Das Rechtsbuch nach Distinctionen :: Meißner Rechtsbuch

Inhaltsverzeichnis

[Editorial]

Quelle: Das Rechtsbuch nach Distinctionen. In: Das Rechtsbuch nach Distinktionen. Ein Eisenachisches Rechtsbuch / hrsg. von Friedrich Ortloff. Sammlung deutscher Rechtsquellen, Bd. 1. - Jena 1836. - S. 1-624 + Anh. 757-778. - Druckfehler u. Verbesserungen S. [779-781]

Die von Ortloff benutzte Handschrift ist: JenaFriedrich-Schiller-Universität Ms. Bud. f. 376 [Ulrich-Dieter Oppitz, Deutsche Rechtsbücher des Mittelalters II Beschreibung der Handschriften (Böhlau 1990) Nr. 734 = S. 575].

Das "Rechtsbuch nach Distinctionen" wird heute überwiegend als "Meißner Rechtsbuch" bezeichnet; Literatur hierzu findet sich meist unter diesem Eintrag in Registern, Lexika usw. Vgl. zuletzt Ulrich-Dieter Oppitz, Das Meißner Rechtsbuch. Materialien zu einem erfolgreichen Rechtsbuch des 14. Jahrhunderts (Nordhausen 2022). Die Entstehungszeit des Textes lässt sich auf die Zeit zwischen 1358 und 1387 festlegen (Oppitz, HRG.2 III 1431).

Das Meißner Rechtsbuch besteht aus sieben Büchern, die 188 Kapitel und darin ca. 1.400 Distinktionen enthalten.

Zur Textgestaltung: Die Überführung eines alten Druckes in eine computerlesbare Form nötigt immer irgendwelche Kompromisse auf. In diesem Fall habe ich darauf verzichtet, das "Schaft-s" (= "ſ") zu übernehmen, obwohl ich vermute, dass die meisten Suchmaschinen es als normales "s" lesen würden. Ebenso habe ich keine Unterscheidung zwischen Textstellen in Antiqua und in Kursive übernommen, obwohl die Kursive Ergänzungen der Jenaer Handschrift aus anderen Handschriften kennzeichnet. Durch die ständige Einsichtsmöglichkeit in den Druck glaubte ich der Mühe dieser Kennzeichnung enthoben sein zu dürfen.

Optimus liber legum secundum distincciones.

[Seite 15]

[Vorrede]

Dit ist eyn buch dez rechten in wichbilde in sechsisszer art, also is dy von meydeburgk gebruchen, unde dy von halle, unde dy ore volbort do nemen, unde dy von lipczk zcu halle, dornoch vel stete in der marggreveschaft zcu missen ore volbort nemen dez rechten. Nu haben dy von meydeburg unde dy von sachsen, mit der wicczigesten rate in deme lande, lantrecht unde wichbilderecht unde lenrecht, mit der keyser kor unde willen gesaczt, daz wir hi in deme lande, dy von poln, dy von bemen, dy margke von brandenburgk, alle sachsenlant, alle herczogen, alle westfoln, doringe, unde dez riches strate, von deme lande bis in dy wilden sehe. Doch haben in den landen vel stete sunderliche gewonheyt, dy man in deme gemeynen rechte nicht phleyt zcu haldene, unde haben is noch ores selbes kore. Nu wisse eyn iczlich man, daz dit buch ist geczogen unde gesichert usz keyserlichen buchern, usz deme lantrechte spigels der sachsen, wichbilde buchern, unde usz geystlichen buchern, unde usz lantrechtes buchern, daz es unstreflich ist, unde yderman wol doruf buwen magk unde sich dornoch richten; wen waz dy alden zcu vorburge gesaczt haben unde zcu kurcz, daz richtet dit buch kuntlicher usz zcu [Seite 16] vornemen menslicher vornunft. Nu wol alle den, dy dy schrift vornemen amme rechten ane intragk; doch ist or leyder cleyn, dy dy schrift amme ganczen rechte vornemen, unde sy nicht vorkern in unrecht. Nu wel ich gerne hiizcu kern mit hulffe unsers hern ihesu christi, wenne ane seine hulffe unde gotlichen gnade mag ich des nicht thun unde volbrengen. Ich wel daz recht noch buchern lutern, daz is eyn iczlich bedermann wol vornemen magk ane gedrang unde twang.

Erstes Buch.

Capitel I. Wy der heylige lerer sanctus gregorius, unde ander lerer vel, dy gotlich recht ersaczt haben, daz alle sin wertliche recht usz geistlicheme rechte geczogen.

Sanctus gregorius schribet, unde vele ander lerer in deme gotes rechte, von deme heyligen sacramente der ee, daz keyn geburt werdiger ist zcu der hoen pristerschaft, do sich god selber in gegeben had, wen dy ee, do gotlich recht unde geystliches usz ensprossen ist; unde waz geystlich recht in deme heyligen sacramente czu sich nemmet der ee, daz daz wertliche recht volge noch gotes rechte, daz is mag werdiglichen beste noch sime lobe unde noch sime willen. Nu god dy elichen unde geet werden om selber uszerwelt had, daz her mit rechte sich unde sinen heyligen licham wel geben in dy geethen geburt von werdickeit dez heylichen sacramentes, unde wel deme selber eyn erbe sin, unde wel on erbeteylunge geben in deme ewigen riche; worumbe sullen wir om denne erbeteylunge vorsagen disses [Seite 17] vorgenglichen gutes. Wen god had den menschen geschaffen noch siner gotlichen menscheyth, unde hat om erbeteylunge bewiset in hymmelriche unde ouch in ertriche, den sal dy werlet ouch beerben mit erblichen sachen, der wy hii gebruche mussen, unde wir keyne hetten, hette sy uns god selber nicht gegeben. Wer hii wedderspricht, der spricht wedder daz recht. Dis erkennen nu dy von meydeburg unde ouch sechsissze art, wen do sy iczliche stucke des rechten behilden widder koning karls willen, unde meynten, wer nicht von vater unde von muter elich geborn wer, der sulde nicht erbeteylunge nemen. Dis wert hirnoch bescheyden, wy daz mag gesin von gotes recht, von sammenunge geystliches, keyserliches, wichbildes rechte in dissen buche, wy daz mit rechte myt enander zcukomen mag in erberechte der geburt.

Capitel II. Unde wy uns zcwey swert, geystlich unde ouch wertlich, entsprossen sinth.

God had zcwey swert gelasszen in ertrich zcu beschirmen dy cristtenheyt, also uns dy schrift had beschreben, deme babiste daz geystliche, daz wertliche deme keyszere. Nu ist der keyser zcu bescheyden gecziten phlichtig, wen der bobist wel siczen uf sin blanckes phert, daz her om sal halden sinen stegereyf, durch daz om der satel icht entwiche. Daz ist eyn orkunde: waz deme geystlichen swerte unde deme heyligen cristenglouben wedder ist unde nicht betwingen mag, daz sal der keyser alle tage unde alle czith richten helffe unde twinge, daz dy geystliche ordenunge in eren blibe. Dazselbe sal [Seite 18] der bobist thun deme keysere, so bewarn sy dy cristenheyt an beyder sit wol unde lobesam.
[Verwandte Texte: Ssp. LR. I 1, Ssp. LR. I 1, und Ssp. LR. I 1]

Capitel III.

Gregorius der wissagete hiivor, daz sechs werlde sulden werde, dy sin by syben tusent iarn ufgenomen unde in deme sybenden sullen sy zcugen. Nu ist kundig worden zcu der heyligen schrifte, daz an adam dy irste werlet began; an noe dy ander; an abraham dy dritte; an moyse dy firde; an david dy funfte; an cristi geburt dy sechste; unde in der sybenden sin wir nu, unde der haben wir keyne zcal. In disser selben wisse sint dy herschilde uszgeleyth. Der koning furt den ersten; dy erczbischofe den andern unde ebte unde ebtischen; dy leyenfursten den dritten, sint daz sy der bisschove man wurden sint; dy frien hern den firden; der man der schepphenbaren frygen luthe unde der frigen hern manne den funften unde den sechsten. Unde also dy cristenheyt keyne stetickeyt weys in der sybenden werlet, also weys man an deme sybenden schilde nicht, ab he herschilt heyst unde lantrecht gehaben mag. Dy leyenfursten haben abir den sechsten schilt in den sybenden bracht, sin sy der bischove manne worden sinth. Unde also der herschilt czuget an deme sybenden, also zcuget dy sippe an deme sybenden.
[Verwandte Texte: Ssp. LR. I 3., Ssp. LR. I 3., und Ssp. LR. I 3. ZwickauRB. II 1.]

Capitel IV. Wy nu nod ist, daz man dy sippe erkenne, wo sy beginne unde wo sy ende, waz indruckes dorin kemet, der mit der sippe inne stet mit rechte, unde von gnaden bebestlicher werdickeyth, wy daz hirnoch beschreben sted in sinen capitteln. [Seite 19]

In deme houbete ist uns bescheyden man unde wip zcu stene, dy elich unde redelich zcusammene komen sinth. In deme nacken des halses geleth dy kinder, dy ane alle czweyunge von vater unde von muter geborn sind; ist aber czweyunge doran, so mogen sy an deme gelede nicht gesten, unde stricken sich an eyn ander geleth. Aber ungeczweyte bruder kinth sten an deme gelede, do schuldern unde arm zcusammen gen, unde also tun ouch dy swester kinder. Dis ist dy irste sippe, dy man zcu mageschaft rechent: daz sint bruderkint unde swesterkinth. In deme elbogen stet dy ander, unde sint der kinder kinth. In deme gelede der hanth do stet dy dritte, unde sint derselben kinder kinth. In deme ersten gelede dez mittelfinders steth dy firde, unde sint abir vorbaz der kinder kinth. In deme andern glede dezselben fingers stet dy funfte, unde sint abir vorbaz der kinder kinth. In der sippe unde in der ersten ist von geystlichem rechte irlaubet elicher stam uszirsprossen, unszme rechten zcu volbort, unde nicht er; abir sippenczal czut sich vorbaz an erbe zcu nemen. In deme dritten glede dez fingers dy sechste sippe, unde sint vorbaz der kinder kinth, ab sy in unvorwandelunge bliben. An deme firden stet eyn nagel unde nicht eyn finger, unde dorumbe endet do dy sippe, unde heyssen nagelmoge. Unde dy zcwusschen deme houbete unde nagele sich zcu der sippe geczucken mogen an glicher stat, die nemen das erbe glich. Wer sich ader neher czu der sippe geschien moch, der nemmet daz erbe zcuvor. Also erbet daz erbe allewege vor sich uf den nesten; stet ouch erbegang vor sich abe, so erbet is wedder hinder sich adder neben sich, wo is den ersten erreychen mag. [Seite 20] Doch haben dy swoben von keyserlicher kor unde volbort behalden, daz sy erben obir dy sybenden sippe, also verne also sy ummer gereychen mogen.
[Verwandte Texte: Ssp. LR. I 3., Ssp. LR. I 3., und Ssp. LR. I 3. ZwickauRB. II 2, 1.]

Capitel V. Von elicher gebort von rechter fryheyt. Von rechter gebort. Von naturlicher gebort. Von hurkinder gebort. Von geistlicher lute kindere gebort. Von unnaturlicher gebord, dy in magschafft gestrgt [!] sint.

Distinctio I. Nu ist nod, daz wir kuntlich wissen unde vornemen iczliche gebort in orme rechten. Recht fry eliche geburt ist dy: wan eyn kint wert geborn von vater unde von muter, dy beyde elich zcusamene komen sint, unde der ichlicher had eynen gerechten geboren eevater unde eyne rechte emuter, daz heyszt fry gebort. Wen daz heysschen zcwene eldervater unde zcw eldermuter, dy elich geborn sint, dy kinder , dy usz der gebort sprissen, daz heysszen schepphenbare fry lute, unde sin noch keyserrecht getermet zcu deme herschilde, unde mogen an deme lantrechte volkomelichen sten unde haben volge. Doch sal man in wichbilde dy geburt billicher an den rad unde an schepphen stad seccze wenne keyne ander geburt, wen sy orer geburt also volkomen sin, daz sy nymant beschelden mag an orme rechte.

Dist. II. Dy ander geburt heyst eyn slecht elich gebort, unde ist also: ab unelich man unde unelich wip zcusammene komen, unde wert eyn recht ee mit on gemacht, bekinden sich dy mit enander, dy kinder sin unde heysszen rechte eekinder. Dy nemen ores vater unde muter erbe wol mit rechte, unde erben vor sich, also ander bederbe lute. Adder [Seite 21] hinder sich an eldervater unde eldermuter gute haben sy keyn recht, es gesche on denne von gnaden, adder von willekor erben gelobdes usz der furdern hand. Dyselben haben wichbildes zcucht in allen steten unde in allen rechten, dywile sy orer ere nicht vorwercken mete offenbarer bosheyt, der sy am gerichte vormunder werden.

Dist. III. Ouch werden uneliche kinder noch bebestlichen geseccze von gotes wegen geeeth. Dy behalden ouch erbeteyl an ores vater gute, wen sy mogen bewisen selbsobende fruwen unde man, dy doby gewest sint, unde dy geethen ordenunge gesen unde gehort haben.

Dist. IV. Nu werden ouch kinder geborn naturlich, welche nu dy sin: wo eyn elich man adder eyn elich fruwe adder eyn dirne sich zcusammene mischen, so daz sy an alle gelobde von naturlicher libe mit enander kinder gewinnen, dy kinder heysszen naturliche kinder. Noch der kinder geburth, nemen sich dy sint zcu der ee, dy kinder sint von gotes wegen unde von bebestlichen geseccze geeet, unde nemen erbeteyl an ores vater unde muter gude, ab wol vater unde muter sterbet, daz des mannes nesten, noch der fruwen nesten, den kindern keyn anernstorben gud von vater unde von mutter vorlegen mogen. Dyselben kinder mogen abir an ores eldervater adder an orer eldermuter gud keyn erbeteylunge gehaben.

Dist. V. Sterbet ouch dy frouwe, unde nemmet derselbe man eyn ander wip zcuv der ee, unde bekindet sich mit der, dy kinder mogen den ersten kindern an ores vater gute nicht erbeteylunge vorsagen. Aber daz dy frowe zcu ome brucht had, [Seite 22] daz nemmet sy zcuvorn usz, unde erbet daz uf ore kinth. Ist ouch daz her mit der leczten fruwen nicht kinder en had, unde sterbet he vor der frouwen, sy nemmet doch ore dritteteyl an des mannes gute zcuvor unde waz sy czu ome bracht had, daz sy wissentlich gemacht had mit unvorsprochen mannen, dy mit or gewern uf den heyligen, daz sy is zcu ome bracht had. Anders en mag sy keyns in der kinder gut bereden, daz sy is dulde musse; sundern waz sy erbes zcu ome bracht had, daz bewiset sy wol mit der kuntschaft, dy yme wichbilde unde gerichte gesessen sint. Were abir der fruwen gutes icht vorkouft by des mannes leben, adder sins ersten gutes, do en had widder dy fruwe, noch dy ersten kinder, keyne erstatunge an.

Dist. VI. Ouch sin eynerley kinder, dy naturlich sin geborn, also disse vorbeschreben kinder. Dy ledig unde fry sich zcusammene mischen, unde ore kinder nicht geeth werden, sundern sy bliben in der naturlichen gebort, dy kinder en haben keyn teyl an ores vater gute. Ab her elich wip nemet unde hat kinder, dy kinder behalden ores vater recht. Sterbet aber der vater, unde en had keyn kinth mit der frouwen elichen , dy fruwe nemmet oren dritten teyl zcuvorn usz, unde waz sy zcu orem manne bracht had, daz sy bewisen mag also vor beschreben ist ; unde dy zcwey teyl nemen sine nesten. Unde also vel, also on geboren mag, also sal iczlicher von sime teyle deme kinde reychen den sechsten teyl noch bebistlichem unde keyserlichem unde wichbilde recht, ab mans zcwuschen iar unde tage furdert mit rechte. Sterbet abir daz kint, unde en had wedder muter noch geswister om ebenbortig, [Seite 23] so erbet daz sechste teyl wedder uf des vater nesten, dy zcu der czith sinth.

Dist. VII. Ouch sint anderley kinder, dy nicht volge haben an erbeteyl, unde sin dy, dy von eyme farende wibe adder von geystlichen nonnen geborn werden, der kinder vater nymant wol erkennen mag. Uf dy erbeyt nicht, ane also vele : hette dy muter icht gutes erworben, daz or wer, daz erbet sy uf ore kinth, wy sy is erworben hette. Nemmet sy sint eyn elich man, unde hed kinder mit deme manne, dy kinder vorlegen alle sache deme ersten kinde; unde sterbet daz wip, der man had recht an allen guten des wibes, unde dy vorgeborne kinder nicht, wenne von gnade.

Dist. VIII. Ouch sin eynerley kinder, dy geborn werden in suntlicher natuer, also in gestrigkter natuer rechter mogeschaft unde unrechtes blutes. Den ist alles erbeteyl widderleyth, hinder sich unde vor sich. Welcherley wissze ab eyn iodde eynen cristen eyn kint machte, daz kint ist ouch in allen rechten vorleyth, ab man is bereden mag.

Dist. IX. Ouch sin lute, dy usz deme unglouben komen in den cristenglouben, also iodden unde heyden, ab sy doch in der andern, in der dretten, in der firden sippe zcusammene komen sint, unde nemen sich in deme rechten glouben hirnoch zcu der ee, unde ab sy wol vor kinder haben, unde ouch sint kinder gewonnen, so daz dy ersten ouch cristen werden: gewinnen dy gud mit enander, daz erben sy uf dy leczten, also wol also uf dy ersten. Daz haben dy keyser mit der keyserlichen gewalt abirkomen umbe daz, daz dy irsten ymme cristenglouben deste fester sten. Unde erben ummer vor sich; [Seite 24] neben sich erben sy ouch, wen is sich vorbrudert unde vorswestert. Ist ouch daz sy vor, nach noch, keyne kinder wol haben, so mogen sy wol selgerete machen mit oreme gute zcu kerchen, zcu wegen adder zcu stegen, unde weme sy is gunnen, unde wo sy is gud duncket durch orer sele willen; daz mugen sy thun in deme suchbette adder busen deme suchbette. Vorsumen sy sich doran, daz is also erstorbe, unde nicht bescheiden noch vormacht wurde, so erbet is in dii koninglichen gewalt, daz ist in daz gerichte. Wer ouch keyner siner moge in den cristenglouben komen, unde dorumbe bestanden, der neme doch billicher sin erbe, wen dy koningliche gewalt.

Dist. X. Noch finden wir etliche kinder gebort, dy sten an erbegang adder sten nicht doran, beyde zcu keyserrechte unde zcu lantrechte unde zcu wichbilde; also misselsuchtige lute, stummen unde blinden, fusselosze adder hantlose lute, werden dy geborn also, der uszseccziger. Der sal sich unterwinden or nester vater mag, unde sal sy mit oreme erbe in rechter phlage habe, also verne als daz gud daz getragen mag. Daz gud adder erbe mogen dy phleger in keynerley wissze daz entfromden, daz is craft habe, dywile sy leben; wen sy gesterben, dy erben uf dy nesten. Wulde sich nu eyner der nesten nicht underwinde, durch welcherhande sache daz were, welch denne der neste dornoch ist, der sal sich phlege underwinden mit oreme gute. Storben sy sinth, dy beerben den, ab her wol nicht der neste wer, dovon daz der neste dy unlust nicht wulde haben. Haben sy abir eyne muter, unde wulden dy nesten vatermoge der nicht warten, unde wart or dy mutter, [Seite 25] noch orme tode erben sy uf dy mutter. Uf dyselben erbet wedder len, noch eygen, noch erbe, dy also geborn werden. Sten abir dy gebrechen noch orer geburt uf ; unde daz sy in orme iorczale nicht formunde bedarffen, do mogen sy zcu orer notdorft ores gutes gevolgen unde selber gebruchen, unde wez sy czu orer notdorft nicht gebruchen, daz sullen sy doch nicht oren erben entfromden. Haben sy ouch in der suche, adder vor der suche, gud dererbet, daz nicht uf sy geerbet ist, daz mogen sy bescheiden unde geben, weme sy wullen; ane in suchbetten mogen sy des nicht getun. Dis ist alles eyn notdorft zcu reden unde uszzcurichten, wenne dy alden lantrechtbucher alle zcu kurcz haben daz recht uszgetragen einfeldigen luten.

Capitel VI. I. Wy der vater erbit uff dy kindere. Wy son unde tochter glich erbe nemen. II. Wo son unde tochter nicht en sin, wy vater unde muter erbe nemen vor swester unde bruder. III. Wy son unde tochter erbe nemen vor swesterkint unde bruderkinth an dez eldervater gute. IV. Wy halbe bruder unde halbe schwester erbe nemen. V. Ab czwene bruder nemen zcwu swester. VI. VII. Wy ungeczweyte bruder unde swester erbe nemen. VIII. Wy eldervater unde eldermuter erbe nemen vor bruder unde swester, dy geczweiget sint. IX. Wy fetter adder eyns mume, oheme adder wase, bruderkint adder swesterkint erbe nemen, dy ungeczweyhet sin von vater und von mutter. X. Wy vetters kindeskind, pasen, mumen ader omes kindeskint erbe nemen, dy ungeczweihet sin von vater und von muter. XI. Wy einz bruder ader siner swester kindeskint oder sines vetter ader mumen ader pasen ader omes kint erbe nemen, da nicht czweiunge an ist. [Seite 26] Ab nu wol in deme furdern capittel underwisset ist von allerley geburth,wy dy folget an erbegangk, noch ist nod den eynfeldigen, daz man in deme rechten stamme erbegang baz luttere.

Dist. I. Daz kint ist daz neste. Son unde tochter sin glich an erbe zcu nemen. Wo aber son unde tochter nicht en sin, alle dy sich dornoch an der sippe glich geczin mogen, dy nemen daz erbe glich. Ist abir do eyn gerade adder hergewete anerstorben dy nemen daz zcuvorn.

Dist. II. Vater unde muter nemen erbe vor swester unde bruder.

Dist. III. Sterbet der son unde led kinder, er he abegesundert wert von sinen vater, dy kinder nemen erbeteyl an ores eldervater gute mit enander. Abir alle nemen sy eynes mannes teyl.

Dist. IV. Halbe bruder unde halbe swester nemen glich erbeteyl mit bruderkinth unde swesterkinth dy ungeczweyet sint.

Dist. V. Nemen czwene bruder zcwu swester, unde der drette nempt eyn fromde wip, ore kinder sint doch glich an erbe zu nemen, or iczlichs des andern.

Dist. VI. Ungeczweygete swester unde bruder nemen erbe vor dy geczweygeten von vater unde von muter.

Dist. VII. Ungeczweygete brudere nemen erbe vor eldervater unde vor eldermutter.

Dist. VIII. Der eldervater unde eldermuter nemen erbe vor swester unde bruder dy geczweyget sin von vater unde von muter.

Dist. IX. Mines fettern adder myner mumen, mynes ohemen adder myner wasszen, bruder adder [Seite 27] swester kinth, dy ungeczweyget sin von vater adder von mutter, dy sin alle glich an erbe zcu nemen. Do abir zcweygunge an ist, dy sin deme erbe verner zcu nemen.

Dist. X. Mines vettern adder mumen, myns ohemen adder wasszen kinth, adder myns vater adder mutter vetter adder mumen adder ohemen adder wasszen kinth, dy ungeczweyget sint von vater unde von mutter, sin alle glich sippe von erbe zcu nemen.

Dist. XI. Mines bruder adder swester kindeskinth, adder myns vettern adder wasszen, ohemen adder mumen kinth, dy sin alle glich erbe zcu nemen, do nicht zweygunge an ist von vater unde von muter.

Capitel VII. I. Waz under deme manne irsterbet, farnde adder legende, waz kuntlich zcu erbe gehort. II. III. IV. was ein eigen ist. V. VI. Waz lengut ist unde waz eyn gefulgen magk. VII. Wy moneken adder nonnen wedder len noch erbe volgen magk.

Dist. I. Nu ist nod, daz wir kuntlich uszscheyden, was erbe ist unde waz czu erbe gehorth noch lantrechte unde wichbilde. Do gehort zcu acker, wesszen, holcz, wingarten, tische, huser, fleyszbencke, brodbencke, zcins uf husern adder uf garten, alles getreyde gedrosszen unde ungedrossen, win, mete, bir, alle vaz, alle kasten unde schrine, turm unde laden, dy zcu fruwen gescherre nicht sin uszgescheyden, troge, kessele, holringen, houwestucke, hackebred, pherde, swine, kuwe, kelbere, schaffe, do dy fruwen den dritten teyl nemen, — wo abir dy fruwen nicht dritten teyl nemen, do geborn dy schaf zcu der gerat, — alles golth, alles silber, geworcht adder [Seite 28] ungeworcht, es ste phandes adder nicht; ane daz zcu fruwen lip gehorth, alles bettegewant, do man den fruwen dritte teyl gebet, — wo man aber nicht dritteil gibt, do ist daz alles anders bescheyden in der gerade,— abir harnasch, der obir eynes lip ist, alles gewant, linen adder wullen, alle koufmannesschacz, alle farende habe, wy dy benant ist, tysche, sedeln unde bencke.

Dist. II. Eygen ist underscheyden. Eygen in wichbilde ist sogetan gud, daz eyn man gekouft had mit sines selbes gute, unde nicht uf on geerbet ist von sinen eldern. Daz heiszt sin eygen gut.

Dist. III. Alles daz, daz an daz gerichte gehort, daz ist alles des riches eygen ; wen eyn koning, adder eyn keyser, sal alle zcit eyn merer sin des riches, unde sal deme riche sin eygen nergen entfromden.

Dist. IV. Ouch sin dy gute unde heysen eygen, dy der bobist unde der keyser frigen zcu clestern unde zcu gotesclusern.

Dist. V. Daz lengud, daz der koning lith mit den vanen unde mit deme zcepter, unde ouch dy fursten, bischove, ebte unde ebtissen , unde ander frie hern, dy czu deme herschilde gekorn sin, daz heyst lehen.

Dist. VI. Nimant kan lantrecht gehaben, her sy denne zcu deme herschilde gekorn.

Dist. VII. Uf monche unde uf nonnen kan wedder len noch erbe ersterben, noch hergewete, noch gerade.

Capitel. VIII. Nu ist ouch nod, daz man wissze, waz czu hergewete hort, unde wer is von rechte nemen sal.

Dist. I. Czu deme hergewete gehort daz beste [Seite 29] phert, geczoumet unde gesatelt, sin swert unde sin schilt, unde sin beste harnasch, daz her hatte zcu sime libe, unde sine besten cleydere, unde eyn houbtphol, daz ist eyn bette, eyn kossen, zcwey lilachen, czwey becken unde eyne tweln, eyn kessel, eyn kesselhoecke. Daz ist eyn gemeyne hergewete zcu geben in sechsisser art. Waz abir dy frouwe der dinger nicht en had, do en darf sy keyns geben, so daz sy daz gewer zcu den hyligen, daz sy is nicht en habe. Vor iczlichs stucke musz man eynen eyt thun.

Dist. II. Der eldeste son nemmet sines vater hergewete, unde ist fromde siner geswister, biz daz sy zcu oren iarn komen. Ist her abir eyn cropel, adder stum, adder blint, adder misselsuchtig, so nemmet is io der neste unde der eldeste swertmog, wer der ist, her sy vetter adder oheme.

Dist. III. Wo keyn son ist, so nemmet der eldiste swertmog daz hergewete, bis daz sy zcu orn iarn komen.

Capitel. IX. Waz gerade ist unde waz zcu gerade gehort. Wer dy gerade von rechte nemen sal, tochter, phaffe, swester, adder nyftel.

Dist. I. Czu gerade gehorn der fruwen beste cleyder, eyn par mit allem geczuge, mantel unde rogk, ist abir do keyn mantel, so ist do or beste rogkelin, eyn lilachen, eyn deckelachen, eyn bette, eyn tislachen, eyn kossen, eyn houbtgold, zcwey armgolt, alle ore fingerlin unde vorspan. Waz der dinge nicht erstorben ist, dez en darf sy keins gebe, ez en wer denne daz in suchbette or keynes frevelich entfromdet were, unde wen man dorumbe [Seite 30] beschuldiget, der musz sich des entreden mit deme eyde. Disse gerade gibt man zcu wichbilde unde nicht zcu lantrechte. Adder in deme lantrechte gehorn zcu gerade alle feltpherde, rinden, zcegen unde swin, dy vor den hirten gen, gense unde geczimmer. Adder mastswin gehorn zcu der hovespise in iczlichs mannes hove. Unde so gehorn zcu der gerade alle schaf, kasten mit uszgehaben leden, alles garn ungeworcht, bette, kossen, phole, lilachen, tislachen, tweln, badelachen, luchter, unde wipliche cleydere, fingerlin unde armgolt, schapele unde selter, unde alle bucher, do fruwen inne phlegen zcu lesen in kerchen unde in goteshusern, sedeln, laden, tepte, umbehenge und rugkelachen. Noch ist ouch mancherley, daz on zcu gehort, alleyne daz ich is nicht sunderlichen nenne, also schern, borsten, niskemme unde spigele. Abir alles gewant ungesneten, wollen unde linen , wy daz ist, daz gehort zcu deme erbe. Unde waz der dinge by des mannes lebenden libe vorsaczt ist, daz lose der, deme is anirstorben ist, ab he wulle.

Dist. II. Dy eldeste tochter nempt dy gerade zcuvorn. Ist dy uszgeradet, so nempt sy dy ander, dy nicht ussgeradet ist. Ist abir do keyn tochter, so nempt sy der son , der phaffe ist, adir werden wel. Ist her abir zcu eyme leygen getermet, wen dy gerade irsterbet, wolde her dornoch phaffe werden, uf daz her dy gerade erkrige, dez en sal nicht sin, her en gewisse denne vor, daz her phaffe werde. Ist abir do keyn tochter, noch son, der phaffe werden wel, so nempt sy dy neste niftel, dy or von fruwen halben zcugehort. Ouch en sal der phaffe, der geystlich leben hod, keyne gerade nemen. Had sy [Seite 31] abir eyn anderman genomen noch des irsten mannes tode, had sy mit deme eyn son , der eyh phaffe ist adder werden wel, der keyn geistlich leben had, der sal dy gerade nemen. Had sy dez nicht, noch der tochter, so nempt doch der wol, der geystlich leben had. Waz ouch gastbette in deme huse sin in wichbilde, dy gehorn czu der gerade nicht, daz eyn offenbar gasthof ist.

Dist. III. Sterbet eyme manne sin wip, adder eyner frouwen or man, dy so arm sin gewesen, daz sy nicht den eyn bette haben gehad, unde eyn kossen adder czwey, unde eyn slafflachen, eyn tislachen unde eyne hantwelen: daz en darf man widder zcu gerade noch zcu hergewete geben, daz nicht frevelichen czubracht ist adder werth.

Dist. IV. Hergewete noch gerade mag man in suchbetten wedder vorsecczen noch vorkouffen, wen durch libes nod. Daz mus man ouch zcu den heyligen bewisen, daz man is vor libes nod nicht behalden en mochte.

Capitel X. Waz hovespise ist. Waz man dorus der fruwen zcu deme mynsten gibt, ab sy sich von oren kindern scheyden wel.

Dist. I. Nu wisset, daz man in deme lantrechte den frouwen reicht eyger, pottern, kese, gesroten fleysz ufgehangen, dorre worste unde siten. Gancze bachen gehorn zcum erbe, unde dy mastswin halb. Der reychet man on gnugk czu eyme iare, ab is do ist.

Dist. II. Czu der hoffespise in wichbilde, wen sich die frouwen von oren kindern scheyden, sy [Seite 32] nemmet halb an aller spise, waz her in sime hove had czu eyme iare.

Capitel XI. Wy nu sommeliche stete czu sechsisser ard sin, do man widder gerade noch hergewete gibt mid siner ussrichtunge.

Dist. I. In unsen wichbilden disses landes gibt man den frouwen wedder gerade noch musteyl von des wegen: dy frouwen sin domete vorsichert, ab man sy nicht vorgibt mit lipgedinge, noch mit lipczucht, noch mit uszgescheyden phenningen, so nemen sy an allen guten, dii under dem mannen sint erstorben, an eygen, an erbe, an zcinsgute, an farender habe, dii in husz adder in hoffe sinth, eyn dritteyl ; an lengute, daz nemen dii lenerben zcuvor. Ist or abir len mete getan, so suln or dii lenhern erstatunge thun eyns dritten teyls noch werschaft. Sin ouch tochter do, dy deme lenhern nicht gefolgen mogen, den sal man ouch erstatunge thun an orme teyle myt andern guten adder mit phenningen. Unde daz dritte teyl ist denne or eygen. Do nempt sy denne wol man mete, wen sy usz der kinder gute zcuth.

Dist. II. Nempt sy eynen man zcu der e, waz sy ores dritten teyls czu om brenget, daz ist sin unde or. Dii vordern kinder haben keynen anefal doran. Dorumbe sullen sy keyn forteyl haben widder an gerade noch an musteyle. Keyn or niftel had ouch furderunge czu gerad noch zcu musteyle.

Dist. III. In dissem wichbilde, wo man den fruwen dritten teyl gibt, do gibt man nymande [Seite 33] hergewete, wen den sonen. Ab me sone sin, dy nemen den harnasch zcuvor. Der eldeste teylt, der iungeste kust. Der eldeste nemmet ouch daz swert zcuvor. Sy nemen ouch alle sine cleyder zcuvor, unde gortel, gewant, waz dez ist, ab man sy nicht durch god gibt mit orer aller willen.

Capitel XII. Nu sullen wy erkennen, waz lipgedinge ist. Wy man lipgedinge uszscheydet in lantrechte unde in wichbilde.

Dist. I. Lipgedinge ist, daz eyn man sinen wibe leth lin unde dinge den hern an sime gute, daz sy besicczen sal unde gebruchen noch sime tode, dy wile daz sy lebet unde wol eynen andern man nempt noch sime tode. He mag or dingen zcu lantrechte adder zcu wichbilde erbe, huser, adder acker, adder eygen, vor deme richter unde vor den dingeluthen, vor deme gerichte, do is inne lith, an gehegeter bang. He mag or ouch lipzcucht machen mit gelde, daz or vorborget wert, ab der man sterbet, daz or dii erben adder dy borgen daz geld lissen. Noch orme tode vellet daz gelt nicht hinder sich. Sy erbet is ouch oren man, ab sy den genomen had, unde uf ore kinth, ab sy sich mit om hekindet had, unde allewege uf ore nesten; es en sy denne mit genanten worten uszgescheyden, daz is wedder om sulle vallen. Spricht dy frouwe, daz is nicht wedder hinder sich sulle fallen: daz wer syner zcu bewisene selbdritte, dii is geteydinget haben. Soverne wan man alle zcith lipzcucht sal machen in den steten, an gerichte unde an geheyter bangk, so mag man sy vorczugen mit richtern unde mit schepphen [Seite 34]. Man sal ouch brife nemen in wichbilde, durch das an richtern unde an schepphen ersterben muchte dy kuntschaft.

Dist. II. Lipgedinge zcu wichbilde unde zcu lantrechte, welch man daz macht sinen wibe an gute, daz man an eynen goteshuse had adder von eyner probestige, do sal man der fruwen ouch briffe ober machen, wan sich prelaten vorsterben unde vorwandeln. An den brifen sint doch geczuge als gut und mechtig, als sy lebten. Hette man aber nicht brife, mac man denne dy gehaben, dy auch gotzhusman sin ader in dy probstyge gehornt, dy es gesen ader gehort haben, das man es ir lehe, zwen, daz sy selbdritte das behalde, so blibet ir das lipgedinge czu irem libe.

Capitel XIII. Waz morgengabe ist, adder waz eyn man sime wibe von rittersart mag gegeben zcu morgengabe.

Dist. I. Daz ist unde heyst morgengabe: dez morgens, so her zcu tysche geht czu essen, an erben gelobde so mag he or geben eynen knecht unde eynen mayt, dii zcu orn iarn kommen sinth, geczune unde geczummere, unde veltgende vihe. Wo der frouwen er stad nicht en ist mit deme geczymmere, also or man sterbet, by sechs wochen noch deme drisigesten sal sy rumen, daz sy dii erden nicht vorwunde. Butit sy is abir zcu losene noch der gebure kore yome, dez dy stat ist, unde wel he is nicht lassen, so mag sy dy stad wol abebrechen unde uszroden, so daz sy dy erden wedder ebene. Blibet sy mit dez mannes kindern lange adder kurcz, adder [Seite 35] mit ores mannes erben, ungeczweyten mit oren guthen, wen sy sich von on scheydet, so nympt sy alle or recht an den guten, dy denne so sin, also sy is do nemen sulle, do or man starb. Blibet sy abir wettewe noch ores mannes tode mit orn kindern in der kinder gute, daz er do nicht ist, unde ist waz gescheyden von orme gute, unde nemmet der son eyn wip by orme libe, sterbet der son, des sones wip behildet mit meren rechte ores mannes morgengabe unde musteyl unde gerad an ores mannes morgengabe, wan sin muter, ab sy ores mannes unde or selbest unbeschulden ist, unde sy daz beczugen mag. Sterbet abir der son in der muter gute, do sy dy nicht sunderlich uszgenommen had, so ist dy muter neher zcu behalden mit zcwen unvorsprochen mannen, den des sones wettewe.

Dist. II. Morgengabe zcu lantrechte behildet daz wip zcu den heyligen, dy gewer mit geczugen. Also behilt dy niftele or gerade noch orme tode, ab sy ir sterbet wan or man, bilcher wanne des mannes muter, wen dii muter ist eyn gast in des mannes gewern.

Dist. III. Alle dy von rittersart nicht en sin, dii mogen oren wiben nicht en geben zcu morgengabe, wen daz beste phert adder fye, daz he had. Dyselben frouwen mogen wol behalden ore morgengabe zcu den heyligen ane geczuge. Man mag ouch wol fruwen eygen geben zu oreme libe mit erben gelobde, wy wening dez ist, yme gerichte, do daz eygen inne lid, unde in iczlicher stad, do des koninges ban inne ist. [Seite 36]

Capitel XIV. Nu horet umbe morgengabe noch wichbilde.

Dist. I. In wichbilde recht ist nicht morgengabe, wen eyn iczlich frouwe had noch ores mannes tode nicht mer, wen waz her had or gegeben an gerichte. Man saget ouch daz man frauwen in wichbilde phlege morgengabe zcu geben, des en ist nicht; wen waz der frouwen in wichbilde wert gegeben, daz mus dez mannes eygen lipczucht sin, adder sin eygen erbe mit erben gelobde, adder farnde habe in des mannes bereyten guten. Hirumbe czweyged sich lanrecht unde wichbilde, wen czu morgengabe gehort geczune unde gezcymmere unde veldgende vie. Man phleyt ouch in wichbilde mit steyn zcu muren. Unde sin alle mit eyme rechten begriffen, dy zcu wichbilde sicczen. Dorumbe sal daz wip nicht mer nemen wen or gerad, do gehort zcu alles daz do geschreben ist in den furdern capitteln.

Dist. II. Es en mag ouch keyn wip in wichbilde morgengabe adder lipgedinge an ors mannes erben zcu eygen behalden; wan sturbe sy, is ged wedder an dez mannes erbe. Unde had or der man keyn gud gegeben, sy besiczt in den guten, unde dy kinder sullen or geben ore notdorft, dywile sy ane man wel sin. Wel sy sich aber bemannen, had or man schaff gelassen, sy nempt sy zcu der gerade.

Dist. III. Welde man den fruwen morgengabe brechen an farnder habe, dy or gegeben ist vor gerichte, daz irczuge man mit gerichte unde mid den schepphen. Ist dy kuntschaft am gerichte erstorben, so erczuget man sy mit zcwen beddermannen unde unbeschulden an oren rechten, dy zcu der hochczith [Seite 37] sin gewest, vor gerichte. Es en mag ouch nymant morgengabe uf den andern erczugen, wen der brutegam uf dy brud, unde dy brud uf den brutigam.

Dist. IV. Abir in wichbilde der stad, do man dritten teyl gibt, do en ist dez nicht; wen alle frouwen sin ane lipgedinge, ane morgengabe, ane gerade vorscheyden mit oren dritten teyl, daz er recht eygen ist, do mete sy eynen andern man nemmet, des es denne wert. Nemmet sy keynen andern man unde had nicht kinder, so erbet sy daz uff ore nesten, unde nicht uf ores mannes.

Capitel XV. Nu hort waz brutschacz ist.

Dist. I. Brudschacz ist: wan bederlute ore kinder zcusammene geben unde geloben on beydersith genant geld, adder eyn benant erbe, adder eyn benant zcins, zcu orer notdorft adder zcu oren gebruchen. Entwer daz man sy domete aller sache ussscheyde, so was man on denne gibt, daz sullen sy hirnoch wedder inbrengen, ab sy teyl wullen nemen mit oren geswistern. Wolde man ouch brudschacz loucken, daz mag man wol erczugen selbdritte unvorsprochen lute, dy is geteydinget gesen unde gehort haben, wan man is vorsachen moge. Spricht man ouch, man hette den brutschacz beczalt, daz wer man neher zcu beczugene selbdritte. Wurden ouch phand dovor gesaczt an erben adder an andern guten, man mag es wol vorsecczen vor dy phenge, ab man es zcu rechten tagen nicht loset. Dy sacczunge sal man abir sacczen vor gerichte, ab daz phant wol an gerichte gesaczt ist. Ouch sal man [Seite 38] den dorczu laden, dez daz phanth ist, unde kan man sy nicht vorsecczen, man sal es mit richtes orteyln vorkouffen. Gilt es me, man sal es ionem wedder kern. Gilt is myner, so clage man vort an gerichte unde lasse om furt helffen.

Capitel XVI. Nu sullen wir lernen, wy is noch der sippe in dy wite ouch ersterben mag. Von kinde, daz elich geborn ist in deme lantrechte. Wy sich daz in wichbilde czweyget. Wen sich erbe vorswestert unde vorbrudert. Wy sons unde tochterkint erbe nemen. Wem der ander nicht ebenbortig ist. Von halben brudern unde swestern.

Dist. I. Eyn iczlich kinth nemmet keyn erbe, sin erbe nempt abir sin nehestir. Had is abir eyne muter, dy ist sin nestir erbe zcu nemen. Ist abir sin muter tod, so nempt is abir sin nester von deme vater, ab sich daz von vatermogeschaft neher erczuth. Dit ist nu in deme furdern capittel wol belud von der geburt.

Dist. II. Dit zcweyget sich in deme wichbilde, also in den capitteln vor beschreben ist.

Dist. III. Wen sich eyn erbe vorswestert unde vorbrudert, alle dii sich doch glich noch der sippe zcusammene geczin mogen, dy nemen glich teyl an deme erbe, unde ist belud in den furdern capitteln.

Capitel XVII. Nu sullen wir lernen, waz gutes gesterben mag uf ussewende luthe. Wy hergewete ersterben magk. Wy gerade ersterben magk.

Dist. I. Waz zcu hergewete adder zcu gerate [Seite 39] gehort, unde der keynes da ist, unde besculdiget man ymandes dorumbe, der muss vorsache mit sime eyde.

Dist. II. Man sal ouch an hergewete keyn halb phert nemen, noch keynerley ding, daz halb eyns andern ist, noch an gerade.

Dist. III. Ist eyner zcu eyme phaffen getermet, als eyn hergewete ersterbet, wulde her denne leyge werden, uf daz daz her daz hergewete erkrigete, daz sal nicht sin; he gewisse denne vor, dass her leyge blibe. Ist ouch eyner zcu eyme leygen getermet wen dy gerade irsterbet, wulde her denne phaffe werden, uffe daz daz ome dy gerade werde, daz sal nicht sin; he vorgewisse denne, daz her phaffe wulle blibe.

Dist. IV. Wer do wegert hergewete adder gerade czu geben noch deme drisigesten, der muss dorumbe wetten deme richter, unde deme cleger bussen, ab man darumbe beclagete.

Dist. V. Vorsterbet eyn hergewete adder gerade, daz vorgeben adder vorkauft adder vorkummert wert zcu unrechte, also man is von rechte nicht thun mochte; wer daz erbe nemmet von deme daz hergewete adder gerade vorkummert ist, der sal daz irstaten, ab es mit unrechte gescege, adder entwerke daz mit deme eyde, daz is mit unrechte geschen ist.

Dist. VI. Besterbet eyn hergewete adder gerade, daz wissende ist, wen is antreffen muchte von rechte, unde daz man daz hilde iar unde tagk: ab ymant queme, deme is zcugeborn wer, deme sulde man is geben. Storbe der in der zcid, der sich dorzcu geczogen hette, doch sulde man von dez toten gute eyn hergewete adder gerade nemen, welcherleye [Seite 40] sich daz geboret. Daz ander gehort zcu deme erbe, ab ymant in iore unde in tage kemmet, der sich dorzcu geczihen moge.

Dist. VII. Vorkumert eyner gerade adder hergewete by sime gesunden libe, sterbet her dornoch, er daz geloset wert, wel is der denne haben, uf den is irstorben ist, der sal is denne losen, ab her wel. Wel her dez nicht thun, so neme he, waz do noch is in den gewern unvorkommert.

Dist. VIII. Waz obir daz hergewete unde obir dy gerade ist, daz gehort allez zcu deme erbe, an farnder habe, an erbe, sunder an lengute.

Dist. IX. Von morgengabe, hergewete unde gerade en gilt man dy schult nicht zcu lantrechte. Von lipczucht en gilt man or ouch nicht, dy eyn man sime wibe gemacht had.

Dist. X. Ersterbet eyn erbe uf eyn man, der in wichbilde nicht gesessen ist, der sal vor gewissene deme gerichte, daz her dez toten scult gelde, ab he schuldig gewest ist, eher daz man on zcu erbe lassze kome, adder her vorsache or mit rechte. Man mag daz erbe auch wol vorsecczen vor dii schulth.

Capitel XVIII. I. Ab eyn man wel eyn teyl kindere uszbestaten. II. Wo man den fruwen dritten teyl gibt, waz or ander man in fromdeschaft genemen magk. III. Von der tochter, dy in deme huse ist unbestath. IV. Wy der phaffe an der muter gerade nempth glich mit der swester.

Dist. I. Had eyn man kinder, der he eyn teyl had ussbestad, unde sterbet daz kinth ane erben, der vater adder dy muter nemen daz erbe unde sin gud [Seite 41] mit groserme rechte wan sine geswistere. Daz ist zcu lantrechte unde zcu wichbilde.

Dist. II. Wo man den frouwen dritten teyl gibt, waz an sy irsterbet, daz nemmet or ander man wol in fromdeschaft, unde sterbet dornoch die fruwe unbekindet, sy erbet daz anerstorben gut bilcher an ore nesten, wen an oren man. Waz abir dor anerstorben ist, daz nempt or man wol in fromdeschaft unde in sinen genisz, dy wile sy lebet. Sterbet sy abir dornoch, so erbet daz anerstorben gud, es sy erbe adder farnde habe, met in orem rechte uf ore erben, wen uf oren man, ab sy nicht mit ome bekindet ist.

Dist. III. Dy tochter, dii in deme huse ist unbestad, dy teylt nicht der muter gerade mit der swester, dy ussgesaczt ist. Waz er abir erbez anersterbet, daz musz sy mit der swester teyln. Beyde in deme lantrechte unde wichbilde.

Dist. IV. Der phaffe nemmet glichen teyl an der muter gerad unde glichen teyl mit brudern an erbe und an eygen. Man en mag nymandes geachten zcu eynen phaffen, he sy denne gelart unde gewieth unde mit pheflichen schern geczeichenth, er dy gerat an on ersterben magk. Wo dy fruwe keynen bruder nicht en had wen den phaffen, so nempt sy glich an erbe unde an gerath in lanthrechte unde in wichbilde. Aber dy ungeradete swester teylt nicht der muter gerade mit deme phaffen, der kerchen unde phrunde had. Ouch von des phaffen guthe noch sime tode nemmet man keyn gerade, wen es ist alles erbe daz under ome ersterbet. Dit ist in lantrechte unde in wichbilde. Abir waz uf [Seite 42] siner kerchen unde ouch phrunde under om ersterbet, daz erbet her uf sine nachkomelinge.

Capitel XIX. I. Wo daz kinth fry unde elich geborn warth, wy daz behilt sines vater recht. II. Ab man eyn kinth monchet under sinen iarn. III. Ab sich ein man begibt, der czu sinen iarn komen ist. IV. Ab sich eyn man begibt ane sines wibes dangk. V. Ab eyn kint sterbet, daz man begibt under sinen iaren.

Dist. I. Wo daz kint fry unde elich geborn ist, daz behelt sines vater recht. Ist abir sin vater eyn dinstman , adder dy mutter eyn dinstwib, daz kinth behildet sogetan recht also om angeborn ist. Unde sterbet der man one kinth, der vater nempt daz erbe; unde hat he sines vaters nicht, so nempt is sin muter mit merem rechte, wan sin bruder; ime lantrechte. Doch zcweyget is sich in wichbilde. Wan kinder wurden geet noch bebestlicheme unde keyserlicheme geseccze, dy behalden sogetan recht, also in deme cappittele von der geborth geschreben ist.

Dist. II. Monchet man eyn kinth, daz under sinen iarn es, unde kempt under sinen iarn wedder usz, es behildet sin lantrecht, von lantrechte unde ouch von wichbilde.

Dist. III. Begebet sich eyn man, der czu sinen iarn komen ist, der had sich gelediget von lantrechte unde von wichbilde; dy len sin von ome ledig, wan her den herschilt ufgegeben had; daz man daz beczuge mit den monchen, mit den her begeben waz, adder mit zcwen unvorsprochen mannen, dy on in deme leben gesen han. Unde ab he wol uszferth under den iarn dez gehorsams, he had doch [Seite 43] vorlorn sin lantrecht unde wichbilderecht. He en mag ouch keyn erbe angespreche, es en mag ouch keyn erbe uf on ersterbe, unde sin swester nempt sin erbe. Glicherwisz ist is ouch umbe dy begeben nonnen, das man sy auch peczuge mit begebenen nunnen, adder mit czwen unvorsprochen mannen, adder mit sybben frouwen, dy sy benunnet haben gesen.

Dist. IV. Begebt sich eyn man ane sines wibes willen, dy sin wip ist, furdert sy on mit geystlicheme rechte herwedder usz, sy behilt om doch sin lantrecht unde sin wichbilderecht. Abir sin lantrecht had her vorlorn, wen eyn iczlich man mag wole sin herschilt legen an sines wibes dangk.

Dist. V. Sterbet eyn kinth, daz man begibt under sinen iarn, wer des farnde habe inne hat, der sal sy denne antworten, der des kindes neste erbe ist; es sy denne, daz sy mit des kindes willen vortan sy, daz man wissentlich mache mit guter kuntschaft, adder mit deme eyde; yme lantrechte unde in wichbilderechte.

Capitel XX. I. Ab czwene adder dry krigen umbe eyn erbe. II. Waz erbeloz von hergewete adder gerade irsterbeth. III. Wer erbe von gelobdes wegen heysszet. V. Waz eyn man getun mag mit sinen dererbeiten gute. VI. Waz gutis eyn man mit sime wibe nemmet. VII. Waz eyn man noch sines vater tode inbrenget. VIII. Ob ein man nach sines vater tod siczet mit sinem erbegaten mit sins selbes gute. IX. Ab eyner brenget husere adder acker in daz erbe, wy er das nicht besern sol der andern czu schaden. X. Ob ein man noch sines wibes tod ir kinder hat in vormuntschaft. XI. Ab dy vater adder muter dy eynen son ussundern. XII. Ist [Seite 44] mer bruder adder erbe, dy lenguth ansprechen. XIII. Wy eyn iczlich wip zcweyger wegen erbet. XIV. Wy ein iczlich man von ritterart erbet czweiger wege. XV. Wy man und wip kein gezweiget gut en haben. XVI. Wy keyn wip or gut vorgeben magk an ires mannes willen. XVIII. Wy lipczucht kein wip czu eigen gehalden mac.

Dist. I. Krigen me lute wen zcwene umbe eyn gud adder erbe, wer daz under on had, der sal daz behalden, bis daz sy sich mit rechte dorusz gescheyden. Dornoch sal her is denne antworten, deme is mit rechte zcugeteylt wirt. Daz is lantrecht unde wichbilde.

Dist. II. Waz erbeloz ersterbet von erbe, hergewete, adder gerade, dez sal sich underwinden daz gerichte, unde sal daz halden ior unde tag in sinen gewern. En kempt indez nymant, der sich mit rechter mogeschaft dorzcu czihe, sint kere is der richter in sinen nucz, ab her daz gerichte von deme koninge had. Ist her abir eyn gesaczt richter eynes hern, der daz gerichte von deme koninge had, deme sal is der richter antworten. Had abir der herre daz gerichte von eyme andern hern, der is ouch von koninge zcu lene had, so sal man is also lange reichen, bis daz is kemmet in dy koninglichen gewalt, also vor beschreben ist, waz erbeloz ersterbet.

Dist. III. Heyscht eyner erbe von gelobdes wegen, daz sal man haben vor unrecht, dy rechten erben haben is denne willekort vor gerichte, so daz man is zcu lantrechte geczugen magk mit den richtern unde mit den dingkphlichtigen, in wichbilde mit richter unde mit schepphen, adder mit richtes brieffen.

Dist. IV. Vorgibt eyn man icht sines erbes adder [Seite 45] sines gutes, daz on ducht, he moge dez wol gewaldig sin, daz en ist keyne gabe, unde ist ouch unrecht. He en mag ouch in suchbetten nicht vorgeben obir dry schillinge der mynnern muncze, daz so genge unde gebe ist in deme gerichte, an erben gelubde. Had obir eyner ungerecht gud obir ome, adder ist schuldig, daz loset her unde gilt is wol an erben gelobde, zcu lantrechte unde zcu wichbilde.

Dist. V. Eyn man mag mit sime gute, daz he dererbet had, thun waz her wel, do he gewunnen unde gekouft had, unde om von nymande anerstorben ist, noch sime wibe. In suchbetten mag her is nicht getun. Unde ab her erbe, czins, adder gud gekouft hette, umbe sin gewunnen gud, unde wulde daz geben zcu goteshusern adder geystlichen luten, dez en mag her nicht getun an erben gelobde unde ane dy herschaft, usz der is sprusszet zcu lene, in lantrechte; unde in wichbilde mag her dez nicht getun an gerichte unde ane dy stad unde ane dez ratis volbort.

Dist. VI. Waz gutes eyn man mit sime wibe nempt, daz teylt her mit sime brudere adder swester nicht, in wichbilde unde in lantrechte.

Dist. VII. Brenget ouch eyn man gud, erbe, adder farnde habe, noch sines vater tode, adder mutter adder swester, daz he uszewendig dez vater gewere dererbeyt had, adder ome zcu sure worden ist, daz sal her inbrengen mit wissentschaft erber lute; ab es nod geschege, daz he daz bewisen mit wissenschaft selbdritte ime lantrechte, adder mache ome wissentschaft in wichbilde vor gerichte mit schepphen, adder mit dingeluthen, adder mit guten gerichtes briffen, adder mit stathbriffen. Tud her dez [Seite 46] nicht, unde wel sich dornoch abescheyden von den, zcu den her daz had inbracht, unde wel daz zcuvort uszneme, wel dez dy muter adder geswister nicht glouben, so musz her daz beczugen also vor schreben ist, unde wo ome daz geczuckenisse abeged, do en mag her den erben keyns zcuvor uszgeczihen; es sy on denne selber wissentlich, unde daz sy is bekennen, so en dorffte her nicht geczuckenisse.

Dist. VIII. Siczt ein man mit sime erbegaten noch sines vater tode mit deme gute, daz her on inbrachte mit wissentschaft, waz he dez legete in nucz unde erbeyth vallen in der gewer des andern guten: wan sy sich dornoch scheyden wullen, gewin, vorlust ader schade ist or aller glich; dornoch hebt her, waz he inbracht had.

Dist. IX. Brengit eyner huser, adder acker, adder ander erbe, en in zcu sinen erbegaten under formundeschaft, welcher or sinen erbe, huse, adder acker bessern wel baz mit erbeyt unde mit mistfuren wen daz ander, des en sal nicht sin; wenne tete he es obir daz, he muste sinen erbegaten dorzcu antworten, unde muste sich des entschuldigen mit sime eyde eyns hand, adder muste ome daz erstaten adder erlegen; unde ist wichbilde unde lantrecht.

Dist. X. Had eyn man sines wibes kinder in vormundeschaft, noch der muter tode, wen sy sich von ome scheyden, so sal her on wedder geben unde wedder loosszen alle or gud, an also vel ab ome von ungeluckes wegen unde ane schult icht wer abegegangen. Ditselbe sal daz wib dez vater kinden thun, ab her sterbet. Unde ist wichbilderecht.

Dist. XI. Sundert der vater adder dy muter eyn oren son, adder eyn ore tochter, von on mit [Seite 47] gute, unde zcweygen sich umbe dy koste, adder dy nicht wulden noch des vater adder muter tode erbeteyl ansprechen, adder der bruder an den bruder, adder dy tochter an dy swester, sy mussen in dy benanten teylunge brengen mit oreme eyde alle daz gud, domete sy abegesundert worn, sundern gerade, ab es farnde gude ist. Ist is abir ander gut an eygen, an erbe, an zcinse, do en mogen sy nicht vor geswern. Hetten sy abir erbeteylunge doran vorlobet, so sullen sy des enpern, sy entschuldigen sich denne uf dy heyligen mit orem eyde. Haben sy abir vor gerichte sich vorlobet, so musz man sy des baz vorczugen mit gerichte, wan sy des unschuldig mogen werde. Dit ist alles lantrecht unde wichbilderecht.

Dist. XII. Ist ouch daz mer brudere sin wan eyne adder zcwene, den ouch lengud anerstorben ist, do doch der herre eynen son met belent hat an sines vater len, doch ist nicht lantrecht, daz her is alleyne behalde; he erstate es sinen brudern, noch deme also is sich geboret an der teylunge. Also en ist is ouch nicht denn lantrecht, ab der vater sinen son mit deme lehen von ome sundert unde om daz zcu hant uflesset, daz her is zcuvorn behalde noch sines vater tode, unde an den andern len glich teyl neme den andern sinen brudern, des sy ome kunne gewegern zcu lantrechte. Doch czuth sich daz an lantrecht, unde an wichbilde nicht. Claget man obir on, sy gewinnen ome doch teylunge an mit rechte. Czu glicher wissze ab eyn bruder sinen bruder nicht teylunge wolde geben an den lehen, he gewunne sy doch mit rechte an deme gerichte. [Seite 48]

Dist. XIII. Eyn iczlich wip erbet wol czweyger wegen or gud; gerade an ore nesten nifteln, or vor mutter halben zcugesippet ist, unde daz erbe an den nesten, es sy wip ader man; in lantrechte, unde in wichbilde. Do man abir den frouwen dritten teyl gibt, do erbet keyn gerade, wen sy nempt keyn gerade, also vor beschreben ist.

Dist. XIV. Eyn iczlich man von rittersart erbet ouch zcweyger wegen: daz erbe uf den nesten ebenbortigen mog, wer der ist, unde daz hergewete uf sinen nesten swertmog. Dis kemmt zcu lantrechte, unde zcu wichbilde, wen doch burger unde burgerskindere den herschilt entphan, an ritterschaft vom riche noch dez riches stete rechte, wer eyn ingeborn borger ist dez riches stete. Abir welch man von rittersart nicht en ist in lantrechte, der en had des herschildes nicht; der leth kinder an erbe zcu nemen, wan her gesterbet, unde keyn hergewete in lantrechte had.

Dist. XV. Man unde wib en haben keyn geczweyget gud an orme libe. Ouch ab eyn wip sterbet by oremme manne, dy en erbet keyne farnde habe, wen gerade; unde eygen, ab sy daz had, daz erbet sy uf ore nesten.

Dist. XVI. Keyn wip en magk ores gutes nicht vorgeben an ores mannes willen, daz her is durch recht dulden durffe; noch lantrecht. Adder noch wichbilde mag eyn fruwe wedder in erbe, noch in erbegute, noch lipczucht, noch ore anwartunge, daz sy anirstorben mag, laszen ane ores elichen mans willen. Tete sy abir daz, unde vorswege orem manne daz abir ior unde tag one weddersproche, dornoch mag her is nicht weddersprechen, [Seite 49] es beneme ome denne ehafte nod, dy he bewissen muchte. Wedderspreche her is in iare unde in tage, so en wer des alles nicht, waz dorane getan wer. Wer her ouch usz deme lande gewesen, unde wulde sin recht dorczu thun, daz her is nicht gewust hette, so en were daz abir nicht. Unde ist lantrecht unde wichbilde.

Dist. XVII. Lipczucht en kan der fruwen nymant gebrechen, wedder erbe, noch keyner uf den is gesterben muchte; sy vorwirkens denne selber, so daz sy abisboume uszhuwe, adder luth von deme gute wiste, dy zcu deme gute geborn sin, adder welcherwyse sy ore lipczucht usz oren gewern lesset; sy wedder thu is denne by oren rechten teydingen, wan sy dorumbe beschuldiget wert. In lantrechte. Noch wichbilde steth in deme fordern capittel.

Dist. XVIII. Keyn wip mag ouch zcu eygen gehalde ore lipczucht usz noch ores mannes tode, dywile man daz erczugen mag, daz es or zcu oreme libe gegeben sy. Unde spreche sy, daz or eygen sy, wurde sy dez vorczuget mit rechte, so vorlust sy eygen unde lipczucht doran. Dit ist lantrecht. Noch wichbilde stet in den furdern capittelen.

Capitel. XXI. I. Nu sullen wir ouch erkennen, wy daz eyn wip kint treyt noch ors mannes tode. II. Von kinth gebern zcu fru. III. Wer eyns mannes wip behuret. IV. Von manchen manne, der rechteloz ist unde doch nicht eloz. V. Ab eyn elich man geborn ist unde had eyn wip, daz unelich geborn ist. VI. Wy man spricht, daz eyn kint siner muter kebiszkinth sy. VII. Wen man nicht byschelden mag an siner gebort. [Seite 50]

Dist. I. Nu vornemet umbe eyn wip, dy kinth treyth noch ores mannes tode, unde sich bewiset by ores mannes biigraft zcu deme drisigesten. Wert daz kinth lebening geborn, unde had dy frouwe dez geczug mit zcwen fruwen, dy or hulffen zcu oren noten, unde an vir mannen, dy daz lebening han gesen unde gehort, daz kinth behilt sines vater recht an erbe zcu nemen, noch lantrechte unde noch wichbilde. Sterbet abir daz kinth noch der lebenden gebort, es erbet uf dy muter, ab sy om ebenbortig ist. Unde behilt alle gedinge an des vater lehen, wan es lebete noch des vater tode, unde so werden dy len deme hern ledigk; so daz kinth ouch bewiset werde unde gesehen also groz, daz is liphaftig mochte gewesen. Wert is abir zcu der kerchen bracht liphaftigk uffinbar, wer is denne seth unde hort, der ist mit rechte sines libes geczug, es sy man adder fruwe.

Dist. II. Wen eyn frouwe den irsten man nempt von der czith der geburt her zcu rechen, unde gewinnet kinth er or rechten zcid, so daz kinth in foller bort sy, daz man daz beczugen moge mit fir mannen unde zcwen fruwen unbeschuldener lute an oren rechten, daz kind mag man beſchelden an sime rechte; noch lantrechte unde noch wichbilde. Abir noch bebestlichen rechte zcweyget daz, wen anders der man keyne ander sproche dorwedder hette, unde bekenthe, ab her sich wurde ame todbette, unde ouch daz wip, daz sy ander vor zcith ores nemen hette erworben. Ab sy dy andern kinder adder ymandes dorumbe wulde anreychen, daz unde dy geburt sullen sy ledigen unde frigen noch der phaffen rechte unde nicht noch lantrechte unde noch [Seite 51] wichbilde. Waz sy fryheyth erwerben, daz mogen sy behalden noch geystlicheme rechte. Bekennet abir der vater dez nicht, unde entschuldigete sich dez vor geystlicheme gerichte, daz kinth wer unbeschulden. Aber eyn kinth, daz eyn frouwe gebert noch ores mannes tode zcu spete in anspruchen, daz ist zcumale beschulden, wen noch ores mannes tode sal eyn iczlich wip ore ere bewarn unde nemen eynen elichen man zcu der ee, so steth or leben ordelich unde wol.

Dist. III. Wer eynes mannes wip offenbar behuret, adder mayt adder wip notczoget, nempt her sy dornoch zcu der ee, eliche kinder gewinnet her nummer, dy oren rechten gefolgen moge, noch lantrechte unde noch wichbilde. Noch geystlichen rechte mogen sy sich doch zcu der ee nemen; waz sy an deme rechten gehaben mogen, daz folge on, ab es magk.

Dist. IV. Es ist, ouch manning man rechteloz, der nicht ist eloz, wan eyn rechtelosszer man mag wol eyn elich wip nemen, unde ore kinder sin on ebenbortig unde nemen ores vater unde muter erbe; noch lantrechte unde noch wichbilde.

Dist. V. Eyn elich man, ab der had eyn wip, daz uneliche geborn ist, der erbe en mag her nicht genemen. Dazselbe mag eyn elich wip, ab sy eynen unelichen man genommen had, des erbe en mag sy ouch nicht genemen. Noch wichbilde unde noch lantrechte, unde rurt sich ouch in deme capittele von der geburt.

Dist. VI. Man spricht, daz keyn kint siner muter kebeskint sy, dez en ist ouch nicht; wan eyn wip man ne gewinne eliche kinth, edele kinth, [Seite 52] eigen kinth unde kebiskint. Ist sy eygen, man mag sy fry lassen. Ist sy kebeskint, sy mag doch eynen elichen man nemen, unde mag ummer do binnen kinder machen unde gewinnen. Beyde in lantrechte unde in wichbilde.

Dist. VII. Welch man von sinen fir annen, daz ist von sinen zcwen eldervetern unde von zcwen eldermutern, unbeschulden ist an siner geburt, den en mag nymant beschelden an siner geburt, he en habe denne sin recht vorworcht. Daz ist zcu wichbilde unde zcu lantrechte, unde rurt sich ouch in deme capittel von der geburth.

Capitel XXII. I. Nu ist ouch nod, daz wir wissen umbe man unde wip scheydunge, dy von rechte nicht eynander gehaben mogen. II. Wy in lantrechte daz anders ist.

Dist. I. Wert eyn wip von orem manne gescheyden, dy eynander nicht gehaben mogen, daz erbe, daz or gelobet ist zcu lipczucht, daz behilt sy zcu oreme libe, unde behilt ore cleyder unde alle or ingethüme, daz sy zcu orem manne brocht had, daz noch dor ist. Ist or ouch keyn lipczucht gemacht, so sal man or so vil reychen, also sy zcu orem manne bracht had. Unde ist dez icht vorthan, daz sal man or wedder kern mit erbe, ab is do ist. Ist nicht erbes do, so erstate man is or mit farnde habe. Unde ist der do nicht, so nempt do halb, waz do ist, unde dy kindere teyln daz ander da glich. Unde ist keyserrecht unde wichbilderecht.

Dist. II. Nu hort zcu lantrechte. Nempt eyn man eyn wip mit unwillen, dy her nicht haben [Seite 53] sal, unde bekindet sich mit der, dy sint gescheyden zcu hant, al sy des gehindert werden. Daz schadet den kindern nicht zcu oren rechten, dy er der scheydunge geborn sin, noch deme kinde, daz sy in deme libe treyth. Or lipgedinge, adder lipczucht, fulget or doch, ab or daz gemacht ist, unde daz he or gab an sinen eygen; unde daz gebuwe, daz doruffe stet, daz sal sy nicht abefuren, noch abenemen; also blibet or keyn gebuwe, noch nicht der morgengabe. Gerade behilt sy unde or musteyl. Man sal or ouch wedder lossen unde wedder geben, waz sy zcu orem manne bracht had, ader alsovil des mannes gutes, als ir gelopt wart, da sy czusamen quamen. Dis ist ouch wichbilde. Abir do man den frouwen dritten teyl gibt, do nempt dy frouwe usz alle or gewant, alle or ingetüme, daz sy zcu orem manne bracht had, unde waz or zcu der hochczid worden ist. Unde had or ares mannes vater gelt gelobet zcu or unde he on wedder unde ist geleyst, daz sal on beydersyth fulgen. Worde abir hirunder bruch, daz sy sich dez nicht kunden voreynen noch orer beyder genuge, so sal man or reychen eyn dretten teyl an des mannes guten, domete mag sy sich vorgaten, ab sy wel. Blibet sy ane man unde sterbet, so erbet sy, waz sy had, uf ore kinder, dy sy mit deme selben manne hatte, wen dy wissen dy gebort den kindern nicht schadet an oreme rechten. Wern ouch dy kinder abegegangen, so erbet sy daz billicher uf ore nehesten, wen uf den man, den sy zcu rechte nicht gehaben mochte. [Seite 54]

Capitel XXIII. I. Nu sullen wir lernen, ab eyn wip noch ores mannes tode blibet in ores mannes gutern. II. Ab eyn man wettewen nempt, dy eygen, adder lipczucht, adder lehen, adder zcinsgud had, was rechtes ir man an sime pfluc gewurchte gehaben mac. III. Wy an eigen ein recht lipczucht der frowen ist. IV. Ob ein man sinem wip kein lipczucht gemacht hat. V. Ob ein frow stirbet, der ir man lipczucht gemacht hat. VI. Stirbet ein man, der sinen wip lipczucht gemacht hat. VII. Ob ein man und ein frowe sterben unbeerbet. VIII. Stirbet man oder wip, dy kinder mit einander haben.

Dist. I. Sterbet eyme wibe or man, blibet sy in des mannes guten ungeczweyget mit des mannes kindern, langewile adder kurcz, wen sy sich dornoch czweygen, so nempt dy frouwe ore morgengabe, gerade unde musteil an alle den guten, daz denne da ist, also sy thun sulde zcu der czith, do der man starb. Hette abir dy frouwe eynen man genommen, unde waz der zcu or unde zcu den kindern in daz gud gefarn, daz ungeczweyget waz, unde sterbet denne daz wib, der man behilt alle des wibes recht in der farnde habe, ane daz gebuwe unde ane gerade. Dit ist lantrecht unde wichbilde. Abir wo man den wiben dritten teyl gibt, do folget deme manne nicht mer wen eyn dretten teyl usz der kindere gute unde usz der farnder habe, wen sy so ungeczweyget mit enander haben gesessen. Hat her icht henin bracht, daz nemmet her usz zcuvorn. Hat her ouch erbe gekouft, dy wile sy haben ungeczweyget gesessen, usz oren adder mit oren gemeynen gute, dy nempt he ouch eyn teyl doran.

Dist. II. Nempt eyn man eyne wettewen, dy eygen, adder lipczucht, adder len, adder zcinsgut [Seite 55] had, waz her in den guten mit sime phluge ererbet had, sterbet sin wip, er he oberseeth, her sal is erbeyten unde voln sewen, unde abesnyden; czins ader phlege sal he dorabe geben yenem, uf den is ersterbeth. Sterbet abir dy fruwe noch der saath, also dy egede daz lanth obirgangen had, dy saath ist ores mannes unde en darf nymande dovone phlegen noch zcins geben, wen do keyn zcinsgelt waz. Waz ouch zcinses adder phlege adder fruwen waz, do man on abe gelden sulde, starb sy noch den rechten zcinsgaten, daz gud ist dez mannes vordinte gud, also is der erben wesen sulde, ab sy ane man were gewesen. Dit ist nicht, do man drittenteyl gibt, wan man nempt is slecht noch des wibes tode mit deme irstorben kinde, ane sotane zcinse, ane aller phlege.

Dist. III. An eygene ist rechte lipczucht der fruwen, wan is nymant gebrechen mag zcu orme libe, unde ane len nicht, wan on daz zcu mancher wissze mag gebruchen werde. Wen len by ores mannes libe ist or gedinge, by ores mannes tode ist is or rechte len. Dorumbe en mogen doch wedder man noch wip lehen lenger behalden wen zcu oreme libe; doch erbet is der man unde nicht daz wip. Daz ist lantrecht. An wichbilde zcweyget sich daz an dem lehen.

Dist. IV. Had eyn man sime wibe keyne libzcucht gemacht, unde ist mit om bekindet, noch sine tode nempt sy erbe an eygene unde farnder habe, sy habe sich denne vorwercket. Dit ist wichbilde.

Dist. V. Sterbet eyner fruwen eyn man, der or lipczucht had gemacht, do sy methe von [Seite 56] anderme syme erbe vorscheyden ist, dy frouwen sal man halden in der gewer von den erben bis zcu deme drisigesten. Dornoch kere sy mit ore lipczucht, wo es or hen gefuget, unde or sal nicht mer folge, wen or ingetüme, daz sy zcu ome bracht had, adder or gegeben worde. Daz ist lipzcucht.

Dist. VI. Sterbet eyner, der sime wibe lipczucht gemacht had, do sy mete von sime erbe vorscheyden sal sin, sin erbe mag wol zcu der wettewen in dy gewere zcihen, zcu bewarn, daz is icht vorkommert werde, daz an on geborn ist. Ouch wichbilde unde lantrecht.

Dist. VII. Sterbet eyn frouwe adder eyn man unbeerbet, waz do farnder habe ist, daz erbet eyns uf daz andere. Hette abir der tote erbegud, welches do lebende blibet, daz behildet dorane sine lipczucht. Noch des tode so fellet is uf den nesten, daz da erbegud gewest ist. Lantrecht unde wichbilde, unde do man dritten teyl gibt.

Dist. VIII. Sterbet man unde wip, dy kinder mit enander haben, welchs do lebende blibt, unde sich nicht vorandert, dywile en darf daz mit den kindern nicht teylen, es sy vater adder muter, unde is keyserrecht.

Capitel XXIV. I. Von gut teyln mit den stifkindern mogelich adder nicht. II. Von kinth sterben under sinen iarn. III. Von mannes unde wibes kinth habe, dy yon rechte sint zcusammene komen. IV. Umbe man unde wip, dy eliche kinder mit enander haben.

Dist. I. Es en darf nymant sin gud teylen mit den stifkindern, daz he mid orkunde had inbracht. [Seite 57] Daz ist keysers wichbildes, unses landes wichbilde unde lantrecht.

Dist. II. Welch kinth sterbet under sinen jarn, waz deme gebort von sime lengute, daz vorsessen unde vorschult waz, daz sal man antworten sinen erben; es en sy denne in des kindes nucz komen, adder der lenherre daz nicht len habe unde ouch dez selber sy eyn vormunde gewest. Do ged lantrecht unde wichbilde unde keyserrecht obir enander.

Dist. III. Had eyn man unde wip kinder, dy unrecht zcusammene komen sin, unde had daz wip sinth zcu der ee genomen, dy kinder, dy sy vor hatten, dy nemen keyn erbeteyl, unde bliben unelich; zcu lantrechte unde zcu wichbilde. Abir zcu bebistlichen geseccze zcweyget sich daz unde ouch noch keyserrechte, also vor beschreben steth in deme capittele von der geborth.

Dist. IV. Haben eyn man unde eyn wip eliche kinder mit enander, sterbet or eyns, nempt daz ander eynen andern gegaten, unde teylt dy kindere von om, unde bekindet sich denne mit demeselben gegaten, waz deme gebort von erbegute, daz mag her vorkouffen adder vorgeben, daz es der vordern kinder nicht weddersprechen en mogen. Unde waz sedder von erbegute uf sy gefellet, daz darf her mit den furdern kindern nicht teylen; unde waz sy mit enander erkrigen, daz erbet eyns uffe daz ander, adder dy leczten kinder. Daz ist keyserrechten, unde czweyget sich mit lantrechte unde wichbilde, wen in unseme rechte erbet der vater alle sin gud uf alle sine kindere, uff dy ersten, unde uf dy mittelsten, unde uf dy leczten, dy yme rechten ome ebenbortigk sinth. [Seite 58]

Capitel XXV. I. Von erbe, hergewete adder gerade ersterben von eyme birgelden. II. Ab eyn gast fert in wichbilde des riches steten und wurde von siner rechten czit von siner herschaft wider geheist. III. Wo man umbe lengud sal clagen. IV. Ab eyner lehengud alleyne entphangen had. V. Ab eyme kinde sunderlich lengud adder zcinsgud anerstorben ist. VI. Ob ein man einen sun hat, der sunderlich sin lenerbe ist.

Dist. I. Were daz eyme erbe, hergewete, adder gerade ersturbe in des riches steten von eynen burger adder burgerin, do eyn gast der neste wer, unde nicht fry en wer , der sal is nicht nemen. Es sal der nemen, der do fry ist unde neste dornoch von geburt. Dis ruret ouch landrecht.

Dist. II. Ffure eyn gast in wichbilde, unde gewunne burgerrecht, wurde der by siner rechten zcid geheyst, daz ist by iare unde in tage, daz ist von herschaft wegen, der he bestunde, dez man om vorwinden mag: der en mag keyns burgers adder burgerinne erbe adder hergewete noch gerade nemen. Dis ist keyserwichbilde.

Dist. III. Wer claget uf lengud, der sal clagen vor deme lenhern. Daz ist in lantrechten unde in allen wichbilden.

Dist. IV. Had eyner lengud alleyne enphangen, daz sal her teyln mit alle den, dy dorzcu gehorn, adder sal on daz irstaten mit andern guten. Unde daz ist in allen wichbilden.

Dist. V. Ist eyme kinde sunderlich zcinsgud uferstorben von sines vater adder muter wegen, daz sal ouch mit den andern teylen, adder es mus on mit andern guten erstaten. [Seite 59]

Dist. VI. Had eyn man eynen son, der eyn lenerbe ist, unde nicht sin erbe noch lantrechte, he behilt noch sines vater recht unde sin gelobde uf sime lehen mid mereme rechte, den der sin erbe ist noch lantrechte adder noch wichbilde.

Capitel XXVI. I. Von des hern gud liehen ane wedderscheyde. II. Wy eyn czinsman sin gebuwe erbet uf sinen nesten. III. Ab eyn wip lipczucht an eygen adder an lehen had.

Dist. I. Lihet der herre eynen manne gud ane wedderscheyde, waz do gebuwes uffe ist, daz ist dez mannes mit sampten gute, also is des hern waz; es sy denne uszgedinget. Unde ist lantrecht.

Dist. II. Der zcinsman, wer der sy, erbet sin gebuwe uf den nesten sinen erben uf czinsgud; es sy denne eyn man von rittersart, der es sime wibe zcu morgengabe had gegeben. Unde ist lantrecht.

Dist. III. Had ouch eyn wip lipczucht an eygen, adder an lehen, waz sy gebuwes doruffe had, wan sy denne gesterbet, daz erbet sy nicht uf den nesten; es nemmet denne der, deme daz gud ledig wert. Wen eyn iczlich man mag sin gebuwe bessern, unde ouch ergern, uf sime lehen wedder sines hern willen, also mus ouch thun dy fruwe uf orer lipczucht. Dit ist ouch lantrecht.

Capitel XXVII. I. Wy brudere unde swester, dy ungeczweyget sint, erbe nemen. II. Dy wyle der man ane wip nicht gesin magk.

Dist. I. Brudere unde swester nemen ores ungeczweyeten bruders unde swesters erbe vor dem [Seite 60] bruder unde swester, dy geczweyget sint von vater unde von muter. Dazselbe sin ungeczweygete bruderkinth unde swesterkinth, dy sin ouch glich den geczweygeten brudern unde swestern erbe czu nemen. Dis ruret sich ouch vor in den capitteln, unde ist lantrecht unde wichbilde.

Dist. II. Dywile der man ane wip nicht sin wel, noch en mag, so mag her wol eyn elich wip neme, ab ome dry wip, fir adder mer, tod sinth. Czu derselbigen wisze nemmet daz wib ouch elichen man unde gewinnen eliche kinder by deme lesczen also by deme irsten, unde beerbet sy mit oren rechten unde mit oreme gute. Lantrecht unde wichbilde.

Capitel XXVIII. I. Ab erbe, hergewete, adder gerade irstorbe, daz man anspricht. II. Ab disse ding ersterben, do eyn gast wer der neste. III. Ab eyner den andern beschuldiget, er hab das sin inne, das uff sy geerbet.

Dist. I. Ersterbet eyn erbe, hergewete, adder gerade, daz man anspricht, unde der gewer tod ist, der dorzcu gehorte, dy ander partige spricht, he lebe noch, uffe daz man is domete befromden wulde deme, der yme lande were, so sal der erbe, deme yme lande wer, daz deme gerichte in antworten. Wer daz gerichte also wol by ome selber gesessen nicht, so sal sich dez der rad in wichbilde underwinden mit deme gerichte, unde sullen daz besichern, ab eyner zcu lande queme, daz man es deme antworte, der is gesichert hat. Unde ist lantrecht unde wichbilde. [Seite 61]

Dist. II. Ersturbe eyn erbe, hergewete, ader gerade uf eynen gast, der nicht fry wer, wulde sich der gast noch der zcyth denne frigen, uf daz daz her daz erbe, hergewete, adir gerade erkrigete, dez en mag nicht gesin; wen her do nicht fry waz, do is uf on erstarb, dorumbe mag is uf on nicht gefallen. Der artikel ist keyserrecht unde wichbilde.

Dist. III. Schuldiget eyner den andern, daz he dez sinen inne habe, daz uf on geerbet sy, bekennet her dez, unde spricht is sy ome gegeben: der gabe mag her wol volkomen, daz sy om gegeben had der, der is von rechte sulde, unde dy gabe mit rechte gegeben wer an der stad, do is craft hette. Unde ist lantrecht unde wichbilde.

Capitel XXIX. I. Ab eyner fruwen or man sterbet, dy kinder had. II. Ab eyn fruwe noch ores mannes tode dy kinder wel abesundern.

Dist. I. Sterbet eyner fruwen or man, dy kindere had, wen dy, eynen andern had genomen, heyschen dy kinder, adder ore vormunden, adder ore frunth, daz sy on gebe erbeteylunge, dy sal man on thun, also hirnoch in deme capittel von der vormundeschaft sted beschreben. Unde dy muter sal von der czith, also sy erbeteylunge geheyschen haben, keyne koste mer tragen, noch vorgebe von der kinder gud, sy erstate is on wedder. Unde ist lantrecht, wichbilde unde keyserrecht.

Dist. II. Welch fruwe noch ores mannes tode kinder abesundern wel, dy nempt zcuvor alle ore cleydere, dy sy zcu oreme libe had, unde alle or silbern unde gulden gesmide. Had sy abir cleyder [Seite 62] unde gulden gesmide, daz or phanth sted, daz gehort zcu deme erbe. Hette ouch or man silbern adder gulden gesmide, daz ome vorsaczt adder vorstanden wer, adder sunderlich gekouft hette by sime lebeningen libe, daz gehort zcu deme erbe. Spricht sy abir, he hette is or gegeben by sime gesunden libe, daz muste sy behalde zcu den heyligen, daz dy gabe ane argelist were.

Capitel XXX. I. Von guten zcu vorkouffen zcu eyns libe. II. Ab eyn man erblich gud leth, adder uszsecczet, do he adder sin wip zcins andern aneval ane haben.

Dist. I. Wer sin gud eyme vorkouft zcu sime liebe, seczt adder lesset also bescheydelich, wen des nicht en wer, daz es widder uf on fiele, unde sterbet he, er is om ledigk wert, den anefal erbet her uf den nesten. Stirbet aber derselbe neste, den anval erbet er vort uff den nesten.

Dist. II. Leth eyn man adder seczt usz erblich gud adder sogetan gud, do her adder sin wip czins adder anefal ane haben, daz mag sin wip by iare unde tage weddersprechen. Unde rurt lantrecht unde wichbilde.

Capitel XXXI. I. Von frede werken ober eygen. II. Ab eyner wer vor gerichte, do man von eyns andern wegen eygen frede wurchte.

Dist. I. Wenne man obir eygen frede wercket vor gerichte, so sal der richter fragen den, der is lessit, ab is sin wille sy. So sal der daz bekennen, unde sal recken dy finger; domete sal her sich der [Seite 63] gewer vorczyn; unde sal denne das eygen uflassen mit den fingern unde mit orkunde eynes hutes adder hantschus, so daz her is mit eyme zceychen ufgebe; domete enphet her dy gewer. Dornoch sal ome der richter frede wercken selber; doch mag daz ouch thun der fronebathe von gerichtes wegen. So spreche der richter adder der fronebate disse wort: hort gemeyne alle dingphlichtigen, dy hy zcu gerichte gehorn, N had vorkouft daz erbe, eygen adder huss, adder hoff, adder waz daz ist, unde had ome daz ufgelassen mit finger unde mit munde, unde had on hy dez gewert, also recht ist, unde bite daz hie uf zcu eynem male, zcum andern mole, zcu deme dretten male; had ymant doruf zcu sprechene waz, der la lute sine ansproche, adder swige stille, had her nicht rechtes doran. Wert denne nicht anesproche, so spreche he vort: daz besiccze ich hy mit gerichtes craft unde mit allen dingphlichten, daz nicht hy weddersproche an ist, unde wercke hirober gotes frede unde gerichtes frede zcu eynem male, zcum andern male, unde zcum dritten male. Wurde ouch vorgessen, daz man dy finger nicht ufreckte, daz en schadet ouch nicht, wen her is mit worten uflisz, unde wenne dy gehort werden, so ist is doch gnugk. Wen daz geschen ist, der daz so entphangen had, der sal sinen fredeschilling deme richter unde schepphen gebe dorobir, unde nicht er, dorch daz ab weddersprache dorin queme, daz denne der richter zcu rechten tagen leythe, unde sy beydersith zcume rechten bestetigete. Unde rurt wichbilde unde landrecht.

Dist. II. Were eyner vor gerichte, do man von eyns andern wegen eyns andern frede worchte, [Seite 64] adder zcu phande seczte, unde des nicht gefraget wurde, ab her dez gancz macht hatte zcu gebene, unde he des keyne volbort hette, des en sal nicht sin, bis alsolange biz daz her ionen dorczu brenget, der is von rechte wegen ufgeben sal.

Capitel XXXII. I. Ab eyn man mit unrechte in gutes gewern komen ist, wy den nymant uszwissen sal unvorclaget. II. Eyn iczlich man sines gutes eynigk wert, ab her is vorkouft. III. Ab eyner ome erbe czusaget von gelobdes wegen unde nicht von sippe wegen. IV. Ob ein man sin lip vorlust von gerichte, wer denne sin erbe nymt.

Dist. I. Man sal nymandes usz sinen gewern wisszen von gerichtes wegen, ab her wol mit unrechte dorin komen ist, man breche sy mit rechter clage, do her selbest zcu kegenwertig ist, adder man lade on vor von gerichtes wegen zcu rechtem dinge, unde kempt he denne nicht vor, so vorteyle man om dy gewer mit rechte. Daz ist lantrecht. Abir in wichbilde musz man clage fulgen dry ferczen nacht; wert her denne vorfolget mit clage, so vorteylt man ome ouch dy gewer.

Dist. II. Ein iczlich man mag sines gutes eynick werden, ab her is vorkouft, vorseczt, adder lesset, adder sich voriereth kegen sime hern, unde ab es om vorteylt wert zcu lantrechte unde zcu lehenrechte, adder zcu wichbilde, adder zcu welcherhande sache es om abeged unbetwungen, so had her der gewer gelost mid rechte. Dorumbe en mag man nymande sine gewer abegeczugen, sy werde om denne abegewunnen mit rechte, do he selber zcu antworthe sy, unde werde dorumbe beclaget unde vorgeladen [Seite 65] zcu rechten teydingen. Dit ist lantrecht unde wichbilde.

Dist. III. Wer eine erbe czufait von gelubdes wegen und nicht von sippe halben, das sol man haben vor unrecht; ez en sy denn das man geczuge muge, das dy gelubde bestetiget sin vor gerichte mit erben glubde. Und ruret wickpilde und lantrecht.

Dist. IV. Welch man sinen lip vorluset vor gerichte, sin nester nempt sin erbe. Ffint man dube adder roub under om, des sal sich der richter underwinden unde halden iar unde tag under ome; zcuth sich nymant in der zcith dorczu, noch der czith ker is der richter in sinen nucz. Unde ist lantrecht unde wichbilde.

Capitel XXXIII. I. Ab eyn man claget czu deme andern, he neme om sin gud, da sy in beide lehen an sagen. II. Ab eyn man ein gud czusaget czu lehen, der ander zcu eygen. III. Ab eyn man an sinen lehen, adder an siner mutter lipgedinge, adder an siner nifteln, ome eygen zcusaget. IV. Ab eyn gud angesprochen ist von czwen mannen, ob das der richter eischet. V. Ab czwene czu wedderstreit ein gud ansprechen. VI. Von czweyer manne erbez teilunge, wer teilen sol und wer kysen.

Dist. I. Wer claget uf eynen andern, her neme om sin gud, daz or iczlicher ome zcu lene zcusaget, sagen sy daz von czweygen hern, eyn iczlich sal sinen hern dorczu brengen. Wer do gewert wert, der behelth; wez gewer nicht en kommet, der vorlust, es habe ome denne benomen ehafte nod, dy man bewisen mag. Doch so mogen dy fursten wol gewern mit oren briffen, also daz sy doch sullen mete senden eyn geboren dinstman, der daz gud [Seite 66] vorsted von sint wegen unde an or stad; den brif sal man antworten dem, der uf den claget, zcu geczuge. Haben sy abir daz gud beyde von eyme hern, vor den sullen sy beyde komen zcu rechte obir sechs wochen, unde der richter sal czwene boten mete senden, dy do horn, wer do behalde adder vorlise; unde wer do vorlust, der wettet deme richter unde gibt jome sine bussze.

Dist. II. Wer om eyn gud zcusaget zcu lehen, unde eyn ander spricht, es sy sin eygen; sprechen sy is an mit glicher gewere, yoner musz is mit grosszerme rechte zcu eygen behalden mit zcweyger schepphen geczuge, den der ander zcu lehen. Geerbet eygen musz eyn man ouch baz behalden, wen ihener eyn gekouft eygen. Unde ist lantrecht.

Dist. III. Wert eyme an sime lehen, adder an siner muter lipgedinge, adder an siner nifteln, eygen zcugesaget, daz musz dy eygentliche gewer zcugen mit sechs frien schepphenbaren mannen, adder ome wert bruch. Unde ist landrecht.

Dist. IV. Ist eyn gud von czweyger wegen angesprochen, heyschet is der richter zcu rechte, man sal is under om antworten, unde der richter sal is under ome han, bis daz sy sich entrichtigen; unde dor sy keyn allen luten ledig, der is deme richter had geantwort. Unde ist lantrecht.

Dist. V. Sprechen zcwene man eyn gud zcu widderstrite an mit glicher ansproche, unde daz behalden mit glichen geczugen, daz sal man glich under dy teyln; adder den geczugk sullen dy rechten unbesessen bescheiden. Hette abir wer dy meysten menge an deme geczuge, der behilde daz gud zcuvorn. Ist es abir den unbesessen nicht willentlich, [Seite 67] so sal man sy dorusz scheyden mit wasszerorteyl; adder der cleger, adder uf den clage ged, sullen dorczu swern, daz sy recht wissen, daz is or sy; do sal der richter baten czu geben, unde wo sy beyde uf swern. Dis ist lantrecht.

Dist. VI. Wo czwene man eyn erbe teyle sullen, der eldeste sal teyln unde der iungeste sal kisen; unde ist lantrecht unde wichbilde.

Capitel XXXIV. I. Waz iar unde tag ist. II. Waz yme lande ist unde heyst. III. Wy eyn man gud had in gewern iar unde tagk. IV. Ob ein man gut in geweren hat, das an ist erstorben. V. Waz eyn man nicht in gewern habt gehad iar und tag.

Dist. I. Jor unde tagk ist eyn iar unde sechs wochen unde dry tage. Obir drisig iar unde tag steth zcu gewin unde zcu vorlust, den dy anewartunge haben zcu erblicheme gute, ab sy in der czith nicht in daz lanth komen.

Dist. II. Daz heyst in deme lande: zcwusschen bohemschen gemercke unde zcwuschen deme frenckeschen walde, zcwuschen der elbe unde doringeschen gemercke; daz ist missenlanth, ime oster lande, in plisenland unde in der voite land von widow. Wer dorinne besessen wurde, der vorlore sine ansprache, ab man on des vorczugen moge; wulde her abir nicht geczugen liden, des muste her volkomen zcu den heyligen mit sines selbes hand, daz he in der vorgenanten iarzcal ny were in daz lanth komen; wenne her daz getud, so behilt her sine ansprache. Wurde her abir in eyme gerichte gesen, unde doby mit kuntschaft bestetiget, do bewist man [Seite 68] baz mete, wen her mit sime eyde gethun muchte, mit dez gerichtes offen briffe vorsegilt. Ouch heyset in dem lande zcu sachsen, zcwussen der elbe unde der wesser, unde zcwussen doringen unde der see.

Dist. III. Welch man gud had in gewern iar unde tagk ane rechte weddersprache, der had an deme gute eyne rechte gewer. Dywile man obir eyn gud beclaget under eyme mit rechte, wy lange hers denne behilt obir jar unde tagk, daz heyst mit gewalt, so gewinnet her nommer rechte gewer doran, dywile man dy rechten clage erczugen magk. Unde ist wichbilde unde lantrecht.

Dist. IV. Wer eyn gud in gewern had, daz ome angeborn adder angestorben ist, adder om gegeben adder gelegen ist, unde es von ome selber nymant nympt noch genomen had, dez en darf he nicht wedder geben, dovon daz he rechtes ny davon geweygert had; unde ist lantrecht unde wichbilde.

Dist. V. Waz der man in sinen gewern had iar unde tag nicht gehabt, do sal her zcu hanth umbe antworten, ab man on dorumbe beclaget; unde ist wichbilde unde lantrecht.

Capitel XXXV. I. Umbe eyn wip, dy eyn kinth treyt, wy man dy nicht usz ores mannes gute wisen sal. II. Wy musteyl unde morgengabe nicht keyn wip erbet. III. Wy daz wip keyn gebuwe erbet uf ore erben. IV. Wy dy nifftel noch dez wibes tode orem manne sin beste sal bereyten.

Dist. I. Man sal keyn wip, dy eyn kinth treyth, wisszen usz ores mannes gute, also her gesterbet, er sy des genest. Unde ist wichbilde unde lantrecht. [Seite 69]

Dist. II. Mosteyl unde morgengabe en erbet keyn wip by ores mannes libe, sy en habe sy denne entphangen noch ores mannes tode. Unde ist lantrecht.

Dist. III. Daz wip en erbet nicht gebuwe uf oren erben, daz uf orer lipczucht sted, sy neme is denne vor abe unde seczte es uf or lehen adder uf or eygen. Unde ist lantrecht.

Dist. IV. Sterbet dez mannes wip, welche or niftel gerade nempt, dy sal deme manne sin bette bereyten, also is stunt do sin wip lebete, sinen thisch mit eyme tislachen, sine bang mit eyme phole, sinen stul mit eyme kusszen. Unde ist lantrecht.

Capitel XXXVI. I. Wy eyn recht ekinth sins vater recht behilth. II. Ab eyn schepphenbar fry wip nempt eynen birgelden. III. Wy man saget, daz alles wenden fry sullen sy. IV. Ab eyn eygen ersterbet von eyme birgelden.

Dist. I. Daz rechte ekinth unde fry behilt sines vater herschilt unde nempt sin erbe; der muter also wol, ab is or ebenbortig ist. Unde ist lanthrecht.

Dist. II. Nempt eyn schepphenbar fry wip eynen birgelden, adder eyn lantsessen, unde gewinnen sy kindere, dy sin on nicht ebenbortig an busse unde an wergelde, wen sy haben ors vater recht unde nicht der muter; dovon nemen sy der muter erbe nicht, noch nymandes, der or mog von der muter halben ist. Ditselbe recht hatten ouch dy dinstman bis daz an bischoves wichmans gecziten des von meydeburg, do dy sone behalden des vater recht unde dy tochter der muter, unde hardin noch on, ab sy dinstluthe warden. Do en dorffte man keyner [Seite 70] wessele under den dinstluten. Wan fon anegenge dez rechten so waz daz, daz fryge geborth nommer eygen kinth gewinnet; aber sint desselben bischoves geczieten had dazselbe recht gestanden, daz beyde, son unde tochter, gehorn noch duczscher muter deme, den dy besten, der vater sy dutzsch adder sy wendesch. Gewinnen sy kinth, dy gehoren noch deme vater, ab her eyn wende ist; ist he abir eyn dutzscher, so gehorn sy noch der muter. Unde ist lantrecht.

Dist. III. Man saget, daz alle wenden fry sinth, durch daz dy wendischen kinder noch deme vater gehorn, daz en ist doch nicht; wen sy geben or gebuwe mit oren herren, also dicke als man sy neme. Lesset adder loszet sye ouch or man, also recht ist wendisch, sy mussen oreme hern wertphenninge geben noch des landes gewonheyth.

Dist. IV. Ersterbet eyn eygen von eynen birgelden erbelos, des dry huffe adder dorunder sinth, daz gehort in daz schulteyssentum. Von weme is irsterbet von drisigk hufen adder dorunder, daz gehort in dy greveschaft. Ist is mer wen drisigk hufe, so ist is deme koninge alles ledig. Unde ist lantrecht.

Capitel XXXVII. I. Ab der koning adder eyn ander herre sinen dinstman fry led adder sin eygen man. II. Wy dinstmanne erben unde erbe nemen also ander fry luthe.

Dist. I. Lesset der koning adder eyn ander herre sinen dinstman adder sinen eygen man fry, der behilth frige landesessen recht. Czuget abir der schepphen in eyner graveschaft, der koning mag wol [Seite 71] des riches dinstman fry lassen unde zcu schepphen machen, dorch des mannes rechtes, herbekomenunge unde koninges ban behalden mogen. Der koning sal on abir sovel des richis gutes gebe zcu eygen, daz sy dovon schepphen mogen gesin, or iczlicheme dry hufe adder mer. Daz gud sal her nemen usz deme guthe der greveschafte, wo is der greve ledig had, durch daz das dy schepphen eygen in dy graveschaft irstorben ist. Unde ist lanthrecht.

Dist. II. Dinstmanne erben unde nemen erben also fry luthe, wen alleyne daz sy nicht usz orer gewalt en erben. Unde ist lantrecht.

Capitel XXXVIII. I. Wer eyme andern gud lieth adder lest in sine gewere, do he selber keyne gewer ane had. II. Waz man adder wip gegeben wert, wy sy daz besicczen sullen.

Dist. I. Wer eyn gud eyme andern lihet adder lest in sine gewer, do her selber keyne gewer an en had, unde wert ihener von gerichtes wegen dorin gewist, so wisse der, der dy gewer had, daz der dy inwissunge wol mag weddersprechen, unde ihenen uszwisszen, so daz her mag vorsten zcu den uszgeleyten dinge; wen keyn man ist phlichtig sine gewer zcu rumen, he werde denne vorgeladen unde beclayt. Wert ienem denne dy wer georteylt, so wisset man on dorin von gerichtes halben; so en sal man on nicht uszwisszen, man thu is denne mit orteyln.

Dist. II. Waz man adder wip wert gegeben, daz sullen sy besicczen in lantrechte unde in [Seite 72] wichbilde dry tage. Waz sy abir mit clage erfordern, adder uf sy geerbt ist, daz en dorffen sy nicht besicczen. Unde ist lantrecht unde ouch wichbilde.

Capitel XXXIX. I. Wylange eyn man gewer sal sin, der eygen adder fromde habe vorkouft. II. Ab eyn man deme andern gud geweldiglichen nemmet bis an sin tod. III. Ob ein man totet sinen herren. IV. Ob ein man totet sinen vater ader sinen bruder, ader sinen magen.

Dist. I. Wer eygen adder fromde habe vorkouft, der sal des gewer sin, dywile daz her lebet; man sal abir daz gud lasszen in siner gewer zcu behalden unde zcu vorlissen, dywile her is vorsten sal; wenne ihener en mag dor nicht angesprechen, wen eyne gabe, deme is gegeben ist.

Dist. II. Wer deme andern gud geweldiglichen nemmet biz in sinen tod, do her nicht erbe zcu ist, sterbet iener deme hers genomen had, alle sine anewartunge unde anefal had her doran vorlorn. Unde ist lantrecht unde wichbilde.

Dist. III. Totet eyn man sinen hern, so had her vorlorn sine ere, sinen lip unde ouch sin gud, daz he von deme hern hatte, unde wert denne des hern erbe ledig. Ditselbe vorwercket der herre, ab her sinen man toteth; unde dy kinder fulgen an den obersten hern, unde der obirste herre en sal noch en magk dy kinder vorwisszen an den hern, der sinen man slug adder tottete. Unde ist lantrecht, keyserrecht unde rurt ouch wichbilde.

Dist. IV. Toted ouch eyn man sinen vater, sinen bruder, sinen magk, adder ymandes, des eygen adder erbes adder lehens her anewartende ist, alle [Seite 73] anewartunge unde anefal des gutes had her vorlorn; es geschege denne in nodwerunge sines libes, so daz dy nodwere bewiset werde mit rechte, adder unwissende, adder an sinen dang geschege. Unde ist keyserrecht, lantrecht unde wichbilde.

Capitel XL. I. Ab eyn man zcu tode wert geslayn, of wen her dy forderunge erbet. II. Ab eynen manne sin lip wert vorteylt vor gerichte. III. Ab eyn man sich selber totet in suchbetten.

Dist. I. Wert eyn man czu tode geslayn, dy forderunge erbet her uf sine kinth. Had he nicht kinth, so erbet her dy forderunge uf sinen nesten swertmag. Unde ist lantrecht unde wichbilde.

Dist. II. Wert eynen manne sin lip vorteylt vor gerichte, sin erbe nempt sin nester unde daz gerichte had nicht doran. Unde is wichbilde unde lantrecht.

Dist. III. Teteth ein man sich selber in suchbetten adder in krancheyt sines libes, sin erbe nempt doch sin nester, unde daz gerichte had nicht doran, unde man sal on doch begrabe uf deme kerchove noch geystlicheme rechte, wan is dy phaffen unde dy richtere erkennen unde gesichert haben, daz he eyn rechter cristenmensche in deme glouben gewest sy. Unde is wichbilde unde lantrecht.

Capitel XLI. I. Von besserunge umbe eyn todslagk, wer dy enpheth. II. Wert eyner zcu tode geslagen, an wen dy clage erbet. III. Wurde eyn gesunt geborn unde wurde dornoch gelemth in suchbetten.

Dist. I. Worde eyn besserunge geschen vor [Seite 74] eynen todslagk, dy besserunge nemen dy kindere adder dy erben, unde nicht dy fruwe; noch lantrechte. Adder in wichbilde, do man den fruwen dritten teyl gibt, do erbet dy besserunge ouch of dy fruwen, dywile sy ungescheyden ist von oren kindern usz des mannes gute. Ist sy abir uszgescheyden usz des mannes guthe, unde dy erbe eyne besserunge furdern selber, so en had dy frouwe nicht doran, also in deme lantrechte. Wen dy erben usz oren guthen furderunge thun, unde dy fruwe nempt wol eynen andern man, den kindern kan keyn ander vater werde. Treyth sy abir ein kint, daz nempt teyl mit den andern kindern, ab sy do sin.

Dist. II. Wert eyner czu tode geslayn, an wen dy clage erbet, dy clage erbet furt uf den nesten. Daz es lantrecht unde wichbilde. Unde wern or ouch me, uf dy sogetane clage erstorben wer, welcher denne or eyner sterbe, der erbet sin teyl uf den nesten. Abir noch keyserwichbilde: teylt dy frouwe sint dy frouwe vor on, unde wel man den man bessern, dy besserunge nempt dy frouwe halb unde sine kinder halb.

Dist. III. Worde eyner gesunth geborn, unde worde dornoch in gefenckenisse adder in suchbette lam, adder von wunden, adder dovon her eyn kropel wurde, der nempt doch erbe unde besserunge umbe todlagk also umbe eynen andern man. Unde ist lantrecht unde wichbilde.

Capitel XLII. I. Ab bruder or angestorben erbe mit enander haben, ab sich daz erhoet adder ergert. II. Waz erbegutes vorlossen adder vorkummert wert, dywile er in deme lande nicht en ist. [Seite 75]

Dist. I. Ab bruder or angestorben erbe mit enander haben, unde erhoet sich daz mit orer koste adder mit oreme dinste, daz eyn teyl wol ussewendigk dez landes gewest ist, unde haben dy gute erkriget, komen dy wedder unde muten erbeteylunge, so ist or frome unde or schade, derussen unde doheyme, or aller mit enander. Wulden sy nicht inbrengen, waz sy ussewendig erkregen hetten, so sulden sy erbeteylunge darffen mit rechte. Unde is lantrecht unde wichbilde.

Dist. II. Wes erbegud vorlassen adder vorkommert wert, dywile he usz deme lande ist, wen der wedder kempt in daz lanth, daz sal her weddersprechen by ior unde by tage; thud her des nicht, dornoch mag her des nicht weddersprechen. Unde ist wichbilde unde lantrecht.

Capitel XLIII. I. Umbe ansprache erbes adder eygens. II. Von anspreche eygens, daz eyme mit rechte geeygenth ist. III. Von erbe behalden, ob es eime geteilt wird. IV. Von behalden erbgut, das eime angeerbet ist. V. Ab obir hus unde obir hof adder erbe adder eygen frede geworcht ist. VI. Ob ein man gut mit unrecht anspricht. VII. Ob ein man eim sin gut anspricht, daz sol er volfordern. VIII. Von underwindunge gutes, das im vor gericht vorteilt ist.

Dist. I. Wer erbe adder eygen wel ansprechen, der sal is thun mit gerichte. Waz man abir ansprache tud an daz gerichte, das en heyst noch en ist keyne ansprache, unde en ist nicht zcu fulgen zcu lantrechte unde zcu wichbilde, daz es ymande schade zcu sime rechten. [Seite 76]

Dist. II. Wo eyn man eyn gud adder eyn eygen anspricht, daz iheme mit rechte geeygent ist, unde daz ior unde tag gehabt had in siner gewer ane rechte weddersprache, daz behilt her mit sines eyns hand of deme stabe, dywile her nicht len unde gewer beluth. Beluth her gewer, dy musz her selbsybende behalden; beluth her len, daz musz her selbdritte behalden; noch wichbilde unde lantrechte. Czuth sich der man an daz gerichte, het her denn den richter unde zcwene schepphen, so en darf her keyn eyd thun; wers abir an deme gerichte erstorben, adder wy is wer, daz man der schepphen nicht muchte gehabe, so bewise hers selber, also gereth is.

Dist. III. Wer eyn erbe behalden wel, daz her vorkouft had, adder vor gerichte enphangen had, der lege dy finger uf dy heyligen adder uf den stap, unde der eyd sal ome also gereyd werde; daz ich dis eygen adder erbe mit sogetanen gelde N., daz sal her benemen, daz habe ich in myne gewer bracht mit richter unde mit schepphen, unde mit dingluten unde mit orteyln, unde habe myne fredephenninge dorobir gegeben, unde habe daz obir ior unde tag in mynen rechten gewern gehad, also mir god helffe unde alle sine heyligen.

Dist. IV. Wel eyner erbegud behalden vor gerichte, daz om angestorben ist, der eyd sal also gen: daz dit gud adder gelth, adder welcherley daz ist, daz on anerstorben ist, dasz sal her benemen, meth rechte anerstorben ist, unde in myne gewere mit rechte komen ist, daz mir god so helffe unde alle sine heyligen. Unde is wichbilde unde lantrecht. [Seite 77]

Dist. V. Wen obir eyn husz, adder obir eyn ander erbe, adder eygen, frede wert geworcht, also recht ist, unde besiczt daz eyn man ior unde tagk ane rechte weddersproche, den en mag nicht angespreche, der in deme iare in deme lande ist gewest, he wer denne in gefenckenisz gelegen. Unde rurt landrecht unde wichbilde.

Dist. VI. Welch man mit ungerichte gud anspricht, und das im bruch wirt vor gericht, er mus sinen sachwalden buse und dem gerichte wetten, czu lantrecht und czu wicpilde.

Dist. VII. Wer eime sin gut anspricht, daz sal her volvordern vor gerichte, an welcherhande gud is sy; en tud her des nicht, her mus dorumbe antworten, ab man on dorumbe beschuldigeth, daz her om sin gud ansprochigk macht, unde musz deme cleger bussen unde deme gerichte wetten. Unde ist lantrecht unde wichbilde.

Dist. VIII. Underwinth sich eyner gutes an gerichte, unde spricht is an, daz ome vor gerichte vorteylt ist, unde man is bewisen mag, daz ist eyn fredebruch, umbe daz, das vor frede dorobir geworcht ist; dez musz sich eyn man abenemen kegen deme cleger unde deme gerichte noch fredebruches rechte. Unde ist lantrecht, keyserrecht unde wichbilderecht.

Capitel XLIV. I. Wy man obir eyn eygen frede wercken sal. II. Wer erbe vorkouft, wy er das geweren sol. III. Ob einer erbe vorkoufft, do he nicht recht an had. IV. Wy eyn kinth erben vorkouffen magk, daz czu sinen tagen nicht komen ist. [Seite 78]

Dist. I. Wenne man obir eyn eygen frede wercke sal, daz sal man thun uf der gewer; noch keyserrechte. Abir noch lantrechte unde wichbilde sal man daz thun an gerichte in geheyten dingen an rechter dingestad, mit vorsprechen unde mid orteylen.

Dist. II. Wer eyn erbe vorkouft, der sal is gewern ior unde tagk vor rechter ansproche, so ist her ledigk; es sy denne, daz der is anspreche, sy ussewendig des landes gewest. Unde is lantrecht unde wichbilde.

Dist. III. Vorkouft eyner eyn erbe, do her nicht rechtes zcu had, unde des ouch keyn vormunde ist, ab daz eyner vorkouft, unde wel is on gewern iar unde tag unde had gehabt an, ane alle ansproche, daz en hilft nicht; he muchte denne volkomen mit rechte, daz is mit sinen willen geschen sy, der is om anspricht; daz musz he bewisszen mit gerichte zcu wichbilde, unde zcu lantrechte mit gerichte unde mit ding phlichtigen, dy is gesen unde gehort haben.

Dist. IV. Eyn kinth, daz zcu sinen iarn nicht komen ist, daz mag doch sin erbe vorkouffen, adder lossen, adder vorgeben, mit sines vormunde willen unde siner erben, das hernoch das kint nicht widerrufen mack noch widerbringen, wen dy vormunden und dy erben nicht das woge wuln dem vormundigen kint. Und ist lantrecht, keyserrecht und wicpild, da man dritteil gibet.

Capitel XLV. I. Wy man keyn eygen mag gelassen an gerichte. II. Waz erbegud ist unde heyst. III. Wy man kein erbegut gelasen mac an erben gelubde. [Seite 79]

Dist. I. Keyn eygen mag man gelossen an gerichte in lantrechte unde in wichbilde. Wert abir in keyserwichbilde des riches stete vor deme rate icht gelobet, gelassen adder gegeben, adder bekennet man vor deme rate icht, daz sal man halden vor gerichte unde anderswo. Doch so ist in unsen wichbilden: alle ufgelossen erbe gobe unde eygen gelobde sullen geschen vor gerichte, uf daz ab ymant dorin icḥt hette zcu sprechen von anefelle adder von schulde wegen, daz he icht vorsumet worde sins rechten.

Dist. II. Welch gud uf eyn geerbit ist, daz heyst sin erbegud; daz her abir gekouft had, daz heyst sin gewunnen gud; zcu lantrechte unde wichbilde.

Dist. III. Man en mac kein erbegut gelasen an erben gelubde, sundern ane libes nod, czu lantrecht und zu wicpilde. Man en mag is ouch wedder vorkouffen noch vorkummern ane erben gelobde, sundern libes nod. Wel abir der erbe eym sine nod geben unde sine schult gelden, so behilt her daz erbe: noch keyserrecht, wichbilde unde lanthrechte.

Capitel XLVI. I. Waz man von fremden gute, erbegute, adder von lengute vorkouft adder vorseczth, ab man daz anefanget. II. Von vorkouffen erbegud adder lengud, das vorkumert ist. III. Ab eyn eygen wert uszgelossen adder gesaczt, das in iar und in tac nicht widerspricht. IV. Ab eyn eygen wert vorkouft oder vorsaczt, wy man das tun sal. V. Wer erbegut vor gerichte ufgeboten hat, wy lange er ez darnoch halden sol. VI. Wer eyn erbe erworben had mit kauffe oder mit [Seite 80] andern sachen und sich in dy gewer hat lasen wise. VII. Ob einer hus oder ein ander erbegut czu phande hat, ab er da czins an vorkouft. Einer der erbegut oder ander gut nicht gewere mac, was der darumbe sulle lide. VIII. Ob sich ein gewer czuhet vorbas an einen andern geweren. IX. Ob ein man gut oder erbe hat in geweren mit rechte oder mit unrechte, wy ez im doch nymand entweren sol ane rechte clage. XI. Ob ein man erbegut oder ander gut vorkeuft, der es in kein geweren nicht en hat. X. Ob ein erbegut oder ein ander gut vor gerichte wirt vorteilt, und darnach anders daczu tut. XII. Ob ein man gut vorkeufft oder vorseczt mit unrecht. XIII. Ob ein gut sin lest oder vorkumert mit siner nesten erben willen. XIV. Ob ein man eins gastes erbe oder burgers vorkummert, der henwec geczogen ist.

Dist. I. Waz eyner vorkouft adder vorseczt von varenden gute, von erbegute, adder von lengute, wert daz angefanget adder angesprochen, wer daz had vorkouft adder vorsaczt, adder had daz gelobet zcu entweren, der sol das von rechte thun und verantworten. Wer ouch, daz der daz entweren sal, von notlichen sachen dorczu nicht en torste, so sal daz gerichte zcu lantrechte unde der rod in wichbilde dorczu geleyten, ab man is heyscht, he wer denne vorvestent mit der achte uf den hals.

Dist. II. Vorkouft eyner erblich gud adder eyn ander gud, daz vormals vorkummert ist, heyscht man is von deme, der es vorkouft had, daz he daz entwere, daz sol her thun volkomelich.

Dist. III. Wert eyn eygen uszgesaczt, daz man by iore unde tage nicht wedderspricht, daz magk man dornoch nicht weddersprechen; were denne ab eyner usz deme lande wer gewesen, adder [Seite 81] es ome ehafte nod hette benomen. Unde is lantrecht unde wichbilde.

Dist. IV. Wen eyn eygen wert vorkouft adder vorsaczt, der sol is vor gerichte ufbieten vor gerichten unde schepphen unde vor dingkluten, unde sal om frede lasszen dorobir wercken den richter adder den froneboten mit dissen worten: hy had N vorkouft deme N, adder vorsaczt, eyn sogetan eygen gud, welcherley daz ist, daz sol man benennen, das bite ich uf zcu eynen male, zcum andern, unde dritten male. Spreche denne nymant zcu der zcith dorwedder, so spreche her vord: nu nymand wedderspricht, so wercke ich hirobir gotes frede unde myns hern koninges frede adder wer zcu deme gerichte gehore; wer hyrzcu kegenwertigk ist unde nu swiget, der sal ouch ummer swige; wer ouch hy nicht en ist, unde hir in zcu sprechen had, deme bescheyde ich vor daz recht by siner rechten iarczal; wer dorobir swiget, der sal ummer swigen. Dornoch sal der daz gud in sine gewer nemen, unde deme richter unde schepphen unde schribern geben ore fredephenninge, als billich ist.

Dist. V. Wer erbegud ufgeboten had vor gerichte, der sal is dornoch halden dry tage unde dry nacht, er he ome dorobir lassze frede wercken, und wirt her denne in der czit nicht angesprochin, so mag her dorobir vrede lassin wirken, unde her sal es dornoch besicczen, unde sin bothe, dry tage unde dry nacht; noch sechs tagen en had her nicht mer rechtes doran von des wegen is ufgeboten ist; unde ist keyserrecht wichbilde. Adder noch unseme lantrechte unde wichbilde sechsischer art: welche zcith eyn man gewer abetred vor gerichte unde uflesset, unde sich or [Seite 82] vorczuhet mit finger unde mit munde, mit hentschu adder mit kogeln, adder mit hute, so had her sich gelediget von der gewer des gutes, unde musz der ummer eyn gewer sin vor allermenlich noch rechte.

Dist. VI. Wer eyn erbe erworben had mit kouffe adder mit andern sachen noch wichbildes rechte, unde sich des had gelassen gewern vor gerichte, unde in dy gewer had gelassen wiszen, kempt dornoch eyn ander unde wel dissen usz der gewer wiszen mit gewalt unde ane recht, deme sal disser fulgen mit gerufte an daz gerichte, unde sal den mit rechter clage vorvesten; unde sal keynen frede haben in huse, in haffe, adder in kerchen noch in kerchoven, umbe dy tumplichen tad, domete disser sine gewer wulde weren mit unrechte, do disser von gerichtes halben inkomen ist. Unde wel der vorvestenter wedder uszkomen, daz musz her thun, glich also umbe eynen fredebruch, keyn deme cleger unde kegen deme gerichte. Unde ist keyserwichbilde, lantrecht und wicpilde noch sechser ard.

Dist. VII. Had eyner eyn husz zcu phande, adder eyn teyl eynes huses, adder erbegud, vorkoufft her do zcins an, er her daz gud had ufgeboten unde er he daz in rechte gewer bracht had noch wichbilderecht, wert denne deme der zcins mid rechte enczucket, der on gekouft hadte, domete erwercket her alle daz recht an deme eygen, daz her hatte, der ome den zcinz vorkoufte. Adder des daz eygen ist unde waz, adder vorsaczt hatte, der vorlust keyn sin recht domete; es wer om denne mit rechte angewunnen. Unde es bewiset in deme lantrecht, do man uns leret, wer ome an eyme gute ander recht zcusaget, wenne her dorane had. [Seite 83]

Dist. VIII. Wer eyn gewern vorbrenget an erbegute, daz under ome angesprochen ist, czut sich denne der gewer furt uf eyn andern gewern, adder wert dy clage gefristeth mit orteyln adder mit andern dingen, so sal man daz bewissene wedder an gerichte zcu komen, ab es der cleger adder richter heysset mit orteyin. Unde ist lantrecht unde wichbilde.

Dist. IX. Wer erbe adder farnde habe had in gewern, recht adder unrecht, do en sal on nymant uszwiszen, man breche sy mit rechter clage unde mit rechte. Unde is wichbilde unde lantrecht.

Dist. X. Werth eyme erbegud adder ander gud vor gerichte in siner antworte vorteylth, daz hern nicht gewern magk, unde thud sint icht dorzcu geweldiglich ane gerichte, so ist is eyn fredebuch, ab man on des obirwinden magk, also recht ist; unde deme fredebuche sal man ummer folgen mit clage zcu gerichte. Unde is lantrecht unde wichbilde.

Dist. XI. Vorkouft eyner erbegud adder ander gud, der des keyne gewer had, noch gewern en magk, daz musz her wedder lassen mit busse unde mit gewette, also vor beschreben ist; unde es lantrecht unde wichbilde.

Dist. XII. Vorkouft eyner adder vorseczt gud adder erbegud mit unrechte unde spricht, es sy sin erbe mit rechte, daz he dorumbe genomen had, daz musz her wedder geben. Sterbet he abir, er daz geschet, sine erben mussen daz widder geben; unde hirnoch mogen dy erben vor dy schult nicht geswern, ist dy sache vor gerichte gehandelt, unde bekant, daz her daz gelt adder gud had ingenomen. Unde is lantrecht, keyserrecht unde wichbilde. [Seite 84]

Dist. XIII. Leth eyner gud adder vorkummert is, do siner nester erbe willen had zcu gegeben: der noch deme, der dy volbort had gethan, eyne sippe verner ist, mag daz weddersprechen nicht. Sin aber neher erben zcwene, adder dry adder me, willekorn sy daz alle nicht, so mag yener daz gud nicht gelassen, an sinen gewunnen guthe.

Dist. XIV. Wer erbe adder farnde habe had in gewern recht adder unrecht etc. Also hirvor beschreben ist.

Dist. XV. Were eyn erbe irstorben in wichbilde uf eynen gast, adder uf eynen burger adder der innewendig geczogen wer, unde hette daz erbe hinder om gelassen, unde eyn ander spreche, om were von der wegen schade geschen, unde wulde daz erbe vorkummern, daz sal nicht sin; es wer denne erclaget vor gerichte, he sy en weg geczogen wer, daz man is bewisen magk, ab is frevel adder ungerichte wer gewesen, so muste man daz dovon wedder thun.

Capitel XLVII. I. Wy keyn wip an ores mannes willen daz sin nicht vorkouffe mag. II. III. Ab man unde wip zcusammene komen, dy erbegud haben. IV. Wy gewunnen gud mannes unde gutes erbegud wert. V. Ab eyn man unde wip erbegud kouffen. VI. Ob ein frowe und ein man czusamne elich komen und erbegut czusamne bringen. VII. Ob sich man und wip nemen czu der ee, dy vor uneliche kindere haben mit einander. VIII. Ein wip mac on ires mannes willen nicht lipczucht gelasen. IX. Ob ein man sin wip siner gute entweret, und ir nicht ir notdorfft let. X. Ob ein frowe des mannes schuld innymet, der ir nicht ir [Seite 85] notdorfft let. XI. Ob ein man sime wip erbegut gibet, das vorkummert er wol.

Dist. I. Eyn wip mag ane sines mannes willen nicht vorkouffen noch vorwillekorn, dywile her or ore notdorft gibt.

Dist. II. Kamen eyn man unde eyn fruwe zcusammene, dy erbegud haben, sterbet or eyns unde bekindet dy lipczucht, dy es an des andern erbe had, dy en mag is nicht vorkommern, wan zcu syme libe; es en sy danne, daz is der willekore vor gerichte, der is anwartende ist.

Dist. III. Man unde wip dy zcusammene komen unde erbegud haben, sterbet or eyns, daz ander behilt sine lipczucht doran, an des erbegute, daz erstorben ist; unde ist lantrecht unde wichbilde. Do man abir dritten teyl gibt, do en ist is nicht, also vor in den capitteln bescheyden ist.

Dist. IV. Kumt ein frowe und ein man czusamne und ercrigent gut mit einander, das heist ir gewunnen gut, und stirbet ir eines, daz erbet daz uff das andere, und darnach wirt er erbegut, als auch in dem vordern capitteln bescheiden ist.

Dist. V. Kaufft ein man und ein frowe ein huz, stirbet der man unbeerbet, nymt dy frawe sint einen andern man, und stirbet denne dy frowe unbeerbet, der man behelt sin lipczucht an dem huz, noch keyserwicpilde und sechsischem wicpilde. Da man aber dritteil gibt, da en ist des nicht, wen wy ein man siner frawe dritteil in sine gewere enpfangen hat, also behelt er ez erblich.

Dist. VI. Kempt eyn fruwe unde eyn man zcusammene zcu elichen dingen unde gewinnen dy kinder, eyns adder me, brengen dy erbegud zcusammene, [Seite 86] ab dy kinder sterben, so mag der man unde dy fruwe, beyde by orme gesunden libe, daz gud wol vorkouffen unde vorkummern, daz sy mit enander derworben haben, dywile daz sy beyde lebeten. Sturbe aber eyns, unde daz ander lebening blebe, daz en muchte denne daz erbegud nicht vorkouffen noch vorkommern ane des willen, der sin nester ist. Ist or ouch me, dy ome noch glicher sippe sin, mit der willen musz es ouch geschen. Unde ist lantrecht, wichbilde unde keyserrecht. Wo man dritten teyl reychet, do en ist sin nicht.

Dist. VII. Nempt eyner eyn wip, adder eyn wip eynen man zcu der ee, dy vor uneeliche kinder haben, unde gewonnen sy sint der zcith mit enander keyne kinder, sterbet or eyn, daz lebeninge erste kinth mag an des toten erbegute nicht gehaben wenne sine lipczucht; noch keyserrecht. Had abir dy frouwe sint ekinder mit om gehabt, so en haben dy kinder, dy unelich sinth geborn vormals, an deme erbegute nicht wen den sesten teyl eyns kindes, noch bebestlicheme rechte, also hyvor gerurt ist. Abir in allem wicpilde und lantrechte volget den unelichen kinden nicht, noch da man gibt dritteil.

Dist. VIII. Eyn wip mag an ores mannes willen lipczucht noch zcinsgud nicht gelassen noch vorkummern, sundern libes nod. Thud sy is obir daz, unde wert sy dorumbe beschuldiget, waz sy dorumbe genomen had adder genossen, daz musz sy wedder geben. Had sy abir farnde gud vorkouft, daz musz man widder geben; unde iener musz den schaden dulden, durch daz daz hers wedder recht genomen had. Unde ist eyn gemeine lantrecht unde wichbilde. [Seite 87]

Dist. IX. Entwert eyn man syme wibe, so daz her or nicht lesset dorabe ore notdorft zcu haben, der erbegud had, daz su zcu om bracht had, adder daz sy mit enander erworben haben, daz muchte sy wol vorkommern, so daz sy ore notdorft dorabe muchte gehaben noch redelichen dingen. Daz sal abir dy fruwe deme gerichte zcu wissen thun, unde zcu den heyligen gewern, daz sy des von libesnod nicht enpern muchte. Dornoch ledige is or man, ab he wulle, unde der blibet ane nod, der is so entphangen had. Unde ist eyn gemeyne lantrecht, wichbilde unde keyserrecht.

Dist. X. Entweret eyn man sinen wibe, unde let or ore notdorft nicht, nempt denne dy fruwe icht des mannes schult uf czu orer notdorft, des ist man von deme manne ledigk, wen man unde wip geczweyget gud enhaben nicht. Unde ist lanthrecht, wichbilde unde keyserrecht.

Dist. XI. Gebet eyn man syme wibe erbegud, daz mag he vorkummern ader vorkouffen, ab he wel, zcu syner noddorft, daz he daz gewere zcu synem eyde, daz isz libes nod sy. Mag man aber bewisen, daz esz synes libes nod nicht en sy, so en mag daz nicht gesy. Dazselbige ist ouch der frouwen, ab he or noddorft nicht en gebt.

Capitel XLVIII. I. Ab eyner gud had, do eyn ander lipczucht ane had. II. Ab eyn phaffe wert geteylt von sime gute. III. Ab eyner eynen phaffen an erbegute geld vorkouft, oder einen andern begeben menschen. IV. Wy man pfaffen noch gesten wider erbegut noch czinzgute eigen sol. V. Wy man keyne briffe sal geben ober erbegud. [Seite 88] VI. Ab eyn inkomen man erbegud entpheth in wicpilde. VII. Ob ein man erbe nicht entrichte kan von geburt wegen.

Dist. I. Had eyner gud, do eyn ander lipczucht ane had, des denne daz gud ist, der erbet is uf sinen nesten erben; iener behilt aber sine lipczucht doran. Daz ist wichbilde, lantrecht unde keyserrecht.

Dist. II. Wert eyn phaffe geteylt von sinen gute mit erbegute, daz en mag her nicht gelassen ane erben gelobde, noch vorkummern, denne zcu sime libe, sundern libes nod. Unde ist eyn gemeyne lantrecht.

Dist. III. Vorkouft eyner eynen phaffen, adder eynen begeben menschen, zcins adder gelth an erbegute, wen der sturbe, der lipczucht dorane hette, dornoch sal is wedder uf den fallen, dez daz erbegud ist, adder uf sinen erben. Des mag eyn gerichte mid den schepphen adder eyn rad wol verschriben; adder zcu voreygen, do der gemeyne nucz eyner stad wichbilde muchte entgen, des sal wedder rad noch gerichte vormogen.

Dist. IV. Man sal in wichbilde wedder phaffen, noch begeben luthe, noch gestin, wedder erbegud, noch zcins an erbegute, daz in der stad wichbilde lid unde in der stad gerichte, lassze. Man mag is obir en wol seczen zcu phande wedder zcu loszene, adder on eyne lipczucht dorane machen, adder vorkouffen; doch also daz dorobir vormunden an gerichte unde in rate werden gemacht, dy in deme wichbilde gesessen sinth, dy der stad rechtes dovon phlegen, wen sich daz geborth.

Dist. V. Es en mag keyn rad noch gerichte keyne briffe zcu geben, wedder obir erbe noch obir [Seite 89] eygen, usszeweningen luthen; sundern den dy in wichbilde sicczen, den mag man on kouffen unde verkouffen unde briffe geben, unde ore sache wol schriben ymme rate unde yme gerichte; unde daz sal man alles mit geczugen vorschriben.

Dist. VI. Ein iczlich inkomen man mag in wichbilde erbe unde eygen wol enphan, der nicht rechteloz ist unde ist rechter gebort, noch stad rechte unde nicht noch sime rechte. Daz es abir in lantrechte unde in keyserrechte nicht: do enphet eyn iczlich man eygen unde erbe noch siner gebort, unde behilt ouch noch der sin recht.

Dist. VII. Waz an erbe tryth, daz von gebort wegen nicht magk entricht werden, daz sal man in lantrechte gen uf dy kuntschaft; waz denne der merteyl zcu kuntschaft spricht, daz sal man fulgen, unde dy sullen ore eyde dorczu thun. Abir in wichbilde ginge man dy sache uf den rad zcu kuntschaft, und ab ymant icht dorczu spreche in dem rate, der dorfte nicht sswern wen by sime eyde, den her der stad arm unde rich zcu gesworn had czu rechten.

Capitel XLIX. Nu wir fel unde mancherley uszgericht haben von der gebord, von erbe und von erbganc, nu ist nod in denselben gescheften daz sich von toden vorvellet, daz man vormunden bedarf, beyde in erbegange unde in nothaften clagen. Dorumbe sullen wir nu lernen unde erkennen wer in lantrechte, in wichbilde, in keyserrechte moge eyn formunde sin. I. Wer czu lantrecht und czu wicpild moge ein vormunde gesin. II. Wer von rechtes wegen nicht vormunde muge gesin. [III.] IV. Wer von rechtes wegen vormunde [Seite 90] darben sulle. VI. Ob vormundeschaft erstirbet uff kinder, wer es denn sulle sin. VII. Wy der vormunde sine vormundschafft vorwissen sal. VIII. Ob lute, dy lehen enpfangen haben an lengut mit einander, ab der eine sturbe. IX. Wy ein vormund recht sol tun von der kinder wegen, dy under iren iaren sin. X. Wenn ein kint czu sinen jaren komen ist, wy es vormunden gekisen mac, und wenne. XI. Wy meid und wip an irre clage vormunden habe sullen. XII. Ob sich ein frow ader iuncfrawe czut uff iren vormunden, der ein gast ist in dem gerichte.

Dist. I. Czu lantrechte unde zcu wichbilde so en sal von rechte nymant vormunde sin, wen der neste vatermogk. Doch en sal wedder phaffe, noch monnich, noch keyn begeben man formunde sin, ab dyselben vaterhalben also nahe wern. Doch sullen sy nicht vormunde geben noch oren willen; sundern wer dornoch der neste vatermogk ist, unde der is von rechte eyn vormunde.

Dist. II. Der formunde sal sin eyns elichen lebens; he sal keyn rouber sin, noch dip, noch felscher, noch keyn obilteter, do man erbeloz von muchte werden; noch keyn speler, toppeler, noch vorthuer, sal ouch nicht vormunde sin, den man uffenbar irkennet; unde den mag man dy vormundeschaft mit rechte vorlegen. Der denne dornoch der eldiste vatermagk ist, der sy vormunde.

Dist. III. In keyserwichbilde ist eyn iczlich bederwip formunde orer kinder, dy sich erlich unde rechtfertig hilth an orer kusheyt, unde nicht unphlegelich vortunde ist, unde dywyle sy ouch nicht mannes nempt.

Dist. IV. Alle dy, dy unelich geborn sin, unde dy sich rechtelos gemacht haben, dy en mogen nicht [Seite 91] vormunde sin, noch vormunde haben an orer clage, noch an orem kampphe. Lame lute mogen antworten unde clagen ane vormunden; is sy denne, daz dy clage zcu kampphe ge, do sy or formunde or ebenbortiger swertmogk, wer der sy, der is thun wel. Und en mac der, ob man zu kamphe gruset sines rechten vormunden nicht gehaben, und tar er da sin recht czu tun, er gewinne czu vormunden, wer ez vor in tu wil, oder wer es mit sinen pfenningen gewinne mac. Mac man aber sinen vormunden bewisen, und wert sich des kamphes, yener mac in bereden mit kamphe, so das er yn vor ansprech, und en schat im nicht czu sime rechten. Also mac man einen toten weren, ab man in bereden wil. Und ist lantrecht und wicpild.

Dist. V. Von wip halben en mag keyn man vormunde gesin, ab wol dy sippe sich neher underwillen entczu zcuth; sundern is folget alles des vater swertmagk bis an dy sybenden sippe; abir in swebischer ard also ferne, als man ummer gereychen magk. Unde ist lantrecht, wichbilde unde keyserwichbilde.

Dist. VI. Ersterbet kinder vormundeschaft uf eyn, der sal on unde eren frunden vergewissene, daz he in der formundeschaft thu, also recht ist. He sal on ore notdorft geben, nicht zcu wenning unde ouch nicht zcu vel, biz daz sy zcu oren iarn komen, so sal her on or gud alczumal geben, daz her ufgenomen had; es wer denne, daz om ungelucke wer ufgestanden in der kinder geschefte an roube, an dube, adder an welcherhande sache daz wer geschen adder kinder gewerb unde nicht an sime, daz bedarf her nicht wedder geben. Unde [Seite 92] sal den kindern alle iar berechen unde oren erben, ab man icht erobert, daz man daz ouch in oren nucz wenden. Nu spricht man, welch vormunde eyn erbe selber sy, der en dorffe nicht berechen; daz ist nicht, wen ab her sturbe, unde eyn ander erbe dorczu wer, dorumbe sal man io berechen on unde oren frunden. Ist nu eyn vormunde erbe dorzcu, irsterbet is an, er findet glichewol unde deste furder sinen nucz doran.

Dist. VII. Ersterbet kindern vormundeschaft, dy sy selber nicht gethun mogen, wer der neste dornoch ist, also vor geschreben ist, der sal vormunde sin. Hette her abir gebrechen an sinen funf synnen, daz der rad in wichbilde daz erkenthe, so sal is der thun, der noch deme der eldiste ist.

Dist. VIII. Haben luthe lengud mit gesampter hand, unde sterbet or eyner, der lehen mite had, unde des kinder denne by oren iarn sinth, waz man von orme guthe ufnempt, daz sal man on weddergeben, wen sy zcu oren iarn wedder komen; es en wer denne kust doruf gegangen, des sullen sy oren teyl gelden. Bedorffen is abir dy kinder, er sy zcu orn iarn komen sinth, so sal man on geben, waz on zcu oreme teyle gefellet zcu orer notdorft.

Dist. IX. Sal eyn formunde recht thun vor kinder, dy zcu orn iarn nicht komen sinth, daz sal her selber thun; sin sy abir zcu orn iarn komen, so suln sy is selber thun.

Dist. X. Wen daz kinth zcu sinen iarn ist komen, so mag is zcu formunden kisen, wen is wel, sich selber, sine bruder, adder eynen andern sinen frunth, adder fromden, do doch der erbe sin recht nicht an vorlisze. [Seite 93]

Dist. XI. Mayd unde wip sullen vormunde haben an orer clage. Eid sullen sy selber thun.

Dist. XII. Czuth sich fruwe adder iungfruwe uf oren vormunden, der eyn gast ist, der sal vor gewissen umbe also vil also sy vorclageth ist, daz sy oren vormunden zcu rechter zcith vorbrengen wullen. Tud sy des nicht, so musz sy selber antworten.

Capitel L. I. Ab eyn kinth sin erbe uflesszt syme vormunden. II. Wy keyn vormunde nicht vorkouffen sal. III: Ab eyn formunde nicht recht tud. IV. Ab gerade adder hergewete irstorbe uf kinde, dasz der vormunde zcu sich nemen. V. Ob ein frowe und ein man kinder lasen, dy nicht mundic sint. VI. Ob ein vormunde pfert oder vich in sin gewer had genomen. VII. Von kinden, dy nicht gutes gnugk haben by oren vormunden. VIII. Von kinden, dy ein man hat in sinen brot, dy doch mundic worden sint. IX. Von des vormunden erbteilunge czu eischen. X. Wy vormundeschafft nicht en erbet. XI. Wes vormunde ein rechtloz man mac gesin und nymand anders.

Dist. I. Had eyn kinth sin erbegud ufgelasszen deme, der sin vormunde ist, unde wente der daz in sines selbes nucz, daz en sal nicht sin, dywile is under sinen iarn ist; es en sy denne mit der andern kindern moge unde willen geschen. Ist des nicht, her musz vor gerichte den erben dorumbe antworten noch vormundeschaff recht. Unde ist lantrecht unde wichbilde.

Dist. II. Keyn vormunde sal wedder erbegud noch lengud, wedder vorkouffen noch vorsecczen des kindes, dywile is zcu sinen iarn nicht en komen ist, ane der andern des kindes moge unde [Seite 94] willen, unde der erben, dy daz in deme besten erkorn haben.

Dist. III. Were ouch daz eyn vormunde by eyns kindes gute, daz under sinen iarn were, so redelichen nicht entete, also recht ist, unde dy erben daz irkenten, so sullen sich dy an gerichte lassen sichern mit guter gewisheyth, daz man mid des kindes gute gebore also recht sy. Wulde der des weygern, dy frunde sullen, adder dy erben, mit gerichte on dorczu brengen; unde kan hers nicht gesichern, wer denne noch deme der neste swertmogk ist, der underwinde sich der vormundeschaft mit rechte. Unde ist lantrecht unde wichbilde.

Dist. IV. Erstorbe hergewete adder gerade uf eyn kinth, unde des vormunde daz zcu sich nemen unde daz vorkoufte by des kindes gesunden libe durch dez kindes nucz unde fromen willen, unde daz kinth dornoch sturbe: daz gud, do daz umbe gekouft worde, dorffte man nicht zcu hergewete geben noch zcu gerade. Waz is abir unvorkouft unde unvorkummert, daz musz man zcu gerade und zcu hergewete geben, hette daz kinth derleyge icht gehabt zcu sime libe, unde des andern do nicht bleben wer; was is abir in gelt bracht hette adder ander ding, daz wurde des Kindes nesten erbe. Unde is lantrecht unde wichbilde.

Dist. V. Sterbet eyn man unde eyn wip, dy kinder hinder sich lasszen, dy nicht mundig sin, dy sal der eldiste vater swertmog formunden, unde sal hergewete unde gerade ufnemen , unde sal daz vorsten getruwiglich. Wers abir in deme, daz dy erben unde frunde koren, daz is der kinder nucz were, daz man on or gelt wente an erbe, so mag der [Seite 95] formunde daz wol thun mit volbort der erben unde frunde, unde dy phenninge mit deme erben halde in vormundeschaft, unde wenden is in oren nucz solange daz sy mundig werden, so sal her on daz antworten, also gud also her daz enphangen had; ane so vel is waz von brande abegenge, do en dorffte he keyne nod umbe liden.

Dist. VI. Had ouch eyn kindes vormunde in sine gewer genomen phert adder vihe, welcherley daz wer, wern dy vorstorben, gestoln adder gebrant, adder geroubet, adder sust abegegangen ane sine schult, daz en darf he nicht wedderstaten. Beschuldiget man on abir, daz her sich doran frevelich vorsumet habe, dorczu musz her antworten, al sich daz denne gemacht unde vorhandelt had.

Dist. VII. Were eyn kinth binnen sinen iarn, daz so vel nicht hette, daz sin vormunde om sine notdorft gegeben mochte, so sal man nemen dy andern des kindes frunde unde moge, unde sal in wichbilde an den rad, in lantrechte an gerichte adder vor den hern gen; waz man denne in deme besten zcu rate wert, daz sal man thun mid den kindern, so daz man daz wissentlich mache an gerichte, daz man on anders nicht muchte gethun.

Dist. VIII. Had eyn man kinder an sinen brote, unde sin wip tod ist, doch so heyst he siner kinder vormunde, unde sine kinth sin mit ome ungeczweyget an geborth; der mag an der kinder loube mit sime gute thun, waz her wel. Ist abir do czweygunge an, so mag des nicht gesin; wen daz dy muter mit den kindern zcu ome brachte, do en mag her von der vormundeschaft nicht abegetun, ez en sy denne mit der kinder willen ader irre erben. [Seite 96] Glicherwisz en magk ouch dy muter nicht getun by ores mannes kindern, ab der gestorben wer, ane der moge unde erben volborth. Were abir der kinder eyns zcu sinen iarn komen, daz muchte in des stifvater vormundeschaft daz wol weddersprechen. Unde ist lantrecht unde wichbilde.

Dist. IX. Wer erbeteylunge heyscht von deme, der in sime erbe siczt in vormundeschaft, der sal dy schult gelden, dy in sime gute gemacht ist von vormundeschaft. Duchte on abir unde sine frunt, daz man ome unredeliche schulth gemacht hette, do musz der vormunde sin recht zcu thun, ab wen daz von im eyschet, daz man on billich unde von rechtes wegen dy schult sulle abnemen unde gelden.

Dist. X. Sterbet eyner uf den eyn vormundeschaft ist gevallen, dy vormundeschaft erbet he nicht af sine nesten erben, wen weme sy von des kindes swertmogin geborit, der underwunde sich er mit rechte.

Dist. XI. Der rechtelosze man en mag nymandes vormunde sin, denn sines wibes adder siner kinder adder siner swester. Sturbe abir uf on formundeschaft, der en sal he sich nicht underwinde, sundern der neste, der noch ome magk vormunde sin.

Hy endet sich daz irste buch von der geborth unde wy dy geborth fulget an irbe zcu benemen, hergewete unde gerade, was iczlichs ist, unde ouch von vormundeschaft. [Seite 97]

Zweytes Buch. Nu hebit sich an daz ander buch, in deme nod ist zcu irkennen, waz eyn husz ist, unde waz zcu deme husze gehort von rechte, ob in eime kouffe nicht usgenomen wurde, was von recht doch dem huse volgen sol, unde wy gebuwe und obirgebuwe sullen sin, und mit andern capitteln huserrechtes.

Capittel. I. I. Von allerhand husrecht in wicpilde und in lantrecht, wy man das halden sal ane kouff. II. Wes man recht gewern magk adder ertfestenunge adder nicht an ertfestenunge, angeweret unde angenagelt, angesmit und ingesmit mit ysrin negeln oder mit hulczin. III. Von sperlachen uber den betten oder uber den tischen; von umbehengen, dy man durch reinicheit sperret, henget oder negelt an dy wende, das gewant oder ander dinc dester reinlicher hange. IV. Von husgewieheng. V. Von ricken, von cleidern czu hengen. VI. Von luchtern und laternen, dy in den husern hangen, da man kin burnet czu geluchte. VII. Von ingeworchten dingen der goltsmyde und ir werbenke. VIII. Von kannengissern und goltkengissern drebenken oder windebenken, von der snider siczbencken, von der sarworchten stucke und benken. IX. Von smideanboszen und stocken, dy inbegraben sin, und den iren blasbalgen uff pfele gesmit. X. Von bottenern, dy ir bodeme in dy [Seite 98] erde gesenket haben. XI. Von bruwepfannen und bruwekesseln czu met oder czu bire ingemurt. XII. Von verbepfannen oder verbekesseln, dy ein verber czu syme hantwerke hat ingemurt, und iren wircbenken. XIII. Von remen, da man tuch oder laken an slet. XV. Von louwekeszeln oder louwebuten ingemuret. XVI. Von fleischhouwerkesselen und houwestocken in den hutten ingegraben. XVII. Von badekesseln oder pfannen ingemurt oder wassertroge. XVIII. Von kursener, wisgerwere butten ingegraben. XIX. Von hangendem holringe. XX. Von yserin turen und venstern. XXI. Von blastern czu stuben oder czu andern gemachen im huse gesaczt. XXII. Von houwestocken ingegraben. XXIII. Von crippen und roufen in gasthofen oder in andern husern. XXIV. Von bodemen geleit im huse, geworcht oder ungeworcht. XXV. Von brotlegen. Von keten, dy man vor husere oder vor stelle spannet. XXVI. Von siczbenken vor dem huse oder im huse, steinen oder hulczin; von ummelagen und ofenbretten, czu welcherhand ofene dy geleit sint, oder ofenturen, ysrin oder hulczin. XXVII. Von darrenhurden und von harlachen. XXVIII. Von allem brugeschirre, das im bruhuz mac gesin czu bire oder czu mete. Von hengeln, ysrin oder hulczin, da man kannen, flaschen oder erin gropen an pfliget czu hengen. Von ingesmitten iuncfrowen houpten, oder welcherleyge dy sin, oder gehangene hirzgewie czu luchtern in stuben oder in andern gemachen. Von henckelt, dy man pfligt czu haben in cremen, cramereie daran czu hengen. Von schunen, da man inne latten und strauholcz leget under getreide. Von wurczgarten an husern und uff dachen gemacht, an wurczgarten an hofen, an mulen, was den auch czu recht volge sol. Das capittel hat uzlegunge, als hirnach geeschriben stet, wenn ir uzlegunge gar not ist in wicpilde, da ein menge der lute ist, und manch man wil sin sach scheide noch sime houbte, da en kere sich doch nymand an, wenn was hynoch geschreben stet, das sol [Seite 99] man halden, von recht in sechsischem wicpilde, daz uz den alden rechtbuchen ist genomen und czusamne bracht.

Dist. I. Welch man in wichbilde eyn husz kouft adder vorkouft, der sal in iare unde tag wern. Wenne iar unde tagk uszkemmet, so en had her on furder nicht zcu gewern vor alle den, dy in wichbilde adder in lantrechte sin gewest. Hette aber ymant yme lande icht rechtes dorczu, der ussewendigk landis wer, vor des anesprache musz he sin gewere sin. Ouch sal he gewere sin vor kinder, dy nicht mundig sin unde ouch dy poben oren iarn sin. Wel man ome der gewerschaft nicht glouben, he sal noch der werschaft das gelt vorborge, noch schepphen orteyl.

Dist. II. Man sal weren, unde deme hussze lassen fulgen, alles daz gewet unde genagelt ist, mit dissen unterscheyden, also ir horen sullet; wenne etliche ding dy gewet unde genagelt sinth, fulgen doch deme huse nicht, es en wer denne uszgenomen mit benannten worten: also kesekorbe, kesezcirln, unde kesebreth, unde brothsrayn, unde ander ding, dy hynoch geschreben sinth.

Dist. III. Sperlachen obir den betten, adder obir den tischen, adder an dy wende gehangen durch lust unde reynickeyt der lute, sy sin genagelt mit ysen adder mit holcze, adder angewet, adder angebunden, dy fulgen deme huse nicht; es wer denne uszgenomen.

Dist. IV. Alle herczgewrige, angenaylt mit ysen adder mit holcze, dy bliben in deme huse; is wer denne in deme kouffe uszgenomen.

Dist. V. Alle ricke, dy gemacht sint, daz man icht doran gehangen moge adder sal, sint dy [Seite 100] angefestent mit ysen adder mit holcze, daz man sy uf keyn ord mag uszgeczien, so bliben sy by deme husze. Mag man abir dy stangen uf eyne syten uszgeczihen, so dasz man sy nicht zcwuschen den rigkslossen uszzcye adder uszsleyffe, daz man wol thun mag; wo daz abir nicht mag gesin, do bliben dy ricke by deme husze.

Dist. VI. Luchter, do man kin uffe bornet yme huse zcu geluchte, unde laterne, dy man henget yme huse, do man mete luchtet, sint dy mit keten angesmeth, daz man sy nicht magk abegenemen, dy sullen by deme huse bliben. Henget man sy abir an hangen adder an nagele, mit keten adder mit banden, dy fulgen deme huse nicht; es wer denne uszgenomen mit guten worten.

Dist. VII. Alle ingeworchte bencke, stocke, unde blaszbelge, dy goltsmede zcu orn hantwercken bederben, sy sin ingegraben, adder ingemuret, adder ufgesmet unde gefestent mit holcze adder mit ysen, daz en fulget deme huse nicht; is wer denne uszgenommen in deme kouffe. Brechen sy abir der wende icht, adder leczten dy erden, daz sullen sy wedder fertigen; teten sy des nicht, waz denne disser doruf koste truge, dy muste man om erlegen. Wolde man des nicht tun, so clage man das an gerichte, so sol man dem erlegen sinen schaden. Wirt im der schade erteilt mit dem eide czu bewisen, er muz im darumbe busen und dem gericht wetten acht schillinge der cleinen muncze, dy in dem wicpilde genge und gebe ist.

Dist. VIII. Also selbest steth der kannengisser unde ouch der glockengisser recht an oren wergsteten, unde der sarworchten, unde der snyder brucken [Seite 101] unde frothtysche, sy sinth gefestent adder nicht, daz sy dy ane schaden nemen. Geschet des nicht, unde geschege schade dorvon, den sullen sy fertigen, also vor geschreben ist, oder darumbe liden vor gerichte was recht ist.

Dist. IX. Alle aneboze unde stucke, dy dorynne sten, adder blosbelge ufgesmeth adder nicht, adder uf phele, do sperrehacken inne sten, dy gehorn nicht zcu deme husze: es en wer denne uszgenomen mit benanten worten. Waz sy abir vorseren an wenden adder an erden, daz sullen sy fertigen, also vor schreben ist von dem goltsmiden. Tun sy des nicht, sy muzze darumbe liden an gericht, ob man sy vorclait.

Dist. X. Dy bottenere adder dy botchere, dy ore boddeme legen in deme husze in dy erden durch orer hantwercke willen, adder ore houwestucke, ab sy wol in dy erden gelencket sint, dy sal man nemen; er worde denne globet. Dy sal man ane schaden abnemen; geschet abir dovone schaden, man sal on ouch wedder legen, oder liden darumbe vor gericht, alz vorgeschriben ist.

Dist. XI. Alle bruphannen adder bruekessele, zcu byre adder zcu mete, sy sin ingemuret adder nicht, adder in dy erden gefestent, dy gehorn nicht zcu deme huse; is en wer denne uszgescheyden mit worten. Dit ist gereth von den dingen, dy eyn man selber in syme huse had adder zcinshusern. Es sin abir in vel steten erbebruwen uf zcins gesaczt, dy phlit man zcu vorkouffen mit alleme brugescherre, kupphern, ysern, unde hulczern, dy fulgen deme huse noch zcinsrechte. [Seite 102]

Dist. XII. Alle ferwekessele adder ferwepfannen, ingemuret in dy erden adder in dy wende, gehorn zcu deme huse nicht; is werde denne in deme kouffe uszgetragen mit richtigen worten. Bricht man abir dy usz, daz sal man thun ane schaden des huses; geschet schade dovon, den sal man irlegen, also vor geschreben ist.

Dist. XIII. Alle remen in dy erden gefestent userthalben des huses, ymme have, adder in deme garten, ab hof adder garten dorczu gehort, dy ertfestenunge heyst nicht dez huses ertfestenunge, es ist irdocht durch des hantwerckes willen, unde gehort nicht zcu deme huse; is wer denne uszgenomen mit vorbenanten worten.

Dist. XIV. Alse werckebencke, do der becker sin broth uffe wercket, unde uf pheln gefestent sy sint in dy erde, adder wy sy gefestent sin, unde der becker kessele ingemuret, daz heyst als keyne ertfestenunge nicht, unde or keyn gehort zcu deme huse nicht; is wurde denne uszgenomen mit richtigen worten.

Dist. XV. Alle lockesselle unde bodene, ingegraben adder ingemuret, sin nicht ertfestenunge, unde gehorn nicht zcu dem husze; is wurde denne uszgenomen. Hebet man obene steyne usz, domete der kessel ist ingemurt, unde thut man dy naher, daz mag man thun mit rechte; man sal abir dy vorwunnen erden wedder vorebene. Tete man des nicht, man muste vor gerichte liden, waz do recht wer.

Dist. XVI. Glicherwise fleyszhuwer kessele adder wasszerkessele, ingemurt oder in dy erden gefestent, ist keyn ertfestenunge, unde gehorth nicht zcu deme huse; unde bricht man sy us, daz thud [Seite 103] man mid rechte. Man sol das tun ane schaden, alz vorbeschriben ist. Unde ouch ire houstocke und ire houbenke in den fleischhutten und ricke, da man das fleisch pfliget an czu hangen, waz der des doran had gemacht, dez dy hutte ist, daz gehort czu der hutten, ob man sy vorkaufft. Hat aber einer eine hutte gesmit, hat er icht dez sinen darin geczuget mit sins selbes erbeit, das mac er wol naher nemen ane schaden der fleischhutten. Tut er denne schaden, den sal er wider vertigen.

Dist. XVII. Alle badekessele unde phannen, ingemurth, unde wasszertroge unde becken in den badestoben, dy in dy erde gefestent sin unde uf phele, daz ist ye ertfestenunge, unde gehort zcu den badestoben, wenne is zcu deme hantwercke gehort; is werde denne uszgenomen mit benanten reden.

Dist. XVIII. Alle wiszgerwer unde korsenere, dy ore tunnen unde botten haben ingegraben, dy mogen is usznemen. Gescheth abir schade dovon, den sal man wandeln.

Dist. XIX. Alle heckinge, hulczen adder ysern, dy man mit ringen, adder mit widen, adder mit strengen ane slouffet, dy gehorn nicht zcu deme huse. Sin abir dy regele ingemurt, adder ingenaylt, unde vorboret unde vornagelt, so gehorth der habe zcu deme husze. Wo man abir dy regele mag abegenemen, so gehort her nicht zcu deme huse; wen sulde dy hokinge zcu deme huse gehorn, so muste der kessel ouch dorzcu gehorn, unde des ist nicht; wen dy holringe ist deme kessele gehangen zcu notdorff, unde nicht deme huse. Wer ander recht dorczu schribet, der tud unrecht. [Seite 104]

Dist. XX. Alle ysern thorn, hulczern, adder getonchte torn, angehangen, adder sy sin von oren rechten hangen abegenomen, durch daz man sy in deme kouffe behalden wulde, doch gehorn sy zcu deme huse; is werde denne uszgenomen. Glicherwis alle laden unde fenster, ysern unde hulczern, angehangen, gehorn zcu deme huse, man moge sy abegenemen adder nicht; unde dy getonchten thorn also wol; unde ouch alle keten, dy man phleyt an dy thorn zcu blihene adder zcu smedene, in hindern adder in fordern thorn, gehorn zcu deme huse; unde alle slosse, dy an dy thorn gefestent unde gesmet sinth, gehorn zcu deme huse; sundern malslos unde helden, dy treyt man wol naher. Waz aber uszgeteydinget wert mit benanten worten, daz sal yderman behalden.

Dist. XXI. Fensterremen unde plostere zcu dornczen gehorn zcu deme husze; sundern ab eyn man besundern glasefenster hette, dy mit bildewercke adder mit andern dingen gemolt wern zcu eyner sunderlichen wollust, gehorn nicht zcu deme huse; is wurde denne in deme kouffe benament. Sin abir dy glasefenster ingefestent adder ingemacht, unde keyne anders blaster dorzcu gefuget sinth, adder sin spatfenster, dy an stoben gemacht sint adder in andern gemachen, sy sint gemolt adder nicht, die gehorn zcu deme huse; is wer denne uszgenomen mit benanten worten. Wer hir ane vorrucket der lide hirumbe, waz recht sy.

Dist. XXII. Alle houwestucke unde houwebencke in deme huse, do nicht hantwercke zcu gehorn, dy in deme huse in dy erden sint gemacht, gehorn ouch nicht zcu deme huse; is werde denne in deme [Seite 105] kouffe uszgenomen. Bricht man sy aber uz, ez en sy an wenden oder in der erden, dy sol man wider gancz machen; tet man des nicht, man muste darumme liden.

Dist. XXIII. Alle krippen unde rouffen gehorn zcu deme huse, dy in dy erden adder wende gefestent sinth, unde uf stoczele geneylt sint mit ysene adder mit holcze; sundern uf steyne adder uf swellen geneygelt sinth, unde gefestent, dy mag eyn man mit rechte abenemen; is sy denne vor in deme kouffe uszgenomen. Glicherwiz also roufen ober den gevesten krippen, dy sullen bliben; aber dy roufen uber den ungevesten krippen, sin dy nicht angewit, noch genagelt sin, dy volgen denselben krippen, und man nymt sy ab mit recht; ane schaden sol man das tun.

Dist. XXIV. Alle treger, dy yme gewarf gestrouwet sinth, adder ufgeleyt, daz man bodeme doruf legen magk, dy sint gefestent adder nicht, gehorn zcu deme huse, unde alle bodeme, dy man phleyth zcu strouwene. Do mercket, wy man das halden sal. Alle breth, gesmert, adder gefult, adder gespunt, unde geleget, daz man doruffe ged, sy sint genegelt adder nicht, gehorn zcu deme huse; is werde denne vor uszgescheyden; und bret adder schalholcz, uf kellern unde uf kemmenaten unde uf ander ding gefuget, do man estriche sal ufflan, gehorn zcu deme huse. Alle balcken in der schun gehorn zcu der schun; sy legen ledig adder nicht. Alle latten unde stroholcz in der schunen, daz nicht gefestent ist, daz gehort nicht zcu der schun, wen is ist deme getreyde zcu hulffe geleyth unde nicht der schun. [Seite 106]

Dist. XXV. Alle brothengen gehorn nicht zcum huse, sy sin gewet adder gehangen, an ysen adder an holcz. Alle gehangen dele zcu kesen, noch kesekorbe, gehorn ouch nicht zcu deme huse, wen dille dinge gehorn zcu menschlicher notdorft.

Dist. XXVI. Alle sicczebencke, in der stoben adder in deme hole, gefestent uf kloczer adder in dy erden, adder gefuget dorczu , dy gehorn zcu deme huse. Sint sy abir nicht gefuget unde sust geleget, daz man uffe siczt, dy tud man wol heraber ane schult; is werde denne in deme kouffe uszgenomen. Alle umbeleger unde uffenbreth gehorn zcu deme huse, mit gesampt den breten, dy do gehorn vor daz offenloch. Alle ricke in den dorczen, gefestent mit ysen adder mit holcze, dy man nicht uszgeczihen magk, gehorn zcu deme huse. Alle asen boume, ingeleit oder ledic uf leist dar geleit, gehorn czum huze. Alle hunerstigen gevestent vn der brucken gehorn czum huze. Alle luchtere und tocken in den stuben und in andern gemachin, gevestent mit ysen oder mit holcz, gehorn czum huze. Alle sicczebenke geczunt adder gemurt vor den torn, gehorn zcu deme huse; sin sy abir ledige steyne, nicht zcu muren geleyth, unde sin ledige bret, dy nicht gefestent sinth, dy nempt man wol abe her, is were denne in deme kouffe uszgenomen. Alle steyne, dy man phleyt vorne by den thorn zcu senckene durch schuczes willen, unde usz unde in zcu farn, daz man der thor nicht schade, adder dovor phlege geslagen, gehorn zcu deme huse.

Dist. XXVII. Alle darrenbalcken unde darrebreth, do man hulczer unde horde ufleget zcu deme harlachen, unde ouch dy horde, ab man sy wol uf [Seite 107] unde abenempt, gehoren doch zcu dem huse. Dy darrelachen gehorn nicht zcu deme huse; is werde denne in deme kouffe uszgescheyden.

Dist. XXVIII. Alle bruwegefesze unde ierbodden, von obirscheftigen unde von fuderigen botten, von halbfuderigen unde ouch von schilden, gehangen adder ungehangen, gehorn keyns zcu deme huse; is werde denne in deme kouffe benomet. Adder in der winkelter do gehort zcu dy pressebrucke, unde der presseboym mit der schruben, mit spinneln, unde mit der brucken, dy vor der pressen ist ingefestent. Daz gehort alles zcu der winkeltern; alle andere gefesse, daz dorinne ist, gehoren nicht dorczu.

Capitel II. Nu uzgerichtet ist, was man an eime huze weren sol, nu ist nod, daz wy erkennen, wy eyn iczlich man buwen sal by sime nachgeburen, beyde, forne, nebene unde hindene. I. Zum ersten: ob ein man vorne kein der gassen wil buwen steinein oder hulczin. II. Ab eyn man steynen buwen wel unde wil, daz sin nackebur mit om buwe. Ab eyn man wel tremen adder cropsteyne in dy muren legen. III. Ab eyner eynen obirschocz machen wel. Wy verre dy troufe von recht sulle valle. IV. Wy verre mon dy rinne kein der gasse sol uber leiten. Von den trophen, dy czwischen czwein in ein rihe suln vallen. V. Wy weit dy rihe sol sin, und wie man kein heimlich gemach darin sol machen. VI. Wy ein man hinder sich sol buwen sin stelle und swinkobere. VII. Wy ein man sin heimelich gemach sol buwen und bewaren kein den nachgeburen, das in nicht schat und smacheit entstet. Wy ein man alle sin wasserloufte sol halden. VIII. Ob ein man sol buwen und ieme neben sin wende oder muren gesunken sin. IX. Ob eime sin mure oder ader [Seite 108] sin gubude uff des andern ist gevallen. X. Ob einem des andern tach an uberbuwe hindert. XI. Wy verre ein man vor siner tur hinden und vorne recht muge gehaben.

Dist. I. Wel eyn man buwen sin husz keyn der gassze, steynen adder hulczen, so sal her buwen mit wissen siner nackebur obene unde neddene also: wel he buwen usz deme grunde eynen keller, der uf eyne syten sinen nackebur ruret, adder uf beyde syten, dy sal her doby haben, daz he dy rye redeliche legen uf yeliche syten, unde domete uffare mit syme gebuwe. Werden sy des entczwey, so sal man dorczu laden den rad, richter adder schepphen, unde ouch dy nackebur obene unde neddene, und sal on daz entscheyden, daz on beyden recht gesche. Wulde ouch der buweman noch sines selbest willen buwen, unde erclayt man on unrechtes, he musz daz abethun, daz her gebuwet had, unde busszen, unde wetten.

Dist. II. Buwet eyn man steynen, unde wel unde heyschet, daz sin nackebur mit ome buwe, vormag her daz, so sal hers thun. Vormagk hers nicht, adder wel hers nicht thun, so sal her dissen uf on lasse buwen anderthalben schuch, unde in dy want keyne tremen legen, noch vormuren, ab fur dorin queme, daz daz fur icht durchbrente. Unde or iczlich mag kropsteyne inlegen, do he sine tremen ufgevahen unde gelegen magk. Der dy mure furth, der bedarf ieme sine kropsteyne nicht legen. Wel he or nicht legen, so sal he sin gebuwe uf holcz vahen unde in keyne muren legen.

Dist. III. Wer kegen der iasse steynen adder hulczen obirschosse machen wel, der sal den [Seite 109] obirschos nicht verner obirzcin wen eynes schus langk obir der muren, unde dy troffe sal vorbaz eynes halben schus lang vallen, so daz dy trouffe anderthalben schuch valle von der swellen. Keynen witern obirschos sal nymant von danne furn; is sal ouch nymant knouffe unden lasse vorgen. Es en sal ouch eyns iczlichs manns obirschocz von unden uf also ho erhaben sy, daz eyn man uf eynen spennichen rosse dorunder geriten moge unangerurt. Wer uber das anders tut, der mus darumme bussen und wetten, ob man in darumbe beclait, und muz rumen mit sins selber schaden.

Dist. IV. Sal eyn man zcwussen on rin inlegen uf dy muren, dy sal of eyn also wit sin als uf den andern, unde sullen ores daches trouffe glich zcu der rynnen fassze, or eyn ane des andern schaden. Welcheme do schade geschet, der mus is deme andern irstaten; wirt er darumbe beclait, er mus darumbe wetten und busen. Wer ouch ryn wel legen, der sal sy also verne lasse gen obir dy gasse, daz eyn geladen wayn zcwussen der rynnen wasszerfal unde deme huse moge gegen, unde eyn mensche by neben den andern. Ouch sal nymant keyn unfledig wasszer gysen in dy ryn usz sime huse, dovon ymant smag unde unflat liden musse. Wulde daz eyn nackebur von den andern lide, daz sal nicht sin; daz sulde wern eyn rad in deme wichbilde unde busse dovon nemen.

Dist. V. Eyn rie adder eyn ayczucht, dy zcwusschen zcwen nackeburn ged, dy sal nicht enger sin wen dry schu, durch daz iczlichs trouffe valle anderthalben schuch von der rye, so daz dy trouffe valle gliche halb zcusammene in dyselben [Seite 110] ayczucht. Es en sal ouch nymant heymelich geyn dich buwen. Es en sal ouch nymant keyn ander wasszer noch unflad uss sime hoffe, noch usz sime burne dorin wisen, daz is andern nackeburn an flossze neddene nicht schade; unde ab zcwene nackebur wol daz mit enander in gute haben, doch sal is den andern nackeburn nicht schaden.

Dist. VI. Eyn iczlich man sal sinen swinkoben buwen dry fusze von deme rie, so dasz alle flossze unde unflat uf om selber blibe, daz der floz von der sweln unde rien dry schu getemt sy. Ouch mag eyn iczlichs sine sweln in sine selbes wenden wol machen, so daz her beware sines nackeburs schaden. Unde eyn iczlichs sal sine want selbir halden kegen deme andern in huse, in stellen unde in schunen, ane dy do steynwende mit enander haben.

Dist. VII. Eyn iczlich man sal sin heymelich gemach keyn sime nackebur secczen keyn deme rien, unde sal daz bewircken unde vesten gancz uf dy erden, unde sal kegen der iassze unde ouch neben sinen nackebur temmen, also daz keyn unflad moge gegen kegin deme rien unde kegen der iasse. Es sal ouch keyn man hinden noch vorne kegen den gassen keyn tor noch loch haben, do vih usz unde in gekrichen mogen, dovon smag unde unlust ensten muchte. Hirumbe sal eyn iczlicher dazselbe wasszer unde unflad uf om behalden unde nergen uszwisen. Ouch sin in fel steten heymeliche gemach in muren gefasset unde in dy erden gegraben, wan man dy ledigen musz, daz sal man thun mit hebevassen, daz man io in den gassen nicht en zcete adder trouffe, dovon ymant moge unlust gelide. Unde daz sal man thun winterczid by nacht; wer is tete by tage, der [Seite 111] sulde daz bussen. Auch sint in vil steten wassirgenge durchgelegit, do sal man kein heymelich gemach obir machin, is sy denne, do die hofe adir husir die hindirteil zusampne habin gekart; wo abir die wassirborne in di gassen gen, do mag das nicht gesin.

Dist. VIII. Wo zcwene by enander sicczen unde eyns gebue ist gesuncken in des andern fullemunt in der erden, adder in dy wende gesuncken sin, adder ander gebuwe, der sal daz richten unde wenden, uf deme daz gebuwe steth, ab disser mit syme gebuwe wel by om uffarn, daz he den nicht hinder. Wulde he des nicht thun, so brenge her on dorczu mit deme gerichte, adder mit deme rathe in deme wichbilde. Wer der so arm, das man in mit gerichte darczu nicht mochte betwingen, so schol das iener selber tun mit schepphen urteil, und schol dy koste, dy er daran tut, slahen uff ienes erbe; das schol man im fronen an gehegter banc, welcherleye czins er uf derselben gewere wil, das her den schol haben, alzo lang biz daz er sin kost wider uf gehebet. Wolde er sich des alles weren, so schal man czu ime clagen umb einen fridbruch, wen er den fridbruch beget an desem, und am gerichte widerstet, das schol in richten noch fridbruches recht.

Dist. IX. Ist eyns mure adder wende adder ander gebuwe uf den andern gefaln, daz sal he erabe rumen mit sines selbes kosten; unde ist mer schade do geschen, den sal he erstaten noch erkentenisz der nackebur adder rates in deme wichbilde. Kunnen sy des nicht gescheiden, so schol man dy schepfen darczu nemen; dy schullen mit [Seite 112] den nachgeburen das scheiden nach dem das sy erkennen, waz darumbe gesin mac; daz suln sy halden. Wer aber einer also frevelber, das er des nicht vorvolgen en wolde, und man ez auch mit urteiln hette geeischt, so tut her einen fridbruch; brenget man in hin czu im alzo recht ist, er mus darumme liden alz fridbruches recht ist.

Dist. X. Hindert eyn den andern an sime gebuwe, daz sal her ome rumen. Wel he des nicht thun, so neme disser sine nackebur zcwene, adder zcwene schepphen, unde thu on daz kunth. Wel her denne nicht aberumen, so sal is disser selber abethun, unde sal is om noch sime umgebuwe wedder machen, also gud als es waz. Rumet aber iener selber, dennoch schol ime iener das sine weder mache, alz gut als es vor was. Weret er sich aber deser geschefte, so were es im ein fridbruch ken dem gerichte und ken dem cleger. Claite man czu im den fridebruch, man richtet uber in als uber einen fridebrecher.

Dist. XI. Eyn iczlich man had vorne unde hindene vor siner hovereyt nicht, wen also verne also sin trouffe reychet. Do magk he hinder thun unde were legen, waz her wel, daz nicht wedder recht ist. Holcz unde mist mag eyn man wol vor sine hovereyt legen uf eyne bescheyden zcit, noch kore unde geseccze des rates unde der gemeyne in wichbilde. Keyn geczymmer sal ouch eyn man obir iar legen in dy gasse adder in dy strasse, wen daz von furesnod unde von anderme hindernisse schaden muchte brengen. Clait ouch ein nachgebur oben oder nyden darumme, daz es im schedlich sy, am gerichte, deser muste darumme antworten [Seite 113] in aller wise, alzo vorbeschreben stet, wen ein man an dem alzo wol frydebruch tut, alzo an den vorbeschreben stucken.

Dist. XII. Eyn iczlich bruwer, der do had bruehuser adder backehuser adder ferwehuser, oder fuwermuren in den husern adder in den dorczen adder in den smedden, daz sal man bewarn unde sichern, daz keyn schade dovon gesche, wen daz ist wissentlich fur; denn waz eyn man von rechte bewarn sal unde tud des nicht, bekumpt dovon schade von fursnod, adder von andern sachen, den sal her sinen nackeburn allen richten, also verne als sine guter gereychen mogen, ioden manne noch der gute margczal, unde dornoch liden noch der stad geseccze. Queme abir fur von ome usz in andern gemachen, wen dy he von irsaczten rechten bewarn sulde, tud her dorczu sinen eyd, daz is om leyt sy, unde ane sine schult, so ist her ledig der nod.

Dist. XIII. Wo czwene hove by enander sten, do vorth eyn want zcwuschen sted, adder ab sy zcwu wende haben, unde eyner hocher gebuwet had wen der ander, der sal keyner in des andern wedder lichtlochere, noch fenster, noch wasserlochere machen. Wulde he aber des nicht lassen, man sulde on mit richte dorzcu brengen.

Dist. XIV. Welch man by sime nackebur had eynen boymgarten legen, waz do obir dez andern were kempt mit sinen esten adder zcelcken, der denne den stam adder worczeln uf siner gewer had, der zcy sich der este adder zcelcke an, unde griffe denne so her nesten moge; waz om denne fulget, daz ist sin; waz im da nicht gevolgen en mac, das schol ienes sin. [Seite 114]

Dist. XV. Alle zcune, dy man zcunet in wichbilde, adder in felde, ymme boymgarten, adder umbe krutgarten, dy sal eyn iczlich man dy storczen uf dy gewer kern unde nicht herusz. Kort her sy erusz, daz eyn vih sine ougen uszstissze, daz muste der, des dy gewer ist, gelden mit des vihs ersaczten wergelde, wenn is eyn unvornuftigk thir ist, unde sich dovor nicht gehuten kan also eyn mensche. Spreche abir disser, daz das vihe dissen schaden niht enphangen hette uf siner gewer, des wer jener nehir zcu bewisen selbdritte, wen is disser moge unschuldig werden.

Capitel III. Nu wir gelernet haben, wy man huser schulle buwe und in welchem rechte, nu ist nod daz wir lernen waz fryheyth unde rechtes dy huser haben an huszzcinse, an huszmitene, unde vel andere geschefte, dy hirnoch geschreben sten. I. Von rechter friheyd des huses. II. Ob fridebruch geschit an friheit des huses, wy man darumme richte schol, Wem man von rechte den fridebruch bessern schol, und wes dy not ist. Ob uberige gewalt der menige am huze fridebruch tut. Ob mer lute fridebruch tun am huse in einer tat. Wer auch ein volge sy an dem frydebruch. Wy man den fridebruch bewise schol, der an husern geschit; wy man daruber schol richten. III. Ob fridebruch in lithusern geschit, wy man daz richten sol. IV. Wy fridebruch geschehen mac an eine, der ein huse gemeine hat.

Dist. I. Von keyserlicher gewalt unde ouch koninglicher, also dy alden rechtbuchere beschriben, unde dy romere by constantini gecziten ersaczt haben allen luten in lantrechte unde ouch in wichbilde fryheyth unde frede. In glicheme manne in sin fir pheln unde wenden furder frede sal haben mit [Seite 115] starckeme und grosszerme rechte wen usszewendigk. Ffriheyth unde frede des huses is, daz nymant den andern, tages noch nachtes, in sin husz louffen sal frevelich, noch keyne obirlast wedder mit worten noch mit wercken thun sal.

Dist. II. Heymsuche unde fredebruch des huses ist dryerley merglich unde nodhaftigk. Dy erst ist dy: der den andern louft fur sin hus frevelich mit gewopenter hant unde heyscht on erus. Umbe den frevel so musz her deme cleger bussen XXX schillinge; also dicke als her on heruszheyscht, also dicke deme richter sin gewette. Beclaget on disser dorumbe unde spricht her, he en habe sin nicht getan, des wer iener ner zcu bewisen mit sinen nackeburn, dy den frevel gesen unde gehort haben. Spricht er ouch, ich en konde vor vorchten mine nachgebur nicht berufen, so mus sy iener umme iczlich uzeischunge entwirken selbesibende, und umb icliche clage ander siben. Dy ander uszheyschunge unde fredebruch ist: der deme andern louft mit gewopenter hand unde unrechter gewalt, unvorclaget vor sime richtere, des tages adder nachtes, vor sine gewer, unde vet ome disser in hanthafter tad, unde tud dry stunt sin gerufte dorzcu, unde bestelt daz mit sime schrymanne, dy he dorczu gehaben mag in wichbilde unde in lantrechte, unde brengen den mit geschrie vor gerichte; unde mag her nicht vor gerichte komen, so lade her daz gerichte dorczu. So sal man vor der tor eyn gerichte sicczen; vorwint her on doselbest siner beschrymanne, so wert ome erteylt, daz her ome den halsz uf der sweln abslahet uszwert, unde sulle den corper under der sweln uszzcyn, so daz her eyne gruben under der sweln macht, daz her [Seite 116] on moge uszgeczyn. Daz gerichte sal ouch nicht irloube, daz man den corper ober den sweln uszcy, umbe dy nod dy her an ieme getan had. Dy dritte uszheyschunge ist: wer do louft frevelichen, eyner adder mer luthe, an eynes husz, unde stormen do geweldiglichen an mit ufhouwen, mit ufstossen torn, unde fenstere abezcurissen. Wer des sine schrymanne gehaben magk, unde vehet her in der hanthaften tad unde brenget on vor gerichte, man richtet ome zcu sime halse, also vor beschreben sted, von deme sweln. Queme ouch disse frevelere dovon, unde disser doch an gerichte queme, unde also manchen al her beclaget umbe dy heymsuchunge unde fredebruch, loucken sy des, do musz iczlicher selbsybende dovon kome, unde iczlicher sal ander syben haben. Welcher deme andern helft umbe dy clage, der mag deme andern nicht gehelffe umbe dy clage. Wolden dy ouch dovor nicht recht thun, unde wethen dovone, den sal man fulgen mit rechter clage, unde dy vorvesten uf den hals.

Dist. III. Heymsuchunge unde huszfrede mag man an nymande vorbrechen, wen an deme des daz husz ist, adder der is gemith had, is sy eyner adder zcwene. Haben is zcwene gemid, man furdert den huszfrede kegen den beyden; der uffe der gewer siczt, der had recht dorczu.

Dist. IV. Wer feyln trang had, ged eyn man in daz hus, unde zceret sine phenninge mit andern zcechgenossen, unde wert do czweygunge ynne, des unfugunge adder ungerichte dorinne geschet, des magk der wirt keyne keyn angespreche umbe heymsuchunge gehaben; magk her abir bewisen mit andern zcwen zcechegenossen, daz he sine zceche [Seite 117] dorinne getruncken habe, dy mussen daz swern zcu den heyligen, ab man daz heyscht; wern aber czwen gesworne vom rate daby, oder czwene schopfen, den ist des czu glouben, was sy darumbe sagen uff ire vorder eyde. Mag aber der den zcechgeseln noch der geschworn nicht gehaben, unde spricht on der wirt an, he musz dorumbe liden, waz recht ist unde vor schreben ist.

Capitel IV. Nu ist nod, daz wir lernen, wy heymsuchunge ste an huszmitungesrechte zcu zcinse.

Dist. I. Mitet eyner eyn husz zcu zcinse, eyn iar adder me, den zcins sal her geben zcu rechten zcinstagen, also im lande adder in wichbilde in alder gewonheyth ersaczt ist. Tud he des nicht, so sal on der herre adder sin bote, der sin brodesse ist, phenden ane gerichte. Sust mag nymant den andern phenden ane gerichte.

Dist. II. Loucket eyn herre sime hindersedel des ingedinges an husern adder an bencken, dy man hutten heyst, do magk der hindersedel daz ingedinge mit grosszerme rechte behalden eyn iar uffe den hern mit sime eyde, den is der herre entreden moge mit syme eyde.

Dist. III. Eyn iczlich herre ist neher sinen zcins zcu behalden uf sinen hindersessel adder zcinsman, wen om der zcinsman entgen moge, zcu den heyligen. He en mag ouch uf on nicht mer behalden, wen eynen iarzcins, unde waz des zcinses obir eyn iar had gestanden, do mus her ome schult umbe geben, also umbe eyne ander schult, man muchte on denne [Seite 118] vorczugen mit likouffes luten, mit gerichte, adder mit gebeten geczugen von beyder willekor.

Dist. IV. Had eyner eyn husz zcu erbeczinse mit huszgerete, wulde her daz ergern, adder dorus vorkouffen bruegeschirre, adder ander dingk, waz daz were daz dorzcu gehort: daz en mag her nicht getun ane des willen, des daz eygen is, adder der gelt dorane had.

Dist. V. Had eyn man sin hus adder sin eygen vormid, unde vorkouft daz sint der zcith: der daz gemit had, der had sin ingedinge. Wulde on der abetribe, der is gekouft hette, des en sal nicht sin; wen he wer sime ingedinge neher zcu bewisene uf den heyligen zcu eyme iare adder zcu eyme halben, also den or ingeteydinge gestanden hette. Der is denne gekouft hette, der behalde sin eygen, ab her wel, unde warte sines zcinses.

Dist. VI. Wel eyn man phenden uf der gewer sins eygens, unde wel man om daz wern, da sal her zcu nemen zcwene adder mer, wen her dorzcu gehaben magk der nackebure, unde sal des besecczen, also daz her den richter dorczu neme, unde sal phenden in der gewere. Wert om daz der, dem dy phande gehorn, so schrie her daz gerufte unde fulge der clage, unde mag om fulge in daz husz adder in eyn ander husz, wan he von der wedderstenunge keynen huszfrede gehaben magk, wen he den husfrede selben gebrochen had. Vint her ouch in der gewer nicht, wen he phenden wel, dornoch mag her wert adder wertin wol ufhalden, wen he sy ankemet, mit zcwen nackeborn unde froneboten, unde in siner gewer halden vor den zcinz. Loucken sy des zcinses, disse ist neher zcu bewisen zcu den [Seite 119] heyligen uf disse eyns iar zcins unde nicht me. Spreche sy aber, sy hetten im den czins vorgolden, oder sprechen mit slechten worten, sy en wern im nicht schuldic, doch muste man daz selbedrit volkummen umb den czins.

Dist. VII. Nymant mag gephenden vor den huszzcins, wen der des daz eygen ist, adder sin gelt doruffe hette in gerichtes sacczunge, adder sin gesinde. Wer aber eyner sich, adder gefangen, oder uz dem lande, der keyn gesinde en hette, des frunde eyner muchte wol phenden; do her dorusz zcoch, daz er sinen czinsman darczu genomen hat und czwen biderman, das er dem sin macht daran getan habe; wer er aber sich, her mac einen sinen frund wol daczu geben, wissenlich czwen schepphen oder czwen siner nachgeburen.

Dist. VIII. Had eyner sinen wantkasten adder sinen bansen vormid, vorslusset man ome dy, daz he nicht gephenden magk umbe zcins, do sal her vor gerichte komen umbe, unde sal mit orteyln fragen, wy her syme zcinse ner kome moge, wen ome vorflossen sy sin gewer, daz her nicht phenden mag vor sinen zcins. So wert ome georteylt, he sull es bewisen mit den luten, zcwen, dy by der inmitunge gewest sin; den mag man glouben by orme eyde. So mag om der richter dy gewer uffene, daz her sines zcinses moge bykomen; unde wer daz denne werte, der beginge den fredebruch, also vor beschreben ist. Unde der richter had sin gewette uf ienen, der daz zcugeslossen had, unde mag an der stad wol phenden; unde magk her nicht phandes bekomen vor sin gewette, her mag on phenden uf der gewer, do her denne wonth. [Seite 120]

Dist. IX. Wer umbe huszzcins phendet, daz her zcu rechte nicht tun sal, kempt daz zcu clage an gerichte, unde wert daz zcu ome bracht, daz her gewert hat, her mus deme cleger bussen unde deme gerichte wetten.

Dist. X. Wil einer pfenden vor sin huzzins oder andern czins, und spricht yener ader sin frawe, sy woln antworten vor das pfant, sy liden nicht mugelich pfandunge: das schol man gestaten; das schol ober сzu hant geschen vor gerichte. Welcher denne sinez rechten da vellet, der muz dem cleger bussen und dem gerichte wetten; und behelt deser sinen czins recht, er mac czu hant pfenden, ob er wyl, und yener muz das pfande liden.

Dist. XI. Entwert einer den andern von der gewere sines huzczinses wider sinen willen, das clage er czu gerichte. Wen er das czu im brenget, so schol man in vorvesten umme den fridbruch, und er mac keinen huzfrid gehaben.

Dist. XII. Mitet eyn fruwe eyn hus, vor den huszzcins sal or eliche man mit der fruwen antworde sin, ab her mit or gewont had in derselben gewer.

Dist. XIII. Wel eyner eyn gud ufgeben, daz her zcu eyme zcinse had, daz mag her thun, daz her den zcins vor rechten ermute nicht lenger muchte gegeben; daz gud sal der herre mit rechte ufnemen. Dennoch sal her doruffe sicczen eyn halb iar, daz der herre sinen zcins besicczen moge. Her besiccz es, adder nicht, so sal her daz gud ane twang ledig von deme manne ufnemen. Waz aber zcinses doruffe waz vorfallen bis an dy zcid, do is der herre von om ufnam, den sal her deme herrn richten. Abir he sal [Seite 121] io eyn halb iar ome daz vor wissen thun, daz her ome wolle sin gud uffe dy zcith ufgeben.

Dist. XIV. Haben mer lute eyn husz gemith wen eyner, wer dy irsten mitunge bewisen magk, der behilt sy, unde der ander muste abetreten. Haben abir lute eyn husz mit enander gemith, dy sullen ore gemach glich teylen, unde mogen lossen dorumbe.

Dist. XV. Had eyner teyl an eyme huse adder an eyner hutten, der magk sinen teyl wol vorkouffen adder vorsecczen ane den willen, dez daz ander ist, is wer denne daz is or erbegud wer. Wer denne der ander erbe dorczu, den sal daz disse wissen thun; wel her denne daz gelt dorumbe geben, do hers umbe vorkouffen adder vorsecczen mochte, so sal her des ner sin, den eyn ander, unde sal bewisen, daz her eyn erbe dorczu wesen muchte.

Dist. XVI. Kouft eyn man eyn husz, fleyszbangk, schubang, adder ander eyn teyl dinges, waz zcinsz sich vorsesszen hette biz uff dy czit, daz das gut gelasen wart, und frid darober geworcht wart, der zcins gebort deme, der is vorkouft had, sy hetten sich denne anders vortragen.

Dist. XVII. Ist eyn hus gesaczt zcu phande, adder eyn teyl eynes huses, adder erbegud, unde vorkouft her do zcins ane, er her daz had ufgebotten, unde er her daz in sine gewer bracht had also recht ist, unde wert ieme der zcins entfernet dry iar, der on gekouft hette: domete erwerbet he daz recht; daz iener hatte volkomelich an deme gute, he musz is abir mit rechte disseme abegewinnen unde mit orteyln.

Dist. XVIII. Seczt eyner eyn husz, adder eyn zcinsbang, adder eyn teyl eynes huses, adder gulde, [Seite 122] daz en mag derselbe vorbaz nicht vorkommern noch vorsecczen, her habe is denne irst gelost. Her en kan is ouch nicht vormiten, is werde denne erst vorlossen adder ufgeboten, unde dissem widder frede dorobir geworcht; wen daz geschet, so mag her daz vorkouffen adder vormiten, wan her wel.

Dist. XIX. Welch man zcins uf sime garten had legen, adder uf eckern, adder uf andern sinen gutern, welcherley dy sin, der en mag her om vorbaz selber keynen zcins gemachen wedder des willen, der sinen rechten zcins doran had.

Dist. XX. Der zcinsman, wer he sy, erbet sin gebuwe uf sinen erben uff zcinsgud; es wer denne eyn man von rittersard, der es sime wibe zcu morgengabe hette gegeben. Unde ist lantrecht.

Dist. XXI. Wel eyn herre sinen zcinsman wisen von sinen guten, der zcu den guten nicht geborn ist, daz sal her vor kundigen zcu der lichtmesse. Dazselbige sal der man thun, ab he daz gud lassen wel. Yme lantrechte. Sterbet abir der zcinsman des herrn, sin erbe tritt an sine stad, unde gilt, also yener solde. Sterbet ouch der herre, der man gebt dez zcins ieme, an den daz gud ersterbet, unde en darf nymandes doran gewer wan sinen phlugk.

Dist. XXII. Ab der man keynen lenerben en had noch sime tode, wer denne sin erbe ist noch lantrechte, der nempt denne sin vordint gud in deme lehen, wen is vordint sy.

Capitel V. Nu vornempt wan is vordint sy.

Dist. I. By sancte bartolomeus tage ist allerhande zcins unde phlege vordinth; czu sancte [Seite 123] walporgis tage ist allerhande lemerzcins; czu unsz lieben fruwen tage worczewye ist der gensezcenden; czu sancte iohans tage ist allerhande fleyszzcende, do man mit phenningen den zcenden ierlichen losset; wo man in aber nicht lozit, da ist er vordient, wen daz vich gewirft oder wirt geworfen. Zu sente margareten tac ist allerhande czende vordint; was aber ere gewandelt und geschocket wird, daran ist der czende auch vordient. An sancte urbans tage ist wingartenzcende vordint; doch so gibt man ouch in etlichen landen winczenden in der winkeltern, wen er geprest wirt. Des mannes sath, dy he mit deme phluge vordint hat mit arbeit, ist vordinth wan dy eyde daz lant vor reret, unde der garte also her geseth unde geackert wert. Gelt von mulen, und von czollen, und von wingarten ist vordint, wen der czinztac komet, der darczu bescheiden ist. Und ist lantrecht und wicpilde.

Dist. II. Ist ouch daz eyn kinth sine iarzcal behilt vor den zcinstagen, unde daz gud ist vordinth, so sal is den zcins ufnemen. Beieret sich es abir noch den zcinstagen, so had is den zcinsz vorlorn von deme gute. Dorumbe wen erbet eyn herre, adder ymant von des kindes halben, garten adder wingarten, adder boymgarten, unde bekostiget dy biz an sancte urbans tag, adder an eynen andern zcinstagk, so nempt der herre dy fruchte dorabe.

Dist. III. Had eyn herre lasse besen eynes kindes land, er is sich beieret, der herre behilt dy sath unde nicht dy stuppheln, noch dy winslebe, wen sy nider sien und czu dem winstock gebunden ist oder sint. He en sal ouch keyn holcz des kindes lasse houwen noch graz, sint sich daz kint beieret had; [Seite 124] wen begert sich daz kint vor, der herre had vorlorn sine erbeyth, unde daz kinth wedder leyth om nicht. Also tud ouch der herre deme kinde noch des kindes erben, wen her des kindes anefelle nempt. Unde ist lantrecht unde wichbilde.

Сapitel VI.

Dist. I. Man sal in wichbilde keyn hus noch keyn eygen in phaffen noch in goteshuser gewer brengen, daz men zcu der stad vorrechten musz, es gesche denne mit volbort eyner ganczen gemeyne.

Dist. II. Waz man in goczhusere eygens wil bringen mit volbort der gemeine, das schol man alzo tun, das man volkumlich hin czu der stat, dez eigenz schicke, da man sich der pflege an erholen mac.

Dist. III. Waz in wichbilde oder in lantrecht uf phaffen, uf nonnen, uf monche adder uf ander geystliche lute ersterbet, eygen adder zcins an gute, des mogen sy wol gebruchen unde innemen zcu orem libe unde zcu orer notdorft. Abir sy sullen vormunden dorober haben, dy dyselben gute vorsten kegen deme hern, adder in wichbilde kegen der stad. Des en mogen dy phaffen, noch dy geystlichen lute, keyns vorkouffen noch vorsecczen ane erben gelobede.

Dist. IV. Man en sal ouch keyn gast noch ussewendigen man lassen komen wedder in zcinsgud noch in eygen; ab he eyn unvorsprochen man ist, so gewinne he des hern recht oder der stat. Ist is on anirstorben, unde zey dorczu, unde vorkouffe is mit erben gelobde; sust sal man is in keyne ander herschaft noch in wichpilde lassze komen. [Seite 125]

Capitel VII. Nu is nod zcu erkennen von deme herten unde ouch von deme vihe. I. Wenne der hirt dez ersten uztriben sol, und wenn er abe schol sien. II. Wy yderman sin vich schol uztriben und nicht daheim lassen. Waz vihes man nicht vortriben schulle, wy man daheim schol inne halden. IV. Ob der hirte das vich nicht czu sein huze bringet, wy man das halden schol. V. Ob dy wolfe das vich nemen oder dy rouber. VI. Ob ein vich dem andern we tut vor dem hirten. Ob ein vich den andern schaden tut anderswo denn vor dem hirten.

Dist. I. Wen der herte des ersten sal usztriben, daz sal her thun, wen der mercze des ersten sich lenczet, wen sich daz vor czuth am iare. Ist abir der mercze winterlich, unde lenczt sich der april, so sal her usztriben; unde sal uszhuten uf sancte mertins tagk.

Dist. II. Nymant sal vihe doheyme lassen, daz deme herten gefolgen magk; ane suwen, dy ferckeln zcihen, unde mastswin, dy uf deme koben legen, unde vihe, daz sich ouch voriunget had.

Dist. III. Nymant sal ouch sunderliche herten haben, domete her deme gemeynen herten sin lon gemynnern mochte, he habe denne huffe landes adder triffte, domete he sin vy generen mochte ane dy gemeine, dy auch sin eigen sin oder sin lehen sin. Wo man aber dem hirten lon gelopt von der hufen und nicht von dem vich, das lon en mac nimant enthalden, durch das das dorff oder wicpild icht hirtenloz blibe.

Dist. IV. Waz fihes man vor den herten tribet, brenget der herte daz sye nicht wedder, he musz daz gelden. [Seite 126]

Dist. V. Waz fihes dy wulffe adder rouber nemen, blibet her vor den wolffen unvorsert sines libes, adder von den roubern ungefangen, schriet her ouch daz geruffte nicht, her musz is gelden. Schriet her abir das gerufte, unde had des sinen geczugk selbdrette, dy daz mit om gewern zcu den heyligen, he blibet des ane wandel.

Dist. VI. Belempt eyn fihe daz ander vor deme herten, adder wert is getreth adder gebeyst, unde beschuldiget man den herten dorumbe, he musz bewisen daz vihe, daz den schaden getan had, unde sal daz swern zcu den heyligen, das is daz vyhe getan habe. Des vih, daz denne den schaden getan had, sal sich denne der underwinden unde halden in siner phlage, bis daz is zcu felde mag gegen, unde sal is ome wedder antworten, unde sal dornoch keyns mer liden, wen is eyn unvornuftigk tir ist. Unde den schaden, der on beydersyth geschen ist, den mussen sy glich mit enander ufheben, daz is ihener in siner phlage gehalden had unde siner disser enpern had. Sterbet is aber dywile, her musz is disseme gelde mit sime ersaczten wergelde.

Dist. VII. Beschuldiget man den herten, daz her daz vihe nicht wedder inbracht had, thar he sine unschult dorzcu thun, her ist ledigk. Wer abir sines vihes vormisset unde czu hant zcu deme herten ged, unde on dorumbe beschuldiget mit orkunde zcweyger manne, so magk her dovor nicht geswern, wen her musz daz vih gelden. Spricht abir der herte, daz is vor on nicht getreben sy, daz musz der, des daz vihe ist, baz beczugen selbdritte dy daz sahen siner nackebur, das man ez in sin hute treip, den is om der herte entgen magk. [Seite 127] enpern had.

Capitel VIII. I. Ab fyh, welcherley daz ist, schaden tud und behelt das uber nacht. II. Wer vich, swin, oder pfert, oder welcherleye das ist, pfendet in sime korne. III. Adder ab eyner fyh phendet, wy he daz in siner phlage halden sal. IV. Ob vich schaden tut in eines hut. V. Ob vich schaden tut und vorfluchtic wirt.

Dist. I. Welch fyh adder phert schaden tud, hilt man daz obir nacht, nochdeme is den schaden had getan, claget man daz zcu om, her musz den schaden irlegen. Kan her daz nicht getun in fruntschaft, her musz thun noch rechte. Lesset her is aber usz sinen gewern, daz is by om nicht obernechtig wert, unde vorczuth sich des vihes, so en darf her nymande dorumbe antworten; dornoch underwinde sich ihener des vihes vor sinen schaden, ab her wulle.

Dist. II. Welch man phert, swin adder ander vie phendet in sime korne adder hegegrasze, iczlich houbt mag he vorstaten vor ses phenninge. Had is abir mer schaden getan, den sal man gelden nach werschaft. Louckent aber ihener des schaden, den musz her sich entsagen mit syme eyde rechte, ab der schade mit guten luten nicht geachtet ist unde bewiset wert.

Dist. III. Phendet eyner phert, swin, adder ander vie, des sal her zcu siner notdorft an essene, an trincken, an stallunge phlegen. Tete he des nicht, waz sich denne daz vyhe geergert hette, den schaden muste her legen noch rechte, unde wen man daz vih wel losen, so sal man dy koste gelden, dy daz vih vortan had.

Dist. IV. Wes vih adder pherde schaden thun, in des huse es ist, der sal daz vorantworten. Wurde [Seite 128] he abir vorfluchtig, daz man on zcu antworte nicht brengen muchte, so sal man daz vih ufhalden dovor an gerichte vor den schaden. Queme aber daz vih adder phert enweg, unde der cleger hette frome luthe den schaden lasse beschuwe, und den schaden, urkundiclichin claget, daz das vih henwec komen were: wer denne daz vih obir nacht in siner gewer hette, der muste den schaden erlegen noch mynne oder noch rechte; und wurde der schade erleit, damit wurde das vich ledic, und ken dem gerichte blibet man ane wandel, dywile daz er nicht statunge hat.

Dist. V. Wes phert adder vihe schaden tud, unde der vorfluchtigk wert, in des hute is gewest is, unde des phert adder vih vorkummert wert, unde der, des gewest wer, sulde den entwerren. Muchte her den zcu hant nicht gehaben zcu rechter antworte, so musz her selber den schaden irlegen unde entreden mit rechte, domete had her daz pfert oder vih entlediget. Unde ist alles lantrecht unde wichbilde.

Capitel IX. I. Das nymant wilde thir haben sal. II. Ob tyer, dy man haldet, schaden tun, Von dem glummenden hunt. III. Ob ein man ein hunt czu tod slehet.

Dist. I. Wer wilde thir halden wel ussewendig deme bannefursten, der sal sy in sinen geworchten gewern halden, daz sy nymande schaden thun.

Dist. II. Wer do hildet eynen glumenden hunt, adder eynen zcamen wolff, adder hercz, hinden, adder bern, adder affen, waz sy schaden thun, den [Seite 129] sal her gelden, der sy gehalden had. Wulde her sich dornoch ussern als sy den schaden getan haben, domete mag her sich nicht unschuldig gemachen, ab man daz selbedritte erczuge mac, daz iener das tyer gehalden hat an dy czit, da ez den schaden getan hat.

Dist. III. Sleth eyn man eynen hund zcu tode, eynen bern, affen, adder ander thire, in des als is ome schaden wel: he blibet dez ane wandel, ab her das gewern tar zcu den heyligen, daz her daz getan habe in nodwer.

Dist. IV. Wes hunt adder bere, osse adder phert, adder welcherhande vihe, eyn man totet oder lemt, oder ein ander vich, sin herre sal den schaden bessern noch rechten wergelde unde noch sime werde, ab hers wedder in sine gewer nempt, nochdeme als her is allerirste vornempt unde erfert. Nochdeme als her is erfaren had, sleth her is zcu hant usz, unde wedder en huset noch en heymet her is: so ist her unschuldig an deme schaden; so underwinde sich iener des fihes, ab her wel.

Capitel X. I. Von der sath, wy man dy behalden sal. II. Welch man seth, dywile man umbe dy gute claget. III. Ab eyn man led sin korn ussesten. IV. Von fy triben uf eyns andern korn. VI. Von reynen abeeren. VII. Wy breit ein rein schol sin. VIII. Wy iczlich man by dem andern sinen wec haben schol. IX. Von sath ecczen. X. Wy nymant uber gewinnen land varn schol; ob ein man uber gewinnen lant vert. XI. Wer [Seite 130] korn stilt tages oder nachtes. XII. Wenne ein man sin korn wil infuren lassen.

Dist. I. Wer sin lanth seth adder had beseth, der sal by den strasszen unde wegen vorgraben unde vorczunen. Tud he des nicht, unde geschet om schade von ymandes wegen, den musz her om haben; es wer denne, daz man von rechten mutwillen doruf trebe unde doruffe hutte, do mag her wol umbe phenden unde dorumbe clagen.

Dist. II. Welch man sehet adder ackert, dywile man an gerichte in teydingen ist, enfellet deme dy clage, he vorlust dy sath mit sampt deme gute. Waz her abir sehet unvorclaget, unde behelt yener daz gud, so behilt disser sine sache, unde gibt ome sinen zcins vome lande. Wer ouch eynes andern mannes land adder bergk eret, daz besaczt unde besath ist, der sal ome den schaden gelden uf recht, unde sal bussen dorumbe.

Dist. III. Wer sin korn lesset ussze sten, wan ander lute or korn haben ingefurt, geschet deme schade, do mag her nicht umbe gepphenden, adder geeczt adder getret. Dazselbe tud man deme zcendenere ab her synen zcanden nicht infuret, ob in der man uff dem velde lest sten, unde den sinen geburen bewiset.

Dist. IV. Wer sin fyh tribet of eynes andern korn adder grasz, der sal ome sinen schaden gelden uf recht, unde bussen mit dren schillingen. Ist er aber darczu kegenwert nicht gewest, da daz vich den schaden tet, und wirt ez gephant, den schaden schol der gelden, dez daz vih ist, ob man in czu [Seite 131] hant bewiset noch der gebure kur, und sechs pfenninge czu buse vor iczlich vich. Ist aber iczlich vich sogetan, daz man ez nicht getribe mac, als dy pfert reinisch sin, oder gens oder veer, so lade er darczu czwen man und bewyse in sinen schaden, und volge dem vich in sin hus, da es inget, und beschuldige den herren darumme, so muz er bessern vor das vich, alz ab ez were gephant.

Dist. V. Wer sin vich tribet uff einen andern marck uff gemeine wide, wirt der gephant, er gibt vor iczlich vich sechz pfenninge.

Dist. VI. Wer deme andern sinen reyn abeeret, wert her dorumbe beclaget, he musz deme clegere bussen unde deme gerichte wetten. Spricht abir eyner, ome sy unwisszlich umbe waz sin erbeyter habe getan, gewert her daz zcu den heyligen, her blibet des ane wandel, unde legen den reyn also her vor gelegen had.

Dist. VII. Eyn iczlich reyn sal sin eynes nuwen schus langk. Wo abir zcwene mit willekor breyter adder smeler machen, daz mogen sy zcwusschen on thun; welcher abir daz nicht thun wel, do en mag on der ander nicht zcu getwingen.

Dist. VIII. Eyn iczlich man sal sinen weg of om selber haben zcu sinen acker. Haben lute eyne willeckor, daz sy eynen weg mit enander haben uf or beyder land glich, ab eyner sinen teyl in deme selben rechte wel vorkouffen, vorkouft ouch eyner hinder ome by adder nebene eyme andern eyn stucke ackers, der des weges bedarf, den en mag her ome uf den weg nicht vorkouffen ane dez willen, [Seite 132] des der weg gemeyne ist. Lest her ome nicht weges uf daz stucke, so musz her on uf deme sinen lasszen farn, es sy gewunnen land adder nicht.

Dist. IX. Es en sal nymant dy sath treten durch hecczens adder beysszens willen, wen welchen schaden man dorane tud, den sal man von rechte legen.

Dist. X. Wer obir gewunnen lant vert, der muz von yodeme rade geben sechs phenge, unde den schaden muz her irlegen. Verd her abir obir ungewunnen land, des blybet her ane wandel; wo her dy wege myden muz, daz he dy nicht gefaren kan.

Dist. XI. Wer korn stelet des nachtes, der vorschult den galgen. Stelt her iz dez tages, iz ged ome zcu hud unde zcu hare.

Dist. XII. Wen eyn man sin korn wel lasse ussze sten, der sal gen zcu den zcendenern unde ome vorkundige, daz he sinen zcenden infure. Wen he daz ome vorkundiget mit wissen zcweyger nackebure, led on den der zcendener ussze sten, sint darf ome iener dorumbe nicht antworten, ab dorane schade geschet.

Dist. XIII. Wer zcenden gibt noch rechter gewonheyth, der had on wol gegeben. Abir von benen unde von allerhande vihe nempt der zcendener sinen zcenden, ab her siner beyten wel, von iare zcu iare, bis daz her ome gebort von deme, do man on von geben sal. Wil er aber sin nicht beiten, so schol man von iczlichin geben, waz im geburt; von iczlichem fulne und mule einen pfenning; von kalbe und von esele und von czigen, von schaffen und von verkelen einen halben pfenning, ab ir funf ist darunder; ist abir ir sechse oder daruber, [Seite 133] so nymt der czendner einez czu losene, das sechste mit zwein pfenningen, das sibende mit anderhalbem, das achte mit eime, das nunde mit eime. Iener aber des das vih ist, schol czuvor ufnemen czwey under sechsen und dry under nunen, e der czendener kyse. Czu dirre selben wise vorczehent man dy gense czu helblingen. [Seite 134]

Drittes Buch. Hy hebet sich an daz dritte buch unde lereth, wer eyn richter sulle sin unde stan, unde wy fel personen zcu gerichte sullen sin, unde waz daz gerichte vor craft haben sal zcu richten, unde fele me, daz wir beschriben finden.

Capitel I.

Dist. I. Eyn iczlich richter sal eyn unvorsprochener man sin siner gebort unde alle sines rechten; he sal setig, wise und clugk sin; he sal ouch zcu sinen tagen komen sy, zcu eyn unde zcwenczigk iarn, wen her daz gerichte enphangen had von rechte. Ist her ouch eyn gesaczt richter von eyme fursten, adder von eyme andern hern, adder von eyme, der is vorbaz von deme riche had, adder von eyner stad, dy or gerichte ouch von deme riche enphangen had, dy sullen io volkomen sin an orer geburt und an irn rechten. Wen man den secczen sal unde bestetigen wel, so sal man om dissen eyd gebe, daz her also spreche: ich swer gote, myme hern deme konige, ab hers von om enphangen had, adder wy der nu ist, oder stat, daz ich an deme gerichte wel getruwe sin, glich gewer unde recht sin deme armen also deme richen, wettewen unde weysen des unrechten zcu schucczen, unde richten deme gaste also deme ingesessen, unde wel das nicht [Seite 135] lossen dorch lip, noch durch leyd, noch durch mynes selbes mutwillen, noch durch keinerleyge hand sachen, also verne also ich von mynen funf sinnen ummer erkennen kan; also mir god helffe unde sin gerichte, unde daz also obir mich sende, daz her an deme iungesten tage obir mich unde alle werlet wel sicczen.

Dist. II. Also sullen ouch dy schepphen unvorsprochen sin orer geburt unde alle ores rechten. Es sin elffe, fire adder sybene; mynner sullen or nicht sin; uber eilf schol er auch nicht sin. Es ist wol in etlichen landen und wicpilden ein ersaczte gewonheit und recht, daz man erbeschepphen had ilffe adder sybene, unde ist nod unde gud, und vil besser, wenn da man schepfen seczt czu einem iar, wenn erbeschephen brengen in guter handelung das glich recht volkummelicher under sich, wenne dy ein iar gesaczt werden. Unde wen man schepphen wel bestetigen, daz sal man thun mit disseme eyde, daz or iczlicher spreche: ich swere, daz ich recht wel sprechen in deme lobe gotes deme armen also deme richen, deme gaste also deme ingesessen, unde wel des nicht lassen durch lib, noch dorch leyth, noch durch keynerhande sache willen; also mir god helffe unde daz orteyl, daz her zcu deme iungesten tage wel sicczen obir mich unde alle werlde, unde ich wel recht geben, also verne als ich daz erkennen kan unde weys.

Dist. III. Czu deme gerichte sin froneboten in lantrechte, in wichbilde botele, eyner, zcwene adder dry; dy sal man bestetigen also, daz or iczlicher spreche: ich swere gote unde myme hern, dornoch arm unde riche, gesten unde allen luten, iudden [Seite 136] unde cristen, an ingebiten an allen sachen von gerichtes wegen recht thun wel, unde furdern unde nicht hindern wel czu tage und czu nacht, unde dorane wel getruwe sin ane bosheit, unde waz ich erfore, daz deme gerichte adder der stad moge schedelich sin, unde arm unde rich, daz wel ich melden unde kunth thun dem gericht und dem rad, und alle min gewerb getruwelich und redelich wil halden; daz myr god so helffe unde alle heyligen.

Dist. IV. Dornoch ist ouch nod eyner personen, dy an deme gerichte schribe unde in kuntschaft brenge, waz man an deme gerichte handele, getruelich unde erlich, unde sal swern den eyd: ich swere gote unde myme hern, unde deme gerichte, arm unde riche, daz an gerichtes schickunge myner schrift bedarf, getruelich unde erlich besurgen wel an alle argelist; also mir god helffe unde alle heyligen. Wen dis nu alles zcu gerichte bestetiget ist, so ist nod, wy man gerichtes sulle beginnen.

Capitel II. Wy man gerichtes sulle beginnen des ersten. Von vorgebote, wy man sulle vorgebite, unde welche zcith des tages, unde an welchen steten is craft habe.

Dist. I. Weme der botel sal vorgebiten, daz sol her tun in der zcit also dy sonne ufged, unde er sich tag unde nacht scheydet. By nacht unde vor tage sal her nymande ingebiten, ane wo geste wern unde burger, dy von deme gerichte entwichen wulden; wer des var hette, deme sulde der botel gehorsam sin zcu deme vorgebote. Queme der ouch vor gerichte, deme vorgeboten waz, unde spricht: her richter, mir ist vorgeboten nicht also recht ist [Seite 137] von myme weddersachen, und bite mynen schub; spricht denne disser: er richter, ich wart gewarnet, her wulde mir entwichen von deme gerichte, und mochte von der vare wegen das gebot anders nicht getun; so teyle man ome, daz her daz irwisze zcu den heyligen, so musz om der antworten. Wel her des nicht thun, so behilt iener sinen tagk, unde umbe daz unrechte geboth musz her deme gerichte wetten. Eynen gaste mag man wol vorgebite adder vorsprechen by nacht.

Dist. II. In winhusern, noch in lichhusern, sal man keynen besessen manne vorgebiten, der zcu deme trincken dohene ist gegangen, Wer abir dorinne wonhaftigk ist, deme gebut man wol dorinne vor.

Dist. III. Am tancz schol man nymand vorgebyten. Wo aber tancz in eime hus ist, da mac man auch nymand vorgebyten, wenn den, dy da inne wonhaftic sind.

Dist. IV. In feyln badestoben mag man nymandes ingebiten den deme werte unde syme gesinde; wen gebote man an den steten vor, so muchte dovon ungelimph unde geczog komen.

Dist. V. In kerchen, noch in kerchoven, mag man ouch nymande vorgebiten. Noch in pharrehoven do dy selber werte inne sin, ab ymant dohene ginge, den mag man nicht ingebite; wer aber mit ym wonhaft ist, dem mac man ingebiten; adder ab eyn leyge mit om zcu koste ged, deme mag man ouch wol vorgebiten.

Dist. VI. In husern, do hochczit inne ist, do sal man ouch nymande inne vorgebiten, wen deme werte unde dy mit om wonhaftigk sin. [Seite 138]

Dist. VII. An des heyligen cristes tage, unde an deme osterstage, adder an deme phingestage sal man nymande ingebiten.

Dist. VIII. Wer in suchbetten wissentlich lid, deme mag man ouch nicht ingebiten; unde deme der vor deme vorgebote ist gewandert, deme mag man ouch nicht ingebiten, daz ome zcu schaden adder zcu fromen komen moge.

Dist. IX. Ged der botel uf der strasse, unde sed eynen in deme fenster sicczen, he mag om ingebiten. Siczt ouch der botel uffe deme fenster, unde sed eynen uffe der strassze gen, he magk ome vorgebiten.

Capitel III. Nu habe wir gelernet, wy und wu man ingebuten schol mit rechte, wen das vorgebot ist ein beginnen dez gerichtez; nu sullen wir lernen unde irkennen, waz craft unde macht vorgebod an deme gerichte habe.

Dist. I. Weme vorgeboten wert, kempt der nicht vor, unde wert beclaget, unde ihener ferd vor sich mid siner clage: also dicke also her sich vorsumet kegen yens clage, also dicke musz her deme gerichte wetten.

Dist. II. Claget eyner zcu eyme an gerichte umbe schult adder umbe ander sache, unde spricht disser, ome sy unrecht vorgeboten, heyscht der richter busse von ome, daz he nicht geantwort habe, adder spricht, om sy nicht vorgeboten: der ist he beyder neher zcu bewisene mit sime eyde, wen is on der botel besagen moge.

Dist. III. Wert eyme vorgeboten von mer luten, bekennet her des, her sal on allen antworten. [Seite 139] Bekennet her des nicht, he tud on allen umbe daz vorgeboth eyn recht, also wole als eyme alleyne.

Dist. IV. Ist eyme vorgeboten unde richt sich mit deme cleger, er her vorkemmet, do had daz gerichte nichtes ane; is wer denne umbe ungerichte, daz daz mit gerufte geschen wer, daz en mag ane gherichtes loube nicht geschin. Ist iz abir umme schult, edir umme ander ding, daz nicht unrichtig ist, so blybet man des ane wandel. Geschege is abir noch der ersten clage, adder noch der andern des vorgebotes, so musten sy beyde wandel liden kegen deme gerichte, umbe waz sache daz wer.

Dist. V. Wert eyme vorgeboten, der von der stat wegen usse ist, daz en kan deme cleger noch gerichte nicht zcu hulffe komen. Ist om adder vor ingeboten, er he in deme dinste waz, undernempt daz nicht der rad, so mag der cleger fulge deme gerichte, waz recht ist.

Dist. VI. Had eyner deme andern vorgeboten unde kempt der nicht vor, der daz vorgebot gethan had, butet sich denne disser zcu antworte, den teyle man des vorgebotes los, unde iener mus om anderweit vorgebiten. Wel on daz gerichte nicht vortragen, he mus dorumbe wetten, he bewise denne ehaffte nod, dy on gehindert habe.

Dist. VII. Zcu lantrechte unde in allen wichbilden sal man vor mittage ding habe, unde eyn iczlich man sal vor mittage do sin, ab sich wol daz gerichte von menge wegen des volckes vorczuth wen noch mittage. Kempt den eyner noch mittage dohene, der mus dorumbe wetten.

Dist. VIII. Wen man noch lantrechte unde noch wichbilde daz geruffte tud unde zcu storme [Seite 140] lutet, daz man in gewer sal louffen, uf der gewer sal man nymande ingebiten, unde ouch also man, zcu fure louffet.

Capitel IV. Nu wir gelernt haben, wy und wo man ingebiten schol und anders nicht; nu sullen wir lernen an dissem capittel: wy, unde wer, unde wo man vorsprechen und besecczen sal unde mag, burgere, gebur unde geste, pfaffen oder andere geistliche lute, und iczliches gut.

Dist. I. Man sal von rechte nymandes beseccze ane gerichtes loube. Es en sal ouch der botel nicht thun ane gerichtes geheysze, uffe daz daz gerichte unde eyn rad in wichbilde erkennen, ab is mogelich gesin moge. Wulde abir eyner eyn besecze, unde en muchte endeliches gerichtes noch den botel nicht gehabe, der muchte eyn wol behalde mit sinen nackeburn, ob her ome wulde vorfluchtig werden, unde missetut doran nicht. Brenget her on vor gerichte, daz her on adder sin gud bestetigen mag an siner antworte, daz mag her thun. Beschuldiget on abir der beschuldiger, he hette on in obermute ufgehalden, des mag sich der cleger entschuldigen mit sime eyde, daz he daz nicht anders geenden muchte.

Dist. II. Pfaffen unde monche unde ander begebener lute gud mag nymant besecczen, wen der geystliche richter, deme sy zcu gebote sten.

Dist. III. Eyn iczlich gast mag den andern wol besecczen in eyme gerichte, dy usz zcwen gerichten sinth; sint sy abir usz eyme, so en mag des nicht gesin. Wer es ouch umbe erbe unde eygen, do en [Seite 141] muchte keyner den andern umbe beseczen, wen an der stad, do is gelegen ist.

Dist. IV. Had eyn man gud inne, daz eynes gastes ist, unde wel der gast daz gud nicht vorsten, wen denne der cleger deme gute fulget, so antwort man is ome mit orteyln unde mit gerichtes geheysszen. So ist her ledigk in deme gerichte unde in allen gerichten, ab on iener umbe sin gud anderswo wolde ansprechen, wen he mit gerichte erczugen mag, daz hers mit orteyln deme cleger muste antworten. Aber he sal is deme vor kunt thun, des daz gud ist, mit wissenschaft dez richters adder der stad brife; des had he von rechte fierczen tage ufschub. Wer abir iener yme lande nicht, daz her on in fierczen tagen nicht erreychen mochte, tar he daz zcu den heyligen gewern ane argelist, so behilt her von rechte noch zcw fierczen tage, om zcu vorkundigen, daz om sin gud besaczt sy. Kan her on in der czid nicht finde, tar her sinen eyd dorzcu thun, he blibet ior unde tag; dornoch gewinnet her keynen uffschub me. Had abir iener wip unde erben, den sal man is ouch vorkundigen. Wullen sy dor vortreten mit rechte, des sal man on gestaten; wullen sy des nicht thun, so sal man sy dorczu brengen, daz sy zcu den heyligen swern, daz sy umbe dy schult nicht en wissen, unde wo her sy, ab her lebening adder tod sy. Wen denn iar unde tag vorkempt, sint en mag dy fruwe, noch dy erben, noch der wert, keyn lengern ufschub gewinnen, wen daz man an gerichte lasse gen, waz recht ist. Doch sal man daz gud besichern, daz is icht geergert adder vortan wert. Wern is abir sogetane gute, also pherde unde ander vih, do schaden [Seite 142] sich uf getun muchte, daz sal man vorphenningen mit wissen der erben unde gerichtes volbort, unde dy phenninge sal man haden mit wissen der erben, bis recht dorober komen ist.

Dist. V. Ist eyn gast eyme burger in wichbilde, adder in eyme andern gerichte, icht schuldig noch lantrechte, kemmet eyn ander, wer her sy, unde had des gutes icht by ome in sinen gewern, daz mag man wol besecczen. Wel is der herre entweren, daz ist gud; wel he nicht, wen man on mit gerichtes boten geladen had, sint teylt man, sich den der gute zcu underwinden noch wertschaft orer gulde, daz her sich dorczu zcy also recht ist.

Dist. VI. Eyner fruwen cleyder, dy sy umbe unde ane had, dy mag nymande besecczen umbe ores mannes schult, noch umb eres selbis schult. Waz sy anders had, daz vorseczt man vor ore schult adder ores mannes, ab dy geste sin. Ouch darf sy uf ores mannes schult keyne nod liden, sy habe denne mete gelobet adder vortan; adder man bewise mag, daz der gute noch in oren gewern sin, ab sy wol daz nicht mete gelobet had, doch mus sy dorumbe antworten unde liden dorumbe, waz recht ist.

Dist. VII. Brenget eyn gast sin gud in eyn fromde hus, do der wert, noch dy wertin, vorste wullen, und ouch keyn wert en ist, ab is dorinne besaczt wert, der cleger sal deme gute folgen mit rechte, glicherwise ab man is uf der strasse besecczen wulde.

Dist. VIII. Welch man besicczt eynes gastes gud vor sine schult, daz doch des nicht gewest wer, der ome schuldigk waz, unde waz her furderte mit der stad unde gerichtes knechte von deme, under deme [Seite 143] is besaczt wer, daz sal deme nicht schaden, des daz gud gewest ist. Wen he kempt, unde sich zcu sines gutes zcuth mit sines eygens hand ane arges, so sal man ome sin gud antworten ane allen schaden.

Dist. IX. Beseczt eyner eynes gastes gud, unde der gast wolde sin gud vorsten, weygert daz der cleyger, so sal man ome gebite, von gerichtes wegen, daz her vorkome vor gerichte. Wel he des nicht thun, so sal man zcu hant deme gaste sin gud frigen. Funde man siner aber nicht, so sal man ome vorkundigen daz zcu sime huse, do her inne wonhaftig es, zcum eynen, zcum andern, zcum dretten male; kempt her denne by deme tage unde by der nacht nicht vor, so sal man deme gaste daz gud uffene, ab her zcu huse ist. Ist her nicht zcu huse, doch sal man ieme sin gud uffene, wen do man is besaczte, do wuste her wol, daz man deme besaczten gute zcu hand sulde fulgen mit rechte.

Dist. X. Wert under eyme eynes gastes gud besaczt, wert denn daz gud entfromdet mit gewalt, adder heymelichen, duplich adder rouplich, unde tud is eyn ander yome zcu hulffe, des daz gud ist: der wert blibet ane schaden, tar her sinen eyd dorczu thun, daz is ane sinen dang unde ane sinen rad geschen sy; he sal abir deme fulgen mit rechte, der is ome had entfromdet, deme zcu hulffe der daz besaczt had, ab her den erfert der daz getan had.

Dist. XI. Beseczt der richter adder der botel gud in eyme huse, unde der wert nicht kegenwertig wer, daz en schat deme werte nicht. Dy werten, dy eyn man had, dy en darf dy besicczunge nicht besurgen, dywile or man doheyme ist; were her aber nicht daheime, so sal der, der is besaczt had, [Seite 144] daz gud besurgen, bis daz der wert zcu huse kempt. Vorborge sich aber der wert, unde muchte man is bewisen mit zcwen beddermannen, daz her besen ist, so en mag her dy besecczunge nicht weddersprechen; he musz sy vorsten mit rechte.

Dist. XII. Man sal nymandes gud vor den andern besecczen noch ufhalden, man kunne denne erczugen also recht ist, daz daz gerichte disseme vorsaget wer. Daz sal man irczugen mit hern adder mit steten briffen, dy dorumbe geschriben adder gesant haben, oder mit des gerichtes dincphlicht czwein, dy czu dem gericht gehorn da man helfen scholde, dy das geweren czu den heilgen mit ym; das man im nicht helfen wolde, en mac er der nicht gehaben: so mag her des hern adder eynes andern gud dorumbe besecczen, alzo lang bys er in twinge czu helfen, das schol man ym gestaten. Obe der beschaczten gute schol er kein in sinen nucz wende, wen einen iarczins. Were abir eyner so arm, daz der herre adder gerichte von om nicht gehelffen kunde, erczuget daz der richter mit zcwen dingphlichten czu den heilgen, adder mit ander guter kuntschaft da man sich an let genugen, so en mag man den hern noch keyner siner lute dorumbe besecczen.

Dist. XIII. Man en sal noch en mag keyn meyger noch gebur vorsecczen vor sinen hern hocher, wan sin rechte iarzcins sted, den he gewert zcu den heyligen.

Dist. XIV. Man sal in keyme gerichte ymande sin legende gud besecczen, noch erbe, noch sine farnde habe, dywile er zcu sinen schulden domete [Seite 145] gnug besessen ist; wen hette ymant keyn on schulde zcu clagene, deme sal der fulgen mit rechter clage.

Dist. XV. Wulde der richter adder botel besecczen eynes gastes gud, unde wulde man daz wern mit gewalt unde weddersassze, adder mit anderme unrechte: daz had der cleger zcu furderne zcu den, dy is gewert haben, unde daz gerichte had den weddersaccz ouch zcu clagene; unde wurden sy vorfluchtig, man fulge on mit rechter clage, unde tu sy in dy achte. Dyselbigen weddersecczere unde or gud mag man dorumbe ufhalden unde besecze in deme gerichte.

Capitel V. Nu wir in gerichtes begin gelernet haben, wy man beseczen schol unde ufhalden mac: nu sullen wir lernen allerhande clage umbe schuld, wy man der von rechte fulgen sal an gerichte. Nu sint dry eliche ding uszgescheyden allen luten zcu hulfe, das sy iren schulden dester neher sin czu komen.

Dist. I. Man sal driens in deme iare eliche ding haben: eynes noch ostern, wen man daz gelegen magk ussewendig den gebunden tagen; daz ander noch sancte michahelis tage umme sant gallen tag; daz dritte noch des heyligen cristes messze; do eyn iczlich man in deme gerichte sal by gehorsam sin noch lantrecht, wen wer do clagen leth uf on irsten, der ist gewunnen, unde man hilfft von ome, unde mus von ioder clage deme gerichte wetten. In wichbilde sal ouch eyn yder man an gerichte bewisen, daz he sinen gehorsam gehalden habe by der busse. Doch in wichbilde wer mit deme andern zcu schaffen had, der sal on zcu deme elichen dinge [Seite 146] vorladen; beclaget abir eyn daz deme andern, unde tar iener gewern zcu den heyligen, daz ome nicht ingeboten ist, dy clage hilfft nicht, wan mannich bedderman wurde anders gefart, czu deme man clagen wulde hinder om.

Dist. II. Wer ouch in deme lande nicht en wer, deme schadet keyn clage, daz he gewer zcu den heyligen, daz om vor nicht ingeboten sy, er her usz deme lande zcoch.

Dist. III. Ist eyn man doheyme, unde wert ome vorgeboten, unde zcuth dornoch usz, der mag sich nicht entschuldigen; he bewise denne ehaffte nod also recht ist, ane alle argelist.

Dist. IV. In elichen dingen en magk widder erbe, noch eygen, noch ungerichte, erfurdert werde by den dren tagen; wan erbegutes, eygens unde ungerichtes clage musz man erfulgen by dren fierczen tagen.

Capitel VI. Nu vornempt welch gebunden tage sint.

Dist. I. Dis heysszen gebunden tage, do man keyne eyde ynne sal thun vor schult: czu deme ersten sonnobe, also daz advent intryt, zcu deme nesten montage noch deme obersten; dornoch von deme sonnabende, also man daz alleluia leyt, biz uf den nesten montagk noch der osterlichen zcith; unde dornoch abir von deme nesten sonnabende vor der cruczewochen bis uf den nesten montag noch der phingestwochen.

Dist. II. Welch sache ussewening den gebunden tagen begriffen worde, kemmet daz zcu eyden, [Seite 147] dy mag man wol thun in gebunden tagen, unde man bedarf or nicht vorczihen.

Capitel VII. Nu ist not czu erkennen, waz ehaffte nod sy unde wy man sy bewisen sal, und ob man ir nicht bewisen mac.

Dist. I. Ehafte nod ist unde heysset: sichtage, dy man merglich bewisen magk. Dy andere ist gefenckenisse, dy man ouch bewisen sal mit rechte. Dy dirtte ist betevard ussewendig des landes. Had sy abir eyn man getan, noch deme als ome vorkundiget ist, he sulle or nicht zcihen, er habe sich denne vorantwert, umb was schulde man czu im czu sachen hat, unde tud her dy fart obir daz, claget man sint obir on, also ome zcu gerichte waz geboten, so ist is keyne ehafte nod. Spricht her obir, ome wer nicht mit gerichte vorgeboten, daz muste he gewern zcu den heyligen, so blibet is ehaffte nod. Dy firde ist dez richis unde hern dinst, in der ist mancher infal zcu erkennen; wen des riches dinst geboten wert mit orteyln, abir in wichbilde gebud der rad des riches dinst, adder sine herschaft, adder sines selbes dinst zcu vor; daz muz man tun. Had aber eyner mit den andern recht zcu sachen, daz sal der rad uszrichten, unde deme daz zcu wissen tun, daz deme also sy ane geverde: so mag disser dowedder nicht gereden. Der rad sal ouch nymandes obertragen, wen yme glichen rechtes dinstes.

Dist. II. Suchtage sal man also bewisen: mag der siche nicht vorkome, so sal her eynen unvorsprochen man dohene senden, der sal geweren zcu [Seite 148] den heyligen, daz her so krangk sy, daz her nicht vorkomen mochte.

Dist. III. Gefenckenisz sal man also bewisen: der on gefangen had, ist der eyn erhaftig man, unde sendet sinen brif, daz he on zcu der zcith gefangen habe; adder bewise is mit syme eyde, es hilfft on.

Dist. IV. Betefart bewiset man domete: mag iener nicht bewisen, daz her ome vor der betevart vorgeboten habe vor gerichte, so ist disser sine betefart phlichtig zcu bewisene mit sime eyde, daz her sy geczogen habe ussewendig des landes, also eyn recht pilgerim.

Dist. V. Des riches dinst bewiset man mit des riches briffen unde boten, unde in wichbilde mit deme rate; doch also had man zcwene gesworne radmanne, adder des capittels kuntschaft, do bewiset man ouch mete.

Capitel VIII. Nu sullen wir erkennen mancherhande clage von schult, wy man dy gehandeln moge an gerichte in ir ende. Doch ist not dez ersten czu weren in lantrecht und in wicpilde allen wertlichen luten czu clagen wertliche sachen in geistlichem gericht.

Dist. I. Keyn leyge, noch keyn wertlich mensche, fruwe adder iungfruwe, adder begine, dy keyne prelaten haben gehorsam zcu sine, sullen clagen an geystlichen gerichte umbe schult unde umbe wertliche sache; es wer denne umbe eyne e adder eyne rechte bescheydunge rechtes selgeretes.

Dist. II. Es en sal ouch keyn leyge den anderen beclage vor geystlichen gerichte; wen welch man lantrechte unde wichbilderecht vorsmeth, waz [Seite 149] ymande dovon schaden geschet, den sal man deme, der geladen ist, volkomelich irstaten, unde sine busse geben unde deme gerichte wetten.

Dist. III. Ist eyner in deme banne, deme sal man doch antworten vor wertlicheme gerichte unde her wedder; es wer denne daz eyn here adder eyn rad on von des bannes wegen vortrebe.

Capitel. IX. Umbe clage, wy man dy beginnen moge umbe schult, dy mancherley gende had.

Dist. I. Spricht eyner den andern an umbe schult vor gerichte, bekennet her der schult, unde ist is zcu elicheme dinge, so sal her dy schult gelden by sonnenschine. Ist is nicht elich ding, so teyle man ferczen tage. Louckent, he aber der schult, so sal her zcu hant vorsache in elichen dingen, so had her des eydes ufschub firczen tage. Spricht her her ouch, he habe dy schult vorgulden, daz sal her bewisen selbdritte mit unvorsprochen luten, die is habin gesehen und gehurt, das her im die schult vorgalt.

Dist. II. Clagen me lute zcu eyme umbe schult, den he doch allen bekennet, man sal on allen helffen. Doch wer do er claget, deme sal man er helffen; eyme noch deme andern.

Dist. III. Mag der richter nicht gehelffe von eyme, daz her so vel phandes nicht en findet, so teyle man on mit der hand zcu antwerten. He sal on abir halden glich sime gesinde, ab her on an der schult wel lase erbeyten. Ffuget om daz nicht, so mag her on wol spanne in eyne helde in eyn [Seite 150] beheltenisz, aber nicht uf swinkober adder by profoysen, noch zcu kalt noch zcu warm seczen. Dy koste sal her ome ouch gelden. Man mag ouch sin wip unde sine frunde wol lasse by on gen mit ome zcu redene. Ist der wirt nicht im huse, ez sol sin gesinde gestaten. Wert man daz, so schol man daz mit gerichte eischen. Wert man daz aber, so muz man darumme busen und wetten, alz dicke alz man daz wert. Man schol aber dy erste eischunge tun ein tac, dy ander den andern tac, alzo daz ye uber einen tac eine eischunge gesche, wislich czwein unversprochen mannen, mit den er dy eischunge erczugen mac. Dy man aber czu im let gen, teten abir dy arg dorczu, daz her abtrennig wurde, domete wer her der schult nicht ledigk, unde dy gewern gewunnen in derselben schult, also ab sy vor claget wern vor gerichte; sprechen sy abir, sy en hetten keyn arg ny dorczu getan, das sted zcu iczlichemes eyde.

Dist. IV. Wenne eyner geantwert wurde vor schult, unde wurde anders nicht gehalden wen hy beschriben ist, sturbe der do bynnen in deme beheltenisz, adder geschege om schade an sinen libe adder an siner craft, des blibet man ane nod.

Dist. V. Wert eyner in eyme wichbilde adder gerichte geantwert eyme gaste vor schult, den sal her in deme wichbilde adder gerichte behalden also eyn burger den andern, unde sal on nicht uszfurn. Es en mag ouch keyn gerichte noch herre erlouben; es wer denne eyn gebannen man, der von deme gotesdinste gehindert wer. Wulde der gast den man uszfuren, der musste deme gerichte vorborgen, daz her on hilde also recht wer, unde wan he erfure, [Seite 151] daz her usz deme banne ledig wer, so sal her on wedder antwerten in daz gerichte.

Dist. VI. Ist eyn fruwe, adder iungfruwe, adder mayt schuldig, unde man dy schult zcu or bracht had vor gerichte, und das erczugen mac mit gerichte, findet man by or nicht, do man von gehelffen kan, so mag man sy antwerten hen by der hant also eynen man, und behalden als einen man. Man sal sy abir behalden in uffen gemachen und nicht in beslossen, unde sal sy an oren eren bewarn. Gesche des nicht, daz keyn unczucht an oren eren geschege, unde schriete sy das gerufte, man sulde richte zcu deme, deme sy geantwert war, unde zcu deme huse noch notnunfft.

Dist. VII. Spricht eyn fruwe, iungfruw, adder mayt, sy en hette nergen, wedder heymelich noch offenbar, phanth, noch gelt, noch geldes wert, domete sy dy schult gegelden muchte, unde gewert daz zcu den heyligen mit oreme eyde, so sal man sy nergen hen antwerten. Erfure man abir an keyner stad in ymandes gewer ores gutes icht, so muchte sy der eyd nicht gehelffen, ob sy sich darczu erbote, unde men daz ouch wissentlich machte.

Dist. VIII. Had eyn man unde sin fruwe icht geborget, daz sy beyde gelobet han, daz sin sy beyde schuldig. Czut nu eyn man usz, er he beclaget wert, unde man weys nicht, wo her hen geczogen ist, claget man sint zcu sinen guten: dy fruwe zcut sich unde ore gute hinder sich eyn iar unde sechs wochen unde dry tage; dornoch musz sy antworten umbe dy schult ane allen hinderczog, unde wert dy fruwe denne gewunnen, man sal von or helffen unde von den guten. [Seite 152]

Dist. IX. Had eyn fruwe gud geborget ane oren man, also dicke geschet, unde underwiln eyn man doheyme nicht en ist, unde dy gute doch in orer beyder nucz gewant werden, queme is dornoch, daz eyn man enweg czoge, er he adder sin fruwe enweg czogen, unde claget man sint zcu der fruwen unde zcu oren guten umbe dy schult: do en kan sy lenger keynen ufschub an gewinnen wen dry firczen tage; dornoch musz sy dy schult entwern, anders man hilft von or unde von oren guten.

Dist. X. Claget man zcu eyner fruwen umbe gute, dy sy had geburget ane oren man, unde ist doch an or beyder nucz komen, unde ist der man doheyme, he mag sine fruwen hinder sich zcin firczen tage unde nicht mer; dornoch musz he adder sin fruwe neyn adder ia sprechen. Spricht abir he, her wuste dovon nicht, daz musz he bewisen mit syme eyde, daz das gud in sine gewer noch nucz nicht komen sy, unde ist denne mit syme gute en prochen von der clage. Louckent abir dy fruwe der schult, daz sted zcu oren eyde; bekennet abir sy ir, man sal dorobir helffen, ob sy icht hat, adder sy mit der hant antwerten.

Dist. XI. Burget eyn fruwe icht ane ores mannes willen, dy ungeraten ist, daz he bewisen tar mit syme eyde, adder dy fruwe nicht guten wicczen had, der burg kan deme manne nicht geschaden, den also vel: funde man der gute icht by ome in oren gewern, dy sal man wedder geben; were or ouch eyn teyl vortan, daz queme deme manne nicht zcu schaden noch sinen guten; funde man ir auch keine der gute in sinen geweren, er schol ez aber bliben ane not. [Seite 153]

Dist. XII. Had eyn fruwe gute, dy or lipczucht sin, unde ander lute anefal dorane haben, dy mag wol burgen in dy gute, also daz is denselben guten keyn schaden noch getwangk mache, noch deme der or anwartende ist; sundern von allen farnder habe, dy in den guten sin, do sal man von gelden unde helffen mit gerichte umbe den burg. In dyselben gute ir varnde habe en kan sy keinen hinderczuc gewinnen, wider an den der anwartende ist, noch an nymande.

Dist. XIII. Welch fruwe burget icht, dy nicht kinder had, unde siczt in wichbilde in oren guten, dy schult sal sy selber gelden. Man hilfft ouch umbe dy schult von or unde von oren guten. Had sy ouch kinder unde ist mit der kinder wissen geburget, dy kinder sullen er belffe gelden, unde antwerte zcu der schult.

Dist. XIV. Keyn fruwe noch ore kint, noch keyn orer erben, dorffen von oren guten umbe keyn ungerichte antwerten, daz der man begangen had; he habe denne selber czu gerichte gestanden an geheyter bang, er he vorfluchtig wert, so muste man antwerten von den guten.

Capitel X. Nu hab wir gelernt ein teil von schultclage, wy man dy ervordern mag, und wy man darumbe helfen schol, und wy man man und frowe darumme antworten mac mit rechte: nu sullen wir vorbaz lernen von schuldeclage unde von phantseczen, wy man dy secczen unde domete geboren sal.

Dist. I. Welch man claget umbe schult zcu deme andern unde spricht: er richter, N ist mir [Seite 154] sovel geldes schuldig; spricht denne iener: er richter, fraget worumbe ich ome also vel geldes schuldig sy; daz musz her ome benennen. Wel her des nicht tun, so vorteylt man ome dy clage; spricht her abir, dy schult ist mir angestorben, ich finde sy also beschriben, adder ich ben or alzo underwiset, unde daz her sinen eyd dorzcu thun, daz her ander wissenschaft nicht en habe, so musz man ome antwerten neyn adder ia.

Dist. II. Had eyner deme andern des sinen icht gelegen, daz her ome had gelobet wedder zcu geben, und mac dez nicht gehaben, so sal der cleger beluten waz daz wert sy gewest, so sal her ome also eyn gutes weddergeben, unde tud sinen eyd dorzcu, daz is nicht besser gewest sy. Hat er dez nicht mit einem sogetanen wider czu geben, so gebe er golt dovor noch siner wertschafft mit sinem eide, und sy loz.

Dist. III. Nymant en mac des andern schuld gevordern mit gerichte, er sy denn von dem rechten cleger czu vormunde gekorn, und auch gelobe vor yn czu antworten, ob man czu im czu clagen hat.

Dist. IV. Kemt eynes gastes ware bote, der hern adder stete vorsegelte briffe habe, daz man ome helffe, daz sal man thun; he sal abir vorgewissene, daz her ieme wedder antwerte von yens wegen, ab he icht zcu ome wedder zcu sprechene had. Nymand bedarf er anders antworten von yenes wegen, wenn dem, von deswegen der mit kuntschafft siner offen brife geclait hat.

Dist. V. Beschuldiget man eynen umbe schult, und he spricht, he habe or lenger tag an der schult, mag he eyn iar tag behalden unde nicht lenger [Seite 155] gewinnen; he hette denne von willen gebeten zcugen, adder lickouffes lute, dy von or beyder wegen dorczu gewillekort sint, daz her on denne beczalen sulle, adder is mit gerichte bewisen mag, so behildet he sinen tagk. Und wer dy clage beclait in gebunden tagen, wil er denne der schult lenger tac erkrigen, den eid schol er czu hant tun.

Dist. VI. Wer uf den andern schult gewinnet vor gerichte, dy also gebort, daz sy eyner zcu den heyligen mus behalden adder mit geczuge: vor dy schult mag her keynen ufschub nicht gehaben, wen he sal sy an der stenden stad beczalen, adder man sal ome ienen antwerte mit der hand vor dy schult.

Dist. VII. Waz eyn man mit rechte vor gerichte gewinnet, do en darf her keyne nod umbe liden, wedder in deme gerichte noch in eyme andern.

Dist. VIII. Ist eyner czweygerley, adder drierley luten schuldig, beczalt he den icht, daz sted an siner kore, von welcher schult her daz richte, unde sted nicht an ieme, der daz gelt enphangen had.

Dist. IX. Ist eyn man burge umbe schult, sterbet der, der en erbet dy burgeschaft der schult nicht uf sinen erben. Wert he abir an gerichte vorclaget, daz her mit rechte usz deme burgenczog nicht komen kan, unde he gerne wer dorusz gewest, unde wert daz an ome erfulget, daz her domete an ome selb schuldig wert, sterbet denne der: sine erben mussen dy schult gelden, unde mogen dy hernoch nicht vorsachen, dywile man dy gewonnen schult der burgeschaft mit gerichte erczugen mag. [Seite 156]

Capitel XI. Nu gefellet ouch mancherley schult, do man offene briffe obir gebet, unde man underwillen dy briffe loset, unde werden nicht ufgenomen, daz sy an dy erben komen. Auch umme bryfe, dy ane wissen werden gegeben, underwilen mit untruwen werden gegeben, wy man sy uzczihen sol. Underwilen brife, dy den luten durch bet und durch fruntfchafft vorsigelt werden.

Dist. I. Wert eyn man beschuldiget, daz he nicht en halde daz her gelobet had in sinen briffen, louckent he des ingesz, unde spricht, des en sy nicht, dy rede unde der brif sy ome unwisende, he ha des brifes ouch nicht gegeben: dy entschuldigunge mag her entgen mit sines eynes hand. Bekennet her abir sines ingesz unde saget, is sy ane sinen willen unde ane sine wissenschaft an den brif gehangen, he sy ouch der schult nicht schuldig, he habe ouch nicht gelobet: des musz her sich entschuldigen selbdritte framer lute zcu den heyligen.

Dist. II. Louckent eyner sines brifes unde sines ingess, unde spricht dy schult si vorrichtet, wer dy schult an gerichte geschen, daz irczuget man mit gerichte; wo des nicht geschen ist, des musz her sich entschuldigen selbdritte unvorsprochener lute.

Dist. III. Ist eyn man schuldig, do eyn sinen brif ufgebet under foytes adder schepphen ingesz, do he schult bekente an gerichte, den brif mag her nicht entsagen mit keynen rechte. Der richter mag deme cleger allewege phandes helffen umbe des brifes schult. Vindet der richter in des gewer nicht pfandes, da er von gehelfen mac, so antwort er yn yeme mit der hant. Begegent er im auch nidert [Seite 157] uff der Straße, er mac im wol ufhalten ane gerichte, und fur gerichte furen, ob man das tut als vor beschriben ist.

Dist. IV. Had eyn man eyme iodden briffe gesaczt umbe gelt, do eyner sin eynig ingesz had vorgesaczt, spricht unde claget der iodde unde betet, daz der sine briffe gutlich losze, spricht denne iener, he habe sy gelost: daz mus her kegen deme iodden irczugen selbderte, unde sal sin eyn iodde unde czwene cristen, dy do geczugen. Dorumbe sal eyn iczlich man achten, wen her sine briffe ledige, daz her on mete ufneme. Spricht aber der iodde, he hette den brif vorlorn, daz sal her swern uf moyses buch, daz is also sy; wan her daz getud, so sal he disseme der hern adder des rates brif geben unde des gerichtes quitebrife machen obir den vorlorn brif. Wolde er des nicht en tun, man schol in mit rechter clage darczu brengen.

Dist. V. Sterbet eyn iodde, unde vorhildet man brife umbe schult, adder dy en mochten doch gelost sy, do en mogen sine erben nicht me irczugen, wen noch des briffes luthe, unde man den brif nicht wedder wel. Wel man sprechen he sy los, daz mus man irczugen selbderte also vorguldene schult.

Dist. VI. Gebet eyner sinen brif under sinen ingess, wel man sprechen he sy los, daz musz man irczugen selbderte also vorguldene schult.

Dist. VII. Gebet eyner sinen brif under sime ingesz unde under me lute ingesz, der den brif inne habe, der mane sy alle mit oren ingesz. Spricht nu eyner under on, he habe dy schult adder dy sache nicht gelobeth, sprechen dy andern es sy on wissende, daz her is had mete angehangen, daz hulffe [Seite 158] doch nicht: he wer is ner zcu bewisene mit sines eynes hand; unde dy andern, dy on or ingesz gen, dy musten den brif halden.

Dist. VIII. Welch herre sinen brif gebet under ander siner manne ingesz, sterbet der herre, sine erben sullen dy manne ledigen unde or ingesegil. Sturbe ouch sin herschaft an den obersten hern, dy sulde daz glichewol thun; wulde he des nicht tun, dywile weren sy ome nicht phlichtig sines rechten an sine manschaft, unde tun wedder ore ere nicht, so daz sy on vormant haben des wissentlich andern sinen mannen, zcwen adder dren, mit den her daz irczugen magk.

Dist. IX. Gibt ouch ein herre vor sinen man sinen brif umbe schult adder umbe ander geschefte, lediget on der man nicht, her sal ome vorscheyden vor ander sine manne dry firczen tage, unde sal ome folgen mit rechter clage, unde lasse helffen von sinen guten. Louckent he abir sines hern brif, des ist her neher zcu vorborgen mit zcwen sinen mannen, wen her is om entgen mag. Hanget abir des mannes ingesz ouch an den brife, so en darf on der herre ouch nicht vorczugen, wen sin selbist ingesz vorczuget on.

Dist. X. Es en mag nymant sinen brif noch ingesz uszgeczin, wen der adder dy, ab or mer ist, der dy ingesz sin. Storbe der, des dy brife wern, so musten is sine erben tun.

Capitel XII. Nu wir han gelernet von mancherhande briffe schulden, nue sullen wir erkennen mancherhande burgeschaft, di in schulderecht invellet. [Seite 159]

Dist. I. Welch man eyn burge wert vor den andern umbe schult, sterbet der, der irbet dy burgeschaft nicht uf sinen erben. Sterbet abir der selbschuldige unde der burge dornoch, dennoch en erbet her dy burgeschaft nicht uf sine erben.

Dist. II. Sterbet der burge, ehir he beclaget wert umbe dy schult, he erbet doch dy burgeschaft nicht.

Dist. III. Claget man zcu den burgen eynmal adder zcwey, unde doch nicht vorclaget ist, sterbet der under der clage, he en erbet doch wedder clage noch burgeschaft.

Dist. IV. Wert eyn burge erclaget mit rechter erfolgeter clage, dy schult musz her gelden. Vorsterbet her ouch in der vorclageten zcith, sine erben mussen dy schult gelden.

Dist. V. Dy erben mussen ouch habe zcu deme sachwaldigen ore forderunge or schult. He mag ouch nicht vor dy schult komen mit sime rechten von den erben, dywile sy mit gerichte irczugen, daz dy schult von siner wegen uf oren vorfarn erfulget sy mit rechter clage.

Dist. VI. Louckent eyner, her sy nicht burge, daz sted zcu sines eynes hanth. Ist he aber burge worden vor gerichte, dywile man daz erczugen magk, so mag her dovon nicht komen mit sime rechte.

Dist. VII. Hat einer burge gesaczt, und eischet im der sinander ym das geborget hat, und sprech er denne hin czu im, mane dinen burgen, ich bin dir nicht schuldic, damit ist er der schult nicht ledic, ob der burge abeginge. [Seite 160]

Dist. VIII. Werden me lute burgen wen eyner, unde geloben slecht vor dy schult, wer or denne abestet, do kempt iczlicher mit siner anczal von. Sterbet abir der borgen icht abe, daz en schadet den andern nicht. Der schade ist eynes selber, kegen deme gesprochen waz.

Dist. IX. Geloben lute mit gesampter hand und werden burgen umbe dy schult, werden sy denne dorumbe beclaget mit rechte, sy mussen dy schult gelden, dywile or eyner lebete, glich mit enander, denne dy gesampten hand erbet or eyner uf den andern, abir nicht uf sine erben.

Dist. X. Wer der leczter worde vor dy gesampter hand, unde dy andern abegestorben wer, wurde denne dy schult czulecz irclaget mit rechte, daz der unschuldig wer worden, sturbe he, sy irbete uf sine erben, dy musten sy gelden.

Dist. XI. Werden ouch me lute burgen vor eyn wergelt eyner sache, unde eyner gelobet hute, der ander morne, der dritte obermorne, io daz sy nicht by enander sin wen sy burgen werden, vorfellet sich daz wergelt, ab sy wol nicht mit enander haben gelobet, doch ist keyner phlichtig zcu gebene daz wergeld mit enander, ab he wol gelobet had alleyne, sundern sy sullen daz mit enander geben. Welcher under den sturbe, umbe des teyl leden dy andern keyne nod, wen sy nicht mit gesampter hand gelobet hatten. Dis capittel ist alles von schultburgen, unde ist lantrechte, wichbilderecht unde keyserrecht. [Seite 161]

Capitel XIII. Noch ist mancherhande getwang von schult wegen, dy nod sint zcu wissen, wen sy in mancherleige bruch czuvallen sin.

Dist. I. Wert eyn man beclaget umbe schult vor gerichte unde spricht, ich waz sy schuldig, ich ben or aber nu nicht schuldigk: daz mus he selbderte vorrechten. Spricht her ouch, ich ha sy vorgulden, dasz sted selbderte. Had her daz abir an gerichte vorgulden, daz, darf her nicht vorrechte, wen her daz mid gerichte erzcugen mag. Spricht her abir mit slechten worten neyn, daz sted zcu sines selbes hand.

Dist. II. Wirt einer beschuldiget vor gerichte und spricht, ich bekenne dez mit underscheid, den underscheid schol er beluten, und schol sin eit darczu tun, das ez alzo sy; des schol man gelauben. Er en mac auch der sache nicht lenger tac gewinnen denn ein iar, man muge denn willekur erczugen mit gericht oder linkaufez luten, da man dy gewonheit heldet. Alzo schol er auch sich entschuldigen, daz er den kauf anders nicht getan habe.

Dist. III. Wo me lute uf eyn clagen unde wert dy clage irstanden uf on von on allen, den irsten sal man zcu irsten helffen, deme andern dornoch, und io eyme noch deme andern, also sy geclaget haben.

Dist. IV. Wel eyner sine clage teylen mit siner schult, uff eyn tag eyn teyl, uff den andern eyn teyl, uff den dritten tag abir eyn teyl, uff daz ab iener ouch zcu clagen hette, daz her ome daz vorzcihen zcu wulde, des en mag nicht gesin; he sal nocheynander [Seite 162] belute. Tud her des nicht, wen he denne der clage von om kempt, so musz her ome wedder antworten.

Dist. V. Claget eyner zcu deme andern umbe schult, dy her ome gloubet had, unde dy clage vorgangen sin, wel her ome den nicht glouben, er muz im da burgen seczen. Dywile der tag nicht vorgangen ist, dywile darf her nicht burge seccze; he wurde denne geinnert, daz he entwichen wulde; daz stunde zcu sinen eyde, das her nicht entwichin welde, so behilde he sinen tagk.

Capitel XIV. Nu sullen wir ouch lernen und erkennen umbe phandunge, unde umbe schult, wy man domete geborn sal an erbe und an varnder habe.

Dist. I. Beclaget eyner schult zcu eyme, do her ome burgen adder phanth umbe seczt, do teylt man dy schult abezcunemen by firczen tagen. Tut er dez nicht, so schol er es ufbiten dry XIV tag. Dornoch sal her is ieme anbieten mit wissentschaft zcweyger ingesessen manne in dem gerichte. Wel her is denne nicht loszen, so vorseczte her is vor sin gelt, ob er mac; kan her is nicht vorseccze, so mag her is vorkouffe, und sal seinen eid dorczu thun, das her is nicht hochir kunde usbringen. Gilt is mer, daz gebe he yeme wedder; gilt is mynner, so sal man ome wedder helfen. Kan hers aber weder vorsecczen noch vorkouffen, und tut sin eyd darczu, daz also sy, so neme he frome lute doby, unde schacczen is denne by irem eyde, waz is wert sy, do behalde her is selber vor. So ab denne me gebricht, so sal her bewisen zu den heilegen, [Seite 163] das her nirgen andirs gutis noch pfandis en habe, domethe her im vollen irstaten moge, so mag man im ienen vor das obirge gelt antworten bie der hant.

Dist. II. Seczt eyner phanth an farnder habe, welcherley daz ist, daz an gerichte gewunnen ist, daz sal her ouch ufbieten dry firczen tage, unde tud domoch, also recht ist, mit anbiten.

Dist. III. Phant dy eyn vorsaczt werden unvorclaget an gerichte, der en darf man nicht ufbiten. Wan man sy nicht mer halden wel, so sal her sy ome wedder anbiten wissentlich sinen nackebur. Wel her denne sy nicht lassze, so thu her sin beste domete.

Dist. IV. Es en mag nymant phand in dy iodden secczen uf wucherschaden, is en sy denne gewilleckort. Spricht abir der, des das phant ist, he habe sin nicht gewillekort, daz is iener, der das phant inne had, ner zcu bewisen zcu den heyligen, daz her is gewilleckort habe, wen is disser entgen magk.

Dist. V. Wulde eyner sin phant ledigen in gebunden tagen, deme der eyd dorzcu gebort, den eyd sal man irstaten, ab is usz den gebunden tagen gesatczt was; ist is abir in gebunden tage geschen, so mus her usz den gebunden tagen den eyd thun.

Dist. VI. Wert eyme eyn phant gesaczt adder gelegen, daz he vorbaz vorsecczen wel, vorseczt her is unde wert is vorlorn, daz sal her gelden na sinen werde adder na fruntschaft.

Dist. VII. Keyn man mag selber gephenden ane gerichte, ane uf syme eygen adder uf syme lehen; do phent he selber wol vor sinen zcins. Daz pfant mac er yeme selber anbiten, und mac es vorkummern ane gericht, so das er in hen nach wise. [Seite 164]

Dist. VIII. Spricht eyner, he wulde sin phant losen unde gebe sin gelt, spricht denne der, der daz phant inne had, is stunde me, daz wer he nehir zcu bewisen zcu den heyligen uf daz phant, den is disser entgen magk.

Dist. IX. Were eyme gaste eyn phant gesaczt, der sal is yme gerichte lassen, unde sal eynen gesessen vormunden kisen daczu mit orteyln, der mit deme phande gebore also recht ist.

Dist. X. Seczt ouch eyn gast eyn phant, der sal eynen gesessen vormunden kisen, der mit dem phande gebore also recht ist.

Dist. XI. Seczt eyner essende phande, also pherde, adder ander vih, dy aczunge sal der irlegen, des daz fih ist, noch rechter futterunge noch gliches kouffes. Unde waz deme fih wedderfert zcwissen wasszer unde crippen, daz ist deme geschen, der is gesaczt had; geschet is abir ussewendig, daz ist geme wedderfarn, des phant is ist.
Dis capittel ist alles lantrechte unde wichbilde gemeyne.

Capitel XV. Nu sullen wir lernen mancherley sache, dy an deme gerichte loufen von schulden, von clage unde wedderclage.

Dist. I. Es sal nymant den andern henwedder clage, dywile eyner von deme andern nicht komen ist. Ab her eyn gast ist, der do geclaget had, iener sal mit rechte vor von ome komen. Wen daz geschet, so mag her on an der stenden stad bedingstadeln, daz ist, daz he burgen sal secczen, czu deme nesten dinge disseme wedder zcu antworten, wez er [Seite 165] im schult gibt, ab her zcu deme gedinge gesessen ist, daz ist in fir milen. Had he abir nicht burgen, unde tud he sinen eyd dorczu, so mus her zcu hant antworten.

Dist. II. Keyn ingesessen man in eyme gerichte in lantrechte, noch in wichbilde, mag den andern nicht getwingen zcu antwortene von staden; her mus erbeyten rechter dingzcith.

Dist. III. Wen vor gerichte beclaget wert, unde do mit orteyln irwerbet, wen her von deme cleger kome, daz her ome wider antworte, en tud her des nicht, do mag her ome mit rechte fulge, glicherwise als her ome von dem gerichte engangen wer.

Dist. IV. Wert eyner bedingstadelt, unde ged von gerichte, er he von rechte gen sal, betet denne der cleger den richter, daz her ome gebite von gerichtes wegen unde kame an gerichte, tud her des nicht, so mag man ome fulge mit deme geruffte, unde on zcu hant vorfeste, also wol umbe schult also umbe ander sache, unde umbe des ungehorsams willen. Kempt he abir vor gerichte vor der vorfestenunge unde tud sine antworte, dy sal man nemen; he musz abir deme gerichte wetten, unde deme cleger bussen.

Capitel XVI. Ouch sullen wir erkennen und lernen umbe leystunge unde gisel, wy man deme fulget umb schuld. Nu ist leistunge und gisel nicht von ersacztem recht, sunder von gewonheit und von willekur.

Dist. I. Wer burgen seczt zcu leysten umbe gelt, wy dy leystunge gelobet wert, also sal man sy halden. Globet eyn burge zcu leysten mit eyme pherde, [Seite 166] adder mit zcwen, adder me, adder mit meren luten, wen dy leysten, dy sullen czuchtiglichen leysten mit gewonlichen kosten, mit gewonlicheme getrencke, zcu eyner zcitlichen notdorft. In der wochen sullen dy leystere eyn bad haben mit gewonlichen lone; sy sullen ouch or gewonliche futter nemen oren pherden; sy sullen ouch nicht gewant, noch hasen, taschen noch gortele kouffen, noch keynerley ding, domete man den beswern moge uf den man leystet; wen waz der leyster dorobir kouffet, daz sal her uf sich selber nemen.

Dist. II. Wen der leyster leystet mit pherden, sy sten deme zcu faren, uf den man leystet, czwuschen krippen unde rechter trencke. Wulde abir eyn man in wite adder ungewonliche trencke riten, geschege do syme pherde schaden, den mußte he selber tragen.

Dist. III. Wulde eyn man uszrite undir der leistunge in sin selbest geschefte, waz denne siner habe wedderfert, daz ist om selber getan.

Dist. IV. Duchte eyn man, daz her zcu lange leyste, unde om unbequemelich sy alzo lang inne czu ligen, unde en kan den wedder mit sinen briffen noch boten ermanen, vor den her inne leit unde leistet, daz her on ledige, unde wel denne uszriten, uffe daz das her ledig werde: daz sal her thun mit des willen, den man leystet. Geschet om denne icht ungluckes an siner habe, adder wurde gefangen an deme wege, der schade wer deme irstanden, uf den man leystet, so daz her gewere zcu den heyligen, daz on nod dorczu getwungen habe on zcu suchene, unde is ouch mit iens willen getan habe, uf den man leystet. [Seite 167]

Dist. V. Wen tayczit kemmet, daz man leysten sal unde inriten, wen man on denne mant, so en kan her keyne wedderrede gehaben; is beneme ome denne ehafte nod, dy man bewisen sal also recht ist.

Dist. VI. Wulde eyner eyn nicht ledige; unde wulde der wert uffe dy habe unde truwe nicht burgen mer, der mag dy habe, unde daz phant vorkummern umbe sin schultgeld ane clage, doch wissentlich richtern unde schepphen, umbe daz man irkennen moge, daz man dy habe uf daz groste had uszbracht.

Dist. VII. Wer uf eyn leystet unde her on nicht lediget, der sal on beclage vor sime richter, adder vor deme hern; do sal man om umbe helffen, also umbe ander schult.

Dist. VIII. Nymant sal den andern schelden, ab her on nicht lediget usz der leystunge, dywile he gerichtes unde gerechtes bekomen mag.

Dist. IX. An leystunge beczalt yderman wol sine anczal. Haben sy aber dy leystunge gelobet mit gesampter hand, so mussen sy dy mit gesampter hand usztragen, also gesampter hand recht ist.

Dist. X. Gysele heysen, wan man uf schult gelobet, eynen, zcweygen, drien adder me menschen zcu leysten ane geverde, unde man ouch underwillen zcen, adir eilffen, ader czwolffen adder noch mer uf eyne schult gebet unde willekort dy gisele, sy sin lang adder korcz, czu gisele dovor zcu sine. Sy werde gelediget adder nicht, doch en sin sy deme werte nicht phlichtig zcu irstaten, ab he schaden nempt an sinen kosten.

Dist. XI. Den dy gysele leysten, den sal man eyn essen den tag geben, unde sal on dry gerichte [Seite 168] geben volkomelich zcu orer notdorft, unde eyn qwart wins oder birs zcu trinckene ober deme tische. Nicht mer ist man on phlichtig zcu geben den tagk.

Dist. XII. Der wert sal alleczit dy gisele halden mit des wissen, den man giselt umbe sine schuld.

Dist. XIII. Clagen dy giseler, das man in giselpfrunde nicht volkumlichen gebe, dem man denne giselt, der schol daz mit dem wirt uztragen, das des nicht gesche. Wenn uff den man giselt, ken dem muz der wirt gerecht werden mit sime eide, das er den giseln ir rechte pfrunde habe gegeben, trinken, und essen. Tar er sinen eid darczu nicht tun, so schol er das den giseln erstaten. By oder under sim eide, da mac in der umme beclage, uff den man giselt, wen derselbe dy koste gelde muz.

Capitel XVII. Nu sullen wir aber lernen umbe mancherhande ioddenrecht, dy sich in schulrecht mancherhande geczucken mogen.

Dist. I. Von gotisrechte sal keyn iodde wucher nemen. Duch so ist or ordenunge anders geschicket, wen sy hy czu lande nicht eygens mogen gehabe; unde sin von den keysern und fursten begnadet durch ores gutes willen, daz sy ersaczt sin mit sunderlicheme rechte.

Dist. II. Von der iodden besaczten gerichte beschribe ich nicht, wen is ist in sunderlichen landen in eyner gewonheyt anders irsaczt wen in den andern.

Dist. III. Der iodde sal nicht by nacht lien, noch vor deme ufgange der sonnen, noch nach dem [Seite 169] undergange der sunnen. Der iodde sal nicht lien vorsprochen luten, also diben adder roubern; wo sy den lien heymelich, wert dy dipheyt adder roublich gud under on funden, daz mussen sy ledig weddergeben mit gewette, unde wert rechtelos under den iodden unde cristen.

Dist. IV. Waz der iodde uffenbar liet uff phand, sy sin gestoln adder geroubet, ab dy wol in siner gewer funden werden, unde he or nicht vorlouckent, doch so vorlust her nicht sine phenninge dorane. Loukent er aber des dubigen gutes, so vorlust er siner pfenninge daran; man mac in auch czu einen mitheler czelen, unde vorluset iudisch recht und alle recht, dy von keysern und fursten in geben sint.

Dist. V. Keyn iodde sal lien uf blutigk gewant by deme banne, noch uf kelche, bucher dy zcu gotishusern gehorn, adder messegewant, adder tweln. Duch mogen sy kelche unde bucher wol neme zcu phande, dy gotishusere sin, so daz sy or keyn in or gewer nemen, unde befeln dy offenbar in eynes cristen mannes gewern; do sal der iodde zcu nemen zcwene cristen unde eynen iodden, dy eynes guten lumundes sin, zcu geczogen.

Dist. VI. Alle ander bucher, also schulbuchere unde rechtbuchere, ducze buchere, dy mag der iodde uffinbar nemen zcu phande in sine gewer.

Dist. VII. Had eyn cristen sogetane sache zcu eyme iodden, daz do entredt farnde adder legende gud, adder dy deme iodden an sinen lip trith: do en mag der cristen den iodden nicht oberczugen, wen mit zcwen iodden unde eyme cristen. [Seite 170]

Dist. VIII. Spricht eyn cristen eyn iodden an, he habe om sin phand gesaczt, unde der iodde louckent des, wel der cristen des iodden worten nicht glouben, so sal her sich entschuldigen uf moyses buche mit sime eyde in welcher achtunge der cristen sine sache keyn om gesaczt habe, unde sy losz.

Dist. IX. Had eyn cristen eyme iodden phant gesaczt, spricht der cristen, is sie nicht sovel, und der iud spricht, es ste me: des ist der iodde nehir zcu bewisene uf sin phant mit sime eyde. Wen her daz getud, so sal der cristen daz phant lose umbe daz houbtgeld unde wucher.

Dist. X. Spricht ein iud einen cristen an, er hab im sin pfant verwechselt oder geergert, leukent dez der cristen, dez wirt er unschuldic mit sin eines hant czu den heilgen.

Dist. XI. Spricht eyn cristen eyn jodden an, he finde sin gud in siner gewer, daz om abgestoln sy, adder roublich adder mit anderme frevele genomen, daz her is ome wedder gebe, spricht der jodde uff moyses buche, do man is ome saczte, daz her is nichten wusste ab is gestoln adder geroubet wer, so behilt der iodde sin houbtgud unde sin gesuch dorane. Wil im denne der cristen nicht gelauben, das is sovil ste, daz mus er behalden uff moyses buche.

Dist. XII. Ist daz der iodde von furesnod adder von duberige, daz ome sine phant mit enander vorstoln wurden unde ouch das offenbar wissende ist, spricht on der cristen dorumbe an, der is ome gesaczt had, do tud der iodde sinen eyd zcu uf moyses buch unde sy loz, so vorluest der iude sine pfennighe und der cristen sin gut. [Seite 171]

Dist. XIII. Lihet ein iude eim cristen gelt uff pfant, oder ane pfand, und gelobet im selber, da ist er ym czu hant houptgut schuldic mit dem gesuche. Spricht aber der cristen, er hette im kein gesuch gelobet, das hulfe yn nicht, wen der iude ist der neher czu [b]ewisen mit sime eyde uff moyses buche. Spricht aber der cristen, ich bin ym nicht schuldic, dez entget er im mit sime eide.

Dist. XIV. Welch iodde czu felde zcuth, adder zcu holcze, adder in heymeliche grunde, kempt man des by on in hanthafter tad, man richtet obir on, also obir eynen dip oder dipzerer.

Dist. XV. Alle phand, dy der iodde innempt, wen he dy nicht lenger halden wel, dy sal he mit wissene cweyger cristen unde eyns iodden ieme, der dy phand gesaczt hat, anbiten, unde sal dy phand tragen an geheyte bangk unvorclaget, unde sal dy ufbiten zcu deme irsten male unde sal sprechen: her richter unde ir schepphen, ich ha daz phant angeboten N, unde sal daz uffenbar by namen benennen, do ha ich by gehad myne geczugen eynen ioden unde zwene krysten, dy is saen unde horten, des en wel he nicht losen, unde bete ouch umbe recht zcu erfarn, wy ich forbaz geboren sulle. So teyle man ome, he sulles noch zcwer ufbiten. Wen he daz getud, dornoch wende he daz in sinen nucz, unde sy von ieme ledigk unde loz. Daz ist gered umbe phant, do nicht zcu gelobet ist.

Dist. XVI. Had eyn iode pfand, darzcu gelobit ist, der mag ienen umme daz gelobede beclagen an gherichte. Bekennet her, daz her globet had zcu deme phande, so sal men ome helfen zcu deme [Seite 172] phande, ab iz zcu korcz ist. Spricht iener, her habe ome nicht globet zcu deme phande, so gebare der iode mid deme phande, alz vor geschrebin ist.

Dist. XVII. Vorlust der iodde eyme sin phant, do he keyns me mete vorlorn had, daz mus der iodde gelden; sin geld sled ome abir her dorane abe, daz he ieme gelegen hatte.

Dist. XVIII. Wer eyme iodden phand seczt, der sal sy bese, daz sy dy milwen, schaben, muse adder ratten icht geleczt haben. Ffindet der iodde icht gebrechens dorane, do sal he zcwene iodden unde eyn cristen by nemen, dy is besen. Wert is hirnoch vorwarloset, den schaden mus der iodde irlegen, das he das in seiner hute nicht bewart had. Tud he abir sinen eyd dorczu, daz hers ome zcu hand vorkundiget habe, da er ez in rechter hute gehabt habe, so blibet der iodde ane wandel.

Dist. XIX. Beduchte nu eyn cristen, daz sine phant erger wern worden, unde wulde der dorumbe nicht losen, unde had der cristen dorczu globet, so mag der iodde clagen umbe daz gelobede, so muss om der cristen dorczu neyn adder ia sagen.

Dist. XX. In allen sachen, do der cristen den iodden irczugen wel, do sal der cristen zcwene iodden unde eynen cristen zcu haben, dy unversprochen und eynes guten lumundes sind. Also sal ouch der iodde den cristenman obirczugen mit zcwen cristen unde eyme iodden, dy ouch unvorsprochen sint. Daz geczucnisse schol allewege von willekur geschen, wo is deme cristen adder iodden nod ist.

Dist. XXI. Spricht der iud der cristen hab yme sin pfand, das er ym uzgeligen hat, vorwechselt, [Seite 173] oder geergert, und hat nicht gezucknisz daruber genomen, loukent denne der cristen, der muz sich enschuldigen mit sin einez hant czu den heilgen.

Dist. XXII. Uber saczunge oder welcherhande sach der cristen oder iude ken einander geczucknisses muten und begeren, das schol einer dem andern nicht vorsagen.

Dist. XXIII. Hat ein cristen eim iuden ein pfant gesaczt vor gelt, und spricht es sie als vil nicht, und spricht der iude ez ste mer, dez ist der iude neher czu bewisen uff sin pfand uff moysez buche, wenn der cristen daz uzgeczihen muge.

Dist. XXIV. Der iude mac lihen uff pfand, dy man ym brenget, welcherleyge dy sin, das er darnach nicht fragen darff, ab er wil; ane alzo vor belut ist, messegewete, blitig oder nasse gewant. Waz anders ist, das er offenbar innymt, daz schadet im nicht czu sinen rechten, nach lute siner vorbeschreben artikel.

Dist. XXV. Spricht der cristen den iodden an, he finde sin gud in siner gewere, daz om abegeroubet, adder gestoln, oder mit ander gewalt abegebracht sy, unde begert daz hers ome wedder gebe, spricht der iodde, is ist myn phand, unde wel daz wol bewise uf moyses buch, daz is mir gesaczt wart, unde woyste nicht, ab is gestoln adder geroubet waz: wen der iodde daz getud, so had he sin gelt mit deme wuchere, so daz he under demeselben eyde bewise stunde unde stete unde rechte tageczit, do is om gesaczt wart, edir thu eynen sunderlichin eyd darzcu, ab iz on der krysten nicht irlaszen wel. Doch mag der iode wole erzcugen mid zwen krysten [Seite 174] unde mid eyme iodin, ab her dy darby gehad had; dy muszen ouch daz sweren.

Dist. XXVI. Hat ein cristen sin pfant geloset czu eime iuden und hat den wucher nicht gegeben, der wucher sted einen manden fry; darnoch treit der wucher andern wucher. Spricht aber der cristen, er hab ym keinen wucher gelobt und wer ym kein schuldic, doch ist der iude neher sinen wucher czu behalden uff moysez buche, wen der cristen mit sinen rechten davor kummen mochte. Spricht aber der cristen, er hette ym vorgolden, daz muste der cristen bewisen alz vorgolden schult.

Dist. XXVII. Allen iuden ist alleczit vorbotten, daz sy uff kein vich noch uff pferde schullen lihen wenn by tage nach uffganc der sunnen, mit wissen iuden und cristen. Wo er darczu nicht en hat, da schol er sine pfenninge an vorlisen. Nymt er aber das vich mit wissenschafft, so schadet ez ym nicht, so daz er daz behalde uff moyses buche, daz er czu der czit nicht gewost habe, ob ez in untat genomen were.

Dist. XXVIII. Es en sal keyn iodden icheyn cristen twingen, daz her ome an sinen firtage sin phant gebe zcu losen.

Dist. XXIX. Welch cristen man herberget eyme iodden sin phand unde neme om daz geweldiglichen ane gerichte, der vorbort eynen offinbarn roub. Kemet is czu clage, man richtet noch rouber recht.

Dist. XXX. Geschit eyn czweyunge under den iodden, dy en had nymant zcu richten wen der herre adder sin richter, deme sich dy iodden undertan gemacht haben. [Seite 175]

Dist. XXXI. Wunt eyn cristen eynen iodden, der cristen sal alle daz liden an gerichte noch rechte, also he eynen cristen gewunt hette, durch sunderlichs fredes willen, der on von keysern unde fursten gegeben ist.

Dist. XXXII. Totet eyn cristen eynen iodden, der sal ouch liden alle daz recht, also umbe eynen cristen, den he getotid hette. Wert her abir vorfluchtig, doch so had her sin gud nicht vorworcht, sundern sinen lip, ab he begriffen wurde.

Dist. XXXIII. Slet eyn cristen eynen iodden blutrenstig, adder mit knotteln adder fusten ane blutwunden, adder handelt on obele mit unczuchtigen worten, her sal dorumbe liden daz recht also kegen eyme cristen. Had her on nicht zcu bessern an sime gelde, so sal man on bessern an sime libe mit rechte.

Dist. XXXIV. Es sal eyn iczlich iodde, wan man mit gotis licham ged, hinder sich treten in eyn hus, do he inne wonde ist; unde wo her an der gasse ged, do sal her ouch wichen in eyn husz adder in eyne ander gasse. Ome sal ouch nymant leyde thun.

Dist. XXXV. Von rechte sal keyn iodde czoln noch mauten, her sy lebende adder tod, wenn also eyn cristenman. Wo sy dy zcolner ober daz twingen, daz ist eyn roub.

Dist. XXXVI. Wer deme ioddenkerchove keyn leyth zcu czuth in frevel, den sal man bessern in frevelsrechte.

Dist. XXXVII. Wer frevelichen wirft in dy, adder uf dy ioddenschule, der sal deme gerichte bussen noch gesaczter busse, dy doruff gesaczt ist. [Seite 176]

Dist. XXXVIII. In allen sachen, da der iude inne buszwirdic wirt, da schol er busze liden als ein cristen.

Dist. XXXIX. Eyn iczlich iodde sal komen vor gerichte, wan om do vor gescheyden adder geboten wert. Tud he des nicht, he musz busen also eyn cristen.

Dist. XL. Slehet, oder wundet, oder totet ein iude den andern, das ist czu richten als under den cristen. Waz darnach nach iudischem gesecze ist, daz schol er darnach liden, wenn er under gerichte geliden hat.

Dist. XLI. Dy iodden sullen an keyner stad gerichte liden wen in der schule oder vor der schule; ane umbe dipheyd, unde umbe bosheyt, dy eyn iodde eyner cristenmayd adder fruwen notczagete, adder ab dy iodden cristenkinder abhendigk brechten: do sal man umbe richten an gerichtes bangk, also ander bose lute.

Dist. XLII. Gesche eyn ungeschicht, daz eyn cristenman adder eyn cristenfruwe eyme iodden sin kint vorholn enweg brechten, unde wurde des oberrecht mit rechte, daz ginge an den hals.

Dist. XLIII. Geschege auch eyn geschichte, daz iodden eyme cristen sine kint nemen, durch das sy sin blut wolden nuczen, unde das in warhafter tad abirquemen, in wes gewer man dy tod funde, des hus sted mit alleme gesinde zcu libe unde zcu gute.

Dist. XLIV. Worde eyn iode heymelich yn gesperret edir gefangen unde beschatzet, unde queme darvone, darnoch hette der iode zcu manen, unde wolder her den darumme beschuldigen, daz mag der iode thu mid eyme kemphen, den her gewynen mag mid syme gelde. [Seite 177]

Dist. XLV. Ez sal eyn iczlich krysten zculoufens, tages edir des nachtes, ab men unfuge an eyme joden wel begynne adir begen in syme huse, unde sal dy unfuge helfen schuczen. Wan her des nicht en thud, unde daz erfaren wert, der vorwerket keyn deme gerichte dryszig schillinge der cleynen were, edir thu synen eyd darzcu, daz her des nicht erfaren habe.

Dist. XLVI. Der iodde sal swern alle sache by moyses buche, dy under funfczigk lodigen marcken ist, also dessz slechten eyd: des mir N schult gebet, des ben ich unschuldigk, also mir god helffe unde dy ee, dy god gab moysi uf deme berge synay. Ist abir dy sache obir funfczig lodige margk, so sal he swern uf deme rodal, unde sal eynen grauwen rogk ane habe ane hemmede an blosser hud, unde zcwu graue hossen ane vorfusse, unde eyn hud, der mid lammesblute gefuchted sy, do sal he usse sten, unde eynen spicczen hud uff deme houbte, unde spreche also: des mir N schult gebet, des ben ich unschuldig, also mir god helffe, der do geschuf hymmel unde erden, wassir und luft, loub unde graz, daz e nicht en waz; unde ab ich unrecht swure, daz mich god schende, der adam geschuf unde on gebildet had noch sime gotlichen antlaccze unde evan machte usz siner rippe; und ob ich unrecht swere, daz mich der got schende, der noe selbeachte man und wip in der archen vor der sintflut ernerte; unde ab ich unrecht swure, daz mich der god schende, der sodoman, gomorran unde dy andern stete vorbrante mit deme helschen fure; unde ab ich unrecht swure, daz mich dy erde vorslinden musse, dy datan unde abiron vorslang; unde ab ich unrecht swure, daz [Seite 178] mich dy misselsucht beste, dy naaman vorlis unde ies bestand; unde ab ich unrecht sware, daz myn fleysch nummer zcu der erden gemischet werde; unde ab ich unrecht swure, daz mich der god schende, der mit moyss rette usz deme furigen pusche, unde om dy czen geboth schreyb mit gotlichen finger an eyne steynen taffeln; unde ab ich unrecht swure, daz mich der god schende, der faraonem irflug unde dy iodden obir daz mer furte in ein lant, da man milch und honick inne vant; unde ab ich unrecht swure, daz mich der god schende, der dy jodden spiste in egiptenland drisigk iar mit hymelischeme brote; unde ab ich unrecht swure, daz mich dy schrift felle, dy do geschriben sted an deme funften buche moysy; unde ab ich unrecht swure, daz mich god schende unde der tufel felle unde enweg fure mit liebe unde mit sele, und nu unde ummer mere.

Dist. XLVII. Von ersacztem alden rechte sal keyn iodde usz der synagogen gen ane hud.

Dist. XLVIII. Wo der iodde vor deme riche teydinget unde wert wetteschaftigk, do mus her wetten eynes marg goldes. Teydinget abir he vor eyme andern des riches ammechtis luten, do wettet her eyne margk silbers. Wert he abir wetteschaftigk, daz he doch nicht in der sache vorwunden wert, so wettet her eyn phunt pheffers. In allen andern wertlichen gerichten wettet der iode also eyn cristenman, ane in des riches hafe, da stet daz also. [Seite 179]

Viertes Buch.

Viertes Buch. Hy hebet sich an daz firde buch, in deme wy irkennen sullen umbe allerhande ungerichte, wy man dy richten sal vor gerichte. Von blutrunst. Von roufen. Von slegen, dy sich erheben brun oder blaw. Von backenslegen. Von mortslegen. Von wunden. Von wunden, do czwen slege oder stiche in eine werden getan. Von notwere, wy man dy halden schol.

Capitel I.

Dist. I. Blutrunste sin mannicherley, wen sy mogen geschen danckes adder undanckes, danckes von willen, undanckes von notwere. Bekennet eyn man blutrunste, dy her danckes getan had, he sal deme clegere bussen drißigk schillinge unde deme gerichte wetten dyselbigen busse noch lantrecht; noch wichbilde acht schillinge dem gerichte; noch keyserrecht dry phunt deme gerichte.

Dist. II. Geschet eyn blutrunst in notwere undanckes, der man bekennet vor gerichte, mag her dy notwere bewisen selbsobende, daz er sich sinez libez geschuczt habe, unde dy notwere sy geschen wedder sinen willen und wider sinen dank, so ist her ane wandel kegen deme cleger unde kegen deme gerichte. Tut er dez nicht, so lide er, alz vor beschriben ist. [Seite 180]

Dist. III. Geschit ein blutrunst von ungeschichtigen dingen undankez, tut er sinen eid darczu, das ym leit sy gewest und noch leit sy, der lidet eine slechte busze und nicht frevelz busze.

Capitel II.

Dist. I. Wer den andern rouffet in frevel, kempt daz zcu clage unde wert vorfulget, her busset drisigk schillinge deme cleger unde wettet deme gerichte acht schillinge.

Dist. II. Rouffen sich zcwene mit enander, welcher dy vorclage gewinnet, der ander musz om antworten. He musz om antworten, he mag hirumbe sprechen ia adder neyn. Vorlust er denne, unde gebet om dornoch wedder schuld, der anhub sy sin gewest, da er sich mit im rouffte, dorumbe musz her wedder sprechen neyn adder ia. Bekennet er, er mus ym wider busen und dem gerichte wetten; laukent er, daz stat czu sinez einez hant.

Dist. III. Rauft sich einer mit dem andern in notwere, wil er dy bewise selbVII, daz mac er tun, ob er wil, so vorleget er yeme dy vorclage. Volkumet er siner clage, yener muz ym wetten und busen, und mac dy sache czu desim nicht weder geclagen, sint er bewist hat dy notwere.

Dist. IV. Rouffen me lute eyn , do musz iczlicher umbe antworten, bussen unde wetten.

Capitel III. Von backenslegen wolle wir nu sagen.

Dist. I. Sleth eyner den andern in frevel an sinen backen, kemmet daz czu clage und wert [Seite 181] volkomen, der busset dryssig schillinge dem cleger, unde gebit deme gerichte sin gewette. Louckent hers, daz sted zcu sines eynes hand.

Dist. II. Slet eyner von unschult eynen an sinen backen, sam her eynen andern slan wulde, adder in schimpphe adder undanckes, daz mag man wol henlegen mit fruntlichen worten ane gerichtes loube; is en wer denne eyn geruffte getan, so en mochte kein richtunge geschen ane gerichtez loube.

Dist. III. Beclait einer den andern an gerichte umme backenslege, butet deser sin unschult, dez enket er mit sin eynez hant. Wirt ez aber czu yme bracht, er bust dem cleger XXX schilling, und dem richter sin gewette. Wolde er aber dy busze behalden alzo lang, daz er meinet er wolde in widerslan und wolde ym dy buse widergeben, tut er daz in frevel, er muz dy buse und dy wette czwifeltic widergeben, wenn von dem ubermut mochten morde und grosse ungelimpf ufsten.

Capitel IV. Nu ist not, daz wir lernen von slegen, dy underwilen geschen danckes und undankes underwilen in notwere, und werden underwiln brun, underwiln blaw, underwiln erhoben, underwiln sint sy mortlich.

Dist. I. Wer eynen mit frevel slet danckes mit knutteln adder mit fusten, wert is zcu om bracht, he busset XXX schillinc dem cleger unde wettet; aber sunrichtunge ist damit nicht vorebent.

Dist. II. Slet eyner den andern undanckes von ungeschicht, daz her bewiset zcu den heyligen, das is ome leyt sy unde noch leyt sy, der sal ome sinen [Seite 182] smerczen mit dryszig schillingen irlegen, unde umbe des eydes willen darf her deme gerichte nicht wetten.

Dist. III. Slecht einer einen mit knutlen oder mit feusten in notwer, czuhet er sin notwer, furab ez czu klage kumt, kan er dy notwer bewisen selbVII, er wird ledic ken dem richter und lidet keine not ken dem cleger, an so vil lede er smerczen, den muste er erlegen mit XXX schillingen; sprech er aber nein, daz stunde czu sin eines hant.

Dist. IV. Slet eyner den andern mit knutteln adder mit fusten slege, dy do brun, blau adder sust irhaben werden, dy doch uffte grossen smerczen tragen, bekennet der eyn man vor gerichte, he mus bussen deme cleger mit deme irsaczten wergelde, daz ist dryszig schillinge, unde wetten deme gerichte; noch ist sunlust nicht geschen.

Dist. V. Sleth eyner den andern mit knutteln adder mit andern dingen, daz mortliche slege sint, dovon man kuset, daz eyner muchte sterben: dy slege behalden dy vorclage vor dy bludrunst; sy behalden ouch dy vorclage vor dy uffen wunden, dy nicht mortlich sinth.

Dist. VI. Begrift man eynen in hanthafter tad, ehir is obernechtig wert, man mag on bas oberczugen selbsobende, wen er es engen muge selb VII. Wert is aber obernechtig, unde beschuldiget man in dorumbe, he entged is he entged is selbsobende. Wert her aber vorwunden, man richtet obir on mit deme rade als obir eynen morder. Wert he ouch abtrunnig unde kempt nicht vor in drin XIV tage, man richtet on uf den hals, ab dirre stirbet; blibet er lebende, man schol in echten uff dy hand. Umme [Seite 183] keine andere slege mac man geechten. Unde ist lantrecht unde wichbilderecht.

Capitel V. Nu wir haben gelernt von blutrunst, von raufen, von backenslegen und von andern slegen: nu sullen wir lernen von kamphbaren wunden, waz daz sin, und wy man sy richten schulle an gerichte, und waz gerichtes daruber get.

Dist. I. Eyn kamphbar wunde ist unde heyset nagels tif unde geledes lang.

Dist. II. Wer eyn wundet eyner kamphbar wunden in nod, magk her dy nodwer bewisen selbsobende, so mag man on dorumbe nicht bekempphen. Mit deme cleger mus he sich berichten noch gnaden, ab her mag. Mag her des nicht getun, so gebe her der wunden or ersacztes wergelt. Dy hand had her nicht vorbort, wan her is in nodwer getan had, sundern deme gerichte mus her wetten.

Dist. III. Also selbest ist is ouch, ab eyn man den andern wundet undanckes. Bewist her ouch daz selbsobende, also dy nodwer, den er mag ouch hirumbe nymant bekempphen.

Dist. IV. Wunden sich czwene under eynander mit glicher wer, unde komen beyde vor gerichte unde clagen, spricht der eyne, he habe dy notwer getan, bewist her daz selbsybende, he behilt dy vorclage, ab iens wunde wol grosszer ist; so en magk on dach nymant angespreche mit kampphe. Aber den andern spricht man an mit kampfe. Wette und buse mussen sy beide tragen. [Seite 184]

Dist. V. Wunden sich czwene under einander, der eine mit einem swerte, der ander mit einem messer, der mit dem swerte beheldet dy vorclage, und mac disen czu kampfe bringen, daz der mit dem messer nicht mac getun, er bewise denn ein recht notwere, alz vor beschriben ist.

Dist. VI. Wer den andern slecht mit mortkulen und wundet, dy messin, kupfrin oder stelin sin, oder gehort in fure, dy alleczit vorboten sin, tac und nacht, den mac man ansprechen mit kamphe. Wert sich dez einer in notwer, dy er bewise mac, ab er yeme grosser wunden hat getan, er behelt doch dy vorclage, und yener en mac in nicht angesprech mit kamph.

Dist. VII. Wunden sich zcwene under enander so, daz eyner sterbet, der ander doch lebende blibet, spricht der, he habe is in notwere getan, unde had sine schryman, unde bewist daz selbsybende: he gibt den frunden daz wergelt unde deme gerichte daz gewette; dornoch en magk on zcu kampphe nymant gesprechen, unde sy von den frunden los. Bewist er aber dy notwere nicht, so mac man volgen mit rechter clage, und er mus liden recht gerichte.

Dist. VIII. Wert eyme mer wunden vorwundet wen eyne, also mannig wunde kamphir ist, also mang mal muz her sich entschuldigen selbsobinde.

Dist. IX. Man mag umbe eyne wunden nicht mer beschuldigen wen eynen man, ab wol zcwene in eyne wunde gestochen oder geslagen hetten; sundern mer luten mag man schult geben umbe fulge.

Dist. X. Wen sich or czwene wunden glich under eynander, so daz dy schepphen kisen, daz [Seite 185] eyn deme andern glich sy, do stet schult keyn schult. Deme gerichte mussen sy beyde abelegen.

Dist. XI. Wirt ein man beclait umb ein offene wunde vor gerichte, da schullen dy schepffen kein urteil uber sprechen, sy haben dy wunden denn vor besehen, ab sy kamphber sin oder nicht.

Dist. XII. Wundet ein vorsprochen man einen unvorsprochen man, der unvorsprochen ist neher ienen czu vorczugen selbesibende, wenn ez der vorsprochen enken muge selbVII.

Dist. XIII. Wundet eyn richter eyn schepphen, adder eyn radman eynen richter, adder radlute sich under enander von sogetanen sachen also von ores ammachtes wegen, adder slan adder handeln sich sust obele, adder slan sich czu tode, he musz kegen deme cleger vor gerichte liden dorumbe, waz recht ist. Dornoch mus her wandel liden von deme rate, umbe daz her den rad an siner werdickeyt gesmet had, unde selb richter gewest ist; daz sted an orer kor unde an orer busse, dy doruf gesaczt ist.

Dist. XIV. Wundet einer den andern, und wirt vorfluchtic, und wil sich sint dem mal vorantworten, und ez ubernechtic ist worden, so daz er sich czu siner notwere nicht enboten hat vor gerichte: so en mac er keine notwer mer an sich genemen, dy ym czu hulfe muge komen.

Dist. XV. Wurd einer vor gerichte beclait umb ein kampfber wunde, und quem der vor gericht und wuste nicht, daz dy wund kampfwirdic were, und hette er nicht by ym, mit den er sich enschuldigen mochte: so schol er das tun uber twere nacht czu dinczit, und schol dem cleger und dem gerichte daz vorwissen. Tete er des nicht, [Seite 186] so schol das gerichte in behalden. Entwirket er sich aber nicht uber dy twere nacht vor mittages, so ist er in der sache vorwunden; man hette denn gerichtes geweigert czu tun. Wurde er aber in der hanthaftigen tat ufgehalden, so en mochte er sich nicht enschuldigen; man hette in neher czu bezeugen selbe VII.

Dist. XVI. Wo lute an beydir syten vorwundet werden, wer under den dy ersten clage thud, der beheldet dy vorclage, ab her deme voyte geclayt had, edir in des voytes huse.

Dist. XVII. Wer von rechte dy vorclage sal behalden, weygert der voyt dem zcu geczugen siner vorclage, desir mag den voyt darzcu brengen mid clagen unde mid orteyln, daz her sinen eyd darzcu thun muz, das her recht geczuget habe.

Dist. XVIII. Man mac dem richter wol clagen in kirchen und uff kirchofen umme allerhande unrecht, damit ein man sin vorclage bestetigen mac.

Dist. XIX. Clait einer umme wunden, lemde, oder totslac, von eins andern wegen, da muz er vor ein gewer sin ken dem gerichte, und ken den sachwalden, und vor alle, dy sich mit recht darczu geczihen mugen oder vormunden mugen.

Dist. XX. Wen man slet ane fleyszwunden, adder schilt unde heyst on logener, deme sal man busze geben noch siner geborth; in lantrecht unde in wichbilde.

Capitel VI. Nu wir mancherhande recht und uztrac von wunden gelernt haben: nu sullen wir mancherhande recht irkennen von todslegen, unde wy man dy gehandeln mag an gerichte. [Seite 187]

Dist. I. Slet eyner den andern czu tode in notwere, had her des sine schrylute, unde irczugete ir daz selbsebende, he gibt den frunden das wergelt noch siner geburt, unde deme gerichte sin gewette. Dornoch sal man one frede werken kegen sinen frunden mit orteylen, zcu libe unde zcu gute.

Dist. II. Slet eyner eyn czu tode in notwere, der on angefertiget had, unde tar by ome nicht bliben, so sende her zcu deme foyte, er iz obirnechtig worden ist, unde bete den foyth, daz her on sichere vor unrechter gewalt, he wulle sine clage volfurdern. Daz sal der voyth adder daz gerichte von rechte thun. Wulde he aber daz nicht thun, wulde denne iener volkome mit der clage, dy en musten dissen von rechte nicht vorvesten, sint daz her bewisen muchte selbsobende dy rechten nodwere mit den, dy er czu dem voite gesant hat. Gesche das auch in wicpilde, er schol das lassen vorkundigen einen ratmanne, der den voit underwiset, das er den sicher. Wer nu der voit czu krank, dez schol ym der rat beholfen sin.

Dist. III. Wert eyner czu tode geslayn adder so sere gewundet, daz he nicht vor gerichte komen magk sin recht czu furdern, so magk is thun sin nester swertmogk, adder sin elich wip, ab sy nicht kinder en hetten. Hette he der nicht, so muchte is tun eyn ander sin mog, adder sin frunt, wer der wer, adder sin wert, mit deme her inne wer.

Dist. IV. Wirt einer czu tode geslagen oder so sere gewunt, daz er vor gerichte nicht komen en mac, und der keinen mac en hat, so mag das tun sin wirt, mit dem er inne ist. Wurde auch der fridbrecher darumme vorvestent, dy vorvestenunge [Seite 188] schol bliben iar und tac, ob siner magen in der czit keiner queme, der sich mit rechter kuntschafft, herren oder stete offen brif, mit mageschafft darczu czuge, und mit clage oder besserunge underwunde.

Dist. V. Kummet den nymand in iar und in tac, sint mac daz gerichte von des toten wegen sune nemen willenlich den schepfen in lantrecht, im wicpilde wissenlich eime rate; und waz der sune gevellet, daz sol er aber iar und tac inne haben, in lantrecht und in wicpilde, und kumt denne in der czit nymant von sinen magen, der sich darczu czihe, so mac ez daz gerichte sint an sinen nucz wenden; ane so vil wuste ymande, daz gerichte oder lute, uz welcher gegnot er gewest were, da schol das gericht hensenden, und schol mit siner magen rat tun, waz czu tunde were.

Dist. VI. Totslege, dy do geschen ane nod, sal man also richten. Wer in hanthafter tad begrifen wert, den schol man mit urteiln smiden an dy bar, den sal man vorbrengen mit geruffte, unde bete das gerichte mit urteyln, daz man on gunne oren morder unde fredebrecher zcu festen unde zcu halden by dem lipczichen, den dy damit mugen furbrengen, unde gerichtes an ome zcu bekomen umbe oren frunt, den her von deme leben zcu deme tode bracht hat. Haben dy clegere nicht ore frunde by on, dy on mogen gehelffen zcu oren noten, so mag man on obir nacht lasse sten, gesmet an dy bare. Mogen sy abir ore frunde gehabe, unde begern gerichtes, man sal on durch der fryschen tad willen zcu hand richten, unde on underwinden selbsobende. Wen daz geschen ist, so richtet man ober on mit deme swerte. [Seite 189]

Dist. VII. Nu sal man wissen, daz man on so vorbrenget mit dissen worten. Man sal ome dy notwere binden in dy hant, durch der hanthaften tat, da er den schaden mit getan hat, er der richter unde dy schepphen dorczukomen. Ab er nicht gesmit an dy bar ist, so schol man dasselbe tun, und denne vor gerichte gan. Unde sal denne sprechen vor gerichte: er richter wir haben zcu clagen ober eynen fredebrecher, den wir in hanthafter tad begriffen han, unde beten eynes vorsprechen zcum eynen, zcum andern, zcum drettenmale mit rechten orteylen: so gibt man on. So spreche her vort: er richter, so beger ich eynes N, der hy sted, oder wy sin cristenname ist, zcum eynen, zcum andern, zcum drettenmale mit rechten orteyln; so gebuth man om, daz hers thu. So spreche der vorsproche: er richter, sint daz ir mich ome gebet, unde mich ouch mit rechten orteyln gewunnen had, so dinge ich N wandelunge unde holunge zcum eynen male, zcum andern male, zcum dretten male, noch schepphen orteyle zcu erfarn, ab ich ez gedinget hab, alz recht ist, ab er ez billich habe muz; so teyle man ome: he habe is bilche, wenn er ez mit urteiln bewaret hat. Darnach spreche er vort: herre her richter, so dinge ich ym sin gespreche von der bane und wider darczu, alz dicke alz er dez bedarff, und der lute darczu, czu einem mal, czu dem andern mal, czu dem dryten man noch schepfen urteil, nu last ym ein urteil werden, ab er ez billich hab; so teil man im: er hab ez billich, went er daz mit recht gewunnen hat, alz dicke alz er ez bedarff. So spreche he vort: er richter, so sted by N unde ich an sinen worte unde kundigen uch, daz he eyn [Seite 190] fredebrecher begriffen had an hanthafter tad, der ome sinen frunt vom libe zcu deme tode brocht had, unde bete uch umbe eyn recht orteyl zcu irfaren, wy her on vor uch zcu rechte sulle brengen, daz her an ome gerichtes bekome umme den mort und fridebruch, den er getan hat an sinem frunde; so teylt man om dy hanthafte tad mit geschry. So frage he mit urteil, wy dicke he schrigen sulle; so teyle man ome: zcwer noch deme irsten. So bete he mit orteylen, wy he schrigen sulle, das er recht tu und nicht unrecht: so teyle man ome, des irsten do her on ufnempt an under dache, daz andere zcu mittelwege, do dy boten lernen, daz dritte vor der bangk noch der boten geheys. So spreche he vort: er richter lad N eyn orteyl werde, wan he eyn morder unde fredebrecher sal vorbrengen, ab he den mit geczogen swerten, ob der frunde und cleger mer sin wen einer, sulle vorbrengen, oder mit dem geschrey, alz ym derteilt ist; daz teyle man ome: mit geczogen swerten durch der hanthaften tad willen. So frage her, in welcher wise he sich bewaren sulle mit den swerten; so teyle man on: an der stad, do sy sich des fredebrechers underwinden ussewendig des daches, do sullen sy dy swerte zcin unde legen uff dy rechten achseln czu deme irsten, zcu deme andern, unde zcu deme dritten geschry. So spreche er vort, so bit euch N, das ir noch urteil und noch recht boten hirczu gebt, dy da sehen und leren und horen, daz er recht gebar; so gebe der richter schepfen darczu in wicpilde, in lantrecht dy dincphlichten, dy czu der banc gesworn haben; was dy leren und heissen, das ist recht getan. Dy schullen leren: das erste geschrey vor der [Seite 191] thur uzwendic des tachez; daz ander czu halbem wege, alz sy das czu sinnen habent, doch bedorffen sy den wec nicht messen; daz dritte vor der richtebanck. Doch schol man bewaren, daz der missetetige gevangene icht kume in dy vier benke; went quam er uz der cleger hende darin, so haben sy nicht mer rechtes czu ym; sint mac ym das gerichte gnade tun und loz laszen umme gelt oder vor gebens, und fride wircken vor allermenlich, by libe und by gute, umb dy missetat dy er begangen hat. Kein ander friheit ist dem gerichte geben uber gevangene, wen dy von constantino, von dem grossen kunic karil. Wenn daz bewart ist, so gan dy schephen in dy bank an daz gerichte siczen; so mac der richter fragen, ob er wil, ab man recht gebart habe noch irem geheisz. Sagen dy schepphen, sy haben sich vorwarlost: als ufft alz daz geschen ist, als ufft haben sy vorburt ken dem gerichte. Das geschry sal also luten: czuyoter obir mynen adder unsen, ab ir me ist den eyner, morder unde des landes morder, der unszen frunt von deme leben zcu deme tode bracht had, unde ober sine unrechte volleyst. Wen dis geschen ist, so spreche der vorspreche: er richter, hy sted N unde ich an sinen worten, unde clagen ober dissen morder, kan her sin nicht genennen, daz schadet im nicht an sime rechten, den her in hanthafter tad begriffen had unde on domete vor gerichte bracht had mit rechte, unde bete an eyme orteyl zcu irfarn, wes her sich an ome irholn moge: adder nehen umbe dissen mort, den her begangen had. Er denn icheyn ortel inkempt, so spreche der richter zcu deme gefangen: man teydinget dir an dinen lip, muchtestu eynen [Seite 192] vorsprochen gehabe, ich gonde dirs wol, der dir mit rechte gehelfen mochte. Magk her den nicht gehabe, so spreche yens vorsproche, daz he deme clegere dy orteyl lasse inkomen; so teyle man ome: dy clage, dy he mit orteyln had her bracht, dy sal he vorczugen selbsobende unvorsprochener manne. Wenne daz geteylt ist, so lege her ome zcwene finger uf daz houbet, so spreche ome der fronebote dissen eyd: des morders, daz dir N schult gibt, daz du des schuldig sist, also dir god helffe unde alle heyligen. Dy sechse mussen or iczlich alleyne swern, adder dry vor unde dry noch; dy sullen ore czwene finger deme ouch uff daz houbt legen, unde swern den eyd: den N gesworn had umbe den mort, den du begangen hast an sinen frunde, der ist reyn unde nicht meyneyde, also on god helffe unde alle heyligen. Wen daz geschen ist, so bete der cleger adder vorsproche mit orteylen, daz her on von der burge gewinnen musse; daz teyle man ome. Wan hers denne getud, so bete her umbe daz recht, wy her richten sulle umbe den mort; so teyle man om: daz swert zcu sime halse. So richtet her ober den mort. Nochdeme also daz geschen ist, so mag man den toten begraben, ober den gerichtet ist; do had der cleger denne nicht mete zcu schaffene, sundern daz gerichte. Ouch sal man wisse, daz der cleger unde helffer haben wandel unde holunge zcu oren eyden; also offte also or eyner fellig worde, also dicke mus her deme gerichte bussen daz gewette. Volkompt he sines geczuges nicht, he mus on lassen mit wette unde ouch mit busse.

Dist. VIII. Alle dy man in hanthafter tad begrifft an ungerichte, is sy umbe wunden, lemden, [Seite 193] todslag, dube adder roub, notczage, wegelage oder welcherhande ungerichte geschet, daz an daz leben adder gesunt ged, dy sal man alle allewegen mit geruffte vorbrengen, unde dy allewege irczugen selbsobende.

Capitel VII. Nu wir mancherleye gelernt haben von slegen, blutrunsten, wunden, totslegen: nu sullen wir lernen unde irkennen von lemden, waz lemde sy, wen lemde mancherhand ist.

Dist. I. Nu vornempt, wy mancherley lemde sy. Dy irste ist, do eyn man gestochen adder gehouwen wert obir dy ougen adder dorin, daz he geergert wert an syme gesichte, daz her blint werth. Dy ander ist, deme dy nase wert abegehouwen adder dorober gewuntschert, daz he dy narwen mus halden, dywile daz her lebet. Dy dritte, wer durch dy backen gestochen adder gehouwen wert kampbar wunden. Dy firde, do man eyme sinen munt vorsert, daz is om an siner sprache schadet unde gehindern magk. Item weme dy czene werden uszgeslayn. Item wo eyn in den hals gehouwen wert, daz sin hals krump blibet. Item ab eyme der arm wert abegehouwen. Item de eyn in dy hant wert gelempt. Item an beynen adder an knyn. Item in dy fusse adder in den zcen. Item ab eyn man gehouwen adder gestochen wert in dy lenden, daz he sines rechten ganges dovon muchte gehindert werde adder geergert.

Dist. II. Eyn iczlich lemde ist kamppher zcu grusen. [Seite 194]

Dist. III. Eyn iczlich lemde ist ouch czu vorrichten selbsebende.

Dist. IV. Eyn iczlich lemde had eyn halb wergelt, ab man sy bessern sal, unde iczlich finger unde czan had sine sunderliche busse, nochdeme also ome gebort an deme wergelde daz czende teyl.

Dist. V. Wer den andern lempt adder wunt, wert he des vorwunden mit kampphe, is ged om an den hals; noch lantrechte unde noch wichbilde.

Dist. VI. Dywile eyn man nicht sterbet, wy dicke man on lempt in eyner tad adder wunt, man bessert on mit eyme halben wergelde; unde wy dicke man eynen lamen man anderweyt lempt in eyn ander led adder stad, also dicke sal man on bessern mit eyme halben wergelde.

Dist. VII. Wundet man eynen man in eyn gelet, daz om vorgulden ist vor gerichte, huwet man is om subir hirnoch abe, he en mag keyn hoer geld an ome irfordern, wen sine busse.

Capitel VIII. Nu wir mancherleye von lemde erkant haben, sullen wir lernen von fulge aller ungerichte, unde waz eyn fulge ist, und wy man volge entreden schol. Ob ein wip volge tut an ungerichte, und was dy volge buse, wette, oder beserunge treit.

Dist. I. Daz ist unde heyset eyn fulge: wan eyner, czwene, dry, fir, adder mer lute, mit eyme zculoufen, wen her eynen beschedigen wel sines libes, unde doch nicht schade gesched, unde er entlouffet oder lute daczwischen komen, werden dy beclaget unde bekennen des, iczlicher mus dorumbe bussen dem cleger XXX schillinge, unde wetten [Seite 195] deme gerichte. Louken sy abir, is sted zcu oreme eyde.

Dist. II. Geschet schade, unde beschuldiget man ymandes umbe fulge, is sy an todslage adder an wunden, der mus sich des entschuldigen selbsobende.

Dist. III. Thud fruwe adder mayt fulge an todslage, an wunde, adder an lemden, wert sy dorumbe beschuldiget, sy mus unschuldig werde mit sechs fruwen unvorsprochen ores rechten.

Dist. IV. Spricht ymant, he sy dorczu gelouffen durch scheydens willen, unde butet sinen eyd dorczu czu thune, daz sted zcu deme cleger, ab her ome wel lasse gnugen. Wel her des nicht thun, he mus unschuldig werde selbsobende.

Dist. V. Tut ein volger schaden, wen sin frund schaden hat getan, er ist nicht ein volger, er ist ein sachwalde.

Dist. VI. Wirt einer furfluchtic umme volge, und kumt in rechten dinccziten nicht vor, sich czu vorantworten, man vorvestent in, als sich dy clage geczuhet, uff den halz oder uff dy hant.

Capitel IX. Nu wir gelernt und erkant haben umme dy volge: nu schul wir lernen umbe mancherleige ungerichte von roube, von dube, von metehelen, von abeiagen unde weddernemen dube oder roup, von notczogen, von mordern, von vorretern, von virhertern und dy ire botschafft ungetrulich werben, von ungloubenden luten, von dem, der sich selber totet, von dem, der sich in suche totet.

Dist. I. Wer eyne strasse roubet, es sy wening adder fel, wert der in hanthafter tad vorwunden, [Seite 196] man sal ome sin houbt abeslan; sin fulgern dazselbe, werden sy in hanthafter tad vorwunden unde begriffen, unde alle dy das meteheln in rad adder in tad, ab sy des vorwunden werden.

Dist. II. Wer dube tud an deme tage under dren schillingen, daz richtet man zcu hute unde zcu hore, daz ist zcu der stuppe geslagen unde daz har pobin den oren abgesneten; in lantrechte unde in wichbilde. In keyszerrechte: durch dy backen gebrant adder dy orn abegesneten. Dy sin rechteloz unde erlos. Wer dorobir stelt, tages adder nachtes, dy sal man hengen, unde dy metehelere, ab sy vorwunden werden.

Dist. III. Der ist eyn dip, der do steld, unde dubiges gutes vorlouckent, unde man daz under ome findet. Der ist eyn dip, der dy sloffele dorczu treyt, daz man under yeme findet.

Dist. IV. Wer abir sine dube adder roub under eyme andern findet, daz he uffenbar gekoufft had, unde unheymelich had behalden unde unvorholn, unde daz beczugen magk, den mag man keyner hanthaften tad beschuldigen dorane, he hette denn vor sin recht vorlorn. Der mag denne mid gerichtes loube sin gud anefangen, unde sich dorczu behalden mit rechte. Wil aber iener, der ez inne hat, desem weren, ere es vor gerichte komet, so bit er in vor gericht mit im czu gene; wil er dez nicht en tun, er schry ym daz gerufte an, und griffe in an vor sinen dip, als ob dy tat hanthafftic were, wenn er sich schuldic gemacht hat mit dem widersacze und mit der flucht. Kummet er aber mit willen vor gericht, so schol sich iener underwinden sines gutes mit recht. Widerspricht er aber dicz, ob [Seite 197] ez laken weren, er habe sy gelasen wirken, oder ist ez ein pfert oder vih, er habe ez gezogen: so muz er ez mit meren rechten behalden, wenn er ez in der gewer hat, ob er das geczygen mac selbdritte siner nachgeburn, denne yener, der ez angevanget hat. Spricht aber deser, er habe gekouft uff dem frien markte, er en wille wider wen er habe sin nicht gekennet, so is er der dube unschuldic; er schol aber dy stat bewisen, und sin eid darczy tun; aber sine pfenninge muz er vorlisen, dy er darumme hat gegeben, und yener behelt sin gut, daz ym vorstolen was oder abgeroubet waz, tar er sich selbdritte czu den heilgen darczuczihen volkumner lute mit iren rechten, dy da bewisen, daz ez ym duplich oder rouplich abkumen sy. Saget aber yener ez sy im gegeben, oder her hab ez gekaufft, so muz er nennen wider wen er ez gekaufft hat, und dy stat, da er es kauffte; aber er muz sweren, daz er ez czihe czu rechter czucht, so mus ym iener volgen uber XIIII nacht, ane schiffriche wassere. Wirt er dez gewert, alz recht ist, der gewer muz antworten, an siner stat vor daz gut; wirt ym aber bruch an den geweren, er mus das gut lazen mit buze und mit gewette, und czihet man in dube oder raubez daran, dez muz er sich entschuldigen mit rechte. Vorluset ez auch yener, der ez geanvanget hat, er muz ez lassen mit rechter busze und mit gewette. Man mac sich wol czihen an mer geweren alles einer uff den andern, alz lang bis man kumet uff den, der ez in sine stalle geczogen hat, ob ez vich ist, oder ez selber geczuget hat, ab ez gewant ist. Selbdritte schol her sich daczu czihen, der ez angevanget hat, ab yenem bruch wirt an dem geweren. [Seite 198] Under dem das angevanget ist, der schol es behalden in siner gewer, biz das ez ym mit rechte angewunnen wirt, ob man mit rechter clage volget; volget man aber nicht, so mac er es tun, wo er wil.

Dist. V. Waz der man ffindet, adder diben adder roubern abeiaget, daz sal her ufbiten vor sinen nackeburen unde in der kerchen. Kempt denne iener binnen sechs wochen, deme is zcugehort, he sal sich dorczu zcien selbdritte, unde sal gelden dy koste, dy iener doruf getan had, ab is pherde sin adder fih. Ist her abir von eyme andern gerichte, des daz gud ist, so behilt her den dritten teyl, der is abegeiaget had. Kempt abir nymant by sechs wochen, der sich dorczu czuth, so nempt daz gerichte dy zcwey teyl, unde der is abegegaget had den dritten teyl.

Dist. VI. Kempt eyner uff sin gud, daz do gestoln ist adder obegeroubet ist, daz mag he wol wedder neme, dywile he nicht geclaget had; unde he mag ouch on wol ledigk lassen, dywile her on nicht gefestent, noch gespant had. Ist he abir gefestent adder gebunden, so en tar he des nicht thun ane loube des gerichtes; tut er ez daruber, er mus dem gerichte wetten.

Dist. VII. Hilt eyner eynen dubigen adder missetetigen menschen uff in syme huse, daz sal he deme gerichte vorkundigen, er is obirnechtigk wert. Tut he des nicht, he mus darumbe wetten.

Dist. VIII. Wirt einer begriffen by slafender dit und by berochem fuwer in eines huse ane missetat, den schol man fur gerichte bringen. Waz man ym da schult gibt, das schol er da vorantworten. [Seite 199]

Dist. IX. Wer eynen butelsnider mynner den mit funf schillingen begrifft, der sotan bose zceychen an om had, also daz he der oren nicht en had, adder durch dy backen gebrand wer, adder daz man worheyt wuste, daz he missetetig unde vorlumunt were, den sal man hengen.

Dist. X. Wer mit hanthaffter tat begriffen wirt mit dube oder mit roube, der en mac sich an keinen geweren geczihen. Vindet aber ein man sin gut under eyme, den er hanthaftiger tat nicht beschuldigen mac, der muz sich an sinen geweren czihen, ab man in czu stunde czu kampher darumb gruste.

Dist. XI. Wer dez nachtez gehauwen holcz oder gehauwen graz stilt, daz ist dube; nymt er es dez tagez, so ist ez roup. Daz schol man richten noch dez holcz oder noch dez graz wertschafft, ob ez czum swerte oder czum galgen vorburt, oder czu richten uber hut und uber har.

Dist. XII. Wer eime eine burde holcz oder stocke uz syme holcze treit, den en mac er an dube nicht besprechen; er mac yn wol pfenden vor sechz pfennig. Hat er aber mer schadens getan, da muz er umb antworten. Mac man in uberczugen, daz der schade grosser ist, den muz er ym legen und mac davor nicht gesweren. Ist ez aber belaubt holcz oder gearbeit holcz, nymt einer das des nachtez, daz ist dube; dez tagez ist ez roup.

Dist. XIII. Wirt ymant icht vorstoln, daz mac er wol wider nemen, alz vorbeschriben ist, dywile er in nicht beclait hat. Hat her yn aber beclait, so mus er sine clag volvordern und nymt doch sine hab wider. [Seite 200]

Dist. XIV. Wert eyn gud gestoln unde wert uf eyns wayn geleyt, kempt man doruf: in des hute der wayn ist, der mus dorumbe antworten, ab he des keynen abnemer hette. Den wayn unde dy phert mag man dovor nicht phenden noch kommern, wen sy den schaden nicht getan haben. Wern abir dy pherde desselben mannes unde der wayn, do dy dube uffe gefunden ist, unde wurde he denne vorfluchtigk, so muchte man den wayn unde dy pherde wol uffhalden, uffe daz man on zcu der antworte brechte. Kan man on zcu der antworte nicht brengen, so sal man on vorvesten, unde iener, des daz gud ist, sal sich dorzcu zcin selbdritte zcu den heyligen. Wayn unde phert sal man loszlassen, ab sy eyns andern sin, der sich dorczu czuth selbderte; sint sy abir iens, der vorfluchtig ist worden, so underwinde sich or daz gerichte, unde halde sy mit schepphen orteyl dry firczentage; kempt denne nymant, der sich mit rechte dorczu zcihe, so wende sy daz gerichte an sinen nucz.

Dist. XV. Claget man dem gerichte umb dube oder umb roup, der vor cziten geschin ist, und wirt der icht uffgehalden, der mit der schult besprochin ist oder vordacht, den schol daz gericht nicht ledic lazen ane dez wissenschafft, an dem der schad getan ist.

Dist. XVI. Wirt ein gut vorstoln, ez sy vil oder wenic, fraget man darumb, da man sich dez vorsieht, loukent man dez: so sin dy schuldic an der tat, ob man dez uberkumet. Wirt ez ym aber sint der czit, das er darumme gefraget hat, daz schol er dene offenbarn, der in darumb gefraget hat. Mac er des nicht gehaben, oder weis er nicht [Seite 201] wer der ist, so kundige er das dem gerichte, ym wicpilde dem rate und dem gerichte. Tut er dez nicht, so ist er aber schuldic an der dube, ab man ez uber in kumt; daz er daz in sinen geweren hat. Spricht er aber, ez si im unwisslich, er wolle alle sine sloz offen und gestaten czu suchen, vindet man das wol, ez schadet ym czu sinen nicht, tar er sin eid darczu tun, daz im unwisslich gewest ist.

Capitel. X. Dis ist von der nodnunfte.

Dist. I. Das ist unde heysset eyn notczogk: der eyner iungfruwen oren maytum benemmet ane oren willen unde wedder oren dangk. Daz heyst ouch eyn notczog: der eyner fruwen ore ere benempt wedder oren willen unde wedder oren dangk. Daz ist ouch eyn notczog: der eyn farde fry wip notczoget ane oren dang unde wedder oren willen.

Dist. II. Welch man had eyn ambegyn, mit der libe he me had bekant, ab her zcu stunden wulde gemelich sin, unde sy wulde sines willen nicht irstaten, ab her sy dorczu notczut, do beget her keyne notnunft ane.

Dist. III. Wer eyne notnunft vorbrengen sal, daz sal alsus geschen. Wen der fredebrecher nod tud an wiben adder an meyden, dy sullen ummer schriende sy daz geruffte. Vorhilt he or den munt, daz sy nicht geschrien mag, daz schadet or zcu oren rechten nicht, unde louffe wo sy allermeyst lute findet mit ufgeworffen henden, unde fulge mit fryscher tad vor gerichte. Wert der denne begriffen, so en mag her der tad nicht unschuldig werden; [Seite 202] kempt he abir enweg, he mus sich selbsybende entschuldigen. Bewert man on abir der notnunfft nicht mit geruffte also recht ist, he kempt dovone mit sines eynes hand, ab er sinez rechten unbesprochen ist. Spreche abir iene denne, is wer or wille also gud also siner, daz muchte nicht gehelffen, sint daz geruffte geschen wer.

Dist. IV. Man sal umbe notnunfft richten ober den, der dy getan had, unde obir dy, dy dorczu gehulffen haben an rad unde an folleyst.

Dist. V. Czu weme eyn notczog bracht wert, ober den sal man richten mit deme swerte noch roubes recht; in lantrechte unde in wichbilde. In keyserrecht sal man sy lebening begrabe.

Dist. VI. Welch man eyne notnunft beget in wichbilde adder in dorffern in eyme huse, do der wert hette rad adder tad an getan, adder is ome zcu libe wulde gunnen, kempt daz geruffte in fryscher tad, das es dy nackebure horn, dy daz irczugen mogen, ab dy fruwe adder mayt vor gerichte nicht komen mag, ab sy dorynne beslossen ist: so sullen dy nackebure by der hochsten busse deme gerichte daz irkundigen, daz sy daz gehort haben usz deme husze. Daz gerichte sulde daz husz offene, unde dy suche, an der dy nod begangen ist. Spricht sy denne, is sy an or begangen, unde bete gerichtes, unde ist der fredebrecher do, man sal or zcu hant richte mit deme swerte, daz houbt eruszwert, unde den corper under der sweln uszzcin. Ist he abir vorfluchtig worden, so sal man on zcu hant in dy achte thun uff den halz, unde laden dy gemeyne dorczu mit gerufte by der hosten buz, unde brechen daz gebuwe abe, do dy nod geschen ist. [Seite 203] Waz denne dorabe kempt, daz ist des gerichtes, unde dy hovestat der gemeyne.

Capitel XI. Nu wir von der notnunft gelert haben, nu schul wir auch erkennen, waz gerichtez daruber ge, der eime sin ere nymt an sinem wibe ader an sinem kinde.

Dist. I. Wer den andern siner ere beroubet an sinen wibe, nempt her sy hirnoch zcu der E, eliche kinder gewinnet he nymmer mit or, daz an erbeteylunge besten moge, ab he sy offenbar bekindet had.

Dist. II. Begrifft eyner eyn by syme wibe, unde begriffe her sy beyde mit der worhaften tad, unde sluge sy beyde zcu tode uff enander, he sal sich uffe sy secczen mit siner gewere, unde dy sal he in siner hand habe, unde sal sende noch deme gerichte, unde sal clagen mit dem geruffte ober sinen rouber unde des landes rouber und rouberin, dy on in eyme rechten reroube sine eschaft beroubt haben, unde bete daz mit orteyln, daz man ome teyle umbe dyselben schinbaren hanthafftige tad, wy he mit on geboren sal. So teyle man ome: he sulle sy bindin uff enander, unde sulle sy uffinbar furen under den galgen, unde sulle do eyn grab graben soben schu lang unde soben schu tif, unde sal nemen zcw borden dorne, unde sal legen eyne under, daz wip mit deme rucke doruff, denne den fredebrecher oben obir sy storcze, unde den eynen burden uf sinen rucke legen, unde eynen eychen phal durch sy beyde slone; sy sin lebende oder tot, das sy an dem nicht entwischen mugen; unde daz grab sal man zcuslan unde zcu fullen. Unde had her sy beyde zcu [Seite 204] tode geslayn unde beget recht, he blibet ane nod unde ane wandel kegen den frunden unde kegen deme gerichte, unde kan her sy ouch lebening gewaldigen unde beget recht, is schadet ome ar nicht.

Dist. III. Wer den andern beroubet sines kindes wedder sinen willen, kempt daz zcu clage unde wert vorwunden mit rechte, man richtet obir on also obir eynen strassenrouber mit deme swerte.

Capitel XII. Nu schul wir auch erkennen umbe wegeloge, unde wer deme andern drowet, ab daz czu clage kumt, wy man das richten schol.

Dist. I. Wer deme andern tud wegeloge, begrifft man den in hanthafter tad, unde brenget on mit gerufte vor gerichte, unde furdert on selbsobende, man richtet ober on mit deme swerte noch fredebruchers rechte.

Dist. II. Wer deme andern drouwet an sin leben, do mag her umbe sprechen neyn adder ia. Wel her aber drouwens nicht abege, unde kan her is bewisen mit czwein schepfen, he musz dorumbe bussen unde wetten, unde musz vorborgen, daz her des ane nod vor ome blibe unde mit frede.

Capitel XIII. Nu schulle wir erkennen, waz gerichtes obir morder unde roubere ge.

Dist. I. Alle roubere, mordere, unde ouch phlugrouber, unde dy moln burnen adder rouben, adder kerchove brechen, adder kerchen rouben adder burnen, virherter, mortbrenner, vorreter, unde [Seite 205] dy ore botschaft ungetruelich werben noch ores selbist mutwillen unde nicht noch yens willen, dy sal man alle radebreche.

Dist. II. Der eynen radebrechen wel, der sal machen eynen graben, unde sal one alle sine gelede czustossen an armen und an beynen. Dornoch sal he on in desselben rades speyche inflechten, unde mid eyner sul uffrichten, unde lasse legen uff deme rade, so daz man dy sul ingrabe unde ufrichte mit deme rade.

Capitel XIV. I. Nu von den ungloubigen cristen. II. Der sich selber totet. III. Von dem, der sich in suchtbet totet. IV. Von wiben, dy iren lib vorwirken. V. Wy man obir torn unde sinlose lute nicht richten sal.

Dist. I. Welch cristenman ungloubig ist, adder mit vorgift adder mit czoubernisz umbeged, wert he des vorwunden, den sal man burnen uff der hurt.

Dist. II. Wer sich selber totet in eyme huse adder czu felde, den sal man begraben an eyner weyscheyden.

Dist. III. Wer sich totet in sichbetten, adder sinnelos ist worden unde sich selber totet, do ged keyn gerichte obir; man mag on ouch mit der phaffen loube uff deme kerchove begrabe.

Dist. IV. Welch wip adder mayt oren lip vorwercket, dy sal man lebening begraben; treyt sy abir eyn lebening kint, so sal man nicht hocher obir sy richten, wen zcu hute unde czu hore.

Dist. V. Man sal ober sinlose lute nicht richten. Thun sy abir schaden ymande, den sal or rechte vormunde erlegen unde gelden von oren guten. [Seite 206]

Capitel XV. Daz keyn kint under sinen iarn sinen lip vorwercken magk.

Dist. I. Keyn kint under sinen iarn mag sinen lip vorwercken mit keynerley tad. Slet is abir eyn andern zcu tode, adder lempt adder wunt on, sin vormunde sal is bessern mit yens wergelde, ab is vorwunden wert mit rechte; unde welchen schaden is tud, den sal sin vormunde irlegen mit syme gelde.

Dist. II. Slet eyn man eyn kint czu tode von willen, he sal dorumbe liden recht gerichte, had her abir daz getan von ungeschicht, welcherley daz wer, unde ome daz leyt ist, daz men das irkuset, butet her sich deme gerichte zcu orkunde unde den frunden, ehir is obernechtig wert, unde bewiset daz mit siner unschult, so bessert her mit des kindes vollen wergelde.

Dist. III. Slet ein man ein kint, oder schilt ez, oder roufft ez, oder slet ez mit einer gerten durch sine missetat, er blibet ez ane wandel, tar er sinen eid darczu tun, daz er ez durch nicht anders hab getan, wenn durch seine missetetikeit.

Capitel XVI.

Dist. I. Ober keyn phaffen sal wertlich gerichte gen, ab he sinen lip vorwercket; sundern man sal sy deme bisschove denne antworten, der sal obir sy richten, daz deme cleger gnugk gesche. Wel her sy abir dygradiren, daz heyst dy wy abenemen, unde antworte on wedder: so magk wertlich gerichte ober on ergen, unde man missetud nicht kegen [Seite 207] deme bobiste, noch keyn keyner geistlichen gewalt.

Capitel XVII. Wy man gerichte sal wercken obir falsch geld, unde obir dy do falsch wercken an silber unde an golde.

Dist. I. Phenninge sal man vornuwen wan nuwe hern werden.

Dist. II. Butet der monczer eynen falschen phenning usz, so daz her domete kouffen wel, unde queme man des hinder on, is ged om an sinen lip; unde ist lantrechte unde wichbilde.

Dist. III. Phenninge sal der monczer halden phundig, eben swer, unde glich wis.

Dist. IV. Velchet der munczer sine pfenninge und en heldet ir nicht noch irme gesaczten rechten, kumt man dez uber in, man schol in brinnen in einer kufen; noch lantrecht und noch wicpilde. Noch keyserrecht schol man in siden in einem kessel anderhalber ellen tif, daz man yn durch dy ringe mit stricken an ein stange, dy man durch dez kesselz ringe gestozen mac, gebinde muge, und schol in in ole und in wine siden.

Dist. V. Keyn man sal phenninge slan andern phenningen glich adder andern monczen, sy haben denne sunderlich gebrechmol. Wer obir daz tete, der muste sich vorantworte kegen deme konige, wurde he dorumbe beclaget.

Dist. VI. Nymandes, wedder hern noch stete, mogen moncze gehaben, sy en haben denne erst dy moncze enphangen von deme konige, unde hulde [Seite 208] getan, daz he dy marg silbers nicht ner seccze, wen eyn lod. Mynner magk her wol seccze.

Dist. VII. Wer sin recht vorworcht had, mit dube, oder mit roube, ader mit andern sachen, darumb er rechtloz worden ist, findet man under deme firdehalben falschen phenning, is ged om an dy hand, he moge denne eynen gewern gehaben.

Dist. VIII. Wer ouch an sime rechten volkomen ist, fint man under deme eynen schilling falscher phenninge, dy phenninge had he vorlorn unde nicht me; had her aber mer, is ged ome an dy hand, he moge denne eynen gewern gehaben.

Dist. IX. Noch wichbilde unde noch keyserrechte: under weme falsche phenninge funden werden, der sal mit den phenningen gen zcu sime gewern mit deme gerichte. Mag her des nicht gehaben, so sal her swern zcu den heyligen, daz he an den phenningen neyn falsch gewust habe zcu nemen, noch zcu geben; so sal man dy zcusnyden unde ome dy wedder gebe. Daz ist nu dryens zcu vorsene; geschit is zcu deme firden male, so ist her valsches obirwunden, unde man richtet obir on, also ober eynen felscher.

Dist. X. Welch man sinen lip adder hand vor gerichte lediget umbe falsch, der ist rechtelos unde erloz, unde ist von allem geczuge vorleyth.

Dist. XI. Wenne man dy phenninge vorbutet, dornoch had man firczen tage frist mit denselben zcu halden unde zcu hant zcu losen. Unde wer ober dy vorbotten czith domete kouffen wel, der munczer mag sy ome zcusnyde, he sal ome abir dy stucke wedder geben. [Seite 209]

Dist. XII. Nymant sol marckt noch muncze erheben den der kunic, und an dez richters willen, in dez gerichte es ist. Auch schol der kunic czu hant sinen hantschu daczu senden, da czu wisen, daz das sin wille sy.

Dist. XIII. Wer dy sweren phenninge lesset us den lichten, der tud dube.

Capitel XVIII. Nu habe wir mancherhande gelernd von ungerichte: noch ist mancherhande czu lernen stucke von anefertunge der lude, dy sich ouch zcin in ungerichte.

Dist. I. Anefertunge ist mancherley, der worte unde der wercke. Keyszerwichbilde unde missener lantrechte unde wichbilde sechser art czweyget dorane. Denne wer den andern in keyserwichbilde anefertiget mit worten adder mit wercken, had he zcwene unvorsprochen man, dy czu sime wichbilde irsessen sint, mit den irczuget her den orhab unde anefertunge, unde behilt sine vorclage damite. Daz ist in unseme lantrechte nicht, noch wicpilde nicht: denne wy wissentlich eyne sache ist, so en kan sy nymant irczugen, is sy denne an gerichte geschen adder sy dy hanthaffte tad. Doch kempt is underwillen zcusammene mit der nodwer, wen wer dy notwer irczuget also recht ist, der behilt ouch sine vorclage unde alle sin recht, also vor beschriben ist in etlichen capitteln.

Dist. II. Anefertiget eyner den andern, unde der anegefertiget wert, in nodwer yenen vorwundet, unde wert do ufgehalden, sin lute doby gewest, dy dy notwer unde anefertigunge irczugen wullen unde daz [Seite 210] er das in rechter nodwer getan habe, so sal man on loslasszen unde sal ome vort antworte umbe daz unrecht, daz man an ym getan hat. Noch keyserrecht.

Dist. III. Anefertiget eyner den andern, unde tud ome so we, daz he dy anefertigunge nicht beschrigen magk, unde mag doby nicht bliben, daz he sine notwer beruffen moge: wollen ome dy, dy doby gewest sint, dy anefertunge irczugen, daz sal man irstaten von rechte. Wullen sy desselben nicht thun, heyschet denne der anegefertiget ist mit orteyln, daz gerichte sal dy dorczu twingen, unde sullen des ane wandel bliben keyn allermelche. Unde ist alles keyserrecht. Noch unsen rechten sted daz alles in der irczugeten nodwere.

Capitel XIX. Ab der rad in eyner stad ymanden gesichert hat, ab ymant fredebruch an dem tete.

Dist. I. Wer eyn anefertiget mit fredebruche, den eyn herre adder eyn rad gesichert had adder geleytet, der en had keynen frede, wedder in husz noch in hove, in kerchen noch in kerchove. Aber man sal daz geleite uffenbarn allen luten, daz sy sich bewarn mogen.

Dist. II. Wer des andern adder des rates vorwort bricht mit den worten, he musz deme rate busszen, unde der rad sal ieme entfuren mit fruntschaft. Geschet is aber mit den wercken, he vorboret daz houbt dorumbe.

Dist. III. Wert eyner uffgehalden, der eyne anfertigunge begangen had mit fredebruche, wer deme enweg hulffe wedder der cleger willen unde [Seite 211] des gerichtes, der ist in deme fredebruche selber vorwunden, ab man on selbsobende vorczugen mag; so richt man ome umb den fridbruch zcu sime halse.

Dist. IV. Had eyn herre adder eyn rad eyn geleyt oder frede gegeben mit der cleger willen, anefertiget der ymandessen in deme geleyte mit fredebruche, rufft der daz geschrye, an deme der fredebruch wert getan, irczuget her daz also rechte ist, man richtet ober on noch fredebruchers rechte. Tud he daz an roube adder an dube, unde brenget on for mit hanthafter tad, unde czuget also recht ist, an deme had man keyn geleyte vorbrochen.

Capitel XX. Nu wir erkant haben anvertunge, da mancherleye ungerichte uzvellet: nu schulle wir lernen und erkennen umbe dy achte unde vorvestenunge, da man mancherhande ungerechte lute umbe echt und vorvestend, ein anders den den andern. Dez ersten sulle wir erkennen, waz dy achte und vorvestunge ist, und darnach wen man darin brengen mac, und umme welche sach, und wy man daruz komen mac.

Dist. I. Vorvestenunge heyset unde ist, wan man eynen missetetigen man in hanthaffter tad begrifft, unde bestetiget den zcu deme rechten. Wenn man rechtes an om bekempt, daz man gericht umbe sin unrecht, daz her begangen had, so ist her gancz vorvestint umbe dy untad. Dy ander vorvestenunge ist, wan man ymandes umbe ungerichte vor gerichte ledet mit rechter clage, unde fulget der clage dry ding, kempt he denne nicht unde vorantwort sich der sache, so teyle man yeme gewonnen in der clage, so ist her in der sache vorvestent, unde musz [Seite 212] sich usz der vorvestenunge wercken keyn daz gerichte mit des clegers willen. So ist daz dy dritte, wan dy vorvestenunge geschen ist, unde dry ding vorgangen sint, czu deme firdenmale tud man on in dy achte. Ist daz dy clage ged an den hals, so sal der richter ufste, mit schepphen orteyle sich zcu underwisen, wy der den fredebrecher usz der vorvestenunge in dy achte brengen sal; so teyle man ome: mit finger unde mit czungen. So sal eyn iczlich dingman, der vor dinge stet, zwene siner vingere ufrichten, unde der richter zwene siner vingere, unde sal swere vor, ioder man darnoch, der daby ist: hy ist N mit rechter clage vorvestent umme dy sache, ane sine wedirrede, des ich eyn geczug wel sy mit den schepphen unde mit allen dingphlichtigen, dye hyr keynwerdig sint, den kundige ich hy in mynis hern achte; ist iz eyn wichbilde, so spreche: in der stat wichbilde; ouch neme ich on sуnen frunden, unde gebe on synen vinden, unde erloube unde kundige sin wip zcu eynir wetewen, unde sine kinder zcu weysen, biz solange daz her zcu sime rechten komit. Daz sal daz gerichte dryens thun an der dingstat. Wen her daz getan hat, so ist dye achte volkomen. Mit der vorfestunge hat her zcu der zciit weder wip noch kint, unde erworbe her andirswo eyn wip unde kinder, dy weren des alz vaste vorteylet, alz ab her su zcu der zciit gehat hot.

Dist. II. Dy achte dy vorfestent in keyme andern gerichte, wen in deme do her ynne vorvestent ist, he werde denn bracht in dy oberachte des hochsten gerichtes, daz man von deme koninge had. Wen daz geschen ist, so ist her in allen gerichten in der [Seite 213] achte. In welchem gerichte man yn denne ankumet, in deme gerichte mag man on in der achte vorczugen mit dissem gerichte, do her inne geecht ist.

Dist. III. Man en sal nymandes in dy achte brengen, noch kundigen, is gesche denne mit syme rechten namen, anders he ist nicht dorin komen.

Dist. IV. Man en sal nymandes echten umbe sogetane sache, wen das eyn man lip adder hant vorworcht had.

Dist. V. Quem ein man in dy achte, da er nicht von en weste, wurde er dez hernoch gehindert von ymande, sendet er an das gerichte unde bit, daz in das gericht musse sichern, yn sy czu wissene worden, das er in dy acht bracht sy, da sy er inbracht wider recht, wenn hette er gewest, das man in clage hette gehapt, er wolde sich vorantwort habe: daz schol der richter yeme kunt tun und gebite, das er czu dem nesten dinge an gehegete banc kumen, waz er denne mit urteiln und mit rechte schol tun, daz wolle er tun. Wolle er sich dez widern, daz schol nicht sin; man schol in twingen mit gerichtez wetten daczu. Wolde er ez denne noch nicht tun, so schol daz gerichte noch der dritten buz disen sichern vor sin gerichte, und schol yn sich lazen uzzihen. Dez ersten schol er sweren czu den heilgen, das er umb clage noch umb achte nicht gewust hab, das ym got helffe und alle heilgen. Wenn er daz getan hat, so schol er an derselben stat ane ufschup sweren selbVII unvorsprochner lute, das er der tat unschuldic sy, da man in umme in dy achte bracht haben. Wenn er das getan hat, so ist er loz, so schol in der richter uz der achte kundigen mit disen genanten worten. Der richter und alle dincwart [Seite 214] dy czukenwerte ist, schullen ire vingere ufheben, und sprechen dese wort, und dy dincpflichten: hy ist kumen kuncz vor gehegte banc, an rechte dingstat, und hat sich entworcht mit rechte uz der achte, da er in komen was, denselben N, oder wy sin name genant ist, den lasze ich wider uz der achte, und neme in sinen vinden, und erloub in wider sinen frunden, und kundige sin wip und sine kinder wider uz der irre dez unrechten, da si in vorkundiget waren. Als er sy daryn czu drin malen gekundiget hat, alzo schol er sy czu dryn malen daruz kundigen.

Dist. VI. Glicherwise ist dy achte in und uzczukomen, ob yener selber vor gerichte wer komen, dem ez der richter gebotten hatte.

Dist. VII. Weigert der richter daz, wer das an im eischt mit urteiln, das ein sin frund wider recht in dy achte komen ist, der wolle sich mit rechte wider daruz czihen: das schol ein rat und dy gesworn in wicpilde weren, das er wider recht icht en strebe. Wolde er denne dez nicht tun, so schol er sinz gerichtz keine macht mer haben, und en schol nymant vor ym clagen noch antwerten, dywile er dem widerstet.

Dist. VIII. Wen ein richter vorvestent und mit vorvestunge brenget in dez kunigez acht, wil sich der uz der achte czihen, so schol er des kuniges hofe nochvolgen sechs wochen und schol ym vorkundigen, darumbe und mit welchen rechter er sich uz der achte wolle czihen. Da schol im der kunic fride czu geben; so schol er swern vor dem kanige, das er vor den richter komen wolle, der in vorvestent und in dy acht bracht hat; vor den schol er [Seite 215] komen und sich czu rechte erbiten by XIV tagen, sint der czit daz er von dem kunige wider ist czu lant komen. Der kunic schol im darczu fride wirken mit sinem brife und mit sime ingesigel, der ym das czu wissen tu, das her der uberachte ledic sy.

Dist. IX. Wer sich in iare unde in tage nicht czuth usz der achte, den brenget man in dy oberachte.

Dist. X. Wer sich usz der achte zcuth unde rechtes nicht en phleyth, wert he des oberwunden, man tud on in dy oberachte, also ab he ior unde tagk dorinne gewest wer.

Dist. XI. Wer sich usz der achte zcuth, daz he deme cleger besserunge tud, daz mus he mit des richters loube thun, wen das gerichte sin recht an deme had, also an eyme, der do vorwunt ist in den tod.

Capitel XXI. Noch ist mancherhande wyse und lere, dy wir erkenne schullen, wy man dy vestenunge halden schol in irem rechten.

Dist. I. Wer sich vorantworten wil, den bedarff man nicht vorvesten, noch in dy achte bringen.

Dist. II. Man en schol nimant vorvesten noch echten ane geschrey, das sol er dryez rufen und ye by namen nennen. Darnach bit er umb ein vorsprechen, alz recht ist. Wenn im der mit urteiln gegeben wirt, der vorspreche gewinne ym sin wandel und sine holunge, und sin gesprech, als recht ist. Wenn das geschit, so clage her den fridbruch, wy und wo er an ym geschen ist: so vinde man, man schulle in vor gerichte eischen czu rechter antwort. [Seite 216] Alzo schol man in drystunt laden. Wenn daz geschit, ist denn nymant da von sinen wegen czu der clagantwort, so frage der vorsprech mit urteiln: sint daz er dristunt geladen ist mit urteiln, und er nicht kumt noch nymande von sinerwegen, der czu der clage antwort, wy er nu gebaren schulle. So vinde man, man schulle yn dryez an der stat czu borge biten uff sin recht; daz schol man tun. Wenn das geschen ist, so frage man, wen der man driez czu borge is geboten, und nimant da ist, der in borge wolle, wy er nu gebarn sulle by siner clage: so vinde man, daz man den fridbrecher vorvesten sol. So frage der richter dy dincleute oder sine schepfen, ob sy dez miteinander volborden sin; daczu sullen sy irn io geben, wenn si gehort haben, das man der clag recht gevolget hat. So heist sy der richter alle ufste, yderman mit czwein vingern, als in dem vordern capitel geschriben ist. Auch sal man bite mit urteiln, ob der cleger kein man wuste oder erfure, der by dem fridbruch gewest wer, oder den fridbrecher huzet, oder hofet, oder kein vorderunge tet, daz er dem muste volgen; das schol man im erlouben, das er recht darczu gebar.

Dist. III. Quem einer vor gerichte, und wolde den man borgen, ere denn das leste urteil uber in quem, den schol man czu borge tu. Der schol auch beerbet und besessen sin in dem gerichte, das er czu rechten wergelt und czu dez gerichtz gewette gut gnuc sy. Ouch mugen yn czwen oder dry borgen. Und wer in borget, der schol in vorbargen uber twerhe nacht vor mittage; en tut er dez nicht, er vorburt das wergelt ken dem cleger und dem richter sin gewette. [Seite 217]

Dist. IV. Ist ein man in mer gerichte vorvestent wenn in eime, den mac einer borgen uff dy gute, dy er in dem gerichte legen hat. In dem andern gerichte, mac er in nicht geborgen uff dy gute, wyvil er sy.

Dist. V. In wy manchem gerichte ein man vorvestent ist, in alz manchem muz er sich wol uzczihen mit recht, oder mit siner besserunge, oder mit gewette.

Dist. VI. Wer sich uz der vestenunge hat geczogen mit recht oder mit besserunge, der schol sich den voit lassen wisen und in sin erste recht wider brengen an rechter dincstat mit schepfen urteil, und an keiner stat anders.

Dist. VII. Wenn der richter einen uzgeczogen vorvestenten man schol in sin recht weder bringen, der schol dy schepphen fragen mit urteil: sint dem mal, daz sich N uz der vorvestenunge geczogen hat mit rechte oder mit besserunge, wy daz ist, und ist uz der vorvestenunge komen mit vinger und mit czungen, ob ich in yn sin lantrecht und in sin wicpilderecht mac widerbringen von gerichtez wegen. So vinde man, er muge ez wol getu mit rechte. So neme er den man by der slippen und spreche: desen man bringe ich in sin lantrecht wider czu einem mal, czu dem andern mal, czu dem dritten mal, und gebite by gerichtes hulden, das in nymant umb dy sache anvertige, beide mit worten noch mit werken, er kome denn vor gerichte mit rechter clage. Wenn der richter desen in recht wider bracht hat, so schol ym der sachwalde, und den schepfen, geben irn fridschilling, alz man [Seite 218] über eigen pfliget czu geben czu einem rechten gedechtnisz.

Dist. VIII. Wirt einer vorvestent uzwendic gebunden tagen, der en mac sich nicht uzgeczihen in den gebunden tagen. Wirt er ouch vorvestent in den gebunden tagen, der mac sich in den gebunden tagen wol uzczihen.

Dist. IX. Wer ein man vorvestent ufheldet oder anvertiget in dem gerichte, da er inne vorvestent ist, der en tut kein fridbruch, auch en tut er wider sin ere nicht. Ane alleine in dem huse, da man huzfrid schol halden, da en mac man in nicht anvertigen ane gerichte.

Dist. X. Wer einer ganczen stat echter ist, wer den ufheldet, der en hat missegetan weder ken dem gerichte noch ken der stat.

Dist. XI. Ist ein man vorvestent in eime gericht, und beclait in ein ander in demselben gerichte umb ungerichte, daz er sint der vorvestenunge begangen hat, ist daz geschen in demselben gericht, kan er daz erczugen selbVII und mit sinen schryluten, man schol in den auch vorvesten umb den fridbruch, wen man der clage gevolget hat, alz recht ist. Von welchem denne der vorvestent ere begriffen wirt, dem schol man er richten.

Dist. XII. Wirt einer in der vorvestenunge begriffen, dy vorvestenunge nymt im den lip, ob er mit recht darin komen ist, wenn man dy vorvestenunge erczugen mac, als recht ist; ez en wer denn, daz er sich uz der vorvestenunge geczogen habe und man ym das geweigert hette, daz man erczuge mochte. [Seite 219]

Dist. XIII. Uf wen man dy vorvestenunge erczuget, der ist vorwunden der schult, da er umb vorvestent waz, und man bedarff im nicht anderweid vorwinden.

Dist. XIV. Schol ein man vorvestenunge erczugen, dy in einer statbuch oder tafel nicht geschriben ist, hat er richter und schepffen, dy daby gewest sint, damit erczuget er. Sin aber der icht tod, so erczuget er mit dincpflichten, dy mit vinger und mit czungen an der vorvestunge sin gewesen czweine mit dem richter, ob er noch lebet; lebt er nicht, hat man denne der schepfen einen, der doby gewesen ist czu den czwein dincpflichten, so erczuget man dy vorvestenunge. Wo sy aber vorschriben ist, da en darff man kein andere geczugen.

Dist. XV. Man en mac nymande vorczugen vorvestenunge in einem andern gerichte, da er nicht inne vorvestent ist.

Dist. XVI. Wer einen vorvestenten man hust oder hofft, in dem gerichte da er inne vorvestent ist, und wil den nicht czum rechten brengen, und helt den inne wider recht, erczuget man daz selbVII unvorsprochner lute, der ist dezselben gerichtez vorwunden.

Dist. XVII. Ervert einer, in welchem huze oder in welcher gewer sin vorvestent man ist, der schol den mit gerichte eischen uz der gewer. Spricht aber der, dez dy gewer ist, er sy nicht in siner gewer, und er wisse auch umb nymande, dez mac er sich mit sim eide entschuldigen. Wil er dez nicht tun, so muz er gestaten, daz man in suche. Vindet man in denne uff der gewer, so muz der dy gewer hat, dem cleger buszen und dem gerichte [Seite 220] wetten, und nimt sin vorvestenten mit gerichte, und tut mit, waz recht ist. Wolde er aber nicht lasen suche, dez schol man das gerichte und dy scheppfen czu geczugen nemen, und der richter schol ym czu hant bescheiden vor sin gerichte. Ab wol an dem tage nicht gerichtez czit ist, so schol er ein gerichte machen und hegen, und sol yenem gebiten czu hant an gerichte czu gen, man wolle in vorvesten noch rechter clage und entrede sich mit rechte, wez er muge. Kumt er fur, dywile dinc wert, so vorvestent man in als ho, also jenen umb sin schult.

Dist. XVIII. Wer tancz in eime huze, ob hochczit darinne sy, oder ein gemein uzgeleit tancz erber lute, da en schol man kein vorvestenten man ufhalden ane gerichte, so daz man in mit urteiln eruz brenge, daz erger ufflofte werden vormiden von der menige der lute, und frowen und iuncfrowen geschonet werden.

Dist. XIX. Ist einz gesinde vorvestent umb fridbruch, dez mac kein man in sinem dinste lenger gehalden.

Dist. XX. Kein man mac auch sin kint vorhalden an sinen geweren, daz umb fridebruch vorvestent is, ez sy gesundert oder ungesundert, er wolle ez denne vorsten czu dem rechten.

Dist. XXI. Kein vorvestent man mac in dem gerichte bliben uf nimandez gewere, da er inne vorvestent ist.

Dist. XXII. Welch man vorvestent ist, und tut er in der vorvestenunge mer ungerichtez und fridebruchez, der hat nindert frid in kerchen noch in kirchofen. [Seite 221]

Dist. XXIII. Wider das gerichte noch der rat mugen keinen vorvestenten manne geleit noch frid gegeben ane der cleger willen.

Dist. XXIV. Wirt einer ufgehalden, der in mer lute vorvestenunge ist, denne in einz mannez, und von in beiden vorvestent ist in eime gerichte, ob sich der mit dem ein entricht, daz gericht schol in nicht loz lazen. Dem andern widervar auch recht.

Dist. XXV. An welchen gaste fridbruch geschit in eime gerichte, in demselben gericht schol man dem gaste den fridbruch als vaste vorvesten alz eime ingesessen.

Dist. XXVI. In schenkhusern, da win, ader bir, oder ander getrenk veil ist, da dy schenkenczihen anstecken ader hengen, da mac man vorvestent lute wol ufhalden binnen den vir wenden.

Dist. XXVII. Wer in eyme gericht vorvestent ist, in dem gerichte en darff ym nymant antworten, ob er icht czu ymade czu clagen hette, dywil er in der vorvestenunge ist.

Dist. XXVIII. Dywile ein man in der vorvestenunge ist in eime gerichte, dywile en mac er nimandez geczug gesin in dem gerichte.

Dist. XXIX. Welch vorvestent man sich mit dem cleger entricht, und dywile in das gerichte uz der vorvestenunge nicht gelasen hat mit vinger und mit czungen, und in sin recht nicht wider bracht hat, dywile ist er und heist ein vorvestent man.

Dist. XXX. Ob einer einen vorvestent, und der darnach auch vorvestent wirt, dez nester swertmage schol der vorvestenunge volgen mit urteiln, das er an der vorvestenunge sinez frundez volczihe alle sin recht sam iener, biz alzo lang biz sin frund [Seite 222] wider in sin recht mac komen. Kein ander schult mac er in dem gerichte von siner wegen nicht vorsten.

Dist. XXXI. Wirt einer vorvestent, und wirt darnach besprochen um ein andern fridbruch, und wirt ym daz czu wissen getan, und weis sich dez unschuldic, das schol er dem gerichte vorkundigen, daz er im stat und tac lege, da er gesichert sy vor unrechter gewalt, er wulle sich dez spruchez entschuldigen; daz schol der richter tun. Weigert daz der richter, so mac er in an sime gerichte nicht lazen vorvestend, er sy der ersten vorvestenunge vor ledic worden.

Dist. XXXII a. Welchen vorvestenden manne wirt nachgevolget in hanthafter tat, den ist man nehen czu vorczugen selbVII, wen er ez unschuldic mac werden.

Dist. XXXII b. Wirt eime manne sin gut angesprochin adir besaczt, diewile her vorvestent ist, der mag das wol vorantworten vor gerichte, als recht ist, binnen der vorvestunge, in des richters und der stat geleite und gute sicherunghe.

Dist. XXXII c. Eyn vorvestent man mag sich wol usczihen an allen steten an binnen dem gerichte, do her inne vorvestent ist. Zu glichir wise als man die clage mag irhebin an allin stetin, also mag sich auch ein man wol awsczihen an allen steten. Burgen mus her abir seczin, das her vorkome, und en hat her der burgen nicht, der richter sal in selbir haldin, bis das her rechtis gepflege.

Dist. XXXIII. Wirt einem sin erbegut angesprochen oder besaczt, dywile er vorvestend ist, dywile er vor gerichte nicht komen ist noch en mac, so schol er senden an das gerichte und biten umb [Seite 223] sichere stat und tac czu legen, er wolle sin gut vorsten mit rechte. Weigert man ym daz, so man daz vorczugen mac mit czwen schephen, dy man darczu nemen schol, so mac man furbaz daran nicht getun. Dez ersten daz her aber uz der vorvestenunge kumet, so schol stad er von stad an vor gericht komen, und schol daz gerichte biten, ienen vorczubescheiden, dy im in sin gut gesprochen haben, er wolle ez entweren. Tut er dez nicht, so wurde er vellic ken den, dy czu dem gut geclait hetten.

Dist. XXXIV. Den vorvestenden man muz man wol bestetigen by gebunden tagen. Man en schol aber in den gebunden tagen uber in nicht richten, ez en sy denne hanthafte tat daby.

Dist. XXXV. Kein vorvestent man mac urteil geschelden an gericht, noch der man der vechten schol, wen der in den creiz komt.

Dist. XXXVI. Welch vorvestent man sich wil einz totslagez entschuldigen oder einer kampfberen wunden, eischet er daz an gerichte, das gerichte schol in darczu von rechte geleite. Dicz capitel ist allez lantrecht und wicpilde.

Dist. XXXVII. Alle dy iar und tac in dez richez achte sin gewest, dy sin alle rechtloz, und man vorteilt in eigen und lehen; daz eigen in dy kunicliche gewalt, daz lehen dem herren.

Dist. XXXVIII. Zihen dy erben daz eigen nicht us der kuniclichen gewalt, sy vorlisen ez mit samt ienen; ez en wer denn, daz ez in ehafte not hette benomen, dy schol man bewisen, alz recht ist.

Dist. XXXIX. Dinstmannes eigen mac in dy kunicliche gewalt nicht komen, noch uz irez herren gewalt, ab sy sich vorwirken an iren eren und an [Seite 224] iren rechten. Sy en mugen auch, sint der czit daz sy ir recht vorworcht haben, eliche kinder nicht gewinnen, dy ir lantrecht behalden mugen; er schuchstire denne vor dez richez schar, da her einen andern kunic mit strite beston schol, so gewinnet er wider sin recht und nicht sin gut, daz im vorteilt ist.

Dist. XL. Zuhet sich auch ein man uz der vorvestenunge, da der cleger nicht czu antworte ist, und gelobt oder seczt her burgen vorczukumen, und en kumet er nicht vor: daz burgeczog hat der richter gewunnen, und nicht der cleger, ob er in wider in die vorvestenunge tut, alz von erst.

Capitel XXII. Nu wir erkant han von der acht und von der vorvestenunge: nu sullen wir lernen und erkennen von kampphe unde von sinen artickeln czu lantrecht und noch wicpilde, wy man dy vertig mache.

Dist. I. Von ganczen gotlichen rechte so finden wir nergen, daz eyn mensche daz ander kemplichen angesprechen moge, wenne god recht hinder ome had gelassen, do ome eyn iczlich man sulde an losse gnugen. Wen he gotlich recht vorsmet, unde wel mit eyme fechten in obirmute sines libes, wert om angeseget, so vorlust her lip unde sele; geseget he abir, he kan von nymande ledig werden den von deme bobiste. Doch so sin kempphen herkomen mit willekor, unde in fracheyt unde in obirmute. Dennoch ist nod dorinn czu legen ordenunge unde richtunge, das man dy uszrichtig mache, daz alsovel rechtes sy, daz eyme also glich geschege also [Seite 225] deme andern. Hirumbe spreche ich: wer kemphlich grussen wel eynen sinen genossen in wichbilde unde in lantrechte, he sal vor gerichte komen unde den richter beten, daz er im gunne, daz her sich underwinde moge sines fredebrechers mit rechte unde mit orteylen, den her do sehe. Wen her daz mit orteylen irworben had, so finde man ome, he moges thun. So frage he vort, wy her sichs underwinden sal, daz is ome helffende sy zcu sime kampphe: so finde man ome, he sulle on angriffen geczogentlich mit sime houbtfenster. Wen her sich des mit orteyle underwunden had, so frage her mit orteyln, ab her on musse lassen, daz her ome zcu sime rechten adder zcu sime kampphe icht schade: so finde man ome, he sulle on geczogentlich lasse anrucken unde anestossen. Wen daz geschen ist, sint sal sy der richter alle beyde vorborgen oren kamph czu folfuren ane unrecht und ane wedderrede. Wen daz geschen ist, so sal her ome vorkundigen, worumbe her on angesprochen habe; daz mag her nu czu hant thun, ab her wel, adder gespreches dorumbe beten. So sal her on beschuldigen zcu deme irsten, daz her den frede an ome adder an sime frunde gebrochen had; in welcher wissze daz geschen ist, also sal her daz belute in der clage, in wichbilde, in dorffern czu lantrechte, adder uff des riches strase. Dornoch clage her zcu deme andern male, daz her on gewunt habe adder sinen magk, unde dy nod an ome getan habe, daz her bewisen moge. Ist ez ein toter, den schol er bewisen; ist ez ein wunde, dy schol er auch bewisen, oder dy narwe. So clage her vort, daz her ome sines gutes alsovel abegeroubet habe, daz is nicht erger [Seite 226] mag gesin, is sy wol kampphes werth. Dysse dry ungerichte sal he zcumale clagen; wen welchs he vorswiget under den, so had her sinen kamph vorlorn. So spreche her vort: do sach ich on selber, unde beschrey on mit deme geruffte; wel her mir den begennen, daz ist mir lip, wel her des nicht, so wel ich on obirreden mit alle deme rechten, daz mir daz lantvolg adder dy schepphen irteylen. So bete iener eyner gewer mit orteyln umbe dy clage, zcum eynen male, zcum andern male, zcum dretten male; dy sal man ome thun. Doch mag her sine clage wol bessern vor der were. Unde wan dy were getan ist, so bete iener sine unschult, daz ist eyn eyd unde eyn kamph, ab her on zcu rechte gegruset had, und ab is also do ist, daz her is vor lemden vorbrengen magk.

Dist. II. Ist der cleger in der masse krang, so sal man ome mit orteylen teydingen, bis daz her fertigk unde gesunt wert.

Dist. III. Eyn iczlich man mag kampphes weygern deme, der wers geborn ist; der abir wers geborn ist, der mag deme baz geborne nicht weygern kampphes, ab her on anspricht.

Dist. IV. Kamphes mag ouch eyn man weygern, wan man on na mittage anspricht. Unde ist alles lantrecht unde wichbilde.

Dist. V. Es en mag keyn uszlendig man eyn in wichbilde gesessen iar unde tag, kampphes angesprechen, he sy denne ouch eyn ingesessen borger in wichbilde, unde om ebenbortigk.

Dist. VI. Kamphes mag ouch eyn sinen mage weygern, ab sy so na sint, daz sy durch recht mit enander nicht fechten sullen, daz ist in der firden [Seite 227] linien rechter geburt. Daz schol der mag an gerichte komen, und schol den widersacze eischen mit urteiln: so vinde man ym, er sulle bewisen, daz sy so nahen einander czugehorn; das sol man im vinden selbVII. Wenn das erwiset wirt, so teil man sy kampfez von einander loz by der hochsten wette, unde gebyte on, recht von einander czu nemen.

Dist. VII. Der richter schol auch pflegen einez schildez und einez swertes czu haben dem, den man angesprochen hat, ob er ez bedarff.

Dist. VIII. Der richter schol czwene botten iczlichem geben mit urteiln, dy da sehen, daz man gerwe und antu noch rechter gewonheit.

Dist. IX. Leder und linen dinc mussen sy antun, als vil als sy wollen. Houbt und fusse schullen in vorne bloz sin, und an den henden schullen sy nicht wenn dunne scheblinge han; ein bloz swert in der hant, und eins oder czwey umbgegurt, daz stet czu ir beyder kur; ein sinweln schilt in der andern hant, da nicht denne holcz und leder an sy, an dy puckel, dy schol yserin sin; ein grawen rock uber dy gar an ermel in der wat sullen sy czu creis kumen.

Dist. X. Frid schol man in dem creiz gebiten by dem halze, da sy nymant irre an irem kampfe.

Dist. XI. Ir iczlichem schol man mit urteiln gewinnen ein baumtrager; den schol der richter geben. Dy schullen sy nichtez irren, wenn ab ir einer vellet, daz er den baum understosze, oder ob ir einer wunt wirt, oder dez baumez bitet; dezselben muz her nicht tun, daz gerichte erloub ez in. [Seite 228]

Dist. XII. Nochdem daz dem kreiz frid geboten ist und geworcht, so schullen su dez warfez gern mit urteiln; den schol in der richter erlauben. Aber ortbant von den swertscheiden schullen sy er abbrechen, ere sy in den warf komen; sy en haben ez beidersit loube von dem gerichte, ab ez ir beider kur ist.

Dist. XIII. Wenn sy in den creis komen, so schullen sy beide vor den richter alzo gegerwet, und der anspricht schol swern, daz dy schuld war sy, da er ym umb schult gegeben hat, alz ym got helfe czu sime kamphe.

Dist XIV. Wenne das geschen ist, so sol man in in dem creize dy sunne glich teilen, wenn sy erste czusamne woln gen.

Dist. XV. Man schol auch iczlichem mit urteiln gewinnen czwene sighorcher, dy mit rechter warheit siges bekennen.

Dist. XVI. Der cleger schol erste in den kreiz komen, und ob der ander in czu lange irret, der richter schol in lazen eischen den froneboten in dem huze, da er in ist gegerwet, und schol czwen schepfen mit senden. Sust schol man in laden von gerichte wider czu dem huze, czu einem mal, czu dem andern mal und czu dem dritten mal. En kumt er denne czu der dritten ladunge nicht in, so ste der cleger uf mit urteiln, und spreche: her richter, ich ste hy und bite mich czu kamphe N, dem ich kamph an uwerm gerichte abermant hab, und mir den gelobt hat, und ist mir nu abtrunnic worden, lat mir ein urteil werden, wy ich in nu vorwinden schulle, daz es mir hulflich sy czu minem kampfe. So vinde man im, er schulle czwen slege und einen [Seite 229] stich tun ken dem winde, damit hab er in vorwunden. Wann er das getut, so frage er mit urteilen, sint daz er in vorwunden habe, wy er nu mit ym gebaren schulle, ab er in ankumit in dem gerichte. So teil man im, wo her in ankumt in dem gerichte, da schulle her sich sin underwinden, und brengen an gerichte, wy er das muge getun, so schol ym der richter helfen, daz er czu stunde uber in richte mit dem swerte.

Dist. XVII. Sust schol man vorwinden einen toten, ob man on in dube oder in roube oder in sogetanen unteten geslagen hat.

Dist. XVIII. Mac man aber den toten beczugen mit siben mannen czu vorwinden, so en darf man sich czu kamphe nicht biten kegen ymande. Butet aber einer dez toten mag in czu vorsten mit kampf, der vorleget allen geczug, wen alzo mac man in ane kampf nicht vorwinden, der sy denn vorvestent.

Dist. XIX. Alzo vorwindet man auch den, der czu kamphe gevangen ist und gegruzt ist, und gelobet oder burgen seczt vorczukomen in rechten uzgeleiten tagen, und nicht vor en kumet. Und ist allez lantrecht und wicpild.

Capitel XXIII. Noch ist mancherleye czu erkennen von kemphen, wy man kempfet in dez richez hofe, in der fursten hofe und in gewillekurten steten, mit dem loze oder ane loz.

Dist. I. In dez riches hofe en sal nymant rechten anders, wenn mit spiczigen secztarschen und mit kolben ane ysen, in rocken und nicht in wappen. Wer da dem andern angesiget umb dube, der [Seite 230] richt mit der wid; is ez umb roub, man richtet mit dem swert; oder umb welcherhande ungericht ez sy, daz sin besunderlich gerichte hat, darnach richtet man uber den vorwunden.

Dist. II. Noch sin uzgeleite kemph in der fursten und ander herren hofen und in willekurte stette, alz czu rosse und czu hengsten, oder czu fuz in banczern. Und wy dy willekur werden, alz sol man sy halden.

Dist. III. Alle urteile volgen noch dez capitels lere inczukomen und in allir handelunge und noch dez kamphz willekur.

Dist. IV. Wer da gesiget, der nimt des andern gar oder harnasch mit; ez en sy denne mit benanten worten uzgenomen.

Dist. V. In lantrecht, wirt der vorwunden, den man anspricht, man richt uber in; wirt der aber vorwunden, der ein anspricht, man leit in mit buze und mit gewette.

Dist. VI. Alle ander kamphe stet halz ken halz.

Dist. VII. Grust man einen man czu kamphe, der ungewarnet ist darkomen, und im auch umb dy sache nicht geteidingt ist: her sol tac haben noch siner geburt, ob er das mit urteiln eischet, das er sich darczu gewarnen muge.

Dist. VIII. Das en schol auch nicht ere geschen, der kamph sy vorlopt, daz er denne darnach tac gewinne czu siner warnunge.

Dist. IX. Der schephbar fry man gewinnet tac uber sechz wochen. Der dinstman uber XIV nacht und alle andere fry lute.

Dist. X. Alle dy unelich geborn sin oder rechtloz an gerichte worden sin, dy en mugen keinen [Seite 231] vormunden gehaben an irre clage noch czu irem kamphe.

Dist. XI. Lame lute mugen wol clagen und antworten an vormunden; ane wo dy clage czu kamph gat, so schol ir vormunde sin ir nester ebenburtiger swertmag, wer der sy, der ez vor in tun wil. Mac aber der lame, wenn man in czu kamphe grust, sinez rechten vormunden nicht gehaben, und tar sin recht darczu tun, so mac sin vormunde sin, wer da wil, oder wen her gewinnen mac mit sinen pfenningen, ob man doch wol sin vormunden bewisen mac.

Dist. XII. Wert sich aber ein man suz mit kamphe, alleine ab her czu dem ersten nicht angesprochen, das schadet im an sinen rechten nicht.

Dist. XIII. Ein unvorsprochen toten man mac man mit kamphe nicht beweren.

Dist. XIV. Spricht ein gewunt man den andern an mit kamphe, und mac er von uncraft den kamph nicht volbrengen, und hat keinen vormunden, der ez vor in tu wolle: man schol ym teidingen mit rechten urteil frist, biz alzo lang daz er sinen kamph selber volbrengen mac.

Dist. XV. Welch man den andern wundet oder totet, und in vor gericht furet, und wil in bereden czu einen fridbrecher mit kamphe oder ane kamph, volkumt er dez nicht, alz recht ist, er ist dezselben ungerichtez selber vorwunden, das er an ym getan hatte.

Dist. XVI. Welch schepfbar fry man eime sime genozen kamph anspricht, der bedarff czu wissene sin uberanen, alz recht ist, und sin hantgemal, und das czu benennen und czu bewisen, ob man daz [Seite 232] mit urteiln eischet. En tut er des nicht, so weigert im der ander kamph mit rechte.

Dist. XVII. Wer einen man vor gerichte czu kamphe vehet, und wirt dy clag mit urteiln gefrist, so wirket man in beiden fride, unde wirt der gebrochen, man schol in erste bessern, sunder kamph. Wurde aber der fridbrecher gevangen in frischer tat in der flucht, man richtet uber in noch fridez rechte. Und ist lantrecht und wicpilde.

Capitel XXIV. Nu wir mancherleye artikel gelernt und erkant han: nu sullen wir lernen unde irkenne, wer rechtelos sy unde heyssze.

Dist. I. Alle dy unelich geborn sint, dy sin alle rechteloz. Welch man lip adder hand lediget, daz ome vor gerichte vorteylt ist, dy sint alle rechteloz. Dy ouch hud adder hor ledigen, daz on vor gerichte vorteylt ist, dy sint ouch rechtelos. Dy ouch dube adder roub sunen vor gerichte, dy sint ouch rechtelos, unde des ouch vorwunden werden. Kemppfen unde ore kinder, daz sint dy, dy do gelt dovor nemen, dy sint ouch rechteloz. Alle spellute, dy sint ouch rechteloz. Wer wip adder mayt notczaget, adder eynes andern wip behuret, unde des vorwunden werden, dy sin alle rechteloz. Wer vater adder muter, bruder adder swester mort, unde des vorwunden werden, dy sin alle rechteloz. Ob der vater wip, kind, bruder oder swester mort, und des vorwunden wirt, dy sin auch rechtloz. Wer sinen rechten hern vorred adder tod, unde des vorwunden wert, der ist ouch rechteloz. Alle dy do keczczerie triben und mit czobernisse umbgen, unde [Seite 233] des vorwunden werden, dy sin alle rechteloz. Alle dy oren rechten hern entsagen unvorclaget, unde sy orlougen, unde werden des uffenbar vorwunden, dy sin alle rechteloz in lantrechte unde in wichbilde. Wer ouch meyneyde swert unde des vorwunden wert, der ist ouch rechteloz.

Capitel XXV. Nu hab wir erkant, wer von recht rechtloz ist: nu sullen wir ouch erkennen und lernen umbe orteyl, wy man dy beschelden schol, oder wer sy beschelden magk, unde wy man oren geczug had.

Dist. I. Alle, dy do in deme furdern capittel rechteloz benant sint, dy mogen keyn orteyl gestraffen vor gerichte.

Dist. II. Keyn richter sal orteyl finden noch schelden; he sal noch iczliches mannes orteyl fragen.

Dist. III. Nymant sal orteyl finden, den der czu der bangk getermet ist adder czu gerichte.

Dist. IV. Ichlich schephphenbar fry man mag wol orteyl finden obir eynen iczlichen man. Es musz abir obir sy finden orteyl keyn man, daz is on an oren lip, adder ere, adder erben gen, noch or orteyl schelden, he sy ome denne ebenbortigk. Unde ist lantrecht.

Dist. V. In gebunden tagen en schol man nicht dingen. Es en schol auch nymant urteil vinden in gebunden tagen uber sinen herren, noch uber sinen man, noch mac, daz in an ire ere, oder gesunt, oder lip ge. Und ist lantrecht.

Dist. VI. Ussen kunigez banne mac iczlich man uber den andern urteil vinden und urteil schelden, der volkumen ist an sime rechten, umb sogetane [Seite 234] sachen, dy man an kunigez ban gerichten mac. Und ist lantrecht.

Dist. VII. Schilt eyn man eyn orteyl, daz sal man an den hosten richter czin, czulest vor den koning. Do sal der richter sine boten zcu gebe, dy do horn, welcher volkomen ist vor dem kunige. Unde is lantrecht. Dy baten sullen sin schepphenbare fry lute, ab is in eyner g[r]aveschaft ist geschen; geschit is abir in eyner marcke, so mogen is wessen allerhande lute, dy volkomen sin an oren rechten. Dy sal der richter bekostigen mit brote unde mit bire, aber wo gewonlich wintrangk is, do sal her on gnug geben, unde dry gerichte zcu deme essen, dy des tages czitlich sint, unde eynen becher wins. Czwey gerichte sal man den knechten geben; ffunff garbe zcum tage unde des nachtis eynen pherde, unde sal sy vorne beslan. Sesse sullen der knechte sin; der pherde achte. Wenne sy den koning irst finden adder erfarn in sechszer ard, so sullen sy zcu hove farn, unde dornoch ober sesz wochen daz orteyl wedder brengen. Unde ist lantrecht.

Dist. VIII. Der daz orteyl geschulden had, unde volkompt her des nicht, he mus deste mer bussen unde deme gerichte wetten, unde ouch deme richter sine koste abelegen, dy her mit deme boten vortan had, Unde ist lantrecht.

Dist. IX. Keyn beschulden orteyl musz man zcin usz eyner graveschaft in eyne marcke, ab wol der grave dy graveschaft had von der marcke. Daz ist dorumbe, daz in der marcke keynes koninges ban nicht en ist, unde or recht zcweyget sich; dorumbe sal man is vor daz riche czin. [Seite 235]

Dist. X. Wer orteyls gefraget wert, unde des nicht en finden kan, tar her sin recht dorczu, daz her is nicht finden kan, so musz man wol eynen andern fragen, darnach den dritten und danoch den virden. Der leczte gewinnet tac, alzo lang als einem teidinc ist, uff den das urteil get. Und ist lantrecht.

Dist. XI. Schilt ouch eyn sachse eyn orteyl, unde czuth sich des an sine furdern hand unde umbe dy meysten mennynge, der mus dorumbe fechten selbsobende mit andern sobenden siner genosze. Wo denne dy meysten menninge geseget, dy behilt daz orteyl.

Dist. XII. Iczlicher vorsegeter man wettet deme gerichte unde gebit busze deme, der uff on gevochten hat.

Dist. XIII. Umme eyn orteyl muz men nergen vechten denne vor deme riche.

Dist. XIV. Ffraget man eynen man umbe eyn orteyl, unde find her is noch sy sinne, aller rechtes al hers weys, unde ab is wol unrecht ist, he lidet dorumbe keyne nod. Unde ist lantrecht.

Dist. XV. Wedirspricht eyner dy volbort, unde vindet eyn andir orteil, welchis dy meyste menge folge, der beheldet sin orteyl, unde blyben beyde ane busze unde ane ghewette, wen or keyner des andern orteyl geschuldin hat. Unde ist lantrecht unde der artyckel zcut sich an wichbilde.

Dist. XVI. Wer orteyl schelden wel, der sal sprechen alsus: daz orteyl, daz der man N funden had, daz ist unrecht, daz beschelde ich unde czy mich des mit rechte, wo ich mich des hen geczien kan unde sal. Unde ist lantrecht unde wichbilde. [Seite 236]

Dist. XVII. Stende sal man orteyl schelde. Sicczende sal man orteyl finden, menlich uf syme stule, under des koninges ban. Der aber czu den bencken nicht geborn ist, der schol dez stulz biten mit urteiln, ein ander urteil czu vinden: so schol man ym den stul rumen, der das erste urteil vand. Welch urteil denne einer vint, daz bite her czu behalden mit sime rechte, und czihen sich denne dez, da sy sich durch recht hen czihen schullen, und biten darczu boten mit urteiln. Und ist lantrecht und wicpild.

Dist. XVIII. Umbe eyn beschulden orteyl sal man keyne volbort finden. Der is ouch beschulden hadte, he musz domete abelassen ane iens willen, deme daz orteyl gefunden waz zcu syme fromen.

Dist. XIX. Welch orteyl man vor gerichte nicht finden en kan, daz sal man in wichbilde vor den rad czin. Kan man is denne do nicht volkomen, wo man denne den czogk hene had, do sal daz gerichte daz orteyl beschreben hen sende, unde sich lernen lasze noch deme also vorgeschriben sted, mit siner koste und mit der schepfen koste. Ob ez erbeschepfen sin, dy durfen ir gelt czu der koste nicht legen.

Dist. XX. Mannig man spricht: ab eyn man eyn orteyl findet, daz on nicht gerecht duncket, he sulle uffschub haben firczen tage sich zcu bedencken, ab he daz orteyl wulle liden adder straffen; daz ist nicht recht. He sal is an der stad liden adder straffen; doch mag her zcu stund gespreches beten, czu hand wedder in czu komen.

Dist. XXI. Umbe alle gestraffte orteyle in wichbilde, do sal daz gerichte boten unde koste zcu gebe. [Seite 237] Wer denne an deme orteyle fellig wert, der sal dy koste abelegen, unde deme gerichte wetten, unde deme, der daz orteyl fand, busszen.

Dist. XXII. Welch orteyl vor gerichte nicht beschulden wert, unde wert vorfulget, daz mag man sint nicht beschelden. Alles lantrecht unde wich bilde.

Dist. XXIII. Welch orteyl vorfulget wert vor gerichte, unde dornoch ymant sprechen wulde, man hette is unrecht funden: wert der dorumbe beschuldiget an gerichte, he mus dorumbe bussen dem, der is gefunden had, unde deme gerichte wetten.

Dist. XXIV. Alle polnerland, bemerland ande missenerland haben zcog ken halle. Dy marg von brandenborg unde des sehes strom haben czogk keyn meydeburgk. Dy von meydeburg haben zcog keyn schartow obir dy elbe; do nemen sy dy eldesten, unde mit der merer menninge volkomen sy des orteyles. Duch sagen etliche burgere, der geczog ge uf fir manne zcu schartow; doch so haben sy daz in eyne gute gewonheyt bracht, daz man is mit der mer menninge volkemmet.

Dist. XXV. Wer sich kegen meydeburgk beruffet mit eyme beschulden orteyle, der sal komen an geheyte bangk, unde man sal von beyder partie do sin, daz do yderman hore, waz om daz recht gebed.

Capitel XXVI. Nu wir mancherleye artikel gelernt und erkant haben von urteil beschelden: nu sullen wir lernen unde erkennen, waz eyn recht vorsproche moge gesin, unde wy man dy vorsprechen gewinnen sal, und wy sich vorsprechen halden sullen mit mancherleie artikel. [Seite 238]

Dist. I. Es mag von rechte nymant vorsproche gesin, den wer von rechte elich geborn ist unde sin recht nicht vorworcht had.

Dist. II. Der richter sal czu vorsprechen geben, den man irst gewinnet mit orteylen, er werde im denn abegeleit mit urteiln.

Dist. III. Vorsprechen en mag nymant weygern, is sy denne by deme gerichte, do her inne wonhaftig ist, adder gud dorinne had, adder do he recht furdert; ane uff sinen magk, adder uff sinen hern, adder uff sinen man, adder umbe dy clage umbe sinen lip, adder an sine gesunt, adder an sine ere ged. Sust umbe alle ander clage musz he wol eynes iczlichen mannes wort spreche.

Dist. IV. Wert sich eyn man vorsproche zcu sine, den mag der richter mid der bussze wol twingen, dywile der nicht abelesset, der on mit orteyln heyschet.

Dist. V. Beten zcwene zcu eynen male umbe eynen vorsprochen, welcher des irsten mit orteylen betet, deme sal hern gebe. Clagen sy ouch bede zcu eynen male, daz sted an deme richter, welchen he irst furdern wel, is sy denne daz or eyner dy vorclage vorczugen moge.

Dist. VI. Wer czu vorsprechen gewunnen wert, der sal sich mit orteylen bestelle, ab he buszwerdig wert, wer on mit rechte dor abeneme. En tud he des nicht, he musz dy busse selber liden.

Dist. VII. Der stammeninger man, ab he missespricht, he mus sich wol vorholen. Vorsumet he ouch ienen, des wort he spricht, he mag sich wol erholn mit eyme andern vorsprochen. [Seite 239]

Dist. VIII. Ein iczlich unbescholden man sinez rechten mac im lande czu sachsen wol vorspreche sin, ane pfaffen, dy man an irem rechten nicht beschelden en kan.

Dist. IX. Burgen sal eyn man seccze deme gerichte, der eyn vorsproche wel sin, do he keyn gud inne had, vor gewette unde vor busse, ab her is vorbort, unde nicht eher.

Dist. X. Keyn cleger darff burgen seccze, er dy clage betaget wert. Wer nicht burgen gehaben mag unde do ouch nicht erben en had, den mag der fronebote behalde, ab her umbe ungerichte claget, adder ab man uff on claget.

Dist. XI. Wen der man zcu vorsprochin nemet umme alle clage, der muz sin wort wole sprechin umme alle clage, dy her zcu clagen hat, edir uf on zcu clagene ist, dywile her nicht mit rechte darvon gewunnen wert.

Dist. XII. Eyn iczlich unbeschuldener man mag sin wort wol selber sprechen, dywile he sich dez schaden getrosten wel, der om selber dovon ensten magk, wenne wandel unde holunge mag he nicht gehabe.

Dist. XIII. Ez en schol kein wip vorspreche sin, noch ane vormunden clagen. Daz vorloz in allen calefurnia, dy vor dem riche so sere missebarte vor czorne, da ir wille ane vorsprechen nicht mochte ergen.

Dist. XIV. Ein iczlich man mac wol vorspreche sin, und clagen, und antworten, und geczuge, ane in den gerichte, da er inne vorvestent ist, oder ab er in dez richez achte ist; und vor geistlichem [Seite 240] gerichte en muz er dez auch nicht tun, ob er in dem banne ist.

Dist. XV. Ob ein man an sinez vorsprechen wort nicht en iehet, dywil blibet er ane schaden sinez vorsprechen wort. Missetut aber der vorspreche, er muz liden, waz recht ist.

Capitel XXVII. Nu schulle wir lernen und erkennen, daz der son nicht antwort vor den vater, waz ungerichtes her getan had, noch syme tode, oder wy dicke der vater den sun uzgenemen mac umb ungerichte.

Dist. I. Der son antwert von den vater nicht noch syme tode, waz ungerichtes her getan had.

Dist. II. Der vater mag sinen son driens uszneme, ab he umbe ungerichte beclayt wert, dywile he von ome nicht gesundert ist, also daz he swere uf den heyligen, daz der son der tad unschuldig sy.

Dist. III. Wert vater unde son beclayt umbe eyne tad, do en mag her on nicht uszgenemen, he habe sich or selber erst entschuldiget mit rechte.

Dist. IV. Der herre mag ouch wol eyns uszzcin sinen eygen man, wen he vorteylt ist, ab her daz czu den heyligen gewern tar, daz he sin ingeborn eygen sy, unde daz he der tad unschuldig sy, do he mete beclaget ist; so blibet iener rechteloz. Unde ist lantrecht.

Capitel XXVIII. Nu schul wir lernen und erkennen umbe roubliche gewer, ab eyn man dorumbe beclaget wert.

Dist. I. Welch man umbe ungerichte beclaget wert mit gerichte, ehir es obernechtig wert, mag [Seite 241] der cleger des ungerichtes beczugen selbsobende, man vorvestent ienen zcu handes, der dis getan had. Ist abir der rechter usz sime gerichte also dis geschit, so clage man deme froneboten an siner stad. Had he dirre clage geczuck des irsten tages, also der richter wedderkempt in sin gerichte, man vorfestent ienen, also ab is desselben tages geschen wer. Dis ist lantrechte. Abir in wichbilde: ist disses nicht in sime gerichte, also dis geschen ist, so sal der rad eynen richter seccze an ienes stad, der deme cleger helffe in der fryschen tad, also daz deme richter an sinen rechten vorgnuget werde.

Capitel XXIX. Nu schulle wir lernen und erkennen in desem capitel, wy man vorvestenunge in achte kumt.

Dist. I. Wen der gogreve oder der belente richter vorvestent, erczuget man dy vorvestunge vor dem greven, man erwirbet dez graven vorvestenunge alczu hant. Alzo erwirbet man mit dez graven vorvestenunge dez kunigez achte. Und ist lantrecht. Aber wer vorvestent wirt in wicpilde, volget man mit der vorvestenunge an den erbenrichter, und dy erczugen, damite erwirbet man dez kunigez achte, alz vor in dem capitel von der vorvestenunge beschryben stet.

Capitel XXX. Nu schul wir auch erkennen, ob der greve sin uzgeleit dinc vorsmet umb ungericht oder umb ander clage.

Dist. I. Vorsumet der grave sin recht uzgeleit dinc, daz vorluzet der cleger alleine; ez sy umb ungerichte oder warumb ez sy, man muz dy clag beginnen alz von erste. Und ist lantrecht und wicpilde. [Seite 242]

Capitel XXXI. Nu schulle wir erkennen ym rechten, wy man nimande betwingen schol czu clage, und was man wettet umb daz gerufte, ob man ez nicht volfuret.

Dist. I. Man sal nymanden czu clage twingen, der he nicht begunst had, wen eyn iczlich man mag wol sinen schaden vorswigen, dywile he wel. Schriet her abir daz geruffte, daz musz her volfurdern mit rechte, wen daz geruffte ist eyn anbegin der clage. Und ist lantrecht und wicpilde.

Dist. II. Umbe eyn blosz geruffte wettet man dry schillinge, ab man om nicht fulget mit gerichte.

Dist. III. Volvordert er sin clag mit recht an kamph, und enket im yener mit siner unschult, er blibet ez ane wandel und ane schaden; ez en sy denn daz er in kemphlich hab angesprochen. En weiz er auch dez fridbrecherz namen nicht, er beclait in unbenant. Und ist lantrecht und wicpilde.

Capitel XXXII. Nu schul wir lernen und erkennen umbe allerhande lute wergelt unde busse in lantrechte unde in wichbilde, noch iczlichez mannez geburt, oder noch sinem vorbrochen oder vorlorn rechte, oder frowen oder meiden geburt.

Dist. I. Nu vornemet umbe aller lute wergelt unde busse. Ffursten, frigen hern, schephphenbare fry lute, sin glich an busse unde an wergelde. Doch eret man dy fursten unde fryen hern mit golde zcu geben, unde gibt on czwolf guldene phenninge, der sal iczlicher dry phenninge silbersgewichte haben. Daz phenninggewichte goldes macht czwene silbers. Sust wern dy phenninge drissing schillinge wert.

Dist. II. Den schepphenbarn frigen luten gibt [Seite 243] man zcu busse drisig schillinge phundischer phenninge, der sal czwencig eyne marg wegen, unde or wergelt ist achczen phunth. Unde ist lantrecht unde wichbilde. Anden luthen in wichbilde, dy von orer frigen gebort czweyger elderveter adder czweyger eldermuter, unde von vater unde von muter ore gebort bewisen magk, unde ouch or recht nicht vorworcht haben, dy behalden in wichbilde phundesgelt czu wergelde unde czu busse.

Dist. III. Iczlich wip had ores mannes wergelt halb unde halbe busse.

Dist. IV. Iczlich mayt unde unbemannet wip had halbe busze unde halp wergeld, nochdeme als sy geborn ist; in wichbilde also in deme lantrecht.

Dist. V. Der man ist auch vormunder sines wibes czu hant, als se ym getrewet wirt. Also ist auch wol das wib des mannis genossinne, wenne se in sin bette trit, und noch des mannis tode ist se ledig von des mannis rechte.

Dist. VI. Summeliche lute sprechen, daz in wichbilde alle, dy in wichbilde schucz haben, mit eyme wergelde unde mit eyner busse begriffen sint; daz sal man haben vor wor an aller, dy in rechter friger bord sten unde ores rechten unvorsprochen sint.

Dist. VII. Dy bergilden unde phlighaften heyssen unde schulteyssen ding suchen, den gibt man fufczen schillinge czu busse unde czen phunt zcu wergelde. Under den musz man wol kisen eynen froneboten in lantrechte, ab man des bedarf, der do mynner habe den dry huffe; den sal kisen der richter unde dy schepphen.

Dist. VIII. Andere fry lute, dy sin geheyssen lantsessen, unde dy komen unde farn gastes wise, [Seite 244] unde haben keyn eygen in deme lande; den gibt man ouch fuffczen schillinge zcu busse, unde czen phunt czu wergelde.

Dist. IX. Czwenczigk schillinge sechs phenge unde eyn helbeling ist der lassen busze, unde nuhen phunt or wergelt.

Dist. X. Czwene wullene hentschu unde eyn misthacke ist der tageworchten busse. Sin wergelt ist abir eyn barg weysses mit zcwolff ruten, das iczlich rute von der andern eynes fademmes lang ste, daz ist eyn claffter; iczlich rute sal haben zcwolf negele uffwart; iczlich nayl sal von deme andern ste eynes mannes lang bis an dy schuldern, uf daz man den barg geborn moge von nagele zcu nagele; iczlich nagel sal haben zcwolf butele; iczlich butel czwolf schillinge.

Dist. XI. Phaffenkinder, unde alle, dy do unelich geborn sint, den gibt man zcu bussze eyn fuder houwes, also zcwene ochsen, dy do yerig sin, geczin mogen.

Dist. XII. Kempphen unde oren kindern gibt man zcu bussze eynen bligk von eynen kampphschilde keyn der sunnen.

Dist. XIII. Spellute unde den dy sich zcu eygen eben, den gibt man zcu busse eyn schaten eyns mannes.

Dist. XIV. Dy or recht mit roube, adder dube, adder mit andern dingen vorwercken, den gibt man zcu busse zcwene beseme unde eyne schere.

Dist. XV. Unelicher lute busse gibt man luczeln fromen, unde ist doch dorumbe gesaczt, daz der busse des richters gewette fulge. [Seite 245]

Dist. XVI. Ane wergeld sint uneliche lute. Doch wer or eynen wundet, adder roubet, adder totet, adder unelich wip notczaget, unde den frede an on bricht, man sal obir on richten noch fredebruchers rechte.

Hy treit wicpilde und lantrecht uberein in allen artikeln dicz capitelz, und waz si selber ungerichtez begen, daz muzen sy volborden noch rechte, und liden waz recht ist.

Capitel XXXIII. A. Nu schulle wir lernen und erkennen, wen uft geschicht, daz einer dem andern liet pferde, hunde, vogele und mancherleige ander dinc, und auch einer dem andern mit gewalt nymt, wy man daz handeln schol.

Dist. I. Wer dem andern dez sinen icht nymt mit gewalt, oder ane sine wissenschaft, ez sy wenig oder vil, daz schol er wider geben mit gewete und mit buz, ob man darumb clait. Mac er ez aber nicht wider gegeben, so schol er sweren daz das er ez im nicht wider gegeben en muge; so schol er ez gelden noch sinem werde. Der mac daz seczen, dez daz waz; wil aber yener das mynnern mit sime eide, daz mac er tun, der er gelden schol.

Dist. II. Aber singende vogele, oder grymmende vogele, winde, und heczhunde, und bracken mac man wol gelden mit sime glichen, daz man daz gewere czu den heilgen, daz ez alzo gut sy, alzo yenez waz. Daz ist lantrecht und wicpilde. [Seite 246]

Capitel XXXIII. B. Wer dem andern vihe totet, wie her is giltd.

Dist. I. Dis ist von dem vihe gered also: wer des andern vie totet, das man is doch essen mag, danckes ader undanckes, der mus is gelden mit seyme gesaczten wergelde; vorlemit her is, her gilt is mit seyme halben wergelde; und ane buse; dorczu beheldit yener sin vihe, des is e was. Wer is aber totet, adir lemet an eime fuse, das man is nicht geessin mag, her sal is gelden mit allem wergelde, unde mit buse; adir lemet her is an eime awge, her gilt is mit eime halben wergelde. Slet ein man einen hund, ader lemet in, durch das her in biset, her bleibit ane wandil, thut her do vor sweren, das her in nicht andirs mochte gestewrin.

Dist. II. Welch hund czu felde get, dem sal man in bandin haldin, durch das her nymant schade. Tut her ymant schaden, den schaden sal her geldin, dem der hund volgit, ader der hirre, des her ist, ab is einer nicht gegelden mag.

Capitel XXXIV. Nu sul wir lernen und erkennen umb vogele und tyre wergelt.

Dist. I. Nu vornemet umb vogele und tyre wergelt. Daz hun gilt man mit eime halben pfenninge; dy ente und ganz mit einem pfenninge, dy brutganz und bruthenne mit dryen pfenningen, dywil sy in ir brutczit ist; dy czigkel und dy kaczen auch alzo; daz lamb vor vir pfenninge; daz schaff vor achte; daz rint var vir schillinge; daz kalp vor [Seite 247] sechz; dy suhe, dy verkel treit oder suget mit funf schillingen; daz volle vor ein schillinge; das stutpfert vor czwelff schilling; daz phlucpfert vor czweinczig schillinge; des meidems XXX schillinge. Ein huzhan, nun hennen und ein han, czwelf huztuben mac ein man wol haben, und dy en haben nicht verrer frid, wenn ein man gewerfen mac mit einem hammere von irre wonunge. Einer hennen wandel sind czwen pfenning; dez hundes sin XXX schillinge, wenn er ein nachtwechter ist. Reiterspferde, vizze zelde, en iz kein wergelt gesaczt, noch mastswinen; darumb schol man sy und alle varnde habe widergeben nach siner wertschafft; einer mac sy auch mynren, der sy gelden schol, mit sinem eide.

Capitel XXXV. Noch ist mancherleige artikel, dy da ruren in ungerichtez laufte, dy man muz in mancherleye wyse czusamne bringe.

Dist. I. Wer sin swert czuhet uff eynez andern mannez schaden, daz swert ist dez gerichtez in lantrecht; und in wicpilde sol ez der richter czu losen geben vor einen schilling pfundischer pfenning. In lantrecht und in wicpilde schol er dem gerichte wette umb daz swertrucken. Hette aber einer sin swert geruckt, und gebe ym der cleger darumb schult, spricht er denn, er hette ez uff bescheidenheit geczogen und nicht uff sinen schaden, tut er sinen eid darczu, er ist ledic von dem cleger, und hat sich auch damit von dem gerichte enbrochen. Swiget aber der cleger, wil denn der richter, er muz sich ken ym entwirken, daz er sin swert uff [Seite 248] nymandez schaden geczogen hat, mit sinem eide; tut er daz nicht, er muz im das swert antworten und sin gewette geben.

Dist. II. Wer sin messer czuhet uz einz andern schaden, der muz dem richter daz messer antworten und nicht dy scheide, ob sy mit silber beslagen ist, und muz auch dem voite wetten, noch dem als umb das swert. Und ist lantrecht und wicpilde.

Capitel XXXVI. Nu schul wir auch erkennen, wy das ufrichtig sy, ob einer dez andern knecht oder mait slehet czu smacheit, und daz man von gesinde ungerichtes erkumen mac, ez sy an dube oder an vorwarlozunge sinez oder frowen guten.

Dist. I. Wer eins mannes knecht slecht, oder recht, oder roubet, nicht denn durch sinez herren schult, noch rechte schol er in beiden buze geben; er turre denn uff den heilgen gewern, daz er ez dem herren czu laster noch czu schanden nicht hab getan, so ist er der eynen buze ledic. Czu laster red ich darumb, ob er in hat geslagen durch dez herren schult, und nicht durch dez knechtez, oder durch ir beider schult. Czu schaden sag ich darumb, ob er in alzo geslagen hat, daz sin her sinez dinstez an im gehindert ist. Das muz her dem herren bessern, alz der knecht scholde, ob er uz des herren dinst on recht komen wer, und muz in busen beiden; er en neme sich dez lasters abe und dez schadens uf den heilgen ken dez knechtez herren, der er geslagen hat, gevangen oder geroubt hat.

Dist. II. Wer einen knecht oder einen man gevanget hat, der muz antworten sinem herren und [Seite 249] uzlich sinen mage und sinem wibe, wirt er darumbe beschuldiget, dywil er in gevangen hat. Lantrecht und wicpild.

Dist. III. Waz einez mannez gesinde ungerichtez tut, da en darff man noch frowe nicht not umb liden, sy en haben denne vor sy gelobet. Tun aber sy schaden, dez muz sich der herre oder dy frowe entwirken, daz sy rat und tat und aller volbort unschuldic sint.

Dist. IV. Vortopelt ein knecht sins herren gut, oder vorkoufft er ez ym, oder vorseczt cz, der herre mac ez wol wider vordern mit recht, so daz her sich darczu czihe, alz recht ist.

Dist. V. Vortopelt aber ein knecht sin selbez gut, ader verseczt ez, oder vorkoufft ez, oder czu welcherleye er dez gelost mit sinz selbes willen, so hat der herre daruff nicht czu vordern; wenn her ist ym phlichtig czu geldene, alzo en ist man ym nicht pflichtic czu antworten.

Dist. VI. Wirt eime sin pfert oder sin gut duplich oder rouplich genomen in dez herren dinste, ane dez knechtes schult, daz muz im der herre gelden; und darumb muz man auch dem herren antworten, ob er daruf geclait; und ist lantrecht und wicpilde.

Dist. VII. Ez en schol in wicpilde, noch in lantrecht, kein mannez gesind noch sin kind hoer vorphlichten, wenn umb alz vil, alz er umb und an hat und by im czu der stund. Wer daruber tut, daz mac sin herre oder sin vater, oder sin recht vormunde wider vordern mit recht an gerichte.

Dist. VIII. Gewinnet auch einer mit topelspil eime mer an, wenn er by im und umbe hat, [Seite 250] und spennet in in dy vessere oder helden, daz muz er wider tun, und muz dem sachwalden buzen und dem gerichte wetten.

Dist. IX. In wicpilde beclait einer den andern umb topilspil, da en darff man nicht umb antworten, wenn man sich dez mit rechten urteiln ensait.

Dist. X. Wer in lantrecht den andern beclait umb topilspil, und bekennet man dez an gericht, ob einer clait, der in dem gericht nicht ein dincphlichte ist: so schol der richter dem darumb helfen. So nympt er den dritten pfenning, ob man ez nicht vorsacht.

Capitel XXXVII. Nu sint mancherleye capitel, dy an ungerichte sich czuken, und auch artikel, dy man underwilen mit gewalt tribet.

Dist. I. Wer einen beclaiten umb ungericht geweldeclich dem gerichte enphuret, wirt der gevangen mit gerufte, er er schol glich pin ieme liden. Kumt er aber henwec, man vorvestent in alczu hant, ob man in in der hanthafften tat gesen hat, und in beschriet mit dem gerufte, und mac er daz erczugen mit gerichte und mit dincphlichten. Und ist lantrecht und wicpilde.

Capitel XXXVIII. Ab eyn man eyn beclageten man umbe ungerichte sal vorbrengen czu bescheiden tagen.

Dist. I. Sal eyn man eynen czu bescheyden tagen vorbrengen, der umbe ungerichte beclaget ist, do her vor gerichte gelobet had, sterbet der in [Seite 251] der czit, he sal on tod vorbrenge unde sy ledig; unde ist lantrechte unde wichbilde.

Dist. II. Wer abir vor eyde gelobet had vor eynen, sterbet der vor der czit, ehir he den eyd getud: sin erbe adder sin burge sal on vor on thun czu gelobter czith, adder dy schult ist uff den burgen gewunnen, der vor den eyd gelobet had.

Dist. III. Ist eyn man vor schult adder umbe ander sache vorclaget, dy uff on noch nicht gewunnen ist, unde vorborget ist: sterbet her denne an deme tage, man sal sin nicht vorbrengen, ab der burge sinen tod irczugen magk selbdritte, so ist der burge ledigk; sine irben sullen abir dy schult vorantworten.

Dist. IV. Glicher wisz sterbet eyn phert adder fih, daz man vorbrengen sal, der burge brenge dy hud vor, unde sy ledig.

Capitel XXXIX. Nu sullen wir abir lernen: I. ab eyn uff den andern claget und der wider uff in, welcher deme andern von irsten antworten sal, II. III. oder ob mer lute uff einen ungerichte clagen wenn einer, IV. oder ob ein man umb ungericht beclait wirt, der nicht czu kegenwertig ist, oder ob ein man umb ungerichte beclait wirt, der von erste der were bitet.

Dist. I. Welch man uff den andern clayt, unde iener wedder uff on, der irste had ieme nicht czu antworten, he kome denne erst von ome, unde sy ledig worden.

Dist. II. Clagen fel lute uff eynen man umbe ungerichte, he had deme andern nicht zcu antwortene, he sy denne von deme irsten ledig worden. [Seite 252] Nochdeme wer abir der irste ist, deme musz her sich vorantworte bis uff den lesten.

Dist. III. Wert, ouch dy clage betaget, he bedarf nicht hocher burgen secczen, denne vor sin wergelt, ab wol der clage fel adder wenning ist; unde is lantrechte unde wichbilde.

Dist. IV. Wert ouch eyn man vor gerichte umbe ungerichte beclayt, do her nicht zcu antworte ist, unde wert ome vor geteydinget, kempt on indes der cleger an, he mag on wol bestetigen zcum rechten umbe sine schult, dy her czu ome had, also lange bis he burgen seczt vorczukomen, wen der richter frede wercket ieme, der do claget, unde nicht yeme, dene man an sine antworte vorledet.

Dist. V. Wer umbe ungerichte wert beclaget, der betet von irsten der were. Wen dy were gelobet ist, so mag der cleger bessern sine clage unde nicht dornoch. Unde ist lantrechte unde wichbilde.

Capitel XL. Nu schul wir lernen, ob einer den andern slet oder veht, und im nicht en nymt, wy daz uzrichtic ist ken den erben.

Dist. I. Wer den andern veht und im nicht en nymt, oder in wundet oder slet ane totslac und ane lemde, sinen erben hat er darumb nicht czu antworten, ob er stirbet noch der iarczal, er habe denn selber der clage begonst an gerichte, er er starb. Und ist lantrecht und wicpilde.

Dist. II. Wer den andern slet ane kampherwunden, oder rouft, wirt der gevangen mit gerufte fur gerichte bracht, da vorburt her wider den lip [Seite 253] noch kein gesunt, sundern buz und gewette vorburt er daran. Und ist lantrecht und wicpilde.

Capitel. XLI. Nu sullen wir lernen und erkennen, wy iczlich gefangen tag unde gelobde von rechts besten sulle oder nicht.

Dist. I. Iczliches gefangen tagk unde gelobde sal durch recht nicht stete sin, daz eyn man in deme gefenckenisz gelobt. Lest man on abir ledigk, unde uff sine truwe riten zcu tage, he sal dorch recht sy wedder komen, unde sine truwe ledigen.

Dist. II. Gebet eyner gefangener gelt, adder werd ledig ane geld, welcher frede he denne globet adder swert, dene sal her durch recht halden.

Dist. III. Waz der man sweret adder in truwen globet, do her sinen lip mete fristet adder sinen gesunt, ab her ome des nicht wulde gehalden adder geleysten magk, daz schadet om czu syme rechten nicht noch czu sinen eren.

Dist. IV. Wo man eynen ungetruelichen fehet, unde lest on uff sine truwe, adder lest on sweren, adder welcherley gelobde her tud, der en darff her keynes halden, mag her uff dissen volbrengen, daz her on untruelich czu deme gelobde getwungen habe. Unde is lantrechte unde wichbilde.

Dist. V. Ouch sprechen sommeliche lute, daz dy koufflute, dy nicht czu deme schilde sin geborn, keyn gefencknisz halden sullen von rechte, daz ist wor; is sal der geborne unde ungeborn keyn gefenckenisz dulden. Doch haben dy am herschilde eyne vorloysende willeckor ores adils, daz sy me [Seite 254] wullen halden in orer besseren gebort wen dy kouflute; hymete wert der koufman nicht rechteloz noch erenloz, daz in dissem capittel wol beschriben ist, wen god had den menschen selber noch om gebildet, unde had on mit siner marter gelediget eynen also den andern, unde om ist der arme also der riche, der gebur also der herre.

Dist. VI. Nu lost uch nicht vorwundern, daz dis buch so lucczeln saget von dinstluten rechte, wen is ist so manningfalt, daz is nymant czu ende komen kan, wen under iczliches bischoves, ebte, unde ebtisschinnen, do haben dy dinstlute sunderlich recht, dorumbe kan ich is nicht bescheyden. Do man des irsten recht saczte, do en worn keyne dinstlute, und waren alle lute fry, wen do unse furdern hern zcu lande quamen. Do en kan ich dez an mynen sinnen nicht uszgenennen noch der worheyt, ab ymant des andern gefangen adder eygen sulle sin, unde habe dez in keyner orkunde der heyligen schrift noch der alden rechtbucher.

Dist. VII. Ouch sagen sommeliche lute, dy der warheyt erre farn, daz sich eygentschaft erhube an kayn, der sinen eygen bruder irslugk, daz ist nicht; wenn kayns geslechte wart vortelget in der sintflut, daz or nicht en bleyt. Ouch sagen sommeliche lute, is queme eygentschaft von kayn noes sone; noe segente czwene sone, an deme dritten vant her ny eygentschaft; kayn besaczte ustrayn mit sime geslechte, sem bleyb in azia, iafeth unde furder besaczte auropan; alsus en bleyb or keyn des andern eygen. Ouch sagen sommeliche lute, daz dy eygentschaft queme von ysmahele, den dy heylige schrift heyst ysmahele der dernen son; doch irlutet sy do in [Seite 255] keyner eygentschaft. Ouch sagen sommeliche lute eygentschaft queme von ezau; iacob wart geseynt von dem vater eyn herre ober sine bruder; esau vorfluchte her nicht, noch eygentschaft gewan her ny.

Dist. VIII. Wir haben ouch in unserme rechten, daz sich selber zcu eygen mag nymant gegebe, is wedderrede sin erbe. Wy muchte do noe adder ysac sich zcu eygen gegebe eyme andern, sint sich selber zcu eygen nymant gegeben magk.

Dist. IX. Ouch haben wir orkundes mer. God rugete den sobenden tag; dy sobenden wochen geboth her ouch zcu haldene, also her den iodden dy e gab unde uns dene heyligen geyst; den sobenden monden gebot her ouch zcu haldene, unde daz sobende iar, daz heist daz iar der erlosunge; so sal man ledig lasse unde fry, alle dy do gefangen worn unde in eygentschaft geczogen, mit sogetanen cleydern also man sy fing, ab sy ledig unde fry sullen sin. Uber sibenverte siben iar so quam daz funfczigiste iar, daz heist daz iar der freuden, so muste allermenlich ledic und fry wesen, er wolde oder er en wolde.

Dist. X. Ouch gab uns god me orkunde an eynen phenge, do man on mete vorsuchte, do he sprach: losset den keyser sines bildes gewaldig sin, unde gotes bilde gebet gote. Doby uns kundig wert von gotes worten, daz der mensche gotes bilde sal sin, unde wer on anders ymande czusaget den gote, der tud wedder god.

Dist. XI. Noch rechter worheyt so hat eygentschaft begyn von getwange, von gefenckenisz unde von unrechter gewalt, dy man von alder czit bis [Seite 256] her in unrechte gewonheyt geczogen had unde nymand von rechte haben sal.

Capitel XLII. Nu sullen wir lernen von anefanges rechte unde sinen artickelen.

Dist. I. Von rechte sal man keyn gud anefangen, wen dubig gud, adder geroubet gud, adder gud, daz eyn gesinde, also eyn mayt adder knecht, syme herren obel zcu brengen adder siner fruwen.

Dist. II. Eyn iczlich man mag wol sin dubig gud adder geroubet gud wol uffhalten ane gerichte, so daz her zcu deme gerichte sendet. Mag her des richters nicht gehaben zcu stunden, so sende he noch den froneboten unde noch den schepphen, adder dingphlichten, ab is in deme lantrechte ist, unde sal des gutes anefang bestetigen mit den bis an den richter.

Dist. III. Wer icht anefangen wel, der sal is thun mit geruffte unde mit der schepphen orteyl. Ist is gewant, tuch, silberin gefessze, czenen, kupphern, bligen, adder welcherley farnde habe daz ist, do sal her sich zcu zcin selbderte zcu den heyligen unvorsprochener lute, unde sal swern, do he daz gud aller nuwelisten sehe, daz is do sin were unde noch sin sy, also om god helffe unde alle heyligen. Darnach schuln dy czwene sweren, daz der eide rein sy unde nicht meineid, alz in got helfe und alle heilgen.

Dist. IV. Ab eyner sines hern gud adder siner fruwen gud icht vortoppelte adder vorspelte, czu deme gute mag sich dy fruwe adder der herre zcin [Seite 257] selbderte, glicherwis al ab is on vorstoln wer adder ab is geroubet wer.

Dist. V. Wer deme andern icht sines gutes lihet mit willen, behilt he daz dissem vor wedder willen unde recht, daz mag he nicht anegefangen; he mus is wedder an deme furdern mit rechte.

Dist. VI. Tud eyn man deme andern icht czu getruwer hand czu behaldene, entwendet he daz, adder wert is om entwant von sime gesinde unde wedder willen, do mag sich der czu czin, deme is entwand waz, unde nicht der, dez is waz.

Dist. VII. Wert under eyme icht anegefanget unde spricht, he habe gekouffet, he wisse nicht wedder wen, unde wolle dorczu sin recht thun: daz sal man neme, ab man des nicht glouben wel. Daz gud mus he widder geben; sine phenninge vorlust he doran; he en darf ouch dorumbe wedder wetten noch bussen, wen sich disser mit rechte dorczu czuth.

Dist. VIII. Czut sich eyner uff sinen gewern, den sal her vorbrengen binnen dren ferczen tagen; er willekur denne den geweren ere vorczubrengen. Brenget her on nicht, he mus daz gud mit busse unde gewette lassen unde weddergeben.

Dist. IX. Wer under eyme icht anefanget, der sich uf keynen gewern czut, der daz anfanget, der sal daz doch halden dry firczen tage. Kempt denne der nicht wedder, under deme is anegefanget ist in der czit, doch schol er sich an gerichte daczu czihen selbdrite, alz recht ist, daz gerichte wolle is denne vorsehen, so ist daz gud unde habe sin.

Dist. X. Wert gud geanefanget, der daz in gewern hatte, der sal daz vorgewissen, daz her daz gud czu rechter czit vorbrenge; unde wel her des nicht [Seite 258] thun, so sal is der tun, der is anegefanget had, unde sal is nemen in sine gewere.

Dist. XI. Wer icht gutes geanefanget, daz man uff manchen gewern czuth, wen man dorumbe beschuldiget, daz he dorane getan habe ungetruelich, adder unrecht dorane gefarn habe: der musz dorumbe antworten, unde noch siner antworten liden unde thun, waz do recht ist.

Dist. XII. Waz eyn man farninges gutes vorkoufft, des sal her ewiglichen vor allen anefang eyn gewer sin, unde sin erbe, ab her sterbet.

Dist. XIII. Weme eyns andern mannes farnde habe in wasser zcuflusset, der sal sy ieme weddergeben, ab her sich dorczu czut selbdritte, also recht ist; unde had disser ouch koste doruff getragen, dy sal her ome irlegen noch guter lute rate adder noch rechte. He sal is ouch uffbiten dry firczen tage unvortan; ffraget denne ymant dornoch, he sal is bekennen; vorswege her is, so man darnach fraget, so muchte man is reyten vor eyne dube, ab man is seder under ome findet; he mus is weddergeben unde mit gewette unde busse lassen, wenn er ez duplichen gehalden hat. Doch so had he keyne dube dorane getan, dy ymande gehe an sinen gesunt, wen is unduplich unde unroublich zcu ome geflossen ist usz yens mannes gewern. Unde is lantrecht unde wichbilde.

Dist. XIV. Welch man eyme andern manne seczt adder lihet pherde, adder cleyder, adder welcherhande farnde habe daz were, in welcher wise her dy usz siner gewer lesset mit sinen willen, vorkoufft sy der, der sy in sinen gewern had, adder vorseczt er sy, adder wurden sy abegestoln adder [Seite 259] abegeroubet: der sy vorlegen adder vorsaczt hatte, en mag keyne vorderunge getun, noch anefang doruf gehaben. Forderunge mag her wol czu deme haben, deme her sy liet adder seczt. Sterbet ouch io, deme er is gelegen adder gesaczt hatte, so schie her sich czu deme irben noch sime gute mit rechte, adder kegen deme richter, ab is om angeborte.

Dist. XV. Wer deme andern lihet pherde adder cleyder czu bescheyden tagen, hilt her sy obir den tagk unde wert dorumbe beclaget: he sal is zcu hant weddergeben unde bessern, ab hers geergert had. Dube noch roub mag man om doran nicht geczin, wen her is om leich.

Dist. XVI. Underwinde mus sich ouch eyn man sines gutes, wo her is set, mit rechte, daz man ome mit unrechte vorbehilt ober bescheyden tageczit.

Dist. XVII. Wer deme andern sin gud tud czu behalden in sin gewer adder in sin beheltenisz, wert om daz gestoln, adder obegeroubt, adder vorbrant, adder sterbet, is es abir fih: he darf dorumbe keyne nod liden, dar he dorczu sinen eyd thu, daz is ane sine schult sy.

Dist. XVIII. Etliche sprechen, vorlore eyn man daz sine mede, so en dorffte her ieme daz sine nicht gelden; vorlore her abir daz sine nicht, so muste her is gelden. Daz ist nicht recht; wan der dip allewege in furchten unde in flucht ist siner dube, daz her nempt waz ome gefulgen mag, daz her is nicht zcumole enweg brengen mag, worumbe sulde he grosszen schaden neme? Waz hulffe eynen daz, daz her das sine ouch vorlore? [Seite 260]

Dist. XIX. Waz man abir eynen manne liet adder vorseczt, daz sal her unvorterbet weddergeben, adder sal is gelden noch sinen wordden.

Dist. XX. Sterbet abir eyn phert adder fih bynnen sacczunge eynes tages, ane eyns schult, der is under ome had, bewiset her daz, adder tar her sinen eyd dorczu tun adder sin recht: he en darf is nicht gelden, he vorluset abir sin geld, do is umbe vorstunt; ane wo man czwusschen crippen unde wasser gelobet.

Dist. XXI. Koufft eyner vorstoln adder roubit gud adder gegeben, lest her daz usz sinen gewern, er her is under ome angefenget wert: do en darf her keyne nod umbe liden, tar her sinen eyd dorczu thun, daz her czu der czit, do her is koufte adder om gegeben wart, nicht en woste, ab is gestoln adder geroubet wer.

Dist. XXII. Waz eyn iodde vorkouffet, unde wert daz anegefanget, bekennet daz der iodde, der is sal von rechte eyn gewer sin, he lidet vorbaz keyne nod, sundern he mus is weddergeben vor daz gelt, daz he doruf gelegen hatte.

Dist. XXIII. Dry dingk sal man gewern an eynen pherde, ab is eyner vorkouffet, sy werden benomet adder nicht. Daz irste von unrechten anefange, daz andere von starblint, daz dritte von houbsich.

Dist. XXIV. Vor houbtsich wert man firczen nacht, vor starblint firczen wochen, vor anefang alleczith. Wurde daz in den benanten tagen ir man sy nicht vorkundiget, wedder den he is gekoufft had, der magk is sedder nicht getun. Vorkundiget her is abir yeme in der czith, he mus sin phert [Seite 261] wedderneme unde dissem sin gelt weddergebe. Kundiget her is abir in disser benanter czith daz yeme nicht wedder, he mus sinen kouff halden. Gibt her ome abir schult, he hette ome daz phert vorkoufft mit eyner rechten wer, unde hette den gebrechen wol gewost, do mus her umbe sprechen neyn adder ia. Wel her sich des entschuldigen, so musz he swern, das her czu der czith den gebrechen an deme pherde nicht gewust habe, do hers ome vorkoufte. Wel her des nicht thun, so mus her sin phert weddernemen unde yeme sin gelt weddergeben.

Dist. XXV. Wer eyn phert wel anefangen, daz ome gestoln adder obegeroubet ist, der sich mit gerichte unde gerechtickeyt dorczu czin wel, her sal mit sime rechten fusse deme pherde treten uff sinen lincken fusz vorne uff sinen huf, unde sal mid der lincken hand deme pherde griffe in sin lincke or, unde sal begern der heyligen unde des stelers, unde sal czu dene hcyligen deme pherde uff deme houbte swern, daz daz phert sin were, do is ome obegestoln adder obegeroubet wart, unde noch sin sy, also om god helffe unde alle heyligen. Czut sich denne iener an sine gewer, daz mus disse vorfulgen bis an dy wilden sehe adder dorobir. He sal ouch sine gewern czu hand nemen unde benomen, uff welchen tag her ome brengen wulde. Wert om des bruch, unde en mag keynen gewern gehabe, al her sich vormessen hatte, so mus her dy koste legen, dy doruf getan ist, unde deme gerichte sine busse geben, unde wen daz czu gerichte kempt, so sal der richter vorgewissen lassen umbe sin recht. Spricht abir iener, he habe daz phert gekoufft uf deme frigen [Seite 262] marte, unde had keynen gewern, so vorlusset her sin gelt, daz her dorumbe gab unde vorlusset keyn gewette.

Capitel XLIII. Nu sullen wir furbaz lernen und erkennen umbe louffte mancherhande eyde, wy dy im rechten gefristet mugen werden oder vorburget, und in welchem rechten daz ein uzganc gewinnet.

Dist. I. Umbe alde sache mag sich der man entschuldigen mit sime eyde, ane waz man vorczugen mag mit gerichte, do en mag her nicht vor geswern. Unde es lantrechte unde wichbilde.

Dist. II. Waz eyn man gelobet in wichbilde, adder spricht in eyme rate, wan der rad czu stule rate siczt: do en mag he wedder in deme gerichte noch in deme rate vor swern, ab man sich des czu geczuge an eyn rad czug. Unde waz man mit deme rate geczugen sal, daz sal allewege deme mern teyle wissentlich sin; sendet den der rad czwene usz deme rate an gerichte, waz dy irczugen von des rates wegen, daz had craft, sampt sy alle do weren.

Dist. III. Wo eyde gelobet werden vor gerichte, daz sy gelobit, wel her sines eydes abekomen zcu hand, daz mag iener nicht geweygern, der on nemen sal; he mag von rechte keynen uffschub gehabe. Der abir den eyd gelobet had unde thun sal, der gewinnet wol schub dry fircen tage mit orteyle.

Dist. IV. Willeckor oder volbort der cleger umbe sine schult eynen eyd czu nemen, dornoch mag her keynen geczuck dorober getun, sundern he sal den eyd bescheydiglichen nemen, adder sal on loszlassen mit gerichtes loube. [Seite 263]

Dist. V. Wofor eyner eynen eyd nemmet, umbe dy sache mag her keynen geczugk getun me, ab man des geczuge had an gerichte, daz he den eyd vor dy sache adder schult getan had.

Dist. VI. Queme ouch der cleger nicht vor, wenne man denne ome den eyt tun sal, man teylet dissen ledig uff eyne helfferede, dy he mit ehaffter nod bewiset. Der dene eyd nemen sal, bewiset her dy ehafte nod also recht ist, so ist yener des eydes nicht loz. Unde ist lantrecht unde wichbilde. Aber in deme keyserwichbilde ist dez nicht: wenn kempt der nicht, der den eyd nemen sal, doch sal on der tun, der on gelobet had; ab iener hernoch kempt, welche nod her saget, dy en hilfft om nicht, wenn disser ist loz.

Dist. VII. Wert eynir beclayt umme schult vor gerichte, butet her sine gewere umme dy clay, unde butet darnoch eynen eyd umme dy schult, den eyd sal her zcu hant thun, ab man daz heyschet mit orteylen, iz sy in den gebunden tagen edir nicht.

Dist. VIII. Queme is, daz lute under eynander gescheffte hetten, unde nicht beworrens hetten, do eyde von komen muchten, berichten sich dy noch frunde rate unde noch orer beyde willekor, daz sal der richter von rechte gestaten. Were abir dy sache vor gerichte geclaget, so mag des nicht gesin ane des richters loube, so mussten beyde dorumbe wetten.

Dist. IX. Wer eyde gelobet vor gerichte umbe eyne sache, welcherley dy ist, kempt he nicht czu rechter czid, her ist der sache vorwunden, unde der richter had sin gerichte unde befulget, he bewise denne ehafte nod. [Seite 264]

Dist. X. Wer eid an gerichte tun schol, einer oder mer, den wandel und holunge wirt gegeben mit urteiln: alz uft der einer vellig wirt am eide, alz ufft wirt er wettehaft ken dem gerichte.

Dist. XI. Wo eyner selbsobende, adder selbdritte, adder alleyne swern sal, wert he fellig czu dren molen, so had iener dy sache uff on gewunnen, deme he dy eyde sulle getan habe. Von der helffer wegen wert her ouch felligk: so en durffen dy andern nicht swern.

Dist. XII. Alle dy, dy do rechteloz sint in hanthafter tad an gerichte komen umbe dube, umbe roub, umb mort, umbe reroub, notczag, unde vorretenisse, umbe mortbrand, und vierherter, und hiran besprochen sin, der en had keyne erholunge noch wandelunge, ab is on zcu eyden kempt.

Dist. XIII. Eyn iczlich man unde wip unvorsprochen, had wandelunge unde holunge alsolange daz sy volkomen wert; wert sy felligk, sy en darf dorumbe nicht wetten.

Dist. XIV. Wo der richter sinen willen czu gibt, daz einer den andern eide loz let, da en darf man dem richter eidepfenning nicht geben. Spricht aber der richter, unvorczigen sy minz rechten, da muz man ym eidpfenninge geben.

Dist. XV. Wo bruche undir luten sint, da su mit eyden undir eynandir begreffen sint, wolden dy ore sache berichten, da doch der richter sin gewette wole ane hette, unde wolde denne vor gerichte gen, unde eyn dem andern eyde loslaszen, uf daz daz su mit deme eyde keyn dem gerichte los worden, des en sal nicht sin; wen heyschit daz der richter mit orteyln, so muszin beydirsyt sweren zcu den [Seite 265] heylgen, daz su daz dorch anders wiln nicht getan habin, denne umme gotliche lybe unde umme fruntschaf willen, sin recht nicht undir zu tragen. Unde woln su des nicht thun, so muszen su sich beyde ledigen von deme gerichte mit rechte.

Dist. XVI. Sal eyn fruwe eynen eyd thun, dy kint treyd, den en sal sy nicht er thun, den sy des kindes geneset, unde czu der kerchen gegangen ist. Wulde sy abir oren kerchgang deste lenger uffczin durch uffschubes willen, daz sal nicht sin. Sy sal czu der rechten zcid czu der kerchen gen, unde vorczuge sy daz ober recht, sy wurde gewunnen in der sache, do sy den eyd vor thun sulle.

Capitel XLIV. Nu sullen wir lernen umbe etliche gewer; wy dy uszgetragen werden in oren rechten.

Dist. I. Wer der gewer betet vor gerichte umbe schult, dy he bekant had, daz mus her tun an der stad. Waz her louckent, daz sal her sich entschuldigen mit sime rechten, es sy in den gebunden tagen adder nicht.

Dist. II. Welch man eyne gewer tud in eyme gerichte und bricht man im in eim andern gerichte, he musz liden dy gewerbusse, daz ist dy hant adder der finger, domete her dy gewer gelobet had, also vor geschriben ist.

Dist. III. Wer eyme wer gelobet had, dy sal her halden in allen steten, wen man vorczuget on von eyme gerichte in daz ander.

Dist. IV. Wer eyme wer geloubet, dy sal he vorwissen mit luten, dy in deme gerichte gesessen [Seite 266] sint, ab her dorinn nicht gesessen wer, also daz dy lute zcu der clage unde czu der werbusse gud gnug sint.

Dist. V. Wer der gewer betet vor gerichte, unde wert ome dy vorsayt vor gerichte, so en darf her deme nicht antworten, der om dy were weddert unde vorsayt.

Dist. VI. Wurde eyner vorclayt vor gerichte, unde wurde eyn were umbe dy clage getan, unde weche der beclagete man von gerichte an des clegers willen unde gerichtes, unde er her deme cleger das recht tete: dorumbe sal man on dryens beschrye mit rechten geruffte, indes daz daz gerichte noch wert. Kempt her denne nicht, so mag man on czu bant vorvesten, ouch mag der cleger sine clage angriffen, wo her wel, do her gerichtes ober on bekomen mag, wen her on mit der vorvestunge irczugen magk. Unde ist keyserwichbilde. Aber in lantrechte unde in unseme wichbilde mus eyn man dry ding siner clage fulgen, wert her gewunnen in deme dritten dinge, he mus dorumbe sine busse liden unde sin gewette.

Capitel XLV. Nu sullen wir lernen, wy sich der richter halden sal an gerichte mit mancher vorrichtunge, dy om vor kempt.

Dist. I. Der richter sal eyn glich richter sin, eyme also deme andern, unde sal alleczit fragen umbe iczliches mannes orteyle.

Dist. II. Welch foyd adder richter deme hern had hulde getan, waz der irczuget, daz sal her thun [Seite 267] mit deme eyde unde by den hulden, dy her deme gerichte getan had.

Dist. III. Eyn gesaczt gesworn richter, der mag ouch irczugen mit deme eyde, den her dem gerichte getan had. Adder eyn gegeben richter czu besundern czith, der czu gerichte nicht had gesworn, der mag nicht geczugen, waz an gerichte geschet, her mache es denne kuntlich mit kuntschafft der schepphen deme rechten richter, des sal der rechte richter denne eyn geczug sin.

Dist. IV. Umbe alle ungerichte, do man umbe fluchtig wert in eyn hus, do mag der rad mit volbort gerichtes deme fulgen unde on suche.

Dist. V. Dywile der wert den vorsten wel, der in sin hus geflon ist, unde wel on zcu rechten dingen stelle, dywile sal daz gerichte nicht suchen. Wel aber der wert unde daz gerichte unde der cleger nicht sicher sin, so sal der cleger unde daz gerichte mit volbort des gerichtes suchen.

Dist. VI. Sunderlich sin lute, ab dy ungerichte begen, nochdeme also vor beschriben ist in deme capittel disses buches, von den dy do keyn frede haben wedder in husern noch in hofe, in kerchen noch in kerchoven, do sucht daz gerichte wol mit volbort.

Dist. VII. Ouch mag der rad suche in wichbilde umbe ungerichte, ab man gerichtes so snelle a nicht bekomen magk, bis daz man on bestetiget zcu deme gerichte.

Dist. VIII. Keyn richter mag ymandes loz lassen adder tag geben an des clegers willen.

Dist. IX. Keyn richter sal nymandes czu clage twingen, der mit clage noch mit geruffte nicht [Seite 268] begriffen ist. Aber in wichbilde mag eyn rod wol lute twingen czu clagen, ab lute sache wulden vordulden, dy eyner ganczen gemeyne obel bequemen unde unfugsam were unde schaden brechte.

Dist. X. Hettte eyn man czu deme richter icht zcu clagen, der sal begere, daz om der richter eynes andern richters gunne zcu secczen. Weygert dez der richter ome, so sal ome in wichbilde der rad eynen andern geben; der sal deme cleger volkomelich helffen. In dem lantrechte sullen on alle dingphlichten do czu twingen, wan wile der richter rechtes weygert, dywile had sin gerichte wedder crafft noch macht, noch nymant dorumbe om antwort.

Dist. XI. Vorboret derselbige richter busse, so sal der richter nemen mit alleme rechte.

Dist. XII. Waz man deme richter nicht claget, daz en darf her nicht richten. Ist abir ungerichte adder fredebruch by sinen vorfarn geclaget, daz mag her wol heyssen an sin gerichte.

Dist. XII. Der voit sol durch fruntschafft der stat gerichte wider in wicpilde noch in lantrecht crenken. Gesche aber ein fridebruch, oder ungerichte, oder ander dinc, daz dem voit geburt czu eischen, da schol er der stat ir recht an vormunden, das er ane spruche und unvordacht blibe. Tete er anderz, der voit muste es in wicpilde der stat erlegen, ob schade irez rechten daruz quem.

Dist. XIV. Wo der richter in wichbilde adder in lantrechte ymande icht czu unrechte abnymmet ober schepphen orteyl, daz sal her wedder geben, ab man is ome mag angewinnen mit rechte.

Dist. XV. Welch foyd von der foytige komen ist, der mag keyn gewette furdern, daz her nicht [Seite 269] by siner foytige had ingefurdert. Ist is abir eyn erbegerichte, do me lute an sten, so daz einer ein iar siczet, der andere das ander, der mac wol sin gewette vordern, daz he nicht had inbracht; der daz ior siczt sal om phandes helffe, glicherwisz sam om selber.

Dist. XVI. In deme keyserwichbilde ist des foytes hoste gewette sechczigk schillinge der cleynen werunge, dy do ged, unde des clegers busse drisig schillinge. In deme lantrechte, noch in wichbilde, ist des nicht: do ist dez richters hoste busse unde gewette drisig schillinge; sin mynste gewette had achte schillinge; des clegers busse drisig schillingphenge.

Dist. XVII. Clagen me lute eyne clage mit enander uff eynen man, wert der wetthafftig, he wettet on allen eyn gewette und gibt in allen eine buze. Claget aber iczlicher besundern, alz manic gewette unde busse gehort doruff.

Dist. XVIII. Wen man vor gerichte beschuldiget, unde wert ome zcu antworte geboten, wel her denne nicht antworten, und mit rechte sich entschuldigen, warumme er nicht antworten sulle: so teyle man on wethafftig. Also tud man ouch czu deme andern unde dritten male, unde antwort her denne nicht, so ist her vorwunden in der clage. Unde is lantrechte unde wichbilde. In keyserwichbilde wer is eyn fredebruch unde man muchte on dorumbe vorvesten. Ged om abir dy clage an sinen lip, adder an sinen gesunt, dy clage mus der cleger irczugen selbsobende.

Dist. XIX. Von rechtes wegen so wert allewege busse er gewunnen wan gewette, wanne wo der [Seite 270] cleger busse an siner clage gewinnet, do fulget des richters gewette noch. Dorumbe sal man busse leysten ober ferczen tage, unde gewette dornoch obir ferczen.

Dist. XX. Eyn iczlichir richter, ab eyn gast vor ome teydingene hat, der mag wole vorborgen der clage volbort unde umme sine busze, wan her an dy clage tret unde zcu antwert.

Dist. XXI. Eyns iczlichen mans busse in lantrechte unde wichbilde sin drisig schillinge lotiger phenninge; adder sin wergelt sin achczen phunt phundischer phenninge, der eyn phunt eyne marg silbers macht.

Dist. XXII. Wann wergelt erfurdert ist, daz sal man leysten ober sechsz wochen in lantrechte unde in wichbilde. In keyserrechte ober zwolff wochen.

Dist. XXIII. Vor eynen toten gibt man eyn gancz wergelt dornoch sin bruch und sin gebord sted, also in deme capittel vor beschriben ist, von aller lute wergelde.

Dist. XXIV. Eyn iczlich wip had busse noch ores mannes busse unde gebord; in lantrechte unde in wichbilde.

Dist. XXV. Tud eyn wip icht ungerichtes an ymande, sy mus volle bus geben unde wergeld, also or man adder eyn ander man; unde ist lantrecht unde wichbilde.

Dist. XXVI. Von eyme toten gibt man gancz wergelt. Von eyme lemden, welcherley der ist, gibt man halb wergelt unde vor eynen kampphbar wunden. [Seite 271]

Dist. XXVII. Man sal nicht vornemen, daz sich yderman mit deme wergelde umbe welche sache daz ist, moge sich entledigen, wen sted hals geyn hals, hand keyn hand, ougen keyn ougen, fus keyn fus, dy hant umbe kamppfer wunden; wen wergeldes irforderunge unde leystunge kempt von burgeczogunge.

Dist. XXVIII. Wo me lute wen eyner geloben vor eyn wergeld unde umbe eyne sache, dy lossen sich alle mit eyme wergelde nicht, sundern iczlicher besundern.

Dist. XXIX. Wo man an gerichte eyn wergelt irclaget unde irfordert, do had der richter nicht me an wenne sine hosten busse; drissig schillinge in wichbilde unde in lantrechte; in keyserrecht sechczig schillinge.

Capitel XLVI. Nu sullen wir lernen unde irkennen umbe mancherhande geczuckenisz, wo von rechte geczug moge sin von mannen unde von fruwen, von phaffen adder begeben luten.

Dist. I. An gerichte irczuget man mit richter unde mit schepphen. Mit czwen schepphen by deme mynsten ircziget man dy sache, dy an gerichte gehandelt werden.

Dist. II. Waz man an gerichte irczugen sal, do sal der richter swern czu dene heyligen, daz dy sache also sy unde sy ehir eyn richter gewesen, al om god helffe unde alle heyligen. Dornoch sullen czwen dingphlichten swern, daz der richter der sache sy eyn richter gewest unde sy dinglute, unde irczugen unde benomen dy sache, daz on god so helffe unde alle heyligen. Unde ist lantrechte. [Seite 272]

Dist. III. In wichbilde do en ist dez nicht, wen do irczuget der richter unde dy schepphen by deme eyde, den sy deme gerichte czu der czid getan haben, do sy an gerichte quomen, daz dy sache also sy, daz on also god helffe unde alle heyligen.

Dist. IV. Ist abir eyner erberichter, der deme riche had hulde getan, so sal her irczugen by des richters hulden, daz he der sache eyn richter sy gewesen, unde also gehandilt sy vor ome unde den schepphen.

Dist. V. Keyn richter mag geczugen an richters stad, he sy denne der sache eyn richter selber gewesen, adder worde dorczu geladen, er he richter wort, czu geczuckenisz; unde ist lantrechte unde wichbilde.

Dist. VI. Nymant mag deme richter helffen geczugen, wen dy schepphen in wichbilde, unde dingphlichten imme lantrechte, dy mit orteyln dorczu gegeben warn.

Dist. VII. Man sal keyn gerichte heymelich noch vorborgen machen noch sicczen, wen czu rechter dingczit unde an rechter dingstad, do man icht czugen sal.

Dist. VIII. Ist eyn foyd uffe, daz man siner nicht gehaben mag zcu geczugen vor gerichte, der geczuget wol mit sinen uffen briffen uff dy sache, do her uff geczugen sal; unde alle wort, also her dy geczugen sal by syme eyde, adder by des richters hulden, dy sullen in dene briff beschriben sin, daz he icht fellig werde an sinen geczuge.

Dist. IX. Sune unde orfede, dy an gerichte geschet, dy irczuget man mit richter unde mit schepphen in wichbilde, imme lantrechte mit deme [Seite 273] richter unde mit dene czwen dingphlichten. Aber sune unde orfede, dy ussewendig gerichtes geschet, irczuget man selbsobende.

Dist. X. Wo man eyne anfertunge irczugen sal, alz in etlichen steten unde herschaften irsaczt ist, dy irczuget man selbdirte unvorsprochener lute; unde ist doch nicht lantrechte unde wichbilde.

Dist. XI. Nymant mag geczug sin, he sy denne volkomen an syme rechten.

Dist. XII. Kebeskinder, meyneydige lute, dy dube adder roub gebessert haben, uszgeslossen monche, unde dy beschulden sint an oren rechten, unde dy noch roub adder dube under on haben, kinder under oren iarn, thorn, sinloz lute, noch ioddene, noch wibesnamen, mogen alle nicht czugen, noch der felscher. Eynes mannes bruder mag on nicht helffe czuge. Der abir umb sin gelt mit om zcu koste ged mag ome helffen czugen. Des richters gesinde mag deme richtere, wol helffen zcugen, dy an sinen brote nicht en sint.

Dist. XIII. Der botel, der elich geborn ist unde sin recht gehalden had, mag wol geczug sin, wo man sin darf.

Dist. XIV. Willekor bricht alle recht, daz ist: wo man gebetene geczuge nempt obir eyne sache, dy mit beyder willeckor geschet, unde dy beyde unbetwungen beten geczuge ober sich, wer der sich der geczugen vormisset, daz mus her mit den irczugen, dy von or beyder wegen dorczu gebeten werden, czwen unvorsprochen mannen.

Dist. XV. Wurde eyner czu geczuge obir eyne sache geladen an gerichte, unde wurde dornoch eyn phaffe, adder eyn begeben man, unde wan man der [Seite 274] sache irczugen sal, der phaffe adder begeben man mag den geczugen wol getun an wertlichem gerichte, an eynes zcuges dangk, ab man is darf, unde der begebener usz deme orden nicht gelouffen wer. Were her abir usz deme orden gelouffen, so muchte her sedder nymanden helffen geczugen, ab her wol in eyn orden wer komen, unde man daz irczugen magk, daz her usz deme orden gelouffen waz, nochdeme al her czu sinen iarn komen waz.

Dist. XVI. Nymant mag czugen der sache, do her obir gewest ist, he sy denne komen zcu sinen iarn, is wer ouch denne, daz man on sedder behalden hette, daz her czu sinen iarn komen waz.

Capitel XLVII. Von geczuges vornuwenunge.

Dist. I. Wer eyn geczug vornuwen unde vornemen wel, der sal gen an gerichte unde an geheyte bang unde sal sprechen: er richter, ich habe sache vor mir, der y eyn richter gewest sit, unde dy schepphen sin ober gewest mit uch, des ben ich irfarn, daz mir unde mynen irben der geczugk zcu korcz werde von sterbens wegen; wen ich den geczug mere unde vornuwen wel, bete ich an eyme rechten orteyle czu irfarn, ab ir mir dene icht bilch meret unde vornuwet mit erbern unvorsprochen luten, dy ich hir lode unde benome, unde thu daz czum eynen, zcum andern unde zcum dritten male. So teylt man ome: der richter sulles ome gunnen unde helffen, unde sulle sin eyn vormerer eyn vornuwer benennen unde bestellen in dy fir bencke. Wenne [Seite 275] daz geschen ist, so spreche her: er richter, dy sache ist also vor uch gehandelt, daz mir des bekenne der richter unde spreche: ich ben der sache eyn recht richter gewest mit den schepphen, unde vornuwe dissen geczug mit rechte, also mir god helffe unde alle heyligen. Dornoch sullen dy schepphen swern unde sprechen: dy vornuunge unde merunge des geczuges dy ist recht unde mit rechte darbracht bis an dy zcith, daz uns god so helffe unde alle heyligen. Vorstorben sich denne dy irsten geczugen, so haben dy dyselben macht, ab man dir nicht gehaben mag.

Dist. II. Wen is doczu kempt, daz dy vornuweten geczuge sullen dyselben sache vorczugen, daz sullen sy thun an geheyter bangk, wan des nod wert, unde swern, daz dy sache by deme richter unde by dene schepphen also gehandelt sy mit allem recht, daz dy sache mit in czu geczugnisse in gehegter banc gemeret und vornuwet sy mit rechte, daz on god helffe unde alle heyligen.

Dist. III. Wer sich geczuges vormisset uf genannten tag vorczubrengen, unde brenget der nicht vor, he mus dorumbe wetten, unde iene had sine clage irfurdert unde gewunnen, unde ist ouch dem cleger vorwunnen, ab he fellig wer an deme geczyge; he muchte denne ehafte nod bewisen, dy on gehindert habe, sint mac er in auch vorbrengen, daz es im nicht czu schaden mac komen, wider ken dem cleger noch ken dem gerichte.

Dist. IV. Waz man czugen sal uff erbegute, daz sal man czugen mit gerichte adder mit ingesessen unvorsprochener lute. Adder ander sache [Seite 276]czuget man mit andern bederben luten, ab sy wol in dem gerichte nicht sicczen.

Dist. V. Morgengabe behilt eyn iczlich wip zcu dene heyligen uff dy gewer selbdritte; in lantrechte unde in wichbilde, also an deme irsten buche beschriben sted in deme capittel von der morgengabe.

Dist. VI. Morgengabe mag nymant uf den andern irczugen, wen dy brud uff den brutigam, der brutigam uff dy brud.

Dist. VII. Czugen sal man stellen in firczen tagen. Wern abir czugen ussewendig des landes, so sal man sy bestellen binen sechs Wochen. Unde ist lantrechte unde wichbilde.

Dist. VIII. Wo man orkunde geczuges machen wel ane gerichte, do sal man dene richter unde schepphen orkundesphenninge gebe; daz ist deme foyte eyn schilling lotiger phenninge, unde iodeme schepphen czwene pfenninge, deme botele czwene. Leget men dy kuntschaft in dy taffeln adder in daz buch, so gibt man deme schriber ouch czwene.

Dist. IX. Wor obir richter adder schepphen kuntschaft phenninge werden gegeben, daz geczukenisz mussen sy allewege by der czit gerichte czu tune, dywile daz sy leben. Wullen sy is vorsachen, neme des ymant schaden, den musten sy irlegen.

Dist. X. Mit geystlichem gerichte mag man keynen leygen vorczugen an wertlichem gerichte; ab he wol wert an geystlichem gerichte irczuget, daz schadet om an syme lantrechte noch an syme wichbilderechte nicht.[Seite 277]

Dist. XI. Wert eyn man eyner sache irczuget mit gerichte, daz her czu rechte irczugen sal, daz sin vater adder sin mutter adder sin vormunde sy ane sine wissentschaft: dorumbe wert her nicht rechteloz noch erloz.

Dist. XII. Weygern ome sine czuge czu helffen, der foyd sal sy dorczu twingen; unde ged or eyner usz deme gerichte, he musz ieme sinen schaden irlegen unde deme gerichte wetten.

Dist. XIII. Welch man eynen geczug mitet umbe sin gelt, kempt man des obir on, so musz her ieme bussen unde deme gerichte wetten, unde is der sache vorfallen. Unde der umbe lon geczuget had, den sal man kundigen an deme gerichte rechteloz unde erloz.

Dist. XIV. Belut abir eyner sinen geczug vor an gerichte, ab wol lute dorunder wern, dy man vorwerffen mochte, willekort man dorczu adder swiget stille, dene sal man hirnoch, wenne man beczugen sal, nicht vorwerffen.

Dist. XV. Wen eyn man sinen geczugen stellet an gerichte, also recht ist, sehet iener keynen dene her vorwerffen magk, daz sal her zcu hant thun; wel is denne disser wern, unde spricht he habe rechten zcugk bestalt: daz ist iener neher zcu beczugene, von welchen rechten her on vorwirfft, ab is sy von gebort, adder ob er sin recht vorlorn had.

Dist. XVI. Welch man sinen geczugen stellet vor gerichte, von rechte sal der czug swern den eyd: wy swern, daz wir dy worheyd wullen swern, dy wir wissen umbe dy sache, al uns god helffe unde alle heyligen. Wan der eyd geschen ist, so sal eyn [Seite 278] iczlich sagen uff den eid, waz om wissentlich ist. Ged der czuge obereyn, weme der czu hulffe kempt, daz werden dy schepphen zcuirkennen. Czweygen sich dy geczugen an orme bekentenisz, daz eyme anders wissen ist wen deme andern, so en ist man an deme geczuckenisz nicht bestanden.

Dist. XVII. Von rechte sal keyn geczug sin wen under gesworn eyden; nicht mit der frage, al ab eyn richter spreche: ich frage dich by dene truwen, dy du gote salt leysten unde dime rechten hern, unde wiben unde kindern, daz du sagest waz dir wissentlich sy, unde spreche zcu deme andern ouch also; daz sal alles nicht sin, wen eyn iczlich geczug sal czugen mit syme gestabeten eyde zcu dene heyligen, do had her furchte zcu. Manning man ist also eynfeldig, daz he in der frage gotesfurchte nicht en had; mancher dencket ouch uff dy frage, unde dencket is schadet dir nicht an dinen ern; dorumbe sal man allewege czugen under gestabten eyden, also eyn geystlich gerichte.

Dist. XVIII. Wurde geczugk gewilleckort under richters frage von beyden partien ane eyde, wan her on fraget, spricht denne der richter is ist mir wissende, spricht den der ander, is sy om ouch wissende, unde spricht nicht also tire also ir mich gefraget had: domete ist her nicht fellig worden, wenne her uff dez richters frage gesprochen had. Unde ist lantrechte unde willeckor.

Dist. XIX. Waz man gelobet unde spricht in eyme vollen sicczenden rate, unde in deme gerichte, daz magk man an gerichte mit czwen radmannen irczuge; unde wel man des nicht enpern, dy [Seite 279] sullen ore gestabten eyde dorczu thun, daz sy is gesehen unde gehort haben.

Dist. XX. Wan der rad sendet czwene adder dry adder mer czu dingen, czu vorscheyden unde czu vorrichten, waz dy under on vorscheyden, daz sal man halden. Wurde bruch dorobir, daz muchte man denne an gerichte vorczugen mit den czwen radmannen, dy dorobir gewest wern, also vor beschriben ist. [Seite 280]

Fünftes Buch.

Hir beginnet sich daz funfte buch von wichbildes ordenunge unde schickunge des ratis unde der borgermeyster, waz craft unde macht dy mogen gehaben czu secczen unde zcu halden under on unde under orme gesinde, an muren unde an graben, unde an andern oren festen, unde an oren wachen uf oren muren in der stat, an ynnunge orer hantwerg, welchirley su daz staten sollen unde anders keyner, unde an allen nutzlichen geboten mit volbort der gemeyne.

Capitel I.

Dist. I. Alle dy, dy man phlit in den rad czu kisen in wichbilde unde zcu secczen, dy suln alle elich geborn sy, unde an eren fry unde ungeswecht an oren eren, an oren rechten lumunde, detig, wise, stille by on selbir, unde nicht gerne truncken. Vor unkusschen sal man sich huten, unde vor wucherern unde dy uncziter koste phlegen. Man sal sich vormiden vor alle den, dy vorwurren unde kriges sint. Man sal ouch usz deme hantwercke wol kisen czwene erber manne; obir czwene sal man nicht kisen an den rad, durch daz daz sy ore innunge nicht stercken. [Seite 281]

Dist. II. Wan man den rad gekorn had, so sal man gen uffe dy fron, adder in dy kerchen, unde sal dorczu laden arm unde rich. Das sal der gekorne rad swern den eyd: wy swern gote, unde deme riche, unde unszme hern, den sullen sy benomen, unde arm unde riche, dy czu der stad gehorn, daz wir sullen unde wullen daz recht mern unde stercken, unde daz unrecht wern, so verne als wir ummer tun mogen, unde wullen des nicht lossen, wedder durch lip, noch durch leyd, noch durch keynerhande sache; al uns god helffe unde alle heyligen.

Dist. III. An derselben stad sal der alde rad, unde waz czu dren reten, adder zcu funf reten gehort, deme nuwen rate swern den eyd: wir swern deme nuwen rate gehorsam zcu sine unde behulffen zcu aller gerechtickeyt unde czu allen noten, dy sy von der stad wegen anficht, czu tage unde czu nacht, unde wan sy uns des vormanen; also uns god helffe unde alle heyligen.

Dist. IV. Dornoch sal man den nuwen rad inwisen. Der sal denne aln hantwergen vor sich bescheyden, unde alle ander gemeyne. Dy sullen iczlich hantwerg besundern swern den eyd: wy swern deme rate gehorsam zcu sine czu tage unde czu nacht, wan sy uns vormanen, unde behulffen czu sine czu aller gerechtickeyt, unde helffen sturen wer sich deme rate wedderseczt wedder recht, unde volbort waz der stad nucz unde gud ist, daz dy mer menge irkennat; al uns god helffe unde alle heyligen.

Dist. V. Dornoch sal der rad bestetigen alle diner, dy an dene rad gehorn, unde iczlich besundern lasze swern dissen eyd: ich swer, daz ich dem rate und der stad getruwe unde gewer unde [Seite 282] gehorsam wel sin an allen geschefften, beyde czu tage unde czu nacht, unde wu ich des ratis edir der stad arg unde schaden irfare, daz wel ich melden unde nicht vorswigen, also verne al ich ummer kan unde mag, unde wel des nicht lassen durch lip, noch durch leyd, noch durch fruntschaft, noch durch gabe, unde dez ratis edir der stat heymmelicheyt vorswigen, wo ich dy irfare, unde nicht melden; al mir god helffe unde alle heyligen.

Dist. VI. Dornoch sal der rad alle gebod der stad vornuwen, dy man halden sal, unde iczlichs by siner gesaczten busse. Wer denne an den bruch tud, den bussen sy mit eren unde mit rechte.

Dist. VII. Wer sich wedder dy busse seczt unde spricht, he habe an deme geseczte keynen gebruch getan, daz sted czu sime eyde. Ist is abir czwen radmannen wissentlich, so mag her dovon nicht komen, her mus busse liden. Dy ratismanne soln daz kundig machin undir deme eyde, den su zcu rechte gesworn han, daz is also sy; daz soln su deme rate alle kundig machen.

Dist. VIII. Spricht ouch eyner, he wulle io swern, daz sal man den andern reten vorlegen. Wel her denne io swern, daz sal man von ome nemen. Wes man on denne mit czwen radmannen irczugen magk, daz lide he noch der stad eynunge.

Dist. IX. Nymant mag eynen vor deme rate meyneydig gesagen noch geczugen, wen der rad adder dy radmanne selber, adder dy volbord des gerichtes, ab is an gerichte wer geschen.

Dist. X. In sommelichen steten unde in wichbilde des richis steten, in marggraveschaften unde in herczogentumen in deme lande zcu sachsen, wen [Seite 283] sy oren rad vornuet haben unde beginnen oren rad czu secczen, so machen sy eynen heymelichen rad under on selben, so daz si selben sweren den eit: wir sweren den eide, daz wir dez ratez heimlichkeit inne woln halden, wy unz dy under ougen komen, ez si ken frunden oder ken fremden, und wollen ken nymande melden uswendic dez ratz in unsers ratz gecziten und eweclich hernach; als uns got helfe und alle heilgen.

Dist. XI. Wo denne dy meyste menninge volbort in deme rate, do sal der mynner teyl nochfulgen.

Dist. XII. An keynen firtagen sal der rad czusammene gen, is mache denne ehaffte nod adder mogelich getwang, daz man des nicht umbegen magk.

Dist. XIII. Waz der rad schulde macht by siner czit, dy sal he selbir alle richten. Mag her des nicht getun, so sal is ome der ander rad abenemen.

Capitel II. Nu sullen wir lernen unde irkennen ab eyn ussewendig man burgerrecht wel gewinnen, wy man daz bestetigen sal.

Dist. I. Wer burgerrecht in wichbilde wel gewinnen adder irwerben, der sal elich geborn sin, unde sal daz bewisen mit kuntschafft benanter lute, adder mit guten uffen briffen. He sal ouch nicht rechtelos sin. Her sal ouch eyn unvorsprochin man sy, edir eyn unvorsprochin frowe, ab iz eyn wip ist.

Dist. II. Wan man eynen czu burger macht, so sal her den eyd swern: ich swer gote, unde [Seite 284] deme riche, adder dene hern, adder der stad getruwe unde gewer czu sine, melde daz ich bilche melde, hele daz ich bilche hele, also eyn getruwe man syme rechten hern, daz mir god also helffe unde alle heyligen. Wen her den eyd getan had, so gebe her sin recht, wy daz in wichbilde irsaczt ist. Jar unde tag sal her eyn ynwanende borger sy, unde sal daz vorwissen by eyme ersaczten gelde. Noch der zciit mag her syne borgerschaff behalden adder uffgebin. Wanne her su denne uffgegebin hat, so gebe her sine uzfart unde fare mit glucke.

Dist. III. Bynnen eynen manden sal man nymanden twingen czu burgeschafft, uffe daz daz sich eyn iczlich man vorsuche siner narunge unde czu siner were.

Capitel III. Waz innunge unde geselschaft iczlich hantwerg gehaben magk in wicpilde, so daz dy gemeine von in unbeswert blibe. Zum ersten umb dy becken.

Dist. I. Der becker sal sin broth in rechten glichen kouffe gebe. Wan der scheffel gilt anderthalben firdung, so sal daz pfengbrod czu dem teyge wegen derthalbe marg, dy luttere semmel eynes firdunges mynner, daz stogbrot, daz man heyszet semelrocken dry marg. Wan man ouch koufet daz scheffel rocken umme eynen virdung, so sal daz phengbrot anme teyge wegen sechs marg zcu sogetaner zciit, wan dertehalb phunt wiszer phenge geldin eyne lotige marg silbers. Also findet man in eyner iczlichen stad noch enander uff unde abe czu reden noch orer warunge, daz man daz gewichte [Seite 285] hoet unde neddert, ab daz getreyde gilt mynner adder mer.

Dist. II. Man sal in wichbilde keyne fromde brod furen wen an deme martage; daz sal man feyle haben bis uff den mittag. Dy geste sullen lenger nicht feyle haben; lessen sy des do poben nicht, so mag daz hantwerg daz uffheben mit des rates wissen. Waz busse denne fuget dorumbe czu thune, daz sted an orer willeckor.

Dist. III. Von brote, dez man in dy stad furt, zcu vorkouffen, do sal man nicht von czullen. Brod, daz eyn man in der stad kouffet unde usfuret, unde wel is wedder vorkouffen, daz mus man vorczoln. Waz man abir selbir gebruchen unde essen wel mit gesinde, do en darf man nicht von czolle.

Dist. IV. Wan der becker sin wandel vorbord in keyserwichbilde umbe kleyne brod, daz ist eyn korp gesaczt, an eyn seyl gehangen, eyn messer in dy hand unde eyne semmeln; he siccze lange adder kurcz, hernedder sal her fallen in der phucczen stoub.

Dist. V. In unsem wichbilde ist or wandel wy daz in iczlicher stad irsaczt ist vor koren. Etliche geben daz in dy spettal. In etlichen steten seczt man do brod czu wandel, wy daz an kore sinen kouff had.

Capitel IV. Nu sullen wir lernen umbe mancherley recht von molen unde von mullern rechte, wy man daz handeln sal in wichbilderecht.

Dist. I. Wo dry mollere, mynner adder mer, an eynen molgraben legen, dy des molgraben mit deme wasszer alle dry gebruchen, dy sullen alle [Seite 286] fochboyme glich legen gemessen von toten woge, unde an der nedersten mol sal man anheben von toten woge, dornoch eyn fach der ander uffwart des wassers, daz iczlich oren glichen vol gewinne usz deme wasszertroge.

Dist. II. Wo eyn wer liet, adder eyn obirfal an eyme molgraben, der den molen daz wasszer allen zcufurt, daz wer unde den obirfal sullen sy mit enander halden in glicher kost unde erbeyt, unde man sal on nicht gestaten dy wer under sich zcu teylen, wen is brenget schaden den dorffern unde wichbilden.

Dist. III. Eyn iczlich obirfal unde slemder stam sal haben uff flisseningen waller hundert starg elle lang in ertriche unde in rasingen lande.

Dist. IV. Wasszerbruche, dy in den wern adder in den obirfellen werden, dy sullen dy mullere mit enander bessern uff glichen teyl, ab dy bruche geschen obene adder neddene.

Dist. V. Alle wer, dy in eyme molgraben legen, dy sullen nicht hocher gemacht werden, wen siben rad, sechse, funffe adder fire, wil er an den molen sin, wan dy wassers gnug er heyn haben, so sal der oberfal unde daz wasser glich sin, unde an den enden des obirfals sal der obirfal deme andern oberfalle glich sin.

Dist. VI. Czu dorffern do nicht stramlosige wasser gen, do en ist des nicht, wan iczlich moller musz sinen graben unde sin wer selber halden unde ouch fertigen. Do en ist ouch nicht von deme toten woge nicht czu wegene, wen dy obirfal legen underwilen usz andern grunden an geberge, unde [Seite 287] ore wassergenge nemen underwillen usz andern grunden, so daz sy alle nicht eyn wasser haben.

Dist. VII. Do stramlosige wasser gen, do mole czu soben raden adder czu sechsen ane legen, do sal der oberfall hundert elle wid sin; ab her wol witer bricht, do sullen sy den obirfal in der wite halden.

Dist. VIII. Dy neste fludrinne by den raden, dy sal gliche wid sin, unde dy neste dornoch, dy sal eynes gemundes nedderiger legen, unde dy by den raden unde dy obirste dornoch czweyger gemunde nederiger.

Dist. IX. Dy grizsul by der nesten flutrynnen sal inghesmet sin in allen muln; ab dy uzbricht, darnoch sal man eyne nuwe rynnen ynsmede.

Dist. X. Wen eyn gewessere wert, daz dy mollere oberig wasser haben, so sullen sy alle uffczin ore flutrynnen, unde sullen eyner deme andern kunt thun. Do sal eyn busse uff gemacht sy, noch kore aller der, dy in wichbilde wonen.

Dist. XI. Wen eyn noddorfft kempt, daz man ysen sulle, so sullen sy glich mit enander ysen, mit gesinde unde mit kosten, daz su mit eynandir vertig werdin, und or keyner sal dywile nicht malen, su sin denne mid eynandir vertig worden.

Dist. XII. Unde wo holcz uff den wern wechset, daz sal man eyn iar losse wachsen; unde in deme andern iare sal man is abehouwen neddene by der erden, daz dy storczeln icht slammes czu sich nemen, wen dy wer muchten sich erhoen.

Dist. XIII. Alle korbe und wer, di man dem mulgraben czu hulfe gibt und wirfft, dy sol man under den uver alzo tiff senken, daz kein höge davon wachse uber daz recht wer. Inwendic en schol [Seite 288] man auch keinerleige vestenunge tun mit korben noch mit weren, damit man dem uver iensit, und den di erbe daran haben, icht schadens czuczihen; wen ienem si davon schaden, beclait man si darumm, si musen in erlegen und dem gerichte wetten.

Dist. XIV. Eynes iczlichen mollers loufft umbe sine molsteyne sal nicht witer sin, wen daz czwischen deme louffte unde deme steyne eyn strang eynes dumen dicke mag geczogen werde. Waz her obir daz witer ist, daz ist eyn falsch.

Dist. XV. Keyn moller sal graben habe in deme understeyne obir dry dage, von der czith also her is gewor wert. Wandelt her dez czu hant nicht noch den dren tagen, so sal man daz bussen vor eyn falsch.

Dist. XVI. Waz man deme mollere zcufurt adder her infurt, wen her by tage nicht gefuren mag; daz sal her bewarn. Geschege schade dorczu, dene mus he irlegen. Wo abir eyns gesinde selber by ist, den schaden darf her nicht irlegen.

Dist. XVII. Keyn moller sal husgenossen habe in siner mol, sundern sinen eygen knecht unde sine mayd, by eynir busze, wy daz in wichbilde irsaczt ist.

Dist. XVIII. Keyn moller sal mer nemen czu lone, wen ome czu rechte geboret. Von eyme gehufften scheffele eyne gehuffte meccze, von eyme gestrechin scheffele eyne gestrechin meczen, unde also dornoch hen. Waz her dorober nempt, daz ist eyn dube.

Dist. XIX. Welches falsches man den moller oberkempt adder sin gesinde mit rechte, daz sal man richten noch falsches rechte. [Seite 289]

Dist. XX. Stelt der moller selber in der mol, unde wert czu ome bracht, man richtet obir on mit der wet.

Capitel V. Von den knochenhuwern.

Dist. I. Der knochenhuwer sal keyn fyh kouffe, daz suchtage an sich had, adder unczitig ist. Slet eyner ouch sogetan fih czu den bencken, daz ist falsch. Daz sal man richten czu hud unde czu hore. Wer des obirkomen wert, der ist rechteloz.

Dist. II. Keyn knochenhouwer sal synnicht fleysz feyle haben under den bencken, sundern dovor. Wer daz bricht in wichbilde, der mus dem rate bussen noch or gesaczten busze edir kore.

Dist. III. Alles fleysch, daz dy iodden haben gesneten, daz sal man ouch feyle haben vor dene bencken, by der busse, dy man by kor doruff gesaczt had in wichbilde.

Dist. IV. Es en sal keyn knochenhouwer czu den bencken fleysz tragen unde feyle haben obir dry tage, by der kor, dy mit busse doruff gesaczt ist.

Dist. V. Bachenfleysz, sytenfleysz, unde waz von dorren fleysche herkomen ist, daz mag man wol feyle haben, bis daz man is vorkouffet.

Dist. VI. Keyn knochenhuwer sal glider wesschern, wen is ist eyn falsch, daz mus man ouch noch falsches rechte bessern. [Seite 290]

Capitel VI. Von deme garbretere.

Dist. I. Der garbreter sal keyn fleysz ungesunt, noch unczitigk, noch fynnicht, noch mager, vorkouffen, unde sal keyne koste obir czwene tage vorhalden. Dorczu sal her sinen eyd thun. Vorbricht her doran, daz man des in wichbilde ober on kemmet: man richtet obir on czu hute unde czu hore, unde is meyneyde unde rechtelos.

Dist. II. Eyn iczlich garbreter sal sich under derselben busse bewarn mit bosen fyschen, dorre adder grune.

Capitel VII. Nu sullen wir irkennen, waz dy louwer unde schumecher in oren rechten sullen besten.

Dist. I. Wer ledder gerwet in wichbilde, der sal nicht schu machen, unde der schumecher sal nicht gerwen.

Dist. II. Keyn gerwer sal leder strichen, wen is ist eyn falsch. Wer is tud, der mus busse tragen noch kore, al is dy irsaczt haben in wichbilde. Adder in keyserwichbilde richtet man czu hute unde zcu hore, unde is rechtelos.

Dist. III. Keyn gast sal ruchledder kouffen, dy in des wichbildes fellunge gefallen ist, sundern is sal eyn iczlich burger kouffen, her sy arm adder rich, so daz eyner den andern am kouffe icht hindere mit unczucht.

Dist. IV. Alle ander geledder, daz man ussewendig in dy stad brenget der czollunge, is sy roe adder gar, daz mag eyn iczlich man kouffen, unde thu deme czolner sin recht. [Seite 291]

Capitel VIII. Nu schulle wir lernen und erkennen umb der flemminge hantwerck, wy der ordenunge und schickunge ste, wenn mancherleye sin in eim lande anderz wenn in dem andern, der ich nicht gancz usrichtunge mac gehaben, wider uz flandern, noch uz pravant, sundern lendischer sechsischer art und keiserwicpild rure ich von guter kuntschaft, waz ich mac.

Dist. I. Eyn noddorffte ist deme hantwercke, wer daz lernen wel, daz her deme meyster gewisheyt tud, daz he getruwe unde recht an siner lernunge sin.

Dist. II. Iczlich wichbilde had sin sunderlige geseccze. Doch ist daz eyn gemeyne gesecze: keyn fleming sal sine wollen felschen wedder mit hore, noch mit phlucken, noch mit keynerley untad.

Dist. III. Keyn fleming sal sin tuch czu hungerig machen, by der gesaczten busse, dy in wichbilde von dem rathe unde von deme hantwerke doruff gesaczt ist mit willekur.

Dist. IV. Waz man falsches uff deme hantwercke findet an tuche, an wollen, an czu winczingen gengen, daz sal man alles uffenbar burnen, unde dene bessern noch falsches rechte.

Dist. V. Welch man sin tuch czu korcz macht, adder dorus snit eyn stucke, do he sin gewant mete vorkorcz: umbe daz uszsniden richtet man czu hute unde zcu hore, unde wert rechteloz unde erlos, unde sal sines hantwerckes vorleyd sin.

Dist. VI. Alle dube, dy mynner sin wen drisig schillinge, uffe deme hantwercke, dy richtet man czu hute unde czu hore; dy abir grosser ist, dy richtet man mit der wed. [Seite 292]

Capitel IX. Nu sullen wir lernen umbe dy cremere in wichbilde, in waz friheyt dy irsaczt sin.

Dist. I. Eyn kremer sal sinen safferan, pheffer, noch neylkin, noch keyne worcze velschen, sundern wy is god an ome selber had gelossen werde, also sal man is lossen; wen wer is felschet, unde wert dez obirwunden, daz richtet man ouch czu hute unde czu hore, unde ist rechteloz.

Dist. II. Wer safferan menget mit lendischen safferan, daz ist eyn falsch. Lendischen safferan mag eyn man wol veil haben, so daz her iodeme manne uffenbare, daz is lendisch safferan sy. Tud her des nicht, is ist eyn falsch.

Dist. III. Safferan sal ouch nymant fuchten mit wassere, noch mit oley, noch mit keynerley sachen, noch legen in dy fuchten kellere uff dy erde, uff daz er fuchtikeit czu im czy, wen wer saffran wil legen in dy fuchten keler vor fure, der schol in legen in durre casten oder truhen, dy ein gemunde von der erden erhaben sin. Wer hirobir tud, daz ist eyn falsch, und man schol das richten noch valscher recht czu hut und zcu har, und wirt rechtloz und erloz, und di war schol man brennen.

Dist. IV. Es sal ouch nymant sinen pheffer felschen mit steyn, mit wicken, noch myt keynerhande sachen. Kempt man daz obir on, man richtet noch falsches rechte. Sust en sal man keynerhande wurcze felschen, anders man richtet is alles noch falschem rechte.

Dist. V. Welch man kremer recht nicht en had, der sal keynerley siden gewant in wichbilde feyle [Seite 293] haben noch vorkouffen, noch yrische, noch engelisch dunne tuch, geferwet noch ungeferwet, noch kolnes noch welschs lynwant, noch mitteler, dy her am snete vorkoufft; sundern gancze stucke mag her wol feyle haben unde vorkouffen. Aber yrisch tuch, und harraz, und englisch, mugen di gewantsnider wol mit sniden.

Dist. VI. Welch man, he sy eyn gast adder eyn burger, gekrute brenget in wichbilde, der sal under eyme phunde nicht mynner vorkouffen. Eyn phunt unde dorober mag her wol vorkouffe sammenskouffes; he habe denne mynner bracht den eyn phunt, so mag her mynner vorkouffen.

Dist. VII. Welch ingesessen kremer in wichbilde gecrute vorkouffet, daz sal her gemeynlich vorkouffen allen luten by quentin, by loten, by halben phunden, unde deme gaste also deme burger.

Dist. VIII. Eyn iczlich gast, der mandel adder risz brenget in wichbilde, der en sal des under eyme halben firdunge, noch under eyme firtele, by phunden, by halben, unde dorunder obir nicht, vorkouffen; he habe denne myner in wichbilde bracht.

Dist. IX. Kein gast schol in wicpilde mynner siden vorkouffen wen ein halb pfund.

Dist. X. Wer parchen in wichbilde brenget, der en mag nicht mynner vorkouffen wen eynen ganczen parchen; mer mag her wol vorkouffen. Wer ouch in wichbilde macht adder brenget houbtcleynod, alz risen, sleyger, und wimpeln, dy musz man wol gancz vorkouffen unde nicht mynner, also dy stucke sin.

Dist. XI. Golddrad unde silberdrad en sal nymant vorkouffen mynner wen XXV spynneln, do uff [Seite 294] iczlicher spynneln sin czwey hundert ellen; he mache sy denne selbest.

Dist. XII. Allerleige butele, hantschue, hute, und goltvelle, und silbervelle, und waz sich czuhet czu thusin czal, daz schol man bi ganzen thusin vorkouffen, es mache denne ein man selber.

Dist. XIII. Kein gast schol minner wachz vorkouffen, wenn ein vierteil einz zenteners, oder vor eine lotige mark, ez were im denne von sinz selbez benen worden, oder er habe ez minner bracht.

Dist. XIV. Borten und gurteln schol nymant vorkouffen denne den cramern, ez en sy denne daz her si selber mache.

Dist. XV. Loesch schol nimant vorkauf denne ein kunne, daz sin funf vel.

Dist. XVI. Boumwolle en muz nimant mynner vorkouffe denne ein vierteile einz centenerz.

Dist XVII. Erch und permynt, und waz sich czu techer czal geczuhet, das sol man vorkouffen by ganczen techern, ez en sy denne, daz ez ein man selber mache.

Dist. XVIII. Semische hozen muz ein man wol vorkouffen by dem halben tusin; sunder gewathosen, dy vorkoufft ein man wol wy er mac, mynner oder mer.

Dist. XIX. Gebleicht garn, adir geferbit garn, en schol man nicht mynner vorkouffen wenn by pfunden.

Dist. XX. Messincwerck, czin, kupfer, und wismat, und ysen, daz schol man vorkouf by ganczen centnern; ez en sy denne, daz ein burger in siner huten selber daz lasze mache, alzo wol in eczlichen [Seite 295] wicpilden gelegen ist, beide czin, ysen, bley, messinc und kupher, der mac wol vorkoufen vil oder wenic.

Dist. XXI. Waz ein man koufft gecrutez in wicpild, parchan, oder ander dinc, ez si vil oder weninc, daz en schol nymant vorczollen, daz er uz den cramen wider di cramer gekoufft hat. Kouft aber ein gast wider den andern, dy muzen zolles rechtz phlegen.

Dist. XXII. Cramergewichte schol glich silbergewichte sin, und welcher daran anders funden wirt, das ist ein valsch; da hat ein rat uber czu richten und nicht das gerichte, und man richtet czu hut und czu har nach valschez rechte, und wirt rechtloz und erenloz.

Dist. XXIII. Eyn iczlich fromde kremer sal nicht me wen drigens in deme iare czu margkte ste yme wichbilde, unde ouch vor den kerchen. Stet her abir obir daz mer, daz mogen ome dy kremer wern mit hulffe des rates.

Dist. XXIV. Dy kremer, dy in wichbilde gesessen sint, dy sullen besen, ab dy kremer, dy in gastes wissze farn, in oren kromen icht falsch gewichtes adder andere ding in oren kramen icht en haben. Daz sullen sy brengen an den rad, unde der rad sal daz richten, als sy irkennen, wy sy daz richten sullen, mit gerichte adder mit on selber.

Dist. XXV. Von der cremer sellunge rede ich nicht fel, wen sunderlich in dene steten, do sy von willeckor unde von alden irsaczten rechte oren gemeynen gesicz haben durch eyne gassze, do sullen alle laden eyne keyn der andern sten, inwert unde uszward. An den ecken sal keyne lade sten. Eyn tor mag wol dorussen gen funff firteyl adder eyner [Seite 296] elle wid, do eyn mensche usz unde ingegen mag, unde man von furesnod usz unde ingetragen magk.

Dist. XXVI. Vor denselben cramen, dy von willekur iren sicze haben, en schol wider der cramer, der inne siczet, noch fromder keiner herfur siczen, damit man di, dy da inne siczen ires kauffes gedempfe muge.

Dist. XXVII. Dy fremden cramer schullen nindert sten, den wo si der rat hinwiset.

Capitel X. Von goltsmeden unde silberbornern, wy is dy halden sullen.

Dist. I. Der goltsmed unde der silberborner sullen wedder silber noch golt erger machen wen is on wart czubracht, unde wen or eyn in wichbilde stadrecht wel gewinnen, so sal her deme rate dene eid thun: ich swer myn hern dem N, und dene burgern getruwe unde gewer czu sine, silber noch gold irger czu machen von myntwegen, unde wel keynerley felschen uff deme hantwercke; also mir god helffe unde alle heyligen.

Dist. II. Waz eyn goldsmet adder silberborner ymande bornet von phenningen, adder von silberin gefesse, adder welcherley daz ist, do sal her der marg nicht mer czusecczen wen eyn lod, by deme eyde, den her gesworn had. Tut er daruber, er tut ein valsch, als in den capitel hyvorne stet von den munczern.

Dist. III. Waz sy von golde burnen, daz sal beste ane deme XXIIII grade, under orme eyde.

Dist. IV. Der goltsmed sal wedder mit bly, noch mit czene, noch mit koppher, noch mit [Seite 297] messenge, golt an golt, silber an silber loten; tud hers dorober, daz ist eyn falsch.

Dist. V. Wen der goltsmet, adder silberborner, silber adder ander gud ding bornet, der sal dy teste wedder czuslan, unde waz dorinn ist bleben, daz sal her ieme wedder geben; denne waz her doron behilde, daz wer eyn dube, unde breche sinen eyd domete unde sine ere, unde man richtet ober on noch dubes rechte.

Dist. VI. Der goltsmed, noch der silberborner, sullen keynerley gewichte haben denne eynerley, so daz sy an eyme innemen, unde an deme andern wedder uszgeben. Wer des oberkomen wurde, der hette falsch unde dube begangen, darumb mac man richten noch valschez recht oder noch dipheit.

Dist. VII. Keyn goltsmed mag vorgulden mit gulde, he habe denne XXIIII grade, unde sal ouch keyn gesmyde machen von golde under achczen graden czu fingerlin unde anderme gesmide.

Capitel XI. Nu schulle wir merken, das were mancherhant erkant haben von der goltsmide und von der silberburner recht: nu schulle wir lernen und erkennen von mancherhande smederecht, dy man in wicpilde halden schol.

Dist. I. Ein iczlich smid, der smidrecht nicht en hat in wicpilde, der mac wol smide, waz er wil, an var, allez das man phliget czu vorczinene, alz sporn unde stegereife, und einen clophamer vor einen schillinc und nicht besser, sloz und helden, hacken, haspen und bande, und allez daz czu bustern gehort, und waz ysenwerkez czu glasvenstern gehort. [Seite 298]

Dist. II. Yserin gegater, da man kellervenstere mit vorslinget, dy schol der nicht smiden. Negilwerk muz er auch nicht smiden, dy man in holcz slecht. Durchsleg, preime, nebeger, gropenysen, und grellen, und bile, korngabeln und mistgabeln, fleischkrowel, und ketten czu wapen, ringe und bande czu raden, und ysereine schufeln, en muz er auch nicht smiden. Alle andere grop werk, was czu wagen und czu pflugen gehort, und hufslac, schol er auch nicht smiden. Bile, noch exe, barten, noch sicheln, cratczen, noch kilhouwen, mergelysen, noch bicken, helme, ysenhute, blaten, brantysen, aneboz, noch brechysen, meizele, noch balken, da man mit wiget, noch grose hengen, da man turen anhenget, noch glockenbant, noch glockenclepfel, en schol er auch nicht smiden. Waz er aber deser dinge selber czu siner notdorfft bedarff, dy mac er im selber wol smiden. Bicken, cratzen, kilhouwen, mersel, mac er auch wol scherpfen und stelen, wenn si stumph sin.

Capitel XII. Nu schul wir auch lernen und erkennen von den kurserin, wi di mit iclicher arbeit ir hantwerk schullen halden.

Dist. I. Di kursener sint und werden di besten kouflute; daz kumt darvon, daz si sich flissen an reine czitic werk, an vehwerk und an andern wildwerk. Der kursener scholl alleczit kaufen czitic werk, und misseret im dez icht, da schol er anders nicht mit velschen, und schol ez itel machen, und vorkouffen itel das misseraten yedermanne, alz er gesicht; menget er ez aber undernander, so tut er [Seite 299] ein valsch. Dez schol er sinen eid tun, wenn er im wicpilde dem rat gehorsam tutt, daz er daz wolle halden ane argelist. Er en schol auch kein wizwerk nicht gerwen, wo dy wizgerwer wonen im wicpilde.

Dist. II. Der kursner en schol auch kein tusen noch techerwerk arbeiten, weder an butelwerk, noch an hantschuwerk, noch eserwerk, wo dy wisgerwer neben in wonen, noch taschen, noch bruchgurtelwerk.

Dist. III. Lederlachen semisch mac der kursner wol machen und vorkouffen, und phulczichen mac er auch wol machen.

Capitel XIII. Von deme snyder.

Dist. I. Der snider sal getruwe unde gewer sin uff deme hantwercke deme armen also deme richen. Wen her eyme sin gewant nicht redelich antwert, so tud her eyne dube.

Dist. II. Der snyder unde der altwelcker sullen deme rate ouch gehorsam swern czu halden czu gesaczten cziten.

Dist. III. Der snyder sal keyne nuwe wullen noch gewant feyle haben, noch deckelachen, noch vorkouffe. Joppen unde kulter von parchan, von gogeler, von kolmschen unde linen gewande mag her wol machen unde vorkouffen, unde ouch vorsellen.

Dist. IV. Her en sal ouch an keynen firabende sin hantwerg erbeyten noch der rechten completen czid, by der irsaczten busse. [Seite 300]

Dist. V. Der altwelcker, war der macht adder vorkoufft, daz mag her wol offinbar vorkouffen.

Capitel XIV. Nu schul wir aber lernen und erkennen von den platern und von den sarwurchten, wi di auch sweren sullen gehorsam czu wesen dem rat, und auch di messinc und kupferwurchten, dy da becken gissen, und rouchvaz, und gisvas, und ander gesmide machen.

Dist. I. Dy dry hantwerk schullen mit eintrechtikeit dem rate sweren rechten gehorsam, und darczu beholfen sin uff also gerechtikeit, und nimande under in lazen arbeiten ane dez ratz loub, und dy dratcziher mit denselben in ein.

Capitel XV. Von den kangyszern, wy dy or hantwerg halden sollen.

Dist. I. Der kaningisser sal nicht mer bliges czu deme czene thun wen daz czende phund. Wen der kanningysser deme rate gehorsam geswert, so sal her dene eyd mete nemen, daz her nicht mer czuseccze wen daz czende phunt; wen wert her is oberkomen, so ist is eyn falsch, unde wert rechtelos unde meyneyde.

Capitel XVI. Von den wisgerwern, taschenern, gurtelern und butelern.

Dist. I. Dy schullen sunderlichen ein vor den rat gen und sweren, ir gehorsam dem rate czu haldene, und biczustene uf alle gerechtikeit. [Seite 301]

Capitel XVII. Von den melczern und bruwern, wi di ir handelunge schullen in wicpild bestellen mit dem rat.

Dist. I. Alle melczere unde brawer, dy unde ore gesinde, dy czu wichbilde wonen, dy sullen eyner mit deme andern swern, deme rate gehorsam zcu sine unde behulffen czu aller gerechtickeyt, alz in got helfe und alle heilgen.

Dist. II. Der melczer sal ouch sinen eyd dorczu thun, daz her sin malcz mache ane falsch, so daz her durch sines nucсzes willen daz malez nicht wulle lasse zcu lang wassen, wenne daz wer eyne dube. Kumit man dez uber in, so ist er meineid, rechtloz und erloz worden.

Dist. III. Der bruwer unde sin gesinde sullen oren eyd thun unde bewarn, daz sy allen luten ore habe adder or gud bewarn an orer erbeyd ane argelist; und sullen alleczid gereyte sin, wen eyn fur uskempt, daz sy, unde alle czymmerlute, gereite sint dorczu czu komen, by deme eyde den sy gesworn haben, mit schuffen unde oren wern, unde abehouwen unde brechen. Went denne daz fur doselbist, so sal man on von dem rate geben czwu marg silbers. Get aber daz fur uber, daz si dez nicht gewere kunnen, doch schol man in geben eine mark silberz vor ir arbeit, und das se ein andirmol auch, wenne das me not geschege, deste gereyter sin sullen. Unde wan sy dorczu nicht komen, so mussen sy des rates geczucht dorumbe liden, al sich dokeyn geburd. Sust schullen alle czimmerlute in wicpild dy gehorsam sweren und leisten. [Seite 302]

Capitel XVIII. Nu schul wir lernen von deme gertener, und von den winczurln, wi dy dem rat gehorsam schullen sweren.

Dist. I. Alle gertener und winczer, dy vor den steten wonen, sullen deme rate gehorsam swern, unde ouch getruwe unde gehorsam czu sine, unde ab sy icht irfarn by tage adder by nacht, daz schedelich ist, daz sullen sy deme rate io melden unde nicht vorswigen.

Dist. II. Dy winczorler sullen by oren eyden den garten in rechten phlegen in orer rechten phlege, unde in orer rechten czith nemen, getruelich an argelist, by deme eyde, also sy gesworn haben.

Capitel XIX. Wy der toppher ouch gehorsam deme rate swern sal.

Dist. I. Dy topphere suln ouch deme rate gehorsam swern czu sine unde behulffen uff alle gerechtickeyt; unde ab sy icht vornemen, daz sulden sy ouch melden unde deme rate nicht vorswigen, wan sy ouch vor den steten wonen. Dy sullen ouch oren tam also bereyten ane steyne, daz or geworchte icht lochtericht blibe. Sy sullen ouch by deme eyde, den sy getan haben, keyn geseccze noch innunge haben noch machen, by dez rates gesaczter busse unde fryheyd.

Capitel XX. Von den phrugenern unde marthocken.

Dist. I. Dy phrugener, unde ouch dy marthocken heyschen, dy en suln uff den marte nicht [Seite 303] kouffen under deme czeichen, daz on benomet ist uff rechten mittage. Dornoch kouffen sy also ander lute.

Dist. II. Die do marktlute hoken heisen, ap se sich an icht vorbosin, adir vorwirken, adir missethun se icht an der kore der stad, und spricht man in in dorumb czu von der ratlute wegin, se wetten dorumb hawt und har, abir drei schillinge; abir das stet an der ratlute willen, welch se wollin nemen; und das geth obir allerhande lewte, die mit valschin spisekawff begriffen werdin, und in mogen keine innunge me gehabin an der ratleute orlawp.

Dist. III. Ap scheffil adir andir vas czu cleyne sint, und unrecht woge, das mogent se wol vordirn noch der stad saczunge, und man sal is bessirn mit sechssendreysig schillingen.

Dist. IV. Dy hocken sullen feyle haben reynen spisekouff. Wo sy dez nicht en thun, daz richt man on czu hud unde czu hore, adder czu losen mit dren wendischen marcken, daz sint XXXVI schillinge pfundischer pfenninge, unde werden rechteloz.

Dist. V. Dy hocken unde phrogener, waz dy von wichtigen dingen feyle haben, also von oley, unslet, smer unde pottern, daz sullen sy an rechten frongewichten wegen, also der czit recht ist.

Dist. VI. Dy hocken suln or brymel, grisz, weyssen, adder heffern, adder futter, daz sy ouch feyle haben, an rechten gesaczten mosze in wichbilde vorkouffen; unde wo sy dy felschen, do richtet man obir czu hute unde czu hore, oder mit den drin windischen marken czu lozen, und werden rechtloz, alle dy das tun. [Seite 304]

Dist. VII. Welch hocke adder phrogener, is sy fruwe, adder man, adder iungfruwe, sich mit eyme andern befeln adder krigen, welcher denne der orhab ist gewest, oder ob si sich mit einer burgerinnen oder einer burgerinnen gesinde kifelt und ist der urhut ir: dy sal den steyn an deme halse tragen dryens umbe den ringk, unde or sal der botel nochgen mit eyner spicczen stacheln, ab sy nicht vor sich ged, daz her sy domete getriben mag.

Dist. VIII. Der steyn sal haben drißig phunde swer silbergewichtes, unde der steyn sal haben eynen rymen, den man or umbe den hals gorte.

Dist. IX. Keyn hocke noch phrugener en sullen fleysz noch wiltbreyd, fische noch heringe, noch keynerhande kouffen wider einen gast, der czu deme marte komen ist unde wel sinen mart halden, he sinen mart czu rechter tageczit gehalden had uff rechten mittag, by wichbildes rechter busse. Der en mag ouch nicht lenger geste czu marte wen eynen tagk.

Capitel XXI. Wy dy messersmede unde ouch dy swertfeger unde kopphersleger deme rate gehorsam swern sullen.

Dist. I. Sy sullen ouch alle deme rate swern, oren gehorsam ome czu leysten, unde behulffen unde bystendig czu sine czu aller gerechtickeyt.

Capitel XXII. Von eyntrechtickeyt unde bestellunge der hantwercke mit oren banere, wy sich dy halden sullen.

Dist. I. Becken unde moller sullen eyn paner haben. Knochenhouwer, kouche, unde dy garbreter [Seite 305] sullen eyn panir haben. Lower, unde schucherte, und altbuser sullen ouch eyn panir haben. Snider und altwelker schuln ein banir haben. Plotener, sarworchte, dratcziher, kannengiser unde messingeswercker sullen ouch eyn panir haben. Gortelere, butelere, teschener, unde wiszgerwere, unde louszmecher suln ouch yn panir haben. Cramer und alle koufleute in wicpild schuln auch einz haben. Melczer, bruwer, und ir gesinde schuln ein banyr haben. Czymmerlute, tysmecher, weynere unde stellemacher, unde alles daz do kan mit deme zcymmerbile erbeyten, dy suln alle eyn panir habin. Toppher unde gertener sullen eyn panir haben. Alle hocken, phrogener, ysenmecher, salczmecher, sullen eyn panir haben. Vriheit und busen schullen iren louffvanen haben. Ober alle disse panerslute sal der rad haben eyn czeychen mit der stad erblichen rechten czeychen. Sust mag man under den paniren yderman irkennen und achten, wy her ist, unde wy her gestalt ist, unde wy reddelichen her uszkemmet czu felde, ab is nod wer, unde sich eyn iczlich man schicket von dem andern under sin panir suberlich, daz sust in eyner gemeyne nicht geschet.

Capitel. XXIII. Wy meyde unde iungfruwen hochczid in wichbilde halden unde uszrichten sullen.

Dist. I. Welch man in wichbilde eyne iungfruwen adder wettewen nemen sal czu rechter ee, den man hundert lotige marg mete gibt, der sal haben fufczig schusseln unde nicht mer, unde funf trogsesen, unde funff schencken, unde funff spellute. [Seite 306] Gibt man ome achczig marg, so habe her czu ferczig schusseln. Gibt man sechczig marg, so habe her XXX schusseln. Wen man funfczig marg adder mynner gibt, wy wennig daz ist, der mag haben zcu XX schusseln. Man sal in allen hochcziten czu keyner schusseln mer lute seccze wan czwey mensche, unde des morgens nicht mer gebe wen sechs gerichte, unde des abendes funffe.

Dist. II. Man en sal keynen begernden manne mer geben, wen daz in wichbilde irsaczt unde gemacht ist. Kein burger schol auch keim gernden manne mer vorsenden wen czwir. Man schol auch keime gerenden manne geben uber einen halben vierdunc; mynner mac man wol geben.

Dist. III. Gibt eyn ussewendig man sin kint in wichbilde, der man mag den gernden luten geben, waz her wel.

Capitel XXIV. Von gaben, dy brud unde brutigam geben sullen.

Dist. I. Der brutigam sal keyne gabe uszgeben wen der brud, oren vater, muter, brudern unde geswestern. In deme glichen en sal ouch dy bruth keyne gabe uszgebe wen deme brutigam, sinen vater unde muter, brudern unde swestern. Wo abir bruder unde swester nicht en sin, so mogen sy firn geben, dy dy nesten sint, unde nicht mer.

Capitel XXV. Wy man in wicpild toyffete unde kintbette halden sal, und groz hoffart und ubermut darvon getriben wirt; das erber lute vorderbnisz ist. [Seite 307]

Dist. I. Wen man eyn kint toyffen wel, so sullen mit deme kinde nicht mer fruwen czu der kerchen gen wen dry fruwen unde dy amme, by eyner lotigen marg, unde obir dry wochen so mag dy fruwe von ores mannes wegen unde von ores selbes wegen czu sechs schusseln, czwey mensche czu eyner schusseln, haben. Czu deme kerchgange sal sy nymandes haben wen vater unde muter, bruder unde swester by or, unde ores mannes frunde, by der selbigen busse.

Capitel XXVI. Nu schul wir in wicpild vorbaz lernen und erkennen, wy iczliches mannes wip unde tochter geczirt sullen gen, daz ez nicht vorderpniz den luten mache.

Dist. I. Welch man in wichbilde vorluset funf hundert marg, daz wip unde tochter mogen wol sine perlen tragen unde ufheffte uf gortelen unde uff gewande, welcherley sy wullen, unde mogen gancz harmelwerg tragen an korsen unde an bremen; wen wer mynner vorlusent, also dicke al sy dorinne besen werden, also dicke sullen sy funf lotige marg geben. Doch von silbere unde von oberigen gesmyde mag sy ouch tragen, waz sy wel.

Dist. II. Welch man in wichbilde vorlussent dry hundert marg, dez wip unde tochter mogen tragen alle weydewerg, ane hermeline; doch mogen sy dy wol tragen zcu gebremen unde anders nicht; wer sy abir dorobir truge, der muste liden dy vorbeschriben busse.

Dist. III. Welch man in wichbilde vorlussent czwey hundert marg, des wip unde tochter mogen tragen welcherhande syden gewant sy wollen, samit [Seite 308] geworchte syden, unde slecht, unde ouch geworchte syden.

Dist. IV. Welch man in wichbilde vorlussent hundert marg, dez wip unde tuchter mogen tragen gestreyffte unde slechte syden gewant, abir geworchte syden sullen sy nicht tragen by dren lotigen marcken.

Dist. V. Welch man under hundert marcken vorlussent, es sy vel adder wening, dez wip unde tuchter mogen wol tragen von silber unde von gulde gesmide by dren margken gewichtes, unde nicht mer noch hoer, by derselbigen busse.

Capitel XXVII. Wer meyneide in wichbilde swert, waz der vorworcht.

Dist. I. In keyserwichbilde swert eyner meineid, wer he ist, unde wert des so obirkomen, deme sal man dy czungen hinden czu deme nacken uszczin.

Dist. II. In sechsissem wichbilde, wert eyner meyneydig, denselben vorwist man hundert ior unde eynen tagk.

Capitel XXVIII. Wer god schildet adder sin heyligen, waz der vorworcht

Dist. I. Wer der ist, der god schildet adder sine heyligen in wichbilde, der rechter vornufft ist, dem sal man dy czungen slan durch eynen spicczigen gesliffen hacken, der an der stogsul an eyn gemeynen marte sted. [Seite 309]

Capitel XXIX. Wy eyn iczlich dipstog uf der gemeyne sten sal.

Dist. I. Eyn iczlich dipstog sal in allen steten unde in allen merten sten uff gemeynen marte. Abir in dorffen, do nicht stucke inne sint, do behilt man sy inne, wy man magk.

Capitel. XXX. Nu sullen wir erkennen von steten unde von dorffen, dy by deme wasser legen, wy man dy bewarn sal.

Dist. I. Welch stad unde dorff by wassere legen, unde eynen tam haben, der sy vor der flut bewarn sal, do sal iczlich stad adder dorff sin teyl des tammes feste vor der flud. Kempt abir dy flud unde bricht den tam, unde let man mit geruffte dorczu alle dy, dy in der gegennod gesessen sin: welcher der nicht hilffet den tam bussen, unde daz geruffte had vornumen, der had vorlorn sogetan irbe, also her in deme tamme legende had, is habe om denne ehaffte nod benomen.

Dist. II. Waz daz wasser deme lande abewesset uff dem orte, dez daz land ist, daz had her vorlorn. Bricht is abir eynen nuwen gangk, domete vorlust her sines landes nicht.

Dist. III. Erhebet sich eyn werde in eyme flussze, welcher stad daz ner ist, der gebord der werder. Ist her aber in der mittel, so gebort her czu beyden stetin. Dazselbe tud der abegang, ab her vortruckent. [Seite 310]

Capitel XXXI. Von gute, daz manches mannes ist, wem man daruffe bessern schol, ob schade oder untat geschit daruffe.

Dist. I. Ab. wol eyn gud manches mannes ist wen eynes, waz man doruffe tud, daz sal man deme bessern, der daz gud in lediglichen gewern had. Alles lantrecht, wichbilde unde keyserrecht.

Dist. II. Ab der man keynen lenerben nicht en had noch syme tode, wer den sin irbe ist noch lantrechte, der mag sin vordinth gud in len behalden.

Capitel XXXII. Von den strassen.

Dist. I. Des richters strasse sal sin also wid, daz eyn deme andern gewichen mag. Der ledige wayn sal deme geladen entwichen, unde der mynner geladener sal entwichen deme swern geladen. Sint sy abir beyde in eyme engen wege, adder uff eyner brucken, unde iaget man eynen ritenden adder czu fusse, so sal der wayn stille halden, bis daz sy vor hen komen. Welch wayn erst uf dy brucken kempt, der sal erst obergen, her sy geladen icht adder nicht. Also ist is ouch wer er czu der mol kempt, der sal irst malen. [Seite 311]

Sechstes Buch.

Capitel I. Hy hebet sich an daz sechste buch: wy god, unser herre, had deme menschen gewalt unde craft gegeben obir fogele unde alle wilde tyre, daz nyman sin lip noch sinen gesunt doran vorwercken magk.

Dist. I. Do god den menschen geschuf, do gab her ome gewalt ober fisch unde obir fogele unde obir alle wilde thire. Dorumbe haben wir des eyn orkunde, daz nymant sinen lip, noch sinen gesunt, an dissen dingen vorwercken mag. Doch so sint dry heyde in sachsen, do den wilden thirn frede ist ynne gemacht by des koninges banne, an beren, an fuchsen unde an wulffen; dy heyden heyssen banfurste. Daz eyne ist dy heyde zcu thine, dy ander dy harczheyde, dy dritte dy maytheyde. Unde wer eyn wilt in deme fellet, der vorwircket des koniges ban, daz sin sechczig schillinge. Wer ouch durch dy banfurste ritet, sin boge unde sin armest sullen ungespannen sin, unde sin kocher czugeton, unde sine winde unde bracken uffgefangen, unde sine hunde uffgekoppeld. Jaget eyn man ussewendig deme fursten sin wild, unde fulgen dy hunde in den vorst, der man mac wol nachvolgen, so daz her sin [Seite 312] horn nicht en blose, noch or nicht mane, noch en grusse dy hunde; domete missetud her nicht, unde fehet her daz wilt, sin hunden mag her wol wedder ruffen. Unde ist lantrecht unde wichbilde.

Dist. II. Es ist nicht vorbeschriben, daz keyn man in wichbilde deme herschilde gefulgen mag. Doch haben sommeliche des riches stete czu iagen fuchse unde fogele unde ander cleyne wilt, also daz hun, fogele in der stad flure unde gerichte, daz von des gerichtes wegen beschriben unde vormacht ist. Wert ouch uff denselben fursten wild geiaget von den, dy den herschilt haben, dy mogen dazselbe wilt dorinne iagen unde ome fulgen, unde keyn ander sullen sy mit den hunden hecczen noch grussen.

Capitel II. Nu suln wir vorbaz lernen, wy dy keyserliche gewalt den alden frid bestetiget had in deme lande zcu sachsen.

Dist. I. Nu vornempt den alden frede, den dy keyserliche gewalt bestetiget had in deme lande czu sachsen unde ouch anderswo mit der mere menge der korherre, der stete, unde ritter unde knechte.

Dist. II. Alle tage unde alle czith sullen haben phaffen unde alle geystliche lute, meyde unde wip, und iuden, an orme libe unde an orme gute stetlichen unde guten frede.

Dist. III. Kerchen unde kerchove, unde iczliche stad in sinen graben unde zcingele unde czunen, so daz sted noch dorff sich wedder sinen rechten hern nicht legen, noch sich ouch keyn nymande wedder recht legen, sullen frede haben. [Seite 313]

Dist. IV. Phluge, molen unde des riches strasze, dy sullen zcu allen gecziten, in felde unde in wasser, steten frede haben, unde alles daz dorin kempt.

Dist. V. Heligen tage unde gebannen tage sin allen luten fredetage gesaczt, dorczu in eyner iczlichen wochen fir tage: den donnerstag, frytag, sonnobent unde suntagk. Des donnerstages wid man den cresem, do man uns alle mede czeichent czu der cristenheyd in der touffe. Des donnerstages merte uns unsz liber herre ihesus christus mit sinen liben czwelff iungern in deme kelche, do begunde mit deme irsten unsz herre uns czu spisen mit sime heyligen licham. Des donnerstages furte god unser herre unse meynscheyt zcu hymmele unde uffente uns den weg dohen, der uns beslossen waz. Des fritages machte god dene man, unde wart ouch des fritages gemartert durch den man. Des sonnabendes rugete god, do her hymmel unde erden geschuff, unde alles daz dorinne waz. He rugete ouch des sonnabendes in sime heyligen grabe noch siner marter. Des sonnabendes wid man ouch dy phaffen czu gotes dinste, dy der cristenheyt meyster sullen sin. Dez suntagez werden wir vorsunet umb adamez missetat. Der suntag was der irste tag, unde wert der leczte, also wir uffirsten sulle von deme tode unde farn czu gnaden mit liebe unde mid sele, dy daz umbe god vordint haben. Dorumbe sint dy fir tage gemeyn fredetage allen luten, ane den, dy in hanthaffter tad begriffen werden, adder in des riches achte sin, adder an gerichte, uffinbar vorvestent sin.

Dist. VI. Phaffen unde iodden, dy woffen furen unde nicht geschorn sint noch orme rechten, [Seite 314] tud man an den icht ungerichtes, man sal sy bessern al eynen leygen, denne sy sullen keyn wuffen furen, dy an des koninges tegelichen frede geschriben unde genomen sint.

Capitel III. Wy fel lute man czu teydingen furn sal, wan man teydingen sal umbe ungerichte; oder wer ein fridbrecher totet.

Dist. I. Wer umbe fredebruch adder umbe ungerichte beclayt wert, der sal nicht mer wen drisig man mit om nemen czu gerichte, unde der en sal keyner woppen habe sundern swert.

Dist. II. Wer so totet adder wundet eynen fredebrecher, der blibet des ane wandel, ab her daz selbsobende irczugen magk, daz her on wundet an der flucht, adder in der stad, do her den fredebruch tud.

Capitel IV. Nu sullen wir aber lernen und irkennen von hushern, do man fredebrucher unde rouber uffe hildet wedder recht, wi daz sin gerichte und sin recht gebruchen schol, und alleczit lantrecht, keiserrecht, und stete not.

Dist. I. Uff welcheme huse man den fredebrecher adder rouber hildet wedder recht, wan deme der richter, in daz gerichte is lith, dorczu mit geruffte geladen wert, so sal her dorczu komen von rechte, unde sal dene fredebrecher adder rouber herabe heyschen mit rechte czum eynen male, zcum andern male, unde zcum derten male mit rechten orteyle; daz sal geschen, daz man is uf deme huse [Seite 315] gehorn magk. Gebt man on denne nicht herab her, so mag man daz hus vorfesten mit orteyle, unde alle dy doruffe sint. Dy sal eyn iczlich bedderman, der deme geruffte vor daz husz gefulget had, orteyl ober sprechen, wan her dorumbe von deme gerichte gefraget wert.

Dist. II. Lest man abir uffe daz husz dez richters boten sechse unde den cleger, daz dy suchen den rouber adder fredebrecher, so sal man sy nicht vorvesten.

Dist. III. Beschuldiget man abir daz hus umbe den roub unde fredebruch, daz der dorabe unde doruff geschen ist, des mus sich entschuldigen des huses herre adder eyner siner besessener burgman wonende uf der burge, czu den heyligen.

Dist. IV. Welches huses herre selber beschuldiget wert umbe daz ungerichte, der en mag daz husz nicht beschuldigen, her en habe denne vor sich selbest entschuldiget noch des fredebrechers rechte unde noch des clegers clage.

Dist. V. Wel man abir daz hus bereden mit kamppfe, daz mus sin herre wedderreden, adder sin genos, adder sin gesessen burgman, wedder sinen genossen, adder man vorvestent daz husz, unde man richtet dorobir noch fredebruchers rechte.

Dist. VI. Obir wen man claget, daz her uff deme huse gewest sy unde von deme huse schaden getan habe, deme mus des huses herre vorbrengen, daz her den bessern adder daz husz entrede. Tud her das nicht, is mus der herre selber vorantworten.

Dist. VII. Claget abir eyn man ober eyne burgk, daz her dorabe geroubet sy, unde en weys nicht wer is getan habe, daz sal der burger vorantworten [Seite 316] von deme tage bis ober sechs Wochen, also her dorumbe beclayt wert, so daz her dy burg entschuldige mit sime eyde, adder den schaden gelde uff recht ane busse, ab her rad unde tad unschuldig ist.

Dist. VIII. Riten lute von eyner burg unde thun schaden, unde kempt der nicht wedder doruff, der den schaden getan had, noch darvor in zcu behalden, so ist dy burg ane wandel. Kempt aber der rouber wedder doruff adder dohinger mit deme roube, so ist dy burg schuldig an der tad.

Dist. IX. Wert eyn husz mit rechter clage vorvestent, unde nymant entredet had mit rechter clage, do sal der lantrichter czu stad an alle dy czu sime lande gehorn lade, unde sal daz hus adder burg brechen, unde nicht mer lasse buwen by derselben achte, dy vor getan ist.

Capitel V. Nu sullen wir lerne, wy dy fursten unde burge keyn frede sullen haben.

Dist. I. Man saget daz fursten unde burge keyn frede mogen gehaben, den man on gebrechen moge, durch dy wer, dy dy burge haben, unde durch dy werhaftigen lute, dy dy fursten furen. Daz ist nicht; wan wer den fursten frede gelobet unde truwe phlichtig ist, bricht her dene frede an ome, man richtet obir on noch fredebrechers rechte.

Capitel VI. Nu sullen wir lernen unde irkennen, wy man uff husern, in steten, noch in dorffern, woppen tragen sal.

Dist. I. Swerte der en sal nymant tragen. dy [Seite 317] do haben wonunge uff husern, in steten, adder in dorffen, adder herberge dorinne haben.

Dist. II. Woppen mus man wol furen, wen man deme geruffte fulgen mus; unde deme czu rechte sulle fulgen alle, dy czu oren iarn komen sint, also verne daz sy swert gefuren kunnen, is beneme on denne ehaffte nod. Abir phaffen unde fruwen, kerchener unde herten, dy en dorffen nicht fulgen.

Dist. III. Wen ouch fulgen geboten wert mit geruffte vor eyn husz, alle dy do fulgen, sy sullen do bliben dry tac by ores selbes kusten, dy do wonen in deme gerichte, dywile yener vorget, der daz gerufte schriet.

Dist. IV. Ist aber der gewundet, das er nicht gevolgen en mac, so schulln dy lute volgen mit pflicht, diwile si yenen ansehen, der den frid gebrochen hat. Und ob er in ein ander gerichte fluhet, mugen si in da gevahen uff dem lande und von dem gerichte, daz daz volk von dem lande und von dem gerichte nicht daczu kumpt, si furen in wol mit in wider. Fluhet er aber czu dorffern oder czu steten in ein ander gerichte, da schol man das gerufte vornuwen, und laden darczu den burgermeister und di burger und den rat, den burgermeister und di gebur, ob er in dorfern geflohen ist, und alle gute lute, di man in der czit gehaben mac, und heischen yenen heruz czu rechten gerichte. Den schol man in antworten, ob er in der hanthaftigen tat begriffen ist, und bestetigen, daz si dez geczugen mugen mit siben mannen, daz si im gevolget haben in der hanthafftigen tat von irem gerichte in das gerichte. So sullen si burgen seczen vor des mannes wergelt, [Seite 318] ob si nicht recht uff in ervordern. If es das si in gewinnen mit rechte, so furen si in wider mit in ir gerichte. Dicz ist in einem gemeinen lantrechte und schol allen luten bisten von recht. Doch ist grosse czweiunge worden in dem lande hirumb, daz uberge gewalt hindert; wenne iczlich herre, edelman, ritter, und stete meinen, was czu irem gerichte kumt, daz scholle man in irem gerechten gerichten. Daz sprech ich wol, was in irem gericht begunst wirt; was man aber volget in frischer tat uz eim gerichte in das ander uff fluchtigen fusze, und gebart damit alzo vor beschreben ist, den schol man rechte laszen widerfuren in yenez gerichte, daz sich das begunst hat.

Capitel VII. Nu schulle wir furbaz lernen und erkennen noch der alden rechtbucher lere, wy sich des irsten daz rich irhub, und wy ez an dy romer quam.

Dist. I. In babylonia erhub sich daz riche unde waz geweldig ober alle lant. Daz czusturte tytus unde wante daz in persiam. Do stunt daz an darium den leczten, den vorsegete koning alexander unde karte is an krichen. Do stunt is also, bis daz sich is rome underwant unde iulius keyser wart. Dovone had noch rome behalden daz wertliche swert; von sancto petro wegen daz, geystliche. Dorumbe heysset sy noch eyn houbt alle diser werlde. [Seite 319]

Capitel VIII. Von allexanders here bis an unse furdern hern, wy dy czu lande komen.

Dist. I. Do unse vordern hern czu lande quomen unde dy doringe vortreben, dy hatten in allexanders here gewesen, unde mit orer hulffe hatte er betwungen alle asiam. Do allexander starp, do en torsten sy sich nicht czu tun in den landen, durch des landes has, unde schifften von dannen mit dren hundert kelen, dy vortorben alle bis uff fir unde fuffczig. Derselben komen achczen keyn prussen unde besaczten rinitum, unde XXIIII komen hyher czu sachsenland. Do er also fel nicht en waz, daz sy den acker muchten buwen, unde do sy do dy doringeschen hern geslugen, do lissen sy dy gebur ungeslagen, unde bestatten on den acker czu getanen czinse, als noch dy lassen haben. Dorabe komen dy lassen. Von den lassen, dy sich vorworchten an oren rechten, sint komen dy tageworchten.

Capitel IX. Nu schulle wir vorbaz lernen und erkennen, wer durch recht den koning kisen sal, und wi man in bestetigen schol, und wer kunic wesen sol von rechte, und wy der kunic gewicht schol werden, und wo er gewiet sol werden, und wy der kunic vorliet graffschafft.

Dist. I. Dy dutschen sullen von rechte den koning kisen.

Dist. II. Der koning sal fry sin, unde elich geborn, unde sin recht behalden habe, so daz her frenckes recht habe, welcher gebort her sy. Wen [Seite 320] also der francke sinen lip nicht vorwercken mag, he werde denne in hanthaftiger tad begriffen, adder ome sy sin frenckes recht vorleyt, also en sal noch en mag nymant deme koninge an sinen lip gesprechen, om sy den daz recht vor mit orteyln vorteylt.

Dist. III. Wan man, noch misselsuchtig man, noch rechte den der in des bobestes banne komen ist, sal man nicht czu koninge kisen.

Dist. IV. In des koninges kor sal der irste sin der bischof von trier, der ander der bischof von mencz, der dirte der von koln. Under den legen ist der irste der phalanczgreve von deme ryne, des riches trugsesse; der andere der herczoge von sachsen, des riches marschalg; der derte der margreve von brandenburg, des riches trugsesse. Der schencke dez riches ist der koning von bemen, der en had keyne kor, durch daz her nicht dutcz ist. So kisen des riches fursten, alle pfaffen und alle leien. Die czu dem irsten benant sint an der kore, die sullin nicht kisen noch erem mutwillin, wenne wen die fursten alle czu konige irwelin, den sullen se allirerst bi namen kisen. Ab sich abir dy phaffen unde leygen czweygen, so sal derselbe koning von bemen eyn obirman sin czu scheyden, daz sy des eyntrechtig werden.

Dist. V. Dene keiser en mag der bobist noch nymant gebannen, sint der czith daz her gewith ist, ane umme dry sache: des he an deme glouben czwiffelth, adder sin elich wip lesset, adder goteshusere vorstoret.

Dist. VI. Wen man czu irsten den koning kuset, daz sal man thun czu frangfort an deme hove, under der brug unde in eyme schiffe. Do sullen sy [Seite 321] vormittage inkomen, unde nicht abeczin, sy haben sich denne an der kore voreynt. Dornoch sullen dy korfursten czin mit dem koninge czu rense, unde sullen ore kor do bestetigen mit orteylen, ab des koninges kore sy falsch adder nicht, adder sy mogelichen geschen adder nicht, unde mit volkomen rechte sy geschen, also daz geschriben ist. Wen daz georteylt wert, so sullen denne dy korfursten czin mit deme koninge kegen oche. Wen her do gewyt wert, so had her koniglichen namen. Wenne her denne czu rome fert unde on der bobist gewit, so had her keyserlichen namen.

Dist. VII. Den koning kuset man rechter ober eygen, unde ober len, unde obir iczliches mannes lip. Der keyser mag abir in allen landen nicht gesin, alle ungerichte zcu richten, dorumbe liet her den fursten dy graveschafft, den graven lith her ouch foyte unde schulteyssenthum, daz dy daz richten unde rechtfertigen sullen.

Dist. VIII. In dy firden hand sal keyn man len komen, do gerichte sy obir hals unde ober hand, wen schulteyssentum in der graveschafft, durch daz keyn richter mag elich ding gehaben ane schultheyssentum. Wen beclaget man den richter, he sal antworten vor deme schultheyssen, unde der schultheysz ist richter siner schult: also ist der phalenczgrave von ryne ober den keyser richter, unde der burggrave obir dene marggreven.

Capitel X. Nu schul wir aber lernen und erkennen, wen der koning gekorn wert, wy her deme riche hulden sal.

Dist. I. Also man den koning kuset, so sal her [Seite 322] deme riche hulden unde swern, daz her recht stercke unde unrecht krencke, unde daz riche vorsten wulle an sinen rechten, unde merer czu sine des riches czu allen gecziten, also verne her ummer kunne unde mag. Sint der czit sal her keynen eyd mer thun, is en sy denne, daz on der bobest beschuldige, daz her an deme rechten glouben czwifele. Unde dornoch mag her geczug sin alle der dinge, dy man an on czuth, by des riches hulden; unde sin gelobde sal her vor den eyd thun, do man frede swern sal.

Capitel XI. Nu suln wir aber forbaz lernen, wy iczlich dutsch land had sinen herczogen.

Dist. I. Sachsen, beygern, francken und swaben, daz worn alles koningriche. Sedder vorwandelte man on dy namen, unde heyssen sy nu herczogetum, sint sy dy romere betwungen. Ouch behilden sy dy fursten czu man, unde dy vanlen under deme namen. Sint der czit haben on dy keysere beyde, fursten unde lehen, abegenomen unde gebrochen.

Capitel XII. Nu schull wir lernen und erkennen, wy dez richez fursten nymant czu herren schullen haben, wen den kunic.

Dist. I. Des riches fursten sullen keyne lenherren haben, wen den koning.

Dist. II. Es en ist keyn vanlen, do der forste man moge ober gewesen, he enpha is denne von deme koninge. Waz aber eyn ander man von ome [Seite 323] enphet, do en ist her nicht furste abe, noch derselbe der is vorbaz gelehen had, unde en mag des riches furste doran nicht gesin.

Capitel XIII. Nu suln wy irkennen von geistlichen lehen der bischove, ebte unde eptissinne.

Dist. I. Wen man bischove, ebte unde ebtissynne kuset, dy den herschilt haben, daz len sullen sy vor enphen, unde dy besurgen dornoch; unde wan sy daz len enphangen haben, so mogen sy len thun, unde nicht er. Wo man abir bischove, ebte unde ebtisschynne nicht kuset by sechs wochen, do ged dy lehenunge an den keyser, unde dy lehen liet her, weme her wel.

Dist. II. Der keyser lieth allen geystlichen luten furstenlehen mit deme czepter, unde den wertlichen mit deme vanen. He en sal ouch keyn vanlen ledigk lassen adder behalden iar unde tagk.

Capitel XIV. Nu schull wir aber lernen, wi alle gevangene ledic schuln sin dem kunige, in welcher stat dez richz er kumt, und in welich lant, da im gerichte und czol schol ledic sin.

Dist. I. In welche stad des riches der koning kemmet, dywile he dorinne ist, so sin ome ledigk alle gefangen, moncze unde zcol, unde in welches land her kempt, do ist ome ledigk daz gerichte, daz her wol richten mus an allen den clagen, dy an deme gerichte begunst sind. [Seite 324]

Dist. II. Wen der kunic dez ersten in ein lant kumt, so sint im ledic alle gevangen uff daz recht, und man schol si vor in bringen, und mit rechte vorwinden oder mit rechte laszen, so man si erste besenden mac sint der czit das si der kunic eischt, oder sine boten czu demselben manne sende czu huze und czu hofe, da si gevangen sint oder gewesen. Weigert man in denne vorczubrengene, nochdem alz si czu recht geeischit sint, man tut si czu hant in dez kunigez achte, alz dy si vingen, und huz und lute, di si wider recht halden.

Capitel XV. Nu sullen wy irkennen von den funf steten, dy pholencz heysschen.

Dist. I. Funf stete sint, dy phalencz heyssen, unde legen in deme lande czu sachsen, do der koning recht hove haben sal. Dy irste heyst gruna; dy andere werla, unde ist keyn gosler geleyt; walhusen ist dy dritte; alsteten ist dy firde; merseburg ist dy funffte.

Dist. II. Soben vanlen sin in deme lande czu sachsen: daz herczogetum czu sachsen unde dy pholencz, dy marcke czu brandenborg, dy lantgraveschaft czu doringen, dy margraveschaft czu missen, dy marg czu lusicz, unde dy graveschaft czu asschersloben.

Dist. III. Ouch sint zcwey irczbistum in deme lande czu sachsen unde funfczen ander bistum. Dem von meydeburg sin undertan der beyschof von der nunborg unde der bischoff von missen.

Dist. IV. Der bischof von mencz had undertan in deme lande zcu sachsen der bischof von halberstat, [Seite 325] unde der bischof von hildenseym, unde dem von werden, unde den von palborne.

Dist. IVa. Dem bischove von koln ist undertan der bischof von osenbrugke, unde der von mynnen, unde der von monster.

Dist. V. Der bischoff von bremen had undertan den von lubeck, unde den von swerin, unde den von baselborgk.

Capitel XVI. Von deme koninge.

Dist. I. Constantinus der koning gab deme bobest silvestro alle wertliche gerichte czu deme geystlichen, dy sechczig schillinge domete zcu twingen alle, dy gote nicht bessern wollen mit deme libe, daz man sy domete twingen. Alsus sal wertliche gerichte unde geystliche obireyn tragen, waz dene eynen wederste, daz man is mit deme andern twinge, gehorsam czu sine unde rechtes zcu phlegen.

Capitel XVII. Nu schul wir virbaz lernen und erkennen, waz der ban oder dy vestenunge der sele oder dem libe schadet.

Dist. I. Ban schadet der sele, unde nempt durch nymande den lip, unde krencket nymanden an sime lantrechte, is en sy denne daz des koninges achte dornoch fulge.

Dist. II. Vorvestenunge nempt deme manne den lip, ab her dorinne begriffen wert, unde nicht sin recht, dywile her dorinne ist. [Seite 326]

Capitel XVIII. Nu schul wir vurbaz lernen und erkennen, wy der koning sin hoff unde dinst gebiten sal, und wer den nicht suchet, waz der darumb wetten muz.

Dist. I. Gebutet der koning des riches dinst, hoff adder herfart mit orteylen, unde lest daz kundigen mit sinen briffen unde ingesz sechczig wuchen, wo her werden sal: den sullen sy suchen in duetscher art, wo her hen bescheyden ist. Lasen sy daz, sy wetten dorumbe.

Dist. II. Dy fursten dy vanlen haben, wetten deme konige dorumbe hundert phunt. Alle ander lute dy wetten zcen phunt, dy man umbe ungerichte nicht entwettet.

Capitel XIX. Nu schul wir vort lernen und erkennen, wen dy fursten dinc haben und gerichte, waz man iclichem von rechte wetten von iclichem manne.

Dist. I. Deme herczogen wettet man ouch zcen phunt, iczlich edel man. Doch sin in der gegnote gnuc in dem herczogtum, dy sunderlich recht wollen haben, alz holczsessen und heideler; von irem gewette, noch von irem rechten sag ich nicht.

Dist. II. Sechczig schillinge wettet man deme graven unde ouch dem foyte, der under koniges banne dinget, unde den ban von dem koninge selber enphangen had.

Dist. III. Koniges ban mag man nymande gelichen, wen der koning selber; unde mag mit rechte nicht gewegern den ban czu lihen, deme daz gerichte gelehen ist. [Seite 327]

Dist. IV. Vorliet eyn grave sine graveschaffte eyn teyl, adder eyn foyd sine foytige, daz ist y wedder recht.

Dist. V. Der beleente man en mac daruber kein kungez ban haben, daz man in dulden durfe, wen den ban lihet man ane manschafft.

Dist. VI. Phalenczgreven unde langgreven dingen ouch under koninges ban, also der grave; deme wettet man ouch sechczig schillinge.

Dist. VII. Glichen marggreven wettet man drisig schillingen, wen her dinget by sines selbes holden.

Dist. VIII. Deme schultheysen wettet man acht schillinge sine birgelden.

Dist. IX. Deme belenten foyte, der des koniges ban nicht en had, den wettet man dry schillinge czu deme hosten gerichte.

Dist. X. Des greven wettet man ses phenninge adder eyn schilling, wy daz in der lantlute kor sted.

Dist. XI. Deme borgermeyster wettet man ouch ses phenninge, unde underwillen dry schillinge vor hud unde vor hor; daz ist der borger gemeyne zcu trinckene.

Dist. XII. Der marggreve dinget by sines selbes holden ober sechczig wochen; do findet iczlich man orteyl obir den andern, der an sinen rechte unbeschulden ist; do antwort ouch nymant sinen genosen kampphes.

Dist. XIII. Wert eyn man sines genossen man, sine gebort noch sin lantrecht had her domete nicht gekrenket; sin herschilt hat er aber darnider geleit. [Seite 328]

Capitel XX. Wy man sal mergkte, stete unde burge von enander buwe.

Dist. I. Man sal keynen margkt buwen deme andern eyner mile na.

Dist. II. Man en sal ouch keyne burg noch stad buwen, noch festen mit blancken, noch mit muren, noch mit monczen bestellen, noch berg, noch werde buwen in dorffern, ane des lantrichters orlob.

Dist. III. Ane sine loube mag man wol graben machen also tif, also eyn man mit eyme spaden uffgewerffen mag der irden, doch also daz her nicht schymmeln mag.

Dist. IV. Man mag ouch wol buwen ane sinen orlop mit holcze, adder mit steynen, drier dele hoch obir enander, eyn in der erden, dy ander zcwu dorober, so daz man eyn tor habe in deme neddern grade dorober eynes knies hoch.

Dist. V. Man mus ouch wol festen eynen hoff mit zcunen adder mit stecken, also hoch also man gereychen mag off eyme rosse sicczende. Zcynnen noch brustwer sullen sy nicht haben.

Dist. VI. Man mag ouch keyne burgk wedder gebuwen, dy mit orteiln gebrochen ist umme ungerichte. Bricht men su abir mit ghewalt, edir lesset su eyn herre zcufalle, und zcut darvone mit willen, edir dorch ermut, dye mag men wole wedir buwen ane des richters loube.

Dist. VII. Wer deme andern sin hus anegewynnet mit unrechte, claget man daruff mit rechte, unde helt iz denne iener ome vor mit gewalt, [Seite 329] dywile her iz ungeweldig ist, dywile mag man uff daz hus keyne clage gethun, daz man iz gebreche moge.

Dist. VIII. Wo eyn burg mit rechter clage unde orteyln gewunnen wert, wert dy zcubruchen, so sal der richter des irsten dry slege thun in dy borg mit eyner ackes adder bile, adder an eyn ander gebuwe, daz mit orteylen gewunnen wert, unde do sullen dy lantlute zcu helffen mit houwen unde mit brechen, unde mit deme rechte unde ouch mit dem zcuge, so daz man mit nichte burnen, noch steyne noch holcz von dan furen, noch nichtes daz doruffe ist, is en sy denne roublich darkomen; unde zcuth sich ymant dorczu mit rechte, der fure es von dann. Den graben unde berg sal man eben, unde alle dy in deme gerichte gesessen sint, dy sullen by des lantrichters gewette dorczu behulffen sin, by ores selbes kuste, ab sy mit geruffte dorczu geladen werden. Weme daz geruffte nicht wer czu wissen worden, beschuldiget der richter ymant dorumbe, daz muste yderman vorsache mit syme eyde.

Capitel XXI. Nu sullen wy irkennen, wer von rechte obir dy fursten richten sal, ob einer sinen lip vorwerct, und wer richten schol uber schephbar frye lute.

Dist. I. Ober den koning suln richten phalenczgraven von deme ryne, ab her sinen lip vorwercket, mit eyner gulden barten.

Dist. II. Ober der fursten lip unde oren gesunt sal nymant richten, wen der koning.

Dist. III. Ober schepphenbare fry lute, wenne di iren lip vorwirken und vorteilt werden, sal nymant richten, wen der fronebote. [Seite 330]

Dist. IV. Wenne der fronebote gekorn wert von deme richter unde den schepphen, so sal her deme koninge hulden noch fries mannes rechte. Dornoch sal on der richter nemen by der hant unde sal on secczen keyn sich uff eynen stul unde off eyn kussen, unde sal ome dy heyligen secczen in sinen schos, do sal her uff swern, daz om der richter vorspricht: ich thu hy hulde mynen hern, deme koninge, unde swer on hy czu dene heyligen friges mannes recht, daz ich alle recht ome unde den sinen, armen unde richen, wel furdern unde stercken alle zcit czu sime rechten, unde wel des nicht lassen durch lip noch durch leyd, noch durch gobe, noch durch furchte, also mir god helffe unde alle heyligen. Wen her den eyd getud, so sal om der richter frede wercken mit dissen worten; nu du myme hern, deme koninge, hulde hast getan in friges mannes rechte, so wercke ich dir hy gotez frede unde mynes hern des koninges czu allen geschefften, dy du czu handeln hast, dy du ouch nicht vorwerckest durch dines selbes mundes willen. Wen daz geschen ist, so had der fronebote gancz macht unde gewalt, daz her phenden unde fronen mus, unde bestetigen mus iczlichen man unde sin gud mit rechte, do her mit orteylen czu gegeben wert. Tud her abir unrecht, her mag sinen lip unde sinen gesunt also wol vorwercken, also eyn ander man.

Dist. V. Derselbe fronebote sal wedder swert noch ander were furen, wan weddersted man ome mit unrechte, so mag her daz lantfolg mit geruffte dorczuladen, unde bekomen rechtes, ob er mac; en mac er dez denne nicht bekome, er clag ez dem richter. [Seite 331]

Dist. VI. Sin recht ist der czende man, den man vorteylen sal, das her on zcu lassen mag thun; unde wo om gud erbelos sterbet von manne adder von wiben, daz irste stadelkorn, daz ist sin, unde des mannes tegeliche cleyder.

Dist. VII. Wo man abir eynen gibt, do man frede obir wercket, do sal he dry schillinge abe haben.

Dist. VIII. Eynen man von iczlichen dorffe mus her wol dinges irlossen, ab her nicht beclaget ist, an den burmeyster; so mag her on nicht uszgenemen. Daz ist alles lantrecht.

Capitel XXII. Nu sullen wir lernen, wy eyn iczlich richter had gewette in sime gerichte und keine busze.

Dist. I. Iczlich richter an sime gerichte had sin gewette unde keyne busse, den he mag richter unde cleger beyde nicht gesin, wen man gibt den cleger busse unde anders nymande. Hirumbe saget man, daz dy fursten ane busse sin, des ist doch nicht. Wen man mus keyn gerichte teylen, noch gancz lien noch eyn teyl, wen dem is gelegen ist unde dy fulge an ome sy, unde ouch fulge dorane sy, unde dy lantlute liden sullen, es sy denne sunderlich eyn graveschaft, dy in vanlen gehorn, dy mus man nicht ledig haben. Also mus keyn vanlen der koning habe, he vorlihe es by iare und by tage.

Capitel XXIII. Nu schul wir aber lernen, wer von rechte lehen an gerichte haben sulle.

Dist. I. Lehen an gerichte en sal nymant habe, her sy denne schepphenbar fry, unde habe deme koninge [Seite 332] hulde getan in friges mannes rechte, unde by den hulden sich vorphlege, wen man geczuge an on czuget, daz he des gehorsam sy czu tunde.

Capitel XXIV. Nu schul wir aber lernen in lantrechte, wenn der grave sin dinc uzlege schol, und wer schultheiz muge gesin.

Dist. I. Ober achczen wochen sal der grave sin ding uszlegen ussewendigk den gebunden tagen czu rechter dinge stad, do der schulteysz, dy schepphen, unde der fronebote by sy.

Dist. II. Es en mag nymant schulteysz gesin, er sy denne fry unde elich geborn von deme lande, do daz gerichte gelegen ist.

Dist. III. Der botel sal czu deme mynsten eygens habe eyne halbe huffe.

Dist. IV. Gerichtes sullen alle dy warten, dy dingphlichtig sint, von der czit wan dy sonne uffged bis czu mittage, ab der richter doselbest ist.

Capitel XXV. Nu sullen wy irkennen, wo man under koninges ban dingen sal, wi man sich dabi gehalden schol, und wi man sich halden schol mit urteil schelden; und wo man nicht under kunigez ban dinget, wi daz schol sein.

Dist. I. Wo man under koninges ban dinget, do en sal wedder richter noch schepphen kappen uffe hahen, noch hute, noch hutgen, noch huben. Ore mantele schullen sy tragen uff den schuldern. Ane woppen sullen sy sin. [Seite 333]

Dist. II. Orteyl sullen sy stende finden ober iczlichen man, he sy dutcz adder wendesch, eygen adder fry. Do en sal anders nymant orteyl finden.

Dist. III. Schildet or orteyl eyner or genossen, he sal der bang biten, eyn orteyl mit andern orteylen zcu finden. So sal jener uffste, der es funden had, unde disser sal sich secczen an sine stad, unde finde daz on gud duncke sy, unde zcy sich domete dohen, do her von rechte hen sal, unde behaldes, adder losse is mit rechte, also vor beschriben ist.

Dist. IV. Wo man nicht dinget mit koninges ban, do mus iczlich man wol orteyl finden obir den andern, den man rechtelos nicht beschuldigen magk, ane dy wende uff dy sachsen, unde dy sachsen uf dy wende. Wert abir der sachse edir der went gefangen mit unrechte in hanthaftiger tad, unde mit gerufte bracht vor gerichte, der sachse czuget uff den went, und der went wedir uf den sachsen, unde or iczlich muz des andern orteyl liden, der also ghefangen wert.

Capitel XXVI. Nu schul wir aber vorbaz lernen und erkennen, ab eyner den andern wulde beschuldigen in eyner andern sprache, wen in angeborn were, wy er dez geweigern mac mit rechte.

Dist. I. Iczlich man, den man beschuldigen wel in eyner andern sprache, der mag wol weygern czu antwortene, man beschuldige on denne in der sprache, do her inne geborn ist, ab her dutcz nicht en kan, unde sin recht dorczu tud. Beschuldiget man in aber in siner sprache, so mus her antworten, oder sin vorspreche von siner wegen, daz ez yener, [Seite 334] der richter, und di schepfen, und der fronbot vornemen.

Dist. II. Had her abir in dutcz geantwort, adder geclaget, adder orteyl funden vor gerichte, unde mag man on des vorczugen, he mus antworten dutcz, unde mag mit keynen rechten dovone komen.

Dist. III. Vor deme riche en ist dez nicht, wen do had iczlicher sin recht noch siner sprache unde noch siner gebort.

Capitel XXVII. Nu sullen wy lernen und irkennen, ab eyner uff deme felde gemort werde, ob den ymant funde, oder ob eime sin magc erslagen worde, ob her den begraben mocht ane gerichtez loube, dywile her in nicht beclagt hette.

Dist. I. Wert eyn man gemort uffe deme felde, unde wert her nicht gefangen der is getan had, wer on findet uffe deme felde adder in deme dorffe mit wissenschafft siner gebure, der missetud nicht.

Dist. II. Wert eyme sin mag irslagen, her mag on wol begraben, ab her wel, unde wol weys, wer on erslagen had; he habe denne der clage von deme toten an deme gerichte begunst, so mus her mit ome wol clagen; mit des richters loube mag her on wol begrabe.

Capitel XXVIII. Nu schul wir lerne und erkennen, ob ein man geste herberget und ir einer den andern czu tode slecht.

Dist. I. Herberget eyner geste, unde sled eyner den andern czu tode ane sine schult in siner gewer, adder welch ungerichte eyner deme andern tud, der [Seite 335] wert sal des bliben ane schaden, unde dy nackebure alsam, ab sy den fredebrecher nicht gefan mochten, so daz sy daz gewern czu den heyligen, wen man sy beschuldiget umbe. Sogetane sache sal man rugen vor dingen.

Capitel XXIX. Wy der richter nymanden mag ansprechin mit vormunden, noch gesetze machen.

Dist. I. Der richter mag nymanden anegesprechin mit formunden, sundern clegere zcu kamph wart, nicht hoer denne zcu synir unschult, ab her su thun thar, melchem noch sime rechten. Her en muz ouch keyne gabe, noch bete, noch dinst uffseczen, noch keynerleye recht uf daz lant, iz en wilkore denne daz lantfolk gemeyne. [Seite 336]

Siebendes Buch. Hy hebet sich an daz sobende buch, unde heysset eyn buch unde bedutet extravagantes. Dy recht sin in allen rechtbuchern nicht beschriben, sundern sy sin uszgelassen unde merglich bewart von wisen clugen luten in den landen, dy mancherley uffgestanden worden, bewert unde vorsucht in geystlichem unde in wertlichem rechte, unde zcum irsten von getruwer hand.

Dist. I. Dy getruwe hand ist nymande zcu gloiben, wen eyme getruwen beddermanne, unde den man irkennet also eynen getruwen man.

Dist. II. Getruwe hand dy sal alleczit uffene sin wen man sy vormant, daz sy gereyte sy sich uffczutunde, ane allerleyge wedderrede unde ane wandel.

Dist. III. Ffry hand enphed also eyn getruwe hand in mancherley wisse, also an farnder habe, an gelde, unde an gesmide, unde an mancherhande cleynnod, dy man zcu getruwer hand befelt.

Dist. IV. Getruwe hand enphet erbe, win, bir, fih, unde mancherhande daz zcu erbe gehort, also in deme capittele des irsten buches beschriben ist, waz zcu deme irben gehort. [Seite 337]

Dist. V. Getruwe hand enphed lengud, wy getruwe hand daz sal innemen, daz sy wedder oren rechten bern icht missetud, unde doch io getruwe hand blibe.

Dist. VI. Getruwe hand enphed wissenschaft von den andern, so daz her czu ome spricht: ist daz ich sterbe adder abege, so saltu daz vorkundigen, daz is wedder recht icht vordrucket werde. Unde wer des nicht en tete, der hette nicht getan also getruwe hand. Waz schade unde sunde dovone queme, dy muste dy ungetruwe hand an der sele richten.

Dist. VII. Getruwe hand sal sich alleczit uffthun keyn den erben, ab sich daz vorkoufft, is sy an farnder habe adder an erbe.

Dist. VIII. Getruwe hand sal an totbetten alleczit uffenbarn oren erben, waz sy inne had zcu getruwer hand, daz dy erben getruwe hand icht beslossen finden.

Dist. IX. Wel sich getruwe hand nicht uffthun noch uffenbarn, beschuldiget man eyn dorumbe, he mus dy getruwe hant vorsachen mit sime eyde.

Dist. X. Beschuldiget ymant dy irben umbe getruwe hand, sy mussen vorsachen adder bekennen unde leysten.

Dist. XI. Waz man an geheyter bang ingibt czu getruwer hand, daz mag man mit richtere unde mit schepphen baz vorczugen in wichbilde, wen ymant vorsachen magk. In lantrechte vorczuget man is mit richter unde dingphlichten, unde do en mogen der erben, der dy getruwe hand had inne gehad, nicht vorkomen mit oren rechten. [Seite 338]

Dist. XII. Nempt eyn man zcu getruwer hand in, daz in eyns hern hand irsterben magk, unde he gestorben ist, unde nicht fulge doran gehaben muchte noch sine erben, so mag der, der is in getruwer hand had, mit rechte wol behalden. Aber her sal ome, der is in getruwe hand gegeben had, adder sinen erben, wedderstandunge thun mit syme gelde, noch der werdeschaft dy dorane ist; anders he had dy getruwe hand nicht gehalden, unde mus deme adder iczlicheme sine erben dorumbe antworten.

Datum: 2024-05-12