde habe, und sterbet demselbin manne darnoch erbe uff von seinen eildern, der man teylet billiche mede denn anfal seinen ussgegebin kindern. Dit ist der stat recht.

CVII. [Dist. I. 47. 7.] Nemmet eyn man eyn wip zu der ee, die vor midt eynander uneliche kindt hatten, und gewinnen sie sedder der zcidt keyne kindt midt eynander, sterbet der eyn, oss sei man adder wip, des lebinden ersten kindt mag an des toten erbguthin nicht gehabin dan seine lipzcucht; noch keysers rechte. Hadt aber die frowe sint eliche kindt mit eme gehat, so habin die kinder, die unelichin geboren sin, an den guthin nicht mer wan den sechstin teyl eynes kindes, noch bebestlichem rechte. Aber in landtrechte und in witpildesrechte, do volget den unelichin kindern nichts.

CVIII. Eyn jungfrawe, die vortruweth ist eyme manne, begebith sich die in eyn kloster, er dan sie bie erme man geschleffet, sie blibet darinne an seinen dangk, und her mag dan wol eyn ander elich wip nemen. Desselbin glichin ist oss, ab eyn vortruweter man eyn monich worde. Ouch mag eyn man midt seines wybes loube eyn monch werde, und eyn wip midt ires mannes loube eyn klosternunne, doch also das under on die persone, die in werlde blibet, vort die kusheid globe und alleyne blibe, diewile jene in deme closter lebeth. Geistlich recht.

CIX. Von naturlichen rechten sint alle luthe frye geborn. Das aber eygin luthe werdin und wordin sindt, das kommedt von dren sachin. Die erste ist: szo die cristin obirzcihin die uncristen, und die fahin, und fristen sie des lebens, die sint danne der eygin, die sie on vort abekouffen. Desselbin glichen ist oss, ab eyner seinen lip kegin eyme herrin [Faksimile] umme eynen fredebruch adder desglichin vorwergk hette, deme mochte her gnade thun und lassen lebin unnd on dorumbe von bethe wegin zu eygin nehemen. Die ander sache ist dorvon: etzwanne wo sich die cristenheid anhub, do phlagin etzliche gebuer und ander orbeytinde luthe, das sie sich selber durch got in grosser innikeidt uff die altar opphertin, unnd wordin der gotishuser eygin, unnd die gotishuser gabin er darnach eyn teyl denn erbarn luthen zu lehene, umme manschafft und beschermunge derselbin closter und gotishuser. Die derthe sache ist, das umme notdorfft undt schulde sich etzliche vorkoufft habin zu eygen, wan sie in swerin gefengkenissen sasssen, und sich nicht zcu lossen hatten, adder in den hungeriarin verdarffeten, das sie icht midt iren kindern hungers storbin, so musten sie sich zcu eygin gebin umbe eris libes narunge, adder die eildern vorkoufften dorummb er kinder.

CX. Der eygin luthe gudt und alles, das sie irerbeytin, das ist der herrin, der eygin sie sint. Her magk sie ouch vordt eyme andern gloubigen vorkouffen, vorsetzin adder vorgebin, wan her wel. Her sal er aber nicht toden; todet her sie so muess her oss gebuessen syme herrin und sime gerichte, also ab her ander luthe hette getodt, die sin eygin nicht weren. Her sal or ouch nicht lemen ane redeliche schult und ane recht; thudt her das doruber, sie werdin von ome frye midt rechte. Her ist on ouch allezcidt phlichtig die herberge zu besorgin, knechtespissze zu gebin und kleyder, er notdorfft biss an er ende, sie sint starg adder krangk, siech adder gesunt zu andelogen. Vorzcuhet her on das, adder lemidt sie, und clagin sie das vort seinem obirstin, sie werdin mit rechte von eme frye, unnd sint dan nymandes eygin me. Dith ist das beschriebin recht und steth Institut. titulo quarto.

CXI. Sich mag nymandt zcu eygin selber vorkouffen adder gegebin, her sie dan eyn und zwenzcig jar alt, das oss macht moge gehabe; vorkouffet her sich aber noch eyn und zwenzcig jarin, adder werdit ymandes eygin, das muess her thun vor gerichte; und wollin das dan sine erbin do widderreden midt rechte, sie behaldin on fry, es sie ome zu dancke adder nicht. Dit ist das beschriben wertlich recht.

CXII. Eynes eygin mannes und eynes eygin wibes kinder, die sint des herrin eygin, unnd sie mogin sich nymande vortruwen zcu der ee ane des herrin willen, des eygin sie sint, noch ere kinder nymande gegebin ane den willen eris herrin. Beschleffet ouch eyn fryer man eyn wip das eygin ist, er kinder die blibin eygin, ab her sie wol zcu der ee gnommen hadt, wan die eygeoschafft kommedt von des wibes leibe unndt nicht von des mannes. Beschleffet ouch eyn eygen man eyn fryes wip, [Faksimile] die kinder werdin nicht eygin unnd ab sie ouch elich werin. Enphinge ouch eyn fryes wip, unnd worde dornoch eygin, das kindt worde dorumb nicht eygin, das os in der eygenschafft geborn worde, wan seiner mutter betrupenisse sal deme kinde nicht schaden, das sie in dem libe tregt, unnd das gereythe von or geborn ist, er dan sie eygin wardt. Tregidt aber eyn wib eyn kindt, die do eygin ist, unnd werdet sie frye gegebin, unnd werdet dornoch widder eygin, er das kindt geborn wirt, das kindt werdet eigen, dan also wissedt uss das beschriebin recht, wan oss gnug dormede ist, das es etzliche zcidt in seiner mutter liebe frye gewest sye vor seiner gebort. Das steth geschribin Institut. V.

CXIII. Es mag keyn eygin knecht wedder phaffe adder monch werde, her sie alrest midt der handt von dem herrin, des eygin her ist, fryegelasssin vor den luthen, und midt seyme uffin brieffe deme bischoffe geantwort adder dem apte, ab her eyn monch werdit. Dasselbe ist os umme die maget, ab sie in eyn closter wel. Beschriben recht.

CXIV. Es en mag ouch eyn herre, ab der eigin luthe hadt, die nicht frye gegebe, des es macht habe, her werde dan XXI jar; wan thede her das er, sine erbin mochtin die wedder zu eigin heischen, unndt das midt rechte vordirn unndt darzu brengen. Dit ist beschrieben recht.

CXV. Werdet eyn man von den fienden gefangen, der frye ist, und werdet zu eigin vorkoufft, entloufft her darnoch, os enschadet ome an seinem rechtin noch an seinen erin nicht; her blibet midt seinen kindern allezcidt also frye, also her gewest ist. Dit stet beschriebin Institut. II. titulo.

CXVI. [EG. 70. ER. I. 62.] Wo eyn man undt sein frouwe elichin midt eynander sitzen, und er kinder ussgebin adder ussgegebin han, und die vorgenanten vater und mutther darvone in schult kommen sint, also das sie ummb dieselbin schult er erbe vorkouffen, und die kindt das danne nicht widdersprechin, die schult müesssen sie den also wol geildin also der vater und die mutther. Habin aber die eildern ander guthe mer, das sullin sie nicht bekommern, sie enhabin danne den andern kindern, die noch nicht ussgesatzt sint, erin teyl vor gegebin. Dit ist der stad recht.

CXVII. Es ist nodt, das man formunden gebe den weyssen biss alsolange das sie zu iren iarin kommen, uff das en er erbliches gudt ich abeghe unnd vorterbe, darumbe sullin sie er freunde adder die amptlude in den stetin midt fromen formunden besorgin. Die meisterschafft der formunden ist in etzlichin sachin nodt den weyssen, und ouch in etzlichen sachin nicht nodt. Also ist es das man den weyssin etwas globt zu geben, so en ist do nicht nodt der meisterschaft der formunden, globin [Faksimile] aber die weyssen ander luthen etwas, do ist noth der formunden dorzcu; wan was gutis adder nutzes eyn weysse gethun kan uff sein bestis, do bedarff her seines formunden nicht zcu, thudt her aber icht das ome zu arge adder zu schadin kommen mochte, das hadt keyne macht hinder seime formunden. Kouffin adder vorkouffen, vorsetzin adder vorlihen die weyssen icht hinder erin formunden zu handt, do sint die midt der sache vorbunden, die sich midt den weyssen bekommert han, und die weyssin sind nicht dorzu vorbundin, oss en sie danne, das die meisterschafft ere formunden das bestetige. Dith ist das gemeyne beschribin recht, Institut. libro primo, titulo nono. Behaget das gescheffte den formunden, das der weysse hinder ome gethan hadt, und dunckedt es on nutze sin, so sal her os zu handt bestetigen, so oss vor on kommedt; beytit her aber noch der zcidt unnd wol os danne bestetigin adder habe gehaldin, adder schribet os und enbutit darnach, das es sein wille wordin sie, szo enhadt os danne numme macht, so es obernechtig worden ist. Dit ist das beschribin recht.

CXVIII. Ist es das eyn man sterbet und unmundige kynder lesssit, den her keyne formunden gekorin hadt, aber ab die angebornen formunden nicht togelich dorzu sint, adder unredelich, adder ungerathin, aber ab die gekorin formunden sterbin, vorterbin, gebrechlich werdin, gefangen werdin, in die achte kommen, vorterbit adder vorbannen werdin, und derglichen, so sal der radt adder die formunden der stadt den kindern kiessen und gebin frome formunden eyne zcidt, und die sullin deme rathe und denn ambtluthen der stadt von der kinder wegin berechene, und sie sullin die kinder undt ere formunden schutzen und bie rechte behaldin, bis das sie zu iren jarin kommen. Dit ist eyner stat ere unnd werdet er nutz, wan os gar obel gethan were und lesterlich gefarin, das man junge borger unnd fromer luthe kinder liessse vorterbin. Dith ist das gemeyne beschriebin recht, Institut. titulo XX. und der stad recht.

CXIX. Werden den kindern formunden gegeben von eyme rathe adder von den ambtleuthen eyner stadt, szo mogin die formunden in redelichin sachin midt der kinder guthe nicht gethun hinder deme rathe unndt hinder den, die sie zu formunden gesatz habin, ab die kinder wol das keynen schadin hetten, adder ab es on ouch winnunge adder fromen brechte. Dit stet geschriebin Institut. titulo XXI. Stadrecht.

CXX. Es sal ouch die formuntschafft ober die kinder werin biss uff das sie funfundzwentzig jar alt werdin; es en were danne, das die kinder gebrechlich wordin ader sust unredelich werin, adder ab sie des lenger begerten, sso mochte man on ouch lenger formunden setzin. Dit [Faksimile] ist das beschriebn recht Institut. titulo XXIII und ist der Stadt recht. Aber noch landtrechte so mag eyn man seiner formunden wol ledig sein, wan her eynundzwentzig jar alt werdit, so ist her danne zu seinen jarin komen, und mag ouch selber seines wibes und eynes iglichen formunden gesin. Weys her aber sein alder nicht, wan her dan haer an dem kynne hadt, und undene und under den armen hat, sso bewiesset her dormede das her zu seinen jarin kommen sie, und entperidt der formunden, adder werdet selber eyn formunde.

CXXI. Dye meyde und ouch die ledigen frowen, die zu iren jarin kommen sint, die mogin er gut vorgebin, vorkouffen, adder vorsetzin ane erin formunden. Aber ane ere rechtin erbin willin so mogin sie er gut nicht vorkouffen adder vorgebin, ab es eygin adder erbe ist; were es aber farinde habe, das mochte man on mit rechte nicht gewerin, wan sie es redelichin thedin unnd er synne gebruchtin.

CXXII. [Dist. 1. 49. 1, 2. ER. II. 26.] In lantrechte undt in witpildesrechte szo sal nymant formunden dan der nehiste mag von des vaters wegin, und der sal ouch widder phaffe, monch, adder begebener man sein. Sint sie deme vater nahe gesippe, sie sullin wol formunden den kindern kisen, unnd gebin den nehisten vater magk noch en, unnd der ist es ouch von rechte, ist her anders elich. 0ss sal ouch keyn rouber, noch dip, noch obeltetiger, noch erlossen, noch speler, noch ungerathener, noch unkuscher, der kinder formunde gesin, wie nahe her on gesippe ist, wan sie mochtin dorvonn erbeloss werdin; unndt wen man an diessen gebrechen uffenbar erkenneth, deme mag man die formunschafft in dem rathe adder an deme gerichte midt rechte vorteilen, und wer dan der redelichste von erme geschlechte were, der solde formunde sin, und mochte man den nicht wol gehabin, der radt solde on formunden geben, also hirvor in deme CXVIII capittel stedt. Dit ist stadtrecht.

CXXIII. [Dist. I. 40. 3. ER. II. 28.] Im keyserwitpildes rechte stet also geschribin, das eyn iglichs beyderwip er kinder formunde wol mag sin, die sich erlichin heldet, diewile sie ane man ist unnd ouch das ere unpleglich nicht vorthudt. Ouch so heildet der stadrecht also: wo eyner frowen er man sterbidt und lessset er kindt, die under zwelff jarin sint, die frowe ist bilcher er kinder formundt denne anders ymandt, biss also lange das die kinder komen ober ere jar, unnd diewile sie eyn wetwe ist und keyme manne vortruwedt.

CXXIV. Ist das eyn eygen knecht adder eyn mayd von freyslichkeidt wegin ires herrin fluhidt in die kirchen adder in eyme ander [Faksimile] fryheidt, und bewiessen das eris herrin freislichkeydt unvortreglich ist: man sal den menschen eyme andern herrin vorkouffen und das gelt sime herrin gebin, des eygin her was, unnd her mag sein vort nummer gefordirn; wan dit ist des keysers recht unnd triffet an den gemeynen nutz, also das nymandt sal des seinen obel gebruchen, das gerichte sal oss werin, wo oss geschet. Dit stet Institut. titulo nono. Amen.

Das ander buch vonn dem erbe volget hernach. [Faksimile]

Zweites Buch. Das andre buche vann deme erbe etc.

Godt der machthe den erstenn menschen von eyme erdinklossse, darumme ist noch der mensche von naturen gneigt zu den irdischen dingen unnd werdet ouch des ertrichs von naturlicher begerunge nummer sadt. Dryerley volg hadt got von Adamme lasssin werdin also wit also die werlt ist. Das erste ist die phaffheidt, die gote dynen sal, wan umme das ist der mennsche uff das ertrich gesatzt, das her gote dynen sal. Daz ander ist das gemeyne volgk unnd die gebuer, die daz ertrich erbeytin, und die kouffschatz und hantwerg tribin, unnd die sint darumme das man gotis dinst geubin moge. Das derthe volg sint die erbarn luthe, die beschermen sullin die andern zwey, uff das man gotes dinst volbrengen moge, und das sie das volge gerichtin und zu frede gehaldin. Diessse dryerley volgk sint in unsserm vater Adam gewest. Wan do en godt geschuff, da furte her on in das paradiss, do die engele kegenwertig warin, do her eme dinen solde, und do dorffte her nicht erbeytin, en brante die sonne nicht, der frost der enzwang on nicht, der regin noch der windt die muweten on nicht; dit was die bewisunge der phaffheidt an eme, wan so die geistlichin luthe gote midt flisse dienen, so endorffin sie den acker nicht erbeytin, got gibet on und bescheret on die narunge ungeerbeyt, sonne, regin, frost und windt die letzin sie nicht. Darnach also Adam das gebot gebrach, do belehente und beerbete on got midt deme ertriche unnd sprach also: in sweysse deines antlitzes saltu din brodt esssin, distiln und dornen sal oss dir tragin; dit was nu die bewisunge des andern volckes, das do erbeitit das ertrich unnd sich neridt der fruchte, die mussen das irkrigin in hitze und in froste. Darnach [Faksimile] aber also Cayn seinen bruder Abeln erschlug, deme got dorumme vorfluchte, der die andern Adames kinder beschedigete und beroubete, do nam sich Adam an, das her die andern kinder zusammen hilt und schutzet von Cayns geschlechte, unndt richte ouch obir seine kinder also eyn herre obir sein volgk, und dorffte nummer erbeytin, wan ome dinetin und nertin; dit was in die bewisunge des dertin volckes, das die luthe beschermen und richtin sullin also nu die erbarn luthe von rechte thun soldin und die herrn.

Noch der sintflud in der aldin ee, also got die judin in das landt brachte, das her on globt hatte und sie das midt seiner hulff gewonnen, do woldin die zwelff geschlechte von Israhel die landt under sich in zwelff teylin. Do sprach got, man solde oss in eilffe teylin und solde deme geschlechte von Levi keynen teyl gebin, wan her wolde selber or erbeteyl sin. Das geslechte von Levi warin alle prister in der alden ee undt uss keyme geslechte quamen mer die prister, die in deme tempel gote dinen solden, und darumme sso wolde got nicht das sie erbe hettin unnd zu feilde erbeytin, sie sollin seines dinstes in deme tempel wartin. Do hiess got die andern eilff geslechte, das sie zcendin von allin erin fruchtin eme soldin opphern und dorzu die erstin fruchte, und das oppher hubin uff die Leviten und gebruchtin des. Dit ist eyn orkunde des cristen volckes der geistlichin luthe. Dornoch das landt also geteylit wart, do erbeytin sie os, und gewonnen vaste unfredis under on undt von andernn erin fiendin, und wordin riche. Hyrinne bewiset sich das ander volg der erbeytinde luthe. Do wolde das volg dornoch eynen konnig habin, der sie beschermete und vor sie strete, unnd do gab her on denn konnig Saul, der nam do zu sich die zu dem strithe tochtin unnd belehinte die midt gutern. Also wordin do erbar luthe.

In der cristenheidt ist os ouch also komen, das man den stifftin und gotishusern den zcehinden zcu zcinsen gegebin hadt, uff das man gothe gedyne, und in friheidt gesatzt, die erbarn luthe ouch belehint, uff das sie gotis dyner und die erbeytir beschermen, die den acker erbeytin, von dem nhu dit kegenwertige buch sagin sal noch rechte.

I. Wan nhu god, eyn scheppher hymmelrichs und ertrichs, eyn geber allis guthin, uns beerbet had midt deme ertriche, und ist os das wyr uss sime dinste und uss seinen vorchtin nicht entretin, so wel her uns hirnoch beerbin midt deme ewigin lebin und selikeidt, do uns zu freuden tusend jar sint also der tag, der gestern vorgangin ist; unnd darumme sso sullin wyr ome des nicht teylunge vorsagin, das her uns [Faksimile] teglichin oberflossseglichin gebit, und ouch von uns zu sime lobe gehad wel habe, und sullin das frolichin und williglichin thun, das oss ome also angenem werde, also das oppher des gerechtin Abels und nicht also Cayns, der die garbin ussdrasch unnd oppherte das stro. Hyrumme ist das eyn gemeyne friheidt und eyn recht alsowyt also die heilligin cristenheidt, das alle kirchin, kirchoffe, kloster, klusen, husunge und erbliche guthe, die recht und redelichen zu gotisdinste gegebin sint, sie sint gewyhet adder ungewihedt, frye sullin sin von allem wertlichen gerichte und gewalt und von aller bordin der luthe, also von geschossse, bethe, zcinsen, wachewarthin und derglichin; wan got ist er erbeteyl, und wer on darane abelegith, der legit gote abe, und dorober so habin die bebiste erin ban gethan und die keysser er achte und sine ungnade.

II. Was gote eynmal gegeben ist, das sal man nummer me brengen in wertlichin nutz adder gewalt. Was gote ist gegebin, es sie an hofereytin zu kirchin adder zu kirchoffin, an gebouwe adder sust, das ist von rechte nymandes besondern; es mag ouch nummer me kommen in wertliche gewalt und gebruchunge, wedder midt gifft adder midt vordinste, adder midt kouffe, adder mit wechselunge. Der gebw ouch doruff der gote zu gehorit, holtz, steyne, kalgk, zcigel, isen, glocken, bucher, kelche, messegewant, tucher adder welcherley das ist, das an die kerchin adder zu die kerchin gehordt adder gehort had, unnd besondern die dingk, die gewihedt sint adder zu den gewihetin gehorin, die sullin von den gotishusern nicht enphromedet werdin, ane alleyne ab die buwemeister das zu eyner andern kirchiu vorkoufftin, adder man gefangen luthe von den heydin adder von andern ungloubigen mede lossin solde, adder die von eynes gotishuses wegin gefangin werin wordin adder schadin genommen hetten, das man anderst nicht ussgerichtin mochte, dan also do muste man allerley angriffen. Dit ist das beschriebin recht und steth geschriebin institut. libro secundo et titulo primo.

III. Von naturlichenn rechtin sint allerley luthe erde, die lufft, die flissinden grosssen wasser, und das mer, und des meris stadt zu nutzen, wan man sal in dem rechtin nymande vorbittin an des meris stadt zu gehene adder zu gebruchin, also doch das man nicht dorane buwe huser adder torme adder derglichin. Die grossen schiffrichin wasser und er phort, do man ussferidt, die sint gemeyne, und darumme so ist ouch do das fischerecht gemeyne. Die boyme ouch, die dorumme stehin, die sint gemeyne, das man die schiff doran mag gebinden, und der mit erin fruchtin, ab si die han, gebruchin, die netze und seyl doran zu hengin, und zu druckin und desglichin; man sal sie aber nicht zuhouwen, noch abehouwen und abebornen, adder vorterbin. Dit ist das beschriebin recht institut. secundo, titulo primo. [Faksimile]

IV. Die kleynen wasser, die nicht schiffrich sint, do man die kouffschetze nicht phlidt uff zu furin, die sint der herrin erbe, die darmede belehindt sint und der das landt ist, do sie zu gehorin, und die mag man vorbuwen, mit werin machin und richtin, das man die schiffrichin wasser nicht thun thar; unde die vischweyde sint der herrin adder der luthe, den sie gehorin und der erbe ess ist. Desselben glichenn sint die kleynen beche der luthe, durch deren erbe sie fliessen: sie sint aber allermenche gemeyne zu rithene, zuvarene, zu waschene, zu trenckene, zu swemmene, zu badene und zu waschene und derglichin. Dith ist das gemeyne beschriebin recht undt steth geschriebin Institut. secundo, titulo primo.

V. Flusset eyn wasser zusehen den eckern adder an anderin erbe, was das sandes und weicher erden fureth an eynen stadth, das ist des, der dan acker adder das erbe an dem stade hath, also gebet das wasser eyme unndt nemmeth dem andern. Ist oss aber eyn bach und kan her ome gewerin midt zcunen, wyden, steynenn ader holtzern, das oss ome keynen schaden thu, des sal man on nicht vordencken, also das her ess seyme nackebuer midt willin nicht zu schadin thu. Dit ist das gemeyne beschrieben recht institut. de rerum divisione, §. praeterea.

VI. Bricht das wasser eyme in seinen acker adder in ander sein erbe, unndt nemmedt eyn gantz stucke, und furet das anders war, adder brichidt do durch eynes andern mannes korn, grass, widich, boyme und desglichen uffe sthet, und furthe ess anders war, das her das bewiessen konde, das blebe sein; es queme dan uff eynes andern mannes sadt, landt adder wessen, so were oss sein nicht lenger dan uff das jar, also beschriebin stehedt Instit. c. de aluvionibus.

VII. Ist oss ouch das wasser uss der erdin rischet, und bricht die boyme adder widin, undt furet sie henweg: die sint des, deme sie entplossenn sint. Worzciln sie aber in eynes andern mannes erdin und uff seime erbe, so sint sie des midt rechte, in des erdin sie geworzcelt sint undt nymandes mer. Dith ist das beschriebin recht und stehedt institut. e. t. c. insula etc. et ff. de dampno.

VIII. Werdet eyn weert mitten in eyme wasser, das ist des nicht, der das wasser besitzet und innehalb adder der, der vischweyde do gebruchedt. Es ist der billicher, die beidersit landt an dem wasser han adder erbe, noch der breythe eris landes die uff den stadt trethenn: weme aber das weerdt zu der stade neher lidt, des ist os alleyne. Dith ist das beschriebin recht undt stehedt e. t. c. insula. [Faksimile]

IX. Es ist ouch in den steten gemeyne erbe alle plaen und pletze, die mergte, der stadt gasssen, kouffhues, tantzhues, rathus unnd derglichin, also doch das sie nyemandt besondern sal bekrodenn adder vorletzen, wedder midt abebrechin adder vorgraben, noch midt keynerhande vorwustenn, noch bekommern midt keynerhande dingin, ane besondern orloub der stadth formunden. Dit ist das beschriebin recht unnd witpildesrecht.

X. Wol das gotshuser, die kirchin unnd die kirchoffe nymandes besondern sint danne gotis, so sullin und mogin er doch die luthe gemeynlichin in zcemlichin dingen midt gotis dinste gebruchen. Aber in der kirchin hat nymant keyn eigin stat wan der pherner, adder der seine stat vorstehedt, in sime kore unnd obir dem altar. Aber das die pharluthe gesoile besondern dorzu machin, das mues geschen midt willen und loube der kirchin formundin. Dasselbe ist os ouch umme kasten in der kirchin und die erthues uff dem kirchoffe, das mues alles gescheenn mit der bischoffe loube und der kirchinmeister vorhengkenisse. Dith ist geistliches unnd wertliches recht.

XI. Dye muren umme die stethe, die sint heylig gnant umme der befredunge willin. Die muren, graben, blangken, zeune, schlege, unnd was zu der stethe befredunge gehorith, torme, borgfrede und die thore midt denn phorthenn und derglichenn, die sint nymandes besondern erbe, und on ist frede geworcht von gotlichem rechte alss den kirchenn, das nymandt frevil doran begehin sal, noch sie wusten adder storme, und en die fryeheidt brechin, bie der hochsten busse; wan man lesset in den alden kronicken, das umme Rome eyn vorch midt eyme phluge zuerst gearn worde, unde der frede dorober geworcht, do Romulus und Remus sein bruder buwenn wollenn, und do vorgass sich Remus unnd rante doruber, unnd sein bruder liess ome umme den fredebruch das houbt abeslahen. Dit ist beschriebin recht.

XII. Uff den welden han ouch die stethe und die dorffe gemeyne erbe, das ouch bsondirn nymandes ist, do sie er vyhe hen triben; das sal ouch nymant wusten adder redelichin vorgrabin ane rechte notdorfft, ab en wilt wasser errete an sime erbe und desglichenn, her thu ess danne mit loube der formunden. Wer sich aber des wissentlichen underwindet und os erbeytet, mann mag oss ome zu uneren reythe, unnd mues oss midt geilthafftiger buesse wedderkeren; thud er es aber unwissentlichin, man sal oss ome gnediglichin wenden, wanne nymant erlos werdin mag danne mit willin, noch bueshafflig danne mit frevel, noch deme gottlichem rechte. [Faksimile]

XIII. In der gemeyne erbe haben die stethe und die dorffe, das sint die trencke, die borne, die rassenflecke, die holtz, die weide, die kalgoven, leymengruben, steyngruben, sandtgrabin und derglichenn, der mag zu dem rechten nymant gebruchin, der nicht in der stadt adder in dorffe beerbet ist. Dith ist das beschriebin recht undt stehet institut. libro secundo, titulo tercio.

XIV. Vorkoufft eyn goteshues umme seiner notdorfft willin adder sust seines bestenn, sein eygin, es sie arthafftig landt, holtz, winwachs, wessenn, adder ander erbliche guthe, das sal gescheen midt rathe unnd willen des gotishuses formunden und frunden, unnd welch man das danne kouffet, der sal ess nutzlichin unnd gantz kuntlichin bezcalen, ess werdet ome anderst widder abegeteylet, unnd wan her die bezcalunge also getudt, so sal en das gotishues gewerin vor alle rechte ansprache fierzcig jar und tag. Dith ist das beschriebin recht und stet beschriebin in autenticis c. primo.

XV. Vorkouffet eyn man eygene guther recht und redelichin eyme kloster adder eyme gotishuesse, her sal die guthe vor ledigin unnd frye machenn vor wertlicher gewalt, und dornoch also her bezcalith werdet, so sal her das closter adder das gotishues gewerin vor alle rechte ansprache driessig jare und dorzcu jar und tag, unnd ist das beschriebin recht und stet geschriebin de praescripcione triginta annorum, titulo primo & secundo.

XVI. Werden gewiehete hoffstete, do kerchen adder kirchoff vor jarin gewest sint, adder vorstolne erbliche guthe, holtz adder acker, wessenn adder garthen, adder welcherley erbe das ist, adder guthe, die man midt gewalt weder das recht und gerichte eyme vorheildeth adder vorhaldin hat, vorkouffet, wie wol die bezcalet werdin und wie kuntlich, so kan man er doch nummer ewiglichin gewerin. Dith ist das beschriebin recht und steth beschriebin in ff.

XVII. [EG. 12.] Vorkouffet eyn man deme andern erbliche gute, der sal her en werin jar und dag, das sint sechs wochin und eyn iar, ane rechte ansprache; her sal os ouch verkouffen mit seiner erbin jaworthe und mit vorzcegnisse seines weybes und seiner kinder, ab her die hath. Ist aber der kinder eyn teyl usserlandes, vor die mues her borgin setzen, und vor sie gewerin driessig jar und dag, ab sie indes nicht enkommen; quemen sie aber indes, sie mochtin vordern er veterliches adder mutterliches erbe mit rechte, und gewonnen des volge. Dith ist das landtrecht unnd ouch der stadt recht.

XVIII. [EG. 105.] Eyn iglicher borger der sal seine erbliche guther [Faksimile] adder erbliche zcinse, die in der stadt adder vor der stadt in erem witpilden sint gelegin, wedder klostern adder phaffen, wedemen adder spetaln, adder sichhusern, adder klussenn, weder bescheydin gebin adder vorkouffen ewiglichin zu besitzen, es gesche dan mit willen und vorhengkenisse der stadt formunden adder des rathes, und wer das obertretit, der sal an die stadt das geilt, do es umme vorkoufft ist, adder also vel also es werth ist, halb gebin, unndt zu buesse eyne marg darzcu. Dit ist der stad alde willekor und gesetze und werdet gehaldin vor er recht, wan die stadt anders zu vel beswerth worde.

XIX. Eyn iglichs erbe adder lehin adder eigin sal man von rechte nicht anders vorgebin, vorsetzin adder vorkouffen danne das erbe vor dem erbeherrin, das lehin vor dem lehinherrin, unndt das eigin vor dem gerichte adder schultissen.

XX. Welch borger erbliche guthe kouffet adder vorkouffet, sie gehin zu erbe von clostern, von phaffen adder von leyen, dorvon her jerlichin der stadt zu gewonlicher phlege stet adder stehin mues, der sal nicht vorder me zu erbegeilde dorvon phlichtig sein, dan nochdeme also die stad gefryhidt von den forstin ist: das ist der vorkouffer eynen schilling phennig und der kouffer sechs phennige, wie gut es sey.

XXI. Alle stete in unser hern lande gelegin die sogetane frieheidt: was lehinguthe adder freyeigin guthe eyn ingesessener unser hern borgir zu eme kouffet unnd wettet, addir wie her die midt erin und rechte irkriget, von welchin herrin sie zu lehin gehin, die mag her frye behaldin und er in aller fryheidt gebruchin, also sie die erbarn luthe, der sie gewest sint, gebruchet habin, do en nicht an hindern sal das gesetze adder gewonheidt des landes in keyne wiss, sundern die keyserliche gewalt erfullet ome des alle gebrechin. Diessse frieheidt hat gegebin keysser Karl der vierde des namen, unnd die vorsigiltin houbtbrieffe derselbin fryheidt haben die vonn Liptz uff erme ratishuse.

XXII. Es en sal nymant erbliche guthe, die gelegin sint in der stadt witpilde und schosbar sint, kouffen, her sie phaffe adder leye, her wolle sie dan vorschossin unnd mit allen dingen noch der stadt gewonheid und rechtin vorstehin also eyn ander borger. Dith ist witpildesrecht und der stat willekoer.

XXIII. Es en sal nymant erbezcinse vorkouffen adder vorsetzenn, her bithe sie alrest dem rathe und der stadt formunden an, ab sie die zu erin amchten kouffen adder wettin woldin; vorbricht aber ymant das, die stadt mag sich in die zcinsse legin, unnd der vorkouffer mues er das vorbuesssenn noch der stadt gesatztin buessse, das ist eyn marg Isennecher were. Dit ist der stat gesetze.

XXIV. Ab eyn zcinsman spricht, her gebe eyme zcins, her en [Faksimile] wissse nicht worummb adder wovonn, das mag on nicht behelffenn, wan zcins der unwissenheidt den vindet man in geistlichin adder in werttlichin rechte nergin, wan eyn iglicher, der do phliget zcins zu gebin, der sal von rechte wiesssen, weme her en gebin sal, und war her en reichen sal, und worumme her dorzu vorbunden sie, das her en gebin sulle. Dit ist das beschriebin recht und stehet u.s.w.

XXV. [LR. I. 54. 3] Ab der zcinsman des zcinses louknidt, der herre, deme der zcins geborit adder sein bothe, der das gut bestatidt, der mag den zcins bas so behaldin mit seime rechtin das sein der zcinsman glouben moge. Spricht aber der zcinsman, das her seinen zcins vorguldin habe, kan her das selbderthe warbrengen, die es gesehenn haben unndt gehordt, her genusset sein billiche noch rechte. Dit ist witpildesrecht und ouch der stadt recht.

XXVI. [Dist. I. 20. 1. ER. I. 32.] Krygen zwene ader drye umme erbliche gute, wer das under ome hat, der sal es behaldin, biss sie entscheydin werdin mit deme rechtin; weme es danne gefellet, dem sal er es antwortin. Hat her sein icht genosssen ober sein recht, das sal her ome dorzu gebin, hat her aber icht doran gewant, das mogelich und noth was, man keret es ome ouch billiche noch rechte. Dit ist witpildesrecht und glich denn geistlichin und ouch der stadt recht.

XXVII. [Dist. I. 20. 3. ER. I. 33.] Heyschet eyner an andern erbe von globedes wegin, das sal man haldin vor unrecht, es wer danne das es des mannes rechtin erbin gewillekort hettin vor gerichte, also das man es mit deme richter und mit den schepphen adder mit des richters brieffen irzcugin mochtin, so muste man das globede haldin. Dit ist witpildesrecht unnd ouch der stadt recht.

XXVIII. [Dist. I. 20. 4. ER. I. 35.] Vorgibet eyn man sein erbe, das ist unrecht, tudt her es an seiner erbin willin. Her mag ouch an sime suchtbetthe sein erbe nicht beswerin midt zcinsen und die ane seiner erbin willin ergin bescheyden; her mag an seime suchtbetthe nicht mer ane der erbin willin bescheydenn danne funff schillinge phennige der mynnern muntze. Dit ist wirpildesrecht unnd ouch der stadt recht.

XXIX. [Dist. I. 20. 7. ER. I. 37.] Hadt eyn man erbgut midt seinen brudern zu teylen, was gutis eme danne mit sime wibe wordin ist adder midt or gezcuget hat, das teylet her midt seinen brudern adder swestern nicht. Dit ist landtrecht, witpildesrecht und der stadt recht.

XXX. [Dist. I. 20. 7. ER. I. 37.] Brenget eyn mann noch seiner eildern tode eigin, erkrigin gut adder erbe, adder das ome mit seime weibe wordin, in der andern seiner geswistirde gut, das sal her also inbrengin mit guther kunschafft, midt des gerichtis adder des ratis brieffin [Faksimile] das her es mit rechte unnd ane nodt wedder von en moge brengin. Dit ist witpildisrecht und ouch der stadt recht.

XXXI. [Dist. I. 20. 8. ER. I. 38.] Had eyn man mit kunschafft also recht ist sein gut bracht in der geswistirde gute, wan sich danne die geswistirde teilin und ere gute scheidin wollin, so ist er frome und er schade er aller glich; dornoch so hebet her danne uss, was her mit kunschafft zu en bracht hadt. Dit ist witpildesrecht und ouch der stad recht.

XXXII. [Dist. I. 20. 9. ER. I. 39.] Brenget eyn man erbe zu seinen erbegegatin midt kunschafft, unnd seine formunde adder der hoffeman wel ome seinen acker mer besssern danne des andern erbe, des sal in dem rechtin nicht sein, unnd werdit her des erschuldiget, her mues es den andern erstatin noch gliche, adder mues sich des midt dem rechtin entslahin. Dit ist witpildesrecht und ouch der stadt recht.

XXXIII. [Dist. I. 20. 11. ER. I. 40.] Sundern die eildern eynes er kinder von en midt erme guthe, sie essin midt eynander adder nicht, wollin die gesundertin die ungesundertin noch der eildern tode anlangin, sie musssin en die teylunge mit erme eide wedderbrengin, womede sie abegesundert warin; was ouch dan wissentlich ist, do mogin sie nicht vorgeswerin, habin sie aber erbeteylunge vorlobit dovor vor dem gerichte, sie musssen es haldin, und des ist man sie nehir zu oberkommen, danne sie sich des entschuldigin mogin. Dith ist der stadt recht.

XXXIV. Had eyn man eyn wip, die sich fromelichin bie eme heildeth, unnd lesssit die gebrechin liedin, beswerit eme die sein erbe, unnd vorkouffet ome etwas, wan her nicht inheymisch ist, her mues es lossin, wol das hievor geschriebin stet, das keyn wib moge eris mannes gudt vorsetzin adder vorgebin ane seinen willenn. Hadt sie es vorkoufft midt kuntschafft, adder vorsatzt, und ere notdorfft bewieset, wel es danne er man nicht wedderlossenn, so her es weys, in jare und tage, her mues ummer darzu swigin. Orwiset her aber ehaffte nodt, her irfordert es wider, wel her sein recht darzu thun, der her sein nicht en woste, adder das her es von rechtir nodt in der zcid nicht gelossin konde. Dith ist witpildesrecht und ouch der stadt recht.

XXXV. Wer deme andern seinen acker, wingartin adder boymgartin erbeytit, adder anders was, das fruchte tragin, das sal her erbeytin also eyn guder ackerman adder gertener undt also eyn ander bederman, der sein eigin erbe pflidt zu erbeytin, unnd also man es zu rechte erbeytin sal. Thut her des nicht, desser des das erbe ist, der mag en darumme schuldigen, und bewiset her danne, das es nicht recht und wol [Faksimile] geerbeytet ist, her mues dorumme wandel thun noch gliche. Dit ist das beschriebin recht und stet institut. secundo libro & titulo primo.

XXXVI. Erbeytet eyner frommede landt und meynet, es sie sein, und so man die fruchte sniden sal, adder dovor, so erferet her, das der acker sein nicht ist: der herre des ackers sal sich der fruchte underwinden, und sal deme, der en geerbeytet hadt, seine koste und erbeyt legin noch bescheydenheidt, also frome luthe erkennen. Dith ist landtrecht und ist ouch der stad recht.

XXXVII. Erbeyt eyn man des andern lant in der meynunge, das es sein sie, und swigit der herre des landes etzliche zcidt darzu, und nemmet sich des nicht an, adder ist villichte usme lande lenger danne eyn jar, und gewinnet darnach seinen acker deme besitzer an, so ist her in dem rechten nicht pflichtig den nutz und den genies midt dem acker zu kerin. Hette her sich des ackers underwunde, unnd wuste wol das her sein nicht was, mag man on des oberkommen also recht ist, und thud her seinen eid nicht darzu, ab es eme erteylit werdeth, her mues deme des der acker ist, den nutz, was her sein genosssin hat, mit deme acker kerin, unnd seine erbeyt vorliesssin umme des vrevel willen, das her sich des underwant zu habin, und woll wuste, das her sein nicht was. Dith ist das beschriebin recht und stet institut. secundo libro, titulo primo.

XXXVIII. Ab eyn man lant vorlassen hadt umme korngelt, und kommet dan missewachs, ist her danne das korngelt von rechte schuldig zu gebene adder nicht? Desse frage vorantwort meister Heinrich von Merseborg, eyn meister des rechtis, und spricht also: ist das missewachs von wetters wegin kommen, und werdet also gemeynlichin eyn jar, so mues her das korngeilth das jar gantz bezcalin; werdet aber missewachs das ander jar darzu, so en darff her des in dem rechtin nummer gantz bezcalin, bis also lange das der missewachs eyn ende hat genommen; kommet aber der missewachs von des gebueres wegin, das her den acker vorsumet hadt mit erin und mit tungen, adder midt dem samen, undt mit andern dingen, die darzu gehorin, das her den acker verseumet hat, so mues her die gulde jerlichin gantz bezcalin. Dith ist das beschriebin recht u. s. w.

XXXIX. Ein gut, das eyn man zu erbe adder zu lehene von seinen erbeherrin adder lenherrin hadt, das vorlusit einer mit rechte in drierley weis. Zu dem erstin, wanne her das inne hadt iar und dag, das her es nicht enphet adder eme bekennen lesset. Das ander, ab es eme bekant ist unndt louknidt der zcinse darvon, wan her des dryestundt vermant werdit. Das derthe, ab her das gut under eynen andern herrin brenget und vorstelet es unnd vorloukent seines erbeherrin. Dith stet geschriebin in dem rechte C. t. expte. [Faksimile]

XL. Achte stucke sint von den eyn son in dem rechtin sein vetterliches erbe vorluset. Das erste ist, ab her seine eildern slehit und mit worthin obel handelt. Das ander, ab her sie vorlumunt und en an die ere redet. Das derthe, ab her sie vorhungert und en an der narunge und ander er notdorfft abezubit. Das vierde, ab her mit bosewichten und schelcken uffinberlichin wandirt und wel des umme seiner eildern willenn nicht lasssen. Das funffte, ab her seine stiffmutter adder seines vater amien besleffet. Das sechste, ab seine eildern gefangen werdin unndt wel der nicht lossin. Das siebinde, ab her das werit, das seine eildern vor er sele nicht gebin noch bescheydin mogin. Das achte, ab der son in eynen ungloubin vellit unnd eyn ketzer werdeth. Dith steth geschriebin in dem rechtin, ut habetur in alma q.

XLI. Buwet eyner eyn hues wissentlichen uff eynes andern mannes hoffstadt, das hues volgit mogelichin deme, des die hoffstadt ist. Hat her nhu das hues frevelichin doruff gebuweth, her vorlusset den gebu umme des frevels willin und das her ihme die hoffstadt entphrommedin wollde, und ist eme nicht darumme schuldig zu kerin. Wer aber den zcymmerluthen, den deckern, den erbeytinden luthen, und den andern wergluthenn er lon unbezcalit, das muste der bezcalin, der das hues uff seiner hoffstadt beheildeth; anders darff her keynerley me geilden dan unbezcalet lon von der erbeyt, die darzu gescheen ist. Und were das hues noch nicht gantz uffgericht, der es lies buwen, der mochte von der hoffstadt wedder holtz adder steyne adder keynerley, das daruffe lege, mit rechte vorkouffen adder dorvon lassen tragin. Had her aber das hues midt des wiesssenn und willenn gebuwet in gudem gloubenn, des die hoffstadt ist, so ist er eme schuldig seinen gebu abzulegin noch bescheidenheidt und noch glichin dingin. Dit ist das bescbriebin recht.

XLII. [Dist. II. 4. 1. ER. III. 27.] Mittet eyner eyn hues zu eyme zcinse eyn jar mynner adder mer, den zins sal her gebin zu rechtin zcinstagin, also in deme lande adder in der stadt gewonlich und recht ist. Thud her das nicht, so sal der herre, adder der sein bothe ist, phenden daruffe vor seinen vorsesssen zcins. Anders mag man nymanden ane gerichte gephenden, es trethe danne die stadt an, do die husunge inne ist gelegin, die mochte ouch one gerichte lasssen phenden vor geschoss, wach, bethe, und buessse, unnd desglichen, das die stete anruret. Dit ist witpildesrecht und der stadt recht.

XLIII. [Dist. II. 4. 3. ER. III. 28.] Loukent eyn herre sime miether adder hindersidele das ingedinge an husern, also an vasen, leytern, kasten, bencken, schencken adder anderme huesgerethe, so mag desselbin huses miter adder der hindersiedel sein ingedinge do mit beserme rechte behaldin eyn jar mit seime eide, danne es der herre mit sime [Faksimile] eide entredin mochte. Das machet, das es dem herrin darume nicht abegehidt; der mitter sal os ome ouch haldin also reynlich unnd gantz also ab es sein eigin were. Dit ist landrecht, witpildesrecht undt ouch der stadtrecht.

XLIV. [Dist. II. 4. 3. ER. III. 29.] Vormittet eyn herre erbliche gute zu jarin, acker, wessin, wingartin, hues adder hoff, adder hadt dorane erbezcinse, und loukent ome der zcinsman adder hindersiedel des zcinses, und spricht her habe en eme bezcalet, die bezcalunge mues her bewiessin midt fromen luthin, also recht ist. Spricht her aber, her sie eme nicht schuldig, das sal en nicht darzu behelffen; wan eyn iglicher her ist seinem zcins nehir zu behaldene uff seinen hindersiedel adder uff seinen zcinsman, wan es der zcinsman eme enkegin moge midt seime eide. Wan es ist wissentlich, das der zcinsman adder hindersiedil des herrin gut besitzidt und innehadt, her sal es ouch wissentlich machin, das her deme herrin seinen zcins bezcalet habe. Der herre mag aber uff en nicht mer behaldin danne eynen jarzcins, und was zcinses ober eyn jar gestanden hadt, do mues er en umme beschuldigin also umme ander schult, man mochte en danne des irzcugin mit gebethin gezcugin vonn willekor beyder parthie. Dit ist landtrecht, witpildes und stadt recht.

XLV. [Dist. II. 4. 4. ER. III. 30.] Had eyner eyn hues zu erbezcinse midt deme huesgerethe, das darzu gehoridt adder benant wirdet, wolde der zcinsman das ergirn, adder zcinse daruffe vorkouffen, adder daruss das huesgerethe, also brwgescherre adder anders was, das dorzcu gehoridt adder darumme gelasssin ist, adder sus holtz, tor, venster, treppen, steyne adder zcigil, die darzu gehorin, es enwere danne das her besssern gebw kuntlichin darmede thede an dieselbin husunge, adder wolde derselbin hoffereythe eyn teyl vorsetzen adder vorkouffen: das enmag her nicht gethun ane des willin, der den erbezcinse darane hadt. Dith ist landrecht, witpildesrecht unnd der stat recht.

XLVI. [Dist. II. 4. 5. ER. III. 31.] Had eyn man sein hues adder sein eigin vormitit, und vorkoufft her das darnoch, der kouff der thud die mithe ab; das ist der stadt recht. Aber noch landtrechte: wolde der kouffer den myter abetriebin, das mag her midt rechte also nicht gethun, wan her ist sein gedinge nehir zu bewiessin uff den heilligin zu eyme jarzcinse adder zu eyme halbin, nachdem also her es lang adder kort gemitet hadt zu behaldin, danne es eme der herre adder der kouffer gebrochin moge.

XLVII. [Dist. II. 4. 6. ER. III. 32.] Wel eyner phenden uff seiner gewer seines eigins, do her seinen erbezcins an hadt, und wol ome das der zcinsman werin, so sal her nehemen zwene seiner nackebuer dabie, unnd sal das also besetzen unnd mit en gezcugin, darnoch so neme [Faksimile] her den richter darbie in der gewere unnd phende; werit her danne das phandt deme, adder des gesinde, deme die phande geborin, so sal der richter zugriffenn unnd helffenn phenden, unnd wettet darumme deme richter eyn phundt phennige uff gnade. Dit ist noch der stad recht. Aber noch landtrechte so schrie her das gerichte an undt thu das geruffte und volge deme midt rechtin gecleiden, und werdet her fluchtig, so mag her ome wol volgin in das hues adder in eyn ander haws, abwol die husser noch keysersrechte unnd der forsten gemeynlichin in den frede gesatz sindt, umme das her von der widderstandunge keynen huesfrede gehabin mag, sintdemmale das her den huesfrede also selber gebrochin und vorletzidt had. Vindet ouch der zcinsherre in dem huesse adder in der gewere nicht das her gephendin moge, dornoch so mag her den wert und die wertin wol uffhaldin, wo her sie ankommedt, mit zwen nackeburen und mit dem fronebothin, undt ab es eme nodt darzu thud, her mag sie in seinen gewerin haldin und in fessern spannen vor seinen vorsesssin zcins.

XLVIII. [Dist. II. 4. 7. ER. III. 33.] Nymant magk ouch midt rechte vordern seinen zcins danne der, des her eigin ist, adder sein gesinde von seiner wegin. Were aber eyn man siech adder gebrechlich und hette keyn gesinde, szo mochte danne eyn frommeder man, wan her es bethe, wol phendin vor on, also doch das eme der richter das erloubet hette und die macht gegebin, mit wisssen zweyer bedermanne, diewile das her krang, adder gebrechlich, adder us deme lande were. Das ist landrecht, witpildesrecht und ouch der stadt recht.

XLIX. [Dist. II. 4. 8. ER. III. 34.] Hadt eyner seinen waynkasten, schunenbansen, adder kornlouben umme zcins vormitteth, und vorheildet man eme den zcins unnd beslusset die gemach unnd beheltenisse, das der zcinsherre darinne nicht gephendin magk, do sal her vor gerichte umme clagin unnd sal midt orteylen dornach fragin, wie her seime vorsessene zcinse moge nachkommen, wan her ome beschlossen sie in jenes gewerin, das her nicht gephenden moge vor den zcins. Werdet eme dan erteylet, her sulle es bewiessen, und bewiset her das danne midt zwen bedermannen, die bie der vormietunge sint gewest, so sal eme danne der richter midt denn schepphen und midt dem friebothen die gewere uffene, das er vor sienen zcins gephende moge, adder sust bekommen. Dith ist landtrecht, witpildesrecht und ouch stadrecht.

L. Had eyner eyne schunen adder in seime husse eyn gemach vormittet, das der zcinsman beslosssen hadt, und brichit das der zcinsherre uff an gerichte, ab her wol darinne umme seinen vorsassen zeins phendit, [Faksimile] so bricht her doch dem zcinsmanne sein gewere, und claget her es deme gerichte, der zcinsherre mues es gebuesssen noch rechte. Begehit ouch der zcinsman, ab her midt gerichte gephandt werdet, eynen fredebruch, ab eme das beheltenisse werdet geuffendt, der richter hadt seine wette uff deme, der es beslosssin hatte und mag zu hant wol phenden, nochdeme also deser vor deme zcins gephendt ist, und mag her nicht phandes bekommen vor seine wette, her mag wol anderswo phendin, wo her en gephendin kan. Dith ist landrecht, witpildesrecht und ouch der stadt recht.

LI. [Dist. II. 4. 9. ER. III. 35.] Wer umme hawszcins clagedt adder phendet, do er es zu rechte nicht thun sal, kommet das vor gerichte unndt werdet das zubracht also recht ist, her mues dorumb deme cleger busssen und deme gerichte wettin noch des gerichtes loufften unnd gewonheidt. Dith ist landtrecht, witpildesrecht unndt der stadt recht.

LII. [Dist. II. 4.10. ER. III. 36.] Wel eyner phendenn umme seinen hawszcins, sprichet jener, der den zcins geben sal, adder sein wertinne, sie wollin antworten vor das phandt, so lieden sie nicht mogeliche phandunge, unndt der zcinsherre sal das in deme rechten danne statten, unndt das antworthen sal ouch zu handt vor deme gerichte geschen, uff das nehiste gerichte zukunfften. Welcher under en danne seines rechtin vellig wordet, der mues deme andern busssen unnd dorzu deme gerichte wetten. Dith ist landtrecht, witpildesrecht und stat recht.

LIII. [Dist. II. 4. 12. ER. III. 37.] Mittet eyne frowe eyn hues, vor den zcins sal er elicher man midt er antworthenn unndt zu deme zcinse midt er vorbunden sin, ab her anders midt er gewonet hadt in der gewere. Dith ist landtrecht, witpildesrecht unnd ouch der stat recht.

LIV. [Dist. II. 4. 13. ER. III. 38.] Hadt eyn man guth, landt, wessen, garthen, haws adder hoff, welcherley das ist, do her korngelt, phenniggeilt adder andern zcins von phligt zu gebin, und wel er das gut ufflasssen vor den zcins adder uffgebin, das mag her thun, also das her deme herrin des guthes seinen vorsesssen zcins mede gebe unnd das ufflasssen ouch thu zu rechter tagzceidt. Das ist der stadt recht. Aber noch landtrechte ist oss also: wann der herre das gut von eme uffgenommen hadt, dannoch sal her doruffe sitzen eyn halb jar, das indes der herre das mit eyme andern besetzen moge; her besetze os indes adder nicht, so sal er ouch ane gedrangk und intrag von deme zcinsmanne das gut uffnehemen lediglichin, und was zcinses doruffe was vorfallin biss uff die zceidt, also es der herre von eme uffnam, den sal er ome unvorzcoglichen reichin; adder sal ome das eyn halbjar vor zw wiesssen thun, das her uff die zcidt ome sein gut wolle uffgebin.

LV. [Dist. II. 4. 14. ER. III. 39.] Haben mer luthe danne eyner eyn haus adder sust eyn ander gemach adder etwas anders gemitet noch [Faksimile] eynander, wer danne der erste gewest ist midt der mitunge, das her bewiessen kan, der beheildet sie unndt die andern musssen abetreten. Haben aber luthe midt eynander hues gemittet, die sullen die gemach des hawses glich teylin, und sullen danne dorumbe losssenn. Dith ist landtrecht und witpildesrecht, ouch dorzu der stadt recht.

LVI. [Dist. II. 4. 15. ER. III. 40.] Hadt eyner eynen teyl an eyme hawse adder an eyner huttin, her mag seinen teyl wol vorkouffen adder vorsetzen adder vorgebin ane der willen, der das ander teyl ist, es en were danne erbegut; were aber eyner, der es midt eyme hette, eyn erbe dorzu, so sulle man os ome zu wisssen thun, wolle her danne das geilt dorummb gebin, do her os ume wol vorkouffen mochte, so sal her os ome vor eyme andern gunnen, und wolle her os ome also nicht lasssen, her gewinet os ome midt rechte an, kan er das erwiessen, das er eyn recht erbe dorzu ist. Dith ist landtrecht, witpildesrecht undt der stadt recht.

LVII. [Dist. II. 4. 16. ER. III. 41.] Kouffet eyn man eyn gut adder erbe, welcherley das ist, und kouffet das midt aller seiner zugehorunge, ersucht und unersucht, sint doruffe zcinse vorsesssen, welcherley die sindt, biss uff die zceidt, das es deme kouffer uffgelasssin wert: der zcins geboreth deme, der das gut vorkoufft hadt, es enwere danne, das der kouffer in deme kouffe besundern die vorsesssen zcinse mede gnant unnd gekoufft hette. Dit ist landtrecht, witpildesrecht unndt der stadt recht.

LVIII. [Dist. II. 4. 18. ER. III. 42.] Vorsetzet eyner eyn haws, adder eyn bangk, adder eynes huses eyn teyl, adder gulde, adder anderswas desglichin, das en mag her nicht vorbass bekommern, her habe os danne gelost; her kan os ouch midt rechte nicht vormiethen, es werde danne weder uffgelassen und weder uffgebothenn unnd diessem weder frede doruber gewerdikeyt, nochdeme also in eyner iglichen stadt adder gerichte gewonlich ist; unnd dornach szo magk er es vorkouffen adder vorsetzen adder vormiethen, weme her wel. Dit ist landtrecht, witpildesrecht unnd ouch der stadt.

LIX. [Dist. II. 4. 19. ER. III. 43.] Welch man erbezcins uff seinen guthen hath adder uff andere lehingutin, den her jerlichin dorvon gibt, wie geringe der ist adder welcherley der ist, szo mag her in deme rechten vorbass doruffe keinen zcins mer gemachin wedder des willen und ane seynen orloub, der den rechten erbezcinss doran hadt. Dith ist landt recht, witpildesrecht unnd der stadt recht.

LX. [Dist. II. 4. 21. ER. III. 44.] Wel eyn herre vorwiessen seinen [Faksimile] zcinsman von seime guthe, der zu deme guthe nicht geboren ist, das sal er ome vor vorkundigen zu lichmesse, das ist zu unser frawen tage lichtwye. Dasselbe sal ouch der zcinsman thun, ab her das guth lasssen will. Dith ist landt recht. Sterbet aber der zcinssman, sein erbe tretit an seine stadt und vorzcinset ess unnd vorgildeth es, also os sein vorfar vorguldin solde habe. Sterbet ouch der herre, der man gibt den zcins deme, an den das gut erstorbin ist, unndt endarff ouch nymandes der sein gewere sie, denne seinen pflugk. Dith ist lantrecht unndt der stat recht.

LXI. [Dist. II. 6.1, 2. ER. III. 49, 50.] Was man gotheshusern adder den wedemen an geistliche lehin wil eygene, das sal gescheen nicht alleyne midt willen des rathes, ist es in eyner stat, sundern ouch mit volworthe der gemeynde, uff das man es also bestelle, das der stadt er recht unndt er pflege nicht abgehe, adder das man dokegin gnug thu mit gewiessen erbezcinsen, die der stat dynen, adder midt sogetanen andern dingen, das die stadt ewigen nutz adder fromen do von enzcehe. Dith ist witpildesrecht undt der stat recht.

LXII. [Dist. II. 4. 22. ER. III. 72.] Ab eyn man keynen lehenherren hath, noch seime tode, wer dan sein erbe ist noch lanthrechte, der nemmet dan sein vordyenethe guth zu deme leben, ist es anders vordyeneth. Dith ist lehinrecht, in deme lantrecht, unnd ist ouch statrecht.

LXIII. [Dist. II. 6. 3. ER. III. 51.] Was in witpilde adder in lantrechte uff pfaffen adder uff ander geistliche luthe eygins, erbis, adder zcinses vonn guthen irsterbet, das mogen sie wol innemen undt das gebrochen zu erme leibe unnd zu ere notdorfft, diewile sie leben; aber sint die guthe etwas redelich, szo sullen sie formunden haben, die sullin die guther vorstehin mit aller pflege kegin den herrin in witpildesrechte, kegin der stadt in statrechte, unnd kegin den voyten in landtrechte. Derselben guther mogin die pfaffen adder die geistlichen luthe keynes bekummern, noch vorkouffen, noch vorsetzen, an der erbin gloubede. Das ist das beschriebene recht.

LXIV. Sterbet ouch eyn man und lesset erben, die in eyner andern herschafft sint gesesssenn, unnd gefellet uff die eygen, adder erbe, adder zcinsse, adder erkriegenn szogetane guther, mit kouffe, adder mit geilden, adder mit pfandunge von gerichtes wegin, adder wie sich das machet, ab dye wole unvorsprochene frome leuthe sint, szo sullen sie doch die guther nicht lenger besitzen danne eyn jar; wan sie sullin dye in jare unndt tage an ander leuthe, dye mit guthern in der herschafft gesesssen sindt, brengen, sie wollin sie danne selber besitzen unndt wolden in die herschafft kommen. Dith ist lantrecht unnd witpildesrecht. [Faksimile]

LXV. [Dist. I. 44. 1.] Wan man ober eyn eygen frede werken sal, das sal man thun uff der gewere noch keysers rechte; abe noch landtrechte unnd noch witpildesrechte szo sal man es thun an gerichte und an geheygeter dingstat mit vorsprochen unndt mit orteyln, also des gerichtes loufft ist.

LXVI. [Dist. I. 44.2. ER. I. 76.] Wer eyn erbe vorkouffet, der sal es gewerenn jar unnd tag vor rechter ansprache, szo ist er danne ledig; es en sie danne das eynn, der her midt rechte angesprechin mag, sie ussewenig des landes, szo sprichet her es dornoch wol an, wan her heym kommet, nnnd vor den muss ouch dye wer danne bestehen die benanten zceidt. Dit ist landtrecht, witpildesrecht und ouch der stat recht.

LXVII. [Dist. I. 44. 3. ER. I. 77.] Vorkouffet eyn man eyn erbe, do her nicht rechtis an hat und des her ouch keyn formunde ist, und ab das eyner kouffet, undt es wol jar unndt tag in seinen geweren hat, das enhilffet on nicht, her mochte danne mit volkommen rechte bewiessenn, das es midt des willen gescheen were, des das erbe von rechte were. Wirt es danne angesprochen, so muess er danne bewiessen mit gerichte unndt midt den pflichten, die es gesehen und gehort haben. Dit ist landtrecht unndt der stat recht.

LXVIII. [Dist. I. 45. 1.] Keyn eygen magk man uffgelassen ane gerichte in lantrechte unnd ouch in witpildesrechte; abe in keyserrechte in des richis stetin, werdet do vor deme rathe icht gelassenn, globet, adder gegeben, adder bekennet man vor deme rathe icht, das sal man unnd muess es haldenn vor gerichte unndt anderswo, do man sein bedarff. Doch en ist des nicht also in sechsischer art, wan alle uffgelasssen eygin, gabe, unnd erbin globede, die sullen gescheen an gerichte, umme deswillen ab ymant hette darin zu sprechen von anfalle adder vonn schulde wegen, das dan eyner seines rechten nicht vorseumet worde. Dith ist landtrecht, aber der stat recht bestehet midt dem keyserrechte.

LXIX. [Dist. 1. 45. 2, 3. ER. I. 78, 79.] Wes guthes uff eynen geerbeth ist, das heysset sein erbeguth; das her gekouffet hat, das heysset sein gewonnen guth; in lantrechte unndt in witpildesrechte. Man mag keyn erbegut gelassen an erbe globede, das ist ane willen der erben, es en thu danne eyme libesnoth; in lantrechte unndt in witpildesrechte. Man mag es aber wol vorkummern unnd nicht vorkouffen ane erbe globede. Vorkouffet man es aber ane erbe globede, szo muess er es gewerin uff den heylligen, das es ome liebesnot gewest sie; wol ome aber der erbe seine notdorfft geben unndt ome sein schult geilden, szo [Faksimile] beheildet er dass erbe unvorkoufft unndt unvorsatzt unnde gebruchet sein. Dith ist keyserrecht, landtrecht, witpildesrecht unnd der stadt recht.

LXX. [Dist. I. 46.1.] Was eyner vorkouffet adder vorsetzet vom erbeguthin, von lehingut, adder vonn farinde habe, werdet das angefangit adder angesprochen, wer das danne hat vorkoufft, adder vorsatzt, adder hat globet davor zu antworthenn, der sal das vorantworthen und schadeloss haldin, unnd torste her des nicht thun, szo sal en das gerichte zu lantrechte unndt ouch das gerichte unnd der rath zu witpildesrechte darzu gebeyten, ab man das mit orteyln heyschet, her were danne vorfest midt der achte, undt dith ist ouch der stat recht.

LXXI. [Dist. I 46. 2.] Vorkouffet eyner erbguth adder ander gut, das vormals vorkommert ist, adder vorsatzt, unndt das ouch wissentlich ist, heyschet man das von deme der es vorkoufft hat, das her das entwere unnd eyne were dovor thun, adder heyschet das vonn seiner erbe wegin, das sal man thun vollenkommelichen. Dith ist lantrecht und ouch statrecht.

LXXII. [Dist. I. 46. 3.] Werdet eyn eygen ussgesatzt, das man bey jar unnd tage nicht wederspricht, das mag man dornach nicht wedersprechin, es enwere danne, das eyner uss deme lande were gewessen adder hette eyne ehaffte noth benommen, das man ouch bewiessen kunde also recht ist. Dith ist lantrecht, witpildes und der stat recht.

LXXIII. [Dist. I. 46. 4.] Weme eyn eygen wirt vorsatzt adder vorkoufft, der sal es vor gerichte uffbiethen vor dem richter unndt vor den schepphen unnd vor den dingluthen, unnd sal eme lassen frede doruber wercken also mit worthen. Der richter adder der fryebothe sal also sprechen: Hye Conrat, Hanns, adder wie her namen ist genant, hat vorkoufft adder vorsatzt Heinrichen also genant, also gethan eygen adder erbegut, welcherley dan das gut ist, das sal man benennen, das bith ich also nhu uff zu dem eynen mall, zu dem andern mall undt zu dem drytten mall. Spricht danne nymant zu der zcidt doweder, szo spreche her vort: Nhu nymant hye widderspricht, szo wercke ich Conradt gotesfrede und meyns herrin des lantgraffenn frede, das Hans hie hat uffgelasssenn unndt das hat Conradt hie an gerichte in seine billiche gewere bracht, unnd wer nhu kegenwertig ist unndt swiget, der muess ummer swigen, unndt wer ouch hie nicht en ist undt hirin zu sprechin hette, deme bescheyde ich vor das gerichte bie seiner rechtin jarzcal, und wer doruber swiget, der muess ummer swigen. Und darnach sal der, der die gewere zu ome genommen hat, deme richter unnd den schepphen gebenn er fredephennige, deme richter sechs pfennige, der eyner zweyer heller wert ist, undt [Faksimile] iglichem schepphen do eynen pfenning unnd deme fryebothenn eynen pfenning; unndt wel man das brengen in kuntschafft, in register durch jarzcal willin, sso gebe man dem gerichtisschreyber ouch eynen, das man doran recht adder unrecht moge erkennen. Unndt dith ist keyserrecht, landtrecht, witpildesrecht unnd eyn gut gemeynes recht.

LXXIV. [Dist. I. 46. 5.] Wer erbegut uffgegeben hat vor gerichte, der sal es dornoch halden drie tage unnd drye nacht, er her eme lesset frede doruber werckenn, unnd sal es dornach das der frede dorober geworcht ist besitzen adder sein bothe dry tage und drie nacht. Noch den sechs tagen hat her nicht mer rechtis doran von deswegin es nhu uffgebothenn ist, unndt dit ist keyserrecht; aber noch unserm lantrechte unnd noch witpildesrecht, uff welche zceidt eyn man vor gerichte der gewere abetretet unndt vorsachet, adder das gut also ufflesset, unnd vorzcuget sich des mit hant unndt mit munde, szo hat her sich geledigt der gewere des guthes gantz, undt dith ist ouch der stadt recht.

LXXV. [Dist. I. 46. 6.] Wer eyn erbe erworben hat von kouffe adder mit andern sachen noch witpildesrechte, und sich dez hat gewere vor gerichte unnd sich in die gewere hat wiessenn lasse, kommet dornoch eyn ander, unnd wel sich ouch lassen dorin gewere mit gewalt und ane recht, dem sal dan diesser volgen midt gerichte undt midt ruffunge, undt sal on midt rechten geclegedenn vorvesthen, unnd her sal dan sso keynen frede haben in hussinn noch in hoeffen, in kirchin noch uff kirchoffen , umme die thumheyt damede her diessseme sein gewere entweren wolde midt deme unrechtin, do diesser von rechtis wegin inkommen ist; und wel der vorfester man do widder usskommen, her muess das gebuessen glich also ummb eynen fredebruch kegin deme cleger unndt kegin deme gerichte. Dith ist keyserrecht unndt ist lantrecht undt witpildisrecht.

LXXVI. [Dist. I. 46. 7.] Hadt eyner eyn huss adder eynen teyl eynes hawses adder anderley erbguthe, unnd vorkouffet her zcins dorane er her das gut hat uffgebothen, unnd er her das gut in seyne rechten gewer hath bracht noch witpildesrechte, werdet deme danne der zcins mit rechte enzcogen von deme, der en gekoufft hat, darmethe irwerbet her alle das recht an deme eygenn, das jener hatte, deme den zcinss vorkouffte; aber dem das eygen ist unndt was, und der es vorsatzte, der vorlusset keyn recht darmethe, es enwere ome danne mit rechte angewonnen, unnd dith ist bewiesset in deme lantrechte, das also spricht: wer eme an guthe eyn ander recht zusaget, wen her vonn rechte daran hat, der vorlusset beyde rechte bilche daran, unndt er keynes sal eme zu hulffe kommen noch zu statin. [Faksimile]

LXXVII. [Dist. I. 46. 8.] Wer eynen geweren vorbrenget an erbeguthin, das under eme angesprochin ist, zcuhit sich danne der gewere vort an eynen andern gewerin, adder werdit die clage gefristet mit orteyln adder mit andern dingen, szo sal man das vorwiessen an gerichte zukommen unndt zu teydingen, ab es der richter adder der kleger heyschet mit orteyln, unndt dit ist lantrecht unndt witpildesrecht, undt seint sie nicht ingesessen borger, szo ist os ouch der stat recht.

LXXVIII. [Dist. 1. 46. 9.] Wer erbe adder farende habe hat in geweren von rechte adder von unrechte, den sal nymant usswiessenn, man breche ome danne alrest die gewere mit rechte unndt mit rechter clage. Das ist lantrecht, witpildesrecht und der stat recht.

LXXIX. [Dist. I. 46. 10.] Werdet eyme erbegut adder ander gut, welcherley das ist, vor gerichte in seine antworthe vorteylet, das her nicht gewerin mag, unndt seder icht gewelde daran ane gerichte, so ist es eyn fredebruch, unnd man sal ome umme volgin vort mit gerichte und mit rechte undt mit rechtin gecleyden, unndt dit ist lantrecht unndt witpildesrecht.

LXXX. [Dist. I, 46.11.] Vorkouffet eyner erbegut adder ander gut, der des keyne gewere hat, noch gewerin mag, das mues her lassen mit buesse und mit wetthe vonn rechte. Dit ist lantrecht, witpildesrecht undt der stat recht.

LXXXI. [Dist. I. 46. 12.] Vorkouffet eyner adder vorsetzet erbgut, adder ander gut mit unrechte, und wedderspricht das der des guthis erbe ist mit rechte, was der vorkouffer darvon genommen hat, das mues her widdergebin. Sterbit her aber er das geschidt, sein erbin musssen oss geildenn unndt widdergebin, unnd hyrnoch mogin die erbin vor die schult nicht gesweren, ist anders die sache vor gerichte gehandelt, unnd bekennet her adder hat bekant, das her das geilt adder das gut darvonn hat ingenommen, adder ist oss sust fromen leuthenn wissentlich. Dith ist landtrecht, witpildesrecht unndt der stat recht.

LXXXII. [Dist. I. 46.13.] Lesset eyner sein gut adder vorkumerth her oss, do seiner nehesten erbin eyner seinen willen hat zugegeben, dar nach der das volwort darzu gethan hadt eyner sippe nehir, wer der ist, der mag das nicht widdersprechin. Sint aber nehir erbin zwene adder drey adder meher, unndt willekorin sie das alle nicht, szo en mag jener das guth nicht gelasssen ane alleyne seine gewunnen guthe, die her selber erkriegin, vordienet, gekoufft. adder irworbin hat, die lesset, die vorkouffet, die vorsetzet her ane er allen willen mit rechte, adder gebet sie bie seime gesunden liebe, weme her will, unnd do mogin sie ome nicht ingelegin; undt dith ist keyserrecht, lantrecht, witpildesrecht unnd der stat recht. [Faksimile]

LXXXIII. [Dist. I. 46. 15.] Undt were eyn erbe irstorbin in witpilde uff eynen gast adder uff eynen burger, der enwegk gezcogin were, unndt hette das erbe hinder ome gelasssen, und eyn ander spreche, ome were schade dorvon gescheen, und wolde das erbe bekummern darumme, das ensal man nicht stathen, es were danne erclaget vor gerichte, er der besitzer des erbes enwegk zcoch, und das man oss ouch bewiessenn mochte, ab ess frevel adder unrecht were gewest, szo muste man das dorvon widder thu. Dith ist landtrecht.

LXXXIV. Ist das eyn man undt eyn wip gut mit eynander irerbeyten, unndt gewinnen eliche kinder, unnd die kinder sterbin en alle, szo mogin sie danne woll, bie gesundeme liebe, er erbe unndt gut, das sie irerbeit haben, vorkouffenn, vorsetzen adder vorgebin, ab sie wollin, ane der erbin willen und insprache eynes iglichin. Sterbet er aber eynes, es sie der man adder die frowe, szo en magk das ander danne, das do lebende bleibet, nicht vorkouffen, noch vorsetzen, ane des willen, der sein nehiste erbe ist, unnd ist er me dan eyner, die eme gliche nahe gesippe sint, midt der aller willen mues es gescheen; aber do man erbe teylet, do en ist des nicht. Dit ist keyserrecht, landtrecht, witpildesrecht unndt der stadt recht.

LXXXV. Godt der sprach also wedder die kinder von Israhel: dinen zcenden unndt dinen ersten fruchte saltu gothe opphern. Denn zcenden gibt man noch in Hesssen, an dem Reyne, in Wettereybenn, unndt in mannichen landenn zu den gotheshussern, unnd gotishauser haben ouch dormede etzliche lehin belehindt ummb der manschafft willen. Aber sancte Bonifacius, der dith lant bekorthe, der konde die Doringe nye zu dem glouben brengenn, her muste en den zcenden uff dem feilde wandeln in denn hundisten, unnd den nennet man nhu tetzman, das ist der zcende dez zcenden, und muste sie darzu vorheben des andern zcehenden von deme vyhe.

LXXXVI. [Dist. II. 5. 1. ER. III. 46.] Zcu sanct Bartholes tage sint allerhande zcinse unnd pflege vordinet; unnd zu sancte Walpurgis tage ist der lemmerzcehinde vordinet; zu unser frawen tage wortzwye ist der gensezcehende vordinet; zu sanct Johannes tage ist allerley zcehinde von fleische vordynet, do man mit pfennigen denn zcehinden abelosset, wan ouch das vyhe hat vorworffenn adder vorwerffet; zu sancte Margarethen tage ist der zcehinde vordinet, was do gemandelt ist unnd gestocket; an sancte Mertins tage ist winzcehinde vordynet; doch gibt man wynzcehinden an etzlichenn stethen unnd landen in den keiltern, wan her gepresset wirdet. Keyserrecht unndt landtrecht.

LXXXVII. Den tetzman gibt man aber also hie nicht vonn den fruchten, sundern her ist vonn alder gesatzt uff den acker, darnach das [Faksimile] der gewest ist unnd gut. Nymant hat acker in dem lande zu Doringen gehabt ane tetzman, her sie danne der gotishawser eygen. Das aber etzliche acker nicht tetzman gebin, das ist also kommen, das sie gotishuser ummb ire notdorfft habin, adder das dye erbarn luthe von den gotishawsern dormede umme der manschafft willen belehint sint wordin, adder das die ecker also lange wuste gelegin han, das er tetzman in vorgessenheyt kommen ist, adder er den kirchin mit gewalt vorhaldin wirth. Doruber so ist eyn iglicher von gottlichin unndt geistlichin rechte unnd ouch von keysserrechte den tetzman von seime erbe schuldig ierlich gothe und denn gotishawsern zu gebin, unndt mit dem besten gekorne also her doruff mit erst gesatzt ist wordin. Dith ist ouch landtrecht.

LXXXVIII. [Dist. II. 5.1. ER. III. 46.] Des mannes saedt, die er midt seime pfluge vordynet, die ist vordynet, wan die eyde ober das landt geferet. Der garthe ist ouch vordynet also her geerbeytet wirt adder gepflantzet. Geilt vonn mullen unndt von zcollin, und vonn badestobenn, verwehusin unnd steyngrabin unnd derglichin, der zcins werdet vordienet, wan er tagzceidt kommet zu jarin, zu halbin, zu vertil jaris, zu manden, adder zu wochin, dornoch das usgesatzt ist wordin. Der zcins ouch von den wingarthen, der ist vordinet, wan die tagzceidt kommeth. Dith ist landtrecht undt witpildesrecht.

LXXXIX. [Dist. II. 5. 2. ER. III. 47.] Beheildet eyn kint sein jarzcall vor dem zcinstage, szo hat es das gut vordienet, szo sal es dan uff nehemen: vorjerzcidt es sich aber also noch dem zcinstage, szo hat es danne den zcinss vorloren von deme guthe. Darummb wan eyn herre adder sust ymandt erbit uff eynes kindes halbin, boymgarthin adder krutgarthin, adder wingarthenn adder desglichin, und bekostigt die biss an sanct urbans tag, also her zu rechte pflegin unndt warthin und erbeytin sal, szo nemmet der herre, adder der sie also geerbeyt hat, von rechte die fruchte darabe. Dith ist lantrecht.

XC. [Dist. II. 5. 3. ER. III. 48.] Hadt eyner des kindes lant lassen besewe er dan es sich beieret, der herre beheildet die saedt unnd die stuppeln, adder ab es nhu wingarthenn sindt die winphele, ab sie in der erdin stehin an den winstocken. Her ensal ouch keyn holtz des kindes lassen houwenn adder grass abesneyden, ab sich das kindt beierit. Beierit sich aber das kint vor der saedt, der herre hat vorlorin sein erbeit und das kindt gildet ome nicht, also tuth ouch der herre deme kinde noch des kindes erbin, wanne her das ane das angefelle nymmet. Und dith ist lantrecht und witpild.

XCI. [Dist. I. 44. 4.] Eyn kint, das zu seinen jaren nicht kommen ist, das mag wol eynen formunden haben, unndt mag ouch wol vorkouffen adder vorlasssen sein erbe mit seines formunden willen und seiner erbin, [Faksimile] das her, noch das kint, darnach nicht wedderruffen mogin, wan seine formunden noch seine erbin das nicht widdersprechin zu rechtir zcidt, also sie ess zu rechte thun soldin. Dith ist keyserrecht, landtrecht unnd witpildesrecht unnd der stat recht.

XCII. Dye eildern mogin eren kindern woll formunden gebin, die in erin jarin sint, ane allerhande hindernisse unnd widdersprache der geborin moge, unnd ouch widder den willen der kinder. Dith geschriebin in dem wertlichenn gemeynen rechte institut. u. s. w. und die formundin, die also vonn den eildern redelichin gekorin werdin, die dorffen nicht vorwissen den schadin der kinder. Das ist gesatzt durch des glouben willen, den die eildern zu en hattin, do sie die formundin satztenn. Dit stet geschriebin institut. de satisdatione tutorum. Aber die formunden, die gekorin sint, die musssen vorwiessen unnd rechen von den guttern der kinder vonn jare zu iare, unnd mogin noch ensullen das den kindern nicht unpfleglichen vorthuen, und was sie also vorthan han, das sullin sie en geildin, Werin ouch die mage in zweytracht gewest mit den eildern, do sie storbin, szo were in die formuntschafft zumale gantz von rechte vorsagt. Dith ist keyserrecht unnd das gemeyne beschriebin recht.

XCIII. Ist die muter ere kinder formunde, die under erin iarin sint, wan sich die vortruwet eyme andern manne, so ist sie alsobalde der formuntschafft beroubet. Dith stet gescriebin ex. de aP. unnd ist das gemeyne beschriebin recht unnd ouch der stat recht.

XCIV. Nuen sache sint dovon eyn frowe er lipgedinge vorlusset. Die erste ist, ab sie von deme erbe, das er gedinget ist, fruchtbar boyme lessset hawin, und das erbe wustet ane lowbe der erbin; es enwere danne das sie besser boyme an die stat pflantzen liesse. Die ander ist, ab sie luthe von deme guthe wiesethe, die zu dem guthe geborin sint. Die derthe, ab sie das gut uss den gewerin liesse in frommeder luthe hende, domethe sie os vonn dem rechtin erbin brechte; aber formunden mochte sie wol doruber han, sie thu es danne wedder in rechtir zcit, wan sie dorumbt geschuldiget wirdt also beschriebin stehet 1. I. c. XXI. Dith ist landtrecht. Unnd das lipgedinge sal ouch gegebin sie also recht ist, das lehin midt der lehinherrin willen, das erbe midt der erbeherrin globeden, undt das eygin vor dem gerichte. Die fierde sache ist, ab sie das riche vorrithe. Die funffte ist, ab sie er ee breche, das man das offenberlichin bewiessen mochte adder wissentlich wurde; dowidder dith recht nicht sein sall, das also in deme lantrechte luthit: eyn wip die mag mit unkussheit ires liebes ere wiplichin ere krencken, aber ere recht [Faksimile] vorlussset sie dormede nicht, noch er erbe; dith sal man vornehemen von eyme ledigen ungemanten wybe, dith ist ouch nicht zu vornehemen ummb lipgedinge sundern ummb erblichin anfal. Die sechste sache ist, ab sie wissentlich erme manne des thodes gerameth hat. Die siebinde ist, ab sie mit eyme frommedin manne alleyne batte in eyme vassse, ane eris elichin mannes willen. Die achte, ab sie des nachtes unerlichin usse blebe, es enwere danne das sie er man ussschluge des nachtis unnd wolde sie in deme husse nicht lasssen. Die nuhende ist, ab sie ane des mannes willin lotternde worde, also eyn lirern, coclenern, unrethern unnd desglichin. Dit ist ouch das geschrieben gemeyne recht unndt stehet in auctentic. C. ut liceat.

XCV. Sechs sache sint, do eyn man seine medegifft, die ome mit seime wibe wordin ist, vorwercket und mit dem rechtin vorliessen mag. Das erste ist, ab eyn man das riche vorrethet. Das ander, ab her des riches schadin mede weys unndt nicht warneth. Das derthe, ab her seines wibes todt wissentlichin ramit. Das vierde ist, ab her sein wip unerlichen vorlichin wolt. Das funffte, ab er sie mit unkuscheyt beluget, unnd sie erloss wolde machin unnd das nicht bewerin mag. Das sechste, ab her eyn ander wip pobin sie in soime husse hilde, unnd das nicht lassen wolde. Dith ist das beschrieben gemeyne recht und keyserrecht.

XCVI. [Dist. I. 45. 1.] Wer erbe und eigen ansprechen well, der sal es thun mit gerichte. Was man anders anspricht, das hat keyne macht, unnd heyst nicht angesprochin, und der ansprach ist nicht zu volgin, das sie ymande zu schadin moge kommen zu seime rechtin. Dit ist lantrecht, witpildesrecht unnd ouch der stat recht.

XCVII. [Dist. I. 43. 2.] Weme man eyn gut anspricht, adder das eme nicht recht geeygent ist, unnd das jar unnd tag in seiner wer gehat hat ane rechte widdersprache, das beheildet her mit seines eydes hant uff dem stabe, diewile her nicht lehin noch die gewere beludt hat. Belutit her aber die gewere, szo mues her sie selbsiebinde behalde; belutit her aber lehin, szo mues her die selbdritthe behalde. Dit ist noch lantrechte unndt noch witpildesrechte. Czuhit her sich des an das gerichte, hat her daz danne denn richter mit zwen scheppen, szo endarff her keynen eydt thun. Were oss aber an deme gerichte irstorbin, adder wie oss were, das man der schepphen nicht gehabin mochte, szo bewiesse her es selbsibinde der ingesessen luthe in deme gerichte, also recht ist. Dit ist alles lantrecht unnd witpildesrecht.

XCVIII. [Dist. I. 43. 3.] Wer eyn erbe behaldin wel, das her gekoufft hat, adder vor gerichte enpfangen hat, der lege die finger uff die [Faksimile] heilligin adder uff den stab, unnd der eydt sal also gereicht werde: das ich das eygen adder das erbe mit sogetanen geilde gekoufft han, und das geilt sal her benennen, das ich in meyne gewere bracht midt dem richter unnd mit den schepphen unnd mit den dingluthen, unnd mit orteylen, und habe des meyn fredepfennige geben, unnd habe das dornoch ober jar unndt tag in meyner rechtin gewere gehat, also myr god helff unnd alle heylligin.

XCIX. [Dist. I. 14. 4.] Well her erbgut behaldin vor das es en anirstorbin ist, der eydt sal danne also gehin: das dit gut adder gelth, adder welcherley es ist, das myr anirstorbin ist unndt also in myne were mit rechte komment ist, das myr got also helfe unnd alle heylligin. Dith ist lantrecht unndt witpildesrecht.

C. [EG. 41.] Welch man erbgut hat in seinen nutzlichen gewerin von eyme herrin, der man mues es woll behalden uff denn heylligen vor sime herrin, wan her es seime herrin vorguldin hat. Dith ist witpildes unnd der Stadt recht.

CI. [EG. 5.] Wer gut hat von eyme herrin und lowkent sein der herre, das mag der man seinen herrin oberkommen mit seinen mannen und midt andern bederffin luthin, und der herre sal den man weder gewerin in sein guth unnd sal ome seinen schadin ussrichtin zu rechte. Dith ist landtrecht und der stat recht.

CII. [EG. 13.] Wo eyn man lith an seime lesten ende, hat her erbe adder guth, das enmag her nicht vorgebin ober sein bettebredt an der erbin willen. Sint aber die erbin do kegenwertig unndt swigin darzcu, sie musssen vort ummer swigin. Dith ist landtrecht, aber noch der stat recht sullin sie er joworth dorzcu thun, wanne nymant seine eldern danne irzcornen sall.

CIII. [LR. III. 32.] Seget sich eyner frey und eyn ander spricht her sei sein eigin, also das her sich ome zu eygin gegebin habe, das mues jener wol unschuldig werdin, ess sie danne vor gerichte geschehin. Spricht her aber, her sie sein ingeborner eygin, her mues en uff den heilligin behaldin selbsiebinde seiner moge adder worhafftiger luthe. Mag aber diesser seine frieheydt selbsiebinde behaldin, die seine mage sint, drye von seime vather und drye vonn seiner mutther, die vorlegin allen gezcugk, und wer ouch die gewer hat von eyme manne, der mues en midt merem rechtin enzcihe danne jener, der sein darffit. Dith ist landtrecht unndt witpildesrecht.

CIV. [ER. III. 86.] Tuth eyn man lant uss wol besaedt, das man eme das wedder besaedt sulle antworthin, zu welcher zceidt der in deme [Faksimile] jare sterbit, man sal es den erbin widder besaedt antworthin, wan her en nicht lenger gewerin mochte, wan diewile her lebethe. Die erbin sullin ouch von der saedt szogethan zcins adder pflege gebenn jeme, an den das gut gehorit, also man jeme solde, der os uss thet, wan es sein selbis pflug nicht beging, do her starb. Dith ist lantrecht unnd der stat recht.

CV. [Dist. I. 47. 8, 9. ER. I. 80.] Eyn wip en mag an eris mannes willen wedder lipzcucht noch zcinsgut gelassin noch vorsetzen, es thu er danne liebesnoth, also hyvorin dem XXIV stucke geschriebin stet; unnd tut sie das, wer danne das gut inne hat, der sal den genies vonn rechte widder kerin. Dasselbe ist es, ab sie varindes gut vorkoufft ane notdorfft, unnd der doruff gelegin hat, der mues seinen schadin vorclagin, darumme das her es widder recht genommen hatte. Thudt es er aber noth, das sal die frowe deme gerichte kunt thun und sal zu denn heilligen swerin, das sie des zu eris libesnot nicht enperin mochte, so mag sie es vorkoufen adder vorsetzen, unnd er man der mues es ledigin, ob her wel, unnd der doruff gelegin hat, der blibet des wol ane wandel. Dith ist eyn gemeyn gut recht, keyserrecht, lantrecht, witpildes und stat recht.

CVI. [Dist. I. 47.10.] Enwerit eyn man seime wibe eris gutes icht, und lesset er ere notdorfft nicht, nemmet dan das wip eris mannes schult icht zu ere notdorfft, der ist der schuldiger kegin erem manne ledig, wan der man und das weip keyn gezweyet gut nicht enhan, ab sie das bewieset mit rechte. Dit ist lantrecht, witpildes unndt ouch der statrecht.

CVII. [Dist. I. 47. 11. ER. I. 82.] Gebet eyn man sime wibe erbegute, das vorsetzet her wol adder vorkouffet es zu seiner notdorfft, also das her bewere mit sime eide, das es seine rechte notdorfft sei gewest; mag man aber bewiessen das seines liebes notdorff nicht sie gewest, szo enmag her das nicht gethun. Das selbe enmag ouch das wip, ab er er man die notdorfft nicht en gibt. Dith ist lantrecht unndt ouch stat recht.

CVIII. [Dist. I. 48. 1.] Hadt eyner erbegut, do eyn ander lipzcucht ane hat, das gut erbet her uff seine nehisten erbin, wan her gesterbit, und jener der beheildet seine lipzcucht glichewol daran. Das ist keyserrecht, lantrecht, witpildesrecht und der stat recht.

CIX. [Dist. I. 48. 2. ER. I. 83.] Werdet eyn phaffe geteylet von seinen erbin adder geswistirdin mit seinen erbegutthin, der en mag her nicht gelassin, wedder vorkouffen, noch vorsetzen, adder vorgebin ane der erbin willen, adder ane erbin globede, sundern seinen liebesnot, ab er die bewiset. Do das nicht wedder sein sal, das hye vorgeschriebin stet, wo sich geswistirde teylin, das eyn iglichs das seine thun moge, war es wolde; das ist zuvorstehene den leyen, die sich dormede [Faksimile] bewiebin und kouffschlagin; aber die phaffen mogen des nicht gethun und ist ouch dorumme, das die phaffen gebruchin geistlicher lehin, das sie des erbes nicht also wol bedorffin erin erbin zu entpfrommeden. Aber eyn phaffe mag wol sein erbe vorkouffen adder vorsetzen, weme her well, zu seime libe zu eynem mal ane seiner erbin willin. Dit ist lantrecht, witpildesrecht und ouch der stat recht.

CX. [Dist. l. 48. 3. ER. I. 84.] Vorkoufet eyner eyme phaffen, adder eyme begebin manne, zcins adder geilt an erblichin guthen, wan der gesterbit, der also zcinse zu seime liebe doruffe gekoufft hat, es were phaffe, monch, adder leye, darnach sal es widder gefallin an den, der es vorkouffte, adder an seinen nehisten erbin und das mag eyn gerichte mit den schepphen adder eyn rath adder voyt wol vorschriebin. Abe zu voreygene adder ewigin zcins doruffe zu machene, dorvon es den rechtin erbin ane erbe globe entzcogin mochte werden, adder das eyner gemeynde er recht adder er nutz doran mocht engehen, adder eyme herrin dinst, adder die herschafft: das sal wedder der voyt noch das gerichte noch die stat bestetigen ane der aller willin und volge die es angeruren magk. Dith ist landtrecht, witpildes und der stat recht.

CXI. [Dist. 1. 48. 4. ER. I. 85.] Man sal in deme witpilde weder pfaffen noch geistlichin lutin, noch gestin, erbegute noch zcins guthe an erblichin guthin voreygene, das in der stete witpilde unnd gerichte lith, unndt darzu sal wedder das gerichte, noch der rath, loube gebin. Man mag en wol eygene zu pfande setzenn wedder zu lossene, adder eyme eyne lipzucht darane zu machene, adder zu vorkouffene, also doch das doruber formunden an gerichte yme rechtin werdin gemacht, die in deme witpilde gesesssen sint, die der stat unnd deme gerichte rechtis dovon pflegin, wan sich das gebort. Dith ist lantrecht, witpildes unnd der stat recht.

CXII. [Dist. I. 48. 5.] Es en hath keyn rath noch keyn gerichte macht, brieffe zu gebene ussewennigen luthin, weder ober erbe noch ober eygin, darummb das widder gerichte adder rath eris rechtin noch pflege nicht woll gewarthen kan; wan sundern den, die in witpilde sitzen, den mag man wol abekouffenn unndt vorkouffen, und brieffe gebin unndt kuntschafft, unndt er sache beschriebin in deme rathe adder an dem gerichte, wie daz noth thudt, unndt das sal alles mit gezugen beschriben werde. Dith ist lantrecht, witpildes unndt der stat recht.

CXIII. [Dist. I. 48. 6. ER. I. 86.] Eyn iglicher inkommender man magk in witpilde eygin unndt erbe entphaen, der nicht rechtloss ist, unnd [Faksimile] das ist also recht noch der stat rechte, also her rechtir pflege dorvon thudt und thun wel. Das ist aber in lantrechte unndt in keysir rechte nicht; do enpheet eyn iglicher man erbe und eygin noch seiner geburth und beheildet doch wol sein recht.

CXIV. [Dist. I. 48. 7. ER. I. 87.] Was erbe antretet, das von geborth wegin nicht mag entredit werde, das sal man in lantrechte gehin uff die kuntschafft. Was denne der merer rath in der kuntschafft spricht, das sal man volgin, und die sullin er eyde darzu thun. Aber noch witpildesrechte unndt noch der stat rechte ginge man der sache uff denn rath zu der kuntschafft, unnd was eme danne der rath dorzu spreche, des endorffte her nicht swerin danne bey seyme vordirn eyde, den her der stat pflichtig ist zu haldenn vonn seiner eildern wegin, adder den her seime herrin und der stadt adder bsondern zu dem rathe unnd der scheppenstule selbir vor gethan hat.

CXV. [ER. III. 77.] Wer do erbeytet eynes andern mannes lant unwissentlichin, adder das es eme eyner gethan hat, der nicht rechtis zu dem lande hat, werdet her vonn deme, des das lant zu rechte sein sall, geschuldiget, diewile er es erit, unnd erit her es furder, sein erbeyt vorlussit her daran, aber jener, der es ome zu erbeytin gethan hat, der sal eme den schadin irfullin. Besewet her es unnder der clage, her vorluset seine erbeyt unnd seinen samen daran. Was aber eyn man beseuweth unbeclaget, her beheildet die saed, ab er wol mit gerichte von deme lande geteylet wirt, und gibet ome seinen zcins dorvon noch gliche unde bescheydenheyt, der das lant gewonnen hat, unnd snidet uff dasmal die fruchte in. Dith ist der statrecht. Irferet er es aber zcitlichenn unnd weys, das der acker sein nicht ist, szo ist anders, also hievor in dem XXXVI stucke geschriebin stehet.

CXVI. Hadt eyner erbguthe vonn eyme herren, unndt entpfrommedet ome die, es sie mit bescheydene, vorsetzene, vorkouffene adder vorgebene, adder in wellicher weys das geschit hinder deme erbeherrn, her vorlusset das erbe, und der erbeherre underwindet sich des mit rechte, unndt kommet an des erbin nummermer, der es ome entpfrommedt hat. Dith ist geschriben u. s. w.

CXVII. Es vorlusset eyner sein lehinguthe unnd das recht dorzu in dryerley sachen. Zu dem erstin: sterbt der herre, unndt komet danne der das lehin hat, unndt entphet es nicht in jare unndt in tage vonn den erbin, adder bethet es vonn on nicht, szo hat her das lehin vorlorin. Du ander ist: kommet eyner nicht vor die erbin seines erbherrin, wan der gesterbet, unnd swerit unnd globet en, ab sie des mutende sind, szo [Faksimile] hat her aber die lehin vorlorn. Das derthe: hat her seime lehinherrin, wer der ist, globet unndt gesworin, unndt thut er denne widder die geswornne truwe, die sein lehinherre vor an eme nicht gebrochin hat, szo vorlusset her sein lehinguth, unnd es ruret ome darzu sein ere; magk her aber bewiessen, das sein lehinherre vor an ome gebrochin hat, unndt hat sich des ouch vor erclagt, her blibet bey seyme lehin und bey den erin. Dith ist das keyserrecht unnd das beschriebin recht unndt stet u. s. w.

CXVIII. [Dist. I. 32. 2.] Eyn iglicher man, der magk wol seines rechtin guthes anig werde mit rechte, ab her es vorkouffet, adder vorsetzet, adder ufflesset, adder vorgehet kegin seime herrin, ab es ome vorteylet werdeth mit lantrechte, adder in wellicher weysse es eme unbezwungen abgehet, szo ist doch die were gelost mit rechte, unndt dorumme szo en mag nymant seine gewere abegezcuge ieme, der die gewer hat, sie entwerde ome danne abgewonnen, do her zu antworthe stehin, adder werde dorummb beclagt, adder geladin also recht ist zu dren gerichten. Lantrecht.

CIXX. Wan du sneidest deinen acker adder lessest deinen wingartin, szo en saltu es nicht alzcu reyne uffsegin adder nachlessenn, sundern arme luthe, die sullin des gebruchin; unndt entphellet der fruchte ymande, adder werdet do etwas vorgessen, das stehende, hangende adder liegende bleibit, das ist midt rechte der armen unndt sie sint nymande dorummb pflichtig zu antwortin, man sal es en ouch nicht widder nehmen. Dith ist eyn gottlichs recht undt stehet geschriben Deut. XXIV.

CXX. [III. 85.] Wer des andrn korn uff dem feilde sneydet, unndt wenet, das es sein korn sey, adder seines herrin, des knecht adder snether her ist, ist nhu das korn riffe, szo missethudt her nicht daran, also das her es nicht heymfure, ab er des innen werdit, das es sein nicht ist. Aber seine erbeyt sal ome der lonen, des das korn gewest ist, adder sal ome adder seime herrin, des snether her ist, also vel widder lasssen sneyden. Ist aber das korn nicht riffe gewest, szo muess er deme seinen schadin dorummb legin, deme her korn gesnethen hat, adder der, der den sneter doran gewist hat. Dith ist lantrecht, witpildesrecht unndt ouch der stat recht.

CXXI. [Dist. II. 10. 10. ER. III. 79.] Wer unrechte wege feret ober gewonnen lant, vonn iglichem rade sal her gebin eynen phennigk, eyn ritender man eynen halbin pfennig, unndt sullin dorzu den schaden geilden, ab do saedt uffe stehet, unnd dorvor mag man sie wol pfenden. Werin sie aber die pfant wedder recht, man bestetiget sie midt dem [Faksimile] gerichte, szo mussen sie danne dem gerichte buessenn mit dren schilling pfennigenn unnd dornoch pfandesrecht thun. Dith ist lantrecht.

CXXII. (LR. II. 28.] Wer ober ungeerbeyt lant ferit, es en sie danne eyn geheiget wesse, her blibet des wol ane wandel unnd ungepfandt. Dit ist der stat recht.

CXXIII. Wer holcz howeth in andern mannes holtze, adder widin in seime widich, adder desglichin, adder snidet ome grass abe uff seime erbe, do her es geheiget hat, adder vischet ome in seime wassser, sein wandel seint dry schillinge pfennige, unndt sal ome dorzu denn schadenn lege. Vischet her aber in tichen, die gegraben seint, adder howet her holtz, das gesatzt ist, adder obesboyme, adder grebet her steyne uss, die zu maelsteyn gesatzt seint, her muss drissig schillinge pfennige gebin, unnd vindet man en an der stat, man muss on wol uff haldin vor den schaden ane des richters orloub. Dith ist lantrecht.

CXXIV. [(ER. III 72.)] Lesset eyn man sein korn usse stehenn, wan alle luthe er korn habin inbracht, werdet es ome dan zufurt undt geetzet adder vortretit, man endarff es ome nicht geilden, noch keynen wandel dorummb thun. Dith ist statrecht. Dasselbe ist es ummb ander fruchte zu feilde.

CXXV. Es en sal nymant sein obes lossen hangenn in eynes andern mannes garthin; her sal sine boyme mit erin esten in seime garthenn behalden, adder sal die zcelgin abehowen, es wolle ome danne sein nackebur gerne vortragin. Was obes danne in seinen garthen hanget, das ist vonn rechte des halb, in des hoffreythe ess hanget, unnd das ander halbe teyl ist des, in des garthen der boym stehet. Es sal ouch keyn boym mit seinen zcelgin hangen ober eynes andern mannes dach, uff das ome nicht dorvon gesche mit deme winde unndt von den blettern, die das gerynne stoppfen, unndt licht unndt luft ome werin, her wolle es denne ome gerne vortragin. Dith ist lantrecht und der stat recht.

CXXVI. [ER. III. 24.] Eyn iglicher sal seinen teyl hofes befredin kegin seyme nackebuere, unndt wer des nicht thudt, geschiet dorvon seime nackebur schadin, den man bewiessen mag, den mues her geilden. Geschiet ome ouch selber uss seines nackebuers hoffereyte schade, den mues her vortragin, unnd sein nackebuer ist dorummb nichtes pflichtig, her mochte en den des oberkommen, das her des mit mutwillen gerameth hette adder vorhenget. Unnd wan her sich befrieden wil, szo sal her seinen nackebur darzu nemen, und sal in seiner kegenwertikeit seine swellin lassen legen, adder seine zunstecken lassen sticken, unndt magk her sein nicht kegenwertig gehabin, szo neheme her dorbey zwene seiner mage, adder zwene er beyder nackebure; unnd ist danne eyn zun, [Faksimile] szo sal her die stertzen adder stemme an den gerthen in seinen hoff kerin, tuth her des nicht, unnd komet es, das sich eyn kint adder eyn vyhe vorwundet adder vorlemet dorinne, her mues den schaden geilden. Dith ist landtrecht, witpildes unndt der stat recht.

CXXVII. [ER. III. 84.] Wer malboyme adder malsteyne uff dem feilde adder zu den wingarthen setzin wel, der sal dorzu nehemen die beyderseyth landt adder weynwachs adder desglichen daran habenn; werdin uneyn doruber, szo nemen die dorzu, die des feildes kuntschafft wiessen. Dasselbe ist es umme die boyme zu setzenne. Dith ist landtrecht, witpildesrecht. Dith selbe ist es umme die malreyne und die malgrabenn. Dith ist der stat recht.

CXXVIII. [ER. III. 23.] Flichtet der hoppfe in eynes mannes garthen ober denn zun kegin seime nackebure, wer dan die wortzeln in seime hoffe hadt, der griffe ober den zun, so her verrist mag, unnd zcyhe den hoppfen bramen, was eme danne volgit, das ist sein; was do andersit blibt, das ist sein; was do andersit blibet, das ist seines nackeburs. Dith ist landtrecht, witpildes unndt der stat recht.

CXXIX. [ER. III. 14.] Wo eyn gebelmure, adder sust eyn hoch mure stehet zuschen zwen husern, die sal nymant abebrechin, sie stehe in dem gebw adder ussewennig dem gebaw, her wolle dan eyne bessere dar machin. Es en sal ouch nymant muren nidderbrechin, die umbe seine gehit, her wolle sie dan bessern. Es en sal ouch nymant eynen keller noch born ussbrechin, ab her wol uff eyner wusten hoffstat stehet, her sie dan gantz vorstorbin unndt allerdinge eingefallin. Dasselbe ist ouch ummb ander gewelbe, muren, trebergrubenn unnd derglichen. Dith ist der stat gesetze unndt recht.

CXXX. [LR. II.51.] Alle genge adder gemach, undt die sweynkobin, unnd die offen, die sullenn zu dem minstenn vonn seines nackeburs hoffreyt stehin drie fusse noch deme lantrechte. Si sullin ouch kegin eynes andern mannes hoffredte bewerket sein biss uff die erdin. Dith ist landtrecht unndt witpildesrecht. Aber noch der statrechte szo sullen die gemache pober der erdin nicht stehin dan neun fusse von sime nackebure zu dem mynsten. Sie sullin ouch kegin den gassen nicht nahe stehin, noch kegin den gengen bie der muren umme der wechter willen. Die swinkoben und die gemach under der erdin, die sullin von eynes andern mannes hoffreyte funfftehalbin fuss uff das nehiste stehin, und bis uff die erdin bewercket sein, die offen ouch also beschlossen, das die [Faksimile] funcken seime nackebur nicht schadin. Dasselbe ist es ummb die rouchlocher. Der stat recht.

CXXXI. Eyn iglichs hues in eyner stadt das hat anderthalbin fues vor seiner thor, das ome nymant in deme rechtin widder seinen willen bekrodin sal, es hat undt sal ouch habenn zuschen seime nackebure ouch eyn iglicher anderthalbin fuess, unnd dorummb szo sal eyn iglich gelenge zwuschen zwen hawsern, do beyde trouffe invallin, dryer fusse with sein. Kerit aber eyner seinen gebel kegin seines nackebures trouffe, szo mag her seinen gebel setzenn, do sein anderhalb fuess wendet in die lengen, kerin sie aber beyde gebilwende zusammen, do vor die gelenge gewest ist, her mues die trouffe in eyne rynnen vahen, adder seine nackebuer dorummb gnugk thun, adder die hawsunge anderhalbin fuess inzciehenn. Buwet aber eyner mit steynen, der vorbowet wol sein hoffstat gantz, ab her wel, wan sein trouffe hart an der muren nydder fellet. Es sal ouch nymant seine trouffe adder wasserloufft adder gerynne in eynes andern mannes hoff wiessenn, das her in seim hoffe behaldin kan. Statrecht.

CXXXII. Die oberhenge an den hawsern, die sullin in der gasssen also hoch stehin, dass die luthe dorunder gewandern mogen. Eyn iglicher mag venster machenn an seime hawse, wie vel her wel, unnd wo her wel, her sal sie aber vorpfosten unnd befredin, das nymant doruss gestigenn adder gegissen moge in seines nackeburs hoff. Der nackebur mag ouch kegin den fenstern wol buwen, ab es en vordrusset. Statrecht.

CXXXIII. Setzet sich eynes mannes haws, adder ist ome die swelle vorfulet, das her buwen mues, undt kan in die gelenge nicht dorzu kommen, das her es undervahe unnd die swellen gelege, sein nackebuer mues ome des gonnen, das her ome sein want do kegin ufsschlage, und die stotzel in sein hues setze, unnd wes her dorzu bedarff, biss also lange, das her es gemacht; her sal on aber vor guttlichin dorummb bethenn, unndt vorsagt her ess ome kuntlichin, darnach szo brenget her en mit rechte darzw, das her es eme stathen mues, adder ome den schaden legen, den her neheme an seime husse, den her bewiessenn konne. Wan diessser auch seime nackebure seine want also geuffent, szo sal her ome das huess tag unnd nacht bewarin, undt bewachin, das her dovon keynen schaden entphae, unnd darnach sal her eme sein want widder lasssen zumachin und begaten midt derselbigen materien glich noch deme [Faksimile] also sie vor was, besser unndt nicht erger, wo her mag. Dit ist alles keyserrecht, witpildesrecht gemengent, unndt gantz der stat recht.

CXXXIV. Es sal nymant seime nackebuer schadin mit seime gebuwe thun, also das her ome sein infart adder sein licht adder seinen wasserloufft vorbowe, adder das her seine rynnen adder trouffe brenge uff sein dach, adder wende und desglichin, do ome schaden von enstehet. Dith ist das beschrieben recht unnd stet geschriben Institut. secundo libro, titulo tertio.

CXXXV. [ER. III. 4.] Vorkouffet eyn man sein hues mit seyner zugehorunge, so haldet man das gemeynlich, her habe dormede vorkoufft alles das ertfeste unnd naylfeste dorinne sey, unnd das ist also, ab dieselbin dingk, die dorinne naylfeste unndt ertfeste, zu dem hawse zu nutze adder zu zcirunge gehorin undt dorch des huses notdorfft adder zcirunge gemacht sint. Hat sie aber eyn man dorch seines hantwerkes unnd erbeyt willen gemacht, adder durch seiner besondern lust willin, szo volgen sie dem huesse mit rechte nicht, unnd das sal man also underscheydenn. Vorkouffet eyn smet sein hawes, seinen smedestog, denn mag her ussgrabin und mit eme nehemen, her sal aber die grubin reyne zu machen; seine blassbelge, seinen leschesteyn, seinen feilstog, das nemmet her mit ome, unndt seinen notstall. Eyn botthener der hebet uff seine brucken , do her seine bodeme und vasse uffe fugete unnd desglichen. Eyn becker, der nemmet mit ome seinen kessel der ingekleybt ist; der goltsmidt seine del, die her umb sich gewettet hat und desglichin; eyn snider seine bruckenn, do her uffe erbeytet. Also desglichen mit denn andern hantwergken. Sie sullen aber, wo sich das geboreth, die locher widder zumachen. Alle ricke, die man nicht ussgeziehen mit den henden mag, die volgin deme hawse. Die gemalten tucher ober den betthen ader ober der stat, do man isset, die volgin deme hawse nicht. Die luchtin, die an kethin hangenn unndt nicht mit bilden adder mit schilden gemalet sint, die volgin deme hawse. Alle glassefenster, die volgin deme hawse; hat aber eyner glassefenster, do bilde adder woppen ane gemalet seint, die volgin deme hawse nicht. Alle gegetther vor denn fenstern volgin dem hawse, ausgeschlosssenn die mit stricken adder bilden adder buchstabenn gesnethen seint. Die glasseschencke die angenegeilt seint, die volgin deme hawse, sie werin dan sunderlichenn mit kostlichem gesnitze, also von den gegettern gesprochin ist. Noch diesser dinge glichenn mag man sich vort noch denn andern stucken richten. Werdet aber in dem kouffe anders beteydingt, szo volget es anders dornoch. Dith ist der stat recht unndt etwas eynn mit witpildes rechte. [Faksimile]

CXXXVI. Vorkouffet eyner eyne bruweessse, eyne badestobenn, eyn verbehaws adder desglichin, szo kouffet her alles das dormede, das vonn rechte dorzu gehorit, ab es dorinne ist, also die bothen, vass, bencke, kessel uund derglichenn, domede man bruwesse, verbehusse unnd badestobin pfligt zu haldin. Desselbin glichen ist es ummb mullen und backhuse, die gemeyne sint, es worde dan anders in dem kouffe ussgenommen. Dith ist stat recht.

CXXXVII. Von keyserlicher und von konniglicher gewalt, noch deme also die aldin rechtbucher haldin, und die romer bie dez keysser Constantino gezciten gesatzt haben allen luthen, in keyserrechte, in lantrechte unnd in witpildesrechte, freheyt unnd frede eyme iglichen manne in seinen fier pfelenn, das ist in seime wonhusse und in seiner hoffreyte, also das her dorumme werdiclicher unde fredelicher und mit groserme recht wandern sulle wan ussewennige luthe. Ouch szo ist die frieheidt des hawses unnd der frede also, das nymant dem andern des tages noch des nachtes in sein haws louffen sal, noch keynen oberlast wedder mit worthenn noch midt wercken thun sall.

CXXXVIII. [LR. III. 79.] Wo gebuer eyn nuwe dorff besetzen, unndt machen das von nuwens an mit ussradin adder ummebrechin wiltnisses unndt ungeerbeyther stete und ackers, den mag der herre doruber, wer der ist, wol gebin erbe adder zcins adder gemeynde undt recht an den guthin; wol das sie zu den guthin von rechte nicht geboren seint, szo machet her sie doch zu rechtin erbin des dorffes unnd seiner zugehorunge. Keyn recht mag her on aber gegeben, noch sie en mogin ouch das selbr nicht gekiessen, noch gewilkorn, do sie das lantrecht, noch des gerichtes recht, mede gekrencken. Keyn ussgesessenn man der ist pflichtig in dem dorffe zu antworthen noch eren sunderlichen dorffrechte mer dan noch dem gemeynem lantrechte, her clage dan uff erbe adder uff guth, das do gelegin ist, adder in eyner stat gebiethe adder gerichte, die er besundern recht hat; wan wo der man beclaget werdet, do muess her antworthen zu deme guthe das do gelegin ist. Dith ist lantrecht unnd witpildesrecht.[Faksimile]

[Volget das dritte buch von farender habe. (Hs. E).]

[Vorrede]

Ich thadt uff zceyt bedenckenn
On neydt undt argen whan,
Horeth iar von seltzamen swenckenn,
Als es nuhe ist gethan,
Nimandt thut mehr fragen
Nach kunsst, ere, ader wycczen.
Ein ider das wyrdt clagen,
Szo er am gericht sall sycczen,
Possheyt undt laster straffenn,
Uorann das recht entscheydenn,
Richtten, orteylen, undt schaffenn,
Gegen idem bey seynen eydenn.
Ow er dann treffe dye mass,
Las ich Godt selbst richtenn,
Das er recht urteyll wye undt was,
Thw gnugk seynen eyden undt pflichtenn.

I. Sencte Augustinus der schreibt in deme buche vonn der stat gotes also: were es das got zcitlichs gut unnd habe denn luthin umb ere bethe willenn uff ertriche nicht vorlege, szo muchten etzliche thummen sprechenn, got hette der zcitlichenn guthe nicht macht denn luthenn zu bescherenn noch zu gebenn; were oss ouch das er das zcitlich guth allermenlich bescherthe unndt gebe, wan her dorummb gebethenn worde, szo woldin ome die luthe zu hant nicht mer dynenn danne umme zcitlichs guth, von deme dinste wordin wyr nicht togensam, sundern girick, und dorummb szo sint das die bestenn richtum uff ertriche, die man nicht [Faksimile] vorliessenn kan, wann man sie irwerbet. Hat eyn man der zcitlichenn guthe nicht, her sal sie dorumb mit untogunt unndt midt bosheyt nicht erkrigenn; hat er aber die guthe woll, unndt gebruchet her er togentlichin, her vindet sie hyrnoch in dem ewigenn lebenn. Es sal keyner fromer cristen seinen menlichen mudt homutiglichen irhebin, ab ome got glucke gebit unnd bescheret eme zcitlichs gut; her sal ouch seinen trostlichenn muth nicht betruplichen und vorzceglichen nidderschlagen, ab en zu gezciethen unglucke ruret unnd ome das zcitlich gut engehet, wan das zcitlich gut das ist der armen vorthumethen trost uff ertriche, es en ist aber der seligen lon nicht. Dith schreibt alles sanct Augustin.

II. Hugo von sencte victore, der grosser lerer, der spricht, das in den guthenn, die wyr besitzen, vierley ding haldin sullin, uff das sie unns zu guthe kommen. Das erste ist: das wyr nicht die zcemelichin ding unzcemelichen irwerbin. Das ander: ab wyr sy zcymlichin erworbin habenn, das wir er nicht unzcemlichen gebruchenn. Das derthe: ab wyr er unzcemlichin gebruchenn, das er doch nicht alzu vele sein. Das leste: das wyr die zcemlichen ding nicht unzcemlichin enthaldenn. Dorummb sso ist das der grosste unndt der edelste schatzt uff diessem ertriche, das man noch lare unndt noch wisheyt ringe, wan dorvon kommet alles gut uff diesser erdin, unndt den schatz wel got nymande gebenn ane seine vliessige bethe.

III. Es spricht Salomon: ober das heyl und ober alle suberlichkeit habe ich lieb gehabt die wiesheyt unnd alles gut ist myr mit er kommen. Abe vele luthe spricht meister Hugo betrugt, das sie wiese wollin gesehen werdin vor der zcidt, unnd das sie anheben wiesse zu schynende under den luthin, undt es nicht en sein, und schemen sich des, das sie in warheyt sein, und dorummb sint sie dester verrer vonn der wisheyt, wan sie nicht wiesse sint, sondern sie woldin gerne wiesse geacht werdin. Es ist gar eyn begerlich ding eyme wiessen manne die underwisunge der schrifft, die seine natur lobelich machet, undt eme zciret; aber eyn unwiesser, der wiese gesehin wil sein, der schemet sich underwiesunge unndt achtet der schrifft kleyne. Es habin doch etzliche riche herrin er vaterlandt dornoch gerumeth unndt er veterlichs erbe vorzceret, das sie die wisheyt irkrigenn mochten, unnd darnoch mit grosser erbeyt und langeme vliesse gelegin obern den buchern; von dorhine sso vindet eyn wiesser man, das er wiesser werdet in der schrifft, vindet der striter, das her mit crafft unnd listen gesterket werdet, do findet inne der furste, das er vile luthe in plichet zusammen brengt, undt es en ist keyn wessen in der werlde under allem volcke, do nicht von der schrifft kuntlichen sein togunt uff das beste von gemeret werdet, unnd ouch y man [Faksimile] eyn kunstlichs ding tiffer suchet, y es erlicher fundet wirdet; wes man in der jogunt nicht lernen well, das kan man in dem alder nicht. Zum ersten sal man lernen guthe sethe unndt dornoch volget die wissheyt methe; was man vor nicht oberspelet, wan die zceit kommet, das man sein bedarff, so veylet die kunst dicke; dorumme szo lerne von allen luthin gerne das du nicht enkanst, dein demutigkeyt machet dyr das also gemeyne, das die nature eyme andern zu eygen hat gegebin; du wirdest wiesser dan ymant, ist das du vonn allermenlich lernen will, wan wer von allermelchen etzwas nemnet, der richer wirt dan ymant. Wan nhu eyn anhebin der wisheyt ist gottliche vorchte, wie dieselbe alle zcit brenget eyn togentsammes leben, das togensamme leben frede under denn luthin, szo ist eyn iglichs unfredesam und untogensam mensche nicht wiesse, wan es spricht der wiesse man, das in eyne untogentsamme sele nummer wissheyt komme.

IV. Das ander zceichen ist an den sethin, das die zcuchtig sint, das derthe ist an den worthen; unndt uff diesse beyde redet der lerer Ysodorus also: zcuch dich vonn boessen sethen, das du die ich brengst in gewonheyt, wan der gewonheyt bant werdin unsanffte gelost; mache deine rede, das sie unstrefflich unndt nutze sey; gedenke nicht das du uff aller melches rede antworte tust, sundern antworte wan dir das geboret; mercke ouch was du redest unnd was du vorswigest, unnd biss in deinen redenn wol erfarin; merke wan es zcit sie zu redin, wo du des stat habest unnd wie vele dir gebore zu redin; die masse halt vor allen dingen in dinen worthen; was die luthe mit eynander reden, das begere nummer zu wiessen; lass die sorge underwegin, die dich nicht angehet, und nere dich dines wolgewonnenen guthes und habe sere gedult.

V. Wol das dith buch nhu sagen sal von farinder habe nach der stat rechte, wan alle guthe, die beweglich sint, die man gefurin, getriben ader getragin mag, das heysset alles farinde habe; zcinse zu libin unndt uff widderkouff, die sint farinde habe, es enwere danne das erbliche guthe, also huess unnd hoff, ackir, wessen, wingarthen, vischweyde, boymgarthen adder ander garthen, adder erbliche zcinse unnd desglichen vorkoufft werin unndt mit dem geilde zcinse uff wedderkouff gezeuget, sso volgethen die erbin dem zcinse an erbiss stat. Alles geilthafftig gut und was man gessen adder getrincken mag, das ist farinde habe. Pferde, vyhe unndt gescherre, huesradt, kleyder und kleynothe: das rechnet man alles zu varender habe. Aber in deme lantrechte do ist es anders: do gebet man den mannen, die zu dem schilde geborin sein, hergewete, unndt den meyden und den frowen die gerade; do [Faksimile] gefellet ouch lipgedinge, morgengabe, brutschatz unnd muesteyl, do man sich noch der stat rechte nicht adder wennig noch keret. Mit welcheme guthe der man irsterbet, das heysset noch lantrechte alles erbe, vyhe, pferde, kowe, schaff, swein, win, korn unnd getrencke, ane das es etwas den mannen und wiben underscheydin ist, also itzunt hievor benant ist wordin mit hergewethe, gerade, musteyl.

VI. Eyn man von rittersart noch lantrechte, wan her hochzcidt gehat, szo gibt her seime weybe wol zu morgengabe, also sie zu tische sitzet, ane der erbin globede, eyn knecht adder eyne mayt, die under jarenn seint, und zcinse und gezcymmer unnd veltgenge und vyhe; unnd worde er vonn den erbenn darnach bie erme manne adder noch seime thode darin gesprochenn, sie beheildet sie woll mit erme eyde mit rechte ane gezcugnisse. Aber eyn man, der nicht von rittersart ist, der gibt seime weybe ouch wol zu morgengabe eyn pferdt adder eyne kw adder anders was deme glich, des sie sich gebruchen mag. und dith ist alles lantrecht.

VII. Eyner frowen gibet ouch eyn man lipgedinge ane seime eigin, adder an erbe, adder an zcinsen, aber her muess es thun mit der erbin loube, wie jung sie seint; unndt das lipgedinge kan dan der frowen nymant gebrechin, wedder geborene erbin adder suss nymant, sie vorwercke es danne selber noch deme also hievor geschriebin steth in deme XCIII capittel dez sechstin buchin von dem erbe unndt werdit wol das wip vonn erme manne mit rechte geschydin, sie beheildet glichewol er lipgedinge, das her er mit erbin loube gegebenn hat. Dith ist landtrecht unnd witpildesrecht und der stat recht.

VIII. Zcu der gerade gehorin alle schaffe, unnd gensse, unnd kasten mit erhabin lieden, und flasch, wolle, garn, betthe, pfole, kuschen unnd linlachin, becken, hantfass, luchter, unnd alle wibliche kleyder, unnd kleynothe, fingerlyn, vorspan, krentze, vassunge, halssbant, armegolt, seiltir, dutzse buchir, sediln, sleger, laden, tepte, bencklachin, ruckelachin, vorhenge und alle gebende, und was kleynothe alleyn den frouwen zugehorin, alle spigeln, kemme, borsten, kleyder, swamme, rockelin, spynneln, woyffen, schreyn, werckeramen, undt was linen tuchis gesnetin were zu frowen kleydern adder zu linlachin, spangen, perlin undt siedin bant, borthenn unndt beslagin brotmesser. Dith gehorit zu der gerade. Lantrecht.

IX. Hergewette ist, das eyn erbar man mit eme furit, also her [Faksimile] mit seime herrin zu feilde lith. Das ist sein gezcelt, sein bette, mit zwen linlachin, pfole, kuschen, deckelachin, eyn kessel, eyn hole, eyn topff, sein harnisch, sein geschutze, tartzhen unnd eyne langen laden, unnd desglichen, das gehorit den mannen alleyne zu, also das lantrecht usswisset.

X. [LR. II. 26. 4. III. 66. 1.] Nymant sal eynen nuwen marth irhebin, noch montze, her habe es danne von dem keyser adder romischen konnige, und es geschee danne ouch mit des gerichtes willenn, do es inne gelegin ist, unnd man sein dan oberkommen wirdt, szo sal der konnig seine hantschuch zu warzceichen darsenden, darmete man bewiesset, das es sein wille sey, unnd szo sal man uffenrichtin eyn zceichen mit eyner holtzilnn adder gemalten hant, domede bewiesset ist die friheyt des marthis von deme konnige. Es sal ouch keyn mart dem andern neher gelegt werden dan eyne dutzsche myle weges.

XI. [LR. II. 26. 5.] 14] Es sal ouch nymant montze schlagin adder pfennige andern pfennigen gleich. Dith ist keyserrecht unndt lantrecht.

XII. [Dist V. 38. ER. III. 87.] Des koniges Strasse, das do ist eyn lantstrasse uff deme feilde, die ist allermelchem gemeyne, die sal also breith sie, das eyn wagin deme andern unnd zwene man dorbey gerumen mogin. Sie sal habin uff das mynste achtzechen fuesse an der weyte. In der strasse sal nymant grabenn, noch die bekrodin, das es erre zu wandern, ane ehafftige noth. uff der strasse sal der ledige wagin rumen dem geladenn, unnd der mynner geladenn dem mergeladin. Der mynner pferde vor hat an der zcal, der sal rumen ummb das her bass gewenden mag, unnd williche mynner last hat. Der karre sal rumen dem wagin unnd der slete dem karrin. Eyn iglicher geladin wagin sal rumen dem miste, umme das man en unsenffter, ungewiesser unnd ungerner fureth denne eyne ander last. Wer aber eyn wagin wol geladin mit luthin, wibin, und kindern furet, dem sal billiche der mistwagin entrumen ummb edilichkeyt mensclicher nature, die mit miste nicht zu geilden were. Der ritinder man sal ouch entrumen dem wagin, her sie geladin adder ungeladin, unnd ouch dem karrin unnd slethen; her sal ouch rumen eyme geladenn pferde, mule undt esele. Der gehinde sal entrumen dem ritinde; sint sie aber in eynem tiffen, engen wege, adder uff eyner smalen bruckenn, szo sal der gehinder stille stehen biss der ritinder ober adder vor en hen kommeth. Jaget man eynem ritindem adder gehindem noch, unnd ist der wegk nicht gerume gnugk, sal der [Faksimile] wagin, karre ader slethe stille halden biss das sie vor kommen. Welch wagin, karre, slethen, zuerst uff die brucken adder in den vort, adder in den engen weg kommet, der sal erst oberfarin, her sie geladin adder ler. Dit ist keyserrecht, lantrecht, witpildesrecht unnd der stat recht.

XIII. Eyn iglicher sal ober lant von rechte zcollis frye seyn, her vare, rythe adder gehe, von seime libe, wo her nicht schiffis adder brucken bedarff. Ydoch so hath man in etzlichen grossin weilden zcolle gemachet umme das man do die luthe huthin sal vor mordern unde strutern. Wer nhu bruckenzcoll, wasserzcol, adder waltzcol entpfuret, der sal en fierfeldig zu buesse gebenn. Begehet her aber frevel mit were adder mit andern dingen, die buesse wirdet herther noch der herrin gesetze, die den zcol dar geschicket han. Eyn gehinder gibt eynen pfennig, eyn ritender eynen halbin pfennig, eyn geladener wagin fier pfennige hen und irwidder, eyn karren gibt zwene pfennige, der lerer wagen unnd der lerer karrin gebin halb also vel. Eyn pferdt mit eyme soyme, eyn muol adder eyn geladener essel, unnd der man dormede, die gebin beyde eynenn pfennig. Pfaffen, geistliche luthe, unnd ritter, unnd erbar luthe, die gebin nicht; ist das sie in eren wirdin erscheynen, szo sint sie zcolles frye. Dith ist keyserrecht, lantrecht.

XIV. So zcollet man ouch in denn stethenn unndt martflecken dorch des marthes willin, der iedermanne frey zu kouffenn unnd zu vorkouffen ist. Wer den zcol wissentlich entpfuret, der sal XXX Schillinge pfennige zu buesse gebin noch lantrechte, aber noch der stat alden rechte unndt frieheyth sso steht die buesse noch der schepphen irkentenisse. Noch der statrechte unnd alder friheit so gibet zu zcolle eyn iglicher usslendischer adder gast von eyme wagin kopphers adder wynes vier pfennige unndt nicht mer, unnd von eyme wagin kornes, byres, fleisches adder ander spisse zwene pfennige. Vorkouffet eyner eyn malder getreydichs, welcherley das ist, her gebet eynen pfennig; vorkouffet her eynen scheffell her gibt eyn scherff; vorkouffet her eyn mul her gibt vier pfennige; vorkouffet her eyn pfert, her gibt zwene pfennige; vorkouffet her eynen esel, her gibt zwen und drissig pfennige; vorkouffet her eynen ochssen adder eyne ku, her gibt eynen pfennigk; vorkouffet her eyn alt volwachssen sweyn, her gibt eynen pfennig; vorkouffet her eyn sweyn das nicht volwachssen ist, eyn schoff adder eyn zcegin, her gibt eyn scherff, Vonn eyme wagin vol gewandes gibt her vier [Faksimile] pfennige; von eynes pferdes last, was das treget, zwene pfennige; von eyme sacke adder gebundeln, das eyner hinder sich zu pferde gebunden hat, gibt her eynen pfennig; von eyner last, die eyner uff seyme rucke treget, gibt her eynen pfennig; vonn eyme sattel adder swerthe, wer das kouffet, gibt man eynen pfennig. Was eyn man anderley dorober kouffet, gibt her vonn eyme schilling werth eynen pfennig, von secchs pfennig wert eyn scherff, unndt was dornoch under sechs pfennig wert ist, do gibt man nicht vonn. Statrecht.

XV. Eyn iglicher man der ist von rechte geleytes frey, der seines liebes unnd seines guthes uff der strasse ebenthuer und wage stehen will unnd der geleytes entperin. Dorummb sal man nymande vonn rechte zu gleyte dringenn, der sein entperin wel. Weme ouch der herre sein gleyte gibet, dem sal her vonn rechte vor schadin stehin, also verre also sein gleyte wendet, ist das her dorummb sein geilt nommeth, unnd dorummb szo ist doruff kein geildes zcol gesatzt. Eyn her, der mag heyschenn undt nehemen zu gleythe, was her well. Dith ist gemeyn recht.

XVI. [Dist. IV.42.13.] Weme eynes mannes habe zufluschet uff deme wasser, der sall sie deme widdergebe, des sie gewest ist, unndt mag her den nicht gehabe, szo sal her sich dozu zciehen also recht ist. Kommet jener, des die habe ist undt gewynnet die mit rechte unndt ouch kuntlichen, szo sal her diessen, der die habe funden hat, seine kost geildenn noch fromer luthe irkentenisse. Kommet aber nymant, der sich zu hant dozuzcihe, szo sal her das gut uffbiethen vor gerichte unnd sal es dan halden unvorthan sechs wochin, unndt freget man dornoch, her sal es bekennen, das her es habe. Loukent her sein aber, wan man dornoch freget, szo ist es eyn dube. Kommet man des hinder en, unndt vindet es bie eme, szo mues her es widdergebin mit buesse unnd mit wetthe, wan er es unerlichenn enhaldet hat. Her hat aber nicht dube begangen, die eme an den leip adder an seinen gesunt gehen, sie swechet eme aber die ere, also das man zu wirdikeyt unnd zu erlichen amechtenn nicht kisen noch setzen sal, unndt zu gezcuge nicht frome gnug ist. Desselben glichenn ist oss ouch, ab eyner etwas findet uff der strasse unnd des loukent, her en darff es aber vor gerichte uffbiethenn, sundern in der kirchen lassen uffenbaren, ab man dornoch fragethe. Lantrecht, witpildesrecht unndt der stat recht.

XVII. [LR. II. 37.] Jaget eyn man dieben adder roubern gut abe, das seiner nackebur gewest in deme gerichte, do her inne sitzet, adder in der herschafft, her sal es widder geben, dorummb das eyn iglicher [Faksimile] nackebuer deme andern pflichtig ist, seinen fromen zu werbin unnd seinen schadenn zu warnen unnd den eme helffe zu werne, wo eme widder recht wirdet zugelegt; unndt des die habe gewest ist, der sal deseme seine koste, ab die doruber geschehen weren unnd gethan, unndt denn schaden, ab her denn in ichte genommen hette, noch mogelichenn dingen gantz ledigen, also das frome lewthe irkenthen. Ist die habe aber eynes frommedin uss eyme andern gerichte adder herschafft gewest, szo sal her sie uffbiethenn dry ferzcen tage noch landrechte, adder uffenbarin den ambtleuthenn unndt nackeburen, adder deme rathe, ab ess in eyner stat ist, noch der stat rechte, unndt sal es haldin sechs wochenn; kommeth indes der sie vorlorin hal, szo sal her eme der zwey teyl widder geben, unndt denn derthen teyl behaldenn vor seine erbeyt unnde muhe, unnd darzu so sal her bezcalt nehemen seine koste unndt aczunge, ab es vyhe ist, unndt den schaden geguldenn, also vorgesprochenn ist. Kommet aber in den sechs wochen nymant, szo sal her deme richter zwey teyl gebin, in des gerichte her gesessen ist, unnd der sal ome dorvonn seine koste unndt schaden legen noch mogelichen dingen, unndt her beheildet den dertten teyl vor seine ebenthur unndt muhe. Dith ist das beschriebin recht unndt steth geschr. in li, 2. cap. 37.

XVIII. [Dist. V. 30. 1.] Was dorffe adder stete bey eyme wasser legin unnd eynen tham habenn, do sie die die flut mede bewaren, das sie en icht schaden thu, szo sal eyn iglichs dorff des tammes seynen teyl bewaren undt vestene vor der flut. Kommet aber die flut also gross, das sie den tam zubricht, unndt ledit man die luthe gemeynlichen dorzu, die dabey gesessenn seint, welcher denn nicht hilffet bauen den tham, der hat vorworcht sogethan erbe, also her bie dem thamme hat, ab her meynethe, das es die andern umb seinen willen nicht liessen, unnd ab sich er eyner mit dem andern behelffen wolde, unnd das wasser danne den luthen gemeynlichen danne schaden thethe. Dith ist lantrecht. Unndt desselben ist es umme lantwere zu grabenn und zu bewarne, die wer zu machen, unnd derglichen.

XIX. [L.R. II. 39. 2. II. 68.] Welch wegefertiger man korn uff den acker etzet mit seinen pferdin, undt snidet das in secke, adder an gebunt adder garbenn, das her mit eme gefure, werdet her doruber betrethen, her gildet den schaden noch seime werde unndt ist ledig; unndt furet her es aber mit eme, adder wel es furen, her mues den schaden geildenn unnd die thadt vorbuessenn dem gerichte. Irliget eyme wegefertigen manne sein pferdt unndt lesset das anbiesse uff der strasse an korn adder an ander getreyde, also das es mit den hinderfuessen uff der strassse bleybe, unnd das eme ouch der wegefertiger man nicht vorsnide, her blibet es ane wandel, wan nymant gernne ssogethane atzunge, der [Faksimile] wegefertig ist, zu feilde ane notdorfft thut. Dith ist lantrecht unndt statrecht.

XX. Was eyner mit fure schadenn thudt, also das her es mit fliesse nicht bewaret glich also sein eygen, das mues her geildenn. Ist das eyn man adder seyn gesinde eme das hauss anstosseth, unnd vorbornet sein nackebuer dan mit eme, her endarff des schadenn nicht geilden umme des willenn, das her den schadin bewart hat also seinen eigen, das her mit seime schaden wol bewiessenn mag. Werdet her abe von seime nackebuer do vor gewarneth, das her zusye, unnd sein gesinde ummb torlich geluchte straffe, unnd vorbornet danne, denn schadenn muess her seime nackebuer dan legenn, ab her wol mede schadenn von brandes wegen genommen hat. Dith ist lantrecht, witpildesrecht unndt ouch der stat recht.

XXI. Allen schaden und unrecht, den eyn man thut von unvorstandenheit, unnd von vorsumenisse und vorwarlossunge wegin, ab der schade ome wol leyt ist, szo muess her en doch geildenn, wan die unwissenheyt die enschuldiget en nicht, ist das her es zu rechte wiessen soilde, undt wolde sein nicht wiessen adder lernenn, das her woste. Konne her aber adder mochte sein nicht gewiessen, szo enschuldiget on die unwissenheyt, dith ist das beschriebin recht undt steht de iniuriis et damno, si culpa; wan unmogelichkeyt die enmag nymanden vorbinden zu keynen dingen, de regul. iuris.

XXII. [Dist. IV. 42. 14.] Welch man dem andern liheth eyn pfert, adder kleyder, adder huesgerethe, adder welcherhande varinde habe es ist, adder in welcher weysse her eme die auss seinen gewerin brenget, mit bethe adder mit borgen, das her das mit willen tut, unndt vorkouffet sie danne der sie in seinen gewerin irkregin hat mit warheyt adder mit unwarheyt, adder vorsetzet sie, adder vorspelet sie, adder werdet ome die habe abegeroubet adder vorstoln, jener der sie also vorlegin adder vorsatzt hat, der mag keyne vorderunge doran gehabe, wan her mues sin alleyne warthin an deme, dem her es gelegin hat, adder gesatzt, adder eme mit worthin angewonnen hat, unndt sterbet her vor eme, her mues seiner habe wartinde sein an seinen erbin unnd an seime guthe, das her gelassen hat. Dith ist lantrecht, witpildesrecht unnd ist ouch der stat recht.

XXIII. Borget eyn man golt adder silber, adder groschenn, adder phennige, die sal her geildenn in sogetaner werde, also her sie geborget hat; das golt mit also gudeme golde, das silber mit also gudeme silber, die muntze igliche mit derselbin werde unndt nicht erger. Unnd mag her sollicher montze nicht wol gehabe, szo gebe her ander genge were also vel dovor, das her das geborgte geilt bezcale also gut unndt [Faksimile] also thuere, also das zu der zcidt gewest ist, do her es borgethe adder globte ane schadin zu bezcalenn. Dith ist lantrecht, unndt der stat recht, unndt eyn gut gemeynn recht, unnd des meyster Johannis Andree.

XXIV. Vorlihet eyner korn adder vorkouffet adder vorborget etwas desglichen, woll das her das in seiner hausunge unnd gemache beheldith, wan her die slussel zu dem hausse, schunen, louben, kammern, schrencken, kasthen, laden adder derglichenn, welcherley das beheltenisse ist, do das inne sey, das her vorlegin, vorkoufft, vorgebin adder vorsatzt hat, mit rechte geantworth unnde bracht, unnd ist danne numme seyn, es sie eme bezcalet adder nicht, adder sie umme sust gegeben, adder sie vorlegin, adder vorsatzt, adder vorpfant. Dith ist das beschrieben gemeyne recht, und ist keyserrecht, unnd ouch der stat recht.

XXV. Eyner der dem andern mancherley geilt schuldig ist, vor korn, vor fleysch unnd vor gewandt adder welcherley das ist, unnd gildet eme des eynen teyl mit geilde adder mit ander gewar der geilder mag das abeslahen an welcher summen der schulde her wel, unnd das stehet alle wege an des willin, der do schuldig ist, unndt nicht an ienes mannes willen, dem man geilden sal adder gildeth. Dith ist das beschrieben recht unnd stet institut, lI. IV. titulo secundo [?] unnd ist ouch keyserrecht, lantrecht unnd witpildesrecht und ouch der stat recht.

XXVI. Eyn man, der etwas vorkouffet umme eyne summen geildes und werdet deme vor das geilt eyn borge gesatzt zu bezcalende uff eyne benante tagzceit, machet der dornoch eynen andern kouff mit demeselbin umme dieselbe habe, adder gibt dem lenger tagzceidt hinder dem borgin, szo ist der borge mit rechte der borgeschaft los, es geschee danne mit underscheyde unnd mit gezcugen, also das die summe geild und die tagzceit nicht gewandelt werdin, adder das sich die borgen des sich dorzu vorwillekorthen, ab des kouffes unnd des geildes mer worde, das sie glichewoll haldin woldin. Dith ist das beschriebin recht undt stet institut. lI. quarto titulo tercio [?] unndt ist lantrecht, witpildesrecht und der stat recht.

XXVII. Vorkouffet eyner etwas und meynet, es sey sein, unnd es ist eynes andern, her begehet darumme keyne duberye, es gehet ome ouch nicht an seine ere; wan noch dem rechten nymant duberye begehenn kan, dan der do begerunge unnd willen hat zu stellende adder zu behaldene adder zu gebruchene adder darzu zu helffene, das sein nicht en ist. Ouch sso en mag nymanth erloss werdin wedder seinen willen. Dith ist das beschriebin recht unndt ist keyserrecht, lantrecht unndt statrecht.

XXVIII. Tut eyner eyme etwas zu behaldene und vorlusset es der, adder vorterbet es eme in dem behelttenisse, adder werdet eme [Faksimile] gestolen, adder verbornet ome, her endarff sein nicht geilden, kan her das uffenbar brengen adder mit seime eide bewerin. Dith ist das beschriebin recht undt steth Institut. tercio libro, titulo quinto decimo [?]. Aber noch deme lantrechte [EG. 18.] gibt eyn man dem andern sein gut zu behaldin, und vorlusset her das unnd das seine darmede, szo entgildet her sein nicht mit rechte; wel man eme aber des nicht gloubenn, das her das seine mede vorlorin habe, szo mues er es uff den heylligenn behaldin; vorlusset her aber seines guthes ouch nicht dormede, sso mues her es geildenn. Desseme rechten gestehen vil gelarther luthe, beyde pfaffenn unnd leyen, der in dem rechten erfaren sint, nicht, unnd meynen das dicke etwas eyme vorstolin werde alleyne, das eme zu behaldene gethann werdeth, unnd mit fliesse bewaret, unnd soilde her danne das geildenn, das her in truwen besorget unnd heildet, szo geschee ome unrecht; unnd dorumme so ist dith der stat recht und ist eyn mit dem beschriebin rechte: [Dist. IV. 42. 17.] vorluset eyn man etwas, das eme zu behaldin gethan werdet, adder vorterbet, adder sterbet, ab es eyn vyhe ist, her sal es nicht geildin im rechtin, thar her sein recht darzuthun, das es ane sein schult gescheen seI. Dith ist statrecht.

XXIX. [Dist. IV. 42. 19, 20.] Was man eyme manne liehet adder setzet zu pfande adder vor geilt, das sal her widdergeben unvorterbet, adder sal es geilden noch seime werde. Sterbet aber pfert adder vyhe in der satzunge, ane des schult, der es under eme hat, bewiset her das mit fromen leuthenn, adder thar sein recht darzu thun, her engildet sein im rechtin nicht; her hat aber sein geilt vorlorin, dovor oss ome zu pfande stunt, es enwere danne das er satzunge adder globede das bewaret hette. Dith ist der stat recht.

XXX. Tut eyner eyme onendelichem adder eyme unwitzigen manne etwas zu behaldenn, adder lihet ome etwas, vorluset her das, adder vorterbet ome adder vorsumet es, in wellicher weyse das geschiet, her mues den schadin habin, wol das hievor unnd ouch in deme gemeyne rechte stet, was man eyme manne zu behaldin thu, das sulle her widder gebin. Das ist aber zu vorstehen an redelichen, vornunfftigen luten, unnd nicht an vorsumenden, unredelichin, die des eynen gemeynen lumunt haben. Dith ist das gemeyne recht unnd stet beschriebin institutionum libro tercio titulo XV, unnd ist ouch der stat recht.

XXXI. [LR. III. 5. 1.] Was man eyme manne liehet adder zu behaldin thut uffenbar, mag her das bezcugin selbderthe, man mag en dube noch roubes nicht dorummb gezcuge, man sal abir jenen vorladenn drywet y ober fierzcen nacht zu vorstehene sein gut, ab her wolle. [Faksimile] Enthut her des nicht, man geweldiget ienen, der doruff geclagt, zu deme guthe. Den tag sal aber vorkundigunge, der das gut under eme hat, deme, der ess eme thedt zu haws unndt zu hoffe, ab her sein ane schaden bleibin wel. unnd dith ist der stat recht.

XXXII. Lihet eyn man dem andern gelt adder korn adder anderswas zu gebruchen uff eyn pfant, und thut seinen vleys dorzu, das her das pfant beware, vorlust her das pfant adder werdet es ome vorstolen: des das pfant ist, der mues den schadin habin und her ist dormede des gelegen dinges, also des geildes, kornis adder worumme es eme gesatzt ist, danne nicht ledig, her mues in deme rechten bezcalen darzu unnd geilden, ab desser bewieset seinen vleys, adder mit seime eyde beweret, also ouch vor geschriebin stet; unnd ab her das seine nicht ouch mede vorlorin hat, das hilffet doch nicht, wan eyn dip allezceidt in vorchten undt in fluchten ist mit seiner dube, das her nemmet was eme gefallin mag, unnd was her allerbest enweg brengen mag, nhu mag her es zu male underwilen enweg nicht brengen, und etzwan kaume eyn ding alleyne. Dith stet geschriebin institut. libro tercio titulo XV.

XXXIII. Ist es das eyn man dem andern redet, geilt, korn adder anders was, uff eyne tagzceidt zu bezcalende, her mag en in dem rechtin nicht er deme benanten tage dorummb fordern, noch uff denselbin tag gantz uss, wan derselbe glouber der mag en mit rechte nicht er gefordirn danne noch der tagzceidt des andern tags. Dith ist das beschriebin recht unnd stet institut. libro III. titulo XVI.

XXXIV. Vorliehet eyner etwas, korn, geilt, byer, wein, fleysch, adder welcherley ding es ist, unnd lesset das mit eme, zwen, adder dren, adder mehern luthin entzeln globen, was her des er eyme gildeth, das ist her vonn en allen ledig, unnd sie mogin on mit rechte nicht forder gedringen noch gefordirn, ab her das wol in seime globe nicht ussgenommen noch vorzcalt hat. Dith ist das beschriebin recht unndt stet institut. li. III. titulo XVII.

XXXV. Wer do kouffet adder vorkouffet, werdet deme der kouff darnach unebenn, er danne die kouffschatze von eme geandelogt werdenn, adder er dan sie iener enphet, adder er das geilt bezcalet werdet, her mag en widderzcihen adder lassen. Ist es aber das der kouffer etwas doruff gibt adder des winkouff trincket, szo mag man den kouff mit rechte nicht widderzcihen, wan dith ist eyn gezcugnisse eynes bestendigen kouffes. Ist aber des kouffschatzes doruff etwas uss der hant gegeben adder uss der gewerin gelassen, adder ist der kouff vorborgeth mit luthin, die dovor geredt habin, adder vorpfandet, adder vorbrieffet, szo ist der koufft bestetiget und enmag mit nichte widderzcogin werdin. Dith ist das beschriebin recht und steth institut. li. III. titulo XIV. [Faksimile]

XXXVI. Gebet adder lihet eyner eyme gelt zu kouffmanschatze, der mag wol zcemlichin teyl von der winnunge nehemen, die hobisslichin unnd gottlichin irkregen ist, und doch also das her ouch wage mede habe, noch deme also her teyl nemmeth. Dith ist das beschriebin recht und stet geschriebin ex. de dote und ist ouch der stat recht.

XXXVII. Lihet eyner eyme geilt adder anders was in freuntschafft zu seime kouffschatze unnd nutze, heyschet her dorvon icht, adder bedutet es mit vorborgin worthin, adder lesset es eme eynen andern werben, unnd nemmet geniess dorvone, wie kleyne der ist, szo en ist doran wocher nicht; schencket ome der etwas, der die habe inne hat, vonn eygener willekor unnd unbeteydingt, desser mag es mit gothe unnd mit erin wol nehemen. Dith schreibt Raymundus unnd ist gottlich erlich recht.

XXXVIII. Kouffet eyner etwas undt gibet seinen gotispfennig do uff, der vorkouffer mag eme den kouff nicht vorzcihen, her mues en eme haldin. Wel ouch der kouffer des kouffes oberig sie, er her obernechtig werdet, her vorlust, was her doruff gegebin hat. Ist aber der kouff vorbrieffit, adder vorborget, vorphendet, adder vorwinkoufft, sie muessen en uff beyden seyten haldin, sie wollin sein den beyde mit willen oberig sein. Dith ist das beschriebin recht unndt der stat recht.

XXXIX. Kouffet eyner etwas uff eynes andern ussspruch, was der ussspricht, adder wie her das achtet ane argeliste, also mues es der kouffer bezcalin, und iener der vorkouffte, der mues also bezcalt nehemen. Gebin sie eme aber schult, das her er eyme gewegener in dem usssproche gewest sie dan deme andern, des enslehet her sich wol mit seime eyde, den her vor gezceyten der stat, do her inne gesessen ist, adder zu deme amchte, ab her eyn ambtmann ist, adder zu dem gerichte, ab her eyn schepphe ist, adder zu der herschafft gethan hat, unnd her endarff en keynen eydt uff die heylligin swerin, umme des willin das sie beyde des kouffes uff en gewillekort habin, des her villichte gernne oberig gewest were. Wel her ouch den uspruch des kouffes nicht thun, her ist sein wol vorhabin, unnd der kouff ist nicht gewest, den sie undereynander gethan haben. Dith ist das beschriebin recht. Wegern sie aber den kouff beyde, es sie vor dem usssprache adder dornach, szo ist der kouff nicht. Dith steht geschrieben institut. li. III. titulo XXIV.

XL. Tut eyner eynen kouff mit underscheyde, den mues her halden noch deme unterscheyde, also her gescheen ist; unnd ab der woll vorwinkoufft, adder vorbrifft ist adder vorborgeth, geschith die [Faksimile] underscheydunge darmede nicht, so gehit der kouff ab. Dith ist das beschriebin recht undt steth institut. li. tertio und ist ouch der stat recht.

XLI. Vorkouffet eyner etwas recht unnd redelichin, das her nicht geandelogin kan, unnd werdet das geswechet, er dan es bezcalt werdet, es sey vonn brande, von wassere, adder vonn andern zufelligenn sachin, wie die kemmen, unnd das es ouch an argelist unnd ane sache des vorkouffers gescheen sey, den schaden mues der kouffer habin. Ginge ouch dem kouffschatz etzwas fromen zu, das queme dem kouffer zu guthe. Dith ist aber anders an den dingen, die man eyme geandelogin mag, her enhabe danne das gut entpfangenn unnd habe es in seinen geweren, szo endarff her des nicht schadin noch fromen gewynnen, wan diewile der man eyn ding besitzet, diewile ist her des dinges herre. Dith ist das beschriebin recht unnd stet institut. tertio libro 27 titulo, unnd ist ouch der stat recht.

XLII. [EG. 66.] Welch man eynen kouff mit dem andern thut recht unnd redelichen, der sal denn kouff eme haldin bis an den derthen tag, es were danne, das er eyner dem andern den kouff hette globet lenger zu haldin. Dith ist zu vorstehene ummb erbe, adder redeliche farinde habe zu kouffschatze, unnd nicht ummb kleyn ding, das man zu marthe tregit unnd die hocken teglich feyle habin. Dith ist der stat recht.

XLIII. [EG. 67.] Ist das eyn man dem andern eynen kouff vorkouffet, und globeth eme den kouff zu vorborgene, unndt enthudt des dan nicht, szo ist iener, der vorkouffet hat, des kouffes ledig unnd loss, und her hat das gude macht, das her die habe eyme andern vorkouffe ane allin schadin. Dith ist statrecht.

XLIV. Vorkouffet eyner erbe adder zcinse umme gereyde geilt, und vorwinkouffen den kouff, unnd werdet ome des geildes eyn teyl bezcalet, unnd das ander teyl vorzcogen ober die eme adder ober die zcinszcidt, ist das geilt nicht ober halb bezcalet, szo gefelleth der geniess adder zcins mogelicher deme vorkouffer dan dem kouffer, her mues en eme aber mit gerichte angewinnen, hat her en anders in gewerin.

XLV. Ab eyner klaget, her habe etwas gekoufft unnd her sie in deme kouffe betrogin und bezcuket, unnd mutet das man eme darummb eynen wandel thu, do antwort der vorkouffer zu, her habe etwas feyle gebothin, und habe das vorkoufft uffenbarlichen, szo her thurst mocht, und hoffe das ymande dorummb icht pflichtig sey. Hie ist nhu zu [Faksimile] mercken: ist der kouffer betrogin also her claget, unnd kommet die trogin vonn des dinges wegin, das vorkoufft ist, szo ist der vorkouffer dem kouffer eynen wandel darummb pflichtig, wan eyn iglicher mag den andern in den andern in dem kouffe betrigen, also das her die kawffschatze theurer adder neher mues kouffenn, darnach das her sich des vorstehet unnd gewarten kan, dorummb ist das die trogin kommet von den vorkouffers wegin, das her die kouffschatze gelobit hat, szo ist her nymande dorummb pflichtig. Werdit aber der kouffer betrogin mit worthin, das her mer wan halb also vel dorummb gegebin hat, also eyn gemeyner loufft uff die zceidt was, das es zu rechtim kouffe geguldin hetthe: wes danne ober das halbe teyl ist, das sal der vorkouffer dem kouffer vonn rechte irstathen, unnd do sullin die schepphen uund die ratisman an sein, das es geschee, wan sogethane bezeuckunge wider got unnd wedder das gerneyne recht ist; unndt wolle her danne das io nicht thun, her were deme gerichte adder deme rathe buesse dorummb pflichtig. Dith ist das beschribin recht unnd der stat recht.

XLVI. Ab zwene, drye, adder mer luthe eyne geselschafft uff kouffmanschatzt mit eynander gliche machin, sie habin dorane gliche winnunge unnd vorlust. Ab das von en vor nicht vorzcalt und mit redin geluttert werdit, so ist es doch in dem rechtin glich also. Legit aber eyner under en zwey teyl adder meher, der sal dan zwey teyl der wynnunge adder vorlust ouch nehemen. Das aber der zwey teyl gelegit hat, adder dem andern eris teyles etwas gelegin hat, mer teyl wynnunge dan der vorlust innehemen, ab das wol under en vor ussgesprochin ist adder gewillekort, szo ist doch die geselschafft widder goth unnd wedder das recht und tougk nicht, es en sie danne das der mer winnunge nehemen wolle unndt mynner vorlust, das der die erbeyt thu vor die andern, unnd den lip woge, unnd also ist es denne bestendig wan man eynen wol vindet under denn kouffluthin, der keyn geilt noch keynerley habe in die geselschafft leget, unnd doch winnunge mede nemmet umme der erbeyt willen, die her tuth, noch deme also eme vonn seine medegesellenn gereth ist. Dith ist das beschriebin recht unndt stet institut. libro 3, titulo 26, unnd ist ouch der stat recht.

XLVII. Der kouffluthe geselschafft sal also lange werin biss er eyne dem andern die geselschafft uffsaget. Aber es en mag in deme rechtin noch en sal er keyner deme andern das also uffsagin, das her es thu mit geferdenn, also das er eyner wolle die winnunge alleyne uffhebin, adder das her meyne das der ander in dem schadin adder in der vorlust alleyne sulle bleybin. Die geselschafft, die vorgehet auch, ab der [Faksimile] gesellen eyner sterbit, adder ab sich die kouffschatze endet und gantz vorkoufft wirdet, adder ab dem eynen sein gut von schulde wegin ist abgegangen. unde von wertlichin adder geistlichen gerichte gemuwet adder gehindert werdet. Dith ist das beschriebin recht und stet institut. li. tertio titulo 27 und ist stat recht.

XLVIII. Haben luthe geselschafft mit eynander mit kouffschatze, und vorwarlosset danne eyner under en etwas, adder vorlust es, adder vorthoret os in dem kouffen adder in den vorkouffen, adder in der rechenunge, adder mit der montze, adder pagemende, die andern haben ome nicht umme den schadin zuzusprechin, wan eyn iglicher sal sich vorsehin, das her in seyner geselschafft habe getruwe, richtige, unnd vorstendige gesellen. Dith ist das beschriebin recht unnd stet institut. li. 3º titulo 26 und ist statrecht.

XLIX. Ab eyner denn andern heischet adder retit, geilt zu liegende an unredeliche kouffschatze, adder bosse habe zu kouffene, adder in den kouffschatzt etwas arges zu thunde, her en ist eme dorummb nicht pflichtig seinen schadin zu legin, noch eme keynes des abzunehemen. Dith ist das beschriebin recht unnd stet institut. li. 3º titulo 27 unnd ist ouch statrecht.

L. Betet eyner adder heischet den andern eme etwas kouffen, weyn, gewant, wortze, adder welcherley das ist, unnd benennet ome die summen geildes, darumme her eme kouffen sal, adder thut eme die an gereitschafft adder an gewar, szo sal her eme nicht turer kouffenn, dan her en gebeten adder geheyssen hat; nehir mag her ome wol kouffenn. Beschuldiget her aber jenen dorummb, das her eme thurer gekoufft hat, her ist ome umme das oberrige eynen wandel pflichlig. Hat er ome aber befolin, das beste zu thune, adder ab es noth sie zuzulegin, adder hat ome gesatzt die zcale, adder das gewichte, adder das maes der kauffmanschafft, szo ist her ome doruber nicht pflichtig. Dith ist das beschriebin recht unnd stet institut. II. 3º titulo 27.

LI. Haben luthe geselschafft in kouffmanschatze mit eynander, unnd wollin sich die teylen, adder habin sich geteylet, und schuldiget er eyner den andern umme rechenunge zu thune, der rechenunge darff er keyner mit luthin bewiessenn noch gezcugenn, her wolle es danne gerne thun; her thud wol seinen eyd dorzu, darmede bestetigt her seine rechenunge, ab eme der seine gesellin nicht glouben wollin, unndt her ist on doruber nichtes mer pflichtigk zu bewiesene, wan eyn iglicher szogethane geselschafft zu eme nehemen sal, der her gloubin unnd getruwen mag, und hat man eme gloubt der her ussgab unnd innam, szo mues man ome ouch [Faksimile] glouben der rechenunge. Ouch so en kan eyn kouffman seine hantirunge nicht allezcit geuffenbarin. Dith ist das beschriebin recht unndt ist ouch witpildes unnd der stat recht.

LII. Eyn iglicher, der eyn ding kouffet, der ist es in dem rechten schuldig zu bezcalen, wan der vorkouffer das vonn ome andelogt, unnd der kouffer das entphet in seine gewere: es en were danne in dem kouffe anders besondern vorzcalt unnd ussgenommen mit borgin, brieffenn, pfanden, vorzcinsen, uff tagzceite unnd desglichen. Dith ist das beschriebin recht und steth geschribin ex. de simonia unndt ist ouch der stat recht.

LIII. Vorsetzet adder vorlihet eyner etwas, unnd der es danne gebethenn adder gewettet hat, der vorsetzet adder vorkoufft es vort eyme andern, iener des das gut was, der es zu erste vorsatzte adder vorleich, der vindet es in frommeden henden unndt vordert es, szo ist der neher das gut zu behaldin, der es zu der zceit in gewerin hat, danne es eme diesser enzchie, der es zu erst vorlegin adder vorsatzt hat; wel her es mit rechte widder gewinnen, her mues darumme ienen fordern, deme her es leich adder vorsatzte. Ist es aber eme gestolenn adder geroubet, undt hat es mit seime gudin willen uss seinen gewerin nicht gelassen, szo ist es anders, szo mag her es mit rechte vordirn. Dith ist das beschriebin recht unndt ouch der stat recht.

LIV. Wer deme andern etwas redet und globet, wan her bey sinnen ist, der ist es eme schuldig zu halden; gloubet her es aber uff eyne tagzceidt zu leisten, en mag dan nymant mit rechte vor der tagzcit gefordirn, also ouch hie vorgeschriebin ist. Ydoch sint vel globede, die eyn man vonn rechte nicht halden darff zu dem globede. Do eyn man mit bossen listen betrogin wert unndt mit logelichen worthen, also ich habe dyr das in dein haus geandelogt unnd so das danne nicht war ist, so bindet ouch das globede das darumme geschen ist zumale nicht. In der sache adder in dem kouffe, darumme eyner eyn globede thut, darinne szo sall her nicht bezcugket werde, noch betrogin, noch zu dem globede gelogin, das globede bindet anders nicht, es sie zuvel gesaget adder zu wennig, adder sie vorswegin. Globet eyner etwas zu lesten adder zu gebin, er danne er sterbe, das globede beschediget on nicht, wan os toug nicht noch hat keyne macht in dem rechtin. Dith ist das beschriebin recht, unnd ouch der stat recht.

LV. Kouffet eyner zcins adder lihit sein geilt eyme uff genisliche pfant, und der zcins adder das geilt vonn des pfandes geniesse nicht abeslet, der thut nicht recht, und ist yme rechtin ieme des das pfant ist, irstatunge schuldig darumme, unndt thut her des nicht, szo ist her eyn wucherer und der unbescheydelicher geniess der ist alles recht wucher. Dith ist das beschriebin recht und stet ex. de usuris. [Faksimile]

LVI. Kouffet eyner korn, wein, wollen, adder gewant, adder welcherley ander kauffmanschatz es ist, die man gemessen adder gewegen mag, uff eyne benante tagzcit zu bezcalne, also das es in eyme glichin bescheydenlichen kouffe geschit, das ist wol recht, und ist keyn wucher, wan der kouffer der weys nicht, noch der vorkouffer, ab es uff die zcit mer adder mynner gildeth. Vorkouffet her es aber turer, danne es uff die zceit gegeldin mag, szo ist der kouff ungottlich unndt ist recht wucher, was es doruber gildet. Dith ist geistlich recht und das beschriebin recht und stet ex. de usuris.

LVII. Globet eyn man deme andern golt, silber, pfennige adder anderley gewar uff eynen bestacketen tag zu bezcalene, unnd kommet danne der nicht, der die bezcalunge nehemen sal, her vorlust dorumme nicht mer danne den tag, man sal ome ouch dorumme die schulde nicht mynnere, noch ergere, noch widder bescheydenheyt lenger vorzcihen. Dith ist der stat recht.

LVIII. Eyn iglich man der mag mit seime guthe, das her irerbeyt hat, unnd mit seime gekoufften guthe, unnd mit seime gewonnen guthe, diewile her gehet unnd stehet, machin was her wel, unnd es gebin weme her wel, unnd war her wel, also das es nicht sey widder der stat gesetze unnd willekore adder des landes gewonheyt. Dith ist der stat recht.

LIX. Hat eyn man unrecht guth uff eme und werdet siech, undt hat darumme straffunge und ruwe ummb seine sunde, das gebit her wol unnd bescheydet es ober sein bettebredt armen adder siechin luthin zu troste, zu den kirchin, zu der spenge, zu bruckenn, stegin unnd wegin, war her gnade hat, ane seiner erbin dang unnd willin, also das her es kuntlichen seinen erben mache, unnd seinen selgerethern, das her es zu unrechte besessen habe. Dowedir das recht nicht ist, das also spricht, das nymant ober sein bettebreth bescheydin sulle ane der erbin willenn ober funff schillinge. Wer es ouch das die erbin das werrethin, wan her es uffenbar en gemachte, sie vorlorin dorumme in dem rechtin er erbeteyl. Dith ist keyserrecht undt beschribin recht.

LX. Ab eyner bier adder methe bruwet, unndt thud das mit eynes andern maltze und hopphen, adder mit eynes andern honnige, also das her wenit, das es sein sey, und darnach das dith geschit, der es gebruwet hat, der wel es behaldin, und wel das maltz und den hoppfen adder das honig geilden, szo wel der das bier behaldin, des der hoppfe unnd das maltz gewest ist unnd wel das holtz geildin, das vorbrant ist, und die andern koste, unnd das lon, also wel ouch der den methe behaldin, des das honnig was: weme volget nhu das bier, adder der methe? billicher, spricht das beschriebin recht, es volget deme, der es bruwete [Faksimile] adder liess bruwen, danne ieme des der hoppfe, maltz adder honnig was. Das beschriebin recht undt stet institut. unnd statrecht.

LXI. Nemmet eyner deme andern sein maltz adder seinen hopfen frevelichen, wan her sich doruff richtet adder gerichtet hat, das her bruwen dormede wel, unnd vorbruwet das ane seinen willen, claget es diesser, her mues dem gerichte den vrevil vorbuessen, unnd sal das maltz adder den hopphen zwefeldig geildin umme den schadin, den desser doran nemmet, das her ungebruwet mues bleibin, und en darmede an seiner narunge hindert. Dith ist ouch deme glich also umme das honnig, ab her methe bruwet. Dith ist das beschriebin recht unnd stet institut. und ouch der stat recht.

LXII. Wel eyner eyn tuch lasen werckenn, unnd gebrichet eyme andern garnes, unnd nemmet diessem sein garn, unnd lesset dormede sein tuch vollin bereythenn, her sal diessem sein garn also gut und also vollig geildin in der zcit, das diesser an seime tuche nicht gehindert werde. Werdet her dorvon gehindert, unnd mag das kuntlichin gemachin, szo mues her eme das garn zwefeldig geildenn, unndt brenget her on mit notrechte dorzu, her mues es gebuessen noch rechte. Desglichin ist es umme weidt, umme schart, umme alan, umme weytachssen, umme rothe unnd desglichinn. Also ist es ouch in den andern hantwercken, den smedin umme das issen, den schucharten umme das ledder unnd derglichen. Dith ist das beschriebin recht und stet geschriebin institut.

LXIII. Eyner der topphen adder kannen, pflachsenn unnd ander gefesse derglichenn lesset giessen von eynes andern mannes ertze, also das es mit unwissenheyt geschieth, szo ist es eyn frage, wes danne das gefese vonn rechte sey, unnd wer es billicher behalde. Die beschriebin rechte sagin, es sie das billicher, des das ertz was, danne des, der es giessen liess, darumme das man ditthe widder zu der ersten materien brengen mag, von der es gemachet ist, des man bier, methe, adder wein, gewant, nicht gethun kan. Hat aber diesser, der es machen liess seines erzis etwas darzu gethan, szo beheldet her es billicher unnd gildet ieme seinen teyl ertzes. Dith stet geschriebin institut. also.

LXIV. Bwet eyn man eyn hues adder anderswas uff seiner hoffestat unnd gebrichet ome holczes, steyne adder zcigil, kalg adder anderswas desselbin glichin, unndt nemmet das seime nackebuer, wo es uff der gemeynde, adder vor seiner thor lieth, und thut das uffenberlichin, ab her en nicht also balde gehabin kan, unnd sayt das seime gesinde, adder seinem nackeburen, adder den zcymmerluthin, das her es geilden wolle, das magk ome der mit rechte nicht vorargen, des es ist; und claget her [Faksimile] es, diesser blibt sein ane wandel, her endarff es ome ouch dan nicht thurer geildin, danne es wert ist. Hat her es aber in seiner befredunge liegin, also in sime husse adder hoffe adder in eyme andern beheltenisse, das sein ist, daruss sal man es ome nicht nehemen an seinen wiessen und willenn; geschee es aber doruber, man muste ome den frevel gebuessen, aber man gulde es ome nicht thurer, wan es wert were, darumme das der gebow der huser sich tregt zu dem gemeynen nutze der stete unnd der dorffe adder slosse. Dith ist beschriebin recht unndt stet institut. und ist ouch der stat recht.

LXV. Es en sal aber nymanth holtz, noch steyne, noch kalg, noch zcigil, adder keynerley das zu gebuwe horit, sich underwinden, noch borgin, wo man an den steten muren, thormme, adder borgfrede, slege, zune, adder anderley befredunge buwet, ane besondern loube der ambtluthe, die des zu schicken han, wo es lith an den stetenn des gebuwes. Wer das obertrethe, der muste das gebuessen noch deme also die scheppfen, das gerichte, adder der rat, unnd die ambtluthe, eme das kerin wollin, unnd es en schedelich mochte werdin. Wan die befredunge unnd die muren seint heylig, umme das der unschuldigen lip, gut unnd ere dovon enthaldin werdit, dorummb sso ist der muren frieheyt also gross noch deme wertlichen rechte, also der kirchin unnd kirchoffe noch deme geistlichin rechte. Dith ist das gemeyne beschriebin gut recht.

LXVI. Bwet eyner etwas, undt gebrichet eme holczes, zcigil, steyne, kalckes adder anderswas derglichen, unnd nemmet das von eyner gemeynde, do man mede brucken, stege, kouffhues, tantzehues, brothues unnd derglichen buwin wil, adder anderswas, das nicht zu der stat befredunge gehorit, ader ab es gehorit zu der befredunge unnd nicht uff der statt adder nahe dorbey lith, do man es vorbuwen sal, und underwindeth sich des uffenberlichin an loube unnd willen der ambtluthe, die des zu schiken han, her sal es drifeldig gelden; eynes darumme, das her es darmede bezcale noch seyme werde; das ander, das her buese denn schadin, wan her denn gebow des gemeynen nutzes darmede hindert; das derthe, das her gebuese den frevel, das her os thet ane loube der ambtluthe. Dith ist das beschriebin recht.

LXVII. Ist das eyn man uffenbarlichen guthis sich underwindet, das farinde habe ist, unnd das eme mit andern luthenn gemeyn ist, und thud das ane willin der, die des mit eme zu schicken han und das es denn gebw nicht anruerth, her sal es mogelichin zwefeldig geildin umme deswillen, das her sich des alleyne underwant, das alleyne nicht seyn was. Was in diessen stuckin der stete gewonde, gesetze, willekor unnd [Faksimile] geboth ist, die buesse werde grosser adder mynner, das gehit vor. Dith ist das beschriebin recht.

LXVIII. In allen dingen, wo die luthe mit eynander mengen gliche guthe materien unnd ouch gliche del, do teylen sie das gliche, das dorvon gemachet werdeth; und mag man das ane schadenn nicht geteylenn, wer seyn dan unnder en aller notlichst bedarff, der behaldet es, unnd legt die andern abe noch gliche; unnd bedorffin sie sein dan alle glich wol, der edelste [aL.: eldeste] unnder en hette des die kor, unnd mochte man des nicht erkennen, der ermster soilde os billiche behaldin, wenn es ome swerrer zu zugene wer, dan den andern. Dith ist das beschriebin recht unndt stet institut. unnd dem gestet die stat.

LXIX. Wo die luthe mit eynander gliche gude materien mengen, es sie en wissentlich adder unwissentlich, wer danne das meiste teyl doran hat, der beheildet es bilcher dan der ander, ab man es anders ane schadin nicht geteylen mag. Ist aber die materie, die sie gemenget han, unglich an der guthe, wer danne die kostlichsten adder die bestenn, adder die edilsten materien in dem gemenge hath, der beheildet die herschafft daran, unnd legt die andern noch bescheydenheit abe, ab es sich also geborit. Dith ist das beschriebin recht unnd stet geschriebin in institut. unnd deme gestet ouch die stat.

LXX. Schribet eyner bucher uff eynes andern bapier adder pergamen, adder malet eyner bilde uff eynes andern taffeln adder tuch, ab wol die varwe nicht also kostlich ist also die tafel adder das tuch, unnd die tinte ouch nicht also kostlich also das papir und das pergamen, nochdeme also hievor geschriebin ist, das es deme kostlichsten unnd besten an der materien volgin sulle, das sal doch hyran nicht seyn, wan der schrieber unnd der maler behalden billicher die herschafft dorane umme ere kunst unnd arbeyt, die edeler ist unnd besser dan das also geborit. Dith ist beschriebin recht unnd stet institut.

LXXI. Ist es das eyn man etwas vor seine thor werffet adder schothet, adder sust durch lost, rum, adder zcorn, unnder das volg etwas werffet, adder sust sich etwas dinges adder habe williglichin begebit, wer das vindet adder uffhebet, des ist es mit rechte. Dith ist das beschriebin recht und steht in institut.

LXXII. Werffet eyner etwas uss seime schiffe, ab her zu swer geladen hat, adder von seime wagin, adder von seime libe, adder von seime pferde, ab her geiaget werdit, adder enpfellet ome von seime wagin, karrin, pferde, adder von sime libe etwas an seinen wiessen, wer das findet adder uffhebit, der sal es eme widdergebin. Beheldet her er [Faksimile] aber wissentlichin, es ist eyn dube unnd gehet eme zu huet unnd zu hare; es beschediget en an seime libe unnd gesunde nicht, es beflecket ome aber die ere, das her zu keynen wirdigin amchten noch zu gezcugnisse nicht toug. Dith ist beschribin recht unnd stet beschriebin in institut. 3º lib. titulo primo in fine illius.

LXXIII. Findet eyner schatz begrabenn vonn ungeschicht, den her nicht suchet, tiffer dan eyn pflug geerin mag, der ist des richis, adder des forstenn, adder des herrin, des das gericht ist. Vindet her aber schatz pober eyner vorch tiff uff eyner gemeynde, szo ist her des riches, adder des forsten, adder des herrin, in des gerichte her lith, halb und des vinders halb. Vindet her en also an eyner gewiheten stat, also in eyner kirchin, adder uff eyme kirchoffe, szo ist der schatz des gotishawses halb und ist sein halb. Vindet her schatz uff eyme acker, hoffreyte, garthin, adder ander erbe, das sin nicht ist, adder uff guthe, das eme pfandes stehit, szo ist her des halb, des das gut ist unnd ist sein halb. Vindet her aber schatzt uff lande adder guthe, das sein ist, szo ist der schatz sein alleyne unnd endarff mit nymande teylin. Dith ist das beschribin recht unnd stet geschribin institut. de rerum divisione. l. thesaurus.

LXXIV. Hat eyn man acker, adder erbe, hus, adder hoff, unnd derglichin gemithet, unnd suchet den schatz doruffe und vindet en, her gibt seine mithe dorvon und beheildet denn schatz, unnd ist deme nicht pflichtig dorvon mer zu gebin, des der acker adder das erbe ist. Hat en aber der gemiettet, des das erbe ist, unnd erbeytet es umme lon, und vindet schatz doruffe von geschicht, szo ist her das viertil sein und die andern dry teyl sint des, des das erbe ist. Dith ist das beschriebin recht unnd stet beschriebin in institut. de rerum divisione.

LXXV. Vorsehet sich eyner schatzes uff seiner hoffreyte, ader uff sime erbe, und mitet eynen knecht darzu umme lon, das her eme den schatz suche, unnd vindet der knecht danne den schatz, man ist eme seinen gedinget lon schuldig und nicht meher. Ist der knecht aber nicht gedinget, sundern gebethin das her eme helffe, den schatz suche, und findet her en danne, der herre der hoffestat, des ackers adder des erbis, der gibt dem knechte dorvon noch gnadin, was her wel, unnd ist doruber nymande mer pflichtig zu gebene. Dith ist das beschriebin recht unnd steth beschriebin in institut. de rerum divisione. l. thesaurus. Unnd ist dith recht eyntrechtig mit dem heilligen ewangelio, do Christus sprach: das riche der hymmel ist glich deme vorborgin schatze in dem acker, den eyn mensche vindet und bergit en, unnd gehit unndt vorkouffet alles das her hat, unnd kouffet dormede den acker; es wirdet aber vorbrochin umme der forstenn unnd herrin girheyt willen. [Faksimile]

LXXVI. Mitet eyner eynen acker, adder wingarthin, adder ander erbe, zu iarin: der en mag mit rechte danne wedder silber, adder ertz, adder liederdin, adder thon, adder mergel, adder steyne, adder leymen, adder sant, adder keynerley desglichin daruffe lasse grabin ane des willen, deme her en hat abgemittet adder abgewettet, ab her eme geilt doruff gelegin hat. Dith ist das beschriebin recht und statrecht.

LXXVII. Hat eyn man willen, das her wallin wolle, und eyne verre sorgliche reysse thun, also kegin Rome adder obir mehir, unnd vorchtit das her nicht lebenig widderkomme, adder vorsehit sich des todes vonn sichtum, adder von wundenn, adder von andern dingin desglichin, unndt gibt eyme seime freunde bie gesundeme libe, adder uff seime stule sitzende, gut unnd habe, und thut eme das in seine gewere, kommeth der widder zu lande, adder genesith der krangheyt adder der wunden, unnd heyschet das gegebin gut widder, jener dem es also gegebin ist, der mues es eme widder kerin von rechte dorummb, das her zu der zcit in dem wane gewest ist, do her es vorgab, das her seinen lip und sein gut begeben muste. Gebit her os ome aber so her keyne besondern vorchte des thodis, noch wan nicht enhant, unnd heyschet her es darnach widder, jener dem es gegebin ist, der beheildet es mit rechte wol, ab her wel. Dith ist das beschriebin recht undt stet institut. secundo libro, titulo septimo.

LXXVIII. Werdet schatz gemuret in muren, adder in keller, adder in ander gemach, adder beheltenisse, und werdit funden, der schatz gehorit nicht an die konniglichin gewalt, noch an die herschafft, noch an den richter; her gehorit an die erbin unnd an die, uff der erbe her also funden werdet, wan der behaldin ist in erin beslossen gebuwen unnd beheltenissen und nicht in der erdin. Ouch sso ist es allin luthin nicht bequemlich er gereitschafft in schencken, ladin adder in kastenn zu legin, die dicke uss erin hussern wandirn mussen unnd sich besorgin mussenn vor diebin undt vor brande. Dith ist der stat recht und beschriebin recht.

LXXIX. Ab eyner lith in todes gewalt unnd wel sein selgeretter setzen, unnd bescheydeth adder vorgibt etwas mit seiner erbin willin dorch seine sele, adder tudt das an seiner erbin willen bie genendem libe, und spricht also: dith gut adder geilt gebe ich lutterlichin durch got an eyne kerchin adder an eynen spiettal adder an eynen altar zu eyner ewigen messe, adder zu eyner spende, adder an eyne bruckenn, adder zu steynwegin, unnd benennet der eigentlichen unnd besondern keynes mit namen, zw welcher kirchin, altir, spiettal adder brucken [Faksimile] spende adder steynwege es sulle: hie ist eyn frage, wie die selgereter, formunden, adder frewnde, darmede gebarin sullin zu rechte, ab es an erme willen steth, war sie os gebin wollin adder nicht? Hie ist zu antworthen: neyn. Sie sullin es von rechte zu der ermesten kirchin, altir adder spiettal gebin, der ergin in der stat adder in dem gerichte ist, do die bescheydunge geschen ist, adder zu der swechstin brucken adder steynwege, do des alter notist thudt. Woldin es aber die selgerether durch gunst vorgebin, do sin nicht notlich wer, es hetten zu werene die ambtluthe in dem gerichte, wan das ane zweivel also von dem sterbinde gesatzt wart dorch innikeyt uff das beste unnd trostlichste seiner sele. Dith ist das beschriebin recht.

LXXX. Eyn iglicher mensche, das sein selgerethe setzenn wel, ist das in dem rechtin pflichtiger in seiner pfarre, ab sein do noth ist, dan anders wor, umme deswillen das her die heylligent sacrament do nehemen mues, do seiner sele selikeit ane steth. Dith ist das beschriebin recht.

LXXXI. Es ist ouch eyn iglicher cristen mensche in deme rechtin schuldig vier stunt zu oppherne des iares in seiner pfarre, das ist zu ostern, pfinsten, zw unsern frowentag wortzwey, unnd zu weynnachtin. umme dith oppfer szo mochte eyn pfarrer sein pfarluthe im rechtin mit gerichte vordirn. Dith sal ouch sein zu dem geringsten eyn guder genger gewonlicher pfennig. Deses ist nymant vorhabin im rechtin danne die kinder under zwelff iarin und ober arme luthe, die sein nicht gehabin mogin. Es sullin ouch entragin sein die uffenbarin rouber, die uffenbarin wucherer, kerchin und gotishawser vorstorer, uffenbare hurin; also verre also diese gnante sunder nicht ander gut zu opphirne habin, so vorweiset sie got mit erme oppher, also beschriebin stet in dem funfften Moysi, do got sprach: du salt nicht nehemen in dem tempel das sontliche lon eynes gemeynen wibes zu opphere. Dith ist alles ouch das beschriebin recht unnd stet beschriebin ex. de raptoribus et de usuris XVII q. IV.

LXXXII. Die gotishauser unnd die kirchen habin also grossen frede und frieheyt vonn gothe, von den bebistenn unnd von den keysern, das eyn iglicher dorinne habin sal, der nicht eyn morder ist, unnd fluhet dor eyn iude adder eyn heyde, her sal dorinne frede habin, unndt wer den frede bricht, her sie eyn richter adder eyn ander, der ist alsobalde in des babest banne. Wer ouch dorinne gewalt tribt mit zubrechene adder zuslahene, der ist in des babest banne.

LXXXIII. (LR. I. 22. 2.) Sterbin eyn man und sein wip, die gesinde habin, man sal zu aller erst geilden unndt lonen deme gesinde, unnd sal en gebin er vordinetes lon biss uff den tag, also her starb, unnd [Faksimile] sal sie dornoch an denn kostenn haldin biss uff denn drissigistenn, das sie sich indes bestatin mogin. Wollin sie aber die erbin behaldin, szo sullen sie das iar ussdynen und erin vollin loen entphaen. Ist en aber vor zuvele lons gegebin, er er herre adder ere frowen storbin, des endorffen sie nicht widder kerin. Loukent man on ouch des lones von eyme iare adder vonn eyme halbin iare, das mogin sie wol uff den heylligen behaldin, unnd man sal sie ane vorzcog bezcalin. Habin sie ouch gedienet uff gnade, sie muessen der gnade an den erbin warthenn. Dith ist lantrecht, witpildesrecht, der stat recht unnd das beschriebin recht unnd gut gemeyn recht.

LXXXIV. (LR. I. 22. 2.) Sterbet eyn gemitter knecht adder eyne gemitte mageth, er dan sie er lon allis vordienen, das en gedinget was, man ist erin erbin nicht mer lones pflichtig, dan also vil sie noch der anzcal biss uff die zceit, do sie storbin, verdinet hatten, und das sal man ouch erin erbin adder weme sie es bescheyden hettenn, unvorzcoglichenn bezcalen; habin sie abir uff gnade gedienet, man ist on lon uff gnade plichtig unnd das sal man zu hant thun und gutlichin richtin. Dit ist lantrecht, witpildesrecht, unnd ouch der stat recht.

LXXXV. [EG. 23.] Liget eyn man an dem thode unnd hat eynen frunt, dem her guthes gloubet, und befelet deme seine schulde zu geildin, unnd gibt ome die schult beschriebin, do frome luthe kegenwertig seint, und sterbit darnach und lesset erbe unndt gut, der deme her das also befolin hat, der sal die schulde zuerst geildin vor andern allin schuldin, die man hindennoch uff en clagt adder eme zuspricht. Dith ist der stat recht.

LXXXVI. Kouffet eyner uff widderkouff zcinse, es sie pfenniggeilt adder korngeilt, unnd gibt dorummb also vel gewonlich ist, das man es ewiglichin kouffte, und tut eme die gunst, das her es widderkouffen moge umme also vel unnd also gut geilt, welches iares her wel uff eyne tagzceit, also das der zcins uff erblichin guthenn adder uff andern guthin in sollicher wiesse, ab die guthe vorterbin, geswechit werdin unnd abenehemen, das der seinen zcins doran nicht gantz gehabin mag, das her schadin danne mede trage: diesser kouff der ist gottlich, erlich unnd recht.

LXXXVII. Vorkouffet man eyme erbe uff eynen widderkouff, also lant, wingartin adder ander gartin, adder wessen, in der masse also in diessem nehistenn stucke hievor geschriben ist, die sal her befredin, arbeyten unnd behaldin in erem rechten wefsenn, also verre es ome mogelich ist, unnd mag der geniessen mit bescheydenheit, was her kan. Dith recht bestehit woll mit allen rechtin, sie sint geistlich adder werttlich, [Faksimile] wan so her uff dem erbe missewachs gewynnet adder ungeerbeitet lesset, szo mues her ouch den schadin nehemen.

LXXXVIII. Kouffet eyner zcins adder gulde uff eynen widderkouff, also eynem ummb achte, zcehen, zwelffe adder nehir dan gewonlich ist ewige kouffe zu thune, her ist vonn gottlicheme rechte schuldig, widder zu kerinde, was her ierlichin von den zcinsen genommen hat mer, dan sich vonn dem geilde geborthe, das her dorummb gab, noch der rechenunge, ab her ewige zcinse dorummb gekoufft hette, adder kouffen muste noch deme also gewonlichenn in dem lande ist; unnd do hilffet zu nicht die willekor, die der vorkouffer tut, das her gerne mynner nehemen wel; wan die willekor ouch also gehit zu eyme iglichen wucher, unde die wucherer underwilen flissiglichenn von den armen leuthenn dorumme gebethen werden. Dith ist gesprochen noch eyme bescheyden gottlichem rechte, aber noch werttlichem rechte szo hilffet die willekor, das eyn denn oberigin zcins, also hievor gesprochin ist, vor deme gerichte nicht wedder gefordern kan.

LXXXIX. Kouffet eyner eynen widderkouff unnd gibt alsovel darumme, also in dem lande gewenlich ist den zcins ewiglichin zu kouffenn, unndt gebruchet des zcinses etzliche zceit, kommet es indes, das die montze, dormede der widderkouff geschen ist, stigit adder vellit an deme pagemunde, adder villichte vorwassen adder vorslagenn wirdet, des sal billiche unndt in dem rechtin wedder denn kouffer noch den vorkouffer beschedigen an der abelosunge adder an deme wedderkouffe, szo der kouff unnd die kouffbrieffe geschen unnd geschrieben sein ane argelist zu halden und die geferde ausgeslossen sint. Es ist aber gut, das man es luttere in der brieffenn, das man also mit gudem pagemunde wedderkouffe, also darummb gegeben ist. Dith ist eyn gottliches recht und beschriebin gut recht magistri iohannis Andree.

XC. Ist das eyner kouffet uff eynen wederkouff unnd bezcalet dorumme was glich unnd bescheydelich ist, acker, wingartin, wessen unnd ander garthin, hues unnd hoff, und gebruchet der, ab her woll mer dorvon ierlichin nemmeth unnd er genusset, das sich zcinsse vonn rechte geborit von deme howbtgelde, das her darumb gegebin hat: das thut her midt rechte, unnd ist eyn gottlicher geniess, dorumb das her mit dem erbe sorge unnd erbeyt habin mues unnd die wage ab eme die fruchte doruff vorterbin adder geratenn, des her nicht endarff an andern gewiessenn zcinsen, die man eme do in seine herwerge ierlichin andelogt. Dith ist das beschriebin recht.

XCI. Tut eyner eynen widderkouff umme zcinse uff erblichen [Faksimile] guthenn also, ab es queme das ungewitter, missewachs, brant adder orlauge das hinderthen, das eme der zcinss nicht werdin mochte, das her sich des danne an andern guthern des vorkouffers irholin soilte, wo her mochte, adder setzit eme zu dem erbe borgin adder phande, adder kouffet die zcinse an erbe uff borgin unnd uff pfandin mit eynander, dith ist alles unbestendig unndt unrecht, wan der kouff in diessen stuckenn keyne wage habin noch lidenn wel, sundern alles gewiesse winnunge. Ouch so kouffet her also die zcinse nicht uff guthe, sundern alles uff denn luthenn, die des erin also nicht mechtig seint noch gesin mogen, erin lip unndt orin gesunt darmede zu loesen.

XCII. Kouffet eyner etwas zcinses uff eynen widderkouf mit sollichem underscheyde, wan her des zcinses numme habin well, unnd heischet von dem vorkouffer seinen widderkouff unnd sein houbtgeilt, das der vorkouffer dan thun mues, es sie eme bequemlich adder nicht: desser kouff der ist unrecht und ist wucher, wan hyrmede vorbunden wirth der willen des vorkouffers, das her das guth lossenn mues, unnd dorumb sso heysset es keyn kouff, sundern eyn satzunge, unnd ist bosser wan judin gesuch, darvore das es in den iudenn stunde, sso loste her es, ab her wolde, adder liese es, des enmag hyr nicht gethun, her mues es lossen mit seime schadin.

XCIII. Kouffet eyner eynenn zcins uff eynen widderkouff, uff erbe adder andern guthern, und setzet die losunge unnd den willen zu dem vorkouffer unnd seinen erbin, wan sie das widderkouffe wullen, also recht ist, und beheildet doch dormede in deme kouffe, wan die vorkouffer den zcins widderkouffen wollenn, das her den zcins mede bezcale noch vorlouffener zcidt, unndt das ist unrecht, und ist uffenbar wucher, wan man also rechent vonn manden zu mandenn, vonn wochin zu wochin, und von tagenn zu tagenn, das mogelichen gesuch heyscheth.

XCIV. Zcins unndt gulde sal mann andelogin uff gewonliche tagzceyte, also sich das in dem rechtin usswieset, von dem erbe, und die pfenniggulde uff die bestetin gewonlichin tage, also man die pflichtig zu andelogin. Vonn den widderkouffenn ist in den rechtin vel geschriebin, aber dith ist das gotlichste, erleste recht unnd bestentlichste.

XCV. Wer zcinse kouffet zu seime leibe, der sal en dornoch kouffen das her jung, starg unnd gesunt ist; es stehit an den vorkouffern, wie sie en gebin wullen. Diessser kouff ist woll bestendig umme deswillin, das er ebenturlich ist, unnd nicht enweys wie lange her den zcins uffnemmet; aber keyne unbestendige, also hievor gerurit seint, sal her in deme kouffe nicht haben. Man sal ome zw zcinse sogethane were gebin, also her gekoufft hat, unnd in seinen brieffen geschriebin steth, sie bessere adder ergere sich. Man sal sie ouch vonn rechte er bezcalin [Faksimile] undt entrichtin danne die zcinse, die uff eynen widderkouff gekoufft seint, umme deswillen das sie irsterbin, unnd die brieffe noch des kouffers thode numme macht habenn.

XCVI. Kouffet eyner erbliche, also dorffe, vorwercke, acker, wessen, winwachs, unnd derglichen zw seime libe zu gebruchen, her si haldin, wo her das gethun mag, in eyme zcemlichin bleybenn, unnd ist es eyn hues mit dachen, swellin, suelen, das es eyn hues blibe, unnd sal es befrede noch seime rechtin, und sie nicht vorwustenn. Bessert her ouch die gutter, die besserung legit eme nymant, noch seinen erbin, es were dan in dem kouffe vorzcalt und gewillekort; unnd ergirn sich ouch die guthe von gotis gewalt unnd zufelligen sachin, ane seyn mutwilligis vorwarlossen, so ist her dorummb noch die seinen nichtis pflichtig. Ist ouch eyn widderkouff mede inbracht, also das man den lipzcins widder kouffen mochte, das mag wol besthen, unbeschediget den, die denn lipzcins vorkoufft habin, wan welch kouff der erstir in deme brieffe benent werdit, der gehit mit soime rechte vor.

XCVII. Kouffet eyner zcinse zu seime libe, ab darnach sein leben adder sein nam gewandelt werdet, das beschedigt en an den zcinsen nicht. Lieffe aber eyn geistlicher man uss seime kloster in untoginden, adder eyn geistliche iungfrawe, die erin obirsten gehorsam gethan hetten, frevelichen, adder eyn iglichs weib von erme manne, unnd wordin uffenbar gemeyne, den wordin die zcinse zu libin, also vaste also er erbe, mogelichin vorteylet. Das aber das beschriebin recht unnd ouch unser lantrecht also spricht: das eyn wip moge mit eris libes unkuscheyt er ere swechen, er erbe und er gut moge sie aber dormede nicht vorliessenn, das sal man vorstehin vonn denn ledigin unbemannethen weybin unnd von den ledigen jungfrawen, die gote mit dem ordin und gehorsam nicht vortruwet seint. Dith ist dorummb gesatzt, das sie die ere er frunde, mannes unnd kinder deste vehister haldin, ab sie er eygen ere nicht schonen woldin, und das sie erin ordin und ander geistliche luthe nicht also lichtiglichenn lestern, unnd von denn grossenn sunden, die von en vel grosser seint, danne von andern luthin, sich zcihin und vonn sogethanen zcinsen und guthen dorzu gesterket werden.

XCVIII. Wetten zwene mit eynander umme geilt, adder ummb trangk, adder ummb anderswas, welcherley das ist, wer das vorluset, der gildet das mogelichin uff die zceidt, also das geredt ist, also verre die wette zcymlich ist unnd ane bose list geschiet. Sint aber argelist dormede gewest, es en sal en ime rechtin nicht beschedigin, wan eyn iglich recht gerichte, das sal bose liste unnd bezcuckunge allezcit werin, also wol also [Faksimile] andere ungnade undt unrecht. Ist her aber unbezcucket und bie redelichin synnen gewest, her gildet es billiche, es were danne widder goth, adder wedder den gloubenn, adder widder seinen herrin, adder wedder ere, adder wedder der stat gesetze, adder widder seinen gesunt. Dith heyschet alles unzcemlich, wan das beschriebin recht wieset das uss, das eyn iglicher man sein recht adder sein gut vorwillekorin magk, adder seynenn gesunt adder seinen lip magk nymant vorwillekorin.

XCIX. (LR. II. 57.) Ab eyner nhu spricht, her habe gut in seinen lediglichin gewerin, unnd habe das vorzcinset, unnd habe es in nutze unnd in geilde, und sie ome geantwort vor gerichte, also es mogelich und recht ist, umme benante pfennige, uff deme guthe sie nhu frevel gescheen, den sulle man eme bussenn; und eyn ander, der eme das gut vorsatzt und geantwort hat, der spricht, her habe das gut von seime herrin, unnd das erbe sey sein, man sulle ome den frevel mogelicher buessen; ouch szo spricht der lehinherre, man sulle es ome mogelicher vorbuessen danne der zweyer eyme, wan es von eme zu lehin gehe; welchem sal man nhu dorzu antworten und buessen? Hiruff spricht das recht also: ist das guth mannigis mannes, also das es er eyner vonn dem andern habe, was man danne uff dem guthe gefrevelt, das sal man deme buessen, der es in lediglichen gewerin hath, unnd anders nymande mer. Also saget das lantrecht in dem LVII capittel des andernn buches.

C. (Gl. LR. II. 57.) Nu sal man wiessen: das eyn man guth vonn dem andern hath, das kommet drierley weys, vonn lehenunge, adder vonn mitunge, adder vonn vorsatzunge. Ist es nhu von lehenunge, so hat es der zu klagin, der es in lediglichin gewerin hat, also das beschriebin recht ussweyseth institut. de usu fructuum. Hat es aber eyn man vonn mitinswegin in seinen gewerin, so en mues man das underscheydin, also der schade kommen ist, wan es ist schedelich dem guthe, unnd das der schade denn nicht, ruret aber der schade den an, der es gemittet hat, szo mues man eme antworthenn unnd denn schadin noch rechte legin, also das beschriebin recht usweyset. C. de locato et conducto. Vorgehit aber das gemitte ding vonn deme schadin, so en mues man dem herrin antworthin, vonn dem es gehet, also das beschriebin recht saget C. de jure emphiotico l. primo. Hat man es aber vonn pfandes wegen in gewerin, sso bessert man deme, der das pfant inne hat. Ouch ist kortzlichin zu wiessen, wes der schade ist, dem geborit die clage, unnd deme sal man ouch bessern, also das beschribin recht sagt institut. vi bonorum raptorum. Aber ist zu mercken: wan eyn man seine pfennige lihit uff gut, gefellet danne frevil adder schade dorinn, den sal man deme [Faksimile] bessern unnd bossenn, der sein geilt doruff gelegin hat, also das beschriebin recht usweyset in institut. de obligationibus, quae ex delicto nascuntur. l. furti et ff. de vi bonorum raptorum l. secundo cognacione et ff. de regulis juris. Vonn diesser vorbeschriebin frage werdit vel dinges noch orme glichnisse mit dem rechtin entscheydin vonn eyme vornunfftigen manne, wan des noth geschieth.

CI. (LR. II. 32. 2, 3.)3.101 Hadt eyn man gesinde gemittet, unnd vortribet her seynen knecht adder seyne maget, her sal en erin vollin lon gebin. Ist aber es das der knecht adder die mageth deme herrin vonn mutwillin vonn deme dinste enkehin ane redeliche sache des herrin, sie muessen eris lons das iar entperin, wie verre adder wie lange sie inn dass iar gedieneth habin, unndt ist en des lones gereyte wordin etwas, sie muessen es widderkerin. Nemmet aber eyn knecht adder eyn maget orloub umme redelichter unnd notlicher sache willin, was sie danne biss uff die zceyth vordienet habin, das sal her en gebin. Desselbin glichin ist es ouch, ab der herre von redelichin sachenn unnd ehafftiger noth willin adder wegin des gesindes entperin mues, unnd das her sie doruber guttlichin von eme lasse, das sie eme dancken, das stehit seinen erin wol. Dith ist das beschriebn recht, witpildesrecht unnd ouch der stat recht.

CII. (LR. II. 53.) Was eyn man buwet uff frommede guthe, do her zcins vone gibt, des mag her abebreche, ab her vonn danne zcugit, adder seine erbin noch seyme thode, ane den zcun hinden und vornne, und das hus unnd denn mist, das sal der herre lossenn, noch der burger adder der schepphenn adder des rathis erkentenisse. Entut her des nicht, her furet es mit dem andern enweg. Dith ist lantrecht, witpildesrecht unndt ist ouch der stat recht. Were es aber eyn man vonn ritters art, der en seyme weybe zu morgenngabe gegebin hette, werdit es ouch ledig dem herrin, her nemmet den gebw mit dem lehene, her enhabe es danne seime weybe zu morgingabe gegebin. Dith ist alles lantrecht.

CIII. Wer in des andern wingarthenn gehet, adder dovor, unnd snydeth unndt bricht eynen trubel an seine hant, das her den gesse, der ist deme wingertener dorummb nicht pflichtig zu buesse. Her sal es aber mit freviln worthin nicht thun. Ist es abe das her eme seine sloss zubricht adder heckenn adder zcun, unndt thut eme schadin, her ist eme [Faksimile] wandel dorummb schuldig. Snidet her meher trubel dan eynenn, denn her an der hant tregt unnd isset, her mag en mit rechte pfenden, ab her wel. Desselbin glichen ist es ab eyner korn ribet in seine hant uff dem feilde, unnd ab eyner durch eynen boymgarthin gehit unnd eynenn apphel adder eyne bernn bricht, her sal er aber eyme manne uff dasmal numme sneydin adder brechin; thudt her es aber des nachtis unnd worde dorummb geschriet, szo were es anders. Dith ist der stat recht unnd ist gotis recht unndt steth in deut. XXIII capt.

CIV. (LR. III. 4. 1.). Wer widderheyschet das her vorgebin hat adder vorkoufft an varinder habe, unnd loukent her des kouffes adder der gifft, jener der es in gewerin hat adder under eme hat, der mag es wol behaldin selbderthe fromer luthe, die das sagin unnd horthin. Mit ssogethanem gezcugnisse magk eyn man den andern zu gewere so nicht vorbinden, also eyn ander man das guth under ome vanget, wan her enkehit ome mit seiner unschult. Wer also eynes kouffes bekennet, der sal gewer wessenn dorch recht, was her vorkoufft hat, wan der ist eyn dip adder diebis genosse, der kouffes bekennet unnd der gewere loukent, her hescheyde es danne mit gezcugnisse, do her es gekoufft hat. Dith ist lantrecht, witpildesrecht unnd ouch der stat recht.

CV. Wer des andern kleyder us der batstobin, unnd secke us der mullen, adder brot aus dem backhause, adder tuch aus der walckmollin, adder garn adder tuch uss dem webehause adder verbehawse, unnd ander gerethe, dem seinen glich, tregt, in dem wone, das es sein sey, unnd lesset das seine da unnd heildet das unhelingenn, her bleib sein ane wandel. Vorberget her es aber, es gehet ome zu huet unnd zu hare, das ist das her dorvone erloss werdit, das her zu eyme gezuge, noch eyme wirdigenn ambtmanne nicht tougk. Schuldiget enn aber ymant, ab her es nicht enhelet, her habe es gethan mit gedachten muthe, das her eyn bossers ummb eyn bessers gewesselte, des entschuldige her sich mit seime eyde. Dith ist lantrecht, witpildesrecht unnd der stat recht.

CVI. Werffet eyner etwas vor seine thor in keriche adder in andern dingen unwissentlich, also geilt, fingerleyn, messer, buttel adder anderswas, welcherley das ist, wer das vindet, der sal es widdergeben, unnd nicht das behaldin; wol das hievor in dem LXXI stucke geschriebin, was eynn man uss seime hawse werffe, das sie des vonn rechte, der es findeth: das ist aber zu vorstehin, was her mit willin unnd wiessen vor seine thor werft unnd seyn nummer wel besitzenn. Vindet eyner also etwas redelichs unnd beheildet es unngeuffenbart, also ouch vorgeschribin steth, es gehit ome an seine ere, unndt heyschet eyn dube zu huet unnd ouch zu hare. [Faksimile]

CVII. Wel eyner zcins kouffen uff gewiessen guthin, der gottlich, erlich unnd bestendig ist, unnd wel dorummb alsovel gebin also der zcins zu ewigem kouffe gewonlich ist, noch deme also hirvor in deme LXXXIX stucke diesses buches geschriebin steth, unnd wel der vorkouffer nicht also vel geildes uff eynem widderkouff dorumme haben, wan her es eme gebutit kuntlichen, sso mag her den zcins wol nehir mit gothe unnd mit erin kouffenn noch willin seines vorkouffers, her sal es aber butin ummb der ere willin in seime brieffe, den her doruber nemmit, wie her denn kouff also gethan habe, unnd die gezcugin darinn lassenn schriebin. [Faksimile]

Viertes Buch.

[Vorrede]

Ich lage dycke manche lange nacht,
Offt nur bekomernys zcuvyll,
Rette im gerne weydt nachgedacht,
Als iczt vorhanden ist wunderspyll.
Nimands wyll underweyst werdenn,
Nach sich des rechten erfragenn,
Es wyrdt gehandelt mit geferden,
Szo muss arm mann das crewz tragenn.
Purget man dye urteyll das schadet newth,
und lysse dye rechtlich vorsprechenn
Recht vorstendige gelarte lewth,
Gebere uns iar keynen gebrechenn,
Oder urteylten nach beschrybenen stadtrecht,
Lisen uns davon nicht dryngenn,
Das ist bestetigt, guth undt slecht,
Theten mit nawrung uns nicht lassen zcwyngen.

Sequitur lieber quartus tractans von deme vyhe, wye man dye rechte, dye sich doruber geborenn, entscheyden sall.

I. Abel der was der erste man, der uff ertriche y[e] kuscheyt gehilt; her was ouch der erste man, der uff ertriche y[e] gestarb; her was ouch der erste, der uff ertriche y[e] im gerechtikeit bleib; her was ouch, der erste goth opphirte; her was ouch der erste, der mit vyhe hat umme gegangenn, unnd dorummb sso obphirte her gote das beste lamp uss seiner hertte, unnd sein oppher was gothe angeneme, wan gar eyn [Faksimile] gottliche narunge ist, wer sich des vihes nerith, unnd dorummb szo sint die bestin diesser werlde herttin unnd vischer gewest. Konnig Saul, do her suchte seines vathers eselin, do wart her gesalbit zu konnige; David, do her des vihes hutte, do her seinen brudern pottirn unnd kesse und ander spisse brengen soilde, do erschlug her Goliam den ressen mit seime hertstabe unnd schlenckirn, unnd irwarb des konniges tochter unnd warth dornoich zu konnige irwelth; Abraham der warthe des vyhes, do eme goth seine heymlichkeyth uffenbarthe; Jacob vordienethe mit dem zcickichin, das her seime vathir kochete, den segin unnd Lyan unnd Rachelin, die schonenn, mit dem vyhe buten; Moysenn dem uffenbarthe sich goth in dem bornenden pusche, do her seime swere Ietron der schoffe hutte; Iob der geduldiger, der nerethe sich des vihes, unnd got der vorsuchete en, unnd thet ome gross gut uff ertriche mit richtume an dem lestenn; Ioachim der was zu feilde bie seime vihe, do eme der engel kundigete, das Anna unss frowin soilde entphaen unnd geberin; Christus Ihesus der wart geborin bie dem vyhe in dem stalle, unnd gelegt in die krippen, die engele vorkundigethin den hirtthin seine gebort uff dem feilde; die prophetin habin sich des vyhes generit, die patriarchin habin dormede umbgegangen, die apposteln vischeten, do sie Christus zu ome hisch. Darumme so spricht also der grosser meyster Aristotiles in dem buche vonn den stetten also: die beste gottlichste narunge der borgir nehist den ackerluthin das ist, das man sich des vyhes neret.

II. Wan nhu dith buch sageth vonn dem vyhe, wie man die recht, die sich doruber geborin, enscheydin sal unnd ausrichten sal, szo geborit sich wol das man die ouch wiesse und lernne, wan also der meyster Aristotiles spricht: nicht eyn warmer tag adder zwene brengen denn sommer, sondern vel warme tage gehorin dorzu, das es sommer werde. Also ist es ouch, das eyner vorstendig unnd eyn redelicher burger adder schepphe werde, do gehorit nicht eyn stucke adder zwey des rechtin zu, das her die usgerichtin konne, sundern vele stucke vonn mancherley materien mues er kunne und lernnen. Darummb so spricht Isidorus, der grosser lerer: wiltu under den fromen vorstendigin luthin wert gehaldin werde, sso lerne gude ding unnd toguntliche wisheyt allezcidt gernne, wan die unwissenheyt die vorleschit inn dem manne das licht der redelichkeyt. Her spricht vort: y[e] du lieber lernest, y[e] dine sinne bass gescherffit werdin wan eyme irfarin, so irferrestu mer unnd gewinnest danne lust zu der wisheyt, wanne sich das zu dem erstin irhebet mit swerikeyt des synnes, szo wirdit es dornoch lichte, so du es antreibst von der gewonheyt. Dorummb so lies die bucher gernne, die vonn toginden, vonn [Faksimile] gerechtikeyt und wisheyt lerin, unnd hoer und rede ouch allezcid gernne dorvonn, undt besonndern zuvor sso thu mit deinenn werckin das wieslich unnd gut sye; scheme dich nummer gut zu sagin, wo man es gernne horet, das du weyst, unnd scheme dich ouch nummer guth unnd das recht zu lerne, das du nicht enweyst. Bistu mit luthen in dem rathe unnd in eyme gespreche, so begere nicht das zu wiessenn unnd zu irfarnne, das dir nich zcemmit zu wissene; mit deynenn teydingen, ab man die gernne horit, szo widdersprich nummer die gerechtikeyt; hore andern luthin liber zu allezcit, die do wisheyt unnd gerechtikeit sprechen, wan das du selber dorinn redest; unnd wiltu meren deine toginde, szo offenbar das nummer, das dyr in ratisweyse adder in truwin gesagt ist, wie gram dir der seger wordin sey. Ere ouch alle weyse unnd frome luthe, unnd biss gehorsam deinen obirstenn, unnd thu doch nicht boses vonn ymandes geheyse; biss ouch nicht irschreglich ober dine undertheningen, hersche also ubir sie, das sie lustet dyr zu seyne.

III. [Dist. VI. 1.1. E. III. 88.] Do goth denn menschen geschuff, do gab her ome gewalt obir die wildin tir, unnd ober die vische unnd vogele. Dorvonn sso habin wyr des eyn orkunde von gothe, das nymant seinen lip adder seinenn gesunt an diessenn dingenn mit rechte vorwerckin mag. Aber an denn zcamenn tirenn, die man in den hausern unnd in denn hoffenn zcuheth, unnd an stutpherdin, an denn vischenn, die mann zcuhit in denn tichin, unnd an den vogiln uff eynes mannes mistenn unnd hoffereyte, also gense, honner unnd ente, unnd an seyme vedderspele, ab her das hat: wer das roubet adder stelet, der mues seine ebenthure dormede stehin, noch deme also das recht doruber usswiset. Noch sso hegin etzliche herrin ouch kleyne wasszer bie gar grosser buesse unnd rache, unnd das ist mer vonn gewalt danne vonn rechte.

IV. [Dist. VI. 1.1.] Drye stethe adder welde seinth in dem lande zu Sachssenn, dorinne denn wildin tirin frede gewercket ist bie des konniges banne; ussgeschloschin wolffe und die fuchsse, die sullin dorinne keynenn frede habin. Dith heyssenn des konniges banvorste: das eyne ist die heyde zn Kow, das ander ist der Hartz, das derthe ist die Meydeborsse heyde. Wer in diessenn dren vorstenn adder weldin wilt vehit, der muess vorchtin des konniges bann, und wettit LX Schillinge phennige. Wer ouch durch diesse banvorste ritit, des armborst sal ungespannen sein, unnd sein boge ungezcogen; seine hunde, winde unde brackenn, sullin uffgefangenn sein, seine iagehunde zusammenn gekoppelt; unnd iaget eyn mann eynn wilt ussewenig dem vorste unnd volgit midt denn hundenn nach biss in dennselbin walt, das mag her wol thun, [Faksimile] also das her nicht blasse inn sein horn, noch seine hunde grusse, noch anschrye, szo missetudt her nicht, ab her das wilt vehit unnd dornoch sso mag her seinenn hunden woll ruffin zusammenn. Dith ist lantrecht.

V. [Dist. II.10. 9. ER. III. 78.] Es sal nymant in dem kornne ritin zu iagene noch zu hetzene von der zcit also es schossset unnd geledt gewinnet biss an die zcit das man es gesnidet. Es ensal ouch nymandt sein vihe dadurch treybenn, odder mit wagenn odder karrin dadurch faren, und wer das thut, der ist deme, des das kornn ist, schuldig seynen schadenn zu legenn, unnd ist darzu schuldig dem gerichte die wette. Dasselbe ist er auch umb ander fruchte uff dem felde, als umb flachs, maenn, hanff, erweys, bonnen und dergleichen. Dith ist lanndtrecht, witpildisrecht unnd der Stadt recht und auch gotliche recht.

VI. Es ensal auch nymanndt in den wingartenn heczen, iagen, odder beysenn, reithen, noch lauffen, vor der zeith das die weynreben augen gewynnen unnd das laup sich ewget biss das der weynn gelesenn wirdt und abekometh. Es ensal auch nymandt dardurch treybenn, faren, reythen adder lauffenn, es sey dann das eyn recht adder gennge strasse dardurch gehe, unnd die mag man wol wandernn also das man ann dem wyngarten keynen schaden thu. Geschiedt aber do schadenn, man muess den schaden geldenn myt der wette, die der radt odder das gericht daruff gesaczt hat. Dit ist witpildis und der stadt recht, unnd darzu gottes recht, unnd steht in dem andern buche Moyssi in dem XXII capitel.

VII. Lauffet ein schweyn, adder ein zcege, adder ein ander thir, in eynes mannes garthen und thut ome schadenn darinne an wynstockenn, an wyne, an bawmen, an krute, an grase, an andern fruchten, adder an andern seynen befredungen, denn schaden sal seyn herre geldenn, ap er wil, ader sal dem, des der gartte ist, das thir darvor gebenn, kan diser anders waer brengen, das den schadenn das thir gethan hat; unnd mag er das nicht waer brengenn, so endarff ienner, des das thir ist, keynen schadenn geldenn. Dit ist das beschrebenn recht, und steth geschribenn etc. culpa.

VIII. Ist es das eynes mannes thir lauffet in eynes andern mannes huss, und thut eme schaden darinne, mag es der, dem der schade geschenn, mit recht uber seynen schaden todt geschlagenn, lahem odder blindt? Do andtworthen die meister des rechtenn zu und sprechen: neyn, er sal den hernn des thires fordern mit gerichte, ab das noth thut umb seynen schaden, das er ome denn kere noch bescheydenheyt, unnd wol er eme denn nicht keren, so muss er ome das thir, das ome den [Faksimile] schadenn gethann hat, dovor gebenn. Das ist das beschribenn recht und steth beschribenn u. s. w.

IX. Lauffen schweyn, odder gensse, odder ander thir, die man nicht getreybenn mag, eyme manne inn seyn korn, oder in seyn wyngarthenn, oder in eynen andernn garthenn, heczet sie dann der, dem ssie do schadenn thun mit hunden, unnd bysenn ssie die hunde todt, ader wundet, oder werffenndt ssie mit steynen, er blibet seyn ane wandel; er sal ssie aber nicht todtschlagen, noch hawben, noch stechen, noch mit messern, bildenn, oder barten werffen. Und kan er zwene manne gehaben, oder eynenn ratessmanne, oder eynen schepffen, mit denn beweyse er seynen schadenn, den sie gesehenn haben, und ihenner, des das vyhe ist, der muss eme den schaden gelden, also op er das vyhe gepfant het; das vyhe sey von arth wild oder zam, so ist es also glich vil. Dit ist landtrecht, witpildisrecht unnd ist auch der stadt recht und gemeyne gut recht.

X. [Dist. II. 8. 1. ER. III. 58.] Welche vihe odder pfert schaden thut, unnd offennbart man das seynem herrin, odder irfert es sunst, nymmet er das vihe zu eme unnd heldet es uber nacht mit wissen, nach dem also es denn schaden gethan hat, claget das ihenner, dem der schade gesehenn ist, den schaden muss er ome gelden; kan er das nicht gethun noch frewnntschafft unnd noch gunst, so muss er es thun noch recht. Lest es aber der werth uss seynen geweren, das es nicht uber nacht in seynem hauss bleibet, unnd vorzuget sich des, so endarff er darumb nymandes antworthenn und deme schadenn nicht geldenn; unnd darnach so mag sich ihenner, dem der schade geschenn ist, sich des vyhes unnderwinden vor seinen schadenn, ap er wel. Dit ist landtrecht unnd der stadt recht.

XI. [EG. 62. ER. III. 59.] Were das imandes noes deme andern schadenn tete oder gethann hette, ist das sich danne der herre des nossis zu dem nose zuget unnd sich des underwindet, so sal er iheme seinenn schaden entlegen, der vonn dem nose schaden entpfangenn hat. Were es aber das sich zu dem nose nymandt zoge, und underwindet sich ihenner des nosses, dem der schade geschenn ist mit gerichte, ader unnderwindet sich des der richter, so sal man das noess vorkewffenn, unnd also ture gebenn als es gelden mag, unnd des geldes sal der richter ihe eynen pfening nemen, unnd ihenner, dem der schade geschenn ist, zwene pfennig, unnd also das der richter denn dritten teyl des geldes uffhebe. Dit ist lanndtrecht unnd auch der stadt recht.

XII. Ist es das ein ochsse einen menschen todt stossset, den [Faksimile] ochssen sal mann todenn, unnd nymanndt sal seines fleisches essenn, unnd der man, des der ochse was, der ist des todes unnschuldig. Ist es aber das der ochsse tobete vor eyme tag, adder vor zweyn darvor, ader vor wildikeit stossens gepflegenn het, das wol wissentlich ist, unnd der man, des der ochse was, on nicht hatte beschlossenn unnd bewart, so er best mochte, so sal man denn ochsenn totten unnd den man, des er was, ader busse denn menschenn frundin mit gelde den getottin von dem ochsenn, unnd lose sein leben. Ist es ouch das der ochsse eynes mannes kindt stosset und vorleczet in der vorgenanten weyse lamm ader bis yn den todt, das ist desselbenn gleichenn, so bussse er den frundin noch gliche. Ist aber das der ochsse erstosset eynes eygenn mannes knecht, ader eyne eygene maget, so sal der, des der ochsse was, seime hern dovor geben XXX ferdungen lottiges silbers uff gnade, unnd der ochsse sal getottit werdenn. Dit ist gotlich recht unnd hat got gelart selber, unnd stet geschriben in dem XXI capitel des andernn buchs Moyssy.

XIII. [Dist. II. 9. 4. ER. III. 63.] Wes ochssse, pfert, hunt, oder ander vihe, welicherley das ist, eynen menschenn tottet ader lemt, seym herre sal denn schadenn geldenn noch rechte, ader nach seiner wirde, also das die schepffen irkennen, unnd nympt er es widder in seine gewer, nochdem das er die tadt von ome gebrischet. Nympt er es aber nicht zu ome, unnd schlehet es uss, noch hawset nach hoffet es, noch spisset, noch trencket es, so ist er unnschuldig ann dem schadenn, und ihener dem der schade geschen ist, der nympt das vihe zw ome vor seinen schaden. Erkante er es aber also freisslich ader tobende, so hilfft das nicht, das er es us seynen gewern lesset, unnd sein numme haben wil, er mus den schaden gelden und nach der scheppenn irkentnus bessern. Dit ist der stadt recht. Aber nach landtrechte so sal er es geldenn ader vorbessernn nach seyme wergelde, das daruff gesatzt ist in dem landtrecht.

XIV. (LR. II. 40. 3.] Keinerley thir ader vihe vorwerket wette kegenn dem richter. Wywol das in dem lanndtrecht geschribenn steth, wo ein man seine busse ane habe, do hab auch der richter seine wette an, das ist aber hiran nicht; wan ein mann busset unnd bessert wol in dem rechte, was seyn vihe schadenn thut, aber er endarff dem richter nicht darumb wetten, er were dan selber mit sache, und thede seine volleist darzu mit hetzene, ader mit muttwilligem verhengen. Dit ist landtrecht, witbildesrecht und auch der stadt recht.

XV. (LR. II. 40. 4.] Was schaden eynes mannes pfert ader vihe bey seines knechtes ader gesindes phlege thut, das sal der vorantwerten, in des pflege unnd hute es was. Werdet aber das gesinde ader der knecht abetrunig ader darumb vorfluchtig, und werdet des mannes thir,[Faksimile] vihe, ochsse, pferdt ader wagenn ader welicherley das ist, do der schade vonn geschen ist, beschreyet an der handthafftigenn that, und mag man das gezugen, also recht ist, so muss der man, des das vihe, pferdt oder wagen ist, denn schaden busssen also verre und also vil, als sein vihe, pfert und wagen, vonn den der schaden quam, werdt ist, ader er muss or entperen unnd vorsachen vor den schaden, unnd ihenner, deme der schade geschehenn ist, der underwindet sich er danne, ab er er wil. Dit ist lanndtrecht, witpildisrecht und der stadt recht.

XVI. Ist das eyn ochssse erstosset ader vorterbet eines andern mannes ochssenn, so sal man den lebenden ader gesunden ochssen vorkeuffenn, unnd das gelt sulln sie beide teyllen, unnd der totte ochsse der ist dan auch ir beyder. Wuste aber das ihenner wol, des der ochsse was, der denn schaden hat gethann, vor zweyen tagen, das er nicht zcam was unnd stis, unnd hat on nicht beschlossenn und bewardt, als er zw rechte solde, so sal der denn ochsssen iheme vor seinen totin ochssenn gebenn, ader sal om seinen ochssen geldenn, wes er werdt gewest ist. Dit ist das gotliche recht, das got selber gesaczt hat unnd es stet geschribenn in dem XXI capitel des andern buchs Moysy, unnd desselbenn gleichenn ist es auch umb annder thir zu richtenn.

XVII. Eyn ander recht gehet auf dieselbenn materienn. Ist das eynnes mannes ochsse erstosset eines andern mannes ochssen uff der strasse, sal en om der gelden, des ochsse on erstossenn hat, ader sal er den schaden habe? Hiruff antwert das beschribenn recht also: lauffet mein ochsse deinen ochssenn an unnd erstosset onn, ich muss dir deinen ochssenn geldenn, wes er werdt ist gewest, und der totte ochsse geburt danne mir; dokegenn lauffet aber deynn ochsse den meynem zwerst an, und erstosset on mein ochsse, ich endarff sein nicht geldenn, wan er ein were gethann hat. Dit stet etc. et si bos, unnd dissem rechte gestet das keysserrecht und vil andere recht.

XVIII. [Dist. II. 7. 6. ER. III. 56.] Vorleumet ader todit ein vihe das annder vor dem herttenn, ader werdet getrettet, ader gebissenn, unnd beschuldiget man den hertten darumbe, der herte muss beweyssenn das vyhe, das den schadenn gethan hat, und sal es schwerenn zu denn heyligen, ab man das von om gehabt wil habenn, das es also geschenn sey. Das vorserte vihe das sal der zw ome nemen, von des wegen der schade geschenn ist, unnd halde das inn seiner pflege also lannge, bis das es weder mag zu felde gehenn, so sal er es iheme weder antworten des das ist, unnd ist om doruber nichts meher pflichtig, wan es unvornunfftige thir sint, unnd der schade ist or beyder, der entstanden ist, unnd denn sollenn sie beyderseyt tragenn. Sterbet es aber, mann sal es [Faksimile] gelden mit seynem ersacztenn werhergelde. Dit ist landtrecht unnd dem volget auch die stadt mit erem recht.

XIX. Got der gebutet, das man deme vihe unnd den unvornunfftigenn thiren hulf unnd barmherzigkeit beweyssenn sulle, wy gram man orem hern ssey, darumb das sie unvornunfftig sindt, unnd unnschuldig ires hasses und ore zweytracht, unnd sprichet also: ist das dir begegennt der ochsse deines veynndes, ader sein essel, ader sein pferdt, hirinne versteth man auch allerley annder nesser, unnd sehest das es erre gennth, das weysse zwrechte, das es heyme kume. Auch spricht er: ist das du denn essell eynes, der dich hasset, sihest vallenn, und ligen unnder seiner last, vor den gang nicht hin, sunder du salt ome mit der last uffhelffenn, ab du kanst. Dit stet beschribenn inn dem XXIII capitel des anndernn buchs Moyssy, unnd ist gotlichs recht unnd gut recht.

XX. [Dist. II. 8. 3. ER. III. 60.] Pffendet ein man pferde ader vihe umb schaden ader umb schuldt, des sal er pflegenn zu seiner noturfft ane essene unnd an trinken unnd an stallunge. Thut er es nicht, wes sich dan das vihe hat geergert, das ihener beweysenn kunde, den schaden muss er om legenn mit recht. Wan auch der sein pfandt losset, so sal er die aczunge dieweylle nach bescheydennheyt mit bezallenn. Entlaufft ome auch das pfandt, ab es vihe ader schweynn sindt, er hat darumb sein aczunge, noch sein pfanndt nicht vorlorenn; der richter sal om widder zw pfanndenn helffenn, wan er das er wisset, als recht ist. Dit ist lanndtrecht, witbildisrecht unnd ist auch wol der stadt recht.

XXI. Got der vorbutet auch die unbarmherzigkeit uber das vihe, das man nicht vorschmachten sulle lassen in seiner arbeyt unnd spricht: deynn essel, deyn ochsse unnd deyn pferdt, die sollenn ruehen am heyligenn tage. Also stet geschriben in dem XX capitel des andern buchs Moyssy. Er spricht auch mer: du ensalt nicht erenn noch arbeythenn mit eynen ochssen und esell ader pferdt, darumb das der ochsse etericht, so weynt der esell ader das pferdt er esse, unnd werdet kranng bey om und vorterbet. Hirvon steth geschribenn in dem XXII capitel des funfften buchs Moyssy. Auch spricht got also: ist es das du mit deym ochssenn korn usstrettest, so saltu on dy munde nicht vorbindenn. Dit stet geschribenn inn dem XXV capitel des funfftenn buchs Moissy, das do heysset detronomus.

XXII. Ist das einer eine gruben grebit ader eynen bornn, unnd bedecket des nicht, und vellet darinn eyn vihe, der die grubenn hat lassenn grabenn, der sal es gelden nach seiner wirde, uund sal dokegenn [Faksimile] nemen das totte vihe. Dit ist gottes recht, unnd er hat es selber also geteyllet, unnd es stet geschribenn in dem XXI capitel des andern buchs Moissy. Es ist auch das beschribenn gemeyne recht unnd stet geschribenn de injuriis et dampno si culpat. und ist auch der stadt recht.

XXIII. [LR. II. 38.] Was schaden von eyme manne geschicht, der grubenn grebet, oder eynen born, und die grubenn nicht bewirket eynes knyes hoch boben der erdenn, den muss er geldenn, unnd vellet ein mensch darin, unnd sterbet, es gehet ome darumb nicht an seinen leip oder an seynem gesundt, er muss es aber noch gliche, als die scheppen erkennen, den frunden vorbessern mit gelde, unnd mit andern dinstenn; aber uffenbare buse, also do ist kerzcen tragen unnd desgleichen, des endarff er nicht thun. Dit ist landtrecht, witpildisrecht unnd der stadt recht.

XXIV. Fellet ein man in eine gruben ader in einen bornn, die unvorblichet stet, und brichet ein beynn, ader eynen arm, ader wirdet wundt, der die grube von rechte bewerckenn solde, der muss ome den arczt abelegenn unnd kost und seinen schaden; aber umb seynen schmerczenn darff er om nichts thun, noch busenn, noch dynenn, umbe das er sich selber solde habe bewart unnd vorgesehenn. Wer er aber blindt gewest, ader kranckes gesichts, so muss ome, der die gruben gemacht hette, darum eczwas vor seinen schadenn und schmerczenn gebenn, noch dem also die scheppen das bilichtenn. Wer auch der stadt geboth unnd gesecze daruber geschenn, ader wer es om von deme richter gebothenn zu bewarenn, er muste der stadt ader dem gerichte das bey der gewonlichen busse vorbussenn, umb das er es nicht bewerket hette, alss er solde. Dit ist der stat recht unnd gut recht.

XXV. Ist das ein man ein haus bauet ader decket mit zigelnn oder mit steynen, so sal er befredenn die stadt oder die gassenn unnd denn ganng under dem gebawe, das den lewthen oder dem vyhe kein schade davonn geschee. So ist es dasselbe recht also hirvor allernegst beschribenn stet umbe die vor befredenten grubenn. Unnd dith ist gotes recht, unnd got hat es selber geheyssenn, unnd steth geschribenn in dem XXII capitel des funfften buchs Moyssy und ist auch der stadt recht.

XXVI. Ist das einer seynen negsten befelit einen ochssen, eynen esell, ader ein pferdt, ader eyn ander thir ader vihe, ome zu behaldenn ader zu bewarenn tuth, unnd stirbet es in dem vonn krannckheyt, ader wirdet ome von denn veyndenn genomen, das sal er beweysen mit den, die es gesehenn haben, so endarff er sein nicht gelden. Hat das aber nymandt gesehenn, so sal der, der es hat behaldenn, schweren uff die heiligen, das es ane seine schuldt geschenn sey unnd ane argeliste, unnd jhener, des es gewest ist, der sal denn eyd nemen, und der es vorlass, [Faksimile] der blibet damit des unnschuldig. Dis recht hat got selber aussgesprochenn unnd steth geschriben inn dem XXII capitell des anndern buchs Moyssy.

XXVII. [Dist. IV. 42. 15.] Wer deme andern leihet pferde, esell, ochssenn, ader annder thir, ader kleider, unnd sal ome das widder gebenn uff einen bestracketen tag unnd zeith, die er ome es gelegenn hat, thut er es nicht, unnd werdet vor gerichte darumbe beclagit, er sal es ome zu stundt ane vorzug widder geben, und ist es ome geergert worden, das sal er ome bessern, ist es annders von seinetwegen geergert, Dubis ader raubes, umbe des willen das es ome vorbehalden ist ane seinen willenn, des mag man ene darumb nicht beschuldigen, wan er es ome gelegen hatte. Dit ist landtrecht, witpildisrecht unnd der stadt recht.

XXVIII. Mittet einer ein pfert, einen esel, ader einen ochssenn, ader ein ander thir ader vihe, eyne zceith, unnd stirbt ome das dieweile vonn kranckheit wegenn, also sein herre, des es ist, nicht kegenwertig ist, das muss man geldenn. Ist aber seynn herre gegenwertig, so endarff er sein nicht geldenn der es gebethenn hat. Dis recht hat got selber gemacht und ussgesprochenn und stet geschribenn in dem XXII capitel des andern buchs Moissy, das heisset exodus.

XXIX. Vorleihet einer ein pfert, einen ochssenn, ader ein ander thir, eine benante tagzceit unnd der, dem er es gelegen hat, der vorheldet es, unnd wolle es ome nicht widder gebenn, adder hat es vorth eynem andernn gelegenn, der sich an dissen nicht kerth, so mag er sich des wol mit gerichte underwinden und es erkobern, wan es steth geschriben: ein man muss sich seines guttes wol underwindenn mit rechte wuhe er es ankometh, das man ome mit unrecht vorheldet. Dis ist das beschribene recht, lantrecht unnd auch stadtrecht.

XXX. Vorleihet einer seyn pfert, esel, cammel, ochsenn, mawlh oder eynn ander thir, wy das namen hat, eine zeith ane mitte, und vorlust der das, der es gebethenn hat, in dem, es sey sein schuldt oder nicht, so muss er es yenem geldenn, der es ome gelegen hat, nochdem als es moglich unnd gleich ist. Dis ist das beschriben recht, unnd stet instit. lib. 3°. titulo 27 und ist statrecht.

XXXI. Vormittet ader vorlihet eyner eynen esell, ein pfert, eynen ochssenn, ader ein ander thir, eyn zceit umbe lon zw seiner arbeit, unnd vorterbet er es ome, ader verlusset es ome mutwilliglichenn, er muss es ome gelden also thure, also es werth gewest ist nach fromer lewthe erkentnuss. Vorlusset er es aber, ader vorterbet ome vonn geschicht ane [Faksimile] des vorwarlossunge, der es gemittet hat, unnd ane alle geferde, so vorlusset disser sein mitegelt unnd ihener sein pfert ader ander nos, welicherley es ist. Dis ist das beschribenn recht und stet institut. lib. 3 titulo XXV. unnd ist der stadt recht.

XXXII. Leihet einer einen ein pfert, ader eynen esel, maul, ader ochssenn, ader ein ander noss, eine zceith zu seiner arbeyt mit so gethanem underscheydt, das er ome das seine also lange zceith widerleyhe, unnd sterbet es indes, ane des schuldt, der es gebethenn hat, der muss denn schadenn han, des das pferdt ader das noss ist. Dis ist das beschriben recht unnd stet geschriben institut. lib. tercio titulo 27º und ist also auch der stadt recht.

XXXIII. Schuldiget eyn man den andern, das er ome eyn pfert ader ein ander thir vormitet bat, er hab es ome mutwilliglichen vorlornn ader vorwarlost, also er wol mochte bewart habe, darzu mus der mitter seinen eyd thun, also das er solichenn fleis unnd bewarunge darzu gethann habe, also es om mogelich gewest sey, also es ein gutter hausswirdt vonn rechte thun solde, unnd vorder danne zw seinem eygen pferde ader vihe, ane alle geferde. Thut er es nicht, so muss er es geldenn. Dis ist das beschribenn recht unnd stet institut. lib. III titulo XXV unnd ist statrecht.

XXXIV. [Dist. IV. 42. 19, 20.] Was man eyme manne leihet ader vorseczet, das sal er vonn rechte unvorterbt widder antworthenn, ader muss es gelden nach seiner wirde; das mag man vorstehenn in schlechten dingen. Stirbet eynem aber eyn pfert ader eyn vihe, welicherley das ist, in der vorsaczunge ane des schult, der es under ome hat, unnd beweist er das, ader kann er das nicht beweisenn unnd dar er danne sein recht dovor thu, das es ane seine schuldt sey, unnd seynen fleiss zu der bewarunge gethan hab, so gildet er sein nicht. Hat er es aber vorloren ane seine schuldt, sein gelt, das es stundt, das ist ome vorloren, unnd iheme das pfert ader das vihe das dovor stunt, es enwer denne, das er gelobete unnd er rede undereyander anders gewest werenn. Dit ist landtrecht, witpildisrecht, das beschribenn gemeyne recht unnd auch der stadt recht.

XXXV. [Dist. IV. 36. 6.] Werdet eynem undersassen ader eynem knechte, der eyn eygen pfert hat, inn seines herenn dinste das pfert raublichenn genomen ader diplichenn gestollen ane des knechtes schuldt, der herre ist ome vonn rechte das pflichtig zu geldenn, unnd irferet es der herre, wo es ist, oder wer es gethan hat, unnd beschuldiget er imanden darumb, der muss ome darzu antworthenn noch rechte und nach seiner clage. Dis ist lanndtrecht und auch der stath recht.

XXXVI. [Dist. IV. 42. 21.] Kauffet einer eyn pfert, ader ein [Faksimile] ander thir, ader vyhe, das gestollenn ader geraubet ist, ader ome von rewbernn ader dybenn gegeben ist, leset er das auss seinenn gewernn, er danne es under ome angefanget werdet, do endarff er keyne noth umbe leydenn, thar er seyn recht darzu thun, das er es kaufte ader do es om gegeben wardt, das er nicht enwust, ap es gestollenn ader gerawbet were. Dit ist landtrecht unnd ist auch wol der stat recht.

XXXVII. [Dist. IV. 42. 24.] Vorkauffet eyner ein pfert ader ein ander vyhe, welicherley das ist, so sal er vor gewern vierzen tage, das es nicht heuptsiech sey, unnd sal vor anfang geweren alle zeith. Wer auch in den vierzenn tagen ieme nicht widder vorkundiget, wider denn er es gekauffet hat, denn gebrechenn, und sein gelt nicht widder heischet, so enmag er es darnach nicht gethun. Vorkundiget er es ome aber in denn vierzehen tagenn, so mus ihenner seynn pfert widder nemenn, unnd diser sein gelt. Beclaget er onn vor gerichte unnd spricht, er hab ome das pferdt ader das vyhe vorkaufft mit eyner rechtenn gewere unnd er hette denn gebrechenn daran vor wol gewagt, do muss er danne iha oder neyn zu sprechenn und darnach so werdenn ssie aber mit recht darin entscheydenn. Dit ist landtrecht und ist auch darzu der stadt recht.

XXXVIII. [Dist. IV. 42. 25.] Wer ein pfert anfangen wil, das ome abegestollen ader ome abegerawbet ist, unnd wil er sich mit rechte darzu zihenn, so sal er mit seinem rechten fusse dem pferde trethenn uff seinen lincken fus, und sal mit seiner lincken hant deme pferde greiffen ane sein rechtes ore, und sal begerenn der heyligenn unnd des eydstabes unnd des gerichts, und sal die heiligen deme pferde uff das hewpt seczenn, und sal uff des pferdes hewpt schweren, das das pfert sein were, er dan ihe es ome abegerewbet ader abegestollenn worde, und noch seyn sey zu rechte dane andirs imandis, aussgenommen eysen, satthel unnd zcaum, also ome got helffe und die heyligenn. Dit ist landtrecht, witpildisrecht und auch der stadt recht.

XXXIX. [Dist. IV. 42. 8.] Werdet eyme eyn pfert geanefanget also recht ist, unnd spricht der, der das pfert ader noss [in seinen gewern hat], es sey sein und wolle es mit rechte entredenn, und zewhet sich des uff seinen wermann, kan ihm der nicht gewernn nach rechte, er vorlust das pferdt ader vihe, welicherley das ist, mit busse und mit wette. Zcewhet er sich des uff seinen geweren, denn sal er brengenn in vierzehen tagenn, es sey dane ader werde gewilkort, das er on eher ader lancksamer sulle brenngen. Dit ist landtrecht, witpildisrecht und ouch der stadt recht. [Faksimile]

XL. [Dist. IV. 42. 7.] Werdet einem ein pfert ader ein ander vihe angefanget, unnd er spricht, er hab es gekauft uff eynen freyhen marckt ader uff einer andern uffenbarenn Stadt, die er benempt, unnd wisse nicht widder wen er es gekaufft habe, unnd wolle darzu sein rechte thu, das sal man von eme nemen, ab man ome der worthe nicht glewbenn wil. Das pferdt ader das vyhe muss er widder gebenn; seine pfennig, die er darumbe gab, die hat er vorlorenn, unnd endarff darumbe wedder busse noch wette gebenn. Dit ist landtrecht, witbildesrecht und statrecht.

XLI. [Dist. IV. 42. 10.] Werdet ein pfert ader ein ander vihe von imanden angefanget also recht ist, wer das inn seinen gewern hat, der sal das bestellen unnd vorweissen, das er es zu rechter zceith vor gerichte widder brengen wolle. Mag ader kan er das nicht bestellend ader vorweysen, also recht ist, so sal der das vorweysenn, der es angefanget hat, und sal es danne nemen in seine gewere. Dit ist also lanndtrecht, witpildisrecht unnd auch der stadt recht.

XLII. Anfanget eyner ein pfert ader eyn ander vyhe also recht ist, unnd spricht danne ihenner, der es inn geweren hat, der hab es gezogenn in seinen stal, derselbe der es also inn geweren hat, der beheldet es mit besserem rechtenn, ab er das bezugen mag selbdritte seiner nackeber, die do frome sindt, danne es om ihenner, der es angefanget hat, enzihe, unnd hat er es zu unnrechte angefannget, er muss es lassen mit wette unnd busse. Dis ist landrecht, witpildesrecht unnd der stadt recht.

XLIII. Anfanget einer ein pfert ader ein ander vyhe unnd zewhet sich der, der es in geweren hat, uff einem andern, der es ome vorkauffte ader gegebenn hat, man mus das volzihenn also ann mannchenn geweren, von eynen uff denn anndern, bis also lang das man kumet uff den, der es inn seinen stal gezogenn; unnd der es angefanget hat, der muss ome volgenn die virzcehenn nacht, wohe er sich des henne zewhet, zw denn geweren, ane ober schiffreich wasser, do endarff er ome nicht volgenn, bis also lange bis es mit rechte entredit wirdet, also hivor geschrybenn stet; unnd werdet es ome mit rechte ane gewunnen, er muss es lasse mit busse und wethe. Dis ist landtrecht, witpildesrecht unnd auch der stat recht.

XLIV. [ER. III. 53.] Eyn iclicher herte, der sal alle tag sein hornn blasenn unnd das vihe treybenn ane die weyde. Do werdet kein heilig tag ussgenomen dane allein die vier grosse fest, [ostern und] des heiligen cristes tag, pfingstag, unnd unnser frawenn tag worczwey; wan [Faksimile] alle tag so muss das vyhe essenn unnd sich ergehen und imandes haben, der es dyweyle bewardt, darumb so bricht man der fewher domit nicht. Das man aber das vihe nicht treybet an den vier grossenn festenn, das ist darumb das die herthenn auch gottesdinst uff die zceith gepflegenn mogen als ander cristen lewthe. Dit ist landtrecht, wichpildesrecht und geistlich recht und auch der stadt recht.

XLV. [ER. III. 53.] Sal der hertte triben, unde wirtt dan ader ist sogethan ungewitter, das es dem vyhe nicht nutz ader bequemlich gesein magk, das es zcw velde gehe, so sall her doch sein horn blasen und ein kleyne zceit ustribenn vor das thor an dye nhestenn gemeynde, uff das es sich etzwas erghe und getrincke, unnd bey der gewonheitt bleybe. Hirmidt vordint her seinen lon. Dit ist stadtrecht.

XLVI. [Dist. II. 7. 1.] Wan der hertte midt dem ersten ustriben will, das sal her thun uff sant Peters tag als sich der lentz anhebet und dye voglin pflegen zcw nisten. Kan her des nicht gethun fur ungewitter, szo beithe er sso lange des der frost und schnee gewiche, das man des lentzen grune erkennen moge, unnd sal alsso triben teglich als hyfor geschriben sthett bis uff sent mertins tagk. Ditz ist landrecht, wichpildsrecht unndt auch der stad rechtt.

XLVII. [Dist. II. 7. 2. ER. III. 52.] Es ensal niman sein vyhe daheim lasse das dem hertten gefolgen magk, an dye mastswin, die sowenn und iunge ferckeln, dye noch sugen; und dyeselben sal man wol vorwaren, das sye den lwthen kein schaden thun, uff das dem hirtten sein lon icht davon gemynnertt werde und gekrenckett. Ditz ist wichpildsrecht und statrechtt.

XLVIII. [Dist. II. 7. 3. ER. III. 54.] Es sal nimantt sunderlich hertten habe, darmit er dem gemeynen hertten sein lon mog enzcyhen und gemynnern, er hab dan drey hufe arthaftigs landes uffs mynste im flwr und feilde, und alsso viell eigener wysenn ader die sein leen sindt, da her sein vyhe, das er hat, uff mog getribe, das er es ane der gemein der stadt ader des dorffes wol erneren magk. Ditz ist landrecht, wichpildsrecht und auch der stadt rechtt.

XLIX. [Dist. II. 7. 3. ER. III. 54.] Wo man dem herten seinen lon gelobett von den hufe landes zcw geben und nicht von dem vyhe, das lon magk dem hertten nymants enthaldenn, er habe vyhe ader nicht, umb deswiln das die gemein also nicht an hertten blibe. Ditz ist lantrecht, wichpilds und stadrecht.

L. [Dist II. 7. 4. ER. III. 55.] Was vyhes man vor den hertten tribett, brengett her das nicht widder heym, sso muss her das geilden nachdem also sein whergeilt ist, es nemen im dan die rouber, die wolfe ader ander wilde thyr. Ditzs ist lantrecht, wichpildsrecht undt statrecht. [Faksimile]

LI. [Dist. II. 7. 6. ER. III. 55.] Nemen die rouber, die wolfe, ader ander wilde thyr, dem hirten sein vyhe ader ein nos, des er hutet, und blibt her for den rubern ungefangen, von den wolffen ader wilden thirn unvorserett seines leibes, und beschreitt her das nicht mit dem geruffe, und hatt des dan auch nicht gezcwgenn, die es gesehen und gehortt han, das her es also vorlorn unnd beschreitt hatt, und midt om schweren zcw den heyligenn, ab man on das nicht vorheben will, sso mues her es geldenn, ab her es gegelden kan noch seinem wergelde. Dits ist landtrecht, wichpildsrecht unnd auch stadrechtt.

LII. Das beschreben recht sagett schechtlich: was vyhes der hirtt vorlyse, das im die wolffe ader wilden thier fressen, her werde sein gewar ader nicht, thaer her seinen eydt darzcw thun, das er sein midt vleysse gewartett und bewarett hab, szo gildet her sein nicht, wen es om underwilen in den struchen und geholtze enzcogenn wirtt, und kan des auch alzcit nicht gezcwgenn gehaben, das her es beschrey, sso es om die thier heimlichen ader uffenberlichen zcuryssen. Unnd dissem rechtten gesteet auch sere der stadrechtt, wan er es nicht willigklichen ader von vordrossenheit vorlast. Desselben glichen wer es, ab om die dybe in dem geholtze ein vyhe stelen und entrebenn. Dit stett geschriben ex. de ver. sig. et pastor nescit.

LIII. [Dist. II. 10. 4. ER. III. 75.] Tribett eyner sin vihe in eynes andern mannes korn, ader uff eines andern gras, das geheiget ist, her sal im seinen schaden geilden uff recht, und sall bussen mit dreyen schillingen, ist her anders kegenwertig gewest. Was her aber nicht kegenwertig, da sein vyhe den schaden thett, und wirt darumb gepfandt, den schaden mus her geilden nach der schepffen erkentnis, ab man in zcu hant bewiset, und sechs pfenning zcu busse von sin vyhe. Ist aber das vyhe ssogethan, das man es nicht getriben kan, szo lade her zwene man darzcu, und bewyse seynen schaden, und volge dem vyhe in seines hern hus, und schuldige in darumb, sso mus her vor das vyhe bessern, als ab es gepfant wer. Dit ist lantrecht und stadtrecht.

LIV. [Dist. II. 7. 6. ER. III. 56.] Vorlemet ein vyhe das andern, ader wirtt sust von icht vorleczett, der hert sall es uff seynen eydt besagen, wye es gescheen sey. Kan her das nicht gethun, her ist schuldig die atzung uff gnade, die das vyhe nutzt also lange das es zcu felde komen magk. Stirbt es aber, der hert mus es geilden nach seim gesatzten whergeilde, umb deswiln das her nicht zcugesehenn hatt und es beware midt vleysse, her hette dan des ssogethane entschuldigung, die bestendick und redlich wer. Lantrecht, wichpildesrecht und statrecht.

LV. [Dist. II. 7.7. ER. III. 57.] Schuldiget man den hirttenn, das her ein vyhe nicht widder heim bracht habe, thar her sein unschult midt [Faksimile] seim eyde darzcw thun, das her es heim habe bracht, her ist ledigk von dem beschuldiger. Wher aber seins vyhes gemist, wan man es heim tribett, und alsbalt zcw dem hertten gehett, und in darumb beschuldigt midt urkund zcweyer man, die ehr darzcw bittet, sso mag der herte dan dorfor nicht geschweren, und her mus es geilden. Spricht aber der hertte, es sey vor on nicht getriben, des ist er nher zcu behalden selbdritte dye es gesehen und gehortt haben, das es getriben wartt, dan das es sich der hertte midt synem eyde mog entschuldigen. Ditz ist lantrecht und auch der stad rechtt.

LVI. [Dist. II. 10. 5. ER. III. 75.] Wer sein vyhe treibet in eyn frombde marck, uff ein gemein eins andernn dorffes, wirt her darumb gepfant, her mus vor iglichs vyhe sechs pfenning zcw busse geben und es also losen. Dit ist lantrecht und auch der stadt recht.

LVII. []ER. III. 66.] Tribet einer seines nackeburs vyhe midt dem sinen in und des morgens wider us, also das her das nicht nutze, und ab man darnach fragte, mit seynem wyssen nicht lougkente, daran missetut her nicht. Zcwhet man in aber, her habe sein genossen ader es seim nachbur zcu leide gethan, das stehet im zcw seynem eyde und bleibt sin wol an wandell. Ditzs ist lantrecht und auch statrecht.

LVIII. Heltt eyner imants vyhe in seynez huse, das mit dem seynen ingegangen ist und nutzett das, und ab man darnach fragte, und loukent sin, das ist eyn dube, ab her es woll ann dem andern tage usschleet und usslessett. Aber dye dube beschediget im widder sein lip ader synen gesunt, sunder her mus dem gebussenn, des das vyhe was, des her genossen hat, unnd das her loukent, ab her sin nicht genos, und mues auch dem richter darumb wetten, unnd wirt erlos, das her nicht mher taugk widder zcu richtter, ader zcu schepffen, ader in den rath, ader zcw gezcwgen an das gerichte. Dit ist lantrecht und ist auch der stadt recht.

LIX. [Dist. II. 9. 2. ER. III. 65.] Hatt ein man einen schwingenden, bissinden hunt und heltt in bey om wissende, was der schaden tudt an leuthen, an vyhe, ader an ander dingen, das mues her alles bessern, bussen ader geilden; und ab her in usschluge und wulde sein vorsachen, darmede wirt her nicht unschuldick, ab man das gezcugen und bewysen kan, das her den schaden gethan hatt und das es im gesagit ist worden, das her firlingen bisse, ader im for selber wissentlich was. Ditz ist lantrecht und stadtrecht.

LX. Pfelt ein hunt an einen man und bist on, werett sich der man unnd wundet in forn zcu, stirbt der hunt darvon, her darff sein [Faksimile] nicht bussen und blit sein gar an wandell, wan her ein nottwher kegen im gethan hatt. Dit ist stadtrechtt.

LXI. Pisset ader vorlemet ein hunt ein vyhe, ader louft es an, unndt muwet es, wirt des gewar des vyhes herre, und wil dem hunde sturen, und erslehet ader erwirft den hunt, wirtt her darumb geschuldiget von des hundes herren, her blibt sein an wandell, magk her das selbdritt bewisen, ader getw das uff den heylgen bewern, das her dem hunde mit wortten ader geschrey nicht gesturen kunde. Dit ist lantrecht. Aber nach der stat recht sturt her dem hunde an eyner freyen strasse und schlett on todt, so sall her geben fur den hunt, was on selber dunckt, das her werdt gewest sey, und sall das behalden zcu dem heilgen, das noch seim beduncken der hunt nicht besser wer. Wil in aber ihener, des der hunt ist, des eydes erlassen, ader das gelt von im nicht nhemenn, das magk her thun.

LXII. Erslett einer dem andern seinen hunt von mutwillen und zcu hasse ane sache, her sall im den hunt also thur gelden, also on der achtet, des der hunt gewest ist, und das uff den heylgen bewernn wil, und mues im den frevel bussen, und dem richter darummb wetten. Datselbe ist es auch umb ein ander tir, welcherley das ist, das man eyme zcu leyde tottet ader vorterbett. Dit ist statrecht.

LXIII. Ein iclicher, der wilde thier zcyhen und bey im halden wil, der sal sy also bewercken, binden und bewaren, das sye den luthen nicht schaden thun, wan was sye schaden thun, den mus ir herre bussen und geilden und wolde her sye for dem schaden usschlaen und sich ir ussern us sein gewheren, also vorgeschribn steht von den zcamen thyren, das magk her midt rechte nicht gethun umb deswillen, das her sich des vor woll vorsehen mochte, das es von seiner wilden art nicht lies. Dit ist lantrecht unnd stadtrecht.

LXIV. Heldet eyner eynen bern, ader eynen zcamen wolff, ader eynen fuchs, eynen affen, ader derglichen, und thun die schaden, und betrit sye eyner ober seim schaden, und schlett sye todt, her blibet sin an wandell, ab her das uff den heilgen bewern thar, das der where ober sim schaden nodt sye gewest. Thut her aber des nicht, her mus es gelden, was die schepffen erkennen, das er wert gewest sye ober sein schaden, den es om gethan hatt; und ist aber der schade grosser, den mus im ihener erstatten, des das wilde thir gewest ist. Dit ist lantrecht, und auch der stat rechtt.

LXV. Ettliche haben zcame hertze, die loufen in die welde und zcw veilde, und komen wider zcu haus. Was der wilden thir ist, dye [Faksimile] also gezcemet sint, hertz, hinden, rhee, eichhorner, ader was welherley dye sint, dye also us unndt in louffen, die sindt also lange ires herren, der sye gezcogen und gezcemet hat, alsolange sye den mut haben widder zcu komen. Was sye aber das vorgehett, das sye vier wochen ader lenger usse gesint, szo sindt sye dan numbe sein, sundern des, der sye darnach vehett. Dit ist lantrecht und ist auch stadrecht.

LXVI. Hatt ein man wilt herzce, hindenn, ree, eichorner, hasen und derglichen, das nicht zcu veilde gehet nach zcu walde louffet, und loufft das in eines andern mannes hus ader hof, und begrift es imant, der sall es ime im rechten wider geben. Dit ist das beschriben recht und stet institut. 2º. und ist auch keyserrecht, lantrecht, wichpildrecht und auch darzcu der stad rechtt.

LXVII. Alle wilde thier, wie die uff ertrich sint, die unbemurt ader unbekomert sindt, alle wilde fogell, die in den lufften vligen, und alle vische in dem mher, werden die von imant begriffen ader gefangen, des sint sye midt rechte, und da lit auch nicht macht an, ab das lant, acker ader ertrich sein sey, da her es uffe gevehett ader eins andern, also vher das her nymant midt dem ihagen, beissen ader stellen, schaden thw. Dit ist das beschriben recht.

LXVIII. Vorbutet eyner eym andern zcu iagen in syme walde, ader zcu beyssen in seinen korne und uff synem lande, ader zcw stellen in synem wingartten, unnd derglichen weydewerck uff den synen zcw triben, das hat macht, wan her sin mit rechtte an seynen urloub dan nicht gethun magk. Thudt her es daruber, her mues es ime gebussen und umb den frevell dem gerichte wetten. Dit ist das beschriben recht und stehett institut. secundo.

LXIX. Vehet eyner wilde fogel, her zcyhe sye in buren ader in andern seynen beheltnissen ader nicht, enphligen sye ime unnd komen us seynen geweren, sso sint sye numme sein, sundern sye komen wider in or freyheit, da sye for inne gewest sint, unnd wher sye dan darnach begrifft und vehet, des sint sye midt rechtte. Ditz ist das beschrieben recht und stet instit. 2. unnd ist auch stadrecht.

LXX. Die gense, die huner und dye enten, die nicht wilder artt sindt, ab die eym manne woll enpfligen und komen us seynen geweren und gesichtte, ader ab her in nicht folgt, ader sein gesinde volgen lest, an welche stete sye hin komen, sso sindt sye doch gleichwoll sein; und wer die ufheltt, uffvehet, ader uff genyes ufzcuhet, wissentlich, und das syne nachburn entheldett, der begeht darmidt ein dwbe, und iss gehet im zcw hut und hore, unndt schwechet im die ere, ader seynen lib und gesunt letztt sye nicht, und her mus sye vorbussen midt geilde. Dit ist [Faksimile] das beschriben recht und stett instit. 2º und ist keyserrecht, lantrecht, [wichpildrecht], und statrecht.

LXXI. Dye behen, die do schwermen und komen geflogen, und hengen sich an das deyne ader an deynen boum, die sint din, ab sye bey dir bleiben, das du sye mogst gefassen in deynen benstogk. Volget in aber ein ander, sye seint vor sein gewest ader nicht, und vast sye der ehr in seynen benstogk dan du, des seint sye auch er dan din. Vorbutest du im aber, das her sye nicht uff dem deynen vasse, her muss dir sye in dem rechtten lasse, bies das sye von dem deynen komen, ab sye dir anders enpfligen. Dit ist das beschriben recht und stehtt geschriben institut. 2º. und ist auch lantrecht undt stadrecht.

LXXII. Enpfluget dir eyn schwarm behen von deinenn stockenn, der ist alsso lange dein also du ym folgest und on in deynen awgen gehaben magst, alsso das du eben wissest, war her kome. Vormissest du sein und fehet in ein ander man darnach uff, szo ist her numbe dein, sundern her ist dan des, der in in seynen bhenstog gefast hat. Dit ist das beschriben recht instit. 2º unnd auch stadrecht.

LXXIII. Dye tuben, die zcu feilde fligenn, die haben dasselbig recht alsso dye bhen, nachdem alsso hyevor von in geschriben stehett, wer dye uffvehett des sindt sye im rechten. Aber dye tuben, dye ein man in seynem hause zcuhett an seim ern, die nicht zcw veilde fligen, die sall im nymant uffahen, nach begriffen, ader in keyne wyse entwenden, also wenig also dye zcamen huner, es wer dan, das sye under den veilttwben midt inflogenn. Ditzt ist beschriben recht institut. 2. und auch stadrecht.

LXXIV. Ist das du findest eines vogels nest, und vehest die mutter uber den iungen, szo salthu dye mutter midt den iungen nicht behalden, sunder du salth sye lassen vligen, und dye iungen magstu behalden. Dit thu also off das, das dir gut geschee unnd lange gelebest. Dit hatt gott selber usgesprochenn und stett geschribenn in dem XXII ca. des funfften buchs Moysi. Hye vornemett man inne, das auch den voglin nicht stellen solle ehr, dan nach unser frawen tage der lestenn, uff das man die aldenn midt den iungen nicht vorterbe nach dem vorbote gotes.

LXXV. Der herte sall eynen stabb tragen, der sall nicht dicker sein dan eynes volligen dawmen dicke, unnd sall auch krump sein mitten mher dan midt eyner krume, umb deswillen das her, wan her dem vyhe sturen sall, das es uff dem feilde den lwthe icht schaden thw, ader das es sich selber under einander icht vorterbe, das her om midt dem stabe midt slaen ader werffen icht grossern schaden thw. Wer es [Faksimile] daruber das der hertt uber ein vyhe erzcornte und es midt slaen ader werffen vorterbte, das sal her geilde nach des vyhs gesatzten wergeilde. Stadrecht.

LXXVI. [LR. III. 51. Dist. IV. 34.] Das whergeilt der kleinenn vogele, die ein man undanckens vorwarlost, der gildett er eynen umb eynen halben pfennig; die ant und die gans, und die grossen vogell, die gildet her midt eyme pfenge; dye brutgans und die bruthennen also sye ober eygern sitzen und die kuchen leiten, die gildett man midt dren pfengen ir icklichs; die ant alsso sye sitzt, und auch alsso sye ir iungen furett, die gildett man auch alsso; dasselbe thudtt man das iunge verkeln das noch sugett. Ein katzen und ein lamp gilt man zcw vier pfenge; das kalp gilt man vor sechs pfenige; das vollen gilt man umb eynen schilling, diewile das es suget; den schafroden und den stouber midt dreyen schillingen. Ein pferdt unnd das iherige schwin, die tocken also sye verckeln tregt ader sowget, die gildet man zcu funff schillingen; das wollgewachssen schwin, den esell und das mhaull, die gilt man zcu achte schillingen; den volwachssen ochssen, und die melckekwhe, das veltpfert, das zcu veilde midt voller erbeit tougk, die gildet man zcw zcwelff schillingen. Die bhenstock gilt man also in nach iren iaren geburet. Das reysige pferdt, da der man seim hern uffe dynenn sall, das gildet man midt eyme pfunt pfenge. Die rietterpferdt, und dye zcelder, ritpferdt, und die ros, uff die ist kein whergeilt gesatztt, und auch der gemesten bachschwinen; darumb sso sal man sye geilden nach varender habe rechtt, und nach des achte, der sye vorlorn hatt; ader der sye geilden sall, der magk die achtung ader schatzung, die der gethan hatt, der sye vorlor, woll geringern midt syme eyde, ab her will. Dit ist lantrechtt.

LXXVII. Welch man einen scheffer hatt, der mhe vyhes midt sinen herren mengett, ader under seynes herren schaff tribett und hutet, dan eynen dritten teill, der stedt seynem herren nicht wol zcu vorteydingen vor seynen scheffer, hirtin ader knecht, sunder her heist billicher sein geselle also.

LXXVIII. Es sall ein icklicher scheffer auch seyne schaff zceichne midt dem unwegesten zceichen, also das her an den erbissenn ader gestorbin huthenn der schaffe, seins herren zceichen, da seyne schaff midt gezceichent gehen, nicht gemachen kunne.

LXXIX. Spricht der herte, das man ein vyhe nicht for in habe getriben, ab es vorlornn wirdett, und sall das der bewysen selbdritte des es ist, das es for in getriben sey, also hyfor gerurtt ist: die bewysung [Faksimile] magk er woll thun mit fromen frowen, meyden ader knechten, die es gesehen haben, da sye ir vyhe auch vor den hertten treben ader dabey stunden, wan sich ander lwthe damith unbekumert lasssen. Dit ist stadrechtt.

LXXX. Hat eyn mann einen huntt, der die lwthe ferlingen bissett ader ein ander thir, und wil nicht vor sye bussenn, und sye nichtt binden, nach bewaren, den hunt sall her toten; und mag her des nicht gethun, szo sall her in von im schlaen midt kuntschafft zweyer siner nackbur und on nicht furder herbergen nach spisen. Was her darnach schaden thudt, das darff her nicht gelden, nach bussen, alsso hirvor geschrieben stehett. Hatt her aber darvor schaden gethan, den gildet er moglichenn.

LXXXI. Hatt eyn man eynen huntt ader ein ander thir, das freysslicher artt ist, ader eyne sow, eber, ader desgleichen, und wert eyner darumb geschuldiget, das her es gewundett ader geschlagen habe seym herren zcw leyde, und her antwortt, her habe es nymant zcu leyde gethan, sunder her muste eyne nodtwher beghen, und kan die nodtwher nicht bewisen, wan nymandt darbey gewest ist, der es gesehn hatt, vint man dan an dem thire, das es vorne gewundet ader geschlagen ist, szo darff her nicht fordir darzcu antwortten, ist her anders icht geletzett an den kleydern ader am syme liebe. Ist her aber unvorletzt bliben unnd das thir hinden geschlagen ader gewundett, szo mus her es geildenn, und kan sich nicht woll entschuldigen, dan mith seynem eyde.

Fünftes Buch. Sequitur liber quintus, der Scheppfen buch.

[Vorrede]

Almechtiger got von hymelrich,
Thw mir nhw hulff, das bitt ich dich,
Das ich geschreib also dit buch,
Das dein zcorn und ewiger fluch
Von allen den werde gekart,
Die es lerin ader werden gelartt.
Ich weis woll, das dein gerichte
Nimant uff erden magk geschlichte,
Nach der zcit also wir gesterben,
Das her gnade moge erwerben;
Es wirdt auch von diner barmherzugkeit
Nicht geborget, noch dir geleit.
O du barmherzuger richter,
Nhw bies uns armen nicht zcu schwer,
Thu uns gnade in disser zceit,
Das wir der sunde werden quit,
Ehr dan wir komen von disser erden
Las unse pin nicht ewig weren.

Horett ir richtter unnd ir schepffen,
Last euch das ubell nicht beklepffen,
Mercket disse rede eben,
Gott hatt uch das gerichte gegebenn.
Dem sullet ir rechnung thw
Von wortten, wercken, gedancken darzcw.
Also ir nhw sein diener seytt,
Wer dan unrechts gerichtes pflit,
[Faksimile]
und das gesetze nicht bewardt,
Der ferett ein iemerliche fardt
Zcw der ewigen helle glut.
Wer nicht noch gotes willen thudt,
Nicht hilfft da widder gab noch gifft.
Wer unrecht hye uff erdin stifft,
Und uber das volck ist gesatzt,
Und das zcw unrecht hatt beschatzt,
Ober den gehett gar ein schwer gericht
An all erbarmung pflicht.
Nhw wissett, dye do mechtig sein,
Di liden mechtiglichen pin,
Szo wil got die sneden gewaldigen richen
Straffen gar gewaldiglichen,
Und dye man hye nicht gestraffen kan,
Der straffen nhemen sye sich schwerlich an.
Es seindt disse rede nhw gescheen
Zcw uch, die ans gerichte gehen,
Das ir vormant werdet hirmede, und furet solch bestendige rede,
Das ir nicht wertt geplagett darvon.
Dit rett der wyse Salomon.

Dye vorredt folgtt.

Recht komet von gerechtikeitt,
Darumb sso wirt hye ussgeleit
Dye selb togent midt eym bilde,
Das vil lwthen ist gar wilde
Midt seim bedwtten und bescheydenn.
Seneca, der wyser heyden,
Der thud uns von derselben kunt,
Sy sey der natur schwigender bunt,
Des gotlichen gesetzes krafft,
Und ein bant menschlicher geselschafft,
In der wir erkennen was sey zcymlich
und was auch nicht sey bequemlich.

O weyser man hor nhw zcu,
Was dye gerechtigkeyt magk gethw,
[Faksimile] und wilthu sein ir dyener,
Szo vornhym unnd folge disser ler:
Zcw gotes liebe ker deyn sin,
Das her dich widder lieb gewin,
Dan hasttu lieb deynen gott,
Wan du heldest sein gebott,
unnd allen lewthen wiltt fromen,
und nymant zcu schaden komen;
Da mercken alle lewthe an,
Das du bist eyn gerechtter mann.

Tustu was ich dich hye lere,
Man hat dich lieb und erbutt dir ehre,
und folgett deynem rathe gerne;
Dich forchtett wer nicht gut wil lerne.
Uff das dw gerechtt blibest nhw,
Szo salthu nymant schaden thw.
Ich sprech, nicht schaden thw alleyne,
Das du auch on bewarest, ich meyne.
Das heist nicht gerechtikeit
Das man den lwthen thw kein leitt,
Es heyssett untugent gelassen,
Der sal man sich sso lernen massen.

Hindere nymant der icht thudt
Gutes, und thw selber gudt.
Nyman saltu das seyne nemen.
Darnach salthu dich nicht schemen,
Ab du imand icht hast genomen,
Das du es last herwidder komen.
Dannoch salthu darnach ringen,
Wye du auch mogst gezcwingen
Rowber, dyebe und bosewichte
Medt gerechtigkeidt unndt gerichte,
Uff das sye die lwt midt fryde lassen,
Das straffen salthw nach rechte massen.

Eynes wortte pewse alsso sere nicht
Also dye meynung, der sye spricht.
Wo auch zcwifels icht ist an,
Do salthu ia noch neyn zcu han.
[Faksimile] Nicht leichtlich salthu eyde schweren;
Dw salt dich billicher eyde nicht weren.
Wer war und recht geschweren kann,
Der ruffett gotes hulffe ann.
Dye warheit salthu nichtt vorletze
Unnd der gerechtikeit gesetze.
Vor nymand salthu lyden den scham,
Her sey dir holt ader gram.

Nichtt lugk; aber komt es alsus,
Das du der lugen gebruchen must,
Szo las das valsch din gemuthe,
Das es dye warheit behute.
Und kanstu die warheit nicht gelose
An logen, dit ist nicht bosse,
Wan alsso blibeth midt gemache
Die warheit, dit ist ein hubsche sache,
Wan du der lwthe nicht envharist,
Ir heymlikeit nicht offenbarest.
Redest du auch wan du reden salt,
Szo wirdett dein lob manigfaltt.

Dye gerechtikeit ist alsso zcu halden,
Das dye mechtigen, dye ir walden,
Nicht midt ir sso weilich umbgehen,
Das dye lwth ir gesetze schmehen,
Nach also hartlich der underwinden,
Das die lwthe kein gnade finden,
Sunder der freveler sall gnad enperen,
Dye andern sal man messclich geweren.

Das bylde5.0

I. Es sall ein iungfraw in eyme gulden rocke stehen in den wulken bies an dye knye, der hymell sall gestirnett sey, under iren fussen der mondt, gekronet mit eyme regennbogen, da sall Cristus inne das [Faksimile] gerichte sitzen. Sye sall einaugick sein, mit zcwen grunen wittichen, in orenn rechten hant ein baer schwertt, dye linck hant sall ir ab sein, ein wage hangt ir an dem strumpf; in eyner schalen stehett geschriben: din; in der andern: mein. Us der kronen gehett ein rim also: wye ir dye lwth urteilt uff erdin, alsso solt ir widder geurteilt werden. An dem rechten vittiche stehett alsso ein rim: was dw wilt, das ich dir thun solle, das thu auch mir. An dem lincken stehett: was du wilt, das ich dich erlasse stille, das erlass auch mich. Under dem gestirnten hymell gehett der rym: ir scheppfen sunett die luthe gerne, szo luchtet ir als des hymels sterne. Von dem mhane gebet der rym also: der richter sall von om selber nicht richtten, alsso der mond hatt sein licht. Von dem bilde gehet disser rym:
Ich bin es dye gerechtigkeit,
Eyn konigyn der eyntrechtigkeit,
Ich bin uff erden ein sicherheitt,
Des volkes frede,
Borge und der stede,
Des gemeynes volckes zcuflucht
Und der mudtwilligen zcucht,
Ein lust der krancken,
Ein freude der armen,
Der enelenden mutter und erbarmen,
Ein stilles wetter uff dem mher,
Ein frucht der erden wer sich will nheer,
Der vorweyseten kinder erbteill,
und das ewig zcukunftig heyll.
Wedder frunde ader mage sehe ich an,
Dorumb ich des augen nichtt en han;
Widder geschenck nach keynerley gabe
Ich nicht nheme, dye hant ist abe.
Der luthe sache ich gleich wege,
Dye bosen ich zcu straffen pflege.

II. Alle werttlich recht und gericht, dye seint zcw erst komen von dem rich. Wa sich aber das reich zcwerst erhub, das stet geschryben in dem ersten buche Moysi, das es sich erhub von eyme resen, der hyes Nemroth, der was zcehenn ellen langk, der hub ann zcu bawben den grossenn thorm zcu Babilonia. Disser was der erste, der yhe gestreitt, der yhe heer gemachte, der yhe baner gefurtte und woppen. Der ertrachte und fant zcu dem ersten die satzung des rechtten in der grossen [Faksimile] stat Babilonia; alsso spricht man noch das recht erhub sich da. Ditz rich was gelegen in dem ufgange der sun, also Ambrosius schribt zcu sant Augustino von den vir richen disser werlde, nachdem als der prophett Daniell gesehen hatte in dem gesteltnisse vier thyer, von den geschryben stehet Danielis c. 7., das sich bey Abrahams gezceitten erhub. Das ander erhub sich darnach von Dario kegenn dem mittage. Das dritte erhub sich kegen norden von dem grossen Allexander in Macedonia. Dit geschach zcu den gezcitten als dye iuden richter und keyne konige noch hatten. Das virde hat sich erhabenn kegen dem undergange der sonnen, zcu Rome, von eyme der hyes Romulus, zcu den gezciten da Iudas Machabeus mit seynen brudern streit wider dye heyden. Das erst und das letzst rich sint die grosten und dye mechtigsten gewest, und die mittelsten zcwey zcw Persia und zcw Macedonia dye geringsten. Wye aber Babilonia gebowett wartt und wie gros es war, suche inn dem andern capittell des ersten buchs von der wilkor.

III. [Gl. LR. III. 44.] Nu sal man wissen, das alle satzung des rechtten, dye in dissen vorgenantten richen zcw Babilonia, Persia und Macedonia gesatzt worden, sint alle abe geleitt. Aber dye gesatztten rechtte, dye wir nach haben, dye wordenn syder in Krichen gesatztt, in der stadt Athenas, da dye grossen meyster und wysen heyden zcu schule han gestanden, wann daselbst zcuerst dye hohe schul, dye nhu zcu Paris ist, sich erhaben hatt. Dye stunden in grosser wissheitt, wye sich dye stete haldenn sullen, alsso Aristotiles in seinen buchern schribt, nachdem alsso das erste buch von den hern hye uswisett, und auch das ander, unnd wye die ambtlut und ratluth sich halden sullenn, alsso uswist das dritte und das virde. Und funden vil guter und nutzlicher rechte, alsso wir dye noch haben und der vil gebruchenn, unnd lyssen dye teylen in zcehen bucher, unndt santen dye beschreben den Rhomern in zcehen tafeln und heyssen nach dye recht der zcehen tafeln. Da koren dye Rhomer zcehen man under in us, dye aller vorstendigsten und wisten, dye sye hatten, dye machtten uber dye zcehen tafellen nach irem besundern gesetze und wilkor zcwo tafeln darzcu. Alsso worden der taffeln zcwelffe.

IV. [Gl. LR. III. 44.] Noch der zceitt so wolde der weyse ratsman Pompeius dye zcwo taffeln, dye dye Rhomer zcu hatten gesatztt und gemacht, lassenn beschreybenn in ein buch, und turste des nicht thun for den richtern zcu Rhome von forchte wegen, wan dy nicht wolden das or recht und heymlichkeitt allermellich wissen solde. Darnach began des der keyser Iulius, der wart von den Romer erschlagen, er her [Faksimile] es volante. Also bleib es aber underwegen byes an den keyser Constantinus, der nam for sich die zcwelff tafeln, und satzte dye ordenlich, und lies darus beschriben disse recht, dye man nhw gemenlich hatt, und dye besserttenn auch seine nachkomenn, unnd dyeselben recht waren dannoch etwas unbescheyden. Darnach kam der keyser Theodosius der mynste, der machtte ein rechtbuch nach der wyse der andern rechttbucher, und hyes es Theodocianus. Darnach quam der edell und bluender Iustinianus, der was des ersten keysers Iustinianus son, der irluchte und legte us alle gesatzte rechtt, und satzte dye bescheydenlich und redelichen, unnd vortelgte das nichtt nutze was, unnd vorkortzte das zcu lang was. Auch sint die recht vhast komenn von willekor, also das lantrecht ussagett, do also beschreben stehett, das alle wertliche gerichte haben begin von der willekor.

V. Auch sal man wyssen, das das recht ist dreyerley wise ufkomen: das ist von natur, von gewonheit und von bethe. Naturlich recht ist: zcu dem ersten ist es vonn natur angeborn, sso ist es von nodt. Das ander heist auch naturlich recht durch das, das es dye natur wysett allen luthen und allen landen; also eyner dem seyme frunde etzwas zwu behalden tudt, ader borget, das her om das widergebe ader geilde. Naturlich recht ist alsso gotis rechtt, wan got ist dye natur, dye do alle recht naturett und alle dingk; hirvon heyst es naturlich recht, das es eyme itlichem gestetigett ist und blibet unvorwandeltt. Es heist auch naturlich recht darumb, das es genant ist von redlichen naturlichen lutten, das ist von den guden und fromen umb deswillen, das got und dye natur nicht umbsust werckenn, als Aristotiles sprichtt, und alle dingk got in das best naturtt, alsso geschriben stehett in dem ersten buche Moysi: gott der sach an alle sein gescheffde und sye waren zcumale gut. Wer dan ubell ader unrechtt thudt, der thudt widder dye natur nicht in der wyse, das es seiner natur unmoglich sey, es ist aber widder dye natur, dye got gut gemacht hatt. Wan dan etzlich lwthe lebenn nach togenden und nach dem rechtten, das die natur lerett und brengen das in eyn gewonheitt, dye gewonheitt wurdett dan under in ein rechtt.

VI. Ditt ist dye ander sache, das von der gewonheitt das rechtt also ist uffkomen und nach uffkomett, und dye gewonheitt ist auch zcweyerley komen. Ein gewonheitt die ist redlich, die ist gewest der guden und der fromen; dysse gewonheitt hatt ir begin gehatt von der redlichen natur. Die andere gewonheitt die ist unredlich, ist gewest der bosen und der unmilden, unnd dye ist widder dye natur, dye gott ist, unnd wo dye bosse gewonheitt ist, dye heist billicher ein alt irtumb dan ein gewonheidt. Durch disser gewonheit willen wart nach das dritte stucke des rechtten, das kam von der keyser satzunge, und dye kamen [Faksimile] darmith zcu hulffe den guden und der guden gewonheitt, und sturtten den bosen midt ir bosen gewonheitt. Disse satzung sint komen von der kor, alsso das dye keyser und dye fursten under zcwen gewonheitten dye besten usskorn und satzten dye vor ein rechtt.

VII. Auch ist das recht ufkomen von bethe wegen, alsso das volg uff dem lande, unnd auch dye lwth in den stettenn, recht us den gewonheytten koren unnd dan den keyser batten, das ehr in das setzte unnd bestetigte, alsso noch etlich stete dye furstenn bitten, das man in or willekor und ir gewonheit bestetige, und in hantfesten daruber gebe, und dye briffe daruber heyssen hantvhesten darumb, das her yn dye gnade undt dye freyheitt, dye her on vorschreibett widder dye gesetze, befesten sall, und die werden dann ir besundern recht. Es ist auch wol gescheen, das dye keyser und fursten recht satztten an gewonheit und an bethe, sundern sye koren, das es nutz und gut den luthen wer, und oren landen und steten bequemlich, unnd nach von des babstes und keysers redlichen willen szo werden noch geistliche und wertliche redliche gude rechte gemachtt. Was nhw ein gewonheit und welche gut und bestendick sey, unnd wo sye zcu eyme gesetze werde, das suche in dem vier und zcwenzigsten stucke des dritten buches von den ratsmannen.

VIII. Dorch vyrerley ist das recht zcum erstenn funden und gemacht; zcum ersten, das dye fromen hulff gewunnen; zcum andern, das die unschuldigen ungeletzt blyben; zcum dritten, das dye bosen umb ir bossheit gepinget wurden; zcum virden, das eym itzlichenn worde, das im werde sall, und ym blebe, das im bliben solde und ym gebortte.

IX. Wer nhw dye gewest sindt, die das recht midt dem ersten funden und gemacht han? Das hat gethan in der alden ehe Moyses under den iuden, dem gott dye zchen gebott gab und ander vil gesetze in der wustenunge, da fant her dye recht, da her sye midt enschyett und sye orteylte unnd richte. Der erste in Krichenlant, der rechtt machte und fant, das was Pheroneus, der beschreib dye wertlichenn recht, und dye von Athenis, dye merten und besserten sye. Der recht fant zcum ersten in Egiptenlande was Mercurius, der gab sye us den lwthenn zcu gebrachen. Der erste der besundern recht zcu Athenis fant und satzte das was Solon, nach derselben stadt wilkor und eynunge. Der erste der recht fant und beschreib zcu Lacedomen, das was Lygurius. Der erst, der recht fant zcu Rhome und or gesetze, das was Numma, der do ein herre was nach Rhomulo, der lyes beschreyben dye ersten romischen recht und lyes auch dye ersten muntz nach der konige formen schlahen, und darumb sso nach zcu latin nummus ein pfennigk genantt. [Faksimile]

X. In den rechtbuchern findett man beschryben, das alle geistlich gerichte geben von dem babste, und alle wertliche von dem keyser. Dye fursten enpfahen ir gerichte vom keyser, von den fursten dye grafen, unnd dye freyen, und dye stete, dye ir richter setzen. Alsso mussen alle wertliche richter den ban und das gerichte von dem keyser emphaenn.

XI. Ist auch eyn richter von eym fursten ader hern gesetzt, dye vor ir lehen und gerichte von dem ryche empfangen han, ader von einer stadt, dye ir gerichte auch hat ennphangen von dem ryche, szo hat des richters gerichte macht. Kompt es aber nicht von dem rieche, sso ist es kein gerichte, sundern ein frevell, und ein notzcog, ader ungerechte gewalt, unnd ober wen dan der richtter alsso richte, da sundiget her an, also ein ander man. Hirumb ist das, ab ein buschoff, ein abtt, ader ein ander geistlich man, der wertlichs und halsgerichte hatt, eynen richtter setzte, eher wan her das gerichte von dem riech enpfinge, und wurde von dem gerichte imant vorterbett, der geistlich herre, der den richter alsso gesatzt hette, vorlore sein amptt.

XII. Nicht sal man zcu richter setzenn eynen man, der an seiner gepurt vorsprochen sey, wan her nicht gut gnug ist zcu richten uber dye elichen geporn sint und von fromen eldern, nach von des gerichts wegen zcu bezcugen. Also sall her auch selber volkomen sein an seim rechtten; dan schwerlich ist das eyner, der ander lwthe rechtfertigen solde, das der selbe gebrechlich were. Dit wiset us unnser lantrecht. Her sal auch zcu seynen iaren komen sein, das ist uber ein und zcwenzcig iar. Her sall auch wyse sein und wol erfarn in den rechten, in den gesetzenn, wilkor, gewonden unndt freyheytten der stadt, da her ein richter ist, das her dye icht vorbreche und das vorstore, das her beschermen und machen solle; wann sant Augustin der schribt in dem buche von der stat gotes, das dye unvorstendickeit des richters ist ein betrubnies und unsalde des unschuldigen volkes. Her sall auch guthe sytten haben und nicht gachzcornig sein, wan sant Gregorius spricht: es ist gar hartt wer nicht sanftmutig ist an seim eigen leben, das der ein richter werde ober ander lewthe unsethe und untogent; sye mogen nicht woll unnd wirdicklichen ober lewthe gerichten, dye lichtiglichen vallen in zcorn, in hass ader in liebe. Meisterr Tulius spricht: es ist ein grosse schande an eyme richter, das her schinett midt seynen kleydern ander den lwthen alsso ein engell, und ist mit den sethen und mith dem herzcen alsso der tufell. Her sall nicht sein girig, wan von des richters gyrheytt, als Ysidorus schribt, sso wirt der lwthe sach [Faksimile] vorzcogen, ader das gericht vorkartt, und dye angehaben sache nhemenn nummer ende, byes das or gelt in oren butteln ende genemmett. Her sal auch nicht sein ein unkuscher, wan es sprichtt Tullius, das der mynner gericht sey blint, und yhe sye dem mher nach hangen, yhe sye ungerechter und blinder werdenn. Her sall gotforchtig und friedsam sein, wan alsso Cassiodorus spricht: ein richtter hat seynen nhamen darumb, das her richtten sall, und wan her das nicht thudt, sso heiss her moglicher ein ungerechter dan ein richtter.

XIII. Isidorus der gross lerer schriebett, wye das gerichte von den bosen richttern, dye den armen ungewegen sint, swerlicher werde, dan ab sye uffenberliche vinde weren; unnd darumb wan man ein richter gekwsett und gesetzett, szo ist es moglich und sall in dem rechtten sein, das her dem gerichte schwere, uff das her allen lewten gleichs gerichtes pflege, und auch darmith werde von ungerechtigkeit brachtt, und gott und dye lwthe mhe forchtte. Der eydt sal also geschen midt leiplichen vingern uff den heyligenn, in keynwertigkeit der scheppfenn: ich schwere gott und meynem hernn etc., das ich wyl an dem gerichte getraw und from sein, gleich gerechtt und gewer dem armen als dem richenn, wyttwen unnd weysen, des unrechtten zcu schutzen den fromden als den freunden, dem gast als dem ingesessen in dem gerichte, und wyll des nicht lassen widder durch lieb ader durch leitt, durch nymanden nach durch mein selbs willen noch durch keinerhande sachenn willenn, alsso ferr als ich umher magk unnd kan; alsso mir gott sso helffe und seyne heylgen und das gestrenge gericht, das her am iungsten tage uber mich und uber alle lewthe sitzen will und ire werke urteylen.

XIV. Dye schepffen sollen auch unvorsprochenn sein erer geburtt unnd ires rechtten. Der schepffen sullen von rechte zcwelffe sein, sechs ader vyre. Mynner sall ir nicht sein, uber zcwelffe sall ir auch nicht sein nach unnserm lantrechtte. Es ist woll in etzlichen landen und in wichpilden ein gesatzte gewonheitt und recht, das man erbschepffen hett, und das ist gut und woll nodt, wan dye scheppfen dye man setzt zcu iaren, dye seint des gerichts gar unkundigk; des sint dye erbscheppfen nicht, wan sye brenngen in gude handlunge des glichen rechts volkomenheit bas dan dye schepfen, die man zcu iaren kusett, wan dye schepffen, dye man setzt zcu iaren, dye sint des gerichts gar unkundigk. Und dem folgen wir midt unser gewonheit und rechten alsso, das dye ratsmanne schepfen sindt, und sich dye teylen alsso, das ir sechsse alzcit scheppffen sint, und darnach dye andern sechsse, und sich wechsselnn. Wye nhw der eydt sey, den sye zcu dem gerichte gethan haben [Faksimile] den salltu suchen in dem achzehenden stucke des dritten buches, das do sagett von den ratsmannen und schepfen.

XV. In disser stat und auch in mher stetten in wichpilde ist dye gewonheitt und das rechtt, das man keyn ander vorsprochen nympt, dan us dem rathe zcwene von den schepffen, umb deswiln das armen lewthen nicht ungutlich geschee am gerichte und ire sachen vorzcogen werden, unnd auch umb deswillen, das sye nichtt finden ungewonlich urtell, und dye urtell, da man pflegt dye lwthe midt zcu vharenn, und mhe zcu krygen helffen dan zcu sune, mher zcu vheden dan zcu freden, mher zcu zcweitracht dan zcw eintracht, durch das geschencks willen, alsso dye gemitten vorsprochenn an den gerichtten pflegenn zcu thun, von den Cassiodorus spricht: an dem gericht da ist der vorsprochen zcunge veyle, szo ist auch da ir schwygen veylle, und ir vortumte zcunge wirtt dicke midt gulden unnd silberen stricken gebunden. Uff das ditz von den vorsprochen nicht geschee, szo wirt inn das vorbotten bey der ehre und in gegen in dem eyde, den sye schwerenn, wan sye in den rath komen, alsso geschribenn stett in dem XVIII stucke des dritten buchs von den ratmannen.

XVI. Das lantrechtt saget von den botteln, dye uff dem lande riten ader louffen, und an das gerichte gebitten, aber wichpilds recht heisset sye fronebotten, dye wir nennen freybotten. Dye sullen auch volkomen sein an irer gepurt und an irem rechtten, und warhaftig, umb des gezcugnis willen, das sye dick an dem gerichte thun mussen. Dye sullenn disse eydt an dem gerichte thun: ich schwere mynem hern etc. und darnach dem richter und schepffen disses gerichts, das ich dye armen und dye reichen, dye geste und dye ingesassen, an gebotten und an allen sachenn, dye mir zcu geporen und von gerichts und rechts wegen thun soll, fordern und nichtt hinderen will midt mynen willen zcu tage und zcur nacht, und wyl darzcu getrow sein, und alle bossheitt und was ich derfare, das schedlich ist, das wil ich melden und kunt thun getrowlich; alsso mir gott helffe und alle heylgenn.

XVII. [Dist. III. 3. 7.] Das lantrechtt und wichpildsrechtt sagen auch, das man vor mittage dinck haben und gericht halden sulle, und ein igklicher, der daran zcu schicken hat, vor mittage da sein sulle, und ab sich wol das gericht von der meninge ufzcuhett, das man es vor mittage nicht alles usgerichten magk, da leit nicht macht an, gleichwol wer sich vorseumpt, das her vor mittage da nicht ist, der sall und mus darumb wetten. Man sall auch also lange sitzen bies das dye sonne wider fellet, das ist sso lange byes das der mittagk vorgehtt. [Seite 154]

XVIII. An keyme sontage, nach an keyme heylgen viertage, sal man gericht sitzen, rath haben, nach sache scheyden, nach eyde schweren, an ehaftige nodt; nach feylung haben, nach kouffschatz tryben, dan alleyne in den stucken, dye da dynen zcu essen, zcu trincken, das man uff eynen andern tagk nicht er beitten kann, noch wol ufgerichttenn; zcu nodturfft magk man an den feyrtagen byr brawen, byer vassen und schenckenn, vischen, backen und schlachtten unnd derglichenn.

XIX. Eyn gerichte sal man haldenn an eyner gewonlichen stadt, da sein dye lewth pflegenn zcw wartten, Wan das alsso geschreben stett in den geystlich und wertlichen rechtten, das an allen steten gerichte sey, da der richter midt seynenn schepffen sytzett und midt urteiln richtett, szo sal man dach kein gerichte vorholn, noch an ungewonlichen heymlichen steten sitzen, nach halden, dan in rechter dingkstadt und auch zcu rechter zcit, alsso das dye heymlichkeit nymant zcu schaden kome und es gehalden werde an geferde. Darumb sso pflagen dye alden, das sy ir gerichte in der stadtpfortten zcwuschen den toren hildenn, uff das es alsso uffenbar eynem icklichen worde, wer da uss ader in wandertte, und sich des von unwissenheitt nymant entschuldigenn mochte. Darumb sso sall man es noch an gewonlichen steten halden, es hinder dan ehafftige nodt. Dit ist das lantrecht, wichspilsrecht, geistlich recht, keyserrecht und der stadt rechtt.

XX. [Dist. III. 8. 1.] So ist auch zcu mercken, was lwthe von recht an wertliche gerichte gehoren. Das thun alle leyen, eliche und uneliche frowen und iungfrawen, meyde und knechte, peckartt und peckinen, sy seint gelart ader ungelartt, gewhyte schuler ader man, dye irer wyhe nicht gepruchen ader gebruchen wollen, man ader wybesnam, ab dye woll gesundertt seint von andern lwthen midt ir wonung, hantyrung, kleydung, und mit irem leben, und ab sye woll in der kirchen ir kuscheytt durch got und armut gelobt han, ydoch das sye das keym geistlichen prelaten, als buschoffen, abtte ader thumprobste daruber gehorsam gelobett han, der sye in seyne zcucht genemen mochte, ab sye dye gelobde und dye ordnung ires lebens vorbrochenn. Dye sullen allen enden an dem wertlichen gerichte antwortten umb wertliche sache, es wer dan umb ein ehe, ader umb bescheydunge rechter selgerete, ader umb detzman, opffer ader zcinse zcu den kirchenn ader geistlichen leen, ader vorhandeln mit pfaffenn ader geistlichen lwtten. Wer es auch das ein schuler wer in der minsten wyhe, das man nennett zcu dem strange, ader das im der buschoff seynen zcopff vorschroten hett, [Seite 155] und wyl her der pfaffheitt gebruchen und volgen, szo mag in nymant an wertlich gericht gezcyhen, her wolde es dan gerne liden. Dit ist geistlich und wertlich recht.

XXI. [Dist III. 8. 2.] In dem andern buche decretalium stehet geschriben, das kein leye den andern umb wertliche sache vor geistlich gericht laden soll, wan welch ley wertlich gericht vorschmett, was imant schaden davon enstehtt, den sal man dem, der geladen ist, volkomlichen erlegen, und om sein busse geben und dem gerichte seyne wette. Dit ist lantrecht und wichpildsrecht. Wer es aber das eyme von dem wertlichen richter rechts gewegertt worde, ader unrecht und gewalt widerfhure, das her war brengen mochte, szo solde her sein recht woll suchen an geistlichen gericht an schaden. Dit ist der stat recht und geistlich rechtt. Wan wolde der richter eyme nicht helffen, und ginge geferlichen und untogentlichen midt ymant umb, darumb so sall her sein gutt nicht vorlysen; her sall es gewynnen midt anderen gerichtten und midt hulff seyner frunde, sso her best magk, und des stet her nicht zcu vordencken, en sall auch der stete gesetze daran nicht hinderen, dan dye gesetz der stett sullen nicht zcu geferden besteen. Wye auch ein ley for geistlich gericht geladen wirtt, es sey recht ader unrechtt, szo sall er sich vorantwortten umb den gehorsam, us dem sich nymant gezcyhenn magk, dan mit rechterr entschuldigung. Dit ist geistlich und wertlich recht.

XXII. Das gerichte sal man anheben midt dem forgebytten. Das sall thun der freybotte umb seyne mythe alsso: eynem icklichen in der stat sall her um eynen pfenning gebietten zcu zcwenn gebotten; zcu dem ersten darff her nymandes; das ander gebott sall her thun midt gezcwgen; das driett gebott mit pfanden, alsso recht ist, das ist des richters. Eyme manne zcw gebietten usswenig der stadtt, da gibtt man im von zcwene pfennige; hilffet aber ein freybote eynem eyns pfandes von gerichts wegen, der gibt ihm zcwene pfennige; antworttertt her eme aber eynen bey der hant, und bestetigett in, sso gibtt ehr im zcwene pfennige. Ober dit lon sall her von nymanden mher heischen; geb im aber imant ichtt daruber von eygener wilkor, das mocht her nhemen an geferde. Ditz ist der stadt recht unndt wichpildesrechtt.

XXIII. [Dist. III. 2. 1.] Wan der bottell gebyten sall, das sall her thun in der zceit als dye sonne uffgeett bies das sich tag und nacht scheydett. Bey nacht sall her nymant gebitten, an den gesten und den lwthen, dye us der stadt ader gerichte entrynnen wollen, sall her wol gebitten bey nacht. Quem der vor gerichte, dem alsso vorgebotten wher, und spreche: her richter mir ist nicht zcu rechter zceit forgebotten, antwort dan disser: her richter ich wart gewarnett, her wolde entwichen [Seite 156] von gerichte, des ich nach vhar habe, ab ich das ingebot midt rechte gethan mochtte; szo erteilt man im, das her das erwyse zcu den heylgen, unndt sweredtt her das, szo mus im ihener antwortten. Wyll her aber das nichtt schweren, sso beheldet ihener seynen tagk, und umb das ungerechte ingeboth mus her dem gerichte wetten. Dit ist lantrecht und auch der stadt rechtt.

XXIV. [Dist. III. 2. 2 - 5.] Quem der freybote in eyn hwes, da ein wertschafft ader ein leych inne wher, da sall her nymand inne forgebitten nach besetzenn. Dasselbe sall her auch thun in der kirchen und in der uffen tabernenn, den dye darin zcw dem trangk gegangen seint. Ist aber eyner darinne wonhafftig, dem magk her woll gebytten. An eynem tancze sall man nymant vorgebietten, nach bey dem tantzce in eyme husse, da tantz inne ist, wan den alleyn dye darinne wonhafftig sein. Ouch in veylen badestoben magk man nymant gebytten, dan allein dem werte und seynem hussgesinde, wan gebote man vor an solchen steten, da mochte gross unglimpf von komen. In den kirchen, uff den kirchhoffen, nach in pfaffenhusern unndt in andern erbarn freyen hofenn, magk man auch nymant vorgebytten; wher aber eyner mit in inne, dem magk man wol vorgebietten. Uff dem rathws und in des richters hawse magk man auch nymanden vorgebitenn, nach in der ratsmeister husse, umb erbarkeit des rats und des gerichts, her hette dan sein wonunge da. Dit ist stadrecht.

XXV. [Dist. III. 2. 9.] Gehet der freybot uf der strasse und syhett eynen an eynem fenster, her magk im woll vorgebitten. Sitzett ader steht auch der freybott an eynem venster, her magk eynem uff der strasse woll furgebitten. Dit ist der stad recht.

XXVI. [Dist. III. 2. 7, 8.] Wer wissentlich syech leit, dem sall man nicht furgebitten in der zceitt. An dem heylgen cristage, an dem ostertag, an dem pfingsttage, und an unser lieben frawenn wurtzwhytage, sal man nymande an das gerichtt gebietten, wan dissse vest allen geistlichen ban vorlegenn und geistlich gerichte, das dan alles wichett, sso wicht auch moglichen alles wertlich gerichte. An unsers hern lichnams tage sso sall nymant furgebyte umb erbarkeit und frolikeit willen dysses vestes, wan dye lewth uff dyssse zceit frolicher geselschafft mit eynander pflegen. In eym uffenbarn gemeynem frolichen spele, do sal man auch nymand inne gebitten. Dit ist wichpilds und stadrecht.

XXVII. [Dist. III. 3. 1.] Wo eynem vorgeboten wirt mit rechtten furgebotten, komt her danne nicht fur gerichte, alsso recht ist, und wirt beklagt, der muss dem gerichte wetten, und was ihener benennett midt [Seite 157] der klage, alsso vill wirt her vorwunnen, und wettett zcu der ersten, zcu der andern, und zcu der dritten klage, sso vorlust her dye sache, nach lantrecht unndt nach wichpilsrecht und nach unser stadt rechtt, her wher dan vorsant in der stadt ader ins gerichts bottschafft, und alsso verre im das antwortten nicht ehaftige nodt benhomen hatt. Was nhw aber ehaft nodt sey und heysse, das suche in den XXV. XXVI. XXVII und XXVIII capittel des zcheenden buchs von den gezcugen. Was auch dye wette sey des richters, das suche in dem XIV capittel des IX buches, daselbst vindestu auch was dye busse sey, und wan man dye bezcalen sulle.

XXVIII. [Dist. III. 3. 3.] Wem vorgeboten ist umb schult ader umb ander sache, und kumpt nicht, und spricht darnach im sey nicht ader unrechtt vorgebotten, heischt der richter dan wette von im, das her nicht geantwort habe, das ist her nher zcu bewysenn mit seyme eyde, wan das in der fronebote besagen mog und om auch zcu wissen ist worden. Dit ist lantrecht. Nemt es aber der freybott uff seynen eydt, den her zcu dem gericht gethan hatt, das her im recht gebott hatt gethan, sein gezcugnis gehtt vor. Stadrechtt.

XXIX. [Dist. III. 3. 3.] Ruret dye sache mher lut an dan eynen, und lassen sye im alle vorgebitten, komt her nicht dar, her muss darumb wettenn. Kompt her aber, her mus yn antwortten. Bekentt her der schultt nicht, her thudt yn allen umb das vorgebott ein rechtt, alsso wol alsso eyme alleyne, her worde dan erzcugett als recht wher, das must her lydenn. Dit ist unser stadtrecht und ist eyn gut gemeyn rechtt, von dem vil unnutzer eyde dahinden bleyben.

XXX. [Dist. III. 3. 4.] Ist eyme vorgeboten und bericht sich midt dem kleger, eher her vor das gericht komptt, da hat der richter nicht umb zcu reden nach zcu klagenn, es wher dan umb ungerichte, das dem gerichte geklagett wer, das mag an des gerichts loube nicht abgegen. Ist es aber umb schult, ader umb ander dingk, dye nicht ungerichte seindt, das blibet man an wandell. Gesche es auch nach der ersten klage, ader nach der andern klage des vorgebotes, sso musten sye beyde wandeln dem gerichte, was des schaden wher, umb dye busse. Dit ist der stadt recht und wichpilds rechtt.

XXXI. [Dist. III. 3. 5.] Nu ist auch zcu mercken: wirt vor gericht eyme gebotten, den ein stadt umb ires nutzes ader gescheffde willen ussendett, ader ussgesant hatt, das sal nach kan dem kleger, dem schuldiger, nach dem gerichte, nicht zcu schaden komen, nach zcu fromen, wan ir keyner gewynnett nach vorlust darmidt, sunder das gericht daruber wirtt ufgezcogen an geferde byes das der sich vorantwortten [Faksimile] mag, der gesant ist. Wirtt aber der kleger gesant, szo ist aber desselben gleichen. Dit ist der stadt recht.

XXXII. [Dist. IV. 26. 2, 11.] Eyn richter sall zcu vorsprochen geben, wen man aller erst bittett, und keynen andern, es wer dan das der man, der in gebetten hette, des vorsprochen midt recht ledig werde. Wen auch der man zcu vorsprochen genomen hat, der mues sein wortt wol sprechen umb alle dye klage, dye uff in gehett, off dye her zcu klagen hatt, dyewyle her im midt rechte nicht genommen wirdt, ader her on nicht vorsumett.

XXXIII. [Dist. IV. 26. 3.] Nymant magk gewegern vorsprach zcu sein an dem gerichte, da her ynnen wonett, ader da her erbe inne hatt, ader da her recht inne fordertt. Dit ist landtrecht. Aber nach unserm stadtrechte nymant vorsproch ist, her sey dan eyner uss dem rathe und ein geschworner schepffe. Da sal nach mag es midt rechte keyner gewegern, dye sach gehe dan uff eynenn seynen magk, uff seyne nyfteln, uff seynen hern, uff seynen man, ader uff sein gesinde. Dit ist der stad recht.

XXXIV. Teydinge magk eyn man vor dem gerichte nicht haldenn, noch uffenbarlich sprechen, wan her vorsprochen gekorn hatt, sunder her mag woll runen; aber von dem gerichte mogen tretten beyde der kleger und der schuldiger, und gespreche haben, und in dem gesprech wesen sso lang, byes sye der freybott weder inleditt. Dit ist stadrechtt.

XXXV. [Dist. IV. 26. 12, 15.] Eyn iczlicher mag wol an dem gerichte selber klagen ane vorsprochen und antwortten, ab her sich schaden getrosten wyll, der im davon ensten mag, ab her sich vorspricht, des her sich nicht erholenn magk, also her wol thun mochte midt eim vorsprochen, ader midt zcwen, ab in eyner vorsumet, das her den andern gewinnet, dyewyle auch das her an seyn vorsprochen wortt nicht gehett. Dit ist lantrecht, wichpilsrecht und stadtrecht.

XXXVI. [Dist. IV. 26. 6, 7.] Stammert eyn vorsproche, ab sich der wol vorspricht, des muss her sych woll erholen, wye dick im das nodt thudt. Vorsumt her aber ihenem, des wortt her spricht, der on gewonnen und gebetten hatt, der mag sich des mit eim andern ader zcweyen vorsprochen erholen. Dit ist stadrechtt. Aber noch dem lantrechtt, szo mus sich der mit ortelln bestellen, der zcu vorsprochen gewunnen wirdt, ab her busfellig wurde, wer in des mit recht abnhem; thudt her des nicht, her mus dye busse selber tragen.

XXXVII. In dem banne sal der kleger nicht sein, also verre das im dye gemeinschafft vorbotten sey. Her sal auch nicht sein in der acht des richs noch des gerichts, do her inne klagett. Her sall auch nymants [Faksimile] eygen sein, wan wer her eygen, szo muste sein her, des eygen her wer, klagen. Her sal auch nicht wetwen ader weysen, dye or formunden nach ir rechten wher nicht habenn ader gehaben mogen, beklagen. Dit sullen der richter und scheppfen nymant gestatten bys so lang das witwen und weysen ir formunden usgerichten und in yr wher wol bestalt wirtt. Dit wist us das beschriben recht von keysern und bebsten, das in dissen vir genanten stucken des klegers klag nicht toge, und ist auch der stad recht und ein gut gemeyn rechtt.

XXXVIII. Den klegern sal man nicht horn, der schuldiger sey dan kegenwertig. Dit stet geschriben causa tercia q. octava, und ist zcu vorstehen, ab dem schuldiger nicht rechte vorgebott gescheen sint. Wern im aber rechte vorgebott gescheen und kumpt nichtt von seins vorsumnis wegen, man thudt das ortell uber in also ab her kegenwertigk wher. Dit heltt das beschriben rechtt. Es wher dan, das es hinderte ehafftig nodt. Dit stet gescbriben causa 3. q. 8, und dit ist auch der stad recht und des keysers rechtt.

XXXIX. [Dist. IV. 26. 13.] Auch ab eyn frawe, wethwhe, ader iungfraw beclagt wirdt, dye sall frist haben sechs wochen iren formunden zcu suchen, und wan dye sechs wochen uss gehen, das sall man ir von gerichts wegen dan vorkundigen; kumpt sye dan nicht vor, szo ist sye erwunnen; wan an formunden magk kein wibsnam geantwortten, nach geklagen, nach ir wortt selbs ader vor imande gesprechen. Das vorwirckt in ein wib zcu Rome, dye hys Calefurnia, dye vor dem gerichte und richter und schepffen myssebartte von irem zcorne mith unhobschen wortten unnd geberden, umb das ir wille noch iren wortten nicht vorgegehen mochte.

XL. [Dist. IV. 26. 15.] Queme es, das sich eyn man antwortens midt urteln werte midt rechte, szo hat her dyewyle nicht geantwortt; aber antwortt der man eins selber an gerichte, und wil uff das mall dan vorsprachen gewynne, das magk her in recht nicht gethun, her muss vortuss das gericht klagen ader selber antworttenn. Dit ist stadrecht, lantrecht. Kusett her aber zcuerst an vorsprochen, dyewyl her dan an seines vorsprochen wortt nicht iheet, dyewil blibtt her an schaden von seynes vorsprochen wortte. Dit ist der stadt rechtt.

XLI. [Dist. I. 43. 6.] Es sal nymant dem andern klagen uff sein gutt, das noch unvorfaln ist. Welch man aber gut zcu unrecht anspricht, und werdit im das bruch vor gerichte, her mus bussen dem sachwalden, und dem gerichte wettenn, nach lantrecht und nach wichpildsrechtt. Aber nach der stadrecht sso gibt her dem richter funff schilling pfenning und nymant mher. [Faksimile]

XLII. [Dist. I. 43. 7.] In dem lantrecht und auch in wichpildsrecht findett man beschriben: wer ein ansprach vordern wil an gute, das nicht ansprech ist, der sall es fordern vor gerichte, an welcherhande gerichte das sey. Thut her des nicht, her muss darumb antwortten, ab man in darumb beschuldigt, das her im sein gut anspreche mache, und muss dem kleger bussen und dem gericht wettenn. Dit ist der stad rechtt.

XLIII. [Dist. I. 43. 8.] Nimant sal sich gutes an gericht underwinden, und spricht eyner gut an mit ader an gerichtte, das im davor an dem gerichte vorteilt ist, das man wol bewisen magk, das ist ein frydbruch; und des mus sich ein man abnemen kegen dem kleger und gerichte nach gnaden, wan vor frede von dem gerichte was geworcht, das es dem besitzer zcugeteilet wartt. Dit ist der stadt rechtt.

XLIV. Ob ein gast uber eynen burger claget und schuldigett in, es sey umb gut ader umb ander sache, und kumpt der burger midt recht von dem gaste, und der burger schuldigt darnach wider den gast, der burger muss dan wol seyn tagzcit vor im han also bescheidelich, das her dyewyle vor den gast dye kost nach bescheydenheitt gelde. Dit ist stadtrecht.

XLV. [Dist. III. 15. 2.] Auch kumpt ein gast vor gerichte und klagt uff eynen burger, der hye wonet, und uberwint den vor gerichte, als recht ist, dem gaste der seiner tagzcit mag gewartten, dem sal man teylen zcu schaden und vor dye kost yhe zcu dem tage sechs pfennige und yhe von der myle us und heym zcwene pfennige und nicht mher, an das klagerecht, das vor dem richter gericht sall werdenn an schaden des klegers. Ditz ist der stad recht. Magk aber der gast seiner tagzcit nicht gewartten, szo mus man om zcu stunt antwortten. Aber kein ingesessner magk den andern nicht gezcwingenn von stunt zcu antworttenn; her muss erbeitten rechter tagzcitt. Dit ist stadrechtt.

XLVI. [Dist. III. 15. 3.] Wer vor gerichte beclaget wirtt und midt urteiln erwirbett, wan her von dem kleger kom, das her ime widder sulle antwortten, thudt darnach der kleger das nichtt, szo mag disser om midt recht volgen, gleicherweise als ab her im von dem gericht entgangen wherr. Dit ist lantrecht. Aber nach unsernn stadrecht szo hatt der richter sein busse darvon und der vor beklagett was, der sall dissem volgen mit rechtten gebotten.

XLVII. [Dist. III. 15. 1.] Es sal nymant den andern zcw klage widder triben, dweyll das ir eyner von dem andern noch nicht komen ist; ab her wol ein gast ist, der da vor klagett hatt, ihener sal midt gerichte vor von im komen. Wan das geschyett, szo mag her in nach dem an derselben stadt zcu stunt widder bestadiln, das ist, das er sall borgen setzen wider zcu antwortten zcu dem nhesten gerichte. Dit ist [Faksimile] lantrecht und der stadt recht. Hatt her aber nicht burgen undt thudt seynen eydt darzcw, szo mus her zcu hantt widder antwortten. Stadrecht.

XLVIII. [EG. 52.] Ab eyn man usszcuhet umb sein geschefde ader bethefart zcw leysten, ader nach kouffmanschatz, und ist er ader wirtt in der zceit, alsso her sich uff den weg bereittett halt, beclagett vor gerichte, unnd sal der man recht thun, das recht sal man zcu hant von im nhemen, ader sall des beytten zcu dem negstenn gerichtte, alsso her widderkomen ist. Dit ist unnser stadrechtt.

XLIX. [Dist. III. 5. 3.] Ist eyn man daheym und wirt im vorgebotten und zcuhett darnach us unvorantwortt, der vorlust dye sache, und her mag sich nicht entschuldigenn, her bewyse dan ehafftige nodt als recht ist. Dit ist der stad recht und lantrecht. Was nhw ehaftige nodt sey und wye her dye bewisen sulle, das suche in dem XXV, XXVI, XXVII und XXVIII capitell des zeheendenn buches. Befylett her aber seyner frawenn dye sache, wan her henweg zcuhett, sye magk vor on nicht geantworttenn, das es yn beholffen moge vor gerichte, sye wulde dan dye schult, da er umb beschuldigt ist, bekenne. Dit ist stadtrecht.

L. [EG. 40.] Ist es das eyn man beclaget wirt unnd magk von krangkheit wegen und gebrechenn vor gerichte nicht komenn zcu der andtwortt zcur dritten klage, sendet derselbe seynen nhesten freunt an sein stadt zcu gerichte, es seyn sein eliche husfrowe ader sein kinder, ader sust seyner nhesten mage eynen, der mag wot vortt an seyn stadt klagen, und iener der beclagt ist, der muss antworten, als ab der kleger selbst gegenwertigk wher. Dit ist der stadt rechtt.

LI. Auch wirt eyner krangk, der beclagett ist, das er vor das gericht nicht gewandern magk, her magk woll eynenn seynen frunt und nhesten sich lassen vorantwortten, unnd klage lassen uffzceichen, und den tag lassen erlenngen, byes her gewandern kan; wan nymant magk den andern vorantwortten nach seyne schult gefordern, her werde dan von dem sachwalden zcu formunden gekorn zcu thun und zcu lassenn, als recht ist. Uswisett stadrecht.

LII. [Dist. III. 9. 2.] Clagen mher lute dan eyner uff eynen man eyner zcit umb schult, den her doch allen bekennett, den sal man do allen helffen, alsso recht ist; dach alsso wer under yn eher geklagett hatt, dem sall man eher helffenn unnd alsso eyme nach dem andernn. Dit ist statrecht und lantrecht.

LIII. [Dist. IV. 45. 17.] Auch ab vel leute eynen man beclagen umb eyne schwltt ader umb eyne sache midt einander, und wirt her da busshaftig und wettehafftigk, her gibt dach nicht mhe busse nach wette, dan eyne yn allen. Hat aber yr icklicher nach eynandern besunder [Faksimile] geklagett, ab es woll ein schwlt ader ein sache gewest ist, her muss ir icklichem besundern anworttenn, und wirt her bushaftig und wethafftig, her muss ir icklichem besundern bussen, und also manig busse und wette gefellett darvonn. Dit ist der stad recht und landrecht.

LIV. [LR. II. 32. 1.] Nimant ist pflichtigk vor sein gesinde nach vor seynen knecht vor gerichte zcu antwortten vorbas dan or lon ist, da her sye umb gemittett hatt, und das her in auch noch ist schuldigk blyben; her werde dan vor sein gesinde burge, szo muste her antwortten vor sye umb alsso vil, alsso her vor sye geredt hette. Aber umb dye eygen knechte und meyde ist es anders, da muss der herre vor antwortten umb alle schulde. Stadtrecht.

LV. Schreyt man woffengeschrey ader vynde ader fwr an geferde, ader lwett man zcu storme, das man volgen ader zcu notten sturen sall zcu der where, ader leschen zcu dem fwre, dyewyl man das gerichte heldett, ab ein man dan darvon leufft, her sey schuldiger, kleger, schepfe, vorsproch, ader richter, das sal man dem gerichte nach nymant gebussen, es vorlust ader gewynt auch nymant sein sache darvon, wan das gerichte wirtt dan an geferde ufgehabenn byes zcu dem nhesten dinge. Dit ist der stad recht, wichpildsrecht und lantrecht.

LVI. [Dist. III. 9. 8.] Zcuhett eyn man us, ehe her beclagt wirdt, und man weis nicht war her gezcogen ist ader wan her wider komett, der midt seyner elichen wirttin gut, welcherley das ist, geborgett hatt, das seint sye alsso beyde schuldigk. Klagett man darumb zcu seynen gute, bekennet dye frawe der schult, sye gilt sye moglich nach rechtte. Sprichtt sye aber nein darzcu, sye entgehett im midt dem rechten, das ist midt dem eyde. Wil her aber den eyt nicht von ir nhemen, sso sal der das alsso lassen stehen iar und tagk, ab der man indes zcu hus queme. Komet her indes nicht, dye frowe ist im des entgangen in dem rechtten. Dit ist der stadt recht und wichpildsrechtt.

LVII. Czcu rechte yaer und tag heyst unnd ist zcwo und fuffzcig wochen, ein tag und dreystunt virzchen tage, alsso man pfligt den tag zcw geben noch des gerichts loufften; und ditz macht acht und fuffzcig wochen unndt eynen tagk. Dit ist nach der stad recht und wichpildsrecht.

LVIII. [Dist. III. 9. 9.] Hat eyn frawe gut geborget an iren man, als es beywylen geschytt, das der man daheym nicht ist, und das gut dach in yr beyder nutz komen und gewant wirtt, quem es darnach, das ir man henweg zcoge, ehr her ader dye frow darumb beclagt wurden, und klagt man seint zcu der frawen und zcu den gutern umb dye schult: [Faksimile] da kan sye keynen vor- nach hinderzcog gewynnen lenger dan drey virzchen tage; danach mus sye dye schult vorantwortte nach rechtte, und wirtt dye schult gewunnen, man sall dem kleger helffen von ir und von iren guten. Dit ist stadrechtt.

LIX. [Dist. III. 9. 10.] Borget eyn wyp gut hinder irem manne, und seint dach dye guter in ir beyder nutz komen, beclagt man dan dye frawen, alsso der man daheyme ist, der man magk seyne frawen hinderzcyhen virzchen tage und nicht lenger; darnach mus her sye vorantwortten und zcu den schulden sprechen neyn ader ia. Spricht her aber, her wysse darvon nichtt, das mus her beweren midt seynem eyde, alsso das das gut in seynen nutz und gewher nicht komen sey, darumb man seyner frawen zcuzcusprechen habe. Wan her das getudt, sso is her enprochen mit seyme gute von der klage. Louckent aber dye frowe der schult, das stehett auch zcu irem eyde. Bekent sye aber der schultt, man sall von ir helffen, ab sye icht hatt, ader midt der hant sye antworttenn nach des gerichts wisse. Dit ist lantrecht, wichpilsrecht undt auch der stad rechtt.

LX. [Dist. III. 10. 1.] Tud ein man ein clage zcu dem andern vor gericht umb schult, und benennett wyevil der schult und des geildes sey, spricht dan der schuldiger: her richter fragett, wovon ich im das gelt schuldig sey; das mus der kleger benennen.Wil her es nicht thun, sso vorteyl man im dye klage. Spricht her aber: dye schult ist mir uferstorben, und vinde sye alsso beschryben, ader bin ir alsso underwysett, unndt thudt her seynen eydt darzcu, das her anders nicht wissenschafft hatt, szo mus man im antwort neyn ader ia. Stadrechtt.

LXI. [Dist. III. 10. 5.] Wirt ein man vor gerichte beschuldigett umb schult und her spricht, er habe der schult lenger tagk, das mag her wol behalden midt seynem eyde ein iar und nicht lenger; der kleger hette sich dan das lenger verwilkortt und lenger tag gegeben, das der schuldiger bewysen mochte, alsso recht ist, szo behelt her seynen tag alssolange als er im gegeben ist. Stadtrechtt.

LXII. [Dist. III. 10. 8.] Schuldiget man eynen an gericht ader andersswo umb zcweyerley ader dreyerley schult, hat her der vor etzwas bezcalett, ader im etwas uff eyn rechnung gegeben, ader bezcalett her des da kegenwertiglichen icht, das stet zcu im an welcher schult her das abschlahen oder abrechnen wil, und nicht an ihem, der das gelt enpfangen hat. Dit ist stadrecht und lantrechtt.

LXIII. [Dist. III. 13. 1.] Eyn man, der beclagt wirtt vor gerichte umb schult, und her spricht, ich was sye schuldig, ich bin ir aber nhw nicht schuldig: das mus her dan selbdritte bewysen ader selbdertte vorrechtten uff den heylgen. Spricht her auch, ich han dye schult vorgulden, das muss her selbdritte bewysenn ader selbdrette beweren uff denn heylgenn. Hette her aber dye schult an dem gerichte vorgulden, das durft er ader nymant mit dem eyde bewysen, wan her das mit dem gericht erzcugen mochte. Spricht her aber mit schlechten wortten zcu der schult neyn, das stett om alleyn zcu seynem eyde. Dit ist stadtrecht und lantrecht.

LXIV. [Dist. III. 13.4.] Sundert eyner seyn schult unnd wyll midt seyner clag dye teylen, alsso uff eynen tag eyn teyll, und uff den andern aber eyn teill, uff das ab yn ihener widder zcu beclagen hette, das her darmit ihens klage vorzcugen und gehindern moge, dit ist unrecht und mag nicht gesin; her sall sein schultt nacheinander clagen und beluten. Wyll her des nicht thun, szo were es sich disser mit dem rechtten, und wann her dann von im geteiltt wirtt, szo mus her im wider antwortten. Dit ist der stat recht und auch landrecht.

LXV. Tud eyner eyne where mit orteln, den sein widdersache zcu lange in seiner klage halden wyll, dem sall man teylen, das her nicht lenger in seyner klage sein sulle dan drey virzchen tage, alsso verre her selber wil und sich des mit dem rechten weren wyll. Dit ist der stad recht und wichpildsrechtt.

LXVI. [EG. 56.] Ist das man eyn der schult, da her umb beclagett wirtt, ein teyll lowkent und ein teyll bekentt, des her bekent, das sall her for darlegen, und vor das ander, das her lowckent, do sall her recht vor thun zcu stunt nach des gerichts leufften. Bezcallt her aber des bekantten nichtt, sso mag her sich des andern nicht entschuldigen mit synem eyde. Dit ist stadrechtt.

LXVII. Ist eyn man dem andern schuldig unndt wirtt beclagt und stirbt, ader stirbt vor unbeclagt, sein erben mussen dye schult vorantwortten. Stirbt aber der kleger, sein erben folgen der klage und fordern dye schult billich. Stirbt aber ihener, uff den dye klag gehett, sein erben antwortten dafor nichtt, sye haben dan das gut under on, da ihener umb beclagett was. Dit ist stadtrechtt.

LXVIII. [Dist. IV. 26. 5.] Byten zcwene zcu eynem mal umb eynen vorsprochen, welcher yn erst gebettin hatt, dem sall man yn erst geben. Ist es aber den schepffen nicht wissentlich, welcher under on zcuerst gebetten hatt, szo stett es an des richters wilkor, welchem her den vorsprochen zcuerst geben will. Clagen sye auch uff eyn mall beyde, das stedt an dem richter, welchen her zcuerst horen will, es sey dan, das ir eyner dye erste klag erzcugen magk, des klag dan forginge umb schultt. Wer es aber umb ubelhandelln, szo wer es anders. [Faksimile]

LXIX. [Dist. IV. 44. 4.] Eyner, der eyne wher gelobet zcu thun an dem gerichte, der sall sye vorwissen, ab man sye heischt, mit ingesessen lwthen, dye in dem gerichte wol besessen sint zcu klagen, zcu where, zcu wette und zcu busse. Dit ist lantrechtt. Ist her aber selber besessen, unndt hatt in der stadt ader in dem wichpilde alsso vil gutes, das schosspar ist, und erbs, das unvorsatzt ist, ader ist uber dye Satzung also gut, das er sein borgerrechtt darmit gehalden mag, sso darff her dye wher nicht vorwissen. Dit ist der stadt recht. Wye gut es aber sein sulle, das suche in dem ersten buche von den borgern, in dem XXXII stucke.

LXX. Es ist auch recht, wer dye gewher von eynem unbeerbeten manne an gerichte, also ytzunt vorzcoilt ist, umb sache, dye man zcw om klagett, wirtt im dan dye vorsagett, her darff dem nicht antwortten, der im das gewegertt hatt und nicht bestellen kann. Dit ist stadrecht und lantrechtt.

LXXI. Ist das eyn man gelden sall, und setzt sein gut in eynes andern mannes hant, uff das her dem nicht gelden dorffe, das heist fluchtsall, das ist woll rechtt. Gebbit ein man dem andern sein gut mit nutz und midt gewheren, und vorzchuhett sich daran seins rechtten, der gewinnett dan recht zcu dem gute: unnd sprechen in dye gelden, das ist den man gelden soll, dan an, her hab es zcu fluchtsal enpfangen, das mus her schweren, das des nicht sey. Mag in aber der gelde oberzcwgen selbdritte, das es anders sey, das gezcwgnis gehett vor, und her sall seyn genissen. Hatt her aber das gut gekoufft und sall her des geldes nach icht mher bezcalenn, das sall her den geilden geben. Dit ist der stad recht. Hirvon suche mher inn dem XXX des eilfften buchs.

LXXII. Do sal auch eyn iclicher cleger, der in dem gericht nichtt erbes hatt, burgen setzenn, ab her wette ader bussefellig wurde, und ab her widder beklagett wurde, das man wisse, wo man des wartten sulle; her darff aber nicht burgen setzen eher dan her geklagett. Dit ist der stad recht und lantrechtt. Wer aber nicht burgen gehaben mag, und auch kein erb in dem gericht hatt, der mus sein lantrecht setze, rechter dinge zcu pflegen. Dit ist auch stadrecht.

LXXIII. [EG. 26.] Tud eyn man eyn klage vor gerichte uff eins ander mannes erbe, und uberwint on nach des gerichts loufften, der richter hilfft om von des mannes erbe, was es besser ist, wan seynes herren zcins. Dit ist der stad recht. Wer aber nicht erbs hatt ader erb hatt, das bekomertt ist, und beclagt wirtt, der mus sich gewiss machen, also yn dem nhesten stuck hyvor beschriben stett, also das her vor gericht rechter dinge pflegen wolle. Das ist der stad recht unnd ist auch lantrechtt. [Faksimile]

LXXIV. Eynen man, den man beclagett ane sein antwortt umb eygen, das her in seynen rechtten gewheren hatt, man sal im teydingen zcu dem nhesten gerichte, ab her spricht mir ist hirumb nicht her bescheyden. Zcu der andern klage bitt her des dinges, das sal man im geben, sint sal her antwortten. Dit ist stadrecht.

LXXV. Phlichtit ein man den andern mit seyner habe, ader gelobett im, ader hatt im icht gelegenn, das her im solde widder gebenn, und hett noch kan des nicht bezcalen, als es ym gelegen ist, ader also her es gelobt hatt, ader sein geselle vor yn ussgegeben, und wirt her darumb beclagt, szo sall der kleger beluthen, wye gut das gewesen sey. Der bechlagte ist im pflichtig alsso ein guts, alsso ihens was, zcu geben und thu seynen eydt darzcu, das es noch seynen wissen und vorstentnis nicht besser gewest ist. Hatt her aber nicht midt eynem ssogethanen wider zu geildenn, szo gibt her im gelt davor, nach seyner werde ouch mit seynem eyde, unnd wirt alsso los. Stadrechtt und lantrechtt.

LXXVI. [Dist. IV. 44. 1.] Eyner der dye gewher butet vor gerichte und bekant hat, dye mus her thun uff der stat. Lowkent her aber, her mus sich des entschuldigen mit seyme rechtten, es sey in den gebunden tagen ader nichtt. Was aber dye gebunden tage sein, das suche in dem XXXIII stucke des zcehenden buchs.

LXXVII. [Dist. IV. 45. 10.] Der richter, schepf, vorsproche ader freybote sint des gerichtes nicht alsso frey, sye mussen antwortten zcu rechter klage. Darumb hette eyn man zcu klagen zcu dem richter, der sal begern, im eyn andernn richter zcu setzen. Wegert der richter das, szo bitt her es den radt, der sall im woll kuntlichenn eynen richter geben, und im rechtes vonn dem richter, der beclagit ist, helffen. Dit ist der stadt rechtt und wichpildsrecht. Aber in lantrechte ist es anders, da sullen in alle dingkpflichtigen zcu zcwingen, wan dywil der richter gerichts wegertt, dweyll hatt sein gerichte kein macht, und dweil darff auch nymant vor im antwortten. Vorbricht auch der richter, dye busse, dye sal der gesatzt richter von recht von im nhemen, wan ditz zcirett und bestetigett das gerichte, und ist der gerichtshern ehere und bereitit iren gutten lewmut.

LXXVIII. Isidorus, der gross lerer, der schreibt in dem buche von dem hochsten gute alsso, das der lewtt gericht werde in vyerley weyse vorterbt und vorkartt: von forchtten, von girheitt, von hasse, und von lyebe. Zcum ersten von forcht wegen, alsso wan wir durch forcht willen der gewaldigen und der mechtigen dye warheitt vordrucken und vorschwigen. Zcum andern von gyrheit wegen, wan wir lyebnis, geschenck ader gab darumb nhemen ader zcu genissen hoffen, das wir wider das recht und bekantte warheitt erbeitten, ader suchen unsern eygen nutz [Faksimile] ader fromen darinne. Zcum drittenn von hasses wegen, wan wir dye gram haben, den wir von rechts wegen gut zcusprechen sullenn und das hindern, vorsumen und vorschwigen, ader in abgunst andern lwthen, den das geburtt, nicht wullen darzcu beholffen sein. Zcum virden von lyeb wegen, alsso das wir unsernn frundenn zcw sere helffen mit rathe, mit fordrung, mit wortten und wercken, widder rechtt und bescheydenheitt. Dit klagt auch sent Ambrosius da her spricht: es kombt dicke das grosser unrecht ein gerichte uber ein sache thudt midt den vorkartten und unrechtten urteiln, dan das unrecht ist, das man klagt, daruber man helffen sollde. Darumb bedarff man fromer richter und gotforchtiger scheppfen an eym itlichen gerichte besundern vor allen dingen woll.

LXXIX. Auch findet man in dem beschriben rechte, das ein itzlich richtter, der in dem banne ist, aderr in der achte, der sall dweyll keyn gericht sytzen, nach uber nymands lyb ader gut urteyln, wan seyn gerichte und urteill, dye von im gescheen, dye haben keyne machtt. Es sint auch mher richter, der gericht und orteil nicht tougk, alsso ab der richter ein vorleumut man ist, ader erloss, trowloss ader meyneyde worden ist, ader her schendige bossheitt midt unkuschheytt trybett, alsse in dem beschriben rechtt stett ff. l. Auch ab ein richter ser gebrechlich ist an seynem funff synnen, alsso doub ader stum, kollericht ader rasinde und derglichen. Ouch sall keyn weybesnam, kein unglowbiger richter sein. Desselben glichen ist es umb dye scheppffen, umb dye vorsprochen und umb dye freybotten, dye sullen disser benanten stucke keins an in haben, anders ist das gerichte nicht volkomenn. Es sall auch dye sache, darum man richtten soll, ir keynen selber antretten, sye mugen aber in dyssen stucken ander lewthe dweyll woll an ir stete setzenn. Dit ist gotlich rechtt, geistlich recht, keysserrecht, lantrecht und stadtrecht.

LXXX. [Dist. IV. 45. 8.] Hat ein man an gerichte geklagett, der richter nach dye scheppfen haben keyne macht in dem rechtten, hinder dem kleger den beschuldigten loss zcu lassenn, nach tag zcu geben hinder des clegers willen, es ginge dan midt rechte orteyln zcu, nach des gerichts loufften unnd gewonheitt. Ditz ist stadrecht und lantrechtt.

LXXXI. [Dist. VI. 45. 9.] 0b eyn man seynen schadenn vorschwigen will unnd den nicht klagen, der richter sall nach magk on zcu keyner klag gezcwingen, es wer dan das das geruffde ader geschrey uffenberlichen daruber gescheen wher, szo zcwunge in der richter woll furdter zcu klagen. Dit ist lantrechtt unndt der stad recht. Aber in wichpildsrecht mag ein rath woll eynen zcwingen umb sache, dye eyner stadt ader gantzen gemein zcu schaden komen mochte, zcu klagen, unndt dem bestehen ouch dye stede gemeynlich und wir. [Faksimile]

LXXXII. Nymant magk eyn richter gesein uber dye sache eins mannes, zcw dem her sunderlich vhede hatt, sundern der man, der beclaget ist ader klaget, ab her will, sall woll bittenn dye scheppfen, das sye im ein andern richtter gebenn ann des richters stadt, midt dem her im vheden ist. Dit ist der stadt recht unnd ist das beschriben rechtt ca. 3. q. 3. und ist gut rechtt.

LXXXIII. Numer sal eyn richter redliche grobe sache gescheyde, ader von gerichts wegen vor handen habe, dye fromde lwth antrifft, ader dye verlang geandert mochten werden, her sulle daruber und darbey eynen uffenbarn schreiber, mit zcwen ader dren gezcwgen, alsso das es eigentlich beschryben werde, haben; sein lewmut und gerichte wirtt anders geschwecht, wan eyn ander bewysnng ober in geschee und her muste das seyme obersten gebussen. Auch sso kumpt gern davon now zcweytracht und mhwe, wan der schuldiger leget gern ab und der kleger zcu, ir icklicher nach seym wegsten. Dit retet meister Iohannes Andree, der gross iurist und lerer geistlicher und wertlicher rechtte in seim buche novella.

LXXXIV. [EG. 101.] Eyn richter mag wol von dem gerichte ufstheen, welch zcit her auch will, ab her des bedarff, und magk eynen andern an seyn stadt setzen, also bescheydenlich das her uffstehe an argelist, nymant zcu schaden nach zcu fromen. Stunde her aber uff undt setzte keynen dweyll an sein stadt ader an dem ende des gerichtes, und beschuldigt imant den andern, das her ufgestanden, wher im zcu schaden, szo sall her davor stehen mit syme rechtten. Stadtrechtt.

LXXXV. Eyn richter sal sich mit fleys bewaren, das her imande dye ortell lere, das her keyn ortell vinde, nach das her ortell straffe nach schelde, nach widder des gerichts loufte und gewonheit fragen, und sall ein glich richter sein allen lewthen. Stadrecht.

LXXXVI. Fraget man an gerichte, wu das gerichte wende von rechte, das sall man bewisen mit alden briffen und mit alden zcinssbuchern ader midt gnuglichen gezcwgenn unnd eym gemeynen lwmude. Dit lereth meister Iohannes Andree.

LXXXVII. Straffet eyner an dem gericht den richter, das gericht, ader dye scheppffen, und dye ortell anders dan des gerichts louft ist, vor den frevell wettet her dem richter funfundzcwenzcig schillingpfenge und itzlichem scheppfenn ein pfunt pfenge, her sey kegenwertig ader nicht. Dit ist der stadt rechtt.

LXXXVIII. Hilft der richter eyme midt gerichte, wan dan seyme schuldiger vorgebotten wirtt, und klagt, sso sall her dem richter zcu [Faksimile] hant sein klagrecht geben, das man auch nennett helffgelt. Dit ist der stad recht. Aber nach lantrechte und nach wichpildsrechte sso gibt man es alerst, wan im zcu ende gehulffen ist.

LXXXIX. [Dist. IV. 43. 9.] Ist das eyner an gerichte eyde gelobet umb schult, unnd kompt dan nicht zcu rechter zcit, szo ist her der schult uberwunden, dafor her dye eyde gelobt hatt, der richter hatt auch darvon sein wette irworben; und ihener, der das gericht vorsumt, he bewyse dan ehaftige nodtt. Dit ist stadrecht und auch lantrecht. Was ehaftig nodt sey und wye man dye bewysen sulle, suche in dem XXV stucke des zcehenden buchs.

XC. [Dist. IV. 43. 3.] So eyde gelobett werden vor gerichte, wer dye gelobt hatt, wil her sin zcu hant abkomen, des mag ihener nicht gewegern noch om geweren, der sye nhemen sall; her mag von rechte keynen ufschob gemache. Der aber den eydt gelobet hatt und thun sall, der gewinnett woll ufschob virzchen tage des eydes zcu thun midt orteln an des willen, der den eydt nhemen soll. Dit ist stadtrecht und lantrechtt.

XCI. [Dist. IV. 43. 6.] Ab der kleger vor das gerichte nicht komen magk, wan her den eydt von seynen schuldiger nemen sall, der den eydt thun sal, den lest man loss uff des klegers widderrede, ab her seynes vorseumnis ehaftig noth bewysen mag. Bewiset her dan das nicht, sso ist ihener des eydes zcu grunde loss. Dit ist stadtrecht, wichpildsrecht und lantrecht. Aber in keyserrecht ist es anders alsso: ists das der nicht komett, der den eydt nhemen sall, doch sso muss der den eydt alsso darnach thun, also her yn geborgett und gelobett hatte, wan der en von im genemen kan, dem her in thun sal an widerred.

XCII. [Dist. IV. 43. 14.] Had auch eyn man eyde gelobett an gerichte unndt seyn widdersach wil in des vorheben und der richter seynen willen darzcu geben, szo darff man keyn eydpfenning geben. Spricht aber der richter, unvorzcogen meins rechten, szo muss man om dye eydpfennig geben. Dit ist stadrecht unnd auch lantrechtt.

XCIII. [Dist. IV. 43. 16.] Eyn frowe, dye eyn kint treit, geborn der eyde zcu thun an gerichte, des hat sye woll ufschop, byes sye ires kindes genesit und darnach zcu der kirchen gehett. Wolde sye dan den eydt ichtes lenger vorzcyhen, das mag noch sall nicht sein, wan ir lang zceitt damit gegunt ist. Dit ist stadrecht und lantrechtt.

XCIV. [Dist. IV. 45.12.] Und richtet der richter uber das im nicht geklaget ist, sso thudt her unrecht, wan was im icht geklaget wirtt, das darff her nicht richtten. Stadtrecht undt lantrechtt.

XCV. [Dist. IV. 45. 14.] So der richter ymant icht uberlast thudt midt wortten ader midt wercken, ader ymant icht nemmet uber der schepfen [Faksimile] urteill, das sal her wider thun midt rechte, da sullen dye schepffen und der radt zcu pflichten. Dit ist stadrechtt.

XCVI. [Dist. IV. 45. 15.] Wirt eyn foytt ader eyn schulteis von yren amichten gesatzt, sso mogen sye darnach keyne wette ader bussse gefordern, dye sye bey iren amichtten nicht gefordrett han. Dit ist stadrecht.

XCVII. [Dist. IV. 45. 16.] Nu sal man merken, was dye wette sey. In keyserrechte ist dye grosse wette LX schilling pfennig der geringsten muntze, dye genge ist, und dye bussse sint XXX schillinge. In lantrecht und wichpildsrechte ist des richters hochste busse XXX Schilling und dye minste VIII schilling. Aber nach unser stad rechtt ist dye grosse drey pfunt und drey scherff, und mynste funff schilling.

XCVIII. [Dist. IV. 45. 19.] Nummer wirtt mit dem rechten wete gewunnen, es werde alleweg dye busse alrest gewunnen, wan wu der kleger sein busse gewinnett, da hatt der richter seyn wette an; darumb sall man dye busse bezcalenn zcu rechte uber virzchen tage, und dye wette ober vier wochen. Dit ist wichpild und lantrecht.

XCIX. [Dist. IV. 25. 10, 19.] Ist das man eynen scheppfen fraget um ein urteil, und her vorstett sich des nicht, und kan es nicht finden zcu stunt, hat nymant, der in des recht underwisett, ader forchtet, das her unrecht urteil spreche, entschuldiget her sich des, und thar seynen eydt darzcu thun, ab man den von im nhemen will, szo mus man im das vortragen, und man sal im tag geben, sich zcu erfarne biss uff das nhest zcukunftige gerichte, szo sal her dan das urteilt unvorzcogenlich in brengenn. Dit ist der stad recht. Man sall nach wichpildsrechte dye urteil zcyhen in den rath, und das ist auch unse rechtt, und kan es der rath vor ehaftigen geschefften nicht usgerichtten noch geleren, das man es zcu dem nhesten zcukunftigen gerichte ingebrenge, das beschedigt nymande. Kan es der radt aber woll gethun und vorzcuhett das williglichen, her vorthumett seyn sele, und ist schuldigk alle den schaden, den ihener darvon nemmett, den dye sache antrett, und ist vor gote meyneyde, unndt rurett dye sache an wetwen und weysenn und arm luth, gott der lest das an on nicht ungerochen.

C. [Dist. IV. 25. 14, 15.] Rechte orteil sal man allezeit mit grossem vleys sprechen, ab man kan. Fragett man aber eynen schepffen eins urtels an gerichte, und fint es nach seim synne, sso her beste kan, und meynet, es sey rechtt, und ab es wol unrecht ist, her lydett darumb keyn nodt, thar her sein recht darzcu thun, das her es nicht besser weys. Widderspricht es auch ymant, und fint ein anders, der es moglichen [Faksimile] tudt, wem dan dye mhere mennige under den scheppfen gestett, der behelt das urtel, unndt bliben des beyde ane wette, wan keyner des andern urtel beschaltt. Hett man aber das beschriben in der freyheitt ader in der stat rechtbuchern, gesetzen ader willekor, das gehett alzcit vor.

CI. [Dist. IV. 25. 16.] Urtel zcu schelden ist hye wenig syte. Nach ab sich das gebortte, sso sall man alsso spreche: das urteill, das N gesprochen hatt, das ist unrecht, das beschelde ich, und zcyhe mich des, wo ich mich des hen zcyhen sall zcu rechtt, und sprech vor besser rechtt, und sall sein urteil vorzcelen. Dit ist lantrecht und auch wichpildsrechtt. Und wher ein urtel beschildett, der sall dyewil steen bliben uff der statt.

CII. [Dist. IV. 25. 25.] Tud eyn man bescheldung eyns urtels an gerichte, und beruft sich des keyn Megdeburgk, des wir hye nicht pflegen, sundern nach dem lantrecht gemeinlich dye lut in dem lande zcu Sachssen und zcu Doringen, dye in der herschaft des landtgraffen zcu Doringen nicht sitzen, szo sollen sye komen keyn Meydburgk an das gerichte vor geheygte banck, und man sal da von beyder parthey lute und mechtige botten habe, ab dye sachwalden da selber nicht gesin mochten, das yderman hore, was ym da das recht gebe ader nicht.

CIII. Aber hye in dem lande zcu Doringen szo beruffen sich alle dye stete, dye in der herschafft des lantgraffen zcu Doringen gelegen sint, kegen Ysenach, wan dye fursten sye von alder damit begnadett han; und wer sich seynes rechtten dar beruffen hatt, der sal midt seyme widdersacher vor den rath komen, ader ab im das eben ist, vor das gericht, da sal man sye scheiden nach dem rechtten und freyheit derselben stadt, der dye andern mit yn gebruchen. Missehaget aber eym das, und beruft sich forder, her muss sich des zcyhen in unsers herren des lantgraffen hoff und in seynen radt, und vor den das urtel gegangen ist, der sal der scheydung bitten eynen briff von dem rath zcu Isenach an unsern hern und an seynen radt, der vorzcele, wy her sye gescheydenn habe, und von was freyheit ader gewonde wegen sye also gescheyden sint; des thudt danne nodt, wan der stete freyheitt, willekor, gewonde und ynnunge, den fursten und iren rethen sere unkunt seint.

CIV. [Dist. IV. 25. 7, 8.] Ist das eyner eyn urtel beschilt zcu unnsers gnedigen hern hoff ader sust uff dem lande, und berufft sich des an den hoern richter, und zculetzt an das rich, da sall der richter, vor dem das beruffen gescheen ist, seynen botten darzcu schicken, der vorbore, welcher volkommen vor dem konige werde an seynen rechtten, der es behalde. Dye boten, dye man danne ussendett, mogen wol sein allerhande frome lwthe, dye an irem rechtten volkomen sint, sal der richter [Faksimile] senden mit seynen beslossen briffen, da dye sache inne beschriben stehe, worumb sye alsso gescheyden sint. Und wer dan dye sache alsso vorlust, der tregt dye kost nach moglichkeitt. Dit ist der stad recht und ist auch sere eyn mit dem lantrecht und wichpildsrecht. Wer auch dye urtell beschulden hatt, volkomett her des nichtt, her muss iheme bussen und dem gericht wetten. Stadrecht und auch lantrecht.

CV. Es geschyt underwylen, das zcwene midt eynander krygen undt der richter dweyl stirbett, was dan bey seynen gezciten geschen ist vor gericht, das sal der richter, der nach im kombt, stet und gantz halden, also es sein vorfar gelassenn hatt. Wer auch bey dem fordern richter geklagt hatt, der sal fort bey dissem seyner klage volgen, alsso recht ist. Sint auch imande tagzcit gegeben zcu antworten ader zcu sweren, ader gezcugen vorzcubrengen, formunde zcu suchen und derglichen nach des gericht loufften, als sich das im rechtten uswist, und sint dweyl dye tagzcit vorlouffen, das beschedigt or keynen an erin rechtten wedder kleger nach antwortter bies alsso lange, das der new richter gesatzt und gantz bestetigt werdett, und darnach zcu rechter dingzcidt.

CVI. Ist eyner in dem banne und hat zcu ymant schulde, der mag wol klagen vor gerichte, und man mus ym im rechten antwortten zcu seynen schulden noch des gerichts loufften, es wer dan das er sso verre im banne, das im alle gemenschafft der lewth vorbotten wher, sso darff im nymant antwortten, er wolle es dan gerne thun. Beclagt in aber ymant, wan her in dem banne ist, der ban kan sso gros nicht werden, her magk allermellichen antwortten an gerichte, und mag das nymant wegern, dyewyl her unvortreben und nicht usgewist ist. Dit ist stadrechtt.

CVII. [Dist. I. 33. 1.] Wo zcwen ader drey clagen uff gut, das or iczlicher eme zcusegit von sunderlichenn herren, or iczlicher sal seynen geweren brengen vor gericht. Wer dan under in geweret wirtt, als recht ist, der behelt das gut in geweren. Wer aber nicht vorkomt, der vorlust es, es benehm im dan ehaft nodt, dye her bewysen magk. Doch mogen dye fursten eynen gewheren midt eyme uffen briffe, ab sye darmith senden eynen iren ingeborn dinstman, der es vorstehet an des fursten stadt. Sprechen sye in aber das gut zcu von eyme herren, vor den sullen sye komenn zcu rechte uber sechs wochen, und der richter sall zwene botten midt in sendenn, dye da besehen und horen, wer under on behalde und wer vorlyse, und wer dan vorluset, der wettett dem richter und gibt seynen widersachen dye busse. Dit ist lantrecht und stadrechtt. [Faksimile]

Sechstes Buch.

Des sechsten buches vorredt.

Wo lewth weyse wortt kunnenn
und midt den werken seint unvorsunnen,
Wu schones alder haben dye man,
Dye buferey doch triben an,
Wo dye hubschen iungelinge
Sint eygenwillig aller dinge,
Wu dye richen burger leben,
Dye nicht durch got almusen geben,
Wu iunge meyde suberlich bilde
Sindt kune und alzcu wilde,
Wo schone wol geschmuckte weybe
Nicht setten haben an dem leybe,
Wu da leben cristenman,
Dye gotesforchte nicht han,
Wu dye armen und ungelartten
Homuts und gesmuckes wartten,
Wue fursten or leut nicht beschuren
Und buschoffe ungloubea sturen,
Wu man nicht achtet uff den ban
Und wu man nicht bezcugen kan,
Wu sich dye pfaffen der blatten schemen
Und sich der tentz annhemenn,
Wu dye mechtigen haben gerichte,
Dye gyrick seindt unnd bosewichte,
Wu des landes furst und herre
Sorget widder vor gut noch ere,
[Faksimile] Wu der radt ist unvorschwigen
Und dye ambtlut ungedigen,
Wu dye gemeyn ist ungehorsam
Und dye hantwerg irn meistern gram,
Wu das volgk lebt an gericht,
Da wirdt lant und lewt zcu nicht.
Wu sint nhw stete und lant,
Da gerechtigkeit nicht wirt genant,
Wu nicht ist gerechtigkeit,
Da geschiet den lwten manigk leyt
Midt royberey und uberlast,
Da macht der dip den wert zcu gast,
Da werden wust grosse stett.
Darumb was der alden sett,
Dye wissheit lyb hatten,
Das sye des unglichen nicht statten.
Sye beschriben dye recht zcu allen stunden,
Wo sey mochten ader kunden,
Sye molten dye gerechtikeit
In des hymmels varbe gekleit,
Und das ir antlitz guldin were,
Umb des willen das alle ere
Von ir queme sso manigfalt
Und grosser richtum und gewalt.
Wer dye gerechtigkeit anblickett,
Ist her bosse, er erschrickett;
Ist her from, her wirt fro.
Dach geschit es dick alsso,
Machen durch das recht ein spalt;
Darumb spricht zcu Rhome alsus
Der rathssmann Anathargus:
Das dye gesetz in den stetten
Hetten eynen solchen setten,
Alsso dye spinwep mit irm gefertte,
Dye man nicht ernstlich kan behertte;
Wan es dye krangken fligen veht,
Ein grosse humel dadurch gehett,
Und kerett sich gar wenig daran.
Dye humel bedutet den richen man,[Faksimile]
Der da bricht der stet gebott,
Und kerett wider an recht nach gott;
Dye armen aber, das sint dye mucken,
Dye mussen lyden unndt sich druckenn.

I. Dreyerley ist das recht, naturlich, wertlich, und geistlich. Des naturlichen rechts gebruchenn alles das uff erden lebett; und das ist auch dreyerley alsso von gotlicher natur, von mentschlicher natur, und von gemeyner natur. Das rechtt von gotlicher natur ist: das du das eim andern thust, das dw wollest von im, das her dir thedde, und in erlassest, du wollest von im erlassen seyn. In dissenn stucken hanget gotes lybe und des ebenmenschen, und dye volbrengung der gebott gotes. Das recht von gemeyner natur ist, das dye natur alle thyr gelartt hatt; das ist, das ein menchen und weybichen zcu iren gezcitten sich irkysen, und ir kinder zcu krefften brengen, nheren, zcyhen, beschermen und sso lieb gewynnen, das sye daruber sterben, fryde und eyntracht midt iren glichen haben. Hirvon sso zcuhett sich dye ehe, und das recht, das dye elichen lwthe under eynander habenn, unnd das da ist under eldern unnd kindern. Das recht von menschlicher natur ist ein redlich krafft, dye in eynen menschen naturlich ist, alsso das im liebe sey zcu togenden und scheme sich der untogent, und gude ding gern thu und bosse lassse.

II. Das wertlich recht ist auch dreyerley: leenrecht, lantrecht und wichpildsrecht. Das lehenrecht geht von keyserrechte, und ist gesatzt von den keysernn midt andern rechten, dye man beschriben hatt ober die guthe, die von dem riche, von den fursten, und von den edeln zcu lehenn gehen, dye man midt dem herschilde vordynen sall; unndt ist zcu mercken, das nymant edel heist von recht noch edel ist, der dissen freyen guter nicht furdt zcu vorlyhen hatt, und der kein riettermessige man under im hatt. Dit recht gebort den besundern zcu, dye der leengut gebruchen, und dit gut erbett uff dye man alleyne, und darumb sso heyssen dye weyber nicht edell, dan von iren manne wegen. In dem rechten nicht edler ist ein wib, dan es ir man macht, ab sye des keysers tochter wher. Das lantrecht ist das gemeyn recht des landes zcu Sachssen, Myssen, Dhoringen unndt Hessen, des dye edeln und unedeln da gebruchen; und das recht ist zcuerst komenn von wilkor der Sachssen und der landtlute, da sye dan noch heyden waren, und darumb sso ist es an vil stucken gebrechlich, und wol an sechzchen stucken midt dem evangelio nicht ein. Das dritte ist wichpildsrecht ader der stete recht gemeinlichen, dye in dem wichpilde zcu Sachssen, das ist inn den vorgenanten landen, dye des sechschen rechten gebruchenn nach ir wilkor. [Faksimile] Daruber sso hat ein igliche stat ir eygen recht nach der freyheit, dye sye erworben hat von kongen und von fursten und von ir eygen wilkor und eynung, dye in von den fursten bestetigt sindt; und dye sullen auch von recht in den steten beschriben sin, sye heyssen auders gewonheit und nicht recht. Wu auch in dissen buchern beschriben stett der stadtrecht, da sal man vorstehen Ysenach, da man sich von rechte hen zcyhen sal.

III. Das geistlich recht ist auch dreyerley. Das erst recht ist, das der babst us dem heylgen ewangelio, us der lar der propheten und aposteln gezcogen hat, unnd das gegeben zcu eyme geistlichen rechte. Das ander ist, das der babst midt denn cardinalen und midt der menge der buschoff ober dye cristenheit, ober dye geistlichen lwte, und ober dye geistlichen lehen gesatzt hat. Das letzste ist, das dye ertzbischoff midt den andern iren buschoffen gesatzt und gemacht habenn und irenn pfaffen, kirchen, clostern zcu nutz gebotten zcu halden, und das helt man nicht weytter, dan dye bischtum gehen; also helt man etzwas in eym bischtum und in eym andern nicht.

IV. Ist das ein richter unrecht urtel gibt ader andern lwthen stat zcu geben, so her das midt rechte gesturn kan, und tudt ader vorsehet das durch gunst, has, lyebe ader gutes willen, der vorlust gotes hulde und vortumt sein sele, wan das ewangelium, das Cristus gesprochen hatt, sagt: also ir dye lwte hye uff ertrich richtet undt urteilt, also sult irr widder geurteilt werden.

V. Das dye richter an keym wertlichen gerichte nicht selber urteil sprechen, ist darumb gesatzt, das sye nicht alle sso wyse lwthe sint, das sye sich des rechten in allen sachen vorstehen, und nicht alle also togentsam und from sindt, das sye widder lyebe, haes, forchte ader genys von bosen urteiln brechte. Darumb ist es gesatzt, das es dye schepfen thun sullen, dye durch ir wissheit und geprufte togent darzcu gekorn werden, under den das rechtt bestendiger blibt.

VI. Es ist auch zcw wyssen, was an dem richter sein sall gerechtigkeit ader toginde, dye sullen auch von nodt wegen alweg sein an den scheppfen unnd an den vorsprochen, und darumb ist ein lobliche gewonheit und recht der stat, das nymant an dem gericht der lwte worth sprechen sall, dan us dem rathe dye geschworn ratsmanne und scheppfen, uff das sye mit den lwten togentlichen und fromlichen umb gehenn an dem gerichte. Szo gibt man auch in yren eydt, das sye der lewt wort sprechen sullen ane mith und gabe, als geschriben stehet an dem XVIII stuck des dritten buchs von den ratsmannen: sye sullen der lewt wort sprechen [Faksimile] durch gott, wan sye des gebettenn ader geheyssen werden, wu sye das mith eren gethun mogen, und sullen da nicht ansehen widder lybe, has, nach forcht ader gabe. Wan sye aber forder erbeit haben, dan das sye am gericht der lwt wortt sprechenn, unnd darumb uber veilt farenn, riten ader gehen, ader ab sye kost daruf thun, dye sal on der gelden, von des wegen sye das thun, und das umb sye nach bescheydenheit vordynen; und darumb und mid sso schwechen sye iren eydt nicht nach ir ehre.

VII. Wissen dye vorsprochen, das eyner ein unrechte sache furett, des wort sal her an dem gerichte nicht sprechenn; wan spricht her sein wortt, so beschirmt her im sein unrecht und vichtet wider recht, und thut darmyde wider got und seynen eydt und ist schuldig den schaden, den der nimpt, der recht hatt, wider den her dan ist. Nhw mocht einer sprechen, wye das tochte den lwthen des gerichts louffte also wegertte, hye sprech ich zcw: ist das in eyner bittett, sein wortt zcu sprechen, der unrecht sache furett, wan her ym dye vorzcelt, sso sall her in underwysenn, das her unrecht habe, und sal im rathen zcu eyner fruntlichen richtung. Wel her om der nicht gestehen ader von der sach lassen, szo mag her wol sprechen: ich kan dir zcu dem unrechten nicht gehelffen, darumb sso nym einen andern vorsprochenn.

VIII. Schuldigt der kleger, der unrechte sache furett, vor den richter den vorsprochen, das her sein wort nicht sprechen wolle, ader redt sust torlich ader frevell wort daruff, szo wist das unnser landtrecht us: ist das es der richter dem vorsprochen gebutt, szo mus her sein wort an widerrede sprechen. Da sagen wir nicht zcu, das es recht sey, es ist aber des lands und gerichts gewonheit; wan wer des wortt spricht, der da unrecht hat, der mach sich kum bewaren, das her vor gote recht thw, und hilfft her im midt kunst, lysten ader behendigkeitt, das ist wider gott und der sele seligkeit. Her sal sich also davor hutten, das her den richter bitte, das her in des erlasse und sal forder nicht mher reden; thut dan der richter des nicht, szo sall her sein wortt sprechenn und nicht mher rede machen, dan im der kleger sagt ader also her von andern lwten horett. Her sal ym seynen munt lyhen und nicht dye sin kunst, behelffung, nach forderunge.

IX. Vorsumet auch eyn vorsproch eym sein recht willigklichen ader mit unvleys, der ist vor gote dem, den her vorsumt hatt, also vil schuldig, also her im vorlorn hatt, und spricht her eins mannes wortt und nimpt von seim widersachen gelobde, dinst ader gabe, uff das her dissen vorsume, dye sach vorzcyhe ader bosslichen where, ader uff sein unwegstes sune ader tage, der ist meyneyde und trowlos, und hat [Faksimile] nicht vil mynner gesundigett dan Iudas, der Cristum vorkoufte, wan disser hirmit seynen ebenmenschen in gudenn trowenn vorkeufft, unnd her hat sein zcungen vorkouft. Und spricht on ihener an, des wortt her untrowlich gesprochen hatt vor dem richter, und mag her in des uberkomen selbdritte, szo sall her im seynen schaden zcwifeldig gelden, also ab im das gut worden sey in seynen schirm, und her ist dem richter seyne zcungen schuldig, dye sall her losen mit zcehen pfundenn.

X. Eyn itlicher vorsproche ist schuldig, armer lut wort zcu sprechen durch got zcu forderst mher dan der richen, wan das gericht ist gemacht und funden durch armer lwth willenn, und der unschuldigenn und der enelenden, wan dye mogen sich selber nicht vor unrechte geschutzen also dye richenn. Und vorsaget her om das und thudt es ungerne, szo thudt her widder gott und das recht, und der richter sall im gebitten, sso her das erferett, das her des armen wordtt unvorzcogelich spreche, wan der vorzcog ist armen lwthen nicht eben. Dit ist das gemeyn recht und ist eyn mit allen guden rechttenn.

XI. Sal ein man clagen vor gerichte, und hat eyme, der sein vorsproch werden sall, sein heymlichkeit und sache uffenbarett, und kumpt dan sein widersache und bitt den richter eher umb den vorsprochen dan disser, des heymlichkeitt her vor wol weys, weder mag her sein zcu rechte anig werden ader nicht? Wir sprechen also: geht disser zcu dem richter und saget im das her seynes widdersachen vorsprachen sein heymlichkeit vor gesaget habe, und schweret das uff dye heilgen, ader nimbt es der vorsprach uff seynen eydt, den her zcu dem gerichte gethan hatt, das es war sey, der richter sal on erlasse, das her des wortt, der in gebeten halt, icht spreche, und sall im gebite, das her ihenes wortt spreche, der im sein heymlichkeit gesaget hatte. Dit ist in geistlichen unnd wertlichem gerichte allen enden rechtt.

XII. Spricht auch ein vorsproch eins mannes wortt uff einmol, und wirt dye sache ufgeschoben, der vorsproch mag midt recht hindenoch dye sache numher mher wider angespreche, nach in der sache seins widersachen vorsprach gesin.

XIII. Es spricht sanctus Ambrosius von den richtern, schepfen und bosen vorsprochen, das von recht got wol wider sye sprechen mag: kere und bezcale und gib wider, das du schuldig bist, wan du hast widder dye warheit gethan, du bist bey der schalgheit gewest, du hast or gestattet, du hast sye mith gewust, du hast sye vorschwigen, du hast darzcu geholffen, geraten und gewiseth, du hast das recht gelogenn, du hast den richter betrogen, du hast den armen ir sache vorschwigen, und vorzcogen, und kost gemacht, du hast midt dynen behenden urteiln von der warheit in dy valscheit gefallen, und auch ander luth darin gezcogen [Faksimile]; darumb sso must du von dem barmherzcigen gotes antlitz vallen und fromde lwth werden in dein erb und gut gezcogenn.

XIV. Es magk nymant uf eyne zceit mit eynander richter und kleger, richter und gezceug, ader kleger und gezceug gesein. Es sal auch kein richter uber sein eygen sach richten, ader uber dye sach, dye seynen hern antreten, ader das gerichte, ader den rath, ader dye schepffen, ader dye vorsprochen, ader den freibotten. Ader den gemeynen nutz der stat, da mag her wol ober richten, und ouch also es uffenbar ist, ane sunderlich klag straffen, wan also klaget das der uffenbarlich gemeyn lwmuth, der aller dinge, also der meister Aristotiles spricht, nicht umbsus ist. Aber uf eynen wan, ader uf eynen zcwifel, so magk das mith rechte nicht gesin. Und in der masse mag auch ein richter an gezceug, wan die sache uffenbar ist, darumb dar das die kuntlichkeit das bezcuget; das spricht Allexander.

XV. Es spricht meister Heinrich vonn Merseburg von den gezcitenn, wie sich dye anheben unnd enden, und thut das nach der lar der heilgen schrift, des geistlichen und wertlichen rechten, und spricht also: ein itzlicher feyertag hebt sich an dem heilgen abent an, wan man begynneth die vesper zcu singen in der pfarkirchen ader zcu lesenn, und wereth die nacht und den tag, bies man die vesper an dem heilgen tag zcu abenth wider volbrengett. Dye tagzceit in der man von rechte gerichte gehalden mag, hebt sich wan dye sonne ufgett, und werett bies sye undergeghet, ist dieweyl die sonne boper der erden stehet. Dit stet geschriben ex. de officio delegati. Dye tagzcit des geleits, des frydes, und der feligunge, hebt sich morgens, wan man den tag erkennen kan, und wereth bies zcu nacht, diewil man von des tags wegen gesehen mag. Ditz stet geschriben ex. de treugis. Dye tagzcit der vasten hebet sich vor mitternacht nach dem letzsten abentessen, und weret dye halb nacht und den tag, und dye halben nacht darnach mith eynen eynigen mittagsessen, also auch das her vor dem essen nicht trincke; aber nach essen ist menigklichs trincken erleubt durch dawung der spyse. Wer aber den fritag luterlich vasten wil, der heb an des dornstags nach dem abentessen, und halde sye bies uf den sonabent zcw fruhem essenszceit mith eyme essen.

XVI. In grossen heilgen tagen also zcw wynachten, zcum zcwelften, ostern, pfingsten, unsers hern hymelfart, unsers hern leichnams tag, an dem grun dornstage, gutenn fritage, unser lieben frawen tage, und an aller heilgenn tage, sal man von rechte keyne tage leisten, nach teyding, nach rath uf dem rathuse halde. Wers aber ehehaft nod, so [Faksimile] sold man den vorborgen in eyme huse halden und nicht uffenberlich. Tret es aber gotesdinst an ader geistlich dingk, das mocht man uffenberlich thun. Dit stet geschriben ca. XV. q. IV.

XVII. Gelobet einer dem andern in eyner bezcalung ader kouffe silber zcu geben, her sall im das gut und luther geben, als man das phlegt zcu zceichen und zcu bornen in dem lande, stadt ader gericht, da sye gesessen sein, ader da der kouf geschiet, ab sye fromde sein. Gelobt ehr im pfenige zcu geben, her sal im gebenn die in der stat etc. wol genge und genhem sein, da her die pfenig globet zcu geben. Gelobet her im korn ader ander koufschatz zcu geben, dye her benenneth, die ist her im schuldig bey dem besten und nicht bey dem ergesten. Ist es in eyme bisthum ader uf dem lande, szo ists dasselbe recht. Was eyn man dem andern gelobeth, das ist er im schuldig, gut und volkomlich zcu geben, es wer dan, das im kouf ader teyding etzwas usgenomen ader besundern vorzcalt wurde von wher, gewichte ader werde; dabey must es blibenn.

XVIII. Quem es, das eyn man in synerr trunckenheit, also im die redlichkeit gebrech und rechter gantzer synne, sich vorrette mith kouffen, vorkouffenn, wechseln, vorgeben, bescheiden, geloben, von hab ader von gute, erbeith und dinste ader dergleichen, und ab es wer zcu der ehr, da man sich lichtlicher inne vorreth und vestlicher halden mus dan ander ding, das bunde alles nicht, nach dar ir nicht halden, und ab her icht lossagte, schulde vorlisse, vorborgte und desglichen, das wer alles umbsus, darumb das ime rechten nymanth eins truncken nach sinlosen menschen borge werde sall, es rede dan sein rechter formunde; darober hilft kein gezceugnis nach eyde. Wer es aber, des der truncken ader synlose mensche, wan her nuchtern wurde, ader zcu synnen queme, das lobte und halden wolde, sso must es ihener, der sich mit om bekomert hette, halden, also ab her gar redlich zcu der zceith gewest wer. Dit stet geschriben in aparatu u. s. w. de sponsa.

XIX. Wan nhw dit zcehende buch sagen sall von den gezcugen und eyden, sso ist not zcu wissen mit wieviel luthen man gezcugen moge. Tritt die sache gelt ader gelts werdt an, sso stet das gezcugnisss nach dem heilgen ewangelio, als Cristus spricht, das in dem munde zcweyer ader dreier stehe ein itlich gezcugnisse. Das her spricht: ein itlich gezcugnis, da nympt her keins uss. Das aber unser lantrecht spricht, das in sachen die leib und ere anruren von syben gezceugnissen, ist darumb gesatzt, das man eynenn nicht lichtlichen erlos ader leiblos gezcugen solle. Nach so haben es etzlich stete schwerer ober or [Faksimile] borger, uf das sye an sogethanen luthen die ere und dye rache selber behalden, also unser stat freyheit und recht uswiseth, das eynen burger zcu Isenach nymant magk erlos ader lieblos erzcugen an gerichte, uf das so gethan uffenbar smacheit icht geschee. In dem rathe ader under in selber haben sye des macht heymlich zcu sturen.

XX. Es sal ader mag nymant den andern erzcugen, nach vor dem gerichte uberwinden, der ein burger ist, nach for dem schultteis und den schepfen, her thu es dan ein teyll mit der stat ingesessenn burgern, die wirdigs glouben sint. Und hat der eynen und eynen fromen man darzcu ader zcwene, wan die sache umb gut, gelt ader habe ist, so bestet das gezcugnis und das es in der stat witpilde geschen sey. Ist aber die sache anderswo gescheen, und das gut anderswo gelegen, so ist sein gnug, das es erzcuget werde midt zcwen ader dren fromen mannen, die nicht burger sein, wan es unmoglich ist eyme, der stat burger allen enden zcu haben. Wer auch der kouf ader sache geschen, ehr er der stat burger worden wher, szo wher sein aber gnug zcu bezcugen mit zcweyen ader dreyen, die darbey waren ader wissentlich wer, wan die freyheit der stat im dieweil nicht behulflich mocht gesein.

XXI. [Dist. IV. 46.12.] Neun dingk sal man mergken an den gezcugen, die da machen, das ir gezcugnis nicht taugk. Das erst, das her kein eygen man sey; wan der eygen man mag im recht nicht gezcugen uber eyn, der da frey ist. Das ander, ab der gezceug ein weib sey; wan die wibe in weltlichen sachen nicht bezcugen mogen, an in den sachen ab ein weib ein lebende kint geber, das gezceugen weibe so woll als man, und in geistlichen sachen, also umb dye ehe und desgleichen, da gezecugen auch die weibe. Auch so gezceugt eyner nicht, der zcu iung ist ader zcu alt; wan ein gezceug under virzchen iarn, auch so alt, das im der redlichkeit gebricht, sulcher gezceugnis ist von unwirden. Das virde, ab her synnig sey; wan die rasenden und dye thoren nicht bezcugen mogen. Das funfte, ab her from sey; wan kein vorlumt man an gericht ader anderswo gezcugen mag uber eynen, der unvorlumeth ist; darumb so mogen die kebskinder und meyneydig luthe, und die dube und roub gebessert haben, die usgelouffen monche, ader die noch dube ader roup under in haben und derglichen ca. quarta u. s. w. Das sechste, ab her dem angeborn sey, dem her das gezcugnis geben sal; dan nymanth mit seynen magen bezcugen kan. Das sybende, ab her dem dyne, dem her gezcugen wil, ab her geselschaft in derselben sache hab, ader sust durch golt ader fruntschaft teglich zcu seynen tische gehe; ader zcu kosten mith im gehe umb sein gelt, der mag im wol helffenn gezceugenn. Das achte, ab her bettelisch arm sey; wan die selbig nottorft brengt dicke die leuthe darzcu, das sy durch ires genisss [Faksimile] willen ungleich gezcugen; aber ein fromer bestendiger armer man, der andern luten wol bekant ist, der mag von seiner fromkeit wol gezcugen. Das neunte, ab her gloubig sey; wan ein iude, heyde, ketzer, ein beunischer und derglichen nicht gezcugen mogen. Dit ist alles statrecht, wichpildsrecht, lantrecht, geistlich recht und gut recht.

XXII. Der gezceug, der gedinge, geschencke, ader libnisse heischt, und nympt, des her im rechten nicht thun sal, erferet das der, uber den her gezcugen sall, den mag her vorwerffen darmith, das her dem richter vorkundige, das dem gezcugen gut geschenckt ader gegeben sey, und das sal her bewisenn mit seynen zweyen fingern, ader sal in oberreden selbdritte, die es vor war wissenn, das darumb gut gelobett ader gegeben ist. Ist nhw sein gezceugnis falsch und ungerecht, her wirth erlos und nympt lon nach dem falsche. Ist aber sein gezceugnis waer und gerecht, und hat ader wil geschenck darumb nemenn, und uberkumt man in des, her sal es dem richter vorbussenn mit der busse eyns frevels, und sal bey eym iare keins menschen gezceug werde, wan es ist ein grosse untat, das her seim nhesten seins rechten an lon nicht helffen wil und an kost und mhwe.

XXIII. Ab nhw ein man sein recht nicht behalden kan, her geb dan geschenck und gut darumb dem richter, denn schepffen, dem vorsprochenn ader den gezcugen, wie sall her dan thun? Wir rathen im und sprechen: ehr dan her sein recht vorlise, das her lieber geschenck unnd gut gebe, wan es ist besser ein wenig gegeben dan vil vorloren. Der das geschencke gibt, der thut es ungerne, und mocht her sust sein recht gewinne, her gebe es nicht, darumb so hat her sein kein sunde noch schande. Dye thun aber dotliche sunde daran, die so gethan gut und liebnisse unzcemlichen nhemen, das in vorbotten ist, und das sie yn iren globnis und eyden vorreth haben unnd im rechten nicht thun sollen. Uber die schreiet der prophet Ysaias und spricht: wee uch, die den ungerechten wollet gerecht machen umb seiner gab willen. Auch so spricht Salomon, das die gabe vorblend den richter und des gerichts dyner.

XXIV. [Dist. IV. 47. 10.] Es mag mit geistlichem gerichte nymant den andern an wertlichem gerichte erzcugen, und ist her mit geistlichem sachen erzcuget, das schadet im zcu seynem lantrecht und auch witpilds und statrecht nicht.

XXV. Es sal auch kein leye den andern im rechten umb wertlich sache fur geistlich gerichte laden, im werde dan am wertlichen gerichte rechts gewegert. Was auch ann wertlichen gerichte angehaben ist, das kan man am geistlichen nicht volfuren, und widderumb also derglichenn. Es magk auch im rechten midt beyden gerichten nymant umb ein sach gekriegen; wan her eyns gebruchen wil, so mus her das ander vor [Faksimile] abthun, wan ir keins dem andern ablegen sal, aber eins mag wol dem andern helffen, wo das not tut.

XXVI. [Dist. IV. 47. 7.] Es magk eyn man seynem gezcug zcu hant furen, des ehr sich vormessen hat, ab her wil. Magk ader wil er des nicht thun, so sal her in brengen for gericht in virzchen tagen. Ist her aber usser lands, ader hindert yn sust redliche sache, so breng her in vor in sechs wochen. Nicht lenger mag her in im rechten vorzcyhenn, es wer dan das in hindert ehaft not. Was aber dy sey, das stet zcu hant hirnach. Sol man uber eygen erzcugen, das sal zcu hant, ader ufs nheste gerichte gescheen. Dit ist statrecht, wichpildes und lantrecht.

XXVII. [Dist. IV. 47. 3.] Wer sich vor gerichte gezcugen vormist uf eynen bestracktenn tag forzcubrengen, brengt ehr ir nicht vor, her mus darumb dem gericht wetten funff schilling pfenige uf gnade, nicht mher, das ist der stadt recht; und ihener hat sein klage erfordert und gewunnen, es benhem dan ehaftig nodt. Bewiset her dye, szo mag her wol darnach seynen gezcug forbrengen, das es im nicht zcu schaden kompt kegem kleger noch gerichte. Statrecht und auch lantrecht.

XXVIII. [Dist. III. 7. 2.] In vierley wyse kumpt die ehehaft not: das ist suchtage, krangheit, ader des leibs vorletzung, darvon ein mann mergklichen beroubt wirth wanderns und usrichtung des gescheftes. Und das sal man also bewysen: wan der siche nicht for gericht ader an stete, da man in habenn sol, magk komen, sol ehr eyn seiner frunt ader eyn unvorsprochen man dahin senden, sein krangheit und not zcu bescheiden zcu den heilgen, ab man es haben wil, das her also gebrechlich sey, an seins leibs schaden nicht komen kunde. Statrecht, wichpild und lantrecht.

XXIX. [Dist. III. 7. 3.] Ist ein man gefangen und hat trew gelobde gethan, das ist dye ander sache der ehaftigen not. Die sal man bewisen also: der in gefangen hat, ist der erbar und sendet synen briff ans gericht ader stete, da her zcu recht hin solde, und schribt, das her in in syne gefengnis habe, ader zcu der zceit gehat, das her nicht komen mocht, das ist zcu gleuben. Mag her aber sogetans brife nicht gehaben, szo antwortt eyner syner freunde for in, dem das gefengnisse wissentlich ist, und vorzcel die ehaft not. Geschiet aber des nicht, wan her dan ledig wirt, so kom her for und bewyse die not zcum heilgen, das her seins leibs die zceith ungeweldig were, und von banden ader trewgelobdes wegen nicht komen kunt, szo schadet im das vorsumnis nicht. Dit ist statrecht.

XXX. [Dist. III. 7. 1, 4.] Dye dritte ehaft nodt kumpt vonn betefartt uswenig landes. Wolt eyn man die zcyhen nach der zceit als im [Faksimile] vorgebotten wer, ader sache vom gericht ader rat vorkundigt, des sal her nicht thun, her hab dan die sache vor usgericht. Thudt er des nicht, szo ist es kein ehaftig nodt, und klagt man zcu im dieweil, her mag sich seins schadens nicht wider erholen. Spricht her aber im wer mit recht nicht forgebotten, das mus her beweren zcu den heilgen, so blibt es ehaftig nodt. Die bewisung der betefart ist also: mag ihener nicht bewisen, das her im for der betefart vorgebotten hatt mit gericht also recht ist, szo mag disser seyn betefart bewisen mit sinem eyde, das her sie gezcogen habe uswenig landes alsso ein recht pilgerim. Statrecht und auch lantrecht.

XXXI. [Dist. III. 7. 1, 5.] Dye virde sache der ehaftigen nodt kumpt von herndinste. Die ist manchfeldig zcu erkennen, wan des hern dinst mit urteiln geboten wirt, ader der rat gebot in witpilde, ader des herrn gewaldigen ader sein selbst bote; das dinst mus man dan tun. Hat der rath auch ymanden in seynen notlichen gescheften zcu senden, der an dem gericht zcu thun hat, das sal der rat richten und dem das zcu wissen thun, der im gebotten hatt, das dem also sey an geferde, szo mag der kleger nicht dawider gereden. Widerredet her aber das, szo sende der rath eynen in das gerichte, der dem richter das vorzcele, so gewint her im tag bies ufs nheste gerichte, also her vonn der botschaft der stat wider heym komen ist an des klegers dangk. Wiewol der stat recht uswiset, das der richter nymande tag hinder dem kleger an sinen willen geben sulle, das mag aber hie usgenomen werde, wan die botschaft zcuhet sich zcu dem gemeynen nutz der stat. Dise ehaft nodt bewiset man midt des herren dinst und brifen in lantrecht und auch witpildsrecht. Aber in statrecht bewiset man sie mit zcweyen ratsmeistern. Die kuntschaft ist ein begyn des rechten in allerhande nod, do ehaft nodt an gefallen mag.

XXXII. Tud eyner eynen frevel und zcweiet sich midt imande, und sal man die zcweyung an gerichte bewisen, dye magk ein igklicher biderman inwoner ader fromder, der sein eher bewart und sich fromlichen gehalden hat, wol ober gezcugen. Wol das der stat recht uswiset, das man eynen burger erzcugen sulle mit eim teil burgern, ist zcu vornemen umb gut und umb habe, aber umb zcweitracht ist das nicht. Tritt aber die zcweitracht eins burgers leib ader eher an, szo mag in des nymant oberzcugen an dem gerichte. Dits ist statrecht und ir freiheit bestetigt.

XXXIII. [Dist. I. 33. 4.] Wirt ein gut von zcweyen man angesprochen, heischt es der richter zcu recht, man sal es im antwortten, und der richter sal es under im haben solang bies sye sich mit eynander voreben, ader sey ledig kegen allen luthen und von dem, der es dem [Faksimile] richter geantwort hat. Dits ist lantrecht und witpildsrecht. Aber nach der stadt recht so beheldet es ir eyner, und der ander klagt, und der es gewinnet, dem sal man den schaden legen unnd seyne kost.

XXXIV. [Dist. I. 33. 5.] Sprechen zcwene man ein gut an zcu widerstrit mith glicher ansproche, undt behalden das mit glichen gezcuge, das sal man glich under sye teilen, aber den gezcugen sullen rechten umbsessen bescheiden, die in der stat, im dorffe ader nhesten dorffern gesessen sein. Wer dan die meisten mennige hat an den gezcugen, der behelt das gut. Das ist lantrecht. Aber nach der stat recht wurde es geteilt, wan ir itlicher seynen volkomen gezceug gefurte also recht ist.

XXXV. [Dist. IV. 46. 9.] Orfede und sune, die an gericht geschen, die erzcuget man mith dem richter undt mit zcweyen schepffen nach wichpild, und nach lantrecht mit dem richter und mith den dinckpflichtigen. Aber sune und oherfede, die uswenig dem gericht gescheen, die erzcuget man selbsibende. Dit ist auch nach lantrecht. Aber nach statrecht so erzcuget man sye mit zwen ratsmannen. Ist aber die sune und oherfede gescheen usswenig, man mus die kuntschaft brengen mit des gerichts ader stat briffen, da es gescheen ist. Dit ist der stat recht.

XXXVI. [Dist. IV. 47. 13.] Ist das eyner gezcuge mitet umb sein gelt, und wirt des sein widersache gewar und uberkumbt in des, her mus ime bussen, uf den der gezceug solde gehen, und dem richter wetten, und her ist der sache vorfallen, und der gemitte gezcug, der umb lon wolde gezcugtt habe ader gereidt gezcuget hat, den sal man kundigen rechtlos und erlos. Dit ist der stad recht unndt lantrecht.

XXXVII. Haben zcwene geselschaft in der koufmanschaft, ir keiner mag des andern gezcug sein umb sache, dye gelt ader gut antreffen, also wenig als eins mans gesinde das an seime dinste ist, ader eynes mag. Dit schribt magister Iohannes Andree in seym buche novella genant und ist auch der stat recht.

XXXVIII. [Dist. IV. 47. 14.] Wer eynen gezceug furen wil und belutet den an gerichte, ab wol lwthe under den weren, die gezceug solden, die man vorwerffen mochte, und thud des uf dye zcit nicht, kumbt es darnach das man gezcugen sal, so mag man ir dan keynen vorwerffen, sint sye zcuerst zcugelassen, do man sye benante. Das ist darumb das die lwt destmynner unschuldiglichen umb das gezcugnis erlos gemacht worden, das villeichte viln luthen geschee, so man lang zceith trachte und forschte nach irem lumunde. Dit ist stat und lantrecht. Aber in geistlichen rechte, szo gibt man des tagzcit dem, der sye gefurt hat, zcu widderredenn. [Faksimile]

XXXIX. [Dist. IV. 47. 15.] Also eyn man noch rechte seynen gezceug stellet fur gericht, syhet dan ihener eynen, den her vorwerffen mag, das sal her zcu hant tun, also hyvor geschriben stet. Wil es disser dan weren, der den gezceug gefurt hat, und spricht her hab rechten gezceug gestalt, das ist iheme nher zcu erzceugen, mit welchen rechten her den untuchtigen vorwerffen wolle, dan in disser beschermen moge, ab es von gebort ader von andern dingen sey. Dit ist stat und lantrecht.

XL. [Dist. IV. 47. 16.] Dye gezceugen, dye eyn man vor gerichte stellet, die sal man von rechte numer zcugelassenn, sye schweren dan recht gezcugnis zcu thun, und den eidt sal man in staben vor gerichte also: wir schweren das wir wollen dye warheit reden, dye wir wissen umb dye sache, die disser vorzcalt ader zcu bewysen hat, und wollen da nicht zcu noch ab legen mit unserm wissen, an arglist, als ans got helff und alle heilgen. Szo sal dan ir icklicher sagenn uf seynen eyd, was im wissentlich ist von der sache. Stehet danne der gezceug obereyn, das erkennen dye sehepffen woll, wan her zcusamen kometh. Zweyen sich aber die gezceugen an irm bekentnis, szo ist man an dem gezceug nicht bestanden. Ditz ist lantrecht. Aber nach der stat recht kumpt es anders, so sal der kleger dar tretten und vorzceln, was her irzcugen will, und das sal her uf dye heilgen schweren, und darnach so suln sein gezcugen schweren, das her recht geschworn habe.

XLI. [Dist. IV. 47. 17.] Von rechte sal man dye gezcwgenn sundern ader sunderlich vorhoren nach dem gemeynen rechte, und ist ouch allen enden gut, wol das ditz an etlich steten keyn gewonheit ist. Es sal auch nicht gescheen mit slechter frage an eyde, also ab der richter spreche: ich frag dich by dim eyde und bey dein trewenn, die du gote und dym rechten hern pflichtig bist, ader dye du wybe und kinde schuldig bist, das du sagest, was dir in der sache wissentlich ist. Spricht dan eyner, als theur also ir mich fraget, so ist mir das wissentlich, spricht dan der ander, also teur ir mich gefragt hat, darmith sall der gezceug vorfaln sey. Das ist alles unrecht, wan eyn itzlicher sal gezceugen mit seym gestabten eyde, als byvor gesprochen ist im nhesten stucke, und sal die warheit zcum heilgen bewern, da gehort gots wort zcu, mit dem aller warheit gezceugnis geschiet. Dit ist gut recht und ist das gemeyn beschriben recht.

XLII. In redlichen sachen sal man dye gezceuge wol vorhoren, und wer das thun sall, der sal zcu vorderst dreyerley under andern stucken mercken: das sint dye personen, dye zceit und dye stat. In dissen dreyen stucken mussen die gezcugen von nodt ein sein; und hat eyn man drey, vier ader mher gezceugen, und ist es das ir ein teil spricht, [Faksimile] ich weis nicht eigentlichen uff welchen tag es geschach, ader wievil des geldes, ader wer da kegenwertig was, es ist mir vorgessen, wan sie in den andern stucken gleich sagen, das beschediget den gezcug nicht; es ist aber nodt, das zcw dissen benanten dreyen stucken zcu dem mynsten zcwene glich sagen zcu itlichem stucke. Die gleicheit sal man auch erkenne mher nach der gezcugenn meynunge, dan nach der wortschickung, an geferde, wan ein mensch bas sein worte gesetzen und rede vorzcelen kan dan das ander. Ditzs wiset us das beschriben recht und dye recht meysterschaft.

XLIII. [Dist. IV. 46. 2, 3, 5, 6.] Sal ein mann eyne sache erzcugen, die vor gezcitenn an gerichte gescheen ist, das mus her thun midt dem richter und schepffenn, und der richter sal schweren zcum heilgen, das die sache war und also sey, und her ir ein richter gewest sey, das im got also helffe und alle heilgen. Darnach sullen zcwen dinckpflichtigen sweren, das her der sache ein richter gewest und sy dincklute gewest sein bey namen der sache, das in got so helffe und alle heilgen. Dit ist lantrecht. Aber nach witpildsrecht ist es anders, da erzcuget der richter und scheppfenn midt dem eyde, den sye zcu dem gerichte gethan haben, das die sache also sey, als in got helffe und alle heilgen. Und das ist auch also hye der stat recht. Keyn richter ader ander man, ab her ytzunt nicht richter wer, mag alsso gezcugen an des richters stat, her sey dan selber der sache ein richter gewest. Szo mag im auch nymant helffen gezcugen, her sey dan schepfe da gewest, ader dinckpflichtiger. Nach lantrecht.´

XLIV. [Dist. IV. 46. 4.] Bezcuget ein foyt ader richter an gerichte, der dem riche hat holde gethan: was der bezeuget, das sal her nemen uf den eydt und hulde, die ehr dem reich gethan hatt, das sein gezcugnisse waer sey unnd gerecht also im got helffe und alle heilgen. Also mag auch wol gezcugen eynes fursten foyt ober das gerichte, der zcu dem ambte vor dem fursten gesworn hat, szoferre in die sache nicht selber antrift ader sein ambtt, das im das gezcugnisse zcu genisse ader wette queme; so muste her es, wan es also quem, vestlichen midt seim eyde beweren. Das ist das beschriben keyser-, lant- und der stat recht.

XLV. In wichpildsrecht stet also geschreben: das ein gesatzt geschworner richter von eynem fursten ader stat gesatzt und bestetiget ist, und eins guten leumuds, der magk auch wol bezcugen under seim eyde, den her zcu dem gerichte gethan hat, und mag das nhemen uf den eydt, also im gott helffe und alle heilgen, und darf die finger uf die heilgen nicht legen nach im eyde lassen staben. Aber eyn begebener richter zcu bescheidner zceith, der zcu dem gerichte nicht geschworn hat, ader [Faksimile] ein underfoith, der dem fursten besundern zcw dem ambte nicht gesworn bat, die mogen also nicht gezcugen. Was am gerichte geschiet, sie mussen es tun midt irn gestabten eyden und midt der scheppfen gezcugnis und kuntschaft. Dit ist der stat recht.

XLVI. Belanget in der stat ein gast den andern umb schuldt ader gelt ader dergleichen ander habe, und bekumert inen, den mag her mit keym gezcuge uberwinden, sundern wes her in schuldige, des mag sich ihener entslahen mit seynem eyde, nach dem als das recht uswiseth. Dits ist der stat recht.

XLVII. [Dist. IV. 47. 19.] Gelobet ein man icht, spricht, beseget, ader bekennet in eym sitzenden rathe, das mag man am gerichte mit zcwen man us dem rathe irzcugen und nemen das uf dye eyde, die sie zcu dem rate und gerichte gethan haben, und dafor mag her nicht geschweren. Was man auch mit eim rate erzcugen sall, das sal alwege dem meisten teile wissentlich sey, und die der rat an das gerichte hat gesant, die haben macht also der gantze rat da were. Dit ist der stat recht.

XLVIII. [Dist. IV. 46. 14.] Zcihen sich zcwene uf eyn gezcugnis eins, ader mher menschen, welcherley wesens, kunde ader gloubens die sint, und ab sie zcu gezcugen nicht gut gnug sint, sye bezcugen die sache, und fromen dem, dem sye gestehen zcu rechte; wan die willekor die bricht also alles recht, wan der gezceug von in beyden gebeten wirt. Dit ist lantrecht und statrecht. Aber gehet die sache an iren lib unschuldiglichen, so mogen sye in nicht vorwilkoren, wan es frevel were den ein richter nicht staten sall. Es mag nymant gut noch habe vorwilkoren, das her im rechten nicht vorgeben konde.

XLIX. Auch wer es, das sich zcwen leyen ire sache, ab sie wol wertlich were, und gut und habe antrete, vor den geistlichen richter vorwilkorten, die hette darumb der wertlich richter, nach der rath eyner stat, nicht zcu straffen, wan sye seint der gebot frey, das kein leye den andern umb wertlich sache vor geistlich gerichte zcyhenn sulle von ir beyder wilkor wegen, die das recht bricht. Wer es aber, das der wertlich richter in rechts ader gerichts wegerte, szo mocht eyner den andern an geistlich gerichte zcyhen und da bewisen, das im der wertlich richter rechts und hulffe gewegert hette, und blebe des aber von rechte ane busse, umb deswilln das her es durch sein nodturft thun muste, und hat es an frevel getan. Her sal es aber dem rathe der stadt, da her inne sitzt, erst kunt thun, das im das gerichte gewegert wirth. Dit ist beschriben recht 2º decretalium und ist auch ein mit der stat recht und wichpildesrechte.

L. Es geschiet underwilen, das eyn leye den andern umb wertlich [Faksimile] sache an geistlich gericht zcuhet und lett, und das sal der geistlich richterr nymande weren, noch in rechte wegern, und der geladen wirt, mag dan komen und also sprechen: er richter wir seint beyde leyen und unser sache ist wertlich, ich bit uch, das ir uns wisen wullet for unse richter ader for den rath, ab sye us eyner stadt sint, da wil ich im gerecht werden. Das sall im der geistlich richter im rechten nicht vorsagenn. Sendet auch der wertlich richter ader rat seynen brif dar und bith sy vor sich wysen, das sal nach mag her in nicht vorsagen, und umb was sach eyn leye vor den geistlichen richter geladen wirt, man thu im recht ader unrecht, szo ist er alweg schuldig sich zcu vorantwortenn. Thut her des nicht, her mag wol fellig werden umb den ungehorsam, wan sich us dem gehorsam nymant gezcyhen mag, her thu es dan mit rechte. Dit stet geschriben in 2º decretalium.

LI. [Dist. IV. 47. 4.] Sal man an gerichte bezcugen uf erbe, das sal man thun mit gerichte und mit den schepffen ader mit ingesesssen dreyen fromen mennern, die burger seindt, ader ir zcwene burger. Ander sache erzcuget man wol mit andern bederffen luthen, ab sye wol in der stat ader gerichte nicht sitzen, szowerre auch das es gut ader habe nicht angehe, also hyefor gerurt ist. Dit ist stetrecht.

LII. [Dist. IV. 47. 11.] Wirt eyn man eyner sache vor gerichte erzcuget, das her von rechte halden sall, was sein vater, muter ader ander seyner freunde ader formunde an sein wissenschaft gethan ader gelobt, und ab her sich des gewert hat, das kan ader mag in nicht erlos nach rechtlos gemachen, ab dye sache so getan were. Dit ist stadt und lantrecht.

LIII. [Dist. III. 9. 1.] Ob ein man bezcalung eyner schult lowkent, dye man im schuldig ist gewest, man mus sie bezcugen und selbdritte bewisen, die es sahen und horten. Hye ist nw zcu mercken, das man schult bezcalt vireley weis, also das man es syhet unnd horet, und das man es horet und nicht syhet, und das man es syhet und nicht horet und das man es wider horett nach syhet. Zcum ersten, das man es syhet und horet: also wan einer bezcalt, das her schuldig, midt bereitschaft, und spricht dit ist das ich dir schuldig bin, ader das du mir gelegen hast. Dit stedt geschriben institut. quibus modis contrahitur obligatum. Die ander bezcalung komt auch von widerstatung, das man horet und nicht syhet: also ab du eyme pfennige schuldig werest, und her dir korn aderr ander etzwas gebe, und slugest im abe das; die bezcalung sehe man nicht, man horte sie aber woll. Dit heist ein widerstatung ader ein bereitung, ut C. u.s.w. Die dritte bezcalung ist, also ab eyner eynen stumenn bezcalte; wan der mein gelt nheme, szo wer ich ledig, ab her mich wol nicht ledig sagte; das sehe man und hörte sein nicht. [Faksimile] Dit stet geschriben de donacionibus u.s.w. Auch ist die letzst bezcalung, wan du der schult sihest zcu eyme andern, so bistu also balde bezcalt. Wan nhw ein icklich mag vierley weis schuldigk werden, das ist mit gedinge, midt worten, mit briffen und midt willekor, szo magk man auch wol vierley weis bezcalen, also itzunt gesprochen ist. Darumb ist die teylung, das man spricht, man sulde vorgoltten schuldt bewisen mit den dye es sahen und hortenn, nicht also gestrengklich zcu nemen, das disse vierley bezcalung darmidt vorlegt werden, wan das orwil anders midt geferden wer, und geschege wider das redelich recht. Dit stehet beschrieben institut. de obligacionibus u.s.w.

LIV. [EG. 96] Es ist kein erbherre ader leenherre pflichtig, ab im ein richter gebutet vor gerichte bekentnis zcu thun umb erb und gut, das von ime zcu erb ader lehen gehett, her wolle es danne von willenn gerne thun. Ditzs ist der stat recht.

LV. [Dist. IV. 47. 5, 6] Es bezcuget eyn weib ir morgengab mit dreyen unvorlegtin mannen, die kegenwertig gewest seint, und hat sie der nicht, so behelt sye mit irm eyde ir morgengab uf den heilgen inn lantrecht. Die morgengab mag nymant uf den andern behalde dan die brut uf denn brutigam, und der brutigam uf die brutt, in wichpildsrecht. Dye morgengab aber nach der stat rechte, die sall man befesten mit gezcugen und mit vorsigelten brifen.

LVI. Czuhet sich eyn man seyner sache, die vor zceiten geschen ist, an das gerichte, hat her des den richter mit zcweyen schepffen, so behelt her die sache, und darf keynen eydt thun. Wern sie aber am gerichte erstorben und gebreche des richters, hat her dan zcwen schepffen und den freybotten, her behelt dye sache. Mag her aber der nicht gehaben, hat her dan syben ingesassen borger frome lute, und was der schepffen were, solde man eynen rechen vor zcwenn man, midt den mag her es bewisen. Mag her auch der nicht gehab, hat her dan des gestorben richters vorsigelten brif, ader sein bappiren rechenbuch ane wandell geschriben, da bewist her wol mede. Also thud her auch mit des rats brifen und midt der stat buchern. Wie aber die bucher, briefe und register sein sullen, das man darmith zcw recht bewisenn moge, das such hirnach in dissem buche nach dem sibenzcigsten capittell.

LVII. Uberkomet ein man den andern eins koufs und hat der beczalung tag, disser mag im mith rechte nicht angewynne, nach etzwas daran abgeslahe, nach in an eyn andern an seynen gute willen gewisen, der tag der bezcalung sey dan vorgangen; es wer dan, das her im entrynne wolde mit der bezcalung. Unnd wan der tag der bezcalung [Faksimile] vorgehet, szo ist her dan pflichtig dye schult zcw bezcalen, und hat daruber ir eyner den andern zcu beschuldigen, das mag her thun also recht ist. Dit ist der stat recht und lantrecht.

LVIII. [EG. 21.] Noch der stat gewonheit und rechte szo sall ein iclicher ratsman und schepffe, her sey us dem alden ader nowenn rathe, eym itlichen helffen gezcugen an zcweyer manne stat, wo man die gezcuge ader siben haben sall; und sal auch das thun ane lipnis und widderrede bey dem eyde, den her zcum rath und gericht gethan, es trete dan an seynen vater, mutter, bruder, schwester, ader seynen nhaen magk, an leib und ehre, darzcu seynen herren ader weib und kint, szo ist her sein moglich vorhaben. Her sal auch also eins itlichen mannes wort sprechen, der in bitt, es benhem im dan notlich gescheffede. Dits ist der stat recht.

LIX. [Dist. IV. 47. 12.] Sal ein man eynen gezceug furen, und wegern im seyn gezceugen zcu helffen, der richter sal sye darzcu zcwingen; und sint sye komen ans gerichte und gehet ir eyner von dannen, ehr dan her das gecugnis gethudt, her mus dem, der in zcu gezcugnis gebeten ader geheyscht hat, seynen schaden erlegen. Dit ist der stat recht.

LX. [Dist. IV. 47. 1.] Wer eynen gezceug vornowen wil und vormheren, der sal gehen vor gehegte bang und sprechen: er richter, ich hab sache vor mir, der ir eyn richter seit gewest und die A. B. C. sint schepfen mit euch gewest, nhw bin ich yn varen, das mir und meynen erben der gezceug von todes wegen zcu kortz werde, und wil den gezceug vornowen und vormheren, und vornow den mit erbarn fromen leuthen unvorsprochen, die ich hirzcw lade, und vornow in zcw eynem mall, zcu dem andern und dritten maell. Szo teilt man im, der richter sul im das gunne, das her seyne mherer und vornower benenne, undt die bestelle in die vier ortte ader in dy zcingeln des gerichts; und wan das geschehen ist, szo spreche her dan: her richter, die sache ist also gewest, und benenne die, undt zcyhe mich das uf uch und die schepffen, und bitte uch, das ir das hir bekent, also recht ist. Szo sprech der richter: der sach bin ich ein richter gewest, die ist vor mir und den schepffen gehandelt, und ist also, und her sal sye auch vorzcelen, und spreche darnach: hir leg ich wider zcu nach abe, nach allem mynem wissen, an argelist, das sprech ich uf den eydt, den ich zcw dem gericht gethan habe und vorkundige das also dissen D. E. F., die disser N. her geladen und gebeten hat, und vornow dissen gezceug mit rechte, und so ich aller rechtes mag heute in dem namen gotes. Darnach sullen die schepffen sweren: die vornowung und vormerung des gezceugs, also als der richter vorzcalt hatt die sach, ist recht, und her ist ir eyn richter [Faksimile] gewest und wir die schepffenn, also uns got helf und alle heilgen. Dit ist nach lantrecht. Aber nach wichpildsrecht so stehen die scheppfen uf und sprechen das uf dye eyde, dye sie zcu dem gerichte gethan haben, das dye sache also sey, wie sie vom richter vorzcalt ist, und dit bestehit auch mit der stat recht. Wan man dye vornowung also thun wolde und wan dits also geschieth, szo haben die nowenn gezcugen gantze macht ab dye ersten vorstorben.

LXI. [Dist. III. 9. 11.] Leyhet eyner eynem weybe etzwas gutes, und burget das an ires mannes wissen, das ir man darnach bewisen thaer mit seyme eyde, das sie es an sinen willen gethan habe, und ungeraten, ader nicht guter synne habe, der borg kan im nicht geschaden, an als vil funde man des gutes icht in seynen geweren, das salde her wider geben. Wer auch des ein teil vorthan, das quem dem manne nicht zcu schaden an seim gute. Findet man auch des gutes icht in seynen geweren, her blibet des ane nodt. Dit ist stat-, wichpilds-, und lantrecht.

LXII. Phligt auch eyn weib gut zcu borgen, die nicht mannes hat, und guter hat, die irer kinder seint, hat sye das mit wissen ir kinder getan ader der kinderr formunden, so sullen sye billich mit gelden. Hat sys aber an der kinder ader irer formunden wissen gethan, so sal die schult sye selber geldenn mit dem iren, an der kinder schaden. Welch kint aber mundig wer under den andern, mit des willen die muter geborget hat, das kint sal ir helffen geilden nach seynes erbes anzcall.

LXIII. [Dist. III. 10. 12. (recte: Dist. III. 9. 12)] Auch hat eyn fraw nicht mannes, und hat guter, die ir leibgedinge sint, da ander lute eynen anfall und anwartung ane haben, daruf mag sy wol borgen, also das sy darmit denselben gutern keynen schaden nach bedrang mache, nach den des die anwartung zcu rechte daran ist; sundern von aller farenden habe, die in den gutern sint, da sal man von gelde, und mit dem gerichte helffe umb den borg in denselben gutern. In farender habe kan sie keynen hinderzcog gewinnen wider an den, des die anwartung ist, nach an nymandenn. Dit ist stadrecht.

LXIV. [Dist. III. 10. 13. (recte: Dist. III. 9. 13] Sizcet aber eynn weib in dem wichpilde ader in eyner andern stat bawlichen und hat nicht kinder, borget die etzwas, dye sal dy schult selber geldenn, man hilft auch von irn gutern, wer zcu ir zcu klagen hat nach rechte. Dits ist statrecht.

LXV. [EG. 54.] Tthud eyn man keynen vleis darzcu, ab man in beklaget, und wil nicht antwortten, und lest sich mudwilliglichen uberwinden, ader wirt der sache erzcugeth ader erwiset, also recht ist, vor dem gerichte, dem sal der richter helffen uber dye twerennacht, und was dan ein man vor gerichte nach gerichtes louften gewinnet, da darf her [Faksimile] keyne nott umb lyden wider in dem nach in eyn andern gerichte. Dit ist statrecht und lantrecht. Darumb sal sich nymant mudtwilliglichen vorsumen, wan es stet geschriben, das dye rechte komen dem wachenden zcu staten und nicht den slaffenden.

LXVI. [Dist. I. 33. 2.] Eyner der eyme eyn gut zcusagt, es sey sein lehen, und ander lute sprechen, es sey ir eygen, sprechen sye es an mit glicher gewher, ihener mus es bas zcu lehen behalden, dan ein ander man vor vorkouft ader vorgeben eygenn. Dit ist der stat recht.

LXVII. [LR. III. 37. 2.] Also eyner ann dem gerichte gezcugen sal, und ist dan eyner, der da sich erbut zcu gezcuge, ehr dan in der richter fraget mit rechte, der mag im rechte umb dye sache keyn gezceug gesin, darumb das her seynes vorrubten gezcugnis eyn bosenn wan gemacht hatt, also das hes ihenem zcu hasse thu und dissem zcu liebe. Mochte aber ihener, der den gezcug furen sal, keynen andern gezcug gehaben, und wil her seynen eydt darzcu thun, das her sich zcu gezcuge an geferde erbotten habe, szo mag her danne wol helffen gezcugen midt rechte. Statrecht.

LXVIII. Zcuhet ein mann sich des gezcugnis an brife, mit den her seyne sache wol bewiset, wan die brife nach rechte gegeben und vorsigelt sint, szo sint dye lygende urkunde zcu gezceugnis gut gnug an eym itlichen gerichte; und wu man dye haben sall, stehen auch in den brifen gezcugen, ab der eyn teill adder sye alle gestorben sint, gleich gut ist das gezcugnis, wan dye totten da alswol gezcewgen als dye lebenden. Ist aber der briff unvorsigeltt eins uffenbaren schreybers, der sein bekennet, und midt seynem zceichen, des her gebraucht, gezceichnet, und seint dye gezceugen darinne gut gnug, und zceit, stunde, stadt, darinne recht usgedruckt, her hat sogethane macht, als ab her wol vorsigelt wer. Stadtrecht.

LXIX. Ist es auch, das eyner hat eynen vorsigelten brif mit ingeschriben gezcugen ader an gezcugen, und bewiset damyde eyn sache ader schulde, kumet nhw sein widdersache, und brengt des lebende gezcugen zcwen ader drey zcu ym, fromer unvorlegter lute, also recht ist, das dye gezcugen darzcu sein sollen, und bewiset mit den, das dye sache gericht ader dye schult bezcalt sey, gantz ader eyn teyl, das gezcugnis gehet fur den briff, wan dye lebende urkunde gehen fur dye legenden, so sye noch recht geschehen wern. Auch sint ander brife sydder den ersten gegeben, dye zcu rechte macht hetten, dye vorbrechen dye erstenn nach irer uswysung. Stadtrecht.

LXX. [Dist III. 11. 1.] Wirt eyn man beschuldiget, das her nicht halde das her gelobt hat in synen brifen, lowkent her dan des ingesigels [Faksimile] und spricht, es sey nicht seyn, dye geschicht und rede des brifs sey im unwissentlich, her hab des brifs auch nicht gegeben, der beschuldung magk er sich entslahen und des brifs mit seynes eydes hant. Dit ist stadrecht.

LXXI. [Dist. III. 11. 1.] Ist auch das eyner beschuldigt wirt umb eyn sache ader schulde, und der kleger zcucht sich des an synen brif, und spricht, her habe des urkunde syns uffen brifs vorsigelt mit sym insigel, bekent her nhw des insigels, spricht aber es sey an sein willn und wissen an den brif gehangen, her hab der sache nicht zcu schicken, nach der schult nicht schuldigk, auch der nicht gelobet, des mus her sich entschuldigen selbdritte fromer unvorlegter man zcu den heylgen, als das recht uswiset. Ditzs ist statrecht unnd auch lantrecht.

LXXII. Ist es aber, das eyner bekennet, den man schuldiget uf seynen brif, des briefs und ingesigels, und spricht der brif sey gelost und dye scholt bezcalt, und wolle das bewysen mit fromen lwten, antwortet dan der kleger, der den briff inne hat, es sey schade und kost uf dye schulde und den brif gegangen unnd gescheen, ehr dan her gelost sey worden, dye bewysung thut her moglicher, und ihener mus ym den schaden legen nach inhaldung des brifs, als moglich und recht ist, und den brif also von ym brengen. Ditzs ist statrecht unnd lantrecht.

LXXIII. [Dist. III. 11. 2.] Sspricht aber eyner, den man schuldiget umb briefe zcu halden, ich bekenne des brifs und ingesigels, aber der brif ist gelost und dye schult ist vergulden und gantz gericht, wer nhw dye schult an gericht gegulden, berechnet, ader bericht, das erzcugt man mit rechte mit zcweyen schepffen. Wye man das thun soll, das suche in dissem buche in dem LIV (XLVII] stucke. Ist es aber nicht an gericht gesehen, des mus man sich entschuldigen selbdritte zcu den heylgen mit unvorsprochen lwten, als recht ist. Stadtrecht.

LXXIV. [Dist. III.11.3.] Schuldiget eyner den andern ummb schult, da her seynen brif for gegeben hat, und des bekent an gerichte, vor den brif magk her darnach nicht geschwerenn. Der richter mag alzcit helffen dem kleger umb dye schult, als der brif uswist. Findet auch der richter in des schuldigers geweren nicht, darvon her ym gehelffen magk, so magk her yn dafur antworten bey der hant, als recht ist, nach dem als hirnach geschriben stet in dem XXI stucke des eylften buches. Ist statrecht.

LXXV. [Dist. III. 11. 7.] Eyner der borge wirt und gibt des synen briff under sym insygel mit mher luten ingesigeln umb dyeselben schult, der den briff in hat, wan dye zcit kompt, der mane sye alle mit iren ingesigeln, dye burgen ader selbgelden sint. Spricht nhw eyner under yn, ehr hab der schult nicht gelobet, sprechen dan dye andern, [Faksimile] es sey yn wissentlich, das her es mit in anhinge, so magk her sich der schulde ader burgschafft nicht entschlaen nach dafur schweren. Dit ist der stat recht. Ab nhw eyner brif in dye iuden gesatzt hat, das suche in den XII buche (VII. 97 —99.].

LXXVI. [Dist. III. 11. 10.] Nymant magk den andern sein ingesigel, wu das an eym brife hanget, mit rechte usgezcyen, wan der alleyne, des es ist eygen. Sturbe aber yhener, des es eygen were, so mochtens wol seyn erben thun, und anders nymant. Dit ist statrecht, lantrecht.

LXXVII. [Dist. III. 11. 8.] Ob eyn herre synen brif gibt under andern syner manne ingesigell, stirbet der her, syn erben suln dye man losen. Irstorbe auch seyn herschafft an den obersten hern, der sulle dye man losen im rechten. Wolde her aber des nicht thun, dyweil sint sye nicht pflichtig seyns rechten zcu wartten an seyner manschaft, unnd thun darmit wider ir ehre nicht, also dach das sye in vormanet haben wissentlich mit iren andern mannen zcwen ader dren, mit den sy das bezcugen mogen. Dit ist statrecht.

LXXVIII. Ist das eyner klaget, her habe seynen brif gelost, und der inhaber wolle yn im nicht widder geben, antwurtet dan dysser, her bekenne der losung, und hab den briff vorlorn, her mus zcum heylgen behalden, das her yn an danck und geferde vorlorn habe, ader mus das kuntlich machenn mit bederffen lwthen, das her yn ungern vorlorn habe; und wan her das getudt, szo sal her der losung ader sache, da der brif uber was, eynen vorsigelten quidbriff under des richters ader der stat insigel gebenn, dem der vorlorn briff geborte, ab her hirnach funden worde, das her keyne macht mher hette und des unbeschediget blibe. Het disser, der den brif vorlorn hat, auch eyn eygen ingesigell, das sult her mit anhengen. Dit ist der stat recht.

LXXIX. Eyner der brife hat umb schult, zcinse, erbe, ader lehen, und dem uffenberlich schade darzcu geschicht von brande, kryge ader dwberey, zcu hant sol her fordern den ader dy sye im gegeben haben, zcu vornowen. Bekennen sye im der brieffe und sprechen, sye wissen seynen artickell eigentlich nicht, hat disser zcwen from unvorsprochen man zcu ym, dye yn gelesen ader gehort haben, her behelt seynen wiln darmith. Magk her aber der nicht gehan, hat ehr dan des vorlorn brifs usschrift, dye behelt her mit seym eyde. Hat ehr aber der nicht, und hat sye yhener, der den brif gab, her sall sye ym anderweyt vorsygeln und mus seyne eydt darzcu thun, ab es disser mutende ist, das her yn recht wider vorsigel, als her ersten stunt. Lowckent aber yhener des zcinses, der schult, unnd des briefes, des mus yn disser uberkome mit gezcugen, als recht ist, dye wissen von dem zcinse, von der [Faksimile] schult, von dem gute, und mit den rechenbuchern und zcinsluten; wan ab wol eyner eynen briff vorlust, darumb hat her sein gut nicht vorlorn. Mag man auch nicht gewissen, wye dye briff eygentlich gehalden haben, man sal eynen andern guten schlechten gemeynen briff geben und da sal keyner widder seyn, darumb ist es gut und nutze, das man kegenbrife gibt und nympt, und ir eyner sal dan gedechtnis von dem andern thun. Dit ist stadrechtt.

LXXX. Nympt eyner dem andern seynen brief mit frevel widder, ehir dan er yn geloset, ader zcurist, ader vorbornt in, her mus den frevell bussen und dissem eyn andern, wye vheste her wil, uber dyeselben sache, gut, zcinse ader gelt, geben in XIV tagen. Louckent her aber des briefs und magk yn dysser uberkomen, her gewynt darmith roubers recht, und es heyst eyn roub und her bewyse den brif, ab her magk, als yn dem nhesten stucke hyevor geschriben stet. Dit ist statrecht.

LXXXI. Sint briefe gegeben uber schulde, zcinse, erbe, ader anderwas, und werden sye vorletzt von zcufelligen sachen, von regen, fuer, musen, mutten, unnd dergleichen, szo man dye gelesen kan und dye insigel erkenne, damit ist ir macht nicht geschwecht. Sint aber dye gebrechen gros, man sal sye lassen vornowen, als hyevor in den LXXIX stucke stet dises buches; glicher wyse als man mit gerichte eynen gezcugk vornowet, also magk man brife, wan sye zcu alt ader gebrechlich werden, vornowen, wan brife anders nicht seindt wan gezcugen. Ditzs ist statrecht.

LXXXII. [Dist. III. 11. 9.] Gibt eyn herre synen brif vor eynen synen man umb schult ader ander sache, ledigt er yn nicht zcw rechter zcit, her sal yn heischen, und im bescheyden fur ander syne man drey firzcen tage, und im folgen mit rechter klage, und ym helffen lassen zcw seynen gutern. Lowckent her aber synes herren briff, das ist der herre nher zcw irzcwgen mit zcweyen syner manne, wan es im seyn man, fur den her den briff gegeben hat, entgehen moge. Hangt auch des manes insigel mit des herrenn insigell an dem brife, so darff her in nicht uberzcugen, wan sin insigel zcuget uber yn selber. Statrecht. Lantrecht.

LXXXIII. [Dist. III. 9. 1.] Spricht eyn man den andern an umb schult an gerichte, bekent her der schult, her sal yn bezcalen bey virzchen tagen, also for geschriben stet in dissem buche in dem IX cappitel. Lowckent her aber der schult, und der kleger kan in nicht erwysen, wider mit lebenden ader legenden urkunden, das ist widder mit gezcugen ader brifen, szo mus sich des der schuldiger entslahen mit [Faksimile] synem eyde zcu stunt, ab her wil, ader hat des eydes virzcehen tage frist. Spricht aber der schuldiger, her habe sye gegolden, das mus her bewysen, als recht ist, ufs lengenste in sechs wochen, es hindert yn dan ehaft not. Ditz ist statrecht und lantrecht.

LXXXIV. [Dist. III. 6. 1.] Etzlich tage heyssen gebunden tage darumb, das sye das geistlich und werntlich gerichte umb irer herlikeit willen binden zcu reynikeit von den sachen, us den sich grobe sunde uffenbarlich gezcyhen mochtenn, also dye ehe, an dem gericht und dye eyde. Dye heben sich an uf den ersten sonabent, als das advent intrett, und weret bies uff den nhesten montag nach dem zcwelfften, und darnach am sontag fur vasnacht, als man das alleluia leyt, und weren bys uf den ersten montag nach der osterwochen. Darnach heben sye sich aber an am sonaben fur der crutzwochen und weren bys uf den ersten montag nach der pfingstwochen. Disse zceit ist also ser von der heylgenn cristenheit gewirdigett, das darumb uffenbare eliche anbegynne unnd uffenbare eyde an dem gerichte zcu thun vorbotten sint. Dit ist geistlichs, wertlichs und statrecht.

LXXXV. Furet eyn man gezcugnis am gerichte in den gebunden tagen, man sall yn des eydes vorheben bys zcw uffen tagen, wan dye sache schulde, gut, ader gelt antrift. Aber sune, fryde und eyntrechtigkeit, hulde der hern und burger, ader schepffe, ambtman, richter ader knecht zcu werden, mag man in gebunden tagen wol schweren. Wulde man auch eynes leib ader ehre entschuldigen und kuntschaft eynes gutten leumuts geben mit dem eyde, das mochte man wol in den gebunden tagen thun. Dit ist statrecht.

LXXXVI. Es stet geschreben in dem andern buche Moysi, das godt Moysi dye zcehen gebot gab uf dem berg Synay, dye wir alle schuldig sein zcu haldenn. Under den was ditz das ander gebot: du salt gotes namen nicht unnutzlich in dynen munt nhemen. Ditzs gebot hat dreyerley uslegung. Dye erst ist: nim gotes wort nicht unnutzlich in dynen munt, das ist gelobe gote nach seynen heilgen nicht, du wolst ader mogst es dan gehalden. Ditzs brechen alle, dye gelobde gote brechen, vorzcyhen, ader boslichen halden, und dye auch got und seyn heylgen mith unzcymlichen gelobden vorsuchen. Dye ander dutung ist: nym gotes namen nicht ytlichen in dynen mundt, das ist, missebut gote nicht mit dynen wortten, schimpffe nicht uf dye heilgen schrift, uf gotes dinst, uf geistliche lute, und was gote zcugehort ader synen heylgenn. Ditzs gebot brechen alle, dye lichtfertig schweren, dye Cristo seym blut, seyn lichnam, seyn todt, seyn marter und desgleichen vorschweren [Faksimile] unnd unmenschlich bose eyde zcuwegen brengen, dy sye in auch usreyssen, dye ir lachen, und das sturen sullen und des nicht thun. Dye dritte uslegung ist: du salt gotes namen nicht litlichen in dynen munt nhemen, das ist du salt uf dye heilgenn an noth nicht sweren, du salt nicht meyneyde schweren, du salt auch nymant dringen zcw meyneyden, du salt nicht schweren, das du wolst ubell thun, du salt nicht sweren, das du gute wergk wolst lassen. Hye zcyhen sich us alle dye recht und sunde, dye von den eyden mogen komenn.

LXXXVII. Es ist gar ubel getan, wem lichte ist zcw eyden, wan es stett geschriben: eyn man, der vyl und an redliche not schwereth, der wirth mit bossheit erfult, und dye plage gotes kumpt von synem huse und gesinde nicht, und betrugt her synen ebenmenschen mit synen eyden, dye sunde und rache gehet uber yn und seyn hus wirt mit betrubnis erfult.

LXXXVIII. Ist das eyner syne finger ufrichtet kegen dem hymel, ader leget sye uf dye heylgen, und swert eynen eydt, und das her schwert, des hat er gantzen willenn. Kumbt es darnach, das her den eyt von ehaftiger nodt wegen nicht geleysten kan, der eydt kan yn nicht meyneyde noch erlos machenn, wan also in dem beschriben rechte stet: das dye zcunge den man nicht schuldig macht, sunder der schuldige gedancke und wille, wan an den willn nymant wol ader ubel gethun kan. Dit ist auch dye sache, das kinder und rechte thoren alzcit unschuldigk bliben. Ditz ist statrecht.

LXXXIX. Sweret eyn man eyde, da bose untadt von kometh ader komen mochte, also ab dir eyner eyn schwert zcu behalden tede, und schwerest ym das zcu entworten, wan her das heische, unde her worde darnach truncken, toben von sache ader zcorne, also das her seyner redlichkeit uf dye zceit darbette, und hische das swert von dir, das du im das in der zceit sullest entwortten, wan her das nicht in redlichen vornuften von dir hysche, also das her sich villichte ader ander lwthe machte darmith morde and vorterbe, des eydes bistu ym uf dy zcit nicht schuldig zcu halden; und schwure her selber eyde in seyner torheit und trunckenheit, her darff ir nicht halden, er wirth auch darvon nicht meyneydick. Ist aber dy sach zcymlich, dye her geschworn hat und nicht uberschedlich, szo ists besser, das her sy halde durch der lute willen, dan das her sye lasse. Dit ist das gemeyn beschriben recht.

XC. Der meister Heinrich von Merseburg thudt ein frage im rechten also: ab eyner alweg pflichtig sey sein eyde zcu halden? und [Faksimile] bescheydet dye frage us dem rechten und antwort daruff: neyn, gibt des underscheidt also. Wan sich der eydt gibt in eyn boser dingk dan her ist, ader in eyn grosse todliche sunde wider got und den glouben zcu thun, ader den gemeynen nutz des volkes und zcu grosser bosheit, so sall man den eydt brechen, als das man swure, eynen unschuldiglichen todt zcw schlan, eyn stat zcu bornen, lewth zcu vorraten, numer gote zcw dynen und derglichen. Ab der eydt woll geschiet in redlichen vornuften, man sal sin dach nicht halden. Das spricht auch meister Wilhelm. Aber umb thummer lewte obrig rede, so der eydt ymant zcu lieb ader leyde uffenberlich geschen ist, szo sal ehr sich uffenberlichen davon mit urteiln lassen teyln und wysenn.

XCI. Swure auch eyn man eyme weybe, das her numer kein ander weyb elichenn genemen wolde, dan sye, und wurde sye darnach, er dan her sye nheme, ussetzig, blint ader desglichenn, her wer des eydes im rechten ledigk, wan zcu der zceit, da her den eydt thedt, da vorstund her und sye und auch wer darbey was und es horte, darinne ein gesundes weib und nicht eyn gebrechlis, und hette her sy zcu der zceit also gebrechlich gewust, her hette des eydes mit nicht getan, und wer sye also blibenn, so wolde her seynen eydt gerne noch halden. Ex. de iureiurando.

XCII. Sweret ein man dem andern in eyner manschaft hulde ader fruntschaft zcu volgenn, wan her des von im vormant werde, wirth her darnach des eydes vormant und gebeten umb hulffe, unnd erkent disser vor eyner sicherheit, das her im so helffen sulle uf untadt, bossheit, ader wider gott, ader recht, ader ehere, her ist ym uf das mal den eyt nicht pflichtig zcu halden. Aber darnach ist ehr im yn zcimlichen sachen alzcit pflichtig zcu folgen und zcu helffen, ca. LV. q. II.

XCIII. Ist auch eyn mann, der dem andern frede und trow gelobt, und under einander das geschworn han, und ist es, das ir eyner das bricht, der ander darff der trowe und des frydes auch nicht halden. Desselben gleichen ist es auch under eym herren und synen mannen, dye im geschworn han und gehuldet. Bricht der herre an yn, sye sint ym der hulde und des dinstes nicht pflichtig, si sullen sich aber for vorn om beclagen uffenberlichen. Dit ist das beschriben recht und stet ex. c. pervenit. de jurejurando.

XCIV. Ist es das dye rechten viende eynen man begriffen und im eyn gefencknies abdringen und eynen eydt, dweyl das dye ir eyde unndt trowe halden, also das gelegen ist und sich geheischt, dywil ist man in schuldig eyde und trow zcu halden. Brechenn sye aber ir eyde und trow, man sal sye darumb beteydinge und man ist furt den meyneydigen und trowlosen widder eyde ader trow pflichtig zcu halden. Dit ist das [Faksimile] gemeyn beschriben recht. Und dye eyde und trow haben also den trowlosen konig David gebrochenn an dem, der konig Saull erschlug, konig Salomon an seyme bruder, konigk Allexander an dem, der Darium erschlugenn.

XCV. Ist eyn man in gefencknis und wirth geschatzt, und globt, und schwert, eyn summe geldes oder anderley uf eynenn bestrackten tag zcu bezcalen, und wirth im dan das gelt genomen ader sein gut bekomerth, das her das nicht also bezcaleth, ader sal widder in gehen und wirth aber gefangen, darinn ist ehr nicht meyneyde nach trowlos worden. Sweret her auch yn dem gefencknis eztwas zcu melden, ader widder ehre und trow zcu thun, und thud es nicht, her ist darumb desterger nicht, wan man, in den und dergleichen eyden alweg zcwey dingk vornemen sall: das erst das dye eyde nicht wider ehere sint, das ander das sye also stehin, das sye der volbrenge moge, der sye schweren mues. Es sal kein eyd in solcher wyse von nodt erlos machenn, wan sye darumb das gefencknis leysten und dye eyde thun, uf das sy dy ere behalden und nicht trowlos werden. Dit ist das beschriben recht und schribt meyster Heinrich: und schwure ich eym in eym gefencknis ader sust, was her mich hysse, das ich mochte gethun, das wolde ich thun, und hysse mich dan das mir an myn leib, gesunt, ader ehre ginge, ader an dye sele, ader das ich nicht volbrengen kunde, ader mir also hertt an der narung wer, das from lut gemeinigklich wol erkenten, wer es das mir das also vorgezcalt wer, das ich den eyd in keyne wyse gethan hette, nach mich von fromen lwthen nymant hette geheyssen, so bin ich des eydes nicht pflichtig zcu halden; wan also vorgeschriben ist, so sal man in gemeynen eyden das alweg also vorstehen, das solche lyste, ufsetze und geferde, dye unzcimlich sint, usgeslossen bliben. Dit ist das recht, das beschriben stet ex. de elec. et ex. c. veniens. Aber uf das du von dir icht eynen bosen lumut machts, so bethe, das es din obersten und vorstendige lwte erkennen, und lade dye, den du solche eyde gethan hast, vor; wan es stet geschriben in dem gemeynen rechte, das der, der den eyt thudt und der, der den eyt nympt, sollen keyne argelist nach geferde darin legen, unnd wu man des enzcebet, so sal man alweg den eydt halden zcu des meynung, der keyn geferdt darinne gesucht hat. Dit ist bestendig recht.

XCVI. Wer eynen eydt tudt an dem gericht umb schult, schaden, ader umb ander sache, und weis nicht anders, dan das her recht schweret, ader an eyner ander stat, da es sich geboreth, wan her es nicht frevelichen tudt, so sundigt her damydde nicht. Her tudt wol daran, wan her den luten eynen bosen wan darmyt benymmet, und ruft got an, wan das hat got nicht vorbotten; her bat vorbotten, synen namen [Faksimile] unnutzlich zcw nennen. Und das ist widder dye, dye sich weren allerley, es sey gut ader bose, zcu sweren, das sich zcuhet zcw ketzerey, wan dye halden das alle eyde sunde seyn. Und got hat selber gesworn in der alden ehe bey im selber, und Cristus bey der warheit, dye her selber was, wan her spricht im ewangelio: ich bin dye warheit und der wegk. Desselbigen gliche sundigt der auch nicht, der den eydt nymbt, den man in warheit thudt und recht schweredt, und weis, das yhener nicht falsch schwereth, also das her den eyt nicht frevelichen ader us hasse nheme. Dit ist das beschriben recht ex. de jurejurando.

XCVII. Eyner der eynen andern zcw eyden zcwingt, und nicht seyn uffenbar vindt ist, den eydt ist der schuldig, der in gesworn hat, zcu halden, er thu ym daran recht ader unrecht, her hab yn darzcu gezcwungen billich ader unbillich, also ferre das der eydt, den her geschworn hat, ym zcimlich und moglich sey zcu halden, also hyevor geschriben stedt. Aber her sal das klagen dem herren, dem rate und dem gerichte, und dye sullen den zcwinger bussen und darzcu halden, das her dissen des eyds ledig sage. Hat her aber auch vorschworn, das her es nicht klagen wolle, das gericht und der ratte sullen das ungeklagt straffen, und das thun sy wol mit rechte. Dit ist das gemeyn beschriben recht.

XCVIII. Nu sal man auch mercken, das eyn ytzlicher eydt ist zcymlich, wan her disse drey zcu gesellen hat: das gerichte, dye warheit und das recht; wan das heysset nicht eyn eydt, es heist eyn meyneydt, wan man schweret widder den gemeynen nutz, dye eintrechtikeit, gesetze, gewonheit, gehorsam, ader freyheit eyner stat ader des rates ader gerichtes. Dit stet geschriben ex. de his que fiunt. Auch dye eyde, das man dye warheit vorschwigen sulle, dye da schedlich sein zcu vorschwigen ader unerlich, auch ab es sey wider gude sethen zcu haben. Dit ist das gemeyne beschribenn recht und stet ex. de rescripto.

XCIX. Ist es auch das zcene, zcwenzcig ader mher zcusamen schweren etzwas zcu thun, mogen sye sich dan under eynander der eyde ledig gesagen ader nicht? Hye antwort uf das beschriben recht: ist das dye sache, dye sye geschworn han, godt antredt und zcimlich ist, so mogen sye des eydes nicht ubrig gesin, ader das es antret eynen nodtlichen gemeynen nutz, so mussen sye on halden. Tret es aber dye lut alleyn an, dye den eyt under einander tatten, szo mogen sy von irer aller willen den eyt wol lassen und den widder abethun. Dit stet ex. de sponsalibus c. II.

C. [Dist. IV. 43. 9.] Was eyn mann eyde gelobet fur schult am gerichte, unndt leystet der nicht zcu rechter zcit, so ist her der schult vorwunden, da der eydt uber gelobet was, es benhem im dan ehaft nodt, [Faksimile] dy her bewysen magk; und her mus, ab her dye nicht bewist, dem manne bussen und dem richter wetten. Ditzs ist statrecht.

CI. [Dist. IV. 43. 6.] Eyn man der eynen eyt gelobet hat, uf rechte zcit am gericht zcu leysten, und kumbt und erbut sich darzcu, und ihener wil sein nicht von im nhemen, dem her sweren sal, ader ist da nicht kegenwertigk, wan man den eydt thun sall, des eydes ist der ledig, der in gelobt hat, und auch der schult darmydde, da her den eydt fur gelobte, ab her des gezcug hat; es benhem dan iheme ehaftig nodt, das her nicht komen kunde. Ditzs ist statrecht, lantrecht unnd witpildsrecht. Aber in keyserrechte ist es anders also: kompt der nicht, der den eyt nemen sall, doch mus der den eydt thun, der in gelobt hatte, ab yhener wol hynach queme, welche nodt her sagete, das hulffe yn nicht.

CII. Ist es auch, das eyn man sein sache wol am gerichte bewisen magk mit fromen bederffen an vorlegten lwten, so sall in nymant dringen zcw schweren, und ab es wol eyn gemeyn gewonheit des gerichtes ader eyner stat were, szo tauck dye gewonheyt nicht, wan es heyst und ist eyn bose gewonheit. Dit schribt meister Iohannes Andree und stet auch geschriben libro 2º. decretal. de probacionibus.

CIII. Ist das eyner schweret, gelt zcu bezcalen uf eyne bestragten tagzcitt, und weis nicht anders dan das her es wol moge gethun, und vorarmut her in des, ader wirt im das gelt genomen, ader vorlust sein gut, wan her es sendet ader senden wil, ader wye im das abeget, das her der bezcalung nicht thut, her ist darumb nicht meyneyde worden. Weis her aber zcu der zceit, wan her den eyt thut, das her es nicht geenden magk, ader hat eyn zcwifelische vorbesicht darzcw, das her es wol kunne volbrenge, so wirt her meyneydick wye dicke her dye bezcalung lest; wan in dem erstenn schwur her wider dy warheit, da er das gelt hatte unnd gantzen willen zcu bezcalen, das im von unglucke und von geschichte abegingk wider synen willen, in dem andern schwur her in zcwifel, da her des gelts sicherheit nicht wuste, darumb her volkomen wiln nicht gehaben mochte der bezcalung, wan in der also nymant hinderte, dan her sich selber, da her schwur, das her nicht getun mochte. Dit schribt meister Raymundus und ist auch das gemeyn beschriben recht und stet ex. de jurejurando. c. quemadmodum.

CIV. Wer es auch, das eyde geschworn worden mit arglysten und geferden, als hyvor in dem XCV stucke disses buchs gerurt ist, wie man dye halden und urteiln soll, das wiset das beschriben recht also us: komet dye arglist von eyme teyle under den zcwen, der den eyt tudt und dem der eydt gethan wirt, szo sol man den eydt halden und urteyln nach des meynung, der keyn arglist nach geferde zcu dem eyde hatte. [Faksimile] Dit ist das beschriben recht und stet d. quinquagesima quinta. q. quinta u. s. w. Kumt aber dye arglist von in beyden, so sol man den eydt vorstehen also in der herre vorstet, der ein vorschmeher ist des zcwifeldigen gemutes, das ist eynfeldig an alle argelyst und an geferde. Dit ist das beschriben recht c. LV. q. V. iuramentum. Auch schribt es Baldwinus.

CV. Als ir ytzunt in dissem buche vornomen habt, gezcuget man: das ist mit zcwen ader dren bederffen fromen mannen, ader mit guten vorsigelten briffen, ader mit gote, ab der zcweyer genanten gebricht, das ist mit den eyden. Dysse dreyerlei gezcugnis sullen alzcit geschen in warheit, als das got selber gebotten hat, da her sprach: du salt kein falsch gezcug seynn; und es ist das achte under den zcehen gebotten. Wan sye nhw hirus vil gutes, das gar nutz an dem gerichte ist, zcuhet, so ist es wol nodt, das man es bas dute. Hirumb so merckt, das es hat drey uslegung. Dye erst ist: du salt kein valsch gezcug sein, das ist, du salt keyn logen rede, nach der unwarheit gestehen, du salt nymant unrecht raten, du salt nymant mit dynen worten vorleyten, du salt kein unrecht urteill mit dynem wissen undt willen sprechen, du salt in der sache, dye man for dir handelt, nicht vorhalden, du salt kein recht ussprechen, wan du eyn bessers weist, du salt das recht nicht vorswigen und dye warheit, da salt das unrecht nicht vor dir reden lassen, wu es dir geburet, du salt nymant in sin recht legen nach intragen, du salt keines ungerechten vorsproch sein, du salt kein ungerechtikeit nach unwarheit beschirmen, du salt nymant seyne sache uf sein ungewistes vorzcyhen, du salt nymant an nodturft kost, erbeit, ader mhw machen, du salt nymant an seym rechten vorsumen. Czu dem andern male also dit gebot spricht, du salt kein falsch gezcug sein, das ist: du salt dye heilgen schrift nicht felschlich uslegen, du salt dye recht nach dye rechtbucher nicht boslichen noch untoglichen vorstehen, du salt die brife uber der lwte sache nicht uf ir ergestes vornemen nach lesen, sundern alle dingk rechtlichen, fromlichen, und nutzlichen allermeyst nach des willen und meynung, der sye gesatzt, usgericht und geschriben hat, als fer du das erkennen magst und vornemen. Czu dem dritten mal also dit gebot spricht, du salt kein valsch gezcug sein, das dutet sich also: du salt nicht velschlichen an dem gerichte ader an andern stetin gezcugen, du salt in dem gezcugnis zcu der warheit legen nach vorschwigen, du salt das nicht in zcwifel sprechen, das du dye gewissen warheit hast, du salt auch nicht uf eynen wan ader zcwifel mit sicherheit gezcwgen, du salt auch das gezcugnis thun nach vorzcyhen nach lassen wider durch forcht, durch myte, wider durch liebe ader hasss.[Faksimile]

Siebentes Buch

Eynes guden weges begin
Ist des byddermannes syn,
Dem liebe ist zcu eintrechtigkeit
und gerne ubet gerechtikeit;
Vil annemer ist gote der gerechten leben
Dan oppfer ader almosen geben.
Dit spricht konig Salomon.
Hir so magk man mergken von
Das kleynes lon vordynet der man,
Der sich unrechtes nemit an
Und darmitte erkrigett gut,
Was her darnach almosen tudt,
Kerchenn bowet, spende gebit,
Von gote her keins lones enzcebeth;
Im wirt darvon nicht mher
Dan von den lwten dye ytel eher.
Ach wie wol hat der getan,
Her tedt sin nicht, des hab ich wan
Es taden dye, der das gut was,
Hett ers gelassen, her tede bas,
Das lones hat her von gote nicht,
Wan David in dem psalter spricht:
Das besser sey eyn kleynes gut
Eym manne, der nymand unrecht thudt,
Dan dye grossen richtum,
Mit den dye sunder tryben rum.[Faksimile]
Got selber sprach zcu Moysen:
Czu dem volke gehe nhw hen,
Und sag yn, das sye sullen nicht
Volgen der ungerechtigkeit, spricht:
Sye suln auch des numer vorhenge,
Wo man bossheit wil volbrenge.
Hir meynt her dye scheppfen myde,
Dye ruret her midt disser redde.
Her spricht: sy sollen sich der armen
In dem gericht lassen erbarmen,
Und mit dem rechten beschirme,
Wol sy ymandt mut herme,
Das sal yn alzcit wesen leyt.
Got spricht: wer myne forchte treidt,
Der tut numer widder recht,
Und ist mir ein lieber knecht;
Ich wil ym geben mynen segen,
Zcu rechter zcit den fruchtigen regen;
Der acker in allenn synen gelengen
Sal ym schone fruchte brengen,
und seyne boyme nutzlich beladen;
Ich wil yn behuten fur allen schaden,
Beyde tage und nacht,
Das her unerseret entwacht;
Fur den synden ist her frey,
Also sal sein vyhe auch sicher sey;
Ich wil erfullen ane klage
Dye rechten zcit seyner tage;
Seyn viende sulln ire rucke
Kegen im keren und sich bucke,
Dye forchte wil ich uber sye senden,
Das sy ir antlitz von im wenden.
Hirumb so sall eyn yczlich man
Liebe zcu dem rechten han,
Und das in gotes forchten uben,
Und dye unschuldigen nicht betruben,
Beyde dye wetwen und weysen
Und dy armen nicht lassen neysen,
Szo wil im got hye geben
Und dort ein seliges leben.

[Faksimile] Gott der hys Moysenn, das her under dem volke uslest dy wisten, edelstin, dye gotforchtig wern, from und nicht girig, und setzte dye zcu richtern dem volke und zcu schepfen, und da her das getan hatte, da sprach her wider sy disse worth, dye ein ycklicher richter unnd schepfe wol mercken mag: horet wol der lwte sache, das ir sy wol und gantz vorstehet, und richtet eym ytlichen recht, er sey burger ader fromder, da sult ir keyn underscheit zcwuschen haben. Ir sult horen dem kleynen also den grossen, den armen als den richen, und nymands person ader wirdikeit ansehen, ader fur den andern nemen, wan das gericht ist gotes, und ist es, das uch icht zcu schwer wirth zcw richtenn, das sult ir furder brengen. Bewartt uch selber und ewer sele vleyslichen und vorgest gotsforcht nicht und der schrift des rechten dye ewer owgen sehen, das dy icht us owerm hertzen valle. Got owern hern, den forchtet und dynet im alleyn mit owern urteiln und nicht den lwten, und vorsucht got nicht. Macht dye sache der armen, der enelenden und der weysen nicht gestrenge am gerichte, beschweret sy nicht forder dan ander lewte und vorkert ower urtel uber sye nicht, es wirt anders von gote an uch gerochenn. Dit stet geschriben im funften buch Moysi in den XVI und XXIV capitel.

Auch spricht got wider dye scheppfen und dye eldisten des israhelischen volks: du salt nicht lygen, nach dynen ebenmenschen betrugen, das ist, du salt in der sach in des gerichtis nicht zculegen nach ablegen, noch icht velschlichen nach anders furbringen, dan sye ist, damidt du mit dynen lystigen worten dye lute betrigest und sye also varist. Du salt nymands lestern nach mit gewalt underdrucken, das ist du salt nymants hindern seyns rechten, seyner ehre, ader gutes, das im widerfarn mochte, weder mit wortenn ader wercken, so du das unmoglichen tuest. Fluche nicht dem touben, das ist, sage nicht bosheit mit logen uf den, der sich nicht entschuldigen kan, las dye lwte komen zcu antwortt, setz nicht fur den blinden, da her sich magk an geletze, das ist eynenn eyfeldigen, unvorstanden, torichten ader kindischen menschen, den bezcugke nach gestate nicht, das man in letzte an syner habe und yn betrige. Aber spricht got, forchte mich, ich bin got din herre, thw nicht das schelcklich sey, nach urteil nicht nach unrechte an dem gerichte. Mercke nicht dye personen des armen, ere nicht wider bescheydenheit das antlitz des mechtigen. Bies nicht eyn schelder nach eyn buse. Schwer nicht lichtlichen unzcimliche bose eyde. Bies nicht bubisch mit dynen reden. Ludir nicht midt trunckenheit, mit spele, mit unkuscheit, mit gezcoge, mit bubischem sin, milh bubischen kleydern, wan du andern luten for salt sein und ditz alles an yn straffen. Standt nicht wider das blut dynes nhesten unschuldiglich. Siech ich bin din here [Faksimile] unde gott und ich reche es an dir. Hasse dynen ebenmenschen nicht in dynen hertzen; hat her wider dich gesundigt, so straff und rede es mit im uffenbarlich. Suche keyne rache, gedenck nicht des unrechtes dyner midtborger. Hy vorbut got dye zcweytracht under der gemeyn. Aber spricht her, hab dynen frunt und genossen als lieb als dych selber. Hye gebut got lieb und eyntracht in den rechten und under den schepffen und ambtluten. Darnach spricht her: ich bin din here und din gott, darumb so halt min gebot, als ab her sprechin sulle: ich bin es din herre dynes lybes, gutes, sele und ehre, heldestu ditz das dir hye vorzcelt ist, es gehet dir alczcit dester bas. Thustu es nicht, du wirdest von mir darumb geplaget. Dit stet geschriben in dem virden buch Moysi in dem XIX capittel.

Der prophet Moyses sach in der wustung eynen bornenden pusch, der grunte und brante, us dem sprach im got zcw, das wirt uch nhw gedutit uf das gerichte also: der grune pusch an dem geberge, das ist dye gerechtigkeit an den gewaldigen, dye alczcit an in grunen sall und nicht vordorren; dye bornit, das ist das sye vol liebe sein sall und von der lieb des gemeyn nutzs geubt sal werden und nicht durch den eygen nutz, durch has, durch forchte nach durch girheit, so wonet got darinne und spricht dan Moysen zcu, das ist eym ytzlichen richter, wan Moyses was ein richter uber das israhelisch volgk, also thu us deyn schw, wan ditz lant, da du uffe gehest, ist heilig. Dye schw beduten todliche vyliche begerung als zcorn, has, gyrheit, bose begerung, hoffart und unkuscheit, bose forchte, bose lybe, dye an den richtern und schepffen gar sere dye gerechtigkeit schwechen, wan dy schw sint gemacht von toten vyhes huten, darumb beduten sye dye totlichen suntlichen wercke und begerung und das got sprach: geng uff dem ertrich mit blossenn fussen, das ist: geng uber das volgk und richte sye mit blossen lebendin begerung und togentlichen, also das du darumb wider geschencke, gabe, gelt ader dinst begerst, sundern von gote ewiges lon. Dit stet geschriben im andern buch Moysi im dritten capitel.

Gott der erscheyn Moysi in dem bornenden pusch an dem berge Oreb. Oreb bedutet eyne vorsuchung ader eyn bekerung und meynt wol die stat eyns gerichtes, da die leut vorsucht werden und in mancher wyse bekartt mit schulden, urteln, fragen, eyden, pfanden, bussen, umb dye sache, da sy recht ader unrecht an haben. An der stat Oreb redte got mit Moysen umb das israhelsche volg, das konig Pharao im lande zcu Egipten ufgehalden und gekumert hatte CCCXXX yar, das her dem konige sagen sulde, das her das volg los lysse, der waren sechshundert mal tusent, an wib und kint under XX yaren. Da sprach Moyses: herre, der konig Pharao gloubt mir nicht, wan ich dye botschaft [Faksimile] werbe. Da sprach got: was hastu in dyner hant? Moses antwort: eynen steckenn. Da sprach got: wirff in uf dye erden. Da wart der steck zcu eyner schlangen, das Moyses fur ir floch. Da sprach got: wende dich wider umb und heb sye by dem zcayle uff. Das tedt her, da wart es wider eyn stecke. Da sprach aber got: lege dyn hant in dynen schos, und berg sy. Das tedt her, da wart sin hant ussetzigk und darnach wider also vor. Disse zcwey zceichenn wise dem konige von Egipten, sprach gott, uf das her myn volg ledig lasse.

Wan nhw diczs buch sagen sal von ufhaldenn, kumern, vorsprechen, und pfenden, borgen zcu setzen, so gehorn auch hirzcu dye zcwey zceichen, die got Moysen gab: das ist der stecke und dye hant. Wan der richter ader freibote imant komern, ufhalden, ader antworten sall von gerichts wegen, so mus her das tun mit dem stabe und mit der hant. Des richters stab sal sin under der hant und nicht daruber gehen; das bedut, das dye gestrengkeit des gerichts under der redlichkeit sein sall, und nicht daruber mit arglisten nach mit geferden stigen sal. Des richters stab tud zcweyerley, her enthelt, das man daran gehet und slett auch darzcu. Das gericht sal dye unschuldigen, eynfeldigen, unmundigen, und die des gerichts loufte nicht wissen, enthalden, beschirmen, furfechten und gnade bewisenn; die suln sich an dem stabe helden. Aber die schuldigen, die ufsetzigen, dye hederer, die boslistigen, dye unmilden, dye betriger und dye freviln, sal man mit dem stabe schlaen, zcwingen und der untogent sturn nach des gerichts loufften an gnad, wan es stet geschriben: der richter sal in allen sachen gnade bewisen ane da man frevilt. Wan aber der richter den stab wirft uf dye erden, das ist das her das gerichte vorsaget, wegert, ader unendlichen und boslichen tudt, so wird darus eyn vorgiftig slange, das ist zcweytracht, morth, hasse, vorretrey and alle ubeltadt. Ist auch das her dye hende in dem schosse berget, und nicht usrichtung sines gerichtes an dem ende der sache begeht, sundern gabe, gelt und libnisse nimpt, szo werden sin hende ussetzig, und dye suche flichtit zcu lest vom richter uf dye schepfen, von den schepffen uf die vorsprochen, uf dye ratsman und freybotten, und also werden dan dye lute zcu nichte mit dem bosen unendlichen gerichte. Dit stet geschriben in dem andern Moysesbuche in dem IV ca. und in der glosen daruber.

I. [Dist. III. 4. 1.] Helt eyner den andern uf, das mus geschen mit gerichte, wan nymant sol den andern ufhalden den mit des gerichtes loube. Es mag auch der frybotte nymant ufhalden an geheys des gerichts, uf das man vor erkenne moge, ab es recht sey und moglich, das man yn umb dye sache ufhalde ader nicht. Dit ist nach lantrecht. Aber noch der stat recht, so helt der freibot uf, wan man sein mutet umb [Faksimile] sein myte, und wer den andern unmoglichen ufhelt, der mus darumb wetten dem gericht, und iheme bussen, und den schaden nach moglichen dingen legen, den her darumb enpfangen hat. Aber wolde eyner vorfluchtig werden, den man wolde ufhalden, und mochte das gerichte also snell nicht finden, szo mag eyner eynem seynen schuldiger wol ufhalden mit eyme synen nackbur, nach lantrecht, und missetat darmit nicht. Brengt her in auch for gerichte, das her yn und sein gut auch bestetigen magk in sein antwurte, mag man das gerichte nicht gehaldenn, so mag man es den buttel lassen thun. Dit ist lantrecht. Aber nach der stat recht mag her nymande ufgehalden dan mit dem gerichte, das ist mit dem freibotten, ader ab her den richter gebeten hette umb eynen, zcwene ader drey knechte, dye mocht her im darzcu geben, und mit der eyme so mocht her seynen schuldiger ufhalden, also wol als mit dem frybottenn, und dit mag auch ein man also thun, ab yn duchte, das ym der freibote ungewein ader unnutz wer.

II. Noch der stat alden gewonheit, das man heldet fur eyn recht, hat eyn ytzlicher thorwarte an allen toren von gerichts wegen macht, eynen ufzcuhalden gleich dem freibotten. Das ist den luten darum vorlegen, und dye richter haben yn des macht von alder her gegeben, ab man das gerichte nach denn freibotten nicht gehaben mochte, das man dach den schuldiger uf mocht gehalden am thore, ehr dan her entginge und us der stat queme.

III. [Dist. III. 4. 1.] Nymanden sall man in frevel nach in ubermuth ufhalden, sundern alleyn umb rechte redlich sache. Dunckt aber den, der ufgehalden ist, das im das unmoglich und unbescheidenlich gescheen sey, her mag den kleger, der yn ufgehalden hat, wol darumb beschuldigen, das her das in ubermut gethan habe, also her im ym rechten nichts pflichtig sey, ader ane nodturfft, wan her ym alzceit gleichs und rechts wolt hab gepflegen; und des mus sich dan der kleger entschuldigen mit syme eyde, das her das in keyme ubermut gethan habe, und das nicht anders wol getun mochte. Ditz ist der stat recht und wichpildrecht.

IV. Es magk nymant den ander ufgehalde in des schultheysse nach ratsmeisters huse. Es magk auch nymant eynen ufgehalden, den ein stat und der rat zcu innen vorbott hat, ader zcu yn mit redlicher botschaft gesant ist, ader dem fur rat ader gericht bescheyden ist, rechts zcu warten; wan dit wer dem gemeynen nutze schedlich, eym rate unerlich, und eyner gantzen gemeyn schmelich. Stadtrecht.

V. Sint lwte us eynem andern gerichte ader eyner stat unsern [Faksimile] mitburgern ader mitwonern etzwas schuldig, ader umb schaden etzwas pflichtig, und werden dy geiagett, das sye eyne notflucht zcu uns thun, dye haben umb derselben notflucht willen, ab sye die bewisen mogen mit fromen lwten ader mit irem eyde, ein gut sicher geleit, ab sy wol des nicht bitten ader gebetten haben, es wer dan das dye, den sye schuldig sint, irzcugen also recht ist, das yn hulffe von der stat, da sye gesessenn sint, ader von dem gerichte, da sy wonen, vorsaget wer, das sal man erzcugen mit frommen luttenn, oder mit der stat briffen und botten, dye darumb gesant sint, szo hetten disse keyne geleyte dafor. Sye musten bestellen und sich richten nach recht. Dit ist der stat recht.

VI. Sint lwte rechte uffenbare vinde disser stat ader unsers gnedigen hern und des landes, und werden geiaget von andern iren vinden, das sye eyne notflucht zcu uns thun uf gnade, dy haben eyn geleyte, und man sal in gnade bewisen, ab sye anders eyne richtung nemen und geben nach rechte, und nach gnaden lyden wullen, und sullen daruber ires leibs unnd gutes felig bliben; wan dit alles der stat ehre ist und bekentnis der lwte und burger redliche fromikeit, wan eyn itzlich stat bedarf also wol das sy nach eren ste also nach gute; darum ist in allen sachen der stete zcu achten, ab es erlicher und nutzlicher sey, und welch under den zcwen dan das beste sey. Dit leret meister Tulius.

VII. Eyn iclicher der geleyte hat von dem gerichte und von der stat, der sal in der zcit das geleite selber halden mit Worten und wercken. Ist das hers nicht thudt, das geleyte, das her gebeten hat, magk in numme behelffen, wan man mit eren und mit rechte das geleyte wider mag an im brechen. Wye aber das geleyte ste und wie man es bitte, das suche.

VIII. [Dist. III. 4. 2.] Pfaffen, monch und ander geistlich begeben lute, der lyb ader gut mag im rechten kein wertlich gerichte ufhalden, kummern ader vorsprechen, dan der geistlich richter, dem sy zcu gebott stehen, der hette es dan besundern erloubt. Aber geleyte mogen sye woll bitten, und das mag man in auch wol geben, umb das sye nicht ubel gehandelt werden und yn bose gewalt zcugeleit. Dit ist das gemeyn beschriben recht und der stat recht.

IX. Eyner der eyn geleyte erworben, wie das komen ist, also vorgeschriben stedt, und von sach wegen im dye stadt des nummer halden wil ader sall, und her das wider mit wortten ader wercken verbrochen hat, das sal man im kuntlichen mit des gerichts und der stat knechte ufsagen; und darnach sal man ym das geleyte als lange halden, bys her die stat und ir gebytte wol gerumen kan, usgeslosssen geferde uf beyde sytten. Statrecht. [Faksimile]

X. [Dist. III. 4. 13.] Des herren hofeman, meyer, ader undersesse, ader zcinsman, mag nymant fur in ym rechten hoer bekomer nach besetzen, wan also sin rechter iarzcins stet, ader geschos, bete und gefelle, pflege und derglichen, und das sal der gekumerte zcu den heilgen gewerin, das es nicht hoer uf das iar louffe, dan also her da vorzcalt hat. Statrecht.

XI. Ist das eyn gast gekumert wirt fur seins herren schulde, der ist her nicht pflichtig syme herren zcu gebenn, und dye schulde, dy her im schuldig ist, die nicht vorborgt ader vorpfant sint; wan in der stat alden rechtbuchern beschriben stet, das kein zcinsman fur synen herren pfande dulden sulle uber synen zcins, den her im yerlich geben sal. Statrecht. Lantrecht.

XII. Zcuhet eyner durch dye stat, ader kumpt her in yn sim notlichen geschefte, und wirt gekomert ader ufgehalden von gerichts wegen, setzt der borgen ader gelobt selber, ufs nheste zcukunftige gerichte fur zcu komen, und kommet dann nicht, der wirt der sache ader schulde uberwunnen, da her umbe ufgehalde ist, es sey dan das in ehaft not gehindert habe, die her bewisen magk. Statrecht.

XIII. Tud eyn man eynen frevel, ader beget eynen frydbroch, ader ungericht, darumb sal man widder wib nach kinde ufhalden ader kumern, nach ir gut, wan sy im rechten fur des mannes ungerichte, das her begangen hat, nicht durffen antwortten, darumb sal man sye, nach ir habe, nicht kummern. Statrecht und lantrecht.

XIV. Ist es das eyn gast den andern umb schult, gell ader derglichenn, in der stat ufhelt ader kummert, den mag her mit keynen gezcugnis uberwinden, sundern wes her yn schuldigt, des mag her bekennen ader sich des entschuldigen mit seym eyde nach dem als sich das zcw recht uswist. Statrecht.

XV. [Dist. III. 9. 3.] Schuldigt eyn man den andern fur gerichte, und uberwint yn mit rechten klegen und urteln, und der richter sal ym darnach pfande helffen, und findet nicht, das her im geantwortten moge fur sein schult, szo teilt man in dem kleger zcu antwortten mit der hant fur sein schult. Wen man im den schuldiger dan geantwort, wil her dan erbeitten an dem erklagten schulden, so sal her das vorborgen ader sust bestellen, wie her magk, und der kleger sal in mit kosten und kleydern halden seym gesinde gleich, und was her vordint, das sulln dye schepfen erkennen nach glichen dingen, und das sal ym uber dye kost und kleydung abgehen an den schulden, bys das her vorgilt. Entleuft her aber von dem dinste, er her vorgilt, darumb ist her der schult nicht los worden. Stadtrecht und lantrecht.

XVI. [Dist. III. 9. 3.] Zcemit aber ader fuget dem kleger des [Faksimile] schuldigers erbeit nicht, der im also mit der handt geantwort ist, ader wil im der schuldiger an den schulden nicht erbeytten, so magk her in wol spanen in eyn holden, ader in eyn fessern, ader beschlissen in eym vesten gemach; her sal yn aber nicht setzen in eyn schwinskoben, nach uf priveten, schyshus ader ander stinckende ader unfrutege stete; her sall in auch widder zcu kalt, noch zcu warm, nach zcu fucht, nach zcu nass, ader ane dach. Her sal im spyse gegeben syne nodturft gleich seim gesinde, und dye sal im auch der schuldiger nach der schepfen erkentnis bezcaln. Her sall yn auch nicht klemmen, noch worgen, noch kein besundern uberlast thun. Entlouft her im, er ist der schult nicht ledig. Lantrecht, wichpild und statrecht.

XVII. Auch wer es, das der schuldiger, der vom gericht umb schult mit der hant geantwort ist, weib, kinde ader ander frunde hette, dye zcw im wolden gehen, das sal man yn staten; und ist der wert nicht zcu hus, das gesinde sal, aber zcu gewonlicher zcit, des staten. Wegert man aber des, der wirth mus also dicke darumb bussen und wetten. Man sal aber dye ersten heischung, zcugehene zcu im, tun eynen tag, und ander syne frunde den andern, also das yo ein heischung uber den andern tag gesche, wissentlichen mit zcweyen man; mit den erzcugt her das er des tags eins, wan sy des muten zcu rechter zcit, den zcugang yn nicht gewegert hat. Thun nhw dye frunde argk, das sye helffen, das her entleuft, darmit ist her der schult nicht ledig worden, und dye im darzcu hulff und rat getan haben, dye sint darmit derselben schult erwunnen, dye her schuldig ist, als ab sye darum erklagt und erstanden wern fur gerichte. Sprechen aber syne frunde, sy hetten keyn argk, rat, hulffe, mit wortten ader wercken, darzcu gethan, das stet ir ytzlichem zcu seynem eyde. Wichpild. Lantrecht.

XVIII. [EG. 42.] Es ist aber anders nach unserme und der stadt rechte also: wer beklagt wirt fur gericht umb schult und erwunen mit rechten urteiln, und man weis dan nicht wuran man yn pfenden sulle, ader wil nicht pfande geben, dem sal eyn richter gebytten bey virzcen tagen zcu geilden. Thud her des nicht, szo sol ym der richter lassen usgebitten drey stunt, yhe uber virzcen tag eyns, und zcu dem dritten mal sall yn der richter selber ader der freybot usfuren, und her sal also die stat rhumen also lang bies her dye schuldt gilt. Wolde her aber nicht rhumen, so sal yn der freybot dem kleger behalden bys das her ym forgildet. Desselben glichen ist es, ab her wirt usgewist, und get widder ane loub und an des klegers willn in dy stat. Entlouft her dem freybotten, her ist darumb der schult nicht ledig, ader ab yn der kleger selber behalden hab, nach dem als vorgeschriben stet. Stadtrecht. [Faksimile]

XIX. [Dist. III. 9. 4.] Stirbt eyner, der geantwort wirt fur schult, in dem beheltnys, und wirt anders nicht behalden, wan also for geschriben stedt, ader geschit ym schade an syme liebe ader an syner krafft, des blibt her ane not, also das der kleger, der yn gefangen hat, uf den heilgen bewere, das her in gehalden habe, also her von rechte sulde, und das es daruber ane seyne schulde sey. Dit ist statrecht, lantrecht und wichpildrecht. Aber sicher und besser ist es, das der freybote en behalde, dan der kleger.

XX. [Dist. III. 9. 5.] Ist es das eyn gast claget uber eynen im wichpilde gesessen in eyn gerichte, und uberwint den also recht ist, und kan sin nicht gepfenden, und wirt im geantworth fur dye schult, den sal her im gerichte und in dem wichpilde behalden glich also gewonlich ein burger den andern zcu behalden, und sal yn nicht uss dem gericht furen. Es mag auch kein gerichte nach der herre erlowben, der gefangen wer dan eyn bennisch man, von des kegenwertigkeit gotesdinst gehindert worde; wolde den eyn gast usfuren, der muste on vorborgen, das her in halden wulle, also her zcu recht solde, und wan her us dem banne wird gelassen, so sal ehr yn wider in das gericht furen und brengen. Dit ist lantrecht und wichpildrecht.

XXI. [Dist. III. 9. 6.] Richtet eyn richter uber eyner frowen, iungfrawen ader maget gut, dye da schuldig ist, und wirt die schult zcw ir bracht, also recht ist, und man fint bey ir nicht, das man gepfenden moge, so magk man sye fur dye schulde entwortten bey der handt also eynen man, also bescheydenlich das man sye behalde in uffen gemachen und nicht in beschlossen, und sal ir pflegen mit der spyse dem gesinde glich, und sal sye bewaren fur uneren. Gesche ir aber im gefencknis eyn unzcucht, dye wider ehre wer, und schreyte sye das gerichte an, man sal richten zcu dem huse also umb eynen nodtzcog. Lantrecht, Wichpildrecht.

XXII. [Dist. III. 9. 7.] Ist es auch, das eyn weib, iungfraw oder magett erklagt und erwunnen wirt umb schult also recht ist, und man findet bey ir nicht, das man sye gepfende, spricht sye dan, sie hab nergen widder heymlich nach uffenbar pfant, nach gelt nach geldes wert, damit sye dye schult entledigen moge, und bewert das zcu den heylgen, als recht ist, an geferde, szo sal man sye nymande fur schulde mit der hant antwortten. Erfur man aber des iren ergen, so mochte sye der eydt nicht entledigen, ab sye sich darzcu erbotte, so man das bewiste. Stadtrecht.

XXIII. Wer nicht pfande nach burgen gehaben magk, das her dye schult vorgelde, dar her uberwunnen ist an gerichte, also recht ist, den sal der richter ader freibote mit der hant antworten fur dye schulde, und [Faksimile] den mag der kleger behalde, also hyrfor geschriben stedt. Kan her seyns gutes in acht tagen nicht erfare, so sal her in nicht lenger gefangen halden, sunder sal in ledig lassen mit sulchen underscheyde, das her schwere uf dy heilgen, das her uber seyne blossen nodturfft nicht habe, das her im gegeben moge, ane argelist, und wan ehr uber sein nodturft gewynne drissig pfenning ader mher, das her im darmydde gelden wolle. Dit ist wichpildsrecht und auch nach dem als vorgeschriben stet der stadt recht.

XXIV. Eynen schuldiger, der gesworn hat, das her nicht zcu gelden hab, und wold gelden so ehr erst moge, den mag eyn man wol zcwir in eym ytlichenn yar ansprechen und fordre das uber syne nodturft mher wan drissig pfenge habe; und wolle her das so lowken, das mus her thun midt seynem eyde, und ist aber ein halb iar des ledig, bies so lange ehr dye schult vorgildet. Kan yn aber der kleger des uberkume, das her es wol habe, so mus her zcu stunt das richten, ader man antwort in mit der hant, und behelt yn darnach, wie lang ehr wil, bies das her yn bezcalt. Dit ist wichpildrecht und auch wol der stat recht.

XXV. Ist auch eyn man schuldig und ist uberwunen fur gerichte und dan von bosen willen nicht geilden wil, nach pfande geben, burgen setzen, undt flochent das seyne, und gibt es darumb mit geferdenn in ander lwt hennde, mag das der kleger erwisen, wu es ist, des sal sich der richter underwinden, und dem kleger es entwortten; und lit das gut nicht in dem gerichte, da her inne beclaget ist, ader hat her durch der schulde willenn sein gut in fromde hende gegeben und geflochent, man sal yn fur dye schulde behaldenn, ab her wol schweren wolde, das her sein nicht hette, ader uber seyne nodturft, ab her es gewunne, also vorgeschriben stet, enzceln gelden wolde. Man sal yn nicht lasse bies also lange, das her dye schuld gantz bezcalt hatt. Stadt-, lant-, wichpildsrecht.

XXVI. [EG. 54.] Heischt eyn borger den andern fur das gerichte und beklagt in umb welcherley sach das sey, unde lest sich der uberwinden , dem sal der richter der schult uber dye zcwernnacht helffen, und ist der schuldiger ein beerbter burger, man sal in uswisen, ab her nicht en gildett, nach pfandt hat, also fur geschribn stedt. Ist her aber also unbeerbett, das her sein burgerrecht damyde nicht behalden kan, szo sal yn der richter dem kleger bey der hant antwortten fur dye schulde, und der magk yn hehalden, also for geschriben stedt, ader mag in lassen den frybotten behalden, und her sal ym alle wochen eynen schillingk pfenning zcu lone und stogmyte geben. Entleuft her im, her ist darumb der schulde nicht ledig. Wievil erbes her haben sulle zcu dem burgerrechte, das suche in dem ersten buche. Statrecht. [Faksimile]

XXVII. [EG. 46.] So eyn man den andern beclaget fur gerichte, und den uberwindet, und enweys den woran pfenden, erfur der kleger seyne pfant in den iuden, ader under den cristen, dye pfant mag her woll vorsprechen uf recht und sal sye halden virzcen tage, unde sal recht darmyt thun, also her sye gelost unde zcu ym brengett. Dit ist der stad recht und wichpildrecht.

XXVIII. [Dist. III. 4. 3.] Nimant magk den andern ufgehalden, nach sein gut gekomern, der mit im yn denselben gerichte gesessen ist. Wer es aber umb erbe ader umb eygen, da mocht ir keyner den andern umb besetzen, wan alleyn in der stat ader yn dem dorffe, da es inne ader umb gelegen ist. Aber sust umb ander sache und schulde mag eyn itzlicher gast den andern wol ufgehalden und sein habe kumern die us zcweyen gerichten sint. Dit ist lantrecht, und ein mit der stat recht.

XXIX. [Dist. III. 15. 4.] Wirt eyner bedingkstadelt, und gehet von dem gerichte, ehe her von rechte gehen sall, betet dan der kleger den richter, das her im gebite von gerichts wegen, das her wider an gerichte kome, und vorantwort wes man yn do schuldige, wan der richter das zcwyr nach dem ersten getut, gehet er dan henwegk, szo mag der richter das gerichte anschreyen dreystunt, so das her im nachgefolge, das sye es horen und sehenn, die an dem gerichte sein, so mag man yn zcu hant vorfesten also wol umb schult also umb ander sache. Kumpt her dan fur das gerichte, ehr dan her vorfestet wirt, und thut sein antwortt, so sal man sein antwort nemen, her mus aber dem gerichte wetten, und dem kleger seine busse geben. Dit ist lantrecht. Aber nach der stat recht ist es anders: enkehet eyner frevelich vom gerichte, her wirt vorwunden, wes in der kleger geschuldiget hat, und was da benant ist, und mus darumb dem richter wetten und blibt unvorfestet.

XXX. Hat man eynen ufgehalden midt gerichte und louft sein strasse, man mag im folgen von gerichtswegen, und yn halden bis her vorborget, das her dem kleger gerecht werden wil. Hat her borgen gesatzt und kumpt nicht for, also her zcu rechte sall, dye burgen mussen halden fur dye schulde, der her beschuldigt ist. Hat her aber nicht burgen gesatzt und vormag der nicht zcu setzen, so mus er ans richters stab griffen, und geloben, und sein lantrecht davor setzen, und helt der des nicht, es benem im dan ehaft not, so kundiget yn der richter, der yn ufgehalden hat, und schribt seim richter und nackburn im trowlos und rechtlos, und her magk forder nymande mit gericht geforder, nach auch nymande helffen gezcugen, nach keyns bidermans stat vorstehenn. Dit ist statrecht und auch eins mit dem lantrechte. [Faksimile]

XXXI. [Dist. III. 4. 4.] Ist das eyn man gut inne hat eyns ga-stes, und wel der gast das gut vorstehen, und klagt eyner daruf, der es vorsprochenn hat, und folgt dem gute mit der klage, so antwort man im das mit urteln und gerichts geheysse, so ist der wirt, der das gut inne hatte, ledig kegen dem gerichte und in allenn gerichten, ab yn der gast umb sein gut andersswo wolde fordern und ansprechen, wan her das mit dem gerichte bezcugen magk, das her es mit urteln dem kleger von gerichts wegen must entworten. Statrecht. Wichpildsrecht.

XXXII. [Dist. III. 4. 4.] Bekumert eyner eyns gastes gut by seim wirte, und klagt daruf, der wirth sal des kegen dem gericht tag gewynne, das hers seym gaste vorkundigen mog, sein gut zcu entreden, undt des sal ym der richter XIV tag frist gebe. Wer aber der gast nicht inheymsch, und yn der bote nicht funde, und erfaren das her in den XIV tagen nicht komen mochte, thar der wirt ader der gesant bote, ab her anders from gnug darzcu ist, zcum heylgen schweren, das her nicht inheymsch wer, und yn zcu rechter zcit nicht finden mochte, sein gut zcu entreden, ader brengt des kuntschaft in eym uffen brif von der stat, ader ambtman, under dem her gesessen ist, sein wirt behelt ym mit recht nach zcwir virzcen tage frist zcu vorkundigen den kumer des gutes. Kan her yn aber in der zcit nicht finden, und thar her ader sein fromer bote den eyt darzcu thun, ader mogen das bewisen mit briffenn, also hifor geschriben stet, der gast blibt des jar und tag an wandel, und darnach magk her keynen frist mher haben nach gewynnen. Dit ist statrecht.

XXXIII. [Dist. III. 4. 4.] Ringt aber der kleger darnach, das man des gasts wib und kinden vorkundige, ab her us dem lande ist, das sein gut gekomert sey, wollen sy das vorantworttenn mit recht, das sal man in gunen. Woln sy des nicht thun und sprechen, sye wissen von der schult nicht, und auch nicht wu her sey, lebende ader todt, ader hab gesagt, ehr wolle so fer zcyhen, das es yn nicht zcimlich ader bequem sey botschaft zcu thun, und thun darzcu ir eyde, also recht ist, an geferde, szo behalden sy aber der antwort iar und tagk frist, und wan die tagzcit vorgehet, so mag dye frow, dye kinde, seyn erben, nach der wirth, keynen ufschub lenger gewynnen, wan das gerichte thudt dan darzcu, was recht ist. Statrecht.

XXXIV. [Dist III. 4. 4.] Wirt eym gaste seyn gut bey ymande gekumert, der im lande nicht ist, das her es in yar und tage entreden moge, und gewints im der kleger mit gerichte unvorantwort an, so sal das gerichte dye guter besichern, das sye icht geergert werden, nach enpfremdet, ader vortan werden. Wern es aber so getan guter, also pferde ader vyhe, dye schaden uf sich getun mochten, dye sol man [Faksimile] vorpfenigen mit der erben und des wirts wissen, und des gerichts volworth, und dye pfenige sol man halden mit wissen der erben unnd wirts, bys das recht gantz daruber komit, und ab der usgeweste gast ehafte nodt bewiste. Statrecht. Landrecht.

XXXV. [Dist. III. 4. 6.] Man sal keyner frawen or kleyder, dye sye umb ader an hat, ader mit ir getragen umb ader an zcu thun, ab sye ein gast ist, und ab sye dye kleyder, sleiger ader gebende von ir geleyt hat, vorsprechen, vorkumern ader besetzen fur irs mannis schult. Was sye anders dinges hat, das vorkumert man wol fur ire ader irs mannes schult, wan ditz ir und iren freunden under fremden luten ein grosse schmacheit wer. Dit ist der stat recht.

XXXVI. In dem funfundzwenzcigsten capittel des funften buches Moysi stet geschriben, das got gesprochen hat: pfende keyne witwen, ab sye dir schuldig ist, an iren kleydern und was gesmucks an iren lib gehortt mit nichte. Ditz hat got darumb vorbotten, das eyn witwe mher beschirmet werde, dan eyn ander weyb, und das darumb ir leyt umb yren wirth, den sy vorlorn hat, mher vornowet worde, wan sy forth nymant hette, der sy kleydete, auch villeichte das ir schaden brechte, das sye ungefreyget blibe, so yr kleider und geschmucks nicht hette. Dit ist eyn gotlichs recht, und wer wol zcimlich, das im togentsame vorstendige lute mit vleis folgen, wu si mogen, wan es got selber geheyssen hat.

XXXVII. [Dist. III. 4. 7.] Ist es aber das eyn gast sein gut brengt in eyn fremdes hus, und der wirt, nach wirtin, das gut nicht vorstehen wollen, nach besundern kein ander man, und wirth das vorkumert, so sal der kleger dem gute folgen mit rechte, glicher weis als man das uf der strasse besetzen solle. Statrecht.

XXXVIII. [Dist. III. 4. 9.] Ist das eyner eyns gasts gut besetzt, und der gast wil sein guth vorstehen, wegert das der kleger, szo sal man ym gebiten von gerichts wegen, das her fur gericht kome. Wil her des nicht thun, so sal man zcu hant dem gaste sein gut uffne und freyen. Funde man aber des klegers nicht, so sal man im das vorkundigen zcu seynem huse, da er wonet, zcu eym, zcum andern, und dritten male; kumt her dan nicht bey dem tage und bey der nacht, so sal man dem gaste sein gut uffen, der kleger sey daheym ader nicht, wan da hers besatzte, da wuste her wol, das her dem besatzten gute zcu hant solde folgen. Dit ist statrecht und lantrecht.

XXXIX. [Dist. III. 4. 8.] Eynen gast beschediget nicht, ab sein gut von eyns andern wegen bekumert wirth, mit des schulden her nicht zcu schicken hatt, und ab daruf geklagt und gerichte daruf geschiet, dyweil her usse ist. Wan her dan kumt, sso zcyhe her sich zcu seyme [Faksimile] gute mit seynes eynes hant ane argelist, so sal man im sein gut widder antwortten an allen schaden. Statrecht Lantrecht.

XL. [Dist. III. 4.14.] Nimant sal eynen burger in der stat mit gerichte kumern, nach das gerichte eyn fahen umb eyn unzcucht, der also wol beerbt ist, das her des erbs funf schilling pfenge des iars genissen magk. Desselben glichen helt das lantrecht, da also geschreben stet: mal sal nymant in keym gerichte sin lygende gut, erbe, nach farende habe besetzen, dyeweil her mit den klegern da kegenwertigk besessen und beerbt ist.

XLI. [Dist. III. 4. 10.] Ist es das under eyn burger eynes gasts gut bekumert wirt, und wirt im das gut abhendick bracht mit gewalt, uffenberlich, heymlich, dublich, ader rowblich, und thut das ymant iheme zcu schaden, ader zcw hulffe des das gut ist: der wirt blibt des ane schadenn, also das her seinen eydt darzcu thw, das es an seynen rath sey, und an sein danck geschehen. Statrecht. Lantrecht.

XLII. [Dist. III. 4.11.] Besetzt eyner gut in eynem huse, wan der wirt nicht kegenwertigk ist, das schadet dem wirthe nicht; und dye wirtyn, dye eynen man hat, dy darff der besatzunge nicht besorgen; dyweil ir man nicht inhemisch ist, so sal der, der das gut besatzt hat, das gut besorgen, bies das der wirt zcu hus kometh. Forbergt sich aber der wirth, unde magk das der richter ader freybot erzcugen mit zcwen bederffen mannen, das her also besehen ist worden, so mag her dye besatzung dan nicht widersprechen, her mus sye vorstehen mit rechte. Statrecht. Wichpild. Lantrecht.

XLIII. [EG. 58.] Vorspricht, pfendet, ader vorkumert der freybot etzwas, es sey recht ader unrecht, so wirth dem richter und ym ir recht davon, und der freybot sal das wider offne, wan es sich gebort, an gelt und gabe. Statrecht.

XLIV. [Dist. III. 4. 15.] Ist das der richter ader freibot besetzen ader ufhalden ymands gut, und wolle man das weren mit gewalt ader mit andern unrechten, das hat der kleger zcu fordern mit andern sachen zcu den, dye es gewereth haben, und das gerichte auch den widersatz zcw klagen, und werden sy vorfluchtig, man folge in mit rechter clage und ir gut mag man darumb besetzen und auch ufhalden in eym itzlichen gerichte. Statrecht.

XLV. [Dist. III. 14. 1.] Tud eyner eyn clage uber eynen umb schult, und uberwint yn mit gericht, als recht ist, und setzt im erbe dafur zcu pfande, so teyl man im dye schult abzcunemen und zcu gelden in virzcen tagen. Thut her des nicht, so sal der kleger das erbe [Faksimile] ufbiten yeme, des es ist, und enwedir biten mit wissenschaft zcweyer bydermanne ingesesner mydborger ader daselbst in dem gericht. Wil es dan der kleger nicht losen, so vorsetz her es fur sin gelt; kan hers dan nicht vorsetzen, szo vorkouf hers; gilt es ym dan mynner, so lasse her im dan me pfande helfen; aber her mus seynen eydt darzcu thun, das her es nicht vorsetzen kunde, und auch ab hers vorkouft hat, das hers vorkouft, so er aller thurst mochte, und hat es im dan icht mhe gegulden, dan seyner schulde ist unde der koste und schaden, also das recht uswist, das sal her dem des erb gewest ist kuntlichen und nutzlichen wider geben. Statrecht und lantrecht.

XLVI. [Dist. III. 14. 2.] Setzt aber eyner eyme pfande mit willen, ader von gerichtshalben, wellerley dye sint von farender habe, dye sal her ufbiten drey gerichte, und die willigen pfande dan drey virzcen tage, und bite sy darnach ym zcu hus und zcu hof mit gezcugnis zcweyer siner nackper poben und benedden ym, also vorgeschriben stet. Der stat recht.

XLVII. [Dist. III. 14. 3.] Tut eyner eyme gelt uf eyn pfant, ader gibt eym eyn pfant for schulde unbeclagt, der darff man fur gerichte nicht ufbiten, sunder wan si der, dem sy gesatzt sint, nicht lenger halden wil, so sal her sy ym wider anbiten wissentlich zcweyer siner nackber. Wil her sy dan nicht losen, so sal her sy vorsetzen, und wise in dan darnach, wem ader wohen her sye vorsatzt habe, und gebar damit, als recht ist. Ditzs ist der stat recht, lantrecht und auch wichpildrecht.

XLVIII. [Dist. III. 14. 8.] Hat eyner seyn pfant fur gelt ader fur ander schulde vorsatzt, ader im fur gezciten das mit gerichte geantwortt ist, und der das pfant inne hatte vorkouft hat, also hyvor geschriben stet, und der schuldiger spricht, her wolde sin pfant losenn, und her wolde es im nicht zcu losen gebenn, und gebe sin gelt, und her wolde es von im nicht nhemen, spricht dan ihener, der das pfant vorkouft hat, ader es nach inne hat, es stunde om mher geldes, danne vor das her es losen wolde, der das pfant gesatzt hat unnd des es ist, der behelt das mit synem eyde, das es nicht mher stunt ader nicht mher ste, ist her anders ein cristen man. Dit ist der stad recht.

XLIX. [Dist. III. 14. 7.] Eyn man magk wol pfenden uf seym eygen, ader uf syne leen, vor sinen zcins ane gericht; und anders mag kein man gepfenden an gericht. Unde das pfant mag her iheme selber anbiten, und magk es vorkumern an gerichte und vorsetzen, also das her ihenem darnach wyse, war her es gesatzt habe. Stadtrecht.

L. [Dist. III. 14. 9, 10.] Wirt eym gaste eyn pfant gesatzt, das sal her in dem gerichte lasssen, und sal eynen besessen ingesessen [Faksimile] formunden kysen, der kegen dem schuldiger gebar mit dem pfande, also recht ist. Setzet auch ein gast eym ein pfant, der gast sal eynen besessen formunden kysen, der darzcu gehe, sehe und hore, wie man mit syme pfande gebare nach dem rechten. Stadtrecht.

LI. [Dist. III. 14. 11.] Setzt eyner essende pfant, als pferdt, kwe, und ander vyhe, dye atzung sal der irlegen und gelden, des das vhy ist, nach rechtem glichem kouffe, und was dem vyhe widerfert zcwuschen wasser und krippen, das ist dem gescheen, der es zcu pfande gesatzt hat. Geschit ym aber icht an andern steten, das ist yheme widerfaren, der es zcu phande inne hat. Statrecht. Lantrecht. Wichpildrecht.

LII. [EG. 16.] Tut eyner eyne vormunft, so vorwircket her ein phunt phenge dem schultessen uf gnade, und nicht mher. Das kumpt also: welh man uberwunen wirt an gerichte, und pfendet man den mit gerichte ader von gerichts wegen, undt weret dan sin pfant, ader handelt des gerichts botten und die des zcu schicken haben ubel daruber, dit heist eyn vormunft, und ist frevel wider das gerichte und ungehorsam. Stadtrecht.

LIII. [EG. 11.] Eyn pfant das eyme von gerichts wegen gesatzt ist, das sal her zcu hant ufbiten, und sal bey virzcen tagen recht damith thun. Thut her das nicht, der richter hilft eym andern, der sein bedarf. Dit ist der stadt recht.

LIV. Ist es auch das eym manne werden pfande gesatzt vor gelt, ader gewinnet und erklagt sye midt gerichte, was her der pfande genust zcu rechte, dywil er sy inne hat, den nutz sal her an seyner schult abschlahen. Dit ist statrecht.

LV. [EG. 17.] Setzt eyner eym manne eyn pfant fur seyne schulde mit wiln, und wirt das pfant angesprochen mit gerichte, der erst dem es mit wiln gesatzt ist, der behelt sein gelt daruf mit sym eyde. Wirdet aber icht uberigs, der richter hilft dem andern darvon, wes ym nodt ist, also ferre es gelangen magk. Stadtrecht. Wichpild. Lantrecht.

LVI. [EG. 24.] Vorlust eyner seyner habe etzwas, und thud darnach eynen anfang mit des richters hulffe, und benenet den tag der vorlust, magk dan yener bewisen, das her das gut, vyhe, ader anders was for dem tage habe gehat, her genust sein bilche und blibt das ane wandell. Statrecht.

LVII. [EG. 33.] Welch man eynen kouf ader eyn pfant in seynen geweren hat, das ungeroubt ader ungestoln ist, wirt er darumb angesprochen, her behelt es billicher uf den heilgen mit seym eyde, wan ihener, der es anspricht ader anfehet. Stadrecht. [Faksimile]

LVIII. [EG. 34.] Als eym manne pfant gesatzt sint und darmit recht tudt, wirt her darnach angesprochen das her darmit nicht recht gethan habe, und magk her das mit fromen lwten nicht erzcugen, das her habe mit den pfanden recht gethan, so sal her es uf den heilgen behalden, das her recht darmit umbgegangen habe ane argelist, undt her blibt des ane wandell. Stadrecht. Wichpilde und lantrecht.

LIX. [EG. 37.] Wo eyn man den andern pfendet umb schult, kumbt dan eyn ander, und spricht das pfant sey sein, wol her des nicht glouben, her musse es mit seym eyde uf den heilgen usszcyhen, also recht ist, das es sein sey gewest vor, und nach zcu grosserm rechten, dan anders ymants, an alle argelist, und nymande zcu gute ader zcu arge sich des underwinde. Dit ist der stat recht und lantrecht.

LX. [Dist. I. 34. 4.] Eyn man der gut inne hat iar und tagk an rechte widersproch, der hat daran eyn rechte gewher. Dweil man aber ein gut also beklaget ader in kumer lyt, wie lange her es darnach heldet mit gewalt ader unrecht, nhummer gewint her rechte gewher daran, dweil man dy rechten klage ader kumer gezcugen mag. Dit ist statrecht und lantrecht.

LXI. [EG. 48.] Geschiet antwert ader ansprach eynes pfandes mit gerichte, und wirt das bescheyden fur gerichte zcu rechter tagzcit, und wirt in des das pfant enpferret, der richter sal dyihenen, dye des zcu schicken haben, zcwingen und darzcu brengenn, das sy das pfant wider schicken und wider zcu gericht brengen, und das man darmit gebare, also das recht uswist. Stadrecht und lantrecht.

LXII. [LR. II. 41.] Auch wo der richter nicht uf gepfenden kan uf eynes mannes eygen, das also kleyne gildet, das sal der freibot forne mit eyme crutze zceichen, und sal das enpor stossen, nach der schepffen urteill. Zcuhet es dan yener nicht us, des es ist, bey iar undt tagen, szo komen sin erbenn zcu gerichte und zcyhen sich zcu dem erbe, also recht ist, und gelden dye kost, dye der richter daruf gezcugen magk selbdritte fur gerichte, und kein hoer schult mag her daruf gezcugen mher, wan nach lantrechte drey wette und eyn wergelt. Stadtrecht.

LXIII. [EG. 86.] Ist es das eyme manne werden willige pfant gesatzt, ader das im pfande werden von gerichts wegen fur seyne schulde, und butet die fur gericht uf, also recht ist, und ist der pfande dan zcu wenig, und werden der pfande mher darzcu gesatzt ader pfande gehulffen, der pfande darff her nicht ufbiten. Statrecht. Wichpildsrecht.

LXIV. God der spricht wider das israhelsche volgk: nicht zcw phande [soltu nehmen] den obersten ader understen mhoelstein, wan [Faksimile] der mensche hat dir zcwgelegt seyne sele. Dit stet geschriben in dem funften Moysesbuche in dem vier und zcwenzcigsten capittel. Hirinne mag wol vorstehen [werden]: wer den andern pfenden wil, der sal yn also pfenden, das her von des pfandes wegen nicht vorterbe, und das her im darmit sein narung nach leibs nodturft nicht darnidder lege, nach ander lute, die des gemeyn nutzs gebruchen sullen, nicht hindern, also der dinge dye zcu dem maln unnd backen not ist zcu habenn. Gotesrecht. Statrecht.

LXV. Got spricht aber: ist das din nhester dir schuldig ist, und du yn pfenden wilt umb dye schult, szo saltu in sein haus nicht louffen und darus tragen, was du wilt, sundern du salt fur der thor stehen und pfande muten, und sal dir selber alsovil andlogen, das ir gnug ist fur dyne schulde. Ist her aber also arm, das her des nicht getun kan, ader nicht thun wil, so magstu selber pfande nemen. Pfendestu yn dan mitsogetanen stucken, der her zcu seiner nodturft nicht wol enperen magk, so saltu das pfant nicht uber nacht bey dir behalden, sunder du salt ym es widder geben, ehr dye sonne undergehet, das her dye nacht sein gebrechen erfulte, so betit her dir gut und blibst gerecht fur gote. Dit stet geschriben im funften buche Moysi. Dit ist gotlich recht.

LXVI. Got vorbut laster, schaden und ungemach, das dye nimant zculegen sulle witwen und weysen, und spricht also: den witwen und weysen sal nymant schaden thun; ist das man sy letzt mit wortten ader wercken, iren ruf uber uch wil ich erhore, und wil es an uch rechen und an den richtern, also das ir geschlagen werdet mit dem schwerte, und ewer weyb sullen witwen werden und ewer kinder weysen. Dit stet geschrieben in dem andern buche Moysi, in dem XXII cappitel und ist gotes recht unnd seyne drowe.

LXVII. Got spricht: last dy armen und elenden unbetrubt, und ist es das ein armer elender man bey dir wonet, ader mit dir ist, und kouft ader borgt dir etzwas abe, den saltu nicht dringen als eyn beschetzer, noch salt yn nicht dringen mit gesuch, und nymstu von ym sein kleid zcu pfande, und hat her nicht forder kleyder, du salt es ym wider geben ehr dye sonne under get, wan her mus sich darmit decken; tustu das nicht und ruft her zcu mir, ich wil yn erhoren, wan ich bin barmherzcig. Dit ist das gebot gotzs und stet geschriben in dem andern buche Moysi in dem XXII capittel.

LXVIII. Ist es das eyn borger eym gaste schuldig ist, ab her wol der schult bekent, und wissentlich ist, so sal her in doch nicht pfenden nach muhen, er habe yn alrest vor dem schultheyssen und schepfen nach rechte erstanden und ergangen. Dit ist der stat recht und freyheit. [Faksimile]

LXIX. [EG. 68.] So sal auch nymant kein gut anleyten, her sey dan selber darbey, und neme darzcu den freybotten und zcwene frome man, und vorkundige auch das yeme, der es in geweren hat. Statrecht. Wichpilsrecht.

LXX. Tut eyn man dem andern sein gut zcu behalden, und lyhet es im mit wiln, behelt er es ym for uber dy zcit, das gut magk her nicht angefangen mit gerichte, sundern her mus es fordern mit rechte, als ab es eynes andern gewest sey. Statrecht. Lantrecht.

LXXI. [Dist. IV. 42. 21.] Eyner der do keuft vorstoln gut, ader geroubt gut, ader wirt im gegeben, lest her das us sinen geweren, er es under ym angefangt ader versprochen wirt, da darff her keyne nodt umb lyden. Langt man yn aber darumb an, so thu her sin recht darzcu, das her es also gekouft habe, ader worden sy, das her es nicht wuste, das es gestoln ader geroubt wer, an geferde. Statrecht. Wichpilsrecht und lantrecht.

LXXII. [Dist. IV. 42. 7, 8.] Anfangt eyn man dem andern seyn habe, dye her besytzt, und yener spricht, her habe sye gekouft, her wisse aber nicht wider wen, und her wulle darzcu sein recht thun, und das sal man von im nhemen, ab man ym des glouben wil. Das gut das mus her wider geben, syne pfenge hat her vorlorn, her darff aber wider bussen nach wettenn, wan sich das darzcu zcuhett. Czuhet her sich aber uf synen geweren, den mus her vorbrengen in virzcen tagen, es sey dan gewilkort, das her in ehr forbrengen wolle. Thut her des nicht, her mus das gut lasssen mit bussen und mit wetten. Dit ist statrecht.

LXXIII. Got spricht: eynen armen menschen pfende nicht mit synem lone, der dir geerbeit hat, uf das her dir furder geerbeiten moge, ab yme das uneben ist. Got hat auch gesprochen: du salt das vordint lon dyns erbeyters, des armen menschen und usslendischen, nicht bey dir uber nacht behalde, sunder du salt ym das bey tage gutlich richten, uf das her darmit seins kumers gebusse, und das sein vordint lon uber dich zcu mir nicht schreye, und es dir gesachet werde zcu eyner sunde. Ditz ist gotlich recht und gemein recht und stet geschriben in dem funften buche Moysi in dem XXIV capittel.

LXXIV. Wirt eym seyn erbe gepfandt, ader vorsetzt es, und vormag des nicht wider zcu losen, sin nhester erbe der mag das zcu eme losen, und hette der besitzer des pfandes des icht unbillich genossen, das sal her abschlan von der zcit zcu rechen, also es ym vorsatzt wartt. Dit ist gotlich recht, und stet geschriben in dem dritten buche Moysi in dem XXV capittel und ist auch der stat recht und ein gut gemein recht. [Faksimile]

LXXV. [Dist. IV. 42. 10.] Wirt gut von ymant angefanget, wer es dan in seynen gewern hat, der sal es zcu rechter zcit forbrengen, und wil her aber des nicht thun, so sal es der thun, der es angefanget hat, und sal es nemen in syne gewher und dan darmit gebaren, als es in dem rechten uswist, und der es for inne hate, der blibt des an wandel. Dit ist statrecht und lantrecht.

LXXVI. Ist es das eyn gast eynen boten sendet mit der hern ader stat brifen, da her gesessen ist, und brenget den uffen brife an eynen rath, und bitett das man im helffe: das sal man thun, und sall dan den mydeburger ader den midewoner besenden und sin antwort horen. Bekent her dan der schult, ader kan sy dan der bote uffenbar gemache mit brifen, ader mit fromen luten, also recht ist, so sal man on heyssen, das her den kleger richte in virzcen tagenn. Geschiet es danne nicht, so sal der richter dem gaste helffen unbeklaget pfande, und sin helffegelt nhemen. Dit ist der stat recht und wichpildrecht.

LXXVII. [Dist. III. 10. 9.] Wan man burgen setzet umb schult, szo werden die borgen pfande fur die schult. Wirt nhw eyn man burge fur schult, der borgezcog der erbet nicht an sin erbenn. Wirt her aber beclagt fur gerichte, das her mit rechte us dem borgezcoge nicht komen ist, und wirth an im von borgeschaft erfordert an gerichte, das her selbsache wirt, umb des willenn, das her selbsache nicht zcu fordern ist, noch ime anzcugewynnen, unndt stirbt der burge dan: sin erben mussen des burgen schult gelden, und mogen sich der hirnach nicht erweren, diewyl der kleger die gewunnen schult der burgschaft mit dem gericht erzcugen magk. Statrecht.

LXXVIII. [Dist. III. 12. 6.] Und kumbt es, das eyner lowkent, her sye nicht borge, das stet zcu seynes eydes hant. Ist her aber burge worden an dem gerichte ader in dem rathe ader fur den schepfen, ader fur den ratsmannen, ader fur andern fromen lwten, dywil man das erzcugen magk, so magk her von der burgschafft mit seym eyde nicht komen. Statrecht, keyserrecht, wichpild, lantrecht.

LXXIX. [Dist. III. 12. 7.] Setzt eyner burgen umb schult, ader umb ander dingk, unnd furdert yn der, dem her burgen gesatzt hat, und manet yn, das her im gelde, und antwort dan der selbgeilde und spricht: mane dyne burgen, ich bin dir nicht schuldig, darmit wirt her nicht ledig der schult, ab dye burgen abgegangen weren, ader ab her sie nicht gehaben ader gemanen kunde. Dit ist statrecht, keyserrecht, wichpilds- und lantrecht.

LXXX. (LR. I. 54. 4.] Eyn man mus wol pfenden uf syme gute umb sein gelt, das man ym davon gelobet hat zcu geben, ane des richters urloub. Statrecht. Lantrecht. [Faksimile]

LXXXI. [Dist. III. 12. 8.] Also mhe luthe borgen werden dan eyner, und gelobenn slecht fur dy schult, werden sye darumb beclagt, enstet yn daruf schade, und werden vorwunnen mit gerichte, ir itzlicher kombt darvon mit syner anzcal. Stirbt aber der burgen eyner ader mher, das schadet den andern borgenn nicht; der schade ist des, kegen dem sye borg worden sint. Dit ist statrecht, keyserrecht, wichpilds und lantrecht.

LXXXII. [Dist. III. 12 9.] Werden mher lute burgen fur eyne schult mit gesammeter hant, und werden sye dan beklagt fur gerichte und auch vorwunden, sy mussen dye schult gleich mit eynander geylden, und sterbt der burgen eyner ader mher, dye andern mussen dy schult geldenn. Dyweyl das der burgen eyner lebte, so muste her es alles geilden, wan wu man burge wirt mit gesammeter hant, do erbet eyn burge dye schult uf den andern, aber ir keyner erbett dye burgschaft uf seyn erbenn ader uf seyner mydburgen erben. Ditz ist der stad recht.

LXXXIII. [Dist. III. 13. 5.] Ist es das eyner etzwas borgt, und gelobt das uf eyn genante zcit gutlich zcu bezcalen, und klagt dan sein glouber eher dye tagzcit komen ist, her bleibt sein ane wandell. Ist aber die tagzcit vorgangen, her mus ym dafur borgen setzen ader pfande; und wer es auch, das her gewarnet worde, ader sich des vorsee, das her im damit entrunne, so muste her das vorborgen ader mit phanden bestellen, ab wol dye tagezcit nach nicht komen wer, ader muste sich des entreden mit seym eyde, das her nirgen entwichenn wolde, und so behelt her seyne tagzcit mit gemache noch rechte. Der Stadt recht.

LXXXIV. Eynem dem man anmutet umb burgschaft zcu geloben, undt her schwigt darzcu, darmidt hat her nicht gelobet. Antwort her aber darzcu eyn teyl, und alsovil her in der antwort benennit, also vil hat her gelobet. Spricht her aber, ich gelob es, ader desgleichen, was dan for in seyner kegenwertigkeit forzcalt ist, des ist nicht nodt anderweit zcu forzcelen, sundern her hat es gantz gelobet. Dit ist statrecht und beschriben recht. I. 3. ti. 21.

LXXXV. Betedingt man sich umb eynen borgezcog, und gelobt man burgenn zcu setzen, und benennit dye, so ist das nicht nodt, das der kegenwertigk sey, kegen dem man borge wirt, wan dye burgen geloben, sundern das her es sicher sey, das dye burgschaft recht undt redlich fur fromen luten geschen sey, mit den her es derwysen moge, ab es nodt tu. Dit ist statrecht und stet I. 3. ti. 21.

LXXXVI. [EG. 65.] Aber eyn itlicher, der fur den andern borge [Faksimile] wirt, und am gericht fur dy burgschaft wirt furklagt, und bekent, das her borg ist worden, wirt derselbig bey lebendigen lyb darumb gepfant, die pfandung hat macht, ab her darnach storbe. Auch wern sein erben nicht forder umb dye burgschaft zcu pfenden dan mit demselben pfande; und wer es auch besser, dye besserung kem den erben zcu gute; wer es auch erger, man sulde es nicht forder bessern, nach dye erben furter mhuen, wan die burgschaft wer thott. Dit ist statrecht, wichpild und lantrecht.

LXXXVII. Ringt eyn man mit schulden, und borgt etzwas uf eyne tagzcit, und setzt dafur eynen burgen, und stirbt ader entrint, dem burgen magk yener nicht angewynne, kegen dem her borge worden ist, die tagzcit sey dan vorgangen. Dit ist statrecht, lantrecht, wichpild.

LXXXVIII. [Dist. IV. 44. 1.] Bet eyner die gewer fur gerichte und hat bekant, die mus her thun an der stat; lowkent her aber des, des mos her sich entschuldigen mit seym eyde, es sey in den gebunden tagen ader nicht. Dit ist lantrecht. Wie es aber kome ab eyner dye gewehr vorburdt, das suche in dem XVI buche.

LXXXIX. [Dist. IV. 44. 5.] Bit eyner dye gewher umb sache dye man zcu ym klagt in gerichte und wirt im dye vorsagt, szo darff her yem nicht antworten, der im das wegerth. Dit ist statrecht.

XC. [LR. I. 53.3.] Ist das der richter eyme richtet am gerichte, und wettit der kleger ader der schuldiger ader sust ymands, der des zcw schicken hat, und bezcalt her dye wette ader dye busse nicht zcu rechter zcit, der freybot sal yn dafor pfenden, und sal dye pfant zcu hant vorsetzen, ab her wil, ader dye vorkouffen fur dye schult; und wer nicht erbe hat in dem gerichte, der mus wol borgen setzen dem richter fur dye wette und busse. Stadt- lant- und wichpildrecht.

XCI. [Dist. I. 35. 1.] Prufet man an eyme weybe, dass dye ane zcwyfel ein kint tregt, dye sal man mit nichte us yres mannes huse und us seynen gutern vorwysen, ehr sye ires kindes genyset, und darnach us den sechs wochen kometh. Statrecht. Wichpildrecht.

XCII. [EG. 82.] Der gewant tut zcu eym schroter, das her lest zcu kleydern snyde, ader korn tudt zcu der moln zcw maln, ader mhell ins backhus zcu backenn, ader seyne kleyder hat in der badestoben, also her darinne badet, ader baden wil, dye sal nymant an den steten vorkumern ader vorsprechen, nach pfenden, und derglichen mit andern kleydern in korseners husern ader schuchartten. Ditzs ist stadrecht und lantrecht.

XCIII. [EG. 97.] Wo eyn man zcins hat an gutern, das ein [Faksimile] widderkouff ist, da sal her an gerichte nicht uf pfenden. Wol her sich aber gehalden zcu dem gute for synen zcins ader for sein gelt, das magk her thun, ab es ym ihener, der dye besytzung hat, vorhenget ane gerichte, also doch das her fur gerichte sein pfant ufbyte. Statrecht.

XCIV. Eyn man, der eyn erbher ist ober eyn gut, ader der gelt uf dasselbe gut lyhet, das kan her ym selber daruf nicht bekennen. Es mus der richter thun, in des gericht es gelegen ist, ader der voyt; und bezcalt aber der schuldiger das gelegen gelt, ader zcins davon, ab es widderkouf ist, zcu rechter zcit nicht, der erhherre magk dafor pfendenn an gerichte, ab ym der zcinsman des zcinses ader des gelts bekennet. Tudt her des aber nicht, her mus yn darum forderen und pfenden mith gerichte, also ab her das gelt ader den zcins uf eynes fromden mannes gute hette. Statrecht.

XCV. Es hat gantze macht, was der alde richter von gerichtswegen gethan und gelassen hat, und auch der freybot, ab sye wol abgesatzt sin; und sterbt der richter, was bey sein gezciten fur gerichte ader von gerichtswegen gescheen ist, das sal der now richter, der noch im kumbt, stet halden, und was gebust, bezcalt, ader erlassen, ader begnat ist, wissentlich den schepffen, dem schreiber ader dem freybotten, das sal her nicht wider ader anderwet muten. Statrecht, wichpild und lantrecht.

XCVI. [LR. III. 10. 3.] Stirbt eyn pfert, eyn kwhe ader ein ander vyhe, welcherley das ist, das erclagt und gepfant ist, szo brenge, der es gepfant hat, dye hut fur gerichte und sey darmith ledigk, hat er es anders nicht vorwarlost das man bewisen magk. Stadtrecht.

XCVII. [Dist. III. 11. 4.] Hat man eyme iuden brife gesatzt umb gelt, da eyns eygen insigell an ist, spricht und klagt der iude uber in, und mutet, das her synen briff lose, antwort dan ihener und spricht, her habe yn gelost, das mus her kegen dem iuden erwisen selbdritte, also das es zcu ym thu ein criste und ein iude, mit den erzcugt ehr wol; und ditzs sal eyn ytzlicher man merckenn, also wan her synen briff gelediget, das her eynen iuden mit im neme, ader das also kuntlich da mache, das her sin unbeschedigt mog blybe. Der stat recht, wichpildrecht.

XCVIII. [Dist. III. 11. 4.] Hat eyn man synen brif in dye iuden gesatzt, und wil den losen, der kuntlich ist, spricht dan der iude, her hab den briff vorlorn, wan her yn wider geben sal, das mus der iude schweren uf Moyses buch, das es also sey an geferde; und wan her das getut, so sal her des herren ader ambtmans ader der stat briff nemen von dem iuden daruber, dan der iude mit synen costen usrichten sall, [Faksimile] und wolde das der cristen nicht thun, man sal on fur gerichte mit rechter klage darzcu brengen. Ditzs ist statrecht und lantrecht.

XCIX. [Dist. III. 11. 5.] Hat eyn iude brife, dye yme fur gelt gesatzt seindt, und stirbt, und forhelt man dy briefe ader ander briefe umb schult, ab dye wol mochten gelost sin, do konden seyn erben nicht mher an erzcugen, wan als derselbe brif uswist. Wil man aber spreche, das der brif los sey, ader dye andern brife, die her hat, das mus man erzcugen selbdritte mit eym cristen und eym iuden zcu ome, das dye schult vorgulden sey. Statrecht und lantrecht.

C. Wer seynen gezcug wil vorfuren an gebunden tagen, der sal mit den eyden beyten byes zcw uffen tagenn. Der Stadt recht.

CI. Wirt auch eyn man erzcuget ader bewist umb schult, als recht ist, fur dem gerichte, dem sal der richter helffenn uber dye zcweren nacht. Ditzs ist der stat recht.

CII. [Dist. III. 14. 4.] Es magk nymant pfant in dye iuden gesetzen uff wucherschaden, es sey dan gewilkort. Spricht aber der, des das pfant ist, her habe sein nicht gewilkorth, des ist yener, der das phant inne hat, nher zcu bewisen zcu den heylgen, das her es gelobet habe, wan es disser, des das pfant ist, entgehen magk. Dit ist statrecht und auch lantrecht.

CIII. Ist eyn man borge for eynen andern vorzcubrengen umb schult uf eynen tagk, und ist her der nach nicht vorwunden, sterbt her in dem tage, man darff sein nicht forbrengen, ab der borge seynen todt erzcuget. Der borge ist ledigk, aber seyne erben sullen antworttenn. [Faksimile]

Achtes Buch.

Ir richter, ir scheppfen, ir wysen man,
Den got seynes gerichtes gan,
Ich vorman uch aber und anderweydt,
Das ir wider durch lyeb ader leyt
Recht gericht von uch lasset,
Kegen dem armen uch auch masset,
Sye nicht dringet ader beschwerett,
Dye fromen auch alzcit gern erett
Mher durch fromkeit dan durch yr gut,
Auch so habt selber den mudt,
Das ir nummer wider got
Getut, nach wider sein gebot.
Nhw hort was her selber iheet.
Her spricht: ist das ir mich schmehet
und forchtet myne gebot nicht,
und so uch der gerechtigkeit gebricht,
und haldet den armen ungerichte,
Szo wil ich mich des vorpflichte,
Das ich das an uch wil rechen
Mit manchem grossen gebrechen,
Also das ir owern samen sewet
Vorgebens, und nicht in mewet,
Unnd vorliset dye erbeit alle zcit,
Und owern vynden unden leit,
Dye wilden Ihyr sollen ower vhye [Faksimile]
Fressen, es sal uch nicht gedyhe,
Ower kinder sullen vorterbenn,
Wider gut ader ere erwerben,
Ower vinde schwert sal uch schniden,
Darzcu ungemach und lyden,
Suche, krangkheit sult ir erwerben
Und darzcw das gemeyne sterben.
Dweil das ir meyn nicht en acht,
Szo sal ander uch dye zcweytracht
Stetiglichen bliben
Under manne und ander wyben,
Numer gewint ir eyntrechtigkeytt,
Wil das yr die ungerechtykeit
Ubet an ewerm gerichte.
Ir wert an den eren zcu nichte
Und yemerlichen vorstoret,
Alsolange bys ir ufgehoret
Von dem unrechten widder
Und tretit in myne forchte sydder.
Dysse rede bat alles got gesprochenn
Und dye blibt also unvorbrochen.
Hat ir yhe gesehen eyne stat,
Die gerechtigkeit nicht lieb hat,
Und da man arme lute zcwinget
Und nach grossen sunden ringet,
Do man sich uber dye masse smucket,
Und statet, das man dye lwt bezcuckett
Midt wucher und midt spyell,
Do man midt spyse tribett vyell,
Und lebet in unkuscher flwet
Und dye ehebrecher hat fur guth,
Da man den togentsamen ist gram,
Und dem rathe ist ungehorsam,
Da man gotsdinst helt fur spot,
Mit torlichen reden uneret got,
Das es der wol erginge,
Und nicht mit kumer dorfte ringe.
Dye huser werden numer gebowett
Von den lwten, in den nicht rowet
Dye togent, fried und eyntracht,
Und des gerichtes gantze macht. [Faksimile]
Man erkennet schyr am gebow
Eyner stat, ab getrow
Dye burger under eynander seint.
Wo man dy hus zcufallen vint,
Wuste und zcugeslossen,
Da sint dye burger vordrossen
Czcu allen guden dingen
Und sye mussen mit kummer ringen.
Wu dye torme sint ungedacktt
Und die zcune von dornen nackt,
Und zcufallen sint dye muren,
Das bedutet der borger truren,
Und an dem gute abenemenn,
Und ungehorsams sich nicht schemen.
Numer nymbt ab der stete gebow,
Es sey dan das erst dye lwt an trow
Under eynander nemen abe,
Szo ir geschenck und ir gabe
Or mydeburger dringett
Und mit boser gewalt bezcwingeth.
Ditz nemeth fur uch zcu eynem bilde;
Szo wil uch got, der mylde,
Beyde tag und nacht bewache,
Und behute fur ungemache.

I. Nymant sal dye lwte orteilen nachdem also ir glucke und ungluck uf ertrich ist. Besunder aber wu dy gemeyn eyner stadt mit irem ambtlwten suntlich und bose ist, da plaget sye got, das es yn ubel gehet. Das geschiet aber besunder an den lwten nicht, wan konig Salomon spricht: das got dicke eynen menschen, den her lieb hat, straffet, das es om ubell gehett, und thudt das in lieben, also eyn vater zcwinget sein kint zcw seynen besten, ab es das kint wol ungern lydet. Und aber spricht her in seynen beyspeln in dem XXVIII capittell: es sint gerechte lwte, den sogetan obel zcw kometh, also ab sye obel getan haben, und es sint auch bose und unmilde lwte, dye in yrem leben also sicher sint, ab sye gerechter lwte werck getan haben, aber das aller beste urtel das findt sich, es sint gerechte wyse leute, und or wercke sint in der hant gotes, und nach so weys der mensche nicht, ab her liebe ader des hass gotes wirdig sey, sundern dit wirt alles behalden in die zcukunft der andern werlde. Dit stet geschriben in den byspeln Salomonis.

II. Eyn itlicher richter, der sal forsichtig, wyse und sicher in seynen reden sein und in seynen schwigen, also das her icht unrechtes [Faksimile] vorfolge, wan der lerer sant Augustinus spricht: das eyn richter ader eyn ander ambtman gude dingk thu und nicht darzcw bose dingk were, und dye unzcimlich sindt, das si nicht loblich, wan eyns richters ader ambtmans schwigen wirt gewandelt in eyn mydehellin, undt das mydehellin in eynen irthum. Anderswo spricht derselbe lerer also: dye ware unschult ist dye hochste gerechtigkeit, das ist aber unschult, so eyner ym selber nicht schadet nach nymande, wan es ist nicht gnugk doran, das eyner nichts boses tudt, her thu dan auch gut darmyde. Es ist auch eym richter eyn kleyne togent, das her nymande schadet, her vlisse sich dan auch daran, das her den lwten gefrome.

III. Ist eyn richter ungelart und vorstehet sich des besten in allen sachen nicht, nach nymant hat, der in allen sachen uf das beste gewyse kunne, spricht der meister Seneca, so ist das sein bestes, das her folge der wise der fromen alden, die or gerichte haben togentlich gehalden. Desselben so rumt sich auch der wyse ratsman Tullius und spricht also: von so getaner lwte beyzceichen so werde ich zcw togenden erweckt, ich sehe an aller lute owgen und munde, das sye dye zcw mir haben gekard also zcw eynen bilde gotlicher forchte, des werde ich nhw der unschult tempel, der messikeit heylgtum, eyn altar der gerechtigkeit, der werlde eyn klarheit, mir selber der nheste, meynen nachkomen eyn nachfolgen der selikeit; und darum so wil ich lernen aller guden dinge den aller susten gesmack, also wan ich darnach erbeyte, das ich suche menschliche gerechtigkeit, szo heb ich an sorgfeldicklichen zcu bedenckenne dy gotlichen gerichte, und darumb so wil ich den vordruckten das gerichte nicht vorsagen, nach wel gesten dem unredlichenn klagen, sundern was wider das gesetze und widder recht wirt zcugelassen, das wil ich mit dem rechten vortriben unde zcustorenn.

IV. Vindet man urtel an dem gerichte, szo sal der richter nicht zcw schnell uf dye sache seyn, her gelerne dan wol und gantz ir warheit, wan es spricht der konig Salomon ecclesiast. XI ca., eher dan du dye sache gruntlichen gelernest, so lege nymant abe, und wan du sye dan wol fornemst, so straffe sy mit rechte, ab sye strafbar ist. Aber spricht her eccl. XXIII cap., nicht schweres saltu thun ane gerichte und unbedacht, mit dem gerichte so rechtfertige den ungerechten, indem also man dye sache dutlichenn vorzelt und wol beredeth, so lernt man auch darmite ir gerechtigkeit und ungerechtigkeit; und darumb so spricht her aber also eccl. XVIII, eher dan du das gerichte tust, so bereyte dir in dynem synne dye gerechtigkeit, und ehr dan du davon redest, so hor wol dye sache, und lerne sye, und frage dich darumb dan selber.

V. In eyme richter sal sein grosse gerechtigkeit und grosse barmherzcigkeit kegen armen lwten, und doch also das dye gerechtigkeit dye [Faksimile] barmherzcigkeit und dye barmherzcigkeit die gerechtigkeit nicht vorterbe. Das brengt im kegen gote lon und kegen den lwlen lob und ere. Darvon redit der wyse Salomon in seynen byspeln und spricht: das gedechtnis eynes gerechten richters geschiet mit grossem lobe und der name des unmilden richters der fulet, und wer furstopffet seyn oren, so dye armen klagen und ruffen, der sal wider ruffen und klagen undt sal nicht erhort werde. Ditzs stet geschriben in dem XXI cap. Es spricht auch der lerer Ysidorus, das von den schnoden richtern dye armen lwt swerlichen zcuryssen und vorletzt werden, wan von yren allerscherfsten vynden; es ist kein rouber also girick uf fromede lwte, also, eyn schalghaftiger richter ist uf syne nackgebur, dye synes gerichtes mussen gebruchenn.

VI. Der romisch ratman meyster Tullius spricht: das zcw eyme gerechten und fromen richter gehore, das her gotforchtigk sey und gewaldigk; und ditz ruret auch konig Salonion eccl. VII und spricht: suche nicht eyn richter zcu sein, du seyst dan also mechtigk und wise, das du kunnest und mogst dye missetadt vortriben und bosen luten gesturen, uf das du icht das antlitz des gewaldigen beswerist, und setzest mit schande in dynen dinst undt arbeit. Aber spricht her, gros ist ein gewaldiger richter in seyner ere, aber her ist doch nicht grosser dan der gotforchtige, wan eynen gotforchtigen den haben lieb dye lwte und alle lute forchten yn.

VII. In dem gerichte sal sich der richter forder huten fur bosen setten dan an eyner andern stat, und besundern fur dem zcorne, also der wise meyster Tullius leret, da her spricht: eyn fromer richter sal sich zcumal sere huten, das her uf ymanden an dem gerichte zcorne, wan nymant in seynen zcorne sein selber ist, also das her eyn gut mittel finden moge in allen dingen da die togent ynne ist, das ist, das her nicht zcuvile nach zcu wenig thw. Das meynet auch konigk Salomon, da her sprach: bys nicht alzcu gerecht. Daruff spricht der prophet Ysaias, bis nicht mher gerecht, dan du von rechte sein salt, wan alles, das zcwvil und zcuwenigk ist, das ist laster. Hirumb so gebort nicht eym richter, das her an dem gerichte zcu weich sey ader zcu heftig, und kumpt es, das her zcornig wirt, so volge her lare, dye der meister Aristotiles dem konig Allexandro gab, da her sprach: forzcuch alle zcit dye rache, bis dich der zcorn vorgeht, und erkenne dan was dir fug ader nicht.

VIII. Tut eyn man eyne wilkor, her helt sye moglichen, und mit der wilkor so vorbricht her das lantrecht, wan es stet also in dem rechten geschribenn, wes sich eyn man vorwilkort, das helt her billich. Hirvon kumbts das das lantrecht vorbrochen wirt von den steten, dye etzwas das yn bequemlich ist under eynander setzen und wilkorn, das heist [Faksimile] danne ir wilkor. Wirt aber dasselbe yn bestetiget von dem riche ader von eyn forsten, so heist es dan der stat recht, und mit dem so wirt vorbrochen das lantrecht. Vorwilkort sich auch eyner yn sinenn brifen uber schulde ader uber eyn kouff, dawider thudt das gerichte nicht, wan her sich des rechten also vil vorzcuhet also der brif uswist.

IX. Eyn frage ist nhw hiruf, ab eyn man alles das halden sol, das her sich vorwilkortt, hiruf antworten dye meister des rechten: neyn, wan es stet also in dem rechten beschreben, das eyn man mog sein gut vorgebe und forwilkor, seynen leib und seynen gesunt an redeliche sache mag her nicht vorwilkorn. Ouch so mag eyn man nicht alzcit sein gut vorwilkorn, wan es irren vil sache darnoch, also trunckenheyt, synlosikeit, unmundikeit, ader ab dye wilkor gesche zcu schaden synen erben, ader umb falsch gelobde, ader zcu schaden eyner gemeyn, ader wider dye gesetze und wilkor der stat, das dye davon geschwecht und vorletzt worden.

X. Ist das eyner sich in seynen brifen ader sust muntlich nicht vorwilkort umb schulte, zcinse, ader umb ander dingk, zcu bezcalen uf eyne tagzcit, ab sich das wol vorzcuht, nach so magk her keynen schaden daruf thun, wider zcu cristen nach zcu iuden, ader mit leysten, ader wie der moglich schade genant sey, her werde dan allrest fur dem gerichte darumb erklagt und erfordert, also recht ist, und mit recht ym das erteilt, das her sogetanen schaden billichen daruf thun. Hat er aber den schaden gewilkort zcu tragen, so darf man der geklegde fur gerichte darumb mhe nicht.

XI. [EG. 59.] Stehit in eynem brife geschreben, das sich eyner etzwas vorpflichtet zcu thun uf moglichen und kuntlichen schaden nach der statrechte, so heist und ist dit moglicher schade, das man gelt zcu den kawerzcanern ader zcu den iuden nembt uff bescheydelichen gesuch, ane ab man das gelt neme uf essende pfande, das heist nach der stat recht nicht moglicher schade. Auch so ist dye leystunge nach demselben rechten nicht genant moglicher schade. Der kuntliche mogliche schade ist, wan her mit gezcugnis geschiet. Und ab eyner reyse und zcerung darnach muste thun, das wer auch moglicher schade; den solden dy schepffen nach bescheydenheit erkennen. Aber vorlust unnd vorsumpnys, das magk mit rechte nicht in den moglichen schaden gerechent werdenn.

XII. Eyner, der sich vorpflicht, ader vorschribet etzwas zcu bezcalen, ader zcu thun bey eyner gelthaftigen busse, dye busse heist auch moglicher schade, also dach das dye busse nicht alzcu unbescheydenlichen [Faksimile] sey, unde das mag eyn man woll wilkoren uf eynen bestractenn tagk. Aber ditz sal geschehen mit des richters busse, und ab der nicht kegenwertig ist, ader nicht en weys, da leit kein macht an, und wirt der schuldiger sumigk, der sich des vorwilkort hat, her mus dye busse beyde dem richter und auch iheme, dem her sich vorwilkort hat, bezcalen, und der richter sal dissem ane klag gerichte helffenn beyde umb dye sache und um dye busse, umb das her teyl an der busse hat; es wer dan das der richter darumb uberlistiget wer, also das die busse geringer wer dan das recht, das om von der sache geborte, so salde her om alleyne der busse an klagerecht helffen. Ditz mag man auch thun uber eyn sune, ader uber eynen fryde, ader kouff, und es ist moglicher schade nach dem gemeynen guden rechte.

XIII. [Dist. III. 16. 1.] Also ditz buch nw uswist von kuntlichem moglichem schadenn, als von leystung noch der wilkor, und von gesuche der cristen und der iuden, so wollen wir zcuerst haben von der leystung, der man pfligt under erbarn lwten. Setzt eyner burgen ader vorschribt sich zcu leysten umb schulde, gelt, zcins, ader anders was, wie dye leystung gelobt wirt, und uf welche zcit, mit eym ader mher pferden ader luten, also ist her sy schuldig zcu halden an intrag und vorz[c]og.

XIV. [Dist. III. 16. 1.] Also dye leyster sich ingestellen, so suln sye zcuchtiglichen leysten, mit gewonlichen und zcemlichen kost und trancke zcu eyner zcitlichen nodturft. In der wochen, ader uber virzcen tag, so suln sye zcum bade gehen mit bescheydelichem lone, und nicht dicker dan in der wochen eyns. Sy sullen auch bescheydenlich futter nemen zcu tage und zcw nacht yren pferden. Sye sullen auch nicht zcu kostlichen win, nach unpfleglichen trincken, nach vische nach wiltpret unbescheydenlich, nach geste laden, dan uf yr eygen gelt. Sy suln auch nicht gewant, nach hosen, nach hute, nach hantschw, nach stifeln, nach schw, holtzschuw, sporn, schwert, settel, zcoyme, messer, gortel, butel ader taschen, nach keynerley derglichen keuffen, das zcu iren lyben ader pferden gehort, dan strick alleyn da man dye pferdt nach bescheydenheit angebinde, also das der, uf den man leystet, nicht unredlichenn ader unbescheydenlichenn beschwert werde; wan was diser dinge von den leystern gesche, das musten sye selber gelden und bezcalen, wan es wer nicht moglicher schade, es wer dan also vorwilkort, vorbrift ader forborgt. Dit ist der stat recht und ist auch ser eyn mit dem lantrechte.

XV. [Dist. III. 16. 2.] Vorlust der leyster eyn pferdt, dyeweil her in der leystung lit, und meynt das der geylden sulle, uf den man [Faksimile] leystedt, das wirt mit rechte also underscheyden, das dye pferde stehen dem zcu fare, uf den man leystet zcwuschen der crippen und dem wasser, das ist us dem stalle bys wider in den stal, so man sye in die trencke ritet. Wolde aber eyner in ungewonliche trencke riten, ader zcu der trencke ader davon ungewonliche wege und umwege, gesche im dan schade an sym pferde, welcherley der davonn queme, den muste her selber tragen. Dit ist der stat recht und auch lantrecht.

XVI. [Dist. III. 16. 3.] Eynem man, der in der leystung leit mit seynen pferden, hat ader gewynt der zcu schickenn, und ritet us der leystung, seyn eygen geschefde uszcurichten, was dem dywil widerferet, ader was her schaden an synen pferden ader gutern enpfeht, den schaden mus her gantz selber tragen. Dit ist der stat recht und auch lantrecht.

XVII. Nymbt aber eyner schaden an synen pferden, ader ander syner habe in der leystung, also das im dye pferde us dem stalle entriten ader gestoln wurdenn, ader sein kleyder, gelt ader ander seyn habe us der herberg, des darf her nicht geldenn, uf den man leistet, sundern der leister, der es vorlorn hat, der mus den schaden haben, darumb das her das syne sulde bewart habenn, und hat das nicht getan, nach die hute nicht bestalt, und des was der nicht pflichtig, uf den man leyste. Dit ist statrecht, lantrecht.

XVIII. [Dist. III. 16. 4.] Sendet eyn leyster syne boten unde brife us zcu dem schuldiger, uf den man leistet, und kan in nicht ermanen, das her in us der leystung losen wolle, beducht yn dan, das dye leistung unbequemlich sey und zcu lange were, und der schuldiger anendelich, und musse on selber mane, wil her dan us der leystung riten, uf das her ledig werde, das sal her thun mit des willen, deme man leistet, und auch mit des wirts willen, in des herberge her leistet. Geschiet dem icht unglucks ader schaden an siner habe ader pferden, ader wurde us- ader inritens uf dem wege gefangenn, der schade wer yheme erstanden, uf den man leistet, also ferre das disser, der us der leistung gereten was, das zcu den heylgen bewere, das yn nodt darzcu drunge, das her yn umb die leistung muste suche, und das her auch das getan habe mit des willen, dem man leistet und mit willen des wirtes. Statrecht. Lantrecht.

XIX. [Dist. III. 16. 5.] Ist das dye tagzcit vorgehet ader kumpt, uf die man hat gelobt in dye leystung zcu riten, und wirt dan der borgen ader leister eyner gemant inzcuriten und zcu leisten, und dy andern nicht, der magk sich im rechten darum nicht entschuldigen und behelffen darmit, wan dye andern dy mit im gelobet haben inriten und leysten, so wolle her auch leisten; wan die kor stet an deme, dem man leistet, wen [Faksimile] her wolle lassen leisten ader nicht, und wy lange, dyewil her nicht bezcalt wirth. Darum so mag sich keyner mit dem andern entschuldigen, sundern welcher ingemant wirt, der sal inriten ane vorzcog, es benhem im dan ehaftige nodt, und dy muste her auch bewisenn also recht ist. Statrecht. Lantrecht.

XX. [Dist. III. 16. 6.] Sint dye leyster in eyner herberge und halden inleger, also gewonlich und recht ist, und wil sye dan der schuldiger, uf den man leistet, nicht ledigen, und wil yn auch der wirt uf ir habe noch trow nicht mher borgen, szo sullen sy das, dem sye leisten, und uf den sye leisten, schriben lassen den richter ader den rath; und wirt yn das nicht redlichen ausgericht, so losen sy ire pfant, und riten heym byssolang, das es usgetragen wirth von dem dye leistung geschiet und uf den man leystett, wie sye furt leisten sullen. Hat aber der, dem dye leistung geschiet, macht behalden sye in ein ander herberge zcu heyschen, und an eyne ander stat, und werden sy dar geheischet, sye halden es moglichen nach ir wilkor.

XXI. [Dist. III. 16. 6.] Wyl der wirt den leystern numme borgen, und haben sy nicht das sye ym vorwissen dye kost, wider mit pfanden ader borgen, so mag der wirth dye habe und pferde der leister kumern mit gerichte fur sein gelt, an klage, dach also das her sy fur gerichte ufbyte, und yheme, des dye habe ist, wissen thu, das her sy nicht lenger haben wolle. Ist der in der stat, so sal her es eme kunt thun mit synen nackpurn; ist her aber ober veilt, se sal hers im wissen machen mit des richters brifen. Statrecht. Lantrecht.

XXII. [Dist. III. 16. 7.] Ritet eyner in zcu leysten, also her gelobet hat, und wil yn der nicht ledigen, nach daruss losen, vor den her da inleger heldet, in der zcit also her ym gelobet hat, ader vorzcuhet her im das zcu lange, den sal her darumb beschuldigen for syme herren ader richter, under dem her gesessen ist, und der herre, ab her eyn erbar man ist, ader sein vogt, ader ab her ein burger ader bawer ist, der herre ader der schultheysse, sullen ym helffenn umb dye schulde, also umb ander schulde recht und gewonlich ist. Ditzs ist der stat recht, wichpildsrecht und auch das lantrecht.

XXIII. [Dist. III. 16.9.] Ab man dye leyster us der leystung nicht loset, und sy sich selber losen mussen, so bezcalt iczlicher sein anzcal; wer es aber das sye die leistung mit gesammenter hant gelobet hetten, so musten sye mit eynander dye kost glich gelden, ab wol eyner mher vorzceret ader lenger geleystet hette dan der ander, nachdem also sich das recht uswiset, als man mit gesamenter hant gelobet hat. Statrecht. Lantrecht.

XXIV. [Dist. III. 16. 8.] Prufet eyner and merckt der in der [Faksimile] leystung leyt, das yn der nicht losen wil, fur den her leystet, her mag yn darum wol hertlichen manen muntlichen und mit seynen brifen uber yn klagen und schriben; her sal sin aber nicht schelden, wan nymant sal den andern schelden umb schult ader umb burgschaft, ader ab her in losen sal und des nicht tudt, dweil her ober yn gerichts und rechts bekomen magk. Mochte her aber des nicht bekomenn und wegerte man ym das, ader ginge ym des der schuldiger frevelichen us, so mochte her thun, wes her nicht lassen wolde. Stadtrecht. Lantrecht.

XXV. [Dist. III. 16. 10.] Sunderliche leystung ist gisil, und dye kumpt, also wan man uf schult ader uf andersswas uszcurichten gelobet vor eyner bestracten tagzcit, und ab dye schult danne nicht gegolden wurde, ader das gelobde nicht usgericht, nachdem als es begriffen ader geteydingt wirth, das dan eyner, zcwene ader mher lwte in eyn herberge gehen, da yn in bescheydenn wirtt, und darinne leysten ane pferde, und mit dem werte bestellen umb dye koste, unnd zceren da bissolang das dye schulde vorgulden wirtt, ader der schade gekartt, ader das gelobde gehalden wirtt.

XXVI. In derselben wyse also man tud in der leystung mit dem inmanen und andern dingen den lwten, also sal man es auch mit den giseln halden, unde also dit uswiset mit den giseln, wo das vor nicht gantz geschriben ist, also sal man es auch halden mit den leystern an spyse und an tranck. Statrecht ist ditzs.

XXVII. Tud man dye leystung der gysele in eyn gemeyn herberge, do yn in bescheyden ist, so sal sye der wert nicht mher dan uf eynen tag zcu ym nemenn, nach an synen kosten halden uf ymandes schaden, her werde es dan muntlich gebeten und geheyssen von dem, uf den man gyseln sal um dye schult ader ander sache, ader schribe ym das eygentlichen in syme uffen vorsigelten brifen, und mache ym dye giseln namhaftig. Geschit des nicht, was sye dan vorzceren ader vorczeren wollen, das lasse her ym alle tage mit bereitschaft bezcalen uf ir eygen ebentur, ader sy ir quidt. Statrecht. Lantrecht.

XXVIII. [Dist. III. 16. 11.] Es sal auch eyne redliche ordnung haben was dye gisele zceren uf den si inleger halden, des sal sich ir wirth daran vlissen, das her yn zcwer teglichen und nicht mher zcu essen gebe von der leystung wegen, und sal yn auch uf ydes essenn nicht mher dan drey gerichte gewonlicher spyse geben und volkomlich gnug, und die gerichte stillen nicht mit dem allerkostlichsten seyn, nach zcu ermlich. Ouch so sal her ober dem tische geben ytzlichem, der eyn gysel ist ader leyster, eyn virtel wins ader gudes byres zcu trincken und nicht mher, und der win sal nicht zcu kostlich nach fromder win sein. Ist her aber morgenbrot ader abentbrot, ader trinckt nach dem essen [Faksimile] ader uber tische kostliche spyse ader kostlichen win, ader mher gerichte wan hye benant ist, das gelde her selber. Statrecht. Lantrecht.

XXIX. [Dist. III. 16. 13.] Tud der wirt den gyseln ungutlich mit essen und trinckenn, klagen sy, das man yr ubel pflege und dye spyse nicht volkomlich gebe, so sal es der wandeln, uf den man gyselt, und sal das mit dem wirte ustragen, das des nicht forder geschee. Spricht aber der wirt, her hab ir gepflegen, also her von rechte thun solde, das mus her beweren mit seynen eyde. Wil her aber des nicht thun, so sal her den gyseln das erstatten bey syme eyde. Auch so mag der, uf den man leistet ader gyselt, den wirth darum beclagen, das her om und seynen gesten zcu kort getan hat, wan her die kost gelden mus. Stadrecht.

XXX. Es sint auch etzliche cristenleut offenbar wucherer, dye heyssen kawerzaner, und haben schutz und sthwr von den fursten, under den sie gesessen sint, umb ir gelt. Disse kawerzaner nemen teglichen gesuch uff pfande, borgen, ader briffe, als dye iuden, und darumb sint sye uffenbar sunder und sindt beroubt der heilgen sacrament; sy haben dan raw darumb, und yr busse mus offenbar sey; und darumb so sint sye auch rechtlos und erlos vor geistlichem und werntlichem gerichte. Sy seint der fursten kamerknechte gleich also dy iuden, dyweil sy das wucher antriben, an das sy mit den lybenn nicht eygen sint. Ir gut ist bose gut, wan es wirt suntlich gewonnen und sint es fur gote schuldig wider zcu geben.

XXXI. Es stet geschreben in dem dritten buche Moysi, in dem XXV capitel, das got sprach also: din gelt saltu nicht usgeben zcu wucher wider dynen ebenmenschen, nach dyne fruchte. Von gotes rechte sal kein iude wucher nemen von iuden nach von cristen, sondern got hat es yn erleubt von den heyden, da ehr sprach: ir solt nicht wucher nhemenn von keynen menschenn, sunder von den fromden, wan dye heyden sint fromde von gote und beten fromde gote an, das sint dye abgote, das thun dye cristen nicht, dye beten an den untotlichenn ewigen got also dy iuden. Nhw ist ir ordnung aber anders geschickt, das sye zcu lande nicht mogen eygens gehabe, nach erbliche guter besitzen, wan man yn des nicht statet, und hetten sye dye, so gesche yn von den luten schade darzcu; erbeiten sye dye hantwerge, des ledin dye zcunfte und hantwercksmeyster nicht, und musten irer geselschaft enperen, und dye lute lissen sy nicht arbeyten; triben sy dan koufmanschaft, so koufte nymant gerne weder sye. Und darumb so musen sye wuchern, und dit ist ir behelffen; aber dye cristenn wucherer haben kein behelffen wan es ist ir girheit und ir vorzcwifelte bossheit.

XXXII. Das wuchern ist vorboten den pfaffen und den leyen, das ist der geistlich und wertlich wucher. Der geistlich wucher heyst [Faksimile] symonia und trit dye pfaffen zcuvor an; nach so mussen sich dye leyen yn etzlichen stucken darmede bekommern, dye sye auch antrift. Der geistlich wucher, der ist boser wan der werntlich, darumb das her sich zcuhet in dye ketzerey, und das her beyde partey vorunreyniget, den vorkeuffer und keuffer. Das tudt der wertlich wucher nicht, da wirt nicht me dan eyner eyn wucherer, der den wucher nymptt; der wirt aber kein wucherer, der den wucher gibt. Dit ist gystlich recht.

XXXIII. Lyhet eyn leye eyn geistlich leen, es sey pfar ader altar, eyme umb deswillen, das her im etzwas gegeben, geschenckt ader ufgelassen hat, ader inlasse ader vortragen sulle, ader hengeste geben, gelt ader korn lyhe, schwester, mumen, ader nyfteln gebe, wie sich der genys mache von yn selbes der beteydung, ader von andern luten zcwuschen yn, ader ab eyn wette geschehe bey gute ader geilde, ab her ym das lehen dorfte lyhen, geben sy iren willen ader forfolgen darzcu, so sint sye beyde geistlich wucherer, beyde der leenherre unnd dem es gelegen wirt. Dit ist geistlich recht.

XXXIV. Eyn frage ist, ab eyn leye, der geistliche leen hat, dy lenschaft ymande mit rechte vorkeuffen magk. Da antworten uf dye meyster des geistlichen und wertlichen rechtes und sprechen: neyn, wan wer eyn geistliche lenschaft vorkeufft, in welcher wyse her das tudt ader leisten, so wirt her eyn geistlich wucherer, sellos und erlos, und der es keuffett auch also wol. Hat aber eyn herre ein stat, eyn slos ader eyn dorff, das her vorkeuft ader vorsetzt mit allen renten, werdin, nutzen, freyheytten, manlehen und geistlichen leen, das bestehet mit gote und mit eren, wan dye geistlichen lehen gehen dan gemeynlich in den kouff ader in dye wetschaft mit andern zcufelligen werden und nutzen. Ist es aber das dye geistlichen lehen in dem kouffe ader vorsatzunge besundern benant werden, und das schlos ader dorf umb der geistlichen lehen willen turer gegeben wirt, so ist der kouf unbestentlich, suntlich und schentlich, und widder dye gesetze der heylgen cristenheit. Dit schriben dye meister Iohannes, meyster Peter und meyster Heinrich von Merseborgk in iren sumen.

XXXV. Got der vorbutet selber den geistlichen wucher, da her spricht: ir habt es umbsust enpfangen, so sult irs umbsust auch geben. Das aber den pfernern etzwas werdet, wan sye dy heilgen sacrament andelogen, das jst nicht umb der sacrament willen, sunder umb ir erbeit und mhw, wan eyn pferner ym rechten nicht forder pflichtig ist, dye sacrament zcu endlogen synen pfarlewten dan fur syne kirchen; darumb sint for den kirchen dye halle. Das her aber den lewten tag und nacht zcu hus gehet, da ist ym umb gesatzt also kleyne eyne myte, das her sein dicke dadurch lieber furhaben wer. [Faksimile]

XXXVI. Ist es das eyner hat eynen son, magk ader frunt, und wirt dem ein geistlich leen ledigk, magk her es dem gelyhen durch dy sypschaft ader fruntschaft, hy antworten dye meyster uff also: vorlyhet eyner eyn geistlich leen seym sone, bruder ader moge umb deswilln, das her reiche daruf werde, und ist der nicht recht und wol darzcu geschickt mit den sitten, kunst, lebenn und alter, nachdem als das lehen gestift ist, das man es lyhen sulle, szo begeht der lenherre darmit geistlichen wucher, also wol um dye magschaft und sundliche gunst, also ab es geschee umb gelt, und der es enphet, der sundigt auch, so her nicht gut gnugk darzcu ist. Hat aber eyner eynen son, bruder ader magk, der wol geschickt zcu eyme leen ist, und lyhet im das darumb, das her gote dynen sulle und zcu syner nodturft zcu narung kome, disse lenung ist bestendick, gotlich und erlich. Dit stedt geschriben im geistlichen rechte ex. de jure patronatus.

XXXVII. Dynet eyn pfaffe ader schuler eym herren umb seynen lon, ader uf gnade, ader dint eyner stadt gemeynlichen, ader eyme closter, und wirth der also belenet, also ferr das her zcu dem lehen mit synem leben geschick sey, als vor geschriben stedt, dye lenung ist bestendigk, gotlich und erlich. Dinget her aber zcufor us, das ym durch synes dinstes willen das erst lehen gefallen sulle, das ledig wurde, so wirt die leenschaft umb den dinst unbestendick, suntlich und schentlich. Gelobet aber eyn herre syme knechte umb woltadt willen von eygener koer, das her in belenen wolle, das lehen, das globde und dye gnade mag her wol nemen.

XXXVIII. Ist es aber das eyn lenherre mutet eym ane, den her belenen wel, das her zcu dem lene benante zcinse machen sulle, ader etzliche zcinse vom leen begeben, ader emperen sulle, ader etzlich zcit darumb dynen, dit ist alles unbestendigk; es wer dan das der dinst antrete eyn gotshus zcu beschermen, da her umb kegen Rome wanderte ader anders war, ader ab her also gelobt in eyner gemeynen wise, das her das lehen und syne zcugehorung nach synem stante bessern wulle, und nicht ergern, nach vorgehen lassenn; und disse stucke und derglichen dye sint wol bestendigk und gotlich.

XXXIX. Eyner der sin kint in eyn closter geben wil, magk her om dye phronde mit got und mit eren gekouffe ader nicht? hirzcu sprechen dye iuristen neyn, wan es ist ein geistlich wucher; ist aber das closter verarmet, wir wolden dich gern enpfaen also durch got, hettestu etwas, davon du dich generen kunest, und brechtest mit dir narung zcu spyse und zcw kleydung, wan wir das selber ytzunt gebrechen haben. [Faksimile] Aber eyn teyl meyster sprechen, und besundern meyster Iohannes yn syner sume, es sey nicht sicher zcu der sele seligkeyt, das man sogetane rede nach gedinge habe, sundern man sal schlechtlichen dye pfronde durch got geben; darnach so magk mit dem vater ader mit den, dye des kindes zcu schicken han: also ir erkennet wol, das wir yn schuldenn sint, und in unserm kloster gebrechen han, hirumb so solt ir bestellen owerm kinde, das es seyne nodturft habe, und lasset ym folgen in das closter sein erbteil, es mus anders gebrechenn leyden. Ist es aber das man ym nicht folgen wol lassen sein erbteil, so mocht man in dem yare seyner vorsuchung sein wider los werden. Aber ist das closter also reiche, das es seyne narung wol hat, so ist es bose, das man midt den kindern etzwas zcitlichs gutes heischt, und es ist geistlich wucher, also geschriben stet ex. e. t. qn.

XL. Ist es auch, das eyner seyn kint in eyn closter geben will und lest das vor midt des closters formunden ustedingen, was her mydde geben sulle, ader setzt das zcu eyme, was her usspreche, das wolle her darumb ane widderrede thun: disse wyse sind alle unbestendig und ir gleichen, und ist geistlich wucher. Das schribt meyster Raymunt. Wer es auch das man mit eym dingte, das her darumb etzliche zcit dem closter dynen solde, das ist aber unbestendig. Wolle man auch eynen leyen ins closter nicht nhemen, her lernte dan forhen backen, browen, schwmachen ader dergleichen, das ist aber unbestendigk und unrecht, und geschiet alles mit geistlichen wucher. Kan her aber etzwas, darmyte her dem closter nutze ist, man mag yn wol enphaen eher dan eynen anderen.

XLI. Opphert eyn man etzwas von gelde, erbzcinsen, ader was das ist, mit seym kinde in eyn closter, das mag man mit gote und eren wol nemen; geschiet es dan an gedinge von willen, so ist dye gift gotlich undt erlich; ader macht des closters schulde mynner und quitet, ader was her dem closter nutzes zcuzcuhet ader gutes von eigener willekor, das ist alles loblich, gotlich und erlich. Dit schribt meister Heinrich von Merseburg.

XLII. Sal man ein kint in ein closter thun und wil man das nicht darin nemen, der vater ader seyne frunt geloben dan, das sye es zcu schule zcwey yar ader drey halden wollen, und benennen im, was es lernen sulle, mag das gedinge mit got und recht bestehen ader nicht? hirzcu so sprechen dye meyster, das es bestentlich und erlich sey, wan das gedinge zcuhet sich zcu gotesdinste und besunderm erlichen nutze des closters und in geistlichen dingen. Hye wer vil von zcu schriben.

XLIII. Aber der wertlich wucher, der ist mancherley von den cristen, heymlich und offenberlichen; von etzlichen geschiet her in boser [Faksimile] gyrheytt und von etzlichen in unwissenheit: darumb so ist wol nodt davon zcu reden uf das man in erkennen moge. Lyhet eyner gelt eynem armen manne im herbste und schlehet im das gelt an korn, also das her im korn wider gebe nach pfingsten, wan es turer wirt, das her wol eyne sicherheit hat, das es vaste mher geilde, dan es tedt, da her im das gelt daruff leich, das ist wucher und ein boser genys, das schreibet der meyster Wilhelmus.

XLIV. Nemt auch eyner korn ader ander getreyde, wan es thur ist, und schlet das an gelt, dem her es lyhet, also das her yme uf sant michelstag fur dye sume geildes korn gebe, also vil es danne geilde, und weis das sicherlichen vorwar das im vil mher korns wirt, dan her vorlegen hat: das ist wucher und boser genys; sundern wer das seyne vorlyhen wil, der sal korn leyen umb korn, hafer umb hafer, und gelt umb gelt und desglichen, das ist bestendick; ader vorlyhe es also umb vil geldes, also es gilt uf die zcit.

XLV. Und lyhet eyner alde pfenge, gelt, ader alde muntze, so man dye vorslahen wil, uf das man ym dye mit nower muntze bezcale: das ist wucher. Also stet geschriben XIV. q. VII. si quis. Wolde aber eyner uf eyme marte sein gelt usgeben umb koufmanschatz, und kem eyner zcu ym, der umb gelt benotigt wer, und borgte im das abe, also das her darumb seyns koufs und winung enperen muste, da mochte her wol mit rechte nowe gelt fur das alde in der bezcalung nemen, ader etzwas folliger dan sein gelt was, das her im leych. Dit stet geschriben daselbs, wan es sprechen dye meister Hostiensis und Iohannes, das es zcemlich sey, das eyn man vorkouffe das gebruchen seynes geldes. Aber dye es schlechtlichen thun durch iren eygennutz, dye werden von dem wucher nicht entschuldiget.

XLVI. Eyner, der sein gelt dem andern lyhet, uf das er im sein pfert lyhe etzliche tage, ader erbeyte, ader desglichen, der begehet darmydde wucher. Desselben glichen ist es auch umb allerley geschencke, also kese, bern, eyger, eppfel, winber, honigk, melch, und derglichenn, also bescheydenlichen wan das geschencke durch deswillen geschiet ader genommen wirdt, so der vorlyher in der hofnung solches genysses usgelegen habe. Dit stet XIV. q. IV plerique.

XLVII. Schlet eyner das korn, das her vorlyhet, nicht an gelt, sundern lyhet es umb deswillenn, das ym besser korn gegulden werden, also rocken umb gemanck, und gemanck umb weysse, das ist wucher. Leyhet her es aber darumb us, das her forcht, es vorterbe om, her wolle es erfrischen, ader dormyde hulffe thun, ab ym dan besser korn gegolden wirt an sein zcuthun, das mag her wol nemen ane sunde und ist om kein wucher. Dit spricht Hostiensis. [Faksimile]

XLVIII. Redet eyner dem andern korn zcu bezalen uf eyn tagzcit, wan es villicht thur wirt, und wil es der schuldiger ehr dan die tagzcit kombt bezcalen, und der es usgelegen hat, der wil nicht bezcalt nemen umb der hofnung willen, das es turer werde, der thut ubel und begehet wucher. Lest her es aber umb ander sache, also der her dye stat syner wonung wandeln wil, ader seyne husung bowen, ader nicht lediger stat hat, da her es nutzlichen behalden moge, so mag her es wol wegern zcu nemen ane sunde.

XLIX. Auch so pflegen etzliche wucher, das sye pferde ader kwe malen an eyne want, und keuffen dye und vorkeuffen sy widder, ader vormiten sye, uf eyne tagzcit zcu gelden; ader vorkeuffen eynem benotigten manne eyn pfert ader eyn kwe, hues ader huesgerete, uf eyne bestrackte tagzcit zcu gelden, und geben das thur gnugk, und wan her das bestellet, das sye es widerkeuffen wollen zcu stunt umb gereyte gelt, und des gereyten geildes ist dan vaste weniger dan des geldes, da her es um vorkouft hat; ader vorkeuffen eyme etzwas abe zcu nahe veyle, und mynner wan es wol gegelden mochte midt sulchem underscheyde, das her es wider ture nemt und zcinse davon gibt uf eynen widerkouf und desglichen, ist alles unrecht und wucher.

L. Tudt eym armen manne geldes nodt, und hat fur ym nicht, da her gelt mite gelosen moge dan von den fruchten syner ecker, und vorkeuft dy saedt uf dem feylde, also wan das korn ryffe wirt, das der keuffer dan dye ecker uskysen wolle und nicht eher: das ist wucher und nicht recht; wan wer dye saet nahe veyle keuffet und wil dan des kornes gewiſsheit haben von der koer wegen, der tudt unrecht, wan keuft her sadt, so sal her saet kysen, wan sye uf gegehet, keuft her aber korn, so kyse her wan hers schniden sall. Die saet sall man kysen im mey, das eyn man besehen moge, ab dye ecker wol und recht besewt sein, und sal fordt sein obenteur stehen mit dem missewachssen; so wirt sein wynung gotlich.

LI. Hat eyn man eyn teyl schaffe, und thud dye eyme scheffer, und lyhet om gelt darzcu, also das her im sal allen nutz davon lassen gefallen, unde ome dye umb des geyldes willen, das her inne hat, futtern und huten, ader keuft umb den scheffer umb gereyde gelt schaffe, also das ym eyn benanter genies darvon werde, und was her der vorlyse, sterbe, ader dye wulfe essen, das wulle her keynen schaden nhemen, das heyssen ysern schaffe ader untodliche schaffe, und das ist schnoder wucher, und was desgleichen geschehet von anderm vyhe, des alles nicht nodt ist zcu schriben. [Faksimile]

LII. Es ist eyn frage in dem geistlichen rechte, ab eyner mog mit gericht geerbeyte wider eynen wucherer, der wucher von ym genomen hat, und das wider gefordere? Darauf antwort das beschriben recht ex. e. c. cum tu: ist das der wuchrer nicht eyn cawerzcaner ist eyns herren, ader eyn iude, dem es vom reich ader von eym fursten erleubt ist, szo helt man das auch im wertlichen rechte in etzlichen steten, das man eynen wuchrer umb den gesuch beclagen wol moge vor gerichte, und her sulle en in dem rechten kerin. Aber das es hye nicht gewonheit ist, und in dem landtrechte, das mag des schult seyn, das man dye lwte damit erlos und gutlos machte, so sye das gote midt eyner uffenbaren smelichen busse gebussen musten, davon sy erlos und rechtlos wurden, und darzcu beyden gerichten, geistlichen und wertlichen, und dem kleger mit eym gnugtun umb das gesuch, und hirvon sso mochte gros unfrede unnd schade bekomenn.

LIII. Und lyhet eyn wucherer eyme etzwas, da her om gelobet gesuch uf zcu geben, ist her om den schuldig ader nicht? Da entwort uf das beschriben recht, und spricht, das her ome den wucher umb seynes kouffes, lyhens ader geldes willen, in den rechten fur gote und vor den luten nicht pflichtig sey, aber umb syns gelobdes willen, das her darzcu gethan habe, so sey her ym das schuldig; wan was ein man von willen gelobet, das sal her halden und sal das bezcalen. Aber nach der bezcalung, so sal her yn wider forderen umb das gesuch unnd umb das, das her zcu unrecht von im genomen hat also.

LIV. Ab nhw ein man geschworn hat und gelobet, das her den gesuch nummer gefordern wolle, sal her den gesuch geben und nicht fordern? Antwort das beschribenn geistlich recht: das der eyt sey ein frevel, und den sulle man auch nach wertlichem rechte dem schultheyssen uf beyde syten gebussen. Ex. de iurejurando & de administracione. Des erben aber, der geschworn hat und das vorlobt zcw fordern, dye mogen das fordern; und thun sye des nicht, ader dorffen des nicht thun, so sal es der rat der stat thun ader dye schepffen, und dit ist recht auch uber alle bzcwunglich gelt ader habe in sogetaner weyse zcu fordern.

LV. Alles das ein man nembt zcu libnis von geilde, korn ader ander habe, das her vorlyhet, und dingt das yme zcu geben: das ist wucher; her kouffe dan zcinse recht und redlich mit eyme und lasse yme dye bestellen uf eygen ader uf erbe, uf borgen ader uf pfanden, ader lyhe das in den koufmanschatz uf wynung, und nymbt her dan auch icht uber dye wynung, dye ym von rechte gebort von sym gesellen, das ist unrecht und ist wucher. Dit stet geschriben ex. e. c. etc.

LVI. Vorkeuft ader lyhet eyner etzwas uf eyne tagzcit zcu gelden, und bit der schuldiger lengern tag, unnd wil ym der gloubiger den tag [Faksimile] nicht erlengen, her schenck ym dan etzwas darumb, das ist auch wucher und stet geschriben ex. e. c. etc.

LVII. Nicht untogentlichers wuchers ist dan uf dem spyle, da man lyhet sechs um soben, vier umb funf, ader beywylen zcwen um drey, und ditz wucher geschit uffenberlichen. Nach so wollen dyeselben wuchrer nicht wucherer geheissen sein, nach uffenbare busse darumb lyden. Des sint sye erger dan ander wucherer; dan dy andern lyhen ir gelt zcw irer nodturfft und dicke das sye gute wercke darmit thun, aber disse lyhen ir gelt darzcw, das dy lute beschedigt werden und unrecht und boshit gestift werde, also der spyler syte ist mit bosen eyden, fluchen, schelden, gote missebitunge, unnd beywilen das todtschlage darvon komen, der sye alle mit schuldig werdenn.

LVIII. Es sal nymant uf dem spele keyns mannes kint vorpflichten, wan umb als vil, als es umb und an hat, und uf dy zcit geildes bey ym treit; und wer ym daruber angewynnet ader lyhet, das magk sein vater, bruder, ader ander sein mogk, wider mith gerichte fordern, und ab dye da nicht weren, so mochte es thun sein herre, ader formunde, an des brote es ist. Gewynnet auch eyner dem andern mhe an dan also ym vorzcalt ist, und spennit yn darum in eyn vessern, ader behelt yr sust, wu her magk, her mus yn von gerichts wegen ledig lassen unnd das gebussen. Dits ist wichpildsrecht. Und beclagt eyner den andern umb spylgelt dem darff her nicht entwortten. Dits ist wichpildsrecht.

LIX. Von dem iudenwucher sal man nhw mercken. Worumb man dye iuden under den cristen lyde, und dye heyden nicht, das sint vier sache. Dye erste ist darumb, das wir das gesetze von yn haben, von des gesetzes wegen wir das gezcugnis haben von Cristo. Das ander umb der veter willen, von den Cristus sein begyn und gepurt hatt, also sant Pawl schribt zcu den Romern. Das dritte durch yr begerung willen zcu dem glouben, wan sy alle zcu dem cristenglouben fur dem iungsten tage komen und bekart werden, also David spricht im psalter: sy werden bekart uf den abent und lyden hunger also dye hunde, dye in der stat umbgehen. Das virde umb des gedechnisss willen des lydens Cristi, das wir des darbey gedenckenn, also der prophet im psalter spricht: tote sy nicht, das meyn volgk des icht vorgesse.

LX. Den iuden sal man keynen unzcemlich uberlast thun, man sal sye lyden bey den cristen, unnd dye heyden nicht, also spricht das geistliche recht. Czu dem cristengloubenn sal man sye auch nymant zcwingen, wan es stet also geschriben: uber wen gott wil, uber den erbarmt her sich, und wen her nicht wil, der vorharttet in dem unglouben; got wil nicht, das ymant an seynen willen selig werde. Man mag den iuden raten zcw dem glouben, ader mith drawen sal man sy nicht darzcu zcyhen [Faksimile] Wer es aber das ein iude darzcu gezcwungen wurde, und geteuft wirt, den sal man mit gewalt bey dem glouben behalde, uff das der nham Cristi icht also missehandelt werde. Dit ist das geistlich recht.

LXI. Den iuden gebort von rechte zcu wuchern forder den andern luten, wan sant Iheronimus, der lerer, schribt also, das keynerley volg giriger und unkuscher sey, wan dye iuden. Das macht das sye stetlichen mussigk gehen, darumb so wechst dy gyrheit in den mannen und dye unkuscheit in den wyben.

XLII. [Dist. III. 17. 27.] Den iuden ist vorboten zcu aller zcit, das sye uf keyn vyhe nach uf pferde gelt sullen lyhen, dan alleyn bey schonem tage, mit wissen und gezcugnies cristen und iuden, dye her darzcu nhemen sal, also das recht uswiset; und thudt her das nicht, her mus seyne pfennige daran vorlysen, ab ymant kombt, der es anfengt, also recht ist, und om zcugeteilt wirt. Der stat recht.

LXIII. Setzet eyn cristenman sein pfant fur gelt in dye iuden, unnde wan her das losen wil, wirth under yn dan zcweitracht um das gelt, ader umb dye tagzcit, der iude behelt sein gelt, das her uf das pfant gelegen hat, mit syme rechten nach seym gesetze; es sey dan das der cristenman yn des offenberlichen erzcugen moge mit cristen und mit iuden. Dit ist der stadt recht.

LXIV. Es sal auch kein cristenman eynem iuden, nach eyn iude eynem cristen erzcugen, nach ichts on uberkomen, es geschee dan mit cristenluten und mit iuden, also das her des habe zcu gezcugen eynen cristen und eynen iudenn zcu dem mynsten, und in disse gezcugnisse gezcugen beyde, frowen und man. Lantrecht.

LXV. Wirt auch gut vorstoln, ader geroubt, ader gepfant, und wirt gesatzt in dye iuden, kumt dan der, des es gewest ist, und wil es losen, und weis nicht vor war, was es stehet, ader wie lange es gestanden hat: szo sal der iude schweren, das her nicht wuste, das es gestoln, ader geroubet, ader wo dan es komen wer, und was es stehe, ader wye lange gestanden habe, und sal sein gelt widder nemen und den gesuch. Statrecht.

LXVI. Czuhet ein man eynen iuden etwas, das her unschuldig ist, und mag des nicht bewysen, so mus der iude seynen eydt davor thun, wie ym der zcu rechte zcu thun gepurt, und her sal also stehen: also mich der beschuldiget N., des bin ich unschuldig, also mir der lebende gott helffe, der hymel und erden geschaffen hat, und der dem propheten Moysen dye zechen gebot uf dem berg Synay gegeben hatt; und sal syne finger uf Moyses buch legen, das dy iuden haben fur ir heylgtum. Dit ist nach der stat rechte.

LXVII. Sal der iude aber schweren noch dem laudtrechte, so lutet [Faksimile] der eyt also: wes mir N. schult gibt, des bin ich unschuldig, des mir got so helffe, der geschuf hymel und erden, loub und gras, und ab ich unrecht schwere, das mich der got schende und vortelge, der alle werlt mit der sintflut ertrenckte, ane Noen und sein gesinde, und ab ich unrecht schwere, das mich der got plage, der Zodomam und Gomorram mit hellischem fure vorbrante und undergehen lys umb yre sunde, und ab ich unrecht schwere ader mit geferden, das mich die erde lebendig vorslinge also sy Datan und Abiron vorslang, und sogetaner fluch uber mich und uber meyn hus gehe, den got getan hat und dye schrift sagt von den, dy meyneyde schweren unde den namen gotes unutzlich in yren munt nemen.

LXVIII. [Dist. III. 17. 48.] Eyn iude, der vor dem gerichte teydingt und wirt wettehaftig, der mus vor dem konge ader keyser wetten eyne marg goldes. Teidingt aber her fur des riches marschalg, da wettet her eyn marg sylbers. Wirt her aber wettehaftig, also das her in den schaden sachen nicht vorwunden wirt, szo wettet her eyn pfunt pfeffers. In allen andern wertlichen sachen so wettet der iude nicht mher dan eyn ander cristen man. Dit ist lantrecht.

LXIX. Schnidet eyn schroter eym gewant zcw kleydern, und macht ym dye, so her beste kan, und wil der von ym nicht losen, er werde om gelonet, wirt ym nhw das vorzcogen, so mag her sy vorsetzen zcu iuden ader zcw cristen vor sein lon, das bescheydenlich ist; und vorsetzt her sy turer, den gesuch muste her selber tragen, und yhener loste sein kleyder, nachdem alsso der rath und die schepffen erkenten. Dit ist der stadt recht.

LXX. In allen sachen, da eyn iude eynen cristen, ader ein crist eyne iuden uberzcugen wel, das sal geschen mit fromen cristen unvorlummit, und mit fromen iuden, dye sich under yren genossen fromlich gehalden habenn, anders so worde das gezcugnis geschwecht; und wen man da zcu gezcuge heyscht in der wise, der sal es williglichen thun allezcit, wu es den cristen ader iuden nodt thudt, und wolde daruber ein crist ader ein iude nicht darbey sein ader gezcug sein, und tede das also frevelichen und liesse es ane redliche sache, her sal es dem richter vorbussen. Ditz ist der stat recht und auch lantrecht.

LXXI. [Dist. III. 17. 18.] Eyn iude, der sein gelt uf pfande lyhen wil, der sal die pfande vor wol besehen, ab sye icht gebrechlich sein, und ab sye die mutten, muse, ader ratten, icht geletzt haben. Funde her dan gebrechen an den pfanden, da sal her zcu nemen zcwene iuden und eynen cristen, ader zcwene cristen und eynen iuden, dye im dye pfande helffen besehen und dy gebrechen, und wurden dy pfande gebrechlich bey dem iuden oder wurden vorwarlost, den schaden muste der iude [Faksimile] entlegen umb des wiln, das her dye in seyner hute nicht bewart hat. Tud her aber seinen eydt darzcw, das her dy gebrechen vorsehen hab, und sye vor an den pfanden weren, und ihenen das zcu stunt, also her sein geware wurde, der sye im vorsatzte, vorkundiget habe, so blibt der iude ane nodt und an wandell. Dit ist lantrecht. Aber nach der stat recht ist es anders: ist das der iude beschuldigt wirt, her habe eyme seyn pfande vorwarlost und lassen vorterben, tudt der iude dan seynen eydt darzcu, das her die pfande bewart habe, so vlislichen, ab sy sein eygen weren, ab dan wol schade darzcu geschen ist, der iude blibet sein ane wandell.

LXXII. [Dist. III. 17. 19.] Beduchte nhw eynen cristen, das syne pfant, dye her yn dy iuden gesatzt hat, geergert wern, und wolde der us den iuden nicht losen, hat der cristen dem iuden gereth ader gelobet dye pfande zcu losen zcu der zcit, da her sy yme satzte, ader villichte sydder, so mag yn der iude wol darumb beclagenn, und der cristen mus ym dan antworten und thun, was recht ist. Statrecht. Lantrecht.

LXXIII. Eyner der seyn pfande in dye iuden setzt, und betit den iuden, dy ym wider zcu lyhen eynen tag ader zcwene, her wol sy yme wider antworten: spricht dan der iude dy pfande sint ym vorwechselt ader geergert und hat nicht gezcugnis daruber genomen, lowkent das der cristen, des mus her sich entschuldigen midt seynem eyde. Dit ist statrecht.

LXXIV. [Dist. III. 17. 26.] Also eyn cristen sein pfant geloset von eynem iuden, und hat des gesuchs nicht daruf gegeben, und blebt das pfant for den gesuch stehen, so ist das pfant eynen mont nach der losung wuchers frey; darnach so ghet der gesuch fort uf den gesuch. Spricht aber der cristen, her hette ym keynen gesuch gelobet, des wuchers ist der iude nher zcu behalden mit seyme eyde uf Moyses buch, dan es der cristen enkehen moge, ader sich des mit syme eyde entslahen. Spreche aber der cristen, her hette ym houbtgelt und gesuch bezcalt, ab wol der iude om uf guden glouben sein pfant hette wider gegeben, nach so muste der cristen bewisen dy vorgulden schult, also recht ist. Lantrecht, wichpildsrecht.

LXXV. [Dist. III. 17. 13.] Tud eyn iude eyme cristen gelt ane pfant, und ane burgen, uf sein gelobde und guden glouben, so ist her eme zcu hant das heubtgelt und den gesuch, also gewonlich ist, daruf schuldigk. Spricht aber der cristen, her habe ym gelt in fruntschaft gelegen und keynen gesuch benant, nach keynen gesuch gelobet, des ist dan der iude nehr zcu bewisene unndt zcu behalden uf Moyses buch mit seym eyde, dan em der cristen des gelowken moge. Spricht aber der cristen, her hat mir nicht gelegen und ich bin ym nicht schuldig, kan [Faksimile] der iude dan nicht bewysen, als recht ist, das her ym gelt gelegen habe, ader gesuch gelobet, der criste entgehet im des mit synem eyde. Dit ist der stat recht und lantrecht.

LXXVI. Eyn iude, der eyn geringes pfant ader ein warzceichen hat, da om von eym cristen zcu gelobet ist, da mag her ihenen wol umb das gelobde for gerichte beclagen. Bekent her dan, das her ym zcu dem pfande gelobet habe, so sal man dem iuden helffen zcu dem pfande, ab es zcu geringe ist, das eme mher pfande werden und ym gut gnug gemacht. Spricht aber der criste, ich habe om nicht gelobet zcu dem pfande, das mus der iude erwysen, ader mit sym eyde uf Moyses buch behaldenn, ader gebarn mit dem pfande also her zcu rechte sulle. Statrecht.

LXXVII. [Dist. III. 17. 15.] Wyl ader magk der iude die pfande, die ym fur sein gelt gesatzt sein, nicht lenger gehaldenn, so sal her sy ufbiten fur gerichte, also recht ist, und darnach so sal her sye iheme zcu huse und zcu hofe biten mit wissenschaft zweyer cristen und eynes iuden, und sal dan das pfant tragen fur gerichte unbeclagt, und ys dan ufbiten also recht ist zcu dem ersten gerichte und sal sprechen: her richter und ir schepffen, ich habe ditzs pfant ufgebotten, und sal uffenbar benennen wes und wyfel es sey, da hab ich bey gehabt meyne gezcugen zcwene cristen und eynen iuden, dye es sagen und horten, der pfande wil her nicht losen, und bit uch im rechten zcu erfaren, wie ich furbas darmit gebaren sulle. Szo teilt man ym, her sulle dye pfant nach zcwyr ufbytten, und wan her das getut, so mag her sy vorkeuffen und darmit thun, was her wel, und ist von iheme ledig und los, des dye pfandt gewest sein. Statrecht. Lantrecht.

LXXVIII. [Dist. III. 17.17.] Alle pfant, die der iude inne hat, dye sal her bewaren, also sein eygen. Vorlust her aber eyme sein pfant, darmyde her kein pfant ader andersswas seynes husgeretes vorluset ader vorlorn hat, das pfant mus der iude geilden. Aber sein gelt, das der iude daruf gelegen hat, das schlet her abe. Dit ist der stat recht und lantrecht.

LXXIX. [Dist. III. 17.9.] Rechent eyn cristen mit eynem iuden umb pfande, dy ym gesatzt seint, und zcweyen sich in der rechnung, also das der criste spricht, es stehe also vil nicht, und der iude spricht, es stehe mhe: das ist der iude nher zcu bewisen uf Moyses buch mit syme eyde wan der cristen; und behelt dan der iude sein gelt daruffe, so sal der cristen ssein pfant losen, beyde vom heubtgelde und gesuch, nachdem also es stehet. Stadtrecht.

LXXX. [Dist. III. 17. 8.] Ist es aber das eyn cristen spricht, und fordert eynen iuden, her habe ym pfande gesatzt, wolle dye losen und [Faksimile] der iude louckent und spricht, her hab ym keyn pfande gesatzt ader nymant von syner wegen, wil der cristenn dan dem iuden nicht glouben das her syner pfande nicht habe, des magk her sich entschuldigen uff Moyses buche mit seym eyde, in welcherley wise der cristen seyne klage setzt ader gesatzt hat, und der iude ist darmit loes, der criste mochte dan den iuden erwisen, also recht ist, das sein pfande ym gesatzt wern. Statrecht. Lantrecht.

LXXXI. Eyn man, der seyn pfant yn die iuden gesatzt hat, und lest sich beduncken, das sye im geringer ader vorwarlost sint, louckent des der iude, her entgehet dem cristen mit seym eyde uff Moyses buch, der cristen mochte dan bewisen, also recht ist, das der pfande mher weren, ader villichte besser, ader anders weren, dye her ym gesatzt hatte ader setzen lies. Statrecht. Lantrecht.

LXXXII. [Dist. III. 17. 11.] Vindet eyn cristen man seyn habe yn eyns iuden gewehre, und spricht den iuden also an: her finde sin gut in sein gewheren, das ym abegestoln, geroubet, ader mit anderm frevel genomen sey, und bit das her es eme widergebe; spricht dan der iude: her wisse nicht von seym gute ader habe, her habe pfande da her sein gelt uf gelegen habe, also gewonlich und recht ist; schwert dan der iude uf Moyses buch, da man ym dye pfande satzte, das her nicht wuste, ab es gestoln ader geroubt wher, so behelt der iude sein heubtgelt mit dem gesuch daran, nach gewonheit und rechnung der zcit, dye es gestanden hatt; und wil der criste dem iuden nicht gleuben, das es also vil geldes stehe ader also lang gestanden habe, das mus auch der iude bewere uf Moyses buch mit seynem eyde. Dit ist der stat recht und lantrecht.

LXXXIII. [Dist. III. 17. 12.] Ist das dem iuden von fures wegen, von duberey, ader von ander not wegen, das syne mit andern pfanden vorbornt, vorstoln ader sust vorlorn wirtt ader vorterbet, das auch wol offenbar ist: spricht yn dan eyn cristen man darumb an, der es ym gesatzt hat, tud dan der iude seynen eydt darzcu uff Moyses buch, das her es in der nodt ader zcit vorlorn habe, sso ist her loss, und der iude vorlust sein gelt daran und der cristen sein pfant. Stadtrecht.

LXXXIV. Eyn iude wirt rechtlos, dem pfande gesatzt sint, und der lowkent, ab man sy von ym losen wil. Erbut her sich auch zcu seym eyde, und uberkomt man yn des, davor her woln geschworn habe, mit gezcugen, also recht ist: szo wirt her aber rechtlos. Lyhet her uf gestoln ader geroubt guth wissentlich, her werde seyn dan gebeten: sso wirt her aber rechtloss. Dit ist statrecht.

LXXXV. Dy gewonheit und das recht haben dye iuden yn eym lande anders dan yn dem andern, und auch dye gesetze yn eyner stat [Faksimile] anders dan yn der andern. In etzlichen steten und landen haben sye erbliche guter, ecker, winwachs, wysen und holtz; do haben sy auch dye freyheit und ir recht darnach. In etzlichenn landen, als yn Italia, da Rome lyt, da mussen sy hantwerge erbeytten, und mussen besundern kleyder fur den cristen tragen. In etzlichen landen wil man yr nicht mher lyden dan zcwen ader drey in eyner stat. Aber in dutzschen landen, da gehen sy mussigk und wuchern. Das beschreben recht wiset aber us, das ir wucher sulle messig seyn; wan ersteygen sy den ober das, also her yn gesatzt wirt von den fursten ader stetin, da sy wonen: so sall das wertlich gerichte, ader der rat eyner stat, iren frevil straffen ader zcwingen.

LXXXVI. [Dist. III. 17. 3.] Es sal keyn iude nymande gelt uf pfande lyhen, des her nicht gantze kuntschaft hat, dan uffenberlichen und bey schonem tage, und nicht fur dem ufgange ader dem undergange der sunnen, das ist auch wider bey rechten morgen ader bey rechten abende. Her sal auch nicht lyhen uf pfande, wider bey tage ader bey nacht, nach uf keyne zcit, rechten vorsprochen luten, wu her dy erkennet, also roubern und dyben, und derglichenn. Dit ist lantrecht und wichpildrecht.

LXXXVII. Der iude sal nicht heymlichen uf pfande lyhen. Tud her aber das, es sey bey tage ader bey nacht, und wirt dube ader roublich gut under ym funden, das mus her aller dinge von rechte wider geben; her schwure dan uf Moyses buch, das her des nicht wuste, das es gestoln ader geroubt wer, ader sich des vorsehe ader gemercken kunde an geferde. Dit ist der stat recht. Aber nach lantrechte und wichpildsrechte: wan der das nicht beweret, nach kan beweren mit seym eyde uf Moyses buche, so mus her pfant lediglichen widergeben ane heubtgelt und gesuch, und wirt darzcu rechtlos unnd erlos under iuden und cristen. Dit ist lantrecht. Aber nach dem statrecht wirt her davon nicht erlos, her lowkende dan des pfandes.

LXXXVIII. [Dist. III. 17. 4.] Ist das eyn iude lyhet uf pfande bey schonem tage uffenberlichenn, ab dye pfant gestoln ader geroubet sint, und des nicht weys, nach keyn warzceichen daran gemercken kan, ab man dye pfande wol fint yn seynen geweren, und wil das beweren mit synem eyde uf Moyses buche, das es also war sey: da vorlust her seyne pfennige nicht an. Lowkent her aber der pfande, so vorlust her syne pfenige daran, und ists das man uber yn klaget umb eynen metezcerer, so vorlust her das recht und freyheit, dy den iuden von keysern und konigen gegeben ist und auch von den fursten, und wirdet also rechtlos. Statrecht und gemeyn recht.

LXXXIX. Stelt man eynem iuden eyn pfant, das ym gesatzt ist vor sein gelt, zcw eyme fenster us, das also gelegen ist, das der dieb nicht [Faksimile] mher pfande gelangen mochte, und thar her synen eydt darzu thun uf Moyses buch, das her dye besserung des pfandes, ab der iude wol mit demselben pfande nicht mher pfande ader syner habe myde vorlorn hat. Dit ist der stad recht und eyn gemeyn recht.

XC. Ist es auch das eym iuden eyn pfandt ader etzwas, das gestoln ader geroubt wher, yn sein haus ader in sein kamern zcu eyn fenster yngewurffenn wurde, so es also geringe wer, das es zcu dem fenster yn komen mochte, und wer auch sein husung ader dy kamer darnach geschicket, und suchte man das pfant bey dem iuden, und lowkent her des, und wurde es darnach bey yme also funden, das sein briff ader sein schrift nicht daran wer, undt nicht under synen pfanden mide gezceichent, und thar her sich des pfandes mit syme eyde uf Moyses buch also recht ist entschuldigen: her blibt sein ane wandell und wirdt darumb nicht rechtlos nach erlos und gebet das pfandt ledigk wider dem, des es gewest ist. Statrecht.

XCI. Brengt man eyme iuden blutige pfant, ader nasse tucher, unbereytet gewant, unbereytte kleyder, ader ander unbereytten hussradt, gewar, harnesch, stoppen, armbrost, buchssen und ander gewher, dy gehoren zcu der lute befredung in den stetten: da sal her nicht uf lyhe. Thut hers daruber und wirt an om das gefordert, her vorlust sein heubtgelt und den gesuch daran, und mus es dem richter gebussen. Ist es aber das ym der redet, der es ym gesatzt hat, her wolle es losen, und es nicht fordern ledigklichen, ader nymant von syner wegen, nach so mus her es dem gerichte bussen, ab es unbereytte gewher ist, und dem rathe ab es ander gewher ader harnisch ist, umb der eynung und gesetze der stete und wilkor der stete, und ditz ist eyn teil lantrecht und eyn teil statrecht.

XCII. Ist auch das eyn iude lyhet uf kelche, messebucher, messegewandt ader uf ander kleynet, das zcu gotsdinste gehort: was man des bey ym fint, das sal her widergeben, und ab man ym wol vorlobet hat, das man es nicht fordern wolle, nach so sal es das gerichte ader der rat zcu om nemen, und der kirchen, der es gewest ist, wider umbsust gebenn.

XCIII. [Dist. III. 17. 5, 6.] Tud es eym kloster ader gotshuse not, das sye der kirchenbucher eyme iuden vorsetzen mussenn, so magk her wol daruff lyhen, und dy zcu pfande fur sein gelt nhemen; dach alsso, das her keynes yn syme huse ader beheltnisse behalden, ader in keyns andern iuden hus, sundern her sal das uffenbar thun und behalden yn eynes cristen mannes buse, und da sal der iudde zcunhemen zcwene cristen und eyne iuden, dy eynes guden leumudes sein. Alle ander bucher, also sint dutzsche bucher, schulbucher und rechtbucher, dye magk [Faksimile] der iude wol nemen zcu pfande und in syme huse und geweren behalden. Statrecht. Wichpildsrecht.

XCIV. Desselben gleichen ist es auch umb spyse und getrencke, das man in dye iuden setzett; da mag eyn iude wol uf lyhen, als setzt eyner dorfleisch in dye iuden, bachen, mhel, honigk, ader puttern, ader andersswas, das man pfligt zcu nutzen, als win, byr, methe und derglichen; dy sal der iude nicht in sein hus nach beheltnis brengen, sundern es sal eyn cristen man dem iuden behalden und bewaren, das kein schade darzcu geschee, unndt fullet her icht daryn, das sal der iudde bezcalen und uf seynen gesuch rechen. Wer es aber das es der iude in sein beheltnisse neme, der muste es bezcalen noch syner wirde, ab es ome der gedinge, des es were, und vorlore daran seinen gesuch, und muste es dem richter vorbussen.

XCV. Eyn iude der magk nicht eynes cristenmannes gewer gesin an gerichte ader nergen anderswo, her wolde dan antwortten ader darumb zcu rechte stehen, also eyn cristenman in allen dingen. Dit ist der stat recht. Was gutes ader habe auch eyn iude vorkeuft, und wirt das mit rechte angefangen, und bekent sin der iudde, das es sein vorstanden pfant sey und es vorkouft habe, des sal her von rechte eyn gewer sein, und her lydet darumb keyne nodt, es sey gestoln, geroubt, ader funden, ader wie es an yn komen sey an seynen wissen, da her seinen eydt zcu mus thun, sundern her mus es wider geben fur das gelt, das her daruff gelegen hatte. Statrecht, lantrecht und wichpildsrecht.

XCVI. Den iuden mag man ir kinder mit rechte nicht genemen und cristen gemache ane der eldern willen, es sey dan das dye kinder also mundig werden, das sie selber umb dye touffe und den glouben werben. Aber meister WilhelmusN.8.96, der schribt also, das dye fursten wol mogen mit rechte den iuden ir kinder nemen an irn danck und sy lassen teuffen, unnd vordynen darmit lon kegen gote; sy sollen aber das darumb nicht thun, das sy mit den kindern dye eldern geschatzen, ader die eldern darmytte zcu dem glouben gezcwingen, sundern alleyne zcu heyle und selikeit der kinder, dy sye auch dan im rechten musten besorgen sullen mit der narung, das sye gezcogen und gelart werden zcu den togenden.

XCVII. Byer und methe sal man keynen iuden schencken in den tabernen, sye sullen mit den cristen an keyner zceche sytzen, sye suln auch sust in den cristen husern kein geschencke mit in trincken. Man magk yn wol schencken byr ader mete, ader vorkeuffen, und yn das heym in yre huser senden. Das stedt gescbribenn ar. 58. q. 1. [Faksimile]

XCVIII. Es ist auch vorboten in dem beschreben rechte, das nymant sulle zcu tische mit den iuden sytzen, und esse, es sey danne das eyner usgesant sey, den cristen glouben zcu predigen; das erloubt der babst Innocentius der virde. Es ist auch vorboten ym rechten, das kein cristen essen sal ir osterkuchen, nach von yn nemen. Ar. 58. q. 1.

XCIX. Auch ist ein frage: ab eyn cristen man moge mit rechte eym iuden sein hus vormiten? Da antworten uf dy meister und sprechen: man moge es wol mit rechte thun, also das sy darmydde gesundert werden von den cristen. Hirus so zcuhet sich auch das recht: wil das man yn huser vormiten magk, so mag man yn auch vormyten boumgarten, wingarten ader ecker, und mag man dan das mit rechte getun, so mag man yn auch vorkeuffen, und abkeuffen, und darnach koufmanschatz mit in triben. Entworten dye meister des rechten, das man mit den iuden koufmanschaft triben mochte, wan sie gut under handen hetten, das ungewuchert wer, aber mit wucher gute zcemet es den cristen nicht. ex. de usuris.

C. Eyn cristen wib, die mit armut ringet, die mag eym iuden wol umb sein lon eyn kint seugen, dach also das sye mit dem iuden nicht wone, nach zcu seyme tische sitze; sye magk aber sein brot und bier, vleisch und vische us syme huse wol nemen, teglich holen, und des gebruchen, also ir das zcemlich ist. Dit ist geistlich recht.

CI. Es ist eyn frage: ab eyn cristen weib eyns iuden kint, das nach unmundig wer, toufte, so sy es baden sulle, ab sye daran wol tede ader nicht? Spricht meyster Wilhelmus: das sye des mit nichte thun solde, wan so das kint gros wurde, so blibe es iudisch und lebte uncristlich; auch so mochte es sich im alder bekeren, und wurde dan anderweit getouft, das wer aber boser und wer ketzerey. Wer es aber das dy amme sehe gewislichen, das des iuden kint sterben wulde, und toufte das heymlichen, da tede sye wol an.

CII. Allen enden sullen dye iuden underscheit haben an husern, an kleydern und an andern dingen. Ir huser sullen gesundert sey us den cristen und bey einander, und seyle uber dye gassen gezcogenn. Ir kleyder sullen auch gesundert seyn von den kleydern der cristen: dy man sullen keyne kogeln tragen, sundern hoer filtzhut. Das schribt der babst Innnocentius der erste. Daruf sso stehet auch geschriben in dem wichpildsrechte, das kein iude us seyner schule ader us seyme huse gehen sulle uf die strasse ane huett. Dye man sullen auch stefeln an tragen, und ane holtzschun gehen; dy wyber mit umbgewunden sleygern und mit witen heubtfenstern an denn menteln, und ane holtzschw. Das sye nhw aber anders gehen, das ist eyn zceichen, das den fursten ir golt lieber ist wan gotes ader der heylgen cristenheit ere. [Faksimile]

CIII. Nymant sal von cristenluten den iuden stetlichen ader ierlichen dynen in yren husern, wan es ist ym geistlichen rechte von den bebsten hertiglichen vorbotten. Man magk yn aber dynen und erbeyten in yren hussern umb taglon was sy zcu erbeyten haben, also das sy des nachtes von yn sein und mit der spyse gesundertt. Hat aber der iude acker gnug, wingarten ader ander gartten, do mag sich eyn cristen man wol zcu vormytten uber iar zcu erbeytten, also das her sein besundern koste und herberg habe. Dit stet geschriben ex. de judeis.

CIV. Tud eyn iude eyn ungezcogenheit, also das her eyn cristenwib beschleffet, und gewynnet sy eyn kint von ym, das kint sal man dem iuden nicht lassen, sundern sal es lassen teuffen, und die cristenmutter lassen zcyhen, und ab dye sturbe, so sal es eyn ander cristen zcyhen, und das wertlich gericht ader der rath sal den iuden darzcu halden und zcwingen, das her die kost von der zcucht des kindes geilde bies an dye zceidt, das es sich selber behelffen kan. Dit ist geistlich recht, lantrecht, wichpildsrecht und auch der stadt recht. Und mus es dem geistlichen richter gebussen und auch dem wertlichenn.

CV. Es ist vestlichen vorbotten in dem geistlichen rechten, das kein cristen mit eym iuden reden sal von dem glouben, umb deswillen das dye iuden alle erfarn unnd gelart seint in Moyses buchern und den propheten, und der cristen gloube sere wider dye natur get, das nicht lichtlichen zcw bewisen stehet ungelarten leuten, die in der heilgen schrift nicht wol erfarn sindt. Aber den vorstendigen meistern in der heilgen schrift und den wolgelarten ist es erloubt, und dasselbe sullen sye alleyne mit yn thun und nicht under dem volgke, das dye einfeldigen ichte davon fallen in eyn irtum, ader zcweitracht sich erhube zcwuschen den cristen und iuden, und villeichte mortt, wan sye Cristo und Marien mit iren wortten misseboten.

CVI. Es sal nymant mit den iuden zcu dem bade gehen, zcur hochzcit gehen, und sye zcu seyner hochzcit ader wirtschaft bitte. Man sal auch keyn besundern spyl mit yn uf der gassen machen, nach mit yn tantzen, stechen, artzney von in nemen, und derglichen mancherley, der nicht nodt ist alles zcu beschriben, wan disse alle den cristen von den bebsten in den geistlichen rechten vorbotten sint. [Faksimile]

Neuntes Buch

IO Yssnach, du alde werde stadt
In Doringen, vor andern allen
Gross lob dich lange gezcyret hadt,
Deyn preys ist nahe gevallen.
Es stedt umb dich vast kümmerlich,
Goth thu deyn selbst walden,
Was helffen geseccze undt freyheit dich,
Szo man dyrs nicht wyl halden.

HAN ichs vorstandenn, szo ists orsach,
Das blyndheyt dich regyret,
Deyn geseccze seyn worden alsso swach,
Das sich der nymands yrreth.
Gelyden hastu manchen gezcwangk
An freyheyt undt deynen gesecczen,
Suche radt ehr es werde zcu langk,
Lass dich des wyder ergecczenn.

NES, regen, des meyhen fewchttigkeyt,
Der edelen sonnen glesten,
Nach kaltes wynters hertigkeyt,
Bussen lawb undt grass gebresten.
Denn alten corper zcewche nuhe abe,
Thu deyne geseccze ernawen,
An furstlicher mylde nicht zcweyffel habe,
Es wyrth dich sunst gerawen. [Faksimile]

PUR undt reyne mit vestigkeydt
Thu sye alssdenne behalden,
Nicht lass gabe, forder liebe, nach neydt,
Eigennuczs ader magschafft walden,
Wan selten es guten aussganck fyndt,
Do man thut szo gebaren,
Wohe sthedte seyn an gerechtigkeyt blyndt,
Thu dich davor bewaren.

GOLT, das guth, in fewers gluth
Ernaweth sich, kan nicht vorzceret werden,
Als dyr geschee, du lobgepreyste guth,
Wohe du dich wurdest zcu wehren,
Dan brieff undt sigell zcyren dich
Mit vyll schoner orkunde der herrenn.
Lysse deyne bücher, derhalde dich,
Deyn lob wyrth sich woll mehrenn.

I. Averrois der grose achtbare meyster, der schreybet alsso, das eyn iglicher weyser mann sey von nature togentsame nach aller schickung der naturlichen togende, alsso das er gerecht sey, vorbesichttigk, frydesam, gutlich, mylde, medesam, vorswygen, geduldigk, warhafftig, gezcuchtig, demutig undt barmherzcig; undt szogethane togentsame lewthe, dye seyn zcumale nuccze zcu haben in eyner iglichenn stadt undt sampnung, wanne es sthet in deme gemeynen rechten geschryben in institut. primo, das eyn igliche stadt bedarffe nicht alleyne reycher lewthe, nach starcker leuthe, nach werbender lewthe, nach reysiger lewthe, nach guter handtwergslewthe, sonder sye bedarff auch weyser undt togentsamer lewthe, dy sich des rechten vorstheen undt woll erfaren seyndt, von den dy burger beschyrmet werden vor falschen freunden undt eyngesessenen veynden, undt das ore mit rechte alsso behalden mogen, undt under eynander eyntrechtig undt in fryde bleybenn.

II. Wyltu nuhn weyse undt togentsam seyn, szo liese Salomons bucher gerne, wanne weyssheyt ist ane togende nicht; nymmer werdt der auch weyse, der untogentsam ist. Her spricht auch alsso in seynem buche von den beyspylen: ist das du suchest dye weyssheyt gleich alsso man das golt thut, forchtestu danne goth, szo vyndestu syn, undt vorstheest danne dy gerechttigkeyt undt das gerichte, dy gleichheyt undt alle guthe wege, undt eyn guter radt der bewareth dich danne vor den, [Faksimile] dye sich der ubelthadt frawen, wanne eyn begynnen aller weyssheit ist dy gotliche forchte. Sandt Augstyn der spricht: weyssheyt ist der edelste schaccze uff ertrich, den nymandt an seynen guthen wyllen vorlysen magk. Der meyster Socrates der spricht, das drey dinge dy Römer uber alle werlt gewaldig machten: dye weyssheyt ires radtes, wann sye iare grose meyster inn irem rathe hatten; das andre was dye ubung, wan ire iungen burger sich stedttiglich an ritterschafft übten undt waren der erbeydt unvordrossen allezceyt; das drytte was dy eyntrechtigkeyt des gemeynen nucczes, den sye alsso lieb hatten, das sye nymandt schonthen, der ire geseccze vorbrach. Gar selig was dy werllt, do dye weysen lewthe in der forsten hoffe undt inn den mechttigen sthetenn waldethen undt fürmundten, do was dy werlt gulden genandt.

III. Dye weyssheyt an den wercken vyl meher ist zcu achten danne an worthen, wanne weyssliche rede ane weyssheit frommet wenig den stheten, alsso der meyster Tulius spricht. Seneca, der meyster, spricht alsso: mercke nicht der meister spruche durch ires grosen namen wyllen, sondern durch ires nucczes wyllen, den sye dyr woll brengen mogen; gedencke undt erbeythe nicht dornach das du vyll lewthen behagest, sonder alleyn das du den weysen undt den fromen lewthenn behagest; undt suche, das du vynden magst, lerne, das du vorstheen magst, erbeythe, das du volbrengen magst, begere des alleyne, des du von fromen lewthen woll bekennen magst. Der lerer Sandt Bernnhardt spricht: dy sonne erwermet nicht alle dye, den sye scheynet, alsso thut auch dy weyssheit, dy machet nicht alle dye weyse, dye ire bucher lessen undt von ir gereden konnen, sondern dy togentsame weyse wercke mit den worthen volbrengen; alsso ist es auch das eyner vyll schacczes undt gutes weyss, das machet in nicht reiche, sondern dye besycczunge, dy machet in reich; darumb sall man an denn lewthen zere merckenn ire togentsamen wercke, dy sye thun.

IV. Eynem bydermann behaget nymandt alsso woll alsso eyner, der auch eyn bydermann ist, spricht Sandt Gregorius. Dorumb szo ist eyn byderman billich lieb zcu haben, wan er sich zcu andern fromen lewthen heldet, undt davon szo mehret sich dy fromkeyt. Dorumb ist es nücczer undt besser in den stheten, das dy radtslewthe, wanne der radtsmanne under inn gebricht, das sye danne andre fromme lewthe zcu in kysen, danne das man in sye gebe ader zcu seczte, wanne under den lewthen, dye ungleiche sethen haben, blybet nymmer sthete fruntschafft nach eyntrechttigkeyt. In deme beschryben rechte sthet alsso, das der sey der allersnodeste radtsmann under den andern seynen genossen, der sye ubertrythet mit der wyrdigkeyt, undt sye nicht [Faksimile] ubertrydt mit der weyssheyt undt mit der frommigkeyt, undt worumbe secczet man den in eynen radt uber andre lewthe, in deme man keyne gnade, weyssheyt, togendt ader narunge vyndet. Dycz stedt geschriben dist. 1. questione 1. Hyrumb szo sall eyn iglicher radtsmann weyser, frommer undt togentsamer seyn, undt redlicher, danne eyn ander mythbürger seyn genosse, undt ab seyn weyssheyt, seyn lare, ader kunst, dy andern nicht szere ubertrythet, szo sall seyn frommigkeyt, togent undt gutlichkeyt das erfüllen. Undt wanne nuhe dye unweyssheyt eyne mutter ist alles irthums, dorumb szo ist dye unwyssenheyt in den radtsmannen undt scheppfen iar zere zcu meyden, undt dye muss man nuhe vortreyben mit der bücher lare, dy der radt bey im haben sall, undt mit gütlicher underweyssung der alden, dye erfaren undt lewfftig seynt.

V. Der nawhe radtsmann sall eyntrechttiglich von allen radtsmannen des alden undt des nawen radts gekoren werden, undt mochtenn danne etzliche von rechter nodt wegen do nicht geseyn, szo solde man zcwene auss dem radt zcu in sendenn, vor den sye danne ire köre theten uff ire eyde, undt mochte man des nicht gethun, szo solde eyner der radtsmanne nachdeme lasse dye kore vor inn thun; undt wen danne dy meyste mennige der radtsmannen uff den eydt kysen, der werdet es billich. Hyrauff gehet eyne frage: ab das meyste teyll der radtsmanne ussse were undt hetten doch ire kore gegeben den andern, dy eynheymischs weren, undt koren danne dy eynen mit der andern volworth, ab dye kore bestendigk were ader nicht? Dorauff szo antworth der babst Innocentius undt spricht: neyn, mann sal danne von recht anderweydt kysen, umbe des leumundes wyllen, den der meyste teyll vylleicht bass weyss danne der mynste. Diczs stet geschryben ar. q. IV.

VI. Zchewhet eyner in eyne stadt, der sall van rechte drey iare eyn slecht burger dorinne seyn, ehr er gekoren wyrth in den radt, umbe deswyllen das er erst gelerne dye geseccze, eynung undt gewonheyt der burger undt der stadt, undt auch etzliche guthe sythen, der er vylleicht vor nicht gepflegen hadt, undt das man in auch gelerne an der narung, an der geburth, undt an der wandelunge, was mannes er sey, undt was er konne.

VII. Es stedt alsso geschryben im andern buche Moysi: do dy kinder von Issrahel in der wustenung grosen gebrechen lyden an eyner unfruchtbarn stadt, dy hyess Mara, do zcogen sye an eyn andre stadt, dye hyess Helym, undt funden do zcwelffe vlyssende borne, undt umb dye borne vyll palmenbeume schone fruchtbar. Dieses wyrth alsso aussgelegt: das volk das zcu Mara wonet in der gebrechlichen stadt, ist das [Faksimile] volgk, das do wonet uff den dorffern, undt mancherley gebrechen hadt alsso frydes, guter speyse, gotesdinste, lare, underweysung guter sythen undt vyl leuthe geselschafft; dy zcyhen do danne dan keyn Helym, das ist in eyne stadt, do sye fynden zcwelff vlysssende borne, das seyndt zcwelff radtmanne, undt vyll palmboyme, das seyn vyll frommer bürger, undt do mogen sye sich ires ungemaches undt gebrechen ergecczen. Eyn vlysender borne der hadt dyese dynge an ime: er trencket, kwlet, reyniget, früchtiget, man beschawet dy antzlicze dorinne. Dyse stucke sall eyn iglicher radtsmann an im haben, er sall trencken andre leüthe mit seyner lare, dye unvorstanden seyndt, undt reynigen mit seynen straffen dy unzcuchtigen, kwlen mit seyner ssüne dye zcweytrechttigen, früchttigen mit seynen togenden dye wollgeschickten, undt das eyn iglicher seyn antlicze in ome beschawhe, das ist, das eyn iglicher an im lerne, ab er recht ader unrecht in seynen sachen habe undt erkenne.

VIII. Had der schultes den radt gesworen, szo sal her, wanne im das geboret, in den radt ane stab gehen, alsso eyn radtsmann undt nicht als eyn schultes. Werdet er dareyn gekorn ader doreyn gesaczt, szo sall er mit vleyse undt stetiglichen seyne eyde bewaren, beyde den zcu deme gerichte undt auch den zcu deme rathe. Er sal nicht dornach stheen, das er vyl in deme rathe sey, sso bewareth er sich dyster bass; es ist genugk dormyth das er kome, wanne man nach im sendet, undt wann es im auch nodt ist. Secczet in der herre doreyn an seyn zcuthun, szo sall er das gutlichen als eyn bydermann halden, undt gebe den radt dornach auff, undt lasse sich dornach doreyn kysen, wann dye bequemliche zceyt werdet. Das ist im undt seynen kynden erlich, wan wer ungekorn in den radt kompt, der hadt seyn keyne ere danne, sondern seyn leumundt ist geswechet.

IX. Der romische radtsman meyster Tulius rethet, das sich dye radtsmann dicke zcusammen sollen halden, undt bey eynander seyn, das brenget den stheten nuczs undt auch grosen frommen. Dasselbige schreybt auch der meyster Aristotiles in seynen sybenden buche von den sthethen undt spricht: es sey nücze undt guth, das man in den stheten zcu gezceythen von deme gemeynen guthe der sthete den amptleuthen, undt dynern, undt den radtslewthen werschaffte mache umbe eyntrechttigkeyt wyllen der furmundenn undt fruntschafft, undt das sye zcu der erbeydt des gemeynen nuczes dyster williger werden. Dorumb szo ist dye gewonheytt der stadt, das der radt uff unnser frawentagk wortzeweyhe, undt uff dye zceyt alsso man den radt wandelt, dye amptlewthe undt der stadt dyner mit eynander essen umb der eyntrechttigkeyt wyllen. Undt [Faksimile] hyrvon szo schreybt auch der meyster Socrates alsso, das in der ierlichen wandelunge des radtes undt der amptlewthe dy furmunden der sthete undt dyner mit eynander essen sollen, uff das ir eyner deme anderm dyste getrawer undt auch dyster behulfflicher bleybe.

X. Der meyster Aristotiles der schreybet in seynem neunden buche von den guthen sythen alsso: dye messlichen reychen thun nicht mynner gutes in den stheten, danne ihene dye zcumall reyche seyndt, sy thun woll mehr gutes; das auch der weyse Salomon bewereth, do er spricht: das dy leuthe, dy messlich reich seyndt, dy seyndt seligk. Der meyster Aristotiles schreybt auch in seynem vyrden buche von den stheten alsso: es seyn in eyner iglichen stadt dreyerley lewthe, dy uberreychen, undt dye armen, undt dy mittelmesigen; wanne nuhe das myttel allewege das beste ist under deme guthen undt under deme bossen, szo wollen dye uberreichen und dy mechttigen in den stheten nicht gerne gehorsam leyden, nach den andern undertenig seyn, undt auch dy arm und dorfftig seyn, dy konnen nicht mit der furmundeschafft, nach mit deme rathe undt mit recht sprechen, sy mogen seyn auch vor irer erbeydt nicht gewarthen: dorumb seyn dy mittelmesigen reichen allerbest zcu radtslewthenn, wanne sye begeren nicht durch ire nottuift fremdes gutes, alsso dye armen, undt dringen nymandt wyder recht in homuthe, alsso dye reichen undt dye gefrundten dicke thun.

XI. Das beste ist eynem radtsmanne, das er eyn messsige narung undt nicht ubrigs guth, nach nicht uberigs gescheffte, undt auch nicht rynge mit armuth, undt gebrechen leyde; wanne von szogethanen lewthen werdet der gemeyne nuczs eyner stadt nicht woll gehalden. Was uberflussig ist undt meher danne seyn zcu recht seyn sall, das ist böse. Dye uberingen reichen seyn aber dorzcu guth in den stheten, das ire vylle lewthe bedorffenn, undt vyl lewthe genysenn mogen allezceyt. Dye auch newlichen reich wordenn seyn, dye seyndt auch snoder, danne dyeihenen, dye von alder reich gewest seyndt, undt wohe dy alden reichen in den stheten iren gehorsam halden undt undertenig seyn wollen, dy seyn zcu allen dingen undt zcu allen ampten guth, das dye stadt angehoreth.

XII. Zcu eynem guthen radtsmann gehoreth, das er konne woll den andern vorgeseyn, wanne im das geboreth, und konne auch danne woll undertenig geseyn, wan sich das geboreth. Undt dyese zcwey konnen dy uberreichen undt dye armen nicht woll. Dyese rede ist alles des meysters Aristotilis; er schreybet sye aber nicht in eyner stadt. Er nennet auch dye uberigk reych, dye stetiglichen nach grosem guthe stheen undt dormythe umhgeheen; szo nennet er dye armen dye, dye in den stheten mit gebrechen, undt mit schult, undt mit erbeydt ringen; undt [Faksimile] nennet dy mittelmessigk reiche, dy ire narung haben undt ane gross gescheffte aussrichten, undt den do genüget an irer handtyrung, undt irem hause rechte vorstheen.

XIII. Gebricht der radtsmann, alsso das man andre kysen muss an ire stadt, szo sall man an den, dye man kysen wyll, syben dynge mercken. Das erste, ab sye redliche vornunfftige man seyndt; das andre, ab sy rechtes undt bequems alders seyn, nicht zcu iungk, nach zcu alt, das sye dy kyndtlichkeyt gelassen han, undt vor alder nicht rassen; das drytte, ab sye elichen undt von iren elichen geboren eldern komen seyndt: das vierde, ab sye auch nawlichen fremde nicht eynkomend, undt borger worden seyndt dreyierig ader etzbas lenger; das funffte, ab sye sich undt iren nackbawern undt genosen fromelich undt gutlich gehalden haben; ab sye auch mit groser krangkeyt undt erblicher seüche befallen seynt; ab sye irer narung gebruchen redelichen, gotlichen, undt dy mit eren haben, undt nicht nach der narung mit komer ringen. Szogethane lewthe, dy seyndt wol zcu kysen in dy rethe, undt auch zcu scheppfen an das gerichte, alsso dy meyster leren.

XIV. Es stedt alsso geschryben in Aristotiles buchern van den stethen, das man woll etzliche fromme leuthe auss den handtwergen in den stethen möge in den radt kysen, wan es alsso gelegen ist, das man andre lewthe dye genugde nicht gehaben magk. Man sall ir aber nicht meher danne eynen auss eynem handtwerge kysen umb deswyllen, das ir eynüng in deme rathe icht zcu mechtigk werde, und diczs ist auch woll nucze den stheten umb deswyllen das dy handtwerge mit deme radt allezceydt eyntrechttig bleyben.

XV. Es ist eyn alt recht, wer nicht ist eyn gothforchtiger man, das man den zcu keynen radtsman nach zcu keynen scheppfen kyse, wanne goth der hadt dass selber Moysen vorbothen, undt dye dornach mit vleysse stheen, das sye in den radt komen, wann eyn iglicher, der dornach stheet, der thut es eyntzweder dorumb, das er homuth mit den leuthen treyben wyl, ader das er imandt wyder bescheydenheit dringen wyll, ader seyn zcu unrecht genysen wyll, ader seynen bossen leumunth domit decken wyll, ader des radts heymlichkeyt erfaren wyll. Er ist nicht eyn redlicher radtsmann, der unerlichen in den radt kommet, wann Cristus, der herre, spricht in deme evangelio: wer nicht zcu der thore des hawses eyngehet, sundern andersswohe inbricht, der ist eyn dyb undt pfadhauche.

XVI. In dreyerley weyse werdet eyner unerlichen eyn radtsman ader scheppfe. Das erste, ab er in den radt unredlichen und [Faksimile] unrechtlichen gekoren werdet; das andre, ab er sich auch in den radt mit gelde ader guth kauffet ader mit geschencke, dinste, ader anderley liebniss, wy das ist; das drytte, das er mit gewalt doreyn gesaczt werdet. Ist er unredlichen gekoren, szo sall man in, ab er anders mit ichte tawge, anderweyt redlichen undt rechtlichen kysen ader eynen andern, wan man den radt wandelt an seyn stadt. Hadt er sich aber in den radt gekaufft, szo sall man in ausssecczenn undt in nymmer meher doreyn gekysen. Ist er mit gewalt doreyn komen von seyner wegen, szo werde man seyn loss, szo man erst moge; ist es aber gescheen an seyn zcuthun, ist er gut genugk, szo rede man gutlichen mit im, das er den radt auffgebe, undt kyse in denne redlichen wyder undt rechtlichenn, undt lasse in sweren.

XVII. Dye weysen undt dye wolgebornen, frommen radtsman, dy seynd guth in dem radt, sye sollen sich aber irer weyssheyt nicht alsso zere vorheben, das sye dy andern ire genosenn vorsmehen, ader etzbas alleyne an der andern worth undt wyllen von des radts wegen, do etzbas an macht leydt, ungebethen thun, wye guth ader wye weysslich das sey, es were dann eyne ehaffte nodt; wan hyrvon szo komet zcweytracht. Sye sollenn sich auch irer geborth ader ires adels nicht alsso zere vorhebenn, das sie sich der ere underwinden, dy den eldern im radt undt den amptleuthen zcugeboreth; wanne hyrvon szo wechset der hasss under den radtslewthen.

XVIII. Dye alsso alt seyndt von sybenzcig ader achtzcig iaren, das sye an irer redlichkeyt abnemen, undt dye alsso iungk seynt unter zcwenzcig iarenn, in den noch dy kyndtheyt herschet, dy sal man in den radt nicht kysen, wye redehafft sye seyndt. Nach szo ist besser eynen zcu iungen der sich wyll lassen zcyhen, den eynen zcu alden. Werdt aber eyner in dem rathe zcu alt, den sall man durch seyns alders wyllen nicht aussseczen. Es spricht Sandt Bernhart alsso: siehstu eynen iunglingk unvorsucht undt in weyssheyt unerfarn, der do wandert in ittelkeyt, undt sich vleysset an schone undt ane gesmückte rede, undt lust hadt vyl dinges zcu antworthen, vor deme szo hwthe dich in den rethen, wanne er ist eyn rechter veyndt des gesecczes undt der gerechtigkeyt. Der lerer Isidorus schreybt undt spricht in seynem buche von deme hochsten guthe: alsso dicke werdet funden eyn eynveldige warheyt, auch vyl dicke eyne gesmückte valscheyt, dy vyl lewthe in irthum brenget, wan sy mit iren worthen ssüesssigkeyt dy lewthe locken undt furen in stricke.

XIX. An eynen iungen mann sal man zcuvor anmercken togende, frommigkeyt undt schemde, den man in denn radt kysen wyll, undt dorzcu sall man an im mercken dreyerley, dy eyn zceychen an in seyn [Faksimile] eyner zcukunfftigen fromigkeyt, undt das er moge eyn bederman werden, undt das er tawge beyde zcu schymppf undt zcu ernnst mit seynen radthe, undt wan nuhe dy iugendt an eynen iglichen iungelinge misslich ist, wy sye gerathe, wanne er ist snell zcu der liebe, unsicher zcu den togenden, wanckelmütig in deme synne, undt hart in den vrevell, dorumb szo darff man sich woll mit in vorzcusehen. Das erste das man an im mercken sall, das ist, ab er vorswygen sey, undt nicht vyl unnützer rede füre, undt mit logen umbgehe. Das andre, ab her sich icht halde zcu unendelicher undt boser geselschafft, undt das seyne vorspyle, und mit unendelichen weyben bosslich ader mit andern dyngen vorzcere. Das leczste, ab her gerne straff leyde, undt sich scheme untogende, unzcucht, undt boser rede unter den lewthen. Dyese rede schreybt eyn teyl Sanct Ambrosius undt eyn teyl Sandt Augustinus.

XX. An den lewthen in den steten vyndet man mancherley gebrechen, darumb szo sal man sich vorseheen, wanne man eynen nawen radtsman kysenn wyll, das er dyser nachgeschryben laster nicht habe an ime. Das erste, das er keyn zcencker ader werrer sey; wanne der meyster Aristotiles, der schreybet in dem buche von den thyren: alsso das eyne cleyne seüche an eynem hewbtgelyde mache den ganczen leychnam ungesunth, also thut auch eyn gerynge zcweytracht in dem rathe, vorleczet dy ganczen gemeyne eyner stadt. Das ander, das er keyn spyler ader luderer sey; das rureth der meyster Senecain dem buche von den sythen undt spricht: das dy geringenn spyler togen zcu keynem redlichen dingen, wann sye syndt dy ermsten under den lewthen, undt seyn stetiglich an deme vorterben undt konnen keyne trawe gehalden. Das drytte, das er keyn ryffian ader ebrecher sey; das rureth Aristotiles in deme andern buche von den stheten, do alsso geschryben sthet: es ist guth undt nutze, das sich eyn iglicher byderman zcyhe von eynem fromden weybe durch des unmessingen grosen schadens wyllen, der dovon kommet. Das vyerde, das er keyn auffsecczer ader wucherer sey; das rureth aber der meyster Aristotiles in seynem erstenn buche von den stethen, do alsso stedt: das dy begerung sündtlichs undt unzcemlichs gutes, dy gehet in dy helle, undt der menschs sall auch gescheyden werden von frommen lewthen, der domith umbgehet. Das funffte, das er nicht trawloss undt meyneydig sey; das rureth Aristotiles in seynem neunden buche von den guthen sythen, undt spricht: yhe dy bossheyt offenberlicher wyrdet, yhe sye grosser wyrdet, und der offenbar schalgk, der gehoret nicht zcu fromen lewthen. Das sechste, das er keyn quaser undt trunckenbolt sey; das ruret der meyster Aristotiles in seynem achten buche von den stheten, do her spricht: das dy trunckenheyt mache dy weysen undt dy stetigenn lewthe ungestorme undt bweyssig, und dorumb szo [Faksimile] togen sye in dy rethe nicht woll. Das sybende, das er nicht groser gebrechen an deme leybe habe, nach an deme guthe, wanne grose gebrechenn an dem leybe, dy togen dorzcu nicht, alsso lemde, tawbe, blyndtheyt, handtlossenn, undt von andern sweren grosen sawchen, undt das er auch nicht gebrechlich an deme guthe sey; das rureth Aristotiles in dem andern buche von den stheten, do her spricht: das es unmoglich sey, das eyner der gutes darbet, eyn guter vormunde in eyner stadt werde undt eyn guter radtsmann moge geseyn, wan im das nicht woll bekommet, das er der stadt geschefftde warthe, undt dorauff dann mussig gehe, undt seyn nicht genyse.

XXI. Es sollen auch, dye man in den radt kysen wyll, syben togende an in bann. Dy erste, sy sollen elichen geboren seyn von iren vyher anen; das meynet Aristotiles, do er schreybet in seynem drytten buche von den steten: alsso das man dy furmundtschafft uber lewthe, das ist des radts undt der scheppfen ampt in den stheten, geben solle den besten undl den togentsamen, undt den vornunfftigen, undt auch wolgebornen von iren alden eldernn, undt dy ire eldernn auch erberlich gehalden han. Dorauff zo spricht der romische radtsman meyster Tylius alsso: wer alsso torstig ist, das her seyne eldern betruget undt auch betrübet, was mannes wyrdt der under andern frommen lewthen? Dy ander ist, das er eyn fromes elichs weyb haben sall, ab er anders elich ist; das meynet Aristotiles in dem buche von deme hausshalden, do er spricht: eyn iglicher mann sall seyn weyb zcu frommykeyt zcyhen, wan anders szo wyrdt ir laster seyn undt seyner kyndere. Das drytte ist, er sall seyn gothforchtig; undt das rureth Aristotiles in seynem andernn buche von den sthethen undt spricht: das dy radtslewthe eyner stadt nicht sollen erwelt werden nach iren frunden, ader nach irem reychthum, ader nach irem alder, sondern alleyn nach iren togenden, undt das sye gothforchtig syndt. Das vyrde ist, das er gelarth sall seyn der schrifft; das meynt Aristotiles, do er schreybet zcu dem konige Allexandro alsso: vyl besser ist, das eyn man gelarth sey, undt seyn szele und vernunfft mit der schryft smügke, dan das er seynen leychnam smücke mit gulden cleydern. Das fünffte, das er sall vorswygen seyn; das rureth der romische radtsman meyster Seneca in seynem buche von den stethen, do er spricht: es zcemet woll, das eyn radtsman woll geredenn kan undt auch woll geswigen konne, wanne wer nicht woll gesweygen kan, der kan auch nicht woll gereden. Das sechste, das er habe guthe sythen; das rureth Aristotiles in seynem ersten buche von den guten sythen und spricht: keyne underscheydt ist under deme, der iungk ist der iare, undt dem der iung ist der sythen. Das sybende ist, das er richtig sey undt unvordrossen; wan konig Salomon der weyse rethet: das was eyn man [Faksimile] thun solle, das sall er frwe begynnen undt nicht zcu nacht sparen. Wer nuhe dieser stucke allermeyst an im hadt, der ist in der köre der allerbeste.

XXII. Sandt Bernbarth, der leret, das eyn iglicher weyser mann sich mit vleys allezceyt dorauff richtenn solle, das er in allen seynen geschefften gedencke, wye er sich beware, das er in seynem wyderwyllen, der im entstheen moge, nicht zcu ungeduldig were, wanne es spricht Sandt Gregorius: das eyner vyl dings mechttig ist, das ist alles nicht zcu achten, wan her seyn selber nicht mechttig geseyn kan. Wer auch eynen weysen mann snelliglich erkennen wolle, der sall in geduldig merken, undt dorumb wanne man eynen radtsmann uff dye eyde gekewset undt erweleth, szo sall man in zcu allererst vorsuchen mit der gedult, undt sall im etzbas uberlastes lassen zcu legen, undt in schuldigen vor dem rathe umb eyne ungezcogenheyt, dy im seyne ere undt leumundt anrureth, alsso das er des keyn achte nicht habe, undt bei dem eyde des ungewarneth bleybe, undt vorhore danne seyne antworth, ab er die weysslichen dorzcu thu, undt geduldig sey ane bose worth, ane drawhe, undt auch ane ungeberde, undt ab er uff seyn unschult deme rathe gehorsam seyn wolle, undt thut her danne dyese stucke, szo neme man in zcu eynem radtsmann undt lasse in den rath swehren. Ist er aber unhubschs, szo 1ass man in gehen undt kyse eynen andern, der geduldiger sey, wanne nicht weyssheyt in in wortzelt.

XXIII. Alsso nuhe der nawe radtsmann in den radt kommet, szo sall er uff den heyligen sweren dyesenn eydt: ich swere, das ich den radt N, undt was mir dorauss in radtsweyse geoffenbarth wyrth, vorsweygen undt helen wyll; undt in dem rathe und ann unsers herren gerichtte deme armen als deme reichen, deme fromenden als deme bekanthen, nach deme alsso ich entzebe, das her recht hadt, seyn wyl; der lewthe worthe an dem gerichte, alsso ich des gebethen ader geheyssen werde, an allerley globde, gabe undt mythe, sprechen wyll; undt do wyder recht nymands sache beschyrmen, nach vorfechtten, nach nymande durch seyn bethe zcu seynen teydingen zcu gehen vorsagen wyll, es beneme mir danne rechte nodt undt redliches gescheffte; undt das ich auch hynder deme gemeynen rathe keyn sonderlich eynung nach vorbundthenyss wyder mit den radtslewthen, nach mit den gemeynen burgernn, nach mit keynen andernn lewthen machen wyll; undt das ich auch dy freyheyt undt wylkore undt geseccze undt dyeser stadt recht undt guthe gewonheyt halden wolle, undt sye helffen behalden und beschermen nach [Faksimile] meyner mogelichkeyt getrawlichen, undt nach deme alsso ich mich des vorsthee; alsso mir goth helffe undt alle heyligen.

XXIV. Sechs undt dryssig stucke sall man mercken zcu eyner lare den radtsmannen, dy aussgezcogen seyn von den sprüchen der grosen weysen meystere, uff das sich eyn iglicher radtsmann zcuchtiglich undt weysslich gehaldenn moge, undt sich von untogenden undt unsethen gezcyhen moge. Das erste ist: rede nicht unnücze in dem rathe, undt geboreth dyr zcu reden, szo mache sye korcze undt senffte. Das andre: byss nicht zcu snelle mit deyner antworth, das du sye thust, ehr danne sye eyner gantz aussgespreche. Das drytte: antworth nicht vor dy radtmann, dy erbar, weyser undt elder sein, wan du bist, es enwere danne das du mit der antworth, ab sye dy nicht szo theten, der stadt schaden bewarest, ader ir redlichen fromen zcuzcogest. Das fyerde: wanne dyr von recht nicht geboreth zcu reden, szo sweyge byss alsso lange, byss du seyn werdst von den, dy des macht haben, vormaneth, geheissen, ader gebethen. Das funffte: gestandt deme gerechtten menschen allezceyt, wer der sey, dye sache sey wyder dich, ader vor dich. Das sechste: in deynem zcorn undt auch in deynen frewden, szo habe alles deyner worthe macht, undt bedencke sye. Das sybende: saltu reden umb grose sache vor den herren, szo vorzcele deyne worthe langksam mit forchtin. Das achte: in grosen sachen suche radt von weysen lewthen, und bedencke das ergeste dorinne, das beste kommet dyr woll selber unbesorget, ab es soll. Das neunde: scheme dich nymme zcu fragen, des du nicht weyst, undt radt zcu suchen uber das, des du dich nicht vorstheest. Das zcehende: sich nicht ann, wye sich dye dinge erewgen, sonder alles, wye sye ende nemen. Das eylffte ist: schymppfe gerne, wohe deyn schymppf geneme ist, undt schymppfe auch nymandt an dy ere und das im schedelich sey. Das zcwelffte: vorsweyge den radt, welcherley der ist, do sey macht an ader nicht, das man sich nicht eyns ergern bey dyr vorsehee. Das dryttzcehende das ist: scheme dich nicht, deyn worth in deme radte zcu bessern, wanne du eyns bessern geynnerth wyrdest. Das vyhrzcehende: ere gerne dy lewthe, undt sonderlichen dye erbaren, dy geste, undt geistliche lewthe, durch goth. Das funffzcehende: dye ere, dy dyr von rechte geboreth, dy saltu nymanden geben; dy ere, dy man dyr aber von gnaden zculeget, der were dich etzbas, und düncke dich der unwyrdigk. Das sechszcehende das ist: was du an andern leuthen salt straffen ader weren, das brich selber nicht. Das sybenzcehende: seccze dich in keyne rede vesthe, du hast ir danne eyne gewysse warheyt, uff das du mit eyner unwarheyt icht hyndennach beschemet wyrdest. Das achtzcehende: byss in allen dingen gothforchttig, szo forchten dich dy lewthe. Das neunzcehende: rede [Faksimile] undt rathe gerne zcu fryde, szo gewynnen dich fromme leuthe lieb. Das zcweynzcigste: huthe dich vor worffelspyll allezceyt, vor huren undt trunckenheyt, wanne von dysen sso kommet eyn mann zcu schaden, zcu schanden undt sunden. Das eyn undt zcweynzcigste ist: affterkose dy lewthe nicht gerne, undt nym dich auch deyns affterkosers worthe nicht an, wohe du sye mit eren vortragen magst; aber mag das nicht geseyn, szo vorantworthe sye mit bescheyden worthen. Das zcweyundtzcweyngiste ist: kewsse nymandt zcu ampten, den du weyst untüchtig dorzcu, der seyn haws undt seyn gesynde nicht woll vorstheen kan, ader unredlich ist. Das dreyundtzcweyngiste ist: gebrauche under deynen radtskomppen und under deynen frunden nicht swynderliste, sye werden dyr anders grame. Das fyerundtzcweyngiste ist: byss inn keynem sachen alzcu gestrenge, nach byss auch nicht allzcu weich. Das funffundtzcweyngiste ist das: schutze mit bescheydenheit, wa undt wohemit du kanst ader magst, dy wollgelarthen, dy guthen kaufflewthe, undt dy guthen wergklewthe, wanne von in szo werden dye sthethe woll gehalden. Das sechsundtzcweyngiste: byss gerne gehorsame, den du gehorsam seyn salt, szo werdt man dyr wyder gehorsam, wanne dye zceyt kommet deyns amptes undt deyner gewalt. Das sybenundtzcweyngiste ist: gehalt dich allezceyt gerne zcu den fromesten undt weyssten, wohe du kanst, sye seyn arm ader reich. Das achtundtzcweyngiste ist: byss nymandt beholffen zcu bosen sachen undt ungerechten, wye lieb her dyr sey, du erkrigest anders undanck. Das neunundtzcweynzcigste ist: wohe du von schaden leichttiglich magst kommen, do seume dich nicht. Das dreyssigste: lass dyr deyne gelobde undt deyne eyde undt trawbe kegenwertig allezceyt seyn, szo vorstheestu eynes bydermannes stadt. Das eynundtdreyssigste ist das: deynen leyb undt deyn guth seccze vor deynen getrawen frundt, wohe du den hast, aber deyn szele und deyn ere vorseccze vor nymandt zcware. Das zcweyundtdryssigste: das du salt deyn heymlichkeyt nymandt offenbaren dan deynem geprüfften undt wolvorsuchten ganczem frunde. Das dreyundtdreyssigste ist: byss gutlicher antworth deme zcornigen, undt vorgyss dich kegen im nicht, sondern thu deyn bestes, ab du magst. Das fyerundtdreyssigste ist das: habe underscheydt der sthedte undt der zceyt, wann undt wohe du salt schymppfes, frolichkeyt, ader ernsts pflegen. Das fünffundtdryssigste ist das: was du von recht vorsachen salt, das saltu nymmer meher gedencken. Das sechsundtdreyssigste ist das: was sich zcu schaden undt schanden zcewhet ader gezcyhen magk, deme wyderstandt zceytlichen, ehr es gross werde. Das sybenundtdreyssigste ist das: gerathe nymmer, das untogentlich sey, wye vyl [Faksimile] nuczs es brengen moge. Das achtundtdreyssigste ist das: sthe nach keynen ampten, dy du mit eren nicht erkrygen nach gehaldenn magst, wye nuccze es dyr sey. Das neunundtdryssigste ist das: lerne gerne dye orteylle nach den beschryben rechten, undt was du rechtes ader orteyl sprichst, das saltu beweysen undt beweren. Das fyrzcigiste: eynes mannes rede ist eyn halbe rede, höre dy antworth auch, ehr du dorauff orteylst.

XXV. So man den nawenn radtsman besthetiget, szo sall er das erste iare in deme radte ungefraget nicht reden; weyss er aber etzbas, das eyn ander nicht weyss, das sall er eynem, der bey im danne syeczet, offenbaren, undt der sal es forder brengen, undt in deme rathe vorzcelen, undt ditz ist durch dreyerley sache. Dye erste ist, das er sall lernen des radtes lauffte, der er nach nicht en weyss; das ander ist, das her gelerne sweygen, wohe er under den lewthen ist, undt nicht alle dinge vorantworthen; das drytte, das her gelerne nuccze rede. Alsso Sandt Ambrosius spricht: torlichen redet der, der do redet, das nicht nodt zcu reden ist, undt ab er woll war redet; undt der do redet smechworth uff seynen nuczs, ader durch seyner gyrheyt, ader das er sich vor andre leuthe mit seynem vorrumenyss aussmalet mit hoffertigen worthen; ader ab er uff eynen whan redet, undt der rede keyne sicherheyt weys; redet er aber unwarheyt ader ist ungezcogen mit bosenn worthen, ader mit freveln worthen, ader menget dy lewthe zcusammen, ader wyl von deme reden, das man nicht vorhanden hadt, szo werdet seyne rede disto torlicher gehaben und geachtet. Isidorus, der lerer, spricht alsso: das eyn weyser mann sall nicht alleyne wyssen undt mercken, was er redet, da man redliche sachen vorhanden hadt, her sall auch mercken undt wyssen wan im gebore zcu reden, undt wy vyle im gehore zcu reden, undt wanne dy stadt sey undt dy zceyt, undt dy personen, mit den her reden sal, ab es dy zcu schicken han ader nicht, undt wye er mit in reden solle hertiglichen ader flelichen, ernstlichen ader fruntlichen, geweldiglichen ader demutiglichen; undt ditzs geboret eynen nauem radtsmann alles zcu lernen undt zcu wyssen.

XXVI. Der nawe radtsmann sal auch allezceyt an dem gange der leczste seyn undt der thore warthen, wohe man den radt heldet, undt auch dynen, wohe der radt gesammeth ist, byss alsso lange das eyner nach ime kommet, der nawer ist, undt auch do keynwertig ist. Allewege sollen dy iüngsten, das seyndt dy nawestenn in deme rathe den andern dynen. Dicz ist der stadt geseccze.

XXVII. Das en ist nicht ubel gethan, das man dye geseccze in [Faksimile] den sthedten wandelt nach wandelunge der zceyt, wanne das dy notturfft geheischt undt der sthedte nuczs ist. Man sall sye aber wandeln undt abethun in sollicher weyse, alsso man sye gesaczt undt gemacht hadt.

XXVIII. Es ist allezceyt nodt, das der eyne stadt vorsthee mit guten nuczlichen gesecczen, undt dy sal man auch machen undt secczen mit volworth der gemeyne, undt das man dy thut, das seyndt drey sachen. Dye erste ist dorumb, das dy schedeliche begerunge der lewthe, dy in den stheten wonen, mit deme rechten gezcwungen undt gebunden werden; dy andre sache ist, das der menschsliche frevel undt künheyt domithe gestyllet werden undt gedrücket; dy drethe sache ist, das dy unschuldigen unter den bossen dyste sicher geseyn undt sich generyn mogen. Dicz ist das beschryben recht, undt stet geschrieben im ersten theill in decretis, in dem drytten unterscheyde.

XXIX. Es ist zcu mercken, das dy geseccze in den stheten vyerley seyn. Dye ersten, dy gebythen dy eyntrechttigkeyt zcu halden; dy andern gebythen, das man wyder den gemeynen nuczs nicht thu; dy drytten vorhengen, das eyn fromer bydermann umb seyn frommykeyt lohn emphahe; dye vyrden brengen, das eyn boser umb seyne bossheyt gepeyniget werde. Dicz stedt geschryben prima parte decret. distincione tercia.

XXX. In seynem andern buche von den stedten schreybt der meyster Aristotiles, das es den stheten schedelich sey, das man uff eynmals zcuvyl nawer geseccze mache undt dye gebythe, dorumb das ir dy lewthe zcu deme ersten swerlich gewohnen undt unsanffte lernen, und dovon szo werden sye wyderspennyschs. Dorumb szo spricht er auch in demselben, man solle zcuforderst bewaren, das man das icht seccze, das dem gemeynen nuczs unbequemlich sey. Her schreybet auch in dem buche, das do gehet von der forsten leben alsso, das dy wandelung eyner gewanheyt, dye solle nicht snelliglich gescheen, sonder langsam undt eynzcelen; man sall sye mit den zcukunfftigen awgen verre undt woll vorhyn beseheen undt achten.

XXXI. Das beschrybene wertliche recht weyset auss dye underscheydt zcwischenn der stethe gebythen undt auch gesecczen undt innungen alsso. Dy geseccze seyn vorboth ader geboth eyner stadt, dy geseczt werden vonn eynem rathe mit volborth eyner gemeyne, undt bestetigt werden von eynem forsten ader mit seynen brieffenn, alsso das man dy ewiglichen sal halden. Dicz stet geschryben in instit. tercio. Inunge seynt vorboth ader geboth, dy eyne gemeyne ader eyn handtwerg eyner stadt uberkommet undt des eyn werdet, undt dye bestetiget [Faksimile] werden von eynem rathe in eyner stadt zcu halden, dyweyle es dem rathe undt der gemeyn bequemlich ist; undt dieses stedt geschryben in institut. tercio. Geboth der sthethe seyn sachen, dy nuczlich seyndt ader schaden bewaren eyne zceyt nach der gelegenheyt, der eyn radt eyn werdet mit den weysen amptlewthen der stadt undt fürmundenn, domith dy burger vorbunden werden zcu nuccze bey eyner busse, undt dy bestheenn alsso lange, byss man dy amptlewthe wandelt. Dicz stet geschryben institut. 3cio.

XXXII. So ist eyn gewonheyt eyner sampnung eyntrechttigkeyt in denn wercken, dy sye lange angetryben haben. Ist nuhe dy gewanheyt redlich undt guth, undt hadt alsso lange gewerth, das nymandt gedencket, das sye sich zcuerst erhwbe, szo ubertrydt sye das geseccze undt machet eyn recht; und werdet dye gewanheyt in dy bucher der stadt geschryben, szo heyset sye danne eyn geseccze; bleybet sye aber unbeschryben, szo heyset sye eyn gewonheyt. Wohe eyn gemeyne gewonheyt seyn undt sonderliche gewonheyt, do vorlegen dy gemeynen dy sunderlichen.

XXXIII. Tuth auch eyne gewonheyt wyder dye geseccze der cristenheyt ader wyder das naturliche recht, ader zere wyder den gemeynen nuczs, undt auch wan sye sache gybet zcu sunden, dy gewonheyt sall nicht bleyben, undt sye ist allezceyt unbestendig. Undt welche gewonheyt alsso ist, yhe dy elder ist, yhe sye boser schedlicher undt unbestendiger ist. undt alle gewonheyt der sthete sall man alsso halden, das sye den rechten ader den freyheytten undt gesecczen nicht wydersprechen, sondern wohe dy rechte undt dy geseccze undt inunge zcu korcz geschryben seyndt, do sall es dy guthe gewonheyt alles erfüllen. Dieses ist geschryben d. XXXIII. q. VII. flagicia.

XXXIV. Alsso man eyn naw geseccze vorkundiget, szo sall man das offenberlichen vor dem volke gemeynlich lassen gescheenn, undt darnach uber sechs wochen sall man es anheben zcu halden, undt nymandt in deme rechten dorumb ehr busen, wanne das geseccze nicht byndet nach macht hadt ehr. Dit ist das beschryben recht undt stet ex. de sentenciis. Das leczste geseccze wyderruffet das forderste wohe es im wyderspricht, es werde danne eygentlich mit underscheyde gelewthert undt aussgenomen. Dytzs ist das beschryben recht ex. de constitucionibus.

XXXV. Es ist torlich undt nicht guth, das eyne stadt keyne geseccze hadt nach haben wyll. Davon zo schreybet Aristotiles in seynem sybenden buche alsso von den steten, das eyn igliche stadt moge nicht woll bey eren undt nucczen undt auch wyrdigkeyt mit irem rechten bleyben, dy mit irem rechten gesecczen undt gewonheyten nicht wol gesaczt undt geschickt ist. Auch szo spricht derselbe in dem zchehenden [Faksimile] buche von den guten sythen, das etzliche unkundige unvorstandene lewthe in denn stheten meynen, das dye geseccze der stedt undt ein geboth leichtiglich zcu machen undt auch zcu thun seyndt, wanne sye meynen alsso, man dorffe nicht meher thun den das man neme vyl alder geseccze undt gebothe ander stethe, undt zcyhe auss den dy besten, undt das ist nicht war, wan man muss dy gebothe undt dy geseccze allezceyt nawe machen nach der gelegenheyt der sthete, der leuthe, undt auch der zceyt.

XXXVI. Woll das der radt undt dye furmunden der stadt dye geseccze aussrichtten und die gebott den anderen burgernn thun, szo sall sye doch ir iglicher halden, der alsso woll der sy machet ader gemachet hadt, undt der sye gebewtht ader gebythen leset, alsso der dem sy gebothen werden. Dit ist das beschrybene recht, und sthet geschryben ex. de constitu. Es spricht auch der weyse man: leyde gerne das gesecze, das du selber gesaczt hast. Billich werden dy radtsmann hertter umb dy ubertrettung der geseccze gebwset dann dy andern borger in den stheten; wanne der grose lerer Sandt Gregorius spricht: was dy radtslewthe ubertrethen undt brechen, das werdet eyn beyzceichen den andern borgern, das sye alle dysta leichtlicher brechen; es entschadet auch nymandt in der stadt deme gemeynen nuczs alsso ssere, als dye den namen der wyrdigkeyt undt der furmundtschafft haben, wan dye ubertrethen, undt dye alsso fromme undt gerecht scheynen, das sye moglichen andre lewthe straffen, undt dy danne selber mit deme ersten brechen, undt wer wyl danne dy borger zcu dem gemeynen nucze der stadt zcyhen mit den worthen, wanne von den mechtigsten der ungehorsam erlewbet werdet mit den wercken. Sandt Bernhart, der schreybt auch in eynem sendebriffe alsso: dye allerschoneste schickung zcu togenden ist dy, das du dy borden, dy du andern lewthenn zcu tragen aufflegst, mit dem ersten selber in vortregest, das du an dyr selber lernest, wye du andern lewthen vorstheen sollest, undt das sye an dyr gelernen dy togende uben undt den gehorsam halden.

XXXVII. Ist das der radt etzbas mit der gemeyn uberkommen wyll, das sal man nicht snelliglich undt an guten vorradt thun. Ist auch dy sache etzbas gros oder verworen, szo sal man vyhre ader sechsse besondern an eyne stadt nemenn, dy vornüfftig undt frydesam seyndt, alsso man dy yrgen in der gemeyne fyndet, undt sal dy der sachen gancz undt gutlichen underrichtten, undt dornach es an dy gemeyne brengen; dy underweysen danne dy andern ire frunde, was das beste sey, dy villeicht sich nicht alsso schyre vorstündenn. Undt sall man [Faksimile] auch etzbas von der stadt wegen thun, es sey an gebawe, an keuffen ader an vorkewffen, ader geschoss zcu secczen, ader welcherley dy sache ist, von der wegen man gelt eynnemen ader aussgeben sal, das anders icht redlichs ist, das sall alles gescheen mit wyssen der gemeyne undt mit wyllen der meysten mennyge in dem radt undt under der gemeyne; undt was dy meyste mennyge danne ubergybet, das mag das mynste teyll under in danne nicht wyderreden. Wes sye auch mit der gemeyne oberkomen, ewiglich zcu halden, do sollen alle radtsmanne keynwertig seyn, undt sall der aller wylle undt worth seyn, undt von der gemeyne der meyste teyll, undt sall es alssobalde in der stadt buch schreyben, undt das nymmer aussgetylgen, noch lassen abgeheen, danne in sollicher weyse alsso es gemacht, gewylkoret undt geschryben ist; es sall auch nicht seyn wyder dy geseccze der cristenheyt ader wyder des herren gericht undt herlichkeyt, undt wyder ir eygen recht undt freyheit. Diczs ist geistlich recht, keyserrecht, landtrecht, wydtpyldsrecht undl dyser stadt recht.

XXXVIII. Seneca, der heydenische meyster und romische radtsmann, der leret, wye sich eyn radtsmann under seynen genossen halden sall und spricht alsso: unter deynen genosen fure nicht schendtliche rede, deyn worthe mache allezceyt nuczlich, undt wann sich das geboreth, frolich. Under ernnsten reden undt teydingen szo brenge auch schympliche worthe zcuwege, aber sye sollen messlich seyn, alsso das sye deyner wyrdigkeyt undl zcucht nicht ablegen. Wanne deyn lachen worde strefflich, geschee es uber dy masse, ader das es wurde kyndtlich, ader mit weybischer stymme, auch szo machet dich deyn lachen ungeneme, wanne es hoffertig undt spottichs ist, undt wan es geschydt von bossheyt, undt vonn schemlichen, sundtlichen dyngen, ader das es kommeth von ander lewthe untogendt, der nicht zcu lachen ist. Ist das dye zceyt undt dye stadt sich geheyschet, das dyr zcu lachen geboreth, szo saltu es thun mit wyrdigkeyt undt mit weyssheyt senfftlichen. In deynem schymppfe beware, das du nymandt heswerest, das du nymandt schmehest, das du nymandt lesterst, undt das du nicht bufischs seyst. Deyn schymppf sall seyn ane ernnst, ane schnodigkeyt, dyn lachen ane schallen, dy stymme an lautt ruffen, deyne worth an smeychen, deyn erbeit an stymme, deyn rwhe ane fawlheyt; undt betrübe dich des nymmer, ab du den bossen myssehagest, wanne szo deyn dy bossen ubel gedencken, szo wyrth deyn lob gemereth. Redliche gezcuchttige ordenung, mit guten sweren sythen, geboren sich den radtsmannen in allen dingen zcu halden, alsso das dye radtmeyster vorgehen, undt dye elsten inn deme rathe dornach, undt dy iungsten sallen den [Faksimile] eldern in undt an allen stheten dy ere geben; sy sollen sich mit worthen undt wercken under eynander eren, dovon szo lernet das gemeyne volk, das es sye auch eret undt erbarlichen haldet. Sye sollen sich allewege zcusammen halden, wohe sye mit eynander seyn, undt sich nicht zere under das gemeyne volk mengen. Sye sollen aber das gemeyne volk nicht smehen, sye werden anders von in gehasset undt wyder gesmehet. Sye sallen den lewthen gutlichen zcusprechen, undt ire clage undt ire rede gerne horen, ab sye in woll swehr seyn. Sye sallen sich auch hwethen, das sye nymandt mit worten ausshole ader lerne. Ir iglicher sall zcu des andern liebe undt leyde geheen, undt ab eyner des nicht gerne thete, der gehorsam des radts sall in dorzcu zcwyngen undt dorzcu halden.

XXXIX. Horestu von imandes nawe mehre, du salt sye nicht zcu handt nachsagen, du benennest danne den seger, der es bekenne. Es spricht der meyster Pitagoras: rede nicht alsso an den stheten, do es macht hadt, uff eynen wahn ader van horesagen, du hast seyn danne eyne gewyssheyt, das dyr icht dornach ymandt straffen, smacheit ader laster brenge, undt lege auch nicht zcu, wanne es ist besser zcu wenig, dan zcu vyl geredet; auch wenig und korcz in deme rathe geredet, das ist weyssheyt; ubrige undt unnücze rede, dye beweysen do dye thorheyt; eyle nicht mit deyner rede vor ander lewthe, undt vorstore mit deyner antworth nymandes rede. Es sall auch eyn radtsman nymanden ewyssige, unnware, schymppliche rede vorbrengen zcu schaden.

XL. Eynem radtsmanne geboreth auch wol, alsso er sich weysslichen vor andern lewthen mit den sythen undt mit den worthen halden sall, das er sich auch mit seynen cleydern der stadt undt deme rathe zcu eren erbarlichen halde undt zcyhe. Des haben etzliche sthete ir geboth doruber gethan, das keyn radtsman zcuryssene ader gelappte cleyder an tragen sal, ader thorenfedern uff dy hüthe stecken, nach seyner frawen cleyder, pelcze, mentel, ader korsen, uff der strasse tragen, ader in leynen hosen ader barschenckel geheenn, ader mit zcuryssen schwen, ader mit puffyschen snythen an seynen cleydern undt dergleichen, wan alles hyrvon der radt gespottet undt gesmehet werdet, wan man szcogethane cleydung an in syheet.

XLI. In den hewsernn, uff der gassen, ader uff deme velde, sal sich auch eyn iglicher radtsmann bewaren vor unzcemlicher erbeyt vor den lewthen zcu thun, an kleyben, kleypptreten, steyne ader dreck tragen, ader den myst aussfegen, keren undt tragen, undt alle erbeyt, dy den weyben geboret zcu üben, undt auch dye smelichen handtwerge, der [Faksimile] aller nicht nodt ist zcu nennen; wanne alles hyrvon der radt swachen leumundt leydet undt spoth undt unachttung.

XLII. Der meyster Aristotiles, der schreybet in seynem funfften buche von denn stheten alsso: eyn igliche stadt, dy nemet zcu undt abe nachdeme alsso ire radslewthe an weyssheyt abe undt zcunemen. Alsso man dy gerechttigkeit in deme rathe undt an deme gerichte heldet, alsso drweth eyne stadt; wan wohe man nicht gerechttigkeyt heldet, da wechsset der ungehorsam, undt von deme ungehorsam vorgehet der nucze der gemeyne, undt nach deme volget dan das gemeyne vorterben.

XLIII. An der narung szere grosen gebrechen zcu leyden tawge nicht unter den radtsmannen, wye fromme sye seynd, wanne sye zcu den eren etzbas haben sollen undt mussen; undt haben sye danne nicht, szo brenget sye dy nodturfft gerne zcu ubeltadt, undt das ist an in iar zere zcu forchtten. Dorummbe szo wolden ire dy Romer keynen in irem rathe haben, wye weyse eyner wass, sy wolden im danne tegeliche narung bestellen, undt dorummb szo pflegen nach etzliche sthete, wanne ire radtslewthe vorarmen, das sye in von der stadt renthen alle wochen eyn summa geldes andelogen zcu irer narung, undt etzliche sthete, dy nicht alsso reych seyn, dy schicken sye an eyn thor, ader an eyn ander ampt, dorvon sye ire narung han.

XLIV. Noch szo vyndet man andre gebrechen an den radtsmannen, das ist seuche, dy alsso geschickt ist, das sye keynen abganck hadt, alsso aussecczigkeyt, das vallende, ader der slagk, ader der wolff umb des gestancks wyllen, erblemde der beyne, blyndtheyt, grose myssestallung des antlicz, an der nassen, backenn, ader an deme munde, dy nicht leydelich seynt, undt deme der adtem stegtiglich styncket, und dergleichen. Wyewol dy in den rethen nicht zcu leyden seynt, szo sal man sye dach nicht unerlichen aussecczen, nach aussdringen, sondern alsso vyl sall man mit in reden, das sy mit iren frunden vor den radt komen und selber orlawb bythen, undt deme rathe gutlichen dancken, undt szo sall in der rath vor der gemeynde auch dancken umb ire frommickeyt, undt sall sye auch dornach allezceyt vor der gemeyne mit worthen undt mit wercken erbarlich halden vor andern lewthen, hyrvon sso wechsset togendt.

XLV. Dye geyrigen, den nichts genugk ist, dy togen in den radt nicht, wanne sye schemen sich ummb gutes wyllen keyner myssetadt. Das diczs alsso sey, das bewerth Sandt Augustyn, der alsso spricht: dye geyerheyt hadt keyn ende nach zcyl, sy greyffet allewege zcu, es sey zcymlich ader unzcemlich, sy schemet sich vor den [Faksimile] lewthen nicht, sy schonet der eldernn, der mage, nach der frunde nicht, sye heldet keyne trawe, sy sthatet auch nicht, das eyner von unzcemelichen dingen lasse, ader das er sich frawhe mit andern lewthen, er mag auch nicht dobey geseyn, das man den lewthen gwthe undt myldigkeyt beweyse; undt dorummb szo ist er unnucze in dem radte, wan er dem gemeynen nuczs allezceyt wyder ist, undt suchet alles seynen eygen nuczs undt frommen.

XLVI. Eyn offenbarer ehebrecher undt unkewscher, der tawg auch nicht in den radt, undt dovon szo redet meyster Tullius undt spricht alsso: es ist keyn leychter ader sneller sache, bossheyt undt untogendt zcu thun, alsso bose, snode, unzcemliche liebe eyns unkewschen mannes undt offenbaren ehebrechers, wanne sye in zcu schaden undt schanden stetiglich beweget, sye brenget unzcellichen vyll bossheyt, sye blendet des menschen redlichkeit undt synne. Dorummb szo togen sye in dye rethe nicht, nach zcu scheppfen an das gerichte. Das hadt man eyn beyzceichen an der frommen frawenn Szusanna, dy dye bossenn unkewscher undt richtter unschuldiglich zcu dem tode wolden brengen. Dye bosse unkewscheyt machet dye lewthe erloss, synnelosss, guteloss, unstethe, unrechtig, unfletig, undt das sye in thumheyt keyn ubel nach keyn peyn forchtenn.

XLVII. Gehet eyn man in den radt undt an das gericht, szo sal er mit vleysse sich bewaren, das er nicht eygenwillig sey, wanne der eygenwillige mann keyne togendt nach weyssheit heldet, her magk auch wyder gotes ader der lewthe gunst behalden. Es schreybt der meyster Averroys: wer vor sich secczet undt sich des vorstheet das eyn dingk ist, das alle dinge wyrcket, undt eret danne seynen eygen synn vor allermenlichs synn, der en hadt nicht hyrniss inn seynem hewbte das bequemlich sey zcu guthen dingen. Alsso mag man auch woll sprechen, wer vor sich secczet, das weyssheyt undt togendt zcu allen dingen guth seyndt, undt sich des woll vorstheet, undt gehet seynen eygen wyllen nach, undt wyl seyner wercke ungestraffet seyn, der hadt keyn hyrnn in seynem hewbte zcu keyner redlichkeit, das er bequemlich sey an deme gerichte, nach inn dem radte, nach zcu keynen dingen.

XLVIII. Das man in den radt vyl zcewhet des herren amptlewthe undt dy gewaldigen, undt den auch mythesame ist, undt allzcu heymlich, das ist den stheten nicht nucze. Davon redet der meyster Aristotiles in deme andern buche von den stheten, undt spricht: dye von Athenas, dy funden eyn geseccze, domit stewerthen sye den gewaldigen, uff das sye ichte zcu mechtig uber sye worden undt schaden dovon empfingen, aber [Faksimile] mich duncket, das es besser undt weysslicher gewest were, das sye dyselbigen zcuerst auss irem rathe undt heymlichkeyt geslossen hetten. Dyczs selbige meynet auch der meyster Seneca, do er schreybet zcu Lucyllo alsso: wye magk ich das geenden undt wyderbrengen, das ich zcu erste nicht vorbyethen mochte nach gewehrenn, wanne vyl leychter were nicht zcugelassen danne das zcugelassene ausszcutreyben.

XLIX. In den stheten sall mann auch dye uberreichen undt dye mechttigen in den radt nicht kysen, nach secczen, wanne dye geseccze der stadt undt dye gebothe werden dicke von in gebrochenn. Darumb szo muss man sye iar weysslichen secczen undt eyntrechttiglich bestetigen, undt gestrenglichen halden, anders sye vorgehin, alsso diczs rureth Valerius in seyn achten buche, do her alsso spricht: dy geseccze undt dy geboth der sthete, dy von den radtsleuthen nicht weysslich gesaczt undt wol bewarth werdenn, dye gleichen sich den spynweben, dye behalden dye mücken undt dy flygenn, aber dy hummeln und dy keffern, dy zcubrechen es undt flygen dodurch. Alsso geschydt es auch, das dy unbewarthen geseccze dy behalden dye armen undt dy eynfeldigen lewthe, aber dye reychen undt dy mechttigen, dye vharen mit gewalt dodurch undt zcureyssen undt zcubrechen es.

L. Das vyerde buch Moysi, das heldet alsso, das goth sprach zcu Moysi: ich wyl das volgk brengen undt füren in das gelobte landt, undt wyl dy lewthe, dy dorinne wohnen, ausstreyben langsam, uff das euch dye wylden thyre ichte hyndern undt ire sthete besycczen, undt der gebaw icht zcuvalle. Hyrummb szo ist nuhn woll zcu mercken, das man nicht vyll lewthe uff eynmall aus deme rathe secczen sall, ab unendeliche ader gebrechliche lewthe dorinne werden, uff das icht dy wylden thyr, das seyn dy groben unkundigen mann, ire stedte do besycczen, undt der gebawe der geseccze undt der stadt rechte alsso zcuvyle undt vorgessen ader vordrucket werde; sondern langsam undt eyntzeln sal man sye lassen sso reumen, wan man den nawen radt bestetigt, das man ir eynen ausseccze undt nicht mehr. Diczs leret auch Aristoteles in seynem funfften buche von den stheten.

LI. In seynem andernn buche von den stethen schreybet der meister Aristoteles: unbequemlich ist es eyner iglichen stadt, das ire radtslewthe ane straffung leben, man sal sye bass straffen dann andre lewthe, wan ir ubertrethen gibet allen lewthen orsache. Aber spricht er in dem zchehenden buche: darzcu das dye lewthe in den stedten guth werden, ist es etzban domythe nicht genugk, das man sye mit worthen straffet, wann eyn streffliche rede thut den alleyn genugk, dy sich schemen, aber zcu [Faksimile] den, dy sich nicht schemen wollen, do gehort eyne busse zcu, an deme leybe, ader an dem guthe, undt nach derselbigen strefflichen rede. Szo kommet eyn gewonheyt, alsso das man leset das bose, undt volbrenget das guthe, undt werdt togentsam undt fromme.

LII. Das eyn mann togentsam werde, do gehorenn zcu drey dinge. Das erste ist eyn naturliche schickunge, das andre underweyssung der lare, das drytte eyn gewonheyt der wercke. Hyrumb meynet er, das man dy lewthe zcu togenden reyssen solle, und das geboret den radtsleuthen zcu thun mit iren guthen bylden undt wercken, besonder mit irem gehorsam. Undt meynet das auch in diesen redenn, das dye lewthe togentsame wercke thun undt williglichen gehorsam seyndt, das man dy loben undt lieb haben solle, undt dy do bose wercke thun undt untogentsam seyndt, dy sal man büsen mit deme guthe, undt dye auch groblichen ubertreten undt ander leuthe ungehorsam machen, dy sal man nicht alleyn busen an deme guthe, sondern auch myth an dem leybe, undt ist dy sache grob, ader machen sye das volgk zcweytrechttig, szo sal man sye vorweysen, undt in der stadt nymmer leyden, undt thut man des nicht, szo wechsset dovon szogethaner same, den man hyndennach nicht woll aussgegethen kan. Desgleichen stedt geschryben in deme vyrden buche Moysi, das goth wyder das volgk sprach: wanne ir kommet in das gelobte landt, undt gewynnet dy sthete, szo solt ir das volgk dorinne reyne ausstreyben, undt irer keynen under euch lassen wohnen, wan sye wyder ewer geseccze ryngen, undt thut ir des nicht, szo werden sye euch nayle in den awgen undt sper in ewern seythen. Alsso ist es auch welche stadt dy vrevelen ubertrether undt dy ungehorsamen zcweytrechtiger bey ir leydt, der gebrichet ungemachs undt unfrydes nymmer, sye werden deme rathe nayl in den awgen, das ist offenbar schade undt smacheyt, undt sper in den seyten, das ist heymlich laster, zcweytracht undt ubeltadt.

LIII. Nach myttage sall man keynenn radt halden, do anders etzbas macht an leydt, wanne der lewthe vornuffte etzbas beswerth werden von der speyse undt deme trancke. Man sall auch alle wochen an deme freytage sampnung des radts haben alsso zceytlichen, das man dy lewthe entrichtten moge mit den orteyln an unsers hern gerichte, ab das nodt ist. Queme aber eyn heyliger tag uff den freytag, ader hynderte das eyn nodtlich gescheffte, szo solde man den radtstag legen undt halden uff eynem andern bequemlichen tagk, alsso das alle wochen eynes uff das mynste des radts tage eyner gehalden werde. Dyt ist der stadt gewonheyt. [Faksimile]

LIV. Nymmer sal man uff deme radthawss dye geste mit wyllen lassen geharren, dy doruff zcu schicken haben, wanne hyrvon entstheet der stadt ere, szo man fremde lewthe vor deme rathe gutlichen handelt. Dasselbe ist auch ummb die krancken lewthe, wanne dye nicht lange geharren mogen, undt das ist der radtslewthe togendt. Dy armen lewthe sal man auch fordernn umb das sye ire erbeyt undt narung nicht vorseumen, das ist gotlich undt lohnbar an der szele. Es spricht Sandt Iheronimus: ich gedencke nicht ader habe das in keynem buech nyhe gelesen ader erfaren, das noch yhe keyn mann, der armen leuthen forderlich undt beholffen were, undt sye durch goth schuczte zcu irem rechtenn, das der an den eren vortorbe, ader eynes unrechten todes storbe; das machet er gewynnet vyl lewthe, dy teglichen vor in bythen, dy goth gerne erhorth, undt thun sye des nicht mit den worthen, szo geschydt es von iren wercken, wann Cristus spricht, was ir meynem allermynsten thut durch meynen wyllen, das thut ir mir selber.

LV. Ist das eyn radtsmann, szo her sycczet in deme rathe, vornymmet, das dye sache, dye man vor handen hadt, ader handeln wyl, in selber ader eynen seyner gebornen frunde, ader eynen, der geselschaft mit im treybet undt kauffmanschacz, antrythet, szo sall er sich selber melden undt auss deme rathe, ehr danne man in das heyse, entweichen; das sthet woll undt zcyret seyn togendt undt weyssheyt. Es ist eyn frage: ab eyn radtsmann iare undt tagk uber veldt ist, undt des radtes nicht warthet, ab man danne eynen andern an seyne stadt kysen solle ader nicht? Hyrauff ist zcu antworthen alsso: ist er ausssen von erhafftiger nodt wegen seynes geschefftes, ader kranckheutt und desgleichen, ader ist zcu schule gezcogenn, uff das er gelerne, ader uff meysterschafft seynes handtwerges, von dem szo entstheet der stadt nuczs und ere, szo sall man keynen an seyne stadt kysen, her wylkorthe es danne; ist es aber ummb anders was, szo magk man eynen andern kysen, ab mann wyll.

LVI. Das recht sall man inn deme rathe in allen sachen nicht drucken nach vorhalden, durch keyner frunde nach moge wyllen, nach nymandt zcu lyebe nach zcu leyde, in dem radt nach an deme gerichte. Hyrvon szo redet Sanctus Ambrosius, do er uber den propheten Malachian schreybt alsso: under allen sunden, dy dye radtslewthe begeen undt auch dye scheppfen, szo ist dye sunde mit den grosten, das sye nicht mercken der lewthe sache, sonder vyl mehr mercken sye dye personen, wanne sye vorsmehen den gerechten armen, undt eren alle zceyt den ungerechten reychen. [Faksimile]

LVII. Zchucht sall man in deme radt halden, szo man dy sache orteyln wyl, undt recht suchet umb redliche sache, undt sal eyn iglichen besondern dorumb fragen, undt dornach dy sache gemeynlich bereden, undt danne zcu deme andernmale uff den eyd umbfragen; wann man muss dy nüsse zcu deme ersten beyssen entzzcwey, undt darnach schelen, undt anderweydt danne wyder in den mundt nemen, undt kawhen, sall mann anders des kerns zwsigkeyt entzcheben. Alsso bestheet dovon das recht, was dy meyste mennige in dem radt dornach volworthet, das hadt den vorgangk nach wydtbylde. Aber nach der stadt recht szo magk eyn iglicher bydermann seyn worth woll bessern in der andern umbfrage, undt hadt des keyne schande, entzchewet es eynes bessern undt bessert seyn worth, her gewynnet seyn ere undt thut recht undt alsso eyn bydermann, der seynen eydt undt seyne ere bewaren will, undt nymandt sall inn des hyndern. Wer in aber hynderth undt seyn worth anderweyth nicht wyl zculassen, der wereth recht undt styfftet unrecht, wann weyssheyt wyl in sollichem rathe snellichen nicht zcu dem besten kommen, man muss dy sache dicke besynnen, sal man dy lewthe bewaren undt recht orteylen.

LVIII. Der lerer Isidorus spricht alsso: etzliche nicht woll undt recht gereden konnen, alsso konnen sye auch nicht wol gesweygen mit irem ertrachten undt unerfarnen synne, szo schallen undt dönen sye mit der rede durch eynander alsso dye iagehunde, undt wanne man sye danne eben vornymmet, szo geben sye vyl worthe undt wenigk nuczs, undt dorummb szo hadt der radtsmeyster eyne heygen vor im, nach der stadt gewonheyt, domithe szo vormanet er dy radtsmann, das sye irer zcucht undt redlichkeyt gedencken undt sweygen. Es bedewthet auch wen er domit klopfet eyne vormanung der eyde, dye sye zcu deme rechten gethann han. Dye auch in deme rathe in zcemelichen dingen nicht gehorsam seyn, dye beweysen, das sye nicht entsweygen zcu der zceyt.

LIX. Seneca der spricht: hastu vornunfftigen synne, szo teyle den radt in dyr uber eyn igliche sache nach der zceyt, alsso das du dy keynwertigen dinge weysslichen undt woll schickest, dy zcukunfftigen dinge eben undt woll vorbesehest, undt dye vorgangenen nicht vorgessest; wanne wer nicht synnet uff das vorgangene dingk, der vorlewst seyne wercke, undt heyset eyn vorgessener mann; der auch nicht trachttet uff das zcukunfftige, der hadt keyn vorbesichttigkeyt, undt ist geheyssenn ruchloss; undt wer auch in seynen kegenwertigen gescheffte unsicher ist, der heyset eyn thore undt vellet leichtiglich in schaden. Dorummb szo [Faksimile] seccze in deynen synne das zcukunfftige, beyde boss undt guth, was dyr dovon komme, beyde schaden ader fromen, undt ab es schedlich worde, wye dw das vertragen woldest, undt das du dorzcu radt habest, undt der gedult danne nicht zcumale berawbt werdest.

LX. Der grose meyster undt romisch radtsman Tulius, der leret wye man den radt haldenn solle uber eyn igliche sache, und spricht alsso: zcwey dinge sall man in deme rathe an eyner iglichen sache mercken, das ist, ab es erlicher ader besser sey, undt under den erlichen welchs erlicher sey, undt unter den nuczlichen welchs nuczlicher sey, undt dornach welchs under dem nuczlichen undt under dem erlichen allerbest in der sache sey. Eyn stadt soll nicht alle zceyt ire dinge nach nuczs thun, sye sall auch alssossere nach eren stheen alsso nach nucze, undt sall das nicht ansehen ab nicht gross nucze dorinne leydt; ist aber das dingk erlich undt nuczlich, szo ist es dista besser. Dye weysen naturlichen heydenischen meyster undt romischen radtgeben, dy haben iare ssere undt mit grosem vleys uff dyesen dreyhen stucken mit irem rathe gelegen, dy ich hy nenne, guth, höbsche undt nucze, in allen iren geschefften, undt dy achten sye iar wol kegen eynander undt myschten sye auch alsso. Was do guth ist, das ist togentlich; was do togentlich ist, das ist auch erlich; was erlich ist, das ist auch hobschs; undt was hobschs undt erlich ist, das ist auch guth undt nuczlich.

LXI. Zcu deme prophethen Moysi redet goth, nachdeme alsso in seynem andern buche der aussfarth geschryben sthet, alsso: sage deme volke undt iren radtgeben, iren richtern undt irenn scheppfen, du en salt nicht valsche rede undt logenteydinge nach unredliche sache zcu dyr nemen, du salt deyne handt nicht dorzcufügen nach deynen mundt, das du vor eynen snoden mann valschs gezcewgkniss gebest, du salt deme gemeynen volke nicht volgen zcu dem das do bosse ist, nach inn dem gerichte, nach in dem rathe, undt nach dem orteyl vyller lewthe, alsso das du ires orteyls gestheest undt kerest von der warheyt, undt dich nicht lesest erbarmen in den sachen der armen lewthe, dy mennige der leuthe dy sall eynen bydermann nicht ubergeheen, szo er unrechts entsthewet.

LXII. Heyschen dye armen lewthe ader byethenn eynen radtsmann zcu richttung, szcune, ader teydingen, das sall er in mit wyllen nicht vorsagen, her konne es danne von nodt wegen nicht gethun. Dicz ist der stadt geseccze. Diczs leret auch der romische radtsmann meyster Seneca undt spricht: deyne rede saltu under den lewthen zcu fryde undt zcu szune undt zcu nucze secczen, das sye nicht umbssunst geschee undt unnucze sey, alsso das sye eyntweder rathe zcu deme nuczlichsten [Faksimile] undt erlichsten, ader vormahne zcu dem rechsten ador troste zcu dem besten, ader weyse zcu deme fruntlichsten.

LXIII. In der wandelung des radts szo sollen auch dye amptleuthe gewandelt werden undt dye scheppfen an deme gerichte, alsso dye dieses iare scheppfen gewest seyn undt des gerichtes gaben gewarthet, dy sollen vorth des radtes warthen undt forder radtslewthe seyn. Doch das dy scheppfen, wan man sye heyschet in den radt sollen gehen, undt auch dye radtslewthe, wanne dye geheischt werden von den scheppfen an das gerichte, ab man ir darff, sollen kommen. Es schreybet der meyster Aristotiles alsso in seynem drytten buche von den stheten: das es guth undt nuccze sey, das man den radt alsso wandele undt dy amptleuthe domythe in den stethen, umb deswyllenn, das icht zcweytracht undt auch hasss under inn auffsthee undt under inn werde, umb das eyner dy ampte langeweyle hette undt der andre nicht. Undt wanne man auch den nauen radt gekoren hadt, szo sall er bestetiget werden mit unnsers hern offen brieffe, undt alsso der alde radt gerechent hadt mit den amptlewthen, dy das iar gewest seynt, szo sall man vor der gemeyne des bestetigsbrieff offenberlichen lassen lessen.

LXIV. In deme radte sall mann nicht anheben zcu fragen an den eldsten undt an den weyssesten, sondern an den nawesten undt an den iüngsten, dorumb das sye gelernen undt sich geuben; wann hübe man an den eldsten an, szo sprechen in dy iungsten vylleichte nach, undt nemen in dy sache nicht alsso ernnstlich zcu synne, alsso sye sunst thun, undt domit szo lernetten sye dy recht nicht; dornach aber, als dye eldesten noch den jungen gerathen, szo horen dye iungsten vylleicht bessern radt undt bessern dan zcu der andern umbfrage ire worth.

LXV. Es schreybet auch Aristotiles in seynem sybenden buche von den guten sythen, das es nicht genugk domith sey, das eyn radtsmann, wan er in dem radt etzbas gefraget wyrdt, seynenn radt danne sage, das eyn dingk gerecht, war, ader guth sey, her sall auch dozcu offenbar machen, worumb seyne rede ware sey undt gerecht sey, undt worummb in duncke, das es guth undt nuccze sey, das er gerathen hadt. Man sall auch in allen dingen deme an schemen volgen, der das beste rethet ader gerathen kan, wanne wohe do ist eyn weyser radt, do ist auch zcware eyn selige stadt. Seyn auch lewthe krigischs, zcencker, unfrydesam, wohe man das weyss, ader sich des vorsyhet, dy man in dem radt entscheydet ader entscheyden hadt, szo sal man dye entscheydung gancz lasen schreyben in der stadt sachebuch, ab sye dye uber [Faksimile] etzliche zceyt anderweythen, das man an erbeyt undt muhe von in bleybe.

LXVI. Guth undt redlich ist es undt auch in etzlichen stheten in wydtbylde recht, das der radt alle jare, wan er gewandelt wyrth, seynen eydt vornawbet umbe deswyllen, das in der alde eydt dyste keynwertiger sey, wanne dornach ir eyner den andern ires frischen eydes vormahnet, undt darummb das sye ir geseccze, rechte, gewonheyt, undt den gehorsam diste gestrenglicher gehalden. Der eydt sthet alsso: wyr sweren gothe undt unserm gnedige hern etc., dem armen undt deme reichen, dye in dyse stadt zcu recht undt billich gehoren, das wyr wollen das recht mehren undt das unrecht wehren nach unser moglichkeyt, undt unsere fordern eyde, dy wyr gethan han zcu dem rathe und deme gerichte, das wyr dy halden wollen alsso fromme leuthe, undt wollen das nicht lasen durch liebe nach durch leydt, nach durch keynerhande sache, alsso uns goth helffe etc. Dyesen eydt sweren sye alle uff eynmale, stheendt, mit auffgerackten vingern kegen deme hymel, domithe szo ist seyn auch genugk.

LXVII. Am somelichen steten in des reichs stheten undt auch in etzlichen stheten in deme wydtpylde zcu Sachssen undt in der marggraffschafft ist dye weysse: wanne der nawe radt der stadt geseccze undt geboth vornawhet hadt, undt auch wan in swere sache under awgen stoset, szo machen sye eynen heymlichen radt under in selber undt sweren dyesen radt alsso: wyr sweren das wyr des radts heymlichkeyt wollen inne haben undt was uns in den sachen under augen kommet, es sey kegen frunden ader fromden, des wollen wir hyrinne eyn undt stete seyn, undt nymandt ausswendig unnsers radts des melden, ymmer undt ewiglichen, alss uns goth helffe etc.

LXVIII. Ab eynem rathe grosse undt hefftige sache antrethen undt auch swere, man sall dorumb nicht vorzcagen, sondern eyn vestes, stethes gemüthe allezceyt haben; nymmer sal man sich snellichenn betrwben, nach von eynem grosen gedöne vorslewgen, sondern guten radt suchen undt des gebrauchen, undt allezceyt van der redlichkeyt nicht lassen noch trethen, wanne guter radt, nach deme alsso dy meyster sprachen, vorterbet ssere irschreckende forcht undt zcornn; dasselbe thun dy almosen undt frommer lewthe gebethe. Es sall auch eyn iglicher in seynem betrubpnisss seyne frunde suchen undt dy frolichkeyt, wohe er mit fugen magk. Das leret meyster Seneca, do er alsso spricht: hobsche frolichkeyt ist den lewthen gesundt, undt was des menschen zele erfreweth, das stercket auch den leichnam, undt was auch dy zele [Faksimile] betrwbet, das krencket den leychnam, wan es stedt geschryben: der betrübete geist, der derret des menschen gebeyne; eyn weyser man sall im seyn lieb undt seyn leydt nymmer zcu nahe genemen, szo lebet er seliglichen.

LXIX. Den radtsmannen undt den scheppfen ist in irem eyde vorbothen, das sye von nymande dorumb sollen lohn ader geschencke nemen, das sye den lewthen ir worth furen ader in orteylen in dem rathe ader an deme gerichtte. Hyrummb seyn drey dinge zcu mercken. Zcu deme ersten: kommet eyn man, der eyn sache hat zcu fordern vor dem rathe ader vor dem gerichte, undt wyl eynem radtsmann dorummb schencken ader eynem scheppfen, das er im in seyner sache gewegen werde, das er im gesthee, das er seyn worth gespreche undt im das gebessere, das er inn lere, wye er sich beschyrme undt seynem wydersachenn uberlyge, undt im andre besondre hulffe thu: welch radtsman ader scheppfe dorummb geschencke nymmet, der werdet zcu stundt meyneydig, undt nicht dorummb alleyne, sondern wann er ymande hylffet, rethet ader fordert wyder das recht wyssentlich, durch liebe ader durch drawhe, förderunge, dinst ader hass; nymmet er aber geschencke undt meynet im zcu helffen zcu seynem rechten, szo ist doch deme eyde nohe gesthyrmet, undt das stheet danne zcu seyner sanwycczigkeyt. Zcu deme andernmall: ist es das eyn radtsmann ader eyn scheppfe eynem zcu seynem rechten forderlich ist, undt meynet, er wolle im helffen undt rathen durch des rechten wyllen, undt suchet, nach en nymmet, ader muthet an in keynerley gabe, thut dan dornach der man deme radtsmann ader deme scheppfen von eygenen wyllen fruntschafft, dinst ader zcemlich geschencke mit weyne, wylpreth, ader vischen, obeley undt desgleichen, das mag er mit gothe undt mit eren woll nemen, dach also das es nicht zcu gross sey, undt das er es habe nicht vor aussgedinget, ader eyn ander zcwischen in beteydiget undt uff guthen wahn eynen wegk gemacht, das in dorummb etzbas entsthee. Zcu deme dryttenmale: ist eyn radtsman ader eyn scheppfe alsso weyse, das er guthen radt gegeben kan, undt bythet inn eyn mann, der nach keyns kryges vor deme radt ader vor deme gerichte begonnen hadt, ader eynen krigk furet in eyner andern stadt, das er ime radt zcu seyner sache gebe, undt in des rechten underweyse, des en ist er im danne nicht pflichttig umbszust zcu thun; her mag seyn guth dorummb nemenn mit rechte undt mit eren, alsso verre das dy sache alsso balde in den radt ader an das gerichte, do sye besessen seyndt, nicht komme, undt er sall im uff das rechste rathen undt im zcu deme unrechten nicht stercken, ader in das leren beschyrmen; undt ist im danne der radt nüccze, szo ist er im schuldig, was er im dorummb gelobet hadt, undt wyrdt im der radt nicht nuccze, szo [Faksimile] ist er im nicht pflichttig; und gybet her im radt, den er weyss, das er wyder in ist, szo hadt er alsso ubel gethann als der valsche vorsprache. Dit ist das beschrybene recht.

LXX. Eyn iglicher radtsman der ist vor gothe schuldig allen armen lewthen, wo danne dy seyndt, durch goth zcu iren sachen radt undt hulffe zcu gebenn, undt sye bey irem rechten, alsso verne im das mogelich ist, zcu behalden; thut er das nicht, szo werdet er schuldig ires schadens. Dit ist das beschrybene recht.

LXXI. Vyndet man eynen man under dem rathe ader under der gemeyne, der vorbundtenyss antreget mit den lewthen wyder den radt, ader wyder imandt besondern, des sal man forder in der stadt nicht mehr leyden, sonder in ewiglichen mit den, dy im gestheen, vorweysen. Es sal sich eyn iglicher byderman dovor huthen, das er sich in zogethane geselschafft nicht menge, wanne dy bossheyt ist alsso gross, das eyn gancze stadt vorbrenthe alsso doch das dy lewthe lebendig blyben, undt dorummbe szo loset dyselben nymant von iren sunden dann der babst. Das sthet geschryben in deme geistlichen rechte. Es schreybet der meyster Aristotiles in seynem drytten buche van den guten sythen, das es besser sey, das man sterbe, dann das man wyder das gemeyne guth der togende thu. Wer eyn eynunge ader vorbündtenyss hynder deme rath machet, das ist wyder das gemeyne guth der togende undt wyder das gemeyne geseccze der sthete, wyder goth undt wyder recht, ist anders dye sache des radtes uff der stadt nuczs; undt er werdet meyneydig an allen seynen mythborgern, undt ab das woll nicht besondernn vorzcalt wyrdet in dem eyde, den dy borger pflegen zcu swerenn, szo geschydt doch der eydt dorummbe, das dy borger sich vorbynden in gehorsam des radts undt in eyntrechttige trawbe undt hulffe der methburger, undt das wyrdet alles von dyesen zcweytrechttigen meyneidigen trawlossen schendtlich gebrochen.

XXXII. Der en ist nicht eyn frommer burger, der der smacheyt undt laster deme rathe hynderwarth ader vorwarth zculegeet, noch szo wollenn sich etzliche torichte lewthe mede irhebenn, dy gerne geereth wirden under deme gemeynem volke, ader gerne quemen zcu der furmundtschafft und nicht guth genugk dozcu seyn undt ir laster drücken wollen, dye gedencken frommer lewthe obel. Dovon szo redet Sandt Augstyn alsso: zcumale schedlich undt schendtlich hadt sich der selber lieb undt er erhwbe sich gerne vor andre lewthe, der seyner obersten undt mytheborger ubel gedencket, undt sye yrre machet, uff das seyn untogendt undt irthum vorborgen bleybe, der ander lewthe bossheyt [Faksimile] vorzcelet, uff das seyn laster vorswygen bleybe. Es spricht auch Sandt Gregorius: habe das vor eyne gewyssheyt, wer vyl untogendt von den lewthen gerne saget, das der selber untogentsame ist; ir seyn vyll, dy ire bossheyt mit andern lewthenn wollen beschyrmen undt wohe sye andrer lewthe obeltadt erfaren, szo meynen sye, das in ir obeltadt dorvon zcymelich werde. Eynen radt zcu lesternn hadt bosses recht, nach sso muss mann dye busse secczen, nachdem als der mann ist, der das gethan hadt, undt dornach das dye worthe gewest seyn. Etzliche dye muss man zcüchtigen an deme leybe, etzliche an deme guthe, das sye etzbas an dy stadt mussen bawhen. Etzliche vorweyse man ewiglichen ader eyne zceyt uff gnade undt das stheet uff des radts erkentenisss ader zcu deme hern, ab es dorumbe szo gelegen ist.

LXXIII. Der in deme rathe etzbas thudt ader bekennet, undt auch an deme gerichte, do mag keyn mann neyn vorgesprechen ader dovor gesweren, welcherley auch dy sache ist. Das ist landtrecht, wytpyldesrecht undt stadtrecht.

LXXIV. Eyn radtsmann ader eyn ander amptmann, deme es bevolhen ist, das er den lewthen stewren solle irer ungezcogenheit undt bossheyt, undt des nach seyner moglichkeyt nicht thudt, der ist schuldig dorann alsso eyn mytheler kegen gothe undt auch kegen den lewthen. Ditz ist das beschryben recht, undt sthet Cap. XXXIII. q. tercia.

LXXV. Beclaget eyn borger den andern ummb sache vor unserm hern ader vor dem gerichte, der er gruntlichen vor eynem sycczenden radt entscheyden ist undt gericht, undt seyn wydersache sich des noch erbewthet bey deme radt zcu bleyben nach erkenteniss des rechten, undt wyrdt er der sache anderweyt uberwunden vor unnserm hern, ader an deme gerichte, szo sall er der stadt eyne margk zcu bwse geben, undt sye dorzcu vyhr wachen reumen. Ditz ist der stadt aldes geseccze.

LXXVI. Eyn iglicher radtsmann, wye alt, krangk ader sych er ist, szo sall er seynen ganczen harnyschs zcewgen undt bey im haben, undt magk er den nicht bederben, szo sall in seyn knecht ader eyn ander iunger armer starcker anzchyhen, undt volge undt were der stadt domith thun. Dyczs sall auch dorummb gescheen, das sich andre arme borger, dye des nach irer moglichkeyt nicht haben, mit dyesen nicht behelffen nach entschuldigen. Ditz ist der stadt geseccze.

LXXVII. Hadt eyne stadt iunge gelarthe lewthe, dye selig undt fromm seyndt, dy sall sye zere in den radt zcyhen. Hadt sye der aber nicht, sye sal hulff undt radt dozcu thun, das sye dye gezcewge. Das man auch schule in den stheten heldet, das ist dorumbe nicht alleyne, [Faksimile] das sye alle pfaffen werden, sondern auch dorumb, das dy iungen borgerskyndt vornufftigk und redlich werden, undt das dye stadt an gelarthe lewthe nicht bleybe, der man besondern wol bedarffe.

LXXVIII. Sandt Bernhart der spricht alsso: es seyn etzliche dy do lernen dorummb alleyne, das man gehore, das sye gelarth undt klug seyn, undt das ist eine snode hobschkeyt; undt szo seyndt etzliche dy do lernen dorummbe, das sye dysta wyrdiger gehalden werden, undt das ist eyne snode ytelkeyt; szo seyn etzliche, dy dorummb lernen, das sye andre leuthe geleren undt von untogenden undt von unrechte gezcyhen, undt das ist eyne ersame lohnbare liebe; szo seynt etzliche, dy dorummb lernen, das sye selber vorstendiger undt frommer werden, undt das ist eyn grose weyssheit, dy do frommet zcu leybe undt zcu szele undt eren.

LXXIX. Dye gelarthen radtsmann sollen den ungelarten gutlichen underweysen, an vorheben geben, undt mitheteylenn, wenne sye des von in begeren, undt das syndt sye in auch pflichttig von rechte undt von ires eyds wegen. Sye sollen in dye rechtbücher lessen undt ausslegen, szo erkrygen sye dovon zcweyerley lohnn undt ere. Dye eyne von gothe, der es in belohnet ewiglichen, wann diczs seyn geystliche almosen, dy vyl edeler undt lohnbar seyndt uber dye leyblichen, undt haben danne des ere von allen, den es frommet, dy in dem rathe in gutes bethin. Andern lohnn haben sye von den, dy sye aussrichtten, dy in fruntschafft undt dinst dorummb pflichttig seyn, wanne sye in das mytheteylen, dorummb sye dicke in der iogendt zere geslagen seyn; undt von denselben szo erwerben sye danne besondere ere, undt ir auspruch in dem rathe der werdet bestendig undt erlich, wanne im dy ungelarthen weysen gerne gestheen. Konig Salomo der spricht in seynen beyspylen undt sprichworthen alsso: wan eyn weyser man weyssheyt lernet, ader leret, ader horeth, szo wyrdt er nach weyser undt besycczet dovon dye furmundeschafft.

LXXX. Es schreybet der lerer: das in dem geseccze drey unselige seyn, der nicht kan nach enweyss, undt wyl von nymandt horen nach lernen, undt der etzbas kan, undt wyl das nymandt forder lernen nach underweysen, undt der etzbas gutes kan undt das andre lewthe lereth, undt thut seyn selber nicht, sonder lebet unredlichen undt auch untogentlichen.

LXXXI. Vyl besser undt nücczer ist es, das man dye geseccze undt rechte eyner stadt, wye geringe dye seyndt, beschryben hadt, danne das man sye an bucher orteyle; wanne es schreybt Aristotiles in seynem [Faksimile] andren buche von den stheten, das es besser sey, das man dy orteyle ausspreche nach dem beschryben rechten undt nach den gesecczen undt wylkore der sthete, danne das man in deme rathe eygene orteyl vynde, dorummb das iar leychtlichen vordechtenyss ader vorseumssnysse dorvon geschydt, wanne dye rechtbücher machen dye radtslewthe snell eyne. Nuhe mochte eyner alsso sprechen: sal man orteylen nach den büchern, was seyn dann vyl radtslewthe undt scheppfen nuccze, wanne es woll eyner ader zcwene theten. Das vorantwort derselbe meyster in seynem drytten buche von den stheten, undt spricht: dy mennige der lewthe orteylet bass dann eyner alleyne, undt ab er sich des iar woll vorstunde, szo war seyn orteyll doch den lewthen nicht alsso anneme, mann hylde es auch nicht alsso sthete, undt der es ausspreche der worde auch dycke iar zere vordacht. Auch szo vyndet man nicht in den rechtbuchernn alle sache alsso gancz beschryben, alsso sye gescheenn seyndt, dorumb szo muss man nach beschrybenen stucken, dye in aller gleychest seyn, dy orteyll vynden. Man weneth auch mit deme beschryben rechten, dass dy mechtigen in den stheten, dye ire frunde alzcu ssere vorteydingen wollen, iren wyllen nicht gehaben mogen.

LXXXII. Es schreybet der meyster Aristotiles in seinem funfften buche von den guthen sythen, das dy radtlewthe nymmer ir rechtbücher, ire geseccze, ir wylkore, ader ire gebothe sollen ausslegen ader gedewthen, wohe sye des bedorffen, uff das nerlichste ader uff das swechste, sondern allezceyt uff das beste und erlichste. Undt an welchen stheten sye lawthen, alsso ab sye wyder eynander sprechen, szo sall man sye alsso ausslegen undt vorstheen, das ir keynes das andre vorterbe undt ir iglichs seyne macht behalde, wann dicke den unvorstanden lewthen dy geseccze undt recht in iren oren lawthen, alsso ab sye wyder eynander seyndt, dy doch dy vorstanden vornufftigen manne woll vornemenn, das sye wyder eynander nicht seyndt. Alsso ist es auch in der heyligen schryfft manchen enden, dorummb szo sthet geschryben: dy schryfft dy tödtet, aber der geist der erquicket; man sall keyne geverde nach boses behelffen legen in dy geseccze so thut man recht.

LXXXIII. Sal man nawe geseccze machen in eyner stadt ader thut man durch nuczs des gemeynen gutes etzliche nawe geboth, szo sal man das allezceyt bewaren, das sye in keyne weyss gescheen wyder dye gebothe gotes undt wyder dy rede der apostelnn undt bestendige lerer der heyligen schryfft, das ist wyder dye geseccze der heyligen cristenheyt, nach wyder das heyligen evangelium; sye syndt anders unbestendigk undt man muste sye abethun mit schemden undt ungelymppfe. Ditz ist das beschrybene recht, undt sthet geschryben XXV. q. 1. sunt.

LXXXIV. Es dewthet nach auswleget nymandt den sthedten billicher [Faksimile] ire geseccze, ab man es nicht vorstheet, ader ab man mit geverden dorin leget, ader es ubel dewthet, dann dy es gesaczt undt gemacht haben, ader den es von iren vorfaren gemacht undt gesaczt ist zcu gebrauchenn. Ditz ist das beschryben recht, undt es sthet geschryben C. e. c. l. ultima de sequestracione questione c. 1. das sye anders nymandt schaden.

LXXXV. Aristotiles in seynem funfften buche von den guthen sythen schreybt alsso, das man dy geseccze der sthete nicht solle nach den worthen gestrenglich ader nach geverden undt argelysten undt bosen behelffen aussgeleget werden, wanne sye dicke mit korczen worthen undt vyll synnes begryffen seyndt, sondern man sall sye zere dewthen nach der meynung, undt nach deme wyllen der radtslewthe undt der weysen, dye sye durch etzlichen schaden zcu bewaren ader nuczs zcu erkrigen, alsso gesaczt haben, dy ire beschyrmer vonn rechte seyn sollen, undt nachdeme alsso man das allerbeste, allernuczlichst undt bequemlichst der stadt erdencken magk, undt deme rechten undt den togenden beystendig seyn.

LXXXVI. Underweylen kommet es in den stheten, das man alsso vyl unendelicher ader geringer sache in deme rathe zcu schicken hadt, das man andre nodliche undt redliche sache der Stadt, dy man aussrichtten salde, underwegen lassen muss: auch szo werden dy radtslewthe domythe gehelliget undt muhde, das sye verseumen ire eygenen gescheffte, szo sye lange dorvon in deme rathe gehalden werden. Undt des hadt man eyn gleichniss, do in dem andern buche Moysi geschryben sthet alsso: do Moyses das issrahelitische volck uber das rothe mere brachte in dy wustenung, do waren ir sechs hundert tawsendt undt dreytawsendt undt sechsthalbbundert woll gewachssener menner, ane weyber undt kynder, do muste in Moyses alletage gericht sycczen von deme morgen byss zcu nacht, do kame Jetro seyn sweher zcu im undt sprach, was tustu das du dich alsso groser torlicher erbeydt annymmest, es ist uber deyne kreffte undt du vorterbest dich selber, nuhe vernymme meynen radt, byss deme volke zcuvor in den grosen swehren sachen, nuhe erwele auss deme volgke mechtige manne, dy do gothforchttig seyn, undt in den dy warheyt ist, undt dy do hassen dye geyrheyt, undt mache auss in schöpffen, richter undt amptlewthe, dy allezceyt richten das volgk, undt was sye nicht gescheyden konnen, das sollen sye an dich brengen, szo wyrdt deyn erbeyth leichter. Dicz ist uns nuhe eyne orkunde, wye dye scheppfen sollen gethan seyn, undt was lewthe sye seyn sollen. Auch vornymmet man hyrinne das unredliche ordenung [Faksimile] der sthete undt des radts brengen vyll erbeydt undt auch ungemaches, des man woll vorhaben blybe, ab man das zcu rechte undt zcu bequemlichkeyt schickte.

LXXXVII. Es spricht Sandt Ihieronimus, das dye redlichkeyt undt nicht dye mudigkeyt sall deme rathe undt deme gespreche eyn ende geben. Hyrumb lernet mann auch, das eyn radt dicke cleyne undt geringe sache seyne kemerer ader zcwene manne van den scheppfen, wanne das nodt thut, magk lassen scheyden, alsso doch das der aussspruch, wy sye entscheyden werden, danne von dem radt geschee, undt der radt mag dyweyle andre redliche sache woll warthen, alsso werden dy radtslewthe mit vordrossenheyt undt mit mudigkeyt nicht beswerth; wanne welcher amptman alle dinge alleyn thun undt aussrichtten wyll, der thut sye selten woll, es ist genugk domythe, das er bestelle, zcusehe undt anrege, das dy ding, dy in angehoren, recht undt woll gescheen, wan er sye selber nicht woll alleyne aussgerichtten kan.

LXXXVIII. Es sall nymandt gedencken, der in den rechtbuchernn lysset, das alle sache, dy unter den lewthen auffstheen, gantz dorinne beschryben seyndt, wanne nuhe der sache ane zcall ist, undt solle man dy alle gancz beschreyben, szo mochte dy bucher nymandt uberlessen. Mann muss vyll uberlesenn undt underweylen nach ander sache gleichen dye entscheyden, auch szo kommet es, das eyne sache nicht gancz an eyner stadt beschryben sthet, undt das machet das eyn recht ader eyn geseccze uff eyne zceyt gemacht ist, undt dornach uber lange zceyt von andern lewthen gebessert undt geleuthert, wohe es zcu korcz undt vorborgen ist, und wyrth alsso nach alle tage gebessert undt gemeret.

LXXXIX. Dye recht in den sthethen, dye gelegen seyn im wytpylde, haben szogethane freyheyt, das nymandt von den radtslewthen, borgern ader gesten dorynne mit gewehrenn gehen sall. Den radtslewthen den ist das vorbothen bey des radts gehorsam undt bey den eren, den burgern bey der pusse, undt den gesten sall man es weren mit worten, mit drowe, undt dornach, ab das nicht heffen wyll, mit den wercken. Dyt ist wytpildsrecht undt ist auch der stadt recht, undt wyder ire freyheyt.

XC. Kompt der voydt ader der schultheyss in denn radt gegangen mit geweren ader mit den gerichtssteben, szo sollen dy radtslewthe auffstheen undt auss deme radte geheen, wanne es nicht zcemelich ist, das man gerichte in deme radte syccze ader keynerley gewalt dorinne treybe, sonder der voydt der sall seyn gewehr doraussen lassen, undt nicht in den radt sycczen alsso eyn voydt, undt eyn schultheys sall seynen stab dorausen lassen, undt nicht dorinne sycczen als eyn richter. Dit ist der stadt recht, undt vyler sthete recht. [Faksimile]

XCI. Zewhet eyn radtsmann von der stadt wegen auss, den mann vorsandt hadt, undt komet der an demselben tage wyder, szo wyrth im keyne mythe dorummb nach geschencke. Bleybet er aber uber nacht aussen, er sey lange ader korczs aussen, szo wyrdet im nicht mehr dovon, dann eyn halb scopichen des besten weyns, der do veyl ist, den schencket man im vor seyne erbeyth undt vorseumpnyss. Hadt er aber der stadt redlichen nuczs undt fromen geandt, undt ist langeweyle aussgewest, mann ergecczet in auch des billichenn an andern dingen, undt nymmet er schaden, dye stadt keret in im billich, undt werdet er gefangen, sye loset in auch mogelichen, nachdeme alsso er seyn guth ierlichen vorschosset. Dit ist der stadt geseccze.

XCII. Werdet eyn frommer mann in dem radt van schaden ader unglucke alsso armm, das er sich nicht erneren kan, man sal in mit nichte lassen nodt leyden ader nach brothe geheen, wanne dicz wer der stadt eyne schande; man sal in besthaten, wo man kan, mit ampten, ader in dem spytall, ab er zcu den ampten nicht tauge, das man in forder erbarlichen halde, ader sall im zculegen von deme gemeyn nuccze, wanne diczs ist alles der stadt ere undt der borger togendt.

XCIII. Eynem radtsmanne, der des radts ader gerichts ierlichen warthet, deme wyrdt vor seyn vorseumpnyss seyner eygenen erbeydt eyn teyll des obeleys vonn der stadt erbe, wohe das gefellet, undt von deme borgerrecht der nauen borger, undt desgleichen bescheydenlichen undt offenbare.

XCIV. In der stadt sal nymant bey tage ader bey nacht gewoppent gehen vrevelichen, er en thu es danne mit des radts undt gerichts wyllen undt wyssen, undt wer das doruber thudt, den sall man halden vor ungerechte. Dit ist der stadt geseccze undt eyn stucke irer freyheit.

XCV. Es sal nymant tragen in der stadt wyder swerth ader messer, undt dye messer dy mann tragen mag, dy sollen nicht lenger an der clyngen seyn danne eyner spanne langk ader eyns fusses.

XCVI. Es sal nymandt in der stadt wyder tage ader nacht, keynerley vorborgen gewehr, wyder parthenn ader beylh, ader bicken, ader stabeswerth, ader beslagen kewlen, ader kolben, ader glytzschen; er sey danne wegefertigt, ader eyn wechter, ader des radts ader des gerichts knecht. Wer das ubertrythet, der sal es vorbusen mit funff schilling. Dit ist der stadt geseccze undt freyheyt eyne.

XCVII. Allezceyt sal man dorauff betracht seyn in den stheten, das der radt, dy borger, undt das gemeyne volk, icht uneyne undt [Faksimile] auch zcweytrechttig werden, wann dit ist den stheten eyn unvorwyndtlichs ubel, undt brenget iar grosen schaden an zele, an eren, an leybe undt an guthe. Es spricht der lerer Cassiodorus alsso: was ist, das eyn stadt mehr zcyreth undt lobet, undt do sye grosser ere von gewynnet, undt auch grossern nuczs, danne frydesame burger, eyn eyntrechttiger radt, undt szo das volgk gemeynlich hobschs undt unter eynander beholffen ist mit schonem gehorsam gesmücket; dy stadt ist woll lieb zcu haben undt ist auch woll zcu forchten.

XCVIII. Recht ist es, das man dye radtmanne, dye gerne zcweytracht machen, dorumb forder undt hertlicher buse, danne dye andern auss der gemeyne, wanne ir untogent grosser ist. Es stedt geschryben in deme drytten buche Moysi, das goth zcu den kyndern von Issrahel sprach: du salt deynen acker nicht seheen mit zcweyerley samen, nach zcweyerley garn zcu cleydern machen; der sehwet zcweyerley samen uff seynen acker, der dy lewthe unter eynander zcweytrechttig machet; undt zcweyerley garn treget der zcu cleydern, der es mit beyder parthey velschlichen undt unmennlichen heldet, der treget an den beyder; wann es spricht der weyse konig Salomon: wer sich den lewthen velschlichenn beweyset, der ist snoder undt boser dann der eynn valsche muncze slehet. Dyese untogendt sal man gruntlichen tylgen, wohe man kan.

XCIX. Ab wall das gemeyne beschryben recht aussweyset, das mann bose untogentliche lewthe busen, aussweyssenn, peynigen undt vorterbenn beyweylen solle ummb ire myssetadt, dornach das sye erarneth haben, undt das es den stheten nuczs undt guth sey; szo muss mann sye doch zcu gezceyten dicke eyne weyle leydenn umb nuczs, undt sye seuberlich, wan seyn zcuvyll werdet, allangsam aussroden, undt nicht auch allzcu hefftiglichen undt gewaldiglichen zcu handt mit in geparen, do mochte anders grosser unradt undt schade eynvallen, wanne wer zcu ssere mylkeyt, der brenget zculeczst das bluth vor dy mylch. Dit ist das beschrybene recht undt sthet geschryben ex. de renuncciacion.

C. Tuth eyner ubeltadt, dye swerlich undt nicht zcu leyden ist, szo ist es das beste, das man in vorweyse undt seynn loss werde, wanne wer eyns ubel gethut, zcu deme muss man sich vorth allewege ubeltadt vorseheen. Dit ist das beschryben recht ex. de regulis iuris.

CI. Sandt Augustinus spricht: wer do offenberlichenn sundiget, denn sal mann offenberlichenn straffen, uff das andre lewthe dorbey bylde nemen, undt forchtig werden; undt dy do heymlichenn gebrochen habenn, dy sall man heymlichenn lassen pwsen, wanne wer heymliche sunder offenberlichen straffet, der heyst nicht eyn straffer, sonder eyn [Faksimile] untogentsamer melder undt lesterer. Undt offenbare myssethadt, dy sall man nicht heymlichen lassen büsen undt heymliche mysssetadt offenberlichen. Diczs stedt geschryben ex. de pen.

CII. Hat eyn stadt etzbas hefftiger sache undt unwyllen, das sall sye nicht stormlichen vor dye gemeyne brengen, sondern senfftlichen undt weysslichen, man wyrdet ir anders unmechttig; wanne es spricht Sandt Gregorius alsso: allerwege ist das gemeyne volk alsso beweglich zcu der rache undt arge dingk zcu thun, undt wer dorzcu danne allermeyst rethet, deme volget es aller erst; wanne es thut alsso eyn groser wagk, den der wyndt treybet, undt wohe der wyndt hyn sthet, do slehet das wasser hyn, undt wehet danne der wyndt herwyder, szo stehet das das wassser hyn ummbe, undt bleybet in keynem redlichen wege; undt den sye iczundt vor eynen propheten haben undt im alle volgen undt eren, deme wydersprechen sye hyndennach undt schreyen undt ruffen wyder inn; undt was ist anders volg danne deme nicht zcu volgen ist, undt was ist anders eyn gemeyne danne dy nicht nuczes nach redlichs meynet; nyhe gestundt es woll in keyner stadt, do das volgk gemeynlich seyn wyllen hadt. Es spricht Sandt Augustinus: was do untogentlichs undt boses dy gemeyne in eyner stadt trencket, do vorlysen sye ire redlichkeyt alsso gar uber, das sye nicht lernen nach erkennenn wollen, was in alsso weyslich, nuczlich, erlich ader guth sey, undt wer sye doruber der warheyt bescheyden wyl, deme glawben sye nicht undt haben in vor eynen smeycher undt vorspeher.

CIII. Tudt eyn radtsmann wyder dye geseccze gotes undt wyder dye geseccze der stadt, dy gotlich undt erlich gesaczt seyn, undt wyder das gericht undt recht, szo ist es eyn gewyss ding, das es im an eren, leybe, an guth undt an der zele nymmer woll gehet, wann goth der hadt selber alsso gesprochen wyder dye richter, radtslewthe undt scheppfen: ist das du meyn geseccze nicht en haldest, undt wyder meyn gebothe undt wyder das recht wyssentlich thust, szo wyrstu vorfluchet uff deynen ackern undt weyngarthen, in der stadt, auch in deynem hawse, vorfluchet wyrth deyn guth undt deyne fruchte, dy dir wachssen uff deme ertriche, vorfluchet werden dy fruchte deynes leybes undt all deynes vyhes, vorfluchet wyrdstu wan du aussgehest ader eyngehest, goth der sendet uber dich hunger undt smacht, alsso lange byss du vortyrbest in deynen nawen bösen ertrachten rechten undt sunden, ich wyll dir zcusenden landtsterbens, seuche, vorgifftige lufft, kalde undt heyse sewche, ich wyl den hymel uber dyr machen ehryn [Faksimile] undt dy erden auder deynen fussen eysseryn. Dicz sthet alsso geschrybenn inn deme funfften buche Moysi.

CIV. Auch szo spricht goth: volget nicht deme volgke zcu volbrengen, das do bose ist, wyder dye scheppfen, radtsmann undt richter. Nach deme orteyll vyler lewthe besthehet in nicht alsso, das ir keret von der warheyt, undt das ir icht unbarmherzcigk werdet uber arme lewthe, ir en sollet keyne possheyt nach unrecht treyben, ir sollet recht richtten, ir sollet auch nicht mercken dye personen des armen nach das antlitz des reychen, werdet nicht lesterer undt alsso dye buffen under deme volgke, dynet gothe ewrem herrenn, er wyl gebenedeyen ewr broth undt ewr wasser, undt wyll ewr bossheyt von euch nemen, ewr ecker dy sollen fruchtbare werden, dye zall ewr tage wyll er euch irfüllen, undt wyl euch keren ewrer veynde rucke. Dit stet geschryben in dem XXIII capittel des andern buchs Moysi.

CV. Es sal ein bydermann der warheyt nymmer geswygen, wanne er anders mercket, das es den lewthen gefromen magk gemeynlich, wanne mann sall deme gemeynen nuczs allezceyt gerne dynen, wanne es sthet geschryben alsso: eynn geseccze der togent ist, das eyn iglicher bydermann dy stadt, do er wonet, seyne frunde undt mythborgen, vor unrechte vorteydige undt beschyrme, wo her kan, mit worten undt mit wercken, undt wer dy warheyt nicht beschyrmet, der ist eyn vorrether der warheyt, undt wer auch gybet guthen radt zcu eynem gemeynen nuczs, der thut alsso woll, alsso der do gybt eyne gemeyne spende undt alsso vyl bass alsso vyl meher lewthe des teylhafftig werdenn. Eyner spende werden dye armen alleyne getrostet, aber eyns guthen radts werden beyde, dye reychen undt dye armen getrostet. Guter radt,undt das man dynet zcu deme gemeynen nucze, brenget deme selber nuccze undt ehre, der in gibt, undt allen seynen frunden, undt nach dyeser zceyt eyn ewig belohnen von gothe. Ditz ist das beschrybene recht, undt sthet geschryben D. XI. q. III. Item d. XII. q. 11. Item d. XXIII. q. III.

CVI. Der stadt geseccze, recht undt freyheyt ist, das wer eyns gebuset eyne sache ader ubertrettung ader ungezcogenheyt, der sall dy forder nicht anderweyth vorbwsenn unnserm hern, ader den gewaldigen, den voyten, richtern ader der stadt; undt was eyn man auch nicht schuldig ist, des en darff er keynen schaden tragen. Dit ist das beschryben recht, undt stheet extr. de constitutione.

CVII. Kommpt es alsso das eyn borger styrbet, undt leset eyn ungefrundtes ader unrichtiges ader gebrechlichs ader syches weyb, der [Faksimile] radt sall ir furmunde seyn undt ir nymandt lassen das ire ahreyssen. Sterben auch weyb undt mann, undt lassen unmundige kynder, undt haben nicht redlicher vormunden, dye sich ir unterwyndenn undt sye vorsthehen, der radt sall moglicher ir furmunde seyn dann anders ymandt. Lassen sye erben, dye ausslendischs seyn, der radt sall lassen beschreyben alle ire habe, kleyn undt gross, undt sall dye in seyne hwthe nemenn, undt dye eldernn besthaten, alsso in zcemlichen ist, undt das guth behaldenn byss das dy kynder zcu lande komenn, ader byss das sye gewysslichen erfaren, das sye todt seyn, undt danne es lassen volgen, den es von recht geboreth. Desglichen ist es auch ab mehr lewthe sich dorzcu gezcogen, undt ir iglicher meynthe das er der nehste were. Hyrvon szo bleyben dy borger undt ire kynder bey narung undt der radt erkriget dorvon nucz, lob undt ere, undt mann bewarth domith auch vyll kriges undt schadens, der entstunde.

CVIII. Es ist gar ubel gethan, das man dye closter in den stheten undt besondernn geistliche iungfrawen nicht bewareth, wanne in deme beschryben geistlichen rechte sthet alsso: das man dy closteriungkfrawen nicht sall lassen vyll ausfaren ader aussgehen. Der radt in eyner iglichen stadt hadt mit iren furmunden dorumb zcu reden, umb des leumundts wyllen, den eyne stadt dovon entpfheet undt ummb dy schande der borger, der frunde, tochter, swester undt nyffteln dorumb entpfahen mochten; von irem ausswandern undt eynwandern szo vallen sye in vyle bekorung undt harren dornach undt lernen der werlde lust undt frolichkeyt. Sye seyndt auch schuldig in den stheten zcu bewaren den zcuganck iunger manne, dy nicht redlichs undt nodtlichs mit in zcu schicken han, wanne ditzs alles schaden, schande, laster undt groses ubel, zcweytracht, morth undt mancherley swerlich sunde undt betruppniss brenget. Haben sye ire narung zcu cleyne, szo sal man doran seynn, das man ir dyste mynner eynneme, das sy nicht dorffen auss zcu den frunden nach betteln. Dit steth ex. de statu religiosorum periculose.

CIX. Dye fromen radtslewthe dye sollen auch vorbythen undt weren, undt wohe sye das nicht vormogen mit guthe uberkomen, das man in der cristnacht undt an deme tage, undt in der osternacht undt den ganczen tagk, in den kyrchen nicht mit larffen lawffe, nach keynerley bufferey, spyll, ader vorlassinkeyt treyben, wanne hyrvan gotesdinst an den zeweyenn ubergrosen heyligen tagen gestoreth wyrth, dy messe werden mit vorseumpnyss gehalden, dy lewthe, dy gotes leychnam entpfahen wollen undt dy in entpfangen haben, dye werden irer ynnickeyt [Faksimile] berawbet, undt vyl gebetes werdt domit vorgessen. Hyrummb szo werden auch von iungen lewthen bose cristyn, wann sye lernen gotes undt seyns dinstes nicht achten, undt szo kommet ess hynwyder gerne, das goth irer sseligkeyt wyder nicht achtet undt lesset es in ubel geheen. Dit steth geschryben ex. de vita et honestate clericorum.

CX. Ab lewthe, es weren burger, ader mytheborger alsso unvorsonnen weren undt auch ungezcogenn, das sy argk ader untogent, schande, ader spoth sageten von den herren in den tabernen, in den geselschafften, undt wohe das were, an offenbarenn stheten, das sall der radt weren, undt dorummb straffen, es sey war ader nicht; wanne das ist unzcemelich undt den stheten undt den rethen gar schedelich, dy den hern suchen mussen undt seyner gnade von iren eren wegen warthen. Wanne nuhe dy hern undt auch ire gewaldigen allen enden ire liebkoser haben, szo werden dye sthete dovon kegen deme herrenn, wanne sye des nicht en wehren, voruntrawet, undt vorlysen kegen im den glawben undt dye gnade. Diczs vorbewthet Sandt Paul in seynen episteln, undt der konigk Salomon inn seynen buchernn, undt der grose meyster Aristotiles in den buchernn von den sthetenn.

CXI. Ab imandt gewalt leydet ader gedrengkenyss wyder recht, gleich, undt bescheydenheyt von den voyten, burgkmannen undt schultheyssen undt iren dynernn, des sall in der radt schucczen byss an unnsernn hern, wye man in des geschucczen magk von der stadt wegen, undt sal durch eyner geringen sache wyllen nicht grose kost undt erbeydt anstheen, umb des wyllenn, das dy stadt ichte voydthaffte werde, undt dye lewthe eygen undt rechtloss, undt wyrth dy sache zcu swehr alleynn ausszcurichten, sye mogen sich des erclagen an allen unnsers herrenn stheten, alsso das sye recht vor sye bythen, undt inn beholffen seyn, das inn gnade undt recht wyderfare. Wohe man aber eynen burger dringet, der es verschult hadt, das sall man fruntlichen hynlegen das man dieses nicht leyden dorffe. Das ist der stadt freyheyt.

CXII. Sunde undt schande ist das eyner stadt, wohe man dye lewthe ane zcucht heldet, dorummb zo sollen dy radtsleuthe das weren, undt dye borger busen undt ire inwoner zcuchttigen, wohe sye vornemenn, das bose schemeliche rede von in gesworen werden in den tabernen, undt gothe, cristo undt seynen heyligen myssebothen wyrdt, wan ditzs eyn szogethane sunde ist, das sye goth uff erthrich plageth, undt alle dye es weren undt straffen sollen, undt des nicht thun, auch dye es in aussreyczen ader dye seyn lachen. Ditzs weyset auss dy heilige [Faksimile] schrifft an manchen enden undt stheten, undt goth hyes in der alden ehe das volgk, man solde es dorumb steynen undt thödtenn, also ubel ist es gethan.

CXIII. In allen sachen, do sich der radt etzbas vorschreybet, do sall er es an wyderrede halden, es were danne mit valsheit zcubracht, ader mit snodem bezcwyngen gedrenckenisse, dy zcu beweysen stünden, wanne der stadt trawe, glawbe, undt ere sthet an iren brieffen; dorumb sall man szogethane brieffe nicht heymlichen geben, nach an radt vorsigelnn. Ist es aber umb eyne bethe zcu thun, dye bethlich undt zcemelich ist, zcu den brieffen darff man nicht vyler radtslewthe; es ist mit zcweyer wyssen zcu eyner slechten bethe genugk; undt ist es auch umb eyn gezceugkenisse, was danne gesworen ader gezcewget wyrth vor dem radtsmeyster ader kemerer undt eynen ader zcweyen radtsmannen, das mag mann woll schreyben, das es in eynem sycczenden radt gescheen sey, wanne ditzs in vyl sachen heyset eyn sycczender radt. Ditzs ist der stadt auch mehr sthete gewonheyt.

CXIV. Redet ader glowbet eyn radt etzbas, ader eyn radtsmeyster, ader eyn kemerer, ader eyn radtsman von eynes radtes wegenn, ab mann den sendet, das sall der radt sthete undt gancz halden, er vorspreche sich danne undt anderte das uff der stadt, ader globte es mit underscheyde, ab es seynen frunden undt genossen behagte, wenne er es an sye brechte, wan der stadt hertze ist der radt, undt es zcemeth nicht anders, do muss gancz glawbe, trawe undt warheyt der stadt inne seyn. Ditzs spricht Aristotiles.

CXV. Es ist nicht nodt zcu allen brieffen der stadt, das der radt gantz dobey sey, sondern ist das sich eyne stadt vorschreybet, das ere ader guth, zcinsse ader dinst antrythet, ader ab der rath etzbas uff seynenn eydt schreybt, ader etzbas vorlest der gemeyne in der stadt ader uff deme velde, ader imandt freyheyt uff den hewsern ader geschessen, szo ist des nodt, das dy radtslewthe undt dy scheppfen alle geynwertig seyndt, undt ir aller wyssen und worth sey und will. Ditz ist der stadt gewonde undt recht.

CXVI. Recht undt billich ist est, das eyn iglicher radtsmann wyssen sall, was zcu der stadt gemeynde gehore, undt was der stadt sey vor allen thoren, bey den wassernn, bey den bechen, umb dye berge undt in den talen, es sey holtz ader wysen, weydich ader rassenflecke, ader wellcherley das sey, es ist vor der stadt ader in der stadt, umb deswyllen, das der radt ab es nodt geschydt uff dye eyde das vorrechten [Faksimile] undt entredden moge undt alsso behalden, das es sich nymandt vor seyn eygen underwynde.

CXVII. Wolde auch dy stadt ymandes erbe zcu der gemeyne haben undt bedorffte des, das sall sye kawffen undt gutlichen undt woll bezcalen; wolde eyner aber des nicht vorkawffen, szo mochte es sich dy stadt zcu irer nodtturfft underwynden, man sall es aber allewege mit gelde, ader mit eynem andern erbe desgleichen woll bezcalen, undt hetten es auch des radts vorfaren sich des alsso underwunden, nach seyndt dyese dye bezcalung schuldig, ab es wyssentlich ist, undt lassen sye das, sy mussen vor gothe antworth dorumbe thun, alsso ab es ir iglichs eygene sache were. Ditzs ist das gemeyne recht, geistlich recht undt werntlich recht, undt an vyll stheten gewonheyt undt recht.

CXVIII. Dye herren und forsten, geistlich undt werntlich dye geben iren sthethenn handtfesten undt freyheyt in mancherley sachenn undt begnaden sy, undt dy freyheyt undt gnade sall von rechte eyn iglicher radtsman wyssen, uff das er sye gehalde undt dye ubertreter darummbe gestraffe, undt sye selber nicht breche, wanne szo dy freyheyt von den radtslewthenn muthwilliglich gebrochenn wyrdt, undt von den borgern ungestrafft undt ungebuset bleybet, szo han sy von recht dy freyheyt verloren, undt sye sall sye nymmer behelffen. Dit ist desglichen alsso umb das geleythe. Diczs weyset alles das beschrybene recht auss, das man in andern buchern vyndet.

CXIX. In den rechtbuchernn der stadt sall eynn radtsman gerne lessenn, ader im bythen lessen, ab er der selber nicht kan, uff das her der stadt recht gelerne undt gute gewonde; undt das ist er schuldig zcu wyssen, wyl er anders eyn guter radtsman seyn undt der scheppfen stull mit eren besycczen; wann es spricht der lerer Hugo: von allen lewthen saltu gerne lernen, was dyr von rechte geboreth zcu wyssenn, undt salt das fragen undt dich bythen underweysen; deyn demutigkeyt sall dyr das gemeyne machen, das eynem andern seyn lare, seyn vornunfft undt natur geeygendt hadt; ist das du lernen wylt von allen lewthen, szo wyrdstu cluger danne alle lewthe, das ist danne eyn iglicher von allen lewthen, wanne wer besonder gabe entpfahet von allen lewthen, der wyrth reicher danne eyn iglicher von allen lewthen.

CXX. Eyn radt sal auch allezceyt eren geistliche lewthe, alle alde frome leuthe, wye arm sye seyndt, umb deswyllen das sye vorbylde deme gemeynen volke undt den iungen thummen lewthen darmythe geben. Sye sollen sich auch unter eynander selber eren mit worthen undt wercken, domith leren sye das volgk, das sye von in geereth werden. [Faksimile] Sye werden auch geforchtet, ist das sye eyntrechttig in togenden undt in eren undt fromigkeyt bleyben. Es spricht Sandt Gregorius: fromme arme togentsame lewthe sall mann allezceyt erbarlich halden durch gotes wyllenn das der icht erzcornet werde, der in irenn herzcen wonet.

CXXI. Dye radtslewthe sollen in den stheten nicht sthaten, das man uffgezcogk woppe ader wehre trage undt wegelage, wanne hyrvon szo mochte iar gross zcweytracht der borger komenn undt morth gescheen, sonder wohe sye das erfaren, szo sollen sye mit des richters hulffe undt scheppfen von unsers hern wegen undt der stadt, den fryden gebythen den, dy des zcu schicken han kuntlich, undt wer den fryde breche, der muste unnserm hern undt der stadt swehren wandel thun.

CXXII. Dye radtslewthe sollen nicht sthaten das sich ymandt lasse bannen, alsso das man von seyner wegen gotesdinste dornyder lege. Werdet aber ymandt unbescheydenlichen geladen ader gebannen, des sollen sye mechttig seyn zcu recht, undt im helffen sich vorantworthen, undt sollen in auch dozcu halden, das er gulde ader recht darvor thu, undt hadt er des nicht ader wyll das von gebothe des radts undt geheyse nicht thun, szo weyse man in auss; das aber diczs alsso nicht geschydt, das ist der unendelichen radtslewthe schult, dy sich selber bannen lassen, undt den solde es der herre weren. Es sall auch nymandt eynen bennyschen gast herbergen, nach des hynfarth man sweygen muss, bey eynem pfunde.

CXXIII. Eyn igliche stadt, dye von den veynden belegen wyrth, dy sall tage undt nacht behuth undt bewacht werden, beyde von pfaffen undt von leyhen; das entschuldiget keynerley freyheyt, recht ader gewonheyt, wer es anders von leybes macht gethun magk. Dit ist das beschrybene recht, undt es sthet geschryben in deme drytten buche pervenit.

CXXIV. Vorspeher sall mann in den guten stheten haben, uff das unter den borgernn icht zcweytracht ader ungehorsam heymlichen wyder den radt auffsthee, undt dessselben gleichen ist es auch woll in den cleyn stheten, dy do vhede haben, das sye bestellen vorsleger, warther undt vorspeher, uff das sye das ire vor den veynden mogen behalden, undt auch ire veynde mogen wyder beschedigen, undt diczs sall alles der radt beyde offenbar undt heymlichen aussrichten undt bestellen.

CXXV. Alsso mann den lewthen in eyner stadt volge gebewthet, szo en darff eyn brewtigam in deme ersten iare, das er elich worden ist, [Faksimile] undt vor keyn eliche kynder hadt, nicht volgen. In sall auch dy stadt ader nymandt, nodtlichs gescheffts lange aussen zcu seyn, ausssenden ader zcu ampten secczen. Her sall mussig gehen uff das er erben erkrige, undt ditzs ist auch dorummb, das er leichte durch liebe wyllen des nawen weybes mochte flyhen undt machte andre lewthe zcaghafft. Auch geschydt es umb seynes leybes swacheyt undt umb deswyllen, das seyn guth unvorerbet icht bleybet, undt dy brawth zcu bezceydt eyne wytwe worde. Dit sthet auch geschryben in dem funfften buche Moysi.

CXXVI. Eyn igliche stadt sall zcuflucht haben zcu eyn wolgelarthen manne, weysen undt wollerfaren, wohe sy den gehaben magk, in eynem iglichem sweren gescheffte, undt mocht sye den selber bey ir gehaben, das were das beste, der geistlichs undt werntlichs rechten erfaren were, wann von ime szo wyrth der stadt ere dicke behalden undt das recht der borger geschüczet, undt ist er danne eyn byderman szo ist er werth, das man in eret undt wyrdiget.

CXXVII. Heldet eyner seyne gelobte trawe an der stadt nicht, sye ist im auch dornach keyne traw pflichttig zcu halden; man sall es aber offenbar machen, das her ir gebrochen habe undt das man seyn guthe gezcewgen habe. Dit ist nodt durch valscher clage wyllen. Wer auch seyne trawhe eyns gebricht, es ist zu forchten, das er sy icht forder mehr halde, man sall in auch dovor halden, das er sye forder nymmer mehr geheldet. Dit ist das beschrybene recht, undt dorummb szo sall man szogethane leuthe vorweysen undt in den stheten nicht mehr leyden.

CXXVIII. Tudt eyn mann eyde, wyder den radt zcu thun, ab er das mit den wercken nymmer volbrenget, szo ist es dach eyn unvortreglichs ubel, das man im nymmer vorgeben sall, undt in forder do nicht leyden; es were danne, das er das muste bezcwunglichen thun, ader es unwyssentlich, ab er mit worthen betrogen wurde. Es spricht Sandt Bernhart alsso: groses ubel thustu, alsso du wyllen hast, undt ab du des nicht thetest ader gethun mochtest ader kondest, aber nicht thustu alsso gross guth, alsso du zcu thun wyllen hast, es en sey danne, das dy wergke dornach geheen; wanne alsso der wylle vorkart undt bose ist, szo ist auch alles das bosse, das auss deme vorkarthen bosen wyllen gehet, ab woll dy wercke guth geseheen werden. Dorumb szo seyndt dy eyde, dy mann thut uff eyner stadt ergestes, zcweytracht undt schaden, domithe man tylget ader vorleget undt hyndert das gemeyne guthe undt nuczs, und ist der stadt eyn sündtlichs schentlichs ubel, ab sye nymmer geubet werden.

CXXIX. Von marthrechtte deme schultessen. Item in den stheten pfliget eyn iglicher VI Pf. des iares dem hern zcu geben ader seynem [Faksimile] richter vor den zcoll, das do heysset marcktrecht, dy muss eyn iglicher burger ader mitwoner, der eygen herth ader kost hadt; aussgeschlossen geistliche lewthe, pfaffen undt amptlewthe, dye von Vyschbach undt dye vor den thoren gesessen seyndt, dy gebenn margktrecht undt keynen zcoll.

CXXX. Von des schultessen wychfastengelt. Deme schultessen gibt mann alle wyechfasten eyn pfundt pfennige von dem radthawse, umb das her den radt undt dye stadt sall lassen bey irer alden freyheyt, gewonde undt rechte, alss das dye radtslewthe sich ssunen undt richten mogen in deme radte, ander lewthe, dy sich irer zcweyung dorryn wyllekoren undt mancherley dergleichen, der alles nicht hye nodt ist zcu vorzcelen als das dye stadt von alder in gewonheyt gehabt hadtN.56

Fußnoten
3.101.
Nota. Vortreybet der herre seynen knecht, er sall im vollen lohn gebenn. Entkehrt ader entlowfft der knecht seynem herrn von muthwillen, er sall dem herrn als vyl geben, als im der herre lohns gelobt hadt, undt was im vorgolden ist, das soll er zcwyffach wydergeben. S. S. li. secundo ar. XXXII. Quere magis in kethenbuch sub praetorio li. primo. c. XLII. Stadtrecht. E. a. R. und in H. als besonderer Satz im Text.
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5.0.
Deutet an, dass hier das Bild der Gerechtigkeit seinen Platz habe, welches W. hier einfügt, wahrend es in E. zu Anfang des fünften Buchs steht, und in H. bloss ein leerer Raum für dasselbe gelassen ist. Das Bild entspricht in EW. der Beschreibung im Cap. I und ist mit den angegebenen Sprüchen ausgestattet.
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N.8.96.
Es handelt sich um Wilhelm von Rennes: "Vor Thomas von Aquino ist das Problem spezifisch hinsichtlich der Taufe jüdischer Kinder von Fr. Wilhelmus Redonensis (Wilhelm von Rennes), dem Verfasser eines nachmals berühmt gewordenen Apparatus in summam Raymundi a Pennaforte, kurz nach 1235 behandelt worden ..." [Guido Kisch, Forschungen zur Rechts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Juden (Sigmaringen 1979) S. 31].
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N.56.
Die beiden letzten Cap. sind auf einem besonderen Blatt in E. zwischen Buch XI u. X eingeschoben, auch in H. befindlich, fehlen aber in W. Sie enthalten Eisenacher Recht und scheinen nicht zum Rechtsbuch zu gehören.
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