Landschrannenordnung Krain 1571 :: Transkription Speer 2016

Landschrannenordnung Krain 1571 :: Transkription Speer 2016

Inhaltsverzeichnis

[Editorial]

Der Originaldruck der Landschrannenordnung des Herzogtums Krain von 1571 ist vier Mal nachweisbar: zwei Bibliotheken in Ljubljana, Yale und die Bibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Das Münchener Exemplar konnte ich digitalisieren lassen; es steht unter dieser URL ("https://epub.ub.uni-muenchen.de/29857/") nunmehr im Netz. Da dieser Link auf eine "nur" herunterladbare PDF-Datei gerichtet ist, ich aber für die Verlinkung des Volltextes direkte Links zu den jeweiligen Seiten benötigte, habe ich die PDF-Datei in Einzelseiten aufgespaltet und diese in diesem Repertorium gespeichert (Titelblatt).
Heino Speer, Klagenfurt am Wörthersee, 29. Oktober 2016

[Titel]

[Seite 2] N ainer Ersamen Landschafft des Fürstenthumbs Crain / Widerumb von newen verbesserte Landschrannen Ordnung.
ANNO M.D.LXXI Gedruckt im Fürstenthumb Steyr / in der Hauptstat Grätz durch Andream Franck. [Seite 02] [Seite 03]

[Vorrede]

Wir Carl von Gottes genaden / Ertzhertzog zu Osterreich / Hertzog zu Burgundi / zu Brabant / zu Steyr / zu Khärndtn / zu Crain / zu Lützenburg / zu Wirtemberg / Ober vnd Nider Schlesien / Fürst zu Schwaben / Marggraf des heiligen Römischen Reichs / zu Burgaw / zu Märhern / Obern vnd Nidern Laußnitz / Gefürster Graf zu Habspurg / zu Tyrol / zu Phiert / zu Kyburg vnd zu Görtz etc. Landgraf in Ellsaß / Herr auff der Windischen Marckh / zu Portenaw / vnd zu Salins etc. Bekennen offentlich mit diesem brieff / vnd thun kund aller menigklich / Als vnns ein Ersame Landschafft vnsers Fürstenthumbs Crain / gehorsamlich zuerkennen geben / ob woll zu befürderung deß Rechtens / Sy hieuor ain Schrannenordnung auffgericht / Welche weillend Kayser Ferdinand vnser geliebter Herr vnd vatter Hochlöblichister gedächtnuß / auch hernach wir / als jetz Regierender Herr vnd Landsfürst / gnedigist Confirmiert. So hetten sy doch [Seite 2] seydher wargenomen / das dieselb jr Schrannenordnung in etlichen Puncten ainer verpesserung bedörffte / darumben sy solche fürgenomen / vnd darinnen also die pesserung gethan / vnd batten uns vnderthenigklich / daß wir jnnen zu befürderung des Rechtens vnnd gemainem nutz zu guettem dieselb jr vernewerte vnnd verpesserte Schrannenordnung widerumb bestätten vnd Confirmiern wolten / welche von wort zu wortten lauttet / wie hernach volgt. [Seite 03]

N. Ainer Ersamen Landschafft In Crain / Widerumb von newem verpesserte Landschrannen Ordnung.

[I.] Wie die Partheyen zu anfang eines jeden Landsrechten erscheinen sollen.

Alle die Partheyen so im Landtsrechten zu handlen haben oder Citiert seind / die sollen am Sontag Abend vor dem Hoftheyding hieher In die Hauptstatt Laybach oder an welchem Ort im Land / nach gelegenhait der leuff die hoftheyding bestimpt vnd besessen werden / ankommen / vnd alßdann zu morgens / das ist am Montag darnach / Wintters zeytten vmb Syben / vnd Summers zeytten vmb sechs vhr vor mittag / auf dem Landhauß gewiß vor Gericht erscheinen / Welcher thail aber nicht erscheind / sol auff der erscheinenden gegenparthey anrüeffen / durch den geschwornen Weyßpotten durch die offen thür zu dreymallen geruefft werden. Vnd so als dann dieselb berüefft Parthey / nach beschehenem berueff biß auff den andern tag zu mittag auch nit fürkompt / noch ain scheinpotten / der nach gebrauch der Schrannen genuegsam ist / geschickt / so hat der erscheinend anrüeffent thail. Vnd nemblich der Clager gegen dem außbleibenden beklagten / die zeyt des angesetzten Rechtstags erstanden vnd seine sprüch behabt. Wo aber der Clager zu dem andern vnnd enthafften / oder zu dem vierdten vnd enthafften tag aussenbleibt / So ist der anrüeffent beklagt von deß Clagers Clag gentzlich ledig vnd müessig erkent. Dann weyl ain jeder Clager seiner clag außzuwarten schuldig / soll dem beklagten auf den enthafften tag auf des Clagers aussenbleiben / mit der entlichen entprechung vnd ledig erkennung / von dato vnd zu tägen gleichermassen [Seite 04] das Recht eruolgen. Das dem Clager auff denn Enthafften tag mit der behebnuß gegen dem beklagten / wann derselb nicht erscheint / eruolgt vnd zuerkent wirdet / Also / Das der Clager nach dem enthafften tag vnd vber deß Beklagten erstandene entprechung / so wenig zuegelassen werden soll / oder mag / widerumb in derselben sachen zu Clagen / als wenig der Clager schuldig ist / von seiner erstandenen behebnuß (wann der beklagt zu dem enthafften tag aussenbliben ist) zu weichen.

Doch souill die Clagen so zu Vier tägen beschehen belangt / ist diese millderung bedacht vnnd fürgenomen. Wouerr der beklagt zu dem andern oder dritten tag fürkompt vnd entpricht / So soll vnd mag der Clager / wann er dem beklagten den vnkosten vnd Expens so jme auf das vorig erscheinen / vnnd gehorsam laysten / gangen ist / nach mässigung des Gerichts erlegt / in derselben sachen widerumb zu ordenlicher Clag zuegelassen werden / Aber zu dem vierdten vnnd endhafften tag / soll es auf des Clagers aussenbleiben / bey der entlichen Entprechung / wie vor gemelt / beleyben.

Wouerr sich aber zutrüege / Das ein Parthey so im Landsrechten zuhandlen hat / auf dem weg durch kranckheyt / Wasser / oder ander vngefell / verhindert wurde. Vnd welcher dasselbig durch glaubwirdigen schein / oder in ander weg genuegsamb fürbringen mag / Dem solle solche ehafft vnd verhinderung an seinem Rechten ohne nachthail sein.

[II.] Von der Partheyen erscheinen vnd erzaigung zum Hofrechten.

Welche Partheyen im Hofrechten zuhandlen haben / Oder ins Hofrecht Citiert seind / Die sollen am [Seite 05] Erichtag im Hofrechten zu procediern fürkommen. Welcher thail aber weder personlich / noch durch ainichen vollmechtigen gewaltstrager biß auf den Erichtag nicht erscheint / Demselben aussenbleibenden thail / soll auf der erscheinenden gegen Parthey oder derselben gewaltstrager anrüffen / alsbald / weyl man an dem selben Erichtag das Hofrecht besitzt / gleicher weyß wie im Landts Rechten zuuor gemelt durch den Weyßpoten durch die offen Thür zu dreyenmallen geruefft werden / Vnd so als dann die berüefft Parthey an bestimpten Erichtag ehe das Gericht auffstehet / wie obsteht / weder Personlich / noch durch ainichen volmechtigen gewaltstrager nit fürkompt / So hat der erscheinend anrüeffent tail / vnd nemblich der clager / gegen dem außbleybenden Beklagten seine Sprüch / wie Hofrechts Recht ist / erstanden vnd behabt. Wo aber der clager aussen bleibt / so soll der anrüeffent beklagt von des Clagers Clag wie Hofrechts Recht ist entprochen sein / Also. Das jne der Clager solcher beklagten sachen halben / verrer im Hofrechten nit fürwenden möge / Dann dieweyl die Hofrechten allain vmb Gewält vnd entwehrung / die sich vor verscheinung Jahr vnd tag verloffen haben / geordent seind / auch ainem jeden der nach verloffner that / vnd entwehrung inn Jar vnd tag im Hofrechten nit Clagt. Deßgleichen dem der im Hofrechten verlustig wirdt / das ordenlich Landsrecht beuorstet Derwegen ist vnnot auch nie gebreuchig gewest / den außbelibnen Clager im Hofrechten widerumb zu der Clag zuezulassen / Doch wo der Clager oder antworter / oder derselben gesandter gewaltstrager auf dem weg durch kranckhait / wasser oder ander vngefel verhindert / vnnd dasselb durch genugsamben schein fürbringen wurde / dem solle solche ehehafft vnd verhindernuß one nachthail sein.

[III.] Von ordnung vnd zeitlicher Erscheinung der zugeordenten herrn Rechtsprecher vnd Beysitzer.

[Seite 06] Ain jeder geordenter herr vnd Beysitzer soll allwegen am Sontag abend vor dem Hoftheyding zeytlich hieher. (oder an das ort im Lande dahin die Hoftheyding nach gelegenhait der leuff bestimpt vnd angestelt werden) ankommen / Vnnd am nachuolgenden Montag früe in sein Beysitzer Ampt tretten / vnd demselben biß zu vollendung aines jeden Hoftheydings wie sich gebürt fleissig beywohnen.

Es soll auch hinführo derselben kainer / von leichter vrsach oder entschuldigung wegen / vnnd aygentlich ohn sondere grosse merckliche ehehafft nit aussenbleiben. Wo aber ainer mit solcher grossen mercklichen ehehafft verfangen / soll Er dasselb dem Gericht (bey welches erkantnuß stehet solche ehehafft für genuegsamb anzunemen oder nicht) zeytlich zueschreiben / auch nichts destweniger ainen andern herren oder Landtman / Welchen Er derselben zeyt alhie zu sein / oder beim Hoftheyding zuhandlen haben / am gewissesten waiß oder verhofft / durch schreyben oder ander weeg erbitten. Damit derselb an seiner statt die Rechten besitzen helffe.

Gleicher weyß soll kain geordenter herr vnd Beysitzer vom Hoftheyding verrucken / noch dasselbig begern / er habe dann grosse wissentliche vrsach / vnd desthalben von dem herrn Landshauptman oder Landsuerweser erlaubnus entpfangen / derselb soll auch vor seinem verrucken ainen andern herrn vnd Landman das wehrend Hoftheyding an seiner statt zu einem Beysitzer erbitten vnd verlassen.

Ob auch ain geordenter Beysitzer mitlerzeyt des Hoftheydings vnd ausserhalb der Landschrannen in seinen aignen sachen ain halben tag oder mehr zu thun hat / Vnd derwegen dem Rechten nit beywohnen mag / Soll er dieselb zeyt gleichermassen ainen andern Landtman an seiner statt zu einem Beysitzer stellen / vnd solches mit des herrn Landshauptmans oder Landsuerwesers erlaubnuß vnd vorwissen thun. [Seite 07]

Item so jemandt auß den geordenten herrn vnd Beysitzern in seinen sachen vnd notturfften / ain notwendige Rayß ausser oder jnner Lands vor hat oder fürnimpt / Derwegen er wayß / daß Er dem nächstuolgenden Hoftheyding nicht beywohnen mag / So soll er zeytlich vnd gewißlich ainen andern herrn oder Landtman / an seiner stat zu einem Beysitzer erbitten vnd stellen / auch solches dem Gericht bey demselben erbetnen Beysitzer zueschreiben.

Welcher geordenter herr vnnd Beysitzer aber / wie obsteht / nit zeytlich zum Hoftheyding kompt oder gar aussenbleybt / oder ohn erlaubnuß hinweck verruckt / oder nicht zu jeder gewonlicher zeyt dem Rechten beywonth / vnd kainen andern herrn oder Landman an seiner stat zu Beysitzer erbitt vnnd stelt / Der soll dasselb Hoftheyding darinn Er diese ordnung vbertretten hat / vmb den Sechsten thail seiner Beysitzer Ampts besoldung / vnd wo Er dasselb öffter vbertretten wurde / vmb mehrers / vnd in ander weg / nach erkantnuß der andern herrn vnd Beysitzer gestrafft werden.

[IV.] Von Ladungen.

Vmb ein jede Hauptsach solle ain sondere Ladung auß gehen / Welcher aber mehr als ain Hauptsach / darein setzen ließ / dem mag der antwortter die täg mit Recht abnemen / vnd ain jede Ladung oder Citation / sol an den Beklagten der ausser Lands wonhafft ist / auff Achtzehen wochen / aber auf den Beklagten Landman / der im Land gesessen ist / auf Sechswochen / wie von alter herkommen ist / auß gehen vnd gestellt werden.

[V.] Von gegen Clagen.

Der Beklagt mag den Clager vmb ander sachen / darumben [Seite 08] er Erstlich nit beklagt worden / hinwiderumb wol laden / vnd man soll ainem jeden auf sein ersuechen fürderlich recht ergehen lassen / vnd darauf handlen was recht ist.

Das aber der Beklagt den Clager vmb die sach / darumben Er beklagt worden hinwiderumb nicht laden soll / Ist die vrsach / das der Beklagt in seiner Antwort all sein notturfft einfüeren vnd fürbringen mag / vnd soll darauf ergehen was Recht ist.

[VI.] Von vbergaben.

Gleycher weyß wie von allter herkommen ist / das Clager vnd Antworter im Landsrechten selbs persönlich erscheinen müssen. Also wirdt auch weder vom Clager noch antwortter kain vbergab am Gerichtsstab angenomen / Es beschehe dann / durch ain jede Parthey Insonderhayt selbs personlich / wie es dann bißher nach vralltem Schrannen gebrauch je vnd allwegen gehalten worden ist.

[VII.] Von Execution der Behebnussen im Landsrechten / deßgleichen der Landsfürstlichen Declarationen.

Welcher Clager im Landsrechten zu Behebnuß kompt / oder durch der Fürstl. Durchl. als herrn vnd Landtsfürsten Declaration ain Endt vrtl erhelt / Der mag noch in demselben wehrenden Hoftheyding / darinnen die Behebnuß erkent / oder die Declaration eröffendt worden ist / vmb verschaffung des Weyßpoten anrüeffen / darauff sol es mit Spänung Anbott / vnd enthafften fürtrag / Spänn vnd Erdtrich wie von allter herkommen / gehalten werden. [Seite 09]

Es solle auch der Clager so auf die Behebnuß oder Endtvrtl / die verschaffung des Weyßpotten erlangt hat / zu dem darnach vollgenden Landsrechten / Oder endtlich / wann der drit Fürtrag Spänn vnd Erdtrichs beschiecht / sein Expens zedl particulariter vnd vnderschiedlich / zu Gericht erlegen / Damit solche Expens zedl dem Gegenthail neben dem Anpot vberschickt werden möge / sein einred zu dem nächstuolgendem vierdten vnnd enthafften Fürtrag im Landsrechten darüber zu thuen. So nun der Gegentail also erscheint / vnd auf das Anpot / deßgleichen auf die Expens zedl sein einred fürbringt / das werde gehört / vnd darüber gehandlt was Recht ist. Wo nit / So werde neben Schrannen gebreüchiger ertailung des Schermbriefs / die verzaichent Expens durch Gerichtliche mässigung taxirt / vnd dem Gegenthail aufgelegt / dem erhaltenden Clager solche taxierte Expens / zwischen vnd des nächsten Hoftheydings zubezalen. Wo er aber dasselb nicht thuet / So werde dem Clager vmb solche taxirte Expens der Weyßbot vnnd Spänung / nach Schrannen gebrauch gleichermassen erthailt.

[VIII.] Von Execution der Behebnussen im Hofrechten.

Welcher Clager im Hofrechten zu behebnuß kompt / vnd wo dieselb Clag vnd Behebnuß / ain Endwehrung aines ligenden guets betrifft / So sollen dem Clager oder desselben gewaltstrager auf sein anrueffen / alsbald in demselben wehrenden Hoftheyding / darinnen solche Behebnuß erkenth worden ist / Der Weyßpot verschafft werden / jme dasselb entwehrt / ligend stuck oder guet / als weyt sich solche Behebnuß erstreckt / durch den Ansatz widerumb einzuantwortten / Alß dann soll Clager zu dem nächsten Hofrechten sein Expens zedl vnd verzaichnuß / was er des entwehrten guets halben schaden genommen / Specificiert einlegen. Darauf soll dem Gegenthail solche Expenszedl [Seite 10] vnd verzaychnuß zuegestellt oder vberschickt / vnd jme auferlegt werden / den Clager destwegen zuuergnüegen / Oder zu dem nächstuolgenden Hofrechten mit seiner einred dagegen zuerscheinen / Kompt nun der gegenthail mit Einred für / Das werde gehört / vnd darüber die Tax fürgenommen. Wo nit / So werde nichts destweniger solche Expens vnd schäden nach erkantnuß vnnd mässigung der Landsobrigkayt herrn vnd Beysitzer taxirt / vnd dem gegenthail entlich auferlegt / den Clager derselben zwischen vnnd dem nächstuolgenden Hoftheyding zubezalen. Wo ers aber nicht thuet / So werde dem Clager zu nächstem Hofrechten der Weyßpot solcher erhaltnen vnd erkanten Expens vnd schäden halben / gleichermassen wie es im Landsrechten gehalten wird aufzuweysen verschafft. Wann nun solche aufweysung vnd Spänung beschehen ist / So sol dieselb Spänung durch den Landtschrannschreyber inn das Landsrecht vbernommen / vnd darauf / inmassen wie mit den andern fürträgen Spänn vnd Erden biß zu dem Anpot / vnd endhafften Fürtrag Procediert werden.

Welche Behebnuß aber nicht endwehrung oder entsetzung ligender gründ vnd Güeter / sondern fräuenlich eingriff vnnd gewält / die ainem Landman auf seinen gründten vermessenlich zuegefüegt werden / oder das ainer dem andern etwas von seinen gründten aigen geweltiglich hinwegkh nimpt / oder nemmen läst / belangen / Darüber vnd in denselben fällen ist vnnot die verschaffung deß Weyßpoten zu begeren / Sonder es sol hinfüro vmb schleuniger Execution vnd Rechtens willen / also gehalten werden. Nämlich / Wann ain Clager zu ainer solchen Behebnuß kommen ist / so sol Er zum nächsten darnach volgendem Hofrechten dieselb Behebnuß / sampt seiner Expens zedl vnd Estimation was Er vmb abtrag vnd schaden begert / vnderschiedlich verzaichent fürbringen / solche Expens zedl vnd Estimation des gwalts vnd schadens soll dem gegentail zuegestelt oder vberschickt / vnd jme auferlegt werden / Das er den Clager solches gewalts / schadens vnd Expens halben / vergnüege / Oder zu dem nächstuolgenden Hofrechten [Seite 11] mit seiner Einred dagegen erscheine / Er komb nun also mit einred für oder nit / so werde es in ainem oder den andern weg mit erkantnus des abtrags vmb den Gewalt / schaden vnd Expens auch alß dann mit endtlicher verschaffung der bezalung / Vnd wo ers nit thuet / mit ertailung deß Weyßpoten / Spänung / Anpot / vnnd endhafften Fürtragen / allermassen wie zuuor gehört / gehalten.

Es ist auch hierüber insonderhayt bedacht vnd beschlossen. Wiewol im Landsrechten der Clager / wann er verlustig wird / dem Bekla[g]ten / auß denen sonderlich beweglichen vrsachen / so durch die vorfordern bedacht worden / kain Expens zubezalen schuldig. Weyl aber die Hofrechten gegen dem Landsrechten / wie obbegriffen / ainen sondern vnderschied haben. Also / dz solche Hofrechten allain vmb Gewält vnd entwehrung / die sich vor verscheinung jar vnd tag verloffen / jr würckung haben. Zu welchem Hofrechten auch der Clager vnd Beklagt / durch schrifftliche Gewält (welches sonst im Landsrechten nicht zuegelassen.) erscheinen mögen / Vnd ob gleich ain oder der ander tail im hofrechten verlustig wird / das er dieselb sachen im Landsrechten widerumb ersuechen mag / Damit nun alle geuärd verhüet / vnnd jemand im hofrechten destweniger muetwillig vmbgesprengt werde. Demnach / wouerr sich in außtrag des Hofrechtens befündt / das der Clager / den Antworter vnbillicher vnnd vnnötiger weyß vmb ain Gewalt beklagt hab / welches aber gegen dem Antwortter nit darbracht worden / So soll der Clager dem Antwortter / der also von der Clag entprochen ist / die Expens nach mässigung der Landsobrigkayt vnd Gerichts / eben so wol zubezalen schuldig sein / Alß es sonst der beklagt / wann er verlustig wird / gegen dem Clager zu thuen verpunden ist / Vnd solle in demselben der Expens halben gegen dem Clager gleichermassen die Ordnung / wie gegen dem Beklagten / als obsteht gehallten werden.

[IX.] Von Geltschuldbriefen.

[Seite 12] Dieweyl in den Geltschuldbrieffen gemainglich der gewondlich Schadenpund begriffen ist / vnd sich mit jr selbst Gerichten dahin verbinden thuen / so mag ain jeglicher so dergleichen Schuldbrief / darinnen die verpindung des Landleuffigen Schadenpunds nach lengs oder kürtz / Als ob derselb von wort zu wort eingefüert wäre / verleybt ist / für den herrn Landshauptman oder Landsuerweser kommen / Sich seiner schulden mit fürbringung deß Schuldbriefs beklagen / Als dann soll jme die Obrigkait neben vbersendung des Schuldbriefs abschrifft / zueschreyben vnd beuelhen / den Clager zwischen derselben zeyt vnd des nächstkommenden Landsrechten / nach vermög seines gegebnen Schuldbriefs zubezalen / wo Er das nit thuet / das alßdan der glaubiger zum nächsten Landsrechten nach vermög des anlehens zufriden gestelt. Also / Das dem Beklagten in seine Güeter gegriffen / vnd der Clager nach Rath der herrn vnd Landleut nach vermög deß schuldbriefs vergnüegt werde.

Wo aber ainer gegründte einred hette / wider seinen Schuldbrief / so mag er solches alß dann zu den vorangezaigten Landsrechten für den herrn Landshauptman oder Landsuerweser / vnd die herrn vnd Landleut fürbringen / Darauf sol allweg verrer ergehen / was billich vnd zu fürderlicher handlung dienstlich / alles nach vermög aines jeden verschreybung.

Im fall auch / das ainer ain Geltschuldbrief fürzutragen hette / darinnen der Landschadenpund nicht stuende / oder mit kürtz vermelt vnd angezogen wäre / Der mag auff solchen Schuldbrief vor Gericht Clagen. Darauf solle jhme der ander vnnd endhafft tag / wie von allter her durch Ordenliche Citation neben vberschickung des Schuldbriefs abschrifft ertailt / vnd deßhalben Gerichts zeugbrief gegeben werden.

Da auch ainer ausserhalb Schuldbrief / Schulden gegen jemand zuersuechen hette / Der mag derhalben vor Gericht zu vier tägen Clagen. Darauf werde jme an den [Seite 13] Beklagten / die ordenliche Citation vnd Gerichtszeugbrief gleicher massen wie / von allter herkommen / erthaylt.

Vnd Nach dem von dem herrn vnd Landsfürsten one das alle fräuenliche vnd muetwillige Appellationes verpotten seind / Soll auf ein lauttern Schuldbrief die Appellation nicht zuegelassen werden. Wo aber ainer ye souil vrsachen vnnd einreden hette / die zu sonderer erwegung vnd bedenckung gelangeten. So soll alß dann bey des Gerichts erkandtnuß stehen / solche Appellation zuezulassen / oder abzuschlagen.

[X.] Von verjärung der Geltschuldbrief vnd Behebnussen.

Ist bedacht / Das alle Geltschuldtbrief / in zwayunddreyssig jarn guetlich durch erbetne beschickhsleut oder schrifftlich / damit der Glaubiger dasselb beweyßlich machen möge / ersuecht sollen werden. Wo aber ainer genuegsamblich beybringen möcht / das ainer auß ehafften zu solchen verschreybungen nicht kommen hette mögen / Oder das ainer oder seine vorelltern auf ersuechen vnnd fürbett des bezalers oder glaubigers solche Schuld vber die zwayunddreyssig jar anstehen hette lassen / vnd wann er solches das zu Recht genueg ist beybringen mag / So soll kain verjärung darauß verstanden werden. Deßgleichen soll den vnmündigen / vnd denen die jrer vernunfft nit fähig / so lang dieselben vnuergerhabt seind / solche verjärung on nachtail sein.

Dieweyl auch vonnöthen zu bedencken / das hinfüro ordenlich on arglist mit den Behebnussen / im Rechten gehandelt werde. Ist bedacht / Das kainer kain Behebnuß fürrter vber vier jar lang in seiner gewaltsamb behalten soll / sonder desthalben fürderlich im Rechten zuuerfaren. [Seite 14] Damit niemandt kain gefährlicher nachthail auß solchem verzug zuesteen könne. Wo aber ainer solche Behebnuß vber die vor angezaigten vier Jar anstehen ließ / So sol darauf verrer im Rechten nicht gericht werden / Sonder mit verhaltung der vier jar / dieselb Behebnuß ab vnd tod sein / Wo aber ainer glaubwirdig fürbringen köndt / das ainer auf fürbitt der Gegenparthey / darüber die behebnuß gangen seind / vber die vier Jar still helt / So soll jme damit / vnd auch den vnmündigen vnd Synnlosen / wie vorgemelt / die verjärung angezay[g]ter frist nit geraitt werden / Sonder mag sich der fürter im Rechten gebrauchen.

[XI.] Ob yemandt im hangenden Rechten abstirbt.

Ob der Clager oder Antworter / oder Sy bayd im hangenden Rechten mit todt abgiengen / Mag dennocht die ain Parthey so noch im leben blibe / Oder derselben Erben gegen des abgestorbnen Erben / Souerr die sach grund vnd Poden oder ander erbliche gerechtigkeit berürt / auf die voraußgangenen Gerichts zeugbrieff im Rechten verfaren / Es seyen enthaffte täg / Clag / oder haupt vrtl gangen oder nit / Doch das solches des abgestorbnen Erben / Oder wo dieselben vnuogtpar wären / derselben fürgesetzten vnd verordenten Gerhaben ehmals von Gericht zuegeschriben vnnd verkündt werde.

[XII.] Ob sich yemand der Ladung widert.

Ob sich ainer oder die seinigen ainer Ladung oder anderer brief so von der Obrigkait außgangen / anzunemen verwidern wurde / So soll der Bott solch Ladung oder brief / vor dem Thor nider / vnd ain Stain darauf [Seite 15] legen. Wo aber jemandt die Botten so solch brief truegen verschmahen / schlagen oder nötten wurde / dieselben brief widerumben mit jnen hinwegkh zutragen / Der sol durch den herrn Hauptman oder Verweser / auf ainen benenten tag erfordert / vnd nach erkanntnuß der herrn vnd Landleut gestrafft werden.

[XIII.] Von ordenlichem Gericht.

Der Hauptman oder Verweser sollen mit fleyß verhüeten / das auf die / so dem Gerichtsstab nicht vnderworffen seind / kain Ladung außgehe / sonder allain es sey vmb sachen die nach alltem herkommen in dem Landsrechten zu rechtfertigen gebüeren. Deßgleichen sollen Sy vmb sachen die in das Landsrecht nicht gehören / auch kain Ladung außgehen lassen. Wo aber ainer je solch Ladung erlangt / so sollen doch dieselben sachen allweg auf der widerparthey anrüeffen an die orth da sie zu rechtfertigen gebüren / gewisen werden.

[XIV.] Das vnder zehen Phundten kain Ladung außgehe.

Es sol hinfüro kain Ladung so vnder zehen Phundten werd ist / mehr außgehen / sonder solch sachen sollen vor ainem Landshauptman oder Landsuerweser / ausser Rechtens güetlich / ersuecht oder in verhörsachen / wie gebreuchig / beklagt vnd außgetragen werden. Wo aber ainer vermaint das solche Clag mehr als zehen Phundt werd betreffe / So solle es bey der herrn vnd Beysitzer erkantnuß stehen / Ob solche Clag zehen Phund werd oder nit / vnd ob die Ladung billichen im Landsrechten darüber außgehen sol oder nit.

[XV.] Von Zychten.

[Seite 16] Es mag auch ain Landman den andern vmb Ehren händel vnd all ander sachen / Sie werden ploß zycht genandt oder nit / inn dem Landsrechten erster instantz beklagen / daselbst sol ain jeder zu Recht zustehen schuldig sein. Doch dem beschwärdten tail die Appellation beuor behallten / damit der Arme so wol als der Reich nicht Rechtloß bleybe.

[XVI.] Von willkürlichen Rechtfüerungen.

Wo man erfragt vnd glaublich erinndert wurde / das ainer seinen miterben oder geltern zu nachtail / willkhürlich Recht auf sich fueren ließ / solche Rechtfüerungen sollen denselben Erben oder gelltern one schaden sein / vnd darzue solle der Hauptman oder Verweser / die / so solches Rechtfüereten vnd auf sich füeren liessen / nach erkantnuß der Landleuth / darumben vngestrafft nicht lassen.

[XVII.] Von redner jrren.

Wiewol bißher ain gebrauch gewest / das sich ainer ain Redner jrren hat lassen / So wirdet doch hinwiderumb bedacht / das solches zu verlengerung des Rechtens beschiecht. Derhalben ist für nutzlich angesehen / das sich füran kainer kain Redner jrren solt lassen / allain es trag sich zue / Das ainer sonder ehafft hat / die durch die herrn vnd Beysitzer / genuegsamb angesehen wird / so soll es zuegeben werden. Wo aber nicht genuegsamb vrsach verhanden / so sol der herr Landshauptman oder herr Verweser jme ainen Procurator auf sein anrüeffen vmb sein zymbliche besölldung verschaffen. [Seite 17]

[XVIII.] Wann man die Recht besitzen soll.

Die Landsrechten sollen / wie von allter herkommen / alweg vber Sechs wochen angestelt vnd gehalten / vnd one sondere bewegliche vrsachen nicht erstreckt / sonder ordenlich außgesessen werden / Vnnd sol dannacht die gantz zeyt / Dieweyl man das Recht besitzt / im Datum der Ladung vnd zeugbrief / nur für ain tag gerait werden.

[XIX.] Das nicht noth sey die Rechtsätz zuuernewern.

Die herrn vnd Landleuth so am Rechten sitzen / sollen mitler zeyt / Dieweyl sie am Rechten sitzen / ander sachen miteinander zureden vnderlassen / Damit sie die Clag / Antwort / Red / widerred vnd Rechtsatz / dest aigentlicher hören / mercken vnd one wider vernewerung der sachen dest gründtlicher darauf Rechtsprechen mögen.

[XX.] Wie man bey dem Rechten still schafft.

Die herrn vnnd Landleuth sollen bey jren dienern daran sein / Das sie / weyl man das Recht besitzt / vor der Thür beleyben. Deßgleichen sollen auch alle andere so im Rechten nit zuthuen haben / in der Schrannen niemands jrren / Welche aber in der Schrannen sein / sie haben alda zurechten oder nit / die sollen stillschweygen / vnnd jre händl alda nit außtragen / oder disputiern / allain was im Rechten beschiecht. Vnd nemblich wo der herr Landshauptman oder Verweser durch den Weyßpotten ain still [Seite 18] schafft / vnd jemand darinn vngehorsam sein wurde / Der oder dieselben sollen nach erkantnuß der Landleuth / so alß dann gegenwürtig seind / von stundan gestrafft werden.

[XXI.] Von verpotnen wortten.

Es soll auch niemand dem andern verpotne wort zuesetzen / es sey in verhörsachen / vor dem herrn Landshauptman oder Landsuerweser / vnd sonderlich im Rechten / Darzue sollen die wort / alß ob ainer sein sach mit warhait nit darbringen thät / vnd wie es wider Gott / Ehr vnd Recht / vnd all dergleichen wort / so vngepüerlich beschehen / menigklich verpotten sein / dann wo sich jemandt der wort gebrauchen wurde /den soll der herr Hauptman oder Verweser still stehn haissen / Vnd von stundan die herrn vnnd Landleuth / so allda gegenwürtig / erkennen lassen / Was straff Er vmb solch verhandlung wirdig sey / Vnd wo Er sich derselben straff widersetzen wurde / sol man jme die vngehorsamen zu gehorsamb zubringen verhelffen.

[XXII.] Von verhören vnd Rathschlagen.

Im wehrenden Hoftheyding sollen Commissionen / Rathschleg vnd verhör / auch Hochzeyten vnd Pankhet nit eingemengt oder gehalten / Sonder vor oder nach dem Hoftheyding angestelt werden. Damit das Recht befürdert / vnd nicht verhindert werde.

[XXIII.] Das die Partheyen vnd annder ausser deß Rings stehen.

[Seite 19] Es soll ain jeder der da Clagt / oder sein verantworttung thuet / ausserhalb des Rings stehen / Doch soll ainem jeden Landman so an dem Ring sitzt / zuegeben sein / Das Er in der Landschrannen neben oder vor seinem Procurator stehen / sein notturfft fürbringen lassen / oder selbst thuen / vnd als dann sich wider nidersetzen mög.

[XXIV.] Von Rechtsprechen.

Es soll ain jeder Landman seiner gewissen nach Vrtln / Souerr jhme aber ain vnderred vonnöten / die mag er nemmen. Es mag auch ain jeder Beysitzer so er ain vrtl die jme Rechtlich angesehen wird / dem so vor geurthailt hat / verfolgen.

[XXV.] Von Geystlichen Personen / Junckfrawen vnnd Armen Leuthen.

Der Hauptman oder Verweser soll den Geystlichen / Auch den Junckfrawen / Frawen / Burgern / Außlendern / vnd alle armen vnd ellenden personen / auf jr anrüeffen fürderlichen richten / vnd sie im Rechten vor meniglichen fürdern / alß sich gebürt.

[XXVI.] Von verkürtzung der Reden.

Die Redner sollen sich aller langen vmbschwaiffigen reden / vnd sonderlich ain angehörte sachen oder mainung in ainer jeden rede offt zu repetiern massen vnd endhalten / in Exceptionen / oder antwortten / auch auf volfürte vnd verlesne [Seite 20] Weysungen. Deßgleichen zu schließlicher handlung / vnd was die verfechtung der Hauptsach antrifft / mögen sie zu dreyen Reden gegeneinander Procediern / Was aber saumbsall der termin in fuerung der Weysungen / vnnd erlegung der Appellation schrifften vnd dergleichen betrifft / Das sollen sie hinfuero allain mit zwayen Reden gegeneinander fürbringen / Wann sy alßdann nach Schrannen gebrauch des Rechten gefragt werden / mögen sy für das drit mal jr fürbringen vnd Recht satz mit kürtz Repetiern. Vnd also sollen alle händl auf das kürtzist / gründlichist / vnd nach dem Landsbrauch fürgebracht / vnnd in die feder nit geredt werden. Es ist Schrannschreyber auch nicht schuldig die langen Rede einzuschreyben / Sonder grund der sachen / souil jhme auß der Redner fürbringen möglich ist / auf das kürtzist zubegreyffen.

Es sollen sich auch die Redner vor verletzung vnnd schmächlichen worten der Partheyen / wie hieuor begriffen / bey der straff hüeten vnd enthalten.

[XXVII.] Von Rednern.

Es sollen bey der Schrannen geschworne Redner sein / vnd denselben jr Sold gegeben werden / wie von allter herkommen.

[XXVIII.] Ob jm ainer selbs will reden oder ain Freund.

Ob aber ein Landtman Weltliches Standts / selbs oder ain Freundt dem andern sein nottdurfft im Rechten reden wollte / das soll menigklich vergonnt sein. [Seite 21]

[XXIX.] Von frembden Rednern

Bringt ain Parthey / ain frembden Redner zu dem Rechten / dem solle / ehe jm zureden erlaubt wirdt / der Inhalt der Schrannen Procuratores gethanen Aydtsphlicht fürgelesen werden. Darauf soll er auch schweren demselben gemäß / vnd nit darwider zuhandlen / Alß dann mag Er seiner Partheyen notturfft im Rechten beschaydenlich fürbringen / Doch solle nichts dest weniger dieselbig Parthey den Rednern bey der Schrannen jren gewondlichen Sold zu gleichem tail außrichten vnd bezalen. Wann aber ain frembder Redner der vormallen für Gericht fürkommen ist / vnd geschworen hat / in ainer andern Parthey sachen / widerumb für das Recht fürkompt / So soll derselbig weyter vnd von newen in zuschweren nicht schuldig seyn / Sonder seines vorgethanen Aydts der notturfft nach / widerumben erinndert vnd vermant werden. Vnd darauf mag also ain jeder frembder Redner vorgehörter massen / seiner Partheyen notturfft vor dem Rechten handlen / vnd fürbringen.

[XXX.] Ob man Geschworen Redner nicht haben kundt.

Ob man aber geschworen Redner bey der Schrannen nicht möcht gehaben / vnd jme doch sein notturfft ainer selbst nit fürbringen / auch seiner freund kainen darzue erbitten kondt / So solle jme der Hauptman / oder Verweser ainen auß dem Ring zueschaffen / vnd derselb mit dem es also verschaffen wurd. Der soll sich der sachen kaynes wegs setzen noch verwidern / sonder den grund der sachen / mit dem kürtzisten fürbringen / vnd zu Recht setzen / wie obsteht. Wo aber / der so auß dem Ring verschafft sich [Seite 22] waigern / vnd sein entschuldigung fürwenden wurde / das soll gehört vnd darüber die gebür erkenth werden.

[XXXI.] Auf brief waygern.

Ain jeder so sich auf brief waygert / die er nicht beyhanden hat / Vnd wouerr der Gegenthail an seinen worten vnd anzaygen / Das Er solches bey seinem trawen vnd glauben / zu kainem gefährlichen aufzug noch verlengerung des Rechtens thue / nit vergnuegt sein wil / so sol jhme der Aydt für geuärd aufgelegt werden.

[XXXII.] Von dingen vnd Appeliern.

Ob sich auch ain Parthey beschwärd / ainer bey vrtl / die mag sie dingen wie Schrannen gebreuchig / vnnd von allter herkommen ist. Es sol auch darnach in der hauptsachen gleichesfals dem beschwärdten tail / die dingnuß vor behalten sein / Vnd sollen solche dingnuß auß bayder Redner mund aufgericht werden / vnd jeder was Er also aufricht / sein Parthey zuuor hören lassen. Nachmallen sollen sie zu baider seyts solche proceß schrifften / wie gebreuchig Collationiern / vnnd zu aufrichtung der Appellationen zu Gerichts handen erlegen. Wouerr sie sich aber in Collationierung derselben Proceß schrifften gegen einander nicht vergleichen mögen / So sollen sie solche jrrung für jr bayder seyts erkieste Gedencker vnd verordenten Obman bringen. Vnd wouerr es durch dieselben auch nicht verglichen werden mag / Alß dann sich darüber vor den herr Beysitzern entschaiden lassen.

Nachdem auch im Landsrechten vnnd Verhörsachen ain vralter hergebrachter Land vnnd Schrannen gebrauch / das ainem jeden Appelanten zuuolfüerung seiner [Seite 23] Appellation / Souerr der herr vnnd Landsfürst im Landt / auf Sechs wochen / vnd ausserhalb Lands Achttzehen wochen zuegelassen werden / Darzwischen sich der Appellant mit solcher Appellation allso befürdern solle. Damit er vber das Appelliert vrtl jnnerhalb bestimpter Achtzehen Wochen / des herrn vnd Landsfürsten oder desselben geordenten Regierung erledigung / Oder aber ain genuegsamben rechtmässigen Saumbsall / wider für das Gericht / da das vrtl außgangen / bringe / aber diser Termin ist allain der Procuratores nachlässigkayt halben in ain mißuerstand gezogen / vnd dahin gedeut worden / Alß sey genuegsamb / wann Sy die Appellation schrifften jnnerhalb der Achtzehen wochen aufrichten vnd zu Gericht erlegen / Vnd vbergehn auch noch darzue disen termin nit ain / sonder mehrmall / welches aber vnbillichen vnd nicht sein solle. Demnach sollen die Partheyen hinfüro aigentlich wissen / Das solche entschuldigung / jhres selbs oder der Procuratores vnfleyß / in aufrichtung der Appellation schrifften weytter nit gestat / noch sie im Rechten fürtragen werde / Sonder welcher Appellant sein Appellation nach obbemelten gebrauch jnnerhalb Achtzehen wochen / nit volfüeren / vnd die Landsfürstliche erledigung / oder aber ein Saumbsall zu Gericht erlegen / der wirdet weytter darzue nit gelassen / Sonder er sol damit das vrtl / so wider jne ergangen / angenommen haben / auch dasselb in sein Crafft vnd wirckung gehen.

Das also dem Appellanten vber obbestimbten Termin weitter khain dillation geben / Dann was mit Vorwissen vnd zuegeben des Gerichts beschehen / vnd dasselb für ein ehafft vnnd billiche dillation angenommen vnd erkenth wierdet.

Derhalben soll ain jeder Appellant den obbestimbten Termin der Achtzehen Wochen / so sich alß bald nach ergangenem vrtl anfächt / vor augen haben / vnd sich darauf mit seiner Appellation dermassen befürdern / wie Er vermaind in demselben Termin die erledigung zuerlangen / vnd das Gericht widerumb damit zuerraichen. [Seite 24]

Wann aber darüber der Appellant in aufrichtung der Appellation saumbig sein wurde / So soll Er mit ainicher Appellation weytter nicht zuegelassen werden / Sonder das vrtl sein Crafft vnd wirckung erraicht haben. Begäb sich aber / Das der Appellat den Appellanten in auffrichtung der Appellation verhinderet / So soll zuuor das vrtl in sein Crafft nit gehen / biß durch den Appellaten dem Appellanten die Expens Retardati processus bezalt ist worden / Oder aber das bayderthail schrifften / souil der einkommen / ordenlich eingeschlossen / vnd neben seinem Appostelbrieff / der Niderösterreichischen Regierung zu verrer erledigung vberschickt werd. Doch wo ain oder der ander thail genuegsam ehafft oder begründ vrsachen fürbringt / das solche aufrichtung der proceß schrifften nicht an allem gebürlichen fleyß / Sonder an des Procurators oder Schrannschreybers leybsschwachait / verraysen / oder andern darbringlichen genuegsamben vrsachen / erwunden sey / Das soll nach Gerichtlicher erkantnuß erwegen vnnd darinnen niemandt zu geuärde gestatt werden.

Wo alß dann glaubwirdig befunden / Das die Procuratores oder Landschrannschreyber durch jren vnfleyß / ainen oder den andern tail mit aufrichtung der Appellation schrifften / verhinderten / Derselb Procurator oder der Schrannenschreyber / an dem es also erwindt / soll durch den herrn Landshauptman / oder herrn Landsuerweser / welcher allhie vnnd von Landsobrigkait wegen die Oberhandt haben wird / on entgelt der Parthey / Acht Tag auf der Landshauptmanschafft vnnachläßlich gestrafft werden.

Im fall aber / Das baydethail die Appellation schrifften / wie obsteht / zeytlich zu Gericht erlegten / vnd aber dem Gericht ehafften zuestuenden / das solche Appellation nicht gefertigt / Dardurch dann die Partheyen auch verhindert werden möchten / Alß vil wochen sich dieselben ehafften verziehen / souil sollen dem Appellanten in obbestimbtem [Seite 25] termin widerumb erstatt / Doch solle solcher Termin vber Achtzehen Wochen niemand gegeben werden. Es sollen hierinnen auch ditsfalls nit ander ehafften / dann die darumben dem herrn Landshauptman / Landsuerweser / oder ainer Landschafft verordenten Beysitzern bewist / vnd Sy für genuegsamb erkennen / angenommen oder gestattet werden.

So erscheint auch bey den Partheyen vnd Procuratoresn in layttung der zeugen / ain grosse vnordnung vnd vnfleyß. Als so ainer parthey im Lands oder hofrechten / ain Weysung aufgelegt wirdet / Das sy erst zu dem nächst darnach volgenden Lands oder Hofrechten jre weyßarticl einlegen / So sie doch darzwischen die weysung zuuollfüern schuldig gewest wärn / welches auch die herrn vnd Landleuth der Procuratores vnordnung vnd vnfleyß zuelegen.

Demnach sollen auch die Partheyen hinfüro wissen / Das solches verrer von jnen nit angenommen wirdet / Sonder sy sollen hinfüro jre weysungen vnd Gegenweysungen / so jnen aufgelegt werden / jederzeyt wo die zeugen im Landt / zwischen der hoftheyding / vnd ausserhalb des Lands / in Achtzehen wochen / darinnen kain falsch oder betrug / Das ainer vnnoth der sachen außlendische zeugen / allain vmb verlengerung willen der Weysung / benomen wollt / gestatt werden solt / volfüeren / vnnd sich vor schaden hüeten / daruor sie auch die Procuratores bey vermeydung obuermelter straff / warnen vnd befürdern sollen. Doch solle hierinnen außgenomen sein / wo die Partheyen aines Weyßarticls / oder der Fragstuck halben strittig wurden / oder dz der Saumbsall an den Commissarien / oder andern eingefallnen billichen ehafften erwunden / das dergleichen Saumbsall den Partheyen auch nicht zu nachthail kommen sollen.

Nach dem auch bißher je lenger vnd mehr ain mißbrauch [Seite 26] eingerissen ist / Das man die Fragstuck nicht allain vberflüssig / sonder auch gar vnnötig / vnnd etwas schimpfflich gestelt vnd fürgebracht hat. Darinnen / vnangesehen das dises ein Ciuilisch Recht vnnd Gericht ist / die zeugspersonen nicht allain der gebürlichen notturfft vnd beschaydenhayt nach / sonder gar vmb Malefitz in genere befragt werden / So doch ainer jeden parthey beuorsteht / Wo ain zeugsperson mit Malefitz berüchtigt / vnd zu aim Zeugen nit teuglich oder genuegsamb wäre / dasselb gegen jme / wie sich gebürt fürzubringen / Deßgleichen / dz man die sondere Fragstuck vber die Weysung Articl dermassen vmbschwaiffig gesetzt. Alß nemblichen das der arm vngelehrt gemain Mann / als ain zeug befragt werden soll. Was in derselben sachen / darumben Er zeugnuß geben soll / die geschribnen Recht vnnd Landsgebreuch vermögen / Vnd was inn demselben fall recht oder vnrecht sey / Ab welchem mehr ain muetwillen als notturfft gespürt wirdt. Demnach vnd damit inn den gemainen Fragstucken hinfüro ain bessere maß gehalten / Sollen dieselben hinfüro ainem jeden Zeugen vngeuärlich / auf dise weyß fürgehalten werden.

Gemaine Fragstuck.

Wie alt der Zeug / vnnd ob er ehlichs Stands / auch was sein handel / thuen vnd wesen seye / daruon Er sich erhalte vnd ernehre.

Ob Er sich selbs zu aim Zeugen angepotten / vnd wer jn daher zukommen / vnd zeugnuß zugeben verschafft hab.

Ob Er bey diser sachen / darumben Er Zeugnuß zugeben fürgestelt ist / ainichen mit genieß / oder hinfüro was nutz oder vortail darauß zuuerhoffen hab.

Welchem thail er den Syg lieber gönne / die sachen zuerhalten. [Seite 27]

Ob Er von jemand vnderwisen oder angelehrnet sey / was Er sagen soll / vnd ob er sich mit seinen mitzeügen nit vnderredt habe

Item so die strittig sach vnd rechtfüerung / gemaine personen oder Nachtparschafften antrifft / die dem zeugen gemäß seind / Soll er auch befragt werden / welchem thail er mit sipptschafft / schwagerschafft / oder sonst verwand sey.

Wo es aber höhere personen belangt / wann der zeugenfüerer / neben andern personen seine vnderthanen zu zeugen fürstelt / Vnd dieselben von jrem herrn jhrer glüb vnd phlicht / So lang sie jr Saag thuen / erlassen / mögen auch daneben die zeugen befragt werden / Ob sie dem zeugen nit mit sonderm dienst / oder Beuelch aines ampts verwandt seyen / vnd nicht jren sondern genieß darbey haben. Deßgleichen mögen auch solche gemaine Fragstuck / nach gelegenhait der handlung moderiert vnnd gebessert werden / doch one vberfluß / welches dann jederzeyt zu des Gerichts erkanthnuß steht.

Vnd so alß dann die Examination auf den Weysung Articl fürgenommen wirdt / Soll der zeug auf ein jeden Weysung Articl / den Er war zu sein bestättigt / vmb vrsach seines wissens / auch zeyt / Malstat / vnd andere vmbstand aigentlich befragt werden.

Letstlich / soll ainem jeden Zeugen / allwegen nach seiner verhörung vnd Examination / sein aufgeschribne Saag / Ob er deren also geständig / fürgelesen / vnd jme volgendts auferlegt werden / dieselb in gehaimb zuhalten / biß nach eröffnung der zeugensaag.

Souil aber die Fragstuck vber den Weysung Articl betrifft / Sollen sich die Partheyen on vberfluß vnd hitzigkayt dermassen beschaydenlich halten / Damit der herr Landshauptman / oder herr Landsuerweser / sampt dem Gericht nicht verursacht werden / so dieselben anderst befunden vnd fürbracht wurden / gegen demselben [Seite 28] Fragstucksteller der massen einsehung fürzunemen / damit durch solchen weg die weysung / vnd verordenten Commissarien hinfüro destweniger aufgezogen / vnd vmbgesprengt / noch das Gericht vnnötiger weyß gehelligt werde / darinnen dann sonderlich die Procuratores wolbedacht / vnnd gewarnet sein sollen.

Die Procuratores sollen sich auch vor Gericht / weder gegen den Partheyen / noch selbs gegeneinander kainer hitzigkayt oder stumphierens gebrauchen / Sonder der Partheyen notturfft beschaidenlich fürbringen / vnd handlen / Wie sie dann Landsfürstlicher Obrigkait/ vnnd dem Gericht zu Ehr / Auch in dem vnd anderm jrer phlicht nach zuthuen schuldig. Welcher aber darüber thuet / der solle vnnachläßlichen gestrafft werden.

[XXXIII.] Die zu Gericht eingelegten brief vnd schrifften betreffent.

Nach dem auch bißher ain Vnordnung vnd mißbrauch eingerissen / Das die Partheyen vnd derselben Procuratores / die brief vnd schrifften / so sie zu Gericht eingelegt / für sich selbs / wann der Landschrannschreyber in andern sachen zu schreyben vnd zuuerzaichnen gehabt / Ohn sein des Schrannschreybers wissen oder willen / von dem Tisch aufgehebt / vnd hinwekh genommen / darauß dann jrrung eruolgt dz bißweylen weder die partheyen noch derselben Procuratores / vmb die hinaußgenombenen Schrifften haben wissen wöllen. Demnach sollen sich die Partheyen vnd procuratores / auch meniglich hinfüro solches eingreiffens enthalten / sonder erwarten / Wann das Gericht aufgestanden / vnnd der Schrannschreyber vom einzaichnen des Gerichts Prothocolls ferttig ist / Das sie sich alß dann zu jme Schrannschreyber melden / vnd anzaigen / was für eingelegte brief oder Schrifften / ain jeder jme widerumb hinaußzugeben begert / Alß dann dieselben so jnen / ausser deren brieflichen vrkhundten / die dem herkommenen Schrannen gebrauch / [Seite 29] biß zu außtrag vnnd endschafft der sachen bey gericht beleyben müessen / hinauß zugeben gezimpt von deß Landschrannschreybers handen entphahen / vnd wie vorgemelt / dieselben für sich selbs nicht anfallen vnd hinwekh zuckhen / Bey vermeydung ernstlicher straff.

[XXXIV.] Andere gemaine Schrannen gebreuch vnnd Ordnung (die hierinnen nicht begriffen) vnnd auch der Officier Tax von den Partheyen bey der Landschrannen belangendt.

Mit demselben soll es wie von allter her gebreuchig gewest / vnd souil bißher in gueter Ordnung erhalten worden ist / nochmals gehalten werden. Sonderlich aber / sollen die Procuratores in der Tax vnd belonung / vber die Gerichtlichen Behebnussen / so auf gefertigte richtige schuld brief vnd vrkhunden / eruolgen / gegen den andern Rechtsachen vnd handlungen / die durch langen außtrag vnd Appellationen geendet werden / ainen vnderschid halten. Welches alles dann / wo sich ain Parthey darob beschwärdt zu sein bedunckt / zu Gerichtlicher mässigung stehen / Auch derwegen hernach / nicht allain mit Procuratorn / sonder auch mit den andern Officiern / aines jeden Tax halben / zuhandlen vnd ordenlich zu schliessen / der nachgesetzten Landsobrigkait / vnd aim Gericht vorbehalten sein solle. [Seite 30]

[Landesherrliche Konfirmation]

Wann wir nun guete gesatz vnd Ordnungen inn vnsern Landen / zu Phlantzung vnd mehrung gemaines nutz / vnd sonderlich zu befürderung vnd Schleinigen vortgang der Justici zuerhalten / insonders gnedigist woll genaigt sein / So haben wir angesehen / solch jr ainer Ersamen Landschafft berüerts vnsers Fürstenthumbs Crain / vnderthänig zimblich bette / auch die getrewen / vleyssigen / Nutzlichen / stattlichen vnd ansehenlichen dienste / so sy jeder zeyt vnsern löblichen vorfaren / dem gantzen hauß Osterreich / vnd sonderlich weylland der Röm. Khay. May. vnserm genedigisten geliebten herrn vnd Vattern / hochlöblichister gedächtnuß auch vns selbs bißher / mit darstreckung jrer leyb / hab vnd guet / beharlich erzaygt / bewisen / vnnd noch hinfüro zuerzaigen vnnd zubeweysen / gehorsamblich vrbittig seind / auch gantz wol erzaygen vnd beweysen mögen vnd sollen / Vnd jhnen darumben / mit wolbedachtem mueth / guettem zeyttigen Rath / vnd Rechter wissen / die obgeschriben jr Landschrannenordnung / mit allen jren jnhaltungen / Puncten / Claußeln / Articln vnd begreyffungen / wie die hieoben von wortten zu wortten lautten / vnd begriffen sein / gnedigklich Confirmiert vnd bestättigt. Confirmiern vnd bestättigen dieselb auch hiemit / als Regierunder herr vnd Landsfürst / wissentlich in Crafft dits Brieffs / vnd mainen / setzen vnd wöllen / das solche jr obeingeleybte Landschrannenordnung / mit allen derselben jnnhaltungen / Clausseln / Puncten / Articln vnd begreiffungen / durchauß Crefftig vnd mechtig sein / auch stätt vnnd vest gehalten / volzogen / vnd niemands darwider zuhandlen / oder das wenigist fürzunemen gestattet werden. Also auch ain Ersame Landschafft / sich derselben allenthalben vnd gegen jederman gebrauchen / Freyen / Nützen vnd geniessen soll vnnd mög / von allermeniglich vnuerhindert. Vnd gebietten hierauf allen vnd jeglichen vnsern nachgesetzten Obrigkaitten / vnderthonen vnd getrewen. Geystlichen vnd Weltlichen / In was wierden / Stands oder wesens / vnd wo die allenthalben in vnsern Erblichen Fürstenthumben vnd Landen gesessen sein / Ernstlich mit disem Brieff / vnd wöllen / Das [Seite 31] sy vilgemellte vnnser getrewe Landschafft in Crain / bey solcher obgeschribner jrer Landschrannenordnung / auch diser vnser gnedigisten Confirmation vnd bestättung / rueblich beleiben / darwider nit beschwärn / bekomern oder anfechten / Sonder sy derselben freyen / gebrauchen / nützen vnd geniessen lassen / vnnd hiewider nit thuen / noch solches jemands andern zuthuen gestatten / in kainerley weyß oder weg / alß lieb ainem jeden sey vnser schwäre vngnad vnnd straff zuuermeyden. Doch behalten wir vns beuor / mehrberürte Landschrannenordnung / nach gelegenhait der zeit / in künfftig zumindern / zu mehren / oder zuuerändern / Das maynen wir Ernstlich. Mit vrkundt dits Brieffs. Besigelt mit vnserm Fürstlichen anhangenden Insigl. Der geben ist in vnser Statt Grätz / den Funffzehenden tag des Monats Januarij / Nach Christi vnsers lieben herrn geburde / Im Fünfftzehenhundert vnd Ainvndsibentzigisten Jar.
Carolus
Ad Mandatum Domini
Archiducis Proprium.

H. Khobentzl von Prosseg
Teutsch Ordens Ritter.
Hanns Vetter
Anndre Jurschyn [Seite 32]



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