Tomaschek / Csendes, Übersetzung des zweiten Privilegs von König Rudolf I. für Wien :: Transkription Speer 2014 / 2016

Tomaschek / Csendes, Übersetzung des zweiten Privilegs von König Rudolf I. für Wien :: Transkription Speer 2014 / 2016

Textbeschreibung (Csendes): Übersetzung des zweiten Privilegs von König Rudolf I. für Wien
Eintragung im Eisenbuch, f. 38v-41(A).
Druck: Tomaschek 1, Nr. 17, 57-62 (aus A).
Der vorliegende Abdruck folgt dem Original aus dem ersten Drittel des 14. Jh.s; die Übersetzung ist für die Beurteilung der rechtssprachlichen Terminologie der Zeit von hoher Bedeutung. Der Übersetzung fehlt Art. 29 über Paltram, so daß in der Folge die Art. 29, 30, 31 und 32 der Übersetzung den Artt. 30, 31, 32 und 33 der lateinischen Vorlage entsprechen. Der Übersetzer hat auch Corroboratio und Sanctio des Diploms in eigene Artikel mit Überschriften verwandelt. Zeugenreihe und Datierung ließ er unberücksichtigt.

Vorlage der elektronischen Transkription: Die Rechtsquellen der Stadt Wien / hrsg. von Peter Csendes. - Wien [u.a.] : Böhlau, 1986. - 384 S. (Fontes rerum Austriacarum : 3. Abt., Fontes iuris ; 9) S. 82-90

[Corroboratio]

[Seite: 82]Daz ist herczog Ruedolfs hantfest ze Osterreich und kunig ze Rom. Wir Ruedolf von gotes genaden kunig ze Rom und ze allen zeiten ein merer des reichs allen getrewn des heiligen reichs ewichleich. Roͤmisch reich ist gesaczt ze einem scherm des gelauben und ze einer ordnung und modlung alles volchs von des obristen kuniges sun, der hymlischew und irdischew ordent und modelt und beschaffet die reich und bevestet den kaysertum mit der gab der obristen speysung, der auch chraft und gewalt enphangen hat von der gotleichen auzgebung, daz er sein undertanes volch heppe und hay in reichtum des frides und gunst der gerechtichait und den gelauben furcziech und die ainvoltigen bescherm und die hochvertigen dyemutig und die eyteln verdruchung seiner undertan erhef. Daz wir betrachten, wie getraͤwleich und andechtichleichen unser purger ze Wyenne werleichen unser getrewn, gemaynchleichen und jetweder sunderleich, grozz und chlain, unser herschaft und des reiches herschaft umbvangen mit beraitter andæchtichait und [Seite: 83] lauttern trewn, und sich uns und dem reich unerlozzleichen angepunden habent, also uns angehoret unser volch, daz uns enpholichen ist als die umb sein hail schullen widerraiten dem obristen kunig von der phleg des gemainn dings und der gemainn ordnung und geweltigung, und schullen erhefen di vorgenanten stat und purger mit der hilf unserr rechten mechtigen hant, und nemen di stat und purger in unsern und des Romischen reiches gewalt ewichleichen und unwiderruffleichn, also daz si furbaz in unserr kunigen und kaysern und nachkomen handen werden behalten, und auch die stat schol sunder geczalt werden under andern getrewn und lieben steten des reiches, und schullen auch mit unserr sundern gab und des reichs unserr mæchtichait bewert werden mit hantfesten der freyhait und bewarnung gueter gwonhait ze einem phant irr trewn, als mit pærichfriden und ærichgern bewært wirt di mawer.

[1] Von den rechten des richter.

Wir seczzen und bestæten mit gewalt dicz gegenburtigen briefs, daz furbaz alle jar von uns kunigen und kaysern und unsern nachkomen und darzu gnomen des rates der purger ein richter gesaczt werd, der weis, guet und gnuͤgsam sey daz ambt ze uben nach unsern ern und seinen trewn, Wir verpieten mit disem gegenburtigen pot, daz dhain richter, wer ye ze der zeit cze seczzen ist von uns kunigen oder unsern nachkomen, von unserm gewalt noch von dhaines unser nachkomen gewalt noch von seinem gwalt geturr gemachen noch auflegen hincz den egenanten purgern dhain stewer, losung, noch dhain petlechen, noch dhainerlay schaczung, noch seu angeaischen, noch si notten noch twingen ichts ze raichen uns und unsern nachkomen, nur waz oder wievil so von ierm guetleichem willen geben wellent.

[2]Daz dhain purger in herfert genott werde, denn pey schonem tag auz und an demselben tag wider haym.

Daruber so gepieten wir von uberfluzzigen gnaden, daz nyemant erlaubt sey di vorgenanten purger ze notten ze dhainem dienst ze streit verrer auzzevaren, denne, als si pei schonem liechten tag von iren hæwsern varen, daz si desselben tages pey der sunne schein wider haym gelazzen werden.

[3] Daz di juden der christen ambt icht besiczzen.

Darzu daz wir volfueren eines christenleiches fursten tail getrewleich, so vertreyben wir juden von der herschaft der ambt, daz si icht mit dem gewalt der ambt die christen underdruchen, wan kayserleicher [Seite: 84] gwalt von alten zeiten ze rach der begangen sunt denselben juden ewigen dienst aufgesatzt hat.

[4]

Wir lawtern auch und haizzen behalten, ob gegen yemant purger ein sach oder tate gesuecht wuͤrd, si wer stætleich, læzleich oder todleich, gegen dem schol nuͤr der purger zeugnuss gelazzen wern, ez wer wider kaiserleich gewalt die missetat oder wider die stat, wann des durft ist, auzgenomen der posen mutwilligen widerwertichait als uberbeczeugte missetat: die uberzewgen purger und auzzer lawt.

[5] Von dem champh.

Und ob ain purger angesprochen wirt umb einen champh, und mag sich der mit der sibenten hant bereden, darumb er angesprochen ist, den sag wir des champhs ledig.

[6] Von der studenten lernung.

Wir wellen auch gemachsam fuͤrsehen der lernung der studenten, damit weyshait gelerent wirt an dem volch, und daz ungelert alter der chinder gelerent wirt, und geben vollen gewalt dem maister, der von uns und unsern nachomen genomen wirt zu verwesen di schuͤl, dar der ander lerer in den chunsten seczze nach der weysen rat derselben stat, ob si gnugsam und weis sein pey der lernung irr hoͤrer.

[7] Daz die purger vrey sein und nicht aygen.

Daruber daz di selb unser chayserleich nem enczigew merung under der sælichait merunder herschaft, so seczen wir, daz all purger und ynwanund und zuchoͤmund, welicher die sein und wellent wanund sein in unserr und des reiches herschaft, ez sein rittermæzzig oder sweliches anders geslechtes, di schullen leben underr sicherr vreyer ee, ledichleichen vor aller dienstleicher beschayden, die jar und tag fuͤr mitpurger da gehabt sint von den purgern nach der stat recht und bewærten woͤnhaitten.

[8]

Daz di purger ir ertrunchne guter wol mugen wider gevodern mit recht von einem isleichen aufhalder, Und von angeporner guetichait unsers stuels, der da nachvoligt frid und der gerechtichait, so ertail wir und gepieten, ob immer ettleich purger ze Wyenne von der vraise der veltgusse chæm in den val des schefverderben mit seinem guet, und die im menschen hant abtrueg, daz er die vreyleichen muge gevodern und von einem isleichem aufhalder ze haben, wann wir ez ertailen gentzleich unpilleich und unparmherzichleich die gueter, di in schefverderben beleibent und von wuettunder [Seite: 85] uͤnde des ræupleichen wazzer hinchoment, ein mensch aufhalten scholt.

[9] Daz yemant wider di hantvest ichtesicht getuen mug oder geturr.

Wir seczzen auch, daz chain richter oder amptman, hoher oder niderr, in den pieten auf dem land oder in den steten oder ander, wie di genant sind, uber all sach, si sey toͤdleich, lezleich oder stætleich, uber guet, uber læwt oder ir besiczung dhainen gewalt hab ze richten, sunder alain der statrichter ze Wyenn und dhain anderr; der schol richten uber di obgenanten sach alle, wie di entsprungen sein, auzgenomen der weingarten, di gericht den rechten pergmaister angehoret, und auzgenoment) der lehen, di der lehenherr richten schol, und auzgenomen des munezmaisters und seiner geselschaft, genant di hauzgenozzen, und aller irr rechten und vreyhait, und auzgenomen der rechten anderr unserr stet, ob di purger ze Wyenn in denselben steten besiczung oder ander sache ze tuen hieten.

[10] Von der purger wirdichait lehen zu enphachen und ze leichen.

Wir geben auch genczleich von sundern gnaden den egenanten purgern, daz si sich vreung ritterleichs rechtens rittermæzziger læwt an zeugnusse ze tragen, und ruegung ze tuen, und lehen ze enphahen und ze haben, und auch lehen ze leichen und in isleichen andern rechtleichen werichen ze uben.

[11] Wie der rat geseczt schull werden mit der zal.

Wir seczen auch und gepieten den sacz vestichleich und ewichleich ze behalten, daz von ganczer gemain der stat zwainczich man der weisisten, getrewisten, nuͤczisten und mæchtigisten, dew got vor augen haben, zu ratgeben erwelt werden, die sich denne mit iren geswarn ayden da fuͤrpinden nach irem muͤgen zu fuedern all unser und des reiches er, nucz, gemach und frum, und auch der stat, armer und reicher, und sunderleich swern, daz si di hantfest und allez, daz darinne genant ist, di in geben ist, genczleich und trewleich behalten, und schullen auch pey irem schuldigem ayd recht mærcht und chaͤuf auflegen und aufseczen allez chaufen und verchaufen an allen chaufleichen dingen nach der natdurft und der czeit begier.

[12] Von den ratgeben und von dem rat.

Waz auch diselben ratgeben der stat an allen iren ræten oder werchen ordent und schichent nach ern des reiches und nuͤcz der purger und der stat, daz wellen wir gnæm und stæt haben, und haizzen und pieten, daz ez stæt und [Seite: 86] vest behalten werde, also daz ez weder von irem richter, noch von dhaim andern menschen zeprochen werd; und wer auch, daz der statrichter nicht peygestuͤnd mit rechter beraitschaft aller irr nuczer ordnung, den wolt wir pezzern haizzen mit swerr straff guets und des leibes als einen versmæcher chayserleicher saczung.

[13] Von dem insigel, und wie man den rat minner und mer.

Auch all sach, werich und wandlung, di mit veraintem zeitigen rat vor in geschiecht und mit der stat insigel bevest wirt ze einer sicherung und zeugnuss, daz di chraft hab ewiger vestung.

[14]

Darnach schullen diselben ratgeben di zal der ratlawt meren und minnern, wo des durft geschiecht, als recht und pilleich ist nach ern und nucz der stat; und daz ist ze versten, wenn der merer tail des rates ainhelig in den sachen ist.

[15] Wie oft di ratgeben in den rat suln komen in der wochen.

Auch seczen wir denselben ratgeben pey dem ayd, den si dem heiligen reich und irn mitpurgern geswarn habent und noch chunftichleich swern schullen, daz si alle wochen zwir oder ains zesamm choͤmen und zesamm siczzen, und betrachten trewleich auf alle furdrung, er und nucz der purger und der stat.

[16] Von schedleichen inwanern.

Wann vil hails der stat an denselben ratgeben leit von unserr enphelichnuss, so wellen wir und gepieten pey unsern gnaden und hulden, daz diselben ratgeben behuetten, als si pest mugen, alle schedleichait der inwanunden in der stat.

[17] Von der stat saumung.

Si schullen auch behueten vleizzichleich, daz von irr saumnung der stat recht und vreyhait icht zebrochen werden, als si meyden wellen di ungnade unsers chaiserleichs gewalts an leib und guet.

[18] Daz di gemain der stat peygesten schol.

Wir gepieten auch, daz di gancz gemain der stat peygesten schol mit leib und guet dem richter, den ratgeben durich behaltnuͤsse irr hantvest, rechten und vreyhaytten.

[19] Von dem geding fur den richter und fur den munezmaister.

Darnach so geben wir und bestæten ewichleich von unserr chayserleicher mæchtichait unsern lieben getrewn purgern ze Wyenn di genad, umb swelicherlay chlag, sach oder urtail gedingt wirt fur unsern statrichter oder fur unsern muͤnezmaister, der auch in der muͤnezze gesellschaft ist, di da haizzent hausgnazzen, der sunderleich ze richten hat, daz solich dingung vor dhainem menschen, welicherlay wirdichait er sey oder welicherlay ampts er sey, geschehen [Seite: 87] schol und dhain chraft der stetichait haben schol, nuͤr ez wert gedinget fur di ratgeben, daz ist fur den geswarn rat der stat, von den genæmeu und stete endung aller dingung und urtail schol pracht werden. Wer aber, daz di dingung und urtail den ratgeben ze prait und ze vinster wer, so schullen di ratgeben uber daz selb dingen und urtail uns vodern; di wellen wir denn vor irem rat und vor unserm edeln rat ze pilleichem ende pringen, sunder uns geschæch denn von hinn ze sein. Swen wir denn an unser stat seczzen, der schol denn solich sach enden.

[20] Aber wie man dingen sol.

Ez schol auch ein igleich mensch, daz uber ettleich sach dingen wil, des ersten swern wiͤr dem richter, daz iz ding an all triegnuͤsse, an aufschub, an gever, nur zu ervinden lawtrew warhait des rechten und der rechtichait.

[21] Von den vesten in dem purchfrid ze stiften.

Wir verpieten auch noch dem alten pot der fursten ze Osterreich, daz dhain person, hohe oder nider oder ainvoltig, geistleich oder wertleich, dhain haws oder vest sul oder geturr pawen oder aufmachen in dem purchfriden oder ziln der stat in einer rast lanch. Wer diczs unsers potes widrer oder ubergeer ist, desselben paw schol man auzreutten gar auz dem grunt, und schol gepuezzet werden mit pilleicher puezz als ein ubergeer unsers gepotes.

[22] Von den vesten ze storn.

Und daz wir gentzleich der stat hantfest behalten, so gepieten wir alle die vesten niderzebrechen, die noch herczog Fridreichs tod selig in denselben gemerchten gepawt sind.

[23] Daz den purgern dhain gewalt getan werd.

Wir seczen auch, daz dhain person, edle oder ainvoltig, unsern purgern ze Wyenne dhain frevel oder gewalt tuͤ oder zuͤziech, weder an leib noch an guet. Wer aber, des nicht ensey, daz si wider dicz besæczt oder von iemant beswært wuͤrden, und di frævel der beswernusse wizzenleich wær, die schol widertan werden in vierczehen tagen nach der purger aisch oder vrag. Und wer ez halt geschehen von unserm gewalt, so schullen unser purger freye wilchuer haben nach irm mugen, die ubeltæt ze richten in der stat oder auz der stat, darnach der laydiger schuld ist.

[24] Von der muntmanschaft.

Wir seczen auch, daz dhain mensch, edelz oder mæchtigz, ziech oder nem unser purger oder inwaner der stat zu manschaft, wie oder wenn daz do muntmanschaft haizzet. Swelich aber da wider tæten und des uberwunden wuͤrden, der mensch, der do muntman gehaizzen ist, der geb dem richter fumf [Seite: 88] phunt. Hat er der phennig nicht, er verlies di hant, und der, der ez zu der manschaft gezogen hat, der geb dem richter zehen phunt; und zeucht er iemant an sich also zu dem andern mal, der geb aber dem richter zehen phunt. Und tuet er ez zu dem dritten mal, so werden alle seinew gueter zusamme behalten mit dem richter und schol auch mit dem richter und ratgeben genczleich von der stat verworffen werden, in dhayner weis darin ze chomen an unser sunder pot.

[25] Von der notdurft witibern, witiben und waisen.

Wir seczen auch, ob ein man oder vrow in witiber weis oder witiben weis wærn, und chæmen in solich armuet, daz si genott wurden von notdurft iͤre gueter hinzegeben oder ze stren, und di erben oder vrewnt daz hingeben und daz stræn widerspræchen, so sullen di ratgeben der stat siczen uber di sach und vleizzichleichen merchen, daz der man oder vrow an not icht sein des guetes verstræwer oder hingeber, und daz seu ir armmuet an des erbes verchawfen nicht mugen erheben; und ist dem also, so sullen di ratgeben under der erben oder frewnt poͤsen danch solich aufersteund hingeben, genczleich bestæten mit irem insigel und der stat priefen.

[26] Von der ansuͤchung haymleicher vrown oder junchvroun.

Und ob ein ainvoltiger man versmæchter oder verr niderers gedinges wer denn ein vrow, und der geverleichen ansuechet junchfrown oder weib mit haimleichez werfen oder freyen, und si den gelobt hiet ze nemen zu einem wirt, und di smach oder schant offenbar wær weltleichem gericht, und dem abgieng der bewernuͤss, so schol der schedleicher und lestrer gepuͤzzet werden nach schidung und wilchuͤr der ratgeben; und ist aber daz weib geleichs geslæchts oder gedinges, als gesprochen ist, und derselben ez auch tuͤt oder versuecht, dem geschech dazselb, damit daz der purger suͤn, toͤchter und frewnt behuett werden, daz si icht mit untrewn der laͤwt zu geverleicher chanschaft gezogen werden.

[27] Von der bestetigung der statmaut.

Wir bestæten auch ewichleich ze behalten unsern lieben purgern ze Wyenn di mawtt, di von alten zeiten von der herczogen gab ze Osterreich zu der stat ze Wienn gehort hat, gehaizzen di purchmawtt.

[28] Von dem guldeinn insigel.

Wir geluben auch nach deu, und wir von got ze lehen gechronet werden mit der chron des chaisertums, daz wir denn verneun all hantfest, di von uns den egenanten purgern geben und verlichen sind, mit unserm guldein chaiserleichen insigel gezaichent.[Seite: 89]

[29] Von den jarmærchten.

Und darzu von chunichleicher miltichait wellen wir der egenanten stat erweyter und erwerleicher ern und verleichen mit ewiger vreyhait und miltichait, daz in derselben stat offen erber jarmærcht geuͤbet werden zwier in dem jar, sunder ze den zeiten sullen di jarmærcht begangen werden in dem sumer von des heiJigen herren sand Jacobstag, des zwelifpoten, vierczehen tag nach einander, und darnach syben tag vor unserr Vrowntag zu der liechtmess und syben tag hinnach schullen di jarmærcht begangen werden.

[30] Von der sicherhait der jarmærcht.

Wir nemen auch in den scherm und frid des Roͤmischen reich allgemainchleich und ietwedern sunderleich, di da chomen zu denselben jarmærchten, und geben in di sicherhait, wie lang si choment oder gent zu den jarmærchten oder do wanund sind oder von danne varent, umb dhainerlay sach noch umb dhain begangne schuld auzzerthalb der jarmærcht muͤgen bechumert oder umbchomen werden, in swelichem gericht ez sey. Wer seu aber betruebt an recht, der sol gericht werden als ein mayliger des frides oder ein betrueber des landes.

[31] Von der rechten mazz und wag.

Daruber alle verchæufleich ding und chaufschætz, di in den egenanten jarmærchten auzgelegt werdent, di schullen geacht und geschatzt werden nach rechter pilleicher wag, zal und mazze, nach rechter saczung und achtung der ratgeben unserr stat ze Wyenne, daz den, die dar ziechunden und chomund sind, gerechtichait und trewhait und geleichait behalten werd.

[32] Von der vreyhait der jarmærcht.

Darzu so lazzen wir allen, [die zu] den vorgenanten jarmarcht mit chaufmanschaft choment, mautt und zol in der stat ze Wyenne, di uns und dem reich zugehorent, ez sey wagenmautt, fuͤrmautt oder ander mautt.

[33] Di besteetigung aller vorgeschribenn sach.

Wir becziern und vesten die stat und di purger ze Wyenne mit disen gnaden und hantvesten, allen gemainchleich und jetwederm sunderleich, mit der bewarnung unserr gutichait, also daz dhainem menschen geurlaubt sey ze verchern, daz wir gemacht haben, und freveleichen anzevechten oder dawider ze chriegen, daz wir in verlichen haben, doch unverzigen chaizerleiches und chunichleichs gewalts, der nicht gepunden noch gechnuͤphet ist mit den panden des rechtens. [Seite: 90]

[34] Von dem peyn der widerwertigen.

Swer leicht dawider getorst versuechen, der wizze sich ingevallen sein swer laydigung unserr ungnaden, und genczleich zesamleg hundert phunt goldes, halb ze raichen unsern chunichleichen schæczen und halb ze raichen den egenanten unsern purgern czu Wyenne.