Quelle: Schwabenspiegel Langform M : Index. Prolegomena. Textus: Mw, Mh, Mp, Wr / tractavit Karl August Eckhardt. - Aalen : Scientia, 1971. - 406 S.
(Studia Juris Suevici ; 2) (Bibliotheca rerum historicarum : Studia ; 5)
Codex Altenberger [14. Jh.] Quelle: Der Codex Altenberger. Textabdruck der Hermannstädter Handschrift. Herausgegeben von Dr. Gustav Lindner. Klausenburg 1885. :: Az Altenbergerféle Codex nagy-szebeni kéziratának szövegkinyomatása. Digitalisat der SB Berlin |
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 1 Schwsp.(L.) Vorw.a
Herre got himelisher uater durch dein guͤte geshuf den
menshen in dreiualtiger wirde. Dacz erst daz er nach dir
gepildet ist. daz ist ein also hohe wirdekeit der dir allez menshen
kvͤnne svnderlichen immer danken shol. wan des habe wir michel
recht herre himelisher uater seit dv vns zv deiner hohen gotheit
also werdeclichen geedelt hast. Dev ander wirde da dv herre
almechtiger shepher den menshen zv geshaffen hast dacz ist daz dv
al die werlt den svnnen vnd den manen die sternen vnd die vier
element fevr wazzer luft vnd erden die vogel in dem luft die vishe
in dem wage die tier in dem walde di wuͤrme in der erden golt vnd
edel gesteine der edelen wurze suzer smac der plume lichte varbe
der paume frucht korn vnde wein vnd alle creature hastu herre dem
menshen ze dienst vnd zu nuzze geshaffen durch die minne die dv zv
dem menshen hettes. Die dritte wirde da mit dv herre den menschen
gewirdet vnd geedelt hast daz ist daz der menshe die wirde vnd die
ere vnd die vrevde vnd die wunne die dv selber pist immer mit dir
ewecleichen niezen shol. der werlt dienst vnd der nvz hastu herre
dem menshen vmb sust gegeben. da pei shol der mensche trachten so
mvͤge des wol gar vͤbermezzeclichen vil sein des dv dem menshen
vͤmbe dienst geben wilt. vnd da uon so ein iglich mensh gote
dienen mit rechtem ernste vnd mit ganze triwen. wan der lon ist
also groz daz in herzen sein nie begreifen kvnde noch menshen zvnge
ny gesprechten mochte noch augen sehen kunden in nye belivchten
noch oren nye gehoren. daz wir got der hohen wirde gedanken vnd den
gar grozen lon verdienen des helf vns der almechtige got.
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Codex Altenberger [14. Jh.] [ungezählt]
[Seite 1] HERRE himelischer vater dvrich dine gvete geschvofe dv den menschen indriwaltiger wierde. | Dy erste daz er nach dier gepildet ist daz ist ouch ein also groziw wierdicheit der dir allez menschen kvnne svnderlichen immer danken schol wan des habe wir michel recht vil lieber herre himelischer vater seit dv vns czv diner gotheit also wierdiklich geedelt hast | wierde daz dv herre almechtiger got vnd schepher den menschen czu geschaffen hast dy ist daz dv alle dise werld dy svnnen vnd den manen dy sterne vnd dy vier elemente fiwer vnd wazer lvft vnd erden dy vogel inden lvften dy vische indem wage dy tier indem walde dy wurme inder erde golt vnd edele gesteine der edel wurcze svzen smach der plumen liechte varbe der pavme frvcht korn vnd win vnd alle creatvre hastv herre dem menschen czu dienst vnd czu nucze geschaffen durich dy liebe dy dv czu dem menschen hetest. | Dy dritte wierde da du menschen den mit gewierdet vnd geedelt hast daz izt dy daz der mensche dy wierde vnd dy ere vnd dy vrevde vnd dy wunne dy du selbe pist immer mit der ewiklichen niezen schol. | Der werlde dienst vnd nvcz hastv herre dem menschen vmme svst gegeben czu einer manunge vnd czu einem vorpilde seit des so gar vil ist des dv herre dem menschen vmme svst hast gegeben dapy schol der mensche got dienen mit rechtem ernste vnd mit ganczen triwen wan der lon ist also groz daz es kein hercze nie pegrifen kvnde noch menschen czunge nie gesprochen mochte noch ovgen sehen kvnde in nie pelvchten noch ore nie gehoren | Daz wier nv got der hohen wierde gedanchen vnd gar grozen lon verdienen des helfe vns der almechtigot Daz ist noch alles dy vor rede. [Seite 2] |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 2 Schwsp.(L.) Vorw.b
Sint vns nv got in so hohe wirde geshaffen hat so wil er
auch daz wir werdecliches leben haben daz wir ein ander wirde vnd ere pieten triwe vnd warheit vnd daz wir ein ander nicht neit noch haz tragen. wir shullen mit fride vnde mit svne vnder ander leben.
wanne frideliches leben daz hat got vnmezlichen liep. wan er kom selbe uon himelreich auf ertreich durch anders nicht den durch
rechten fride daz er vns einen fride shuͤfe vor des tivuels gewalt vnde vor ewigen marter ob wir selbe wellen. da uon svngen engel ob der krippen. gloria in excelsis deo et in terra pax hominibus. dein ere herre in dem himel fride auf der erden allen
den die gutes willen sint. vnd vnser herre sprach zaller zeit ze seinen ivͤngern. do er mit in auf ertreiche gie so was sein ellich wort vnd sein gruz pax uobis. daz spricht. gotes fride sei mit ev. also sprach er alle zeit ze seinen ivͤngern vnd zv
anderen levten. da pei shulle wir merken wie liep got fride hat. vnd do er von erde ze himelreiche fur vnde enphalch sende peter daz er phleger were des rechten vrides vnd gap im den gewalt daz er den himel auf slivzze allen den die den vride behilten. vnde wer den
fride preche daz er dem den himel versluͤzze. daz ist also gesprochen. alle die gotes gepot zerprechen die haben den rechten fride prechen. daz ist auch von gote wol pillich vnd recht. seit vns nv got des gehulfen hot daz wir mit rechtem leben vnd mit
fridelichem leben zv dem hiemelreiche mvgen kvmen. wan des was nicht vor gotz gepuͤrte. wie wol der menshe tet so mocht er doch nicht ze himel kvmen.
Schwsp.(L.) Vorw.c
got geschuf uon erst hiemel vnd erde dar nach den menshen. den satzet er in daz paradys. der zeprach die gehorsam vns allen ze shaden. dar vͤmb gienge wir
irre als die hirtelosen shaf daz wir in daz himelreiche nicht
entmochten vnz auf die zeit daz vns got den wek weiste mit seiner marter. dar vmme shulle wir got immer eren vnd loben mit ganzem herzen. daz wir nv so wol zv den vrevden kvmen mochten ob wir selber wolden. daz hie vor in der alden e so manigen heiligen patriarchen vnd propheten tivre was die ist vns cristen livten nv
widervarn daz wir daz himelreich verdienen mugen. wer des nicht tut vnd sein gepot zepricht daz richt got pillich an im. daz shullen
auch die rechen den got den gewalt gegeben hat als der pabest der
an gotes stat richten shol auf ertreich vnz an den iungesten tac.
so wil denne got selbe richten vͤbel vnde gut clein vnd groz arm
vnde reiche. Dar vͤmbe so wil man an disen puche leren alle
die gerichtes phlegen shullen wie sie richten shullen nach gotes willen als manig heiliger man in der alden e vnd in der niwen e richter warn vnd also habent gerichtet daz sie mit irm gerichte die ewigen vrevde hant besezzen. vnd wer auch anders richtet wan als
daz puch seit der shol wizzen dacz got gar swerlich vber in richtet an deme ivngesten tage.
Schwsp.(L.) Vorw.d
seit nv got des frides
fuͤrste heizet so liez er zwei swert hie auf ertreich do er ze
himel fur ze beshirmene die cristenheit. die verleich got sende
peter peide eins von werltlichem gerichte daz ander von geistlichem
gerichte. daz werltliche swert des gerichtes daz leihet der pabest
dem keiser. daz geistlich ist dem pabeste gesezzet daz er do mite richte.
Schwsp.(L.) Vorw.e dem pabst ist gesezzet ze besheidenlicher ze richten auf einem plancken pherde vnd der keiser shol dem pabest den stegereif haben daz sich der satel nicht enwinde. daz bezeichent. daz waz dem pabeste widerstet des er mit geistlichem gericht nicht betwingen mac so shol in der werltliche richter ze echte tun.
Schwsp.(L.) Vorw.f vnd wer auch in der echte ist sechs wochen vnd einen tac den shol man ze pann tun. daz recht hat gesezt der heilige pabest siluester vnd der kvnig constantin sent helenen svn.
Schwsp.(L.) Vorw.g die zwene sazten dise recht vnd der andern lantrecht ein michel recht die in disen puche geshrieben sint. vnd daz iglich cristen menshe shol dreizigk stunt in dem iare vogetes dink suchen so er ze seinen iaren volkvmen ist. daz ist als er ein vnd zwenzig iar alt ist. so shol er des vogtes dink suchen in dem pishtum da er inne gesezzen ist oder in dem lande oder in dem gerichte do er gut inne hot.
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Codex Altenberger [14. Jh.] [ungezählt]
Seit vns nv got in so hoher wierde geschaffen hat so wil er ouch daz wierdikliches leben haben daz wier aneinander wierde vnd ere pieten triwe vnd ere vnd warheit vnd daz wir nicht haz noch nit aneinander tragen wir schullen mit vride vnd mit svne vnter einander leben wan frideliches leben daz hat vnser herre gar vnmezlichen liep wan er kom selbe von himelrich vf ertrich dvrich anderes nicht wan durich rechten vride daz er vns einen fride schuffe vor des tevfels gewalt vnd vor der ewigen marter ob wir selbe wellen vnd da von svngen dy engel ob der krippen Gloria in excelsis deo Et in terra pax hominibus bone voluntatis. Dein ere in dem himel vrid vf der erden allen den dy gvtes willen sint vnd vnser herre sprach alle czeit czv sinen iungern vnd czv ander levten vnd da py schullen wier merken wy rechte lieb der almechtigot frid hat vnd do er aber von ertrich czv himel fvr do sprach er aber czv sinen ivngern vride si mit ev vnd pevalich dem guten sant peter daz er phleger were vber den rechten vrid vnd gab im den gewalt daz er den himel vf slvze gein allen den dy vride pehielten vnd swer den vride czv preche daz er dem den himel vorpeslvze daz ist also gesprochen daz alle dy levte dy gepot czv prechent dy der almechtigot gepoten hat dy habent ouch den rechten vride czu prochen daz ist on got pillich vnd recht . .
Swer dy gepot vnsers her czu prichet daz man dem den himel vorpeslize | Seint vns got nv des geholfen hat daz wir mit rechtem leben vnd mit vridelichem leben czv dem himelriche komen mvegen wan daz waz niht vor gotes gepvert Swie wol der mensche tet in alder werlde so mocht er doch czv himelrich nicht komen. Got peschvef czu dem ersten himel vnd erden vnd dar nach den menschen den saczt er indaz paradise der czu prach dy gehorsam vns allen czu schaden darvmme gienge wir irre sam dy hirtelose schaf daz wier in des paradises himelriche niht enmochten vncz an dy czeit daz vns got den wech weiste mit [Seite 3] siner marter vnd darvmme sollen wir got immer loben vnd eren von allem vnserm herczen vnd von aller vnser sele vnd von aller vnser macht daz wir nv so wol czv den ewigen vreuden komen mochten ob wir wolten daz hye vor in der allen .E. so manegen heiligen Patriarchen tiwre waz vnd propheten dy genade vnd dy selikeit dy ist vns kristenlvten nv wider varn daz wier nv wol daz himelrich verdienen mvogen vnd swer des nicht entvt vnd dy gepot vnsers herren czvprichet daz richt er pilleich an im vnd ez svllen ovch dy richten den got den gewalt verlihen hat daz ist der pabst der schol an gotes stat hye richten vf ertrich vncz an den ivngisten tac so will danne got selbe richten vbel vnd gvet kleine vnde groz allez daz daz vns alhie nicht gerichtet wiert
Wie man an disem puoch leren wil alle dy di gerichtes phlegen svllen wye sye richten schvllen czu recht nach gotes willen als manger heiliger man inder alten .e. vnd inder niwen .E. richter waren vnd also gerichtent habent daz sy mit irm gerichte dy ewigen vrevde habent pesezen vnd swer ovch anders richtet wan als daz pvch saiet der schol wizzen daz got vil czorniklichen vber in richtet an dem ivngestem tage
Seit nv got des vrides fverste heizet so liez er czwei swert hie vf ertrich do er czv himel fvr czv scherme der kristenheit dy verlech got dem gvten sant peter peide eines von werltlichem gerichte daz ander von geistlichem gerichte. Daz werltlich swert des gerichtes daz leicht der pabst dem keyser daz geistlich ist dem pabst geseczet daz er damit richte.
Dem pabst ist geseczet czv pescheidenlicher czv richten vf einem plankem pherde vnd der keyser schol dem pabst den steigereif haben daz sych der satel nicht en wenden daz pezeichent daz swaz dem pabst widerstet des er nicht mit geistlichem gerichte petwingen mac so schol inder wertlich richter czu echte tuon vnd swer ovch inder echte ist sechs wochen vnd einen tac den schol man pannen daz recht hat geseczet der heilige pabst der guet sant Siluester vnd der kvnig Constantinus sant elen [Seite 4] svn.
Dy czwene saczten dise recht vnd der andern lant recht ein michel teil dy an disem puch geschreben stent vnd daz ieglich kristen mensche schol driestvnt indem iar voytes dinch svchen so er czvsinen iaren vollen komen ist daz ist so er eins vnd czweinczich iar alt ist so schol er daz voytes din svchen indem pistvm da er inne ist gesezen oder indem lande oder indem gerichte da er gvet inne hat. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 3
Schwsp.(L.) Vorw.h
Von dreier hande vreien.
Hie sol man sagen von vreien leuten. wir nennen dreier hande freien. der heizent eine semper freien. daz sint die freien herren als fuͤrsten die vreien ze man hant. so heizent die anderen vreien mitter vreien. daz sint die freien die lehen von den hohen vreien hant. vnd ir man sint die dritten freien. daz sint die frei lantsezzen sint. die sint gepaur vnd sitzen auf dem lande. der habent iglich sunder recht als wir her nach sagen.
Schwsp.(L.) Art. 1a Swo gerichte ist da shol ein puͤtel sein oder mere danne einer. der shol vogtes dink gepieten. etewa ist site daz man vogtes dink gepevtet drei stunt in dem iare. etewa vber sechs wochen. etewo vber virzenacht. so ist etewo site vnde recht daz man purgrauen hort. der shol richten vͤber vnrechte mezzen do man korn mit mizzet vnd vͤber vnrechte maz do man trinken mite gibt vnd vͤber vnrechtes elmez vnd vber vnrecht gelote waz man mit der wage wigt vnd was ze haut vnd ze hare get vnd vͤber den allen den kauf daz man ezzen vnd
trinken shol. do shol allez ein purgraue vber richten. so shol ein voget richten den totslac vnd alle freuel vnd wunden vnde swert
zucken vnde heimsuchen vnd waz vnrecht vnde vreuel heizet. her nach sage wir mer von gerichte wie man iglich sache richten shol ze
rechte daz sich die levte icht verwuͤrken mit vnrechtem gerichte.
Schwsp.(L.) Art. 1b seit vnser herre den menshen in so hohe wirdekeit geshaffen
hot als hie uor geshriben ist so hat er auch alle die sache geleret do mit er ze himel kvmen sol zv der hohen werdekeit do er den
menshen zv erwelt hot. daz erzeiget man in manigen enden der heiligen shrift. vnd do er moysi die zehen gepot gap auf dem perge
synai do weste er wol daz die levte maniger hande kriege vnder ein ander haben. vnd dar vͤmbe gap er im die zehen gepot nicht eine. er gap im sechs hundert gepot vnd drivzehen gepot. daz was nicht anders denne daz er in wie er ein iglich sache richten solde. vnd nach den selben gepoten richte moyses do immer sein volk. vnd nach moyses zeiten habent die kunige vnd die richter immer vnz zv der niwen e. do namen abr die pebeste vnd die kvͤnige nach den selben gepoten als verre sie mochten vnd nah ander weiser maister lere. dar vͤmbe shulle wir iv hie die kvnige vnd die keisere nennen die ir herz mit ganzen triwen dar zv stalten dar sie rechte richten daz ez gote lobelich were vnd den leuten nuzze were ze leibe vnd ze sele vnd ze allen selden. daz was der heilige herre siluester vnd der kvnig constantin vnd der heilige keyser iulian vnde der werde keiser karl vnd sein svn keiser ludewig vnd des svn der edele levther. die minten vnde vorchten got. vnd dar vmbe sazten sie mit wol verdachten sinnen vnd mit weiser meister lere alle die lantrecht vnd alle lehenrecht die an disen puche sint geshriben. keiner slachte lantrecht noch lehenrecht noch kainer slachte vrtail wanne als ez von dirre getriwen keiser gepote vnd von roͤmisher phahte genomen ist vnd auch alle die reht die an disen puche sint die habent die keiser vnd die kvnige also gesezzet daz sie vͤber alle lantrecht vnd gewin shullen sein. wan swer romish keiser vnd kvnig ist deme sint von recht alle lant vndertan die cristen gelauben hant. vnd waz auh die romishen keiser vnd kvͤnige lantrecht gesezt vnd gepotent die shuln auch von gemein vnd gewonlich sint in allen den landen die vnder in sint. idoch habent eteliche herren vnd eteliche stete vil leichte einer hande recht oder zwei oder drei an den kvnigen erworben nach guter gewonheit. dar vͤmbe shol man alle recht nicht verwerfen die an dise puche stent. geistliche recht habent ire recht. an disen puche stet nicht wan werltliches recht. vnd dar vͤmbe heizet diz puch daz lantrecht puch daz ez vͤber alle lantrecht vnd gewer ist. gute gewonheit daz widerspricht dicz puch daz wir abr her nach baz besheiden.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 1
von drier hande levten dy da vrei sint.
Hie schol man sagen von vrien levten wir nennen drier hande vrien
Dy ersten heizent vrieherren als fversten sint dy vreien czv man habent so heisent dy andern vreien mitter vreien daz sint dy vreien dy da von den hohen vreien lehen habent vnd ir man sint. Dy dritten vreien daz sint dy vreien lant sezen dy siczent vf dem lande vnd sint gepaver der habent iglich svnder recht als wir her nach wol gesagen. | Swo gericht is da schol ein pvtel sin oder mer danne einer der schol voytes dinc gepieten driestvnt indem iare eteswo vber sechs wochen eteswo vber czwo wochen.
| So ist eteswo recht daz man purgraven hat der schol richten vber vnrecht mezen da man korn mit mizzet vnd vber vnrecht maze da man trinken mit gibt vnd vber vnrechte ellen vnd vber vnrechte gelote swaz man mit der vage wiget vnd swas czu hare vnd czu hovte get vnd vber allen den kovf daz man ezen oder trinken schol da schol alles ein purgraf vber richten. So schol ein voyt richten den tot slac vnd vrevel vnd wunten vnd swertczvcken vnd heim svchen vnd swaz von vnczcht vnd von vrevel heizet.
Hernach sage wir mer von gerichte wy man igeliche sache richten schol czv rechte daz sich dy levte icht vorwurchen mit vngerechtem gerichte.
Seit vnser herre den menschen in so hoher wierdikeit peschaffen hat als hie vor gesprochen ist so hat er ovch den menschen alle hye dy sache gelert da er czv dem himelriche mit komen schol czv der ewigen wierdicheit da er den menschen
[Seite 5] czv erwelt hat daz er czeugt man in manegem ende inder heiligen schrift vnd der moyses dy czehen gepot gab vf dem perge monte synay do weste er daz wol daz dy levte manger hande kriech mit einander haben wurden vnd dar vmme gab er im nicht dy czehen gepot aleine er gap im sechs hvndert vnd drivczehen gepot daz waz anders nicht wan daz er in lerte wy er ein iglich sache richten solte vnd nach den selben gepoten richte moyses do immer mere sin volch.
wy kvnig Karl vnd sin svn keyser Ludowich vnd der kvnig Constantin vnd der keyser Justian vnd sant Siluester der heilige pabst noch moyses czeiten vnd nach disem pvch gericht habent vnz her indy niwen .E.
Nach moyses czeiten habent dy kvnige vnd dy richter immer mer gerichtet vncz her indy niwen .e. da namen aber dy pabst vnd dy kayser vnd dy kvnige nach den gepoten also verre vnd nach andern weisen mayster lere vnd rate vnd dar vme sullen wyr iv dy kaiser vnd dy kvnige hy nennen dy ir hercze und ir sin mit allem flize vnd mit ganczen triwen stalten nach rechtem gerichte also daz ez got lobelich were vnd den levten nvczelich an leib vnd gvte vnd an allen selden daz waz der heilige sant silvester vnd der kvnig Constantin vnd der edel keiser Justian vnd der heilige vnd der werde keiser karle vnd sin svn der werde keyser ludewich vnd des svn der edel levchter dy hetten lieb vnd vorchten got dar vmme saczten sye mit wol verdachtem mvt vnd mit wyser meister lere vnd alle dy lant recht vnd alle dy lehenrecht dy an dysem puech sint vnd also stent ovch an disem puch keiner slachte lant recht noch keiner slachte vrteil wan als ez von dirre getriwe keiser gepot vnd von Romischer phate genomen ist vnd ovch alle dy recht dy an disem puche stent dy habent dy keyser vnd dy kvnige also gesacz daz sy vber alle lantrecht recht vnd gewer sint wan swer Romischer vnd kvnig ist dem sint ovch von rechte alle lant vndertan dy kristenlichen gelovben habent vnd swaz ovch dy Romischen keyser vnd kvnige lantrecht vnd lehen recht geseczet vnd gepoten habent dy schullen ovch von [Seite 6] rechte gemein vnd gewonlich sin inallen landen dy vnderin sint | Idoch habent ettelich herren vnd ettelich stete leicht ein ander hande recht oder czwei oder drie an den kvnigen erworben nach gvter gewonheit dar vmme schol man alle dy. recht nicht verwerwen dy an disem pvech stent geistliche recht habent ire recht an disem puch stet nicht wan werltlichez recht vnd dar vmme heizet daz pvch lantrecht pvch daz ez vber alle lantrecht gewer vnd gvt ist daz welle wier her nach paz pescheiden |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 4
Schwsp.(L.) Art. 2
Von den siben hershilten vnde wer die shilte fuͤren shol.
Orienes weisagte hie vor in den alden zeiten wie sechs
werlde sholden sein vnd wie ie die werlt pei tausent iaren abe
nemen solden vnd in der sibende werlde so sholt die werlt gar
zergen vnde sholde der svntac kvmen. nv ist vns gekvͤndet von der
heiligen shrift daz sich an adam die erste werlt began. an noe die
ander. an abraham die dritte. an moyses die virde. an dauid die
fuͤnfte. an gotes gepuͤrte die sechste. vnd ie der werlde zal
ist pei tausent iaren zergangen. nv wir sint in der sibenden werlde
ane gewisse zal. wan die sechs tausent iar sint gar auz vnd die
sibende werlt stet also lange als got. vnd recht in der selben
weise sint die siben hershilde auf gelegt. der kvͤnig hebt den
ersten hershilt. die pishoue vnd die epte vnd die eptessinnen die
da gefuͤrstet sint die hebent den anderen hershilt. die leien
fuͤrsten heben den dritten hershilt. die freien herren den
virden. die mittern freien den fuͤnften. die dienstman den
sechsten. vnde recht ze gleicher weise als man nicht enweiz wenne
die sibende werlt ein ende hot also enweiz man nicht ob der
sibende hershilt lehen muge haben oder nicht. den sibenden
hershilt hebt ein iglich man der nicht eigen ist vnd ein recht e
kint ist. lehen recht geit man den nicht die vor dem sibenden
hershilde vrei sint. ist abr daz ein herre eime ein lehen leihet
der des sibenden hershildes nicht enhat der hat als
gute recht alis der in dem sechsten hershilde vert. idoch gepristet im vil
rechtes der des hershildes darbet als wir her nach in dem
lehen puche wol sagen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 2
Von den siben herschilten vnd wer sy fveren schol.
Orienes der wissagte hy vor inden alten cziten wye sechs werlte scholten wesen vnd ie dy werlt py tvsent iaren abnemen scholte vnd inder siben werlte so schol dy werlte gar zergen vnd scholte der svntage komen vnd der ivngest tac | Nv ist vnd gechvndet von der heiligen schrift daz sich an adam dy erste werlt pegan an noe dy ander an abraham dy dritte an moyses dy wierde an dauid dy fvnfte an gotes gepvrde dy sechste vnd ieder werlde zal ist py tvsent iaren czuergangen. Nv sy wir inder siben werlte ane gewisse zal wan dy sechs tvsent iar garvs vnd dy sybende werlt stet nv als lange als got wil und recht II. inder selben wyse sint ovch dy siben herschilt vf geleit. [Folio II] Der kvnig hat den ersten vf geleit. Der pischolf vnd dy epte vnd dy eptissinne dy da gefvrstet sint dy habent den andern herschilt. Dye leyen fversten habent den dritten herschilt* Dy mittern vreien herren den fvnften. Dy dienstman den sechsten vnd recht czu glicher wys als man nicht enweis wenne dy sibent werlt ein ende nimpt also weys man nicht ob der sibende herschilt lehen mvge haben oder nicht. Den sibenden herschilt hat ein iglich man der nicht eigen ist vnd ein einez kint ist lehen recht gibt man den nicht dy vrei von den siben herschilten sint vnd ist aver daz ein herre ein lehen leihet der des sibendes herschildes nicht enhat der hat als gvet recht daran als der den sechsten herschilt fvert. Idoch gepristet im vil rechtes der des herschiltes darbet als wier hernach inden lehen pvch wol gesagen. [Seite 7]
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 5
Schwsp.(L.) Art. 3
Von der sippe zal.
Nv shol man auch hie merken von der sippe zal wo sich die
ane hebt vnd wo sie ein ende nimt. in dem haupte ist besheiden man
vnde weip die elich vnd recht ze samene kvmen sint. wan die e ist
der siben heilikeit eine vnd alle vnser selikeit die cristen leute
habent an leibe vnd an sele daz sint die siben heilikeit die der
almechtige got do er ze himel fuͤr den pristern enphalch daz sie
vns cristenleute do mit heiligen vnd zv dem himelreiche pringen.
daz erste ist die heilige taufe. daz ander die heilige firme so man
die levte firmet. daz dritte ist die heilige puze. daz virde ist
der heilige leicham vnsers herren. daz fuͤnfte daz heilige oͤl
da mit man die leute an dem tode pett mit heiliget. die sechste
heilikeit ist der prister weihe. daz sibende ist die heilige e. wan
nv die heilige e sich ze als grozer heilikeit gleichet vnd si got
selber geheiliget hot da von hot die heilige e die craft. swo ein
man vnde ein vrowe recht vnde redelich sich sament mit der heiligen
e so ist nicht zwaiunge on in vnd sint paide nicht den ein leip.
vnd da uon ist ein man vnd sein ekunne bezeichent pei dem haupte.
so sint zwei geswisteride die von vater vnd von muter geporen sint
ane zweivnge die habent die ersten sippe zal die mage rechent. die
sint auch uon rech bezeichent an daz nehste lit pei dem haupte. daz
ist daz lit da die arm an die shultern stozent vnd daz selbe lit
heizent die achseln. ist aber zweivnge an den kinden so mugen sie
nicht an eim lit bestan vnd shrenkent an ein ander lit. vnde zwene
pruͤder zwu swester nement vnde nimpt der dritte pruder ein
vremdes weip iriv kint sint gleich ein ander an der sippe zal vnde
nement auch gleichen erbetail ob sei ein ander ebenpuͤrtik sint. swo
nv zwai geswisterde kint habent ir ietweders heizet geswisterde
kint ez sint pruͤder kint oder swester kint die habent die andern
sippe zal die man ze magen rechent. die stent auch an dem
andern lide von dem haupte. daz lit heizet der
ellepoge. geswisterde kint die habent die dritte sippe zal. die
stent auch an dem dritten lide da die hende an die arme stozent.
vnd denne abr der kint die habent die virde sippe zal. die stent
auch an dem virden lide.
daz ist daz lit des mittern vingers recht do der
mitter vinger in die hant stoͤzet. so stet die fuͤnfte sippe zal
auch an dem fuͤnften lide von dem haupt her abe gezelt. daz ist
daz ander lit des mittern vingers. so stet die sechste sip zal an
dem dem dritten lide des mittern vingers. so stet die sibende sippe
zal von dem nagel des mittern vingers. wan daz selbe heizent nagel
mage. swer nv die sippe zal recht vnd redelich reiten wil der shol
sie nemen als hie geshriben stet. vnd swelch sippeshaft sich
zwishem dem haupte vnd des mittern vingers nagele geleichen mac die
nemen auch daz erbe gleich vnde so der menshe ie naher sippe ist so
er ie paz erbet.
ez erbet auch ein iglich man sein mage vnz an die sippe zal
die da heizent nagel mage. swie nv der pabest habe erlaubet weip ze
nemen an der fuͤnften sippe so erbet doch ein iglich mage sein
mage vnz an die sibenden sippe. wan der pabest enmac noch enkan
kein recht gesetzzen da mit er vnser lantrecht vnd vnser lehenrecht
verkern vnd verkrenken mvͤge.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 3
Von der Sippe zal.
Nv schol man ovch hye merchen wo sich dye sippe czal an hebt vnd wo si ein ende nimpt. In dem hovpte ist pescheiden man vnd wip dy elichen vnd recht czusamen komen sint wan dy heilige .e. ist der siben heilikeit eine vnd alle vnser selde dy kristen levt habent an leib vnd an sele daz sint dy siben heilikeit dy der almechtigot do er czv himel fvr den pristern bevalich daz sy vns kristenlevten da mit heiligen schollen vnd czv dem himelrich pringen daz ist eines. Dy heilige tovf daz ander. Dy heilige firme so man dy levte firmet. Daz dritte ist dy heilige pveze. Daz vierde ist der heilige gotes lichnamen. Daz fvmfte daz heilige ole vm da man dy levte an dem tot pette mit heiliget. Dy sechste heilikeit ist der prister weihe. Dy sibende ist dy heilige .E. wan nv sich dy heilige .E. czv also grozer heilikeit gelichet vnd als heilig ist als sy der almechtigot selbe geheilget hat da von hat dy heilig .e. dy kraft swo ein man und ein vrowe recht vnd rede rieh sich gesament mit der heiligen .e. so ist nicht czweivnge an in vnd sint peide nicht nvr ein leip vnd da von ist ein man vnd sine kon pezeichent an daz houpt. So sint czwei gesweistreit dy von vater vnd von mvter geporn sint an czweivnge dy hebent dy erste sippeczal dy man czv magen rechent dy sint ovch von rechte pezeichent an daz neste lit py dem hovpt daz ist daz lit da dy arme an dy schuldern stozent vnd daz selbe lit heiset dy achsel. Ist aver czweivnge an den kinden so mvgen si an einem lide nich pestan vnd schrenkent an ein ander lit. Vnd swo czwen pruder czwo swester nement vnd nimpt der pruder ein vromdes wip ire kint sint doch gelich an ein ander an der sippe czal vnd nement ouch gelich erbe teil ob sy an einander eben puertich sint. Swo nv czwei geswistere kint sint ir itwederz heizet geswistere kint ez sin pruder kint oder swester kint dy habent dy andern sippe czal dy man czv magen rechent dy stent ovch an dem andern lit von dem hovpt daz lit heizet der elpogen. | Geswistere kinde kint dy hebent dy dritte sippe czal dy stent ouch an dem dritten lit daz ist da dy hende an den arm stozent vnd danne aber der kint dy [Seite 8] hebent dy wierde sippe czal di stent ouch an dem vierden lit daz ist daz lit des mittern vingers recht da der mitter vinger in dye hant stozet. So stet dy fvmfte sippe czal ovch an dem fvnften lit von dem hovpte her ab geczelt daz ist daz ander lit des mitteren vingers so stet dy sechste sippczal an dem dritten lit alles des mitteren vingers So stet dy sibende sippe czal vor an dem nagel des mitteren vingers wan des daz selbe heiset nagel mac. Swer nv sippe czal recht vnd redelich reiten czv len wil der schol sy reiten als hy geschriben stet vnd swelich sippe schaft sich czwischen dem hovpt vnd des mitteren vingers nagele gelichen mac dy nement ouch daz erbe gelich vnd so der mensche ie naher sippe ist so er ie [Folio III] paz erbet ez erbet ein iglich man sine mage vncz an dy sibenden sippe czal dy da heizent nagel mag. Swie halt nv der pabst hab derloupt czvnemen wip ander fvmfte sippe so erbet doch ein iglich mac sin mage vncz an dy sibende sippe wan der pabste mach noch enchan kein recht geseczent da mit er vnser lantrecht vnd vnser lehenrecht verkeren vnd verkrenken mvge.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 6 Schwsp.(L.) Art. 4
Wie pruder kint paz erbent den swester kint.
Nimpt ein svn weip pei seins vater leibe die im ebenpuͤrtig ist vnd gewinnet er svͤne pei ir vnde stirbet der svͤne vater danne dar nach e daz sein vater sein erbe teil des selben svnes svͤne die nement gleichen erbeteil an irs edelen vaters stat rechte neben ir vetern. sie nement abr alle nevr eins mannes erbeteil als uil als ir uater an gehorte. daz kan der tochter kinden nicht widervarn daz neben iren oheimen gleichen teil nemen als dise kint neben ir vetern dann nicht sune noch svns kinde. |
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 4
wie dy prvder kint paz erbent den die swesterkint.
Nimpt ein svn ein wip py sines vaters libe dy im eben pvrtich ist vnd gewinnet er svne der vater danne dar nach. E daz sin vater mit im sin erbe geteile desselben svnes svn dy nement gelich erbeteil an irs edelen vater stat recht neben ir vetern si nement aber alle nvr eines mannes teil als wil als ir vater angehort das kan der tochter kint nicht widervaren daz sy neben ir oheimen gelichen teil nemen als dyse kint neben iren vettern wan sy nicht svne noch svnes kint sint. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 7 Schwsp.(L.) Art. 5a
Wie die vrowe mit den kinden ir varndes gut teilen sol nach irs mannes tode.
Hat ein man tochter oder svͤne vnd gelebt er die zeit daz er ein tochter oder einen svn auz gibt oder mere toͤchter vnde svͤne auz geit dann eines vnd er get sterben vnd er lot dennoh mere svͤne vnd die dennoch nicht auz gegebent sint vnd er lot seinen weibe varnde gute oder ander gut sol die muter uon dem varnden gute den kinden icht geben. wir sprechen also. ist der uater on geshefte vervarn daz er nicht geshaft hot uon dem varnden gute so shol man der sele ir teil geben vnd shol dar nach gleich teilen vnder weip vnd vnder kint die vnauzgestevret sint. vnd haben die kint einen pruder der ein phaffe ist hot der selbe kirche oder phruͤnde do er sich von begehen mac die geswistereide teilent nicht mit im daz varnde gut. wie vil er guͤlde haben shol von geistlicher gabe da shol man an sein edel sehen vnd an sein erberecht dar nach vnd er edel vnd erber ist. die phaffen erbent eigen mit anderen iren geswistereiden. |
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 5
wie dy mvter mit iren kinder ir varvndes gvt teilen schol nach ires mannes tot.
Hat ein man tochter vnd svn vnd gelept er dy czeit daz er ein tochter vnd einen svn vz gibt oder mer tochter vnd svne ovz gibt danne eine vnd er get sterben vnd let dan noch mer [Seite 9] svne tochter dy dannoch nicht vz gegeben sint vnd er let sinem wibe varvndes gvt oder anders gvt schol dy mvter von dem varvnden gvt dem kinde icht geben wir sprechen also ist der vater an geschefte vervaren daz er nicht geschafet hat von dem varvndem gut so schol man der sele ir teil geben vnd schol darnach geleich teilen vnder wip vnd vnder kint dy niht vz gestiwret sint vnd habent dy kint einen prvder der ein phaffe ist hat derselbe ein kirchen oder phrvende da er sich von pegen mac dy geswistere teilent nicht mit im daz varvnde gvt wie vil er gulte haben schol vnd geistlicher gab da schol [Folio III] man an sin edel sehen vnd an sin erbere recht dar nach vnd er edel vnd erber ist dy phaffen erbent eigen mit iren geswisterein.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 8 Schwsp.(L.) Art. 5b
Wie die erben fuͤr den toten man gelden shullen.
Mit swelhem gute der man stirbet daz heizet allez erbe gut.
swer erbeteil nimpt der shol pillich die shulde gelden die der tote
gelden shol die man weiz. vnd der man nicht enweiz die shol man
erzivgen auf den toten man selp sibende. hot abr der tote man der
guͤlde veriehen vor den livten do er gesunt was oder an dem
totpette vnd ist daz erz erzivgen mac selber der dem er gelden
sholde er hat sein gut behabt vnd hat die siben gezivge verleit.
Schwsp.(L.) Art. 5c
divpheit noch raup noch wucher ist niemant fuͤr den anderen
shuldic ze gelden noch spil noch ob er wider kein gerichte getan hat. ist abr
ein shult auf in erzivget an die die ich hie uor genennet han die
erzivgeten shulden die erben dem clager puͤezen vnd auch dem
richter. ist aber kein shulde auf den toten man erzivget so
puͤezent auch die nicht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 6
wie dy erben fvr dy toten gelten schullen.
Mit swelchem guete der man stirbet daz heizet alles erbegvt swer erbe nimpt der schol czu recht dy schulde gelten dy der tote man gelten schvlt dy man weiz vnd dy der man nicht enweis dy schol man ercziwgen vf den toten man selbe sibende hat aber der tote man der gulte veriehen vor den levten do er gesvnt waz oder an dem tot pette vnd ist daz erz ercziwgen mac selbe dritte der dem er da gelten solte er hat sin gvt pehabt vnd hat dy siben cziwge verleit. Dyphait noch rovp noch wucher der ist niemant schuldic czu gelten fur den andern gelten noch spil noch ob er wider kein gerichte icht getan hat ist awer ein schulde vf in ercziwget an dy dy ich hy vor genennet han dy ercziwgten schulde schullen dy erben dem klager pvezen vnd ovch dem richter.
Ist aber kein schulde vf den toten man erczevget so pvezent ovch dy erben nicht.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 9 Schwsp.(L.) Art. 6
Der des anderen purge wirt.
Und ist daz ein man des anderen puͤrge wirt vnd wirt me
leute mit im puͤrge vnuersheidentlich iener claget auf einen
welhen er wil. aber ein maister heizet adrianus der des lantrechtes
uil gemacht hat der spricht also. er shuͤlle sie alle an
sprechen. wan ez deuchte die leute do were geverde pei ob er einen
an spreche vnd die anderen nicht. vnd ist keiner abr dar vnder der
nicht ze gelden hot des die alle gleich enkelden. vnde welher
stirbet den puͤrgen des erben shullen sein teil fuͤr in gelden
an seine lehen. da engildet niemant von. vnd er nicht ze vergelden
des puͤrge sie worden sint sie muͤzen selber gelden. vnd ist
daz er des gicht daz sie nicht puͤrge sint des shullen sie in
vberzivgen selbe dritte. vnde habent sie nimant der in helfe
bereden si helfen an ein ander wol vͤmb die shulde.
Schwsp.(L.) Art. 7
vnd spricht ein man zem andern ich wil ev einen puͤrgen
sezzen. vnd ist er anderswa gesezzen wil man da mite rechte tvn so
shol iener seiner prief senden dem gen dem er puͤrge wirt vnd
mit insigel daz ist gewis. sender er abr einen poten dar der dem
man lobt an seiner stat da shol er die levte zv nemen ob er laugen
welle mit dem man in vberzivge. vnd ist der tote man iemans
puͤrge gewesen ern habe denne daz auz genumen mit besheiden
worten daz er spreche. ich wirde gen ev puͤrge also ob mich mein
erben vͤberleben daz sie sein nicht enkelden.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 7
Der des andern purgel wiert.
Vnd ist daz ein man des andern pvrge wiert vnd wirt mer levt mit im purge vnd werdent sy vnverscheidenlichen purge iener klagt vf einen swelchen er wil aber ein meister heizet [Seite 10] adrianus der des lant rechtes vil gemacht hat der spricht also er schulle sy alle an sprechen wan ez dovch dy levte da wer gewer pi ob er einen ansprech vnnd dy andern nicht vn ist aber keiner darvnder der nicht czugelten hat des schullen dy andern alle gelich engelten vnd swelcher stirbet vnder den pvrgen des erben schvllen syn teil fvr in gelten an syne lehen da giltet niemen von vnd hat er nicht czu vergelten des purge sy worden sint sy mvezzen selbe gelten vnd ist daz er des gicht daz si nicht sin pvrgen sin des schullen sy in vbercziwgen selbe dritte vnd habent sy niemant der in helfe pereden sy helfent an einander wol vmme dy schulde vnd sprichet ein man czu dem andern ich wil ev einen purgen seczen vnd ist er anderswo geseczen wil man recht damit tvn so schol iener sine prief senden dem gein dem er pvrge wiert vnd mit insigel daz ist gewis sendet er aber einen poten dar der manne lopt an syner stat da schol er dy levte czu nemen ob er lovgen welle mit dem man in vber cziwge. | Vnd ist der tote man iemens pvrgen gewesen dy erbe mvezen ienem gelten gein dem er pvrge waz eren habe daz danne vz genomen mit pescheiden worten daz er spreche ich wierde gein ev pvrge also ob min erben mich vber leben daz sisin nicht engelten.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 10 Schwsp.(L.) Art. 8
Der gelden sol vnd seinen erben nicht enlat die shullen auch fur in nicht gelden.
Vnd ist daz ein man gelden shol vnd lat nicht hinder im do
mit sein weip oder sein erben mit vergelden mugen die shuln des
geldes ledig sein vor got vnd uor den leuten. vnd ist daz daz weip
einen andern man nimt vnd die frivnde ir geben gut des si vor nicht
enhette do ir man lebete oder sie nimpt ein man durch ires leibes
willen oder wie sie ze guͤte kuͤmt nach ir mannes tot weder sie
noch ir man geldent nicht ir erern mannes guͤlde wan als uil als
sie got paide beshuͤndet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 8
Der gelten schol vnd sinen erben nicht hinder im let oder sinem wibe dy schullen ouch fur in nicht gelten.
Vnd ist daz ein man gelten schol vnd let nicht hinder im damit sin wip oder ander sin erben vergelten mvgen dy schullen des selben geltes ledich sin vor got vnd vor den levten vnd ist daz wip ein andern man nimpt vnd ir vreunde gebent ir gvet des vor nicht enhet do ir man lepte oder sy nimpt einen man dvrich ires leibes willen oder swy sy czv gvt kvmpt nach ires mannes tot weder sye noch ir man gelten nicht ir ereren mannes gvlte wan als vil als sy peide got gescheydet. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 11 Schwsp.(L.) Art. 9
Wie der man des weibes gutes gewaltiger ist den daz weip des mannes.
Unde stirbt einen manne sein weip vnd shol er gelten vnd hot
nicht ze gelden vnd nimt er ein ander weip vnd geit im die varnde
gut er gildet uon dem varnden gute wol. daz ist da uon gesezzet daz
der man des weibes vogt ist vnd ir maister ist. vnd geit abr
dem manne sein weip ander gut danne varndez gut do mac er nicht von
vergelden denn nach ir willen. hat abr sie erben die des gutes
wartende sint nach ir tode so mac sein der man nicht ane werden
vͤmbe sein erer gulde. gewinnen sie abr erben sampt die weil die
lebent so wirt er daz gut wol an daz sim gab.Schwsp.(L.) Art. 10
strbet der man so ist man den erben wol shuldic ze
gelden was man dem manne gelden
solde die man behaben mac als recht ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 9
Wy der man des weibes gutes gewaltiger ist danne dy frowe des mannes.
Vnd stirbet einem manne syn wip vnd schol er gelten vnd hat nicht czu gelten vnd nimpt er ein ander wyp vnd gibt im [Seite 11] dy varvndes guet er giltet von dem varvndem gvt wol daz ist da von geseczet daz der man des weibes voyt ist vnd ir meister ist vnd gibt aber dem manne sin wip ander gvet danne [Folio IV] varvndes gvt da mag er nicht von vergelten wan nach ir willen hat aber sy erben dy des gvetes wartvnde sint nach ir tot so mag syn der man nicht anwerden vmme syn erer gulte gewinnent sy aber erben vnd ensamment dye weil dye lebent so wirt er daz gvet wol an daz sy im gab. Stirbet ein man so ist man dem erben wol schuldic czugelten swaz man im gelten scholte dy man pehaben mac als recht ist.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 12 Schwsp.(L.) Art. 11
Daz vor gerichte geshiet da shol nieman vmb swern.
Swer porget oder entlehent der shol daz gelden vnd waz er
gelobt daz shol er stete haben. wil abr er laugen so shol man in
vberzivgen als recht ist. waz abr vor gerichte geshiet do mac
nieman vͤmb geswern nier pei dem eide sagen ez enge denne deme
manne an den leip oder an seins leibes ein teil. vnd ist daz ein man freuelt an dem richter oder on seinem
vronenpoten so ist man im zweier puze shuldic der ein iglich man
nicht dann ein hat. vnd do uon hat der richter vnd sein vronpot
zweier manne puze der in icht tut.wann swo man siben manne bedarf zv gezivgen vor gerichtes
do shol man den richter fuͤr zwene man nemen vnde seinen vronpoten sam.Schwsp.(L.) Art. 12
nieman mac im selber ander recht erwerben den in an geporn
ist. er mac auch mit vntat erwerben daz er ein poͤser recht
gewinnet als wir her nach wol sagen. ein man mac sprechen uor
gerichte daz er ein poͤser recht gewinnet danne ob er swige. ein
iglich kint behaldet sines uater recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 10
Daz vorgerichte geschiecht da schol niemant fvr sweren.
Swer porget oder entlihet der schol daz gelten vnd swaz er gelopt daz schol er stete haben wil er aber lovken so schol man in vber czugen als recht ist. Swaz aver vor gerichte geschiecht da schol man nicht vmme sweren nvr pydem eide sagen ez enge dem manne denne an den lip oder an sines leibes enteil. Vnd ist daz ein man vrevelt andern richter oder an sinem vronenpoten so ist man im czweier pveze schvldic der ein iglich man nicht wan ei nev hat vnd da von hat der richter vnd der vrone pot czweier manne pveze der in nicht tuot wan swo man siben manne pedarf czu gecziwgen vor gerichtes da schol man den richter fvr czwene nemen vnd sinen vronen poten alsam. Niemant mac im selber ander recht erwerben denne in angeporn ist er mac ovch mit vntat erwerben daz er ein poser recht gewinnet als wir her wol gesagen ein man mag sprechen vor gerichte daz er ein poser recht gewinnet danne ob er swige ein iglich kint peheltet sines vaters recht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 13 Schwsp.(L.) Art. 13
Wer gezivg mac gesin oder nicht.
Nv shuln weisen wer gezivg mac gesein. die kint die nicht
sint ze iren tagen kvmen sint ze vierzehen iaren vnd weip
vͤmbe elich sache. da nimt man wip wol gezivge vnd anders nicht
den vmb elich sache. puben mvgen auh nicht zivge sein vnd solhe
leute die ez mit ir tumpheit zv habent pracht daz in ir frivnde die
ir phleger waren ir gut vor gerichte die mugen auch nicht gezivge
sein. vnsinnige leute vnde die plinden vnde die toren vnd die nicht
gehorent vnd die stummen vnde pennige leute vnd verecht leute vnd
kezzer vnd meineider die vor gerichte der dinge vberzivget sint die
mugen alle nicht gezivg sint.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 11
Wer gecziwge mag sin oder nicht.
Man schol ovch nv wisen wer gecziwge mvge gesin oder nicht moge syn. Dy kint dy nicht czu ir tagen komen sint czu vierczehen iaren vnd wip nvor vmme eliche sache da nimpt [Seite 12] man wip wol czv czevge vnd anders nicht wan vmme eliche sache. | Pveben dy mvegen ovch nicht geczivge sin und alle dy levte dy er mit ir tvmheit dar czv pracht habent daz in ir vrevnde dy ir phleger waren ir gvet vor gerichte an gewunnen haben dy mvgen ovch nicht gecziwc sin vnd vnsinnege levte vnd plinten vnd toren vnd dye nicht gehorent vnd stvmme vnd dy levte dy czu panne sint getan vnd ver echt levte vnd keczer vnd meineider dy vor gerichte der dinge vber cziwget sint dy mvgen alle nicht gecziwc sin. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 14 Schwsp.(L.) Art. 14
Wie der vater des svns gut erbet.
Und stirbet dem vater ein kint vnd hat er im gut auz
gegeben ez sei varnde gut oder gut vnde lat er weder weip noch kint
der vater erbt des svns gut. ez mac weder pruder noch swester
geerben. daz ist da von daz ez von dem vater dar ist kvmen. vnd hat
der svn ander gut gewunnen den daz im der uater gap vnd geit im got
geshefte er geit daz gut mit gesvndem leibe oder an seinem totpette
swem er wil. vnd ist daz er do mit nicht geshaffen hat die nehesten
erben suln daz gut nemen vnd shullen der sele ir teil geben vnd
dauon den levten gelden. daz ist da von daz ez der pruder erarbeit
hat. vnd ist weder vater noch pruͤder noch swester da so nemenz
ie die nehesten erben. ein iglich mensch ist erbe vnz er gerechen
mac hinz der sibenden sippe als auch daz puch uor seit.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 12 Wy der vater des svns erbet.
Vnd stirbet einem vater ein kint vnd hat er im guͦt vz gegeben ez sy varvndez gvt oder ander gut vnd let er weder wip noch kint der vater erbet des svns gvt ez mac weder prvder noch swester nicht geerben daz ist da von daz ez von dem vater dar ist komen vnd hat der svn ander gvt gewunnen danne daz imder vater gab vnd gibt daz gvt mit gesvndem leibe oder an sinem totpette swem er wil ist daz er da mit nicht geschafet hat dy nechsten erben schuln daz gvt nemen vnd der sel ir teil geben vnd da von den levten gelten daz ist davon daz ez der pruder erarbeit hat vnd ist vater noch prvder noch swester da so nement ez ie dy nechsten erben ein iglich mensche ist erbe vncz daz er gerechen mac czu der sibende sippe als ouch daz puech hy vorsagt. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 15 Schwsp.(L.) Art. 15 Wie ein kint vater vnd muter erbe verwuͤrkt.
Ez mac ein kint seins vater vnd seiner muter erbe
verbvͤrken mit vierzehen dingen. Der ist ains ob der uater hat
ein eweip vnd die des svns stifmuter ist vnd oder pei der leit mit
wizzen oder pei einem ledigen weibe die sein uater gehabt hat so
hat er allez daz erbe verburket des er wartende ist. daz erzivge wir mit
dauide in der kvͤnige puche daz absalon der shone pei seins vater frivndin
lac suͤntlich lac mit wizzen. da mite verworchte er seins vater hulde sein
erbe vnd auch sein leben. Daz ander vnd ist daz ein svn seinen vater vahet vnd
in slivzet wider recht vnd stirbt er in der vancnisse der svn hat sein erbe
verlorn. Daz dritte ist ob ein svn seinen vater geslagen hat an daz wange
oder wo er geverlich geslagen hat. Dar virde ob er in sere vnd frevelich
geshulden hot. wan der almechtige got selber spricht. ere vater vnde muter so
lengest dv dein leben auf der erden. wand nv der mensh sein lanc leben da mit
verwuͤrkt daz er vater vnd muter nicht eret vnd in versmehe pevtet so ist
auch daz recht daz er sein erbeteil verwuͤrke. wan dise recht sazte der
keiser Iustian. Daz fuͤnfte ist ob ein svn auf seinen vater solhe dink
gesaget hat daz dem vater an den leip gat ez ensei denne sache die wider dem
lande sei da svn vnde vater wonunge inne hant oder wider dem fuͤrsten des
daz lant ist. Daz sechst ist ob der svn ein diep ist oder sust ein
poͤsewicht oder ob er wizzenlich mit posen leuten wont. Daz sibende ob der
vater durch des svns sage grozen shaden genumen hat. daz ist also gesprochen
ob er im leip oder gut verraten hot. Daz achte ist ob der svn den vater an
seinem geshefte geirret hot also swenne der vater an seinem totbette leit vnd
daz der svn die tuͤr zeslivzet daz die pruder oder ander phaffen dar in icht
kvmen daz er seine sele ding nicht shaffe. da mit hat der svn sein erbeteil
verworcht. vnd dar uͤber spricht ein heilige gar ein gut
wort. der spricht also. dicz ist gar ein gut gesezzede. wanne als der
menshe an seinem tode leit do ist aller seiner selden hort daz im
denne got riwe vnd andacht geit. vnd wenne des ein kint vater oder muter
irret daz hat mit recht sein erbeteil verworcht. wan nach seinem tode so enmac
ein menshe ez welle oder enwelle. vͤber die
sache spricht ein heilige die der keiser ivlian gesezt vnde gepoten
hot. Daz nevnde ist ob der svn ein spilman ist wider des vater willen
vnd ob der vater nie gut fuͤr ere genam. Daz zehende ist ob der
svn des vater puͤrge vmb ein zeitlich dink nicht wil werden vͤmb ein
zeitlich guͤlde. Daz ailfte ist ob der svn den vater auz der gevancnisse
nicht loͤsen wil. Daz zwelfte ist ob ein vater vnsinnic wirt
vnd in der svn in der vnsinne nicht behuͤtetet noch bewart. wand got
hot gepoten daz man vater vnd muter eren shol. Daz dreizehende
ist so ein svn seinem vater sein gut mer denne halbez vertut mit
vnfure vnd mit vnrechter weise. daz ist geshrieben recht. Daz ist
daz virzehende ob ein tochter vngeroten wirt daz sie sich ze manne
leget an ires vater willen die weil sie vnder fuͤnf vnd zwenzik iaren
ist. kvͤmt sie vber fuͤnf enzwenzik iar so mac sie ere wol verliesen
mit mannen. sie kan abr ir erbe nicht verliesen ze rechte. Ez mechte
auch ein vater gegen seinem svne sein recht verwurken mit disen
sachen etelicher. nicht mit in allen. wan ez sleht vnde shilt ein vater
seinen svn mit allem recht. doch verwuͤrket ein vater mit den drein
ersten sachen daz er uon seim gute sheiden muz pei seim lebenden
leibe vnde shol der svn an des vater stat sten vnd shol dem vater
sein notdurft geben mit eren ob er sein state hat vnd nach den eren
als er gelebt hat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 13
Wy ain kint sines vaters vnd siner mveter erbe fvr worchet mit fvmfczehen dingen
Es mag ein kint sines vater vnd siner mvter erbe mit vierczehen dingen.
Der ist eines ob der vater hat ein e. wip vnd dy des svns stevfmvter ist vnd ob der svn peider leit mit wizzen oder py einem ledigen wibe dy syn vater gehabt hat so hat er allez daz erbe verwurchet dez er ist wartvnde daz ercziwge wir mit dauid inder kvnige pvch daz absolon der schone py sines vater frevndinne lac svntlichen mit vizzen damit verworicht er [Seite 13] sines vaters hvlde vnd sin erbe vnd sin leben. Daz ander ist daz ein svn sinen vater vecht vnd in inslvzet wider recht vnd stirbet er inder vanchnvsse der svn hat sines vater erbe verworcht. Daz dritte ist ob ein svn sinen vater geslagen hat an der wange oder swo er in geverlich geslagen hat. Daz wierde [Folio V.] ob er in sere vnd merchlichen gescholten hal wan der almechtigot selbe sprichet ere vater vnd mvter so lengestv din leben vf der erde wan nv der mensche syn lanch leben da mit verwurket daz er vater vnd mvter nicht eret vnd in versmecht so ist ouch daz recht daz er sin erbeteil damit verwurche wan dyse recht saczt keyser Justian. Daz fvmfte ist ob ein svn so getane dinc vf den vater gesayt hat dy dem vater an den lip gent ez sy danne ein so getane sache dy wider dem lande sy da svn vnd vater wonvnge inne habent oder wider den fvrsten des daz lant ist. Daz sechste ist ob der svn ein dieb ist oder svst ein poswicht oder ob er wizzenclichen mit posen leuten wont. Daz sibende ist ob der vater von des svns sage grozen schaden genomen hat daz ist also gesprochen ob er im sinen lip oder sin gvt verraten hat. Daz achte ist ob der svn den vater an sinem geschefte gentet hat also swenne der vater an sinem tot pette leit vnd daz der svn dy tver czuslecht daz dy prvder noch ander phaffen darin nicht komen daz er siner sele dinch nicht schaffe damit hat der svn syn erbe verlorn vnd verworicht vnd dar vber sprichet ein heilige gar ein gvt wort der sprichet also dicz ist gar ein gesecze wann swanne der mensche an sinem ende leit da ist aller siner selden hort daz im got danne riwe vnd andacht gibt vnd swenne des ein kint vater oder mveter irret daz hat mit recht syn erbeteil verworicht wan nach sinem tode so en mach der mensche weder wellen noch enwellen vnd also sprichet ein maister ein heiliger vber dy sache dy der keyser iustian geseczet vnd gepoten hat. Daz niwnde ist ob der svn ein spilman ist wider des vaters willen vnd ob der vater nie gvt fvr ere genam. Daz czehende ist ob der svn des vater porge nicht werden wil vmme czeitliches gelt. Daz einlefte ist ob ein svn sinen vater von vancnvsse nicht losen wil. Daz czwelfte ist ob ein vater vnsinnic ist oder wiert vnd der svn in der vnsinne nicht pehvet vnd [Seite 14] vnd pewart vnd in nicht insiner gveten phlege hat wan er schol vater vnd mveter eren daz hat got gepoten. Daz driczehende ist swan ein svn sinem vater sin gvt mer denne halbes vertvet vnd daz mit vnfver tvt vnd mit vnrechter wyse daz ist geschreben recht. Daz vierczehent ist ob ein tochter vngeraten wiert daz sy man czu ir let an ir vater willen dy weil si vnder fvmfvnd czweinczik iaren ist kvmt sy vber fvmf vnd czweinczik iaren so mag sy ir er wol verliesen mit mannen sy kan aber ir erbe nimmer verliesen czu recht. Ez mocht ouch ein vater gein sinem svn sin recht verwurchen mit disen Sachen ettelichen nicht mit mallen wan ez sichet vnd schilt eine vater sinen svn mit allem recht doch verwurchet ein vater mit den ersten drin sachen daz er von sinem gut scheiden mvͦz py sinem lebentigem leibe vnd schol der svn an des vaters stat sten vnd schol dem vater dy notdorft geben ob er sin stat hat vnd nach den eren als er gelopt hat. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 16 Schwsp.(L.) Art. 16
Swer purge hot der shol fuͤr alle die antworten die dar aufe sint. Swer puͤrge hot der shol vor alle die antworten die purklehen dar aufe haben sie sizzent draufe oder nicht vnd alle die dar aufe in seiner shirme sint oder in seiner kost. vnd swer im verbevtet die echter ze behalten so shol er nevr vber nacht behalden. vnd tut er des nicht daz ist widerz recht. |
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 14 Swer ein purch hat der schol fvr alle dy antwurten dy vf der pvrch sint oder siczet.
Swer purch hat der schol fvr alle dy antworten dy purch lehen darvf habent sy siczen druf oder nicht vnd fvr alle dy darvf insinem scherme sint oder insiner kost vnd swer im verpuet den echter czu pehalten so schol er in nur vber nacht pehalten vnd tvt er des nicht daz ist wider daz recht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 17 Schwsp.(L.) Art. 17 Von den swaben.
Die swaben sezzen wol ir vrtail vnder in selber auf swebisher erde vnde zihent sie wol an ein hoͤher gerichte ob sie recht ist. daz gerichte muͤzen sie nemen. vnd habent sie halt die minnern volge. swebish recht entzweit sich nicht von der sachen rechte wanne an erbe ze nemene vnd vrteil ze gebene. |
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 15
Von den swaben wy dy ir recht seczent.
Dy swaben seczen wol ir vrteil vnder inselber vf swewischer erde vnd cziehent sich wol an ein hoher gerichte ob sy recht ist daz gerichte mvezen sy nemen vnd habent sy doch dy ininner volge swewische recht enczweiet sich nicht von der [Folio VI.] sachsen recht wan an erbe czunemen vnd vrteil czu geben. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 18 Schwsp.(L.) Art. 18 Waz ein iglich man seinem weibe ze morgengabe geit.
Nv vernemt waz ein iglich man der von ritterlicher art ist waz der seime weibe ze morgengabe geben mak. des morgens an dem pette oder so er ze tishe gat oder ob dem tishe so mag er gaben an seiner erben vrlop eine magt vnd ainen knecht die e zir tagen kumen sint vnd zevne vnd gezimmer ob der erden. vnd so der man stirbet so shol die vrowe daz ertreich raumen in den sechs wochen nach dem dreizigisten vnd shol sie also raumen daz sie die erden icht verbunde. sie shol ez abr die erben ane biten ze loͤsen nah vrumer leute kuͤr vnd waz ir die heizent geben daz shol sie nemen. so git der herre der vrei ist dacz hundert marc gildet. ich meine fuͤrsten vnd ander freie herren. die mittern freien die mugent geben daz zehen mark gildet. vnd die dienstman der fuͤrsten die mugent geben ir weiben daz fuͤnf mark giltet. swaz ander leute ist die mugent nicht mere geben den ir beste phert oder ros oder ein vihe. vnd ist ein ritter ein eigen man der mak nicht mere geben denne ein ros oder ein vihe. noh der kaufman mac nicht mere gegeben denne als uor gesprochen ist vnd seins varndes gutes mak er geben zehen mark ze morgengabe oder ein vihe vnd ein ros unde anders nicht. der gepaur der vrei ist vnd ander vreie leute die nicht ritter sint die mugen geben ze morgengabe iren weiben ros vnde rinder vnd ie nevr einz vnde zehen marc. der eigen man mac nicht mere gegeben wan ein shof oder ein geiz oder fuͤnf shillen. swo dich puch uon shillingen ist da sint ie zwelf phenninge ein shilling. daz heizent eshillinge. vnd der selben shillinge geit ein ainiger man seinen weibe fuͤnfe ze morgengabe seiner lantpheninge. ein romish kvnig mac geben seiner vrowen minner oder mere. dem ist nicht zal auf gesezt. geit aber ein kvͤnig des reiches gutes dar da hat die vrow nicht rechtes an. wan wirt ein ander kvnig der hat ez mit rechte. |
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 16 Waz ein iglicher man der von ritterliche art ist mag czu morgengab geben sinem wybe.
Nu uernemet waz ein iglich man der von ritterlicher art ist waz der sinem wibe czu morgengab geben mac des morgens [Seite 15] an dem pette oder so er czu tische get oder ob dem tische so mag er geben an siner erben vrlovp eine mayt vnd einen knecht dy .e. czu iren iaren komen sint vnd dy czovne vnd geczimber ob der erden vnd als ir man stirbet so schol sy daz ertrich rovmen inden sechs wochen oder nach drizegistem vnd schol sy also rovmen daz sy dy erden nicht verwunde sy schol ez aber dy erben an pieten czulosen nach frvmer levte chuer vnd swaz ir dy heizent geben daz schol sy nemen. So gibt der herre der vrei ist daz hundert marc giltet ich mein fversten vnd ander vreie herren. Dy mittern vreien dy mvgen geben daz czehen marc giltet vnd die dienstman der fvrsten dy mvgen geben czu morgengab ir wiben daz fvnf marc giltet. Swaz ander levte ist dy mvgen nicht mer geben wan daz peste pherde oder ros oder ein vihe. Noch der kovfman mag nich mer geben wan als hye vor gesprochen ist vnd sines varundes gvetes mac er geben sinem wibe czehen marc czu morgengab vnd ein ros vnd ein vich vnd anders nicht.
Der gepver der vrei ist vnd ander vreie levte dy nicht ritter sint dy mvgen geben czu morgengab ir wiben ros vnd rinder vnd ie nuͦr eines vnd czehen marc.
Der eigen man mag nicht mer geben wan ein schaf oder ein geiz oder fvmf Schillinge swo dicz puch von schillinge seit da sint ie czwelif phenninge ein schillinch daz heisent .e. schillinge vnd der selben schillinge gibt ein einiger man fvmf sinem wibe czu morgengab siner lant phenninge. Eyn Romischer kvnig mac geben siner frowen minner oder mer dem ist nicht czal vf geseczet gibt aber der kvnig des riches gvetes dar da hat dy vrowe nicht rechtes an wan wirt ein ander kvnig der hat ez mit rechte. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 19 Schwsp.(L.) Art. 19 Wie ainer sein aigen geit ze leipgedinge seiner wirtinnen.
Ez geit ein man sein eigen wol seinen weibe ze leipgedinge mit der erben urlobe ob sie zer tagen kumen sint.
Schwsp.(L.) Art. 20 ist daz ein man seins weibes morgengabe verkaufen wil oder versezzen oder swie erz ir ane wirt ez sei mit willen oder vnwillen die weil der man lebt ob si dar auf clagen wil man shol ir richten vͤmb ir morgengabe. wil er si auf ir zeswen pruͤste vnd auf ir zeswen zoͤphe hat sweren daz ez ir wille nie wuͤrde der richter shol ir ir morgengabe wider antworten. vnd wil sie ez nicht enpern man muz ir allen den nuz wider geben den daz gut vergulden hat. vnd sol denne der richter der ir gerichtet hot der shol auch dem richten der daz gut kauft vͤm iren wirt oder ein ander richter der ez ze rechte richten shol. ob der wirt lebet so shol er im erstaten volleclichen den shaden der im geshehen ist. vnd ist er tot so shuln ez die erben tun uon dem gut daz si geerbet hant vnd nicht von der vrowen gut ob gut da ist ez sei eigen gut oder varndez gut oder gut ane lehen. vnd ob daz da nicht ist so sint die erbe ledic. vnd ist halt daz ir wirt stirbet vnd wirt sie ir morgengabe an nach seime tode mit ir guten willen daz hilfet dennoch niht. mit nichte mac si ir morgengabe besteten wan mit eime dinge. daz ist daz sie shol ir morgengabe auf geben mit ir hant in des hant dem si sich geit mit diesen worten. ich verzeihe mich meiner morgengabe vnd ich gibe ev diz gut daz ez iwer sei vnd mein nicht. vnd sie shol daz menshe nennen mit namen dem sie ez geit ez sei man oder vrowe. vnd si shol auch daz gut nennen. dar nach shol sie einen ait swern auf ir pruͤste daz sie daz gut nimmer wider gefoder. daz pleibet stete vnd anders nicht den also. |
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 17 Wy einer sin eigen czu leipgedinge gibt sinem wibe.
Ez gibt ein man sin eigen sinem wybe wol czu leipgedinge mit der erben vrlovp ob sy czv ir tagen komen sint. Ist daz ein man sines wibes morgengab verkoufen wil oder verseczen wil oder swy er irs ane wiert ez si mit irem willen oder dy weile der man lept ob sy dar vf klagen wil man [Seite 16] schol ir richten vmme ir morgengab wil ot sy vf ir recht prvst vnd vf ir rechten czoph ob sy czoph hat sweren daz ez ir wille nie wurde der richter schol ir morgengab wider antwurten vnd wil si sin nich enperen man mvz ir allen den nvcz wider geben den daz gvet wider vergolten hat vnd schol danne der richter der ir .e. gerichtet hat der schol dem ovch richten der daz gvet da kovfet von irem wierte oder ein ander richter der ez richten schol ob der wiert lept so schol er im erstatten volliklichen den schaden der im geschen ist vnd ist er tot so scholn ez dy erben tvn von dem gut daz sy geerbent habent vnd nicht von der frowen gvete ob gut da ez sy eigen oder varvndes gvt oder ander guet ane lehen vnd ob daz nicht ist so synt dy erben ledic. Vnd ist halt daz ir wirt stirbet vnd wirt sy ir morgengab an nach synem tode mit irem guetem willen daz hilfet dan noch nicht mit nichte mag sy ir morgengab steten wan mit einem dinge daz ist daz sy schol ir morgengab vf geben mit ir hant in des hant dem sy gibt mit disen worten. Ich verczeiche mich meiner morgengab vnd gebe evch dicz gut daz ez ewer sy vnd mir nicht vnd sy schol daz mensche nennen mit namen dem sy ez gibt ez sy man oder vrowe vnd sy schol ouch daz gut nennen dar nach schol sye einen eit sweren vf iren prusten daz sy daz guͦt nimmer welle vider gevordern daz peleibet stete vnd anders nicht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 20 Schwsp.(L.) Art. 21 Von vrowen leipgedinge.
Leipgedinge daz mac den vrowen niemant geprechen noh die erben mit den ez in gegeben ist. vnd stirbet auch ir man sie hat ez doch mit rechte. vnd verbuͤrkt ir man sein gut mit vntat so mak man irz doch mit rechte nicht genemen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 18
Daz der frowen leipgedinge niemant mag genemen ob ez der man siner vntat verwurchet.
Leipgedinge mac den froven niemant geprechen noch dy erben mit den ez in gegeben ist vnd stirbet halt ir man si hat ez doch mit rechte vnd fvrwurchet halt ir man sin gut mit vntat so mag man ez ir doch mit nicht genemen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 21 Schwsp.(L.) Art. 22 Wie ein man seinen vrivnde gut sol shol maden. nach seime tode.
ist daz ein man seinem frivnde gut shaffen wil nach seinem tode vnd wil er im daz sicher machen so sol er im shrift geben als hie uor vͤmb ein leipgedinge geredet ist. oder er shol vor seinen richter varn oder vor seinen herren vnd shol die gezivge zihen vnd ander die da pei sint. wil abr erz im gar stete machen so sezze im einen zins dar auz. da mit hat er die gewer vnd mac daz gut nicht verliesen mit rechte. hat abr er erben die versprechenz ob sie wellen oder sie mugen sich versaumen. vnd ist den man ehafte not ane get der die gabe hat getan der shol sein gut an greifen vnd shol sein ehaftiv not da mite puezen. vnd wil im daz iener weren so shol er varen vor seinen richter oder vor seinen herren vnd shol bereden sein ehafte not. daz ist hunger vnd vrost vnd vanknisse an sein shullde. vnd als er daz getut so shol der richter ienen gepieten daz sie in dar an icht irren. ez man dem die gabe geben ist die gabe daz sie im slechtes ledik wirt. recht als daz puch hie uor spricht wie ein svn seins vaters erbe verbuͤrkt also verwirket iener die gabe. die gabe haizet stete die vor dem richter geshiet. die heizet auch stete die mit de shrift. die ist aller stetest die mit der gewer.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 19
Wy ein man synem vrevnde guet machen schol.
Ist das ein man synem vrevnde gvt schaffen wil nach sinem tode vnd wil er im daz sicher machen so schol ein hantveste geben als hy vorvm leipgedinge geret ist oder er schol fvr [Seite 17] sinen richter varn oder fvr sinen herren vnd schol ez an dy geczuge czihen und an dy andern dy da py sin gewesen wil aber er imz gar stet mache secze im einen czins darvz damit hat er dy gewer vnd mac daz gvt nicht verliesen mit rechte hat aber er erben dy versprechen ez ob sy wellen oder sy mvgen sych versovmen vnd ist daz den man ehaftige not aneget der dise gab hat getan der schol syn gvt angriefen vnd schol syn ehaftige not da mit pvesen vnd wil im daz iener weren so schol er varn fvr sinen richter oder fvr den herren vnd schol pereden sin ehaftige not daz ist hvnger vnd vrost vnd vancnvsse an sine schulde vnd als er daz getvet so schol der richter jenem gepieten daz er in daran nicht irre ez mag der man dem dy gab geben ist fvrwvrchen wider den der im slechtes ledich wiert recht als daz pvch hy vor sprichet wy ein svn sines vater erbe verwurchet also verwurchet iener dy gab dy gab heizet stete dy vor dem richter geschiet dy heizet ouch stete dy mit der schrifte dy ist aller stetist dy mit der gewer. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 22
Schwsp.(L.) Art. 23 Wie der man sein gut e verzeren sol dann der vrowen dacz ir.
Geit ein man seinem weibe ze heimstivre varnde gut oder ander gut ane varnde gut daz mak er nimmer ane werden die weil er ander gut hat. vnd twinget abr in ehafte not er geit ez wol mit rechte hin vnd er buͤezet sein ehafte not. vnd ist daz sie im alseinlich gut geit er shol daz seine e ane werden e daz ir. wirt abr er ir guͤt ane daz sie zv im bracht hat vnd stirbet der man vnd mac sie selb dritte erzivgen daz ez ir wille nicht enwere man shol ir gut lan vnd waz daz gut vergolden hat. ez ensei denne daz der man dar ge vnd berede mit sein eins hant daz im sein sin vnd sein gewizzen sait daz er recht hette. daz ist dar vmbe gesezzet daz die vrowen vͤmbe gut nicht mugen arbeiten als die man vnd auch dar vͤm daz vrowen wirs stet ob sie nach deme almusen gent denne den mannen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 20
Wy ein man syn gvet .e. verczeren schol danne der frowen das ir.
Gibt ein man gvet synem wybe czu eimstiwre varvndes gvt oder ander gvt an varvndes gvt daz mag er nimmer ane werden dy wil er ander gvet hat vnd twinget in aber ehafte not und ist daz sy im ovch alsemelich gvt gibt er schol daz sin .E. ane werden .e. daz ir wiert aber ir gut an daz sy czu im pracht hat vnd stirbet der man vnd mac sy selbe dritte ercziwgen daz ez ir wille nicht were man schol ir ir gvet lazen vnd swaz daz gvet vergolten hat izen sy daz der man darge vnd perede mit syn eines hant daz im syn sin vnd sein gewizzen seite daz er rechte het daz ist dar vmme geseczen daz dy vrowen vmme gvt nicht mvgen arbeiten als dy man vnd ouch darvmme daz ez der frowen wen wirser ane stet ob sy nach dem almosen gent danne dy man. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 23 Schwsp.(L.) Art. 24 Waz die vrowe behabet die von iren manne gesheiden wirt.
und ist daz ein man von seinen weibe wirt gesheiden von recht vnd daz sie paide nicht enwesten daz mit vnrecht pei ein ander sazen si behabt irz selbez gut nd ir morgengabe vnd ir leipgedinge vnd sein eigen mit seiner erben vrlobe ob die erben zv iren tagen kvmen warn. welch erbe ze seinen tagen
nicht kvmen was deme shadet auch die gab nicht die er getan hat. |
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 21
Waz dy frowe dy von ir manne gescheiden wiert.
Vnd ist daz ein man von synem wibe wiert gescheiden mit rechte vnd daz sy peide nicht enwellen daz sy py einander mit vnrecht sazzen sy pehabt ir selber gvt vnd ir morgengab [Seite 18] vnd ir leipgedinge vnd sin eigen mit syner erben orlovbe ob dy erben czu ir tagen komen waren. Swe sint erbe czu sinen tagen nicht komen waz den schadet ovch dy gab nicht dy er getan hat. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 24 Schwsp.(L.) Art. 25 Daz ist ein michel lantrecht wie die erben mit der witewen teilen.
Swa ein man stirbet vnd ein weip lat vnd nicht kinde die erben
shullen zv der witewen auf daz gut varn vnz zv den dreizegisten dar vͤmb daz
sie bewarn daz des gutes icht verlorn werde daz si an gehorte. mit der erben
rate sol die vrowe die begrebde began vnd shol auch in dem gute sitzen vnz an
den dreizigesten tac. von dem erbe shol man des ersten gelden dem gesinde ir
verdientes lon als uil als in gepurt vnz an den selben tak daz ir herre starp.
man shol daz gehalten vnz an den dreizigisten tac daz sie sich mugen bestaten
vnd sich verrichten. wil abr der erbe so shullen sie dienen vnz auf vollez
lon. vnd ist in ze vil lons gegeben der enduͤrfen sie nicht wider geben ob
man sie lat von irme zil. lant man im von iare oder von monode daz shullen sie
ze den heiligen behaben. wer auf genade hat gedienet der muz den erben auch
genaden manen.
vnd stirbet auch der diener e daz lon verdient habe daz im gelobt
was man ist seinen erben nicht mer lons shuldic shuldic ze geben den als uil
er verdienet hot vnz an die zeit daz er starp. dar nach muz
die vrowe mit den erben teilen die houespeise die nach deme dreizigesten
pleibet swo sie die hot an in ir gewalt. so shol die vrowe sein ros also
gesatelt oder daz peste phert daz er hat vnd daz peste harnash daz er hette ze
seinem leibe vnd daz peste swert daz shol sie allez seinem herren geben ob er
ein dienstman was. dar nach shol sie den erben geben einen polster vnd ein
pette vnd zwei kuͤssen vnd zwei leilachen vnd tishlachen vnd ein padelachen
vnd zwu twehelen. daz ist ein gemaine hineuart ze geben vnd ist auch ein
recht. da sezzent auch die leute manig dink zv daz dar zv nicht hort. swo die
vrowe der dinge nicht enhat der shol sie nicht geben ob sie ir vnshulde dar
zv tut daz ez nicht enhabe. sie muͤze vͤmme der iegliches einen eit
svnderlichen tun. swes sie abr beweisen mac da nimt man ir ait nicht vmbe.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 22
Daz ist ein michel lantrecht wy dy erben mit witeben teilen schullen daz gvet.
Swo ein man stirbet der ein wip let vnd nicht kinde dy erben schullen czu der witben vf daz gvt varn vncz czu dem drizegistem dar vmme daz sy pewarn daz des guetes icht verlorn werde des an sy gehort mit der erben rat schol dy frowe dy py grab pegen vnd schol ovch indem gvete siczen vnd czu dem drisigisten von dem erb schol man daz aller erste gelten dem gesinde ir verdientez lon als vil in angepvert vncz an den tac daz ir herre starb man schol daz behalten vncz an den drizigisten daz sy sich anderswo mvgen pestaten vnd sich verrichten wil aber der erbe so schullen sy voll dienen vnd ouch vollez lon enphahen vnd ist da czu vil lones gegeben des endvrfen sy nicht wider geben ob man si let vor irme czil [Fol. VIII.] lont man in aber von iar oder von dem manod daz schullen sy vf dy heiligen pehaben. Swer vf genad hat gedient der mvz den erben ovch genaden manen vnd stirbt ouch der diner .e. daz er syn lon verdient hab daz im gelopt waz man ist sinen erben nicht mer lons schuldic czu geben danne als er verdienet hete vncz an dy czeit daz er starb.
Dar nach mvz dy frowe mit den erben teilen dy hovspise dy nach dem drizegistem pelibet swo sy dy hat oder swo sy anderswo ist danne mir gewalt so schol dy frowe syn ros also gesatelt oder daz peste phert daz er hat vnd daz peste harnaische daz er hete czu seinem leibe vnd daz peste swert daz schol sy allez samt synem herren geben ob er ein ein dienstman waz. Dar nach schol sy geben den erben einen polster vnd ein pette vnd ein kvssen vnd czwei leilachen ein tislachen vnd ein padelachen vnd ein pethe vnd czwo tweheln daz ist ein gemeine hinne vart czu geben vnd ist ouch recht da sazent dy leute manic dinc czu daz da czu nicht gehoret. Swo dy frowe der dinge nicht en hat der schol sy nicht [Seite 19] geben ob sy ir vnschvlde darczu tvt daz sy ez nicht en hab sy mvez vmbe der igliches einen eit svnderliche tvn swes man sy aber pewisen mac da mmpt man ir eides nicht vmme. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 25 Schwsp.(L.) Art. 26 Von totleibe.
Swa zwene man ze ainer totleibe geporen sint do shol der elter daz
swert nemen vor hin dan. daz ander teilent sie gleiche. swo zwene oder mere
oder mer denne zwene ein gut teilent do shol der elter teilen vnde der iunger
weln. swa die svne zern tagen kvmen sint do shol der aller elterst pruder
seins vater swert nemen ze totleibe vnd shol der kinde voget sin vnz daz sie
zv ir tagen kumen sint. so shol er ez denne den kinden wider geben vnd allez
ir gut. oder er shol inz wider raiten wo er ez getan habe oder pidert oder wie
erz verloren habe von vngelucke. er ist auch der witewen vormunt die weil sie
ane man ist ob sie wil vnd ob er ir ebenbuͤrtik ist. nach dem totleibe
shol die vrowe ir morgengabe nemen vnd allez daz zv deme varnden
gute gehoͤret. daz sint shof vnd geiz vnd rinder vnd swein vnd gense
vnd hvͤnre vnd kasten die nicht ane genagelt sint vnd garn vnd pette
vnd polster vnd kvͤssen die sie dar hete pracht vnd leilachen tishe.
lachen peken vnde luͤchten vnd alle weiplide cleider vnd vingerlein vnd
armgolt vnd shapel vnd selter vnd alle puch die zv dem gotes
dienste gehoͤrent sideln vnd laden die nicht an genagelt sint tebich
vnd vmmehenge vnd allez gebende. diz ist ze der vrowen varnden
gute gehoret. noch ist maniger hande dink daz die vrowen an gehoͤret
versnitene lachen ze cleidern. vnd ob da golt ist vnde silber vnuerworcht daz
hoͤrt die erben an vnd nicht die vrowen. swo der wirt der
dinge deheinez versezzet hot daz suln die erben loͤsen ob ez one hort vnde
die vrowe nicht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 23
Wenne der vater stirbet waz dy kinder czu tot leibe nemen schullen.
Swo czwene man czu einer tot leip geporne sint da schol der elter daz swert nemen vor hin dan daz ander teilent sy gelich. Swo czwen oder mer danne czwen ein gut teilent da schol der elter teilen vnd der ivngere welen swo dy svne czu iren iaren nicht komen synt da schol der aller eldeste prvder synes vater swert nemen czu tot leibe vnd schol der kinde voyt sin vncz daz sy czv iren iaren komen sint so schol er ez den kinden wider geben vnd allez ir gvet oder er schol unz wider reiten war erz getan hab oder vmme wy erz verpiderbt hab oder wo ez im mit rovb oder mit diepheit ab geprochen sy oder von vngelvcke an sin schulde genvmen si er ist ouch der witeben vormunt dy weile sy ane man ist ob sy wil vnd ob er wil dy weil er ir eben pvrtich ist.
Art. 24
Waz dy frowe czu tot lebe nemen schol.
Nach dem tot leibe schol dy frowe nemen ir morgengab und allez daz czu dem varvnde gvt gehoret daz sint schaf vnd geize vnd swin vnd rinder vnd genze vnd hvner vnd allez gefvgele vnd casten dy nicht angenagelt sint vnd garn vnd pette dy sy dar hat pracht vnd polster vnd kvsse dy sy dar pracht vnd alle lei>achen vnd tislachen pethen vnd levchten vnd alle weipliche kleider vnd vingerlin vnd armegolt schapel vnnd selter vnd alle dy pvch dy czu gotes dienst gehorent sidel vnd laden dy nicht angenagelt synt tebich vnd vmhanc vnd rvcke lachen vnd allez gebende dicz ist daz czv der frowen varvndem gvet gehoret [noch ist mancher hande dinch daz dy frowen angehoret] versnitne lachen czu kleidern vnd ob da golt ist oder silber vnverworicht daz gehoret dy erben an und nicht dy frowen. Swo der wiert der dinge keines verseczet hat daz schullen dy erben losen ob ez si angehoret vnd dy frowen nicht [Seite 20]. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 26 Schwsp.(L.) Art. 27 Ob man ein kint mvͤnchet daz vnder siben iaren ist.
Mvͤnchet man ein kint daz vnder siben iaren ist vnd vert ez vnder
der den virzen iaren auz ez behabt ane lantrecht vnd on lehenrecht allez daz
ez erben shol recht als ob ez nie gemvͤnchet were. daz selbe recht hot auch
die iunkvrowe abr nicht den vnder zwelf iaren. begibt sich abr der knabe
vͤber die virzehen iar der hot sich von lantrecht vnd von lehenrecht
erlediget vnd von erbeteil. seine lehen sint dem herren ledic. vnd seinen
nehsten frivnden wirt daz erbe. vnd die iuͤnkvrowe hot daz selbe recht so
sie kvͤmt vͤber die zwelf iar. laugen si abr des daz sie nicht zv den
tagen kvmen sint als hie vor gesprochen han so shol man sie des vͤberzivgen
mit vater vnd mit muter oder mit ander irr magen oder mit ander iemande der ez
weiz der selb dritte man dar get vnd swert daz sie alt sein als da uor
gesprochen ist. so hant sie ir recht verlorn. hant sie abr nicht gezivge so
shol man knaben mit disen dingen vberzivgen. man shol im greifen oben an den
munt vnder der nasen vnd vindet man da cleinez har daz ist ein gezivge. man
shol im greifen vnder die pain ob seiner geshefte vnde vindet man da cleinez
har dacz ist der ander gezivg. man shol im greifen vnder die vͤchsen vnd
vindet man da cleinez har daz ist der dritte gezivg. da mit hat man behabet
daz er vierzehen iar alt ist oder elder. die iuncfrowen mac man nicht
vͤberzivgen mit disen drein dingen als uor gesprochen ist. swie alt abr der
knabe oder die iuncvrowe sei vnd tunt sie sich in geistlich leben daz sie
wandel haben ze zwen iaren. vnd varent sie vor dem iare auz sie habent ir
recht verlorn. man mac den knaben vͤberwinden mit den prudern die pei im
sein gewesen in dem closter do er inne was ob er iar vnd tac in dem leben ist
gewesen. vnd sagent sie daz vor ir maistershaft pei ir gehorsam der
iuͤngeling hat verlorn vnd er muz mit rechte muͤnch sein vnz an sein ende
oder er muz groͤzlich abtruͤnnig sein ewiclich. also vͤbrzivget man auch
die magt mit vrowen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 25
Ob ein kint czv einem mvnche wiert daz vnder siben iaren ist oder nvnne wiert ob man im sin erbe schvlle geben oder nicht.
Macht man ein kint czv einem mvnche daz vnder siben iaren ist vnd vert ez vnder den wierczehen iaren vz ez pehabt an lantrecht vnd an alle lehen recht alles daz ez erben schol recht als ez nie czu einem mvnche wer warden. Daz selbe recht hat ovch ein ivncvrowe aber nicht wan vnder czwelif iaren pegibt sych aver ein knappe vber vierczehen iarn der hat sych von lantrecht vnd von lehen recht erledigt vnd von erbeteil sine lehen sint dem herren ledich vnd sinem nechsten erben wirt daz erbe vnd ein ivncvrowe hat daz selbe recht so [Fol. IX.] sy kvmpt vber czwelif iar.
Lovgent sy aver des daz sy czu iren tagen nicht komen sy als ich hy vor gesprochen han so schol man sy des vbercziwgen mit vater vnd mit mvter oder mit andern ir magen oder mit einem der ez weiz der selbe dritte dar gat vnd swert daz sy als alt sin als hy vorgesprochen ist so habent sy ir recht verlorn habent awer sy nicht gecziwge so schol man den knaben mit disen dingen vbercziwgen man schol im grifen an den mvnt oben vnder der nasen vnd vindet man da kleines har daz ist ein gecziwg man schol im ovch grifen vnder dy pein ob sinem geschefte vnd vindet man da kleinez har das ist der ander gecziwg. | Man schol im ovch griefen vnder dy vchsen vnd vindet man da kleinez har daz ist der dritte geczwg. Da mit hat er pehabt daz er vierczehen iar alt ist oder elter. Dy ivncvrowen mac man nicht vbercziwgen mit disem drin dingen als hy vorgesprochen ist. Swyͤ alt aber der knap vnd dy ivncvrowe ist vnd tvnt si sich ingeistliches leben daz sy wandel haben czu einem iar vnd varen sy vor dem iar vz si habent ir recht verlorn. Mag man aver den knaben vber winden mit den prvdern dy py im sint gewesen in dem kloster da er inne waz ob er iar vnd tac oder mer indem leben ist gewesen vnd sagent si daz vor ir meisterschaft py ir gehorsam der ivngelinch hat verlorn vnd er mvz mit rechte mvnich sin vncz an syn ende oder er mvͦz grozlichen abtrvnnic [Seite 21] sin von ewen vnd czu den ewen vnd also vbercziwget man dy magt mit frowen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 27 Schwsp.(L.) Art. 28 Der sich begibt in geistlich leben one seines weibes willen.
Und hat ein man ein elich weip vnd begibt sich in geistlich orden on ir willen vnd vodert in ze sentrecht her wider auz sein lantrecht vnd anderev seine recht hat er behalten. seine lehen sint den herren ledig. wan ein iglich man mac seinen hershilt wol nider legen an seins weibes vrlop. daz ist daz sich ein man des swertes gelaubet vnd von seiner vrowen doch nicht kvmet.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 26
Der sich pegeit ingeistlichez leben an sines wybes willen.
Vnd ist daz ein man wyp hat czu elichen dingen vnd pegibt sich an ir willen in geistlichen orden vnd vodert si in herwider vz sin lantrecht vnd ander recht hat er pehalten sine lehen sint den herren ledic wan ein iglich man mac sinen herschilt wol nider legen an sines wibes vrlovb daz ist daz sich ein man des swertes gelovpt vnd von siner vrowen doch nicht kvmpt. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 28 Schwsp.(L.) Art. 30 Ob man oder weip stirbt on erben.
Swa ein menshe stirbt ez sei weip oder man on erben swo sie hinder in
gut lan ez sei varndez gut oder ander gut vnd habent sie
einen herren des sie eigen sint dem shol manz antworten ob erz vodert. oder
ist er eins gotzhauses so ist ez daz selbe recht. vnd vodert ez niemant vnd
ist ez auf dem lande so shol ez sich der lantrichter vnderwinden. vnd ist ez
in einer stat so vnderwindet sichz der stete herre oder sein richter. er shol
ez iar vnde tac behalden in seiner gewalt. ob iemant kume der sich mit rechte
dar zv habe innerthalp iares vnd tages dem shol manz on shaden wider lazen.
kvͤmt imant nach dem iare der beredet daz in ehafte not gelezzet habe dem
shol man antworten. ehafte not ist vanknisse vnd ob ein man an des reiches
dinste ist oder in gotes dienste ist oder den siechtum irret.
vnd welher er der einz beredet mit seinen zwen vingern oder selb dritte ob er
des state hot so shol man im recht tun vͤmb sein gut. vnd soͤlde der mensh
iemande gelden daz shol man pei dem ersten gelden.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 27
Ob ein man oder ein wyp an erben stirbet wy dy erben mit der witeben teilen schullen.
Swo ein mensche stirbt ez si wip oder man dy an erbent swaz sy hinder in guetes lazent ez sy varvndes gvt oder ander guet habent sy einen herren des sy eigen sint den schol man ez antwurten ob er ez vodert oder ist er eines gotshvs so ist ez daz selbe recht vnd vordert ez niemant vnd ist ez vf dem lande so schol sich sin der lantrichter vnderwinden vnd ist ez in einer stat so vnderwinde ez sich der stete herre oder sin richter er schol iz aver iar vnd tac pehalten insiner gewalt ob iemant kome der sich mit rechte darczv hab innerhalp iars vnd tages dem schol man ez ane schaden wider lazen kvmpt aver nach dem iar iemant der daz peret daz in ehafte not geirret hab dem schol manz antwurten. Ehafte not ist vancnvsse vnd ob ein man an des riches dienste ist vnd in der sichtvm irret vnd swelcher ez der eines peret mit sinen czwein vingern oder selbe dritte ob ez des stat hat so schol man im rechte tvn vmme sin gut vnd scholte der mensch iemant gelten daz schol man py dem ersten gelten. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 29 Schwsp.(L.) Art. 31 Wer an geshefte veruert wem sein gut werden shol.
und ist ein mensh nicht aigen vnde ligt an seinem tode vnd hot keinen
erben als uor gesprochen ist der mac sein gut geben wem er wil. vnd ist ez abr
zinser zeim gotzhause ez shol daz virtail seins gutes dar geben. vnd vert ez
an geshefte ez ist gar des gotzhauses wan daz man dar shol gelten.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 28
Der vz vert wem syn gvt werden schulle oder an dem tot pette leit vnd er keines kint nicht enhat.
Der an ein geschefte verre vert oder ob er an sinem tot pette leit vnd er hat nindert keinen erben er mac sin gvt geben swo er wil. Vnd ist aver daz gut czinshaftig czv einem [Seite 22] gotshvs er schol daz vrteil sines guetes dar geben. Vert er aver vz vnd stirbet vnderwegen daz gut ist des gotshus almitalle an daz man da von gelten schol. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 30 Schwsp.(L.) Art. 32 Daz reiche vnd die swaben die habent gleich recht an ir erbe.
Daz reiche vnd die swaben mugen sich nimmer versaumen an ir erben die weil sie ez erzivgen mugen diz recht gap der keiser karl den swaben. daz geshach zeinen zeiten uor rome do romer den pabest ze rome het erplendet. der hiez leo vnd was kvnig karls pruder. do besaz kvnig karl rome zehant dar nach vil der herzoge gerolt uon swaben pei dem in rome. vnd mit der swaben hilfe gewan kvͤnig karl rome vnde gesigete romern. auch den swaben wenne man vmb des reiches not streiten solde do shullen die swaben vor aller sproche streiten vnd shol ir haubtman sein der herzoge von swaben. ist der da nicht so shol des reiches marshalk ir haupman sein. diz recht vnd ander guter recht haben die kvͤnige den swaben verlihen di wir her nach wol gesagen an disem puche die die swaben hant verdient mit ir frumekeit.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 29
Daz reich vnd dy swaben habent geliche recht.
Daz reich vnd dy swaben mvgen sich nimmer versovmen an ir erbe dy weyle si ez ercziwgen mvgen. Dicz recht gab der keiser karl den swaben daz geschach czv einenczeiten vor Rome do dy Romer den pabst czu Rome hetten erplendet der hiez leo vnd waz kvnichs karel pruder do pesacz kvnich karel Rome czu hant dar nach do viel der herczog Gerolt von swaben pi dem ersten in Rome vnd mit der swaben helfe gewan der kvnig karl Rome vnd gesigte Romern an er leich ouch den swaben swenne man vmme des riches not striten scholte da schullen dy swaben vor aller sprach striten vnd schol ir hovptman syn der herczog von swaben ist der da nicht so schol des riches marschalc ir hovpt man syn dicz recht vnd ander gvte recht habent dy kvnige den swaben verlihen dy wier her nach wol gesagen an disem pvche dy dy swaben habent verdient mit ir frvmkeyt. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 31 Schwsp.(L.) Art. 33 Wie man recht nemen muz nach dem lant siten.
Ein iglich man der auz eime lande in daz ander uert vnd wil vor
gerichte recht nemen vͤmb ein gut daz in dem lande ligt ez muz nach deme
lande recht nemen da daz gut inne ligt vnd nicht nach seins landes recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 30
Wy ein iglich man daz recht nemen schol nach dem lant siten da er inne vert.
Ein iglich man der vz einem lande in daz ander vert vnd wil vor gerichte recht nemen vmme ein gvt daz in dem lande leit er mvz recht nemen nach des landes recht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 32 Schwsp.(L.) Art. 34
Man vnde weip sint vnbeteilt an ir gut.
Man vnde weip mugen kein gut haben gezweiet. stirbet abr der man daz
weip erbet nicht dann als hie vor gesprochen ist. ein weip mag ir gutes nicht
hin gegeben an ir mannes willen noh ein man an seins weibes willen den als daz
puch hie uor seit.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 31
Wy man vnd wyp ir guet nicht geteilen mvgen dy weil vnd sy leben.
Man vnd wip mvgen nicht gehaben kein gvt geczweit stirbet aver der man daz wip erbet nicht wan als hy vor gesprochen ist ein wip mag ires gvtes nicht hingeben an irs mannes willen noch ein man an sines wibes willen wan als daz puch hy vor sayt. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 33 Schwsp.(L.) Art. 35
Ein weip mak iren manne kein erbe gegeben des sie selbe dennoch nicht
enhot geerbet vnd des sie wartet ze erbenne. vnd also mac auch der man ir daz
selbe. vnd also mac niemant dem anderen erbe geben des er selbe dennoch nicht
geerbet hot. ez mac auch kein weip ein gut ze eigen gehaben daz ir lipgedinge
ist noch mag ez ir erben nach ir tode nicht gelan. vnd spricht sie also daz ez
ir aigen sei vnd mac sie des nicht behaben mit der vnrechten ansproche hot sie
ir leipgedinge verlorn. vnd also mac eim iglichem menshen geshehen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 32
Wy ein vrowe ir leipgedinge verlevst.
Ein wip mac ir manne kein erbe gegeben des sy dan noch selbe nicht enhat geerbet vnd des sy wartet czv erben vnd also mag ovch der man [Seite 23] niemant dem andern kein erbe geben des er selbe dannoch nicht geerbet hat. Ez mag ovch kein wip nicht czv eigen gut pehaben daz ir leipgedinge ist noch mag ez ir erben nach ir tot nicht verlan. Sprichet si aver also daz ez ir eigen sy vnd mag sy des nicht pehaben mit der vnrechten ansprache hat sy ir leipgedinge verloren also mag ouch einem iglichen menschen gescheen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 34 Schwsp.(L.) Art. 36 Wie man leipgedinge sicher machen shol.
Uon leipgedinge shulle wir kuͤrlichen sprechen. vnd hat ein man ein leipgedinge uon eime gozhause dar uͤber shol er priue vnde hantveste vnd insigel des capitels nemen. vnd ist ein probest da phleger des prieue shol er auch nemen. vnd nimpt er nicht priue vnd mac er denne zwene zv im gehaben die daz sprechen daz sie ez sahen vnd horten daz ez im die lihen die sein gewaldig waren ze leihen vnd sint halt die tot die ez im verlihen haben vnd hat ein man daz gut in seiner gewer er behabtes dennoch selb dritte. vnd hat er ez nicht in seiner gewer vnd ist er tot der ez do leich er muz selp sibende erzivgen. wir sprechen daz priue bezzer sint den gezivge. wand gezivge sterbent so
pleiben die priue ewig vnde stete. diz heizent hantuesten. da hilft ein tot
gezivge als vil als die lebendingen. swer auch uon iaren leipgedinge gewinnet
der nem die selbe gewisheit. vnd ist daz ein laie nicht insigels hot vnd ist
er gesezzen in einer stat man shol im der stat insigel geben ob si ez hat. hat
sie ez nicht so nem des richters insigel ob erz hat. hot erz nicht so nem der
stete herre insigel nemen so ist er sicher. vnd ist ez auf dem lande so nem
des lantrichters insigel ob er ez habe. vnd lavgent der herre dem manne daz er im nicht zinses habe gegeben
von deme gute des shol er in vberzivgen selp dritte die daz sahen daz er den
zins von im enphienge oder der pote den er im ze zinspoten gebe so hot er sein
gut behabt. vnd ist daz ein man ein gut gewinnet ze zwen leiben oder zeinem
leibe vnd nennet di leibe vnd besheidet nicht welher noh dem leibe nizen
shuͤlle der ez in der gewer hat als der leip stirbet so shullen ez die leibe
mit ein ander niezen die da genennet sint. vnd wirt ein leip svndern genennet
daz er nach dem leibe niezen shulle der da ueruert der shol daz gut niezen die
weil er lebt. wil er daz gut an werden durch ehafte not der ez da gewunnen hat
vnd hat er anders gutes nicht wan des selben gutes er wirt ez mit recht wol
ane daz in die leibe nicht mugen geirren. wollen sie in abr irren so kvme er fuͤr seinen richter vnd clagez im. so
shol der richter dem leibe gepieten daz sie daz leipgedinge dem herren auf
senden. der shol da mite tun was er welle der ez da gewan. vnd tun sie des
nicht gerne der richter shol sie dar zv noͤten. di da nicht fuͤr kumen den
shol man daz leipgedinge mit vrtail vrtailen sie habe denne ehafte not
geirret. habent abr die leibe ir gut dar an gegeben vnd haben daz gedinget daz
er daz gut on ir willen nicht ane wuͤrde vnd habent sie gezivge zwene man zv
in oder stet ez an ir hantuesten so mac er des gutes nicht an werden an ir
willen. seinen leip wirt er wol an. vnd wil man daz gut ane werden so shol
manz den herren on pieten e ander leute. vnd wil er als uil dar vͤmb geben
als ein ander man so gebz im. wil er des nicht so gebez wem er welle sein
recht. vnd wem erz geit von dem shol der herre den zins nemen. vnd ist daz der
herre den zins verwidert so zihe er zv gezivge zwene man oder mere daz er im
den zins gepoten habe vnd behalde den zins vnz an die zeit daz er abr zins
geben shulle. so pite denne einen mit dem andern dar vnde abr mit gezivgen.
daz shol er tun al die weil er den zins verwidert vnd shol den zins vnuert
lazen ligen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 33
Wy man leipgedinge sicher vnd stet machen schol.
Von leipgedinge schulle wir kvrzlichen sprechen vnd hat ein man leipgedinge von einem gotshus darvber schol er prief nemen vnd insigel des capitels. Ist aver ein probest da phleger des prief schol er ouch nemen vnd nimpt er nicht prief vnd mag er danne czwen czv im haben dy daz sahen vnd horten daz ez im dy lehen dy syn gewaltich waren czv leihen vnd sint halt dy tot dy ez im gelihen habent. Vnd hat ein man daz gut insiner gewer vnd ist der tot der ez da lech er mvz ez selbe sibende ercziwgen wir sprechen daz prief pesser sint danne gecziwge wan gecziwge sterbent so peleibent dy prief immer stete dicz heizent hantveste da hilfet ein toter gecziwge als vil als ein lebender. Swer ouch von lehen leipgedinge gewinnet der neme dyselben gewisheit vnd daz ein leye nicht insigels hat vnd ist er gesezen ineiner stat man schol im der stat insigel geben ob sy ez hat hat sy syn nicht zo neme er des richters insigel ob er eynes hat hat er sin nicht so neme er der stet herren insigel so ist er sicher vnd ist ez vf dem lande so nem er des lantrichters insigel ob er ez habe vnd lovge der herre dem manne daz er im nicht czinses hab gegeben von dem guete des schol er in vbercziwgen selbe dritte dy daz sahen daz er den czins von im enphie oder der pote den er im czu sent poten gab so hat er sin gut pehabt. Vnd ist daz ein man ein gvt gewinnet czu czwein leiben oder czu einem leibe vnd nennet dy leibe vnd pescheidet nicht welcher nach dem niezzen schol der ez inder gewer hat als der leip stirbet so schvllen dy leib mit einander niezzen dy da genennet sint vnd wirt ein leip svnder genennet daz er nach dem leibe niezzen schulle der da ververt der schol daz gut niezen dy weil er lept wil er daz gvt ane [Seite 24] werden dvrich ehaft not der ez da gewunnen hat und hat her anders gutes nicht wan des selben gvtes er wirt ez mit rechte wol an daz indy leybe nicht geirren mvgen. | Wellent aver sy in irren so schol der richter den leiben gepieten daz sy daz leipgedinge dem herren vfsenden der schol damit tvn swaz er welle der ez da gewan vnd tvnt sy des nicht gerne der richter schol sy des noten dy da nicht fvr koment den schol man dy leipgedinge mit vrteil verteilen sin hab danne ehafte not geirret. Habent aver dy leipgedinge ir gut daran geben vnd habent daz gedinget daz er daz gut nicht an ir willen ane wurde vnd habent sy geczivge czwen man czv in oder stet ez an ir hant veste so mag her des guetes nicht ane werden an ir willen sinen lip wirt er wol an vnd wil man daz gut anwerden so schol man ez den herren anpiten e ander levte. | Vnd wil er als vil dar vmme geben als ein ander man so geb ez im wil aber er des nicht s[o] geb ez swem er welle synt recht vnd swem ot er daz gibt von dem so schol der herre den czins nemen. Vnd ist daz der herre den czins verwidert so czevch er czv gecziwge czwen man oder mer daz er im den czins gepoten hab und pehalte den czins vncz an dy czeit daz er aber czins geben schulle so piete danne einen mit dem andern dar vnd aber mit gecziwgen daz schol er tvn al dy weile vnd er den czins verwidert vnd schol den czins vnverwerten lazen ligen. |
Schwsp.(Langform M) LR. Art. 35 [1275/87] Schwsp.(L.) Art. 37 Der auf lehen leipgedinge leihet.
Swer auf lehen leipgedinge leihet da hat iener nicht an wan die weile
vnd als lange daz lehen wert. hat abr ienr in an gedinget daz er im die leibe
steten shol daz muz er tun mit rehte. oder er muz im geben daz im lieber ist.
vnd ist er tot der die leipgedinge gelige hat vnd hat er gut hinder im gelan
wer daz erbet oder hot geerbet der shol den leuten mit recht ir shaden abe
legen. dicz ist recht. wan ez shol niemant den anderen trigen. vnd ist daz ez
der herre het gedinget do er die leibe lehe daz er also sprach. wirt meinem herren sein
lehen ledic so wil ich auch daz die leibe ledic sein mugen die erben daz
erzivgen selb dritte so legent si im keinen shaden abe.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 34
Swer vf lehen leipgedinge leihet.
Swer vf lehen leipgedinge leihet da hat iener an nicht wan dy weile vnd als lange daz lehen wiert. Hat aver iener man gedinget daz er im dy liebe steten schol daz mvͦz er tvn mit rechte oder er mvͦz im geben daz im lieber ist. | Vnd ist er tot der dy leipgedinge hin gelihen hat vnd hat er gut hinder im gelazen swer daz erbet oder hat geerbet der schol den levten mit rechte ir schaden ab legen dicz ist recht wan ez schol niemant den andern triegen. Vnd ist daz ez der herre hat gedinget do er dy lip lech daz er also sprach wiert niemant herren sin lehen ledich so wil ouch daz liebe ledic sin mvgen dy erben daz ercziwgen selbe dritte so legent sy im [Seite 25] keinen schaden abe. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 36 Schwsp.(L.) Art. 38 Von arcwenigen lehens erben.
Nv vernempt vm ein weip die kint treit nach ir mannes tode vnd sie
berhaft ist vnd genist si dar nach des kindes vnd hat si des gezivge zwene man
oder zwu vrowen die ir arbeit gesehen hant vnd dacz kint lebende gesehen haben
daz kint behabt des vater erbe. vnd stirbet dar nach waz ez geerbet solde han
daz erbet auf die muter. vnd allez daz leipgedinge daz sein vater iemen an
seinem leibe hete daz wirt deme herren ledig. wirt abr daz kint ze kirchen
pracht so bedarf die vrowen nicht gezivges wan des phaffen der ez begraben hot
oder ez getauft hat. wer ez auch totes ze kirchen hat gesehen der ist sein
auch wol gezivg.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 35
Wy ein vrvwe ein kint treit nach ires manes tot und wy daz selbe kint des vaters erbe nimpt.
Nv vernempt vmme ein wip dy kint treit nach ires mannes tot vnd sy perhaft ist vnd genist sy dar nach des kindes vnd hat si des gecziwge czwene man oder czwo vrowen dy ir arbeit gesehen habent vnd daz kint lempdic habent gesehen daz kind pehabt des vaters erbe vnd stirbet ez dar nach swaz geerbet scholte haben daz erbet ouch dy mveter vnd allez daz gedinge daz sin vater an sinem leibe ienem hete gedinget daz wiert dem herren ledic. | Wirt aver daz kint czukirchen pracht so pedarf dy vrowe nicht gecziwges wan des phaffen der ez pegraben hat oder ez getovfet hat. | Swe ez ovch totes czu kirchen hat gesehen der ist sin wol gecziwc. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 37 Schwsp.(L.) Art. 39 Der sein aigen hin geit on des richters vrlop.
An der richter vrlop geit ein man sein eigen wol seinen erben. ligt
abr daz gut auf dem lande oder in dorfern er shol behalden ein halbe hube da
man einen wagen auf gewenden mvͤge. da shol man dem richter von dienen.
dinget abr dem richter sein recht auz so verkavft er sein gut wol. diz ist
etwa gewoͤnlich vnd etwa nicht. irret der richter daz der man nicht sin gut verkaufen mac so shol der man fuͤr den herren kvmen von dem der richter sein gerichte hat vnd shol auf den richter clagen daz er in zvnrecht geirret hat. so shol im der herre sein gut erlauben ze verkaufen. vnd hot im der richter keinen shaden getan so sholn im der heizen wider abe tun.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 36
Der sin eigen hin gibt an des richters vrlovp.
An der richter vrlovp gibt ein man wol syn gvt eigen sinem erben leit aver daz gut vf dem lande oder indorfern er schol pehalten ein halbe hvb daz man einen wagen vf gewenden mvge da schol man dem richter von dienent syn.
| Gedinget aver er dem richter syn recht vz so verkovfet er syn gut gar wol dicz ist eteswo gemein vnd gewonlich vnd eteswo nicht. | Irret der richter daz der man sin gut nicht verkovfen mag so schol der man fvr den herren komen von dem der richter syn gericht hat vnd schol vf dem richter klagen daz ir czv vnrecht geirret hat so schol im der herre sin gut erlovben czv verkovfen vnd hat im der richter kein schaden getan so schullen im der herre heizen abtvn. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 38 Schwsp.(L.) Art. 40 Ob ein vrowe kint gewinnet vor ir rechten zeit.
So ein man ein weip nimpt ze rechter e vnd ist daz die vrowe kint
gewinnet vor ir rechten zeit man mac daz kint beshelten an seinem rechte.
gewinnet ein weip kint nah ir mannes tode nach ir rechten zeit man mag ez aber
beshelten an seinem rechten wan ez ze spate kumen ist. die zweier slachte kint wer die rechtvertigen wil sint die degen kint so shol man ir zal reiten zem minsten ain vnd virzig wochen. die aine woche ist in ze genaden dar zv gesezzet. vnd einer iuncfrowen kint die mait ist gewesen do man si iren manne gap on einz virzig wochen. dicz gericht shol vor der phafheit geshen. vnd mak man die kint vͤberkvmen daz sie ze spate oder ze fruͤ kumen sint si erbent ir vater gutes nicht. ez erbent ie die nehsten mage. swer ein weip oder ein magt notzogt vnd nimt si dar nach zee ekint gewinnen sie nimmer sampt. Schwsp.(L.) Art. 41 kenphen vnd iriv kint vnde alle die vnelich geporen sint vnde die divpheit vnd raup vergulden haben. ich mein den rechten strozraup. vnd des mit gericht getwungen sint oder die haut vnd har erlediget hot vor gerichte die sint alle rechtelos. die vnelich geporn sint die gewinnent ir recht wider ob sie elich hirat tunt. sie erbent abr kein gut von ir erben. abr iriv kint erbent wol ir frivnde gut.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 37
Ob ein vrowe ein kint gewinnet vor ir rechter czeit wy man daz kint peschelten mag an sinem rechte.
Swenne ein man ein wip nimpt czu rechter .e. vnd ist daz dy frowe kint gewin vor ir rechter czit man mach daz kint peschelten an sinem rechte gewinnet aver ein [man] wipe [vnd] vnd kint nach ires manes tot nach ir rechten czeit man mag ez aver peschelten an sinem rechte wan ez czu spate komen ist. Dy czweir slachte kint swer dy rechtvertigen wil sint dy degen kint so schol man ir czal reiten czu dem ministen ein vnd [Seite 26] czweinzic wochen dy ein woche ist inczu genaden dar czu geseczet vnd einem medelin daz ein ivncvrowe vnd ein maget ist gewesen do man sy irem manne gab an ein viercziv wochen. Dicz gericht schol vor der pafheit geschehen vnd mag man dy kint vber komen sint si erbent irs vaters gut nicht sy erbent ouch ir mvͦter gutes nicht.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 38
Daz alle dy unelichen geporn sint dy synt alle rechtelos vorgerichte.
Swer ein magt oder ein wip notczoget vnd nimpt si in dar nach czu .e. ekint gewinnent sy nimmer mit einander kemphin vnd ir kint vnd alle dy dy devpheit vnd rovp vergolten habent ich mein den rechten strazrovp vnd des mit gerichte petwingen sin oder dy havt vn dy har geledigt habent vor gerichte dy sint alle rechtelos. | Vnd dy vnelich geporn sint dy gewinnent ir recht wider ob sy elich heyrat tvnt sy erbent aber kein gvt von ir erben aber ire kint erbent wol ir vrevnde gut. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 39 Schwsp.(L.) Art. 42 Wie man divpheit vnde raup zwiualt gelden shol.
Man shol alle divpheit vnd allen raup zwiualt gelden ob si sein mit gerichte genotet werden. gebent sie in abr vngenoͤtet wider so shol man in einualtig gelden. ist abr daz der diep oder der rauber daz gut an greifent sie muͤzenz zwiualt gelten si werden sein genoͤtet oder nicht. waz der rechte strozraup sei vnd an wem man in getun muͤge daz shol ev diz puch sagen. nieman beget den strozraup wan an dreier hande leuten an phaffen an pilgreimen vnd an kaufleuten. an phaffen die pheflichen varent also daz sie beshorn sein als die phaffen vnd pheflich gewant ane furent vnde ane gewepen vnd ane wafen varent. man beget auch an der phaffen gesinde strozraup die mit in auf der stroze reiten vnde gent. vnd an den pilgrimen die stap vnde tashe von den prister genumen haben oder in der kerrein gen. vnd an den kaufleuten die uon eim lande zv dem andern varn von zvngen von eime kvͤnigreich in dacz ander. an den beget man rechten strozraup. vnd ist der strozraup nicht den fuͤnf shillinge wert so shol man den strozrauber henken nicht an den gemeinen galgen. man shol ein galgen richten zv der lantstroze vnd shol in dar an henken. ob die die den rechten stroz nemen vnd sie daz geriwet vnd geben in wider mit mutwillen daz sie niman dar zv twinget die habent ir recht dennoch nicht verlorn. muz abr man si mit gerichte dar zv twingen so habent sie ir recht verlorn vnd mvgen nimmer deheinen manne seins rechten helfen. sie sint verworfen von aller gezivgnisse die diser vntat shuldic sint die hie vor genennet ist. vnd sprichet man sie abr an vͤm die selben vntat vnd mac man in der vͤberkvmen mit dem shube oder mit gezivgen so richte man vber in als die recht hie sagent. ist abr daz man weder gezivge noch shube hat so shol man seins aides nicht nemen als eins frumen mannes. man shol im drei wal erteilen. die wazzer vrteil oder daz heiz eisen auf der hant ze tragen oder in einen wallenden kezzel wazzers ze greifen vnz an den ellepogen. gerichtet er da mit so ist der ledic der vrteil. hat der strazrauber den strozraup uertan er muz in zwiualt gelden ob er halt gar do ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 39
Wy man devpheit vnd rovp czwiualt gelten schol.
Man schol allen rovp vnd alle depheit czwiualde gelten ob sy sin mit gerichte genotet werdent gebent aber sy in vnpenotet wider so schol man ineinvalten gelten ist aver daz der devp oder der rovber daz gut angrifent si mvzen ez czwivalt gelten sy werdent syn penotet oder nicht waz der recht straz rovp sy vnd an wem man in getvͦn mag daz schol evch dicz pvech sagen. | Niemant peget den rechten strazrovp wan an drierhande levten an phaffen an pilgerim vnd an kouflevten an phaffen ob sy pheflichen varent also daz sy peschorne sint als phaffen sint czv rechte vnd phlegeliche gewant an fvrent vnd an wafen vnd ane were varent.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 40
Wy man an phaffen vnd an irem gesinde vnd an pilgerim vnd kovlevten den rechten strazrovp peget.
Man peget ovch an der phaffen gesinde strazrovp dy py inander straze ritent vnd gent vnd an pilgerim dy stap vnd taschen von ir pharrer genomen habent oder inder kerren gent vnd an kovflevten dy von einem lande czv dem andern varent vnd von czvngen czu czvngen vnd von kvnicrich czv dem andern an den peget man den rechten strazrovp. | Vnd ist der strazrovp [Seite 27] nicht wan fvnf schillinge wert so schol man den strazrovber hahen nicht an den gemein galgen man schol einen galgen richten czv der lantstraze vnd schol in daran hahen ob sy den strazrovp nement vnd sy daz gerewet wider mit mvetwillen daz sy niemant dar czv twinget dy habent ir recht dannoch nicht verlorn vnd mvgen nimmer mer kein man synes rechtes gehelfen si sint verworfen von aller geczivgeschaft dy diser vntat schvldic sint dy hy vor genennet ist vnd sprichet man sy aber vmme dy selben vntat an vnd mac man inder vberkomen mit gecziwgen so richt man vber in als daz pvch sagt. | Ist aber daz man der geczwge nicht enhat so schol man seines eides nicht nemen als eines frvmmen mannes man schol im drie wal erteilen der wazzer vrteil oder daz heiz eisen vf der hant czu tragen oder in einem wallunden kezel wazzers czugrifen vncz an den elpogen gerichter er damit so ist er ledic mit dem vrtail. | Hat aver der strazrovber den strazrovp vertan er mvͦz in czwivalt gelten vnd hat man ins penotet er mvz in aber czwiwalt gelten ob er doch gar da ist. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 40 Schwsp.(L.) Art. 43 Der vmb strozraub ze der echte kvͤmet.
Swer vͤmb den rechten strozraup in die echte kvmt als er dar inne
ist virzehen nacht so shol in geistlich gerichte ze banne tun. vnd als er
sechs wochen in den paiden ist so ist er elos vnd rechtelos vnd sint seine
lehen deme herren ledic worden. er sei frei oder dienstman oder aigen oder wer
er sei so hat er daz selbe recht. hot er abr erben die sein aigen oder seine
lehen erben shuln oder sein gut die shullen seiner vntat nicht engelden. vnd
gehorent sie on ein gotzhaus dem shol sein aigen werden. vnd hoͤrt sie einen leien fuͤrsten an dem shol auch sein aigen werden. vnd sint sie ieman anders aigen den horet auch ir eigen an. vnd habent sie varndes gut daz werde dem dem man da uon gelden shol. daz shol man pei dem ersten gelden den die man beraubet hat. der richter shol richten uber den leip swo im des state wirt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 41
Swer vmme den strazrovp inder echte ist der ist elos vnd rechtelos.
Swer vmme den rechten strazrovp in dy echte kvmpt als er danne ist vierczehen nacht dar inne so schol man in ingeistlichem gericte cze panne tvn vnd als er sechs wochen inden peiden ist so ist er elos vnd rechtelos vnd sint sine lehen sinem herren ledic er sei vrei oder dienstman oder eigen oder swer er sy so hat er daz selbe recht hat er aber erben dy sin eigen oder sin lehen erben sint dy schullen siner vntat nicht engelten vnd gehorent si an ein gotshvs dem schol sineigen werden vnd gehorent si ovch einem layen fvrsten an dem schol ovch syn eigen werden vnd sint sy iemans anders eigen den gehoret ovch ir eigen an vnd habent si varvndes gut daz werde dem dem man davon gelten schol daz schol man pei dem ersten gelten den man da perovbet hat. | Der richter schol richten vber den leip swo im des stat wiert. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 41 Schwsp.(L.) Art. 44 Von guter gewonheit.
Uon guter gewonheit shulle wir sprechen. swo gut gewonheit ist die ist recht vnd die recht ist die ist gut. daz ist recht gewonheit die wider dem geistlichen gerichte nicht enist noch wider menschlichen zuͤchten nicht enist noh die wider menshlichen selden nicht ist. diese gewonheit heizen stete gewonheit vnd heizen des landes gute gewonheit. daz ist vnd heizet puͤrger recht waz ein iglich stat ir selbe sezzet ze rechte mit ir kvniges willen vnd mit weiser leute rate vnd als recht sei vnd als recht sei vnd als hie vor gesprochen ist. mac man die gewonheit mit den leuten beheben so ist sie als gut mit shrift als ane shrift. swas die keiser vnd die fuͤrsten den steten recht haben gegeben vnd sie selbe gemachet haben mit ir gunst daz ist recht ob ez halt nicht geshriben stat. weren die recht alle geshriben daz were dar vmbe gut daz man ir deste minner vergeze. swer die recht in den steten machen wil der lege sie weisen leuten fuͤr. gevellet si in denne so sei stete. id magis erat ut cum aliqu noua causa interueniente necessitas dictasset pro lege tenendum esse populum interrogarent congregacio cum et populus si sibi placebat sua auctoritate confirmabat. similiter et uerbum plebis magistrata est quicumque propria iuris ditionem habeat sed diffusa consuetudinis ius esse putatur ut qui uoluntate omnium sine lege uoluntas conprobauerit. item uel consuetudinis et cetera.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 42
Von guter gewonheit des landes dy nicht wider geistliche gerichte ist.
[Seite 28] Von gveter gewonheit schullen wier sprechen swo gvt gewonheit ist recht vnd dy recht ist dy ist ovch gvt. Daz ist recht gewonheit dy wider geistliches recht nicht en ist noch wider menslich czvchten nicht ist noch dy wider mensliches selden nicht ist dise gewonheit heizet stete gewonheit vnd heizent des landes gvte gewonheit vnd gvete gewonheit ist als gut als geschriben recht.
| De iure scripto et non scripto ius civile est quod vnaqueque ciuitas sibi ipsa constituit daz heyzet purger recht. Swaz ein iglich stat ir selber czvrecht seczt mit ir kvneges oder mit ir fversten willen vnd mit wyser levte rat vnd als recht sy vnd als hy vor gesprochen ist mag man dy gewonheit mit den levten pehalten so ist sy als gvͦt mit schrift als an schrift. Swaz der keiser vnd dy fvrsten den steten recht habent gegeben vnd sy selbe gemachet habent mit ir gvnst daz ist recht ob ez halt nicht geschriben ist vnd weren dy recht alle geschriben daz were dar vmme gut daz man irdester paz immer mer gedechte vnd nimmer vergeze. | Swer dy recht inden steten machen wil der lege sy wisen levten fvr gevellent sy den so sint sy stet. Id magis erat vt cum aliqua noua causa interueniente necessitas dictasset pro lege tenendum esse populum interrogarent congregacio cum et populus si sibi placebat sua auctoritate confirmabat similiter et uerbum plebis magistrata est. Quicumque propriam iurisdictionem habeat si diffulsa conswetudinis ius esse putatvr ut qui volunate omnium sine lege uoluntas comprobauent. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 42 Schwsp.(L.) Art. 45 Die in des reiches echte sint.
alle die in des reiches echte sint iar vnd tac die erteilt man alle
rechtelos. man uerteilt in aigen vnd legen. daz lehent wirt den herre ledige
ob si uormols do mit nicht getan habent. daz eigen dem kvniclichen gewalde ez
versprechen denne die erben in iars frist als recht sei mit gezivge daz ez ir
recht erbe shulle sein. vnd versaument sie daz iar si mugen da mit verliesen
ob sie richter mugen gehan. vnd mac der erbe nicht richters gehan so shat im
nicht wie langez auz seiner gewer ist in lezze ehafte not daz nicht vorkvmen
mac. die ehafte not shol man beweisen als recht ist. was ehafte not sei daz
sage wir her nach.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 44
Daz alle dy in des riches echte sint iar vnd tac dy erteilet man alle rechtelos.
[Seite 29] Alle dy indes riches echte sint iar vnd tac dy erteilet man alle rechtelos man vrteilet in eigen vnd lehen daz lehen wirt dem herren ledic obsi vor mals da mit nicht getan habent daz eigen dem kvniglichen gewalt ez versprechen danne dy erben inner iar als recht si mit gecziwgen daz ez ir recht erbe schulle sin vnd versovment daz iar sy mvgen da mit verleisen ob sy richter mugen han. | Vnd mac der erbe nicht richters haben so schat im nicht swie lange ez vz siner gewer ist in irre ehaft not daz er nicht fvrchomen mvge dye ehaft not schol man pewisen als recht ist waz ehaft not sy daz sage wir her nach. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 43 Schwsp.(L.) Art. 46 Ob ein dienstman sein recht verlivset.
Des dienstmannes eigen mac nimmer kvmen in kvͤniclichen gewalt noch auz ir gotzheuser gewalt ob sie sich verwuͤrken an irm rechte. vnd aigener leute eigen kvmet auch nicht in den kvniclichen gewalt noch auz ir herren gewalt noch auz ir gotzheuser gewalt. ez vellet ir herren an des si sint. man shol abr dem clager da uon gelden vnd pezzern vnd dem richter sein rechte buze geben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 43
Ob ein dienstman sin recht verlevset sin gvt daz gevelt sinem herren an daz er ist.
Dienstmannes eigen mac nimmer komen in den kvniclichin gewalt noch vz ir gotshuses gewalt ob si sich verwurchent an ir recht vnd eigener levte eigen kompt ouch nicht in den k[o]niclichen gewalt noch vs ir herren gewalt noch vz ir goteshvser gewalt ez vellet ir herren an des si sint man schol aver dem clager davon gelten vnd pezzern vn dem richter syn recht puz geben. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 44 Schwsp.(L.) Art. 47 Von vnkinden.
Ekint mach der vneliche man nimmer mer gewinnen. gewinnet der man eigen svn vnelichen den mac der pabest wol zeinem ekinde machen vnd auch der keiser nach seinem rechte als wir wol gesagen her nach. abr weder keiser noch pabest mugen in dacz recht nimmer gegeben daz si erben ir mage als ob si in ir muter leibe ekint waren gewesen. abr gewinnent sie ekint die daz erbent ir mage gut wol ob sie ze ekinden sint gemachet als da uor gesprochen ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 45
Daz dy vnelichen kinder nicht mvgen erben daz erbe ir mage.
Ekint mac der vnelich man nimmer gewinnen gewinnet der man einen svn vnelichen den mac der pabst wol czu einem ekint machen vnd ovch der keiser nach sinem rechte als wier wol gesagen her nach aber weder der pabst noch keyser mvgen im daz recht nimmer gegeben daz sy erben ir mag als ob sy in ir mveter leibe ekint weren gewesen aber gewinnent sy .e. kint dy erbent ir mage wol ob sy czekinden sint gemachet als hy vor gesprochen ist. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 45 Schwsp.(L.) Art. 48 Der anderstunt mit strozraube vnd mit divpheit gezigen wirt.
Die ir recht mit diepstal oder mit strozraube werden gezigt habent uerlorn ob man die diepstal oder mit raub anderstunt zeihet. die mugen mit ir aiden nicht vnshuldik werden. man shol in fuͤrteil drei k[?]Óuer. daz heiz eisen oder einen wallenden kelzel vol wazzers oder mit einem kenphlich ze wern. ich main den rechten strozrauber. Schwsp.(L.) Art. 49 swer triwelos wirt beret uor dem gerichte oder herfluͤchtig auz des reiches dienst wirt dem gevrteilt man sein erbe vnd sein lehen vnd seinen leip nicht vnd also ob der herre selbe nicht enflvͤhet. ist abr daz der herre selber fluͤhet nach des fluchte so pricht niemant sein triwe.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 46
Dy ir recht mit strazrovb verloren habent ob man dy selben mit diepheit anderstvnt czeihet waz rechtes dar vmme sy.
Dy vor ir recht mit diepstal oder mit strazrovb verlorn habent ob man dy selben rovbes oder diepstal anderstvnt czeihet dy mvgen mit ir eiden nicht vnschuldic werden man schol inteilen fvr drei kuer daz heiz eysen oder einen wallunden kesel oder mit einem kemphen sich czu weren ich mein den rechten strazrovber.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 47
Wy man dem trevlvsen vnd herflvchtigem sin erbe vrteilt.
Swer trevlos wiert vor dem gerichte gechvndet oder herflvchtic vz des riches dienst dem urteilt man sin erbe vnd sin lehenrecht vnd sinen lip nicht vnd also ob der herre selbe nicht enflvhet ist daz aver daz der herre selbe flvet nach des flvchte prichet niemant sin triwe.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 46 Schwsp.(L.) Art. 50 Ob meide oder witewen auf ir vormunt clagen.
Claget ain mait oder ain witewe auf lantrechte oder auf anderme
gerichte auf ir vormunt daz er sie vngewaltig habe gemachet ires eigens oder
ander ires gutes vnd wirt dar vͤmbe ist fuͤr geladen ze drein tedingen vnde kvͤmt er nicht fuͤr am dritten tage der richter shol in mit vrteil verteilen von aller vormuntshaft vnde alle vogetei vnd daz er nicht mer phleger mac gesein. so shol der richter der vrowen uormunt sein vnz daz sie einen nimpt vnd shol di vrowen irs gutes gewaltig machen des er sie vngewaltig hette getan. vnd kvͤmpt der vrowen phleger fuͤr vnd wirt er vͤberkvmen daz er ir vngetriwer phleger sei gewesen mit zwen mannen so richtez der richter alz daz puch hie uor sait. dit recht hant auch die waisen gegen ir phlegern.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 48
Ob meide oder frowen vf ir vormvnt klagen daz er sy vngewaltic hab gemachet ir eigens.
[Seite 30] Klagt ein mait oder ein witebe czu lant recht oder vf einem andern gerichte vber ir vormvnt daz er si vngewaltic hab gemachet ir eigens oder ander ir guetes vnd wirt dar vmme fvr geladen czv drin teidingen vnd kvmpt er nicht fvr an dem dritten tage der richter schol in mit vrteil palmvnden daz ist also vil gesprochen man schol ir urteilen alle vormvntschaft vnd alle voytei vnd dar nimmer phleger mac gesin so schol der richter der vrowen vormvnt sin vncz si ir einen nimpt vnd schol dy frowen ir gvetes gewaltic machen des er sy vngewaltic het getan. | Vnd kvmpt der frowen phleger fvr vnd wirt er vber komen daz er ir ein vngetriwer phleger si gewesen mit czwein mannen so richt ez der richter als das pvch hy vor sait. Dicz recht habent ovch dy weisen gein ir phlegern. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 47 Schwsp.(L.) Art. 51 Wenne der knabe vormundes enperen mac.
als ein man kvͤmt hinz achzeh iaren so hat sein uolle tage. wil er so mac er uormunt nemen. wil er er mac ez auch wol enpern. abr kvͤnig karl
hat gesezzet er shuͤlle phleger haben vnz ze fuͤnf enzwenzik iaren.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 49
Wy lange der mensche [vormun]des pedarf.
Als ein man kvmpt czu achczehen iaren so hat her sin volletage wil er so mag er vormvnden nemen wil er aver so mag er sin enperen aver kvnic karl hat geseczet er schulle phleger haben vncz hinz fvnf vnd czweinczich iaren. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 48 Schwsp.(L.) Art. 52 Wie lange der man seines gutes gewaltic ist.
alle die weile der man sich mit eime swerte beguͤrten mac vnd mit eime shilte vnde mit eime shafte auf ein ros gesitzzen mac vnd man sezze im einen stok zv dem rosse der einer davmellen hoch sei vnd shol im den stegereif haben vnd ein maile gereiten mac die weil mac er halden vnde lazen als ob er virzik iar alt were.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 50
Wy lange der man sines gutes gewaltich mac sin.
Alle dy weil vnd sich der man mit einem swert peguerten mac vnd mit einem schilde vnd mit einem schafte vf ein ros gesiczen mac vnd man secze im ein stock czu dem rosse der einer dovm elle hoch si vnd schol im den stegereif haben vnd ein meile geriten mac dy weil mac er halten vnd lazen als ob er vierczic iar alt were. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 49 Schwsp.(L.) Art. 53 Von vormunt.
Swer seinen vormunt fuͤr gerichte nicht pringet ez sei man oder weip die mugen do nicht clagen. so shol in der richter einen anderen tac geben
vnz daz sie ir uormunt mvgen pringen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 51
Von vormvnde wy man die fvr gerichte pringen schol.
Swer sinem vormvnt fvr gerichte nicht pringet ez si man oder wip dy mvgen da nicht klagen so schol in der richter einen andern tag geben vncz si ir vormvnt pringet. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 50 Schwsp.(L.) Art. 54 Wenne der knabe weip nimpt ane seiner vrivnde rat.
Svͤmeliche leute iehent wer sechzik iar alt sei der sei ze seinen
tagen kvmen. des ist nicht. wir erzivgenz mit der shrift daz der man ze seinen
tagen kvmen ist so er ist achzehen iar alt. Schwsp.(L.) Art. 55
swenne ein ivͤngelink ze vierzehen iaren kvmen ist so nimpt er wol
elich weip an seines vater willen. vnd hat er nicht vaters vnde hat er ander
phleger an der willen tut erz wol also ob sie ir fleish ze ander gemishet hant
der knabe vnde die iuncvrowe. vnd ist des nicht geshehen so mac man sie
svndern. so die iuncvrowe zv zwelf iaren kvͤmt so ist sie ze iren tagen
kvmen. vnde nimpt sie einen man wider ir vater vnd wider ir vrivnde die e ist
stete. wil manz dem iungelinge nicht gelauben so shol er erzivgen als vor
gesprochen ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 52
czv welher czit der ivngelich ein wip mac nemen an sines vater willen oder rat.
Svmelich levte iehent swer sechzig iar alt si der si czv sinen tagen komen des ist nicht wier cziwgen mit dem salter vnd [Seite 31] mit ander schrift daz der man czv sinen tagen komen ist so er achzig iar alt ist. | Swenne ein ivngelinch czu vierczehen iaren komen ist so nimpt er wol ein elich weip an sines vater willen vnd hat er nicht vaters vnd hat er ander phleger ander willen tvͤt er ez auch wol also ob sy ir vleisch czu einander gemischet habent der knab vnd dy ivncvrowe vnd ist des nicht geschehen so mac man sy svndern.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 53
czv welher czeit dy ivncvrowe ein man mac nemen an aller ir vrevnde danc.
So dy ivncvrowe kvmpt czu czwelif iaren so ist sy czu iren tagen komen vnd nimpt sy einen man wider irz vater vnd wider frevnde willen dy e. ist stete wil man dem ivngelinge des nicht gelovben so schol erz beczevgen als hy vorgesprochen ist. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 51 Schwsp.(L.) Art. 56 Der driv iar gut hat ane ansproche.
Swaz varndez gut heizet vnd hat daz ein man in seiner gewer driv iar
an rechte widersprache pei dem der pei im in dem lande ist vnd seit im sein
gewizzen daz er recht hat so hat er ez mit rechte. sagt abr im sein gewizzen
dar er nicht recht dar zv hat wi lange er ez denne hat so hat erz doch mit
vnrecht. hot erz als ich da uor gesprochen hon so wirt ez nimmer anspreche.
vnd ist vihe dor vnder vnd behabt ez im ieman one mit rechte allen den nuz der
do von kvmen ist vber die fuͤr daz shol er wider geben. irret abr den ehafte not der ez mit rechte erben shol so shol man sein paiten vnz daz er kvͤmpt. so shol man im rechte pieten. waz anders gutes daz ist daz nicht varnde gut heizet hat daz ein man in seiner gewer vnd in seiner stillen gewer zehen iar ane rechte widersproche der selbe mag ez nimmer on gesprechen hot er ez mit den gewizzen als ich hie uor gesprochen han. hot ez ein man zwenzik iar in seiner gewer vor den die auzer landez sint so hot er recht dor an ez sei als verre daz er iehe er were gevangen auzerhalp landes oder innerthalp landes. mak er daz behaben als recht ist mit den die ez warez wizzen so shol man im recht pieten vͤmb allez daz er hat on ane sproche. kvͤnige vnd keisere habent dise gemaine recht gemacht. idoch habent sie in selber lengeriv zil gesezt an ir gute. vnd svnderliche recht habent sie den swaben gegeben an ir gute als vor geshrieben stat. idoch habent die keisere den steten svnderlichiv recht verlihen vnd gut gewonheit der ein teil in diesen puche stat. die widerspricht diz puch nicht. wann gute gewonheit ist gute reht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 54
Der drev iar gut hat insiner gewalt an ansprach [de prescripcionibus].
Swaz varvndes gvet heizet vnd hat daz ein man insiner gewer drev iar an rechte wider sprache py dem der py im in dem lande ist | vnd sagt im sin gewizzen daz er nicht recht dar czu hat swie lange er ez danne hat so hat er ez mit vnrecht. | Sagt aver im sin gewizzen daz er recht | hat er ez aver als ich hy vorgesprochen han so wiert ez nimmer mer ansprach. | Vnd ist viech darvnder vnd pehabt ez im imant mit rechte an allen den nvcz der da von komen ist vber dy fvre den schol er wider geben ir ret aver den ehaft not der ez mit rechte erben schol so schol man sein peiten vncz er kvmpt so schol man im recht pieten vmme sein gut.
| Swaz anders gutes ist daz nicht varvndes gvt heizet hat daz ein man in siner gewer vnd in siner stille gewer czehen iar ane recht wider sprache der selbe mag ez nimmer angesprechen hat er ez mit der gevizzen als ich hy vorgesprochen han. | Hat ein man czweinczic iar insiner gewer vor den dy vzzer landes sint so hat her recht daran ez en sy als verre daz er iehe er wer gevangen vzerthalbe des landes oder innerthalbe des landes mag er daz pehaben als recht ist mit den dy ez wares wizzen so schol man im rechte pieten vmb allez daz er an hat gesprochen. | Keyser vnd kvnich habent dicz gemein [Seite 32] recht gemachet idoch habent sy inselber lengere czil vf geseczet an ir guete vnd svnder recht habent sy ovch den swaben gegeben an ir gut als hy vorgesprochen ist vnd geschriben stat. | Idoch habent dy keiser den steten svnderliche recht verlihen vnd gvter gewonheit der ein teil indisem pvche stet dy wider sprichet dicz pvch nicht wan gvete gewonheit ist gut recht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 52 Schwsp.(L.) Art. 57 Der one seine wizzen raubik gut kauft.
Ob ein man an sein wizzen raubik oder divbik gut kaufet vnd hat daz
in seiner stillen gewer lenger den driv iar weder ist daz ze rechte sein oder
nicht. wir sprechen vͤbe die divpheit vnd vͤber raube
gleiche an der stat. wie lang ez ein man inne hot vnd kvͤmpt ieman dar nah man muez im recht pieten. kvͤmt der des ez ist oder sein erbe ob er tot ist bereit er ez selp dritte dacz ez sin was e ez verstoln wart oder geraubet man shol imz wider geben als gut als ez was do erz verlos vnd allen den nuz der da uon kvmen ist vͤber die fuͤre. vnd ist daz vihe tot in seiner gewalt an seine shulde er shol imz nicht gelden. er shol im abr den nuz wider geben den ez ergangen hot als hie uor geshrieben ist. swo der man seinem divbigem oder raubigem gute zv kvͤmt man shol imz wider geben one shaden. begreifet abr ein man sein divbik oder sein raubik gut pei ieman man shol vͤber in richten als wir her nach wol gesagen ern habe denne seinen schup.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 55
Der ane wizze verstollez gut kovft was rechtes darvmme sy.
>Ob ein man kovfet an sin gewizzen devbic oder rovbic gut vnd hat daz insiner stille gewer lenger danne drev iar weder ist daz recht sin oder nicht. | Wier sprechen vber devpheit vnd vber rovb geliche an der stat. | Swy lange ez ein man inne hat vnd kvmpt iemant dar nach man mvz im recht pieten. | Kvmpt aver der des ist oder sin erbe ob er tot ist pehert er selbe dritte daz ez sin waz do ez verstollen wart oder gerovbt man schol imz wider geben also gut als ez des tages waz do erz verlos vnd allen den nvcz der da von komen ist vnd vber die fvre. | Vnd ist daz viech to in siner gewalt an sin schulde ez schol ez im nicht gelten er schol im aver den nvcz geben den ez ergangen hat als hy vor gesprochen ist. Swo der man sinem devbigem oder synem rovbigem gute czv kvmpt man schol ez im wider an schaden geben. | pergrifet aber ein man sin devbic oder sin rovbic gut py iemant man schol vber in richten als wier her nach wol gesagen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 53 Schwsp.(L.) Art. 58 Ob die erben vnrecht gut erbent on ir wizzen.
und ist daz ein man stirbet vnde let seinen erben vnrecht gut vnd des
wizzen die erben nicht vnde verkaufenz fuͤr rechtes guͤt vnd iener kuͤmt
des daz gut do ist wo shol er sein gut vordern. daz shol er da er sein gut
vindet vnd mit des richters poten. da shol im der richter hin richten als da
uor gesprochen ist. vnd der im daz gut gap den shol er on sprechen vor deme
richter ob er lebt. vnd ist er tot vnd hat er gut lazen man shol im seinen
shaden abe tun vnd shol im sein gut wider geben. her nach spreche wir mer von
diepheit vnd von raube. dicz daz shullen tvn die erben.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 56
Ob dy erben vnrechtiz gut an erbet an ir wizzen vnd ez verkovfen fvr rechtis guet.
Vnd ist daz ein man stirbet vnd let sinen erben vnrechtis gvt vnd des wizzen dy erben nicht vnd verkovfent ez fvr rechtis gut vnd iener kvmpt des daz gut ist wo schol er sin gut vodern. daz schol er da er sin gut vindet vnd mit des richters poten da schol im der richter hin richten als hy vorgesprochen ist vnd der im daz gut gab den schol er ansprechen vor dem richter ob er lept. | Vnd ist er tot vnd hat daz guet lazen man schol im sinen schaden abtvn vnd schol ienem sin gut ane schaden wider geben dicz schullen tvn dy erben oder wer czv recht vormvnt oder phleger mag gesin. [Seite 33] |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 54 Schwsp.(L.) Art. 59 Wer ze rechte phleger mak gesin.
Hie shulle wir beweisen wer ze rechte phleger mak gesein vnd wer sein
nicht mac gesin. ez mac niemant phleger gesin er sei denne fuͤnf enzwenzik iar alt. quod si periit aliquid de rebus que sint in eius tutela dolo uel neglientia tutoris tutorem emendare oportet. der kinde vnd der vrowen phleger heizent etewa phleger etwa vogete etewa fuͤrmunt etwa behalter. wie man sie heizet so shuͤllen sie getriwe levte
sein. in die shrift so sint sie gesundert uon ir rechte abr uor leien recht so
habe wir ainz als daz ander. ez mak nieman phleger noch vormunt gesin er ensei
ainz vnd zwenzik iar alt. vnd ist aine nicht wizzik vnd hat er nicht guter
sinne swie alt der ist der mak derheinez gesein die hie vor geshriben sint.
vnd shol man in ander phleger geben daz shol tun des landes lantrichter ob ez
auf dem lande ist. vnd ist ez in der stete so shol der stete herre oder ir
uogt phleger sein. man shol in einen geben der ir genoze sei ez sei kint oder
vrowe. vnd shol in ainen geben der ir vater mac gesin vnd pei im in dem lande
sei. vnd vindet sie des vater mage nicht so gebe in einen der ir muter mak
sein. habent sie des nicht so nemen einen getriwen lantman.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 57
Wer czu recht phleger mag gesin oder nicht.
[Marg.: de constitutione Tutoris.] Hy schullen wir sprechen wer czv recht phleger mag gesin vnd wer sin nicht gesin mac. Ez mac niemant phleger sin er si danne fvmf vnd czweinzic iar alt. | Quod si perijt aliquid derebus que sunt ineius tvtela dolo uel nequitia tutoris tutorem enim dare oportet. | Der kinder vnd der frowen phleger heizent eteswo voyt eteswo vormunt etwo pehalter swi man sy heizet so schullen sy alle getriwe levte sin inder schrift so sint si gesvndert an ir recht aber vor layen rechte so hab wier eines als daz anders ez mag niemant phleger noch vormunt gesin ern si einez vnd czweinzic iar alt. | Und ist einer nicht witczic vnd hat er nicht gvter sinne swy alt der ist der en mac der aller keinez gesin dy hy vorgesprochen sint vnd schol man in geben ander phleger daz schol tvn des landes lantrichter ob ez vf dem lande ist. | Vnd ist ez inder stat so schol der statherre oder ir voyt ir phleger sin man schol in einen geben der ir genoz sy ez sin kint oder vrowen vnd schol in einen geben der ir vater mag gesin vnd py in indem lande sy. | Vnd vindent si des vater mage nicht so geb in einen der mveter mage mac gesin habent sy des nicht so nemen einen getriwen lantman. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 55 Schwsp.(L.) Art. 59/60 Wenne der knabe ander phleger nimpt.
So der knabe vier vnd zwenzik iar wirt so mag er ander phleger nemen
ob er beweren mac daz er im vͤbel habe getan. also tut die magt so sie zwelf iar alt wirt. ez enmak dehein kint vnder vierzehen iaren an sein phleger nicht getvn daz stete sei. vnd hot ez halt bereitez gut vnder handen waz ez da mite tut daz ist nicht stete. kauftez vnd verkauftez vnd ist ez gut der phleger shol ez stete han. vnd ist ez im shade man shol ez wider tvn. vnd verspilt ez seins gutes man shol ez dem phleger wider geben. vnd kvͤmpt ez fuͤr den richter man muz dem richter puͤezen vnd doch dacz gut wider geben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 58
Wenne der knape vier vnd czweinzic iar alt ist so mag er ander phleger nemen.
So der knab vier vnd czweinczic iar alt uirt so mag er ander phleger nemen ob er peweren mac daz er im vbel hab getan also tvet dy magt so sy czwelif iar alt wiert ez en mac kein kint vnder vierczehen iaren an sinen phleger nicht tvn daz stete sy vnd hat es halt pereites guet vnder den handen swaz ez damit tvt daz enist nicht stete kovfet ez vnd verkovfet ez vnd ist ez im gut der phleger schol ez stete haben. | Vnd ist im schad man schol ez wider tvn vnd verspilt ez icht seines gutes man schol ez dem phleger wider geben. | Vnd kvmpt ez fvr den richter man mvͦz dem richter pvezen vnd doch daz gut wider geben. [Seite 34] |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 56 Schwsp.(L.) Art. 61a Ob ein kint seines vater gut verspilt.
Uerspilt ein kint seins vater gut die weil ez nicht auz gestevret
ist vnd ist ez vnder fuͤnf vnd zwenzik iaren man muz ez deme vater wider
geben. vnd kvͤmpt er vͤber fuͤnf vnd zwenzik iar so huͤte sich der vater. man geit im nichtes wider er sei denne als toͤrisch als ich vor gesprochen han daz er nicht gezivge mvͤge sein.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 59
Ob ein kint sines vater gvt verspilt waz rechtes dar vmme sy.
Verspilt ein kint sines vater gut dy veil ez nicht vzgestiwret ist vnd ist ez vnder fvmf vnd czweinczic iaren man mvͦz ez dem vater wider geben. | Kvmpt ez aver vber fvmf vnd czweinczic iaren des hvet sich der vater man gibt im nicht wider ez sy danne als torisch als ich hy vor geret han daz er geczvc nicht mvge sin. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 57 Schwsp.(L.) Art. 61b Wenne der vater von dem svn teilen muz.
Ein svn noͤtet seinen vater wol so er fuͤnf vnd zwenzik iar ist
daz ir von rechte mit im teilen muz sein gut. tut der phleger den kinden des er ze rechte nicht tun shol daz muter oder ander ir mage an in vodern oder der lantrichter ob ez auf dem lande ist. oder ist ez in einer stat so mag ez der stat herre vordern oder ir voget vnd er muz im antworten. vnd wirt er abr vͤberret daz er im vͤbel habe getan an ir gute man sol in palmunden daz er nimmer mer mac vogt gesein. Schwsp.(L.) Art. 62/63/64 wirt ein phleger geuangen man shol im einen anderen geben die weile. als er denne ledic wirt so shol er wider an sein stat sten. vnd wirt ein phleger den kinden icht an mit der kinde hant daz shol er in ze nuzze anlegen. vnd tut er icht daz nicht gut ist als si zv iren tagen kvmen sint si sprechent in wol dar vͤmbe an vnd er muz in dar vͤmme antworten. als daz kint ze virzehen iaren kvmen ist er nimpt im einen anderen phleger er habe in wol oder vͤbel getan. er nimpt im einen anderen phleger vnd shol den nemen mit seiner weisen frivnde rat. wil er nach seinen mutwillen des shol im der richter nicht gestaten noch seine frivnde. ist daz er im wol hat getan so shol man im den selben lan. ein iglich ivͤngeling shol phleger han vnz ze fuͤnf vnd zwenzig iaren. die weile shol er mit seinem gute nicht tun an seinen phleger. vnd ist dacz der phleger stirbet so shol daz kint sein gut vordern in wes gewalt er daz vindet. vnd hat daz kint seine gut auf geben mit seiner hant vnd sein phleger mit im vnd ist dem kinde sein gut nicht nuͤzlich on gelegt daz man beweisen mac daz kint shol clagen hin ze des phlegers erben. vnd hot er im gut lan nach seinem tode des er im vor nicht het auz gegeben da shuln sie den kinden von gelden nicht von ir eigen gute. daz ist der kinde recht die vnder virzehen iaren sint. nv spreche wir von den die vͤber phleger shuͤllen han vnz ze fuͤnf vnd zwenzik iaren waz die getunt mit ir phlegern daz shol stete sein. daz stet an der phleger getriwe. wan die kint sint dennoch ze weise nicht noch so wizzik daz sie sich bewaren kvͤnnen. in wes gewalt die kint daz gut vinden da shullen si ez ane sprechen. vnd mag der selp dritte bereden daz daz gut ze nuzze wart er hat sein gut behabt. vnd mac er beweisen war an daz gut geleget wart ob er bereitez gut dar vͤmbe gab mag er daz selp dritte beweisen er ist abr ledig. disiv gezivge shol man pei des phlegers lebenden leibe leiten. vnd ist er abr tot so shol man in vͤberzivgen mit siben mannen die des kindes genoz sein. ist daz kint semper frei man shol ez mit seinen genozen vͤberzivgen. vͤber swenne man anders gezivge leiten shol die mak man vͤberzivgen mit allen livten die ir recht nicht verlorn han. an die die mit den mezzen gelden die mugen an den dingen nicht gezivg sein vnd die eigen sint. wir nemen auz die vreien semper vnde mitter vreien die mak nieman vͤberzivgen swa ez in an ir leip oder an ir ere oder an ir aigen gat. an den dingen vͤberzivget man sie wol mit vnuersprochen leuten. swie frei sie sint man vͤberzivget sie wol diepheit vnd raubes mit allen leuten die ir recht nicht verloren hant vnd der manslacht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 60
Wy ein svn sinen vater twinget daz er sin gvet mit im teilen mvͦz.
Ein svn notet sinen vater wol als er fvmf vnd czweinzic iar alt ist so notet er in mit rechte daz er sin gut mit im teilen mvz tvt der phleger den kinden des er in czv rechte nicht tvn schol daz mag ir mvͦter oder ander ir mage an ir vordern oder den lantrichter ob ez vf dem lande ist. | Vnd ist ez ineiner stat so mag er vordern der stet herre oder ir voyt vnd er mvz in antwurten vnd wirt er vber ret daz er in vbel getan hat an irem gvte man schol in palmvnden daz er nimmer mer voyt mag gesin. | Wirt ein phleger gevangen man schol in einen andern geben dy weile als er danne ledic wirt so schol er wider an sin stat sten. | Vnd der phleger schol den kinden ir gut czv nvcze ane legen vnd tvet er icht daz nicht gut ist als si czu ir tagen komen sint si sprechen in wol dar vmme an vnd er mvͦz in dar vmme antwurten als daz kint czv vierczehen iaren kvmpt ez nimpt im ein andern phleger er hab im wol oder vbel getan. | Vnd schol den nemen nach siner weisen vrevnde rat wil er nach mvͤtwille nemen des schol im der richter nicht staten noch sine frvnde ist daz er im wol getan hat so schol man im denselben lazen.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 61 Wy lange ein islich ivngelinch phleger schol haben.
Ein islich kint schol phleger haben vncz czu fvnf vnd czweinczic iaren dy weile schol er mit sinem gvte nicht tvn an sinen phleger vnd ist daz der phleger also stirbet so schol daz kint sin gut vordern in swes gewalt ez daz vindet vnd hat daz kint sin gut vf gegeben mit siner hant vnd sin phleger mit. Vnd ist [Seite 35] dem kinde sin gut nicht czu nvcze angeleit daz man pewisen mac daz kint schol klagen hincz des phlegers erben vnd hat er im gut gelan nach sinem tode des er im vor nicht vz gegeben hete da schullen sy den kinden von gelten nicht von irem eigen gute daz ist der kinde recht die vnder vierczehen iaren sint. Nv spreche wier von den dy vber die komen dy schvllen phleger haben vncz czu fvnf vnd czweinczic iaren swaz dy tvent mit mit ir phlegern daz schol stete sin daz stet ander phleger triwen wan dy kint sint dannoch so weise nicht noch so wiczic daz si sich pewarn kvmen in swes gewalt dy kint daz gvet vindent da schullen sy ez ane sprechen. Vnd mac derselbe pereden selbe dritte dar daz gvt cze nvcze wart er hat sin gvt pewart vnd pehabt. | Vnd mag er pewisen war an daz gvt gelegt wart ob er peraitez gvt dar vmme gab mag er daz selbe dritte pewisen er ist aver ledic. | Disen geczevc schol man py des phlegers lemptigem leibe leiten ist er aber tot man schol in vber czevgen mit siben mannen dy des kindes genoz sin. Ist averdaz kint vrei man schol ez mit sinen genozen vberczevgen vber swen man anders geczevge leiten schol dy mac man vber cevgen mit allen levten dy ir recht verlorn habent an dy dy mit meczen geltent dy mvgen an den dingen nicht geczevc sin. | Wir nemen vz dy semper vreien vnd mitter vreien dy mac nieman vberczevgen swo ez in an ir leip oder an ir ere oder an ir eigen gat an andern dingen vberczevgt man sy wol mit vnversprochen levten swi vrei si sint man vberczeget si des rovbes vnd der devpheit wol mit allen levten dy ir recht nicht verlorn habent vnd der manslachte. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 58 Schwsp.(L.) Art. 65
Ob ein phleger von dem lande vert.
und wil ein phleger von dem lande varn so shullen im die ander geben
die hie vor genennet sint. vnd als er wider kvme so stet an sein stat wider
als vor. ez mag ein vater pei seinem leben ob er wil seinem kinde einen
phleger geben. dem er wol getriwet dem enphilt er sein kint vnd sein gut daz
er seinen kinden geben wil. vnd wenne er stirbet so shol sich der phleger der
kinder vnd des gutes vnderwinden vnd mag im daz mit rechte niemant erwern ez
ensei dacz er in vͤbel tu so shol manz denne handelen als vor gesprochen ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 62
Ob ein phleger von dem lande vert.
Vnd wil ein phleger von dem lande varn so schullen im dy ein andern geben dy hie vor genennet sint vnd als er wider kome soste an sin stat wider. Ez mag ein vater py sinem leben ob er wil sinen kinden mit rechte einen phleger geben swer der ist den er wol getrewet dem enphilhet er sine kint vnd sin gvt daz er den kinden geben wil vnd swenne er stirbet so schol sich der phleger der kinde vnd ir gutes vnderwinden vnd mag im daz mit rechte niemant erweren ez sy [Seite 36] daz er in vbel tv so schol man ez danne handel als hy vor gesprochen ist. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 59 Schwsp.(L.) Art. 66
Von arcwenigen phlegern.
Nv shulle wir evch lan wizzen welher die phleger sint die man arcwenige hat. vnd hat der vater mer svͤne den ainen vnd ist der selbe ze
seinen tagen kvmen vnd die anderen nicht vnd stirbet der vater der pruder
vnderwindet sich seiner gesvisterde vnd des gutes vnd die levte sehent wol als
er mit dem gut icht tut als den kinden gut ist so ist er so zehant arcwenig.
des mage in ruͤgen der kinde muter oder ir pase oder ir mume oder ir vater
mage oder ir muter mage oder herre oder der richter. die ruͤgent alle wol
mit rechte alle die die der kinde arcwenige phleger sint vnde die muͤzen mit
rechte alle antworten. vnd ist daz der phleger den kinden nicht ir notdurft
geit an ezzen vnd an trinken vnd an gewande der ist abr arcwenig. vnd ist daz
er zeinem wuͤsten manne wirt vnd seins selbes gut ze vnrecht an greifet der
ist abr arcwenig. die weile die kint ze vierzehen ioren nicht kvmen sint die
weile mugen sie ir phleger nicht arcwenig sagen. sie mugen auch zv den gen die
ich vor genennet hon vnd mvͤgen in kvͤnden daz in ir vater nicht wol
tuͤge. der ist auch arcwenige swer den kinden von iare ze iare ir gut
widerreitet den nehsten frivnden. der ist auch arcwenig der der kinder vater totveint was die weil er lebete wie nahen der ir mag ist. der ist auch arcwenig vnd den shol man in nicht ze phleger geben der in der ehte ist oder in den panne vnd ist daz ein phleger ein vngerichte tut man shol den kinden ze dem ersten von seinem gute gelden ob er in ichtes shuldic ist. vnd shol der richter sich des anderen vnderwinden vnd shol da uon deme clager vnd im selber tun daz recht sei. swer sein triwe nicht behaltet an den kinden oder an der witewen der ir phleger ist den shol man palmunden. daz ist er shol auch dem richter puͤzen mit pheningen fuͤr die hant zehen phunt. die wal stet an dem clager vnd nicht an dem richter.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 63
Won den phlegern dy man archwenic hat wy sy mit der kinde guͦt tvn schullen.
Nv schulle wir evch lan wizzen welichz dy phleger sint dy man arcwenic hat der vater mer svn danne einen vnd ist der selbe czv sinen tagen komen vnd dy andern nicht vnd stirbet der vater der prvder vnderwindet sich siner geswistereid vnd des gutes vnd dy levte sehent daz wol daz er mit dem gute tvet nicht als den kinden guet ist so ist er sa czuhant arcwenic des mag in rvegen der kinde mvter oder ir pase oder ir mvme oder irr vater mage oder irr mvter mage oder der herre oder der richter dy rvegent alle wol mit rechte alle dye der kinde archwenic phleger sint vnd sy mvezzen mit rechte antwuerten vnd ist daz ein phleger den kinden nicht ir notdvrft gibt an ezzen vnd an trinken vnd an gewande der ist aver arcwenic. | Vnd ist daz er czv einem wusten man wiert vnd sin selbes gvet czv vnrecht angrift der ist aver arcwenic. | Dy weile dy kint czv vierczehen iaren nicht komen sint dy weile mvgen sy nicht ir phleger archwenic gesagen sy mvgen aber wol czv den gen dy ich hie vor genennet han vnd mvgen in kvnden daz ir phleger in nicht wol tv der ist ovch archwenich. Swer der kinde gut nicht von iar czu iar wider reitet den nechsten vrevnden der ist ovch arcwenic. | Der der kinder vater tot veint waz do er lepte swie nahen er ir mage ist der ist ovch arcwenic vnd dem schol man in nicht czv phleger geben der in der echte ist oder indem panne vnd ist daz ein phleger ein vngerichte tvet man schol den kinden czu dem ersten gelten von sinem guete ob er in ichtes schuldic ist. | Vnd schol der richter sich des andern vnderwinden vnd schol da von tvn dem klager vnd im selben daz recht sy.
Swer sin trevwe nicht pehaltet an den kindern oder ander witwen der er phleger ist den schol man palmvnden daz ist er schol ovch dem richter pvezen mit phenningen fvr dy hant czehen phvnt dy wal stet an dem klager vnd nicht an dem richter. [Seite 37] |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 60 Schwsp.(L.) Art. 67
Wie der man seins weibes vormunt shol sein.
Claget ain magt oder ein witewe vor gerichte vͤber ir rechten
fuͤrmunt daz er in ir gut neme oder ir anders nicht wol tuͤge so shol im der richter fuͤr pieten vnd shol vͤber in richten als hie vor geshriben ist. vnd ist ein man seinen weibe nicht ebenpuͤrtik er ist doch ir vormunt vnd ir voget. vnd ist sie frei si muz doch sein genoͤezinne sein als sie an sein pette get. vnd gewinnet sie kint die gehoͤrent zv der lichtern hant. swenne abr der man stirbet so ist sie ledik vor seinem rechte vnd behebt recht nach ir purt. vnd nimt si ainen man nach im der vrei ist als si sie gewinnet freie kint als sie selber ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 64
Wy der man sines wibes vormvnder vnd phleger schol sin.
Clagt ein mait oder ein witwe vor gerichte vber iren rechten vormvnt daz er ir ir gvet neme oder er ir nicht anders wol tvge so schol im der richter fvr gepieten vnd schol er vber in richten als hy vorgeschriben ist. | Vnd ist ein man sinem wibe nicht ebenpvrtich er ist doch ir vormvnt vnd ir voyt vnd ist sy vrei sy mvz doch sin genozinne sin als sy an sin pete get vnnd gewinnet sy kint dy gehorent czu der lenken hant swenne aver der mann stirbet so ist sy ledic von sinem rechte vnd pehabt er daz recht nach ir gepvert vnd nimpt sy einen man nach im der vrei ist als sy selbe ist. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 61 Schwsp.(L.) Art. 68a Wie ein kint frei wirt in seiner muter leibe.
Ob nv ein weip eines herren eigen ist div nimpt man vnd wirt kindes
swanger ir herre ist vrei vnd lat sie ledic vnd sie wirt vrei nv vroge ich
weder daz kint aigen oder frei sei. des vroge wir ainen maister von lantrecht
der heizet marcelsus. der half den kvͤnige vil lantrecht machen. der
sprichet daz dem kinde nicht shade do ez sein muter enphie von seinem vater ob
sie da aigen was geit ez got daz ez geport wirt. Schwsp.(L.) Art. 68b
vnd geit sich ein vrowe ze eigen die vrei ist vnd treit sie
iemittent kint weder kint vrei oder eigen sint. der meister spricht also. den
kinden shol nicht shaden ir muter vnedeln e sie geporen wuͤrden. wan als sie
geporen sint in welhem rechte die muter ist in dem selben sint auch die kint.
wir haben von der shrift daz nieman eigen shulle sein. doch ist ez also dar
komen mit gewalte vnd mit twanksol daz nv recht ist daz aigen leute sein.doch
mak sich kein freis menshe zeigen geben. vnd versprechent ez die erbent ez
shol ze rechte nicht sein.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 65
Wy ein kint vrei wirt in siner mvter leibe.
Ob ein wip eines herren eigen ist dy nimpt man vnd wiert kindes swanger ir herre ist vrei vnd let sy ledic vnd sy wirt vrei oder eigen sei des vrage wir einen meister von lantrecht der heizet marcelsus der half den kvnegen vil gvter lantrecht machen der sprichet also daz dem kinde nicht schade do ez sin mvter enphienc von sinem vater ob sy do eigen waz gibt ez got daz ez geporn wiert. | Vnd gibt sich ein vrove czu eigen dy vrei ist vnd treit sy dy weile kinder weder dy kint vrei oder eigen sin der meister sprichet also den kinden schol ir mveter vnedel nicht schaden esi geporn sint inswelchem rechte dy mveter czu der weile ist indem sint ouch dy kint. Wir haben von der schrift daz niemant schol eigen sin doch ist ez also dar chomen mit gewalt vnd twanschal daz nv recht ist daz eigen levte sin doch mac sic kein vreiez mensch czu eigen geben vnd versprehent ez sin erben ez schol von rechte nicht sin. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 62 Schwsp.(L.) Art. 68c Wer ze rechte eigen leute haben mac.
Nieman mac eigen levte haben wanne freien vnd gotzhevser. alle
dienstman die heizent aigen an der shrift. da von mugent sie nicht eigener
leute haben. hort ein dienst man an ein gotzhaus vnd er gicht er habe eigen
levte die seines gotzhevses aigen. vnd hat ein leien fuͤrste einen dienstman der gicht er habe eigen levte des ist nicht. sie sint seines herren. die geistlichen fuͤrsten ampt vnd die werltlichen fuͤrsten ampt sint gestiftet von erst mit vier fuͤrsten ampt. mit einem truchtsezzen mit einem marshalke mit aime kamerer vnd mit eime shenken. die musten von erste recht frei levte sint. die mugen wol haben aigen levte. vnd mac ein dinstman behaben daz sein vordern frei waren da sie sich gaben in daz fuͤrsten ampt oder ob er sich selber dran gegeben hat ob er frei was die haben mit rechte wol aigen leute. disiv levte die shuln sein der hoͤste mitter freien.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 66
Wer czu recht eigen leute mag gehaben.
Niemant mac eigen leute haben wan vreien vnd gocshuser alle dienstman dy heizent eigen ander schrift da von mvgen si nicht eiginer levte haben gehort ein dienstman an ein gocshus vnd er gicht er hab eigen levte dy sint eines gocshus eigen vnd hat eyn layenfvrste einen dienstman der gicht er habe [Seite 38] eigen levte des ist nicht si sint sines herren dy geistlichen fvrstenampt vnd dy wertlichen fvrstenampt dy sint gestifte von erste mit vier fvrstenamten mit einem marschalc mit einem kamerer vnd mit einem schenchem dy mvsten von erste rechte vreie leute sin dy mvgen wol haben eigen leute. | Vnd mac ein dienstman pehalten daz sin vordern vrei waren do sy sich gaben an daz fverstenampt oder ob er sich selben dran gegeben hat ob er vrei waz dy habent mit rechte wol eigen levte dise levte schullen sin dy hochsten vreien oder mitter vreien. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 63 Schwsp.(L.) Art. 70a Von hohsten vreien vnd von mitter freien wie die selben vndersheiden sint.
Die fuͤrsten ampt sint mit fuͤrsten vnd mit anderen dingen
gestiftet. vnd geit sein eigen leute an ein fuͤrsten ampt die sint nicht
dienstleute si des fuͤrsten eigen. sie haben dienstmanne recht nicht. als
wir gesprochen haben von den fuͤrsten ampte also wart auch daz reiche
gestift von erste. Schwsp.(L.) Art. 70b
ez ist niemant semper vrei wann des vater vnd muter vrei waren. die
von mittern vreien sint geporn die sint mitter vreien. vnd ist auch die muter
semper vrei vnd der vater mitter vrei die kint werdent mitter freien. ingenuus
daz spricht in latein die hoͤhsten vreien. libertinus daz sint die mitter
freien. liber daz sint lantsezzen vreien. der hat iglicher svnder sein recht
als wir her nach wol gesagen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 67
Von den hohen vreien herren vnd von den mittern vreien wy dy vnderscheiden sint.
Der fverstenampt sint mit fversten vnd mit andern dingen gestiftet vnd gibt ein vreier herre sin eigen levte an ein fverstenampt dy sint nicht dienstleute sy sint des fversten eigen sy habent dienstmanne rechte nicht als wir haben gesprochen von den fverstenampten also wart ovch daz riche gestiftet von erste ez ist niemant semper vreien wan daz vater vnd mvter semper vrei waren dy von mitter vreien da sint geporn dy sint mittern vreien vnd ist ovch dy mvͦter semper vrei dy vnd der vater vrei dy kint weren mitter vreien. Ingenuus daz sprichet inlatin dy hochsten vreien. Libertinus daz sint dy mittern vreien. Liber daz sint lantsezen vreien der hat iglicher pesvnder sin recht als wir her nach wol gesagen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 64 Schwsp.(L.) Art. 71 Ob ein herre seinen eigen levten nicht hilft auf ehafter not.
Swer eigen leute hat vnd vnde kvͤmpt der einez in seinem dienste in einen siechtum vnd wil im der herre in seiner notdurft nicht ze staten kvmen vnd vertreibet in von seiner helfe vnd uon seinem hause offenlich vnd kome im nicht ze hilfe do er im wol geholfen mochte han vnd wirt er gesunt der mensh ist iesa vrei.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 68
Ob ein herre sinen eigen levten nicht enhilfet von ehafter not.
Swer eigen levte hat vnd kvmpt der einez inseinem dienste in einen sichtvm vnd wil im der herre an siner notdvrft nicht czv staten komen vnd vertribet in von siner helfe vnd von sinem hvse offenlichen vnd kom im nicht czuhelfe do er wol geholfen mochte haben vnd wirt er gesvnt der mensche ist saze hant vrei. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 65 Schwsp.(L.) Art. 72 Wenne ein kint seine eigen leute vrei lat.
Ein kint daz nicht sibenzehen iar alt ist daz mac nicht sein aigen
leute vrei gelan noch kein sein voget noch kein sein phleger. wer ez aber tut
daz hat nicht craft. wir haben an der shrift daz dehain degen kint ieman vrei
mugen gelazen er en sei zwenzig iar alt. so spricht man etewa nach gewonheit
sibenzehen iaren. vnd die iunkvrowe mac nieman gelazen frei den sie sei
sehzehen iar alt. vnd nach gewonheit virzehen iar. so machent auch die
iunkvrow freie leute wol. lazen si abr die aigen leute frei vor diser iaren
paide der iunkherre vnd die iunkfrowe so mvgen sie ir leute wol wider vordern
als sie ze iren tagen kvmen sint vnd ze diesen iaren die hie benennet sint vnd sie sint ir aigen mit rechte. lex essentia inpedit libertatem. daz ist da uon gesezzet daz die kintheit nicht wizze hat. die kint mugens dannoch nicht getvn an ir phleger.
Schwsp.(L.) Art. 73a die maistere die dicz lantrecht gemachet hant di sprechent also durch der kuͤnige liebe vnd den leuten ze nuͤzze.
der seinen eigen knecht
ze tode slecht ane shult vnd on gerichte daz er mit grozerm rechte gote gelten
shuͤlle vnd dem richter puezen. ob man im beclaget vor dem richter man nimt
im seinen leip billicher den ob er einen ze tode hette erslagen.
ist daz man einer vrowen eigene leute geit ze heimstivre zeinen
manne er mac ir nicht frei gelazen an ir guten willen. sie spricht sie wol an
mit rechte. daz shol sie tun uor richter ez sei der man lebende oder tot. wil
sie einen eit ze den heiligen sweren daz ez ir guter wille nie wuͤrde so hat sie ir leute behabt mit rechte vnd shol irz der richter in ir gewalt geben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 69
Wenne ein kint sin eigen levte vrei let.
Ein kint daz nicht sibenczehen iar alt ist daz mag nicht sin eigen levte vrei lazen noch kein sin voyte noch kein sin phleger swer ez aber tvet so hat ez keine chraft wir haben ander schrift daz degenkint niemant vrei mac gelazen er sy [Seite 39] czweinczic iar alt so sprichet man eteswo nach sibenczehen iar vnd ivncvrowe mac niemant vrei gelazen wan dye sechzehen iar alt ist vnd nach gewonheit vierczehen iar so machent dy ivncvrowen ovch wol vreie levte lazen aber sy sei vrei vordisen iaren peide ir ivncvrowe so mvgen sy ir levte wol wider vordern als sy czv ir tagen komen sint vnd czu disen iaren dy hye penennet sint vnd sint si ir eigen mit recht. Lex essencia inpedit libertatem daz ist da von geseczet daz dy kintheit nicht wicze hat. Dy kint mvgen ez dannoch nicht getvn an ir phleger. Dy meister dy dicz lantrech gemachent habent sprechen also den kvnegen czuliebe vnd den levten czunvcze.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 70
Der seinen eigen knecht czu tode slecht an schvlde vnd an gerichte.
Der sein knecht czu tode slecht an schulde vnd angerichte daz er in mit grozem rechte gut gelten schulle vnd dem richter pvezen ob man in peklaget vor einem richter man schol im sinen leib pillicher nemen danne ob er einen vromden slvge vnd ist daz man einer frowen eigen levte gibt czu heimstiwer czu einem manne er mag ir nicht vrei lazen an ir gueten willen si sprichet wol mit rechte der man leb oder tot si si pehabet sy mit rechte daz sy schol tvn vor ir richter wil ot sy eine czu den heiligen swern daz ez ir gvt wille nie wurde so hat sy ir levte mit rechte pehabt vnd schol irs der richter inir gewalt geben. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 66 Schwsp.(L.) Art. 74 Ob ein weip on ir mannes vrlop ir gut an wirt.
Ein weip mac ir gut on ir mannes urlop nicht hin gegeben noch eigen
noch leipgedinge noch zinsgut noch varnde gut. daz ist da uon daz er ir uogt
ist. maid vnd vrowe die nicht manne haben die werdent ir gut wol ane on ir
vormunt ob sie ze iren tagen sint kvmen. da hoͤrent denne erben zv die shuln ez versprechen als recht sei. Schwsp.(L.) Art. 75
maid vnde vrowen die muͤzen mit rechte vor iglichem gerichte ir
vormunt pei in haben oder sie shol der richter nicht hoͤren. vnd hot
sie einen eman der pei dem lande ist der shol ez tun. vnd ist er nicht innen
landes so shol sie ir einen nemen vor dem richter. der shol sein ir wirtes mac oder ir selbes mac. da ist da uon gesezt daz sie ez pezzer haben uor gerichte den die man. den waz die sprechent vor gerichte daz in shade ist daz sie des nieman vͤberzivgen mac ob si sein laugen wollen. swo ez den vrowen ze eiden kvͤmt den shuln sie selber tun vnd nicht die man die ir vormunt sint. ir vormunt shol auch gewer fuͤr sie loben vnde sol sie daz leisten. sie shol auch wider reiten noch gen noch kein arbeit han wan da man ir ze not bedarf. sein vormuntshaft wert nicht lenger vnz ir man her wider kvͤmt oder als lange sie wil. auf ieglich ein gericht kvͤmpt sie wol vormunt vnd lat ienen varn.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 71
Ob ein wip ir gut anwiert an ir mannes vrlovp.
Ein wip mac an ir mannes vrlovp ir gutes nicht hingeben noch eigen noch leipgedinge noch czins guet noch varvndes gut daz ist davon daz er ir voyt ist maide vnd vrowen dy nicht man habent dy werden ir gut wol an an ir vormvnt ob sy czu ir tagen komen sint da gehorent danne erben czu dy schullen ez vorsprechen als recht si meid vnd wip dy mvzen mit rechte vor iglichem gerichte in iglicher klage ir vormvnt py in haben oder sy schol der richter nicht horen vnd hat sy einen .e. man der indem lande ist der scol ez tvn. | Vnd ist er nich inir landes so schol si ir einen nemen vor dem richter [Seite 40] der schol sin ir vaters mac oder ir selber mac daz ist davon geseczet daz sy ez pezzer habent vor gerichte danne dy man wan swaz sy sprechent vorichte daz in schade ist. | Ist daz sy des niemant vbercziwgen mac ob sy sin lovgen wellent swo ez den vrowen czu ir eide kvmpt den schullen sy selbe tvn vnd nicht dy man dy ir vormunt sint. | Ir vormvnt schol ovch gewer fvr sy loben vnd schullen si daz leisten si schol ovch weder riten noch gen noch kein arbeit haben wan da man ir czu not pedarf sin vormvntschaft wert nicht lenger wan vncz ir man wider kvmpt oder als lange sy wil vf iglichem gerichte nimpt si wol vormvnt vnd let ienen varen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 67 Schwsp.(L.) Art. 76 Ob ein man seinem weibe ir gut wil verzern.
Unde ein vrowe einen man hat der vͤbel geraten ist vnd wil in ir
gut ane werden daz ir ir vater oder ander ir frivnde gaben si mag ez mit
rechte wol versprechen vnd behaben. sie shol varen fuͤr einen richter vnde
shol ze dem ersten einen formunt nemen vnd shol ir der helfen clagen. vnd mag
sie behaben mit der kvntshaft daz er vngeraten ist vnd in der vnfur ist daz
sie vor im ir gutes angest hant so shol sie ez erzivgen zv ir selber zwene
man. die shullen swere mit ir daz sie ez wares wizzen. so shol der richter
sein poten ir vormunt geben. die shullen auf daz gut varn vnd shuln sich des
vnderwinden. vnd wer ir dar nach kein leit tut der ist fridebrecher. daz shol
der richter richten als recht ist. vnd ist daz er ir morgengabe hate gegeben
si shol den richter varn vnd shol ir morgengabe behaben als hie vor gesprochen ist. vnd shol sie der richter auf ir morgengabe beshirmen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 72
Ob ein man sinem .e. weib ir gut verczeret.
Vnd ist daz ein vrowe einen man hat der vbel geraten ist vnd wil er ir gut anverden daz ir ir vater oder ander ir vrevnde gaben sy mag ez mit rechte wol vorsprechen vnd pehaben si schol varen fvr ir richter vnd schol des ersten einen vormvnt nemen vnd schol ir der helfen klagen vnd mag sy pehaben mit der chvnstschaft daz er vngeraten ist vnd inder vnfvͦr ist daz sy ir gutes vor im angest hat so schol si ez ercziwgen czv ir czwene man dy schullen sweren mit ir daz sy ez warez wizzen so schol der richter sine poten ir vormvnt geben dy schullen vf daz gut varn vnde schullen sich des vnderwinden vnd swer dar nach kein leit tvt der ist vridbreche daz schol der richter richten als recht ist vnd ist daz er ir morgengab hat gegeben si schol fvr den richter varn vnd ir morgengab pehaben als hy vorgesprochen ist vnd schol der richter si vf ir morgengab peschermen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 68 Schwsp.(L.) Art. 77 Wer nicht vormunt haben shol.
alle die vnelich geporn sint vnd die sich eloz gemachet hant an ir
richte mit vntat den shol man allen keinen vormunt geben. ane die die zv der e
gegriffen hant den mac man wol vormunt geben. dannoh gepristet maniges
gerichtes daz die habent die elich geporen sint als wir her nach wol sagen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 73
Daz alle dy vnelichen geporn sint dy mvgen nicht vormvndes gehaben.
Alle dy vnelichen geporn sint vnd dy sich vnelich gemachet habent an ir rechte mit vntat den schol man allen kein vormvnt geben an die dy czu der .e. gegriffen habent den mac man wol vormvnt geben wan dan noch gepristet in manges rechtes daz dy habent dy elich geporn sint. [Seite 41] |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 69 Schwsp.(L.) Art. 78 Ob ein einen lamen man man mit kanph an spricht.
Ob man einen lamen man kanph an sprichet der nicht vormundes hot man
shol in einen tac geben vnd shol der ainen dar pringen der fuͤr in kenphe.
swer der ist der daz tut den shol man fuͤr in nemen er habe denne sein recht
verworcht als hie vor gesprochen ist. hat ein man lem an handen oder an
fuͤzen die man beweisen mac vnd ist daz so getane lem die in irret ob er
kemphen shol vnd er wirt wol vͤberig allez kamphes. vnd er boͤser augen
ist so ist abr kanphes ledig. mag abr er einen an sein stat gewinnen den shol
er gewinnen durch liebe oder durch pheninge der ez tut. vnd wil er des mit
willen nicht tvn der richter shol von des mannes gute einen kemphen gewinnen
so er aller nehest mac. vnd mac er in nicht neher gewinnen er shol im gut
halbez geben vnd dar vber nicht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 74
Ob man einen man czu kamphe ansprichet der nicht vormvnders hat.
Ob man einen man czu champhe ansprichet der nicht vormvnders hat man schol im einen tac geben vnd schol der darpringen einen der fvr in chemphe swer der ist der ez tvt den schol man fvr in nemen er habe danne sin recht verworicht als hy vor geschriben ist.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 75
Daz ein lempder man von recht vber wirt des kemphens ob er anwiert gesprochen.
Hat ein man lemde an den henden oder an peiden dy man pewisen mac vnd ist daz so getane lemde dy in irret ob er kemphen schol er wiert mit rechte wol vber daz er nicht kemphet vnd ob er povser ovgen ist er ist aver kamphes ledic mag aber er einen gewinnen so dvrich lieb so dvrich phenninge der ot ez tvt vnd wil er des mit willen nicht tvn der richter schol von des lamen mannes gute einen kemphene gewinnen so er allernechste mac vnd mag er in nicht neher gewinnen er schol im sin gut allez geben vnd nicht dar vber. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 70 Schwsp.(L.) Art. 79 Von der notwer.
und ist daz ein man den andern an kvͤmt ez sei tages oder nahtes vnd der eine laufet den anderen an vnd do ist nieman pei vnd sihet nieman. der eine weichet hin ob er mvge entweichen vnd wolde gerne von im. iener slecht auf in. dirre wert sich. wan erz in nicht erlat er slecht ienen ze tode in rechter notwer. nv vroge wir wie er die notdurft bereden shulle. wir sprechen. so er paldest mac ze deme richter kvmen vnd shol sich in des gewalt ergeben mit seinem leibe vnd shol im sein swert auf recht geben. vnd der richter shol in enphahen auf rechte rede. vnd clage ieman auf in der richter shol fuͤr in antworten. vnd shol den toten fuͤr tragen vnd shol auf in clagen. vnd shol mit fuͤrsprechen antworten. der ienen do erslagen hat den shol man erteilen daz er des swere daz er drei shriete hinder sich entwiche oder mere ob er entweichen moͤchte. daz ist also gesprochen. ob er also gahes auf in sluge daz er nicht entweichen mechte vnd daz er sich do alrest werte. vnd waz er getan daz er daz in rechter notwer getan habe seins leibes. vnd hat abr der tote man einen mac von seinem vater vnd wil in der kenphen des mac er in nicht geweigern er sei denne sein genoz nicht. vnd hot der tote man niemanz der im den kanph beutet so ist er mit rechte ledic vnd hot die notwer beredet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 76
Vmme einen tot Slac der da geschit von rechter notwer sines leibes.
Vnd ist daz ein man an den andern kvmpt ez sy nachtes oder tages vnd der eine lovft den andern an vnd da ist niemant py und dez sicht niemant der eine weicht hinder sich ob er mac entwichen vnd er wolte gerne von im iener slecht vf in dirre wert sich wan er ins nicht erlezet er slecht ienen czu tode in rechter notwer. | Nv vrage wier wy er dy notwer pereden schulle wir sprechen also er schol so er allerpaldest mac czv dem richter komen vnd schol sich indes gewalt ergeben mit seinem leibe vnd schol im sin swert vf recht geben vnd der richter schol in enphahen vf recht rede. Vnd klagt iemant vf in der richter schol in fvr antwurten vnd schol man den toten fvr tragen vnd man schol vf in klagen vnd er schol antwurten mit vorsprechen der ienen da erslagen hat den schol man erteilen daz er swer des daz er drei schrit hinder sich entwiche oder mer ob er entwichen mochte daz ist also gesprochen ob er also gehes vf in slecht daz er nicht entwichen [Seite 42] mochte oder an der stat da er nicht entwichen mac vnd daz er sich do allererst werte vnd swaz er getan hab daz er daz in rechter notwer getan hab sines leibes. | Vnd hat aber der tot man einen mag von sinem vater vnd wil in der kemphen des mag er im nicht geweigern er si danne sin genoz nicht. Vnd hat der tot man niemant der im pevtet so ist er mit recht ein ledic man vnd hat dy notwer peret. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 71 Schwsp.(L.) Art. 80 an wem der richter sin wette vnd sein pueze gewinnet.
Swer nicht envocht vnd nohe alwan ainen ane shreiet von gerichtes
halben oder sein recht nicht enfuͤret so er der clage beginnet oder einen
man ze kanphe ane sprichet oder vahet vnd im der mit recht entget oder ze auf
geleiten tedingen ze rechter zeit nicht enkuͤmpt oder gar versavmet oder
gerichte icht sprichet oder tut daz widerz recht vnd shulde die vor gerichte
gewitert ist vmb dise igliche sache wettet man dem richter ie nach der stat
vnd nach der leute gut gewonheit. vͤmb die shulde da der man bueze mit
gewinnet da hat denn der richter als sein gewette von. dach wettet man deme
richter dicke vͤmb vnzucht die man tut uor gerichte da der clager noch auf den div clage get keine puze an gewinnet. Schwsp.(L.) Art. 81
spricht ein gut an vnd wirt er da uon geweiset mit gerichte er
pleibet ane pueze vnd ane wette die weil er sich des gutes nicht vnderwindet.
vnd vnderwindet er sich des gutes an gerichte vnd ist ein fride ze den
gezeiten gesworn so ist er fridebreche vnd daz get im an die hant. vnd ist abr
nicht fride gesworn so buͤze mit pheningen nach guter gewonheit. swer
gewette oder puze nicht engeit ze deme rechten zil der vronpote shol in
phenden oder shol er ez versezzen oder verkaufen ob er ein gast ist dem die
pheninge shuln. vnd ist er nicht ein
gast man shol daz phant behalden siben tage. der ez denne nicht
enloͤset man shol ez versezzen oder verkaufen. man shol kein phant
an die iuden sezzen den mit iens willen des dacz phant da ist ez ensei
denne so verre daz er inz an gedinget habe so ist ez recht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 77
An wem der richter sin gewette vnd sin pvze gewinnen schol.
Swer nicht vnd nach enwolget wan einen anschriet von gerichtes halben oder sin recht nach rechte nicht fvret so er der klage peginnet oder einen man czu kamphe ansprichet oder vahet vnd im der mit recht enget oder czu vfgeleitem teidingen czu rechter czit nicht enkvmpt oder gar versovmet oder vorgerichte icht sprichet oder tvet daz wider recht ist vnd schulde dy vorgerichte gewettet ist vmme dise igelich sache wettet man dem richter ie nach der stat vnd nach der levte guter gewonheit vnd alle schulde da der man pvze mit gewinnet da der richter sin gewette an doch wettet man dem richter dicke vmme vnczvcht dy man tvt von gerichte da der klager noch vf den dy klage daget kein pvze an gewinnet.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 78
Wy ein man gvt ansprichet vnd wirt da von gewiset mit rechte vnd vnderwindet sich dar nach des guͤtes an gerichte.
Vnd ist daz einman gvt an sprichet vnd wiert er da von gewiset mit rechte er peleibet an pvze vnd an gewette dy weil er sich des guetes nicht vnderwindet vnd vnderwindet er sich des gvetes angerichte vnd ist ein vride czu den cziten gesworn so ist er ein vridprecher vnd daz get im an dy hant. Vnd ist aver nicht vrides gesworn so pvze mit phenningen nach gvter gewonheit.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 79
Der sin pvze czu rechter czeit nicht engibt waz man dem tvn schol.
Swer gewette oder pvͤze nicht gibt czu rechter czeit der vrone pot schol in phenden vnd schol erz verseczen oder [Seite 43] verkovfen ob er ein gast ist dem dy phenninge schullen vnd ist er nicht ein gast man schol daz phant pehalten siben tage der ez danne nich enloset so schol man ez verseczen oder verkovfen man schol kein phant an dy ivden seczen wan mit ens willen des daz phant ist ez en sy danne als verre daz er ins angedinget habe so ist ez recht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 72 Schwsp.(L.) Art. 82 Wie man vmb freuel dreier puze shuldic wirt.
Ez mac ein man vmb ein shulde dreier puze shuldig werden. tut er ein
freuel in deme mvͤnster oder in dem vreithoue er muz geistlichem gericht vnd
werltlichen puezen vnd dem an dem er hat gefreuelt. daz sint drei pueze.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 80
Wy man vmme ein vrevel drier pveze schvldic wiert.
Ez mag ein man vmme ein vrevel drier pveze schvldic werden tvt er einen vrevel inder kirchen oder indem vreithof er mvz geistlichem gerichte vnd werltlichem pvzen vnd dem an dem er hat gevrevelt daz sint drei pvze. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 73 Schwsp.(L.) Art. 83 Wie man herren phenden shol auf iren guten.
Ez ensol kein man fuͤr seinen herren phenden dulden wenne als
uil er im ze zinse shol. vnd ist daz ein man von eime gotzhause leute
ze lehen hat vnd sie geben iren zins hinz irm gotzhause man shol
sie nicht phenden fuͤr den herren der sie ze lehene hot vnd wer dar
vber tut der raubet daz gotzhaus vnd den herren der sie ze lehene
hot. vnd der shol sie shirmen vnd sie shuln im clagen ob in iman
icht tut vnd er shol sie niezen in der weise als sie im gelihen sint.
vnd nuͤzzet er sie anders daz shol er clagen do erz ze rechte clagen
shol. der hoͤhste nuz den er uon in shol hon so shol er nemen ein
vogt recht als vil als im da uon gesezzet sei. waz er dar vͤber sie
nuzzet daz ist vnrecht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 81
Wy man dy herren phenden schol vf irem gvte.
Ez enschol kein man fvr sinen herren phenden dvlten wan fvr als vil als er im gibt cze czinse vnd ist daz ein herre von einem gotshvs levte czv lehen hat vnd sy gebent ir czinse czv ir gotshus man schol sy nicht phenden fvr den herren der sy czu lehen hat vnd swer ez dar vber tvet der rovbt daz goteshvs vnd den herren des lehen sy sint vnd der shol sy peschirmen vnd sy schullen im klagen ob in iemant icht tvet vnd er schol sy nvczen inder wis als sy im gelichen sint nvczet er si icht anders daz schol er klagen da erz czu rechte klagen schol. | Der hochste nvcz den er von im schol haben so schol er nemen einen voyt recht als vil als im da von geseczet si waz er dar vber nevzzet das ist vnrecht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 74 Schwsp.(L.) Art. 84 Wenne man zins geben shol oder daz gut uerloren sei.
Swer zins von gute geben shol nicht uon varndem gute der shol in
geben auf den tac als im besheiden wirt so man im daz gut leihet vnde geit.
vnd geit er im daz gut des tages nicht er shol im den zins zwiualt geben des
nehesten tages dar nach vnd dar nach alle tage so uil die weile er den zins
inne hat. vnd als des zins so uil wirt als daz gut wert ist so shol sich der
herre des gutes vnderwinden mit des richters poten. nv shult ir hoͤren wie man den zins eischen shol. er shol in oder seine poten ze seinem hause eischen vnd shol die nakebavr dar zv nemen ob sie da sint. sint sie da nicht so neme ander vrume leute ob erz welle levken daz erz mit in erzivge daz er in gevordert habe als recht sei. daz shol er selb dritte tun. vnd ist sein haus ze verre er shol in suchen auf dem gute da man im den zins abe geben shol. wederthalp er in eishet mit gezivge so hat er recht. mac abr der der daz gut in gewere hat erzivgen selb dritte daz er den zins gegeben hot an dem tage der im besheiden wart so hot er iene gezivge verleit vnd hat sein gut behabt. da ist da uon daz er in der gewer ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 82
Der den czins czu rechter czit nich engibt so schol er in dar nach czwivalt geben.
Swer czins von gut schol geben nicht von varvndem gvt der schol in geben vf den tac als im penennet wiert so man im daz gvet leihet vnd gibt er im daz gvet des tages nicht er schol im den czins geben czwivalt des nechsten tages dar nach alle tage als vil dy weile er den czins inne hat vnd als des czinses als vil wiert als daz gvet wert ist so schol der herre sich des gvtes vnder winden mit des richters poten. [Seite 44]
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 83
Wy man den eischen schol.
Nv schult ir horen wy er den czins heischen schol weder schol er sinen poten czv sinem hovs heischen vnd schol dv nach gepver dar czv nemen ob sy da sint sint sy da nicht so nem er ander piderbe levte ob man im lovgen da ers mit erczivge daz er in gefodert hab als recht sy daz schol er selbe dritte tvn. | Vnd ist sin hvs czv verre er schol svchen vf dem gvete da man im den czins von geben schol swederthalbe er in heischet mit geczevgen so hat er recht. Mag aber der der daz gvet in siner gewer hat erczevgen selbe dritte daz er sinen czins gegeben hab an dem tage der im pescheiden wart so hat er iene czevge verleit vnd hat sin gvet pehabt daz ist davon daz er inder gewer ist. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 75 Schwsp.(L.) Art. 85 Wie man auf geltendem gut phendet.
Einen iglichen man mac man wol phenden auf seinem gute da man im gelt
uon geit an des richters urlop. vnd weret man im phant vnd ist daz gut sein er
nimpt vͤberhaupt ein phant mit rechte. vnd ist daz daz der man sein nicht
enist so shol er dem richter clagen. der shol im phant antworten vnd shol er
dem richter puͤezen vnd auch seinen herren dar vͤmb daz er im phant
versaite. die vrteil ist ein phunt oder fuͤnf shillinge ie nach des landes
gewonheit.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 84
Wy man vf geltvndem gvt phenden schol an des richters vrlovp.
Einen iglichen man mac man wol phenden vf sinem guͤt da man im gelt von gibt an des richters vrlovp wert aver man im phant vnd ist daz gut sin er nimpt vberhoupt ein phant mit rechte. | Vnd ist daz der man sin nicht en ist so schol er dem richter klagen der schol im phant antwurten vnd schol er dem richter pvezen vnd ovch sinem herren dar vmme daz er im phant versait daz vrteil ist ein phvnt oder fvmf Schillinge ie nach des landes gewonheit. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 76 Schwsp.(L.) Art. 86a Wie man einen richter welen shol.
Iglich werltlich gerichte daz hat begin von kuͤr. daz ist also
gesprochen daz dehein herre sol den leuten keinen richter geben wen den sie da
welen. an dem shol auch der dinge deheines sein die ich hie nennen wil. swen
die leute ze richter nemen der shol nicht meineide sein. er shol nicht in der
echte sein noch in den panne. er shol nicht ein iude sein noch ein kezzer noch
ein heiden. er shol nicht lam sein an handen noch an fuezen. er shol nicht
plint sein. er shol nicht ein stumme noch ein tore sin. er shol ein ekint sein
vnd shol ainz vnd zwenzig iar alt sein vnd sol vber achzig iar nicht sein.
welhez der dinge aines an dem richter ist der mac mit rechte nicht richter
gesein. ein iglich richter shol vier tugent an im han. vnd die selben vier
tugent heizent fuͤrsten vber die gerechtikeit. daz ander weisheit. daz
dritte maze. daz virde sterke. er shol gerechtikeit haben also dacz er durch
liebe noch durch veintshaft noch durch kein gut nicht entv wan daz recht sei.
er shol starc sein also daz er sein herze also starkes halde daz ez deme leibe
nimmer gerate daz wider daz recht sei. vnd ist daz daz herze einen boͤsen
mut gewinnet so shol der leib so stark daz er dem poͤsen mute widerste. wan
die tugent fuͤr alle tugent get swer poͤsen mute widerstet. ein richter
shol so stark sein daz er leip vnde gut shol wagen daz er daz recht beshirme.
er shol auch also weise sein daz er daz vbel von dem guten vnd daz gute von
dem vͤblen kvͤnne sheiden. vnd kan er daz so ist er weiser richter. die
besten tugent shol er han daz ist daz er got fuͤrchten shol vnd daz er daz
recht minnen shol vnd allez vnrecht hazzen so ist ein weiser richter. daz
dritte ist die maze. er shol durch daz recht noch durch daz vnreht nimmer
vnmezlichen zorn gewinnen daz er wider daz recht ichtes tu in seime zorne wie
gewaltig er sei vnd daz er iemande shelde. er shol weder ze gehe noch ze trege
sein an dem gerichte. er shol auch mezzig an ezzen vnd an trinken sein vnd an
allen dingen. dise vier tugent sint also tugenthaftig daz ein ane die ander
nicht frum ist. swer eine pricht der hat sie alle zeprochen. die vier tugent
zemen allen herren wol vnd allen richtern vnd allen den got gerichte vnde
gewalt hat verlihen. vnd wizzet. welch richter oder herre der tugent nicht
enhot den hazzet got vnd missevellet allen leuten. Schwsp.(L.) Art. 86b
vnd welch richter vnrecht vrteil geit oder gestatet daz si ander
leute sprechent tut er daz durch liebe oder durh haz oder durch gutes willen
der verlivset gotes hulde. vor werltlichem gerichte sprechent die richter
nicht vrteil. daz ist dar vͤmb gesetzet daz sie nicht alle wei weise leute
sint vnd daz daz gewoͤnlicher ist daz vnder den leuten allen die da vor im
sizzent weiser leute sint den der richter alleine. keinem richter ist nicht
gesezt daz er gut neme wan sein rechte puze. swer nv anders richter sezzet wan
als hie gesprochen ist der tut wider got vnd wider die leute.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 85
Wy man ein richter kiesen schol.
Iglich werltlich gerichte daz hat ein anewanc von der kver daz ist also gesprochen daz keine herre schol den levten kein richter geben wan den sy wellent an dem schol ovch der dinge einez nicht sin dy ich hy nicht nennen wil. | Swen dy levte czv richter wellent der scol nicht meineide sin er schol ovch nicht inder echte syn noch indem panne er schol ovch nicht eyn ivde syn noch ein keczer noch ein heiden er schol ovch nicht lam sin an henden vnd an fvezen er schol ouch nicht plint sin er schol ouch nicht ein stvmme noch ein tore sin er schol ein ekint syn vnd schol eins vnd zweinzic iar alt sin er schol ovch vber achczic iar nicht syn. Swelich [Seite 45] der dinge einez an dem richter ist der mach mit recht nicht richter sin.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 86
Waz tvgent ein iglich richter an im schol haben.
Ein iglich richter schol vier tvgent an im haben vnd dy selben vier tvgent heizen dy meister fversten vber alle tvgent. Daz eine ist recht richter daz ander weisheit daz dritte maze daz vierde sterke. | Er schol gerechticheit haben also daz er dvrich lieb noch dvrich leit noch veintschaft noch dvrich keines gvtes willen nicht anders schol tvn wen daz recht ist. | Er schol starch sin also daz er sin hercze also starchez hab daz er nummer keyn liebe gerate daz wider recht sy. Vnd ist daz daz hercze einen posen mvt gewinnet so schol der leip also starch sin daz ez einem iglichem posen mvͦt widerste. Wan dy tvgent fvr alle tvgent get. | Swer posem mvte wider ist. | Eyn richter schol ovch also starch syn daz er syn leip vnd syn gvt schol wagen daz er daz recht schol schirmen. Er schol ovch also wise syn daz er daz vbel von dem guten kvnne scheiden vnd kan er daz so ist er ein wiser richter. | Dy pesten tvgent schol er haben daz ist daz er got fvrchten schol vnd daz er daz recht minnen schol vnd alle vnrechte dinc hazzen schol so ist er ein wiser richter. | Dicz ist dy maze er schol dvrich daz recht noch dvrich daz vnrecht nimmer als vnmeslichen czorn gewinnen daz er wider dem rechten immer icht getv er schol ovch so czornic nimmer werden swy gewaltic er sy daz er vnkevs wort immer gespreche vnd daz er niemant schelde. | Er schol ovch weder czugahe nvch czu trege syn an dem gerichte er schol ouch mezzic syn an ezzen vnd an trinken vnd an allen dingen dise vier tvgent sint also tvgenthaft daz einen an dy andern kein frvm ist. | Swer eine czv prichet der hat sy alle czv prochen. | Dy vier tvgent geczement allen herren wol vnd allen richtern vnd allen den den got gericht vnd gewalt verlihen hat vf ertrich vnd seit des gewis swelich herre oder richter dyse vier tvgent nicht en hat den hazzet got vnd der missevelt wisen levten. | Vnd swelich richter vnrecht vrteil gibt oder gestatet daz si ander levte sprechent tvt er daz dvrich lieb oder dvrich haz oder dvrich gvtes willen der verlevset [Seite 46] gotes hvlde vor werltlichem gerichte. Sprechent dy richter nicht vrteil daz ist dar vmme geseczet daz sy nicht alle wise levte sint vnd daz daz wenlicher ist daz vnder den levten allen dy da vor im siczent wiser levte sint danne der richter aleine keinen richter ist geseczet nicht daz er gvet neme wan sin recht pvze. Sver nv richter anders seczet wan als hye gesprochen ist der tvt wider got vnd wider dy levte. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 77 Schwsp.(L.) Art. 86c Wie ein richter gut nimpt widerz recht.
Swelch richter von einem gut nimpt der nicht recht hat der tut recht
als iudas der daz recht verkauft vnd nam dar vͤmbe vnrecht gut. also hat der
richter getan. er hat seinen pruder verkaufet vmb ein cleinez gut. dar vͤmb
hat er gotes hulde uerlorn. vnd ist daz in des got ermant daz er ez wider tun
wil so shol er daz gut daz im iener vm vnrecht gap daz shol er dem nicht wider
geben der imz da gap. wan erz deme richter gap daz er hulfe vnrechtes vnd er
daz recht
vertilgete. da von gap er im svͤntlich vnd shantlich. do nam ez der richter
als vbel. da uon shol ez dem nicht wider werden der ez do gap daz er im
vnrechtes hulfe. es shol der richter dem wider geben dem vnrecht geshach. im
ist der richter shuldic allen den shaden ze gelden der im da geshach. da uon
shuln sich alle richter huͤten daz sie nieman vnrechte tun noch staten ze
tune. ein iglich man der richter ist oder gewesen ist vnd wil sich der uon
gote rechtuertigen so shol er sid bedenken wo er gut ze vnrechte vnde swem er
gut ze vnrecht verloren hat. deme shol er daz wider geben nach rechte vnd nach
minnen. wir haben von den richtern nv gnvg gesprochen welhe richtere mugen
sein oder nicht daz selbe spreche wir von den fuͤrsprechen. |
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 87
Ob der richter gvt nimpt wider daz recht so tvt er als iudaz der da got verkovft.
Swelich richter gvt nimpt von einem der nicht recht hat der tvt recht als iudaz der da verkovfet daz recht plut vnd nam darvmme vnrecht gvt also hat der richter getan er hat sinen prvder verkoft vm ein wenic gvtes daz schol er wizzen daz er gotes hvlde darvmme verlorn hat. | Vnd ist daz in des got ermant daz er ez wider tvn wil so schol er daz gvt daz im gener gab vmme vnrecht daz schol er dem nicht wider geben der ez im da gab wan erz dem richter gab daz er im hvlf vnrechtes vnd daz er daz recht vertiligt davon gab er svntlichen vnd schentlichen do nam ez der richter als vbel da von schol ez dem nicht wider werden der ez da gab daz man im vnrechter hvlfe ez schol der richter dem wider geben dem da vnrecht geschach im ist halt der richter allen den schaden schvldic czv gelten der im geschach da von schullen sich dy richter hvten daz sie niemant kein vnrecht tvn noch gestaten czvtvn. | Ein iglich man der richter ist oder gewesen ist vnd wil sich der gein got rechte vertigen so schol er sich pedenchen wo er gvt czv vnrecht vnd swen er ez verlorn hat dem schol er daz wider geben nach rechte vnd nach liebe. | Wir haben von den richter genvk gesprochen swaz wir von den richtern haben gesprochen welche nv richter mvgen gesin oder nicht daz selbe spreche wier ovch von den vorsprechen daz selbe schol an in sein als an den richtern. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 78a Schwsp.(L.) Art. 87a Dicz ist uon den uorsprechen.
Die fuͤrsprechen shullen sein als die richter. wan si wol gut
nement vͤmb ire wort vnd anders nicht wan ob sie arbeit hant ob sie arbeit
shuln varn dem ze dienste des wort si sprechen shuln oder ob sie kost haben
die shol er im gelten in des dienste si varn. der fuͤrspreche shol niemans
wort sprechen der vnrecht hot. so hat daz vnser lantrecht. gepevt ez im der
richter daz er sein wort sprechen muͤze doch sage wir nicht daz ez recht
sei. ez ist ein gewonheit. wer des wort spricht der vnrecht hat der kan sich
kavm bewarn gegen gote dacz er rechte var. wan ob er dem hilft mit siner kunst
der vnrecht hat dast wider got. dar vͤmb shol er den richter biten daz er in
vͤberhebe daz wort ze sprechen. tut der richter des nicht so shol er nicht
sprechen den als im iener sait oder uon andern leuten hoͤrte. vnd versavmt
der fuͤrspreche einen der rechte mit wizzen oder mit seinen willen der ist
gegen gote vnd gegen im als shuldic als uil er im verloren hot. vnd ist daz er
eines wort spricht vnde von ienem gelobt hat gut ze nemen oder genvmen hot vnd
disen versaumt des wort er spricht durch die mite der hot nicht gesvͤndet
minner denne iudas der got verkaufte. er hat seinen pruder verkauft. wan wir
sint alle gepruͤder in gote. er hot auch sein zvnge verkauft. vnd sprichet
in iener an des wort er so vngetriwelich gesprochen hat vor dem richter vnd
mac er ins selb dritte vͤberzivgen er shol im pillich zwiualt gelden als ob
er daz gut enphangen habe vnd ist dem richter seiner zvngen shuldig vnd mit
zehen phunden ze loͤsen. er shol armer leute wort durch got sprechen. vnd
tut er des nicht gerne daz ist wider got. vnd der richter mag imz gebieten mit
rechte daz er armer leute wort spreche. vnd pit ein man den anderen daz er
sein wort spreche vor gerichte vnd sagt im al sein heimeliche vͤber die
sache vnd sie kvment vor den richter gegen dem die sache ze handeln ist der
nimpt den selben fuͤrsprechen den iener genomen hette vnd sein heimliche
gesagt hette weder mag er ze rechte vͤberwerden oder nicht. wir sprechen
also. get iener dar vnd seit dem richter daz im der man gen dem die sache ze
handeln ist sein heimlich geseit habe vnd wil der richter des nicht gelauben
so shol iener dar gen vnd swern daz ez also sei. in solz der richter von rech
erlan daz er sein wort icht spreche vnd shol ieme gepieten daz er ienz wort
spreche der im seine heimeliche geseit habe. diz recht ist vor geistlichem
gerichte vnd vor werltlichem. |
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 88
Von den vorsprechen daz keiner kein gvt nicht schol nemen noch sin czvnge verkovfen.
Dy vorsprechen schullen syn als dy richter wan daz sy wol nement gvt vmme ire wort vnd anders nicht wan ob sy [Seite 47] arbeit habent ob sy vber velt schvllen varn dem czv dienste des wort sy sprechen schullen oder ob sy chost habent dy schol er in geben indes dienst sy varent. | Der vorspreche schol niemans wort sprechen wan der recht hat vnd sayt im sin gewizzen daz er vnrecht hat er schol syn wort nicht sprechen so hat daz vnser lantrecht gepevt ez im der richter er mvz syn wort sprechen doch sage wier nicht daz ez recht sy ist ein gewonheit swer des wort spricht der vnrecht hat der chan sich kovme pewarn gein got daz er recht var wan ob er dem hilfet mit siner kvnst der vnrecht hat daz ist wider got er schol sich also pewarn gein got er schol den richter pieten daz er in erlaze sin wort czu sprechen wan als im iener seit oder von andern levten horet | Vnd versovmet ovch ein vorspreche einen der recht hat mit wizzen oder mit seinem willen der ist gein got vnd ovch gein ienem als schvldic als vil als er im verlorn hat. Vnd ist daz aver daz er eines wort sprichet vnd von ienem gvt gelopt czu nemen oder genomen hat vnd disen versovmet des wort er spricht mit willen der hat ovch nicht minner gesvndet danne iudas der got verkovfte wan wir sin alle an einander prvder in got der selbe iudas ovch sin czvnge verkovfte vnd sprichet in iener an des wort er also vngetrivlichen gesprochen hat vordem richter vnd mac er ins selbdritte vber czevgen er schol im den schaden czwivalt gelten als ob er daz gvt enphangen hab vnd ist dem richter siner czvngen schvldic oder mit czehen phvnden czv losen er schol armer levte wort dvrich got sprechen vnd tut er des nicht gerne daz ist wider got vnd der richter mag ez im gepieten mit rechte daz er armer levte wort spreche. | Vnd pit ein man den andern daz er syn wort spreche vor gerichte vnd seit im alle sin heimlichkeit vber dy sache vnd sy koment fvr den richter gen dem dy selbe sache czv handeln ist der niemet den selben vorsprechen den iener genomen hatte vnd sin heim sin heimlichkait gesagt hette weder mac czv recht vber werden oder nicht. | Wier sprechen also get iener dar vnd seit dem richter daz im der man gerne dem dy sache czvhandeln ist sin heimlichkeit gesait hab vnd wil der richter des nicht gelovben so schol iener dar gen vnd schol swern daz ez also sy ez schol inder richter von [Seite 48] recht erlazen daz er sin wort icht spreche vnd schol im ie mer gepieten daz er iens wort spreche der im sin heinlich gesait hat dicz recht ist recht vor geistlichem gerichte vnd vor werltlichem gerichte. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 78b Schwsp.(L.) Art. 87b
Von dem selben gerichte.
und spricht ein man eins menshen wort vor gerichte vͤmb ein sache vnd sait im der man sein heimeliche vber die sache vnd wirt die sache auf
geshoben der vorspreche mac mit rechte vmb die sache nimmer mere wider in gesprechen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 89.
Ob ein vorspreche eines wort spricht vm einheimliche sache vnd wirt dy vfgeschoben er mac von recht nimmer mer wider ingesprechen.
Vnd sprichet ein man eines menschen wort vor gerichte vme ein sache vnd sagt im der man sin heimlichkeit vber dy sache vf geschoben der vorspreche mac mit rechte vmme dy sache nimmer wider ingesprechen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 79 Schwsp.(L.) Art. 88 Von den rat geben.
Nv shulle wir sprechen uon den ratgeben. vnd ist ein man als weise
daz er den leuten wol guten rat kan geben vnd bit ein man daz er im rate
vͤber seine sache er ist nicht shuldic rat ze geben vͤmb sus. er mac sein
gut dar vͤmbe nemen mit rechte also daz er im auf daz rechte rate. vnd wirt
im der rat nuͤzze er ist im des geldes shuldig. wirt im abr sein rat nicht
nuͤzze er shol im nicht dar vͤmbe geben. vnd geit er auch rat ienem der
wider in ist an der sache der hat als vil shulde als der vngetriwe
fuͤrspreche von deme hie vor geredet ist. er shol auch den leuten durch got
rat geben. des ist er in uon gote shuldic. hie vor habe wir mer von ratgeben
vnd her nach.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 90
Von den rat geben wy sy den levten raten schullen dvrich got.
Nv schvlle wir sprechen von den ratgeben vnd ist ein man als weise daz er wol den levten geraten kan vnd pit in ein man daz er im rat vber sin sache er ist im nicht schvldic rat czv geben vmme svs er mac wol syn gvt dar vmme nemen mit rechte also daz er im vf daz rechte rat vnd wiert im der rat nvcze so ist er im des gvtes schvldic wiert aver im sin rat vnnvtze er schol im nicht dar vmme geben vnd gibt er ienem ovch rat der da wider in ist an der sache der hat als vil schvlde als der vbel vorspreche von dem hy vorgesprochen ist er schol ovch den levten dvrich got rat geben des ist im er dvrich got schvldic hy vor habe wir mer von ratgeben vnd hernach. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 80 Schwsp.(L.) Art. 89 Von den gezivgen.
Dicz ist uon gezivgen. hie uor ist geseit wer gezivk mac gesein oder
nicht. vmb welhe sache der man gezivg ist da shol er nicht gutes vͤmbe
nemen. vnde kvͤmt er fuͤr den richter vnd shol er ieman seins rechten
helfen vber den er da sweren shol er mac in verwerfen da mit daz im gut
geheizen sei. vnd laukent er des daz im gut weder geheizen noch gegeben sei
daz shol er bereden mit den zwen vingern oder er sholz in vͤberreden selb
dritte die daz warz wizzen daz im gut dar vͤmbe gut geheizen si vnd daz er
daz lobte ze nemen oder ez enphangen habe. als er des vͤberzivget wirt so
shol er dem richter puzen mit ainem freuel. die ist etwa fuͤnf shillinge
etewa ein phunt. vnd shol ein iar sein daz er keines mannes gezivg mac gesein
noch weibes. ez ist ein groz vntat daz er gut dar vͤmbe nimt daz er eime
seines rechten hilfet oder des vnrechten.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 91
Von den geczevgen daz sy kein gvet nicht nemen schullen.
Dicz ist von geczevgen hy vor ist geseit wer geczevc mac sin oder nicht vmme ein swelich sache der man geczevc ist da schol er nicht gvetes vmme nemen vnd kvmpt er fvr den richter vnd schol er iemant sines rechtes helfen vber den er da sweren schol er mac in verwerfen da mit daz im gvet geheizen ist vnd lovgent er des daz im weder gvet geheizzen noch gegeben sy daz schol er pereden mit sinen czwein vingern oder er schol indes vber reden selbe dritte dye daz warz wizen [Seite 49] daz im gvt dar vmme geheizen si vnd daz er daz lopte czenemen oder ez enphangen hab als er des vberczevget wiert so schol er dem richter pvzen mit einer frevel dy ist eteswo fvnf schillinge eteswo ein phvnt vnd schol ein iare sin daz er nimmer keines mannes geczevge wiert noch wibes. | Ez ist ein groze vntat swer gvt dar vmme nimpt daz er einem sines rechtes hilfet oder vnrechtes. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 81 Schwsp.(L.) Art. 90 Wie ein shade pezzer ist den viere.
Nv ob ein man sein recht anders nicht behaben mac ern gebe dem richter gut vnd anderen die zv dem gerichte hoͤren die hie uor gennet sint
wir raten im also. e er sein recht verliese daz er sein gut gebe. ez ist
pezzer ein wenig gegeben den ein michel teil verlorn er geit ez vngerne vnd
mecht er sus haben gewunnen er hette in nicht geben. wann da uon hat er sein
kein svͤnde. die begent toͤtlich suͤnde die so getanes gut nemen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 92
Wy ein schade pezzer ist denne vier.
Ob ein man syn recht anders nicht pehaben mac er gebe dem richter gvt andern dy czvdem gerichte horten dy hy vor genennet sint wier raten im also est daz er syn recht verliese daz er sin gvt gebe es ist pezzer ein wenic gegeben denne ein michelteil verlorn er gibt ez ungern vnd mocht er svst recht haben gewinnen er hiet im nicht gegeben wan da von hat er sin kein svnde dy habent totlich svnde dy so getane gvt nement. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 82 Wie der richter den pan von dem kvnige sol enphahen.
Ez mak mit rechte kein paur richter sein noch nieman der sein recht
verloren habe. begegent abr ein tat uon diepheit oder uon raube die nimmer ist denne fuͤnf shillinge da mac man wol einen vogt vber kiesen da doch des kvͤniges pan ist der dar vber richtet. ich mein also wo der richter nicht ist der vmbe wunden richten shol da mac man wol einen kiesen der vͤber haut vnd har richtet ez sei in steten oder in doͤrfern. swo man richtet anders denn hie geshriben ist der wirt shuldic an den livten.
ein vogetei ist nicht recht lehen. wan wo man richter nemen shol den
shol man nemen nach der leute kuͤr. swer des pannes nicht enhat von dem
kvͤnige der mag nicht gerichten wan ze heute vnd ze hare. dicz besheide wir also. hat ein phaffen fuͤrste werltlich gerichte von dem kvnige der mac nieman da uon keinen pan geleihen da ez den leuten an den leip oder on plutregen regen get. vnd enphilhet ein phaffen fuͤrste seinem richter also sein gerichte daz er vber die plutregen richte so wirt er shuldic an allen den die ir plut auz giezent. vnd wil er rechte varn so shol er seinen richter zv deme kvͤnige senden dem er sein gerichte leihet. vnd mac der dar nicht kvmen so shol der fuͤrste seinen poten dar senden daz er seinem richter den pan an einen priue sende vnd ist auch recht. dirre dinge bedarf ein leie nicht der gerichte enphahet uon dem kuͤnige. der leihet wol den pan dem richter vnd der richter mag in nicht fuͤrpaz geleihen. vnd hat der richter svnderlich gerichte da man vm plutregen richten shol der shol iglichem besundern seinen pan leihen. aller hande clage vnd allez gerichte mac ein richter wol richten der den pan hat in seinem gerichte wan ob man auf einen claget. daz mac er nicht gerichten noch kein richter wan an der rechten dingstat. daz ist also gesprochen. swo daz eigen leit da shol man auch dar vͤber richten. bei kuniges panne mac man wol richten. swer den pan eines enphahet der bedarf in nicht anderweit enphahen ob der kvͤnig stirbet. vnd ist der richter dennoch an dem gerichte der den pan enphangen hat von deme kvnige ob er tot ist so hot er den pan mit rechte. vnd wirt im abr daz gerichte genumen ioch die weil der kvnig lebete vnd shol er wider richter werden er shol den pan anderweid enphahen. nah des kvniges tode so hat er in wol mit rechte alle die weile dacz er richter vnde gewaltig ist des gerichtes.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 93
Wy dy richter den pan von dem kvnege en phahen schullen.
Ez mac mit rechte kein gepver richter sin noch niemant der sin recht verlorn hat pegent aber sy ein tat von devpheit oder von rovbe dy minner ist danne fvmf schillinge da mac man wol einen voyt vber kyesen da doch des kvneges pan ist der dar vber richter ich mein also swo der richter nicht ist der vmme wunden richten schol da mac man wol einen kyesen der czvhovte vnd czv hare richtet anders denne hy geschriben ist der wiert schvldic an den levten. | Ein voytei ist nicht recht lehen swo man richter nemen nach der levte chver. | Swer des pannes nicht en hat von dem kvnige der mac nicht gerichten wan czvhovt vnd czvhare daz pescheide wir also. | Hat ein phaffen fverste wertlich gerichte von dem kvnege den mac niemant davon kein pan gelihen da ez den levten an den leip oder an plvt regen get. | Vnd enphilhet ein phaffen fverste sinem richter also sin gerichte daz er vber plvt regen richte so wiert er schvldic an allen den dy ir plvt vz giezent vnd wil er recht varn so schol er sinen richter czv dem kvnige senden dem er sin gerichte leihet vnd mac der dar nicht komen so schol der fvrste sinen poten czvdem kvnige senden daz er [Seite 50] sinem richter den pan an einem priefe sende. | Vnd ist ovch rechte der dinge pedarf ein leie nicht der gerichte enphehet von dem kvnige der leihet wol den pan sinem richter vnd der richter mag in fvrpaz nicht gelihen. | Vnd hat der richter svnderliche gerichte da man vm plvt regen richten schol der schol iglichem pesvnder sinen pan leihen aller hande klage vn allez vngerichte mac ein richter wol richten der den pan hat insinem gerichte wan ob man vf eigen klagt daz mag er nicht gerichten noch kein richter wan an der richter dinch stat daz also gesprochen swo daz eigen leit da schol man ovch dar vber richten. | Pei kvniges panne mac man wol richten swer den pan eines enphehet der pedarf in ander weid nicht enphahen ob der kvnig stirbet vnd ist der richter dannoch an dem gerichte der den pan enphangen hat von dem kvnige so der kvnic tot ist so hat er den pan mit rechte. | Vnd wirt im aber daz gerichte genomen halt dy weile der kvnic lept vnd schol er ander weide richter werden er schol den pan ander weide enphahen nach des kvniges tode so hat er in wol mit rechte al dy weil er richter ist. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 83 Schwsp.(L.) Art. 93 Wie ein iglich richter elich dink haben shol.
Ez mak ein iglich richter kein elich ding gehaben an seine gebutel
die daz dink ze rechte gepieten shuln. do shol den puͤtel der ersten vrteil dar vmbe vrogen ob er daz ding also geboten habe als recht sei. vnd shol vrogen ob er mit rechte fuͤr pieten shuͤlle vͤberpracht vnd alle vnzucht. so shol der richter vrogen ob ez wol an der zeit sei swer zv dem dinge nicht kvmen sei ze rechter ding zeit ob im der icht wetten shulle. des shol er allez den puͤtel vrogen. der shol denn erteilen. vnd ist die dritte zeit des tages hin so ist wol zeit daz man daz dink suchen shol. daz heizen die leien tertien zeit. vnd swer zehant dar nach nicht kvͤmt der shol dem richter wetten. vnd dar nach shol denne menneclich clagen daz im werre mit vorsprechen daz ist ein iglich man mac wol
clagen vnde antworten ane vorsprechen ob er sich des shaden wil verwegen der
im da uon geshiet ob er sich verspricht ane vorsprechen. wan des mac sich der
man nicht erholn. er muz den shaden han. hat abr er einen vorsprechen vnd
missespricht der des mac er sich wol erholn mit einem anderen. swenne der man
einen vorsprechen nimpt so shol in der richter vrogen ob er an seins
vorsprechen wort welle iehen. so shol er sprechen ia. so daz geshiet so muz er
stete han waz der vorspreche spricht. daz ist etewo nicht recht daz man vroge
ob er an seines vorsprechen wort iehen welle. dicz ist allez nach der leute
gewonheit. so der man vorsprechen nimpt so shol er im offenbar nicht sagen. er
shol im zv ravnen waz er wil. der vorspreche shol im gespreches gern. daz shol
im der richter erlauben. vnd wil er ze lange sprochen der puͤtel shol in
gepiten daz si wider vor den richter kvmen. nieman mac des mit rechte
geweigern er muͤze fuͤrspreche sin in dem gerichte do er inne wonhaft ist
oder gut inne hot nach gewonheit on vͤber sein hausvrowe vnd vber seine kint
vnd vͤber seine mage vnd vͤber seine herren oder seinen man vnd seinen
toten ob in die clage on ir leibe oder on ir gesunt oder on ir ewerk gat daz
man ein menshe uon der cristenheit welle sagen.
Schwsp.(L.) Art. 94 geit der richter einen stamelden man ze vorsprechen daz ist widerz recht. ist abr daz ez geshiet swaz er missesprichet des hat der deheinen shaden des wort er da spricht. iglich man mac wol vorspreche sein in devshen landen auf allem gerichte dem man an seinem rechte nicht beshelden mag als hie uor gesprochen ist.
Schwsp.(L.) Art. 95
wir sprechen. wo der man recht vodert do shol er auch recht nemen an geistlichen leuten. die clagent wol vor werltlichem gerichte vmbe guͤlde.
der richter shol im richten. vnd wil er im sein pheninge zehant geben oder
gute phant daz shol er nemen. vnd der leie beclaget
den geistlichen man wol vor werltlichem gerichte. vnd der richter shol im wol
richten mit rechte vber den geistlichen man aber anders nicht wan vm gelt. daz ist recht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 94
Wy ein iglich richter eleich dinch haben schol.
Ez mag kein richter eliche dinch gehaben an an sin gepvtel dy daz dinc czu recht gepieten schullen da schol man den gepvtel der ersten vrteil vmme fragen ob er daz dinc also gepoten habe als recht sy vnd schol vragen ob er mit rechte verpieten schvl vber pracht vnd alle vnczvcht so schol der richter vragen ob ez wol ander czeit sy wer czv dem dinge nicht komen sy czv rechter dinge czit ob im der icht wetten schvlle des schol er noch allez den gepvtel vragen der schol vrteilen vnd ist dy dritte czeit des tages hin so ist wol czeit daz man daz dinch svchen schol daz heizent dy layen terze czeit vnd swer czv hant dar nach nicht chvmpt der schol dem richter wetten vnd dar nach schol danne menneklichen klagen daz im wirret mit vorsprechen daz ist recht. | Ein iglich man mac wol klagen vnd antwurten an vorsprechen ob er sich des schaden wil verwegen der im davon geschiecht ob er sych versprichet an vorsprechen wan des mac sich der man nicht erholn er [Seite 51] mvze den schaden haben hat er aber einen vorsprechen vnd misse sprichet der des mag er sych wol herholn mit einem andern. Swenne der man vorsprechen nimpt so schol inder richter vragen ob er sines vorsprechen wort welle iehen so schol er sprechen ia vnd als daz geschicht so mvz er stet haben swaz der vorspreche gesprichet des ist eteswo nicht recht daz man vrage ob er sines vorsprechen wort welle iehen daz ist allez nach der gewonheit. | als der man vorsprechen nimpt so schol er im nicht offenbar sagen er schol im czvrovnen swaz er wil der vorspreche schol im gespreches gerne daz schol im der richter erlovben vnd wil er czvlange sprachen der pvtel schol im gepieten daz sy wider fvr den richter komen. | Niemant mac des mit rechte gewaigeren er mvze vorspreche syn indem gerichte da er inne wonhafft ist oder gvt inne hat nach gewonheit an vber sin hovsvrowen und vber sin kint vnd vber sine mage vnd vber sinen herren oder vber sinen man vnd sinen toten ob in dy klage an ir leip oder an ir gesvnt oder an ir ewert gat daz man ein mensche von der christenheit welle sagen oder meinede welle sagen. | Gibt der richter einen stamelvnden man czv vorsprechen ez ist wider daz recht ist aver daz ez geschiecht swaz er misse sprichet des hat er keinen schaden des wort er sprichet | Iglich man mac wol vorspreche sin in devschem lande vf allem gerichte den man an sinem rechte nicht peschelten mac als hy vor gesprochen ist. | Wir sprechen swo der man recht vordert da schol er ovch nemen recht an geistliche levte dy peklagent wol vf wertlichem gerichte vnd mvz sy peklagen vf geistlichem gerichte an vmme ein sache. Vnd ist daz eingeistliche man einen layen peklagt vf werltlichem gerichte vmme gvlte der richter schol im richten vnd wil er im sine phenmnge czvhant geben oder gvt phant, daz schol er nemen vnd der leye peklaget den geistlichen man wol vor wertlichem gerichte vnd der richter schol im wol richten mit recht vber den geistlichen man aber anders nicht denne vmme gvlte. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 84 Schwsp.(L.) Art. 96 Ob einer nicht gewis ist dem richter vm sein pueze.
Swes der clager uor gerichte shuldik wirt oder der da claget da
shullen sie puͤrgen vͤmbe sezzen ob sie nicht gutes in dem gerichte hant.
swer nicht puͤrgen hat den shol der vronpote behalden. swen der man ze
fuͤrsprechen nimpt der sol sein uorspreche sein den tac waz er ze shaffen
hat er werde im denne mit rechte benumen ob einer dem andern nicht wil abe gen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 95
Ob einer nicht gewis ist dem richter vmme sein pvezze.
Swes der klager vor gerichte schvldic wiert oder da klagt da schvllen sy pvrgen vmme seczen ob sy nicht gvetes indem [Seite 52] gerichte habent. Swer nicht pvrgen hat den schol der vronpot pehalten. Swen der man czv vorsprechen nimpt der schol sin vorspreche sein vmme swaz er dentac czvschaffen hat er enwerde im danne mit recht penomen ob einer dem andern nicht ab wil gen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 85 Schwsp.(L.) Art. 97a Ob der clager laster vnde shaden vnbeclagt lat.
Nv spreche wir daz ein iglich seinen shaden versweigen mac ob er
wil. daz gerichte hat abr sein voderunge hinz dem der den vride geprochen hat
dar nach vnd die shulde ist. de richter shol dem vorsprechen geben der sein ze dem ersten geit vnd dan dar nach auf den die clage gat. vnd shol die clage
fuͤr lan kvmen e daz er mere keinen gebe. Schwsp.(L.) Art. 97b der richter shol vrogen vͤmb ein igliche sache gemeine leute. daz meine wir also daz er nicht uon ersten vroge der leute mage nach ir frivnde
der die sache ist. wan daz were geverlich an dem richter. swelher vrteil der
richter froget die shol man pei dem ersten vinden peide dem clager vnd auf den die clage gat. ein iglich man mak wol gespreches gern so man in an spricht svnderlich vͤmb ein iglich sache.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 96
Ob der klager laster vnd schaden vnd schande an klage let.
Dy maister des rechtes sprechent ez mag aller menneklich sinen schaden verswigen wol ob er wil der daz gerichte hat aber seine vordervnge hin czv dem der den vrid geprochen hat darnach vnd dy schvlde ist. Der richter schol dem vorsprechen geben der ez czv dem ersten gert vnd dem dar nach vf den dy klage get vnd schol dy klage fvr lazen komen .e. daz er keinem mer gebe. | Der richter schol vragen vmme ein iglich sache gemein levt daz meine wir also daz er nicht pei den ersten vrage der levte mage noch ir vrevnde der dy sache ist wan daz wer gewerlich an dem richter swelcher vrteil der richter vraget dy schol man pei den ersten vinden peide dem klager vnd vf den dy klage get ein iglich man mac wol gespreches gern so man in ansprichet svnderlichen vmme eyn igliche sache. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 86 Schwsp.(L.) Art. 98a Wie man freuel vnd ander vngerichte puͤzen shol.
Hie welle wir evch beweisen wie man freuel vnd ander vngerichte
puͤzen sol. swer sein swert zucket oder sein vnrechtes mezzer auf iemans
shade do ist daz swert des richters oder fuͤnf eshillinge. die wal stet an dem richter. vnd ist daz swert tevrer so loͤsez iener uon dem richter des ez da sei ob kein shade da mit geshehe wan daz auszihen. geshiet abr kein shade da von den puͤeze als recht sei. vm plutrunst die on verchwunden geshicht
vnd one lem da wetet man etwa vͤmb fuͤnf shillinge etwa drei shillinge etwa en phunt ie dar nach dacz die gewonheit ist in dem lande vnde in den steten. Schwsp.(L.) Art. 98b
vnd spricht ein man den anderen an er habe in gewundet vnde wirt
iener des vnshuldic dirre ist deme ridter dar vmme nicht shuldic er habe in
denne kamphlich an gesprochen. ist daz man einen manne ain wunden puͤezen shol die ist als hie uor gesprochen ist die shol man puezen nach weiser leute rate. swo man mit pheningen puͤzen shol dem clager mere geben danne dem richter. daz wart nicht recht gesezzede swo man dem richter mer ze puze geit den dem clager. wir sprechen also. swo man anders richtet den diz puch seit da tut man wider got vnd wider daz recht. an allen steten ist gerichte da die richter mit urteil richtent.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 97
Wy man vrefel vnd ander vngerichte pvezen schol der swert czvcht oder mezzer.
Hie welle wir evch pewisen wy man vrefel vnd ander vngerichte pvezen schol
Swer syn swertt czvcket oder sin vnrechtiz mezer vf iemands schaden da ist daz swert des richters oder fvmf schillinge dy wal stet andem richter vnd ist daz swert tevr so lose ez iener von dem richter des ez da sy ob kein schade mer da von geschiecht wan daz vz czihen. Geschiecht aber kein schade da von den pvze als recht sy. | Vm plut rvnse dy ane verwunden geschiecht vnd ane lem da wettet man eteswo vmme fvmf schillinge eteswo drey schillinge eteswo ein phvnt ie da nach vnd dy gewonheit ist indem lande vnd in den steten. | Vnd sprichet ein man den andern an er habe in gewundet vnd wiert iener des vnschvldic dirre ist dem richter darvmme [Seite 53] nicht schvldic er habe in danne kemplichen an gesprochen. | Vnd ist daz man einen man eine wunden pvzen schol dy da ist als hy vorgesprochen ist dy schol man pvezen nach weiser levte rat. | Swo man mit phenninge pvezen schol dem klager vnd dem richter da schol man dem klager mer geben danne dem richter daz wart me recht geseczet. Swo man dem richter mer czv pvze gibt danne dem klager wier sprechen also swo man anders richtet dann dicz pvch sagt da tvͦt man wider got vnd wider daz recht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 87 Schwsp.(L.) Art. 99 Ob einer sein triwe hot geprochen.
Spricht ein man den anderen an vm sein triwe vnd wil iener bereden
daz er ein getriwer man sei des mag er in vͤberzivgen mit siben mannen daz
er sein triw habe zeprochen oder mit wiv. so shol er auch beweisen wie er sein
triw habe zeprochen so shol man im die hant abe slahen. vnd ob er der gezivge
nicht enhat er mag in wol kenphen. daz selbe shol man tun vmb einen mainaiden.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 98
Daz einer syn trevwe czvprochen hat wy man im dy hant schol abe slahen.
Sprichet ein man den andern an vmme sin treuwe und wil iener pereden daz er ein getreuwer man sy des mag er in vberczevgen mit siben mannen daz er sin treuwe geprochen hab oder mit wev wër so schol er ovch pewisen wy er sein trevwe czvprochen hab so schol man im dy hant abslahen vnd ist daz er der geczevge nicht enhat er mag in wol kemphen daz selbe schol man tvn vmme einen meineid. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 88 Schwsp.(L.) Art. 100 Der haut oder har lediget vor gerichte.
Swer leip oder hant oder havt oder har erlediget daz im verteilet wirt der ist rechtlos ob imz mit redt wirt verteilt. Schwsp.(L.) Art. 100b swer auz puͤrget einen man von dem richter vmb vngerichte daz er in wider vor gerichte pringe ob er in nicht fuͤr pringet er muz allez daz leiden daz iener leiden solde.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 99
Swer havt oder har erlediget von dem gerichte daz der rechtelos ist.
Swer leib oder haut oder har erledigt daz im daz erteilt wiert der ist rechtelos ob ez im rechte verteilt wirt. Swer ovz porget einen man von einem richter vnd vngerichte daz er in wider fvr gerichte pringe ob er in nicht danne fvr pringet er mvez allez daz leiden daz iener scholte leiden |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 89 Schwsp.(L.) Art. 100c Der wunden oder totslac shol erzivgen.
Swen man mit der hantgetat begreifet den shol man vor gerichte fuͤren. vnd ist daz er iener gewundet hat oder in erslagen hat oder waz ez ist ane divpheit oder ane raup daz shol er selp dritte erzivgen. get ez an den leip man sol in mit siben mannen vͤberzivgen. get ez im an die hant so shol er in mit zwein zv im selbe vͤberzivgen. vnd hat man der gezivge nicht so shol man kenphen al hie vor geredet ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 100
Der einen totslac oder wunden getan hat wy man in vberczevgen schol.
Swen man mit der hant getat pegrifet den schol man fvr gerichte fvren vnd ist daz er ienen gewundet hat oder einen erslagen hat oder swaz ez ist an devpheit vnd an rovp daz schol er selbe dritte eiczevgen get ez im an den leip man schol in mit siben mannen vberczevgen get ez im aver an dy hant er schol in mit czwein czvim selbe vberczevgen vnd hat der czeuge nicht so schol man chemphen als hy vor geret ist. [Seite 54] |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 90 Schwsp.(L.) Art. 101 Wie man nieman echten im werde e fuͤr gepoten.
Swer uor gericht beclagt wirt den shol man fuͤr tedingen. ob er da
nicht ist so shol man im also uor tedingen aines ze dem ander mal vnd ze dem
dritten mal. dicz ist der leien recht. vnd kvͤmpt er nicht fuͤr man shol
in nicht verechten. vͤmb keine clage shol man den man echten wan daz im daz
an den leip oder on die hant gat. daz man nieman echten shol noch vrteil
vͤber in sprechen im werde e fÓuer gepoten daz shol man auz einem puche
bewern. daz heizet scolastica hystoria. da list man inne von vnsers herren
marter. die iuden sazzen ze rate wie sie vnsern herren iesum cristum geuiegen.
vnd santen ir amptleute zv im daz sie in viengen. si komen ze iesu. er sprach.
sucht ir mich ir vindet mich nicht vnd ich da pin da mugt ir nicht hin komen.
do was die zeit dennoch nicht kumen. mich suchen uil leute nach meiner
aurstende die mich liplich nicht vindent. sie vindent mich abr gotelich. iesus
christus bot den boten als gute rede vnd als weise daz si dannen giengen vnd
sein nicht viengen. wan sie funden keine shult an im. die poten komen ze den
iuden fuͤrsten vnd zv
den richtern vnd sprochen. er ist ein prophete. si sprachen zv den poten. war
vͤmbe fuͤrt ir in nicht mit ev. si sprochen. ez geredet nye menshe weiser
rede als er tut. wir funden keine shult an im. si stroften die poten vnde
sprochen. ir seit auch verleitet. welch fuͤrste vnd herre sold an in
gelauben. wir shuln verechten. so ist denne allen leuten erlaubet in ze
angreifen. do saz ein pider man vnder in. der was iesus frivnt heimelich. der
versprach in mit fugen. der hiez nichodemus. der stunt auf vnd sprach. wir
haben in der e daz man nieman verdammen shol noch vrteil vͤber in sprechen
man shol in e hoͤren. daz ist also gesprochen. man shol vͤber nieman
vrteil geben man gepiet im e fuͤr. daz sprach er got ze liebe vnd in dem
sinne ob sie in selben gehoͤrten vnd sein weise rede daz er vor in plieben
were als vor den poten. si sprachen zv nychodemo. wir hoͤren an deiner rede
wol daz dv pist galileus vnd dv pist verleit von einem seinem ivͤnger vnd dv
pist seiner iuͤnger einer. man spricht er sei ein prophete. nv merke. die
shrift spricht also. von galilea stet kein prophete mer. vnd da uon shol man
nieman verteilen man gepiet im e fuͤr.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 101
Wy man niemant schol echten im werde .e. fvr gepoten vnd daz pewert man wy dy ivden Jesvm viengen.
Swer vor gerichte pe[klag]t wiert den schol man fvrteidingen ob er da nicht en ist so schol man im also fvrteidingen czv dem ersten mal czv dem ander mal czu dem dritten mal dicz ist der leyen recht vnd kvmpt er nicht fvr man schol in nicht verechten vmme kein klage schol man den man echten wan daz im an den leib oder an dy hant get. | Daz man nieman echten schol noch vrteil vber in sprechen im wert .E. fvr gepoten daz schol man peweren vz einem pvch daz heizet Scholastica hystoria da vindet man ez inne da man list von unseres herren marter. | Dy ivden sagen czv rate wy sy vnseren herren Jesum Christum geviengen vnd santen ir amptlevt czv im daz si in viengen sy komen czv Jesv er sprach svecht ir mich ir vindet mich nicht vnd da ich da pin da mvgt ir nicht komen mich svchent villevte nach meiner vrstende dy mich leiplichen nicht vindent sy vindent aver mich gotlich Jesus Christe pot den poten als gvte rede vnd als weyse daz sy von danne giengen vnd sin nicht viengen wan sy fvnden kein schvlde an im dy poten komen hin wider czv den ivden fvrsten vnd czv dem richtern vnd sprachen er ist ein prophete. | Sy sprachen czv den poten warvm fvert ir in mit evch nicht sy sprachen ez geret nie mensche so weise rede als er red. | Wir fvnden kein schvlde an im sy straften dy poten vnd sprachen ir seit ovch verleitet welich fvrste vnd welich herre scholt an in gelovben wir schvllen in verechten. So ist danne allen levten erlovbt in czv angrifen do saz ein peiderbe man vnder in der waz Jesvs vrevnt heimlichen der versprach in swo er mit fvgen mochte der hiez nichodemvs der stvnt vf vnd sprach. | Wier haben inder .e. daz man niemant verdampnen schol noch vrteil vber in sprechen schol man schol in .e. horen daz ist also gesprochen. Man schol vber niemant vrteil sprechen man gepevt im .e. fvr daz sprach er got czv liebe vnd indem sinne ob sy in selbe gehort hetten vnd sein wise rede daz er vor inpliben were als vor den poten. Sy sprachen czv nichodemo wier horen an diner rede wol daz dv pist ein galylevs vnd dv pist verleitet voneinem sinen ivnger einer | Man sprichet er sy [Seite 55] ein prophte nv merche dv sprichest also von galilea stet kein prophete mer vnd davon schol man niemant vrteilen man gepiete im .e. fvr. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 91 Schwsp.(L.) Art. 102a Wie man nieman vm gelt echten shol.
und clagt man einen man an vmb guͤlde man shol im fuͤr tedingen
als hie uor gesprochen ist. vnd kvͤmpt er nicht fuͤr man shol in dar vmb nicht echten. im shol der richter richten hinz ze seinem gute swo daz ligt in seim gerichte. vnd shol auch sein pueze da uon nemen ob si da ist. dicz ist recht fuͤr allen richtern. an allen steten shol man dem clager sein guͤlde vnd sein pueze vor dem richter geben vnd gepristet an dem gute icht des shol dem richter gepresten vnd nicht dem clager.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 102
Wy man vmme gvlte niemant echten schol.
Vnd klagt man einen mann vmme gvlte man schol im fvrteidingen als hy vorgesprochen ist vnd kvmpt er nicht fvr man schol in darvmme nicht echten im schol der richter richten hin czv sinem gvte swo daz in seinem gerichte leit. | Vnd schol seine pvze ovch da von nemen ob sy da ist dicz ist recht vor allen richtern an allen steten schol man den klager sine gvlte vnd sine pvͤse vor dem richter geben. | Vnd gepristet aber daz gvetes icht des schol dem richter gepresten vnd nicht dem klager. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 92 Schwsp.(L.) Art. Schwsp.(L.) Art. 102b Wie man phant behalden shol vmme gulde.
Vnd ist daz man phendet vmb gulde daz phant shol man halden acht
tage vnuerkauft vnd vnuersezt. wil manz auz nemen man shol ez auz geben auf
daz selbe zil. etwo ist gewonheit daz man anders da mite wirbet. kvmpt der man in den zeiten nicht vnd daz phant vnuerwandelt ist fuͤr den richter vnd ensleht sich der shulde nicht er ist der guͤlde shuldic so daz phant verkaufet. wirt icht vͤber man sholz ienem wider geben. gepristet da man shol im anderweit verphende ez sei daz in ehaft not lezze.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 103
Wy mant phant vmme gvlde pehalten schol.
Vnd ist daz man phendet vmme gulde daz schol man pehalten acht tage vnverkovfet vnd vnverseczet wil man ez vz porgen man schol ez vz geben vf daz selbe czil. | Eteswo ist gewonheit daz man anders damit wirbet kvmpt der man inden czeiten nicht vnd daz phant vnverwandelt ist fvr den richter vnd enslecht sich der schvlde nicht er ist dy gulte schvldic so daz phant verkovft wiert aver icht vber man schol ez ienem wider geben geprist aver da man schol im anderweide verphen ez sy daz in ehafte not lazen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 93 Schwsp.(L.) Art. 103a Ob der richter nicht da heim ist.
Swer einen man beclagt vnd der richter nicht da heim ist der
fronpot shol im fuͤr pieten als recht ist. vnd als der richter kvͤmt so
shol er im richten sa zehant vnd man shol im nicht uor gepieten. wan die
fuͤrpot sint der fronpoten vnd nicht der richter. dehein richter mac nieman
fur gepieten. ez ist nicht seins amptes. swem der richter einen tac geit vnd
der fronpot fuͤr gepeutet vnd kuͤmpt der richter dar nicht da mit
verlivset niemant sein recht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 104
Ob man einen peklaget vnd der richter nicht daheim ist.
Swer einen man peklagt vnd der richter nicht daheim ist dy vrone pot schol im fvr gepieten als recht ist vnd als der richter kvmpt so schol er im richten czv hant vnd man schol im nicht fvr gepieten wan dy fvrgepot sint der vronepoten vnd nicht der richter kein richter mac niemant fvr gepieten ez ist nicht sines amptes. Swem der richter einen tag gibt vnd der vronepot fvr gepevtet und kvmpt der richter dar nicht da mit verlevset niemant syn recht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 94 Schwsp.(L.) Art. 103b Dicz ist uon den echtern.
Nv shult ir wizzen daz alle gerichte die werltliche sint die muz
man von eime romishem kvͤnige enphahen. da von mac nieman geiehen daz daz
ein gericht sein aigen sei. vnd wer des gicht der tut wider daz recht. vnd da
von ist daz gesezzet. vnd tut man einen man ze echt vor eime richter vnd als
er dar inne ist sechs wochen vnd
einen tac man pringet in ze dem nehsten gerichte wol ze echte. vnd also tut
man von dem gerichte abr in ein anders. vnd also tut man in wol ze echte in
allen gerichten die von dem romishen kvͤnige lehen sint.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 105
Wy man einen im allen den gerichten indy echte tvet.
Ir scholt wizzen daz alle dy gerichte den werltlich synt dy mvz man von einem Romischen kvnige enphahen da von mac [Seite 56] niemant geiehen daz ein gerichte sin eigen si swer des gicht der sprichet wider daz recht davon ist daz gesaczt vnd tvͤt man einen man czv echte vor einen richter als er da inne ist sechs wochen vnd einen tac man pringet in vf dem nechsten gerichte wol czv echte vnd also tvͤt man von dem gerichte aber mein anders vnd also tvet man in wol cze echte in allen gerihten dy von dem devschem kvnige lehen sint. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 95 Schwsp.(L.) Art. 104 Ob ein herre sein lanttedink versavmt.
Uersaumt ein herre sein lantteding da mit versaumt er den leuten
nicht wan daz ein tedink. vnd ist ieman da uor dar gepoten die gepot shullen
stete sein vnd dicz eine abe.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 106 Ob ein herre sin lant teidinc versovmet.
Versovmet ein herre sin lant teidinc da mit versovmet er den levten nicht wan daz ein teidinc vnd ist iemen davor dar gepoten dy gepot schvllen stet sin. |
Vnd spricht ein man den anderen kamphlichen an und ist im dar vͤmbe dar nicht geboten vnd er ist doch zergangen man shol im tac geben nach seiner gepurt dar zv bereit daz er wol bedarf. den semper freien geit man tac vͤber sechs wochen. den mittern freien vͤber drei wochen. den dinstman vnd allen leuten vber zwu wochen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 107
Ob man einen ein champ ansprichet.
Vnd sprichet ein man den andern kemplichen an vnd ist im davmme nicht dar gepoten vnd er ist doch czvergangen man schol im tac geben nach syner gepvert daz er sich dar czv pereite des er wol pedarf. Den semper vreien gibt man tac vber sechs wochen. Den mitter vreien vber vier wochen. Den dienstmannen vnd allen levten vber czwo wochen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 97 Schwsp.(L.) Art. 105 Wie man vmb aigen richten shol.
Um alle die sache da man den man vmb beclagt da shol er vmb
antworten an vͤmb sein eigen ob er dar zegagen ist. vm sein aigen shol er
antworten als daz puch hie uor spricht. vnd vm sein lehen shol er antworten
vor seinem herren. daz recht sazte constantinus vnd siluester.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 108
Wy man vmme eigen vnd lehen richten schol.
Vmme alle dy sache da man den man vmme pek[l]agt da schol er vmme antwurten an vmme sein eigen ob er da czu gegen ist vmme sin eigen schol er antwurten als daz pvch hy vorn sprichet vnd vmme sin lehen da schol er vmme antwurten vor sinem herren. Daz recht saczte constantinus vnd sant silvester der pabst. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 98 Schwsp.(L.) Art. 106a Uon der richter echteshazze.
Swer in als uil echte kvmpt als uor gesprochen ist der ist iglichem
richter seins echtesshazzes shuldic. daz ist da uon gesezzet daz man die echte fuͤrchte vnd shier da uon kvme. Schwsp.(L.) Art. 106b
als der man in der echte ist sechs wochen so shol der richter
seinen gewissen poten dar senden zv dem geistlichen richter daz er in ze panne
tu. vnd also shol der geistliche richter dem werltlichen tun. als im die
botshaft kvͤmt so shol er in in die echte tun. man mac auch verbannen ainen
iglichen man in ieglichem gerichte der echte ist sechs wochen vnde einen tak.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 109
Von der richter echte saczte.
Swer in als vil echte kvmpt als hy vorgesprochen ist der ist iglichen richter seines echte schazes schvldic daz ist da von geseczet daz man dy echte fvrichte vnd schire da von kome. | Als der man inder echte ist sechs wochen vnd einen tac so schol der richter sein gewisse potschaft dar senden czv dem geistlichem richter daz er in czv panne tv vnd also schol der geistlich richter tvn dem werltlichem vnd als im dy potschaft kvmt so schol er in dy echte tvn. Man mag ovch verpannen [Seite 57] einen iglichen man miglichem geistlichem gerichte der inder echte ist sechs wochen vnd einen tac. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 99 Schwsp.(L.) Art. 107 Dem dreistunt vor gepoten wirt vnd kuͤmp fuͤr vnd doch nicht antwort.
Ist daz ein man dreistunt fuͤr peutet vnd kvͤmpt vnd kvmpt der
dar dem fuͤr gepoten ist an die shrannen vnd hort wol daz im fuͤr gepoten ist vnd wil doch nicht antworten vnd der da im gepoten hat seine driv tedink der richter shol im richten vmb swaz er geclagt hat vnd shol in in die echte tun ez sei denne vmbe gulde. do shol man niemant vͤmb in die echte tvn. der richter shol seine gewonliche puze nemen. vnd kuͤmpt er fuͤr vor dem hie uor gesprochen ist vnd wil auz der echte kvmen vnd ist iener nicht zegagen da der in ze echte hat gefruͤmet der richter mac in nimmer mit rechte auz der echte gelazen als vͤmb ander shulde. daz ist uon dem grozen freuel die er begie do er vor gerichte was daz er nicht antworten wolde vnd von der grozen versmehe die er an dem richte hat getan. vnde kvment si paide vor den richter vnd pitet in iener daz er in auz der echte laze vnd ist daz er im puͤrgen sezzet als recht ist man sol in auz der echte lazen vnd er shol dem clager sa zehant recht pieten. vnd ist daz er im mit recht enpristet er ist doch dem richter des echtebannes shuldic. daz ist allez da von daz er uor gerichte nicht antworten wolde. wil er abr dem richter laugen des daz er vor gerichte nicht
enwere des shol man in vͤberzivgen selbe dritte die in da gesehen haben.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 110
Dem dreistvnt fvr gepoten wiert vnd fvr kvmpt vnd doch nicht wil antwurten.
Vnd ist daz ein man dem andern fvrgepevt driestvnt vnd kvmpt er dar dem da fvrgepoten ist an dy schrannen vnd hort wol daz im fvrgepoten ist vnd wil doch nicht antwurten vnd pehabt der der im dar fvrgepoten hat sine drev teidinch der richter schol im richten vmme swaz ge[clag]lt hat und schol in indy echte tvn er sei danne schvldic gelt da schol man niemant indy echte vmme tvn der richter schol sein gewonlich pvze nemen. | Vnd kvmpt er fvr von dem hy vorgesprochen ist vnd wil vz der echte komen vnd ist iener nicht czvgegen da der in czv echte hat gefrvmet der richter mag in czv rechte nimmer vz der echte gelazen als vm ander schvlde daz ist von der grozen vrefel die er pegie do er vorgerichte waz daz er nicht antwurten wvlte vnd von der grozen verzmehe dy er an dem gerichte hat getan. | Vnd koment sy peide fvr den richter vn pittet in iener daz er in vz der echte laze ist daz er pvrgen seczet als recht ist man schol in vz der echte lazen vnd er schol dem klager czv hant recht pieten vnd ist daz er dem klager enpristet er ist doch dem richter des echtpannes schvldic daz ist allez davon daz er vorgerichte waz vnd daz er nicht antwurten wolde. | Wil er aber des lovgen dem richter daz er vorgerichte nicht were dez schol man in vberczevgen selbe dritte dy in da gesehen haben. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 100 Schwsp.(L.) Art. 108 Wie man uon der echte kvmen shol.
Swer sich auz der echte zihen der shol vngepunden vnd vngeuangen
fuͤr kumen vnd ane puͤrgeshefte vnd shol dem richter puͤrger sezzen
vͤmb des clagers recht vnd vmb sein recht vnd shol er
in denne auz der echte lan. vnd er shol den fride swern ob ein fride gesworn
ist er shol den gotz fride swern. daz ist da uon gesezzet do man in in die
echte tet do nam man in auz dem fride vnd kvͤndet in in die echte. vnd ist
dicz auf ainem lantgerichte der richter shol dem manne gepieten daz er fuͤr
kvme ze drein lanttedingen. vnd spricht in niemant an ob ienen welle clagen
daz er deme antworte. vnd kvmpt er ze drein lanttedingen. vnd spricht in
nieman an er ist ledig vor allen den die in habent in die echte prachten ez
sei denne daz sie ehafte not lezte. vmb die ehafte not shuln die clager keinen
poten vor gerichte senden der fuͤr sie berede die ehafte not. wan so die
clager kvment so muz er in recht pieten. si suln auch uor dem richter ir ehaft
not bereden. vnd ist iener da zegegen der richter shol im heizen fur gepieten
dreistunt als von erst. nach disem rechte shuln auch die stete richte vm die
sache.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 111
Wy man vz der echte komen schol.
Swer sich vz der echte cziehen wil der schol vngepvnden vnd vngevangen fvr komen vnd ane pvrchschaft vnd schol dem richter pvrgen seczen vmme des klagers recht vnd schol er in danne vz der echte lazen vnd er schol den vride sweren daz ist da von geseczet do man in indy echte tet do nam man in vz dem vride vnd kvndet in indy echte vnd ist dicz vf einem lantgerichte der richter schol dem manne gepieten daz er kom czu drin lant teidingen ob iemant welle klagen daz er dem antwurte und kvmpt er czv drin teidingen vnd sprichet in [Seite 58] niemant an er ist ledic vor allen den dy indy echte habent getan ez sy danne daz sy ehaft not irre vmme dy ehaften not schvllen dy klager kein poten senden fvr gerichte der fvr sy perede dy ehaften not wan swanne dy klager koment so mvz er in rechte pieten. | Si schullen ovch vor dem richter ir ehafte not kvnden vnd ist iener da nicht czv gegen der richter schvl im heizen fvr gepieten driestvnt als von erste nach disem rechte schollen ovch dy stete richten. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 101 Schwsp.(L.) Art. 109 In welhen tagen man vͤber echter richten sol.
Man shol in den gepunden tagen vͤber keinen echter richten er
enwerde denne begriffen an der hantgetat. man shol einen echter wol auz der
echte lan in den vorpunden tagen vnde wer ez halt in den drein heiligen tagen
ze weihenachten vnd ze ostern vnd ze phingesten. ez ist vͤmb den ehter als
vͤm den svͤnder. wan swenne der svͤnder wil ze gote keren so shol man in
enphahen. also shol man auch den echter. vmb welhe shuld der man in die echte
kvͤmet an den totslac so shol er fride han sein leip sein gut virzehen tage
ob er sich bedenken welle daz er da von kvme. daz shol der richter also tun
daz ez dem clager ich shade an seinem rechte oder im selber.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 112
Czv welher czeit vnd anwelchem tage man richten schol vor dy echter.
In den gepvnden tagen mac man vber kein echter genchten er enwerde danne pegriffen ander hant getat man schol einen echter wol vz der echte lazen inden gepvnden tagen vnd wer ez halt inden driͦn heiligen tagen czv weichnachten czvostern czv phingisten ez ist vmme den echter als vmme den svnder wan swenne der svnder czv got wil cheren so wil er in enphahen also schol man ovch den echter vmme swelich schvld der man indy echte kvmpt an den totslac so schol er vride haben sein lip vnd sin gvt vierczehen tage dar vmme ob er sich pedenken welle daz er da von kome daz schol der richter also tvn daz ez dem klager icht schade an seinem rechte noch im selbe. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 102 Schwsp.(L.) Art. 110 Ob dem richter gepuͤzet wirt vnd dem clager niht.
und ist daz ein vngerichte vor gerichte geclagt wirt vnd behabt wirt
auf einen man. der richter stirbt oder kumpt von dem ampt vnd dem richter ist
wol gepuͤezet vnd dem clager nicht. ez wirt ein ander richter der clager
kvmpt fuͤr vnd claget im. wir sprechen also. waz vor ienem richter geurteilt
ist daz shol uor disem stete sin. vnd wie vil richter dar nach ist vnd ob er
den allen puͤet die weil der clager vngestillet ist so hilft ez nicht wie vil er den richtern puͤzet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 113
Ob dem richter wiert gepvezet vnd dem klager nicht.
Vnd ist daz ein vngerichte vorgerichte geklagt wiert vnd pehabt wiert vf einen man der richter stirbet oder kvmpt von dem ampt vnd dem richter ist wol gepvezt vnd dem klager nicht ez wiert ein ander richter vnd der klager get fvr vnd klagt im wir sprechen also
Swaz vor ienem richter ver vrteilt ist daz schol vor disem stete syn vnd swie vil richter dar nach ist vnd ob er den allen pvezet dy weil der klager vngestillet ist so hilfet ez nicht swie vil man dem richter gepvezet. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 103 Schwsp.(L.) Art. 111
vnd shilt ein man den ander oder stoͤzet in oder wundet in oder
was oder waz er im vbels tut an den totslac vnd wil er im puͤzen daz er im
gut geben shuͤlle oder im anders ere piete vͤmb seinen shaden daz shol man
tun nach seiner wirdekeit. nieman shol den leuten gleiche pueze erteilen daz
man dem knechte pueze als dem herren vnd dem aigen als dem freien daz ist
nicht recht. wie halt got selbe sprecht do er moysi die gepot gebe. wer den
anderen toͤtet den
shol man toten. hant vmbe hant auge vmb auge fuz vͤmb fuz. die gepot weren
mulich ze halden. daz shol man al da pei kisen ob ein kvͤnig einen puben ze
tode slet. sholde man den kvͤnig toͤten dar vͤmbe daz wer ein shedelich
dink. wan da von mechte manig leip vnde sele verloren werde. ez slet ein man
dem anderen ein hant oder einen fuz abe vnd der wirt shoͤne heil vnd genist
dar an daz er nicht enstirbet vnd man slet ienem seine hant oder seinen fuez
da wider abe vnd der selbe stirbet. shol man den selben auch toͤten dem die
hant von erst abe geslagen wart daz were abr ein shedelich pueze. da uon shol
man ie den man puͤzen nach seiner wirdekeit vnd shol man dem richter
puͤzen in dem selben rechte. wil abr ein man ze uil puze daz shol man an ir
paide frivnde lazen. mvgen ez die nicht besheiden so nem der richter weise
leute zv im vnd besheiden. der richter sol sehen an des mannes laster vnd an
seinen shaden vnd heiz im dar nach puͤezen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 114 Ob ein man den andern wundet oder stozet oder in schildet.
Vnd schilt ein man den andern oder stozet er in oder wundet er in oder swaz er im vbels tvet an den totslac alein vnd [Seite 59] wil er pveze daz man im gvete gebe oder im anders erpiete fvr sinen schaden daz schol man tvn nach siner wierdecheit. Niemant schol den levten pvez erteilen daz man dem knechte pveze vnd dem eigen als dem vrien daz ist nicht recht. Swy halt got selbe sprichet do er moyses dy gepot gab.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 115
Der den andern czv tode slecht.
Swer den andern totet den schol man ovch toten hant vmme hant ovge vmme ovge fvez vmme fvz dy gepot waren mvelich czu pehalten daz schol man da pei kiesen ob ein kvnig einen pveben czvtode slecht scholte man den kvnic dar vmme toten daz wer ein schede sint dinch wan da mochte manic leib vnd zele von verlorn werden.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 116
Wy man einen pvezen schol nach siner werdikeit.
Ez slecht ein man dem andern ein hant oder einen fvz ab nv der wirt schoneheil vnd genist daran daz er nicht enstirbet vnd man slecht ienem sin hant abe oder sinen fvz da wider ovch ab dem der dysem den schaden tet vnd derselbe stirbet schol man danne den ovch toten dem syn hant czv dem ersten abe geslagen wart daz were aver ein schedeliche pvze da von schol man iedem manne pvezen nach seiner wirdekeit vnd schol dem richter pvezen indemselben rechte.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 117
Ob ein man czv vil pveze nemen wil.
Vnd wil aver ein man czv vil pveze nemen daz schol man an ir peider vrevnde lazen mvͦgen ez dy nicht pescheiden so nem man der richter weise levte czv in vnd pescheiden ez der richter schol sehen an des mannes laster vnd an sinen schaden vnd heiz im dar nach pvezen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 104 Schwsp.(L.) Art. 112 Der auf den man clage der shol gewis sein ze rechte ze stene.
Swo zwene man uor gerichte gen vnd clagent an ein ander vͤmb gulde
oder vͤmb ander vngerichte die shuͤllen puͤrgen sezzen daz er die clage
volfuͤre. der ander daz er dev clage verantworte als recht si. hant abr sie
gut in dem lande gericht daz der clage wert ist so duͤrfen sie keinen
puͤrgen sezzen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 118
Daz ein man den andern peklaget vmme gelt oder vmme andre dinc wy dy alle peide pvrgen seczen schullen czu rechte sten.
Swo czwene man fvr gerichte gent vnd klagent vmme gvlte aneinander an oder vmme ander vngericht dy schullen peide pvrgen seczen der eine daz er dy klage vollefvere der ander daz er der klage antwurten als recht sy habent aver sy gvete [Seite 60] indem gerichte daz der klage wert ist so dvrfen sy kein pvrgen seczen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 105 Schwsp.(L.) Art. 113a Wie man eide sweren shol in den verpunden tagen.
In den gepunden tagen shol man keine eude swern wan als daz puch
auz nimpt so man einen fride sweren sol. den sol man sweren in den gepunden
tagen. man shol auch wol in den selben tagen swern ob man begriffen wirt an
der hantgetat. dem hilft der verpunden tac nicht. waz man eide gelobet in den
gepunden tagen die shol man leisten nach den gepunden tagen. swer eide lobt ze
swern auf einen tak vnd leistet er in nicht in der zeit er ist in der shulde
gepunden da der eit vil gelobt wart ez enwende denne ehafte not. die shol man
beweisen. vnd was der eit vor dem gerichte gelobt man shol dem richter
puͤezen vnd dem der eit gelobet wart. ist abr der man bereit ze leisten
seinen ait als er gelobt hat vnd wil ez iener nicht oder nicht da ist da man
im den eit swern shol er shol des eides nicht ledig sein vnd der shulde da der
eit fuͤr gelobt
ist. wem man abr silber oder pheninge gelden shol oder ander varnde gut wirt
dem ein tak gegeben vͤmb seinen gezivg oder vͤmbe des er bedarf vnd
kvͤmpt er ze deme tage nicht er verlivset seiner gulte da mite nicht ob in
ehafte not lezet. er hot abr den tac uerlorn. vnd werdent im drei tage gegeben
vnd kvͤm er nicht zv den drein tagen vnd leitet sinen gezivg nicht so hat er
verlorn in lezze denne ehafte not. ob ein man gevangen wirt oder ob in etewaz
anders irret daz er nicht poten gesenden mac der sein ehafte fuͤr in berede.
sol er den shaden han oder nicht. nein er. der richter der richter shol
richten als im erteilet wirt. als abr der man von seiner not kvͤmpt so shol
er uor den richter kvmen vnd shol er sein ehaft not beweisen mit seinem eide.
vnd waz der richter mit seiner sache gerichtet hot daz shol er wider tun vnd
shol man handeln als ob er des tages da were gewesen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 119
Wy man eide sweren schol in den gepvnden tagen.
In den gepvnden tagen schol man keinen eit sweren wan als dicze pvch vz nimpt so man einen vride sweren schol man sweren in den gepvnden tagen man schol ovch wol inden selben tagen sweren ob ein man pegriffen wirt mit der hant getat den schermet der gepvnden tac nicht. | Swaz man eide lopt inden gepvnden tagen dy schol man leisten nach den gepvnden tagen. | Swer eide lopt czu sweren vf einen tac vnd leistet er in nicht czv rechter czeit er ist inder schvlde gewunnen da der eid fvr gelopt wart ez enwende in danne ehafte not dy schol man peweisen vnd waz der eit vorgerichte gelopt man schol dem richter pvezen vnd dem der eit gelopt wart. Jst daz aver der man pereit seinen eit czvleisten als gelopt hat vnd wil ez iener nicht oder ist da nicht da man im den eit sweren schol er schol des eides mit rechte ledic sin vnd der schvlde da fvr der eit gelopt ist. | Swem man aber silber oder phennige schol gelten oder ander varvndes gvet wiert dem ein tac gegeben vmme seinen geczivc oder vmme ander des er pedarf vnd kvmpt er czv dem tage nich er verlevset siner gulte da mit nicht ob in ehaft not irret er hat aver den tac verlorn. | Vnd kvmpt er nicht czv den drein tagen vnd leitet seinen geczivc nicht so hat er verlorn in irre danne ehaft not. | Ob ein man gevangen wiert oder in eteswaz anders irret daz er poten nicht gesenden mac der sein ehafte not fvr in perede schol er den schaden haben oder nicht nein der richter schol richten als im erteilt wiert als aver der man von siner not kvmpt so schol er fvr den richter komen vnd schol sin ehafte not pewisen mit sinem eide. | Vnd swaz der richter mit siner sache gerichtet hat daz schol er wider tvn vnd schol man ez handel also ob er des tages da were gewesen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 106 Schwsp.(L.) Art. 113b Der boten sendet der die ehafte not beredet.
Ob ein man seinen poten sendet auf einen tac da er selbe nicht
kumen mac vnd der pote wirt gevangen oder er stirbet vnder wegen oder in irret
ehaft not. shol daz dem herren shadem. nein er. der herre shol kvmen zv den
anderen tage vnd sol den knecht mit im dar pringen oder swer ez ist vnd shol
der bereden daz in ehafte not geirret hat vnd shol die benennen. ob der knecht
tot ist oder ob er sein sus nicht gehaben mac der shol der herre sweren daz
den knecht ehaft not geirret hat do er kumen solde oder in nicht gehaben
mochte. so shol manz handeln als uor gesprochen ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 120
Ob ein man ein poten sen[det] czv dem .tage. der selben dahin nicht komen mac vnd den poten irret ehafte not ob daz dem herren schade oder nicht.
[Seite 61] Sendet ein man einen poten czv einem tage da er selben hin nicht komen mac vn der pote wiert gevangen oder er stirbet vnderwegen oder in irret andre ehafte not schol daz dem herren schaden oder nicht nein ez der herre schol komen czv dem andern tage vnd schol den knecht mit im pringen oder swer ez ist schol der pereden daz in ehafte not irret vnd schol dy penemen ob der knecht tot ist oder ob er sins hvs nich gehaben mac des schol der herre sweren daz den knecht ehafte not irrete do komen scholte oder daz er sin gehaben nicht en mochte so schol mans handel als da vor gesprochen ist. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 107 Schwsp.(L.) Art. 114a Wie man vrteil ziehen shol an den kvnig.
und ist daz ein man vrteil wirfet so shol man sie zihen an ein
hoͤher gerichte an den hohern richtern vnd ze iuͤngest fuͤr den kvnig.
da shol der richter seinen poten dar senden die daz hoͤren wedert volkvmen
an seiner vrteil vor dem kvnige . geshicht diz zeiner grauesheft oder in einer
marke so shuln die poten frei sein. oder geshicht ez in einer stat so mac man
ze poten wol nemen aller hande leute die an irme rechte volkvmen sint. die
shol der richter verkosten also. daz man zwen mannen zwen pecher vol weins
gebe vnd prot genuges. vnd der herren shuln zwene sein vnd der knechte sechse.
vnd shol man herren vier gerichte vnd den knechten zwu vnde vir gabe ieglichem
pherde ze tage und ze nachte hev gnvges. vnd man shol die ros vorne beslahen
vnd hinden nicht. der pherde shullen echte sein vnd der manne echte. vnd ist
die vrteil wider auf geworfen auf der swebishen erden so der kvͤnig denne kvͤmpt ze swaben do shuln die poten hin vnd shuln der vrteil ze ende kvmen. von dem tage vͤber sechs wochen als die vrteil verrichtet ist vor dem kvͤnige so shullen si die vrteil wider fuͤren vnd wider fuͤr den richter pringen vor dem sie widerworfen wart. der die vrteil wider warf hot er si nicht uorfuͤret uor dem kvͤnige er muz deme richter gelden seine kost die die poten verzeret hant vnd muz ieme wetten sein puze. vnd ist daz er behabt so muz iener der wider in was vnd seine volger daz selbe tun. Schwsp.(L.) Art. 114b
dehein widerworfen vrteil die vor ienem grauen widerworfen wart die
mak man nicht gezihen an den markgrauen ez enhabe denne der graue die
graueshaft von dem markgrauen. von welher hoͤhern hant daz gerichte ist da mac man ein vrteil wol an zihen. Schwsp.(L.) Art. 114c
div erste hant des gerichtes daz ist der kvnig. div anderiv dem ez
der kvnig leiheit. div dritte dem ez die anderiv leihet. die dritte hant mac
nimmer fuͤrbaz gerichte geleihen do ez den levten an ir leip oder an ir
plutgiezen get. swer ez dar vͤber tut der wirt shuldic an den levten vor got an allen den vͤber die die vierde hant richtet. Schwsp.(L.) Art. 115
swelch phaffen fuͤrsten so getane richte habent die vͤber
plutregent gent die gerichte mac er wol leihen seinen richtern also daz er die
richter senden mit seinen prieuen zv dem kvnige daz er im den pan leihe. vnd
tut er des nicht er vnd alle seine richter werden an allen den shuldig vor got
vͤber die sie richtent vnd wie si der leute plut auz giezen. die leielichen
herren beduͤrfen des nicht daz sie den pan enphahen von dem kvͤnige. daz
ist da uon daz der leihe selber vrteil geit vͤber den totslac. des tut der
phaffen fuͤrste nicht wan da mit verlvͤre er sein ampt. wan er des
gewaldes nicht enhat da von enmac er ez nicht geleihen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 121
Ob man ein vrteil verwirfet wy man daz an den kvnic czien schol.
Vnd ist daz ein man vrteil wider wirfet so schol man sy cziehen an ein hoher gerichte an den hohern richter vnd czv ivngest fvr den kvnic da schol der richter sinen poten czv senden dy daz horen weder er vollen kome an siner vrteil vor dem kvnige geschiecht dicze czv einer graveschefte oder meiner mariche so schvllen dy poten sein vreilantsezen oder geschiecht ez meiner stat so mag man wol czv poten senden allerhande levte dy an irme rechte vollenkomen sint dy schol der richter verkosten also daz man czwein mannen czwen pecher volle weins gebe vnd prot genvge vnd der herren schvllen czwen syn vnd sechs knechte vnd schol man den herren vier gerichte geben vnd den knechten czwo vnd vier garbe iglichem pherde czv tage vnd zv nachte vnd hev geben genvges vnd man schol dy ros voren peslahen vnd hinden nicht der pherde schvllen echte sin vnd der manne echte vnd ist dy vrteil wider vf geworfen vf der swewischen erde so der kvnic danne kvmpt czv swaben da schvllen dy poten hin kvmen vnd schvllen der vrteil czv ende komen von dem tage vber sechs wochen als daz vrteil verrichtet ist vor dem kvnege so schollen sy vrteil wider werfen vnd wider fvr den richter pringen vor dem sy wider worfen wart. | Der dy vrteil verwarf hat er sy nicht vollefvret vor dem kvnige er mvz dem richter gelten sine kost dy dy poten verczert habent vnd mvͦz im wetten sein pveze vnd ist daz er pehapt so mvez iener der wider [Seite 62] in da waz vnd sein volger daz selbe tvn. | Kein widerworfen vrteil dy vor einem graven wider worfen wiert dy mac man nicht geczihen an den margraven ez hab danne der grave dy graveschaft von dem margrafen von swelher hohen hant daz gerichte ist daz mag ein vrteil wol an sich cziehen.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 122 Daz dy dritte hant nimmer mac kein gerichte furpaz geleihen.
Dy erste hant des gerichtes das ist der kvnic. Dy ander dem ez der kvnic leihet. Dy dritte hant mac nimmer gerichte fvrpaz geleihen da ez den levten an ir leip oder an ir plvt giezen get. | Swer ez darvber tvt der wiert schuldic an den levten vor got an allen den vber dy dy vierde hant richtet. | Swelich phaffen fvrsten so getane gerichten habent dy vber plvt regen gent dy gerichte mac er volleihen seinen richtern also daz er dy richter senden schol mit seinem prief czv dem kvnige daz er in den pan leihe vnn tvet er des nicht er vnd alle sin richter werdent an allen den schvldic vor got vber dise sy richtent vnd swy sy der levte plut vz giezent. | Dy leichte leichen herren pedvrfen des nicht daz sy den pan enphahen von dem kvnige daz ist da von daz derselbe leye vrteil gibt vber den tot slac des tvet der phafen fvreste nicht wan da mit verlvre er sin ampt wan er des gewaltes nicht enhat da von mag er ez nicht geleihen.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 108 Schwsp.(L.) Art.116a Der vrteil wirt gevroget vnd ir nicht vinden kan.
Swer vrteil wirt gevroget vnd er nicht vinden kan der shol sweren
ze den heiligen daz er nicht enwize waz dar vͤmbe recht was. spricht denne der richter. ir shult sprechen daz euch recht dvͤnke.
so spricht der richter vnrecht. wan ez ist vil manig man der nicht vinden kan
noch wizzen kan waz vm ein iglich dink recht sei. dar vͤmbe shol nieman
vrteil vinden im sagent sein gewizzen daz sie recht si. vnd zweiuelt er icht
dar an so wirt er shuldic vor gote ob er sie vindet nach wane. vm kein vrteil
mac man nicht geuechten wan von dem reiche. vindet man vrteil vnd wirt si im
verworfen vnd ist si nicht rechte vnd wilz der richter nicht enpern iener dem
die vrteil shade ist si sprechent in wol dar vmbe an. wil er vnshuldig werden
so shol er sweren zv den heiligen daz er nicht pezzers enweste. vnd wil er
nicht swern so shol man im die hant abe slan wan so hat er pei seim aide
vnrecht vrteil funden. Schwsp.(L.) Art. 116b
vdog ein richter vrteil einen man. nv der erteilt waz er kan im
volgent drei man oder viere. ein ander da pei vindet ein ander dem volgent
leichte drei man oder mere. welher denne die merern menie hat der behabt sein
vrteil vnd pleibent ane gewette wan sie niemande sein vrteil habent geshulden. wir heizent daz beshulden vrteil wer also spricht. ich widerwirfe diese vrteil wan sie vnrecht. vnd zivhe si da hin do ich sie mit rechte zihen shol. daz ist an die hant von der der richter daz gerichte hat. do shol mit werben als hie uor gesprochen ist. Schwsp.(L.) Art. 117a
verwirft der swab des sachen vrteil vnd der sache des swaben vrteil
die shuln sie fuͤr den kvnig zihen. also tu ein iglich lantman dem anderen. Schwsp.(L.) Art. 117b
stende shol man die vrteil verwerfen sizzen shol man si vinden.
stende shol man dem clager wetten swes man im shuldic wirt vor gerichte. also
shol man auch dem richter. swer des nicht tut der ist dem richter einer
cleinen puze nach gewonheit shuldic. Schwsp.(L.) Art. 117c
niemant shol vrteil vinden wan dar zv erwelt wirt vnd im dar nach
erlaubet wirt. dar vrlop geit der kvnig vnd welch herre gerichte von dem
kvͤnige hat. vnd man shol die selben weislichen welhen vnd si shullen selbe weise leute sein die da vrteil sprechen shuln. vnd ir shullen ze den minsten sibene sin vͤber ein igliche sache. vnd ist mere daz ist auch gut.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 123
Der der vrteil wiert gevrait vnd er ir nicht wol vinden kan wy der sweren schol dar vmme.
Swer vrteil gevreit wiert vnd er ir nicht wol winden kan der schol sweren czv den heiligen daz er nicht enwizze waz dar vm rechte waz sprichet danne der richter ir schvlt sprechen waz avch darvmme recht dvnche so sprichet der richter vnrecht wan ez ist vil manic man der nicht vinden chan noch nicht wizzen kan waz vmme ein iglich dinch recht ist da von schol niemant vrteil vinden im sage danne sein gewizzen daz sy recht si vnd czwiuelt er icht daran so Wirt er schuldic vor got ob er si vindet nach wane vmme kein vrteil mac man nicht vechten wan vor dem riche. | Vindet ein man vrteil vnd wiert ez im verworfen vnd ist ez [Seite 63] nicht recht vnd wil sein der richter nicht enperen iener dem daz vrteil schade waz sy sprechent in wol darvme an wil er unschuldic weren so schol er sweren vf dy heiligen daz er nicht pezzers wize. | Vnd wil er nicht sweren so schol man im die hant abeslahen wan so hat er pei seinem eide vnrecht vrteil fvnden. | Vragt ein richtervrteil einen man nv der erteilt swar er kan im volgen leichte drei man oder mer einander da pei vindet ein anders dem volgen leichte drei man oder mer swelcher dy mereren menge hat der pehabt sin vrteil und peleibent iene an gewete wan sy niemant sein vrteil pescholten habent.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 124
Welich ein pescholten vrtel heizet.
Die maister der rechtes heizent daz ein pescholten vrteil swer also sprichet ich wider wirfe diese vrteil wan sy ist vnrecht vnd czivhe si dahin dar ich sy mit rechte cziehen schol daz ist an dy hant von der der richter daz gerichte hat da schol man mit werben als hy vor gesprochen ist. Verwerfet der swabe des sachsen vrteil und der sachs des swaben vrteil dy schullen sy fvr den kvnic cziehen also tve ein iglich lantman dem andern. | Stende schol man vrteil verwerfen sizende schol man sy vinden. | Stende schol man dem klager wetten swes man im schvldic wiert vor gerichte also schol man dem richter swer des nicht tvet der ist dem richter einer kleinen pveze nach gewonheit schvldic. Niemant schol vrteil vinden wan der darczv erwelt wirf vnd im dar nach erlovbt wirt daz vrlovp gibt der kvnig vnd swelich herre gerichte von dem kvnige hat. | Vnd man schol dieselben weislichen welen vnn si schvllen selbe weis levte sin dy da vrteil sprechen schullen vnd ir schullen czu dem ministen siben sin vber ein igelich sache vnn ist ir mer daz ist ovch gvet. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 109 Schwsp.(L.) Art. 118 Von deushen landen ern.
Die devshen kisent den kvnig. daz erwarb in der kvnig karl
als dicz puch seit. swenne er geweihet wirt vnd er gesizzet auf den
stul ze ache mit der willen die in gewelt haben so hat er kvniclich
gewalt vnd namen. vnd swenne in der pabest geweihet so hat er
volleclich gewalt des reiches vnd keiserlichen namen. Schwsp.(L.) Art. 119
den kvͤnig kivset man ze richter vmb aigen vnd vͤmbe
lehen vnd vmb igliches menshen leip vnd allez daz fuͤr in ze
clagene kvmpt. der keiser mac in allen landen nicht gesin vnd mac
allez vngerichte nicht gerichten vnd da uon leihet er den
fuͤrsten vnd den grauen vnd anderen herren werltlich gerichte. an
die virden hant mac dehein gerichte mit rechte nimmer kvmen da man
vͤmbe totslac vnde vͤmbe plutrunst richtet vnd vͤmbe alle
freuel richtet. Schwsp.(L.) Art. 120 in devshen landen hat iglich lant seinen phalzgrauen.
sachsen hat einen. paiern hat einen. swaben hat einen. franken hat
einen. dise vier herzogentum waren hie vor kvnigreiche. daz geshach
do der keiser iulius ze rome kvnig wart. vnd do er devshe lant
gewan do wold er nicht daz alle romishe reiche icht me kvniges were
denne sein.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 125
Daz kvnig karl den devschen levten erworven hat daz sy ein kvnig chiesen vnd welich ere devsche lant haben daz vindet man alhy geschriben an disem pvech.
Dy devschen kiesen den kvnig daz erwarf in der kvnig karl als dicze pvch sait. [Seite 64] Swenne er geweichte wiert vnd er geseczet vf den stvel czu ache mit der willen dy in erwelt habent so hat her kvnicklichen gewalt vnd namen vnd swenne inder pabst gewichet so hat her vollenklichen des reiches gewalt vnd keiserlichenen namen. Den kvnic kevset man czv richter vmme eigen vnd vm lehen vnd vmme igliches menschen leip vnd vmme alles daz fvr in czv klagene kvmit. Der keiser mag in allen landen nicht gesin vnd mag alles vngericht nicht gerichten davon leihet er den fvrsten vnd den grauen vnd den andern herren wertliche gerichte an dy vierden hant mag kein gerichte mit rechte nimmer komen da man vmme plvet rvns oder vmme den tot richtet oder vmme alle vrevel. In devschen landen hat isleich lant seinen phanczgraven sachsen hat einen Paiern hat einen Swaben hat einen Vranken hat einen. | Diese vier herczogentvm waren hy vor kvnichrich daz geschach do der keiser Julius czu Rome kvnig wart vnd er devsche lant petwanch da wolt er nicht daz vber alle Romischem riche icht mer kvniges were wan sin. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 110 Schwsp.(L.) Art. 121a Der kvnig shol kein vahenlehen iar vnd tac vnuerlihen lan.
iglich richter shol puze in seinem gerichte han als im
denne gesezzet ist nach guter gewonheit. ez mac kein richter
clager vnd richter gesin. Schwsp.(L.) Art. 121b
man kan mit rechte kein fuͤrsten ampt zwein herren
nimmer geleihen. ist abr daz ez geshicht so mac ir dieweder kein
fuͤrste gesein. also mac man weder markgraueshaft noch
phalzgraueshaft noch lantgraueshaft noch graueshaft. swer die
geteilt so habent sie paide ir namen uerlorn. Schwsp.(L.) Art. 121c
der kvͤnig sol mit rechte dirre hershefte dehainen in
seiner gewalt haben iar vnd tac. vnde tut ez der kvnig dar vber daz
clagen die fuͤrsten dem phlazgrauen von dem reine. wan der
ist ze rechte vber den kvͤnig vnd sie shuln im ze rechte clagen
waz in ze dem kvͤnige wirret. Schwsp.(L.) Art. 122a
als man den kvͤnig kivset so shol er dem reiche hulde
swern vnd shol in den eit vier dink nemen. daz er recht sterke vnd
vnrechte sterke krenke vnd daz reiche verste an seinem rechte vnd
daz er daz reiche alle zeit reicher machen vnde nicht ermer. daz
shreibet der kvnig an alle seinen prieuen die er sendet daz er daz
reiche zaller zeit reichende sei vnd nicht ermer mache. Schwsp.(L.) Art. 122b
als der kvnig auf den stul ze ache gesezzet sei mit den
meren der fuͤrsten die in kisen vnd erwelhen so shol er nimmer
mere deheinen ait sweren. wan ob in der pabest shuldiget daz er an
dem gelauben zweiuele vnd als ein vrowe ze rechte nimpt. daz hort
hie ze nicht swie dicke daz geshiet dacz er der dinge swert. wan
daz ist recht. ist daz er gezivg shol sein vm ein sache der shol er
helfende sein vnd shol sagen pei des reiches hulden des shol man
gelauben. vnd vmbe welhe sache ander leute swern muͤzen da shol
er gelubde vmme tun fuͤr den eit. vnd daz geluͤbde shol man
gelauben. einen lamen man vnd einen miselsuchtigen man vnd der in
den panne ist oder in der echte oder ein kezzer ist den shuln die
fuͤrsten nicht kisen ze kvnige. vnd kisent sie den an dem dise
sache sint die anderen fuͤrsten verwerfen in mit rechte an der
stat da ein hof hin geboten wirt ob man in der dinge ains vberkvmpt
als recht ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 126
Daz der kvnich schol kein vanlehen iar vnd tac vnverlihen haben.
Iglich richter schol pvze haben inseinem gerichte als im danne geseczet ist nach gvter gewonheit Ez mag ovch kein richter klager vnd richter gesyn man chan mit rechte kein fversten ampt czwein heren nimmer geleihen ist aver daz ez geschiecht so mag ir deweder nicht ein fvrste geheizen noch gesin also mac man weder czu margrafschaft noch phanczgrafenschaft noch grafeschaft noch lantgrafeschaft swer dy geteilt so habent sy ir namen verlorn. Der kvnig schol mit rechte dirre herschaft keine insiner gewalt haben iar vnd tac vnd tvet der kvnic dar vber daz klagen dy fversten dem phanczgraven von dem reine wan der ist czu rechte richter vber den kvnig vnd sy schullen im czu rechte klagen swaz in hin czv dem kvnige wirret.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 127
Swenne man an ein Romischen kvnic kevset so schol er dem Reiche hulde sweren vnd schol inden eid vier dinch nemen.
[Seite 65] Als man ein Romischen kvnic kevset so schol er dem Reiche hvlde sweren vnd schol inden eit vier dinc nemen.
Daz er recht sterche vnd vnrecht krenche vnd daz reiche verste an seinem rechte vnd daz er daz reiche alle czeit richer mache vnd nicht ermer. Dicze schribet der kvnic an allen seinen priwen dy er sendet daz er daz reiche alle czeit rechenden sei vnd nicht ermer mache als der kvnig danne czuache vf den stvel geseczet wiert mit den meren der fversten dy in kiesent vnd erwelent so schol er nimmer mer keinen eit gesweren wan ob in der pabest schuldiget daz er an dem gelovben czwivel vnd als er ein vrowen czv rechter . e . nimpt daz gehort hy czv nicht swy diche daz geschiecht daz er der dinge swert wanne daz ist rechte. | Ist daz er geczevc sin schol vmme ein sache dez schol er helfende sin vnd schol sagen pey des riches hvlden daz schol man gelovben. | Vnd vmme swelich sache ander levte mvezen sweren da schol er gelovbe vmme tvn fvr dy eide vnd daz gelvbde schol man gelovben.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 128
Daz man keinen siechen man noch kr[ank]en nicht czu kvnige kiesen schol oder der in dem panne ist.
Einen lamen man noch einen mvselsvchtigen man vnd der indem panne ist oder inder echte vnd ein keczer ist den schullen dy fversten nicht kyesen czu kvnige sy aver den an dem diese vorsprechen dinc sint dy andern fversten verwerfent in wol mit rechte ander stat da ein hof hin gepoten wirt ob man in dirre dinge eines vber kvmpt als recht ist. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 111
Schwsp.(L.) Art. 123 Wen die deushen ze kunige kisen shullen.
Die fuͤrsten shullen kisen einen kvͤnig der ein
freier herre sei vnd also daz sein vater vnd sin muter freien sint.
vnd si shuln nicht mitter freien sein wan der fuͤrsten man vnd
sie shullen mitter freien ze man haben. vnd habent sie weip zer e
genumen so man sie kivset ist sie nicht als er so shol man si nicht
ze kvͤniginnen kisen. wan daz were nicht recht vnd wider romish
ere. vnd so der kunig erwelt wirt von welhem lande er geporen
ist daz recht hot er verlorn vnd shol haben frenkishe recht. vnde
von welher gepurt er geporen ist daz recht hot er verlorn.
swen man ze kvͤnige welt der shol sein rech wol behalden han als
man hie vor seit von den richtern wie sie shullen sein so man si
welt. daz selbe shol an dem kvnige sein so man in welt. die franken
haben daz recht. vnde slant sie einen ze tode sie enwerdent denne an
der tat begriffen daz man ir eide nemen muz ob sie sweren wellent
daz sie vnshuldic sint. vnde werden sie an der tat begriffen so
shol man sie nicht lan swern. so richtet man vͤber sie als
vͤber ander leute.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.129
Wenn dy devschen czv kvnige kyesen schullen.
Dy fvrsten schullen kiesen einen kvnic der ein vreier herre sy vnd also vrei daz syn vater vnd syn mveter ovch vrei levte syn gewesen vnd sy schullen nicht mitter vreien syn vnd si schullen nicht man sin wan der fversten man vnd schullen mitter vreien czu man haben vnd habent sy weip czv der . e . genomen so man sy kevset vnd ist dy nicht also vrei so schol man sin nicht kiesen czu kvnige wan daz wer nicht recht vnd wider Romische ere. | Als der kvnic erwelt wiert von swelchem lande er geporn ist daz recht hat er verlorn vnd sol [Seite 66] haben vrenchisse recht. | Vnd von swelcher gepvert er geporne ist daz recht hat er verlorn. Swenne man welt czukunige der schol sin rechte wol pehalten haben als man hy vor sait vnd als man hy vorgeschriben hat von den richtern wy sy schullen syn so man sy welt daz selbe schol ovch an dem kvnige syn so man in welt. Dy vranken habent daz recht vnd slahen sy einen man czu tode si werden danne an der tat pegriefen daz man ir eide nemen mvze ob sie sweren wollent daz sy vnschuldic syn vnd werdent si ander tat pegriffen dar vmme schol man ir eides nicht nemen so richte man vber sy als vber ander levte.
|
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 112 Schwsp.(L.) Art. 124 Wie man dem kvͤnige an den leip mak sprechen.
Dem kvnige mac nieman an den leip gesprechen im werde daz
reiche e verteilt mit der fuͤrsten vrteil. vͤbr des kvͤniges
leip vnd ere mac nieman kein vrteil gesprechen denne die
fuͤrsten. vnd kreiget er mit ieme vͤmbe gut oder vm ander dinch
daz des reiches ist da shuln vͤber sprechen fuͤrsten vnde
grauen vnd die freien vnd des reiches dienstman. vnd ist daz ein
kvͤnig eigen hat so er erwelt wirt daz geit er mit rechte an daz
reiche ob er wil. lat abr er kint hinder im die erbet ez mit
rechte. wan die kint erben des reiches gutes nicht. vnd stirbet der
kvnig ane kint vnd hat er sein aigen nicht gebe an daz reiche so
erbet ez ie die nehsten erben.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 130
Wy man dem kvnige an den leip gesprechen mag.
Dem kvnig mag niemant an den leip gesprechen im werde . e . daz reich vrteil mit der fuersten vrteil vber des kvniges leip vnd vber syn ere kein urteil mac niemant gesprechen wan dy fversten vnd krigeit er mit yemant vmme guet oder vmme andre dinc daz des reiches ist da schullen vbersprechen fversten vnd graven vnd vreien des reiches dienstman vnd ist daz ein kvnic eigen hat so er erwelt wert daz gibt er mit rechte an das reiche ob er wil let awer er kint hinder im so er stirbet dy erbent ez mit rechte. | Wo dy kint erbent des reiches gvetes nicht vnd stirbet der kvnic ane kint vnd hat er daz eigen nicht gegeben an daz reiche so erbent ez dy nechsten erben. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 113 Schwsp.(L.) Art. 125 Wer vber die fuͤrsten richter ist an den kvnig.
Uber der fuͤrsten leip vnd vͤber ir gesunt shol nieman
richter sein den der kvnig. vnd ist daz der kvnig von deushen
landen vert so shol er einen hof gepiten an die stat do er ze
rechte sin shol. vnd da shol er dem phalzgrauen den gewalt von rome
geben daz er richte vͤber der fuͤrsten leip. vnd geit er im des
gewaldes nicht so hat er kein recht dar an. er shol auch alle die
iuden die in deuschen landen sint seinem kanzeler enphelhen. vnd
tut er des nicht er phligt ir doch mit rechte.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 131
Wer vber dy fversten richter ist an den kvnic.
Vber der fversten leip vnd vber ir gesvnt schol niemant richter syn wan der kvnic von devschen landen vert so schol er einen hof gepiten an dye stat da er czu rechte sin schol da schol er dem phanczgraven von dem Reine den gewalt geben daz er richte vber der fversten leip vnd giebt er dem gewaltes nicht so hat er kein rechte daran. Er schol ovch alle dy dy in devschen landen synem chanczler enphelhen vnd tvet er des nicht er phligt ir doch mit rechte. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 114 Schwsp.(L.) Art. 126 Wie fronpoten die leute entleiben shuln.
Swem vor gerichte wirt erteilt vͤber shol nieman richten
wan der rechte vronpote. etwa heizent si richtere etwa anders. vnd
ist ir recht. so sie nevn menshe verderbent so ist der zehende ir.
den loͤse man von in als man state an in vinde. dicz recht svln
sie haben in allen devschen landen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 132
Wy dy vrone poten dy levt entleiben schullen.
Swein Vorgerichte verteilt wiert vber den schol niemant richten wan der rechte vrone pot. Eteswo heizent sy richter eteswo [Seite 67] anders vnd ist recht so si nevͦn mennen oder weiben den leip genement so ist der czehent ir den lose man von in als man stat an in vinden mac. Dicz recht schullen sy haben in allen devschen landen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 115 Schwsp.(L.) Art. 127 Wie man den vronpoten kisen sol.
als der fronpote von dem kvͤnige oder uon anderen herren
erkoren wirt so shol er dem reiche hulde swern vnd dem kvnige. alle
die vͤber die leibe richtent die shuln frei lantsezzen sein. vnd
swenne man den vronpoten kivset so shol in der richter nemen pei
der hant vnd shol in sezzen auf einen stul da ein kussen aufe sei
vnd shol im die heiligen auf die shoz sezzen. da shol er auf swern
daz er rechte sterke als verre er muͤge vnd daz er seiner
hershaft getriwe vnd gewere sei vnd in nicht sage den die warheit.
als daz geshiet so hat er rech ze phenden vnd ze statem swem er
wil. daz tut er mit gewalt vnd mit rechte. ein iglich gut daz dar
zv kvͤmt. tut abr er da mit vnrechte so mac er seinen leip vnd
sein gut verwirken als ein ander man. swert shol er nicht tragen
noch furen. vnd ist im ieman rechtes wider so shol er den leuten
dar rufen. die shuln im gerichtes helfen. vnd wer im des wider ist
der solz dem richter puͤzen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 133
Wy man den vronepoten kiesen schol.
Als der vronepot von dem kvnige oder von andern richtern erchoren wiert so schol er dem reiche hvlde sweren vnd dem kvnige. | Alle dy vber dy leibe richtent dy schullen vrei lant sezen sin vnd swenne man den vrone poten kiesen schol so schol in der richter nemen peider hant vnd schol inseczen vf einen stvel da ein kvsse vf sei vnd schol im dy heiligen vf sin schos schezen dar vf schol er sweren daz er recht sterche als verre als er mvge vnd daz er seiner herschaft getrewe vnd gewere si vnd in nicht sage wan dy warheit als daz geschiecht so hat er recht czv phenden vnd czu steten swem er wil daz tvet er mit gewalt vnd mit rechte. | Ein iglich gvt daz mit vrteil darczu kvmpt tvet aber er damit vnrecht so mag er sinen leib vnd sein gvet verwurchen als ein ander man. | Swert schol er nicht tragen noch fveren vnd ist im iemant rechtes wider so schol er den levten dar rvffen dy schullen im gerichtes helfen vnd swer im des wider ist der schol ez dem richter pvezen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 116 Schwsp.(L.) Art. 128 Wie man den keiser bannen sol.
Den keiser shol niemant bannen den der pabest. dacz shol
er tun nicht den vͤmb drei sache. daz ist ainez ob er an dem
gelauben zweiuelt. daz ander wan ob er sein eweip varen lat. daz dritte
ist ob er gotzheuser stoͤret. dicz recht hat er so er ze keiser
geweihet wirt. vnd tut er da uor ainem pishofe
icht oder ieman anders er shol aber seinem phalzgrauen pei dem
ersten clagen. der shol seinem erzpishoue clagen. vnd der mac in
wol mit rechte pannen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 134
Wy man den keiser pannen schol.
Den keiser schol niemant pannen vanne der pabst daz schol er nicht tvn wan vm drei sache. Daz ist einez ob er an dem gelovben czwifelt. Daz ander ob er sin . e . wip varn let. Daz dritte ist ob er goteshvser storet dicze recht hat er so er czv keiser geweihet wiert vnd tvet er da vor einen pischolf icht oder iemant anders er schol aver sinem phanczgraven pei dem ersten klagen der schol seinem erzbischof klagen vnd der mag in mit rechte wol pannen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 117 Schwsp.(L.) Art. 129 Wo man einen kvnig kisen shol.
als man einen kvͤnig kisen shol daz shol man tun ze
frankenfurt. vnd lat man die fuͤrsten nicht in die stat so mac
man in mit rechte kiesen fuͤr der stat. vnd als sie den kvnig
erwelent so shol er die stat vnd die leute dar inne in die echte
tun. vnd shol daz tun e daz er von der stat vare. vnd als sie sechs
wochen in der echte sein so shol sie der pishof uon menze ze panne
tun. vnd als sie dar inne sechs wochen sint vnd einen tak so tunt
sie mit rechte alle pishoue ze panne. vnd wil der kvnig er mac sie
mit rechte pringen in des pabestes pan.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 135
An welcher stat man den kvnic kiesen schol.
Als man einen kvnic kiesen wil daz schol man tvn czv vrankenfvrt vnd let man den fvrsten nicht indy stat so mac man in mit rechte kiesen vor der stat. Vnd als sy den kvnic [Seite 68] erwelent so schol er dy stat vnd dy levte dy da inne sint indy echte tvn vnd schol daz tvn e daz er von der stat var. | Vnd als sy sechs wochen inder echte sint so schol sy der pischof von meincze czv panne tvn vnd als sy da inne sint sechs wochen vnd einen tac so tvent si mit rechte alle pischolf czv panne. | Vnd wil der kvnic er mac sy pringen mit rechte indes pabst pannen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 118 Schwsp.(L.) Art. 130a Wie man den kvͤnig kisen shol.
Den kvnig shullen kysen drei phaffen fuͤrsten vnd vier
leien fuͤrsten. der pishof uon menz ist kanzeler ze devshen
landen der hat die ersten stimme ze der kuͤr. der pishof von
koͤlne der ander. der pishof uon
triere der dritte. Vnder den leien fuͤrsten ist der erste an
der stimme ze weln der phalzgraue uon dem reine des reiches
truchtsezzen. der ander der herzoge uon sachen des reiches marshalc
der shol dem kvͤnige sein swert tragen. der pishof von koͤlne
ist kaͤnzeler in lanparten. der pishof von triere ist kanzeler ze
dem kvnkreiche ze arle. daz sint drei ampt die gehorent ze der
kuͤr. der dritte kuͤrfuͤrst ist der marcgraue uon prandenburg
des reiches kamerere. der virde ist der herzoge von paiern des
reiches shenke. die vier man shuln devshe man sein von vater vnd
von muter oder von eintwederm. vnd wenne sie wellen kisen sie
shullen ein sproche gepieten hincz frankenfurt. die shol gepieten
der pishof von menz pei dem panne. so shol sie der phalzgraue von
dem rein gepieten pei der echte. sie shuln dar gepieten iren
gesellen die mit in welen suln vnd dar nach den anderen fuͤrsten
als uil si ir mugen gehaben. vnd dar vͤmb ist der fuͤrsten
vngerade gesezt. ob vier an dem einen teil geuallen vnd drei an den
anderen daz die drei den vieren volgen shuln vnd die minner volge
der merern kuͤr. daz ist an aller kuͤr recht.
Schwsp.(L.) Art. 130b
e die fuͤrsten kisen so shuln sie auf den heiligen
swern daz sie durch liebe noch durch leide noch durch gutes mite
daz sie in geheizen oder geben vnd daz sie nieman welen mit geuerde
oder geuerde heizen muͤge wan als in ir gut gewizzen sage. vnd
wer anders welet wan als hie uor geshriben ist der tut wider got
vnde widerz recht. vnd tut ir einer anders icht vnd wirt er des
vberret als recht ist fuͤr daz sie gewelent welher dar nach
vͤberret wirt die die kuͤr da habent daz er gut habe gelobt ze
nemen oder ez genumen hot daz ist symonie. der hat sein kuͤr verlorn vnd
shol sie nimmer wider gewinnen vnd ist dar zv meineide. dicz shol
geshen da der kvͤnig einen hof gepeutet. dar shol man dem selben
auch gebieten er sei leie oder phaffen fuͤrste vnd kvmpt er nicht
dar so shol man anderstunt ze dem houe gepieten vnd zv dem dritten.
vnd kvͤmpt er da hin nicht so shol man in meinaide sagen vnd waz
er von dem reiche hat dacz ist dem reiche ledig vnd in shol der
kvͤnig ze echte tvn. vnd ist er ein phaffen fuͤrste der kvnig
richtet vͤber in als vͤber einen leien vnd shol dem pabst
shreiben wie vͤbel er gevarn habe vnd wie er sein triwe an der
cristenheit habe geprochen vnd heize daz bewern vor dem pabste. vnd
so daz geshiet so shol in der pabest von allen seinen pheflichen
eren sheiden vnd shol sein pishtum einen anderen pishoue leihen
vnde shol dar nah leben als in der pabest heizet. wan der pabest
vollen gewalt hat so mak er im genade tun vnd mac im sein pishtum
wider lazen vnd sein pheflich ere. daz stet an seinen genaden. Schwsp.(L.) Art. 130c
vnd wirt der kvnig der selben
shulde vͤberkvmen so ist er mit vnrecht an dem reiche. da shol
man in vͤm beclagen vor dem phlazgrauen
uon dem reine. nieman mac vber in gezivk sin vͤmb
die shulde wan die fuͤrsten sint geistlich oder werltlich.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 136
Wer den kvnic welen schol.
Den kvnig schullen kyesen drei phaffen vnd vier layen fversten der pischolf von meincz ist chanczler czu devschem lande der hat dy ersten stimme ander chuer. Der pischolf von trier dy andern. Der pischolf von kolen dy dritten. | Vnder layen fversten ist der erste czv welen an der kver vnd ander stime der phanczgrave von dem Rein des reichen drvchseze. Der ander das ist der herczog von sachsen des reiches marschalich der schol deme kvnige daz swert tragen. | Der pischolf von cholen ist chanzler zu lamparten. Der pischolf von trier ist chanczler czu dem kvnicreich czu arle daz sint drey ampt die gehoren czu der kver. Der dritte layen fvrste der dy kver hat daz ist der Margrafe von prandenpvrch dez Riches kamerer. Der vierde daz ist der herczoge von payren des Reiches schenche dy vier schullen devsehe man syn von vater vnd von mvter oder von eindwederm. | Vnd swenne sy wellent kiesen so schullen sy ein sprache gepieten hin cze vrankenfort dy schol gepieten der pischolf von Maincze py dem panne so schol sy der phancegrave von dem Rein gepieten peider echte. | Sy schullen ovch daz gepieten czv dem gespreche ir gesellen dy mit in da welen schvllen vnd dar nach den andern fvrsten als vil als sy ir mvgen gehaben vnd dar vmme ist der fvrsten vngerade geseczet ob vier an den einen teil gevallen vnd drei anden andern daz dy drei den vieren volgen schvllen vnd ye schol dy minner volge der mereren volgen daz ist an aller kver recht . e . dy fversten chiesen so schvllen sy vf den heiligen sweren daz sy dvrich leit noch dvrich gvtes mite daz in geheizen oder gegeben sy noch daz sy dvrich kein dinc niemant wellen daz gewerlich sy oder [Seite 69] gewerde geheinzen mvge wan als in ir gvet gewizen gesagen mvge. | Vnd swer anders wolt wan als hy geschriben stet der tvet wider got vnd wider daz recht vnd tvet ir einer ichtanders vnd wiert er des vber ret als recht ist fvr sy gewelent. |Swelcher dernach vber ret wiert die dy kver da habent daz er gvet hat gelopt czu nemen oder ez genomen hat daz ist symonei der hat syn kvr verlorn vnd schol sy nimmer mer gewinnen vnd ist dar czv meineide. | Dicze schol geschehen da der kvnic einen hof gepevt dar schol man ovch dem selben gepieten er sy laye oder ein phaffenfverste vnd kvmpt er nicht dar so schol man im anderstvnt czu dem andern hof gepieten vnd zu dem dritten. | Vnd kvmpt er dahin nicht so schol man in meineide sagen vnd swaz er von dem reiche hat daz ist andem riche ledic vnd in schol der kvnic czu echte tvn. | Vnd ist er ein phaffen fverste der kvnic richtet vber in als vber einen leyen vnd schol dem pabst schrieben wy vbel er gevarn hab vnd wy er sin trewe ander kristenheit czv prochen hab vnd heize daz beweren vor dem pabste. | Vnd so daz geschiecht so schol in der pabst von allen synen pheflichen eren scheiden vnd schol sin pistvm einen andern pischof leichen. Vnd schol dar nach leben als in der pabst heizet wan der pabst vollen gewalt hat so mag er im genade tvn vnd syn pistvm wider lazen und sin phefliche ere daz stet an seinen gnaden. Vnd wiert der kvnic der selben schulde vber komen so ist er mit vnrecht an dem reiche da schol man in vmme peklagen vor dem phanczgraven von dem Reine. | Niemant mac geczevc vmme dy schvlde vber in sein wan dy fvrsten sy sin geistlich oder werltlich. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 119 Schwsp.(L.) Art. 130c Von wem die fuͤrsten lehen haben shullen.
Des reiches fuͤrsten shullen keinen herren haben der
ein leie sei von dem sie lehen haben den der kvͤnig aleine. vnd
sint sie deheines leien man an den kvnig so mugen sie nicht
fuͤrsten gesein.
ez ist dehein vanlehen da uon ein man fuͤrste muge gesin
er enphahes mit sein eines hant von dem kvnige. swaz ein man vor im
enphangen hat so ist er nicht der voderst an dem lehen. wo von
spricht anders princeps latine. daz spricht ze devte ein fuͤrste.
daz ist als uil gesprochen ein vorenphaher. vnd wer daz vahenlehen
von erst enphahet von dem kvnige der heizet mit allem rechte
princeps ain furste. vnd wer er dar nach von im enphahet der heizet
nicht princeps. Schwsp.(L.) Art. 131
so man kivset pishoͤue oder ebte oder eptissinnen die
gefuͤrstet sint die mugen nicht lehen geleihen e daz sie iriv
recht enphahen. der keiser shol leihen allen geistlichen leuten
ire recht mit dem cepter vnd allen werltlichen fursten mit dem
vanen. der kvͤnig shol kein vahenlehen haben iar vnd tak er
shuͤllez hin leihen. Schwsp.(L.) Art. 133
in welhe stat der kvnig kvͤmt die in dem reiche leit die
weile er dar inne ist die muͤnze vnd der zol sein vnd daz gerichte.
er shol allez daz richten daz in der stat vnd in deme lande ze
richten ist ane daz des begunnen ist ze richten. daz shullen die
richter vollen auz richten die sein haben begunnen. Schwsp.(L.) Art. 134
In welch lant oder stat der kvnig kvmpt da shol man im die
gevangen antworten die dar inne sint vnde sein pote shol sie
eishen. vnd wer si den poten verseit den shol er ze ehte tvn. der
kvnig shol auch den recht tun die auf die gevangen clagen oder er
ist nicht rechter richter.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 137
Von wem dy fversten lehen haben schullen.
Des reiches fversten schullen keinen herren haben der ein leye sy von dem sy lehen haben anden kvnic allein vnd sint sy keines leyen man an den kvnic so mvgen sy nicht fversten sin ez ist kein vanlehen davon ein man fvrst mvge gesin er enphah ez mit sein eines hant von dem kvnige. Swaz ein man vor im enphangen hat vnd enphecht er daz von demselben der ez von im enphangen hat so ist er nicht der vorderst an dem [Seite 70] lehen wavon sprichet anders princeps latme daz sprichet czv deute ein fvrste daz ist als vil gesprochen ein vorenphaher vnd swer ovch daz van lehen des ersten enphehet von dem kvnige der heizet ovch wol mit allem rechte princeps ein fverste vnd swer ez danach von im enphahet der heizet nicht princeps. | So man kveset pischolf oder ept oder eptissine dy gefverst sint dy mvgen nicht lehen geleihen . e . daz si ir rechte von dem kvnige enphahent.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 138
Wy der keiser den geistlichen fversten vnd den werltlichen ir recht verleicht.
Der keiser schol leihen allen geistlichen fversten ir recht mit dem cepter vnd allen werltlichen fversten mit dem vane. Der kvnic schol ovch kein vanlehen in seiner gewalt haben iar vnd tac ern schulles in leihen. Inswelche stat der kvnig kvmpt dy in dem reiche leit da ist dy mvncze vnd der czol sin dy dy weil er da inne ist vnd daz gerichte er schol ovch alles daz richten daz inder stat vnd indem lande czu richten ist an des pegonnen ist czu richten daz schullen dy richter vollen vz richten dy sein pegonnen habent. In swelich stat oder lant der kvnic kvmpt dy schol man im antwurten dy da vangen sint dy dar inne sint vnd sin pote schol sy eischen vnd swer sy seinem poten versait den schol er czv echte tvn der kvnic schol ovch den rechte tvn dy vf dy gevangen klagent oder er ist nicht rechter richter. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 120 Schwsp.(L.) Art. 135a Wie die herren die gerichte von dem kvͤnige haben lantteding gebiten suln.
Uber achzehen wochen so shol ein iglich herre fuͤrste
vnd ein iglich herre der gerichte von dem kvͤnige enphangen hant
der shol sein lanteding haben. dehein herre shol sein lantteding
gepieten auf einen veirtag. so wirt ein iglich man mit rechte
vberig daz er sein nicht ensuchet. Schwsp.(L.) Art. 135b
dehein herre shol keinen vronenpoten han er sei vrei vnd
shol dar zv belehent sin ze dem minsten mit einer halben hube. die
selben shuͤllen die leute toͤten vnd anders nieman. swer anders
ieman toͤtet da wirt der richter vnd die ez da tun vor gote
shuldig an den leuten. Schwsp.(L.) Art. 135c
man shol gerichtes warten von dem daz die svnne auf get
vnz auf mitten tac. vnd ist der richter da vnd wer dar nicht
enkvͤmpt der ze rechte dar kvmen shol der wirt wettehaft. vnd
kvͤmpt der richter nicht so wirt niemant wettehaft. vnd ist ieman
fuͤr gepoten der ist des fuͤrpotes ledig vnd auch des tages.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 139
Wy dy herren dy gerichte von dem kvnige habent lant teidinc gepieten schvllen vber achczehen wochen.
Aber achczehen wochen so schol ein iglich herre fvreste vnd ein iglich herre der gerichte von dem kvnige enphangen hat der schol sin lant teidinc gepieten an einem veirtac so wiert ein iglich man sin nicht vber daz er sin nicht gesvecht hat. | kein herre mac keinen vronen poten haben ern sy danne vrei vnd schol dar czu pelehent sint czu ministen mit einer halben hvben dyselben schvllen dy levte toten vnd anders niemant vnd swer anders iemant totet da wiert der richter vnd dy ez da tvnt vor got schvldic an den levten.
Man schol gerichtes warten von der czeit daz dy svnne vfget [Seite 71] vncz czv dem mitten tage vnd ist der richter da vnd swer danne dar nicht enkvmpt der cze rechte komen schol der wiert wettehaft vnd kvmpt der richter nicht so wiert niemant wettehaft. | Vnd ist iemant dargepoten der ist des vorgepotes ledic vnd ovch des tages. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 121 Schwsp.(L.) Art. 136 Von den haupsteten vnd von den vanlehen in sachsen.
Fvͤnf stete ligent in den sachen do der kvnig hof hin
gepevtet. die erste ist ze gruͤne. div ander ze goͤsler. die
dritte ze walhausen. die virde ze altensteten. die fuͤnfte ze
merseburg. da shol der kvͤnig mit rechte houen. siben vanlehen
sint in dem lande ze sachen. daz erste ist dar herzogentum ze
sachsen. daz ander die phalz. daz dritte die marke ze prandenpurg.
daz virde die lantgraueshaft ze duringen. daz fuͤnfte die marc ze
meisene. daz sechste die mark ze lavsiz. daz sibende die graueshaft
ze ashersleiben. ez sint auch zwei erzpishtum in dem lande ze
sachsen vnd fuͤnfzehen andere pishtum. dem uon
megdepurg ist vndertan der pishof von
niwenpurg vnd der von mersepurg vnd der von meichsen vnd der von
prandenburg vnd der von hauelperg vnd der von camin. der pishof von
menze hot vier vnder im in dem lande ze sachsen den von halberstat
den von hildensheim vnd den von balbrunne. dem von koͤlne ist
vndertan dem von ohsenpuͤrge vnd der von minden vnd der von
mvͤnster. der erzpishof von brem hat vnder im daz livbek vnd daz
von zwirein vnd daz von ratsburg. die driv sint vnder im. Schwsp.(L.) Art. 137a
der kvnig spricht er shuͤlle in allen steten da pishtum
inne sein seinen hof gepieten. da kreigent etwenne die phaffen
fuͤrsten wider. die haben den krieg nv lan. er shol auch seinen
hof gepieten ze frankenfurt vnd ze nvrenberg vnd ze vlmen. in
anderen steten die des reiches sint da mak er wol gepieten seine
sprache wol mit rechte.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 140
Von den hovptsteten insachsenlande da der kvnic den hof hin gepevten.
Fvnf stete ligent in sachsen da der kvnig den hof hingepevft. | Dy erste daz ist czu Grvne. Dy ander czu gotslar. Dy dritte czv walhvsen. Dy vierde czu aldenstein. Dy fvnfte czu Merspvrch da schol der kvnig mit rechte den hof haben.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 141
Von den Siben vanlehen dy czu Sachsen sint.
Siben vanlehen sint indem lande czv Sachsen daz erste ist daz Herczogentvm czu Sachsen daz ander dy phanz daz dritte dy marche czv prantenbvrch daz vierde dy lantgrafschaft czv dvringen dy fvmfte die marche czv missen daz sechste dy marche czv lvsicz daz daz siebende dy graveschaft czv ascherslebe.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 142
Von dem pistvm in Sachsen lande.
E sint ovch czwei erczpistvm indem lande czu Sachsen vnd fvmfczehen andre pistvm. Dem von Meidepvͦrch ist vndertan der pischolf von Nevnpvrch vnd der von Mersepvrch vnd der von Meisen vnd der von prandenburch vnd der von havelpergen vnd der von Camine.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 143
Wy manic pistvm der von Meincze vnder im hat czu sachsen.
Der pischolf von Meincze hat vier vnder im indem lande czu Sachsen den von halberstat vnd den von hildisheim vnd den von balprunnen. | Der von choln hat vnder im den von Osepvrch vnd den von Minden vnd den von Minster. | Der Erczpischolf von Brem hat vnder im daz von levbek vnd daz von zwirin vnd daz von Ratispvrch dy drev sint vnder im. Der kvnig gicht er schulle in allen steten da pistvm inne sint sinen hof gepieten da krigeten eteswenne dy phaffen fversten wider dy habent den krieg nv lazen. | Er schol ovch sinen hof
[Seite 72] gepieten czv frankenfvrt vnd czu Nvrenperch vnd czv vlmen. In andern steten dy des Riches sint da mag er wol pieten sin sprachen mit rechte.
|
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 122 Schwsp.(L.) Art. 137b In wie maniger der echter ze echte kvͤmt von ainer stat.
Hat ein herre ein haupstat. daz ist da pishtum inne sint.
vnd hat ein herre ein gerichte dar inne vͤber plutrunst vnd wirt
einer dar inne ze echte getan vnd hoͤrent anderiv gerichte in daz
selbe gerichte daz nicht hauptstete sint der in der hauptstat ze
echte ist getan der ist in allen steten die den herren an
gehoͤrent ze echte getan des die haupstat eigen oder lehen ist.
vnd wirt ein man in dem nideren gerichte ze echte getan so ist er
nicht wan in dem selben gerichte ze echte.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 144
Swer in einer hovptstat in dy echte wiert getan der ist in der echte in allen den steten dy den herren angehorent.
Hat ein herre eine hovpstadt da pistvm inne sint vnd hat ein herre ein gerichte da inne vber plvet rvnse vnd wiert einer da inne czv echte getan vnd gehorent andreiv gerichte indaz selbe gerichte daz nicht hovptstete sint der in der hovptstat czu echte ist getan der ist in allen den steten czu echte getan dy den herren an gehorent des dy hovpstat eigen oder lehen ist. | Vnd wiert ein man in dem gerichte czv echte getan so ist er nicht wan indem selben gerichte in der echte. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 123 Schwsp.(L.) Art. 137c Der vierzehen tage in der echte ist.
Swer den echter hauset vnde houet in den puͤrgen oder in
den steten vnd swo man in shirmet mit wizzen vnd ist er virzehen
tage in der echte gewesen die sint alle mit der selben shulde
begriffen da der echter inne ist. wil abr sich des gegen ieme
entshuldigen daz er nicht enweste daz er in der echte were der
swere des zen heiligen vnd sei ledic. behelten man den echter
offenlich in einer stat freuelich vnde daz man daz erzivgen mac
selp dritte hat die stat maure man shol sie nider legen auf die
erden. hat sie tuͤlle man tut daz selbe. vnd hat si deweder vnd
hat einen graben man shol in eben machen. vnd hot sie der
aller keines man shol sie prennen an der leute shaden die dar an
vnshuldig sint mit wizzend. geshiet aber ieman anders dehain shade
den den purgern den shul im die purger abe tun. vnd daz
selbe gericht shol man vͤber die puͤrger tun vnd vͤber dorfer
vnd wo man sie beheltet wider disem rechte als hie uor gesprochen
ist. der ehter shold allen leuten vnmere sein.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 145
Der vierczehen tage inder echte ist swer den hovst oder hoft der ist ovch inder echte.
Swer den echter hovset oder hovet vf pvrgen oder in steten oder swo man in schirmet mit wizzen vnd ist er vierczehen tag inder echte gewesen dy sint alle mit derselben schvlde pgrifen da der echter inne ist wil aber sich des gegen iemant enschuldigen daz er nicht enweste daz er inder echte waz der swer des czu den heiligen vnd sei ledic. | pehalt aver man den echter offenlich in einer stat vnd vrevelich vnd daz man daz erczevgen mac selbe dritte vnd hat dy stat ein mvre man schol sy vf dy erden prechen vnd hat sy planken man tvͦt daz selbe vnd hat sy der twederz vnd hat sy einen graben man schol in eben machen vnd hat sy der aller keinez man schol sie prennen ander levte schaden dy dar an vnschvldic sint mit wizzen. | Geschiecht aver iemant anders kein schade danne den pvrgern den schvllen im dy pvrger abe tvn. Vnd daz selbe gerichte schol man vber dy pvrger tvn vnd vber dy dorfer oder swo man sy pehaltet wider dise recht als hy vorgesprochen ist. Der echter der schol allen levten vnneme syn. [Seite 73] |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 124 Schwsp.(L.) Art. 138 Wie der kvnig hof gepiten sol.
So der kvͤnig hof gepieten shol vnde shol den sol er
pieten vͤber sechs wochen vnde shol in den herren vnd anderen
fuͤrsten kuͤnden mit den versigelten prieuen. si shuln den hof
suchen ze devshem lande vnd nicht furbaz. vnd wer zv dem houe nicht
kvͤmt der ist dem kvnige eins gewettes shuldic. der kvͤnig
wettet hundert phunt der pheninge die er von im ze lehene hat die
muͤnze. vnd hat er mere muͤnze von im ze lehene den eine er shol
im die swerste vnd die beste geben. ein freier herre wettet dem
kvͤnige fuͤnfzig phunt. vnd hot er mvͤnze von im ze lehene die shol er
im geben. vnd hot er nicht mvͤnze von im ze lehene so
gebe im des pishoues mvͤnze in des pishtum gesezzen ist. die
dienstman zehen phunt. wann mitter vreien die shullen zwenzig phunt
geben des pishofs pheninge in des pishtum er gesezzen ist. vnd ist
diz also gesezzet. vnd versavmt der herre den ersten hof er geit
dicz gewette. vnd versaumet er den anderen er gibt sie anderstunt.
vnd versaumt er den dritten der kvͤnig shol den fuͤrsten mit
der fuͤrsten vrteil ze echte tun. der shuln ze minsten sibene
sein. vnd also shol man den freien herren tun vnd ieden man ze
echte tun mit seinen genozen. vͤmb die shulde hat ein iglich man
daz recht. als ein man in der echte ist sechs wochen vnd einen tac
daz man in ze banne tun shol. daz selbe recht hat der ban hin
wider. wie man vͤber echter vnd vͤber verbannen leute richten
shol daz ist uor gesprochen. oder welche recht si haben daz ist
allez hie vor geshriben. dicz gewette ist aller richter gewette
nicht. man wettet ie dem richter nach seinem recht vnd nach guter
gewonheit. man shol auch einen iglichen man sein laster puezen nach
seiner gepurt vnd nach seiner werdikeit. man shol auch nicht achten
an der buze wer der man gewesen ist. man shol achten wer er
iemitten gewesen ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 146 Swenne der kvnig einen hof haben wil den schol er gepieten den herren vnd andern fversten vber sechs wochen.
So der kvnic einen hof gepieten schol oder wil den schol er gepieten vber sechs wochen vnd schol inden herren vnd andern fversten kvnden mit versigelten prifen. | Si schullen den hof svchen czv devschem lande vnd nicht fvrpaz vnd swer hin czv dem hof nicht enkvmpt der ist dem kvnige eines gewettes schuldic der fverste wettet hvndert phvnt der phennige dy er von im czu lehen hat dy mvncze vnd hat er mer mvncze von im czv lehen danne eine er schol im dy swersten vnd dy pesten geben.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 147
Daz ein vrier herre dem kvnige fvnfczic phvnt wetten schol.
Ein vreier herre wettet dem kvnige fvnfczic phvnt vnd hat er mvncze von im czv lehen dy schol er im geben vnd hat er nicht mvncze von dem kvnige czv lehen so gebe im des pischolfs mvncze indes pistvm er geseczen ist. | Dy dienstman czehen phvnt vnd dar nach aller hande levte czehen phvnt wan mitter vreier schvllen czweinzic phunt geben des pischolfs phenninge da er inne geseczen ist vnd dicz ist also geseczet. Vnd versovmet ein herre den ersten hof er gibt dicze gewette vnd versovmet er da den andern er gibt ez anderstvnt. | Vnd versovmet er den dritten der kvnic schol mit der fversten erteil den fversten czv echte tvn der schvllen czv dem ministen siben syn. | Vnd also schol man dem vreien heren tvn vnd yeden man czvechte mit sinen genozen vmme diese schvlde hat ein iglich man daz recht. | Als ein man der inder echte ist sechs wochen vnd einen tac daz man in cze panne tv daselbe rech hat der pan hinwider | Wy man vber echter vnd vber verpannen levte richten schol daz ist hy vorgesprochen oder welich rechte sy habent daz ist alles hy vor geschrieben. Dicz gewette aller richter gewette nicht man wettet iedem richter nach seinem rechte vnd nach gveter gewonheit man schol iglichem manne ovch sin laster pvezen nach siner gepvert vnd nach syner werdikeit. | Man schol ovch nicht achten an der pvze wer der man gewesen ist. [Seite 74] |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 125 Schwsp.(L.) Art. 139a Wie die fuͤrsten ir hof gepieten sullen.
Ein iglich fuͤrste hat nach seines landes gewonheit
buze. also habent auch ander herren vnd ander richter nach ir
gewonheit. Schwsp.(L.) Art. 139b
doch sage wir die alden puze die die kvͤnige den herren
gesezzet hant. svͤmeliche leien fuͤrsten sint die daz recht
hant daz sie hofe gepietent fuͤr sich selber. daz recht habent
sie von dem kvnige. wenne sie hof mit rechte mugen gepiten daz shul
wir iv sagen. ist ez ein herzoge oder ein ander leien furste vnd ist daz
pishof sizzent in seinem fuͤrsten ampt die soln seinen hof
suchen. also spreche wir ob die stat er fuͤrste heizet in seinem
fuͤrsten ampt ligt. swie uil er anders gutes hat in seinen lande
dauon suchet er seins houes nicht. vnd allez daz recht daz der
kvͤnig hat gegen den die seinen hof nicht ensuchent daz selbe
recht hot auch der herzoge gegen den die seinen hof nicht ensuchen.
diz recht hant gemainlich alle leien fuͤrsten die ze recht hof
gepiten shuln. ein leien fuͤrste mac dem anderen nicht hof
gepieten ob er daz selbe recht hat daz er auch hof gepiten shol.
hot abr ein fuͤrste des rechtes nicht vnd hot er gut vnd puͤrge
in seinem lande oder stete er sol mit nichte seinen hof suchen.
dicz selbe recht habent sie vmb grauen vnd vmbe freien vnd vmbe
dienstman die so getan gut haben in irm lande daz puͤrge vnd
stete sint. vnd haben sie ander gut in irme lande so sint sie ledic
mit allem recht daz si ir hof nicht suchen shuln. vnd sint sie in
devsher sproche nicht gesezzen oder dacz sie in acht tagen nicht
dar gelangen mugen sie sint des houes mit rechte ledic. sie shuln
abr dar senden ir ingeporn dienstman. vnd so der herre den hof
volendet so shol er dar gen vnd shol vor sinen herren loben daz er
stete habe als verre er shuͤlle waz da ze deme houe guter dinge
gesezzet sei. vnd ist daz ein herre dar nicht kvmen mac vor ehafter
not der sendet seinen dienstman dar vnd heize in sein ehafte not
bewern mit seinem eide. vnd so der hof ein ende habe so tu als hie
uor gesprochen ist. der frei herre sende seinen eigen man. der
mitter frei sende seinen eigenen man. der dienstman sende seinen
mac. die shuln alle tvn als hie uor gesprochen ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 148 Wy dy fvrsten den hof gepieten schvllen.
Ein iglich fverste hat nach sines landes gewonheit pvze also habent ovch ander herren vnd ovch dy richter nach ir gewonheit doch sage wier dy alten pveze dy dy kvnige den herren geseczet habent. | Svmleich layen fversten sint dy daz recht habent daz sy den hof gepietent fvr sich selber daz recht habent sy von dem kvnige wem sy den hof mit rechte gepieten mvgen daz schullen wir evsagen. | Ist ez ein herczoge oder ein ander layen fverste vnd ist daz pischolf sitczent inseinem fverstenampt dy schullen sinen hof svchen also spreche wier ob dy stat da von er fverste heizet inseinem fvrsten ampt leit swie vil er anders gvtes inseinem lande hat da von svcht er sines hofes nicht. | Vnd allez daz recht daz der kvnig hat gegen den dy synen hof nicht svchent. | Daz selbe recht hat ovch der herczog gegen dem dy sinen hof nicht svchent. | Dicz recht habent gemeinlich alle layen fversten dy czv recht hof gepieten schullen.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 149
Daz ein layen fuerste den andern nich hof gepieten mac ob er daz selbe recht hat.
Ein layen fverste mac den andern nicht hof gepieten ob er daz selbe recht hat daz er ouch gepieten schol hat aver ein fverste des rechtes nicht vnd hat er pvrge vnd gvet inseinem lande oder stet er schol mit rechte sinen hof svchen dicz selbe recht habent sy vmme graven vnd vmme vrien vnd vmme dienstman dy so getane gvet habent in irem lande daz pvrge vnd stete sint vnd habent sy ander gvt inirem lande so sint sy ledic daz sy iren hof czv rechte nicht svchen schvllen vnd sint sy indevscher sprache nicht gesezzen oder daz sye nicht inacht tagen dargelangen mvgen sy sint des hoves mit rechte ledic sy schullen aver dar inir geporne dienstman. | Vnd swo so der herre den hof verendet so schol er dar gen vnd schol fvr sinen herren loben daz er stete habe alz verre er schulle daz. Swaz dem hofe gvter dinge geseczet sy vnd ist daz ein herre nicht dar komen mag von ehafter not der sende seinen dienstman dar vnd heize in sin ehafte not peweren mit seinem eide. | Vnd so der hof ein ende hab so tv als hy [Seite 75] vorgesprochen ist der vreie herre sende seinen eigen man der dienstman sende sinen mac dy schullen alle tvn als hy vorgesprochen ist. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 126 Schwsp.(L.) Art. 140a Wie die erzpishoue sent gepieten shuln.
Die erzpishoue gepietent ir sende mit rechte den die in
irm erzpishtum sitzent. vnd habent daz selbe recht hin ze in daz
auch die leien fuͤrsten habent hin ze den die iren hof ze rechte
suchen shuln. wand als uil sie mit der echte mugen betwingen daz
shullen sie mit dem banne twingen. sie gebieten auch wol dar allen
den pishouen die in irm erzpishtum sint. Schwsp.(L.) Art. 140b
sie gebietent auch
wol mit rechte cristenliche dink. die gepietent wol mit rechte
allen fuͤrsten vnd herren dar die in ir pishtum hoͤrent vnd
allen cristenleuten die ze iren tagen kumen sint die fuͤnf vnd
zwenzik iar alt sint. vnd wer dar nicht kvͤmt daz richten sie als
hie vor gesprochen ist als rettet vnd daz decretal sage.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 150 Wy dy erczpischof gepieten der phaffen samnvnge schvllen vnd iren hof.
Dy erczpischolfe gepieten ir samnvnge vnd iren hof mit rechte den dy inir erczepistvm siczent vnd habent daz selbe recht hincz in daz ovch dy layen fversten habent hin czu den dy ir hofe czv rechte svchen schvllen wan als vil swaz sy mit ir echte twingent daz schullen si mit dem panne twingen si gepietent ovch wol dar allen pischolfen dy inir erczepistvm gehorent vnd ander pischolf dy vnder den erczpischolf sint dy gepietent wol mit rechte kristenleichev dinc dy gepitent wol dahin mit rechte allen den fvrsten vnd allen den herren dy inir pistvm gehorent vnd allen kristen levten dy czv ir tagen komenlich dy fvnf vnd czweinczic iar alt sint vnd swer dar nicht kvmpt daz richtent sy als hy vorgesprochen ist vnd als decret vnd cretal saget. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 127 Der kvͤnige vnd der fuͤrsten houe vnd elich dink die sint nuzze.
Des kvniges hof vnd der fuͤrsten hoͤue die sint
durch fride vnd durch genade gesezzet der cristenheit. da uon shol
man sie gerne suchen. vnd shol auch gern halden waz man da gepeutet
vnd da gesezzet. die sente vnd die cristenliche dink sint den selen
ze nuzze gesezt vnd daz man da lert wie man cristen gelauben shulle
nach cristenlichem rechte vnd wie man den gelauben mit guten
werken eruollen shuͤlle. wan guter gelaube ane gute werk sint vor
got ein totes dink. vnd gute werk ane guten gelauben ist uor got
alsam.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 151 Waz nucze da von enstet daz ein iglich man kvnigehof vnd fvrstenhof vnd elich dinch vnd der pischolf hof svcht.
Des kvniges hof vnd der fvrsten hof dy sint dy riche vride vnd dvrich genade geseczet der kristenheit da von schol man sy gerne svchen vnd schol ovch gerne halten swaz man da gepevt vnd geseczet dy kristenliche dinc sint den zelen czv nvcze geseczet vnd daz man da lert wy man kristen gelovben schulle haben vnd wy man leben schulle nach kristenlichem rechte vnd wy man den gelovben mit gveten werken erfvllen schvlle wan gvt gelovbe an gvte werche ist vor got ein totez dinc vnd vnd gvte werke an gelovben ist alsam vor gote. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 128 Von markgrauen vnd phalzgrauen.
Ein iglich markgraue vnde phalzgraue habent sie halt auch
nicht fursten ampt die vrogent doch die leute wol mit rechte pei ir
hulden so sie an dem gerichte sitzzent. an so ein vride gesworen
wirt so shuln sie vrogen pei dem aide als der vride gesworn ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 152 Wy dy margraven vnd dy phanczgraven dy levte vragen schullen wenne sy andem gerichte siczen.
Ein iglich margrave vnd phanczgrave habent halt sy nicht fvrsten ampt dy vragent doch dy levte wol mit rechte py ir hvlden so sy andem gerichte siczent an so ein newer vride
[Seite 76] gesworen ist so schullen sy vragen py dem eide als der vride gesworen sy. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 129 Wie ein man seinen hershilt nidert.
Wirt ein man seins genozen man seiner gepurt vnd seins
lantrechtes rechtes hat er da mite nicht verworht. seinen hershilt
hot er da mit genidert. daz ist also gesprochen. die leien fursten
sint in dem dritten hershilde. vnd wirt ir einer des
anderen man so hat er den dritten hershilt verlorn vnd vellet
in den virden der ist sein genoze. vnd wirt ein vreier man seins
genozen man der ist in dem virden hershilde vnd vellet in den
fuͤnften. vnd wirt ein mitter vrie seins genozen man der ist in
dem fuͤnften hershilde vnd vellet in den sechsten. vnd wirt ein
dienstman des anderen man seines genozen der ist in dem sechsten
hershilde vnd vellet in den sibenden. daz saget vns wol daz lehen puch her
nach welch recht die habent die in deme sibenden hershilde sint.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 153 Wy ein man seinen herschilt nidert.
Ob ein man wiert seines genozen man seiner seiner gepvert vnd seines lantrechtes hat er damit nicht verwurchet seinen herschilt hat er da mit genidert daz ist also gesprochen dy layen fvrsten sint indem dritten herschilt vnd wiert ir einer des andern man so hat er den dritten herschilt verloren vnd vellet in den vierden wan er ist sin genoz vnd wiert ein vrier herre sines genozen man der ist indem vierden herschilt vnd vellet inden fvnften vnd wiert ein mitter vreie sines genozen man der ist indem sechsten herschilt vnd vellett inden sibenden daz sait vns wol daz lehenpvch her nach wellich recht dy habent dy indem sibenden herschilt sint. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 130 Wie verre ein marc von dem anderen ligen shol.
Man shol deheinen markt deme anderen naher legen den zwu
meile. man shol auch kein pawen noch dorfer veste machen noch perge
mit vestenunge on des lantrichters vrlop. man shol auch dehein stat
pawe an des urlop des die stat eigen ist. ist sie sein lehen er hot
daz selbe recht.
an des lantrichters vrlop mac man wol graben in die erde
als tief als ein man mit ainer stangen geshiezen mac die erde also
daz er deheinen shamel mache. man mac wol pawen an des lantrichters
urlop dreier gadem hoch mit holze oder mit steinen ob der erden ane
zinnen vnd ane prustwer vnd one erker vnd on alle wer. man mac auch
on sein urlop einen hof on ebener erden vͤmbe vahen mit ainer
maur die also hoch ist so ein man sizze auf einem rosse daz er oben
dar in gereichen muge mit der hant one zinnen vnd ane prustwer vnd
on aller slachte vestenunge. in der selben weise mac ein man
seinen hof vmme machen mit holze. man mac auch keine purk wider
gepawen on des kvniges vrlop vnd on des richters urlop daz mit
vrtail zerprochen wirt. pricht abr man ein haus mit gewalde oder
let ez ein herre zergen mit mutwillen oder von armut die mac man
wol wider pawen on des lantrichters urlop.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 154 Daz ein markt von dem andern ligen schol czwo meil.
Man schol keinen marcht dem andern naher danne czwo meile legen man schol ouch kein pvrch pawen noch kein dort veste machen noch perg mit vestenvnge an des lantrichters vrlovp. | Man schol ovch kein stat powen andes vrlovp des dy stat eigen stat ist ist si sin lehen er hat daz selbe recht andes lant richters vrlovp mac man wol graben indy erde als tief als ein man mit einer schvfel vf geschiezen mac dy erde also daz er kein schamel mache. Man mag wol powen andes lantrichters vrlovp drier gadem hoch mit holcze oder mit steinen ob der erden ane czevne vnd ane czinnen vnd an prvst wer vnd an erichker vnd alle wer. | Man mac ovch wol an sin vrlovp einen hof an ebener erde vmme vahen mit einer mver dy als hoch ist so ein man sicze vf einem rosse daz er oben dran gereichen mvge mit der hant ane czinnen vnd ane prvstwer vnd an aller slachte vestenvnge inderselben weise mac ein man sinen hof vmme machen mit holcze. Man mac ovch kein pvrch wider gepovwen andes kvniges vrlovp dy mit vrteil czeprochen ist prichet man aber ein hvz mit gewalt oder let ez ein herre czergen mit mvt willen oder von armvt dy mac man wol mit rechte wider powen an des lantrichters vrlovp. [Seite 77] |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 131 Der dem anderen sein purg ze vnrecht an gewinnet.
Swer dem anderen sein haus ze vnrecht on gewinnet der
sholz deme kvͤnige oder dem lantrichter clagen in des gericht ez
liget. der sholz richten. vnd shol daz haus wider vordern auf
recht. vnd antwort manz im nicht so shol sich der richter allez des
vnderwinden des er hot vnd shol im fuͤr lan pieten ze drein
tedingen. vnd kvͤmt er fur on geleite so richt vͤber in als
recht sei. habe er im gewalt vnd vnrecht getan so riht vber in als
vber einen rauber. er shol in auch vahen swo er in vindet one
richter vnd shol in dem richter antworten.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 155 Swer dem andern sein pvrch vnrechte an gewinnet der schol daz klagen dem kvnic oder dem lantrichter.
Swer dem andern syn hovs an gewinnet mit vnrecht der schol dem kvnige oder dem lantrichter klagen indes gerichte ez leit der schol im richten vnd schol daz hvs wider vordern vf recht vnd antwort man es im nicht so schol sich der richter alles des vnderwinden des iener hat vnd schol in fvr laden czv drein teidingen vnd kvmet er fvr angeleite so richt vber in als recht sy. | Hab er im gewalt vnd vnrecht getan so richte vber in als vber einen rovber er schol in ovch vahen swo er vindet ane richter vnd schol in dem richter antworten. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 132
Die weile man einen manne sein purg nimpt
so mac nieman dehein clage dar
auf gehaben weder daz vor dar auf ist geshen oder iemitten dar auf geshiet wan
er sein vngewaltig ist.
swelch haus oder purg mit vrteil verteilt wirt da shol
der richter ze dem ersten drei slege dar auf tun. dar nach shuln
die leute alle dar gen mit eksen vnd shuln havwen vnd ravmen vnz
daz haus ob der erden zerbrochen vnd zerfuͤrt wirt. man shol ez
nicht prennen. man shol auh weder holz noch stein dannen fuͤren
noch nicht des dar auf ist ez sei denne von raube oder uon divpheit
dar auf kvmen. des shol sich der richter vnderwinden vnd shol ez
behalden vnz daz etewer dar kvme der recht dar ze habe. vnd ist ez
ein purk so shol man perk vnd den graben eben mit den shavfeln.
alle die in dem gericht gesezzen sint die shuln dar zv helfen drei
tage mit ir speise ob si dar zv geladen werden mit des reiches
poten.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 156 Ob man einen sin pvrch nimpt so schol niemant kein klage dar vf haben daz vor drvf geschehen ist.
Dy weile man einem manne sin pvrch nimpt so mag niemant kein klag dar vf gehaben daz vor drvf geschehen ist oder daz ie mitten drvf geschiecht wan er sin vngewaltic ist.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 157
Swelich pvrch oder hvs mit vrteilt wiert dy schol der richter vnd alle dy indem gerichte siczent schullen sy czu prechen vnd czvstoren.
Swelich hvs oder pvrch vrteil verteilt wiert da schol der richter czv dem ersten drei Slege slahen dar nach schvllen dy levte alle mit acksen dar gen vnd schvllen howen vnd rovmen vncz daz daz hvz ob der erden gar czv fvert wiert man schol ez nicht prennen man schol ovch weder stein noch holcz dannen fvren noch nicht des dar vf ist ez sei danne von rovb oder von devpheit chomen drvf des schol sich der richter vnderwinden vnd schol ez pehalten vncz ettewer kom der recht daz czv habe. | Vnd ist ez ein pvrch so schol man den graben oder den perc eben mit schvfeln alle dy indem gerichte gesezen sint dy schullen dar czv helfen drei tage mit ir spise ob sy dar czv geladent werdent mit des richtes poten. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 133 Wie die zwelfe vrteilent.
Swa shephen sint die shuln vrteil sprechen vber ein iglich
ding vnde nieman anders. der richter vnd die sphephen die shuln
weder hauben noch huͤtelein noch hute aufe haben noch kappen noch
hantshuch an haben. die mentel auf den achseln haben. one wafen
shuln sie sein ez ensie dann daz in not dar zv twinge. vrteil shuln
sie vastende vinden vber eins iglichen menshen leip. daz ist recht
daz man vͤber keines menshen leip vrteil shol sprechen man shol
den nuͤchtern sein. daz shol man auf allen gerichten behalden.
vnd wer enpizzen ist spricht der vrteil vͤber eines menshen leip der shuldic an den menshen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 158 Wy dy Schephen vrteil vastvnden schvllen vber eines igliches menschen leip habent sy aver gezzen so sint si schuldic an des menschen leib.
Swo schephen sint dy schullen vrteil schephen vber ein igliche dinc vnd niemant anders der richter vnd dy schephen dy
[Seite 78] schvllen wiͤder howen noch hvet vf haben noch kappen noch hantschuch anhaben ane waffen schvllen si sin ez si danne daz si not dar czv tvinge. | Vrteil schullen sy vastvnde vinden vber eines iglichen menschen leip daz ist recht daz man vber keines menschen leip vrteil schol sprechen man schol nvechtern sin daz schol man vf allem gerichte pehalten. | Vnd swer enpizzen ist sprichet der vrteil vber eines menschen leib der wiert schvldic an dem menschen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 134 Ob ein weip von ir manne gesheiden wirt.
Unde wirt ein weip gesheiden von ir manne mit recht si
habent doch ir leipgedinge daz er ir gap ze ir leibe on sein eigen
vnd on den pav der dar aufe stet. swaz sie zv im brachte daz furet
sie hin ob ez denne noch vnuerzert ist. bracht si varnde gut zv im
daz shol sie mit ir fuͤren. ist ez verlorn daz man daz beweren
mak als recht ist sie muͤze mangeln. lehen mak ein vrowe nach ir
mannes tode haben ob da nicht lehen erben ist. wie daz mac geshehen daz vindet man an dem lehen puche.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 159 Ob ein wip von irem manne gescheiden wiert mit rechtem vrteil wy sy pehabt ir leipgedinge.
Vnd wiert ein wip gescheiden von irem manne mit rechte sy pehabt doch ir leipgedinge daz ir gab czv irem leibe sin eigen vnd andaz pov daz darvf stat. | Swaz sy czv im prachte daz fvret sy hin ob ez dannoch vnverczeret ist.
Pracht sy varvndes gvt czv im daz schol sy mit ir fvren. | est ez aver verlorn daz man daz peweren mac als recht ist sy mvz mangel. | Lehen mac ein vrowe nach irs mannes tode haben ob da nicht lehen erben ist wy daz mac geschehen daz vindet man an dem lehen pvch. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 135 Von erbeteil.
Stirbet einen weibe ir man vnde pleibet sie in des mannes
gute vnbeteilt mit den kinden vnd daz ste kurz oder lanc so sie
sich dar nach zwaient so nimpt die vrowe ir morgengabe vor hin dan.
vnd hat sie varnde gut daz ir man an seinem tode nicht geshaffen
hat daz shol man gleiche teile vnder weib vnd vnder kint vnd shol
der sel ir teil geben. vnd hat er abr da mit icht geshaffet mit
gesundem leibe daz shol stete sin.
vnd hat ein man dennoch kint so er lebt vnd heimstevret
einz auz oder mere dann eins mit varndem gute vnd er stirbet dar
nach die kint habent denne nicht an dem varnden gute ern habez in
denne gemeinet mit seinem lebendem leibe.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 160 Ob einer vrowen ir man stirbet vnd sy hat kinder vnpeteilet vnd sy wellent sich czweien so nimpt dy frowe ir morgengab vorhin dan vnd swaz da varvndes gvtes ist daz schol sy teilen den kindern.
Stirbet einem wibe ir man vnd pelibet si indes mannes gvte vnpeteilt mit den kinden vnd daz ste kvrcz oder lanc so si sich dar nach czweient so nimpt dy vrowe ir morgengab vorhin dan. | Vnd hat sy varvndes gvet daz ir man an seinem tode nicht geschaft hat daz schol man geleich teilen vnder wip vnd vnder kint vnd schol der zele ir teil geben vnd hat aber er icht damit geschaffet mit gesvndem leibe daz schol stete sin. | Vnd hat ein man kinder dannoch so er lept vnd heimstuoret eines vz oder mer danne eines mit varvndem gvte vnd er stirbet dar nach dy kint habent danne nicht an dem varvndem gvt er hab ez danne im gemeinet mit seinem lemdigem leibe [Seite 79]. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 136 Ob ein man stirbet vnd hat toͤhter vnd svne.
Vnde stirbet ein man vnd lat toͤchter vnd svͤne
hinder im vnd lat einen hinder im da her vil mit geshaffet hat die
kint sint auz gestivrt oder nicht sie suln daz eigen sampt teilen.
vnd also swaz den kinden vor auz ist gegeben daz shuln sie werfen
ze anderem gute daz da ist ez sei varndes gut vnd anderz gut. daz
shuln sie mit ein ander teilen waz gutes da ze teilen ist. die kint
habent wal den da auz geben ist daz sie da tunt oder nicht. si
habent in mit rechte daz in worden ist oder sie
legent ez an den teil. vnd ist ein ansidel da da der uater gesezzen
ist oder lat er er einen svn oder mer svͤne hinder im die nicht
auzgestivret sint vnd lat auch toͤchter die nicht auzgestivret
sint die svͤne besizzent daz ander mit rechte vor den
toͤchtern. vnd ist nicht anders da wan daz ansidel so stet ez an
der pruͤder genade waz si den swestern geben. vnd let er zinzlehen
hinder im daz hat daz recht ze erben als daz eigen. vnd lat er
leipgedinge hinder im da fun milte als daz puch da uor sage.
vnd ist vnder den kinden ein sun oder mere die
auzgestivret sint den sol den ansidel werden also daz er nicht suns
lat hinder im der nicht auzgestivret ist. vnd sint div kint alle
auzgestivrt ez sint svͤne oder toͤchter so wirt doch daz
ansidel dem svne vor. daz ist recht.
wir lesen in moyses puchen von erbeshaft weilent do
moyses daz israhelshe volk furt von egypten durch die wuͤste. do
si doch dem lande also nahen kvmen daz in got geheizen hete do
sprach daz volk hin ze moyse. moyses dv sholt vns daz lant mit
teilen da wir in shullen kvmen also daz dv iglichem als vil wider
gebest als er dort hete. er tet also vnd saz nider vnd nam zv im
eleazar vnd ander weise leute vnd nam die dar zv die er in daz lant
gesendet hete daz sie daz lant erkunneten vnd teilt daz lant vnder
die zwelf geslechte vnd gab iglichem als uil als er dort hete vnd
teilte daz vnder sie mit loze daz in allen recht geshach. von den
zwelf geslechten fur ein herre mit in. der hiez salphaar. der starp
in der wuͤste vnd lie nicht svͤne vnd liez fuͤnf toͤchter
die wuͤrden des landes verteilt. daz kom also eines tages do der
iuden hochzeit geuil do giengen die fuͤnf iuncvrowen vor moysen
vnd fuͤr eleazarum vnd sprachen also. vnser vater ist in der
wuste tot vnd ir habt ivr lant geteilet vnd habt vns vnser teil
nicht gegeben vnd sei wir doch gezelt vnder die zwelf geslechte. do
sprach moyses. wir shuln die sache hintz got pringen. moyses
kvͤndet gote die sache. got antworte also. ich wil ob ein menshe
sterbe ane svn daz sin erbe werde seiner tochter. vnd hot der man
weder svn noch tochter so erben seine pruͤder. vnd hot er nicht
pruͤder so erbent ez die nehsten erbe noch vater magen. daz
sprechent die maistere. vnd ist daz gut uater magen dar kvmen so
erbet ez des vater nehste magen. vnd ist ez von muter magen dar
komen so ist ez daz selbe wort. moyses tet nach gotes worten vnd
gab den fuͤnf iunkvrowen ir teil in deme lande. also shol man erbe teilen als got gesprochen hat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 161 Ob ein man stirbet vnd let svne vnd tochter hinder im vnd swaz man etlichem vorvz hat gegeben daz schvllen sy werfen czv dem andern gvt vnd schullen daz geleich mit einander teilen.
Vnd stirbet ein man vnd let tochter vnd svne hinder im vnd let einen hinder im da er nicht mit geschaft hat dy kint sint si vz gestivret oder nicht si schullen daz eigen allesampt mit einander teilen vnd also swaz den kinden vor vz ist gegeben daz schullen sy werfen czv dem andern gvet daz da ist ez sy varvnt gvet oder ander gvt daz schullen si gelich mit einander teilen swaz gvtes daz czv teilen ist dy kint habent dy wal den da irz gegeben ist daz si daz tvnt oder nicht si habent in mit rechte daz in worden ist oder sy legent ez an den teil. | Vnd ist ein ansidel da da der vater vf siczet vnd let er einen svn oder mer svne hinder im dy nicht vs gestivret sint dy svne pesiczent daz ansidel mit rechte fvr dy tochter vnd ist nicht anders da wan daz ansidel so stet ez an der prvder genaden waz si der swester geben. | Vnd let ez czins lehen hinder im daz hat daz recht czu erben als daz eigen vnd let er leipgedinge hinder im da tv mit als daz pvch vor sagt. | Vnd ist vnder den kindern ein svn oder mer dy vz gestivret sint den schol daz ansidel werden also daz er nicht svns hinder im let der nicht vz gestivret ist. | Vnd sint dy kint alle vz gestivret ez sin svn oder tochter so wiert doch daz ansidel dem svn vor daz ist recht.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 162
Wy man liset von Moyse daz er teilt daz lant vnder czwelif geslechte vnd wy im davon geschach.
Man liset inhern Moyses pvch von erbeschaft weilen do moyses daz ysrahelische volch fvrt von egipten dvrich dy wueste do sy dodem lande nahen komen daz ingot geheizen het. Do sprach daz levt czv Moyse Moyses dv scholt vns daz lant mit teilen da wier inschullen komen also daz dv iglichem also vil gebste als er dort hette er tet also vnd saz nider vnd nam eleazar vnd ander weise levte vnd nam dy darczv dy er indaz lant gesendet het daz si daz lant erchenten vnd teilt daz lant vnder die czwelif geslechte vnd gab iglichem also vil als [Seite 80] er dort hete vnd teilte daz vnder sy mit loze daz in allen rechte geschach. Von den czwelif geslechten fvr ein herre mit in der hiz Salphaar der starp in der wueste der lie nicht svne vnd er lie fvnf tochter dy wurden des landes verteilt daz kom also. | eines tages czv der hochzit do giengen dy fvnf ivncvrowen fvr Moysen vnd fvr eleazarvm vnd sprachen also vnser vater ist in der wueste tot vnd ir hapt ewer lant geteilt vnd hapt vns vnser teil nicht gegeben vnd sei wier doch geczelt vnder dy czwelif geslechte do sprach Moyses wir schullen dy sache hin czvgot pringen. | Moyses chvnte got dy sache got antwurte also. | Ich wil daz ob ein mensche sterbe ane svn daz sin erbe werde siner tochter vnd hat der man weder svn noch tochter so erben sine prvder vnd hat er nicht pruder so erbent ez ie dy nechsten mac von vater magen daz sprechent dy meister. | Vnd ist daz gvt von vater magen dar komen so erbent ez ie dy nechsten erben dy vater halbe gehorent. Vnd ist ez von mvter magen dar komen so erbent ez dy nechsten erben vnd ist daz selbe wort Moyses der tet nach gotes worten vnd gab den fvnf ivncvrowen ir teil indem lande also schol man ovch noch erbe teilen als got selbe gesprochen hat.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 137 Ob ein man ein ein witewen nimpt.
Nimpt ein man ein witewen die gut hat daz man mit dem
phluge pawet stirbet sie vnd shol daz gut wider gan vnd ist daz
geset vnd gebawet der man nimpt den nuz mit rechte dar abe. vnd sol
man dar abe gelden oder zins geben daz shol er geben. stirbet di
vrowe e daz geshehe so vellet daz gut dar ez ze rechte shol. swaz
gutes die vrowe hat da man gelden oder zins von geben solde vnt het
sich daz ergangen e sie stirbet daz shol man dem manne geben vnd
ist er dennoch auf dem gute. wenne sich ein iglich zins vnd gelt
ergangen habe daz sagt diz puch wol.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 163 Ob ein man ein witwen nimpt vnd hat si gvet daz man mit dem phlvge powet vnd sy stirbet so vellet daz gvt da ez czv rechte schol.
Nimpt ein man ein witwen dy gvt hat daz man mit dem phlvge powet stirbet sy vnd schol daz gvt wider gen vnd ist daz geset vnd gepowen der man nimet den nvcz mit recht dar ab vnd schol man da von gelten oder czins daz schol er gelten stirbet dy vrowe .e. dicz gescheche so vellett daz gvt daz czu ez rechte schol. | Swaz gvtes dy vrowe hat da man gelt oder czins von geben scholte vnd hette sich des ergangen .e. sy stvrbe daz schol man dem manne geben vnd ist er dannoch vf dem gvte wenne sich ein iglich gelt oder czins ergangen habe daz sayt vns dicz pvch wol. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 138 Der ein gut vmbe zins sezzet.
Setzet ein man vmb zins sin gut von iar ze iare vnd
stirbet er dar nach sin erben shuln ez stete haben. besezzet er die
hube vnd stirbt dar nach sein erben habenz stete ob sie wellent.
man shol den pavman nicht sheiden uon seinem gute e ze
der lichtmesse. daz ist recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 164 Der ein gvt vmme czins seczet von iare czv iare vnd er stirbet.
Seczet ein man vmme czins sin gvt von iare czv iare stirbet er danne dar nach sin erben schullen ez stete haben vnd [Seite 81] peseczet er sin hvb vnd stirbet er dar nach sin erben habent ez stete ob si wellent man schol schol den povman nicht schaiden von sinem gvte .e. czv der liecht messe daz ist recht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 139 Wie der kvnig vnd ein iglich richter vͤber seinen man wol richten shol.
Der kvnig vnd ein iglich richter mac wol richten mit
rechte vber seinen man vnd vͤber sine kint vnd vͤber ir leip.
vnd ern tut wider got noch widerz recht noch wider sein triwe
nicht. er mac nicht gerichten vͤber sein elich weip noch vͤber seinen vater noch vͤber muter.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 165 Wy der kvnig vnd ein iglicher richter vber sin kinder vnd vber sin mage wol gerichten mac.
Ein iglicher richter mac wol richten mit rechte vber sinen mag vnd vber sine man vnd vber sine kint vnd vber ir lip vnd vber ir leibes ein teil vnd eren tvt wider got noch wider sin trewe nicht er mac nicht gerichten vber sin elich wip noch vber vater noch vber mvter. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 140 Wie man gerichte helfen sol.
Ein iglich man shol dem kvnige vnd anderen richtern
rechtes gerichtes helfen wo sie dar zv geladen werdent mit rechte
er sei sein mac oder sin herre vnd tut wider sein triwe nicht.
der man shol auch varn fuͤr seines herren haus vnd der mac fuͤr seines vaters haus da er mit rechte fuͤr geladen wirt vnd tut wider sein triwe nicht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 166 Wy man dem kvnige vnd den richtern rechtes gerihtes helfen schol.
Ein iglich man schol dem kvnige vnd andern richtern rechtes gerichtes helfen swo si darczv geladen werdent mit rechte er si sin mac oder sin herre vnd tvet wider sin trewe der herre so schol der man mit rechte varen fvr sines herren hvs vnd der herre fvr sines mannes hvs vnd der mac fvr sines mages hvs da er mit rechte fvrgeladen wiert wan er daran wider sin trewe nicht entvt. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 141 Wie der man seinen geuerten vnd der wirt
dem gaste triwe leiste shullen.
Seinem werkgeverten vnd seinem wekgesellen vnd der man
seinem wirte vnd der wirt seinem gaste do er geherberget ist vnd zv
des wirtes hause durch genade fluhet dem shol der wirt helfen wider
aller menneclich daz er vnrechtes vͤberig werde vnd tut wider sin
triwe nicht. hat halt ein man ein vngerichte getan vnd fluhet er ze
eines mannes hause vnd ist er in der echte nicht er shol in in
lozen vnd shol sin tuͤr zesliezen vnd kvmpt der richter fuͤr
die tuͤr er shol in dreistunt lozen rufen vnde shol den man
iemittent hin wek shicken ob er mak. vnd als der richter dreistunt
gerufet so shol man in lan ob manz hoͤrt. tut man des nicht so
muz der wirt fur den man antworten. man shol den richter in lazen.
vindet er in man shol in lazen fuͤren her auz. vnd ist ez so
gedane shult daz der wirt puͤrge wil werden man shol in nemen ob
er so gewis. vͤmb den totslac oder waz dem menshen an den leip get do shol der richter nicht puͤrgen vͤmbe nemen. dicz recht habent auch die puͤrgen swer zv in fluhet. dise tunt alle wider daz recht nicht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 167 Wy der man seinen geverten vnd der wiert seinem gaste trewe leisten schol.
Seinem wec geverten vnd sinem werichgeverten gesellen vnd der man seinem wierte vnd der wierte sinem gaste da er geherberiget ist vnd czv des wiertes hvse dvrich genade vlevhet dem schol der wiert helfen wider alle menneklich daz er vnrechtes vber werde vnd tvt wider sin trewe nicht. | Hat ovch ein man ein vngeriͤcht getan vnd flevhet czv eines mannes hvz vnd ist er in der echte nicht er schol in inlazzen vnd schol sin tivre Sliesen vnd kvmt der richter er schol in dreistvnt lazen rvffen vnd schol den man ie damit enwec schiken ob er mac. | Vnd als der richter driestvnt gervefet so schol man in inlazen ob man ez horet tvt man des nicht so mvez der wiert fvr den man antwurten. Man schol den richter inlazen vnd vindet er in man schol in hervz lazen fveren vnd ist ez ein so getane [Seite 82] schvld daz der wiert pvrge wil werden man schol in nemen ob er so gewis ist vmme den tot slac oder swaz den man an den leip gat da schol der richter nicht pvrgen vmme nemen. Dicz recht habent ovch dy pvrge swer czv in flvͤhet dise tvnt alle wider ir trewe nicht noch wider daz recht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 142 Ob ein herre seinen man suchet.
Svchet der man seinen herren vnd der herre seinen man
die tunt paide wider ir triwe. also ob der man wider seinen herren
icht tut da shol er im tak vmbe geben fuͤr sein man vnd shol daz
abe legen als daz lehen puch seit. vnd ist der man dem herren
rechtes wider oder der herre dem manne so prichet ir deweder sein
triwe an dem anderen ob er in suchet. kvͤmpt abr er auf seinen
shaden nicht auz vnd geshicht im shade uon im selber oder uon den
die durch seinen willen do sint den shaden sol er gelden auf recht
der herre dem man der man dem herren vnd ist wider ir triwe nicht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 168 Ob der herre den man svchet oder der man den herren wider ir trewe.
Svchet der man sinen herren vnd der herre seinen man dy tvent pede wider ir trewe also ob der man seinem herren ich tvet da schol er im vmme tac geben fvr sine man vnd schol daz ablegen als daz pvch lehen sagt vnd ist der man dem herren rechtes wider oder der herre dem manne so prichet itweder sin trevwe an dem andern ob er in svchet. | Kvmpt aver er vf sinen schaden nicht vz vnd geschiecht im schaden von im selber oder von den dy dvrich sinen willen da sint den schaden schol er gelten vf recht der herre dem manne vnd der man dem herren vnd ist wider ir trevwe nicht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 143 Daz selbe.
Swa ein man in einer reise ist vnde nicht hauptman ist vnd reitent leute an in vnd an die seinen und tunt sie shaden seinem herren oder seinem man oder seinem mage oder swem sie an seinen rat oder an sein tat shaden tun swert er des vnde zwene mit im er bleibet ez one gelt vnd tut auch wider seine triwe nicht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 169 Ob ein man ineiner reise ist vnd geschiechte im schaden von andern levten dy mit im reiten wy man im da fvr sweren schol.
Swo ein man ineiner reise ist vnd da hovpt man ist vn reitent levte an in vnd an dy sinen vnd tvnt sy sinem herren schaden oder sinem manne oder sinem mag oder swem si an sinen rat vnd an sine getat schaden tvent swert er des vnd czwene mit im er pelibet ane gelt vnd tvet ovch wider sin trewe nicht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 144 Da man eins niwen dorfes beginnet.
Swa man eins niwen dorfes beginnet mit niwem pawe do mac
des ertreiches herre wol gelt abe vordern oder zins also daz den pawleuten halbes korn pleibet vnd dem pfaffen der zehende. vnde waz recht ander doͤrfer habent die shol daz auch han. ez stirbt ein aigen des ein halbe hube ist ane erben uon einem gepaur diu ist seines herren des er aigen ist oder seins gotzhauses des er ist. vnd ist er frei so ist sie des vronpoten. vnd hot er ander gut daz mak er mit gesundem leibe oder an seinem totpette geben wem er wil. vnd ist daz er mer aigens lat den eine halbe hube daz shol dem lantrichter werden. vnd lat er varnde gut vnde da mite nicht geshaft daz shol werden des landes herren.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 170
Da man eines neͦwen dorfes peginnet waz rechtes daz haben schol.
Swo man eines newen dorfes peginnet mit newem powe da mac man wol des ertriches herre gelt ab vordern oder czins also daz povlevten halbes chorn peleibe vnd dem phaffen der czehende vnd swelche recht andre dorf habent daz schol ez ovch haben. [Seite 83]
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 171 Ob ein gepver stirbet an erben der ein halbe hvbe hat wem er dy lazen schol.
Erstirbet ein eigen des ein halbe hveb ist an erben von einem gepwer dy ist sines herren des er eigen ist oder sines goteshvs des er ist vnd ist er vrei so ist sy des vronen poten vnd hat er ander gvet daz mag er mit sinem gesunden leibe oder an sinem tot pete swem er wil. | Vnd ist daz er mer eigens hat danne ein halbe hveb daz schol dem lantrichter werden des landes herren. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 145 Welhe recht der eigene hat so man in frei lat.
Lat ein herre seinen eigenen man vrei der behabt frei
lantsezzen recht. er mac nicht fuͤrbaz kumen an seiner freiheit vnd ist da uon daz er eigen ist gewesen. vnd let ein leien fuͤrste seinen dienstman frei die geporen sint uon ritters art die behabent mitter freien recht.
vnd ist daz die vronpoten zergant in ainer graueshaft des
landes herre sol seiner eigen frei lozen daz er vrei
gepuͤtel mache die frei sein.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 172 Ob ein herre seinen eigen man vrei let waz rechtes der hat.
Let ein herre seinen eigen man vrei der pehabt vrei lant sezen recht er mac nicht fvrpaz komen an siner vreihat vnd ist daz davon daz er eigen ist gewesen vnd let ein layen fvrste sinen dienstman vrei dy geporn sint von rechter art dy pehaben mitter vreie recht. | Vnd ist daz dy vronen poten ineiner grafschaft czergant des landes herre schol siner eigen levte vrei lazen daz er gepvtel mache dy vrei sint. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 146 Der sein recht vor gericht verlivset.
Swer sein recht verlivset vor eime richter der hat sein
recht vͤber al verlorn. kvmet er fuͤr ein ander gerichte vnde
spricht man in an dar vmbe der shol in des vͤberzivgen mit den
leuten die dort vor gerichte sint gewesen. der shuln drei sein. hat
abr erz selbe gesehen der in da ane sprichet der bedarf niwer zweir
zv im selben. vnd ist ez vͤmb gut gewesen er hat sein recht
verlorn. vnde ist ez vm sein ere gewesen oder vmb sein recht er hat
ez abr allenthalben verlorn.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 172 [Fortsetzung]
Swer sin recht verlevset vor einem richter der hat sin recht vberal verlorn kvmpt er fvr ein ander gerichte vnd sprichet man in an darvmme der schol indes vberczivgen mit den levten dy dort vor dem gerichte sin gewesen der schvllen drev sin hat aber er iz selbe gesehen der in da ansprichet der pedarf nvͦr czweier czv im selben vnd ist ez vmme gvt gewesen er hat sin rechte allenthalben verlorn vnd ist ez vmme sin ere gewesen oder vmme sin recht er hat ez aber allenthalben verlorne. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 147 Von dienstleute erbe vnd eigen.
Dienstman nemen erbe vnd erbent als vreie leute mit allem
rechte. ez mac abr ir aigen nicht geuallen auz ir herren gewalt ob
sie nicht erben haben. si mugen auh ir erbe nicht gegeben noch
verkaufen wann wider ir genoz. daz dicz puch also luͤzzel sait
von der dienstmanne recht daz ist des shult daz ir recht so
manikfalt ist. der phaffen fuͤrsten dienstman habent ein recht.
die eptissinnen die gefuͤrstet sint die habent ein ander recht.
der leien fursten dienstman habent svndern recht. da von kvnne wir
nicht besheiden wol ir aller recht. der kvͤnig vnd die pfaffen
fuͤrsten die habent in umb ir piderbe diensmane ein recht
genvmen. ob des reiches dienstman ein geistlichen fursten
dienstweip nimpt ob kint da werden daz si die mit ein ander
teilent. daz ist ein gut gewonheit. die shol man wol behalten.
nimpt auch eins phaffen fuͤrsten diensman des reiches dienstweip
div kint habent daz selbe recht vnd erbent ir vater vnd ir muter
erben geleich. daz erste kint daz da wirt ez sei magt oder degen
kint daz ist des gotzhauses. dirre gewonheit mac der kvnig nicht
gemachen mit den leien fuͤrsten. daz ist da von daz die dienstman
des reiches sint. da uon mac der kvnig sein dienstman nicht
genidern. wan gebe er sie in der leien fuͤrsten gewalt so hat er sie
genidert.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 173 Von dienstlevten erbe vnd von ir eigen.
Dienstman nement erbe vnd erbent als vrei levte mit alles recht ez mag aber ir eigen nicht gevallen vz ir herren gewalt ob sy erben nicht enhabent sy mvgen ovch ir eigen nicht gegeben noch verkovfen wan wider ir genoz daz dicze pvech also lvczsel sait von der dienstmanne recht daz ist des schvlt daz ir recht also manicvalde ist. [Seite 84]
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 174
Waz recht der phaffen fvrsten dienstman habent.
Der phaffen fversten dienstman habent ein recht der eptissin dy gefverst sint dy habent ein ander recht. | Der layen fversten dienstman habent ovch svnderliche recht da von chvnne wier nicht wol pescheiden alle ir recht. | Der kvnic vnd dy phaffen fvrsten dy habent in vmme pederbe diensteman ein recht genomen ob des riches dienstman eines gestelichen fversten dienstwip nimpt ob kint da werdent da sy dy mit einander teilent daz ist ein gvt gewonheit dy schol man wol pehalten. | Nimpt ovch eines phaffen fversten dienstman des reiches dienstwip dy kint habent daz selbe recht vnd erbent ir vater vnd ir mvter eigen gelich daz erste kint daz da wiert ez sy ein maget oder ein degen kint daz ist des gotteshvses. | Dirre gewonheit mac der kvnig nicht gemachen mit den layenfvrsten daz ist da von daz sy dienstman des riches sint da von mac der kvnig sin dienstman nicht genedern want geb er si inder layen fversten gewalt so hiet er si genidert. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 148 Von allen insigiln.
Des pabestes insigel heizet bulla. swer die geit mit
recht vnd sie mit rechte enphahet so sint sie gut vnde recht. der
kvnige insigel hat groze kraft. der phaffen fuͤrsten vnd der
leien fuͤrstten insigel die sint gerecht. der prelaten vnd der
capitel insigel sint recht. disev insigel vnd werdent sie vber
ander sache gegeben denn vͤber irr selbes sache die habent als
groze kraft als vͤmb ir selbes sache. anderre herren
insigel habent nicht kraft wan vmb ir selbes sache vnd vͤmb ir
leute geshefte. die stete shuln auch insigel haben doch mit ir
herren willen. vnd habent si si wider ir herren willen so
habent sie kein kraft. sie habent auch nicht krefte wan
vͤm ir stete geshefte. ander leute mugen auch wol insigel haben
die habent nicht krefte wan vͤmb ir selbes geshefte. man mak wol
ein insigel zv dem anderen legen an ainen prief. da von ist der
prief immer dester vester. alle richtere mvgent wol mit rechte
insigel haben die habent kraft vͤber div dink die zv dem
gerichte gehoͤrent.
swer hantfest machet der shol ze dem minsten siben man
dar an sezzen die gezivg sein. vnd ist ir mere daz ist auch
gut. an iglicher hantfeste helfent tode gezivge als uil als die
lebenden. vnde swo man hantueste machet
do shol man vnsers herren iesu cristi iar vnd sein alter an
sezzen. man mac auch wol mit rechte gezivge insigel dar an legen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 175 Daz ist von allem insigel waz kraft dy habent.
Daz pabstes insigel heizen pvlla swer dy mit rechte gibt vnd sy mit rechte enphehet solich sy gvet. | Der kvnige insigel habent ovch groze kraft. Der phaffen fvrsten insigel vnd der layen fversten insigel dy sint recht der prelaten vnd der capitel insigel sint recht. | Dise insigel vnd werdent dy vber ander sache gegeben danne vber ir selber sache dy habent also grozze kraft als vmme ir selber sache ander herren insigel habent nicht kraft denne vmme ir selber gescheft vnd vmme ir levte geschefte.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 176
Von der stete insigele waz kraft dy habent.
Die stete schvllen ovch insigel habent doch mit ir herren willen vnd habent sis wider ir herren willen so habent sy kein kraft. Si habent ovch nicht kraft wanne vmme ir stete geschefte ander levte mvgen wol insigel haben dy habent nicht krefte wan vmme ir selber geschefte. | Man mac ovch wol ein insigel czv dem andern legen an einen prief da von ist der prief nvͤr dester vester. Alle richter [Seite 85] mvgen wol mit rechte insigel haben dy habent kraft vber dy dinc dy cze ir gerichte gehorent.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 177 Wy man hantvesten schriben schol.
Swer hantveste machet der schol czv dem ministen siben man dran seczen dy geczivc sin vnd ist ir mer daz ist ovch gvet aniglicher hantveste helfen dy toten geczivc als vil als dy lempdigen vnd swo man hantveste machet da schol man vnsers herren Jesv kristi iar vnd sin alter anseczen. | Man mag ovch wol mit rechte der geczivc insigel dran legen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 149 Von allen wucherern vnde fuͤrkaufern.
Unde swere ich einen manne wucher ze geben also daz er
mir leihet sein gut auf meine hube oder auf ander mein varndez oder
auf ein ander phant vnd er wil mir nicht leihen ich enswer im daz
ich den gesuch nimmir wider gevoder vnd daz tun ich vnd er hat daz
gut als lange inne vnz daz er sein mere genivzet den ez im ste.
shol ich im den gesuch lan oder shol ich dar nach clagen. tet ich
daz so tet ich wider meinem eide. wil ich meinen ait behalten so
shol ich mein gut loͤsen vnd shol denne ze meinem geistlichen
richter kvmen vnd shol im die sache kvͤnden. so shol in der
richter fuͤr laden vnd shol ez richten als ob ich selbe da
clagete. daz ist des richters recht. er shol in rechtfertigen vͤm
sein svͤnde dar vmbe daz sein sele icht verloren werde. vnd als
der richter mein gut erclaget hat so shol er mir mein gut wider
geben. vnd gelobe ich einen manne gut ze geben von seinem gute daz
er mir leihet er habe von mir phant oder nicht sein hauptgut shol
ich im geben vnd den gesuch nicht ich habe denne eide dar vmb
gesworn. daz sol ich leisten als uor gesprochen ist.
vnd clagt man einem richter vmb gesuch des enshol er
nicht richten. vnd ist daz ich einem sein haupgut gibe vnd den
gesuch nicht der richter mac mir wol gepieten daz ich im den gesuch
icht gebe. des shol ich im gehorsam sein vnd shadet mir nicht an
meinem aide vnd an meinem geluͤbde. wan man spricht
also. man shol gote mer gehorsam sei denne den leuten. vnd ist der
gesuch gegeben der richter shol in mit rechte wider vordern vnd
shol in auch an die stat geben da er genvͤmen ist. vnd ist man
dem geistlichen richter nicht gehorsam dises gerichtes so shol er
in dar vmbe pannen. vnd als er in dem panne ist sechs wochen vnd
einen tac so shol in der werltliche richter dar vmbe echten. vnd
tut des der werltliche richter nicht daz shol denne der geistliche
richter vͤber den werltlichen richter richten mit dem panne. wan
ez shol ie ein gerichte dem anderen helfen so sint sie paide dester
sterker. vnd swer ich im daz ichz nieman tu der eit enist nicht
recht. des lat mich main pishof wol ledig wan er ist wider gotes
gepot. wan got sprichet selber. minne deinen nehsten als dich
selber. da von shol er nicht verswigen seines eben cristen val da
mite er verflucht ist vnd verdampt. ob in einer stat offen wucherer
sint daz cristen leute sint. weder habent die puͤrger shulde dar
an oder nicht. do ist shuldig an des die stat do ist ob er sie
nicht rechtuertiget als er shol. vnd ist er ein phaffe sein
maistershaft shol in dar vͤmb rechtfertigen. vnd richtet
geistlich gerichte nicht vͤber sie so shol ez werltlich gericht
vͤber si richten. vnd wer die wucherer shirmet vber den shol der
richter richten als vͤber die wucherer. man shol die wucherer
manen daz sie nicht mere wuchers nemen vnd daz si den wider geben
den sie da genumen haben. des shol man sie dreistunt manen. vnd
sint si dar nach nicht gehorsam so shuln sie die geistlichen
richter dar zv twingen mit dem panne. vnde hilft daz nicht so shol
sie der werltliche richter auz der stat werfen. die richtere shuln
ir gut nemen. vnd wo sie gut ze wucher haben genumen den shol man
mit dem gute gelden. vnd ist varndez gut do da von shol man gelden.
vnd ist des nicht so gelden man mit seinem eigen. werde icht da
vͤber daz werde dem richter. so die wucherer dreistunt werden
gemant gelaubent sie sich dennoch des
wchers nicht so shol sie geistlich oder werltlich gericht offenlich
beshern vor der cristenheit vnd shol in haut vnde har abe slahen.
die ist der cristen wucherer puze. man shol den wucherer
vͤberzivgen mit dem von dem er wucher hot genumen oder mit
anderen leuten die ez warz wizzen vnd mit drein gezivgen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 178 Ob einer dem andern leichet gelt vf ein hvb vnd swert im er wolle im wucher vnd gesvch da von geben vnd er wil den wuͦcher nimmer von im gevordern vnd er hat daz gvt also lange vncz daz er sin mer genevzet denne ez im ste waz rechtes darvmme sie daz vindet man hie.
Vnd swer ich einem manne wuͦcher czegebene also daz er mir leihet sin gvt vf mein hvbe oder vf ander mein geltvndes gvet oder vf ein ander phant vnd er wil mir nicht leihen ich enswere im czv den heiligen daz ich den wucher nimmer wider gevordern wil vnd daz tvn ich vnd er hat daz gvet also lange vncz er sin mer genevzet denne ez im ste weder schol ich den gesvech lazen oder schol ich darnach klagen tet ich daz so tet ich wider meinen eit wil ich meinen eid wol pehalten so schol ich mein gvt losen vnd schol danne czv meinem geistlichem richter komen vnd schol im dy sache chvnden so schol der richter in fvr laden vnd schol ez richten also ob ich selbe da klagte daz ist des richters recht. | er schol in rechte verteidingen vmme sein svnde dar vmme daz sin sele icht verlorn werde vnd als der richter mein gvet erklaget hat so schol er mir min gvt wider geben. | Vnd gelob ich einem manne gesuech czu geben von sinem gvete daz er mir leihet er hab phant von mier oder nicht sin hovpgvet schol ich im geben den gesvch aver nicht ich habe danne gesvech aver nicht ich habe danne gesworn darvmme daz schol ich leisten als hy vor gesprochen ist. [Seite 86]
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 179
Ob ein man klagt vf den andern vmme gesvch der richter scho in nemen vnd schol in wider geben an sin stat.
Vnd klagt ein man einem richter vmme gesvch daz schol er nicht richten vnd ist daz ich einem manne sin hovpt-gvt wider gebe vnd den gesvch nicht der richter mac mir wol gepieten daz ich den gesvch icht geb dez schol ich im gehorsam sin vnd enschadet mier nicht a meinem eide vnd an meinem gelvbde wan er spricht also man schol got mer gehorsam sin danne den levten vnd ist der gesvch gegeben der richter schol in mit rechte wider vordern vnd schol in wider an dy stat geben da er da genomen ist. | Vnd ist man dem geistlichen richter nicht gehorsam diczes gerichtes so schol er in dar vmme pannen. | Vnd als er danne indem panne ist sechs wochen vnd einen tac so schol in der werltrich richter dar vmme echten vnd tvet des der werltrich richter nicht daz schol danne geistlich richter vber den werltlichen richter richten mit dem panne wan ez schol ie ein gerichte dem andern helfen so sint sy peide dester stercher. Vnd swer ich im daz ich ez niemant kvnt tv vm den gesvch der eit ist nicht recht des let mich mein pischolf oder mein pharrer wol ledic wan er ist wider gotes gepot. | Wan got sprichet also. Minne deinen nechsten kristen als dich selbe da von schol er nicht verswigen seines eben kristen val da mit er verdampnet ewiklichen ist.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 180
Ob dy wuchrer offenlichen in einer stat siczen wy man dy vertriben schol.
Nv ob ineiner stat offenlich wuͦchrer siczent daz kristenlevte sint weder habent dy pvrger schvlt daran oder nicht da ist der schuldic an des dy stat ist ob er si nicht vertilget als er schol. | Vnd ist er ein phaffe sin maisterschaft schol in dar vmme rechtvertigen. | Vnd richtet geistlich gerichte nicht vber sy so schol daz werltlich gerichte vber si richten. | Vnd swer dy wuchrer schirmet vber den schol der richter richten als vber den wuchrer. Man schol ovch dy wuchrer manen daz si nicht mer wuchers nemen vnd daz si den wider geben den si da genomen habent des schol man sy driestunt manen. | Vnd sint [Seite 87] si nicht gehorsam so schullen sy dy geistlichen richter dar czu twingen mit panne vnd hilfet daz nicht so schvllen sy dy werltlichem richter vz der stat werfen. | Dy richter schvllen ir guet nemen vnd swo sy gut czewuͦcher habent genomen den schol man mit dem gvet gelten vnd ist daz varunde gut da schol man von gelten vnd ist des da nicht so gelte man von seinem eigen werde icht davber daz werd dem richter. | So die wuchrer driestvnt gemant werden gelovbent sy sich dannoch des wuchres nicht so schol geistlich gericht oder werltlich gerichte offenlichen peschern vor der kristenheit vnd schol in hvt vnd har abslahen dicz ist der wuchrer pvez dy kristen sint. | Man schol den wuchrer vberczivgen mit den von den er wucher hat genomen oder mit andern levten dy ez wars wizzen vnd mit drin geczivgen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 150 Ob man vnde weip zesamene kvmen on gedinge.
Und ist daz ein man weip hat genumen vnd svͤne vnd
tochtere do mite hot div stirbet. er nimt ein ander die gewint ein
kint oder mere. der man geleit an dem totpette vnd shaffet seiner
kinde ding vnd seines weibes vnd seiner sele dink vnd geit sein
erbe daz er pei der erern vrowen hette seinen erern kinden vnd geit
seiner wirtinnen ir gut wider vnd seins gutes als uil als sie
zesamene komen on gedinge so teilt erz gleiche vnder weip vnd vnder
kinde vnd ze der sele ir teile. also shol er sein varne gut teilen.
div kint die dev iunger vrowe pei im hette sterben sie e si zer
tagen kvmen die mu erbet der kinde gut. kvment abr ir kint ziren
tagen so tun sie mit ir gute waz sie gut dunket vnd daz in gut ist.
vnd stirbet die muter e si man genemen die kint erbent ir gut. vnd
als si man genimpt so erbet sie der kinde gut nicht. vnde sterbent
die kint so erbent die geswistereide auf ein ander div erern vnd
div anderen vnd nicht wan varnde gut. daz ist da uon daz daz gut
von ir paider vader dar ist kvmen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 181
Ob man vnd weib czvsamen komen sint angedinge wy man daz gvt teilen schol swenne er stirbet.
Vnd ist daz ein man ein wip hat vnd svn oder tochter pi der hat dy stirbet er nimpt ein ander dy gewinnet ein kint oder mer der man leit an dem tot pette vnd schaffet siner kinde dinc vnd sines weibes vnd siner sele vnd gibt sin erbe daz er py der ereren vrowen het sinen ereren kinden vnd gibt siner wiertinne ir gvet wider vnd sines gvtes also als dy sy czesamen komen vnd sint sie czusamen komen an gedinge so teilt erz gelich vnder wibe vnd vnder kint vnd ie der selbe ir teil also schol er teilen sin varvndes gvet. | Dy kint dy die ivnger vrowe pi im het sterbent dy .e. sy czu ir tagen komen dy mveter erbet der kinde guet koment dy kint aber czv ir tagen so tvent si mit ir gvet swaz si guet dunchet vnd daz in guet ist. | Vnd stirbet ovch dy mvter .e. sy man geneme dy kint erbent ir gut. | Vnd als sie man genimpt so erbent sy der kinde guet nicht vnd sterbent dy kint so erbent dy geswistreit vf einander dy ereren vnd dy ander vnd nicht wenne vmme daz varvnde gut daz ist da von daz daz guet von ir peider vater dar ist komen. [Seite 88] |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 151 Wie der man eime kinde me geit den dem anderen.
Ist daz ein man weip hat vnd kint pei der hat der leit an
seim tode vnd er hat varnde gut daz teilt er mit weiben vnd mit
kinden vnd mit magen. mac er mit recht einem mer geben den dem
anderen. wir sprechen also. an dem totbette muz erz gleiche teilen
ez ensei denne so verre daz da elter ist. dem geit er wol mer. vnd
der sele teil. vnd wil der man sein varndez gut teilen vnder weip
vnd vnder kint so er sich wol vermac so geit er mit rechte ainem
minner dem anderen mer. vnd also er mac einem zwir als uil geben
als dem anderen vnd dar vͤber nicht. er mac auch mit rechte
keinez gar verteilen ez hab ez denne verworcht gegen vater vnde
muter. vnd hat er dehein kint auzgestivret dem geit er seiner
varnden habe oder er let ez. di wal stet an im. vnd stirbt er an
geshefte div muter vnd die frivnde teilen daz gut als hie vor
gesprochen ist. vnd sint da kint div auzgestivret sint mit gedinge
daz sie sich vorzigen haben ir vaters gut ez sei varndes gut oder
ander gut so hant sie nicht rechtes dar an wan daz er in gerne
geit. ist daz ein man alle sine kint auzgestivret hot die weil
er sich vermac daz varnde gut geit er wem er wil. kvͤmpt er an
daz totbette er mac da mite nicht wan als vor gesprochen ist.
ligt ein man an seinem tode vnd hot er kint auzgestivret
vnd hat sinem weibe nicht varndes gut gegeben waz er varndez gutes
hat daz geit er seinem weibe gar ob er wil. daz tut er mit rechte.
vnd der sele ir teil si sint denne mit gedinge zesamene kvmen. daz
gedinge shol stete sein ez sei danne daz geendet sei mit der erben
vrlobe vnd mit ir willen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 182
Daz der vater an seinem totpette einem kinde mer gibt denne dem andern kinde.
Vnd ist daz ein man weip hat vnd er leit an sinem tode vnd er hat varundes gvt daz teilt er mit dem wibe vnd mit den kindern vnd mag er mit rechte einem mer geben denne dem andern. | Wir sprechen also andem tot pette mvͤz er ez gelich teilen ezensi danne also verre daz da elter ist vnder den kinden dem gibt er wol mer. | Vnd wil ein man sy varundes gvt teilen vnder wip vnder kint so er sich vol vermac so gibt er mit rechte einem minner danne dem andern mer. | Vnd also mag er einem czwir als vil geben als dem andern vnd ovch dar vber nicht. | Er mag ovch mit rechte keines gar verteilen ez enhabez danne verworicht gein dem vater vnd gein der mvter vnd hat er kein kint vz gestivret den gibt er siner varvnden hab oder er let ez dy walstat haben. | Vnd stirbet er ane geschefte dy mvter vnd dy vrevnde teilen daz als hy vor geprochen ist. | Vnd sint da kint dy vz gestivret sint mit gedinge daz si sich verczigen habent ir vater gutes ez si varvnde guet oder ander gvt so habent sy nicht rechtes daran wan als er in gerne gibt.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 183
Ob ein man sine kint hat vz gestivret daz varvnde gut gibt er swem er wil.
Hat ein man alle sine kint vzgestivret di weile vnd er sich vermac daz varvnde guet gibt er swem er wil kvmpt aver er an daz totpete er mac da mit nicht tvn denne als hie vorgesprochen ist. | Leit aver ein man an sinem totpette vnd hat er kint vzgestivret vnd hat sinem wibe nicht varvndes geben swaz er varvndes gvtes hat daz gibt er dem wibe gar ob er wil daz tvt er mit rechte vnd der sele ir teil si sin danne mit gedinge czusamen kvmen daz gedinge schol stete sin ez si danne daz ez geendet sy mit der erben vrlovp vnd mit ir willen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 152 Der stirbet vnd lat wider weip noch kint.
Vnde stirbet ein man vnd hat weder weip noch kint vnd lat
er varnde gut vnd hat da mit nicht geshaft daz erbent die
nehsten erben ir sei einer oder mere vnd ie der sel ir teile.
vnd ligt ein man an seinem totbette vnd hat weder weip
noch kint vnd hat varnde gut daz geit er wem er wil wanne der sele
ir teil. vnd hat er einen herren des eigen er ist vnd ververt er an
geshefte sein varndes gut ist des herren vnde er shol der sele daz
virde teil geben. vnd hoͤrt er an ein
gotzhaus daz ist dacz selbe recht. wan der sele teil shol werden als ez der
menshe selbe nicht shaffet. dem pharrer daz ist ein teil.
daz ander vnder arme leute teilen mit spente. daz dritte armen
pilgreimen vber mere zu fuͤren.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 184
Ob ein man stirbet der weder wip noch kint hat sin varvndes gvet gibt er swem er wil. Stirbet er aver an geschefte sin herre vnderwindet sich des eigen er ist.
Vnd stirbet ein man der weder wip noch kint hat vnd let [Seite 89] er varvndes gut daz gibt er swem er wil vnd der sele ir teil vnd hat einen herren des er eigen ist vnd ververt er an gescheft sin varvnt gvt ist des herren vnd er schol der sele daz vierteil geben vnd gehort er an ein gotes hvs daz ist daz selbe recht wem der sele teil werden schol als ez der mensche selbe nicht enschafte so schol man dem pharrer daz ein teil geben daz ander den armen levten czu spente daz dritte armen pilgerimen vber mer czvfvren. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 153 Der an geshefte stirbet.
Unde stirbt ein man an geshefte vnd lat erbe gut daz erbet
die nehsten erben als dicz puch seit. vnd lat er varndes gut daz
shol man teilen als dicz puch seit.
waz varnde gut heizet daz shulle wir ev sagen. golt vnd
silber vnd edele gesteine vnd vihe vnd ros vnd waz man getreiben
vnd getragen mac vnd phantshaft wie die geshaffen ist verworchtes
golt vnde silber daz habent in die leute zeiner gewonheit genumen
daz shulle erbegut sein. gut gewonheit daz widerspricht dicz puch
nicht. allen harnash vnd vederwat daz wellent die leute nach
gewonheit daz erbegut sei.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 184 [Fortsetzung] Sterbet aver ein man angeschefte vnd let erbe gut daz erbent dy nechsten erben als dicz pv#868;ch sait.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 185
Waz warvndes gvt vnd erbegvt heize daz schol man ev alhie sagen.
Varundes gut heizen wier golt vnd silber vnd edel gesteine vnd vich vnd ros vnd alles daz man getreiben vnd getragen mac vnd phantschaft swy dy geschaffen ist verwurchtes golt vnd silber daz habent indy levte cze einer gewonheit genomen daz schol erbe gvt sin gewonheit widersprechet dicz pvch nicht allen harnasch vnd allen vederbat vnd geschvczde daz wellent dy levte nach gewonheit daz ez erbe gut sy.
|
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 154 Von heiligen mauren.
Sanctum est quod sanctioni submixtum est ueluti muri et
porte ciuitatis vnde et a capite puniuntur qui ea sine magistratus
conpetentis promissione dolo malo idest uoluntarie cum nullam
iustam conrupendi uoluerint.
die maure heizent heilige maure die da heiligen
besliezen. wo ein maur vͤmb ein stat gat da heiligen inne sint
die maure heize wir heilig. vnd wirt iemant die stat verboten vnd
steiget er vber die maure ein vnd get nicht ze dem rechten tore in
er hat daz haupt mit rechte verwuͤrket. romulus vnd remus waren
zwene gepruͤder vnd stiften rome. do tet remus ein vntat daz im
der pruder die stat verpot. wan er was ze rome richter. vnd gebot
zebrach remus
vnd er steig vͤber die maure aine vnde wart gevangen vmb die
selben tat. vnd furt in fuͤr den richter. im wart daz haupt
verteilt. der pruder pat roͤmer vor in. roͤmer sprochen. si
welden ir gesezze durch nieman prechen. er wart gehaubt. dise puze
shol nieman leiden sie werde e auf gesezzet mit des fuͤrsten
willen des die stat ist vnd mit der weisen livte rate die in der
stat sint.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 186
Ob man einem dy stat verpevt vnd stiget er wider vnd vber dy mver vnd get nicht czv dem tor wider in er hat czu rechte sin hovpt verworicht.
Sanctum est quod sanctioni subnixum est veluti mvri et porte ciuitatis vnde et capite pvniuntur qui ea sine magistratus conpetentis permissione dolo malo idest volvntarie cum nullam iustam causam corripiendi habuerint. Die mavre heizent heilige mavre dy da die heiligen peslient. Swo ein mavre vmme ein stat gat da heiligen inne sint dy mver heize wier heilic. Vnd wiert iemant dy stat verpoten vnd stiget er vber dy mvr in vnd get nicht czv dem rechten tor in er hat daz hovpt cze rechte verworicht. | Romvlus vnd Remvs waren czwene geprvder vnd stiftent Rome do tet Remvs ein vntat daz insin prvder dy stat verpot wan er waz richter czu Rome vnd daz gepot czuprach remvs vnd steic vber dy mvre in dy stat man fvert in fvr den richter im wart daz hovpt verteilt. | Der [Seite 90] prvder pat dy Romer fvr in dy Romer sprachen sy wolten ir geseczte dvrich niemant prechen er wart enthoptet dise pvze schol niemant leiden sy enwert .e. vf geseczet mit des fvrsten willen des dy stat ist vnd mit der wisen levte rat dy inder stat sint. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 155
Wie man alle eide sweren shol.
Got erlaubet recht eide vnd verpeutet vnrecht aide. daz
heizen rechte aide die erber sein gesworn vnde recht sint die
erlaubet wol ze swern. man vindet in dem ewangelio daz got selb hat
gesworn. wie vinden auch in apocalipsi daz iohannes ewangelista
einen engel sach swern. der stunt auf dem mere vnd auf dem ertreich
vnd swur pei dem lebendingen gote der da lebet eweclich. wir lesen
daz die guten leute in der alden e gesworn haben. wir lesen auch
daz die heiligen in der niwen e auch gesworn haben. da mite velshe
wir die kezzer die iehent man shulle nicht eide swern. die ligent.
man shol halt eide swern die recht vnd gewere sint als ein menshe
dar zv treibet not. wer vngenoͤter dinge eide swert der man nicht
endarf der pricht gotes gepot. vnd spricht auch salomon. swer uil
eide swert der wirt vil eide erfuͤllet vnd kvͤmpt der slac uon
seinem hause nicht. swer halt der warheit vil geswert der wirt got
vnd den leuten vnwert. ez spricht auch sanctus paulus. der wein ist
gut ze trinken vnd nicht vͤbel. man shol sein doch nicht ze vil
trinken wan von trunkenheit kvmpt vil boͤser dinge. vnd also ist
ez vmb die eide. wie recht sie sint mac ir doch ze uil geswern daz
sie svͤnde vnde shande sint.
man shol alle eide swern pei got vnd pei seinen heiligen
vnd man shol swern pei dem heiligen ewangelio vnd auf einen
geweiheten alter vnd auf eim geweiheten crevze. man mac auch die
hant auf heben gen himel vnd mac bei got vnd pei den heiligen swern. vnd
also shol man die eide swern. vnd wer auch pei anders swert der
tut weder cristen gelauben. swer des vberzivget wirt selp
dritte den shol geistlich gerichte ze panne tun vnd in sol werltlich gerichte
mit slegen puͤzen. daz sint virzik slege oder ein phunt pheninge. wirt abr er
dreistunt vbersait der shulde man shol im die hant abe slan. man mac mit recht
des sweren daz geshehen ist vnd daz iemitten stat vnd daz ein man noch tun wil.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 187
Daz man alle eide sweren schol wan sy got selbe vnd sant iohannes ewangelista gesworen hat.
Vnser herregot erlovbet recht eide vnd verpovt vnrech eide daz heizent rech eide dv erber sint czu sweren vnd recht sint di erlovbet man wol czu sweren. Man vindet indem heiligen ewangelio daz got selbe hat gesworne wier vin ovch in apocalipsi daz sant Johans ewangelista einen engel sach sweren der stvnt vf dem mer vnd vf dem ertrich vnd swuͦr py dem lempdigem got der von ewen vnd czuewen lept. Wir lesen ov daz gute levte inder alten .e. gesworen habent. | Wir lesen ovch daz dy heiligen inder nven .e. gesworn habent damit velscher wier dy keczer dy iehent man schulle nicht eide sweren dy liegent man schol halt eide sweren dy recht vnd gewer sint als ein mensche not darczu tribet.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 188 Der da vngenoter dinge eide swert der czuprichet gotes gepot.
Swer vngenoter dinge eide swert der man nicht pedarf der czuprichet gotes gepot vnd sprichet ovch salomon swer vil eide swert der wiert erfvllet mit vil svnden vnd kvmpt der Slage von sinem hovse nicht. | Swer halt der warheit czu vil geswert der wiert got vnd levten vnwert. | Ez sprichet ovch sanctus paulus der wein ist guet czu trinken vnd ist nicht vbel vnd man schol sin doch nicht vbriges trinken wan von trvnkenheit kvmpt vil vbler dinge vnd ist ez vmme dy eide swy rechte sy sint man mag ir doch czu vil gesweren daz sy svnde vnd schaden sint.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 189
Wy man dy eide sweren schol vnd daz man sy vf den heiligen ewangelien vnd einem gewichtem krvcze oder alter sweren schol.
Man schol alle eide sweren pei got vnd pei sinen heiligen vnd [Seite 91] man schol ovch sweren vf den heiligen ewangelien vnd vf einem gewichtem krucze. Man mag ovch dy hant vf heben gein himmel vnd mac pi got vnd pi den heiligen sweren vnd also schol man dy eide sweren. | Vnd swer ovch pi icht anders swert der tvet wider den kristengelovben swer ovch des vberczivget wiert selbe dritte den schol geist gerichte czu panne tvͦn vnd in schol werltlich gerichte mit slegen pvezen daz sint vierczig slege oder ein phvnt der lantphenninge. | Wiert aver er dreistvnt vberret der schuldic man schol im dy hant abe slahen. | Man mac ovch mit rechte sweren des daz geschehen ist vnd des daz ie mitten stat vnd daz ein man noch tven wil. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 156 Der ze vnrecht gevangen wirt.
Unde wirt ein man gevangen ze vnrechte der enmac nicht
ledic werden ern gebe denne hundert phunt oder man noͤte in
etewaz anders ze tune daz widerz recht ist des swert er ainen ait
vnd man lat in dar auf ledic. nu shol er den eit ze rechte leisten
oder nicht. wir sprechen. er ist sein vor gote ledic. svmeliche
meister raten. er shulle seine eide leisten vnd shulle daz gut
geben vnde dar nach dem gute clagen dem richter. hat er daz gut
gegeben vnd hat er des gesworn daz er dar nach clagen shuͤlle so kvndez dem richter. vnd der shol vͤber ienen richten als ob er
dar clage. vnd der richter shol im sein gut wider gewinnen vnd
sholz im wider geben. so richt der richter recht. hot abr iener
recht ze der gevancnisse so shol er seinen eit leisten. wil abr er
gewerlichen varn so shol er ze seinen pishoff oder ze seinen
pharrer kumen vnd shol der rat dar vͤmbe haben der loͤset in
wol on svͤnde da von. vnd hot er clage nicht versworn so mak er
clagen seinem richter. der shol im sein laster vnd seinen shaden
heizen abe tun vnd puͤzen als recht sei. daz ist also gesprochen. do
er disen eit swur daz tet er vor seins leibes vorchten.
wer den menshen twinget daz er maineid swert. ist er
shuldic an dem eide oder nicht. wir sprechen also. sie sint peide
shuldic. vnd wirt iener des meineides vͤberret als hie vor
gesprochen ist man shol si paide gleiche puͤezen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.190 Ob ein man czu vnrechte gewangen wiert vnd man twinget in daz er hvndert phvnt geben schol er swerte im des ein eid er let in ledic des eides ist er von got ledic. Svmlich sprechen er schulle den eid leisten vnd schulle er sinem richter klagen.
Vnd wiert ein man cze vnrecht gevangen der mac nicht ledic werden ern gebe danne hvnder phvnt oder man notet in etewaz anders czutven daz wider recht ist des swert er einen eit vnd man let in dar vf ledic schol er nv den eit czu rechte leisten oder nicht wier sprechen er sin vor got ledic. Svmlich meister ratent er scholle sinen eid leisten vnd schvlle daz guet geben vnd danne nach dem gvet schol er klagen sinem richter hat er daz guet gegeben. | Vnd hat er des gesworen daz er dar nach nicht klagen schulle so kvnde ez dem richter vnd der schol vber ienen richten als ob er dar klage vnd der richter schol im sin guͦt wider gewinnen vnd schol ez im wider geben so richtet der richter rechte hat aber iener recht czu der vancnvsse so schol er seinen eit leisten wil aver er gar gerwerlichen varn so schol er czu sinem pischolf oder czu sinem pharrer komen vnd schol der rat dar vmme haben der loset in wol an svnde davon. | Vnd er klage nicht versworn so mag er klagen sinem richter der schol im sin laster vnd sinen schaden vch hab heizen tvͦn vnd pvezen als recht sy daz ist also gesprochen do er diesen eit swur daz
[Seite 92] tet er vor sines leibes vorichten. | Swer einen menschen twinget daz er einen eit swert ist er schvldic an dem eide oder nicht wir sprechen also sie sint peide schvldic vnd wiert iener des maineides vber ret als hy vor gesprochen ist man schol sy peide gelich pvzen. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 157 Ez ist etwa gewonheit von zwelfen die in
svͤmelichen steten sint.
Ez ist etewa gewonheit daz man zwelf man nimpt die dem
richter helfent richten. vnd die heizent shephen. die selben
shullen weise leute sin. die shuln vor gerichte vinden vnd
nieman anders. ez shol ir iglicher auf die pank sitzen
vnd shuln vrteil vinden vber ein igliche sache. zerhellent die
zwelfe vnder ein ander vmb ein vrteil so shol ie die minner menie
der merern nach volgen. sie zihent auch die vrteil wol an den
hoͤhern richter als hie vor gesprochen ist. vmb ein
verworfen vrteil die fuͤrbaz gezogen wirt do shol der richter
nicht mer vͤmbe vrogen. dem die vrteil funden ze nuͤzze der lat
nicht abe so sie fuͤrbaz gezogen wirt. sie mac halt der richter
noch der sie funden hat nicht abe gelazen ane iens willen dem sie
ze gute erfunden ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 191 Von den czwelif schephen dy insvmlichen steten sint wy dy richten schvllen.
Ez ist eteswo gewonheit daz man czwelif man nimet dy dem richter schullen helfen richten vnd dy heizent schephen dy selbe schullen weise levte syn dy schullen vorgerichte vrteil vinden vnd niemant anderz ez schol ir iglicher vf ein panch siczen vnd schol vrteil vinden vber ein igliche sache missehelent die czwelif vnder einander vmme ein vrteil so schol ie dy minner menege der mereren nach volgen sy czihent ovch wol ir vrteil an den hohern richter daz schullen sy tvn als hy vor gesprochen ist. | Vmme ein verworfene vrteil dy fvrpaz geczogen wirt da schol der richter nimmer vmme vragen dem dy vrteil fvnden ist czu nvcze der lege nicht abe so si fvrpaz geczogen wiert so en mac halt der richter noch der si da fvnden hat nicht abgelazen an iens willen dem czu guet sy erfvnden ist. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 158 Wer rechtlos ist.
Unde wirt ein man geuangen vnd fuͤr gerichte pracht der
mak dehein urteil verwerfen noch vinden noch der in der echte ist
noch der in dem panne ist noch mac nieman seins rechten helfen vnz
ez auz disen noͤten kvͤmpt.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 192 Swer rechtelos ist dem mac niemant rechtes gehelfen.
Vnd wiert ein man gevangen vnd fvr gerichte pracht der mac kein vrteil verwerfen noch vinden noch der in der echte ist noch der indem panne ist noch mac niemant seines rechtes gehelfen vncz er vz diesen noten kvmpt. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 159 Wen man henken vnd enthaupten vnde radeprechen vnd
auf der huͤrde prennen shol.
Nv vernempt vͤmb vngerichte welch gericht dar vͤber
ge. den diep shol man henken. geshicht abr ein minner divpheit den
fuͤnf eshillinge die get ze haut vnd ze hare. die mak ein
purkmaister wol richten vnd allez daz da man den leip nicht mit
verlivset vnd nicht plutrunst ist. swem haut vnde har verteilt wirt
der mak daz ledigen mit fuͤnf shillingen also. ob dem clager
vergolden oder sus gepuͤezet wirt so mak der richter die fuͤnf
shillinge nemen vnd wirt dem clager vergolden so shol in der
richter heizen slahen. ez ist dehein shulde so groze die ze haut
vnde ze hare get daz man ieman icht mere slege dar vmme shulle tun
wan an einen virzik vnd ie minner so uil die shulde minner ist vnd
alle on geuerde. swer diese puͤeze vmb divpheit der hat sein
recht uerlorn vnd pleibet er rechtlos vor allen gerichten. der
prukgraue shol richten vber vnrechte maze vnde vber die vnrechte
prukgraue shol richten vber vnrechte maze vnde vber die vnrechte
wogen vnd vͤber alle vnrechte mez vnd vber allen valshen kauf swo
man den vindet vnd vͤber alle leipnar. alle morder vnd alle
die den phlug raubent oder die muͤlen beraubet oder die kirchen
oder den kirchof oder verrater oder mortprenner oder ir botshaft ze
iren vrumen werbent die shol man alle radeprechen. morder heize wir
die ein menshe toͤten vnd des denne laukent. wirt er des
vberwunden mit gezivgen oder mit kanphen man shol in radeprechen.
wir heizen auch daz morder der mit dem anderen izzet oder trinket
oder in guͤtlich gruͤzet sleht er in ane shulde. daz ist ein
mort. vnd man shol in dar vmbe radeprechen. die den phlug raubent
so er des morgens vert auf den acker vnde so er wider heim vert vnd
swer paurn icht tut oder nimpt daz dreier pheninge wert ist die
shol man alle radeprechen. swer in der mvͤl icht stilt. daz drier
pheninge wert ist dem shol man haut vnd har abe slahen pei dem
hoͤsten daz sint virzig slege. der abr fuͤnf shillinge wert
verstilt in der mvͤl den shol man radeprechen. swer in kirchen
oder in kirchofen icht verstilt daz dreizig pheninge wert ist die
shol man radeprechen. vnd vͤmb dreier pheninge wert ist ze haut
vnd ze har vnd ist dennoch in den panne. vnd wer in der kirchen
stilt den shirmt weder kirchof noch kirche. man shol dor inne
vahen. daz ist da uon gesezzet daz er gotz nicht geshont hat an der
kirchen noch an dem kirchofe. swer tages oder nachtes heimelichen
prennet daz heizet mortprant. den shol man radeprechen. verrater
daz sint die mit ir rede ainen menshen palmunden daz sie in sagent
uon siner cristenheit also daz si sagent er sei ein sodomit oder
daz er daz vihe vnreine oder daz er ein kezzer sei. vnd mac man der
dinge auf in nicht erzivgen so shol man sie radeprechen alle die
inz zeihent. vnd die sein nicht tuͤrren gereden die priue
shreibent oder heizent sie ander leute shreiben vnd sezzent die
selben dar an den sie da veient sein mit namen vnde werfent die
prieue an die stroze daz sie die leute auf heben vnd si lesen daz
ist gar ein vͤbergrozer mort. wer noch ein tot icht erger den
radeprechen man sholz in tun. die danne ir potshaft zer vrumen
werben daz sint die die man vmb so getane botshaft sendet daz einem
an seimem leibe oder an sein ere oder an sein gut gat vnde im der
do zv getriwet vnd im sein herz entslivzet vnd im sein heimeliche
seit vnd er daz denne wider wirbet mit alle seinen sinnen
vnd wirbet dacz im an den leip oder on ere oder on gut get. die daz
tunt di shol man alle radeprechen. des shol man si allez mit
gezivge oder mit kamphe vͤberkvmen. daz ist lantrecht vnd
geshriben recht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 193 Welich levte man hahen schol.
Nv vernempt vmme vngerichte welich gerichte dar vber ge den diep schol man hahen geschiecht aver ein devpheit dy minner ist den fvnf schillinge dy get czu hovt vnd czu har dy mac ein pvrgraf wol richten vnd alles daz da man den leip nicht mit verlevset vnd nicht pluetrvnse gibt.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 194
Dem havt vnd har verteilt wirt der mag daz ledigen mit fvnf schillingen oder der richter schol in heizen slahen an der sreiat.
[Seite 93]
Swem havt vnd har verteilt wiert der mag daz ledigen mit fvmf schillingen also ob dem klager vergolten wiert oder svz gepvzet wiert so mac der richter dy fvmf schillinge nemen vnd wiert dem klager nicht vergolten so schol inder richter heizen Slahen ez en ist kein schvlde so groz dy czv hvt vnd czu har get daz man iemen icht mer Slege dar vmme Slahen schulle wanne an ein vierczic vnd ie minner so vil dy schuld minner ist vnd an alle gewerde. Swer diese pvze tvt vmme devpheit der hat sin recht verlorn vnd peleibt rechtelos vor allen gerichten.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 195 Daz der purgraf richten schol vber alle vnrechte maze vnd vber vnrechte wage vnd valschen kof.
Der pvrgraf schol richten vmme vnrecht maze vnd vber dy vnrechten wage vnd vber allen walschen kovf swo man den vindet vnd vber alle leipnar.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 196 Welich levte man Radprechen schol.
Alle morder vnd die den phlvc rovbent oder dy mvle perovbent oder dy kirchen vnd kirchof oder verreter oder mortprenner oder dy ir potschaft czu ir frvmme werbent dy schol man alle Radeprechen.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 197 Daz man alle morder Radeprechen schol.
Morder heizen wier dy einen menschen totent vnd des danne lovgent wiert er des vber wunden mit geczevgen oder mit kamphen so schol man in Radeprechen wier heizen ovch die morder swer mit den andern izzet vnd trinket vnd in guetlichen gruezet vnd Slecht er in denne ane schulde daz ist ein mort den schol man dar vmme Radeprechen.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 198 Der den phlvc rovb vf dem acker den schol man Radprechen.
Dy den phlvge rovbent so er des morgens vz vert vf den acker vnd so er wider heim vert vnd swer den gepvren tvet oder nimpt daz drier phenninge wert ist dy schol man alle Radeprechen. [Seite 94]
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.199 Der in der mvle icht stilt den schol man radeprechen.
Swer in der mvle icht stilt daz drier phenninge wert ist den schol man hovt vnd har ab Slahen py dem hochsten daz sint vierczic Slege. Der aver fvnf schillinge wert stilt inder mvle den schol man Radeprechen.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 200 Der in der kirchen oder in kirchhoven icht stilt den schol man Radprechen.
Swer in kirchen oder in kirchhoven icht stilt daz drizic phenninge wert ist dy schol man Radeprechen vnd vmme drier phenninge wert czehvt vnd czuhar pi dem hochsten vnd ist dannoch indem panne vnd swer inder kirchen stilt den schirmet weder kirche noch kirchhof man schol in drinne vahen daz ist da von geseczet daz er gotes nicht geschonet hat an der kirchen noch an dem kirchhof.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 201
Swer mort prennet den schol man Radeprechen.
Swelches tages oder nachtes man heimlichen prennet daz heizet mort prant den schol man Radeprechen.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 202 Alle dy verrater dy einen menschen verraten also daz er ein keczer oder ein sodomite so dy schol man alle Radeprechen.
Verrater daz sint dy dy mit ir rede einen menschen palmvndent daz sy insagent von seiner kristenheit also daz sy ein sodomite oder daz er daz vihe vnreine oder daz er ein keczer sy vnd mac man der dinge nicht vf in erczivgen so schol man sie Radprechen alle di es inczeihent vnd dy sin nicht tvren reden.
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 203 Dy da prife lazent schriben von iren vienden vnd werfen sy danne an dy straze daz man dy lese dy schol man Radeprechen.
Dy da prife schribent oder heizent sy ander levte schriben vnd seczent dy selben dar an dy in veint sint mit namen vnd werfen dy priefe an dy straze daz sy dy levte vf heben vnd sy lesen daz ist gar ein mort vnd ein vber groze mort vnd wer noch ein tot icht erger danne Radeprechen man schvlt in tvn [Seite 95].
Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 204
Di man in potschaft sendet dy einen an sin leib oder an sine ere oder an sin gut get dy schol man Radeprechen.
Dy danne ir potschaft czu ir frvmen werbent daz sint dy man vmme so getane potschaft sendet daz einem an sin leib oder an sin ere oder an sin gut get vnd er im dar czu getrowet vnd im sin hercze entslvzet vnd im sin heimlich seit vnd er danne daz wider wirbet mit allem sinem sinne vnd wirbet daz an leip oder an ere oder an gut get dy daz tvent dy schol man alle Radeprechen des schol man sy alles mit geczivgen oder mit kamphe vber komen daz ist lantrecht vnd geschriben recht. |
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 160
Wenne man hauptet.
Swer einen man ze tode slecht oder in raubet oder in
prennet sunder mortprant oder weip oder magt notzoget vnd frideprech sint oder
die in vͤberhure begriffen werden den shol man allen daz haupt abe slahen.
dicz besheide wir allez her nach.
swer rauber oder divbe hauset vnd houet oder sie mit
helfe sterket wirt er des vberwunden als recht ist man shol recht
vber in richten als vber ienen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 161
Die shol man alle prennen.
Swelch cristen mensh
vngelaubik ist oder mit zauber vͤmme gat oder mit vergift vnd
wirt er des vberzivget man shol in auf der huͤrde prennen. swelch
richter vngerichte nicht enrichtet als ez im geclagt wirt vnde vor
im erzivget wirt vber den shol sin vͤber richter richten also.
swaz er ieme getan solde haben daz selbe shol im sein ober richter
tun. daz selbe habe wir aurkuͤnde in moyses puche an den richtern
die da erhangen worden als hie vor in disen puche stat. vnd alle
die richtere die nicht richten wellen als hie uor geshriben ist der
selbe richter hat kein gepot vͤber nieman fuͤrbaz ze richten
noch ze bieten. niemak ist shuldic sein gerichte ze suchen die
weile er rechtes geweigert hat.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 162
Von den fronenpoten.
So der fronebot sein recht verwuͤrket gegen dem richter.
daz meine wir also daz er nicht richtet daz er richten shol vnd
versweiget daz er sagen shol vnd sagt daz er
versweigen shol. so shol er dem richter wetten des kvͤniges
malter. daz sint dreisik slege mit einer eichinen gerten der zweier
oder dreier davmellen lank sei.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 163
Der den anderen keiner dinge puze wirdik macht an seinem
leibe.
Swem der munt abe gesniten wirt oder die augen auz
geprochen werden oder die oren abe gesniten werden oder dem die
zvnge wirt auz gesniten oder vnder den painen wirt auz gesniten
oder im sus wirt verderbet. swer div dink dem anderen tut dem shol
man daz selbe tun. daz ist recht. swer den anderen lemet an henden
oder an fuzen an painen oder an armen dem shol man die hant abe
slan. vnd lemt er ieman an ir zwein dem shol man peide hende abe
slahen. vͤmbe vingere vnd vͤmb cehen swer die dem anderen abe
slehet der ist vmb ieden vinger einer svndern puze shuldig. der dem
andere einen zant auz slehet man shol im daz selbe tun. man shol
dem richter keine pueze geben wirt ez also gericht. wellent sie
aber pheninge nemen den der shade geshicht daz tunt si wol. daz
stet an im vnd nicht an dem richter. puͤzet man abr im mit
pheningen. fuͤr die lem ist dem richter gesezzet etwo zehen phunt
der lantpheninge etwa mer etwa minner ie nach des landes gewonheit.
vmbe vinger vnd vmbe cehen daz cehende teil daz vmb die wunde
gesezzet ist. vnd wellent sie puze den der shade geshehen ist daz
stet an in selber vnd an iren frivnden er laze ez denne an sie.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 164
Von puze on den totslac.
Swer den anderen ane livget oder in beshiltet oder im ein
wunde geslecht dem shol man puze geben nach seiner gepurt vnd nach
der shulde vnd nach der shulde vnd nach der wirdekeit. ob ein man
einen halben vinger oder ein halbe cehen hat swer daz abe slehet
dem shol man als uil abe slahen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 165
Der ein kint ane spricht.
Und spricht man ein kint an daz nicht virzehen iar alt ist vnd ist
vnshuldig der vater shol uor ez swern. vberzivget man ez der tat vnd hat in der
uater auz gegeben da shol man uon puͤzen deme clager vnd dem richter. vnd
hat er im nicht auz gegeben der vater shol uon seinem gut nicht puͤzen.
gewinnet der svn dar nach eigen gut man shol dem clager vnd dem richter
puͤzen. hat daz kint manslacht oder wunden getan man shol im da wider nicht
tun an dem leibe.
wan ein kint daz vnder virzehen iaren ist daz enmac seinen leip nach seins
leibes teil nicht verwurken. ein kint daz siben iar alt ist daz enmac ob ez im
an slecht oder sticht ze tode daz enmac seinen leip noch seines leibes ein teil
noch sein gut noch seins uater gut nimmer verwuͤrken. vnd ist da ez ieman
toͤtet so shol sein vater vnd sin muter fuͤr ez puze von iren pharrer
enphahen. hat ez nicht uater noch muter so shuln ez die nehsten mage tun oder
sein phleger.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 166
Wie der uater fuͤr den sun nicht antwurten.
Der uater antwortet vor den svn nicht den er auzgestivrt
hat wanne ob er sein gut im hat. der svn antwort auch uor den vater
nicht vnd kein vngerichte ob er stirbet ez ensei daz die shult auf
in erzivget sei e daz der vater stirbet. vnd waz der clage begunnen
vnd nicht erzivget e daz stuͤrbe er puͤzet fuͤr in nicht ez
sei denne als uerre daz er vor gerichte auz genvmen wurde do man
sich zivges vermas. wir dingen daz herre er richter ob der man
sterbe e daz der tac kvme so wir vnsern gezivg leiten shullen daz
vns daz icht shade an vnserme rechte. vnd mugen daz die clager
behaben mit zwen dincmannen ob man in laugent sie leitent nivr als
uil gezivge als ob er lebte. vnd hat er gut hinder im lazen man
shol den clagern vnd den richter puͤzen. hat er erben lazen den
er gut hat auz geben fuͤr seinem tode die pezzernt auch nicht
fuͤr in. vnd ist die shult gewesen daz ez dem toten man an dem
leip were gegangen so shol man von seinem gute puͤzen
dar nach vnd ez da ist. vnd ist die shulde cleine so nem man
cleine puze als uor gesprochen ist vnd als in dem puche stat. vnd
wirt icht vͤber daz nemen die erben. vnd zerrinnet icht da habe
der richter den shaden. vnd solde der tote icht gelden daz shol man
vor allen dingen gelden.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 167
Da der uater vnde der sun vmb ein tat beclaget sint.
Und ist daz der uater vnde der svn vmb ein tat beclagt
werden da mag ir weder dem anderen helfen. ir einer entshuldige
sich e der tat der hilft dem anderen wol. diz recht ist auch
vͤmb ander leute.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 168
Der eines andern mannes knecht sleht.
Swer eins mannes knecht sleht oder raufet oder in wundet
oder in beraubet nicht wen vͤmb des herren shulde daz shol er in
paiden puͤzen ez sei denne daz erz mit den heiligen berede daz
erz dem herren weder ze leide noch ze shaden habe getan so ist der
einen puze ledig gen dem herren.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 169
Dar der richter gevangen leute vodert.
Swer einen gevangen hat vnd vordert in der richter in der
richter in des gerichte er ist er sholn im antworten. vnd tut er
des nicht so er in eins geuodert er nimt in mit rechte. vnd
beheldet er in auf einer purg der lantrichter shol sie besitzzen
vnd shol allen den fuͤr gepieten da fuͤr die in seinem gerichte
sizzent. vnd welhe des niht entun die sint dem lantrichter zehen
phunt shuldig der lantpheninge. vnd als manig woche da uor gesezzen
sint als oft sint sie dem richter shuldic zehen phunt. vnd gepeutet
man einem herren mit zehen rittern dar vnd kvͤmpt er nicht die
galtnuͤsse shol der herre eine geben. vnd gebeutet man einem dar
mit mer oder mit minner die galtnisse gebe den als im gebuͤr.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 170
Der prunnen oder ander gruben grebt.
Ein iglich man shol gelden shaden der uon seinen shulden
geshicht mit geshichte. swer prunnen oder grebt grubet der shol sie
bewuͤrken als hoch daz einem manne ge vͤber sein knie. vnd tut
er des nicht waz shaden da uon geshicht den shol er gelden. wer
einen kelre oder ander gruben grebt der shol sie machen on der
leute shaden vnd shol in nicht uerrer sezzen in die strozze denne
siben shuhe. ist abr die stroze als enge so shol er in nicht in
die stroze sezzen. ein iglich wagenstroze shol siben shuͤhe weit
sein daz ein wagen dem andern muge geweichen. ein iglich man shol
wege machen fuͤr seiner tuͤr vnd von seinem gute. daz ander
teil shol die gemeine machen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 171
Der eins vogels ramet mit werfen oder mit shiezen.
Ramet ein man eins vogels an einem wege da die leute nicht
phlegen ze gehen mit werfen oder mit shiezen vnde trift er ein
menshe vnd stirbet der da uon da verwuͤrkt nieman seinen leip
noch sinen gesunt mit. ruͤfet man in abr an daz er weder werfen
noch enshieze vnd shivzet er den menshen vnd wirt des uͤberzivget
selb dritte er ist shuldig an den menshen vnde man shol vber in
richten als ob er in ertoͤtet habe. geshit ez abr auf einen wege
da die leute alle zeit phlegen ze gehen da wirt er shuldig. wan wo
die leute gemeinlich reiten vnde gehen do shol nieman werfen noch
shiezen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 172
Der pavme hawet da ze walde.
Und daz ein man hawet pavme da ze walde pei dem wege so
nahen daz er dar an geuallen mak slet der pavm den menshen ze tode
man shol im abe daz haubt slahen. vnde slecht der pavm ze tode ein
vihe ez shol ez gelden als ez wert ist vnd shol dem richter wetten
ein vreuel. vnd hawet er in dem holze do die leute nicht gewonliche
gent als er den pavm hawet vnz an die stat so er vallen wil so shol
er dreistunt rufen. sei ieman da der vlihe. vnd tut er daz vnd
slecht der paum iemande vihe oder levte er puͤzet nieman dar vͤmme
nicht. spricht man in an ern habe nicht gerufet daz shol er
zivgen selp dritte. hot er der nicht so shol erz bereden mit sein
einez hant. hot abr der tote menshe ainen man der mit im kenphen
wil der wert im sein eines eit mit kenphe.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 173
Wie man einen wagen vmbe werfen shol.
Ez werfent die leute einen wagen nider auf die erde da
leit ein fuder auf welher leie daz ist die shullen laute rufen. die
sint vnshuldik ob ez iemande shaden tut ez ein sein denne kint des
shuln sie sich huͤten. wan ist ez an der stat da gemeinlich leute
gent alle die den wagen helfent vmme werfen die werden alle shuldik
an dem toͤten. ist abr daz im on den totslac icht geshiet daz
puͤzen als hie uor geshriben ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 174
Wie man lerkint slahen shol.
Slehet ein man ein lerkint mit gerten oder mit der faust
one plutrunst da tut er wider niemand an. macht er ez
plutruͤnstig an der nasen da tut er weder niemant an. macht er ez
plutig anderswa on daz mit gerten geshiet der muz ez dem richter
puͤzen vnd den frivnden. slecht er ez ze tode er muz ez puͤezen
als hie vor geshrieben ist. nieman shol seinem lerkinde mer slege
geben denne zwelue on allez geuerde.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 175
Wenne der uater den svn von im svnderen shol.
Der uater shol den svn von im svnderen als er fuͤnf
enzwenzik iar alt wirt mit als uil gutes als er geleisten mac also
daz im mer pleibe. vnd tut des der vater nicht gerne der sun
noͤtet in mit rechte mit seinem richter. vnd hat der vater nicht
wan des ainen kindes er geit im mit rechte daz fuͤnfte teil
seines gutes. vnde hot er mer kinder er teilt mit rechte daz im die
driv teile pleiben vnde seinen kinden die zwei teil.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 176
Von zinsmannen.
Der zinsman erbet seinen pav und sein erbe ez ensei ein
man uon ritters art der ez seinen weibe ze morgengabe habe gegeben.
wirt ez auch ledik einem herren der nimpt den pau mit dem lehen der
man habez seinen weibe ze morgengabe gegeben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 177
Von der witewen leipgedinge.
Hat ein witewe leipgedinge an eigen oder an lehen was
pawes dar aufe stat so sie stirbet daz erbet nicht ir meistershaft.
ez wirt den nehsten magen ze erbe. daz lehen wirt dem herren ledig.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 178
Von lehen.
Leihet ein man ein gut einem anderen manne on vndersheit
swaz da pawes aufe ist daz wirt dem manne mit dem gute der herre
dinge den paw denne auz. daz tut der herre wol mit rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 179
Von den zwelfen.
Swo shephen sint die muz man ze gezivge han vͤber alle
die dink die in der stat geshehen on den totslac one diepheit vnd
ane raup. verwidert der richter daz er nicht gezivg sei noch rechte
iener ist doch volkvmen an seinem rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 180
Von maniger hande kinden.
Die weil der man nicht wil ane weip wesen so mag er nemen
ze der e eine oder zwu oder mere. in der selben weise nimpt auch
ein weip man vnd gewinnet sie kint mit im allen die erbent ze
rechte waz sie erben shuln als igliches one hort.
man shol nieman vor seiner gewer weisen von gerichtes
halben vnd ist halt ze vnrechte in der gewer man preches im e mit
rechter clage do er selber zekegen sei. man shol in fuͤr gerichte
laden ze rechten tedinge. so shol er fuͤr kumen vnd shol sin gut
versprechen als recht ist. vnde kvͤmpt er nicht fuͤr so uerteilt
man im die gewer mit rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 181
Wie man pheninge slahen shol.
alle pheninge shol man nicht verslahen wan als ein
niwer herre wirt. stirbet abr der herre oder wirt verwandelt vor
drein iaren die pheninge shuln doch bestan vnz ze drein iaren auz
kvmen. vnd bivtet der muͤnzer einen valshen phening auz so daz er
do mit icht kaufen wil oder do mit icht wil gelden oder sie sust
ieman geben wil fuͤr gut vnd ist ir zwelfe oder mere ez get
im an die hant er enhabe denne seinen shol. vnd dennoch muͤze er
swern daz er nicht enweste daz si valsh weren. vnd ist ir ein halp
phunt oder mere ez get im an den hals. ist abr er der selben vntat
e bewert vor gerichte so shol man seinen ait nicht nemen. man shol
im drei wal teilen. des heiz eysen oder den wallenden kezzel. dor
inne shol er einen stein abe dem podeme nemen der als ein ay ist
vnz an den ellepogen. oder die wazzer vrteil. vnd gericht er nicht
man shol im die hant abe slahen. dicz recht ist nymans den der
muͤnzer. swer an seinem recht volkvmen ist vnd vindet man pei im
einen shilling valsher pheninge oder minner oder mer man zersneit
im die pheninge vnd geit im die stucke wider. vnd ist ir mer denne
fuͤnf shillinge ez get im an die hant ern habe denne seinen
shuben. velshet ein muͤnzer seine pheninge vnd behaltet sie nicht
nach ir rechte die weile mak ir nieman vashes gezeihen dar vͤmbe
er wandel duͤrfe tun. pheninge shol ein muͤnzer behalden also
swere als man sie gesezzet hot vnd gleicher weis. vnd tut er des
nicht man shol vͤber in richten als in der weise vͤmb die
valshen pheninge. nieman shol pheninge slahen die andern pheningen
gleich sein. si suln haben svnder gemalde. swer ez dar vͤber tut
ez sei herre oder armer man der ist ein velsher.
nieman mac erheben niwen markt noch niwe muͤnze on des
herren willen in des gerichte ez ligt. dennoh mac ez nicht geshen
ez ensende der kvͤnig seinen hentshu dar zv. daz ist da uon
gesezzet daz die lantleute inne werden daz ez sein wille sei. so
man die pheninge verpeutet so shol man virzehen naht do mit dem
alden gelden vnd vͤmb die iuden phant losen. vnd swer dar nach
mit kauft oder verkauft dem shol man die pheninge prechen vnd die
stucke wider geben.
alle pheninge die man in deushen landen slahen shol die
shuln alle ze rechte phuͤndic vnd weiz sein. seint im erlaubet
der kvnig daz man sie anders slehet vnd tun dar an wider recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 182
Der den zol verfuͤret.
Swer pruk zol oder wazzer zol verfuͤret mit wizzen
der shol in viervaltigen geben ob iemant da ist der in eishet. vnd
ist da niemant der kaufman shol deistunt ruͤfen nach dem zolner
so er aller lautest macht. vnd ist do nieman so var got
ergeben. vnd kvͤmt er hin wider vnd fodert der zolner den zol an
in er shol im geben. vnd shuldiget er in er shol er zv den heiligen
swern daz er im dreistunt rufte. ern shol dar vͤmbe nicht gezivge
leiten. wan man nimpt an maniger stat zol da nicht levte ist.
swer markt zol verfuͤret der shol dreizig shillinge
geben. tut abr er als uor gesprochen ist er wirt auch ledic.
swo wazzer zoͤlle sint da shullen vier fuzgengel einen
phening geben. vnd der reitende man einen halben. vnd der geladene
wagen vire. vnd wider nicht er geladen oder lere. alle phaffen vnd
rittere vnd irm gesinde vnd ir gut shol allez zollez wesen vrei.
ein iglich man shol zolles wesen wesen vrei swo er prucke noch
sheffe nicht endarf swer in dar uͤber zollet der tut widerz
recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 183
Von dem geleite.
Ein iglich man ist zolles frei ob er seines gutes genenden
wil. dehein geleit ist recht. ist abr vnfride in dem lande vnd
mutet ein kaufman ains geleites daz mak im ein herre wol geben. man
gebe dem herren oder nicht man shol doch dem kaufman seinen shaden
abe legen der im geshiet den shol im der gelten der in do beleitet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 184
Der vͤber gepawenz lant vert.
Swer vnrechten wek vͤber gepawt lant vert do shol ie daz
rat einen phening geben vnd der reitende man einen phening. dar
vͤmbe mac iener wol phenden ane des richters poten vnd an sein
urlop des daz gepawen lant ist. vnd wert man im daz phant daz ist
widerz recht. vnd kvmen sie fuͤr gerichte die daz phant gewert
gewert haben sie muͤzent dem richter wetten drei
shillinge etwa mer ie nach guter gewonheit vnd muͤzen ienem
seinen shaden zwiualt geltet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 185
Der holz howet oder gras sneidet oder vishet wider recht.
Swer holz howet oder gras sneidet oder vishet in eines
mannes wogen der shol geben drei shillinge. vnd wert er phant man
shol vͤber in richten als da uor geshriben stat. vishet er
mer denne dreistunt dar inne oder howet er holz daz gebannen ist
oder howet pernde pavme abe oder grebet steine auz die ze
marksteinen gesezzet sint man shol im haut vnd har abe slahen oder
er shol ez loͤsen mit dreizig shillingen. man mak in wol auf
haben wo man in vindet vnz an den richter.
wer des nachtes gemehetes gras stilt oder gehowens holz
stilt man shol vͤber in richten mit der wide. vnd stilt erz tages
ez get im an die hant oder ze haut vnde ze hare.
iglichz wazzers tranz ist gemain ze varn vnd ze vishen.
die visher suln auch daz wazzer wan als verre sie einst mit dem
nezze gezihen mugen auz dem sheffe.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 186
Dem vor gericht der leip wirt verteilt.
Swaz ieman erbes zv siget wan von sippe daz heizet nicht
erbegut. swer uon gerichtes halben seinen leip verlivset die
nehsten erben erbent sein gut. dem richter shol seins gutes nicht
werden wan vber in gerich ist als recht was. hat er des clagers
gutes icht inne vnd ist es da zekegen man shol imz wider geben. hat
erz vertan man shol im zwiualt wider geben von dem gute daz er
hinder im lat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 187
Wie der richter raubig vnd divbig gut behalden shol.
Uindet man pei einen man raubig oder divbig gut vnd ist er
nicht da des ez da ist der richter solz behalden iar vnd tac ob
ieman kume der sich daz gut ane zihe mit rechte. dem shol manz
wider geben. vnd kvmpt niemant in iar vnd tage der sich daz gut ane
zihe der richter sholz an sinen nuz keren ez ensei denne daz in
ehaft not irre.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 188
Von kaufe.
Nieman mac eins andern mannes gut
verkaufen der ez in seiner gewalt hat. seins selbes leip vnd sein
gut mac er wol verkaufen. vnd tut
ein man wider dem gerichte icht vnd kumpt vmb sein gut vnd hat der
selbe man einen kauf gekaufet vͤmb einen anderen man vnd hat im
nicht vergulden vnd ist dennoch vnuerwandelt man shol im sein gut
wider geben. daz ist gotes recht. er enhabe denne etwa vil dran
gegeben daz shol er wider geben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 189
Dise wort sprach der vnse herre got selber wider moyses.
Dise wort sint uon gerichte. die sprach got selber auz
seinem munde wider moysen auf dem perge synai vnder seine augen. er
sprach. dv shol also richten vnd heiz deine richter also richten.
slecht ein man den anderen ze tode man shol in hin wider toͤten.
swer seinen vater oder seine muter toͤtet man shol in hin wider
toͤten. swo ein menshe daz ander stilt vnd ez verkauft man shol
ez toͤten. zewerfen zwene mit ein ander vnd wundet einer den
anderen vnd slecht in nicht ze tode man shol im seinen shaden abe
legen vnde puͤzen nach weiser leute rate vnd dem arzet lonen.
swer seinen knecht oder seine maget slecht mit ruten vnde sterbent
sie vnder sinen handen er ist an dem tode shuldig. lebent sie abr
dar vͤber ainen tak oder zwene oder mere er ist des todes nicht
shuldig. des lasters ist er shuldik. vnd zerwerfent zwene mit ein
ander vnd ir ainer hat ains tragendes weip die laufet vnd wil
helfen. die wirt gestozen vnd gewinnet ein vnzeitig kint. er shol
ir manne geben swaz er wil oder swaz er hat oder an die leute lazen
ob der man wil. stirbet aber sie man sol im sein leben nemen.
man shol also richten. auge um auge zant fuͤr zan hant
fuͤr hant fuz fuͤr fuz. verprennet ein man den anderen an dem
leibe den prenne man hin wider. wer seinem aigen knechte oder
seinen aigenen dirnen ain auge auz priche oder sleht der shol sie
frei lazen. slecht er im einen zan auz er shol daz selbe tun.
vnd ist daz
ein ochse einen man ze tode stichet mit seinen hornen man shol den
ohsen mit steinen verruͤnnen vnd des fleishes nicht ezzen wan ez
ist vnreine. vnd was deme ochsen an seinen hornen daz sie shedelich
warn vnd west er daz wol des der shade was er kvͤmpt ez in groze
shulde als wir her nach besheiden. sint abr die horn abe gesegt der
herre hot deheine shulde. erstichet der ochse einen mannen seinen
svn oder sein tochter ez ist die selbe uͤrteil. erstichet er eins
mannes knecht oder sein dirne man shol deme herren dreizig phunde
geben vnd den ochsen verruͤnen als hie uor gesprochen ist.
swer ein cysterne oder ein ander grube grebet der shol
sie verwuͤrken daz ieman kain shade do uon geshehe. vnd vellet
iemans vihe dar in vnd ist sie ze rechte nicht vermacht er shol den
shaden gelden als recht ist vnd shol er im den awasel haben. vnd
ist daz ein ochse den anderen wundet vnd er stirbet e an dem virden
tage so shol man den lebenden ochsen verkaufen vnd die awasel vnd
shol in gleich daz teile. west abr iener des der lebende ochse was
daz seine horn shedelich waren so shol ieme der lebende ochse
werden vnd der awasel gar.
swer stilt einen ochsen oder ander dink viervalt sol er
daz gelden. vnd ist daz ein diep nachtes in ein haus get oder drein
grebt oder wie er dar in kuͤmpt heimelich vnd vinde ich in an
meinem shaden sla ich in ze tode ich pin vnshuldig an seinem tode.
vnd ist daz ein man eines tages ein diepheit tut den shol man
vahen. daz ist da von gesezzet daz die nacht shol bezzer fride
haben den der tac. daz ich nv sprechen wil daz ist
uon genaden. vnd wirt die divbe pei im begriffen vnd wil man in lan
genesen er shol zwiualt gelten. daz habent die kvͤnige nv
gesezzet. tut iemans vihe dem anderen shade der shol daz gelten des
daz vihe da ist. enphilhet ein man dem anderen gut silber oder golt
pheninge oder goltuas oder was gutes ist vnd nimt er daz in sein
hute vnd wirt im verstoln vnd wirt der diep funden man shol im
eilfstunt als uil geben. vnd wirt der diep nicht begriffen so shol
der dem ez enpholhen wart sich entshuldigen daz er sein baz habe
gehvͤtet den sein selbes gutes. mag abr er in vͤberreden selp
dritte piderber leute daz er daz gut in so getaner hude nicht habe
gehat als er solde vnd an die stat legt da ez vnbewart was. er shol
im zwir als vil da fur geben.
swer vihe seinen frivnde enphilhet nv daz stirbet oder
wirt geerget oder uon den veinden genvmen des shol er nicht gelden
mac er bereden daz er vnshuldig sei dar an. wirt abr ez verstoln so
shol erz gelden dem herren des ez ist ern tu denne sein vnshulde da
fuͤr als hie uor geret ist. nemez der shelme so zeige die haut
vnde sei ledic. leihet erz ieman an des herren vrlop vnd wirt ez
geergert vnd stirbet vnder der lehenunge er muz ez gelden.
fuͤrt ein man ein magt auz di nicht hin gelobt ist vnd
geligt pei ir er shol sie zer e haben. vnd shol sie beheimstivren
vnd shol daz benennen. vnd wil des der vater nicht er sholz im
wider geben vnd als uil gutes nach ir wirde dar zv.
swa dv vͤbel leute wizzest die sholtu toͤten. swer
gelust mit dem vihe hat den sholtu toͤten. swer deheinen got ane
petet ane den himelishen got den shol man erslahen. oder der
keinem apt got ophert dem tu daz selbe. dv sholt richten witewen
vnd weisen vnd tustu in icht ze
leide so rufen sie hinze got. vnd ich erhoͤre ir ruf vnd ich
versmehe evch vnd ich geuahe tobenden sin vnd ich erslahe euch mit
meinem ewigen swerte vnd ich mache iwer kint ze weisen vnd evr weip
ze witewen. dv sholt nicht gabe nemen die die weisen plendet vnd
der rechtikeit verkerent. diese wort spricht alle got. richtent die
richtere als recht ist vnd als ich uor gesprochen han so wird ich
veient iren veinden. vnd alle die sie besweren die sint uon mir
besweret. vnd mein engel get vor in vnd behuͤtet si vor iren
veienden vnde vor allem vͤbel. diz sint die wort die got sprach
ze moysi auf dem perge synai. vnd von disen worten sint alle
gerichte gemacht die geistlich vnd werltlich sint.
vnd geit ein vater sin tochter hin fuͤr ein magt vnd
der man heimet sie vnd wirt ir dar nach gehaz vnd gicht. sie were
nicht magt. vnd lat si wider heim gen vnd er spricht ir dar nach
datcz wirste daz er mac vnd spricht. ich wante sie were ein magt
des han ich da nich funden. der vater vnd die muter shuln die
iuncfrowe nemen vnd shuln die zeichen nemen die zv dem magtum
gehorent. daz ist daz gewant daz vnder der meide lac so sie pei
dem manne ligt. der vater shol ez bereden uor dem richter vnd
pringez fur die leute die daz erkenne kvnnen ob sie magt was oder
nicht sie sein man oder weip. sagent sie daz si daz si magt was so
hat der uater erzivget seiner tochter magetum so shol man den man
nemen vnd shol im virzig slege slahen vnd shol dem vatere puͤzen
fuͤr den poͤsen levnemunt den er von seiner tochter hat
gemacht. er muz sie haben ze einem elichen weibe vnd mak kein ander
genemen die weil die lebt. ist abr daz war dacz sie nicht magt was
man shol sie werfen auz irz vaters haus vnd shol sie mit
steinen verrvͤnen vnd shol sie toͤten. daz ist dar vͤmbe
gesezzet daz si in irs vater gewalt daz hur hat begangen. dicz ist
vmb ein e. daz shuln richten geistliche richter.
ob ein man pei ains mannes weibe leit der vberhurer
vnd die vberhuͤrerin sint peidiv des todes shuldig. ob sie fuͤr
werltliche gerichte kvment so shol man im daz haubt abe slan.
ist daz ein iunkvrowe ainem manne gesworen ist vnd ist im
dennoch nicht zegeleit vnd kvͤmpt ein ander zv ir an der stat da
leut vͤmb sie sint vnd ligt pei ir vnd si swiget vnd
ruͤfet nicht man shol sie paide vahen vnd fuͤr den richter
fuͤren. da shol man erteilen daz man sie auz der stat fuͤren
vnd sie mit steinen verruͤnen peide ob ein ander. daz tut man dar
vͤmbe daz sie nicht enrufte do sie pei den leuten was. begreift
ein man ein ivnkvrowe auf einem acker. daz ist also gesprochen da
nich leute ist. vnd ist sie hin gesworn vnd ligt der man pei ir man
shol in dar vͤmbe toͤten. die iunkvrowe shol nicht vͤbels
dar vmbe leiden. daz ist da uon daz nicht leute do was da die vntat
geshach. vnd wie laute si hette geruft so hette sie doch niemant
gehoret der sie geloͤset hette. ist daz ein man pei einer ligt
die nicht hin gesworn ist. ez sei mit ir willen oder wider ir
willen. vnd ist daz er fuͤr gerichte kumpt der pei ir geslafen
hat der shol ir vater hundert phunt silbers geben vnd shol die
iunkfrowen ze e haben die weil sie lebt.
ez shol nieman pei seins vater weibe ligen. ez shol auch
seins uater heimelich niemant sagen.
vnde get ain man in einen weingarten er shol der per
ezzen als uil als im geualle vnd shol keine dar auz tragen. vnd get
ein man in ainen esch er shol der ehern ezzen vnd zereibe die mit
seiner hant vnd ezze daz korn ob in hungert vnde sneide sein mit
der sichel nicht.
als ein man niwelich hat weip genumen so sol in niemant
in kein streit fuͤren noch in kein vrluge vnd shol in niemant
noͤten des daz erebeit heizet vnd shol pei seinem weibe vnd pei
seinem hause ein iar sein daz er da uon nicht enkvme.
man shol den svn vmb des vater shult nicht erslahen. noch
den vater vͤmb des svns shulde. ein iglich menshe sterbe vmbe
seins selbes shulde.
so dv sneidest einen acker vnd vergezzest einer garbe auf
dem acker du sholt nicht dar wider laufen die garbe nemen. du sholt
sie witewen vnd weisen auf lazen heben. dar vmbe gesegent dir got
deiner hende erebeit. so dv dein oleum lesest ab den paumen was auf
den paumen pleibet daz sol sein armer leute witewen vnde weisen.
kreigent leute mit ein ander vmb swiv daz ist vnd kvment
fuͤr den richter vnde swem sein gewizzen seit daz er recht habe
dem shol er recht tun. vnd der da vnrecht hat den shol man
verdammen dar nach vnd er verdienet hat. ist daz er slege verdienet
hat der richter shol sich fuͤr in heizen strecken vnd shol im als
uil slege heizen slahen als er uerdienet habe. vnd ist die shulde
groze man shol im ze dem minnesten virzig slege geben vnd vͤmb
minner shulde minner slege. kreigent zwene mit ein ander vnd
laufent ein ander an vnd leuft ir eines weip zv vnd wil irn manne
helfen vnd vahet ienes mannes dink vnder den painen mac der man er
shol ir die hant abe sneiden ane parmunge. wan si wolde in
verderbet han.
Dv sholt rechtes gewege han vnd rechtes
mez. so geit dir got daz lange leben hie vnd in himelreich.
Nv spricht got nach disen worten. ich uerfluche alle
die die die disen worten mit gerich nicht nach volgen. ich verfluch
al ir gut vnd ir leip vnd ir sele eweclich.
von disen worten die got ze moyses sprach von den sint
alle gerichte kvmen die wir haben.
Nv shult ir merken. alle die den got gerichte hat
enpholhen die shullen rechte richten daz got sein ewiges gerichte
icht wider sie tu. dar vmbe tut nach disen gotes worten als diz
puch hie gesprochen hat wan dicz puch ist uon der rechten warheit
genumen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 190
Der nachtes korn stilt.
Swer nachtes korn stilt der ist des galgen shuldic. ez
shol des nachtes fuͤtern. swer ez aber tut wie wenig er sein
sneidet vnd ist ez eines pheninges wert ez get im an die hant. vnd
ist ez eins shillinges wert oder zweier ez get im an den leip daz
man in henken sol. ist daz man in vindet in der kirchen man nimt in
mit rechte dar auz also daz er ez des nachtes habe getan. tut aber
er ez pei dem tage so gildet daz phenewert den gerechten davmen vnd
eines shillinges wert die hant. tut er die getat anderstunt man
sleht im den anderen davmen abe. tut er ez dem dritten mal man
slecht im die hant abe. in welhe purk oder haus man ez tut do ist
der wirt dem richter shuldig zehen phunt. vnd ist in einer stat der
wirt ist shuldig zehen phunde oder man slet im daz haus gar
geuellet. so shol man des holzes nichtes nicht dannen tragen. ein
man sneidet wol seinem muͤden pherde ein futer daz ein phenewert
sei ob er fuͤrcht daz ez erligen wil. des muz er swern ob sein
iener nicht enperen wil des daz gut ist. er lat auch wol daz phert
mit dem fodern fuze treten in den esch vnd lat ez ezzen vnz daz ez
wider kvͤmt. er shol des futers nicht dannen fuͤren.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 191
Wie der herre vor den knecht sol antworten.
Niemant ist shuldic fuͤr den knecht antworten wan vmb
als vil als sein lon ist daz er im geit er enwerde denne sein wille
mit mutwillen. vertreibet der herre seinen knecht vor seinem iare
er shol im sein lon geben. enget abr der knecht den herren mit
mutwillen so shol der knecht dem herren als uil geben als er im
gelobt hette. vnd hat er im seins lons icht gegeben daz shol er im
zwiualt wider geben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 192
Von shedelichen tieren.
Swer ein perswein hat dem shol man iereclich die zende
abe segen. swer des
nicht entut der shol den shaden gelden dem ez tut. welch hunt oder per oder
hirze oder ander wilt daz man an heimish heltet oder vihe einen man toͤtet
daz
sol man mit steinen verrvͤnen vnd man shol ez nicht ezzen. wan ez ist
nicht
reine. lemt ez ainem man vnd slecht ez von im des ez ist vnd wil ez nicht mer
hausen noch houen noch eztes noch trenktes fur die weile vnz ez den shaden tut
ern hat diehain galtnisse da von. vnd wundet ez einen man ez ist daz selbe
gerichte. vnde dem der shade geshicht wil der er mac ez toͤten. vnd tut ez
dem
vihe deheinen shaden daz shol er gelden ob er sich sein vnderwindet nach dem
shaden des ez da ist. wil er lazen varn daz tut er wol vnd giltet nicht so nem
ez iener uor seinen shaden. ist ez ein hirz vnd hat shedeliche horne die shol
er
im abe heizen sneiden. vnd tut er des nicht er muͤz buͤzen on den
totslac
als ob er die wunden selbe hette geslagen. vnd tut daz wilt einen totslac der
man shol puͤzen als man pei dem hohsten phligt ze geben vͤmb ein wunden
peid
dem clager vnd dem richter. wern abr die horn als sie solden so buͤzet er
nicht. ist ez an der weile gewesen daz er nicht gehurnes treit vnd tut shaden
daz richt man als hie uor gesprochen ist von vihe daz shedelich ist.
vnd hat ein man shedelich phert vnd weiz daz wol
so er dar auf sizzet so
shol er die leute uon im heizen weichen vnd shol von den leuten reiten. tut er
des nicht welhen shaden daz phert tut den shaden shol er gelden als da uor
geshriben ist. swer in des vber treibet er shol in vͤberzivgen selp dritte
oder selp ander. ist nieman da gewesen so berode ez zen heiligen vnd sei ledig.
daz phert hat recht als daz wilde.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 193
Ob der richter sein gewette auf eime gute nicht vindet.
auf swelheme gute der richter sein gewette nicht envindet
daz ez so cleine ist so shol der fronepote ein crevce auf daz tor
oder auf daz haus stecken vnd shol ez da mite fronen. vnd hot er
sich sein vnderwunden fur iemanz gulde oder fuͤr iemans
pueze so shol man daz gut vber sech wochen veile pieten ob ercz
nicht loͤset des ez do ist vnd shol den leuten da uon gelden. vnd
gepristet auf dem gute icht so habe sich auf ein anders ob ez da
ist. vnd ist gepresten da den shol der richter haben vnd nicht der
clager. vnde kvmpt der ez erben shol inner iar vnd tage vnd berede
ze den heiligen dacz er nicht enweste daz man daz gut vorkaufen
wolde oder beret ander ehafte not man shol im sein gut ze loͤsen
geben. vnd shol der richter ienen noͤten daz er sein pheninge
wider neme die er druͤmme gab. daz ist recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 194
Ob zwene iehen in habe ein herre ein gut ze eigen geben.
Clagent auf ein gut zwene vnd iehent paide ez habe in ein
herre oder ein ander man ze eigen gegeben oder ze lehen gelihen
oder ze phande gesezzet vnd kvment peide fuͤr gerichte vnd der
ain an ainen gewern der ander an den anderen vnde iehent paide. si
habent ir gewern. vnd ist ez eigen oder sazzunge oder varndes gut
vnd ligt ez in dem gerichte da ez inne beclaget wirt in shol der
richter einen tac geben daz sie paide irn gewern pringen. vnd
wedert seinen gewern da pringet der hat behabt vnd der nicht
pringet der hat verlorn. vnd pringent si paide ir gewern so rechten
die gewern peide mit ein ander. vnd weders gewer behabt der hat
recht an dem gute vnd der ander hat verlorn. ist aber ez lehen so
shol in der richter einen tac gegeben fuͤr ir paider herren.
die fuͤrsten haben daz recht. swo sie gewern shuln sein
da shuln sie ir offen priue senden vnd ir insigel dar an vnd shuln
den senden pei irm dienstman. der shol verstan an seiner stat vnd
shol auch iens gewer sein der in dar hat pracht. vnd wil des des
fuͤrsten pote er mag ez zihen an den kvͤnig. habent abr sie daz
gut von einen man vnd sendet der seinen gewissen poten dar mit
priuen vnd mit insigel vnd ist der ein herre vnd nicht ein
fuͤrste wedern der priue gicht der hat behabt. vnde gicht man des
gutes von ainem dienstman oder uon einem anderen man der shol
selber kvmen ob in nicht ehafte not lezzet. die shol iener beweisen
mit seinem eide oder mit seins gewern poten.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 195
Ob ainer ains gutes ze eigen gicht vnde der ander ze
lehen.
Unde sprechent zwene ain gut mit gleicher gewer an vnd
gicht der eine ez sei sein lehen der ander ez sei sein aigen der
daz lehen an sprichet der pringe seinen gewern vnd kvme fuͤr den
richter. do shol der richter richten als weise leute erteilen. erbe
eigen mag ein man baz behaben vor gerichte danne erkauftes eigen.
swer ein gewer hat iar vnd tak rechte widersprache der hat
ein recht gewer dar an. die shol im nieman prechen wan mit dem
gerichte. die weil abr ein man ein gut an claget vor gerichte wie
lange er ez hat dar nach er gewinnet nimmer kein recht gewer dar an
alle die weil vnde er die clage erzivgen mag. kvmpt iener als ofte
fuͤr als er die clage hoͤret vnde verstat sein gut also daz er
spricht. herre ich pin hie vnd verspriche mein gut als recht ist.
so hat recht gewer dar an. die ansprache hat iener driv iar vnd
nicht lenger. der richter shol im gebieten daz er dar nach rechte
neme ze drein lanttedingen vnd shol auch ieme gebieten dacz er im
antworte. vnd kvmpt er nicht fuͤr der die ansproche an daz gut
hat so shol man ienem erteilen daz er immer ein ledig man sei vor
der clage ez sei denne daz in ehafte not irret. daz beweise als
recht ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 196
Der uor gerichte dingfluchtig wirt.
Swen man uor gerichte beclagt do er zegegen ist vnd wirt
er dinkfluͤchtig er ist der clage shuldig. vnde ist er vmb
vngerichte oder vͤmbe freuel beclagt wirt man shol ze hant
verechten.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 197
Der fremdez acker bawet.
Swer bawet eins andern mannes acker vnd wirt er dar
vͤmb beshuldiget er hat sein arbeit verlorn vnd shol dem richter
weten. vnd hat imz ieman gelihen oder vͤmbe zins gelozen ze pawen
der shol im seinen shaden abe tun. swer daz lant pawet oder saet
fuͤrst daz ze clage kvͤmpt der verlivset sein arepait vnd sein
seite vnd muͤze deme richter puͤzen. waz ein pawet oder set daz
vnbeclagt ist da shol er sein arebeit vnd sein seit her abe niezen.
vnd shol man da uon zins geben den shol er auch geben swen er an
gehoͤrt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 198
Der sein vihe treibet auf vremder leute korn.
Swer sein vihe treibet auf der leute korn oder gras
der shol im sinen shaden zwiualt gelden vnd shol dem richter drei
shillinge geben oder nach gewonheit mer. er mag ez wol
phenden on des richters vrlaup vnd shol ez treiben in des richters
gewalt vnd wil er er mac ez panden. ist daz nicht so getane vihe
daz erz nicht gevahen mac als wilde ros sein vnd reinishe phert
oder wilde daz zam ist oder gense daz shol er in sein gewalt
treiben ob erz zv dem richter nicht pringen mac vnd shol ez dem
richter kuͤnden. vnd der shol im heizen gelden als hie uor
geshriben ist. der man shol seinen shaden bereden selp dritte. hat
er der nicht so shol er seinen shaden bereden mit seins aines hant.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 199
Der sein vihe nicht treibet fuͤr den gemeinen hirten.
Swer sein vihe anders treibet den fuͤr den gemeinen
hirten der shol dem hirten vollez lon geben vnd dem richter sechs
pheninge. nieman mac seinen aigen hirten gehaben wanne gotzheuser
vnd herren die selbe wisemat haben. oder swer ein herre oder sust
ein ander man ist der drei hube habe vnd daz wismat daz dar zv
gehoͤret der mac haben einen shaf hirten. swaz der hirte in
seiner huͤte verlivset daz shol er gelten nieman shol kein vihe
inne haben. als sant georien messe kvͤmpt so sol er ez auz treiben
an die swein die iunge zihent. vnd swelhe vihe iungen hat oder daz
dem hirten nicht geuolgen mac. daz selbe shol man in tun daz ez den
leuten icht shaden tu. swo man abr dem hirten lont von der hube vnd
nicht von dem vihe da shol der man der auf der hube sitzet
daz lon dem hirten geben ob er halt nicht vihes hat. was man fuͤr
den hirten treibet daz shol er wider antwurten. vnd shuldiget man
in dar an ern habez nicht geantwuͤrten vnd tar er daz bereden daz
er ez haben geantwurtet an die stat do er ze rechte shol. ob ez ein
dorf so shol erz antworten innerthalp der zevne. ist ez abr ein
stat so antwortes in die veste oder in daz tor. so ist er ledig.
swaz im der wolf oder rauber nimt pleibet er vngevangen vnd
beshreit sie nicht vnd beruͤft si nicht er muz daz vihe gelden.
hot er aber zwene man die daz horten daz er rufte vnde nach lauf er
beleibet one gelt. lemet ein vihe daz ander uor dem hirten er muz
daz vihe beweisen daz den shaden hat getan vnd muz sweren daz ez
also sei. so shol iener sein gewundet vihe behalden vnz daz ez wol
an daz velt mak gen. vnd waz kost dar auf gat die shol iener gelden
des daz vihe was daz den shaden tet. stirbet abr ez er muz ez
gelden als ez wert ist oder er gebe im ein ander vihe da fuͤr vnd
pleibet ienem doch der awasel. swer seines vihes vermisset vnd
zehant ze dem hirten get vnde shuldiget in dar vͤmbe vnd
sprichet der hirte ez wuͤrde fuͤr in nie getriben. daz shol er
behaben mit zwen mannen oder mit zwein vrowen. die shuln swern ze
den heiligen daz sie ez fuͤr in trieben. vnd als daz geshicht so
shol ez der hirte vnde iener bereden wes ez wert was vnd shol dem
richter weten nach guter gewonheit.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 200
Ob ein richter in eime dorfe sitzet.
Und ist ein dorf do ein richter inne sitzet swaz der
gesezzet mit der merern menie der gepaur daz mac der minner teil
nicht widerreden. daz selbe recht ist in den steten.
welhe doͤrfer pei dem wazzer ligen vnd sie ein
fuͤrslacht oder einen graben machen shullen daz in wazzer icht
shaden tu des shuln helfen alle die doͤrfer vnd alle die leute ze
dem sich versicht daz in daz wazzer shaden tu ob ez auz get. vnd
wer des nicht tut den shol ez der lantrichter noͤten. vnd wer
sein nicht tut dem shol der lantrichter sein gut verteilen daz er
do bewaren solde vor der wazzer fluͤte. des shol sich der
lantrichter vnderwinden vnd shol da uon pawen als daz gut an
gepuͤrt. vnd shol der lantrichter sein puze auf daz ander haben
vnz her daz loͤse des ez do ist ze rechte. vnd kvmpt ez also daz
daz wazzer auz devzet daz shol man wern uon gemeinem gute vnde nach
der shazstivre.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 201
Von der gewer.
Vnd ist daz ein man gut uon dem anderen hat swer an deme
gut freuelt der ez mit nuͤzze in ledeclicher gewer hat vnd in
grozem nuͤzze dem shol man pezzern.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 202
Wen ein iglich gelt verdienet ist.
Ob der man derhein lehenerbe hat nach seinem tode swen
daz gut denne erbe ez sei aigen oder ander gut der shol nemen den
nuz der sich nicht ergangen hat.
nv vernemt wenn ez sich vergangen habe. an sante walpurge
tage ist der lember zehende gelt verdient. an sent iohans
tage ist verdient aller hande fleish. an sent margareten tage ist
verdient allez gut ane wein vnd ane korn. an sent gallen tage ist
verdient der wein. an sent merteins tage ist uerdient daz korn.
swer zehenden dienen shol vnd ander gut der shol ez
verdienen ze den zeiten als hie vor geshriben ist. des mannes gut
ist verdient die er mit seinem phluge wuͤrket so die egede dar abe gat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 203
Wenne den pavman von dem gute weisen shol.
Wil der herre den pavman von dem gute weisen daz sol man
tun ze lichtmesse. daz shol er tun ob er sein gut vͤmb zins hat
lazen. stirbet der man dem daz gut also ist lazen sein erbe trite
an sein stat vnd get da uon daz selbe gelt daz iener gap. stirbet
auch der herre man gebe seinen erben daz man dem herren gap.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 204
Gelt von muͤln vnd von muͤnzen vnd von zollen.
Gelt uon muͤln vnd von muͤnzen vnd uon zollen vnd von
anderen dingen ist verdient auf welhez zil man den tac benennet.
ob ein kint sin iarzal beheltet vnz an den tac daz man daz
gut uerdienen mac so shol man im sein gelt geben. ieret ez sich abr
nach den rechten tagen so man daz gut uerdienen shol so ist daz
gelt verlorn vnd nicht daz gut von einem herren ze lehen oder in
anderr weise so wirt dem herren daz gelt. daz gut shol er behalden
als daz lehen puch her nach sagt. hat auch der herre des kindes gut
ze gelde lazen e ez sich geiere der herre behaltet die sat vnd
nicht den podem. vnd ist daz ez holz ist der herre shol ez nicht
abe heizen howen vor des kindes tagen. iert sich abr daz kint vor
der herre hat sein arbeit verlorn die er auf daz gut hat gelegt.
wanne daz kint ze seinen tagen kvmen ist so shol ez sein gut ze
ganzem nuzze an sich nemen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 205
Wie weit di lantstroze sin sol.
Des kvͤnges stroze shol sein sechzehen shvͤhe weit.
daz ist also gesprochen. die stroze shol sein also prait daz ein
wagen dem anderen geraumen muge. der lere wagen shol raumen dem
geladem vnd ie der minner geladen shol entweichen dem der
swerre treit. der reitende entweiche dem wagene er sei lere oder
geladen. der gehende entweiche dem reitenden. sint abr sie paide in
einem engen wege oder auf einer pruk vnd iagt man einen reitenden
oder einen gehenden so shol der wagen stille haben vnz sie fuͤr
kvmen. welher wagen des ersten an die prucke vert der shol des
ersten vͤber varn er sei ler oder geladen. der e ze muͤl
kvͤmet der shol e malen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 206
Wie man vremdez gut behalden shol.
Swelch man dem anderen ein phert oder ein gewant oder
dehein varndez gut sezzet oder leihet mit seinen willen so hot er
recht in des gewalt ez also kvͤmt dar an. von lehen wolle wir
reden. vnde leihet ein man dem anderen ein phert an ein stat vnd
benennet im die stat vnd leihet ez im vmbe sust vnd shicht im icht
biz an die selbe stat er puͤzet im dar an nicht ob er ez reitet
rechte reise vnd im sein fuͤr geit. vnde reitet er ez fuͤrpaz
den an die stat die er im nante geshicht im denne icht er muz ez
gelden. wirt ez gestoln oder geraubet er muz ez gelden. nimt er abr
der gemeine rot er gildet sein nicht. daz ist geshrieben lantrecht.
leihet ein dem anderen ein phert vmbe lon vnde benennet im
die stat vnd nicht verrer waz dem pherde geshiet biz an die selbe
stat daz muz er gelden on den gemainen rot. wirt ez im gestoln oder
geraubet e daz ez an die stat kvͤme die im benennet ist so giltet
er sein nicht ob er sein so gehuͤtet hat als er ze rechte solde.
reitet er ez fuͤrbaz den an die stat die da genennet ist ez muz
der man gelten swaz im dar an geshiet on den gemainen rot. wanne
wir sprechen. ez shulle der man vremdes gutes paz huͤten denne
seins selbes. vnd leihet ein main sein vihe dem anderen vͤmb sust
daz hat daz selbe recht als daz phert.
vnd leihet ein man dem anderen ein phert oder einen ochsen
in einen phlug mit solhem gedinge. leihe mir dein vihe in meinen
phluc zwene tage so leihe ich dir denne meinen auch zwene tage.
vnd kvment also zesamene vnd stirbet daz vihe ir entweder gildet
dem anderen nicht ob er ez ze rechte hot gezivget vnd im ze rechte
sein fur geit vnde er daz beredet ze den heiligen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 207
Von offener diepheit vnd von heimlicher diepheit.
Einez ist oͤffenliche dipheit daz ander haimeliche
diepheit. offen diepheit ist ob ein diep nachtes oder tages kumt in
ein haus oder an ein ander stat vnd stilt da was da ist vnd wirt
begriffen mit dem gute e erz verperge daz ist offen diepheit. ist
daz ein man hin geit diebik dink einem andern vnd waiz daz ez
diebik ist daz heizet offen diepheit. ist daz ein man hin get vnd
dem anderen seinen mandel auz treit vnd im daz nicht sagt e an dem
virden tage ob er wil er hat ez fuͤr diepheit also. ob er in dar
vͤmb gevrogt hot vnd er im des gelaukent hat er mag ez wol fuͤr
ein diepheit han ob er wil. vnd beclagt er in uor gerichte er muz
im antworten fuͤr ainen diep. er muz auch auf daz gut bereden daz
ez im dieplich verstoln sei ob daz gut da zekegen ist. vnd ist daz
gut da zekegen nich er muz in vͤberzivgen mit siben mannen.
den ez warez gewizzen ist daz er im daz gut uerstoln habe.
vnd ist er e belevmundet mit der dinge deheinen als daz puch hie
uor seit so bedarf er zv im selber nevr zweier manne. die shuln des
selben mit im swern. so shol der richter richten als recht ist vber
in.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 208
Der diepheit retet vnde sie der ander tut.
Und ist daz ein menshe dem anderen retet daz er stele vnd
spricht also. ge hin vnd stil dem daz vnd pringe mirz vnd gib mirz
halbez ich wil dirz behalden. vnd er tut daz vnd daz gut wirt
begriffen in des gewalt deme ez da enpholhen ist nu der ist emals
nicht belevmundet. wie shol man daz richten. vnd ist daz er gicht
daz er schup habe des shol man tac geben in vnde kvͤmt iener
fuͤr vnd scheubet ez auf in er muz ez enphahen. spricht abr er.
er sei sein geselle dar an und er hiez ez in steln vnd er enphalch
ez im. vnd sint sie vnbelevmundet als hie uor geshriben ist so muz
ez got sheiden vnder in mit kamphe. uor gote sint sie paide
shuldig. mit kamphe wirt nevr der shuldic der sigelos wirt. vnd
spricht er auf den iener da shevbet. ich stal sin nicht er enphalch
mirz dicz gut vnd iach ez were rechtvertig. vnd kenphent sie mit
ein ander vnd gesigt der diep der ez zem ersten stal vnd hat
veriehen. oder hot er nicht veriehen vnd hat man auf in geshoben
daz gut vnd gesigt der ez hiz stelen der ist genesen vnd henket
ienen. dirre ist abr uer gote shuldig vnd vor den leuten vnshuldig.
daz geshicht ofte an maniger sache.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 209
Da ein mensh daz ander stilt.
Swer einen menshen stilt daz ist auch diepheit. offen
diepheit vnd wirt in seiner gewalt begriffen man shevbet ez auf in
als ein ander diepheit. vnd wie iunc ez ist oder wie arm ez ist man
shol in dar vmbe henken. wanne ein menshe ist tevrre den ein michel
teil gutes.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 210
Der diepheit hilt oder hilfet.
Swer rat oder helfe tut ainem menshen daz er stele der
ist der diepheit shuldig. wer stelen wil vnd get hin zeinem man vnd
pitet in daz er im ainer leitern leihe er welle in ein haus steigen
durch stehelen willen. oder der oder der ainem diebe die tuͤr auf
tut. oder ein smit der mit wizzen diepsluͤzzel machet do er mit
auf sleuzet oder ander eisen die ze diepheit gehort. oder der im
ander helfe tut die diesem gleich ist. daz wizzet daz der also
shuldig an der diepheit als der da stilt vnd man shol in henken zv
dem diebe.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 211
Der dem andern sin gut enphilt.
Enphilhet ein man einem sneider sin gewant daz er ez mache
vnd wirt ez da uerstoln der sneider muz ez gelden. also stet ez vmb
al enpholnisse. swes sich der man vnderwindet ze phlegen oder ze
behalten vnd wirt es im vestoln ez muz ez gelten.
der ainem man ein phant sezzet vͤmb sein guͤlde vnde
wirt ez im verstoln ez muz ez gelden. vnd gib ich einen man ein gut
ze kaufen vnd geit er mir sein arre dran vnd daz gut pleibet mir in
meiner gewalt vnd wirt ez mir verstoln der shade ist sein vnd nicht
mein vnd han ich sein gehuͤtet als ich uon rechte solde.
vnd leihet ein man dem anderen einen guldeinen naph oder
ander gut der shol sein paz huͤten den sein selbes gutes vnd wirt
ez im verstoln so muz er ez gelden. so sprechent svͤmeliche
leute. verlivset ein man sein gut mit minnen er shuͤlle mirz
nicht gelden. des ist nicht. ainem iglicheim man ist gesezzet daz
vremdez gutes paz shol huͤten denne sein selbes. vnd ist daz mir
ein gut verstoln wirt daz nicht mein ist da shol ich clager vͤmme
sein. vnd stirb ich oder entweiche ich da uon so shol er clagen des
daz gut da ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 212
Der im selber stilt vnde zeihet ez ander leute.
Und ist ez ein man pei den leuten sizzet vnd hat pheninge
in seinen pevtel vnd er sneidet sein selbes peutel abe vnd
verpirget den vnde zeihet ez die leute sie haben ez getan. oder er
nimt sie auz dem peutel vnd gicht sie haben imz genumen vnde man
shol der leute eit dar vͤmbe nemen. ez ensei daz manz in ir
gewalt begreifet so richte man vͤber sie als recht sei. vindet
manz abr in seins selbes gewalt vnd ist ir sezzig oder mere man
shol in henken. also shol man richten vͤmb allez daz gut daz der
man im selber stilt. hie hat der man mit seins selbes gut sein
leben verlorn. daz ist uon seiner grozen vntat geshehen daz er
ander leute gehoͤnet hot vnd in ir leip genumen wolde haben.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 213
Wer sein leben vmb diepheit nicht verlivset.
DIe weil ein menshe vnder virzehen iaren ist so mag ez
seinen leip nicht mit diepheit verwuͤrken. vnd hat abr ez phleger
vnd gut so shol man den leuten fuͤr ez gelten. vnd hat ez nicht
ze gelden man shol im haut vnd har abe slahen. man shol diepheit
zwiualt gelten vnd dem richter nach genaden puͤzen ob der clager
pueze nemen wil.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 214
Von strozrauben.
Wil mich ain man rauben auf der stroze vnd were ich mich
vnde slahe in ze tode ich puͤze seinen frivnden noch dem richter
nicht. vnd wil man mir des nicht gelauben daz ich meinen leip also
geretet habe vnde auc mein gut vnd haben ez die leute gesehen ich
shol ez selp dritte erzivgen vnd mag vns daz mit kanphe niemant
geprechen. vnd hat ez nieman gesehen ich shol meinen eit dar vͤmb
pieten. daz wert mir wol ein sein mac mit kanphe ob er wil.
daz ist dar vmb gesezt daz die shulde niemant weiz denne got
alleine daz shade er auch zem rechten.
vert ein man auz vnde wil rauben vnde fuͤret leute mit
im die im helfent vnd nement einen raup vnd fuͤrent in haim. nv
weder sint sie alle shuldic oder nevr der eine der die anderen auz
hat pracht. ich spriche. si sint alle gleich shuldic wan er eine
den raup nicht mechte haben genumen on der anderen helfen. vnd
begreifet er ir einen des der raup gewesen ist er mag in wol vahen
on gerichte vnd shol in fuͤr den richter fuͤren. vnd ist ez der
helfer einer man shol vber in ichten als vbr den selpsholn. vnd ist
daz er des laugen man shol in des raubes vberkvmen mit dem shube ob
man in hat. hat man des shubes nicht man shol in vͤberzevgen mit
siben mannen. hat man der nicht man shol in vͤberzivgen mit drein
mannen. diz ist vͤmb den raup recht daz nicht rechter strozraup
ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 215
Die aime helfent rauben on strozraup.
Und hat ein man gut in seiner gewer daz nicht uor gerichte
kvmen ist mit clage vnd spricht ez ein man on an gerichte vnd
vnderwindet sich des gutes on gerichte dacz haize wir raup. vnd ob
er dar auf icht nimt daz shol man vͤber in richten als uon ienem
rauber von dem hie uor geshriben ist. vnd nimt er dar auf nicht so
hot er doch freuelt an deme richter. dev freuel ist etwa fuͤnf
phunt etwa minner etwo mer. nimt abr er dar auf icht man shol dev
freuel puͤzen von dem clager zwiualt gelten vnd dem richter geben
zehen phunt ob der clager puze wil. vnd ist daz ein gewer geantwort
wirt mit gerichte swer die zeprichet dem get ez an dev hant
oder ze losen zehen phunt den ob er halt nicht dar auf. nimt er abr
dar auf icht daz ist raup dacz shol der richter richten als recht
ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 216
Wie man wilt iagen sol vor der herren panforsten.
Do got den menshen geshuf do gap er im gewalt vber
vische vnd vͤber vogel vnd vͤber wilde tier. da uon habent die
kvͤnige gesezzet daz niemant seinen leip noch seins leibes ein
teil verwurken mac an disen dingen. doch habent die herren
panforsten. wer in dar inne icht tut da habent sie puze vmb
gesezzet als wir her nach sagen. sie habent auch vber vishe pan
gesezzet vnd vͤber vogel. hie spricht pan gesetzzet. allen tiren
ist vride gesezzet wan wolfen vnde pern. an den pricht niemant den
fride. wer in den panforsten wilt wundet vnd vellet oder iaget oder
toͤtet der shol dem herren des ez ist sechzic shillinge des
herren lantpheninge. wer durch den panforsten reitet sein pogen vnd
sein armprust shuln vngespannet sein. sein kocher shol bedecket
sein. sein winde vnd seine pracken shuln auf gevangen sein vnd sein
iagenden hunde shuln gekoͤppelt sein. iagt ein man ein wilt mit
des herren urlobe vor dem forste vnd flevhet dar in er shol den
winden widerrufen. vnd mag er sie nicht wider pringen er shol in
nach volgen vnd sein horn nicht plosen in dem forste noch die hunde
nicht gruͤzen. waz dem wilde denne geshicht von den hunden da
ist der herre vnshuldic an. felet aber er vnde hezzet die hunde an
daz wilt oder pleset er sein horn so ist er puz shuldic da werde
wilt gewundet oder nicht. vnd ist daz ein man ein
tier wundet in seinen wiltpanne vnd daz
flevhet von im vnd ez kvͤmt auz seinen augen
in einen andern wiltpan ez vellet da nider. wes
daz wilt ze rechte sei daz shul wir sagen. stirbet ez dar
inne e daz der dar vber kvme der ez
geiagt hat des ist ez ze rechte. vnde vindet er ez lebende er shol
ez lazen stan vnd ist des des der
wiltpan ist. ein iglich wilt ist aines mannes mit rechte die weil ez
in seiner gewalt ist. kuͤmpt ez auz
sinen wiltpanne so ist ez nicht sein. vnd daz ain man ein wilt iaget
vnd kvͤmt ez von im vnuersert vnd ist abr so muͤde daz ez nider vellet
vnd nicht furbaz mac vnd kvͤmt ez
auz seinen augen daz er sein nicht mere sicht swer ez dar nach
vindet oder vahet des ist ez mit rechte
vnd also ob er sich des suchens hat gelaubet. vnd ist des nicht
al die weile vnd er ez suchet so ist ez
sein. wer ez vnder ez vnder den weilen vindet der shol imz wider
geben ez lebe oder tot sei. als ein iglich
wilt auz deiner gewalt kuͤmt vnd auz deinem wiltpanne so
ist dein nicht. als ein wilt in sein vreiheit
kuͤmt auz deinen augen so ist ez dein nicht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 217
Von hebechen vnd von anderen vederspil.
Dicz ist uon wilden vogelen. hat ein menshe hebeche vnd sperber
oder ander uederspil vnd entrinnet daz einem manne ob der hant vnd er volget
im nach vnd ez flivget auz seinen augen vnd er sich gelaubet des suchens den
tac
vnd suchet den anderen tac vnd den dritten vnd er vindet nicht vnd wer ez an
dem dritten tage gevahet der sol ez mit rechte wider geben. gevahet erz an dem
virden tage oder dar nach ez ist sein. vnd ist daz ain vederspil ain muz hat
vnd
entrinnet daz ainem man man shol ez mit rechte wider geben. daz recht ist uo
n
den vogelen die man in kivet daz heizent beslozen vogele. aber swie dicke
sich
die gemauzent daz hilfet nicht. als sie drei tage auzen sint so sie entrinnent
man geit er nicht wider.
swo vogel nistent auf einen pavme vnd swo sie nistent daz
des mannes ist die weil ez in seiner gewalt ist so sint sie sein.
als abr ez vligent wirt wer ez denne gevahe des ist ez. vnd get ein
man ze walde vnd verstilt vederspil ab dem neste man shol dem
herren drev phunt ze puze erteilen oder er gebe die hant. ich meine
valken hebeche vnd sperber oder daz als gut sei als dicz. vmb ander
gevuͤgele mag man weder leip noch gut genemen.
vnd verstilt ein man vederspil deme anderen abe der
stangen oder auz seinem korbe vnd wirt man des innen vnd gevahet
man in vnd begreift daz vederspil pei im man shol ez auf in shieben
als ander diepheit. vnd hat er ez geergert man shol ez zwiualt
gelden vnd shol dem richter halp als uil geben als dem clager. vnd
ist daz ez gar verderbet ist so geldez aber zwiualt. vnd ist ez als
gut als do erz stal so sol er sweren wie liep im sein vederspil
sei. halp als uil shol im der diep geben vnd dem richter daz ander
teil. vnde hat er nicht gutes man shol im haut vnde har abe slahen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 218
Von tauben vnd phaben.
Die tauben vnd die phaben haben gleichez
recht. vnd hat ein man phaben die
gewone sint pei seinem gemache ze wesen vnd si fligent danne vnde aber wider
heim al die weile si daz tunt so sint sie sein. als si hin vligent vnd her
wider
nicht inner vier tagen wer si dar nach vahet des sint sie.
swer daz vederspil in den tagen gevahet die hie
genennet sint vnd ez behaltet vnd sein hoͤret vorshen vnd geit
sein nicht wider so ist ez dipheit. vnd wie lange erz dar nach
behaltet so ist ez sein nicht vnd muz ez wider geben. vnd kvmt ez
fuͤr den richter so richte als hie uor gesprochen ist. diz recht
habent auch die tauben. vmb vishe vͤmb vogel vͤmbe wilt
verwuͤrket niemant seinen leip gar.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 219
Von zamer vogel rechte.
Dicz ist von zamen vogelen von gensen huͤnren enten. die
habent ander recht den ienez gefuͤgel. wo daz gefuͤgel kvͤmt
vnd wie langez auzen ist so ist ez doch mein. vnd wer ez behaltet
vnd weiz daz ez nicht sein ist daz ist diepheit vnd man richt dar
vͤmbe als vͤmb ander diepheit. swi lange man wilde vogel inne
hat man habe sie in dem zil oder nach dem zil gevangen vnd
entrinnet sie vnd gevahet sie der des sie zem ersten waren des sint
sie mit rechte in welhem zil er sie gevahet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 220
Der wilde tier zam wil machen.
Swer wilt in steten oder auf puͤrgen zvͤhet daz get
hin ze walde vnde wider heim die weil ez die wonunge hat so heizet
ez sein. vahet ez ieman daz shol man im puͤzen als hie uor
gesprochen ist. get abr ez hin vnd kvͤmt hin wider nicht in acht
tagen swer ez denne geuahet des ist ez. oder in wes walde ez get
des ist ez auch.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 221
Von shedelichen tiren.
Swer behaltet ainen liminden hunt oder einen zamen wolf
oder hirz oder pern waz sie ze shaden tunt dacz shol er gelten. wil
er sich des wildes anen da mit kan er nicht ledig werden noch
vnshuldic. wan ez ist widerz recht wer wilt pei leuten zam wil
machen daz nimmer zam kan kan werden. vnd slecht ein man
einen hunt ze tode oder der tier deheinez die weil ez im den
shaden tut er hat ez kain galtnisse. habent ez die levte gesehen daz er
ez tet in notwer man shol sein aines ait dar vͤmme nemen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 222
Durch was vrowen vormunt muͤzen haben.
Ez mac dehain weip vorsprech noch uormunt gesein noch
mugen ane uormunt geclagen nicht. daz verlos den vrowen allen ein
edele roͤmerinne. die hiez kaefurnia. die uor dem reiche ze rome
also missebarte vnd in so grozen zorn kom daz sie den kvnig beshalt
do ir wille nicht fuͤr sich gienc. do nam der kvnig die gewonheit
ab mit der fuͤrsten rate ze einem houe vnd mit weiser meister
lere daz dehein vrowe nimmere shol vormunt noch uorspreche sein
vnd nimmere an ir vormunt vor gerichte geclagen shol. vnd hot sie
einen eman der shol ir vormunt sein. vnd hat sie des nicht so nem
sie einen anderen. der richter shol sie e nicht hoͤren. den
vormunt shol sie e haben e den uorsprechen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 223
Der e in die echte kuͤmt.
Unde kuͤmt ein man in den pan vor geistlichem
gerichte vnd ist dar inne sechs wochen man mac in mit rechte vor
werltlichem gerichte ze echte tun. vnd kumt er uor werltlichem ze
echte man tut in in gaistlichem ze panne. vnd ist daz er e in die
echte kumt e in den pan er shol auch e auz der echte kvmen e auz
den panne. ist abr er e ze panne kumen e zv der echde er shol auch
e auz den panne kumen e auz der echte. dieweder richter sol in auz
den panden lazen e daz er von den shulden kvͤmt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 224
Der seinen knecht mit ruten sleht.
Ob ein man ein kint mit der hant oder mit pesemen slecht
oder er rauftes durch sein missetat er bleibt ez ane wandel.
spricht man in an er habez zv geverde geslagen des shol
er sich zv den heiligen bereden daz er des vnshuldig sei. macht erz
ze der nasen plutruͤnstic on geverde vnd beredet ez ze den
heiligen er pleibet des ane wandel.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 225
Von lerkinden.
Unde ist daz ein man sein kint hin lat durch lernunge einen manne
oder einen weibe zwei iar oder
mere oder minner vnd geit da uon ein genantes gut daz kint stirbt e
daz zil kuͤmt so shol man des gutes abe slahen als von der zeit
gepuͤrt vnd shol ez wider geben. man shol uon der ersten zeit
aller meist abe slan wan so hat man aller maist arebait mit den
kinden. vnd verderbet er daz kint mit vnrechter zvchtigunge so muz
er wider geben waz er enphangen hat. des shol er einen phening
nicht behaben. da puͤzet er mit daz erz mit vnzuͤchten
verderbet hat. vnde lauftez hin durch sinen mutwillen im pleibent
die pheninge oder waz man im anders gab. vnd kvͤmt ez wider in
virzehen iaren als alt vnd wil ez wider zv im er shol ez enphahen
vnd shol ez sein zeit auz leren.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 226
Wie keiserlicher fride gesworen wart vber alle devshe lant.
Nv vernemt den anderen vride den der keiserliche gewalt
gesezt vnde gestetiget hot mit williger kuͤr in devschen landen der
fuͤrsten vnd der weisen maister vnde ander weisen levte die in
dem lande varen. alle tage vnd alle zeit shuln fride haben phaffen
vnd alle geistliche leute iuncfrowen vnd witewen vnd alle weise
kaufleute vnd
iuden an ir leibe vnd ir gute vnd kirchen vnd freithoͤue vnd
iglich dorf in seinem zavne phlug vnd mvͤle vnd des kvnige stroze
enwazzer vnd enwelde. dicz shol allez steten fride han. die leute
die vor genennot sint die sint dar vͤmb genennet sunderlich daz
sie selbe nicht were enhabent. da uon suln sie alle steten fride
haben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 227
Swer in der kirchen icht vͤbels tut den shirmt die kirche nicht.
man shol in dar auz zihen vnd vber in richten
als die shult geshaffen sei. vnd stilt
er in der kirchen dreier pheninge wert man sleht im haut vnd har ab. in dem
kirchoue daz selbe recht. vnd stilt er eins shillinges wert man shol in henken.
Swer an dem andern freuelt in der kirchen der shol
puͤzen geistlich gerichte vnd werltlichem gerichte vnd dem man
gefreuelt hat. diz recht hot auch der kirchof. die muͤl hat auch
pezzer recht den ander hevser. swer in der muͤl stilt korn oder
mel vier pheninge wert man shol im haut vnd har abe slan. vnd wer
ander dink stilt daz richte man als uor gesprochen ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 228
Wie heilig vier tage in der wochen sint.
Ez sint vier tage in der wochen die sint
heiliger den die anderen. daz ist
der dvnerstac freitac sampztac vnd der svntac. des dvnestages weihet man den
kresemen da mit man vns alle zeichent zer cristenheit in der taufe. des
donestages furte got sein mensheit ze himel vnd offent vns den wec da hin der
vns lange uor beslozen was vnd furte mit im manig sele die e zer helle lange
waren gewesen. des freitages geshuf got den ersten menshen. des samztages ruhet
got do er in sechs tagen hette geshaffen allez dacz er wolle. daz was die
groͤste kraft die got ie gewan daz er auz nichte allez daz geshuf daz himel
vnd erde begriffen hat. er ruhet auch am samztage nach seiner marter in dem
grabe. des svntages wart vnser herre iesus cristus gekuͤndet von dem engel
gabriel der hoch gelobten iuncfrowen marien. des selben tages wurde wir
versvͤnet vmb adams missetat die er tet in dem paradyse. des suntages was der
erste tac der ie gewart vnd wirt auch der iungeste tac als wir erstehen
shullen mit leibe vnd mit sele. vnd alle die rech in dirre werlde gelebt haben
die varent mit leibe vnd mit sele ze himel vnd sitzent da ze der zeswen vnsers
herren vnd habent da vrovde mit gote eweclich an ende. vnd alle wider got
gelebet haben die varent mit dem tivuel in die ewige marter vnd in daz ewige
fevr dar inne sie ewiclichen prinnen. da gedenket an alle die richtere sint
vnd richt also daz ev got an seinem ivngesten gerichte genade tu vnd fro pei im
bestet. die vier tage die wir hie genennet haben die sint gesezzet allen lovten
ze fridetagen. on die leute die in den tagen die vntat tun. vͤber die shol
man
in den selben tagen richten. vber die echter shol man alle tage richten. den
echter beshirmet kein tac.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 229
Wie der man seine frivnt auf dacz gerichte furen shol.
Und wirt ein man auf eime gerichte beclaget der shol
seiner frivnde nicht wan dreizig dar pringen mit im fuͤr gerichte
vnd alle on gewefen wanne mit swerten. vnd wer an daz gerichte
gewefen fuͤrt der ist dem richter shuldik funf phunt der
lantpheninge.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 230
Wie man echtere vnd frideprecher vahen shol.
Swer einen echter oder einen frideprecher vahen wil vnd
wert er sich vnd slecht er in ze tode oder wundet in er ist dem
richter nichtes shuldig noch seinen frivnden. mag er in nicht
gesunden vahen so vahen also wunden vnd pringe in fuͤr gerichte.
der richter shol vber in richten nach seiner shulde.
<231a> Wer echter vnd frideprecher iagen shol.
Gewefen mag man wol fuͤren wenne man vert durch
gerichtes not. der richter mac wol gepieten allen den die den fride
gesworn haben daz sie varen wo sin not ist in seinem gerichte vnd
allen den die zv iren iaren kvmen sint der swert gefuren mac ez
enwende sie denne ehafte not. phaffen vnd weip vnde mesener vnd
herter vnden die shuln nicht selbe varn. si suln abr ir helfe dar
zv tun mit leuten oder mit gute. ist ez abr ein phaffen fuͤrste
er shol wol selbe varn vnd shuln si im ir helfe tun die hie
uor genant sein. ob sie uor ein haus varen drei tage shuln si da
sein in ir selbes speise. vnd vinde er ieman auf der purch oder in
der stat den shol der richter vodern drei tage so sie von erst dar
kvment. vnd geit man sein nicht waz sie alle da geligent daz shuln
si tun auf der shaden fuͤr des puͤrge sie da ligent oder vor
der stat. der richter sol sich auch selbe da bewaren dar inne daz
er gen den rechte var auf der shaden er geuaren ist.
<231b> Von dem selben.
Und iagt man einen frideprecher oder einen echter dem
shol allez daz nach iagen daz ez sicht oder hoͤrt. vnd begreifent
sie in sie shuln in dem richter antworten. vnd flvͤhet er in ein
purg oder in ein stat man shol in dar auz fodern von gerichtes
wegen. vnd geit man in her auz nicht man shol die purk oder die
stat besizzen mit gesezze vnde shol da uon nich kumen e man in
geantwort. vnd flvͤhet er in ein ander gerichte der richter shol
in vodern. vnd wirt er im geantwort er shol mit rechte vber in
richten. auf welhe purk oder in welhe veste der echter oder der
frideprecher entrinnet da shol in der richter vodern also laute daz
ez die da uor sint vnde dar aufe sint wol hoͤrent. vnd geit man
sie nicht her abe man shol die stat oder die purk verechten. vnd
als sie sechs wochen in der echte sint so sol man alle die leute
die in der stat oder auf der puͤrge sint ze echte tun. vnd ist daz
die leute die in der echte sint nicht ze rechte stant so sechs
wochen hin kumen vnd einen tak so shol der richter da fuͤr kvmen
als vor gesprochen ist vnd ist daz er die purk oder die stat
gewinnet er shol die purk auf die erde prechen. vnd ist ez ein stat
vnd hat ein maure oder tullen man shol sie auf die erde prechen.
vnd hat sie graben man shol sie eben machen. vnd hot sie der aller
keiner man shol ie die manne in der stat sein haus nider prechen da
er selber inne ist. vnd hat ein ritter haus in der stat vnd ist
helfer gewesen dem tu man daz selbe. vnd sint geistliche livte dar
inne gewesen die den puͤrgern mit willen sint pei gestanden der haus
geshehe daz selbe. vnd ist auch recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 232
Da man raup auf ein purk furet.
Und ist daz man ein haus shuldiget da sei raup auf
gefuͤret vnd die daz getan haben die sint ab der purk gerieten
vnd si furten den raup wider auf die purch vnd wil der purch herre
des lauken daz shol er selp dritte bereden ze den heiligen daz ez
nicht ensei. hat abr man dem raube nach geuolget biz an die purk
die shuln bereden selp dritte dacz ez also sei die legen des purk
herren gezivge nider. der richter oder sein pot shol den raup
fodern. vnd geit man sein nicht wider so shol man die purk
vorechten den wirt vnd alle die dar aufe sint vnd richtez dar nach
als die echter. wil abr der purk herre sein haus mit kanphe weren
so shol er der ainem die hant abe zihen die da sweren wellent. vnd
er tut ez vnder den drein einem welhem er wil. vnd ist er halt sein
vͤbergenoz wil er er muz mit im kenphen er enwoͤlle oder nicht.
ist abr er sein vͤbergenoze mit dem er kenphen wil der geweigert
des wirtes wol. sint sie alle drei des wirtes vͤbrgenoze so
bleibent sie des kanphes mit rehte wol gen im vͤbr vnd muz ir
beredunge nemen mit allem rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 233
Von der notnunft.
Und ist daz ein magt oder ein weip in notnunft genumen
wirt vnd wirt sie in ein haus gefurt wider ir willen oder ob ez dar
inne geshicht vnd sie ruft vnd ir kuͤmpt niemant ze helf mac man
des dev leute vnd daz haus vberzeugen selp dritte mit den die daz
rufen haben gehoͤrt man shol vͤber die levte richten also daz
man in daz haubt abe slahen. vnd shol allez daz vihe toͤten daz
im dem hause ist ze den selben zeiten gewesen kazzen vnde hunde vnd
hvͤnre. vnd ist ein magt gewesen vnd daz sie daz selp dritte
erzivget so shol man in der ez getan hat lebendic begraben. vnd ist
ez ein weip gewesen man shol im daz haubt abe slahen. vnd daz haus
da ez inne geshehen ist daz shol man auf die erde slahen. vnd ist
daz man in an kvͤmt der die notnunft hat getan man shol in halt
vahen on gerichte vnd sol in vor den richter fuͤren. vnd
wert er sich so man in vahet dacz stet in dem selben rechter.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 234
Wie man an den phaffen vnd on iuden puze verdienet.
Phaffen vnd iuden die nicht vnbeshorn ist nach ir recht
vnd tut man den icht daz man in shol puͤzen shol als einen laien
vnd furent sie gewefen swert oder lange mezzer oder ander gewefen
so habent sie daz selbe recht. vnd vindet man sie in dem hvrhause
wer in dar inne icht tut daz ist daz selbe recht. oder swer sie
vindet in dem leithause daz ist daz selbe recht. vmbe dise shulde
alle kvͤmt nieman in den pan.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 235
Wie man vͤber tragende weip richten shol.
Man shol vber kein weip richten die kint treit hoͤher
den ze haut vnd ze hare ob sie lebendez kint treit. ob man ir des
nicht gelaubet so shuͤllen zwu frume hausvrowen besehen an
einer heimelichen stat. vnd sagent daz pei ir aide daz sie
lebendingez kint treit so shol man ir nicht toͤten. wie groz
die shulde ist. man shol sie also gefuge slahen daz ir daz kint
icht abe ge da von. wen da von wuͤrde ein shoͤne sele uerlorn
vnd ain leip. da wer der richter shuldic an.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 236
Wie man vber toren richten shol.
Uber einen rechten toren shol nieman richten. wem sie abr
shaden tunt daz shol ir vormunt puͤzen ob sie gut hant. vnd
habent sie des nicht so sint si doch ledic. wan man shol sie meiden
vnd shol auch niemant vber sie richten. vnd ist ein mensh als
vnsinnic daz er tobet man shol ez in sliezen vnd shol ez pinden.
daz shullen seine frivnt tun oder der richter. vnd hat ez der
notdurft nicht so shol sie geben die nehsten moge oder der
richter.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 237
Der dem anderen gut enphilhet.
Swer dem anderen gut enphilhet auf sein triwe vnd wirt ez
im gestoln oder geraubet oder verprinnet ez oder stirbet ez ob ez
vihe ist vnd hat er daz gut paz in seiner hute gehabt den seins
selbes gut vnde tar er daz zen heiligen bereden er gildet des gutes
nicht. waz man abr einem manne sezzet oder leihet daz shol man im
vnuerderbet wider geben. ist ez erger worden daz pezzer als recht
sei.
sezt ein man dem anderen ein phert vͤmbe pheninge vnd
stirbt ez in seiner gewalt on seine shulde er shol ez niht gelden.
er verlivset abr seine pheninge dar an dar vͤmb ez im gesezzet
wart. hat abr er puͤrgen dar auf genumen die shuln im sein
pheninge geben. vnd wil man im nicht gelauben so swere ez zen
heiligen daz ez an sine shult tot sei. mac man in vͤberzivgen
daz ez von seinen shulden tot ist mit
drein mannen so shol er ez gelten. er shol auch nindert reiten den
mit seinem vrlobe. vnd reit er on sein
vrlop waz im denne geshiet den shaden muz er han. vnd geshicht
im niht er muz doch pezzern. ie uon der
meile muz er sechs haller geben. daz ist da uon gesezzet daz
er ez on sein vrlop hat geriten. die weile
vnd erz piderbet so shol er im kein fuͤre gelten. arbeitet er
ez in wagen oder in phluge vnd wirt ez geergert daz shol er zwiualt gelden.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 238
Verspilt ein knecht seins herren gut.
Uerspilt ein knecht seinem herren ein phert oder ander
sein gut oder uerseztes oder uerkauftes man shol ez dem herren
wider geben mit rechte ob er des sweret daz ez sein gut ist vnd den
kneht nicht bestat. verspilt er abr seins selbes gut oder wie erz
one wirt ob er ze seinen tagen kumen ist vnd mit seinen willen der
herre mag ez mit rehte nicht wider gewinnen. vnd wirt dem knechte
sein aigen gut in seins herren dienste verstoln oder geraubet oder
wie ez verdirbet der herre shol imz gelden vnd also der knecht
vnshuldic dar ain ist. vnd der herre mac wol mit rechte clager sein
vm daz gut wo erz vindet. daz ist da von daz erz dem knechte gelden
muz.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 239
Waz iuden rechtes gen den cristen haben.
Vnde geit ein iude dem cristen icht ze kaufen oder shaft
er anders mit im icht er shol des cristen gewer sein mit
cristenlichem gerechte ez endinge denne der iude auz nach seinem
rechte. vnd ob der cristen des lavkent des shol in der iude
vberkvmen mit drein cristen mannen. kaines iuden ait gat vͤber
einen cristen man mit rechte. wil auch ein cristen man einen iuden
vͤberzivgen so muz man zem minnesten einen iuden dar zv nemen ob
iuden da sint gewesen. daz recht habent in die roͤmishen
kvͤnige gegeben. waz die iuden gnaden vnde rechtes haben dacz
habent sie von eime. der hiez iosephus. der erwarb in alle
die genade die sie vnder vns cristen levten haben vͤmb den
kvnig tytum. daz geshach do ierusalem gewunnen wart. do nerte sie
iosephus waz ir den noch lebte. wan der iuden was in ierusalem
besezzen dreistunt achzig tausent. do starp daz aine achzig tausent
hungers. daz ander wart ze tode erslagen. daz dritte nerte
iosephus. idoch furte man die selben vaile vnd gab ie dreizig
vͤmb einen bosen phening. die selben gab der kvnig tytus ze eigen
in des kvͤniges kamer. da uon shuln sie sein des kvͤniges
knechte vnd der kvͤnig shol sie shirmen. slecht ein iude
einen cristen oder tut er ander vngerichte man richtet vͤber in
als vͤber einen cristen. vnd lauket vnd habenz cristen vnd iuden
gesehen so shol ze minsten einen iuden ze gezevge han. vnde ist
nicht iuden da pei gewesen man erzivget ez wol mit einfaltigen
cristen mannen. daz ist abr niewan recht wan recht wo ein iude
freuelt an ainem cristen. vnde slecht auch ein cristen ainen iuden
man richtet vͤber in als vͤber einen cristen het erslagen. daz
ist da uon gesezzet daz der kvnig sie in seinen fride hat genvmen.
lavgent abr der cristen man mvz vber in zivgen mit cristen
leuten. keines iuden kanph get gegen einem cristen manne. wil abr
ein cristen man ez muz ein iude mit im kemphen.
do gab den iuden da nach vespesianus aber grozer genade
vnd pezzer recht. die ere erwap in aber iosephus do er im seinen
tytum gesunt machte von einem grozen vergichte. kauft ein iude
divbic oder raubic gut er muz da uon antworten als ein cristen. vnd
wes er dar an laugent des shol man in vͤberzivgen als einen
cristen. vnd leihet ein iude auf devbic oder auf raubic gut vnd
kvͤmt iener dar nach als recht ist er muz im sein gut wider
geben mit rechte als ein cristen. diz ist geshrieben ist. nv habent
sie ein pezzer recht. daz gaben in die kvnige wider rechte. daz sie
leihent auf diebic oder auf raubic gut daz shuln sie tun pei
shoͤnem tage vnd vor ir tuͤr an offener stroze. vnd kvͤmt der
dar nach dez daz gut ist man muz dem iuden daz haubtgut wider
geben. vnd gicht der iude er habez vor seiner tuͤr offenlich
genumen daz shol er erzivgen mit zwen anderen iuden zv im selber.
vnd hat er der nicht so neme einen iuden vnd einen cristen.
nimpt ein iude kelche puch vnd ander gerwe dacz zv der messe
gehort daz diebic oder raubic ist vnde kvͤmpt man dar nach man
muz ez vͤm sust wider geben. vnd ist daz er sein hoͤret forshen
versweiget er daz vnd vindet manz dar nach in seiner gewalt man
shol in dar vͤmbe henken als einen diep. daz ist da uon gesezzet.
waz zv der messe gehoret daz daz zem merreteil geweihet ist von
einem pishoue. hat aber er dirre dinge shup des shol er geniezen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 240
Diz ist der iuden eit den shol man in vor sprechen.
Dicz ist der iuden eit wie sie shullen swern so. vnd also
shol man in den ait geben. vͤmb so getan gut als dich dirre man
zeihet daz dv des nicht enweist noch sein nicht enhast noch in dein
gewalt ie gewuͤnne noch dein dehain ehalte vnder der erden
begraben noch vnder der mauren vermauret noch mit slozzen
beslozzen. so dir helfe der got der himel vnd erde geshuf perg vnd
tal lovp vnde gras des e nicht enwas. so dir helfe dein e die got
shreip mit seiner hant vnd sie gap moysi auf dem perge synay. so
die fuͤnf puch moysi dir muͤzen helfen.
vnd so dv immer ichtes muͤzest enpeizen dv muͤzest dich aller
besheizen als der kvͤnig tet uon babylonie. vnd so daz swebel vnd
daz pech auf deinen hals muͤze regenen daz vͤber sodomam vnd
gomorram regent. vnd so dich daz pech vberrennen muͤze daz ze
babylonie vberrante zwei hundert vnde mere. vnd daz dich die erde
muze verslinden als si tet dathan vnd abyron. vnd so dein erde
nimmer kvme ze anderen erden vnd dein griz nimmer kom ze anderem
grieze in den parn abrahames. so hostu wor vnd recht vnd so dir
helfe adonai. dv host wor des dv gesworn host vnd so dv malaz
werdest als naaman. ez ist war vnd so der slac dich muͤze ane gen
der daz volk von israhel ane gie do sie durch egypten lant furen.
ez ist wor daz dv gesworn host vnd so daz plut vnd der fluch immer
an dir weren muͤze des dein geslechte wunshte do sie iesum cristum
marterten vnd sie sprachen alsus. sin plut kume vͤber vns auf
vnser kint. ez ist war des helf dir got der moysi ershein in einer
prinnenden stauden. den ait den dv gesworn host der ist war pei
der sele die dv an den iungesten tage fuͤr pringen must. per deum
abram per deum ysaac per deum iacob. ez ist war des helf dir got
vnd der ait den dv gesworn host.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 241
Etwa geit man disen ait etwa ienen. diesen eit geit man den
erbergen iuden.
Dicz ist auch ein iuden ait wan eteswa ist der erste gewonlich etwo der
ander. disen ait shol man also geben. ich beswere dich iude pei der selben e
die
got gab moyse auf dem perge synai ob diz daz selbe puch sei dar aufe ain iud
e
ainen cristen menshen richten shol des dich dirre mensche zeihet. du
sprichst daz dv des vnshuldic seis daz dir der got helfe der geshuf himel
vnd erde perg vnd tal lavp vnd gras des e nicht was. ob dv vnrechte swerst daz
dir nimmer gehelfen die fuͤnf puch moysi. ob dv vnrechte swerest daz daz
selbe swebel vnde pech auf dich regen daz da regent auf sodomam vnd gomorram.
vnd ob dv vnrechte swerest daz dv versinken muͤzest in der erden als tet
dathan vnd abyron. vnd ob dv vnrecht swerest daz dv werdest zeiner salzsevle
als loths
hausvrowe wart do si vͤmbe sach. vnd dv vnrecht sweres daz dich die
miselsucht
bestehe als naaman syrum vnd mariam moysi swester. vnd ob dv vnrechte swerst
daz
dich daz gicht vnd daz vallende bestehe vnd daz daz plut durch dich ge. vnd
ob
dv vnrecht swerst daz dein griez nimmer kvm ze anderm grize. vnd ob dv
vnrechte
swerst daz dv verfluchet seis vnd dein sel vnd dein leip nimmer kvm in den barn
abrahams. als dv im gesworn host also helf dir der got abrahames ysaaks vnde
iacobs. vnde so man dem iuden also den ait geit so shol im die hant in dem
puche
sein vnz an daz rist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 242
Von den iuden.
Die iuden shol nieman twingen ze cristen gelauben. mac man
sie mit gutem dar zv pringen daz shol man tun. wirt ein iuden
cristen vnde wil wider von dem gelauben stan so shol in geistlich
gerichte vnd werltlich dar zv twingen daz er da pei pleibe. vnd
verlaugent er cristes gelauben vnd wil des nicht erwinden man shol
in prennen als einen kezzer. vnd ob daz halt were daz man sie dar
zv betwunge daz sie sich tauften sie shuln doch stete sein an
cristen gelauben. daz ist da von daz der
tauf so groze craft hat fuͤr die weile vnd daz in der mensh
enphahet daz er im nimmer mac genumen werden. den cristen ist
gepoten daz sie mit den iuden icht ezzen der speise die sie
bereiten. si shol auch nieman laden ze keiner hochzeit noch ze
keiner wirtshaft. ez shol auch nieman mit in paden. vnd an dem
antlaztage nach mittem tage so shuln ir tuͤr vnd ir tuͤr
beslozzen sein. si shuln auch nicht an die straze gen. die cristen
shuln auch zv im nicht gen. si shuln sie nicht an sehen. daz shol
wern vnz an den mantac nach deme heiligen tage. die iuden shullen
iuden hvͤte aufe tragen in allen steten da sie sint. da mite sint
sie auz gezeichent von den cristen daz man si fuͤr iuden haben
shol. die iuden shuln nicht cristen leute pei in haben die in
dienen vnd ir brot vnd ir speise ezzen. vnd die selben sint in den
panne. vnd ist daz sich iuden taufet der mac mit recht sein gut vnd
sein erbe han daz ez laubet im wol die shrift in dem decretal.
diese gesezze vnd ander gesezzede vber die iuden die shuln richten
geistlich vnd werltlich richter. vnd als ez der aine nicht entut so
mag ez der ander tun. der geistlich mac den werlichen dar vmbe pannen ob
erz nicht richtet. swelch iude dicz gesezzede vberget den shol
buͤzen der werltliche richter mit als vil slegen als diz puch uor
seit. oder paide gerichte mugen in pheninge auf sezzen in der maze
daz si nicht da uon bosheit werden.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 243
Von puͤrgen vnde von fuͤrsten.
Man spricht daz puͤrge vnd fuͤrsten deheinen fride shuln
haben den man in gebrehen muͤge. daz ist durch die veste vnd
durch wer die die puͤrge habent vnd durch die werhaften leute die
die fuͤrsten fuͤren shullen. des ist nit. si sint billich in
dem fride von allem rechte vnd shullen den guten fride machen. vnd
wer den fuͤrsten fride lobt der shol in stete halten.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 244
Der des anderen puͤrge wirt fuͤr gerichte ze pvrgen.
Swer puͤrge wirt eins man fuͤr gerichte ze pringen
vnd mac er sein nicht gehan als er in fuͤr pringen shol er shol
die selbe puze leiden die iener leiden sholde ob die shult auf in
erzivget ist. vnd ist sie nicht auf in erzivget vnd daz man sie
dennoch erzivget so shol er puͤzen. vnd wirt sie nicht erzivget
so puͤze auch nicht. vnd ist der man tot den man vͤberzivgen
shol so shol man nicht mer gezivge vber leiten den do er lebte. ez
shol nieman puͤrge werden vmb den totslac. wirt abr er puͤrge man
toͤtet in als ienen. daz ist also gesprochen. was der man tot do
er puͤrge wart den man gelobte vor gerichte ze pringen vnd mac er
in nicht pringen er stirbet fuͤr in.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 245
Von dem selben.
Vnd wirt ein man des anderen puͤrge fuͤr gerichte ze
pringen vnde hat er einen gewundet der lebt dennoch vnd als er vor
pringen shol so ist iener tot er muz ze rechte an seine stat
sterben ob er in nicht pringen mak ern habe denne mit worten auz
gedinget ob er stuͤrbe daz er nicht puze tete wanne nach der
wunden. ob man im des laugent daz shol erzivgen selp dritte die ez
warez wizzen. so er daz getut so pezzer dem clager vnd dem richter
in paiden nach ir rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 246
Uon zwaier hande frideprecher.
Und pricht ein man den fride den er fuͤr sich selbe geit
ez get im an den hals. vnd geit ein man fride fuͤr einen anderen
man vnd pricht iener den fride vnd mag er sein nicht fuͤr pringen
man slecht im abe die hant. des shol man im zil vnd frist
geben drei virzehen naht. mag er in der weile fur pringen man
sleht im abe die hant. mag er sein nicht fuͤr pringen man sleht
im die seinen abe. vnd stirbet er dar nach vnd er in fuͤr lobte ze
pringen vnd ist die shult auf in erzivget e er stuͤrbe er shol
puͤzen als recht ist. vnd ist sie nicht erzivget er ist ledig mit
rechte si enhaben denne gedinget do er lebte ob er stuͤrbe daz
sie ir recht ze im hinz im heten.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 247
Der ainen man dem gerichte mit gewalt nimt.
Swer einen beclagten man vm gerichte dem gerichte mit
gewalt nimt der shol in der selben shulde sein als iener was. mag
abr er in fuͤr pringen er ist der shulde ledic. er muz abr dem
richter puͤzen den gewalt den er an dem gerichte hat getan. des shol man im
frist geben dreistunt acht tage. vnd stirbt ain phert
oder vihe daz man fuͤr gerichte shol pringen der puͤrge pringet
nevr die havt dar vnd sei ledic.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 248
Ob der des ersten clagt auf deme man do er clagen gen sol.
Ob zwene uor gerichte auf ein ander clagent vnd der aine
dem anderen hot uor poten dem da fuͤr ist gepoten der nimt des
ersten einen fuͤrspreche. dem shol der richter nicht richten. er
shol dem richten der da fuͤr gepoten hat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 249
Wie man claget one fuͤrgepot.
Unde sicht ein man den anderen in der shrannen stan er
clagt in wol ane fuͤrpot. vnd vmb aigen da shol man im wol tac
vmbe geben in etelich dink.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 250
Ob zwene an ein ander gleich fuͤr piten.
Gepietent zwene gleich ain ander fuͤr vnd kvment auch e
fur vnd welher denne e fuͤrsprechen gewinnet der shol auch der
richter e richten.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 251
Wem man an greifen shol on des richters poten.
Ob ein man wirt beclagt vͤmb vngerichte vor gerichte do
er nicht zekegen ist vnd wirt im fuͤr gepoten vnd in dem
fuͤrpote kvͤmpt in der clager an er mag in mit rechte ane
greifen vnd ane des richters poten vnd mag in fuͤr gerichte
pringen ob er im nicht gnvk gewis ist vmbe daz er in beclagt hat.
vnd behabt er uor dem richter daz er vmb die clage gewis gnuk ist
er shol im puͤezen nach frivnde rat sein laster vnd dem richter
den freuel. ist abr im nicht gewis so puͤzet er niemande nicht
vnd sol in der richter behalten. daz ist dar vͤmb gesezzet daz
der richter dem clager fride pannen shol vnd nicht dem auf den die
clage get.
al die weil der man on seins uorsprechen munt nicht gicht
die weile pleibet er sunder shade seins uorsprechen wortes.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 252
Der nicht enzeit vorsprechen nimpt der wirt versavmt.
Swer uor gerichte wirt beclagt der shol enzeit eins
vorsprechen gern. wan die weile er nicht uorsprechen hat so mac der
clager pezern seine clage vnd dar nach nicht wan als man
erclaget mit rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 253
Do zwene kreigent vm totleip.
Ob zwene man sprechent auf eines mannes gut uor gerichte
nach seime tode der richter shol daz gut in sein gewalt nemen one
shaden vnd shuln uor im dar vͤmbe rechten. vnd wer ez behabet dem
shol ez der richter antworten ane shaden. daz ist da von daz ez
dewederre in seiner gewer hat. ist abr ez so getan gut daz ez in
seins vater gewer ist gewesen so shol im die gewer niemande
antworten wan vor gerichte do sie paide ze gegenwart sein.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 254
Wie man den erben nach des mannes tode ir gut antworten shol.
Swer erbe oder lehen oder varne gut nach dem dreizigesten
nicht antwortet an die stat dar ez ze rechte hoͤret so manz an in
vodert vnd kvͤmt ez fuͤr gerichte vnd behabt ez der der ez
geuodert hat er muz dem richter puͤzen. vnd hat er des gutes icht
genozen daz muz er im zwispelt gelden dem der ez behabt hat ob erz
geuordert hat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 255
Ob uater vnde muter vnd moge crigent ͤvmb ein erbe.
Swer eins gutes wil erbe sin der muz swertes halp dar zv
geporen sein. dacz ist der vater mac. wan swo ein vater mac vnd ein
muter mac erbent vnd vmb daz erbe kreigent do shol der vater mac
erben vnd der muter mac nicht. ist abr daz gut uon muter mac kvmen
daz erbent auch die muter mage. swo abr die sippe einer sippe naher
ist den div ander ez sei von vater oder von muter die shuln von
rechte erben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 256
Von rechtelosen leute ehtern benumen.
Der richter shol nyeman uon seiner gewer weisen man clage
denne auf den der daz gut in siner gewer hat. vnd man shol in
fuͤr laden als recht ist.
rechtelose leute shullent keinen fuͤrmunt haben vnd
shol in auch der richter keinen geben. welhez rechtelose leute sint
daz ist da vor geshriben.
den echern darf nieman antworten vnd den verpannen
leuten ob si auf iemant clagent. claget abr iemant auf sie dem
muͤzen sie antworten. daz ist da uon daz sie sint geseit uon dem
rechten der cristenheit vor geistlichem gerichte. vnd ist vnd ist
in antwederm ez ist daz selbe recht als ob er in paiden were.
ain verechter man wil sich der auz der echte zihen so shol
er uor den richter kumen vngeuangen vnd vngepunden. der in ze echte
hat getan der shol in auz der echte lozen. vnd shol im der richter
gute puͤrgen heizen sezzen vmb der clager shulde vnd vmbe sein
puze. vnd sint die clager da zegegen die shuln die puͤrgeshaft do
enphahen. vnd nimt der richter vngewisse puͤrgen do shol der
richter den shaden an haben vnd nicht die clager. der richter
sol die puͤrgen twingen daz sie
den clagern leisten vmb waz ir clage auf ienen sei vnd waz si
behabet auf ienen habent. vnd haben sie nicht hincz im behabt vnd
waz si dennoch behabent daz shol der richter die puͤrgen
haizen geben vnd sol sie twingen ob er die purgeshaft
enphanget hat on den clager. hat abr der clager die puͤrgeshaft
enphangen so shol der clager clagen auf die puͤrgen. der richter
shol dehain puͤrgeshaft nemen an den clager daz vͤmb den
totslac ist oder uͤmbe rechten strozraup. vnd spricht man den an
der in der echte was er sei nicht auz der echte daz shol er selp
dritte erzivgen die daz sahen vnd horten daz in der richter dar auz
lie der in auch des ersten dar in tet. vnd ist er in mer echten er
muz svͤnderlich uon in allen kvmen vnd vor iglichem richter der
in die echte hot getan. vnd sendet ein richter seine prieue mit
insigel daz er in auz der echte habe lan des shol man im gelauben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 257
Wer freihe levte vͤberzivgen mak.
Freie leute vnd des reiches dienstman vnd der fuͤrsten
dienstman die mugen vͤber alle freien herren vnd vͤber ander
freien wol gezevch sein vnd vrteil vͤber sie vinden. abr die
dienstman die ich hie uor genennet han die mvgen dreier dinge
vͤber freie leute nicht gezivk sein. da ez in an ir leip
oder an ir gut oder an ir erbe gat da shuln ir genozen vͤber
sprechen. daz wir sprechen vͤmb ir ere daz maine wir also. ob man
in spricht an ir ait oder an ir werk daz er die dink getan habe die
vncristenliche sint. dirre dinge mak nieman den andern
vͤberzivgen wan der sein genoz ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 258
Der vremdez lant vnwizzend ert.
Swer des anderen lant eret vnwizzende der pleibet ez ane
shaden. vnd erz ze vnrechte mit wizzen er muz ez puͤzen dem des
daz lant ist vnd auch dem richter vnd hat auch sein arbeit verlorn.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 259
Wie man ane gerichte phenden shol.
Swer den anderen vindet an seinem shaden er mac in wol
phenden on des richters vrlop. wert er im dacz phant er shol in
lazen gen vnd shol dem richter clagen. wan dar vͤmb wirt er dem
richter svͤnderlichen shuldik einer puze daz er im phant hat
gewert ob er den shaden behabet als recht ist. behabt er den shaden
nicht hincz im so muz er in pezzern vnd dem richter daz er in wolde
han gephendet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 260
Der sich wider dem gericht ains gutz vnderwindet.
Mit erien mak nieman seinen leip noch seinen gesunt
verwurken ez sei denne als uerre daz daz lant vor gerichte behabt
si vnd er daz waiz daz der richter seinen poten dar auf hat gesant
vnd ienem fride habe gepannen dar auf so verlivset er die hant.
laugent er daz er dar vͤmbe nicht enweste des shol man in
vͤberzivgen mit drein mannen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 261
Ob zwene mit ein ander gleich ein gut an sprechen.
Sprechent zwene ein gut an den widerstreit mit gleicher
ansproche vnd wollen daz mit gleichen gezivgen behaben vnd leit daz
gut in ainem dorfe oder auf deme lande so zihe manz in die kuntshaft. vnd
laitent sie gleich gezivge man teilt daz gut gleich
vnder sie. hot abr einer mer gezivge den der ander der behabt
daz gut gar. hie vor ist gesprochen wer mit recht gezvk mac gesein
oder nicht. vnd ist ez denne vͤmbsezzen nicht gewizzen so shol ez
beshaiden ain wazzer vrtail. vnd wer da behabt den shol der richter
auf sein gut weisen. vnd pricht dem richter ieman ez get im an die
hant oder loͤse sie mit zehen phunden.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 262
Der den echter beheltet.
Swer einen echter beheltet oder speiset mit wizzen ez get
im an die hant. ein iglich man mak einen echter vber naht wol
behalden mit wizzen vnd shol in des morgens lozen reiten. daz ist
gesezt durch hausere. wan von havsere ist uil guter dinge kvmen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 263
Ob ein richter stirbet.
Und stirbt ein richter was pei seinen zeiten geshehen ist
uor gericht daz shol der ander richter stete han.
swen ein richter in die echte tut vnd uon seiner echte in
des kvͤniges echte kvͤmt wil er vor dem kvͤnige auz der echte
kvmen so sezze puͤrgen als recht sei. so shol in der kvnig auz
der echte lan vnd shol dar nach in des kvͤniges houe sechs
wochen sein vnd einen tac ob ieman auf in clage daz er antwort. die
weil im der kvͤnig fride bern. vnd shol fuͤr den kvnig gen so
er denne wil vnde shol auf den heiligen swere daz er uor den
richter kvme der in verechtet hot vnd sol des kvniges prief nemen
der dem richter kvͤnde daz er der echte ledic sei. an dem prieue
shuln die puͤrgen sten die er gesezzet hot. dacz sol er tvn so er
hin haim kvͤmt vnde dar nach vͤber virzehen nacht vnd sol sich
uor dem richter ze rechte pieten drei virzehen nacht. kvͤmt
nieman der auf in clage er ist ein ledic man ez ensei daz ieman
ehafte not habe geirret. als der kvͤmt vnd sein ehafte not
beweiset so muz er antworten.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 264
Wer den shephenstul erben shol.
Der roͤmish kvͤnig ist gemeiner richter vͤber
igliches mannes leip vnde gut. in welher stat shephen sint die
shullen vrtail geben vber iglich dink vnd niemant anders.
vnd ist daz man sie shuldiget si haben vnrecht vrteil gegeben
des shol man sie beclagen uor dem hoͤhern richter. daz ist der
von dem der richter daz gerichte hat. wer des wirt vberret daz
er ein vnrecht vrteil habe funden mit wizzen dem sleht man die hant
abe oder loͤse sie mit pheningen als uor gesprochen ist.
wer zeinem shephen erwelt wirt daz erbent seine svne. vnd
ist er nicht ze seinen tagen kvmen so shol er seines vater mak an
seine stat sezzen. vnd hat er des nicht so sezze seiner muter mage
dar. die shullen wizzige leute sein so man sie peste mac haben. vnd
hat er der nicht er verlivset sein erbe vnd man nimt einen anderen.
daz ist da uon daz gerichte weiser leute nicht enperen mac. shephen
shuln haben svndern penke da sie aufe sizzen. si shuln auch vrteil
sitzzende vinden vnd stende verwerfen. diz shol ein iglich man tun.
vnd hat er nicht suns der seinen stul erbe so erbet in der nehste
seines vater mage.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 265
Ob ein man ze vnrecht sitzet pei seiner ewirtinnen.
Swer weip ze e nimpt vnd mit vnrechte pei ir sitzet
vnwizzentlichen die kint die er pei ir gewinnet die sint ekint. vnd
daz sie iemittent treit so man sie shaidet daz ist auch ein ekint.
vnd sie erbent ir vater vnd ir muter gut mit rehte. vnd nimpt der
uater ein ander weip vnd gewinnet kint mit ir vnd hot er erbegut zv
ir procht daz er e hette daz erbet auch die erern kint. wan sint
ekint. daz selbe recht habent auch die kint an der muter erbe.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 266
Ob man einen zeihet er sei vnelich geporn.
Swen man shuldiget daz er vnelich geporn sei den shol
man vberzivgen mit siben mannen vnuersprochener leute.
vellet zwene ein erbe an vnd wellent si daz teillen
so shol der elter teilen vnd der iuͤnger welen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 267
Wie die erben gelden shuln des toten shult.
Swas ein man dem anderen nimt oder wes er im shuldic wirt
vnd stirbet der man er muz den erben dar vͤmbe antworten. stirbet
abr der auf den die clage get seine erben geldent weder diepheit
noch raup si habent denne daz gut in ir gewalt oder sie habent
etlich shulde dar an oder sie haben daz vnrecht gut mit den erben
verzert vnd daz man die ding auf die erben behabe als recht sei so
gelden sie mit rechte die erben. die erben gelden nicht wucher noch
spil. puͤrgeshaft muͤzen erben gelden.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 268
Der einen wundet vnd der dar nach stirbet vͤber ein iar.
Swer den anderen vahet vnd im nicht nimt oder in wundet
oder in slehet an den tot vnde ane leme vnd er ligt an der wunden
vberz iar vnd er stirbet nach dem iare vnd habent die erben der
clage begunnen oder er selbe innerthalp iares er muz mit rechte dar
vmme antworten seinen erben vnd man shol in richten hinz dem
shuldigen als vͤmb den totslac. ist abr er frivnt worden vnd mac
man daz behaben hinz dem toten man mit siben mannen so ist er ledig
gen den erben vnd gen dem richter.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 269
Ob sich ein man eime herren zeigen geit.
Swer sich verseit vnd ein herre sprichet er sei sin aigen
vnd er habe sich im ze eigen geben des mag er wol vͤber werden.
vnd ist ez vor gericht nicht geshehen so hat ez nicht craft.
vnd wil auch ein frei ze eigen geben daz versprechen seine
mage wol mit rechte paide uon vater vnd von muter. vnd als si ez
aines widerreden so mag er sich nimmer mer ze eigen geben.
spricht ain mensh daz ander an daz ecz sein aigen sei daz
muz ez behaben mit zwen seinen mannen die sein aigen sein. vnd hat
er der nicht so behabe in mit zwain seinen nagel magen vnd er selbe
der dritte. vnd spricht in ein ander herre an er sei sein vnd er
weste diesen nicht so shol der erer herre in behabe mit siben
mannen die des vater moge oder der muter moge sein. mag abr der
mensche sein freiheit bereden oder daz er anderswo auf ein gotzhaus
gehoͤre mit sechs seiner moge drei von vater vnd drei von muter
so hot er ir aller moge verleit. so hat er sein vreiheit oder
ander sein recht behabet.
swer die gewer hot an einen menshen der hat pezzer recht
dar an den der der gewer darbet vnd shol seinen gezivk vor im
leiten.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 270
Do sich ain man ainem herren entseit vnde sich dem anderen geit.
Swer sich ainem herren entsait vnd sich dem anderen geit
vnd vordert in der herre vor gerichte vnd kvͤmt sein herre nicht
fuͤr als im tac gegeben wirt dem er sich gab daz er in verste mit
rechte iener der auf in sprichet behabt in mit zwen mit zwen seiner
manne. vnd hot er der nicht er behabt in mit zwen siner mage. vnd
ist da von daz iener ze gegenwart nicht enist. vnd wer er da ze
gegenwart so must er in behaben als uor geshriben ist. wer des
andern laukent vor gerichte vnd behabt er in vor gerichte so shol
er sich vnderwinden vor gerichte mit eime halslage vnd der richter
shol des nicht zvͤrnen wan er tut ez mit rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 271
Der ainen kenphlich an spricht.
Ein iglich man auf dem man claget shol antworten nach
siner gepvrt. daz ist nach seinem rechte vnd nicht nach des
clagers rechte vnde spricht man kenphlich an er mag des kanphlich
an er mag des kanphes wol vͤberig werden ob er uon deme lande
nicht geporen ist dar inne er in sprichet an. an wem der clager
puze gewinnet vor gerichte an dem hot auch der richter sein
gewette.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 272
Der aigen an sprichet.
Spricht man eins mannes eigen an da shol er nicht vmb
antworten wan an der stat do ez leit vnde nevr in dem gedinge vor
dem lantrichter. da muz er vor iglichem lanttedinge antworten ob
daz gut in dem gerichte leit. der kvnig shol nicht richten nach des
mannes rechte wan nach des landes rechte in dem er ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 273
Der mit divbe oder mit raube an der hantgetat begriffen wirt.
Swe an der hantgetat mit devpheit oder mit raube begriffen
wirt daz mac er an deheinen man gezihen. vindet ein man sin
verstoln oder sin geraubet gut in ains anderen mannes gewalt den
mac er deheiner hantgetat gezeihen. vnd gicht er er habe seinen
gewern des shol man im tac geben vͤber drei virzehen nacht. vnd
pringet er seinen gewern so ist er ledic.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 274
von dem kanph.
von kamphe.
Wenne ein man wirt kempflich an gesprochen vor gerihte vnd wirt daz gefristet
auf einen tag der rihter schol in beiden fride gepiten vnczz auf den tage. vnd
pricht ir einer der selben fride an dem andern man schol ez vber in rihten
besunder kampf als hie vor gesprochen ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 275
Swer sich uor gerichte ze gezivge erpevtet e daz in der richter
vroget mit rechte der shol vͤmb die sache nicht gezivge sin. ez sei denne
also
daz er hainen anderen mac gehaben so muz er im mit rechte helfen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 276
Der seins nakepavres vihe in treibet.
Der man tut niht vbeles dar an ob er seins nakepavres vihe
in treibet mit seinem. er shol ez auch wider auz treiben des
morgens. vorshet man sein er shol ez nicht versagen. vnd versait er
imz so ist ez divpheit. er shol auch keinen nuz da von nemen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 277
Der vremdez korn sneidet.
Swer eines anderen mannes korn sneidet vnd went ez sei
sein oder seines herren dem er dienet der missetut nicht dar an.
wirt er geinnert daz ez sein nicht ist so loz ez auf dem acker vnd
shol man im seiner arbeit lonen. fuͤrt er ez ab dem acker so shol
ez ez wider geben vnd hot sein arbeit verlorn.
swaz der man iar vnd tac in rechter gewer nicht enhat daz
shol er im antworten der in dar vmbe der dar vͤmbe an spricht mit
rechter clage.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 278
Ob ein vrow ein kint treit.
Das weip shol man nicht weisen uon ires mannes gute als er
stirbet treit sie kint e daz sie dez kindes genist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 279
Wie mangelter shol antworten iren shollen.
Swer einen man beclagt vor gerichte vmbe gelt vnd daz er
nicht vergelden mac noch puͤrgen nicht gelaisten der richter shol
im den man antworten. der wirt shol in behalten gleich seim
ingesinde mit speise vnd mit arebeit. wil er in die eysen legen daz
mac er wol tun. nicht anders shol er in panden. let er in oder
entrinnet er im er ist doch des geldes nicht ledich. die weil er im
nich vergolden hot so shol er im dienen als sein ingesinde. vnd wil
er sin nicht gehalten so shol der gelter sweren so er gewinnet
vͤber sein notduͤrft dreizik pheninge oder mere daz er im die
gelte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 280
Wie man gesten richten shol vmb guͤlte.
Und ist daz ein man den
anderen beclagt vm gulte vnd ist ein gast vnd kvͤmt vor gerichte der richter
shol im richten als uor geshrieben ist. on des ainen daz man den gelter
nicht antworten shol dem clager auz dem gerichte so er in beclagt vnd er nicht
ze gelten hot. man shol niemande vmbe gelt lenger behalten den acht tage ez sei
denne daz er gut habe vnd von boͤsen willen daz nicht geben welle dem er
gelten shol. mac man daz gut beweisen wo daz ist des shol sich der richter
vnderwinden vnd shol e dem clager antworten daz gut. vnd leit daz gut niht in
dem gerichte da der gelter inne beclagt wirt man shol in behalten vnz daz man
daz gut dort ane wirt. vnd mac man daz gut nicht beweisen wo ez leit oder mit
gezivgen so shol man in noch acht tage lozen gen. ein man mac seine gelter zwir
in dem iare ane sprechen daz er vͤber sein notdurft me den den dreizig
pheninge habe. wil er des gelauben daz tu mit seinem aide vnd sei ledic oder
man
vͤberkvme in als hie vor gesprochen sei.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 281
Wie gulte warten shol noch gewette.
Swenne man vor
gerichte wettet gulte der shol er warten vnz die svnne vnder get ob
er ein gast ist. vnd ist er dennoch nicht gewert so shol im der
richter ein phant geben uor nachtes vnd er shol daz phant ze hant
uersezzen ob er mac. mac erz nicht versezzen so verkaufes mit
gezivgen. vnd wirt im icht vͤber daz gebe wider. geprist im
so shol imz der richter geben von ienez gute. vnd sint si pei
ein ander gesezzen in einer stat oder in einem dorfe so shol
er gerichtes warten vnz an den achten tac. vnd geit er im denne
nicht so die svnne vnder get so shol im der richter ein phant geben
des morgens vor tertien zeit. do sol er mite werben als der gast.
wenne der richter phendet nach dem gewette der ist im ainer puze
shuldic nach guter gewonheit.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 282
Der auf dem lanttedinge vm gulde clagt.
Und beclagt ein man den anderen auf eime
lanttedinge dem shol man dreistunt
fuͤr gepiten. kvͤmt er fuͤr so wette im sein gut vnd shol im der richter
gepiten e das er uon dannen kume oder in verphende mit gute daz er getreiben
vnde getragen muͤge. vnd hat er der phande nicht so sezz im purgen auf acht
tage ze wern. vnd hat er der nicht in shol der richter behalden als uor
gesprochen ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 283
Von kaufe daz dinget.
Swer einem silber gelobt der ist im shuldic
lauter silber ze geben. gelobt
er im gelt ze geben er shol imz pei dem pesten geben. gelobt einer pheninge ze
geben er shol im pheninge geben die da genge sint in dem lande. in der selben
weise shol man iglicher sache wern. waz ein mensh dem anderen lobt daz shol man
im geben ez sei denne daz manz auz neme mit gedinge. wan gedinge prichet
lantrecht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 284
Welhe aide man behalden shol.
Igliches geuangen gelubde oder sein ait shol nicht stete
sein daz er in vanknisse. ob er ze vnrecht gevangen ist er muz in
loben. waz er wil die weil er in gevangen hot. als abr er ledic
wirt so mac erz leisten oder nicht. daz stet an seiner wal. let abr
er in ledic auf sein triwe hin wider ze antwarten daz shol er
leisten ob er in nicht vntriwelich gevangen hot. hat er in ze
vnrecht gevangen so ist er ledic waz er im gelobt hot ob erz
leisten wil oder nicht. wil abr er gar mit rechte da von kvmen daz
shol man im ertailen daz er dises geluͤbdes allez ledig sei vnd
mag in fuͤrbaz dehain man an gesprechen vͤmb daz geluͤbde.
er shol auch kvmen fuͤr seinen pharrer des rat shol er
haben. da shol im raten als uor an disem puche stet von den aiden
do der man seinen leip oder sin gut mit lediget vnd er anders
nicht mac ledic werden. wil er er mac ez leisten oder lozen mit
rechte. er sol fuͤr seinen richter kvmen vnd shol tun als hie uor
gesprochen ist. vnd hat er im an ichte geshadet daz shol er im abe
tun.
vnde shol im den shaden zwiualt gelten. vnd clagt erz dem
richter vnd wil im der nicht richten so shol er sein gut nicht
verlisen dar vmb. er sol ez selbe gewinnen mit seiner frivnde helf
so er peste mac. daz ist recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 285
Von fuͤrsten von vreihen vnd von dienstman.
Got hat den menshen nach im selber gepildet. des shol im
der menshe genate sagen. er hat auch den menshen mit seiner marter
uon dem tode erloͤset. des shol er im grozlichen danken. got gert
nicht uon vns den rehtes lebens. da mit habe wir im gedanket alle
seiner arebeit. mit rechtem gelauben vnd mit rechtem leben gewinne
wir daz himelreich. nv lat evch nicht wundern wo von dicz puch als
luͤzzel seit von der dienstmanne rechte. wand irev recht sint so
manicfalt daz sein nieman ze ende kvmen mac. wan vnder
iglichem pishof vnd epten vnd eptissinnen die gefuͤrstet sint
habent die dienstman suͤnderlich recht. vnder den leien
fuͤrsten habent sie auch svnderlich recht. da uon mac man ir
recht allez nicht vndersheiden. wan iglicher habe sein recht
als im sein hershaft gebe. des reiches dienstman habent auch
sunderlich recht. ir shult wizzen daz niemant dienstman hat den daz
reiche vnd die fuͤrsten. vnd wer auch anders gicht er habe
dienstman der hat vnrecht. sie sint alle ir aigen waz sie leute
habent on daz reiche vnd on die fuͤrsten. ein iglich gotzhauz mac
dienstleute haben. alle dienstlevte haizent eigen mit rechte in der
shrift. man eret die dienstleute mit dem namen daz man sie
dienstleute heizet. si heizent abr von der shrift eigen leute. dar
vͤmb ert man sie mit dem namen daz sie der fuͤrsten aigen sint.
ez mac mit rechte nieman eigen levte haben wan gotzhevser vnd daz
reiche vnd fuͤrsten vnd freie herren vnd mitter freien. wer ot
dienstman ist der mac mit rechte nicht aigen leute han. ein iglich
man der eigen ist der mag nicht eigen leute han. vnd hat er levte
die er im ze eigen leuten seit die sint seines gotzhauses des
er aigen ist oder seines herren des er ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 286
Wir vinden daz geshriben daz sich nieman dem anderen ze eigen mag
gegeben.
Wir vinden in vnsern lantrechten daz sich niemant dem anderen ze
eigen mac gegeben ez widersprechent sein mage mit rechte. wir habenz auch
avrkvͤnde.
got geshuf in sechs tagen himel vnd erde vnd allez daz dar inne ist. do ruhet
er
den sibenden tac. den gepot er vns ze
ruen. vnd die sibenden wochen gepot er vns ze halten. vnd daz
sibende iar haizet ein iar der losunge. so sholde man ledic vnd
frei lazen alle die gevangen waren vnd in aigenshaft genumen waren.
an dem fuͤnfzigesten iare so daz kom daz hiez ein iar der
vreuden. so muste aller menneclich ledic vnd frei sein er wolde
odern wolde. do was abr nieman des anderen eigen. auch gab vns got
vrkuͤndes mere an einem pheninge do in die iuden mit versuchten
ob er vnd sie dem keiser zins von ir leiben solden geben. do sprach
iesus. zeiget mir des keisers phening. die iuden taten daz. do
sprach iesus. lat den keiser seines pildes walden vnd gotes pilde
gebt gote. daz mainte got also daz die sele ze gote gehorte. von
dem leibe vnd von dem gute shuln dem herren dienen. da uon gab
iesus cristus uon seinem gesinde dem romishem kvͤnige ainen
phening ze zinse. da mit macht er niemant ze eigen. wir shuͤln
den herren dienen dar vͤm daz si vns beshirmen. vnd als sie die
leute nicht beshirment so sint sie in nicht dienstes shuldic.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 287
Wie man ieden man shol puͤzen nach seiner wirde.
Swes sich der man vnderwindet mit vnrechte daz im mit
rechte vor gerichte an gewunnen ist dacz shol er dem clager vnd dem
richter puͤzen. wes sich der man vnderwindet mit des willen des ez
ist der tu wider nimande vnd verdienet auch kein puze gegen den
armen noch gegen dem reichen. vnd daz man dem werden hoͤher
puͤzen shol den dem vnwerden daz dvͤnket eteliche leute wider
recht. daz wil man hie bewern daz man ie den menshen nach seiner
wirde puͤzen shol.
nv vernemt alle die alden puze die die kvͤnige pei den
alden zeiten aller hande leuten auf gesezzet habent nach ir wirde
daz man in puͤzen vnd pezzern solde. die fuͤrsten vnd die
freien herren sint gleich an irre puze. man puͤzet in hie vor mit
guldeinen pheningen. die waren phundic. vnd den phening nam man ver
zehen silbereinen. den gab man in fuͤr eteliche shulde zehen
phunt uor eteliche minner ie dar nach vnd die shulde was. ein
iglich vrowe het eins mannes halbe puͤze. sie sazten ie dem manne
nach seiner wirdekeit puz. man gap da einem freien geporn ein phunt
vnd einen helblinc. vnd einem anderen paur ein halp phunt vnd einen
helblinc. vnd ainen tacwuͤrhten zwene fuͤlen hantshu vnd ein
mistgabel. den kauflevten ein phunt. phaffen kinden vnd allen den
die vnelich geporn sint den geit man ein fuder hevs als zwene
ierige ochsen gezihen mugen. spilleuten vnd allen den die gut
fuͤr erev nemen vnd die sich ze eigen haben gegeben den geit den
shaten eines mannes gegen der svnnen. vnd kenphen vnd iren kinden
geit man ze puze den pliz von ainem shilde gen der sunnen. alle die
ir recht mit diepheit oder mit raube oder mit meinaide
habent verworcht den geit man ze puze einen pesem vnd ein shere.
diese puͤze ist gesezzet diesen leuten ob sie iemant stozet oder
sleht one plutrunst oder ob man si raufet oder shildet. dise puze
was hie uor recht vnd gewoͤnlich.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 288
Der meide oder weip notzoget.
Der magde oder weip notzoget wie poͤse sie ist man shol
vber in richten. also ist si magt man shol in lebende begraben. ist
sie weip man shol in haupten. wie man daz beweren shuͤlle daz
magt sei gewesen mac man irre manne kainen beweren mit recht daz
ist also. hat si veriehen daz sie man habe mac man dacz beweren mit
drein mannen so ist nicht maget gewesen. gicht ein man er sei pei
ir gelegen so ist si nicht magt gewesen. swert er des selp dritte
man shol sein gelauben daz sie nicht magt sei gewesen vnd shol der
richter nach der beredunge richten. ein iglich man mac an seiner
ameien die notnuft begen. daz shol man uͤber in richten als ob er
nie pei ir gelegen were.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 289
Ob einer den anderen wundet.
Und ist daz ein man oder mer leute ainen man an laufent
vnd er wirt wunt einer wunden oder mere der die wunde geslagen hat
der shol si auch nuͤzen. die da mite sint gewesen hant die weder
geslagen noch gestochen noch ienen gehabet der da wunt ist so sint
sie vnshuldig an der wunden. habent abr sie ploze wafen da gehabet
da habent sie mit gefreuelt. daz shullen sie puͤzen dem wunden
vnd dem richter als gesezt sei. doch sezze wir nicht hoher puze den
ein phunt der lantpheninge etwa minner etwa mer. daz ist auch gut.
dise puze shol dem clager halbe werden ob er pheninge nemen wil.
vnd wil er nicht pheninge so erpite man im ere nach peider frivnde
rate oder nah des richters rat. daz ander tail werde dem richter
vnd nicht mere.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 290
Wie man kezzer ruͤgen schol vnd auch vͤber sie richten.
Swo man kezzer innen wirt die shol man ruͤgen der
pfafheit. die shullen si uersuchen. vnd als man sie vͤberkumt so
shol sich ir der richter vnderwinden vnd richt vber sie als recht
sei. daz ist er sol sie prennen auf einer huͤrde. shirmet sie der
richter vnd gestet in vnd richtet nicht vber sie man shol si pannen
pei dem hosten. daz shol tun ein pishof. wer werltlich richter vber
in ist der shol dem richter tun allez daz er dem kezzer sholde
haben getan. welch leien fuͤrste nicht richtet vͤber die kezzer
vnd sie shirmet vnd in vor ist den shol geistlich
gerichte pannen. vnd wil er nicht wider keren in iar vnd in tage
so shol der pishof der in ze panne hat getan dem pabest sein vntat
kvͤnden vnd wie lange er in dem panne sei gewesen. vmb die
selben vntat er entsezt in wol mit rechte von seinem fuͤrsten
ampt vnd uon allen seinen eren. dicz shol der pabest kuͤnden dem
kvnige vnd alle werltlichen richtern. die shuln des pabestes
gerichte veste machen mit irm gerichte. man shol im uerteilen
aigen vnde lehen vnd alle werltlich ere. dicz gerichte sol man
tun vͤbr herren vnde arme leute. daz bewer wir. pei den zeiten
was ein pabest ze rome. der hiez zacharias. pei den zeiten was ein
kvnig ze frankreich. der hiez ladameus. der shermet die kezzer
wider recht. der was kvͤnig vor kvnig pippein kvͤnig karls
vater. den entsazte der pabest zacharias von seinem kvͤnigreich
vnd von alle seinen eren vnd von seinem gute. nach im wart
pippinus kvnig pei seinem lebendem leibe. wir lesen daz der pabest
innocencius entsazte keiser otten von romishen reiche durch ander
sein vnrecht. dicz tun die pebeste mit rechte. ez spricht got ze
ieremia. ich han dich gesezt vͤber alle diet vnd vͤber alle
reiche ze richter. swer einen man zeihet er sei ein kezzer oder
meineder oder ander daz im an sein ere gat mac er in nicht
vͤberwinden als recht ist er shol die puze leiden die iener
geliden sholde han ob er in vͤbrzivget hitte. so nicht kvniges
ist so ist doch diz recht. ein papest vnd die den er sein gericht
enpholhen hat vnd ir vndertan die mugen richten daz werltlich
gericht nicht richten wil. on vͤmb plutauzgiezen nach
geistlichem rechte.
wer uon der kezzerei kumen wil den shol man enphahen. ez
shol der pischof seinen ait offenlich nemen also daz er von der
kezzereie kere vnd nimme mere dar zv kume. im shol auch der pishof
puze geben nach rechte. kert er dar nach wider zv der kezzereie vnd
wirt er des vͤberret so ist vber in erlaubet allen werltlichen
richtern. vnd wil er abr wider kumen man shol in nicht enphahen
noch enshol in nicht hoͤren.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 291
Vmb welhe sache man priue vnd insigel haben shol.
Swaz ein man mit
kinden vnd mit weiben ze shaffen hat mit erbeteil vnd mit leipgedinge oder mit
wem er icht ze shaffen hat vͤm so getane dink da uon wol krieg kumen mac da
shol er hantvest vber nemen vnd geben mit der stat insigel. vnd ist ez so getan
gut so neme des pishofs insigel. gehort ez ane ein gotzhaus des insigel neme er
auch. wen alle leute vergezzen shiere so durch mite so durch neit so wirt sein
an der hantueste nimmer uergezzen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 292
Von fluchtsal.
und ist daz ain man gelden sol vnd sezzet sein gut
in ains andern mannes
hant dem her nicht gelden shol daz haizet fluchtsal. daz ist nicht recht. geit
ein man dem anderen sein gut mit nuzze vnd mit gewer vnd verzeihet sich dar an
seines rechten der hat recht an dem gute. vnd spricht in der gelter an er habez
ze fluchtsal enphangen des sol er sweren daz des nicht sei. mag abr er in vber
in vͤberkumen selp dritte daz ez anders sei des shol er geniezen. hot er daz
gut gekauft vnd shol er im des noch icht daz shol er den geltern geben.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 293
Dem man dreistunt fuͤr gepeutet vnd nicht fuͤr kuͤmpt.
und gepeutet ein man dem anderen fuͤr dreistunt vnd kuͤmt
er nicht fuͤr vnd ist ez
in landes daz vnd sendet niemant dar der fuͤr in sein ehafte not berede vnd
ist er in landes daz man daz bezeugen mak vnd im die potshaft
gekuͤndet wirt daz
man daz nicht bezivgen mak vnd im die potshaft
gekuͤndet wirt dacz man daz auch
erzivgen mac der hat daz verlorn dar vͤmb er beclagt was. daz recht habent
die
lantrecht nicht. daz ist da uon. swer in dem richte gesezzen ist der shol ez
suchen one fuͤrpot. da uon gepeut man auf daz
lanttedink von allen den die von
fuͤnf vnd zwenzig iaren sint. die shuln daz
lantteding suchen vnd die gut in dem
lande hant. vnd gepeut ein man dem anderen fuͤr
vnd kvͤmt er fuͤr vnd iener
clagt nicht vnd hot er kost gehabt die shol er im abe legen. vnd gepeut er im
dreistunt fuͤr vnd kuͤmt er dennoch nicht fuͤr iener
sei seiner clage ledic vnd
waz in beclagt habe vnd shol im sein kost abe legen vnd sein arbeit in
lezze danne ehafte not. die shol er beweisen als recht sei vnd als hie uor an
deme puche stet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 294
Wer ansprache versweigen shol.
und hore ich mein gut an sprechen
mit vorsprechen vnd versweig ich daz daz mac mir shade werden. versweige abr
ich
die ander ansprache durch meines leibes not vnd mac ich dar nach daz
bereden mit
meinen zwen vingern so shadet mir die ansprache nicht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 295
Do zwene hincz aim manne sprechen vm ein gut.
Swelch man ainem
gewisheit gelobt vͤmb ein sache vor
gerichte vnd kuͤmt ein ander man vnd clagt
dem richter vͤmb die selbe sache er shol im nicht antworten e daz er ienem
enpristet oder shuldic wirt. er shol auch nevr dem ainen
puͤzen der im pei dem
ersten beclaget hat. vnd enpristet er im vnd ist die sache denne ienes der in
anderstunt an gesprochen hot er shol ienem antworten. vnd ist die shulde halber
sein er shol sich an ienen haben der behabt hat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 296
Von vanknisse.
Swer ainen man gevangen hat der muz antworten seinem herren ob er
sein
dienstman oder sein aigen ist vnd seinen weibe vnd seinen kinde vnde seinen
magen. den muz er allen antworten ob sie in uor gerichte beclagent die weile er
in seiner gewalt ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 297
Von deme antvangen vnd von der hantgetat.
Die hantgetat ist wo man einen
man mit der tat begreifet oder in der flucht
der getat oder diepheit in seiner gewalt begreifet da in selben die shulde zv
treibet. dacz ist daz er selbe verstoln hat.
wer vber den anderen tac sein
diepheit oder seinen raup vindet pei im der
ez offenlich hat gekauft vnd vnhelingen behalden hat vnd des gezivge hat den
mak
man dehainer hantgetat gezeihen ern habe denne sein recht uerlorn. vindet ma
nz
in seiner gewalt er muz dem dar vͤmbe antworten des ez ist. der mac sein gu
t
wol anevangen mit des richters urlobe. mag er den richter oder seinen poten
gehaben daz ist gut. mac er sein gehaben er vellet ez an vnde furt ez in des
richters gewalt. wert abr er im sein gut so tut er widerz recht. vnd wil er
recht da mite varn so shol er also sprechen. ich wil mit ev fuͤr den richter
varn vnd wil ev da mite dem gute recht piten. vnd ist er nicht gewis so shol in
der richter vahen oder sein pote. sezt abr er puͤrgen so shol er in lazen
gen.
vnd ist des richters pote da man shol im daz gut antworten. vnd kvmt er nicht
fuͤr gerichte vngenoͤter dinge man
hot in fuͤr einen dip wanne er sich shuldic
machet do er sin gut anevanget vnd in
vordert fuͤr gerichte vnd er daz verwidert.
spricht iener da wider ob ez vihe ist er habez lazen ze fure oder er habez
erzogen in seinem stille der behabt mit pezzerm rechte der
ez in der gewer hat den iener der ez ane spricht der ez in der gewer hat denne
iener der ez an sprich. der ez in der gewer hat der shol ez selp dritte
erzivgen
warhafter levte. vermizzet sich abr iener gezivge mit siben zivgen verlegen.
spricht abr iener er hab ez kauft auf dem freien markte er enwizze von weme vnd
berede daz ze den heiligen er ist der diepheit ledic vnd vnshuldic. seine
pheninge verlivset er dar an. nennet abr er seinen gewern vnd die stat do erz
kaufte den geweren shol er stellen vͤber virzehen nacht. der tage geit man im
drei. stellet er sinen gewern so ist er ledic vnd der gewer shol fuͤr in
antworten. wirt abr im prest an seinem gewern er muz dem manne sein gut wider
geben on shaden. spricht abr er im hab ez einer geben der in ainem andern
gerichte sitzze dar muz er varn vnd muz daz gut auf shiben. do vert iener nicht
mite hin. er wartet auf dem gerichte do erz funden hot. der sein gut behabt hat
der geit von dem vihe dehein fure. mag er an dem gericht nicht uoluarn er muz
dem richter puzen. vnd ist daz vihe icht geergert er muz ez pezzern so iener
beredet wie vil ez geergert ist. den des tages do erz verlos. vnd ist daz erz
verlivset fuͤr die weile daz erz anvanget
ez muz ez gelten vnd dem richter puͤzen
nicht an eines diebes stat. wil erz bereden daz er nicht weste daz ez diebic
was
er shol puͤzen ob erz verlorn hat vnd anders nicht. ez geshiet dicke daz
man
diepheit oder raup vindet in aines anderen mannes gewalt vnd der shevbet ez
auf
einen anderen vnd also dicke wirt ez geshoben vnz daz ez kvͤmt an den der
ez
verstoln hat oder geraubet hat. auf den shol manz shieben vnd sol iener
swern
daz im verstoln sei oder geraubet. als daz geshiet so shol man in henken ob
erz
verstal oder man shol in haubten ob er geraubt hat on den strozraup der hie
uor
geshriben ist. wan do shol man die leute vͤmbe henken. vnd ist dacz er hie
hot
gut lozen do shol man den leuten gelden allen iren shaden. ist des gutes do
nicht so shol ez iener gelden in des gewalt er sein gut vant. vnd der shol
denne
da hin clagen der im daz gut gap. vnd also shol ein iglich auf den anderen
clagen vnd shol iglich dem anderen seinen shaden abe legen. vnd kvͤmt ez
an den dem der diep oder der rauber sein gut hot genumen vnd habent sie nicht
gutes hinder in lozen er muz aine in dem shaden pleiben. vnd dem richter
wirt von dem gerichte alleine nicht wan ir shup. daz ist etwo gewonheit von
einen pheninge etwa minner etwa mer. abr geshriben recht ist dreizig pheninge.
vnd von einem vihe einen shillinc. vnd von einem sweine daz zweir iar alt ist
vier pheninge vnd ist ez iuͤnger zwene. vnd von einem esel funfzehen.
vnd als ich uon dem sweine hon gesprochen also shol
ez sein von den rossen vnd von vihe waz
nicht zweier iar alt ist. da shol man nicht geben den daz halbe teil. wil der
clager er mag sich auch lieplich richten mit dem rauber oder mit deme diebe.
daz muz geshehen mit des richters willen vnd der shuldige muz im puͤzen nach
seinen genaden. waz iemant den dieben oder den rauber abe prichet ist ez in
ainem gerichte er shol ez dem richter antworten vnd shol ez behalten sechs
wochen. kvͤmt iemant den ez an gehoͤret der shol sich dar zv zihen als hie
uor gesprochen ist. ez sei vihe oder ros er shol die kost gelden die dar auf
gegangen ist. vnd kvͤmt iemant dar nach so shol ez der der imz genvmen hot
der
shol im daz dritteil haben vnd der richter die zwei teil.
kvͤmt iener dar nach des ez ist vnd beredet daz erz
nie inne wuͤrde wo sein gut were oder daz in ehafte not habe geirret der
richter shol im sein teil wider geben vnd shol hincz ienem richten vm
daz dritteil.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 298
Von rauplicher gewer.
Leihet der herre ainen man ein gut on vndersheit
waz da puze auf ist daz
ist des man mit dem gute der herre dinge danne den paw vor auz. daz tut der
herre wol mit rechte.
wirt abr ein man beclagt vͤmb ein rauplich gewer
da man die sheinberliche tat beweisen mac vnd wirt der richter mit recht dar zv
geweiset vnd geladet der richter shol zehant vber den rauber richten
als da uor gesprochen ist. wir haizen daz rauplich
gewer wo zwene vͤmb ein gut kreigen vnd ir deweder dehain recht gewer dar
an hat
vnd sich sein der vnderwindet oder sie paide on gerichte. die tunt wider dem
gerichte. waz ein richter nicht en mac noch enwil richten so shol der clager
varen uor den obern richter vnd shol im clagen. vnd richtet im der nicht vnd
shol varn an den kvnig vnd shol dem clagen vͤber den richter der im nicht
richten wolde vnd clage im dar nach waz im werre.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 299
Wie man aigen leute frei lat.
und ist ein weip eines herren aigen
vnd si legt einen man zv ir vnd si wirt eines kindes swanger vnd e si des
kindes
genist so let sie der herre vrei als si denne des kindes genist so ist daz kint
frei.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 300
Der einer vrowen geheizet er welle sei froi lan.
Vnd ist daz ein man ein eigen weip hot vnd er geheizet ir er.
welle sie
vrei lan vnd stirbet der herre e daz geshehe so ist si frei. vnd truc si kint
iemitten do er ir den geheiz tet daz kint ist frei vnd daz weip auch vnd al die
kint die sie immer gewinnet die sint frei.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 301
Ob ein frei vrei vrow iren eigen man zv ir legt.
und ist daz ein frei vrowe ir
aigen man zv ir legt man shol man shol sie
haubten vnd in uerprennen. vnd wirt ein kint von in geporn daz ist nicht vrei.
ez erbet auch nicht muter gut noch vater gut noch dehein seins mages gut. vnd
waz der kinder ist die haben nicht rechtes daz sie ieman
mugen geruͤgen vͤmb dieheine missetat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 302
Wer uͤberhur shol ruͤgen.
Ez shol dehein fremder man kein vremdez weip
rugen vͤmb ir vͤberhur. ez mac wol tun ir pruder vnd irs pruder sun vnd ir
veter vnd irs vetern sun. ir emanne ist wol irloubet daz er sie
ruͤge. vnd auch sein hausgesinde mac si auch rugen auch mit rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 303
Die vergift machen.
Ez mag ein man sein weip wol ruͤgen vnd ein weip
ir man ob er ir ein vergift
machet oder si im da man die leute mite toͤtet. si shuln
auch paide ir gesinde uon in tun ob si dirre vntat von in inne werdent.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 304
Ob ein cristen pei einer iuden ligt.
und ist daz ein cristen man pei einer
iudin leit oder ein cristen weip pei
einem iuden die sie peide des vberhures shuldig vnd shol
man sie paide uͤber
anander legen vnd sol sie verprennen. wan der cristen man oder daz cristen weip
die habent irs gelauben uerlaugent.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 305
Ob sich ein vreier man an ein gotzhaus geit.
Vnde wil ein vreier man
sich selben an ein kirchen ergeben dem heiligen der da hauptherre ist daz mac
nieman erwern kvͤnig noch keiser noch dehein sein mag. vnd ist daz ein vreier
man sich wil an ein gotzhaus geben daz mac im niemant erwern den sein erben mit
den er shol sein gut teilen also daz im der pezzer teil werde. daz geit er
durch
got wol. dicz shol er tun mit dem avrkvͤnde. wer
des gotzhauses herre der shol im
heizen einen prief machen vnd shol in versigeln mit des gotzhauses insigel
vnd mit
selbes insigel ob erz hat. an den prif shol man sezzen sechs gezivge oder siben
oder mere ob man wil. vnd die shuln ez alle haben gehoͤrt vnd gesehen. vnd
shol denne immer stete sin.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 306
Geit ein freier man sein gut einem gotzhause
vnde nimpt ez wider vmbe zins.
Swelch vreier herre sein gut an ein gotzhaus geit vnd
leihet im des gotzhaus herre daz gut wider vmb einen zins ze seinem
leibe vnd geit im priefe vnd insigel daz ist
stete. daz mac im nieman seiner erben geprechen. vnd stirbt der man der dise
gabe also tut an daz gotzhaus vnd hat er svͤne hinder im lan die daz gut an
sprechent vnd iehent ir uater gebe nie nicht an daz gotzhaus geben so shuln sie
die priefe zeigen. vnd lebent sie noch die an dem priue stent die shuln swern
auf dem alter daz sie horten vnd da pei waren daz dicz ir uater tet als hie uor
gesprochen ist. da mit hat dacz gotzhaus behabt. vnd sint die
gezivge tot die an der hantveste stent die toten helfent als uil als die
lebenden. daz ist da uon recht daz div insigel dar an. hangent nevr
insigel dran so ist doch stete. vnd die daz gotzhaus an hant gesprochen die
shuln dem gotzhause buͤzen mit als uil
gutes als daz gut ein iar giltet daz si an
gesprochen habent. daz ist da uon gesezt daz man sich huͤte vor vnrechter
ansprache wan der mac man wol engelten. ist abr der prif verprunnen oder sus
uerlorn so shuln die erben die ez an gesprochen haben. der ge einer dar mit
vnuersprochen leuten. daz ir uater nie daz gut an daz gotzhaus gebe noch nie
prieue habe gegeben. vnd so daz geshicht so habent die erben daz gut wol
behabet
mit.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 307
Wie ein kint dem vater erbe erwirbet.
Vnd ist daz ein vrowe gut hat geerbet von vater oder von muter
oder von
anderen magen vnd sie nimt ein man vnd si wirt pei im kindes swanger vnd sie
gebirt daz kint vnde stirbt an deme kinde. daz kint lebt als lange weile vnz ez
die augen auf getut vnd sihet die vier wende des hauses. daz kint hot geerbet
seiner muter gut waz sie lazen hat. vnd wen ez dar nach stirbet so erbet der
uater allez daz ez von seiner muter geerbet hot. daz tut er billicher den
iemant
anders.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 308
Ob ein tochter ir vngenoz nimt dev andere ir genoz.
und ist daz ein man stirbet vnd let zwu tochter hinder
im die paide megte
sint. die eine nimt irn genoz vnd hat in ir vater gut lan daz an ertreiche leit
daz shol die tocht allez haben die ir genoz hot genumen oder ir vͤbergenoz.
vnd lat er in ander gut den ertreich daz suln sie gleiche teilen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 309
Wie man slahen vnd raufen vnde stozen buͤzen shol.
Swer den anderen
slehet vnde stozet oder wirfet oder raufet one wunden vnd wirt er uor gerichte
beclaget ez get im nicht an seinen leip. er shol dem clager puͤzen
nach frivnde rat oder nach des richters rate vnd wette deme richter
seine puze. daz sint etwa funf shillinge etwo minner etwo
mere. nicht mere shol der richter neme von dirre shulde dan ein phunt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 310
Der einen gerne sluge vnd sin nicht triffet.
und ist daz ein man auf einem rosse sitzet vnd wil reiten an
sein geshefte vnd ain ander man reitet gegen im vnd zvͤhet sein swert
auz vnd wil in slahen
vnd trift sein nicht vnd trift daz ros. daz spricht kars recht. er shol in
puͤze als ob ern hette troffen. daz ist da uon gesezzet daz er in mut ze
slahen do er daz ros traf. vnd hot erz getan mit spizzen oder mit armprusten
oder mit pogen oder mit einen mezzer oder mit einem wafen so ist ez daz selbe
recht als vmb daz swert.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 311
Der ein vihe phendet wider recht.
und ist daz ein man phendet wider recht ez sei
ros oder vihe vnd treibt daz
in sin haus vnd daz vihe slecht oder stoͤzet ein ander vihe ze tode oder
welhen shaden ez tut die weil ez in seiner gewalt ist daz muz der gelten der ez
ze vnrechte phendet hat vnd als vil daz vihe shaden tut vnd nicht mere. vnd er
shol dem richter puͤzen nach der gewonheit
die in dem lande ist oder in der stat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 312
Ob einer nicht antworten wil vor gericht so man auf in clagt.
Swer vor gericht wirt beclagt vmb shulde vnde im der
richter gepevtet daz er antworte
wil er denne nicht antworten so gepiet im ainst anderst drittest vnd antwort er
denne nicht so shol er ienen heizen fuͤr sich clagen vnde shol im richten als
ob er im antwortet. clagt er im vͤmbe gut so shol im richten als rechte sei
vnd ist er dem richter wettehaft dar vͤmbe daz er nicht geantwurt hot. get
abr
ez im an den leip daz gerichte als hie vor gesprochen ist er ist da mit
nichte
ledic ob er nicht antwortet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 313
Von stvmmen.
Swo ein stummer ist der nicht geantworten mac vnd vodert er
mit geperde einen vorsprechen den shol man im geben. vnd swaz man
bedevten mac dar nach iener auf in claget vnd auf in erzivgen mac
daz sol der richter richten.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 314
Von kirchen vride.
als ein mensh icht tut vnde vliehet ez in ein kirchen ez sei
weip oder man des shol niemant gewalt haben daz er in her auz zihe
oder icht leides tu an der kirchen. er shol gote furchten vnd die
kirchen eren. vnd ist er imans eigen der shol den prister biten daz
er in her auz gebe. daz shol er tun vnd shol gute gewisheit von im
neme daz im vͤmb die shulde iemant icht tu oder gestate ze tune
vnd shol im vergeben waz er im emals hat getan. vnd wil er des
nicht tun so shol der prister daz menshe pei im haben vnd shol
huͤten daz er im icht entrinne. vnd entrinnet er im so geb im daz im
also liep sei. vnd kvͤmt der richter fuͤr die kirchen vnd vordert
den menshen her auz der prister shol im sein nicht her auz geben er
shol in vreilich an sein gewarheit tun vnd tut wider nieman dar an.
vnd ist daz in iemant auz der kirchen nimt wider sinen willen vnd
gotes nicht ensh er shol dem des die kirche ist sechs vnd dreizig
shillinge geben vnd shol an die kirche geben achzehen shillinge.
dar vͤmb shol er also hohe puͤezen daz ander cristen leute sehen
daz man gotes an der kirchen shonen shol. ist dacz der menshe in
die kirche nicht kvmen mac vnd gevehet ez den rink an der kirchen
tuͤr er shol als guten vnde als in der kirchen. und wer im an der
kirch tuͤr icht leides tut der muz als groz puze leiden als ern in
der kirchen habe genumen. der geweihete freitshof shol daz selbe
recht haben als die kirche.
wer einen menshen fuͤr der kirchtuͤr ze tode sleht oder in der
kirchen als uor gesprochen ist vnd die kirchen groͤzlich enteret der
shol geben an die kirchen sechszic shillinge.
swer icht stilt oder raubet in der kirchen der shol der
kirchen geben sechs vnd dreizig shillinge vnd dem prister des die
kirche ist achzehen shillinge vnd shol die shulde puͤzen also. als
vil er dar inne nimt er shol im dreistunt als uil geben. vnd waz er
stilt daz der kirchen ist vnd die kirchen an gehoͤret. ros
oder rinder oder varendez gut oder waz ez ist. daz shol er
dreistunt widerlegen mit gelte als ez wert ist. daz ist allez
karls recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 315
Von diebigem vnd raubigem gute.
Swer divbic oder raubic gut pei dem anderen vindet vnd
kvͤmet er dar vnd vodert sein gut vnd verseit er imz vnd wil imz
nicht geben er shol gen zv dem richter vnd neme seinem poten vnd
shol gen wider ze ienem vnd shol sein gut vodern. vergicht er im
seins gutes so ist er dem richter shuldic zwelf shillinge. vnd
laukent er im vnd wirt er vͤberzivget selp dritte daz er shuldig
ist er shol im sein gut wider geben als gut als ez was do ez im
verstoln oder geraubet wart. er shol auf dem richter puͤzen als
gewoͤnlich ist einen wuͤnde puͤzen pei dem aller hohsten.
daz sint zehen phunt der lantpheninge. man shol im seinen leip dar
vͤmb nicht nemen. vnd hot er der pheninge nicht er shol des
richters pote sein vnz an seinen tot.
<316a> Von hunden der die stilt oder slecht.
Swer einen leitehunt stilt oder ze tode slecht der shol seinem
herren als einen guͤten geben als iener was vnd sechs shillinge dar zv.
<316b> Von treiphunden.
unde verstilt oder slecht ain man seinen treiphunt er shol im
als einen guten wider geben vnd drei shillinge dar zv. vnd wil er
swern dar er vnshuldic sei daz shol er tun mit einem piderben
manne. des vordern hundes muz er laugen mit drein mannen.
<317a> Von spuͤrhunden.
Vnd stilt einem man einen spuͤrhunt oder slecht in tot er shol
im als guten wider geben vnd sechs shillinge dar zv.
der einem manne einen piberhunt verstilt der sol im als einen
guten geben als ienen was vnd sechs shillinge dar zv.
<317b> Von winden.
Ein hunt heizet ein wint die hasen vahent und ander tier der
den einem man verstilt oder ze toͤde slecht der shol deme herren
als einen guten wider geben als iener was vnd drei shillinge dar zv.
<317c> Ein hunt der groz tier vahet.
Ein hunt der groz wilt vahet pern vnd
hirze vnd ander groze tier der den stilt oder ze tode slecht der
shol im als einen guten geben vnd sechs shillinge dar zv.
<317d> Der des vihes huͤtet.
Swer einen hunt stilt oder ze tode slecht der des vihes huͤten
shol vnd die wolfe pizzet der shol als guten geben oder drei
shillinge.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 318
Von dem hunde hofwart.
Ein hunt der heizet ein houewart vnd hutet einem manne seines
hauses vnd seins houes tag vnd nacht stilt oder slecht ze tode der
shol im als einen guten geben vnd drei shillinge dar zv. ob er in
stilt so die sunne vnder get so shol er diese puze tun vnd hat doch
die diepheit begangen. vnd ist daz er im pei shone tage verstilt so
gebe im al einen guten als iener was vnd einen shilling.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 319
Peizet ein hunt einen man.
Peizet ein hunt einen man in seinem gewande oder in ploze havt
vnd wert er sich vnde slecht in ze tode er shol im als einen guten
geben vnd keinen phening. ez shol abr iener des der hunt was ienem
seinen shaden halben abe legen. oder er shol im des hundes nicht
gelden vnd shol auch dem richter nicht puͤzen. wie shol er daz
beweren der den hunt slecht oder stilt daz er als gut als iener was
so shol er dar gen vnd sein sweren daz er als gut sei als iener
was.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 320
Der einen hunt lemt an sinen paine.
und ist daz ein man einen hunt lemt an seinen paine so er
niemande nuͤzze ist so shol er im den hunt geben als lamen vnd shol
ienem als einen guten geben als iener was vnd als uil pheninge dar
zv als hie uor gesprochen ist. dise recht sazte kvͤnig karl von
dem hunde als hi uor gesprochen ist.
<321a> Von den hebechen.
Swer einen habich stilt oder slehet vnd der den kranch vahet
der shol im als einen guten wider geben als iener was vnd sechs
shillinge dar zv. swer einen valken stilt oder slecht oder in dem
lufte vahet der shol dem herren als einen guten geben vnd sechs
shillinge dar zv.
<321b> Von sperbern.
Der einen sperber oder eine sprinzen oder einen anderen
vogel den man auf der hant treit stilt oder sleht er shol im als
einen guten geben als iener was vnd einen shillinc dar zv.
<321c> Von phaben.
Der einen phaben stilt oder slecht der shol als einen
guten geben als iener was vnd einen shilling.
<321d> Von vogel hunden.
Swer einen hunt oder einen vogel stilt vnd sie wider geit
an gerichte vnd ane clage vnd als gut als ez was do erz stal so
shol erz ienem wider nemen vnd halbe puze als gesezzet ist vnd shol
dem richter halbe puze geben ob er sein inne wirt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 322
Von den die gut vinden.
und ist daz iemant icht vindet
auf seinem gute daz ist sein mit rechte. vnd vindet ez abr iemant
anders den er selbe vnd daz er ez hat niemant haizen gesuchet dem
shol man daz virtail geben. wan daz ist sein funt miet vnd sein
funt recht. vnd ist daz er in hat heizen gesucht dem shol er
sein lon geben daz er in angedinget. vnd hat er im nicht geheizen.
ich main also daz er mit im nicht dinget. waz er im denne geit daz
shol er nemen mit rechte.
vnd vindet ain gut an einer
fremden stat des in nicht bestet wes des ertreich ist da daz gut
auf funden wirt des ist daz gut. daz bewert man mit dem ewangelio.
daz spricht also. dacz himelreich gleicht sich einem acker da shatz
inne verporgen ist. so des der mensh inne wirt der verkauft allez
sein gut vnd kaut den acker daz im der shaz da werde. also ist ez
ze rechte des daz ertreich da ist. ecz shol abr der vinder daz
vrteil geben. daz ist sein recht funt mit.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 323
Der gut auf der strozen vindet ob der erden oder vnder der
erden.
unde vindet ein man gut auf der freihen strozen vnder
der erden daz ist des reiches vnd dem vinder shol daz virtail
werden.
Vnd vindet ein man ob der erden auf der strozen
man shol ez dem nehsten pharrer enphelhen oder dem nehsten
werltlichen richter vnd sol sprechen. herre ich han diz gut funden
auf der strozen. vnd shol die stroze nennen do erz vant vnd sprech
also. diz gut enphil ich ev auf iwer triwe. so shol der pharrer
alle veir tage in seiner predige daz gut kuͤnden daz gut ist funden
auf der stroze. kvmt iemant mit der rechten warzeichen dem wil manz
wider geben vnd bezivge daz mit vrumen leuten daz dacz gut sein
sei. so shol der werltliche richter als oft er ze gerichte get
kuͤnden wer dar nach kvme mit erpergen gezivgen oder mit gewissen
warzeichen die an dem gute sein also daz er benenne welherleie gut
ez sei vnd wie vil sein sei. vnd dennoch wenne er die warzeichen
gesait so sol er zen heiligen sweren daz ez sein sei. vnd ist ez
ein vremder man daz man sein nicht wol bekennet so shol man zwene
piderman zv im nemen die im helfen sweren daz er recht habe. vnd
hot im dacz gut ieman anders verlorn den er selber er behabt
doch sein gut als da uor geshriben stet vnd dem vinder wirt ze
rechte nicht wan daz er im gerne geit. vnd ist daz iemant dar nah
kvͤmt in drein iaren so shol man ez inzwei teilen. daz ain tail
an daz reiche. daz ander an daz gotzhaus. vnd wollen sie dem vinder
oder dem pharrer oder dem richter da uon icht gebe daz ist wol
pillich. ez stet abr an im.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 324
Von phlegern.
Dicz ist uon phlegern vnd etwa heizen sie vogete. so heizent
dicz elich phleger als ein man stirbet so sol siner kinde phlege ir
nehster vaters mage. so haizent daz gemachte phleger den in ir
vater geit pei lebendem leibe. vnd habent sie der phleger deweder
swer denne ir herre ist des sie sint der geit in wol einen. ist des
nicht so shol in der richter einen geben. man shol den kinden den
nicht zeinen phleger geben den ir vater tot vater totveient was.
die weile der iungeling nicht fuͤnf vnd zwenzig iar alt ist so shol
er phleger han. die abr wuste leute sint vnd nicht guter wizze sint
vnd die vnsinnic sint die suln alle phleger han vnz an iren tot.
vnd ist daz ein man einer iunkfrowen phleger ist vnd behuͤrt er
sie allez sin gut shol dem richter werden oder deme herren in des
gerichte er ez tut. vnd ist sie nicht einen manne gesworn wil er
denne lauken daz er vnshuldic sei daz mac er tun mit seinen zwen
vingeren ob er piderber man ist. vnd ist abr sie hin gesworn so
shol er dem laugen dem sie gesworn ist vnd dem richter selp dritte
erberger leute. so daz geshicht so ist er dem enprosten dem sie
gesworn ist vnd dem richter vnde allen iren frivnden.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 325
Von phlegern.
Swaz ein phleger den ze shaden tut der er
phleger ist den shol er in zwiualt gelden. vnd versaumet er sie an
keinen dingen den shaden shol er in auch zwiualt gelden.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 326
Der ein kint toͤtet.
Swer ein kint toͤtet wie
iunk daz ist der ist manslechtig. dem shol man daz haubt abe slan.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 327
Von raubern.
Swer mit dem anderen auz kvͤmt der
einen raup nemen wil oder durch seinen willen auz ist kvmen vnd
wirt der rauber erslagen oder derheiner die mit im auz sint kvmen
des shol weder der richter noch kein ir mage weder achte noch mut
han daz in ieman an puͤze. wan daz were widerz recht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 328
Swer seinen mag toͤtet.
Swer seinen mag toͤtet ane shulde ez sei heimelich oder
offenlich geshehen vͤber den shol man also richten. man shol im
machen einen lidereinen sac vnd shol in daz wazzer senken do ez
aller tieffest sei vnd laze in wazzer ligen einen halben tac. daz
ist da uon gesezt daz seinen tot weder svnne noch der mone
besheinen shol noch die levte nicht shullen an sehen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 329
Von ruͤgern der dem andern an den leip spricht.
und ist daz ein ma den anderen ruͤget vor gerichte
vͤmb manslacht oder wo mit er im seinen leip mac verlisen so shol
der richter sprechen. vͤmb daz dv im sprichest an den leip machtu
in nicht vͤberzivgen vnd vͤberkvmen als recht so must dv leiden
daz er leiden solde. vnd wil er im sprechen an sein ere oder an
seinen guten livnemunt vnd mac er in nicht vͤberzivgen er muz
vͤmb igliches leiden daz er solde haben geliden.
ez mak
nieman kein weip geruͤgen vͤmb di shulde die hie uor geshriben ist
ez ge sie selben denne an.
vnd ist daz ainer den anderen
dirre dinge shuldiget on vor gerichte vnd wirt ez deme richter
nicht geclagt die shuln ez vnder in versvͤnen. si shuln im als
uil eren pieten als sie im lasters haben erpoten uor den leuten.
vnd ist daz er in ze dem ander mal also hoͤnet vor den leuten vnd
claget er dacz deme richter er muz im pezzern als hie vor geshriben
ist oder er muz leiden daz er solde leiden. daz ist gotes recht vnd
geshriben recht. wan sold ein iglich man dem anderen an seinen leip
oder on sein ere solde sprechren vnd solde des nicht engelden so
wer ir uil die daz teten durch haz vnd durch neit vnd durch
die valshen herzen. des hot got nicht gesezt noch die leute. vnd
ist daz ein richter die shulde nicht enrichtet so shol der ober
richter vͤber in richten. daz ist der uon dem er daz gerichte
hot.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 330
Der man vnde wip in vangnisse hot.
und ist daz ein man vnd ein weip gevangen wirt die shol man
nicht zv ein ander tun in eine hute. man shol ietwedern von dem
anderen tun svnderbar dacz si mit ein ander icht svͤnden.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 331
Dem gevangen leut entrinnen.
Swem gevangen leute enpholhen
werden der ir ze rechte huten shol vnd wer sich vnderwindet daz er
ir huͤten wil entrinnent sie deme er shol si wider suchen vnd shol
sie vahen ob er mac. mac er ir nicht wider geantworten er shol den
shaden vnd alle puze leiden die iener sholde han geliden der da
entrunnen ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 332
Der leute in der vangnisse verderbet.
Swer leute in vancnisse hat der shol in ze rechte ir notdurft
zezzen geben. vnd tut er des nicht der richter shol in des
noͤten. vnde tut er des dennoch nicht so shol in der richter
heizen fuͤren nach dem almusen swo man im daz gebe. vnd stirbt er
dar vͤber hungers in muz der richter vnd iener der in in die
vancnisse hat geleit die muͤzen in paide uor gote uasten als ob sie
in mit der hant hetten erslagen. si shuln in puͤezen vnd shol
ietwederre dem kvͤnige zwenzig phunt geben der lantpheninge die
da gebe sint.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 333
Abr uon vangnisse.
als ein man geuangen wirt vnd vnderwinden sich seine kint oder
ander sein erben seines gutes wie lange er gevangen ist so er ledic
wirt so shuln sie ez allez wider lan on shaden. vnd waz si des
gutes genozzen han daz shuln si im gelten. habent si aber durch
sein ere oder durch sein gefuͤre icht verzert daz
shol er in gelten. vnd tunt sie des
nicht gern so shol sie der richter twingen in des gerichte sie
sizzent. vnd lant sie sich dar vͤmb beclagen der richter shol in
seins gutes gewaltig tun vnde shol im richten vͤmb seinen shaden
den sie im haben getan. sie shuln auch dem richter puͤzen mit als
uil pheningen als man ein wunde puͤzet. daz sint etwa minner etwa
merer denne zehen phunt ie nah des landes gewonheit. swelher sich
vnder den erben lat beclagen der geit dise puze vnd iglicher
sundern als uil als da geshriben stet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 334
Ob ein vater mit vͤblen willen ir erbe enphuͤren wil.
und ist daz ein uater durch seinen vͤblen willen seinen svn
vnd sein tochter seines gutes wolde enterben vnd dar vͤber wolde
hantveste machen des mak mit rechte nicht gesein. svn vnd tochter
prechent im die hantveste wol mit rechte ob si ez nicht verwuͤrkent.
habent abr siz verworcht als daz puch vore sait so tut ez der vater
wol mit rechte. sint abr die kint nicht zv iren tagen kvmen so der
vater dacz geshefte tut daz shadet den kinden nicht. so der knecht
kvͤmt zv den virzehen iaren vnd die magt ze zweluen so
versprechent sie ir gut mit rechte vnd ist stete was ir vater mit
seinem gute geshaft hot. vnd ist uater tot so sie ze iren tagen
kumen sint in welhem gerichte daz gut leit dem sie clagent der
richter shol sie ires gutes gewaltig tun.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 335
Ob ein man des andern puͤrge wirt.
Vnde wirt ein man des
anderen puͤrge vnd stirbet der in der puͤrgeshefte was sein erben die
sein gut erbent die suln den gelten gen dem puͤrge was.
vnd wirt ein man purge gen ainem man gegen dem er
puͤrge wirt der hebt
sich an seinen purgen oder on den selpsholn. die wal hat er wol an
weder er sich hebet so ist der ander ledic.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 336
Wie man aigen leute frei lat.
Ist daz ein herre die leut frei lat die sein aigen sint vnd
sint sein erben pei in den zeiten nicht vnd der herre stirbet e daz
er zv den erben kume swen er frei hat lan der ist frei mit rechte.
vnde wellent des die erben nich gelauben so shol iener dar gen
vnd shol zwene zv im nemen in dem aide die er da frei liez. da mite
habent sie ir vreiheit behabt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 337
Von aigen levten.
und hot ein herre eigen leute vnd flihent die zv einem anderen
herren oder swar sie flihent vnd kvͤmt der herre dar oder sein
pote man shol sie wider geben one widerrede. vnd wellent sie des
nicht tun er shol sie wider von im treiben vnd shol sie lenger pei
im nicht behalten. so ist er ledig. vnd tut er derwederz so shol
imz der richter wider geben. vnd entrinnet im der menshe so muz er
ienem pezzern des der menshe was nach genaden. vnd ist daz sie von
im uarn e daz er si vordert oder e daz er si verpevtet mit
dem gerichte so pleibet er ane galtnisse.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 338
Wie ein menshe sin kint verkaufen shol.
Vnd ist daz ein man sein kint verkaufet durch ehafte not daz
tut er wol mit rechte. ab in den tot nicht. er shol ez einem herren
ze eigen geben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 339
Wie man lantteding gebieten shol.
Der selige keiser karl spricht also. ich gepite allen herren
die lantteding shuln gepieten auf dem lande daz siz dreistunt
habent in dem iare. vnd ste daz lant so vnfridelich so mac erz mit
recht gepieten vͤber zwene manoden. alle die die in dem gerichte
sitzent die shuln sein lantteding suchen die gut in seinem gerichte
hant oder mit hause in seinem gerichte sizzent ob sie ze iren
tagen kumen sint. daz ist ob sie ein vnd zwenzig alt sint. als ein
herre sein erstes lantteding gepeutet so shol er uor
vierzehen tage seine poten senden in
sein merkte vnd in sein doͤrfer vnd auf sein puͤrge vnd
shol da kvͤnden auf welhen tac vnd an welhe stat er sein
lantteding gepoten habe. als er denne dar kvͤmet so vroge er
seine puͤtel ob si daz lanttedinc also gepoten haben als er in hiez.
vnd wer dar nicht kvͤmt vnder den leuten die hie uor genennet
sint die sint der puze shuldic. dar nach shol er sein lantteding
gepiten. vnd wer da beclagt wirt vnd ist er da ze gegenwart er shol
antworten. ist er da nicht man shol im in dem lanttedinge fuͤr
gepieten dreistunt. vnd ist er beclagt vͤmb den totslac oder
vͤmbe den raub oder vͤmb diepheit oder vmbe wunden oder vͤmbe
ander freuel so shol in der lantrichter echten vnd shol seinen
clager richten auf sein gut vnd ist vͤm sein gut daz in seinem
gerichte leit. vͤmb keine guͤlde shol man niemand echten. er shol
im abr richten auf sein guͤt daz in seinem gerichte leit. der
richter vnd der clager shuln auf dem lanttedinge warten der den er
fuͤr gepoten hot vnz auf die vesperzeit. wer denne dar nicht
enkvͤmt der ist der puze shuldic vnd shol der richter seine puze
nemen. daz ist ewa funf phunt etwo minner etwo mer ie nach des
landes gewonheit. man shol auf kain lantteding gewapent reiten wan
mit des richters vrlobe vnd auch mit seinen willen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 340
Dicz ist von der richter buze.
Dacz ist kvnig karls wort. vnd ist daz ein man puze gen vns
verwirket wie daz geshiet vnd hat sie mit vͤbelen willen
verworcht vnd freuelich so mac si vnser richter und wir gar nemen.
vnd hat si ein man ainfalticlich vnd vnwizzenlich verworcht die
puze shol man nicht gar nemen wan nach genaden.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 341
Wie der herre gezivg versuchen schol.
Kvnig kars puch spricht also. swer ainen gezivk leiten wil so
shol in der richter svnder nemen vnd shol in vrogen. also shol er
die gezivge alle tun. ir ainer shol nicht sagen daz ez der ander
hoͤre wanne vor dem richter vnd vor den leuten. vnd sagent sie
gleich vmbe die sache so habent sie ienem gehulfen der sie an
gedinget hat. vnd sagent sie vngelich so habent sie im nicht
gehulfen er sei denne so verre dar im zwene zivge erteilt sint zv
im selber die helfent im wol. ob sie gleiche sagent so hat er
behabt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 342
Von den wucherern.
Ez verpeutet got vnd der pabest vn der kaiser daz kein cristen
menshe von dem anderen keiner slachte gesuch nemen. daz verpot
pabest leo vnd der selige karl mit ein ander ze rome do sie paide
ein concilium hetten. wer sin bewert wirt den shol geistlich
gerichte pannen vnd dar nach mit der echte richte als hie uor
gesprochen ist. als ein man ze panne wirt getan swer daz waiz vnd
im dar nach gemainsampt der ist auch in dem panne. vnd ist er als
lange dar inne als hie vor geshrieben stet so kuͤmpt er in die
shulde als iener.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 343
Wie man ans richters gute freuelt.
Swer sich des richters gut vnderwindet ze vnrechte vnd
vnwizzende vnd wirt er des geinnert mit vnsern poten der shol ez
zehant wider lan on shaden. vnd hot erz mit wizzen getan so hat er
sein triwe an vns zeprochen. vnd het er vns hulde vor gesworn so
ist er meineide vnde triwelos dar zv. daz shul wir an im rechen
nach vnsern willen vnd shullen vͤber in richten nach vnserm
gewalde.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 344
Wie man der veirtage shonen shol mit merkten.
Wir gepieten daz an dem svntage niemant nicht vailes habe den
ezzen
vnde trinken. swer sein gadem auf tut oder sein kelre oder sein
krame daz er icht dar auz verkaufen welle der dem richter fuͤnf
shillinge shuldig vnd seinen pharrer als vil. vnd iglichen veirtag
den man pei dem pane gepeutet ze veiren der hot daz selbe recht als
der suntac. vnd die drei hochzeit weinachten ostern vnd phingesten
haben daz selbe recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 345
Ob ain svn dem uater ein gut erarbeit.
und ist daz ein svn
die weil der uater lebt gut gewinnet mit rittershaft oder wie erz
gewinnet do hat dehat dehain mac vater noch muter noch pruder noh
swester mit ze shaffen. er tut mit dem gute waz er wil die weil er
lebt vnd auch an seinem totpette da uon daz erz gewunnen hot.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 346
Ob uater vnd muter ir kint hin werfent.
Swelch vater
vnd muter ir kint uon in werfent swer ez auf hebt vnd zvͤhet vnz
an den tac daz ez gedienen mac ez shol dem dienen der im
seins lebens geholfen hot. vnd ist daz vater vnd muter heimen wil
oder sin herre ob ez eigen ist die shuln im zem ersten seine fure
gelden die er bereit daz ez in kost seit er sich des kindes
vnderwant.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 347
Wie man armen leuten witwen vnd weisen richten shol.
Dicz ist karls wort von armen leuten von witen vnd weisen. ich
gepeute allen richtern die in dem lande sint daz si si rainen vor
unrechter gewalt. vnde wi si des nicht tun daz richte got vͤber
sie an dem iuͤngesten tage. vnd ich richte vber sie als mein recht
seit. swelch richter nicht richtet die shulde die im geclagt vnd
bezivget wirt als recht ist vͤber den shol man sein richten von
dem er daz gerichte hat. dem richter ist nicht gesezt kein mite ze
neme weder vͤmbe recht noch vm vnrecht wan sein puze die im ze
recht gesezzet ist. doch nach genaden. wenne der dreier menshen
einer uor gerichte kvͤmt arm leute witewen vnd weisen vnd sie
einen vorsprechen nement den shol in der richter geben vor anderen
leuten. vnd die uor gerichte sizzent die shuln sie hoͤren vor
anderen leuten. swer des nicht tut wider got vnd widerz recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 348
Wie man pheninge slahen sol.
Diz ist uon pheningen wie man
die slahen shol daz sie genge vnde gibe sein vnd nicht valsh. dicz
ist anderev rede von muͤnzen danne die hie uor in dem puche stet vnd
sint doch paide recht.
welch muͤnzer vash pheninge slecht
dem shol man die hant abe slahen. wir heizen daz vash pheninge. si
shuln also weiz sein daz von der marke niwan ein setin gen. die
pheninge shuln alle phuͤndic sein. si machent aber die herren etwo
ringer. swie sie die herren heizent machen also muͤzen sie die
mvͤnzer machen. vnd dehein herre hat des gewalt daz er sie an der
weize icht anders mache wan daz von der marke ein setin ge so man
sie prennet vnd sint die pheninge ich anders.
haizet slahen wan als uor geshriben stet der hat
des reiches hulde
uerlorn. vnd ist ein phaffen fuͤrste der romishe kvnig shol ez dem
pabest haizen clagen. der shol im sein recht tvn. er shol in
greden daz ist er shol im sein pheflich ere nemen vnd shol der
kvͤnig vͤbrig richten als vͤbr ainen valsher. daz ist er shol
im daz haubt heizen abe slahen. man shol die herren vͤberzivgen
mit den pheningen. sint sie nicht als hie uor geshriben stet so
sint sie shuldic. vnde welher muͤnzer sie sleht dem sol man die hant
abe slahen. oder ander wechseler oder hausgenoz si hin wechselt mit
wizzen der hat daz selbe recht. die hant abe.
wer einen
geben phening versprichet der in seinem rechte stet der ist dem
gerichte shuldic virzic shillinge der selben pheninge. die shuln
dem richter halbe werden vnd dem halbe des die muͤnze ist.
welhes gemelde der herre an seine pheninge sezzet vnd sezt daz
ein ander herre an die seinen die sint valsh vnd ist der herre ein
valsher vnd shol ma vber in richten als vͤber einen valsher. vnd
waz einer verwuͤrket der nicht pheninge hot dem shol man an der
shraiat virzic slege slahen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 349
Wie man den zol geben shol.
Hie spricht der keiser karl. ez shol nieman zol nemen wen der
uon alter her ist kumen vnde gesezzet ist. vnd den vater kvͤnig
pippein gesezzet hot die wolle wir stete hon vnd fuͤrbaz keinen mere
sezzen. vnd wer sie hot gesezzet die wolle wir abe nemen. vnd wer
vͤber lant vert mac er ane pruk gevarn in shol niemant zolle ane
muten. swer zol dar vͤber nimt der hot vnser hulde verlorn. die
shol er wider gewinnen nach vnsern genaden. wir verpieten allen den
die in vnserme reiche sint daz sie keinen zol nemen an vnser
vrlop. wer ez dar vͤber tut der hot vnser hulde verlorn. wir
sprechen daz daz alle zoͤlle vnd alle mvͤnze die in romishem
reiche sint die sint alle eines romishen kvͤniges. vnd wer sie
wil haben er sei phaffe oder leye der muz sie haben von roͤmishem
reiche vnd von romishem kvnige. vnd wer des nicht entut der vervelt
an dem reiche.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 350
Von newen merkten.
Swer deheinen newen markt stiftet
an vns vnd on vnser nochkomen willen do mac nimmer markt werden.
vnd als wir gepiten vnd vnsern poten dar senden so sol er in dannen
prechen. tut er des nicht so hot er vnser hulde verlorn. man shol
deheinen markt dem andern naher legen den drei meile oder mere.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 351
Von ymmen.
und ist daz ymmen auz vligen vnd vallent an einen paum vn er
im inner drein tagen nach volget so shol er ienem sagen des der
pavm ist daz er mit ge vnd helfen sein ymmen gewinnen. si shuln mit
ein ander dar gen vnd shuln mit axen oͤren an den pavm slahen vnd
nicht mit der sneiden vnd mit kolben vnd mit stecken vnd mit wev
sie mugen also daz sie den pavm icht verseren. vnd vellet er an
ainen zavn oder an ein haus so ist ez daz selbe recht als vmb den
pavm. so er an den paum die slege getut die hie genennet sint waz
der pinen her abe uellet die sint sein. vnd waz ir dar oben pleibet
die sint des der paum da ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 352
Von pavmgarten.
Swer in ains pavmgarten get vnd im sein pavm abe howet vnd
sint ez pavme die obez tragent er shol im daz obez gelden waz er
bereit daz ein iar dar aufe werde ob erz verkaufen solde. als uil
der pavm ist als uil muz er fuͤr iglichen geben als er beredet wes
daz obez wert was daz ein iar dar aufe wuchs. also muz er im daz
obez gelden zwelf iar vnd shol im ander paum dar pelzen. vnd welher
hande pavme ez sint gewesen die shol er im hin wider sezzen. vnd so
zwelf iar hin kvmen sint vnd sint die pavme denne als nuͤzze worden
die er im hin wider gepelzet hat daz auf iglichem werde eins
shillinges wert so shol er sich seiner pavme vnderwinden. vnd hat
er dennoch da mite nicht gewert er shol im dennoch ze puze geben
zwenzig shillinge.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 353
Wie man des keisers hulde verlvͤset.
Swer sich wider den keiser wafent oder wider die dem keiser
mitete sint oder wer einer reise von dem keiser flvͤhet e daz er
selbe fluhet daz hetten vnser vorvarn e gesezzet die des
reiches phlagen daz man sie lebendic solde begraben.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 354
Wie man maineide richten sol.
Swer ainen mainait swert
wirt abr er des selp sibende vͤberzivget man shol im die hant abe
slahen do er mit mains geswor hat vnd mac keinen mane seines
rechten gehelfen mit seinen aiden. da uor shol sich ein iglich
huͤten daz er keiner dinge swere wanne daz er wares weiz. ander
missetat puͤzet ein man wol daz man in nicht verwirfet. vͤmb den
mainait ist er ummer mere verworfen in dirre werlde vnd in iener.
er enpuͤze in gar fruͤmeclich mit starker puze.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 355
Vneliche kint werden ze ekinden.
Und ist daz ein man ein vrowen ledeclich vier iar oder mere vnd
gewinnent kint mit ein ander vnd der man wirt der vrowen also holt
leicht von tugenden oder von welchen dingen daz zv kuͤmt vnd sie zer
e nimt alle die kinder die sie mit ein ander hant die sint sa
zehant ekint. als vater vnd muter eleute worden sint also sint die
kint ekint vnd erbent eigen vnde lehen mit den kinden die
vater vnde muter noch der frist gewinnen. vnd wil man daz auf
werltlichen dingen verwerfen so shuln die kint auf geistlich
gericht varen vnd shuln ir elich ding da behaben vnd suln des
capitels insigel nemen daz sie ir elich recht behabt haben. vnd
shol man im auf werltlichem gericht ir erbe vnd ir aigen erteilen.
daz ist geshriben recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 356
Wie sich eins phaffen svn elich machen sol.
Dicz ist wie sich eines phaffen svn elich machen shol daz er wol
sein recht verstet an eines mannes stat. er shol zwischen zwen
herren ain sper zeprechen. abr nevr swo ein kvnig
leit mit here gen ainem anderen kvnige. er gewinnet wol aigen vnd
enphehet lehen vnd wirt wol ritter ob er wil vnd ob er so edel ist
uon gepurt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 357
Wie man gotzheuser gut gewinnen schol.
Swer gut von einem
gotzhause gewinnet der neme des gotzhauses priue vnd insigel dar an
vnd sezze ze den minsten siben zivge dar an oder mere. da mite
behabt er sein gut vnd nicht anders. vnd der man des priues nicht
so verlivset er sein gut vnd die kirche behabt imz an.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 358
Von einer leitgeben.
und ist daz ein leitgebe veiles hat ezzen vnd trinken vnd hat
er ein hausvrowe vnd ein magt die im dienet die helfent im sein
ding bewarn vnd sie muͤzen mit den leuten mer ze shaffen haben den
ander leute vnd ander vrowen. da uon ist daz gesetzet. vnd werdent
sie gezigen mit dem vberhvre oder werdent sie dar an funden man
shol nicht vͤber sie richten als vͤber ander vrowen. man shol
sie nicht offenlichen ruͤgen. sie shuln nicht offenlichen puͤzen in
shol der pharrer heimeliche puͤze geben. alle haimeliche suͤnde die
shol man haimelichen puͤezen vnd da shol ein iglich peichtiger
heimeliche puze geben. vnd vͤmb offen suͤnde shol man offen puze
geben. doch sint vil phaffen die nicht wizzen waz offen suͤnde ist.
welhe suͤnde zwei menshe wizzen oder drei daz ist nicht offen
svͤnde. ob sie halt sechse oder sibene wizzen dennoch ist ez ein
heimeliche svͤnde vnd man shol heimeliche puze dar vmbe geben.
als die svͤnde nevn menshe werliche wizzen so ist ez ein offen
svͤnde. wer des nicht gelaube des suches in summa remundi.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 359
Von zauberern vnd von zaubererinnen.
Dicz ist von
zauber. ez sei weip oder man die mit zauber oder mit luppe vͤmbe
gent vnd die den teufel mit worten zv in laden die shol man alle
prennen. wan er hot gotes verlaugent vnd hat sich deme tivuel
ergeben. vnd die ez wizzent vnd versweigent vnd raten werden sie
des bewert als recht ist dem shol man daz haubt abe slahen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 360
Von shreibern.
und ist daz ein shreiber valshe priue shreibet oder hantveste
vnd wirt er des vberzivget als recht ist daz er wol west daz ez
valsh was daz er do shreip man shol im die hant abe slahen. vnd ist
er ein phaffe man shol im dem pishof antworten vnd shol im der sein
pheflich ere nemen. dar nach wo in der werltliche richter begreifet
do shol er vber in richten als vͤber einen laien. er
shol im haizen die hant abe slahen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 361
Der vnrecht gewege hat.
Swer vnrecht gewege hot daz als uil ringer ist als ein phening
gewicht dem shol ma daz haubt abe slahen. ist abr daz er ez swerer
machet als ein phening gewichte auf der leute shaden daz ist daz
selbe recht vnd shol der pheninge einer der man ein phunt auz der
marke sleht. wer auch iemant vͤber wigt auf einen phundishen
phening dem shol man haut vnd har abe slahen an der shraiat pei dem
hohsten.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 362
Der ainen toten auz grebet.
Swer ainen toten auz
grebet der hot gefreuelt an der kirchen do der freithof hin
gehoͤrt do er den toten auz gegraben hat. der shol also puͤzen. ez
shol allez sein gut halbez werden dem geistlichen richter. hot er
nicht gutes so shol man in in den freithof pinden auf ein sevl vnd
shol im slahen virzig slege vnd shol im daz har ob den oren abe
sheren. vnd tut ez ein phaffe den shol der pishoshof uon al seinen
eren shaiden die pheflich sint vnd shol die nimmer wider
gewinnen. vnd welhier richter des nicht richtet
voͤlleclich als hie geshriben stet dem shol man
allez sein gut nemen vnd sein ere dar zv. disev shult ist allen
den erlaubet ze ruͤgen die sie ruͤgen wellent.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 363
Der den andern vͤberpawet.
Diz ist von vͤberzimmer vnd von vberpawe. vnd ist daz ein
man ein havs zimmert vnd wil sein nakebaur ainz an in zimmern er
shol ez in der hoͤhe zimmern daz sein licht icht verzimmert
werde. tut erz dar vͤber so clagt ez dem richter. der shol ez
denne ze rechte prechen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 364
Der auf des andern ertreich zimmeret.
Swer auf des anderen ertreich zimmert oder pawet auf fremdez
ertreich oder auf vremdez ertreich seet daz ist allez des daz
ertreich ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 365
Der auz holz ein shif zimmert.
Swer auz holz ein shef oder ander dink wuͤrket vnd daz holz
sein nicht ist wes daz holz ist des ist auch daz werk daz da von
gemachet wirt.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 366
Der auz vremdem gezivg icht macht.
Swer auz vremder seide oder wolle oder auz flachse ein gewant
wuͤrket oder ander dink daz ist mit rechte des der gezivg ist ez sei
von golde oder von anderen dinger. daz ist also gesprochen. vnd tut
er daz mit gewizzen daz erz da fuͤr hette daz der gezivg sin were so
hot er recht. bewert aber ein ander man daz der gezivg sein were
des selben ist daz werk da ez von gemachet ist. hat abr dirre daz
werk vnwizzende gemacht so sol im iener seiner arbeit lonen vnd
sein kost gelden die er dar auf hat geleit. spricht abr iener er
welle im nicht da uon geben im wer lieber daz der gezivch
vnuerworcht were vnd wil ez da mit im aber twingen mac dirre daz
beweren were vnd wil ez da mit im aber twingen mac dirre daz
beweren daz wande daz der gezivg sein were so shol er seiner kost
vnd seiner arebeit also nicht verloren haben. er shol daz werk
verkaufen so er aller tivrest mac vnd sol ene als uil seiden oder
wolle oder flachses oder goldes geben oder swaz ez sei daz shol er
im her wider kaufen daz als gut sei als ienez waz oder pezzer. wil
er des nicht gelauben so beredez ze den heiligen oder bezivge
vns mit dem werken da ienez auz gemachet sei oder mit den leuten
die ienen gezivg vnd daz werk gesehen haben. daz recht ist auch der
auf vremdez ertreich seet vnd vͤmb ein iglich werk daz der man
unwizzende wuͤrket daz man on shaden wider tvn mak.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 367
Von des svnes gewinne vnd des aigen mannes.
Swaz ein
svn gewinnet die weil er in seines vater phlege ist on die svne die
wir hie uor geshriben han daz ist des vater mit rechte. waz ein
aigen man gewinnet daz ist des herren des er ist ob er wil. waz abr
einen aigen man an gevellet von erbeshaft daz ist des mannes vnd
des herren nicht. waz man im auch vͤmb sus geit daz ist des
mannes vnd des herren nicht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 368
Ob zwene herren eigen levte habent.
und ist daz zwene herren eigen leute gemeine habent vnd ez lot
der herre der menshen einen frei on seinen gemeiner der menshe ist
da mit nicht ledic. er ist halt der herren gar der in nicht
hot ledic lozen. daz ist da uon gesezt daz er seinem gemainer da
mite gepuͤzet hab daz er on sein wort daz menshe frei lit ir deweder mak on
den anderen nicht getun daz stete sei mit den leuten die ir paider
eigen sint.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 369
Ob ein man den anderen loset auz der gevanknisse.
Swer den anderen loͤset do er auf den leip gevangen
leit vnd tut daz in
rechten triwen als iener von der vancnisse ledic wirt so shol er im
gelden waz in losunge kost von seinem gute ob erz hot. vnd hot er
nicht mere den als uil er in erloͤset hat daz selbe shol er im
gar gelden. daz mag im kein sin erbe erweren. er loͤse sich mit
seinem gute. vnd stirbet der man der da erloset ist e daz er disem
sein losunge gar vergolden habe sein erben shuͤln im alle seinen
shaden gelden wanne er durch sein triwe loste. vnd stirbet auch der
der in loset e daz er im seinen shaden abe lege so shol man seinen
erben daz selbe tun daz man im solde han getan.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 370
Ein knecht shol seines herren lasters sagen.
unde hat
ein herre einen knecht vnd wil der knecht seines herren lasters
sagen daz shol man nicht hoͤren noch sol nieman gelauben. er
welle in denne ruͤgen dar vͤmb daz er sein triwe an dem reiche
geprochen habe.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 371
Wie man einen mit zwen mannen vͤberzivgen shol.
und ist daz ein man vͤmb vntat
gevangen wirt vnd die hat leichte
einer oder zwene gesehen oder si wizzent ez sus wol vnd er wil sein
niht veriehen den shol man so hin lozen. man shol in weizigen mit
slegen an der shreiat vnd mit starker vancnisse mit hunger vnd mit
froste vnd mit anderen vbelen dingen vnz daz er veriehe. dicz shol
man in an legen einen manen daz ist also gesprochen ob die zwene
oder der aine piderbe leute sint daz man in wol gelauben mac so
shol man in die wizze an legen. sint sie des nicht so sol man sie
kaine wizze an legen die wider daz recht sei. vnd waiz nimant sein
vntat so shol man in lozen gen. daz ist kvnig karls recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 372
Der auf vremdem ertreich bawet.
Swer auf vremdez
ertreich vnwizzende weingarten sezzet oder einen weingarten
phlanzet oder auf vremdez ertreich zimmert daz er wil wenen ez sei
sein vnd ist nicht sein so ist daz gepaw iens des daz ertreich ist.
beredet abr der ez gepawet hat ze den heiligen daz er wante daz
ertreiche were sein so shol im iener seiner arbeit lonen vnd seinen
abe legen. wil er des nicht bereden so shol im iener nicht geben
weder kost noch arebeit. ist abr daz iener spricht durch einen list
dar vͤmb daz er im weder kost noch arbeit gelte daz er etwaz
anders da wolde pawen so sol im iener sein ertreich raumen. lat abr
ez sten er shol im kost vnd arbeit gelten.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 373
Wie gotzheuser ir gut ane werden.
Ez mac dehain pishof
noch dehain ander phaffe seins gotzhauses gut one werden wan on
ertreich. vnd tut er einen wechsel mit iemant den shol er also tun
daz in des dvͤnke vnde ander weise leute daz erz weger habe. tut
er icht anders daz mac nimmer stete pleiben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 374
Der seine nehsten moge toͤtet.
Swes seinen vater
oder sein muter oder sein swester oder sein pruder oder seinen
vetern oder seinen oheim oder seins vetern svn oder sins oheims svn
oder seiner mumen svn oder seiner swester svn toͤtet der hot
groͤzlichen erzvͤrnet. vͤber des leip shol ein werltlich
richter richten. vnde vor alle seinen magen shol daz gut seiner
hershefte werden vnd nicht seinen erben. wan er hat ez mit rechte
verworcht.
Hie hebt sich an daz lehen puch.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 1 [1275/87]
Swer lehenrecht kunnen woͤlle der volge disen puche. des
ersten shulle wir merken dacz die kvnige haben gesezzet siben
hershilde. der fuͤret der kvnig den ersten. pishoͤfe vnd epte vnd
eptissinnen die gefuͤrstet sint den anderen. der leien fuͤrsten den
dritten. die freien herren den virden. die mitter vreien den
fuͤnften. die dinstman den sechsten. die semper leute den sibenden.
vnd als man nicht enweiz wenne die sibende werlt sich endet do wir izzvnt
inne sint also enwaiz man nicht von dehainer gewisheit ob
der sibende hershilt lehen muge gehaben oder nicht. die kvͤnige
haben also gesezt. wer nicht von ritterlicher art sei der shol mit
dem sibenden hershilde nicht ze tune hon. die shuln auch
lehenrechtes darben. die erste werlt hub sich an adam. die ander an
noe. die dritte on abraham. die virde an moyse. div fuͤnft an dauid.
dev sechst ane iesu christo. vnd ie der werlde was tausent iar daz
waren sechs tausent iar. nv sei wir in der sibenden one gewisse
zal. wan gote wolde seinen iungeren noch niemande sagen wenn diese
werlt ein ende nemen sholt.
phaffen vnde weip vnd gepaurn vnd
alle die nicht semper sint vnd die nicht elich geporn sint vnd die
nicht uon ritters art sint die shuln alle lehenrechtes darben als
wir her nach beshaiden. nach cristus gepurt ist die gewisse zal
tausent iar. dar nach get die sibende tausent an. do muz die werlt
inne zergen oder dor nach wenne got wil. leihet abr ein herre dirre
ainem gut ze lehen die hie uor genennet sint der hat als gut recht
dar an als der in deme sehsten hershilde vert vnd erbent die lehen
an ire kint. vͤmb allez lehenrecht mugent sie nicht vrteil
vinden die der hershilde darbent wan vor ir herren von deme sie ir
lehen habent.
ir gezivge veleit man wol vͤmb lehenrecht vor anderen
herren on vor ir herren.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 2 [1275/87]
Wie die pezzer recht habent die in dem hershilt sint denne die
sin darbent.
Ob zwene man ain gut an sprechent vnd des iehent von ainem
herren ze rechtem lehen vnd pietent paide gleich gezivge vnd ist
der aine zv dem hershilde geporn der ander nicht der herre shol
ienes gezivg nemen der zv dem hershilde geporn ist vnd des anderen
nicht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 3 [1275/87]
Von den die des hershildes darbent.
Swer zv dem hershilde niht geporn ist der mac nicht
geweigern ob sein herre daz gut one werden wil daz er von im ze
lehen hot wider einen der des hershildes darbent. er muz ez von im
ze lehen enphahen. daz ist da von daz er sin genoz ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 4 [1275/87]
Ob phaffen vnd vrowen des reiches gut ze lehent hant.
Und ist daz ein phaffe oder ein vrowe des reiches gut
enphet von dem reiche daz mugen sie wol leihen vnd mugen wol dem
gute nach volgen on einen anderen herren vnd also ob paide phaffen
vnd vrowen uon ritters art geporn sint. ein iglich phaffe der uon
ritters art ist der mac lehen han mit rechte ze seinem leibe vnd
nicht mere. er mac ez auch nicht hin geleihen noch anders nicht da
mit getun den mit des herren willen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 5 [1275/87]
Von phaffen svndern.
Unde hot ein phaffe einen pruder oder mer pruͤdere vnd
enphahet er mit einer lehens hant ein gut mit seinen pruͤdern vnd
hat mit in nuz vnd gewer vnd sterbent sie on lehens erben im
pleibet daz lehen mit rechte in dem recht als ich izzv von dem
lehenrechte sprach.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 6 [1275/87]
Von vrowen sunder.
Vnd hot ein vrowe lehen von einem
herren die hat recht als der phaffe. vnd enphehet ez ein man mit ir
wer der ist vnd habent sie gleich gewere so ist ez daz selbe recht
als vͤmb den phaffen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 7 [1275/87]
Wie der man dem herren hulde sweren shol.
Der man shol seinem herren hulde tun mit seinem aide daz er im
als getriwe sei als von recht seinem herren vnd seinen vrumen ze
werben vnd seinen shaden ze wenden als verre er muͤge.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 8 [1275/87]
Wie der man daz lehen auf geben shol.
Und wil ein man seinem herren lehen auf geben vnd wil sein
nicht mere von im ze lehen haben her mac des ze rechte nicht
geweigern. er muͤz ez von im auf nemen. vnd wil herre des nicht
so shol der man so sprechen. herre ich gepivte ev so getan gut auf
als ich uon ev ze lehene hon. ich pevte ev daz zeinem mal zem ander
mal zem dritten mal. vnd shol daz tun mit gevalden henden. nimpt ez
der herre nicht auf so ist der man doch seiner manshaft ledic vnd
shol dem herren sein gut lan ledic ligen daz er uon im ze lehen
hette. der herre mak dem man des nicht getun er verwuͤrke sein
lehen denne so mac er im daz lehen nimmer also genemen mit rechte
wenne in gut dvͤnket. wie der man daz lehen vͤmbe den herren
mac verwurken daz vindet man her nach an disem puche.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 9 [1275/87]
Wie der man nicht rechtes hat in lehenrecht er entv dem
herren hulde.
Die weile der man seinem herrn nicht hulde hat getan so mac
er niemans gezivg sin uor seinem herren vͤmbe lehenrecht vnd mac
nicht vrtail vinden vmbe lehenrecht. dinget abr seins herren man
ainer ain in daz er sein gezivg sei vͤmbe ein lehen vnd mac er
nieman anders gehaben wan den der dem herren noch nicht gesworn hot
der hilft im wol mit rechte vnd der herre mac in nicht verwerfen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 10 [1275/87]
Ob der man dem herren nicht hulde sweren wil.
Der herre mac
seinem manne wol gepieten daz er im hulde tv vnd im swere als hie
uor gesprochen ist. tut er des nicht so habe im der herre daz gut
daz er uon im solde hon ze lehen. ez shol auch der man seinem
herren erpieten mit worten vnd mit werken. er shol auf gen
im auf sten vnd shol in vor im lan gen. er shof im auch den
stegereif haben so er auf daz phert sitzen wil.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 11 [1275/87]
Wie man des reiches lehen shol verdienen.
Swer lehen von deme reiche hot dem mac der kvͤnig
gebieten ein reise mit im ze varn. der sol sie gepieten sech wochen
vor vnd einen tac mit seinem gewissen poten vnd daz ez des herren
manne zwene horen ob er des laugen welle daz im die heruart gepoten
sei die dem poten daz helfen erzivgen daz er im die reise habe
gepoten als er ze rechte solde. vnd die nicht lehen von dem reiche
haben den gepevtet der kvͤnig wol mit rechte ein reise. alle die
oberhalp osterlant belehent sint von deme reiche oder die des
reiches dienstman sint die shullen dienen ze winden vnd ze polan
vnd ze peheim. ein iglich man shol deme reiche dienen sechs wochen in seins
selbes kost vnd shol auch sechs wochen aller hande clage
ledic sein vnd aller hande gerichtes sechs wochen vor der reise vnd
sechs wochen nach ez sei vͤmb lehenrecht oder vͤmb lantrecht
oder vmb welher hande clage ez ist. des sol er allez ledic sein
sechs wochen tag vnde nacht.
wen aber die devshen ze kvͤnige kisent als der ze rome
nach der weihe varn so sint im die fuͤrsten shuldic mit im ze
varn die in erkorn hant ze kvͤnige. daz ist der pishof von
koͤlne der von menze vnd der von trire vnd der phalzgraue uon dem
reine vn der herzoge von sache vnd der kvnig von peheim vnd der
kvͤnig von prandenpurg. die siben fuͤrsten shuln mit im varn
den er ez gepeutet. vnd hat ein man des reiches gut ze lehen von
dem kvnige vnd hot er daz verlihen ander levten die noͤtet er wol
mit im ze varn in des reiches dienste als er selbe dienet. daz tut
er wol mit rechte. ist abr ir deheiner der der heruerte nicht
varen wil der muz sich da uon kaufen mit den zehen phunden daz daz
ein iar giltet daz er da ze lehene hot. welhez der man wil daz tut
er wol mit rechte. die heruart gen rome shol der kvnig gepiten
vͤber ein ganzes iar vnd vͤber sechs wochen vnd drei tage. vnd
die selbe heruart hant alle die dev devshen herren vrlop wider heim
ze varn. so der kvͤnig geweihet wirt von dem pabest ze romishem
keiser so mak der keiser die devschen herren denne fuͤrbaz nicht
betwingen dacz sie lenger dar nach pleiben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 12 [1275/87]
An welher zeit an dem tage man ze lehenrechte kvmen schol.
Swenne der herre seinen mannen ainen tac geit fuͤr sich
ze lehenrechte vnd kvment sie vor mittem tage so kument sie wol.
vnd ist dacz si alrest kvmen nach mittem tage so sint si dem herren
wettehaft. ez shol kein herre vͤmb lehenrecht nicht reiten noch
tac geben in den gepunden tagen. daz sint di tage der vier suntage
vnd alle die tage die man gepeutet ze veiren.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 13 [1275/87]
Wie der herre sein recht verlivset gegen den manne.
Swenne ein man seinem herren von dem er lehen hot seines
rosses leihet oder ander sein gut welher leie daz sei al die weile
vnd daz der herre inne hat wider des mannes willen vnd imz nicht
wider geben wil oder imz nicht giltet nach sinen minnen die weil
ist der man dem herren nicht phlichtic ze ze dienen vnd shol auch
seinen tac nicht leisten den er im gepeutet vͤmbe lehenrecht. al
die weile der man dem herren seins rechten wider ist die weile mag
auch der man dem herren allez rechtes wider sein.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 14 [1275/87]
Ob der herre dem man nicht tak wil geben.
Und pietet ein man seinen herren daz er im tac gebe fuͤr
man ze lehenrecht vͤmb so getanes gut als er mit im kreiget vnde
verseit daz der herre seinen man da mit hat der man sein recht nit
verlorn. er hat sin gut iar vnd tac mit rechte. vnd als iar vnd tac
hin kvme so shol er abr einen tac vorderen an seinem herren daz ez
des herren man hoͤren ob er des laugen woͤlle daz er gezeuge
habe daz er an den herren tac gevordert habe als recht sei.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 15 [1275/87]
Der die gewer hot dem shol man zeuge erteilen.
Vnd ist daz ein man mit dem anderen vm ein lehen kriget
welher daz
gut in gewer hot dem shol man gezeuge erteilen vnd ienem nicht der
der gewere darbet. hat er di gewer ze vnrechte die shol er im mit
rechte an gewinnen vnd laite dar nach seinen gezivg. vnd laugent im
der herre der gewere oder der in on spricht die mag er wol erzivgen
mit leuten die nicht des herren man sint oder mit seinen mannen
wederz er state hat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 16 [1275/87]
Ob der herre laugent der die gewer iar vnd tac hot.
Und laugent ein herre seinem manne seines lehens vnd hot
der man die gewer gehabt iar vnd tac in seiner stillen gewer vnde
mag er die gewer erzivgen als hie uor gesprochen ist so
erzivge er sein lehen gen seinem herren mit ainem seinem manne
vnd mit einem anderen pidermanne. hat er der gewere nicht so shol
shol er sie erzivgen mit rechte mit zwain des herren mannen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 17 [1275/87]
Ob der herre eines gedingen lavgent.
Vnd gicht ein man eins gedingen von einem herren an ein
gut vnd laugent im des der herre daz sol er zivgen mit seinen man
mannen. daz ist da uon daz er der gewer darbet an dem gute.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 18 [1275/87]
Ob der herre ein gut leihet zwen mannen so ez erst ledic
wirt.
Swelch herre ein gut leihet wo ez im erst ledic werde ez
sei luͤzzel oder uil vnd in des gutes nicht beweiset wo ez sei.
vnd kvmt ein ander man vor den herren vnd pitet in vͤmb ein
lehen. vnd der herre spricht. er verleihe im daz erste gut daz im
ledic werde. vnd benennet im daz gut vnd beweiset ims. vnd dar nach
stirbet der daz gut benant hete vnd daz wirt auch dem herren ledic
pei dem ersten vnd die man kvment paide fuͤr irn herren vnd
vordern ire lehen. der herre spricht. ich shol ez nevr einem
leihen. dem der herre des ersten lech der spricht also. herre ir
leihet mir daz gut des ersten. der ander spricht. herre ir leihet
mir daz gut vnde benant ez mir vnd beweiset mich sein. vnd gich im
des der herre des ist gen im gnug. wil abr iener des nicht gelauben
daz im daz gut gelihen vnd benennet sie daz muz er erzeugen
mit zwen des herren mannen. vnd wil ez der herre nicht gelauben so
erzeuge ez alsam. vnd die eren lehenunge an spricht der shol ze
seinem herren sprechen. ir hot mir vnrecht getan. vnd vergicht der
herre dem manne des lehens als da uor gesprochen ist so mag er
nieman dar nach kein gut geleihen noch benemen daz ez im geshaden
muge. wan daz erste gut daz im ledic wirt er benennez oder nicht
daz ist sein vnd daz shol im der herre ledic lon.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 19 [1275/87]
Ob zwene krigent vͤmb ein gut vnd darbent paide der wer.
Swo zwene man ein gut on sprechen vnd peide der gewere
darbent die shuln peide benennen die zeit der lehenunge. vnd welher
ir der erern lehenunge gezivg hat der behabt daz gut mit rechte.
diz muz er erzivgen zv im selber mit zwen des herren mannen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 20 [1275/87]
Ob der herre ainen an ain gut dinget.
Und leihet der herre
einen man ein gut also. ich nenne dir den man der daz gut ze lehene
hat. der haizet kvnrat oder hainrich oder wie er heize. als der nv
stirbet so sie daz gut dein lehen. vnd ist daz der selbe denne
stirbet so shol dirre uor den herren kumen vnd sol sich piten
weisen auf sein gut mit des herren poten. vnd geit im der herre
sinen poten dar daz ist gut. tut er des nicht so vnder sich der man
des gutes selp selber vnd tut widerz recht nicht. laugent abr der
herre im des gutes so sol sich der man des gutes nicht vnderwinden
e daz er den herren vͤberzivge als hie uor gesprochen ist. daz
ist daz geshriben lehenrecht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 21 [1275/87]
Ob ein herre ain benantes gelt auz einem gute leihet.
Vnd ist daz ein herre seinem manne leihet ze ainem phunde
auz seinem gute oder vnd daz gut giltet mere ze dem iare den ein
phunt oder den er im dar auz verlihen habe der herre sol den man
beweisen sines geltes auz dem gute. vnd tut er des nicht er shol
sich des gutes vnderwinden vnd shol sin gut da uon nemen vnd sol
seinem herren daz ander teil behalten vnd so erz vordert so shol
erz im geben vnuerwert.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 22 [1275/87]
Ob eime sein lehen versmahet von dem herren.
Ob ainem manne ain gut versmahet daz ainem herren ledic
wirt vnd er im hot gelobt ze leihene wo im erst ein gut ledic
werde daz er im daz gut leihe vnd im nicht benante wie vil des
gutes solde sein der herre sei uor dem manne ledic. vnd ob er des
lehens nicht envodert in iar vnd in tage der herre shol daz gut
behalden daz im da ledic worden ist iar vnd tag. mac abr der man
mit sein aines hant bereden ze den heiligen daz er nicht weste daz
dem herren daz gut ledic were worden der man shol des genisen vnd
der herre shol im dacz gut leihen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 23 [1275/87]
Wie zwene man mit aim gut belehent mugen sin.
In ainer sache uon ainem lehen mugen zwen man nicht gezivg
sein die weil sie an dem lehen nicht betailt sind. vnd ist daz sie
daz lehen mit ein ander teilent so itwedir des anderen gezivg wol
mit rechte an dem lehen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 24 [1275/87]
Ob zwene mit eim gut belehent sint wie die werben suln.
Ob zwene man mit ainem gute von ainem herren belehent sint
vnd den nuz paide hant der eine mag an den anderen dem herren daz
gut nimmer auf gegeben noch kein wandel mit dem gut getun daz ez
dem anderen ze rechte geshaden muͤge ez ensei daz sie sich mit
dem lehen vnd mit dem nuzze betailen.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 25 [1275/87]
Ob zwene ein lehen habent.
Ain iglich herre mac seinen mannen wol gebieten die ain
gut ze lehen uon im habent daz si ez tailen dar vͤmbe daz er
wizze wem er sines gutes wartende sei vnd des dienstes des sie im
shuldic sint. daz shol er in gepieten daz sie ez tun. vͤber sechs
wochen vnd einen tac shuln sie daz gut teilen. tun sie des nicht so
verteilt man in daz gut daz sie uon dem herren ze lehen hant ob in
der herre nach lehens rechte nach volget als hie uor gesprochen ist
dacz ist recht.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 26 [1275/87]
Wer vnd wie man vrtail vinden vnd verwerfen sol in lehenrecht.
Swes eins herren man ist vorspreche mac er wol sei vnd
vrteil mac er wol vinden on lehenrecht vnd ob er des hershiltes
nicht enhat. vnd widerwerfe ein man ein vrtail vor seinem
herren vnd wirt er selp dritte die im volgent er pleibet one puze.
vnd hot er niemant die im uolgent so shol er seinem herren wetten
sein puze.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 27 [1275/87]
Wie man vrtail zihen shol.
Ain herre shol zem minsten zwelf man haben wo er wil
richten vmb lehenrecht mit seinen mannen. vnd hat der herre daz gut von
einem anderen
herren ze lehen da sie vͤmbe richtent vnd widerwirft seiner manne
einer die vrtail vnd wil er selp dritte erzivgen die vrtail an den
obren herren. vnd ist daz gut des herren aigen so zvhet er die
vrtail an den kvnig ob der kvnig in devshen landen ist. vnd ist er
in devshen landen so zihez fuͤr den lantrichter. do shol der
richter herre ze rechte hin kvmen. vnd kvͤmt er dar nicht als im
dreistunt dar gepoten wirt der man hat daz gut behabt vnde shol im
der lantrichter oder der kvͤnig fride dar an pannen ob daz gut in
seinem gerichte ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 28 [1275/87]
Von gedinge an des mannes willen.
Eteliche leute sagent dacz ein man daz lehen leicht. ich
maine einen herren. daz der ein gedinge mvͤge geleihen on
seines mannes willen der daz gut von im ze lehen hat vnd ez in
seiner vnd ez in gewer hat. des ist nicht. ez mag kein herre dehain
gedinge leihen an dehainem gute daz sein man von im ze lehene hot
on seinen willen vnd on sein pete.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 29 [1275/87]
Wie der man die gewer hat.
Swenne der herre seinen manne ein gut leihet vnd in des
beweiset mit beweiset vnd im daz benennet zehant hat er die gewer
dar an ob ez im halt ze den zeiten nich giltet so er in auf daz gut
weiset vnd imz antwortet. swenne abr der herre den manne verseit
sein gut ze beweisen so nem der man zwene zv im die daz hoͤren
daz erz im verzigen habe vnd var dar nach auf sein gut vnd
vnderwinde sich des. daz tut er wol mit rechte.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 30 [1275/87]
Ob einer sein lehen verkaufet.
Und geit ain man dem anderen sein lehen ze kaufen vnd
lobtez im ze vertigen seinem herren an allen shaden. der man pitet
seinen herren daz er daz gut uon im auf neme vnd ez disem
leihe. der herre verzeihet ez im. so shol er dem herren als liebe
tun daz er ez tu. wann der herre weigert ez mit rechte wol. vnd mag
erz den herren nicht vͤberkumen so shol er im ander gut geben daz
im als liep sei als ienz gut ist. vnd mag er im daz nicht gewinnen
so berede ze den heiligen wie liep im daz gut were vnd gib im als
uil gutes da fuͤr.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 31 [1275/87]
Ob der herre dem manne daz lehen mit gewalt nimpt.
Vnd nimpt der herre mit gewalt seinen manne ein gut daz er
uon im ze lehen hot vnd er clagt daz mit rechter clage vnd stirbet
er dar nach daz lehen erbet an seine erben mit rechte. vnd ist daz
der herre iar vnd tac im sein gut nimpt mit gewalte vnd hot der
herre daz gut von ienem ze lehen an den shol der man kvmen vnd shol
sein lehen an den vordern vnd der sol imz mit rechte leihen also ob
er den gewalt erzivget selp dritte. vnd leihet ez im der herre
nicht so hot er sein gut doch mit rechte. vnd ist daz gut seins
herren aigen so var fuͤr den kvnig. vnd muͤge er des nicht behaben
so vare fuͤr den lantrichter vnd clage als hie uor geshrieben
ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 32 [1275/87]
Wie der herre dem manne buze shuldic wirt.
Swer auz muͤnzen vnd auz zoͤllen oder auz muͤlen
oder auz so getanen dingen icht ze lehen hot den sol der herre
beweisen seines gutes dar auz als hie uor gesprochen ist do ain
herre auz seinem gute leihet zeinem phunde.
vnd hot ein herre eins mannes gut in seiner gewalt daz er
im gelihen hat oder im leihen sol ze vnrechte in seiner gewalt hat
waz ez die weile giltet oder shade dar an geshicht daz shol im der
herre allez gelten als er bereden mac mit seinem aide wes daz gut
wert was. leihet abr der herre mere auz dem gut den er drinne hab
der man sol seinen herren manen daz er im daz gut erstate des er in
dem gute nicht funden habe. daz sol der herre mit rechte tun als im
daz erste gut ledic wirt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 33 [1275/87]
Wer in lehenrecht vrtail winden vnde verwerfen shol vir
vorsprechen vnd gezivgen sol.
Und hot ein man ze lehen daz nicht wan fuͤnf shillinge
giltet von einem herren der mac ze recht nicht verspreche sein
lehenrecht noch gezivg noch vrtail vinden noch verwerfen. er
shol zem minsten ein phunt der lantpheninge ze guͤlde von ein
einem herren ze lehen oder ein halbe hube die als uil gelde oder
mere. so mac er gezivg sein vnd vorspreche vnd mag vrteil vinden
vnd verwerfen in lehenrechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 34 [1275/87]
Die verecht vnd verpannen sint der gezivg sol man nicht nemen.
Des verpannen mannes gezivg vnd des verechten mac man wol
verwerfen in dem pishtum da er inne verpannen ist vnd in dem
gerichte do er inne verechtet ist vnd mac selbe nicht gezivg sin.
vorspreche mag er nicht gesin. vnd clagt er auf iemande der antwort
im mit rechte nicht. clagt abr iemant auf in den muz er mit recht
antworten. vnd vordert er sein lehen an seinen herren er verseit ez
mit rechte. vnd laukent er daz er weder panne noch echte auf im habe
so shol man gewinnen der richter prieue oder mit gezivgen behaben daz
ez also sei. do mit ist er vberwunden.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 35 [1275/87]
Der lehen versezzet an des herren hant.
Ob der gut versezt daz er ze lehen hat on des herren hant
vnd ez iener in seiner stillen gewer hot sechs wochen vnd ein iar
daz der herre seinen man noch dem man ez gesezzet hot nicht dar
vͤmb gerechtfertiget hat so het iener recht on der sazzunge vnd
mac er seinen man dar vmb nicht on gesprechen. wan wuͤrde daz gut
dem herren ledic er mustez loͤsen. also spreche wir. vnd ob der
herre nicht daz ez versezzet was vnd get der herre fuͤr sein man
vnd beredet ze den heiligen daz er nicht weste daz er im sein gut
versezt hette der herre behabt sein gut. pricht abr der selb dritte
dem herren seinen ait daz erz wol weste des sol er geniezen. hot er
sein man gezivge die sein gut. hat er der nicht so nem ander
vnuersprochen leute. daz ist recht lehenrecht. niemant mac sein
lehen versezzen an seins herren hant daz ez craft habe. von dem
tage daz der herre inne wirt dacz sein gut versezzet ist so
shol er dem manne gebieten daz er im sein gut loͤse in sechs wochen vnd einem
tage. vnd shol daz dreistunt tun. daz sint also achzehen wochen vnd
drei tage. vnd ist der man in landes nicht oder sust nicht ain
haimish man so peiten vnz er kvͤmt. die weil man in lebende weiz
so shol der herre peiten mit der potshaft. wil abr sich der herre
erwegen seines poten da er ist daz mac er wol tun vnd daz im
der pote sage als hie uor gesprochen ist. er shol auch leute da pei
haben die gezivg sein ob er laugen welle daz im nicht gesait sei
daz si imz helfen erzivgem. vnd stirbet er nach deme gepot vnd nach
dem zil vnd im gepoten ist so ist dem herren daz gut ledig. lat abr
der man lehens erben hinder im die shuln daz gut loͤsen von dem
tage daz sie irz uaters todes inne wurden vͤber sechs wochen vnd
einen tac. vnd shuln in iares frist vnd ir vater starp zv ir herren
komen vnd suln ir lehen vordern. vnd er shol imz mit rechte leihen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 36 [1275/87]
Ob siben gezivge erteilt werden.
Swaz man vmbe lehenrech tedingt vor einem herren vnd wirt
ein gezivc erteilt mit siben mannen da shol der herre seiner manne
zwainzig vͤmbe vrogen. vnd hot er der nicht so shiebe die clage
auf ze ainem anderen tage vnde pringe seiner manne da hin zwainzig
oder mere. so get daz gerichte fuͤr sich vͤmb die siben
gezivge.
Swo man drei man ze gezivge leiten shol do froge der herre
siben manne vmbe seiner manne vrteil. vnd wo man drei man ze
gezivge leiten shol do sol der herre zem minsten haben zwelue siner
manne an dem gerichte vnd sol siben vrtail vrogen oder mere.
swer der herre ist der nicht zwelf manne hat als er
richten shol vnd lehenrecht der shol uor den herren kvmen von dem
er daz gut hot. vnd shol der ir paider mannen so uil fuͤr sich
gepiten daz er ain vrtail gesamen mugen. do sprechen ir paider man
wol vrtail vnd sint auch vorsprechen vnd gezivgen vͤmb
lehenrecht. vnd ist daz gut des herren aigen vnd mac er der mannen
nicht gehaben so vare fuͤr den kvͤnig. vnd sei der landes nicht
so vare fuͤr den lantrichter.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 37 [1275/87]
Der im ein zinslehen fuͤr recht lehen haben wil.
Swo man iereclich zins von geit daz ist nicht rech lehen.
spricht abr ein man ez ist mein recht lehen vnd laugent des daz er
nicht zins da uon geben da mus der herre des mannes rech vͤmme
nemen oder muz in vberzivgen daz er im zins da uon gegeben hot oder
e daz gut in sin gewalt kvͤme daz man dem herren zins da uon
gebe. vnd ist daz ein herre daz daz erzivget so hot der man daz gut
verlorn. in welher weise ain man ein gut ane spricht
verlivset erz mit rechte so verteilt man im mit rechte dar an alle
ansprache.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 38 [1275/87]
Ob ein lehen kvͤmt in die sibende hant.
Ein gut mac maniges herren sin also daz ez ie ein man von
dem anderen ze lehene habe. so shol doch nicht wan ainer die gewere
han. vnd wer die gewer hot an dem gute vnd tut dem iemant dar auf
icht ze laster oder ze shaden daz shol er im pezzern vnd nicht dem
von dem erz hat. daz ist recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 39 [1275/87]
Der seins lehens von eim anderen herren gicht.
Und gicht ein man seines lehens von ainem anderen herren denne
er ez hot vnd giet des vnder des herren augen vnd ist dacz der
herre daz gut behabt mit zwain mannen zv im daz ez sein aigen oder
sein lehen sei so hot er daz gut behabt vnd der man hat sein lehen
verlorn. behabt abr der man dem er des gutes gicht so hat auch er
behabet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 40 [1275/87]
Der man shol den herren nicht verheln wie vil er ze lehene
von im hat.
als ein man gut enphahet von seinem herren so shol er im
sagen wo daz gut lige vnd wie uil des sei. des vroge in pei dem
aide den er in gesworn hot oder pei sinen hulden. so shol er im
sagen waz er des gutes weiz. vnd des er nicht weiz des shol er im
frist pieten geben drei virzehen nacht. vnd wes er dar nach nicht
seit daz ist des herren vor waz sein der herre mac ervorshen. vnd
er muz dem richter puͤzen mit als uil so daz gut ein iar giltet
daz er von im hat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 41 [1275/87]
Ob der vnder herre ain gut verlivset dacz ain man von im ze
lehen hot.
Und leihet ein herre einen manne ein gut ze lehen daz
er von ainem anderen auch ze lehen hot vnd vert der selbe herre zv
vnd vnderwindet sich des gutes der herre shol den man versprechen
on dem gute. verlivset abr der vnder herre daz gut er shol dem
manne sein gut erstaten. wil abr der ober herre dem manne daz
leihen daz shol er gern enphahen von im ob erz mit recht verlevset.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 42 [1275/87]
Der seinen man an ainen anderen herren weiset.
Niemant darf anderweit sein gut enphahen uon seinem herren
ob der herre daz gut auf geit seinem herren oder ez verkaufet vnd
ob erz auf geit vnd anderstunt enphahet. ez ensei daz er daz gut
nicht in gewer habe so shol erz vordern an swen in sein herre
weiset der als erber sei als er. vnd wil er in niderre weisen des
geweigert des man wol. der herre geweigert auch wol daz er seinen
man nicht nidert wan als er wil. daz ist ein iglichez recht.
swenne der man an den oberen herren wirt geweiset mit
rechte so shol er im hulde swern als da vor gesprochen ist. vnd sol
im nach dem aide daz gut beweisen vnde benennen. vnd weiz er sein
zv den zeiten nicht so sholn si ez handeln als hie vor geshriben
stet. vnd verzihez im der ober herre daz lehen so tu da mit als hie
vor gesprochen ist. daz ist geshriben recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 43 [1275/87]
Ob einer sein lehen verleihet.
Swelhes mannes gut der herre verleihet daz ez der ersicht
der ez von dem herren hot enphangen oder enphahen shol vnd erz nicht
widerspricht der hot nicht mer an dem gute vnd ist ez dem herren
ledic ez sei denne daz er seins leibes vorchte ob erz widersprochen
het. als er denne kvͤmt so shol in sechs wochen fuͤr den herren
varn von dem er daz lehen hab vnd pit in gerichtes. der shol im
gepietem fuͤr sin man vber virzehen tage ze male vnd abr vͤber
virzehen tage ze male zem dritten male. vnd kvͤmt de herre nicht
fuͤr so leihet der ober herre dem manne daz gut mit recht. vnd
ist dat gut des herren aigen so vare fuͤr den kvͤnig oder fur
den lantrichter vnd vorder da recht als da uor geshriben ist. vnd
richtent im die nicht so vnderwinde sich seines gutes daz ist. vnd
ist der herren kainer in landes daz sol dem manne nicht shaden. als
si koment ze lande so sol der man sein recht uodern an den erz ze
recht uordern shol.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 44 [1275/87]
Der vͤmb ein shuld fuͤr geladen wirt der sol die weil
ledic sin.
Ob der herre seinen man ze lehenrechte tedinget auf ainen
tac inner dem zil sol im der man nicht antworten vͤmb ander
shulde die weil die sache vnuerrichtet ist. wirt abr des
herren lehenrecht gefristet mit vrteil vnd er stirbet de man ein
gut an vnder den weilen daz sein gedinge ist vnd fordert daz gut an
in daz erz im leihe der herre sol im daz lehen. vnd tut er des
nicht so vorderz der man als hie uor gesprochen ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 45 [1275/87]
Wie man fuͤrsprechen nemen sol.
Ob ein man uor gerichte da ez vͤmb lehenrecht ist nicht
geit on seins vorsprechen wort so shol der herre vrogen seinen man
ob er uorsprechen nimt ob er on seins vorsprechen wort wolle iehen.
spricht er ia so bleibet im der uorspreche. spricht er nicht so
geit im der herre des uorsprechen nicht. swo man richtet vmbe
lehenrecht da sol der herre niemant kainen fuͤrsprechen geben er
veriehe denne waz der fuͤrspreche daz daz sein wort sei. spricht
er wol des genevzet er. sprichet er vͤbel daz ist sein shade des
wort er spricht. versaumt er in er hat den shaden. man geit im
keinen vorsprechen mer vͤmb die sache den tac. der uorspreche sol
sprechen was in der man haizet sprechen vnd shol di selben rede
pezzern swo er kan vnde mac noch rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 46 [1275/87]
Von vngeporn lehens erben.
Swenne ein man stirbet vnd let sein weip hinder im perhaft
vnd gewinnet sie einen svn vnd lebt als lange daz man seine stimme
hoͤret. ob man des nicht gelaubet so sol manz erzevgen mit den
die virzehen iar alt sint oder elter. hat man der nicht so erzevget
man ez wol mit zwen vrowen die ir arbeit gesehen hant. die sint mit
rechte gezevge.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 47 [1275/87]
Ob ein svn nicht so edel ist so der vater.
Swo der svn seinen vater nicht ebenpuͤrtic ist da
geweigernt die des wol die des vater moge sint daz sie von im lehen
enphahen. vnd het der vater daz gut von ainem herren auch ze lehen
die man varnt mit rechte on den obern herren vnd enphahent ir lehen
von im. ist abr ez sin aigen gewesen so suln ez die man uon im
enphahen oder sie lozen imz.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 48 [1275/87]
Wen dem herren lehen shol verzihen ze leihen.
Der herre shol niemans manshaft versprechen den
des der des hershildes
darbet. leihet abr der herre ainem ein lehen der des
hershildes darbet der hat als gut recht dar an als der in dem
sechsten hershilde vert vnd hot so getan recht als hie uor
geshrieben stet.
ein herre verzihe den auch lehen ze leihen
die in dem panne vnd in der echte sint in dem rechten als hie uor
geshriben ist. vnd dem der uor gerichte vmbe raup oder vͤmbe
diepheit oder vmb manslacht oder vͤmb mainaide oder vͤmb prant
oder vͤmb sein triwe gepoten ist. vnd al die weil vnd sie nicht
sint fuͤr kuͤmen vnd nicht vnshuldic sint worden so leihet er
in ze rechte nicht. werdent abr sie vnshuldic so shol er in die
lehen verleihen. werdent abr sie shuldic vnde gepuͤzent als recht
ist so shol er aber in ir lehen leihen. vnd stirbet der man in den
tedingen e daz er sich entshuldige vnd lat er lehens erben der
herre so mit rechte ir uater lehen leihen. der svn shol an der
shulde des vater shulde nicht engelden.
wem der herre gut
hot gelihen des kinden mac der herre nicht verzihen ir lehen. wan
daz were wider recht. der herre shol seinen mannen an aller stat
vnd zallen zeiten ire lehen leihen so si ez vordern an in der
kirchen vnd in freithoͤuen. da mac er in mit rechte nicht
geleihen. geshiet ez abr der herre shol nach seinen manne senden
oder der man kvme selbe zv im vnd geb im daz selbe lehen auf vnd
enphahez anderweit wider. daz ist recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 49 [1275/87]
Wie phaffen fuͤrsten werltlich gerichte haben vnde leihen
shuln.
Pishoͤf gut vnd vanlehen die shol der kvͤnc ganz
leihen. alle pischoͤfe enphahent uon dem kvͤnige muͤnze vnd
zoͤlle. eteliche enphahent vanlehen eteliche werltlich gerichte.
waz des gerichtes ist daz vͤber plutrunst get vnd vͤmb den
totslac sweme der pishof der ainez leihet den shol er senden mit
seinem priefe on den kvͤnig. wan wer vber plutrunst rihtet und
des pannes von dem kvͤnige nicht hot dem sol der kvͤnig die
zvngen auz heizen sneiden oder er shol sie loͤsen nach des
kvͤniges gnaden. vnd verzeihet der kvͤnig zeinen mal den pishof
oder so er dar sendet seinen prief daz er den pan seinem richter
nicht enleihet so richtet der richter ein iar mit rechte on den
pan.
der kvͤnig shol vil wol wizzen wem er den pan geleihen
muͤge daz er ze rechte richter muͤge gesein. da shol er sehen
an daz lantrecht puch. da uindet er inne wer mit rechte richter mac
gesin. alle dev gerichte die vͤber plutrunst vnd vͤber den
totslac gent die muͤz man alle von eime roͤmishen kvnige
enphahen. die laien fuͤrsten keinen pan enphahent von dem
kvͤnige. si leihent den pan selben wol ir richtern so sie ir
recht enphahen von dem kvͤnige. als der kvnig in devshen landen
nicht enist so mugent der phaffen richter wol richten one pan vnz
daz in ein prif kvmt von dem kvͤnige. vnde so der kvͤnig von
devͤshen landen vert so mak er des reiches marshac wol der gewalt
geben daz er den pan an seiner stat leihe. daz ist der herzoge uon
sachsen. daz shol er tun in sachsen vnd in hessen vnd in duringen
vnz an peheim vnd vͤber al in franken swer der ist der sein
vndertan ist. vnd geit im der kvnig den gewalt daz er den pan
leihe vͤber alle swaben vnz an den rein vnd durch daz
gepirge piz fur trient ein meile.
der phalzgraue vom reine hat gewalt den pan ze leihe
ienhalp reines vnz fuͤr menz ein meile vnd vnz an vse vnd in
flandern lant. vnd ob im der kvnig den pan leihet oder nicht so
hot er den gewalt daz er in doch leihet. daz ist von dem rechte. so
die fuͤrsten den kvͤnig wellen beclagen ob er wider in icht tut
daz shuln si tun vor dem phalzgrauen von dem reine. die ere hot er
fuͤr anderen fuͤrsten. diz recht habent die drei fuͤrsten so
daz reich one kvnig ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 50 [1275/87]
Ob ein svn an des vaters stat nicht man werden wil.
Ob der svn an des uaters stat nicht man wil werden da mit
ist sein hershilt nicht gehoͤhet. ez enhoͤhet nicht des herren
hershilt wan vanlehen ob im daz gelihen wirt. ez enerbet nieman
lehen wann der vater auf den svn. daz haizen erbelehen.
nach des vater tode kuͤmt der svn inner iar vnd tag zv
seinem herren vnde peutet im sein manshaft mit gesampten handen.
vnd ge im also nahen ob er ste daz er in gereichen muͤge. sizze
abr der herre so shol er fuͤr in knien. svͤmeliche leute iehent
daz dem herren die hende wegen sul. des ist nicht. wan als der
man get fuͤr seinen herren do er stet oder sitzet vnd der man
fuͤr im stet oder kniet so wegt sich aller sein leip so wegent
sich die hende. vnde also sol er sprechen swenne seines gutes mit
geualten henden an seinen herren gert. herre ich uorder so getan
gut an evch als ich mit rechte an euch procht hon vnd pevte ev mein
manshaft dar vͤmb zeinen mal zem ander mal zem dritten mal vnd
sint des meine gezevge ewer man. ob der herre waigert mit vnrecht
daz er in ze manne nicht wil enphahen er shol behalden sein gut do
er sein manshaft vͤmb geboten hot. vnd sol sizzen an dienst. vnd
ern darf des gutes nicht mer gern an den herren die weile er seiner
manne zwene ze gezeuge mac gehan. vnd sterben die so vorder sein
lehen abr vnd nem des herren man dar zv als vil ob er laugen welle
daz er zwene habe mit den er sein recht erzivgen muͤge. dicz gut
erbet an seinen svn. ob er stirbet so shol der svn daz lehen
vordern on den herren recht als der vater. leihet er imz daz ist
gut. tut er des nicht so tu als uor gesprochen ist. swer sein lehen
also vordert der belehent sein man wol mit dem selben gute da im
reht von geweigert ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 51 [1275/87]
Ob dem man sein gewer mit gewalt genumen wirt.
Swo abr dem
man sein gewer mit gewalt wirt genumen der shol seine clage
iereclich newen vor dem oberen herren oder uor dem lantrichter.
dacz ist dar vͤmbe daz er der gewer darbet.
vnd beutet der herre dem manne sein gut ez er shol ez
zehant enphahen. tut er des nicht ez mag im geshaden. wan der herre
prichet im sein iarzal mit dem bieten als der man dem herren lenget
mit seiner vorderunge.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 52 [1275/87]
Ob der herre des mannes manschaft verwidert.
Swenne der herre vrteil vrogt seinen man ob iener sein
manshaft also geboten habe dacz er in mit recht enphangen habe an
seiner manshaft vnd er im die ze rechte gepoten habe vnd weigert
des der man dem herren daz er im vrteil spreche an des herren
shulde so shol der man auch ane shulde vnd hot sein gut mit rechte.
wan erz geuordert hot als recht ist da mit hot er ein iar frist daz
er sein gut nicht vordern shol in dem iar. gepevtet abr der
herre ienem vnd anderen seinen mannen einen tac dar shuln sie kumen
vnd shuln dem manne vͤmb seins lehens vorderunge rechte tun nach
seiner vrteil.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 53 [1275/87]
Wie sich der herre gezivge vermezzen shol gegen deme manne.
als sich ain herre in lehens rechte gezivges vermizzet gen
seinem man den shol er nemen vnd welhen er nennet den shol er
leiten vnd niemant anders. also shol auch der man gegen dem herren
swenne der man dem herren benennet die gezevge die shol im der
herre twingen auf den tac den er im gegeben hat. vnd welher der
gezivge dar nicht enkvͤmt da mite hat der man behabt. vnd die
gezivge die der herre nennet gegen den man vnd kvment die nicht auf
den tac dar an uerlivset der herre nicht vnz an den dritten tac. so
hot der herre verlorn kvment im die gezivge nicht.
der man kan nimmer uerliesen gegen seinem herren ob im
sein gezivg erteilt wirt ob er nicht fuͤr kvͤmt. wan er shol in
im mit rechte twingen. der herre hat frist gegen seinen mannen den
gezivc ze pringen vnz an den dritten tac. also shol auch der herre
gen seinem manne gezivk betwingen auf den dritten tac. der tac shol
ie ainer sein vͤber virzehen nacht. swem der herre daz gepoten
hat dreistunt vnd kvͤmpt der nicht dem verteilt man daz lehen daz
er von dem herren hat ez ensei denne als verre daz in ehafte not
gelezzet habe. die shol er beweisen vnd bewern als hie vor in dem
lantrecht puche stet. waz ehafte not ist vnd wie man die beweisen
vnd beweren shol daz stet allez in deme lantrecht puche.
swelch gezevc die ehaft not behabt als recht ist des ist
auch der herren ledic ze laiten vnd auch der man. vnd si sulle
paide einen anderen nennen. vnd shol der herre die twingen auf drei
ander tage. daz ist recht lehenrecht nach geshribem rechte. vnd
shuldiget der herre ainen seinem man er mvͤge nicht gezivg sein
so muz der man beweisen daz gut daz er uon im ze lehene hat mit
gezivgen oder mit dem gute. wan als daz geshicht so mac er wol
gezvͤg sein. oder er tut wederz er wil daz stet an des
mannes willen vnd nicht an des herren. vnd ist daz er seiner gezivg
da nicht hat man shol mit rechte im drei tage vͤmb sein gezivge
geben.
ob vancnisse den man irret daz er zv dem tage nicht kumen mac
noch poten dar gesenden mac als er ledic wirt von der vancnisse so
shol er zv dem herren kumen vnd shol im einen anderen tac heizen
geben vnd shol da sein ehaft not haizen bereden. vnde shol im danne
richten als hie uor gesprochen sei.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 54 [1275/87]
Ob dem man sein herre stirbet wi er fuͤr daz kint sol komen.
Und ist daz ein man sein herre stirbet vnd der herre hat einen
sun hinder im der nicht zv sinen tagen kumen ist der der man shol
doch kumen zv seinen iuncherren vnd shol also sprechen. herre ich
shol lehen von ev haben daz enphahe ich gerne als ir mir daz mit
rechte muget geleihen. vnd shol die leute ze gezivgge zihen.swer
die sint die sint gut. vnd hat daz kint daz gut von ainem herren
vnd leihet er im daz gut wie iunc er sei so mac er daz gut wol
leihen. vnd sein man mugen nicht veriern gen im die weil vnd er daz
gut nicht enphangen hat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 55 [1275/87]
Ob daz kint der herre an uellet.
Ob daz kint der herre an vellet oder daz kint sein iarzal
versaumet gen seinem herren daz shadet den mannen nicht an ir
lehen. sie uolgent ie dem gute. vnd ist halt daz ein herre der ze
seinen tagen kumen ist sein iarzal versaumet gen ainem herren vnd
im sein gut verteilt wirt mit allem rechte dar vͤmbe verliesen
die man nicht ir lehen. si shuln an den selben herren kumen vnd
shuln ir lehen vordern an in. vnd daz shol er in mit rechte leihen.
tut er des nicht vnd hab er dacz gut denne von ainem anderen manne
an den shuln sie kumen vnd clagen dem von im. der shol in
rechtuertigen dar vͤmbe. vnd wil er nicht rechtes weigern so sol
er in daz gut leihen.
ez mac also geshehen daz ein lehen gelihen ist von einem man
zem andern vnd von hant ze handen. ir shult wizzent. als manc hershilt
ist als ofte leihet ein man dem anderen gut. des mag ie
ein man dem anderen leihen vnz in die sechsten hant. vnd leihet abr
ein herre daz in die sibenden hant daz ist allez stet als hie uor
geshriben stet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 56 [1275/87]
Wenne des mannes iarzal sich ane hebet.
Eins iglichen mannes iarzal beginnet gegen seinem herren
so er sein gut enphahet von seinem herren. die iarzal teile wir ein
iar vnd sechs wochen. vnd ist daz ein herren auzen landes ist oder
ist er gevangen die weil get die iarzal nicht an. vnd als er
kuͤmt ze lande so get mannes iar an die weil er im lande ist vnd
die weil er gevangen ist. so vnder sich der man seines gutes mit
rechte.
kinde iar wie alt sie shuln sin so sie ir lehent
versaument daz sint drevzehen iar vnd sechs vochen von ir gepurt.
vnd wil des der herre nicht enpern vnd er im sein lehen leihet die
frivnt muͤzen dem kinde einen vormunt geben der dem antworte
fuͤr daz kint ze lehenrechte vnd ze vorsprechen wo ez sein
bedarf. der uormunt shol dem herren antworten fuͤr daz kint vnz
daz ez wirt ains vnd zwenzig iar alt. des kindes uormunt shol des
herren man sein an seiner stat sein. man shol keines kindes alter
reiten von der zeit daz ez die muter enphie. man shol auch reiten
uon der zeit daz er uon der muter geporen wart. swer daz kint an
spricht vͤmb lehenrecht des shol sin vormunt antworten. vnd get
ez dem kinde an ainen ait daz ez sweren shol vnd ist ez vnder
virzehen iaren so shol ez nicht sweren. als ez vͤber virzehen iar
kvͤmt so mag ez wol sweren. wil abr sein vormunt er swert wol
fuͤr in vnz daz er kvmt ze ain vnd zwenzig iaren. dacz ist auch
in allen lantrechten vnd lehenrechten recht wan ez dennoch nicht
guter wizze hat.
ob ein herre nicht gelauben wil daz daz kint ze seinen
iaren kvmen ist daz ez lehenber sei des shuln sweren seinen
nehesten moge von vater oder uon muter ob er die hat. wizzen sie
sein nicht vor war so sol ez sweren sein vormunt ob er ez weiz. vnd
swerent die alle fuͤr in nicht dennoch shol er da mit verlisen.
man sol im greifen oberhalp des mundes. hat er da clainez har daz
ist ain gezivk. man shol im greifen vnder die vͤchsen. hat
er da cleinez har daz ist der ander gezivk. man shol im greifen an
daz gemechte oberthalp des gemehtes. vindet man da cleinez har daz
ist der dritte gezivk. da mit hat der knabe seine iar behabt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 57 [1275/87]
Wenne man des ivngelinges nemen shol.
Niemant mac gezivc sein der ze seinen tagen nicht kumen
ist. daz shul wir paz beshaiden. ein kint daz dreizehen iar alt ist
vnd sechs wochen daz ist lehenber. ist ez virzehen iar alt so swert
ez wol vͤmb sein selbes geshefte. vnd mac abr niemant gezevg sein
e daz ez kuͤmt ze achzehen iaren. wie iunc daz kint ist vnd hot
ez einen voget der rechte sein vogt ist vnd ist er des herren man
von dem daz kint daz lehen shol han vnd pringet er daz
kint ze seinem herren vnd vordert im sein lehen als recht ist der
herre shol dem kinde dacz lehen leihen ze rechte. man shol abr dem
herren puͤrgen sezzen ob der kinde icht mer ist den eines daz si
den herren ich an muten daz er daz lehen gut deheinem kinde icht
mer leihe den deme elsten. die weil daz lebt so ist er des wol
vͤberic. vnd stirbt daz so leihe ie dar nach dem eltsten.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 58 [1275/87]
Wenne daz kint lehen leihen mac.
Swer daz kint vͤmbe lehen ane spricht inner seinen iaren
ez shol daz lehen leihen der tut dem kinde vnrecht. wan ez mac
lehens nicht geleihen des ez nicht enphangen hat. leihet ein herre
lehen einem kinden des ez nicht enphanget hot daz nicht ze seinen
tagen kumen ist. vnd spricht man daz kint vͤmb daz selbe lehen an
der herre shol daz kint versprechen vnd sein vormunt. vnd wil ez
der herre nicht tvn so shol ez der uormunt uordern an den herren
vnd der shol im rechte tac geben fuͤr seinen man vnd shol im mit
rechte an gewinnen daz er daz kint verspreche mit seinem lehen.
nieman mac des anderen gezevg sein in lehenrecht der ze
seinen iaren nicht kumen ist er sei ze seinen tagen kvmen ob daz
lehen hot enphangen oder nicht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 59 [1275/87]
Wenne des kindes manne iarzal auz get.
Swenne daz
kint von seinem herren belehet wirt so get siner manne iarzal an
daz sie ir gut enphahen. die weil sie des gutes nicht enphangen
hant von dem kinde so shuln sie dem kinde nicht dienen. si shuln
dem herren da uon dienen als diz puch seit.
on anevelle ist nicht lehenrecht. vnd iedoch stirbt ein
man vnd lat kint die nicht zv iren iaren kvmen sint der herre leihe
ainem anderen daz aneuel ob er nicht uormundes hot der des herren
man sei. hot ez den der shol dem kinde daz lehen vordern. vnd er
shol im daz mit rechte leihen. vnd shol der uormunt von dem lehen
antworten dem herren. als daz kint ze sinen iaren kvͤmt so ist
daz anevel ledic. als auch der stirbt der daz anevel gelihen hat so
hat iener an dem anevel nicht vnd ist ledic.
die weil dem kinde vnd auch die elter sint ir gut nicht
gelihen ist so sint nicht shuldic dem herren daz gut ze nennen noch
ze beweisen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 60 [1275/87]
Dem lehen wirt gesezzet an des herren hant.
Niemant mac mit rechte gewer han an ainem lehen dem ez
versezzet wirt an des herren hant. versezt halt des kindes vormunt
mit des herren hant vnd mit des kindes hant vnd kvͤmt daz kint ze
seinen iaren vnd vordert sein gut wider man sol imz ledic lan. vnd
tut man des nicht so shol dacz kint kumen fuͤr seinen herren vnd
shol den pieten daz er im rechtes helfe vͤm den der im sein gut
neme. tut des der herre nicht so var an den lantrichter vnd clage
dem auf seinen herren vnd auf seinen vormunt. hat abr der herre daz
lehen von ainem andern herren da sol man an kvmen vnd dem obren
herren clagen. vnd der shol im richten vͤber den vnderen herren
als daz puch seit.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 61 [1275/87]
Wie vnde wenne die man von dem kinde vordern suln.
Bewert daz kint lehenrecht ze tvn so ez ze seinen tagen
kvͤmt ze seinen lehen iaren so shuln seine man ir lehen vordern
als dicz puch seit. vnd ie vͤber ein iar so shuln sie ir lehen
vordern als diz puch seit. vnd ie vͤber ein iar so shuln sie ir
lehen vordern daz ez seine man horen ob er sein laugen welle daz
sie die gezivg haben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 62 [1275/87]
Ob ein man stirbet in seiner iarzal.
Und stirbt ein man der svͤne hat inner der iarzal vnd er
sein gut enphahen sol da mit ist dem svn daz lehen nicht entwert.
er shol kumen an seinen herren vnd sol an in uodern seines vater
lehen. vnd er shol mit rechte leihen. daz shol er tvn e ez sich
uerieher. stirbt auch eines herren svn inner der iarzal daz der man
gut uon seins vater handen enphahen solde er volge seinem lehene
nach swor daz geualle vnd uerleuset da mite nicht. der herre mac
auch des mannes gut zwen nicht geleihen ez en sei daz erz von mer
herren habe denne von ainem. lat abr er daz wider recht so shol der
minner teil dem meren uolgen. ob der herre des mannes gut dem
minnern teile leihet daz er uon einem herren hot daz endarf der
herre uon ienem herren nicht enphahen. er shol ez enphahen von dem
obren herren. wan daz ist recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 63 [1275/87]
Ob mer pruͤdere daz lehen verleihent.
Der man shol auch nicht den von ainem seines herren gut
enphahen wan nicht mere. danne der herre mac genoten der pruder
mer den ainen daz sie daz gut uon im
enphahen icht mere. mugen sie den herren genoten daz erz in allen
leihe er leihet ez nicht wan ainem. vnd lat auch der herre mer
svͤne den ainen so er stirbet die man enphahent ir gut nicht. vnd
hat in der ober herre dacz gut allen leihen vnd krigent des si
shuln ez alle leihen vnd sie suln ez alle leihen vnd sie suln ez
von in allen enphahen. des waigern die man wol mit rechte. die man
shuln varn fuͤr den obern herren. vnd shol sie der beshaiden von
wem sie vnder den pruͤdern ir lehen shuln enphahen. der ober
herre shol sie also weisen. vnd sint die pruͤdere alle ze iren
tagen kvmen so shol er sie weisen an den eltsten. vnd ist nicht den
ainer ze seinen tagen kumen an den shol er sie weisen. vnd
ist ir keiner ze seinen tagen kvmen vnd hot er in noch nicht
gelihen so shol er in ir gut erlauben. vnd hat abr er daz gut den
kinden verlihen so weise sie an daz eltste vnd an seinen vormunt.
der shol ez mit rechte leihen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 64 [1275/87]
Ob dacz lehent gut des herren aigen ist.
Und ist ein gut aines herren aigen daz er leihen shol vnd
widert er daz mit vnrecht die man shuln fuͤr den lantrichter
kumen in des gericht dacz gut leit vnd clagen da auf ir gut. der
lantrichter shol in richten mit rechte. vnde ist der kvnig in dem
lande dem clage man auch mit rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 65 [1275/87]
Der herre shol nicht den ainem kinde seins vater gut
leihen.
Der herre shol nicht den ainem kinde seines uater gut
leihen. welhem er ez leihe daz stet an den kinden vnd nicht an dem
herren. also ob sie daz lehen hant inr iars frist so ist die wal
der kinde. vnd kvͤmt ez vͤber daz iar vnd vͤber kvment die
man den herren mit minnen daz er in dennoch daz gut leihet so hat
er die wal daz er ez leihet wem er wil vnder den kinden. vnde
leihet ein herre ainem kinde gut nach seinem willen vnd nicht nach
rechte daz shadet den anderen nicht an irm rechte. vnd versavmet
der kinde einez sein iarzal als hie uor gesprochen ist von dem sie
der herre ledic er berede dan ehafte not.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 66 [1275/87]
Wie der man dem herren purgen setzzen mucz fuͤr seine
pruder.
Unde vordert eines mannes svn der zv seinen iaren kvmen ist
an seinen herren ain lehen vnd hat er dennoch pruͤder die in irn
iaren sint der muz dem herren daz geloben. als sin prudere ze iren
iaren kvmen daz sie in vm daz lehen nicht an sprechen die weil ir
pruder lebe. so die pruͤdere zv iren tagen kvment so vordern sie
daz lehen an iren herren. der pruder shol den herren versprechen
vnd daz gut vnd sol den herren piten daz er im vnd seinen
pruͤdern einen tac gebe fur sein man. da shol er in lehenrecht
tun. daz recht ist also da stet an des eltsten pruders wal.
wil er sein pruͤder daz lehen mit im lan enphahen daz tut er wol. wil er des
nicht er let ez wol. so ist daz an des herren wal daz erz den
pruͤdern leihet oder nicht den ainem. vnd stirbt der eltst der
herre shol abr daz lehen dem eltsten enphelhen. leihet abr der
herre von genaden vnd von rechte in allen daz lehen so shuln sie
die gewer mit ein ander han oder sie haben an den lehen nicht
rechtes. lehent recht spricht also. lehen on gewer ist nicht lehen.
sazzvnge on des herren hant hat dehaine craft.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 67 [1275/87]
Ob einer seinem kinde oder seinem herren ir lehen wil
enphuͤren.
Swer seinem herren oder seinem kinde oder iemant der des
wartent ist sein lehen fremden wil ob erz seinem herren auf geit
oder ez hin leihet.
nicht mac ez im geshaden ob erz wider nimt in seinen nuz vnd ez in
seiner gewer hot vnz on sein siechpette. do er inne stirbet so
shuln ez seins lehens erben mit rechte han. hat er nicht lehen
erben so shol ez dem herren ledic sein.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 68 [1275/87]
Ob der man plint oder auzsezzig oder lam wirt.
Ein herre mac seinem manne sein lehen nicht verzeihen noch
genennen ob er plint ist oder seiner gelider darbet oder auzsezzig
wirt oder waz sichtum er gewinnet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 69 [1275/87]
Der seinem weibe ein lehen dinget.
Dinget ein man sein lehen mit seines herren hant vnd mit
seiner erben lehen seinem weibe sein lehen vnd sint die lehens
erben zv ir tagen kumen daz kan wider der herre noch die kint
geprechen. sint aber die kint nicht ze iren tagen kvmen sie mugenz
stete hon oder nicht. der herre sol ez dennoch stete haben. daz ist
sein recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 70 [1275/87]
Wie der herre vil prudern ein lehen mac geleihen.
Ein herre mac uil pruͤdern ein lehen leihen dacz si mit
gesampter hant enphahent vnd gleich gewer dar an hant. vnde wellent
sie sich shaiden mit dem gute vnd teilent ez vnder sich daz tunt
sie wol an daz herren vrlop. swenne aber sie sich beteilent mit dem
gute so hat dehainer an des anderen gute nicht. vnd stirbet ir
dehainer an lehens erben dem herren ist dacz gut ledic. die weil
sie daz gut vngeteilt haben vnd stirbet denne ir dehainer des svn
tret an des uaters stat vnd behalde daz gut gemaine daz sein vater
hette mit den vetern. al die weile sie daz gut zesamene hant die
mit ein ander also belehent sint ir mag ir einer andern nicht getun
mit dem lehen noch mit dem gute. waz abr einer da uon leihet oder lat daz
enmac der selbe nicht geprechen. ob ez die stete haben wellent die
daz gut mit im habent so muz ez stete sein.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 71 [1275/87]
Do mer manne den ainer mit aim gut belehent sint.
Ob mer leute den ein man mit aime gute belehent sint vnd
nicht geteilet sint mit dem gute. ir deheiner mac geuolgen mit dem
gute an einen anderen herren ob ir herre stirbet wan ain ainik man.
waz so uon mutwillen ein herre leihet einem man des er
nicht ir gewer mac gesein daz shol er im erstaten ob der man sein
iarzal versavmet hat. er shol sich des gutes vnderwinden vnd nimpt
ez ienem. daz shol er dem herren kunt tun in iares frist. vnd tut
er des nicht so erstat im auch der herre nicht.
wenne abr der herre nicht recht betwungen wirt daz er daz
lehen leihen muz daz er mutwilleclichen hin gelihen hot wirt im daz
mit rechte an gewunnen er erstat dem man nicht des gutes des er im
gelihen hat. hot abr im ain man gut gegeben dar vͤmb daz er im
daz gut lihe swi dem man daz gut auz der hant get mit rechte daz
shol er im erstaten mit aim anderen lehen gute oder er gebe im sein
gut uider. die wal stet an dem man vnd nicht an dem herren. hot abr
er im gelobt ze erstaten daz er tun mit rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 72 [1275/87]
Do magt oder weip von dem reiche belehent sint.
Belehent weip oder magt die shuln nicht reise uarn in des
reiches dienste ob sie von dem reiche belehent sint. aller heruerte
sint sie ledic. wan mit gesaztem rechte daz ist waz sie ze lehen
von dem reiche hant des shuln si daz zehende teil dem reiche ze
herstivre geben. also shol auch der phaffe der nicht ein fuͤrste
ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 73 [1275/87]
Do ein herre den kinden leihet pei irz vater leibe.
Ob der herre den kinden leihet irs vater gut pei des uater
leibe vnd der vater daz gut in seiner gewer hot aleine vnz an
seinen tot. nach des vater tode kvment die kint ze dem herren vnd
pitent in daz er gedenke daz er in dacz gut lihe mit ir vater vnd
daz er in daz lehen erlaube. des suln sie begern in ir iarzar. daz
ist da uon daz sie der gewer niht enhetten. vnd hetten sie die
gewer gehabe so hetten sie der vorderunge nicht bedorft. daz shuln
sie tun in ir iars frist. vnde bekent in der herre des lehens nicht
so shuln sie gezevge nemen seine man ob der herre der vorderunge
laugen wolle daz sie im helfent sein. wan die herren vergezzent
gern. die kint hilfet nicht daz sie daz lehen mit dem vater
enphingen wan sie der gewer nicht hetten. si shuln irs vaterz lehen
vordern als von erst. ez ist noch vil pezzer daz ein kint seins
vater lehen nicht enphahe mit im. wo abr der vater vnd daz kint ain
gemaine vnd ain gewer hant an aim gute vnd ez mit ein ander
enphangen hant vnd stirbt der uater sie treten an des uaters stat
vnd suln ir gut nicht anderwart enphahen. laugent in der herre ires
gutes vnd irs lehens daz suln sie erzivgen mit zwen seiner manne
vnd shuln daz tun inr iars frist. wil er in des nicht gestaten so
hant sie doch ir gut behabt ze recht. vnd tut in der herre gewalt
daz shuln si clagen dem obren herren von dem er daz gut hat. vnd
ist daz gut sein aigen so clagez dem kvnige ob ir herre ein
fuͤrste sei. vnd ist ez ein ander herre so clagez dem lantrichter
in des gerichte dacz gut leit. vnd kvͤmt der fuͤrste noch ander
herren nicht fuͤr den lantrichte so shol er die leute doch
shirmen an ir gut.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 74 [1275/87]
Ob der man in dem gerichte sizzet den do dacz gut leit.
Ez kvͤmt ofte daz ein gut ligt in eins andern herren gerichte. vnd
der man des ez da ist in ainem anderen sizzet. wer auf daz gut
clagt swo der man gesezzen ist auf den die clage get oder der da
clagt der lantrichter shol richten ze dem gute.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 75 [1275/87]
Der lehen auf geit dacz manz einem anderen leihet.
Und geit ein man dem herren gut auf also besheidenlich
daz er daz gut ainem ainem anderen leihe vnd wil denne der herre
daz gut im selber habe da pricht der herre sein triwe an seinen
manne vnd ez hilft doch den herren. wan der man hat daz gut mit
rechte nicht verlorn. er shol ez wider vordern daz er im sein gut
wider leihen. tut er des nicht so habe sein gut mit rechte wider
als e. tut im der herre dar vͤber gewalt daz clage als daz puch
seit.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 76 [1275/87]
Ob der uater lehen auf geit vnd pit ez dem svne leihen.
Geit ein man sein gut auf seinem herren vnd pitet ez
seinem svne leihen daz heizet nicht erbeleihen wanne daz den man an
erstirbet. wer sein erbe lehen auf geit vnde daz anderweit wider
enphahen da nach heizet ez nicht erbelehen.
welch man im selber ander recht saget an ainem gut danne
er dran hab vollekumt der selbe des rechtes nicht des er im selber
an dem gute hat gesagt so hat er alles daz recht verlorn daz er an
dem gute het. daz kvͤmt von seiner vnrechten ansproche.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 77 [1275/87]
Wie dev gewer pezzer recht hot.
Swer die rechten gewer an aime gute hat vnd kreiget iemant
mit im dar an vnd so shol man im gezivge erteilen vnd ienem nicht
der der gewere darbet.
wer dem obren herren so getane gut auf geit daz er hot von
dem nideren herren vnd enphahet er daz wider ze lehen vnd besitzt
da mit iar vnd tac an rechte widersproche so hot er recht ane dem
gute. des shol abr der man niht tun im habe denne der herre recht
verzigen. wan anders verluͤre er sein gut gar. vnd kuͤmt der
nider herre vor den obren herren in iares frist vnd pevtet sein
vnshulde daz er nicht enweiz ob der man gen im also geworben hot da
shol der herre seinen ait vͤmbe nemen vnd shol denne paiden recht
tun als daz puch sait. mag abr der man hincz nidern herren erzivgen
mit zwen mannen des obren herren daz im daz gut verteilt ist vor
seinem herren mit lehenrechte als dicz puch seit so hot er verlorn
vnd der man behabt. verlevset der man daz er den herren nicht
vberzevget als hie uor gesprochen ist vnd in nicht vͤberzevgen
mac daz er im rechtes wider sei gewesen so hat er paiderthalp
uerlorn.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 78 [1275/87]
Wer lehens gewer gezevg mac gesein.
Lehens gewer mac nieman gezevg sein wan der von dem herren
belehent ist
gemainer gewer. ein iglich man sei gezevg der nicht gesholden
ist an seinem recht als daz lantrecht puch seit. man
shol nieman vor seiner gewer weisen sie werd im mit recht an
gewunnen vnd mit vrteil.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 79 [1275/87]
Dem sein gut wirt verteilt oder auf geit.
Swem sein gut mit lehenrecht wirt verteilt oder ez mit
willen auf geit der darbet der gewer dar an mit rechte.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 80 [1275/87]
Der sein gut aim anderen sicht leihen.
Ob ein herre gut hin leihet daz er eim andern gelihen hot
vnd er da engegen stat vnd ez nicht verspricht vnd er daz gut
hoͤret nennen der hat daz gut mit rechte verlorn. hindert abr den
man ehafte not daz er seins leibe vorchte so hat er frist ein iar daz
er kvme vor seinen herren. vnd da shol er sein ehaft not
bereden mit seinen zwen vingern. vnde daz sol im der herre gelauben
ob er wil vnd shol im sein gut erlauben. vnde tut des der herre
nicht so vnderwinde er seines gutes mit rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 81 [1275/87]
Vnd leihet der herre eines gut hin do er nicht zegegen ist.
Und leihet ein herre eins mannes gut hin da er nicht
engegen ist daz shadet dem man nicht. als abr er ze seinem herren
kvͤmt vnd sein inne wirt so shol er in vrogen ob ez also sei.
spricht der herre danne. ia. so spreche der man. ich verspriche
mein gut zeinem mal zem ander mal zeme dritten mal vnd zihe des
gezivge die daz hoͤren. des hilft ein iglich man wol der sein
recht behalden hat. vnd also hot der man sein gut behabt.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 82 [1275/87]
Ob der herre den man betwinget daz er daz lehen auf gibt.
Betwinget der herre seinen man vngetriwelich oder mit
gewalte daz er im sein lehen auf geben muz des beleibet der man one
shaden ob er den herren beclagt vͤmb die vntat die er an im
begangen hot vor dem obren herren oder uor dem kvͤnige oder vor
dem lantrichter vnd vͤbrzevget er den herren der herre shol dem
richter puͤzen als daz lantrecht puch seit vnd er shol dem manne
seinen shaden zwiualt abe tun. vnd er shol sein gut mit gemache
han.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 83 [1275/87]
Der ein gut auf geit vnd ez der ander enphahet.
Ob ein man dem andern sein gut auf geit uor seinen herren
zehant als er daz enphahet so hot er die gewere dar on die des
erern mannes was.
ein man mac seinen herren maniger sache vͤberkvmen des
der herre den man mak nicht vͤberkvmen. daz seit ev daz puch wol.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 84 [1275/87]
Ob zwene gleicher gewer iehent vnd gleich gezevg pieten.
Ob zwene man ein gut gleich on sprechen vnd der gewer
gleiche iehent vnd gleich gezivge pietent der herre shol in paiden
einen tac gepieten da hin da daz gut leit vnd shol mit in dar kumen
ob er mac. vnd mag er nicht dar kumen so sende seiner manne einen
mit im dar. der shol vrogen die nachgepaur vnd die rechten
vmmesezzen vͤmb die gewer. swer denne die merern menie hat vnd
die erbern gezivge der behabt daz gut vnd die gewer. disen gezevg
shol der herre hoͤren oder seine poten shol er vrogen pei seinen
hulden wer die gewer behabt habe. swederm sie da sagent dem shol
der herre daz gut lan mit rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 85 [1275/87]
Ob man gewer nich beshaidet.
Swelch gewer mit leuten man nicht besheiden mac da shuln
paide fuͤr ir herren kumen vnd sie paide shuln sweren daz sie
wenen daz sie recht haben. dar nach shol in der herre paiden
gepieten daz sie daz gut gleich mit ein ander teilen. wil auch ir
ainer er gert der wazzer vrtail wol. des muz im der herre vnd sein
widerstreit gestaten. des shol man abr nicht tun wan da man nicht
leute mac gehaben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 86 [1275/87]
Ob der herre vnde der man gleicher gewer iehent.
Ob der herre vnd der man in selben ein gleich gewer sagent
an einem gut vnd daz pietent ze gezivgen mit gleichen gezivgen da
shol des mannes gezivc fur den herren gan. daz ist da uon daz der
herre seins gutes nicht verleuset ob ez halt der man behabt. wan er
hat ez doch uon im ze lehene. vnd solden die herren den mannen ab
erzivgen so wuͤrde uil lehen verlorn die ir man sus behabent.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 87 [1275/87]
Wie der man des herren zevg verlegen schol.
Seit der herre daz seinem manne sein gut fuͤr im verteilt
sei vnd seit des hab er guten gezeug an seinen mannen der man mac
des herren gezevg verlegen also. der man shol im seinen herren tac
piten geben fuͤr seinen man vnde shol daz der tun. da shol der
herre seinen man zv laden. vnd shol der man fur den herren kvmen
vnd shol da erzevgen mit des herren mannen daz er alle die tage
gesuchet habe die er im gepoten habe oder swere daz im ny kein tac
gegeben wuͤrde. oder in shol der herre mit den poten vnd mit
zwain vͤber in zevgen dacz im dreistunt fuͤr gepoten sei vnd an
die stat da er gewerlich seines leibes sei vnd seins gutes vnd hin
kvmen mechte. der bote sol des herren man sein vnd die zwene shuln
gemaine levte sein. wil abr der man selp dritte bereden daz er ze
den tagen vor ehafter not
nicht kumen mochte so verleit er des herren gezivg. spricht abr
der herre den man an er sholde poten han gesant do er selbe nicht
kvmen mochte. beret der man daz er boten sante der die ehafte not
fuͤr in beret vnd mit zwen zv im. der pote kome dar oder nicht.
der herre enhat nicht rechtes ze im. mac abr der pote bezevgen mit
zwen zv im daz er auf dem tage was der dem manne gegeben was so hot
er recht. vnd koͤm der man nicht dar vnd in des ehafte not irret
daz muz er selp dritte erzevgen die daz wares wizzen daz in
ehafte not irret. so hat der man abr behabet.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 88 [1275/87]
Von des mannes iorzal.
Ob der herre den man shuldiget daz er sein iarzal versavmet
habe. daz er sein gut veriert habe. daz er sein gut nicht geuodert
habe als recht sei da shol der man sein vnshulde pieten mit seinem
aide. mag abr der herre daz erzevgen daz im daz gut verteilet sei
nach seiner iarzal vor seinen mannen mit sech mannen zv im die
seine man sint so hot der man daz gut verlorn mit rechte. des
herren gezevg sol pillicher sweren gen seinen manne danne des
mannes gezivg gen dem herren. daz ist da von daz der herre des
gutes nicht verlivset. so verlevset der man gar.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 89 [1275/87]
Ob der herre den man sein lehen verteilt.
Ob der herre den man sein gut verteilt mit vnrecht da der
man nicht engegen ist vnd den clager weiset auf daz gut daz shadet
ienem nicht er habe sein gut fuͤr sich in nuzze vnd in gewer. vnd
als er sein inne wirt so shol er kvmen fuͤr seinen herren vnd
shol in tages pieten fuͤr seinen man. den tac shol er kvͤnden
dem clager vͤber virzehen nacht. der tag shol nevr einer sein.
vnd kvͤmt iener fuͤr vnd der clager nicht so hot er behabet.
kvͤmt abr der clager dar nach vnd beredet die ehafte not als hie
uor geshriben ist daz shol der herre auch nemen. vnd stirbt der man
e die clage volendet werde vnd lat lehens erbens hinder im die
habent daz selbe recht daz auch der uater hette ob sie ir iarzal
nicht versaument gen dem herren.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 90 [1275/87]
Von lehens erben nach des vaters tode.
Inner der iarzal shol aines herren man mit seinem herren
rechten. vnd stirbet er vnd lat lehens erben hinder im vnd hat den toten
man ienem geclagt vmb daz gut der erbe hat als gut recht gen dem clager vnd
auch gegen dem herren als iener do er lebte.
als ofte des mannes clage an einen anderen herren kvͤmt
als ofte verwandelt sich die iarzal. daz ist recht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 91 [1275/87]
Wie der svn an des vaters stat antworten shol in lehens
recht.
Der svn antwort nicht dem herren an seins vaters stat in
lehens recht. ez sei daz er gut habe in seiner gewalt do der vater
vͤmb beclaget were do er lebete. oder ob im gewer erteilt wer do
er lebte auf sein gut. daz shol er geben er muge sich denne ze
recht erweren.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 92 [1275/87]
Der den herren an spricht vm ein lehen der er nicht in gewer
hat.
Spricht der man den herren an vͤmbe lehen daz er nicht in
gewer hat der herre shol im tac geben fuͤr seinen man nach lehens
rechte. vnder den weilen vnd der man dem herren daz gut nicht an
behabet hat vnd auch der gewer an dem gute nicht enhat so mag erz
nicht geleihen noch nicht da mite getun daz im gut sei. daz verstet
also. die weil der herre
dem manne rechte rede peutet so mac er mit dem gute nicht getun.
tut abr der herre den manne gewalt an seinem gute vnd daz er ze
gewalt erzeugen mac mit vnbesprochen leuten die halt nicht des
herren man sint so mag er dacz lehen ob er wil.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 93 [1275/87]
Wie der herre nicht den drei sache auf den man hat.
Swem man sein gut verteilt do er engegen ist vnd mac er mit
rechte da wider gesprechen nicht der hat daz gut verlorn immer mer
ob im ze recht tac an die stat wirt gegeben.
nicht wan drei sache mac der herre auf den man erzeugen.
daz ist. swaz der man in lehenrechte missespricht oder tut oder
lobt. wil er des laugen des mag in der herre vͤberzivgen. vnd ob
den man ze lehenrechte fuͤr gepoten wirt als da uor gesprochen
ist vnd ob im des reiches diest gepoten wirt mit vrteil. die zwei
fuͤrgepot sint ein recht mac in der herre vͤberzivgen daz ist
daz ander. so ist daz dritte. gedinget der herre ze
lehenrechte im selber von munde gen munde vnd verteil seiner manne.
vͤmb diese drei sache mac der herre seinen man wol vͤberzevgen
mit im selber vnd nicht mit zwen seiner manne die daz sahen vnd
horten. da mit ist der man shuldic worden.
ob der man zwene herren hat oder mer den zwene die im
dez rechten dienstes gebietent alle mit vrteile er shol mit dem
varen der im zem ersten gepot ze varen. vnd den anderen allen shol
er herstevre den zehenden shillinc oder daz zehende phunt oder die
zehende marc oder waz daz lehen gildet daz er uon im ze lehene hot
dez shol er im daz zehende teil ze herstevre geben. da muz der
herre uor gut nemen. hot abr der herre nevr uon einem herren des
reiches gut ze lehen mit dem muz er varn oder laz im daz gut
lehen. dehein herre mac seinen man des reiches dienst gebieten wan
der der daz gut von dem reiche ze lehene hat. vnd wem erz gelihen
hat dem gebeut er des reiches dienst wol mit rechte. er mac auch
seinen mannen des reiches nicht gebieten ez sei denne mit vrtail
geboten von deme reiche.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 94 [1275/87]
Wie uil der herre der manne haben mus so er vͤmb lehen
richten shol.
Swelch herre also ho ist daz er lehenrecht mac haben vnd hat
er als vil manne die ein vrteil vinden mvgen so mag er seinen
mannen wol tac geben vͤmb lehenrecht. der shol zem minsten siben
sein. wer hie von mer welle wizze der suches uorn an den lehen
puche.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 95 [1275/87]
Ob der herre des mannes gut auf geit seinem herren on
des mannes vrlop
Ob ein herre seins mannes gut auf geit on seins mannes
urlop vnd ob der herre niderre ist denne er der man weigert daz er
daz gut von im enphahe. als der herre ainem anderen herren auf geit
daz shol er seinen mannen kvͤnden inner iars frist. des mannes
iarzal beginnet als im sein herre kvͤndet vor seinen mannen daz
er sein gut an in vordern sei daz er von im hot. oder ob im
iener kvͤndet daz er daz gut gewunnen habe daz sie vom im suln
habn. oder im kvndet ez der imz kvͤnden shol da shol der herre
von dem er daz gut dennoch hot seiner manne einen senden vnd shol
im kvͤnden daz er daz gut on worden sein vnd shol im den nennen.
vnd fuͤr den selben shol er kvmen in iars frist vnd enphahe sein
lehen ob in der herre als erber dvͤnke als der vorder ist
gewesen. vnd ist des nicht so weigert er sein wol.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 96 [1275/87]
An wen der man sein lehen vordern sol.
Nieman shol sein lehen vordern an den obern herren ern
vorderz e an den nidern herren vnd hor ez von dem ob ez sein wort
sei oder daz er daz gut dem oberen herren hab auf gegeben. oder daz
er sich versaumt habe an der vorderunge
inner iars frist. oder daz ez im erteilt sei vor seinem herren mit
seiner manne urteiI so hot er recht sein gut ze vordern on den
obren herren.
vnd ist daz ein man so getan vntat tut daz im
sein aigen vnd sein gut vor dem kvnige oder uor dem
lantrichter verteil wirt sein aigen shol werden seinen
erben. hot er abr nicht so werde seinem gotzhause. gehoͤrt er an
sein gotzhaus nicht vnd hot er ainen herren des er aigen ist des
ist ez mit rechte. vnd ist er vrei so vellet daz eigen daz reiche
an ob er nicht erbe hat. vnd hat er lehen daz ist dem herren ledic.
vnd wil der man nicht gelauben daz daz lehen uerteilt
sei dacz shol im der herre on erzeugen mit dem richter vnd mit
zwain zv im daz er nicht mer rechtes dar an hat. hat abr der man
einen svn dem shol der herre daz gut leihen. ein iglich kint shol
seins uater shult nicht entgelden daz ez selber nicht shult ane
hat. wan daz were wider got.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 97 [1275/87]
Wie der herre dem manne vnrecht gewalt tut.
Unde nimt ein herre seinen manne gut oder waigert er imz ze
leihen oder lehenrecht ze tune oder enphellet er im der manshaft
daz shol er clagen dem obren herren vor seinen mannen. vnd der shol
im gepiten mit urteil selbe oder sein pot daz ez zwene seiner manne
hoͤren daz er seinen manne rechte tu vnde gutes sein gewere sei
nachte. ob er des nicht entut so shol ez der ober herre leihen dem
der im da geclagt hat vnd shol sein sin gewer an al allen steten
daz ez recht ist. vnd laugent der herre dem manne daz er dirre
dinge vnshuldic sei des shol in der man vͤberzevgen mit zwain zv
in die des herren man sein.
vier dink sint. vnd vͤberkvͤmpt der man den herren ir ains so
hot der herre sein recht verlorn gen seinem oberen herren vnd gen
deme man als ob er ir aller schuldic were.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 98 [1275/87]
Ob ein herre zwen auf ein gut gedinge geit.
Leihet ein herre zwen mannen gut oder mer mannen wo daz
ledic wirt der des ersten belehent wirt der shol auch des ersten
warten daz im da ledic wirt. daz shuln sie mit ein ander haben. vnd
hat er in benennet zeinen phunde oder mere vnd wirt im ein gut
ledic daz so uil nicht giltet so shuln si peiten vnz daz im mer
ledic wirt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 99 [1275/87]
Wie der man sein iarzal buͤzen shol.
Ob der herre auz dem lande ist inner des mannes iarzal vnd
er sein gut enphahen solde daz shadet dem manne nicht an seinem
rechten. so der man denne des inne wirt so get die iarzal an des
mannes.
sucht der man den herren ze hause vnd ze houe oder ze
tedinge so der herre kumen ist so sol der man sein lehen an in
vordern. vnd shol im daz der herre mit rechte leihen. ver auch der
man auz dem lande in seiner iarzal er lenget damit seiner iar nicht
ob er weiz daz ein herre tot ist.
vnd ist der man inner landes nicht so der herre stirbet da
mit get auch des mannes iarzal nicht an. so der man ze lande kvmt
vnd er daz vernimpt daz der herre tot ist so get die iarzal des
mannes.
vnd huͤtet sich der herre uor dem manne oder besleuzet sich
auf einer puͤrge oder anderswa daz der herre zv im nicht kvmen
mac daz shat dem manne nicht an seinem rechten ob er des gezevc hat
an zwen mannen die nicht des herren man sint oder die sein man
sint. tut er daz dreistunt in dem iare so hot er seine lehen wol
gevordert als recht ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 100 [1275/87]
Wenne der kinde iarzal an hebt.
Und stirbt ain man ienhalp mers oder anderswa in vremden
landen vnd als die kint innen werden ires vater tode so get ir
iarzal an ir lehen zenphahen.
vnd stirbt auch ain herre avzen landes vnwizzende seiner
manne als sie erst seinen tot vernement so get ir iarzal an vnd ir
gut zenphahen von seinen lehens erben.
in rechter iarzal so mac ein man mit rechte allez gewettes
ledic sein daz auf in erteilt wirt uor dem herren gen dem die iar
gepuͤrt an da er selbe enkegen ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 101 [1275/87]
Ob der herre dem manne laugent vnd der man der gewer darbet.
Spricht ein man ein gut an des im der herre nicht gicht vnd
auch der gewer darbet der muz dem herren puͤrgen sezzen vͤm
sein buze vnd vͤmb sein gewette ob er im des shuldic wirt. daz
ist nicht recht wan in lehenrechte. vnd hat abr der man die gewer
an dem gute so sezzet er dem herre nicht. lavgent auch der man des
gutes der shol in der herre vͤberzevgen als hie vor gesprochen
ist. vnd hot der man ander gut uon dem herren den daz er an spricht
vnd da er die gewer an hat der herre shol sein gewette auf daz
selbe gut han.
leihet der herre des selben mannes gut eim andern vnd ob er
des sein gewer ist mit munde dar vͤmbe shol der herre seiner
gewer nicht darben. der herre muge denne erzivgen daz im sein lehen
vnd sein gewer mit vrteil verteilt sei vor seinen mannen mit
rechte. der herre mac niemand gut geleihen noch gewer sein ern habe
denne daz selbe gut in seiner gewer.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 102 [1275/87]
Ob der man seinen hershilt nidert.
Swenne der herre seinen shilt mit manshaft nidert aller
seiner manne lehen hat er da mit verlorn daz sein aigen nicht ist.
vnd die man shuln ir gut enphahen von deme obren herren. oder der
herre shol sie weisen an seinen genoz. vnd weiset er si niderre so
enphahent sie daz gut mit rechte von dem obern herren. daz
selbe recht hat auch der herre gen dem man ob er daz lehen ane wirt
gen eim nidern. daz leihet der herre ob er wil. doch ist des herren
hershilt genidert da mit ob er seins genozen man wirt. wan er
vellet von seiner hoͤhe nider vnd wirt vnwert da von.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 103 [1275/87]
Von lehens sazzunge.
Unde wirt ainen manne ein gut gelihen auf sein triwe also
daz ez der herre loͤse vͤmb ein gut. als sie denne gesampt
gedingent auf einen beshaiden tac der herre mac daz gut loͤsen ob
er wil. daz tut er mit rechte wan da ist nicht rechtes pei.
vnd stirbet der man an lehens erbe daz gut wirt dem herren
ledic ane shaden vnd ist seinen erben nicht shuldic da uon
ze geben. wil abr der herre er loͤset daz gut vͤmb die erben
abr nicht den durch seiner triwe nicht. daz ist da von daz lehen
luͤtterlichen lehen shol sein vnd nicht anders. vnd stirbt der
herre der daz gut gelihen hat sein erben lihent ez ob sie wellent
so lozzent ez auch wol. vnd ist ez ein geistlich fuͤrste der also
gut gelihen hot als hie uor gesprochen ist er vnd alle sein
nachkvmen hant daz selbe recht.
alle shulde die an gewette gent vnd in lehenrecht gesein
mac der herre daz erzivgen auf den man mit zwain seiner manne. swo
abr der man sein lehen verlisen mac daz muz der herre selp sibende
erzivgen seiner manne. vnd sholde der herre den man als leichte
vͤberzivgen als der man den herren so wurde manig lehen verlorn.
der man ist nicht phlichtic ze leisten des herren
geluͤbde noch daz kint des vaters dacz si daz kinte auf
gut auf geben vnd daz verliesen. gut mac der herre sezzen ainem man
an manshaft. daz stet an des herren triwe ob er daz stete hat oder
nicht. mac abr ein man erzivgen daz ez vor gerichte geshehen sei der be der
behabt da mit die phantshaft. die pricht man wol als daz lantrecht
puch da vor seit.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 104 [1275/87]
Ob ein man im selber lehen vnde sazzvnge an einem gut seit.
Swaz der herre manlehen geleihet daz stet an des mannes
triwen ob er daz loze oder nicht. der herre muͤge in denne
vͤberzeugen daz erz in lehenrechte gelobt habe. die gezevgen
shullen des herren man sein.
swer im selben seit lehen vnd satzunge mac nicht lehen
sein. also mac auch lehen nicht sazzunge gesein. schol ein sazzunge
geshehen daz ez helfent sei daz muz geshehen mit des herren hant.
vnd sein sazzunge erzevget ein man wol mit leuten die nicht des
herren man sint. shol abr lehenunge geshehen daz shol geshehen mit
des herren hant vnd uor seinen mannen. wan daz muz er erzeugen mit
des herren mannen.
so der herre sein manlehen leihet vnd sint sein man da
nicht zegegen daz mac dem herren shaden ob der herre laugen wil. er
muz ie sein lehen erzevgen gen seinem herren mit seinen mannen. so
der man sein lehen enphahet vnd sint ander levte dapei den des
herren man vnd spricht der herre ze seinen man. ich gibe ev daz
recht dacz dise levte alle an meiner stat sein vnd daz recht haben
daz sie iwer gezivg sein in lehenrecht ob sein not geshehe. daz ist
nicht recht wan als wir ev beshaiden. hat der herre nicht siben man
die lehent uon im hant so mac erz wol getvn.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 105 [1275/87]
Lehen ane gewer vnde gewer one lehen der ist entweders gut.
Gelihen sazzunge ist weder lehen noh sazzunge. lehen on
gewer ist nicht lehen. swem man sein gewer mit gewalt nimpt der
verlevset weder gewer noch lehen. swem man sein lehen mit gewalt
nimt der verlevset auch weder lehen noch gewer.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 106 [1275/87]
Wie der herre iglich lehen leihen schol.
Swas der herre lehen leihet daz shol sin recht lehen vnd
erbelehen vnd purklehen vnd gedinget an aines lebendanne mannes
gut. vnd dacz der herre leihet ainen man so ez im erst ledic wirt. daz
heizet allez recht lehen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 107 [1275/87]
Von schiltlehen.
Schiltlehen hat ein ende so der herre den shilt wider
nimpt. geit in der man wider seinem herren des mac der herre nicht
gewaigern. er muͤz in enphahen. so hat daz lehen aber ein ende.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 108 [1275/87]
Von kamerlehen.
Kamerlehen ist nicht recht lehen. daz hat ende so der herre
vnd der man wil. daz ist kamerlehen so ein herre spricht ze seinen
man. ich leihe dir auz meiner kamer eine marc oder mere. da hat der
man kein gewer an. ez ist nicht recht lehen den da der man gewer an
hat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 109 [1275/87]
Wie ein man mit einer vrowen shol lehen enphahen.
Ez mac ein man gut enphahen mit einer vrowen also daz er sei
verste
an dem gute wo sie sein beduͤrfe vnd volge da mit an ein anderen
herren ob ir herre stirbet. der man shol die gewer han vor der
vrowen vnd mac sie daz gut mit rechte niezen lan. vnd sie vrowe
stirbet so hat des mannes lehen ende. ern hab daz gut enphangen mit
der vrowen. also hot er rechtes lehen an dem gute so die vrowe
stirbet. ist auch ez sein gedingde mit der vrowen so hat er abr
recht so die vrowe enist. von der vrowen mak niemant lehen geerben
wan sie des shildes darbet.
vnd geit die vrowe gut auf oder
wirt ez ir mit rechte verteilt von ir herren der hat dar nach niht
der ez mit ir enphangen hat ob sie die gewere aine hat. geit abr er
die gewer auf oder waz er wandels da mite tut daz shadet der vrowen
nicht. wirt ez im auch verteilt vor seinem herren mit lehenrechte
daz shadet auch der vrowen nicht wan sie die gewer hat. er
mac auch da uon nicht geleihen on der vrowen willen ern werde mit
lehenrecht dar zv betwungen. die lehen shol si mit im leihen.
gedinget an verlihem gute mag er wol leihen mit der vrowen
willen. vnd welch gut der vrowen ledic wirt daz ist ir vnd nicht
des der daz gut mit ir enphanget hat.
leihet ein herre weibe vnd manne mit ein ander ain
gedinget aines mannes gut der daz in gewer hat. stirbt iener die
gewer ist ir paider mit rechte vnd ir lehen ob er on lehens erben
tot ist.
vnd lavkent der herre des gedinges daz shol der herre
erzivgen mit zwain seiner mannen die daz sahen vnd horten daz er in
dacz gedinget lehe. also daz ez auch der phaffe vnd die vrowe
erzivgen.
swen der stirbet der daz gut nicht in gewer hot on lehens
erben der herre sol sich wol des gutes vnderwinden ob er nicht
gedenket daz er daz gut imand gelihen haben hab. vnd er missetut
dar an. vnd kvͤmt iemant der gicht ez sei sein lehen oder sein
gedinget dem shol erz lan oder shol im recht dar an tun. diz shol
der man tun inner seiner iarzal. als der man daz gut gevordert an
seinen herren in seinem iare so endarf er seins gutes nicht mer
fodern e von dem tage vͤber ein iar. vnd pevtet im der her recht
vnd wil der man des nicht nemen inner iars frist so hat er dacz gut
uerlorn ob ez der herre erzevgen mak mit seinen mannen. der shol
siben sein.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 110 [1275/87]
Ob der herre des mannes gut auf gibt.
Und geit ein herre seines mannes gut auf in der iarzal so
ein man sein gut uon im enphahen shol so er tot ist vnde er den
herren seiner lehenunge geinnern shol. er volge seinem gute vnd
vnderwinde sich des nicht fuͤr ein gedingde wanne fuͤr ein
recht lehen swenne er an in geweiset wirt mit rechte dem erern
herren shol er gepieten daz gut ze halten mit gezivge. vnd
widerspricht der vnder herre daz mit vnrechte so hat der man sein
gut behabt mit rechte. daz ist da uon daz er in rechtes wider ist
gewesen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 111 [1275/87]
Ein kint mac kinde nich geleihen.
Kint mac kinde nicht geleihen lehen die weile sie in ir
iaren sint. ob ez deme kinde gelihen ist die weil ez ein man nicht
enphangen hat so mac er da uon nicht geleihen man sei im denne vor
mit vnrechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 112 [1275/87]
Von anevelle.
Ain iglich herre der aneuellet ain kint wol daz nicht ze
seinen tagen kvmen ist ez irre denne daz ez einen vormunt habe der
des herren man sei. der shol ez handeln als hie uor geshriben ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 113 [1275/87]
Von fluchtsal.
Swer gut leihet ze fluchtsal der muz dem herren dar vmme wetten
er mvge sich denne entshuldigen nach rechte. vnd der herre sol im
gepieten daz er die lehen vngepreche vnd sie wider tu inner sechs
wochen. vnd tut er des nicht so verteilt man im daz gut mit rechte.
fluchtsal heizet waz der man leihet an zweiuel seins leibes vnd
in sichtum vnd als er daz lant raumen wil. vnd daz tut er in der
weise ob er genist oder wider kvͤmt daz er sein gut wider haben
wil. ez ist auch geverde. ez heizet auch daz fluchtsal vnd geuerde.
ob ein man ze seinem herren get vnd pitet daz er sein gut laze
dingen einem seinem frivnde oder er sezzes mit seiner hant ainem
seinem frivnde vnd minner oder vͤmb mer vnd der selbe hat nicht
lehens erben. der herre verseit im die paide. der man vert zv vnd
leihet daz gut ainem seinem frivnden vnd er pitet den selben daz er
daz gut sezze mit seiner hant mit seiner wirtinnen oder ainem
andern seinem frivnde. daz ist nicht recht. wan als im der herre
verseit so mac er da mit nicht getun on des herren willen daz im
gut sei. da uon mac er sein gut nicht hin geleihen dem er nuz vnd
gewere dar an geit. dar nach mac erz nicht getun. wan ez haizet
allez geverde. swer also gut leihet der leihet wider got vnde wider
recht vnd wider sein triwe. wan als im sein gut sein herre leihet
so swere er im triwe vnde warheit. daz hat er im zeprochen. der man
leihet nicht sein gut hin er leihet seines herren gut hin. oder
ainem anderen der nach im an daz gut kvmt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 114 [1275/87]
Wie der man geuerleichen gegen dem herren wirbet.
Unde leihet ain man also gut hin seinen leuten oder ains
anderen herren leuten so er uon dem lande varen wil oder sich
geleit. vnd kvͤmt der man nicht wider oder stirbet er deme herren
ist daz gut ledic. daz ist da von daz erz dem herren ze geuerde hat
getan. kvmt der man wider oder wirt er gesunt der herre vnderwindet
sich des gut mit rechte. laukent der man daz er des nicht habe
getan des shol er sich entshuldigen mit sein eines hant. der herre
erzevge selp sibende seiner manne die daz wares wizzen daz erz
getan habe. vnd erzevget der herre des nicht mac er dennoch
erzivgen daz sie dar gevarn sint vnde sich des gutes vnderwunden on
des herren vrlop so hat der herre sein gut abr behabt mit rechte.
wil der herre sein gut mit rechte behaben so shol er varn fuͤr
sein man vnd shol diz allez mit vrteil tun den daz gut also gelihen
ist. vnd hant si ander gut uon dem herren ze lehent daz hant si mit
rechte verlorn also ob sie daz westen daz daz gut von ir herren
lehen was. allez lehen on gewere darbet der volge. vnd alle gewer
on lehen ist vnrecht. sie paide ein man han. vnd wer sie paide
nicht enhat der hat nicht recht lehen.
spricht der man der gewer an dem daz gut gelihen ist die
mac er mit rechte wol erzevgen mit dem vͤmbsezzen gen seinem
herren die nicht des herren man sint mit so getanen leuten die als
getriwe sint als der ist gen dem si den gezevg levtent. anders ist
ez nicht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 115 [1275/87]
Wie man zinslehen mac erzevgen.
Swer in vnrechter gewer ist an lehenunge wil er die
gewer da mit behalten daz er spricht daz gut sei sein zinsgut daz
mag er erzevgen mit eim iglichem manne der vnbesprochen ist an
seinem rechte. die muͤzen also helfen daz im der herre daz gut
vͤmb ainen zins leihen vnd muz denne svnderleich erzevgen daz von
dem gute emals zins geben sei. mag er des nicht erzevgen so erzeuge
ez daz er selber zins da uon gegeben habe. mag er des nicht getun
so ist ez an dem ersten gezivge gnvg.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 116 [1275/87]
Von zinslehen.
Ez mac mit rechte kain man seinem genoz ze
zinslehen geleihen er leihet ez wol seinem vndergenoz. daz ist
abr nicht recht lehen. mvͤl vnde mvͤnze vnd aller hande zol vnd
aller hande gut daz man ze zinse leihet des endorfen die nachkomen
nicht enphahen ob der uater daz gut uor enphangen hat. allez
zinsgut shol niemant enphahen wan der ez von erst enphahet. die
nachkvmen sholn geben den zins an dem tage als in beshaiden wirt
vnd habent ir gut behabt.
swer zins mit rechte haben wolle der sol ez selbe pawen
vnd arbeiten oder sein knechte die er verkostet mit speise vnd mit
lone.
gerichte ze leihen mac mit rech weder phaffe noch weip
gehaben. wan phaffen fuͤrste als si daz lantrecht puch hie uor
auz hat genumen. closter man mac mit rechte nicht richter gesein.
wer richter mvͤge gesein daz sagt daz lantrecht puch da vor.
vnd stirbt der herre von dem daz gerichte enphangen ist
oder geit er daz gerichte auf seinem herren. von dem erz hat daz
gericht enpholhen hot der richte
dar nach ein iar und tut dar an nicht wider recht. leihet abr der
herre der daz gerichte denne hat daz gerichte ainem anderen so shol
er da uon sten vnd shol ienen dar ze lan dem ez gelihen wirt.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 117 [1275/87]
Ob aines herren ain manlehen hat.
Nieman mac seinem herren mit der gewer enphuͤren der
des herren ain man ist ob er im selber gut sagt ze lehen. da uon
daz er allez seines gutes phliget da uon mac er im selben sagen
welhez er wil. leihet abr im der herre gut vnd benennet im daz gut
hat er die gewer dar an er behabt ez als ein ander man. laukent abr
im der herre des gutes so hilft in die gewer nicht an dem gute. er
muz sein lehen erzivgen als ob er der gewer darbet mit den leuten
die ez sahen vnd horten daz im der herre daz gut leich. vnd stirbt
sein herre die weile er amman ist vnd lat er lehens erben hinder im
die leihent im daz gut ob sie wollent. mag abr der amman sein gut
erzevgen als hie uor gesprochen ist so hot er sein gut behabt.
vnd stirbt abr der herre an lehens erben vnd ist er
dennoch sein amman so mag er nicht dem gute nah gevolgen an ainen
anderen herren. er leihet daz gut oder er lat ez. die wal ist sein.
vnd stirbt auch der aman vnd lat er lehens erben hinder im die
muͤzent auh daz gut erzivgen als ob ir uater die gewer nie
gewunnen het.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 118 [1275/87]
Von hofrechtes lehen.
Swelch gut dem man on manshaft gelihen wirt daz haizet
nicht recht lehen. als daz gut der herre seinem dinstman leihet ze
hofrechte da shol er hofrechtes abe phlegen vnd lehenrechtes. nach
hoferechte shol iglich dinstman geporn truchtsezze sein oder shenke
oder marshalk oder kamerer. als der herre hof oder hochzeit hat so
shuln die vier ampt ir ampt verdienen nach dem rechte als des hofes
gewonheit sei. durch die mancfaltigen gewonheit die die pishoͤue
vnd die epte vnd die eptissinne vnd ander fuͤrsten in ir hof
sezzent muͤge wir da von nicht me gesprechen. wanne guter
gewonheit sol er behalten. abr rechte lehen muz man mit manshaft
enphahen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 119 [1275/87]
In welhen zeiten vnd an welhen steten der herre teding
shol haben vmbe lehen.
Manshaft muz man behaben auf den heiligen der im sein
herre laugent.
vͤmb iglich shulde shol der herre seinen mannen ze
lehenrechte teding geben ob die shulde gewetes wert ist vor mittem
tage vnd in gepannen tagen. an allen steten mac der herre seins
tedinges wol beginnen on in kirchen vnd in freithouen. so der herre
tedinges beginnen wil so shol er vrogen ainen seinen man daz ez
zwene seiner manne horen oder mere manne ze lehenrechte mvͤge
getedingen vͤmb so getane shuͤlde als er hincz im ze sprechen
habe. daz wirt im erteilt. so shol in der herre tedinc geben mit
vrteil seiner manne in den nehsten tagen von der tage ainem vͤber
virzen nacht in ain benantes dorf oder in ain benante stat. die
suln des herren aigen oder lehen sin. vnd frogt der man den herre
wo daz dorf oder die stat lige da er im getedinget hat der herre
shol imz zeigen. vnd sait im der herre vnrecht daz shol
dem manne nicht shaden. wan ez haizet ofte ein stat als die ander
ein dorf als daz ander. der herre shol den mannen an die stat tac
geben daz sie leibes vnd gutes sicher sint oder er shol sie dar
belaiten. vnd mac ein man nicht sicher dar kvmen so shol er seinen
poten dar senden der sein ehaft not berede. der pot mac sein ein
iglich man der vnuersprochen ist. so shol im der herre einen
anderen tac geben.
hot der man des reiches gut uon dem herren ze lehen er
shol im tadinginnen auf des reiches gut oder auf des reiches
stroze. vnd hot er des herren aigen ze lehen so shol er im tedingen
auf seinem aigen. hat abr der man gut uon dem herren also daz daz
selbe gut daz er von seinem herren ze lehene hot seines herren
aigen ist da geit er wol tac auf daz gut daz er uon im hot ob ez so
getan gut ist daz man tac dar auf geben mac. vnd on geverde shol
der herre den man tac geben vͤmb lehenrecht. der herre geit auch
wol tac auf gut daz sein recht lehen ist. dise wal hat der herre wo
er tac gebe als ich hie vor gesprochen han.
so der herre von erst tac geit seinen manne so shol er
seinen mannen die da zegegen sint mit vrtail gepiten daz sie ze
seinem lehenrechte komen. vnd die da nicht zegegen sint den shol er
gepiten dar mit ainem seiner manne. der pote shol zem minsten von
im han ze lehen ein halbe hube oder daz ein phunt giltet der
lantpheninge. vnd hat ain herre man in dem sibenden hershilde der
shol er einen ze poten senden der pei dem minsten von im habe ein
habbe hvbe. vnd hot er nicht in dem sibenden hershilde man so
greife in den sechsten vnde dar auz poten der pei dem minsten von
im habe ein halbe hube. welher pote da wider ist ze vnrechte dem
gepite der herre fur sein man. da wirt im sein lehen verteilt mit
rechte ob in der herre vͤberzevgen mac selp sibende seiner manne
die daz horten daz im der herre gepot daz er sein pote were. hat
abr in ehafte not gelezzet die behab als hie uor geshriben sei vnd
sei ledic ze den zeiten.
der man wirt nicht wettehaft ob er ze des herren
lehentagen kvͤmt vor mittem tage als daz lehenrecht puch sait.
daz ist so vrteil gesprochen wirt. so hot der herre nicht gewette
auf den man dem dreistunt uor gepoten ist ob er dar nicht
kvͤmt in irre denne ehafte not. der herre shol sein gewette auf
des mannes gut haben dacz er von im hat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 120 [1275/87]
Von zinslehen.
Swer zinsgelt von ainem herren hat da shol man den herren
nicht auf phenden wan fuͤr als vil der zins gildet. der herre
shol sein gewette auf daz gut hababen. ob er dar auf nicht vindet
als tevr daz gut ist des shol er dar auf warten iar vnd tac. vnd
loͤset ez der man nicht inner iar vnd tac so ist ez des herren in
irre denne ehafte not.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 121 [1275/87]
Wie der herre den manne teding gepiten sol.
Und ist der man ze kegenwart do im sein herre teding geit
vnd als nahent daz er in hoͤren mac vnd behuͤtet sein hoͤren
in welher weise daz geshicht da mite mag er nicht geweigern seines
herren tedinc ze suchen daz er im gegeben hab do er zegegen was.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 122 [1275/87]
Wie des herren pote dacz lehenteding gepiten shol.
Des herre pot so er den tac kuͤndet seinen mannen den
shol er also kuͤnden. er shol in den man kuͤnden in seinen munt
ob er in vindet. vnd vindet er sein nicht so kuͤnde im den tac ze
haus vnd ze hof da sein einvart vnd sein auzvart ist. vnd ist er da
nicht so shol er im dacz teding kunden auf daz gut daz er uon dem
herren hot. vnd hat er weder haus noch hof so gepite im auf dem
gute fuͤr daz er uon dem herren hot. der pote shol ie pei im han
zwene des herren man ob die man lavgen wollen des fuͤrgepotes daz
sie helfent sein.
als der herre auf daz tedink kvmet so shol er zem ersten
vragen einer seiner manne pei seinen hulden ob ez tedinges zeit
sei. als im daz funden wirt so vroge ob er sulle nemen ainen
seinen man der ze lehenrechte sein wort spreche. daz wirt im
erteilt. dar nach wes er vrogt da shol er alle seine man vͤber
vrogen pei seinen hulden. vnd kan ein man die vrtail nicht vinden
der er gevrogt wirt vnd wil man im des nicht gelauben da
sweren ainen ait vͤmb. als daz geshiet so shol im der herre einen
tac geben vͤmbe die vrtail vber virzehen nacht. geshiet daz so
ist daz lehenrecht gefristet die virzehen nacht. hinnen dar shol
der man die vrtail vinden. der herre mac diehain frist gegeben on
seiner manne vrteil vnd on seins clagers willen auf den die clage
get. wil abr der herre den man shuldigen ainer anderen rede als die
erste shulde mit vrteil gevristet wirt. als die svnne vnder get so
ist der man dem herren in lehenrecht nicht shuldic ze antworten
noch vrteil ze vinden. ist abr des herren shulde vnvolendet so shol
er dem man mit vrtail tac geben virzehen nacht. der da beshuldiget
ist der tut daz mit recht. vor mittem tage so shol der herre des
tedinges beginnen auf den tac als im des tedinges zeit erteilt ist.
vnd als vorsprechen genumen hot so sol er vrogen ob er mit rechte
ainem seinem manne gepieten shul daz er die vorder den dar gepoten
ist. daz wirt im erteilt. der pote shol laute rufen dreistunt daz
ez seine man horen vnd shol also sprechen. ich forder fuͤr meinen
herren chunraden oder heinrich oder wie er geheizen sei zeimal zem
ander mal zem ander mal zem dritten mal vͤmb so getane shulde als
im her gedinget ist. vnd ist er denne nicht da so kome der pote
wider ze dem herren vnd spreche. herre er ist hie nicht noch sein
pote der fuͤr in ehafte not berede. als der pot daz gesait so
vroge der herre seinen man waz dar vͤmbe recht si. so suln si abr
erteilen mit rechte daz man in abr vorder vnd im abr dreistunt rufe
als da uor. die drei vorderunge suln tun drei des herren man iglich
besundern ein. so wenne man in also dreistunt geuordert hat vnd er
nicht kumen ist so vroge der herre waz dar vͤmbe recht sei.
so shol man im erteilen daz er sein warte vnz daz die svnne vnder
ge. dar nach vroge der herre ob er sein gewartet habe als recht
sei. daz wirt im erteilt. so shol im der herre ein anderen tag
geben vnd shol sein warten als hie vor gesprochen ist. welhen tag
der versaumet der herre vnd den man nicht volget als lehenrecht ist
so hat der herre die tage alle verlorn vnd der herre muz im tag
gebem als von erst. ein herre shol nieman vrogen vm lehen wan seine
man.
im beslozen hof noch in hause shol kein herre lehenrecht
haben. als der herre ze dem dritten tage seins mannes wartet vnz
die svnne vnder get vnd er nicht kvͤmt so vrage seine
man waz dar vmbe recht sei. so shullen sie erteilen daz
er seine tedinc erzivg ellev drev vnd ie daz tedinc mit zwen seiner
manne. die gezivg shuln also sprechen. ich uergich des herre
pei ewern hulden daz dem man chunrat oder hainrich oder wie er
heizet. der gezivge shuln zwene sein die des herren manne sein vnd
iglichen tac besunder mit zwen mannen. die gezivg shullen also
sprechen. dicz sahe wir vnd horten. so vroger ainen seinen man waz
im dar vͤmb gewizzen sei. so shol man in nicht furbaz vragen me.
der herre shol wol vrogen wie manigen er wil vnder seinen mannen
vnz er seinen gezivg volpringe. an dem dritten tage shol der herre
siben gezivge leiten. wan swo der man sein lehen shol uerlisen
gegen seinem herren da muz der herre haben siben gezivge die seine
man sint. so hat er daz gut behabt mit rechte. so der herre also
gezivget hat so shol er vrogen waz dar vmbe recht sei. so shol man
dem manne daz gut verteilen daz er von im het. so vroge der herre
der volge alle seine man die da zegegen sint. der shol ze minsten
sibene sein die fuͤnf vnd zwainzig iar alt sint. vnd so daz
geshicht so shol der herre vrogen wer die vrtail sprechen shulle da
mit dem man daz gut vertailt wirt. so verteilt man ez suͤll
seiner manne einer tun wan ez dem herren an seinen nuz get. vnd
giengen dem man an seinen nuz so shol der herre die vrteil
sprechen. der herre shol seiner manne einem gepieten daz er die
urtail spreche. daz sol der man mit rechte tun der shol also
sprechen. als meinem herren ze rechte funden ist also uertail
swie er denne heizet also nen ich in mit namen so getan gut als er
uon meinem herren vnz er gehabt hat. so vrag der herre waz er mit
dem gut tun shuͤl daz seinem man vertailt ist. so vindet man im ze
rechte er shuͤlle sich des gutes vnderwinden oder sein bot der
sein man sei. da shuln zwene seiner manne sein pei dem poten. der
herre sol daz gut behalten ane nuz vnd ane gelt iar vnd tac. vnd
zvͤhet der man daz gut nicht an sich vor dem iar man vertailt im
dar an so daz iar auz kvmt. der herre shol sich des gutes
vnderwinden daz dem manne verteilt ist.
swo der man kvͤmt zv dem herren in iars frist vnd wil
sein gut versprechen als recht ist vnd verpirget sich der herre uor
seinen manne wo daz ist vnd hat der man des seiner hausgenozen
zwene gezevge daz er seinen herren an allen steten gesucht hat do
er in ze recht suchen sholde vnd gern zv im kvmen were ob erz im
state hete getan also solde der man den herren dreistunt suchen do
seiner hausgenozen zem minsten einer oder zwene pei im sein. ist ir
mere er vert dester paz ob ainer sterbe daz er er ainen
anderen an seine stat habe. als der man daz getu so zihe
seine hausgenozen gezivgen vnd vnderwinde sich des gutes mit
rechte. kvͤmt abr der man fur seinen herren so shol er in piten
daz er im einen forsprechen gebe. vnd waigert im des der herre vnd
anderz gerichtes so shol der man auf den heiligen sweren ainen ait
daz im sein gut nicht verteilt wuͤrde vor seinem herren daz ez im
shaden shuͤlle. als er daz getut so vnderwinde sich seines gutes
mit rechte. wil abr der herre dem manne recht tun so shol er im tac
geben vor seinen manne. so shol der man kvmen. fuͤr seinen herren.
da wirt dem herren erteilt daz er erzevge daz im daz gut mit recht
erteilet sei. mac abr der man erzevgen daz er avzen landes was e
daz im kein tac gegeben wuͤrde selp dritte des sol er genizen.
oder mac er erzivgen daz er in vangnisse was oder anderswo do er
nicht poten mocht gesenden zv den tagen so hat er sein gut behabt
mit rechte. die gezevge mugen sein des herren man oder nicht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 123 [1275/87]
Wen der man gen dem herren lehenrechtes ledic ist.
Swelhes tages der man seinem herren den stegereif habt
oder im dienet mit gabe vnd er die enphahet oder im mit anderen
dingen dienet des tages ist er im nicht shuldic lehenrecht ze tun.
der herre weigert auch des wol mit rechte daz er weder gabe noch
seinen dienst nimt. doch krigent zwene des herren man mit ein ander
vͤmb ein lehen daz er richten sol vnd hot der herre ir paider gut
vnd dinst enphangen er shol in doch richten. daz ist da uon daz in
der nuz nicht an gehorte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 124 [1275/87]
Von des lehenrechtes hausgenozen.
So der herre seinen manne einen tac geit so shol der
herre niemande an den tac fuͤren den seine man. vnd also sol auch
der man. vnd fuͤrt der imand anders an den tac den sein
hausgenozen an des herren vrlaup er muz dem herren wetten. vnd
fuͤrt der herre iemant anders an den rink der man wirt des wol
vbrig daz er da nicht lehenrecht tut die weil si in dem ringe sten.
daz selbe recht hat der herre gen den manne.
e daz der man fuͤr den herren kvme so shol er allez
gewefen von im tun vnd alle die mit im sint. also shol auch der
herre tun. der man shol von im tun sporn vnd mezzer hut vnd hauben
hantshu vnd kappen vnd aller hande lehen.
der man ist nicht phlichtic dem herren noch der herre dem
manne ze antworten in lehenrechte vͤmb shaden den ainer dem
anderen getan hat e daz er sein man were. dinget abr der herre an
den man e daz er im daz lehen lihe daz er im seinen shaden abe lege
so sol ez der man mit rechte tun. vnd dinget auch der man seinen
shaden auz e daz er sein man werde so shol im auch der herre seinen
shaden abe tun. sweder ie seinnes shaden vergizzet der shol in mit
rechte nicht vordern. shol abr einer dem anderen gelten sie
belauten ez oder nicht daz suln sie ein ander geben ze rechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 125 [1275/87]
Der in lehenrechte nicht antworten wil.
als der herre sein lehenrecht begriffen hot vnd
vorsprechen genomen hot so vroge der herre den man dem dar
getedinget ist daz er seinem herren ze lehenrechte stehen welle.
dar vͤmbe shol sich der man wol besprechen ob er wil vnd wil er
sich des shaden erwegen der im da von kvͤmt er get von dem
gerichte vnd antwortet nicht. nimet abr er einen vorsprechen so muz
er antworten. vnd get er dannen vnd antwort nicht so richt der
herre hintz im als ob er ze gegenwort were. kvmet abr der man
fuͤr den herren so shol er also sprechen. herre ich pin her kvmen
recht ze tune vnd recht ze nemen als ich ze rechte shol. so
shuldige in der herre sunderlich vͤmb igliche sache vnd tv daz
mit vorsprechen. so shol der man pieten vͤmb einen vorsprechen
vnd gespreches vorsprechen. verteilt man dem in lehenrechte der on
fuͤrsprechen antwort der shulde der man zv im clagt der man shol
auch dem herren antworten die weil er nicht fuͤrsprechen hat. in
al der rede shol der herre den man vrogen ob er on seins
vorsprechen wort welle iehen. spricht er. nain. so geit er im
rechte nicht vorsprechen. spricht er. ia. so geit er im einen. dicz
recht hot der man auch gen dem herren missespricht der. vorspricht
der vorspreche da hat der herre vnd der man shaden an. waz der
vorspreche spricht daz muz stete sein vnd mag ir dewederre wandel
haben. daz ist abr nicht wan in lehenrechte.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 126 [1275/87]
Der in lehenrechte nicht antworten wil vor gerichte.
als der herre mit aime seinen manne lehenrecht tvn wil so
shol er ainen seiner man an sein stat sezzen den der man nicht
arcwenik habe. vnd ist er arkwenig er weigert sein ze rechte wol
zeinem richter an des herren stat. waz arkwenig sei dacz sagt daz
lantrecht puch da uor. vnde hot er nicht seiner manne ainen der in
paiden gevalle so nemen mit gemainem rate ainen beshaidenen man der
ir paider richter sei nach rechte. wer richter sei der shol
also vrogen. er shol dem clager pei dem erhoͤren vnd dar nach
gewen der da antwortet. nach ir paider rede shol er vrogen. vnd
vrogt er nach mutwillen vnd nicht nach rechte daz dem manne nicht
daz shol der richte an der stunt vrogen ainen man der wederthalp an
winde.
als daz der man vorsprechen nimt so shol er offenlich
nicht reden. er shol im zv ravnen waz er wil. wenne der man an sein
gespreche get vnd wider kuͤmt so shol er antwort wider pringen
vͤmb die rede dar vmb er on gesprochen ist. pit der man sein
hausgenozen on sein gespreche gen daz shol im der herre wol
erlauben. der herre shol ze minsten pei im haben seiner manne drei.
dar vͤmbe ob si ze lange welle wellen sprochen daz er sie mit
vrtail wider lade. wan der dreier ainer shol die vrtail vinden. ez
stet an des herren willen nicht welhe drei er neme. ez stet an des
mannes willen.
der man wettet seinem herren nicht vͤmb seine shult wan
einest. vnd spricht der man nicht seinem herren des er laster oder
shaden habe da muz er im vͤmbe wetten. er mag im shaden sprechen
da er im nicht vͤmbe wettet. der shade ist also daz er selbe mit
dem herren vmbe gut kreiget oder ain sein frivnt. da missetut er
nicht an seinem herren wider.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 127 [1275/87]
Wie der man seinem herren ein lehengut verlisen mac.
Nimt man ainem man ein gut daz er uon ainem herren hat vnd
kvͤndet er daz seinem herren nicht inner iars frist vnd volget
auch nach dem gut nicht als recht ist er muz seinem herren drumme
wetten. vnd uerlivset er daz gut uon seinen shulden also daz er im
nicht volget als er ze rechte shol er muz ez dem herren gelden. der
herre. shol seinem man helfen behalden vnd beshirmen so er beste
mac vnd diz puch sait.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 128 [1275/87]
Der ein lehen versezzet on seines herren hant.
Sezt ain man sein lehen an seins herren hant vnd an sein
vrlop von dem erz hat daz ist wider recht. daz mag im der herre wol
gepieten vnd seiner manne einer daz ez zwene seiner manne horen
oder mere dar er sein gut loͤse inner sechs wochen. vnd tut
er des nicht so ist er dem herren eins gewettes shuldic. dicz shol
er drei tun vnd ie vͤber sechs wochen. vnd loͤset der man des
gutes nicht in dem zil oder dar nach so vnderwindet sich der herre
des gutes mit rechte vnd geit ienem dehain losunge. vnd tu man den
herren gewalt oder vnrecht an dem gute daz clage dem richter in des
gerichte daz gut lige.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 129 [1275/87]
Von der geverde in lehenunge.
Und ist daz ein man gut hot
uon ainem herren ze lehenunge vnd hat nicht lehens erben der man
get ze seinem herren vnd pitet in daz er seiner hofvrowen oder
ainem anderen seinem vreunde daz gut sezze mit seiner hant. vͤmme
zehen phunt oder vͤmb minner oder vͤmb mer er verzeihet daz mit
rechte ob er wil. so pit er in daz er in daz gute laze dingen ainem
seinem fruͤnde daz verseit er im auch. der man vert zv vnd leihet
daz gut ainem seinem frivnde vnd pietet den selben frivnt daz er
daz gut seiner hausvrowen sezze fuͤr als vil als er denne wil.
daz tut der selbe frivnt. daz ist wider recht wo daz geschicht. vnd
als der man die zwu sache gevordert an seinen herren dar nach mac
er nicht getun an seinen herren wan daz geverd ist. swaz der man
dem herren tut daz geverde ist da pricht er sein trew mit an seinem
herren. wan er hot im triw vnd warheit gehaizen daz hot er
zeprochen. da mit hot der man sein gut gen seinem herren verworcht.
der volge dem herren nach als dz puch hie sait.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 130 [1275/87]
Wie der man on gewer werben schol.
Und hat ein man lehen von ainem herren vnd wil er recht da
mit werben daz ez deme herren icht ledic werde der nicht lehen
erben hat der shol ez leihen seinem genoz oder seinem vͤbergenoz
vnd shol im dar nach nuz vnd gewer geben. vnd als er dar an die
gewer hat iar vnd tac so mac erz sezzen mit seins lehen hant
hausvrowen oder wem er wil. er mac ez auch dingen wem er wil. daz
ist da uon recht daz er daz lehen in seiner gewalt hat. dicz mac er
nicht getun so er die zwu sache on seinen herren gevordert hat. vor
tut erz wol. ez sezzet ain man wol mit recht mit seines herren hant
ein lehen daz er von im hot vnd dinget auch mit seines herren
willen wen er wil.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 131 [1275/87]
Wie der man gen dem herren gewete vnde puze vedient.
Vnd vnderwindet sich ein man ains hausgenozen gutes mit
vnrechte vnde ist der man in ir paider dienst oder shiltet er in
oder tut er im icht daz im laster oder shande ist ze vnrechter
weise da muz er dem herren vmbe wetten. so er denne wider kvͤmt
der in ir paider herren dienste was so muz er dem manne puzen als
recht ist. wan er ze vnrecht gevreuelt hat an im.
der herre shol dem man nicht antworten vor dem obren
herren er sei im denne rechtes wider vnd daz er erzivgen mvͤge
mit zwen seiner mannen. mac er des nicht getun er muz dem herren
wetten.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 132 [1275/87]
Wie der herre vm zinslehen richten shol.
Unde leihet der herre vil zinslehen zwelf mannen oder
mere vnde krigent si mit im oder si vnder ein ander vͤmb daz
zinslehen so shol er den mannen fuͤr sich gepiten vnd shol ez
richten als vmb recht lehen. wan daz aine daz vmb zinslehen hilft
ein iglich man dem anderen wol der vͤmbesholten ist an seinem
rechten. etwenne sezzet man den zins auf einen tag ob man den zins
versizze daz daz gut verloren sei. etwa sezzet man anders. wie der
herre den zins sezzet vnd in der man mit willen enphahet also shol
in der man geben. von dem zinslehen shol niemant dem herren dienen
wan als er mit dem manne gedinget hot. zinslehen habent mit rechte
phaffen vnd vrowen vnd aller hande levte die werltlich gut
shuͤllen haben.
ain iglich man der aigen hat des er genoz ist vnd da er
nuz vnd gewer an hat der mac ez hin leihen ze zinslehen. hat abr er
erben die des wartende sint der vrlop muz er auch dar zv han. an ir
willen mac erz nicht getun. vnd hot er einen herren oder hort er an
ein gotzhaus vnd wil er sein aigen ze zinslehen on werden daz mac
im seins gotzhaus herre noch der ander sein herre nicht erwern also
daz die aigenshaft dem herren bleiben.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 133 [1275/87]
Von vngeperde in lehenrechte.
Ob der man sich selber wishet oder im selber snevzet oder
auz speiet oder hustet oder heshet oder nevset oder roͤpzet oder
nicht recht stet vor dem gerichte oder ob er muͤcken von im wert
oder premen von im streichet inner lehenrechte dar vͤmbe wettet
er dem herren nicht. doch wenent tumme leute er shuͤlle dar
vͤmbe wetten. des ist nicht.
daz sint die gewette die der man dem herren shuldic wirt.
zwei phunt shol der man dem herren wetten ze lehenrechte. swelch
furste abr vanlehen hot von dem kvnige der wettet dem kvnige
hundert phunt pheninge die da genge vnd gebe sint.
vnd enphahet ein ander herre seine lehen den ein
fuͤrste mit vanen der wettet sein herre fuͤnfzig phunt. vnd
enphahet der herre andere lehen denne vahenlehen von dem kvnige
oder von eim fuͤrsten der wettet dem herren zehen phunt. vnd vmbe
welher hande lehen der man rechtet mit seinem herren wirt er im dar
vmbe puze shuldic die shol er im mit rechte geben.
armer leute buze in lehenrechte ist nicht wan zwei phunt
paide puze vnd gewette. daz shol man leisten vber virzehen nacht
vnd shol manz pringen zem nehsten hause des herren do die puze oder
daz gewette geuallen ist.
die puze shol des herren pot vordern. swer der
ist dar zv gut. vnd versait im der man phant vnde pheninge so shol
der herre alle seine puze auf daz gut haben daz er von im hat.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 134 [1275/87]
Wie ofte ein man wetten shol ains tages in lehenrecht.
Der man sol nicht sitzen in lehenrechte an des herren
vrlop. mag abr er nicht lenger sten vor rechter not so shol er
sitzzen an sein vrlop. vnd spricht man in dar vͤmbe an so berede
er ze den heiligen daz er nicht lenger sten muͤge. oder er zeige
die not oder die krankeit vnd sei ledic. der man shol seinem herren
nicht wan dreistunt wetten in dem tage.
vͤmb iglich rede shol der man wol driv gespreche
han. vnd in dem gespreche mag er wesen als lange vnz er mit vrtaile
wider geladen werden dreistunt. die ladunge shol der man hoͤren.
pei den levten shol er also nahen pleiben daz er daz rufen
hoͤren.
swer ain halbe hube oder ein phunt geldes von aime herren
ze lehene hat iereclich der mac vrtail vinden vnd verwerfen vnd
gezivg sein in lehenrechten. der des nicht hat vnd minr von eim
herren hat den ein halbe hube oder daz ein phunt giltet vnd wil er
dise ding tun der muz dem herren puͤrgen sezzen seiner mannen
ainen ob er gewettes shuldig werde daz er im daz gebe.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 135 [1275/87]
Wie man vrteil verwerfen sol in lehenreht.
Swelch man seinem herren vrtail vindet vnd des ein
ander nicht volget dem shol der herre gebieten daz er ein ander
vrtail vinde. wer die merern volge gewinnet der hat sein vrtail
behabt vnd iener verlivset da mite nicht. swer abr ein vrtail
beshildet vnd shuldiget man in daz er nach mutwille ertailet habe
des muz er sich entshuldigen zen heiligen oder er muz dar vͤmbe
wetten.
der man shol auch also sprechen so er ein vrteil woͤlle
widersprechen. heizet er chunrat oder wie er denne heizet.
kreigestu oder bistu so hast dv meinem herren vnde deinem
lehenrechte ein vnrecht vrteil funden. die verwirf ich vnd zivh sie
da hin da ich ze rechte sie hin zihen shol. so shol der herre vroge
ob er die vrtail mit recht von im gezihen muͤge. da wirt im
erteilt daz er sie zihe vor den obren herren. so shuln die man
paide pieten den herren daz er in poten gebe fuͤr den obren
herren zwene seiner manne daz die sehen vnd horten wer die urtail
behabe daz sie des gezivg sein. die boten shol der herre
verkosten. wein vnd prot shol man in geben drev gerichte guter
speise vnd iedem man ze iglicher richte ein maz weins. dem knechte
shol man geben zwu richte vnd ze iglicher richte ein pecher weines.
vnd der poten phert shol man vorne beslahen vnd hinden nicht. vnd
fuͤnf garbe shol man geben iren pherden ze tag vnd ze nacht
iglichem sam vil oder gedroshens habern als vil. sechse shuln der
pherde sein die shuln reiten die zwene boten vnd vier knehte. vnd
zwene lofende knechte. inr drin tagen suln sich die boten han
erhaben. vnd der die vrtail vant vnd der sie widerwarf die shuln
mit den poten varn vnd shuln die vrteil wider pringen inr sechs
wochen. ist abr er auzen landes an den man die vrteil gezogen
hat so er denne erst wider kvͤmt ze lande oder in sein haus
oder sein kvnft erst bevindet so suln si zv im kvmen vnd shuln die
vrtail wider pringen in sechs wochen von dem tage daz der herre ze
lande kom. als die boten wider kvmen sint so shuln sie dem herren
kvnden. vnd shol der herre ienen paiden einen tac geben fuͤr sich
vnd shol seinen mannen auf den tak gepieten. da shol der man hin
kvmen der da beshuldiget was vnd der ander gegen im. vnd wer die
vrteil behabt daz shul die boten sagen pei irs herren hulden. oder
pringent sie des herren priue mit seinem insigel versigelt des
shol der herre vnd seine man gelauben. der die vrteil da behabt hat
der hat auch ienem sein gut behabt vmb waz die vrtail gesprochen
ist. vnd der die vrtail verlorn hat der hat im selber oder einem
andern daz gut verlorn. der muz den shaden han. daz ist da uon daz
der kvnig richter ist vͤber iglichs menshen leip vnd vͤber
aigen vnde vͤber lehen vnd vͤber allez daz man im clagt an
geistlich gerichte. vnd ist auch da uon daz er den ersten hershilt
treit vber allen herren.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 136 [1275/87]
Wie der man den herren stevren shol in des reiches dienst.
Und hat ein man gut ze lehen von ainem herren daz sein
aigen ist vnd wirt im des reiches dinst geboten der man shol dem
herren da uon dienen als ob erz von dem reiche hete. vnd solde man
vor dem kvͤnige nicht vͤmb aigen vnd vͤmb lehen richten. so
mochte diehain man vrtail vinden der mit aigen belehent ist vber
den der des richtes gut ze lehen hat noch iener vͤber disen. von
swem der man lehen hat ez sei des mannes aigen oder sein lehen vnd
wirt im des reiches dienst geboten er ist im shuldic da uon ze
dienen den dienst als diz puch seit wie vnd wenne die herren dem
kvnige dienen shullen.
vnde wirt ein vrteil widerworfen vmb eins mannes sache dem
ze lehenrechte getedinget ist vnd hat er zwaier hande gut oder
dreier hande on swelhen obren herren der merer teil seines gutes
begreifet vor dem man shol die vrtail beshaiden. ist daz ez die
gepunden tage irrent daz man die vrtail nicht beshaiden mac so die
gepunden tage denne fuͤr kvment von dannen vͤber sechs wochen
shol man die vrtail wider pringen.
vnd verwirft ein man ein vrtail vnd volkvͤmt er
des mit rechte nicht er muz dar vmbe puͤzen dem der die vrteil
wider im da vant vnd allen den die der vrteil gevolgent. der herre
gewinnet abr nvwan ein gewette dar an. wan ez ist nicht recht daz
man einem manne vmb ain sache zwei gewete an gewinne.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 137 [1275/87]
Der in der kirchen fride pricht.
Swer an ainem man fride in kirchen pricht oder in
freithoͤuen oder an allen steten die mit panne begriffen sint der
ist geistlichem gerichte dreier puze shuldic vnd auch dem
werltlichem vnd ienem der da besweret ist.
ob zwei dorf mit ein ander kreigent vmb einen
markt dacz nehste dorf daz da pei leit daz shol sie beshaiden
mit gezivgen. daz shuln sein die eldesten vnd die pesten. wer der
gezevge mer hat der behabt. vnd mac man der nicht gehaben die als
alt sint daz sie dar vmbe nicht wizzen so shol manz beshaiden als
daz lantrecht puch da uor seit.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 138 [1275/87]
Von vanlehen.
Allez daz hie vor von lehenrechte ist daz ist von
gemeinem lehenrechten gereit. noch shol ich dreier hande lehenunge
beshaiden vnd wil sagen waz die zwait von rechten.
etwer gericht hat ze lehene von dem kvͤnige dacz lehen
mac nicht kvmen an die virde hant. recht lehen kvͤmt mit rechte
in die sibende hant. daz ist da uon daz der hershilde sibene sint
die lehenrecht habent.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 139 [1275/87]
Wer graueshaft leihet.
Unde gehoͤrt ein grafshaft in ein vanlehen wer daz
vanlehen hat der shol die grafshaft leihen inr halben iars frist.
vnd gehort ein gericht dar in dem shol er daz selbe tvn. vnd tut er
des nicht so sullen die kvmen an den kvnig die grafshaft oder daz
gerichte von im haben solden vnd er shol im daz leihen mit rechte.
zwen mannen mugen an eim gerichte dehein lehenrecht
gehaben gemain. daz ist da uon daz nevr ein man richter mac gesin.
abr ein man mag eim anderen man wol gericht dingen daz er ze
lehene hat.
wen der kvnig ze echte tut oder ein ander richter der
mac nicht richter gesin. daz lantrecht puch seit wol wer richter
mac gesin.
wem sein gerichte verteilt ist dar vmbe daz er vnrecht
gerichte hat oder vͤmb ander shulde vor dem sol nieman ze rechte
sten. er mac auch niman nicht gepieten mit rechte. dehein kint mac
nicht gerichten e daz ez achzehen iar alt wirt. vnd hat ez gerichte
ze lehen so shol ez haben einen vormunt der fuͤr ez richte. vnd
der selbe shol auch des herren man sein von dem er daz gerichte
hat. daz ist ob er virzehen iar ist.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 140 [1275/87]
Ob ain aigen daz reich an stirbet.
Ob ain aigen des reiches wirt also daz ez an daz reich
erstirbet oder daz manz an ein gotzhaus geit der man der daz ze
lehen hat der verlivset da mite nicht. er sol ze dem herren kvmen
vnd shol sein lehen vordern als daz puch hie uor hat gesagt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 141 [1275/87]
Von purklehen.
In purklehen ist gedinget vnd gewette als andern lehen.
purklehen mac nieman hin geleihen der ez ze lehen hat. leihet abr
der purger sein lehen hin ainem anderen man so der herre des inne
wirt er mac im wol mit rechte gebiten vnd mit vrteil daz er sein
purklehen inr sechs wochen wider neme. vnd tut er des nicht er mac
im sein purklehen mit rechte an gewinnen als daz lehenrecht puch
hie vor seit. stirbt der purger e daz geshech vnd hot der belehende
man daz gut in seiner gewer nach lehens rechte an rechte
widersprache her prachte iar vnd tac er volge seim gute in seiner
iarzal an den obren herren. daz ist ob erz erzevgen mac als lehens
recht ist also ob in der vnder herre rechtes verzeihet. der man muz
auch swern daz er nicht enweste daz ez burklehen were do erz
enphie.
der herre mac auch seiner manne lehen nicht auf gegeben
vnd wider ze purklehen enphahen. tut er abr daz so vordernt die man
ir lehen an den obern herren. wan dehein herre mac seinem man sein
lehen genidern noch gehoͤhen mit rechte. vnd ist daz ein gut des
herren aigen ist vnd hat daz ein man von im ze lehene vnd wil
er daz gut ze purklehen machen des mac er mit rechte nicht getun.
der man hot doch sein gut fuͤr recht lehen. vnd tut der herre dem
man dar vͤber vnrechte daz vorder als daz recht lehen puch hie
uor seit.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 142 [1275/87]
Stirbt ain man vnd lat ain lehens erben der vngeporn ist.
Stirbt ein man in der weile vnd sein weip kint treit vnd
hat er sein lehen einen manne gedinget mit des herren willen. vnd
ist die vrowe des kindes nicht genesen der man shol sich des gutes
vnderwinden mit rechte vnz die vrowe des kindes genist. vnd ist ez
ein svn so ist daz gedingede zeprochen ob ez lebende geporn ist.
vnd dinget ein man sein gut ainem manne vnde gewinnet er
dar nach einen svn pei seinem lebendem leibe daz gedingede ist abr
zeprochen. ob man nicht gelauben wil daz daz kint ain degen kint
sei oder daz ez nicht lebende geporn sei daz shol man erzivgen als
daz lantrecht puch hie uor seit.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 143 [1275/87]
Von purklehen rechte.
Uerleihet ein herre sein purk ganze hin vnd leihet si
seinem vngenozen die purger sint nicht phlichtig ir purklehen
enphahen von im. daz ist da uon daz er ir herren genoz noch ir
vͤbergenoz nicht ist. vnd ist er sein genoz so
shuln sie ir purklehen von im enphahen. vnd ist er sein vndergenoz
sie varent mit recht abe der purk vnd habent ir purglehen von ir
herren immer mere fuͤr rechtes lehen. vnd hant sie heuser gebawet
in der puͤrge den shuln sie ab prechen vnd dannen fuͤren. wil
abr inz der herre gelden den baw des er wert ist den shul sie im
geben ze kaufen als man in shazze. an purklehen ist anevel vnd
gewette des herren vnd gedingede als anderen lehenen.
leihet ain purger ein purclehen ainem anderen daz ist nicht
recht. swer purklehen hat der mac daz fuͤrbaz nicht geleihen. der
man volget purglehen an ainen anderen herren wol vnd an seinen svn
mit rechte wol. swer abr purk vnd
purclehen hat vnd stirbt er die weile seine kint vnd alle sein
erben die ze lehenrechte vnbeteilet sint mit der purc si sint
pflichtig in allen ze sweren getriwe vnd holt ze wesen als
purger irm purgherren sein suln. ist sie ein vrowe so shuln sie ir
daz selbe tun. die purger shullen behalden ir purg wider aller
menneclich nach purger rechte. daz shol ein iglich purger die weil
er des herren purger wil sein.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 144 [1275/87]
Von purclehen.
Ein iglich man enphahet sein purglehen ob er wil nicht wan
von ainem herren oder uon ainer urowen. von purglehen shol der man
nicht reise varn noch anders keinen dienst tun. er shol auf der purg
wonen vnd sol sie bewarn vnd wern ob sein not
sei. vnd shol seinem herren vrteil vinden vͤmb purglehen vnd
nicht vͤmb anderev lehen. hot abr er recht lehen von im so mac er
vrtail vinden vͤm recht lehen.
vnd purglehen recht mac der herre niht gehaben wan auf der
purg vnde auch mit den mannen die purglehen auf der purg hant. ez
shol nieman vorspreche sin noch nicht vrteil vinden noch nicht in
burklehen tun wan der auch purclehen von dem herren hat.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 145 [1275/87]
Von vanlehen die fursten ampt sint.
Vber fuͤrsten noch vber ander herren die vanlehen
habent mac nieman fuͤrspreche sein noch vrteil vinden in
lehenrechte wan der auch fuͤrste ist vnd vanlehen hat. vnd hat
ein herre vanlehen der ist wol gezivg vber einen fuͤrsten in
vanlehen rechte.
der fuͤrst haizet da uon ein fuͤrste daz im der kvnig
daz fursten ampt leihet mit seiner hant. vnd leihet ez der kvnig
einem fuͤrsten vnd leihet ez der fuͤrste fuͤrbaz ainem
anderen der mac da uon nicht ein fuͤrst gehaizen. da uon daz er
der voderst an dem lehen nicht enist.
swer fuͤrst ist vnd vanlehen hat der shol deheinen
laien ze herren han wan den kvnig. vnd ist er ains anderen laien
man so mac er nicht fuͤrste gesein.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 146 [1275/87]
Van lehen die nicht fuͤrsten ampt sint.
Uber der fuͤrsten lehen die in fursten ampt nicht
gehorent. vͤber der herren lehen die nicht in vanlehen
hoͤrent mag ein iglich man ze lehen
recht sprechen der ot lehen von im hat. nieman mac geweigern in
lehen rechte vrteil ze sprechen noch ze vinden vnd gezivg ze wesen
vnd fuͤrspreche ze seine der herre auf den man vnd der man auf
den herren.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 147 [1275/87]
Wie der kvnig mit fuͤrstenlehen richten shol.
Der kvnig shol wol tedingen mit allem rechte ze
lehenrechte einen fuͤrsten vͤber sechs wochen. daz shol er tun
mit seinem versigelten prieue vnd auf ainen beshaiden tac. der
kvnig shol im deheinen stat benennen noch hof noch gespreche da er
hin kvmen shulle. wan wo der kvnig ist do tedinget man wol vmb
lehenrecht in gepunden tagen vnd an allen steten an in kirchen vnd
in freithouen. vnd die mac der kvnig sein lehenrecht wol han.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 148 [1275/87]
Wie man vmb purchlehen richten shol.
Der puͤrgetor suln offen sint da ein iglich herre vmb
purglehen tedinget. in beslozzen wenden vnd vnder dache shol
niemant vrteil vinden vͤmme lehenrecht.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 149 [1275/87]
Wie der phalzgraue uon dem reine vanlehen leihen shol.
Und ist daz ein roͤmish kvͤnig stirbet vnde wirt inr
iars frist nicht ain ander kvnig ob die daz saument die da welen
shullen vnd die da kvͤr habent. oder ez irret daz zwene kvͤnige
sint erwelt. vnd des shullen die fuͤrsten vnd ander des reiches
man nicht enkelden an ir lehene vnd wirt ez nicht verrichtet vmb
ainen kvnig inr iars frist so shuln alle die lehen haben vom reiche
ir lehen enphahen vom phalzgrauen uon dem reine. an die fuͤrsten
die shuln ir ampt nicht von im enphahen. alle die vanlehen vom
reiche habent die nicht fuͤrsten ampt sint die shuln sie enphahen
vom phalzgrauen uom reine. sie werdent nicht des phalzgrauen man.
wan er leihet in seins gutes nicht er leihet
in des reiches gut. da uon sint sie des reiches man.
swer daz gut veriert gen dem phalzgrauen vom reine ist
dacz gut dem reiche ledig worden vnde veriert ieman dicz gut gen
dem phalzgrauen vom reine so ist daz gut deme reiche ledic worden.
so shol er sich des gutes vnderwinden deme reiche ze nuzze vnd shol
daz dem kvnige geantworten wider so der wirt. die fuͤrsten shuln
ir ampt mit rechte han. vnd wan sie ander lehen von dem reiche hant
vnz in ein kvnig one kreig wirt so shuln sie die lehen enphahen uon
dem phalzgrauen vom reine. vnd wer im des wider ist der verlivset
des herren hulde. dise ere hat er da uon daz er richter ist vber
sein shulde.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 150 [1275/87]
Von purchlehen recht vnd von der purger recht.
Nich den vmb drei sache so mac der herre shuldigen seinen
purger ob er sich uervntriwet gen im oder ob er die purg nicht
bewart als er ze rechte shol. oder ob ein purger auf den anderen
clage daz er im vnrechte tu an seinem purchlehen. ob der herre
tedinget seinem purger ze purgrechte vͤmb die sache daz shol er
im selber sagen in seinen munt oder seinem poten. vnd vindet er
sein nicht so shol imz der bote sagen in sein haus daz ez zwene
seiner purger hoͤren. so sol er im dar nach mit purkrechte volgen
svnder beshaidenen tagen als dacz lehen puch hie uor seit.
wirt ainem manne sein purklehen verteilt da er nicht
engegen ist daz shol er inner sechs wochen vnderstehen oder man
verteilt im daz an alle ansproche.
vnd ist ein purger mit seinem ingesinde von der puͤrge
gevarn vnd gepevtet im der herre wider auf ze varn vnd wirt im
selber daz gekvͤndet in sein havs oder in sein hof daz ez zwene
der purger hoͤren. vnd vert er nicht wider auf in sechs wochen
man verteilt im sein purklehen in irre denne ehafte not. kvͤmt
abr der purger auf die purk wider in sechs wochen vnd pleibt ein
nacht dar aufe mit seim gesinde man mac im sein purclehen nicht
verteilen. twinget abr in der herre mit vrteil dar auf so muz er
dem herren wetten.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 151 [1275/87]
Wie purchlehen vnd recht lehen ein lehen sint.
Recht lehen vnd purchlehen die mac ein man mit einer
lehenunge wol enphahen also daz er itwederr lehenunge gezivge habe
svͤnderlich.
wirt ein purch mit gewalt zeprochen on gerichte da der
purge an vnshuldic ist er shol seins purchlehens dar vͤmbe nicht
geraten. die weil die purch vnerpawen ist so ist daz purchlehen
sein recht lehen. als die purch wider gepawen wirt mit tullen oder
mit zevnen oder ein tor dar an gehangen so shol ein iglich purger
wider auf varn in acht tagen.
ez mac mit rechte kein purc niemant wider gepawen die mit
gericht nider geprochen on des kvͤniges vrlop. ist nicht kvniges
oder ist er in devshen landen nicht so muz er han des lantrichters
vrlop. in des gerichte sie leit.
ob ein purch vnd ein purchlehen nicht in ein gewalt
hoͤrent vnd nach des herren tot svnderleichen herren ledic werden
vnd daz purchlehen gezweiet wirt von der puͤrge volge seinem
purclehen nach. vom erz hete von dem shol erz von rechte han. vnd
daz purchlehen shol er fuͤr recht lehen han vnd ist ab der puͤrge
ledic. diz ist an des purgers willen ob er auf der puͤrge sitzen
wil von disem herren als von ienem. hoͤret abr daz purchlehen ze
der puͤrge so muz er mit rechte dar auf sitzzen oder er verlivset
daz purchlehen.
wil ein man sein purchlehen seinem herren auf geben des
mac im der herre nicht geweigern. er muͤz ez von im auf nemen er
verwurkez denne als hie uor gesprochen ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 152 [1275/87]
Von zinslehen vnde von rechtem lehen.
Uerleihet ain herre ain gut ainem man da zins in
gehoͤret vnd gehoͤrt anders dienst uon im denne zins den dinst
mac der herre auz nemen so er daz gut hin leihet. vnd ist ez abr
ein freihes gut da nieman zinsrecht ane hat vnde leihet man daz
einem man da sol er niemant keinen dienst von tvn. vnd vordert
man in dienst an daz shol er dem herren kvͤnden vnd der shol im
sin gut versten. ist abr daz gut eins herren aigen oder gehoͤrt
ez an ain gotzhaus da ez nicht auz kvmen mac vnd der man nicht
furbaz kvmen mac daz gut shol der man behalden ane dienst fuͤr
ain recht lehen. vnd vellet ez an ain gotz haus do var der man hin
vnd vorder sein lehen da. vnd stirbet der man da enzwishen vnd lat
er lehens erben hinder im die volgen deme gute nach als recht sei
vnde als daz puch hie vor sait.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 153 [1275/87]
Wie der herre dem manne vnd der man deme herren
widersagen shol.
Swenne der man dem herre ain gut auf geit oder im
uerteilt wirt mit rechte der man shol dem herren vnd der herre dem
manne nicht widersagen wanne sie paide selber uon munde ze munde.
vnd shuln ain ander dar na nicht shaden in ainem tage vnd in ainer
nacht. gepevtet abr der herre samenunge auf den man oder der man
auf den herren vnde hat er im da uor nicht widersait. vnde
widersait im so er die leute gesament dar an hat ein triwe
geprochen. wan als ein man seinem herren hulde tut so swert er im
triwe vnd warheit ze leisten mit worten vnd mit werken so hot er
sein triwe nicht wol behalden. daz selbe recht hat der man gen deme
herren ob er an im vͤbel tut als hie vor gesprochen ist.
pitet der man seinen herren gelaides so er im widersagen
wil zv im vnde von im da sol er im geben. weiger er des mit
vnrechte so shol er im widersagen ze seinem nechsten hause also daz
ez die horen die dar inne sint. oder er shol da wider sagen do die
herren lantteding haben vnd shol dem herren sein gut zehant ledic
lan. dicz widersagens shol der herre zevg han an zwen des herren
mannen ob erz bedvͤrfen werde daz er sie habe. wil abr der man
laugen seinem herren daz er im widersagt habe des muz in der herre
vͤberzevgen mit zwen seiner mannen die daz wars wizzen. vnd hot
er dich nicht so sei der man ledic.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 154 [1275/87]
Von purgmaister lehen.
Lehen ze purgmaistershaft gelihen erbet auf des
buͤrcmaisters svn. idoch darbet er des hershildes vnd volget da
mit an ainen andern herren. er mag abr des gutes nicht hin
geleihen. er mag auch dehein herren versprechen swie nider er ist.
da ist da uon daz er des shildes darbet. swer des hershildes nicht
hat der hat daz selbe recht in lehenrecht als hie uor gesprochen
ist ez sei weip oder man. vnd sint sie nicht volkvmen an dem
hershilde sie mugen nicht gezivg sein in lehenrecht noch
fuͤrsprech sein noch vrtail vinden noch verwerfen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 155 [1275/87]
Wie man teding gebeutet.
Swenne ein herre tedinget seinen man ze lehenrechte vnd
seinen mannen gebeutet gepevtet mit vrteil dar zv inr den tedingen
mag er dem manne kainen tac gebieten ze laisten e der fuͤr
kvͤmt. dem manne kan auch dehein ander herre tading gebieten als
dicz geboten ist an dem selben tage da diz teding ane ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 156 [1275/87]
Von den ob ein man in des reichs dinst ist.
als ein herre seinem manne tac gebeutet den sol er leisten ob er im also
geboten
wirt als daz lehen puch hie uor seit. vnde welhez herren pot im von
erst sait vnd im ainen tac kvͤndet den shol er auch zem ersten
laisten. vnd sint die man in des reiches dienst so in die herren ze
lehenrecht gepieten so sint mit rechte des gebotes ledig. wirt aber
ez in selben geboten vnd irret sie des reiches not oder ander ehafte
not so shuln sie ir boten auf dacz teding senden die ir ehafte not
beredent. vnd wirt des reiches reise geboten ze rechter zeit vnd
mit vrtail daz lenget den herren vnd allen iren mannen alle
die teding die sie paidenthalp ze lehenrecht solt haben.
lantrechtes mac der man nicht vͤberig werden so in daz
geboten wirt die weil er da heimish ist vnd die weil er sich in
dienst nicht erhaben hat.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 157 [1275/87]
Der ainen man weiset an seines herren vngenoz.
Swer an den obren herren seiner lehenunge oder seiner
weisvnge sinnet mit seinem gut vnd weiset er in denne an seins
herren vngenoz des weigert der man wol mit recht. vnd ist daz ein
herre seine lehen auf geit seinem vngenoz vnd nennet er im seinen
man die zv dem gute hoͤrent vnd daz sie lehen von im
enphahen shullen. die weil vnd im der herre daz nicht gekuͤndet
hat so shat ez in nicht an irme rechten. als in der herre daz
kvͤndet oder sein bote der sein man ist von dem tage vͤber ein
iar shuln sie ir lehen enphahen ob er ir herren genoz ist oder sein
vͤbrgenoz. vnd wil der erre herre er mac seinen mannen gebieten
fuͤr sich daz sie daz lehen enphahen von einem herren.
vnd wellent sie des weigern sie mvͤzen auf den andern herren
erzivgen daz er ir herren vngenozze sei an der gepuͤrte oder sich
mit manshaft niderre habe gemacht dan ir herre sei. oder daz er ir
gut vertan hab vnerlich. oder sein recht verworcht habe vnd man daz
auf in behabt habe als daz lantrecht puch sagt. behabent sie der
aines auf in so werdent sie mit rechte vͤberic daz sie sein man
nicht werdent. da mit pleibent sie an dem alden herren. wie die man
ienen vͤbrzevgen shuln daz shuln sie tun selp sibende erberger
manne die vnuersprochen sein an irm rechte. vnd sint sie des herren
man oder nicht so sint sie doch gut an der gezevgnisse. vnd ist der
man nicht zekegen vnd bevtet er ge gezevg daz er also geporn sei
vnd sein rechtikeit behalten habe vnd volkvmen an dem hershilt sei
daz stet an der manne wal. ob si den gezivg wellen haben so shol
erz selp sibende erzivgen als der gezivg geshiet von im. wan so ist
er ir herren genoz.
swer mit vrtail an gezivg ainen man verwerfen wil daz ist
nicht recht. man muz in mit gezivge verwerfen oder man shol in lan
erzivgen als hie vor gesprochen ist.
|
Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
|
Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 158 [1275/87]
Ligt ein man siech vnd sendet seinem herren daz lehen auf.
Und daz ain man siech wirt der lehen hat von ainem herren
vnd hot nicht lehens erben. vnd im enpevtet ein sein frivnt daz er
seinem herren sein lehen auf sende von ainem seinem man des herren
man von dem er daz lehen hat vnd daz tut der sieche man. der bot
geit dem herren daz lehen auf. der herre leihet dem manne daz
lehen. der man vnderwindet sich des gutes vnde des lehens mit des
herren boten. des ist die gewer iesa. der sieche man genist vnd
pitet seinen frivnt daz er dem herren dacz gut auf gebe vnd im daz
bite wider leihen daz frivnt versait im daz mit rechte. vnd
ist daz er in gewert vnd kvmt sie paide fuͤr den herren vnd
bitent in paide daz verseit er in paide ob er wil. wil aber
er gewert sei oder er latez. stirbt abr der sieche man als er
diz getut vnd der herre dem frevnde daz gut geleihet vnd in des
beweiset als hie uor gesprochen ist. vnd kvͤmt dar nach ein ander
vnd pit den herren im daz gut leihen. der herre tut daz vnd geit
dem selben manne boten vnd weisunge auf daz gut. der erer man kvmt
fuͤr seinen herren vnd clagt im vͤber ienen er hab sich seins
gutes vnderwunden ze vnrechte. der ander kvmt auch fur den herren
vnd spricht. herre ich han reht. ir lihet mir daz gut. der herre
vergicht in paiden vnd geit in ainen tag fuͤr seinen man. vnd mac
der erer man bereden daz der sieche man dem herren auf sante daz
lehen pei des herren manne vnd im daz lehen verleih vnd im weisunge
dar auf gab mit seinen boten. vnd erzevget daz mit zwen herren
mannen er hat daz gut fuͤr iem. vnd hot im der herre nicht
weisunge dravf gegeben so het ez der ander behabt.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 159 [1275/87]
Wer weisunge bieten shol auf sein gut.
Swer ein niwes lehen behabt daz nicht vaters lehen heizet
noch sein gedingede nicht enist der shol den herren biten daz er im
weisunge auf daz gut gebe. so hat er zehant gewer an dem lehen.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 160 [1275/87]
Hie hat daz lehen puch ein ende. wan alle die recht han ich
ze ende pracht die uon lehenrechte gesein mugen. vnd wizzet
lehenrecht leicht ze shaiden were wer der so vil nicht die des
vnrechten varende sint durch iren frumen vnd daz sie iczent ze
recht sagent inn selber ze vrumen. der sie des selben dar
nach vrogt daz verkerent sie vnd sagent ein anders. ez ist nieman
so gerechter noch so vnrechter ez dvnk vnbillich der im vnrechte
tut. da von bedarf man guter kuͤnste wol wie man sie an daz recht
pringen muge vnd ir vnrecht widerlegen mvge. wer zaller zeit auf
daz recht spricht der gewinne manigen veient. des shol sich der
pider man wol troͤsten durch got vnd durch seiner eren willen daz
er vintshaft hab durch daz recht. vnd wizzet. wer daz recht gern
stet hat dem hilft got. daz ist oft shein worden an manigen manne
die manigen widerstreit hetten dar vͤmbe daz sie dem rehten pei
gestunden. dicz puch ist gewizzen vnd weisen leuten gut vor ze
lesen wan die verstent ez vnd verkeret ez nicht. vnd vnuerstanden
leute die verstent des buches nicht noch die selikeit vnd die
verdampnisse die da uon kuͤmt. vnd wer diese recht die an disen
puche stent ze vnrechte keret der ist verdampt an leibe vnd an
sele. vnd daz man der geshriben recht so luͤzzel achtet da von
ist vrid vnd genade vnd ere vnde selikeit so tevre worden. vnd
recht ze gleicher weis ob man der cristenheit den cristen gelavben
vnd div cristenlichen werk also fleizecleichen zaller zeit nicht
fuͤr leit mit predige vnd mit lere von der alden e vnd von der
niwen e so wuͤrden die levte alle ze kezzern. wan pei aller der
phafheit lere doch so vil kezzer wirt. also ist ez vͤmbe die
lantrecht vnd vmb die lehenrecht. der die noch in gewoͤnlicher
ler het vnd ir phlege als ir die kvͤnige phlagen die groz arbeit
druf leiten daz sie gemacht wurden. vnd der sie noch liep hete ez
mecht nimmer werden ez were dester pezzer in der cristenheit. got
durch seine guͤte gebe vns die genade daz wir die gerechtikeit
also fuͤren in dirre werlde daz wir von got icht gescheiden
werden.
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Codex Altenberger [14. Jh.] Art.
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Mit der Gewinnung eines OCR-Textes aus dem Codex Altenberger und der anschließenden Korrektur dieses Textes habe ich im Januar 2021 begonnen. Wie alles menschliche Tun steht auch dies unter der Conditio Jacobaea. Ich bin selbst neugierig, wie weit ich mit den 562 Artikeln komme. Und dann gibt es ja noch das Magdeburger Weichbildrecht und das Iglauer Bergrecht als Bestandteile des Codex Altenberger ...
Heino Speer, Klagenfurt am Wörthersee, 15. Januar 2021.
Bearbeitungsstand:
CAltenb. Art. 26.- Art. 33. 17. Januar 2021
CAltenb. Art. 34.- Art. 74. 18. - 22. Januar 2021
CAltenb. Art. 75.- Art. 100. 23. - 27. Januar 2021
CAltenb. Art. 101.- Art. 139. 28. Januar - 3. Februar 2021
CAltenb. Art. 140.- Art. 169. 5. - 7. Februar 2021
CAltenb. Art. 170.- Art. 204. 8. - 11. Februar 2021
Mailadresse H. Speer