Schwabenspiegel Langform M [1275/87] / Schwabenspiegel Codex Altenberger [14. Jh.]

Schwabenspiegel Langform M [1275/87 / Schwabenspiegel Codex Altenberger [14. Jh.]

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Schwabenspiegel Langform M [1275/87]

Quelle: Schwabenspiegel Langform M : Index. Prolegomena. Textus: Mw, Mh, Mp, Wr / tractavit Karl August Eckhardt. - Aalen : Scientia, 1971. - 406 S. (Studia Juris Suevici ; 2) (Bibliotheca rerum historicarum : Studia ; 5)

Codex Altenberger [14. Jh.]
Quelle: Der Codex Altenberger. Textabdruck der Hermannstädter Handschrift. Herausgegeben von Dr. Gustav Lindner. Klausenburg 1885. :: Az Altenbergerféle Codex nagy-szebeni kéziratának szövegkinyomatása. Digitalisat der SB Berlin

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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 1
Schwsp.(L.) Vorw.a

Herre got himelisher uater durch dein guͤte geshuf den menshen in dreiualtiger wirde. Dacz erst daz er nach dir gepildet ist. daz ist ein also hohe wirdekeit der dir allez menshen kvͤnne svnderlichen immer danken shol. wan des habe wir michel recht herre himelisher uater seit dv vns zv deiner hohen gotheit also werdeclichen geedelt hast. Dev ander wirde da dv herre almechtiger shepher den menshen zv geshaffen hast dacz ist daz dv al die werlt den svnnen vnd den manen die sternen vnd die vier element fevr wazzer luft vnd erden die vogel in dem luft die vishe in dem wage die tier in dem walde di wuͤrme in der erden golt vnd edel gesteine der edelen wurze suzer smac der plume lichte varbe der paume frucht korn vnde wein vnd alle creature hastu herre dem menshen ze dienst vnd zu nuzze geshaffen durch die minne die dv zv dem menshen hettes. Die dritte wirde da mit dv herre den menschen gewirdet vnd geedelt hast daz ist daz der menshe die wirde vnd die ere vnd die vrevde vnd die wunne die dv selber pist immer mit dir ewecleichen niezen shol. der werlt dienst vnd der nvz hastu herre dem menshen vmb sust gegeben. da pei shol der mensche trachten so mvͤge des wol gar vͤbermezzeclichen vil sein des dv dem menshen vͤmbe dienst geben wilt. vnd da uon so ein iglich mensh gote dienen mit rechtem ernste vnd mit ganze triwen. wan der lon ist also groz daz in herzen sein nie begreifen kvnde noch menshen zvnge ny gesprechten mochte noch augen sehen kunden in nye belivchten noch oren nye gehoren. daz wir got der hohen wirde gedanken vnd den gar grozen lon verdienen des helf vns der almechtige got.

Codex Altenberger [14. Jh.] [ungezählt]

[Seite 1] HERRE himelischer vater dvrich dine gvete geschvofe dv den menschen indriwaltiger wierde. | Dy erste daz er nach dier gepildet ist daz ist ouch ein also groziw wierdicheit der dir allez menschen kvnne svnderlichen immer danken schol wan des habe wir michel recht vil lieber herre himelischer vater seit dv vns czv diner gotheit also wierdiklich geedelt hast | wierde daz dv herre almechtiger got vnd schepher den menschen czu geschaffen hast dy ist daz dv alle dise werld dy svnnen vnd den manen dy sterne vnd dy vier elemente fiwer vnd wazer lvft vnd erden dy vogel inden lvften dy vische indem wage dy tier indem walde dy wurme inder erde golt vnd edele gesteine der edel wurcze svzen smach der plumen liechte varbe der pavme frvcht korn vnd win vnd alle creatvre hastv herre dem menschen czu dienst vnd czu nucze geschaffen durich dy liebe dy dv czu dem menschen hetest. | Dy dritte wierde da du menschen den mit gewierdet vnd geedelt hast daz izt dy daz der mensche dy wierde vnd dy ere vnd dy vrevde vnd dy wunne dy du selbe pist immer mit der ewiklichen niezen schol. | Der werlde dienst vnd nvcz hastv herre dem menschen vmme svst gegeben czu einer manunge vnd czu einem vorpilde seit des so gar vil ist des dv herre dem menschen vmme svst hast gegeben dapy schol der mensche got dienen mit rechtem ernste vnd mit ganczen triwen wan der lon ist also groz daz es kein hercze nie pegrifen kvnde noch menschen czunge nie gesprochen mochte noch ovgen sehen kvnde in nie pelvchten noch ore nie gehoren | Daz wier nv got der hohen wierde gedanchen vnd gar grozen lon verdienen des helfe vns der almechtigot Daz ist noch alles dy vor rede. [Seite 2]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 2
Schwsp.(L.) Vorw.b

Sint vns nv got in so hohe wirde geshaffen hat so wil er auch daz wir werdecliches leben haben daz wir ein ander wirde vnd ere pieten triwe vnd warheit vnd daz wir ein ander nicht neit noch haz tragen. wir shullen mit fride vnde mit svne vnder ander leben. wanne frideliches leben daz hat got vnmezlichen liep. wan er kom selbe uon himelreich auf ertreich durch anders nicht den durch rechten fride daz er vns einen fride shuͤfe vor des tivuels gewalt vnde vor ewigen marter ob wir selbe wellen. da uon svngen engel ob der krippen. gloria in excelsis deo et in terra pax hominibus. dein ere herre in dem himel fride auf der erden allen den die gutes willen sint. vnd vnser herre sprach zaller zeit ze seinen ivͤngern. do er mit in auf ertreiche gie so was sein ellich wort vnd sein gruz pax uobis. daz spricht. gotes fride sei mit ev. also sprach er alle zeit ze seinen ivͤngern vnd zv anderen levten. da pei shulle wir merken wie liep got fride hat. vnd do er von erde ze himelreiche fur vnde enphalch sende peter daz er phleger were des rechten vrides vnd gap im den gewalt daz er den himel auf slivzze allen den die den vride behilten. vnde wer den fride preche daz er dem den himel versluͤzze. daz ist also gesprochen. alle die gotes gepot zerprechen die haben den rechten fride prechen. daz ist auch von gote wol pillich vnd recht. seit vns nv got des gehulfen hot daz wir mit rechtem leben vnd mit fridelichem leben zv dem hiemelreiche mvgen kvmen. wan des was nicht vor gotz gepuͤrte. wie wol der menshe tet so mocht er doch nicht ze himel kvmen.
Schwsp.(L.) Vorw.c got geschuf uon erst hiemel vnd erde dar nach den menshen. den satzet er in daz paradys. der zeprach die gehorsam vns allen ze shaden. dar vͤmb gienge wir irre als die hirtelosen shaf daz wir in daz himelreiche nicht entmochten vnz auf die zeit daz vns got den wek weiste mit seiner marter. dar vmme shulle wir got immer eren vnd loben mit ganzem herzen. daz wir nv so wol zv den vrevden kvmen mochten ob wir selber wolden. daz hie vor in der alden e so manigen heiligen patriarchen vnd propheten tivre was die ist vns cristen livten nv widervarn daz wir daz himelreich verdienen mugen. wer des nicht tut vnd sein gepot zepricht daz richt got pillich an im. daz shullen auch die rechen den got den gewalt gegeben hat als der pabest der an gotes stat richten shol auf ertreich vnz an den iungesten tac. so wil denne got selbe richten vͤbel vnde gut clein vnd groz arm vnde reiche. Dar vͤmbe so wil man an disen puche leren alle die gerichtes phlegen shullen wie sie richten shullen nach gotes willen als manig heiliger man in der alden e vnd in der niwen e richter warn vnd also habent gerichtet daz sie mit irm gerichte die ewigen vrevde hant besezzen. vnd wer auch anders richtet wan als daz puch seit der shol wizzen dacz got gar swerlich vber in richtet an deme ivngesten tage.
Schwsp.(L.) Vorw.d seit nv got des frides fuͤrste heizet so liez er zwei swert hie auf ertreich do er ze himel fur ze beshirmene die cristenheit. die verleich got sende peter peide eins von werltlichem gerichte daz ander von geistlichem gerichte. daz werltliche swert des gerichtes daz leihet der pabest dem keiser. daz geistlich ist dem pabeste gesezzet daz er do mite richte.
Schwsp.(L.) Vorw.e dem pabst ist gesezzet ze besheidenlicher ze richten auf einem plancken pherde vnd der keiser shol dem pabest den stegereif haben daz sich der satel nicht enwinde. daz bezeichent. daz waz dem pabeste widerstet des er mit geistlichem gericht nicht betwingen mac so shol in der werltliche richter ze echte tun.
Schwsp.(L.) Vorw.f vnd wer auch in der echte ist sechs wochen vnd einen tac den shol man ze pann tun. daz recht hat gesezt der heilige pabest siluester vnd der kvnig constantin sent helenen svn.
Schwsp.(L.) Vorw.g die zwene sazten dise recht vnd der andern lantrecht ein michel recht die in disen puche geshrieben sint. vnd daz iglich cristen menshe shol dreizigk stunt in dem iare vogetes dink suchen so er ze seinen iaren volkvmen ist. daz ist als er ein vnd zwenzig iar alt ist. so shol er des vogtes dink suchen in dem pishtum da er inne gesezzen ist oder in dem lande oder in dem gerichte do er gut inne hot.

Codex Altenberger [14. Jh.] [ungezählt]

Seit vns nv got in so hoher wierde geschaffen hat so wil er ouch daz wierdikliches leben haben daz wier aneinander wierde vnd ere pieten triwe vnd ere vnd warheit vnd daz wir nicht haz noch nit aneinander tragen wir schullen mit vride vnd mit svne vnter einander leben wan frideliches leben daz hat vnser herre gar vnmezlichen liep wan er kom selbe von himelrich vf ertrich dvrich anderes nicht wan durich rechten vride daz er vns einen fride schuffe vor des tevfels gewalt vnd vor der ewigen marter ob wir selbe wellen vnd da von svngen dy engel ob der krippen Gloria in excelsis deo Et in terra pax hominibus bone voluntatis. Dein ere in dem himel vrid vf der erden allen den dy gvtes willen sint vnd vnser herre sprach alle czeit czv sinen iungern vnd czv ander levten vnd da py schullen wier merken wy rechte lieb der almechtigot frid hat vnd do er aber von ertrich czv himel fvr do sprach er aber czv sinen ivngern vride si mit ev vnd pevalich dem guten sant peter daz er phleger were vber den rechten vrid vnd gab im den gewalt daz er den himel vf slvze gein allen den dy vride pehielten vnd swer den vride czv preche daz er dem den himel vorpeslvze daz ist also gesprochen daz alle dy levte dy gepot czv prechent dy der almechtigot gepoten hat dy habent ouch den rechten vride czu prochen daz ist on got pillich vnd recht . .

Swer dy gepot vnsers her czu prichet daz man dem den himel vorpeslize | Seint vns got nv des geholfen hat daz wir mit rechtem leben vnd mit vridelichem leben czv dem himelriche komen mvegen wan daz waz niht vor gotes gepvert Swie wol der mensche tet in alder werlde so mocht er doch czv himelrich nicht komen. Got peschvef czu dem ersten himel vnd erden vnd dar nach den menschen den saczt er indaz paradise der czu prach dy gehorsam vns allen czu schaden darvmme gienge wir irre sam dy hirtelose schaf daz wier in des paradises himelriche niht enmochten vncz an dy czeit daz vns got den wech weiste mit [Seite 3] siner marter vnd darvmme sollen wir got immer loben vnd eren von allem vnserm herczen vnd von aller vnser sele vnd von aller vnser macht daz wir nv so wol czv den ewigen vreuden komen mochten ob wir wolten daz hye vor in der allen .E. so manegen heiligen Patriarchen tiwre waz vnd propheten dy genade vnd dy selikeit dy ist vns kristenlvten nv wider varn daz wier nv wol daz himelrich verdienen mvogen vnd swer des nicht entvt vnd dy gepot vnsers herren czvprichet daz richt er pilleich an im vnd ez svllen ovch dy richten den got den gewalt verlihen hat daz ist der pabst der schol an gotes stat hye richten vf ertrich vncz an den ivngisten tac so will danne got selbe richten vbel vnd gvet kleine vnde groz allez daz daz vns alhie nicht gerichtet wiert

Wie man an disem puoch leren wil alle dy di gerichtes phlegen svllen wye sye richten schvllen czu recht nach gotes willen als manger heiliger man inder alten .e. vnd inder niwen .E. richter waren vnd also gerichtent habent daz sy mit irm gerichte dy ewigen vrevde habent pesezen vnd swer ovch anders richtet wan als daz pvch saiet der schol wizzen daz got vil czorniklichen vber in richtet an dem ivngestem tage

Seit nv got des vrides fverste heizet so liez er czwei swert hie vf ertrich do er czv himel fvr czv scherme der kristenheit dy verlech got dem gvten sant peter peide eines von werltlichem gerichte daz ander von geistlichem gerichte. Daz werltlich swert des gerichtes daz leicht der pabst dem keyser daz geistlich ist dem pabst geseczet daz er damit richte.

Dem pabst ist geseczet czv pescheidenlicher czv richten vf einem plankem pherde vnd der keyser schol dem pabst den steigereif haben daz sych der satel nicht en wenden daz pezeichent daz swaz dem pabst widerstet des er nicht mit geistlichem gerichte petwingen mac so schol inder wertlich richter czu echte tuon vnd swer ovch inder echte ist sechs wochen vnd einen tac den schol man pannen daz recht hat geseczet der heilige pabst der guet sant Siluester vnd der kvnig Constantinus sant elen [Seite 4] svn.

Dy czwene saczten dise recht vnd der andern lant recht ein michel teil dy an disem puch geschreben stent vnd daz ieglich kristen mensche schol driestvnt indem iar voytes dinch svchen so er czvsinen iaren vollen komen ist daz ist so er eins vnd czweinczich iar alt ist so schol er daz voytes din svchen indem pistvm da er inne ist gesezen oder indem lande oder indem gerichte da er gvet inne hat.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 3
Schwsp.(L.) Vorw.h
Von dreier hande vreien.

Hie sol man sagen von vreien leuten. wir nennen dreier hande freien. der heizent eine semper freien. daz sint die freien herren als fuͤrsten die vreien ze man hant. so heizent die anderen vreien mitter vreien. daz sint die freien die lehen von den hohen vreien hant. vnd ir man sint die dritten freien. daz sint die frei lantsezzen sint. die sint gepaur vnd sitzen auf dem lande. der habent iglich sunder recht als wir her nach sagen.
Schwsp.(L.) Art. 1a Swo gerichte ist da shol ein puͤtel sein oder mere danne einer. der shol vogtes dink gepieten. etewa ist site daz man vogtes dink gepevtet drei stunt in dem iare. etewa vber sechs wochen. etewo vber virzenacht. so ist etewo site vnde recht daz man purgrauen hort. der shol richten vͤber vnrechte mezzen do man korn mit mizzet vnd vͤber vnrechte maz do man trinken mite gibt vnd vͤber vnrechtes elmez vnd vber vnrecht gelote waz man mit der wage wigt vnd was ze haut vnd ze hare get vnd vͤber den allen den kauf daz man ezzen vnd trinken shol. do shol allez ein purgraue vber richten. so shol ein voget richten den totslac vnd alle freuel vnd wunden vnde swert zucken vnde heimsuchen vnd waz vnrecht vnde vreuel heizet. her nach sage wir mer von gerichte wie man iglich sache richten shol ze rechte daz sich die levte icht verwuͤrken mit vnrechtem gerichte.
Schwsp.(L.) Art. 1b seit vnser herre den menshen in so hohe wirdekeit geshaffen hot als hie uor geshriben ist so hat er auch alle die sache geleret do mit er ze himel kvmen sol zv der hohen werdekeit do er den menshen zv erwelt hot. daz erzeiget man in manigen enden der heiligen shrift. vnd do er moysi die zehen gepot gap auf dem perge synai do weste er wol daz die levte maniger hande kriege vnder ein ander haben. vnd dar vͤmbe gap er im die zehen gepot nicht eine. er gap im sechs hundert gepot vnd drivzehen gepot. daz was nicht anders denne daz er in wie er ein iglich sache richten solde. vnd nach den selben gepoten richte moyses do immer sein volk. vnd nach moyses zeiten habent die kunige vnd die richter immer vnz zv der niwen e. do namen abr die pebeste vnd die kvͤnige nach den selben gepoten als verre sie mochten vnd nah ander weiser maister lere. dar vͤmbe shulle wir iv hie die kvnige vnd die keisere nennen die ir herz mit ganzen triwen dar zv stalten dar sie rechte richten daz ez gote lobelich were vnd den leuten nuzze were ze leibe vnd ze sele vnd ze allen selden. daz was der heilige herre siluester vnd der kvnig constantin vnd der heilige keyser iulian vnde der werde keiser karl vnd sein svn keiser ludewig vnd des svn der edele levther. die minten vnde vorchten got. vnd dar vmbe sazten sie mit wol verdachten sinnen vnd mit weiser meister lere alle die lantrecht vnd alle lehenrecht die an disen puche sint geshriben. keiner slachte lantrecht noch lehenrecht noch kainer slachte vrtail wanne als ez von dirre getriwen keiser gepote vnd von roͤmisher phahte genomen ist vnd auch alle die reht die an disen puche sint die habent die keiser vnd die kvnige also gesezzet daz sie vͤber alle lantrecht vnd gewin shullen sein. wan swer romish keiser vnd kvnig ist deme sint von recht alle lant vndertan die cristen gelauben hant. vnd waz auh die romishen keiser vnd kvͤnige lantrecht gesezt vnd gepotent die shuln auch von gemein vnd gewonlich sint in allen den landen die vnder in sint. idoch habent eteliche herren vnd eteliche stete vil leichte einer hande recht oder zwei oder drei an den kvnigen erworben nach guter gewonheit. dar vͤmbe shol man alle recht nicht verwerfen die an dise puche stent. geistliche recht habent ire recht. an disen puche stet nicht wan werltliches recht. vnd dar vͤmbe heizet diz puch daz lantrecht puch daz ez vͤber alle lantrecht vnd gewer ist. gute gewonheit daz widerspricht dicz puch daz wir abr her nach baz besheiden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 1
von drier hande levten dy da vrei sint.

Hie schol man sagen von vrien levten wir nennen drier hande vrien
Dy ersten heizent vrieherren als fversten sint dy vreien czv man habent so heisent dy andern vreien mitter vreien daz sint dy vreien dy da von den hohen vreien lehen habent vnd ir man sint. Dy dritten vreien daz sint dy vreien lant sezen dy siczent vf dem lande vnd sint gepaver der habent iglich svnder recht als wir her nach wol gesagen. | Swo gericht is da schol ein pvtel sin oder mer danne einer der schol voytes dinc gepieten driestvnt indem iare eteswo vber sechs wochen eteswo vber czwo wochen.
| So ist eteswo recht daz man purgraven hat der schol richten vber vnrecht mezen da man korn mit mizzet vnd vber vnrecht maze da man trinken mit gibt vnd vber vnrechte ellen vnd vber vnrechte gelote swaz man mit der vage wiget vnd swas czu hare vnd czu hovte get vnd vber allen den kovf daz man ezen oder trinken schol da schol alles ein purgraf vber richten. So schol ein voyt richten den tot slac vnd vrevel vnd wunten vnd swertczvcken vnd heim svchen vnd swaz von vnczcht vnd von vrevel heizet.
Hernach sage wir mer von gerichte wy man igeliche sache richten schol czv rechte daz sich dy levte icht vorwurchen mit vngerechtem gerichte.
Seit vnser herre den menschen in so hoher wierdikeit peschaffen hat als hie vor gesprochen ist so hat er ovch den menschen alle hye dy sache gelert da er czv dem himelriche mit komen schol czv der ewigen wierdicheit da er den menschen [Seite 5] czv erwelt hat daz er czeugt man in manegem ende inder heiligen schrift vnd der moyses dy czehen gepot gab vf dem perge monte synay do weste er daz wol daz dy levte manger hande kriech mit einander haben wurden vnd dar vmme gab er im nicht dy czehen gepot aleine er gap im sechs hvndert vnd drivczehen gepot daz waz anders nicht wan daz er in lerte wy er ein iglich sache richten solte vnd nach den selben gepoten richte moyses do immer mere sin volch.
wy kvnig Karl vnd sin svn keyser Ludowich vnd der kvnig Constantin vnd der keyser Justian vnd sant Siluester der heilige pabst noch moyses czeiten vnd nach disem pvch gericht habent vnz her indy niwen .E.
Nach moyses czeiten habent dy kvnige vnd dy richter immer mer gerichtet vncz her indy niwen .e. da namen aber dy pabst vnd dy kayser vnd dy kvnige nach den gepoten also verre vnd nach andern weisen mayster lere vnd rate vnd dar vme sullen wyr iv dy kaiser vnd dy kvnige hy nennen dy ir hercze und ir sin mit allem flize vnd mit ganczen triwen stalten nach rechtem gerichte also daz ez got lobelich were vnd den levten nvczelich an leib vnd gvte vnd an allen selden daz waz der heilige sant silvester vnd der kvnig Constantin vnd der edel keiser Justian vnd der heilige vnd der werde keiser karle vnd sin svn der werde keyser ludewich vnd des svn der edel levchter dy hetten lieb vnd vorchten got dar vmme saczten sye mit wol verdachtem mvt vnd mit wyser meister lere vnd alle dy lant recht vnd alle dy lehenrecht dy an dysem puech sint vnd also stent ovch an disem puch keiner slachte lant recht noch keiner slachte vrteil wan als ez von dirre getriwe keiser gepot vnd von Romischer phate genomen ist vnd ovch alle dy recht dy an disem puche stent dy habent dy keyser vnd dy kvnige also gesacz daz sy vber alle lantrecht recht vnd gewer sint wan swer Romischer vnd kvnig ist dem sint ovch von rechte alle lant vndertan dy kristenlichen gelovben habent vnd swaz ovch dy Romischen keyser vnd kvnige lantrecht vnd lehen recht geseczet vnd gepoten habent dy schullen ovch von [Seite 6] rechte gemein vnd gewonlich sin inallen landen dy vnderin sint | Idoch habent ettelich herren vnd ettelich stete leicht ein ander hande recht oder czwei oder drie an den kvnigen erworben nach gvter gewonheit dar vmme schol man alle dy. recht nicht verwerwen dy an disem pvech stent geistliche recht habent ire recht an disem puch stet nicht wan werltlichez recht vnd dar vmme heizet daz pvch lantrecht pvch daz ez vber alle lantrecht gewer vnd gvt ist daz welle wier her nach paz pescheiden

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 4
Schwsp.(L.) Art. 2
Von den siben hershilten vnde wer die shilte fuͤren shol.

Orienes weisagte hie vor in den alden zeiten wie sechs werlde sholden sein vnd wie ie die werlt pei tausent iaren abe nemen solden vnd in der sibende werlde so sholt die werlt gar zergen vnde sholde der svntac kvmen. nv ist vns gekvͤndet von der heiligen shrift daz sich an adam die erste werlt began. an noe die ander. an abraham die dritte. an moyses die virde. an dauid die fuͤnfte. an gotes gepuͤrte die sechste. vnd ie der werlde zal ist pei tausent iaren zergangen. nv wir sint in der sibenden werlde ane gewisse zal. wan die sechs tausent iar sint gar auz vnd die sibende werlt stet also lange als got. vnd recht in der selben weise sint die siben hershilde auf gelegt. der kvͤnig hebt den ersten hershilt. die pishoue vnd die epte vnd die eptessinnen die da gefuͤrstet sint die hebent den anderen hershilt. die leien fuͤrsten heben den dritten hershilt. die freien herren den virden. die mittern freien den fuͤnften. die dienstman den sechsten. vnde recht ze gleicher weise als man nicht enweiz wenne die sibende werlt ein ende hot also enweiz man nicht ob der sibende hershilt lehen muge haben oder nicht. den sibenden hershilt hebt ein iglich man der nicht eigen ist vnd ein recht e kint ist. lehen recht geit man den nicht die vor dem sibenden hershilde vrei sint. ist abr daz ein herre eime ein lehen leihet der des sibenden hershildes nicht enhat der hat als gute recht alis der in dem sechsten hershilde vert. idoch gepristet im vil rechtes der des hershildes darbet als wir her nach in dem lehen puche wol sagen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 2
Von den siben herschilten vnd wer sy fveren schol.

Orienes der wissagte hy vor inden alten cziten wye sechs werlte scholten wesen vnd ie dy werlt py tvsent iaren abnemen scholte vnd inder siben werlte so schol dy werlte gar zergen vnd scholte der svntage komen vnd der ivngest tac | Nv ist vnd gechvndet von der heiligen schrift daz sich an adam dy erste werlt pegan an noe dy ander an abraham dy dritte an moyses dy wierde an dauid dy fvnfte an gotes gepvrde dy sechste vnd ieder werlde zal ist py tvsent iaren czuergangen. Nv sy wir inder siben werlte ane gewisse zal wan dy sechs tvsent iar garvs vnd dy sybende werlt stet nv als lange als got wil und recht II. inder selben wyse sint ovch dy siben herschilt vf geleit. [Folio II] Der kvnig hat den ersten vf geleit. Der pischolf vnd dy epte vnd dy eptissinne dy da gefvrstet sint dy habent den andern herschilt. Dye leyen fversten habent den dritten herschilt* Dy mittern vreien herren den fvnften. Dy dienstman den sechsten vnd recht czu glicher wys als man nicht enweis wenne dy sibent werlt ein ende nimpt also weys man nicht ob der sibende herschilt lehen mvge haben oder nicht. Den sibenden herschilt hat ein iglich man der nicht eigen ist vnd ein einez kint ist lehen recht gibt man den nicht dy vrei von den siben herschilten sint vnd ist aver daz ein herre ein lehen leihet der des sibendes herschildes nicht enhat der hat als gvet recht daran als der den sechsten herschilt fvert. Idoch gepristet im vil rechtes der des herschiltes darbet als wier hernach inden lehen pvch wol gesagen. [Seite 7]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 5
Schwsp.(L.) Art. 3
Von der sippe zal.

Nv shol man auch hie merken von der sippe zal wo sich die ane hebt vnd wo sie ein ende nimt. in dem haupte ist besheiden man vnde weip die elich vnd recht ze samene kvmen sint. wan die e ist der siben heilikeit eine vnd alle vnser selikeit die cristen leute habent an leibe vnd an sele daz sint die siben heilikeit die der almechtige got do er ze himel fuͤr den pristern enphalch daz sie vns cristenleute do mit heiligen vnd zv dem himelreiche pringen. daz erste ist die heilige taufe. daz ander die heilige firme so man die levte firmet. daz dritte ist die heilige puze. daz virde ist der heilige leicham vnsers herren. daz fuͤnfte daz heilige oͤl da mit man die leute an dem tode pett mit heiliget. die sechste heilikeit ist der prister weihe. daz sibende ist die heilige e. wan nv die heilige e sich ze als grozer heilikeit gleichet vnd si got selber geheiliget hot da von hot die heilige e die craft. swo ein man vnde ein vrowe recht vnde redelich sich sament mit der heiligen e so ist nicht zwaiunge on in vnd sint paide nicht den ein leip. vnd da uon ist ein man vnd sein ekunne bezeichent pei dem haupte. so sint zwei geswisteride die von vater vnd von muter geporen sint ane zweivnge die habent die ersten sippe zal die mage rechent. die sint auch uon rech bezeichent an daz nehste lit pei dem haupte. daz ist daz lit da die arm an die shultern stozent vnd daz selbe lit heizent die achseln. ist aber zweivnge an den kinden so mugen sie nicht an eim lit bestan vnd shrenkent an ein ander lit. vnde zwene pruͤder zwu swester nement vnde nimpt der dritte pruder ein vremdes weip iriv kint sint gleich ein ander an der sippe zal vnde nement auch gleichen erbetail ob sei ein ander ebenpuͤrtik sint. swo nv zwai geswisterde kint habent ir ietweders heizet geswisterde kint ez sint pruͤder kint oder swester kint die habent die andern sippe zal die man ze magen rechent. die stent auch an dem andern lide von dem haupte. daz lit heizet der ellepoge. geswisterde kint die habent die dritte sippe zal. die stent auch an dem dritten lide da die hende an die arme stozent. vnd denne abr der kint die habent die virde sippe zal. die stent auch an dem virden lide. daz ist daz lit des mittern vingers recht do der mitter vinger in die hant stoͤzet. so stet die fuͤnfte sippe zal auch an dem fuͤnften lide von dem haupt her abe gezelt. daz ist daz ander lit des mittern vingers. so stet die sechste sip zal an dem dem dritten lide des mittern vingers. so stet die sibende sippe zal von dem nagel des mittern vingers. wan daz selbe heizent nagel mage. swer nv die sippe zal recht vnd redelich reiten wil der shol sie nemen als hie geshriben stet. vnd swelch sippeshaft sich zwishem dem haupte vnd des mittern vingers nagele geleichen mac die nemen auch daz erbe gleich vnde so der menshe ie naher sippe ist so er ie paz erbet. ez erbet auch ein iglich man sein mage vnz an die sippe zal die da heizent nagel mage. swie nv der pabest habe erlaubet weip ze nemen an der fuͤnften sippe so erbet doch ein iglich mage sein mage vnz an die sibenden sippe. wan der pabest enmac noch enkan kein recht gesetzzen da mit er vnser lantrecht vnd vnser lehenrecht verkern vnd verkrenken mvͤge.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 3
Von der Sippe zal.

Nv schol man ovch hye merchen wo sich dye sippe czal an hebt vnd wo si ein ende nimpt. In dem hovpte ist pescheiden man vnd wip dy elichen vnd recht czusamen komen sint wan dy heilige .e. ist der siben heilikeit eine vnd alle vnser selde dy kristen levt habent an leib vnd an sele daz sint dy siben heilikeit dy der almechtigot do er czv himel fvr den pristern bevalich daz sy vns kristenlevten da mit heiligen schollen vnd czv dem himelrich pringen daz ist eines. Dy heilige tovf daz ander. Dy heilige firme so man dy levte firmet. Daz dritte ist dy heilige pveze. Daz vierde ist der heilige gotes lichnamen. Daz fvmfte daz heilige ole vm da man dy levte an dem tot pette mit heiliget. Dy sechste heilikeit ist der prister weihe. Dy sibende ist dy heilige .E. wan nv sich dy heilige .E. czv also grozer heilikeit gelichet vnd als heilig ist als sy der almechtigot selbe geheilget hat da von hat dy heilig .e. dy kraft swo ein man und ein vrowe recht vnd rede rieh sich gesament mit der heiligen .e. so ist nicht czweivnge an in vnd sint peide nicht nvr ein leip vnd da von ist ein man vnd sine kon pezeichent an daz houpt. So sint czwei gesweistreit dy von vater vnd von mvter geporn sint an czweivnge dy hebent dy erste sippeczal dy man czv magen rechent dy sint ovch von rechte pezeichent an daz neste lit py dem hovpt daz ist daz lit da dy arme an dy schuldern stozent vnd daz selbe lit heiset dy achsel. Ist aver czweivnge an den kinden so mvgen si an einem lide nich pestan vnd schrenkent an ein ander lit. Vnd swo czwen pruder czwo swester nement vnd nimpt der pruder ein vromdes wip ire kint sint doch gelich an ein ander an der sippe czal vnd nement ouch gelich erbe teil ob sy an einander eben puertich sint. Swo nv czwei geswistere kint sint ir itwederz heizet geswistere kint ez sin pruder kint oder swester kint dy habent dy andern sippe czal dy man czv magen rechent dy stent ovch an dem andern lit von dem hovpt daz lit heizet der elpogen. | Geswistere kinde kint dy hebent dy dritte sippe czal dy stent ouch an dem dritten lit daz ist da dy hende an den arm stozent vnd danne aber der kint dy [Seite 8] hebent dy wierde sippe czal di stent ouch an dem vierden lit daz ist daz lit des mittern vingers recht da der mitter vinger in dye hant stozet. So stet dy fvmfte sippe czal ovch an dem fvnften lit von dem hovpte her ab geczelt daz ist daz ander lit des mitteren vingers so stet dy sechste sippczal an dem dritten lit alles des mitteren vingers So stet dy sibende sippe czal vor an dem nagel des mitteren vingers wan des daz selbe heiset nagel mac. Swer nv sippe czal recht vnd redelich reiten czv len wil der schol sy reiten als hy geschriben stet vnd swelich sippe schaft sich czwischen dem hovpt vnd des mitteren vingers nagele gelichen mac dy nement ouch daz erbe gelich vnd so der mensche ie naher sippe ist so er ie [Folio III] paz erbet ez erbet ein iglich man sine mage vncz an dy sibenden sippe czal dy da heizent nagel mag. Swie halt nv der pabst hab derloupt czvnemen wip ander fvmfte sippe so erbet doch ein iglich mac sin mage vncz an dy sibende sippe wan der pabste mach noch enchan kein recht geseczent da mit er vnser lantrecht vnd vnser lehenrecht verkeren vnd verkrenken mvge.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 6
Schwsp.(L.) Art. 4
Wie pruder kint paz erbent den swester kint.

Nimpt ein svn weip pei seins vater leibe die im ebenpuͤrtig ist vnd gewinnet er svͤne pei ir vnde stirbet der svͤne vater danne dar nach e daz sein vater sein erbe teil des selben svnes svͤne die nement gleichen erbeteil an irs edelen vaters stat rechte neben ir vetern. sie nement abr alle nevr eins mannes erbeteil als uil als ir uater an gehorte. daz kan der tochter kinden nicht widervarn daz neben iren oheimen gleichen teil nemen als dise kint neben ir vetern dann nicht sune noch svns kinde.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 4
wie dy prvder kint paz erbent den die swesterkint.

Nimpt ein svn ein wip py sines vaters libe dy im eben pvrtich ist vnd gewinnet er svne der vater danne dar nach. E daz sin vater mit im sin erbe geteile desselben svnes svn dy nement gelich erbeteil an irs edelen vater stat recht neben ir vetern si nement aber alle nvr eines mannes teil als wil als ir vater angehort das kan der tochter kint nicht widervaren daz sy neben ir oheimen gelichen teil nemen als dyse kint neben iren vettern wan sy nicht svne noch svnes kint sint.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 7
Schwsp.(L.) Art. 5a
Wie die vrowe mit den kinden ir varndes gut teilen sol nach irs mannes tode.

Hat ein man tochter oder svͤne vnd gelebt er die zeit daz er ein tochter oder einen svn auz gibt oder mere toͤchter vnde svͤne auz geit dann eines vnd er get sterben vnd er lot dennoh mere svͤne vnd die dennoch nicht auz gegebent sint vnd er lot seinen weibe varnde gute oder ander gut sol die muter uon dem varnden gute den kinden icht geben. wir sprechen also. ist der uater on geshefte vervarn daz er nicht geshaft hot uon dem varnden gute so shol man der sele ir teil geben vnd shol dar nach gleich teilen vnder weip vnd vnder kint die vnauzgestevret sint. vnd haben die kint einen pruder der ein phaffe ist hot der selbe kirche oder phruͤnde do er sich von begehen mac die geswistereide teilent nicht mit im daz varnde gut. wie vil er guͤlde haben shol von geistlicher gabe da shol man an sein edel sehen vnd an sein erberecht dar nach vnd er edel vnd erber ist. die phaffen erbent eigen mit anderen iren geswistereiden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 5
wie dy mvter mit iren kinder ir varvndes gvt teilen schol nach ires mannes tot.

Hat ein man tochter vnd svn vnd gelept er dy czeit daz er ein tochter vnd einen svn vz gibt oder mer tochter vnd svne ovz gibt danne eine vnd er get sterben vnd let dan noch mer [Seite 9] svne tochter dy dannoch nicht vz gegeben sint vnd er let sinem wibe varvndes gvt oder anders gvt schol dy mvter von dem varvnden gvt dem kinde icht geben wir sprechen also ist der vater an geschefte vervaren daz er nicht geschafet hat von dem varvndem gut so schol man der sele ir teil geben vnd schol darnach geleich teilen vnder wip vnd vnder kint dy niht vz gestiwret sint vnd habent dy kint einen prvder der ein phaffe ist hat derselbe ein kirchen oder phrvende da er sich von pegen mac dy geswistere teilent nicht mit im daz varvnde gvt wie vil er gulte haben schol vnd geistlicher gab da schol [Folio III] man an sin edel sehen vnd an sin erbere recht dar nach vnd er edel vnd erber ist dy phaffen erbent eigen mit iren geswisterein.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 8
Schwsp.(L.) Art. 5b
Wie die erben fuͤr den toten man gelden shullen.

Mit swelhem gute der man stirbet daz heizet allez erbe gut. swer erbeteil nimpt der shol pillich die shulde gelden die der tote gelden shol die man weiz. vnd der man nicht enweiz die shol man erzivgen auf den toten man selp sibende. hot abr der tote man der guͤlde veriehen vor den livten do er gesunt was oder an dem totpette vnd ist daz erz erzivgen mac selber der dem er gelden sholde er hat sein gut behabt vnd hat die siben gezivge verleit. Schwsp.(L.) Art. 5c
divpheit noch raup noch wucher ist niemant fuͤr den anderen shuldic ze gelden noch spil noch ob er wider kein gerichte getan hat. ist abr ein shult auf in erzivget an die die ich hie uor genennet han die erzivgeten shulden die erben dem clager puͤezen vnd auch dem richter. ist aber kein shulde auf den toten man erzivget so puͤezent auch die nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 6
wie dy erben fvr dy toten gelten schullen.

Mit swelchem guete der man stirbet daz heizet alles erbegvt swer erbe nimpt der schol czu recht dy schulde gelten dy der tote man gelten schvlt dy man weiz vnd dy der man nicht enweis dy schol man ercziwgen vf den toten man selbe sibende hat aber der tote man der gulte veriehen vor den levten do er gesvnt waz oder an dem tot pette vnd ist daz erz ercziwgen mac selbe dritte der dem er da gelten solte er hat sin gvt pehabt vnd hat dy siben cziwge verleit. Dyphait noch rovp noch wucher der ist niemant schuldic czu gelten fur den andern gelten noch spil noch ob er wider kein gerichte icht getan hat ist awer ein schulde vf in ercziwget an dy dy ich hy vor genennet han dy ercziwgten schulde schullen dy erben dem klager pvezen vnd ovch dem richter.
Ist aber kein schulde vf den toten man erczevget so pvezent ovch dy erben nicht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 9
Schwsp.(L.) Art. 6
Der des anderen purge wirt.

Und ist daz ein man des anderen puͤrge wirt vnd wirt me leute mit im puͤrge vnuersheidentlich iener claget auf einen welhen er wil. aber ein maister heizet adrianus der des lantrechtes uil gemacht hat der spricht also. er shuͤlle sie alle an sprechen. wan ez deuchte die leute do were geverde pei ob er einen an spreche vnd die anderen nicht. vnd ist keiner abr dar vnder der nicht ze gelden hot des die alle gleich enkelden. vnde welher stirbet den puͤrgen des erben shullen sein teil fuͤr in gelden an seine lehen. da engildet niemant von. vnd er nicht ze vergelden des puͤrge sie worden sint sie muͤzen selber gelden. vnd ist daz er des gicht daz sie nicht puͤrge sint des shullen sie in vberzivgen selbe dritte. vnde habent sie nimant der in helfe bereden si helfen an ein ander wol vͤmb die shulde. Schwsp.(L.) Art. 7
vnd spricht ein man zem andern ich wil ev einen puͤrgen sezzen. vnd ist er anderswa gesezzen wil man da mite rechte tvn so shol iener seiner prief senden dem gen dem er puͤrge wirt vnd mit insigel daz ist gewis. sender er abr einen poten dar der dem man lobt an seiner stat da shol er die levte zv nemen ob er laugen welle mit dem man in vberzivge. vnd ist der tote man iemans puͤrge gewesen ern habe denne daz auz genumen mit besheiden worten daz er spreche. ich wirde gen ev puͤrge also ob mich mein erben vͤberleben daz sie sein nicht enkelden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 7
Der des andern purgel wiert.

Vnd ist daz ein man des andern pvrge wiert vnd wirt mer levt mit im purge vnd werdent sy vnverscheidenlichen purge iener klagt vf einen swelchen er wil aber ein meister heizet [Seite 10] adrianus der des lant rechtes vil gemacht hat der spricht also er schulle sy alle an sprechen wan ez dovch dy levte da wer gewer pi ob er einen ansprech vnnd dy andern nicht vn ist aber keiner darvnder der nicht czugelten hat des schullen dy andern alle gelich engelten vnd swelcher stirbet vnder den pvrgen des erben schvllen syn teil fvr in gelten an syne lehen da giltet niemen von vnd hat er nicht czu vergelten des purge sy worden sint sy mvezzen selbe gelten vnd ist daz er des gicht daz si nicht sin pvrgen sin des schullen sy in vbercziwgen selbe dritte vnd habent sy niemant der in helfe pereden sy helfent an einander wol vmme dy schulde vnd sprichet ein man czu dem andern ich wil ev einen purgen seczen vnd ist er anderswo geseczen wil man recht damit tvn so schol iener sine prief senden dem gein dem er pvrge wiert vnd mit insigel daz ist gewis sendet er aber einen poten dar der manne lopt an syner stat da schol er dy levte czu nemen ob er lovgen welle mit dem man in vber cziwge. | Vnd ist der tote man iemens pvrgen gewesen dy erbe mvezen ienem gelten gein dem er pvrge waz eren habe daz danne vz genomen mit pescheiden worten daz er spreche ich wierde gein ev pvrge also ob min erben mich vber leben daz sisin nicht engelten.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 10
Schwsp.(L.) Art. 8
Der gelden sol vnd seinen erben nicht enlat die shullen auch fur in nicht gelden.

Vnd ist daz ein man gelden shol vnd lat nicht hinder im do mit sein weip oder sein erben mit vergelden mugen die shuln des geldes ledig sein vor got vnd uor den leuten. vnd ist daz daz weip einen andern man nimt vnd die frivnde ir geben gut des si vor nicht enhette do ir man lebete oder sie nimpt ein man durch ires leibes willen oder wie sie ze guͤte kuͤmt nach ir mannes tot weder sie noch ir man geldent nicht ir erern mannes guͤlde wan als uil als sie got paide beshuͤndet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 8
Der gelten schol vnd sinen erben nicht hinder im let oder sinem wibe dy schullen ouch fur in nicht gelten.

Vnd ist daz ein man gelten schol vnd let nicht hinder im damit sin wip oder ander sin erben vergelten mvgen dy schullen des selben geltes ledich sin vor got vnd vor den levten vnd ist daz wip ein andern man nimpt vnd ir vreunde gebent ir gvet des vor nicht enhet do ir man lepte oder sy nimpt einen man dvrich ires leibes willen oder swy sy czv gvt kvmpt nach ires mannes tot weder sye noch ir man gelten nicht ir ereren mannes gvlte wan als vil als sy peide got gescheydet.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 11
Schwsp.(L.) Art. 9
Wie der man des weibes gutes gewaltiger ist den daz weip des mannes.

Unde stirbt einen manne sein weip vnd shol er gelten vnd hot nicht ze gelden vnd nimt er ein ander weip vnd geit im die varnde gut er gildet uon dem varnden gute wol. daz ist da uon gesezzet daz der man des weibes vogt ist vnd ir maister ist. vnd geit abr dem manne sein weip ander gut danne varndez gut do mac er nicht von vergelden denn nach ir willen. hat abr sie erben die des gutes wartende sint nach ir tode so mac sein der man nicht ane werden vͤmbe sein erer gulde. gewinnen sie abr erben sampt die weil die lebent so wirt er daz gut wol an daz sim gab.Schwsp.(L.) Art. 10
strbet der man so ist man den erben wol shuldic ze gelden was man dem manne gelden solde die man behaben mac als recht ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 9
Wy der man des weibes gutes gewaltiger ist danne dy frowe des mannes.

Vnd stirbet einem manne syn wip vnd schol er gelten vnd hat nicht czu gelten vnd nimpt er ein ander wyp vnd gibt im [Seite 11] dy varvndes guet er giltet von dem varvndem gvt wol daz ist da von geseczet daz der man des weibes voyt ist vnd ir meister ist vnd gibt aber dem manne sin wip ander gvet danne [Folio IV] varvndes gvt da mag er nicht von vergelten wan nach ir willen hat aber sy erben dy des gvetes wartvnde sint nach ir tot so mag syn der man nicht anwerden vmme syn erer gulte gewinnent sy aber erben vnd ensamment dye weil dye lebent so wirt er daz gvet wol an daz sy im gab. Stirbet ein man so ist man dem erben wol schuldic czugelten swaz man im gelten scholte dy man pehaben mac als recht ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 12
Schwsp.(L.) Art. 11
Daz vor gerichte geshiet da shol nieman vmb swern.

Swer porget oder entlehent der shol daz gelden vnd waz er gelobt daz shol er stete haben. wil abr er laugen so shol man in vberzivgen als recht ist. waz abr vor gerichte geshiet do mac nieman vͤmb geswern nier pei dem eide sagen ez enge denne deme manne an den leip oder an seins leibes ein teil. vnd ist daz ein man freuelt an dem richter oder on seinem vronenpoten so ist man im zweier puze shuldic der ein iglich man nicht dann ein hat. vnd do uon hat der richter vnd sein vronpot zweier manne puze der in icht tut.wann swo man siben manne bedarf zv gezivgen vor gerichtes do shol man den richter fuͤr zwene man nemen vnde seinen vronpoten sam.Schwsp.(L.) Art. 12
nieman mac im selber ander recht erwerben den in an geporn ist. er mac auch mit vntat erwerben daz er ein poͤser recht gewinnet als wir her nach wol sagen. ein man mac sprechen uor gerichte daz er ein poͤser recht gewinnet danne ob er swige. ein iglich kint behaldet sines uater recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 10
Daz vorgerichte geschiecht da schol niemant fvr sweren.

Swer porget oder entlihet der schol daz gelten vnd swaz er gelopt daz schol er stete haben wil er aber lovken so schol man in vber czugen als recht ist. Swaz aver vor gerichte geschiecht da schol man nicht vmme sweren nvr pydem eide sagen ez enge dem manne denne an den lip oder an sines leibes enteil. Vnd ist daz ein man vrevelt andern richter oder an sinem vronenpoten so ist man im czweier pveze schvldic der ein iglich man nicht wan ei nev hat vnd da von hat der richter vnd der vrone pot czweier manne pveze der in nicht tuot wan swo man siben manne pedarf czu gecziwgen vor gerichtes da schol man den richter fvr czwene nemen vnd sinen vronen poten alsam. Niemant mac im selber ander recht erwerben denne in angeporn ist er mac ovch mit vntat erwerben daz er ein poser recht gewinnet als wir her wol gesagen ein man mag sprechen vor gerichte daz er ein poser recht gewinnet danne ob er swige ein iglich kint peheltet sines vaters recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 13
Schwsp.(L.) Art. 13
Wer gezivg mac gesin oder nicht.

Nv shuln weisen wer gezivg mac gesein. die kint die nicht sint ze iren tagen kvmen sint ze vierzehen iaren vnd weip vͤmbe elich sache. da nimt man wip wol gezivge vnd anders nicht den vmb elich sache. puben mvgen auh nicht zivge sein vnd solhe leute die ez mit ir tumpheit zv habent pracht daz in ir frivnde die ir phleger waren ir gut vor gerichte die mugen auch nicht gezivge sein. vnsinnige leute vnde die plinden vnde die toren vnd die nicht gehorent vnd die stummen vnde pennige leute vnd verecht leute vnd kezzer vnd meineider die vor gerichte der dinge vberzivget sint die mugen alle nicht gezivg sint.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 11
Wer gecziwge mag sin oder nicht.

Man schol ovch nv wisen wer gecziwge mvge gesin oder nicht moge syn. Dy kint dy nicht czu ir tagen komen sint czu vierczehen iaren vnd wip nvor vmme eliche sache da nimpt [Seite 12] man wip wol czv czevge vnd anders nicht wan vmme eliche sache. | Pveben dy mvegen ovch nicht geczivge sin und alle dy levte dy er mit ir tvmheit dar czv pracht habent daz in ir vrevnde dy ir phleger waren ir gvet vor gerichte an gewunnen haben dy mvgen ovch nicht gecziwc sin vnd vnsinnege levte vnd plinten vnd toren vnd dye nicht gehorent vnd stvmme vnd dy levte dy czu panne sint getan vnd ver echt levte vnd keczer vnd meineider dy vor gerichte der dinge vber cziwget sint dy mvgen alle nicht gecziwc sin.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 14
Schwsp.(L.) Art. 14
Wie der vater des svns gut erbet.

Und stirbet dem vater ein kint vnd hat er im gut auz gegeben ez sei varnde gut oder gut vnde lat er weder weip noch kint der vater erbt des svns gut. ez mac weder pruder noch swester geerben. daz ist da von daz ez von dem vater dar ist kvmen. vnd hat der svn ander gut gewunnen den daz im der uater gap vnd geit im got geshefte er geit daz gut mit gesvndem leibe oder an seinem totpette swem er wil. vnd ist daz er do mit nicht geshaffen hat die nehesten erben suln daz gut nemen vnd shullen der sele ir teil geben vnd dauon den levten gelden. daz ist da von daz ez der pruder erarbeit hat. vnd ist weder vater noch pruͤder noch swester da so nemenz ie die nehesten erben. ein iglich mensch ist erbe vnz er gerechen mac hinz der sibenden sippe als auch daz puch uor seit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 12
Wy der vater des svns erbet.

Vnd stirbet einem vater ein kint vnd hat er im guͦt vz gegeben ez sy varvndez gvt oder ander gut vnd let er weder wip noch kint der vater erbet des svns gvt ez mac weder prvder noch swester nicht geerben daz ist da von daz ez von dem vater dar ist komen vnd hat der svn ander gvt gewunnen danne daz imder vater gab vnd gibt daz gvt mit gesvndem leibe oder an sinem totpette swem er wil ist daz er da mit nicht geschafet hat dy nechsten erben schuln daz gvt nemen vnd der sel ir teil geben vnd da von den levten gelten daz ist davon daz ez der pruder erarbeit hat vnd ist vater noch prvder noch swester da so nement ez ie dy nechsten erben ein iglich mensche ist erbe vncz daz er gerechen mac czu der sibende sippe als ouch daz puech hy vorsagt.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 15
Schwsp.(L.) Art. 15
Wie ein kint vater vnd muter erbe verwuͤrkt.

Ez mac ein kint seins vater vnd seiner muter erbe verbvͤrken mit vierzehen dingen. Der ist ains ob der uater hat ein eweip vnd die des svns stifmuter ist vnd oder pei der leit mit wizzen oder pei einem ledigen weibe die sein uater gehabt hat so hat er allez daz erbe verburket des er wartende ist. daz erzivge wir mit dauide in der kvͤnige puche daz absalon der shone pei seins vater frivndin lac suͤntlich lac mit wizzen. da mite verworchte er seins vater hulde sein erbe vnd auch sein leben. Daz ander vnd ist daz ein svn seinen vater vahet vnd in slivzet wider recht vnd stirbt er in der vancnisse der svn hat sein erbe verlorn. Daz dritte ist ob ein svn seinen vater geslagen hat an daz wange oder wo er geverlich geslagen hat. Dar virde ob er in sere vnd frevelich geshulden hot. wan der almechtige got selber spricht. ere vater vnde muter so lengest dv dein leben auf der erden. wand nv der mensh sein lanc leben da mit verwuͤrkt daz er vater vnd muter nicht eret vnd in versmehe pevtet so ist auch daz recht daz er sein erbeteil verwuͤrke. wan dise recht sazte der keiser Iustian. Daz fuͤnfte ist ob ein svn auf seinen vater solhe dink gesaget hat daz dem vater an den leip gat ez ensei denne sache die wider dem lande sei da svn vnde vater wonunge inne hant oder wider dem fuͤrsten des daz lant ist. Daz sechst ist ob der svn ein diep ist oder sust ein poͤsewicht oder ob er wizzenlich mit posen leuten wont. Daz sibende ob der vater durch des svns sage grozen shaden genumen hat. daz ist also gesprochen ob er im leip oder gut verraten hot. Daz achte ist ob der svn den vater an seinem geshefte geirret hot also swenne der vater an seinem totbette leit vnd daz der svn die tuͤr zeslivzet daz die pruder oder ander phaffen dar in icht kvmen daz er seine sele ding nicht shaffe. da mit hat der svn sein erbeteil verworcht. vnd dar uͤber spricht ein heilige gar ein gut wort. der spricht also. dicz ist gar ein gut gesezzede. wanne als der menshe an seinem tode leit do ist aller seiner selden hort daz im denne got riwe vnd andacht geit. vnd wenne des ein kint vater oder muter irret daz hat mit recht sein erbeteil verworcht. wan nach seinem tode so enmac ein menshe ez welle oder enwelle. vͤber die sache spricht ein heilige die der keiser ivlian gesezt vnde gepoten hot. Daz nevnde ist ob der svn ein spilman ist wider des vater willen vnd ob der vater nie gut fuͤr ere genam. Daz zehende ist ob der svn des vater puͤrge vmb ein zeitlich dink nicht wil werden vͤmb ein zeitlich guͤlde. Daz ailfte ist ob der svn den vater auz der gevancnisse nicht loͤsen wil. Daz zwelfte ist ob ein vater vnsinnic wirt vnd in der svn in der vnsinne nicht behuͤtetet noch bewart. wand got hot gepoten daz man vater vnd muter eren shol. Daz dreizehende ist so ein svn seinem vater sein gut mer denne halbez vertut mit vnfure vnd mit vnrechter weise. daz ist geshrieben recht. Daz ist daz virzehende ob ein tochter vngeroten wirt daz sie sich ze manne leget an ires vater willen die weil sie vnder fuͤnf vnd zwenzik iaren ist. kvͤmt sie vber fuͤnf enzwenzik iar so mac sie ere wol verliesen mit mannen. sie kan abr ir erbe nicht verliesen ze rechte. Ez mechte auch ein vater gegen seinem svne sein recht verwurken mit disen sachen etelicher. nicht mit in allen. wan ez sleht vnde shilt ein vater seinen svn mit allem recht. doch verwuͤrket ein vater mit den drein ersten sachen daz er uon seim gute sheiden muz pei seim lebenden leibe vnde shol der svn an des vater stat sten vnd shol dem vater sein notdurft geben mit eren ob er sein state hat vnd nach den eren als er gelebt hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 13
Wy ain kint sines vaters vnd siner mveter erbe fvr worchet mit fvmfczehen dingen Es mag ein kint sines vater vnd siner mvter erbe mit vierczehen dingen.

Der ist eines ob der vater hat ein e. wip vnd dy des svns stevfmvter ist vnd ob der svn peider leit mit wizzen oder py einem ledigen wibe dy syn vater gehabt hat so hat er allez daz erbe verwurchet dez er ist wartvnde daz ercziwge wir mit dauid inder kvnige pvch daz absolon der schone py sines vater frevndinne lac svntlichen mit vizzen damit verworicht er [Seite 13] sines vaters hvlde vnd sin erbe vnd sin leben. Daz ander ist daz ein svn sinen vater vecht vnd in inslvzet wider recht vnd stirbet er inder vanchnvsse der svn hat sines vater erbe verworcht. Daz dritte ist ob ein svn sinen vater geslagen hat an der wange oder swo er in geverlich geslagen hat. Daz wierde [Folio V.] ob er in sere vnd merchlichen gescholten hal wan der almechtigot selbe sprichet ere vater vnd mvter so lengestv din leben vf der erde wan nv der mensche syn lanch leben da mit verwurket daz er vater vnd mvter nicht eret vnd in versmecht so ist ouch daz recht daz er sin erbeteil damit verwurche wan dyse recht saczt keyser Justian. Daz fvmfte ist ob ein svn so getane dinc vf den vater gesayt hat dy dem vater an den lip gent ez sy danne ein so getane sache dy wider dem lande sy da svn vnd vater wonvnge inne habent oder wider den fvrsten des daz lant ist. Daz sechste ist ob der svn ein dieb ist oder svst ein poswicht oder ob er wizzenclichen mit posen leuten wont. Daz sibende ist ob der vater von des svns sage grozen schaden genomen hat daz ist also gesprochen ob er im sinen lip oder sin gvt verraten hat. Daz achte ist ob der svn den vater an sinem geschefte gentet hat also swenne der vater an sinem tot pette leit vnd daz der svn dy tver czuslecht daz dy prvder noch ander phaffen darin nicht komen daz er siner sele dinch nicht schaffe damit hat der svn syn erbe verlorn vnd verworicht vnd dar vber sprichet ein heilige gar ein gvt wort der sprichet also dicz ist gar ein gesecze wann swanne der mensche an sinem ende leit da ist aller siner selden hort daz im got danne riwe vnd andacht gibt vnd swenne des ein kint vater oder mveter irret daz hat mit recht syn erbeteil verworicht wan nach sinem tode so en mach der mensche weder wellen noch enwellen vnd also sprichet ein maister ein heiliger vber dy sache dy der keyser iustian geseczet vnd gepoten hat. Daz niwnde ist ob der svn ein spilman ist wider des vaters willen vnd ob der vater nie gvt fvr ere genam. Daz czehende ist ob der svn des vater porge nicht werden wil vmme czeitliches gelt. Daz einlefte ist ob ein svn sinen vater von vancnvsse nicht losen wil. Daz czwelfte ist ob ein vater vnsinnic ist oder wiert vnd der svn in der vnsinne nicht pehvet vnd [Seite 14] vnd pewart vnd in nicht insiner gveten phlege hat wan er schol vater vnd mveter eren daz hat got gepoten. Daz driczehende ist swan ein svn sinem vater sin gvt mer denne halbes vertvet vnd daz mit vnfver tvt vnd mit vnrechter wyse daz ist geschreben recht. Daz vierczehent ist ob ein tochter vngeraten wiert daz sy man czu ir let an ir vater willen dy weil si vnder fvmfvnd czweinczik iaren ist kvmt sy vber fvmf vnd czweinczik iaren so mag sy ir er wol verliesen mit mannen sy kan aber ir erbe nimmer verliesen czu recht. Ez mocht ouch ein vater gein sinem svn sin recht verwurchen mit disen Sachen ettelichen nicht mit mallen wan ez sichet vnd schilt eine vater sinen svn mit allem recht doch verwurchet ein vater mit den ersten drin sachen daz er von sinem gut scheiden mvͦz py sinem lebentigem leibe vnd schol der svn an des vaters stat sten vnd schol dem vater dy notdorft geben ob er sin stat hat vnd nach den eren als er gelopt hat.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 16
Schwsp.(L.) Art. 16

Swer purge hot der shol fuͤr alle die antworten die dar aufe sint. Swer puͤrge hot der shol vor alle die antworten die purklehen dar aufe haben sie sizzent draufe oder nicht vnd alle die dar aufe in seiner shirme sint oder in seiner kost. vnd swer im verbevtet die echter ze behalten so shol er nevr vber nacht behalden. vnd tut er des nicht daz ist widerz recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 14
Swer ein purch hat der schol fvr alle dy antwurten dy vf der pvrch sint oder siczet.

Swer purch hat der schol fvr alle dy antworten dy purch lehen darvf habent sy siczen druf oder nicht vnd fvr alle dy darvf insinem scherme sint oder insiner kost vnd swer im verpuet den echter czu pehalten so schol er in nur vber nacht pehalten vnd tvt er des nicht daz ist wider daz recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 17
Schwsp.(L.) Art. 17
Von den swaben.

Die swaben sezzen wol ir vrtail vnder in selber auf swebisher erde vnde zihent sie wol an ein hoͤher gerichte ob sie recht ist. daz gerichte muͤzen sie nemen. vnd habent sie halt die minnern volge. swebish recht entzweit sich nicht von der sachen rechte wanne an erbe ze nemene vnd vrteil ze gebene.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 15
Von den swaben wy dy ir recht seczent.

Dy swaben seczen wol ir vrteil vnder inselber vf swewischer erde vnd cziehent sich wol an ein hoher gerichte ob sy recht ist daz gerichte mvezen sy nemen vnd habent sy doch dy ininner volge swewische recht enczweiet sich nicht von der [Folio VI.] sachsen recht wan an erbe czunemen vnd vrteil czu geben.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 18
Schwsp.(L.) Art. 18
Waz ein iglich man seinem weibe ze morgengabe geit.

Nv vernemt waz ein iglich man der von ritterlicher art ist waz der seime weibe ze morgengabe geben mak. des morgens an dem pette oder so er ze tishe gat oder ob dem tishe so mag er gaben an seiner erben vrlop eine magt vnd ainen knecht die e zir tagen kumen sint vnd zevne vnd gezimmer ob der erden. vnd so der man stirbet so shol die vrowe daz ertreich raumen in den sechs wochen nach dem dreizigisten vnd shol sie also raumen daz sie die erden icht verbunde. sie shol ez abr die erben ane biten ze loͤsen nah vrumer leute kuͤr vnd waz ir die heizent geben daz shol sie nemen. so git der herre der vrei ist dacz hundert marc gildet. ich meine fuͤrsten vnd ander freie herren. die mittern freien die mugent geben daz zehen mark gildet. vnd die dienstman der fuͤrsten die mugent geben ir weiben daz fuͤnf mark giltet. swaz ander leute ist die mugent nicht mere geben den ir beste phert oder ros oder ein vihe. vnd ist ein ritter ein eigen man der mak nicht mere geben denne ein ros oder ein vihe. noh der kaufman mac nicht mere gegeben denne als uor gesprochen ist vnd seins varndes gutes mak er geben zehen mark ze morgengabe oder ein vihe vnd ein ros unde anders nicht. der gepaur der vrei ist vnd ander vreie leute die nicht ritter sint die mugen geben ze morgengabe iren weiben ros vnde rinder vnd ie nevr einz vnde zehen marc. der eigen man mac nicht mere gegeben wan ein shof oder ein geiz oder fuͤnf shillen. swo dich puch uon shillingen ist da sint ie zwelf phenninge ein shilling. daz heizent eshillinge. vnd der selben shillinge geit ein ainiger man seinen weibe fuͤnfe ze morgengabe seiner lantpheninge. ein romish kvnig mac geben seiner vrowen minner oder mere. dem ist nicht zal auf gesezt. geit aber ein kvͤnig des reiches gutes dar da hat die vrow nicht rechtes an. wan wirt ein ander kvnig der hat ez mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 16
Waz ein iglicher man der von ritterliche art ist mag czu morgengab geben sinem wybe.

Nu uernemet waz ein iglich man der von ritterlicher art ist waz der sinem wibe czu morgengab geben mac des morgens [Seite 15] an dem pette oder so er czu tische get oder ob dem tische so mag er geben an siner erben vrlovp eine mayt vnd einen knecht dy .e. czu iren iaren komen sint vnd dy czovne vnd geczimber ob der erden vnd als ir man stirbet so schol sy daz ertrich rovmen inden sechs wochen oder nach drizegistem vnd schol sy also rovmen daz sy dy erden nicht verwunde sy schol ez aber dy erben an pieten czulosen nach frvmer levte chuer vnd swaz ir dy heizent geben daz schol sy nemen. So gibt der herre der vrei ist daz hundert marc giltet ich mein fversten vnd ander vreie herren. Dy mittern vreien dy mvgen geben daz czehen marc giltet vnd die dienstman der fvrsten dy mvgen geben czu morgengab ir wiben daz fvnf marc giltet. Swaz ander levte ist dy mvgen nicht mer geben wan daz peste pherde oder ros oder ein vihe. Noch der kovfman mag nich mer geben wan als hye vor gesprochen ist vnd sines varundes gvetes mac er geben sinem wibe czehen marc czu morgengab vnd ein ros vnd ein vich vnd anders nicht.

Der gepver der vrei ist vnd ander vreie levte dy nicht ritter sint dy mvgen geben czu morgengab ir wiben ros vnd rinder vnd ie nuͦr eines vnd czehen marc.

Der eigen man mag nicht mer geben wan ein schaf oder ein geiz oder fvmf Schillinge swo dicz puch von schillinge seit da sint ie czwelif phenninge ein schillinch daz heisent .e. schillinge vnd der selben schillinge gibt ein einiger man fvmf sinem wibe czu morgengab siner lant phenninge. Eyn Romischer kvnig mac geben siner frowen minner oder mer dem ist nicht czal vf geseczet gibt aber der kvnig des riches gvetes dar da hat dy vrowe nicht rechtes an wan wirt ein ander kvnig der hat ez mit rechte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 19
Schwsp.(L.) Art. 19
Wie ainer sein aigen geit ze leipgedinge seiner wirtinnen.

Ez geit ein man sein eigen wol seinen weibe ze leipgedinge mit der erben urlobe ob sie zer tagen kumen sint. Schwsp.(L.) Art. 20
ist daz ein man seins weibes morgengabe verkaufen wil oder versezzen oder swie erz ir ane wirt ez sei mit willen oder vnwillen die weil der man lebt ob si dar auf clagen wil man shol ir richten vͤmb ir morgengabe. wil er si auf ir zeswen pruͤste vnd auf ir zeswen zoͤphe hat sweren daz ez ir wille nie wuͤrde der richter shol ir ir morgengabe wider antworten. vnd wil sie ez nicht enpern man muz ir allen den nuz wider geben den daz gut vergulden hat. vnd sol denne der richter der ir gerichtet hot der shol auch dem richten der daz gut kauft vͤm iren wirt oder ein ander richter der ez ze rechte richten shol. ob der wirt lebet so shol er im erstaten volleclichen den shaden der im geshehen ist. vnd ist er tot so shuln ez die erben tun uon dem gut daz si geerbet hant vnd nicht von der vrowen gut ob gut da ist ez sei eigen gut oder varndez gut oder gut ane lehen. vnd ob daz da nicht ist so sint die erbe ledic. vnd ist halt daz ir wirt stirbet vnd wirt sie ir morgengabe an nach seime tode mit ir guten willen daz hilfet dennoch niht. mit nichte mac si ir morgengabe besteten wan mit eime dinge. daz ist daz sie shol ir morgengabe auf geben mit ir hant in des hant dem si sich geit mit diesen worten. ich verzeihe mich meiner morgengabe vnd ich gibe ev diz gut daz ez iwer sei vnd mein nicht. vnd sie shol daz menshe nennen mit namen dem sie ez geit ez sei man oder vrowe. vnd si shol auch daz gut nennen. dar nach shol sie einen ait swern auf ir pruͤste daz sie daz gut nimmer wider gefoder. daz pleibet stete vnd anders nicht den also.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 17
Wy einer sin eigen czu leipgedinge gibt sinem wibe.

Ez gibt ein man sin eigen sinem wybe wol czu leipgedinge mit der erben vrlovp ob sy czv ir tagen komen sint. Ist daz ein man sines wibes morgengab verkoufen wil oder verseczen wil oder swy er irs ane wiert ez si mit irem willen oder dy weile der man lept ob sy dar vf klagen wil man [Seite 16] schol ir richten vmme ir morgengab wil ot sy vf ir recht prvst vnd vf ir rechten czoph ob sy czoph hat sweren daz ez ir wille nie wurde der richter schol ir morgengab wider antwurten vnd wil si sin nich enperen man mvz ir allen den nvcz wider geben den daz gvet wider vergolten hat vnd schol danne der richter der ir .e. gerichtet hat der schol dem ovch richten der daz gvet da kovfet von irem wierte oder ein ander richter der ez richten schol ob der wiert lept so schol er im erstatten volliklichen den schaden der im geschen ist vnd ist er tot so scholn ez dy erben tvn von dem gut daz sy geerbent habent vnd nicht von der frowen gvete ob gut da ez sy eigen oder varvndes gvt oder ander guet ane lehen vnd ob daz nicht ist so synt dy erben ledic. Vnd ist halt daz ir wirt stirbet vnd wirt sy ir morgengab an nach synem tode mit irem guetem willen daz hilfet dan noch nicht mit nichte mag sy ir morgengab steten wan mit einem dinge daz ist daz sy schol ir morgengab vf geben mit ir hant in des hant dem sy gibt mit disen worten. Ich verczeiche mich meiner morgengab vnd gebe evch dicz gut daz ez ewer sy vnd mir nicht vnd sy schol daz mensche nennen mit namen dem sy ez gibt ez sy man oder vrowe vnd sy schol ouch daz gut nennen dar nach schol sye einen eit sweren vf iren prusten daz sy daz guͦt nimmer welle vider gevordern daz peleibet stete vnd anders nicht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 20
Schwsp.(L.) Art. 21
Von vrowen leipgedinge.

Leipgedinge daz mac den vrowen niemant geprechen noh die erben mit den ez in gegeben ist. vnd stirbet auch ir man sie hat ez doch mit rechte. vnd verbuͤrkt ir man sein gut mit vntat so mak man irz doch mit rechte nicht genemen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 18
Daz der frowen leipgedinge niemant mag genemen ob ez der man siner vntat verwurchet.

Leipgedinge mac den froven niemant geprechen noch dy erben mit den ez in gegeben ist vnd stirbet halt ir man si hat ez doch mit rechte vnd fvrwurchet halt ir man sin gut mit vntat so mag man ez ir doch mit nicht genemen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 21
Schwsp.(L.) Art. 22
Wie ein man seinen vrivnde gut sol shol maden. nach seime tode.

ist daz ein man seinem frivnde gut shaffen wil nach seinem tode vnd wil er im daz sicher machen so sol er im shrift geben als hie uor vͤmb ein leipgedinge geredet ist. oder er shol vor seinen richter varn oder vor seinen herren vnd shol die gezivge zihen vnd ander die da pei sint. wil abr erz im gar stete machen so sezze im einen zins dar auz. da mit hat er die gewer vnd mac daz gut nicht verliesen mit rechte. hat abr er erben die versprechenz ob sie wellen oder sie mugen sich versaumen. vnd ist den man ehafte not ane get der die gabe hat getan der shol sein gut an greifen vnd shol sein ehaftiv not da mite puezen. vnd wil im daz iener weren so shol er varen vor seinen richter oder vor seinen herren vnd shol bereden sein ehafte not. daz ist hunger vnd vrost vnd vanknisse an sein shullde. vnd als er daz getut so shol der richter ienen gepieten daz sie in dar an icht irren. ez man dem die gabe geben ist die gabe daz sie im slechtes ledik wirt. recht als daz puch hie uor spricht wie ein svn seins vaters erbe verbuͤrkt also verwirket iener die gabe. die gabe haizet stete die vor dem richter geshiet. die heizet auch stete die mit de shrift. die ist aller stetest die mit der gewer.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 19
Wy ein man synem vrevnde guet machen schol.

Ist das ein man synem vrevnde gvt schaffen wil nach sinem tode vnd wil er im daz sicher machen so schol ein hantveste geben als hy vorvm leipgedinge geret ist oder er schol fvr [Seite 17] sinen richter varn oder fvr sinen herren vnd schol ez an dy geczuge czihen und an dy andern dy da py sin gewesen wil aber er imz gar stet mache secze im einen czins darvz damit hat er dy gewer vnd mac daz gvt nicht verliesen mit rechte hat aber er erben dy versprechen ez ob sy wellen oder sy mvgen sych versovmen vnd ist daz den man ehaftige not aneget der dise gab hat getan der schol syn gvt angriefen vnd schol syn ehaftige not da mit pvesen vnd wil im daz iener weren so schol er varn fvr sinen richter oder fvr den herren vnd schol pereden sin ehaftige not daz ist hvnger vnd vrost vnd vancnvsse an sine schulde vnd als er daz getvet so schol der richter jenem gepieten daz er in daran nicht irre ez mag der man dem dy gab geben ist fvrwvrchen wider den der im slechtes ledich wiert recht als daz pvch hy vor sprichet wy ein svn sines vater erbe verwurchet also verwurchet iener dy gab dy gab heizet stete dy vor dem richter geschiet dy heizet ouch stete dy mit der schrifte dy ist aller stetist dy mit der gewer.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 22
Schwsp.(L.) Art. 23
Wie der man sein gut e verzeren sol dann der vrowen dacz ir.

Geit ein man seinem weibe ze heimstivre varnde gut oder ander gut ane varnde gut daz mak er nimmer ane werden die weil er ander gut hat. vnd twinget abr in ehafte not er geit ez wol mit rechte hin vnd er buͤezet sein ehafte not. vnd ist daz sie im alseinlich gut geit er shol daz seine e ane werden e daz ir. wirt abr er ir guͤt ane daz sie zv im bracht hat vnd stirbet der man vnd mac sie selb dritte erzivgen daz ez ir wille nicht enwere man shol ir gut lan vnd waz daz gut vergolden hat. ez ensei denne daz der man dar ge vnd berede mit sein eins hant daz im sein sin vnd sein gewizzen sait daz er recht hette. daz ist dar vmbe gesezzet daz die vrowen vͤmbe gut nicht mugen arbeiten als die man vnd auch dar vͤm daz vrowen wirs stet ob sie nach deme almusen gent denne den mannen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 20
Wy ein man syn gvet .e. verczeren schol danne der frowen das ir.

Gibt ein man gvet synem wybe czu eimstiwre varvndes gvt oder ander gvt an varvndes gvt daz mag er nimmer ane werden dy wil er ander gvet hat vnd twinget in aber ehafte not und ist daz sy im ovch alsemelich gvt gibt er schol daz sin .E. ane werden .e. daz ir wiert aber ir gut an daz sy czu im pracht hat vnd stirbet der man vnd mac sy selbe dritte ercziwgen daz ez ir wille nicht were man schol ir ir gvet lazen vnd swaz daz gvet vergolten hat izen sy daz der man darge vnd perede mit syn eines hant daz im syn sin vnd sein gewizzen seite daz er rechte het daz ist dar vmme geseczen daz dy vrowen vmme gvt nicht mvgen arbeiten als dy man vnd ouch darvmme daz ez der frowen wen wirser ane stet ob sy nach dem almosen gent danne dy man.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 23
Schwsp.(L.) Art. 24
Waz die vrowe behabet die von iren manne gesheiden wirt.

und ist daz ein man von seinen weibe wirt gesheiden von recht vnd daz sie paide nicht enwesten daz mit vnrecht pei ein ander sazen si behabt irz selbez gut nd ir morgengabe vnd ir leipgedinge vnd sein eigen mit seiner erben vrlobe ob die erben zv iren tagen kvmen warn. welch erbe ze seinen tagen nicht kvmen was deme shadet auch die gab nicht die er getan hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 21
Waz dy frowe dy von ir manne gescheiden wiert.

Vnd ist daz ein man von synem wibe wiert gescheiden mit rechte vnd daz sy peide nicht enwellen daz sy py einander mit vnrecht sazzen sy pehabt ir selber gvt vnd ir morgengab [Seite 18] vnd ir leipgedinge vnd sin eigen mit syner erben orlovbe ob dy erben czu ir tagen komen waren. Swe sint erbe czu sinen tagen nicht komen waz den schadet ovch dy gab nicht dy er getan hat.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 24
Schwsp.(L.) Art. 25
Daz ist ein michel lantrecht wie die erben mit der witewen teilen.

Swa ein man stirbet vnd ein weip lat vnd nicht kinde die erben shullen zv der witewen auf daz gut varn vnz zv den dreizegisten dar vͤmb daz sie bewarn daz des gutes icht verlorn werde daz si an gehorte. mit der erben rate sol die vrowe die begrebde began vnd shol auch in dem gute sitzen vnz an den dreizigesten tac. von dem erbe shol man des ersten gelden dem gesinde ir verdientes lon als uil als in gepurt vnz an den selben tak daz ir herre starp. man shol daz gehalten vnz an den dreizigisten tac daz sie sich mugen bestaten vnd sich verrichten. wil abr der erbe so shullen sie dienen vnz auf vollez lon. vnd ist in ze vil lons gegeben der enduͤrfen sie nicht wider geben ob man sie lat von irme zil. lant man im von iare oder von monode daz shullen sie ze den heiligen behaben. wer auf genade hat gedienet der muz den erben auch genaden manen. vnd stirbet auch der diener e daz lon verdient habe daz im gelobt was man ist seinen erben nicht mer lons shuldic shuldic ze geben den als uil er verdienet hot vnz an die zeit daz er starp. dar nach muz die vrowe mit den erben teilen die houespeise die nach deme dreizigesten pleibet swo sie die hot an in ir gewalt. so shol die vrowe sein ros also gesatelt oder daz peste phert daz er hat vnd daz peste harnash daz er hette ze seinem leibe vnd daz peste swert daz shol sie allez seinem herren geben ob er ein dienstman was. dar nach shol sie den erben geben einen polster vnd ein pette vnd zwei kuͤssen vnd zwei leilachen vnd tishlachen vnd ein padelachen vnd zwu twehelen. daz ist ein gemaine hineuart ze geben vnd ist auch ein recht. da sezzent auch die leute manig dink zv daz dar zv nicht hort. swo die vrowe der dinge nicht enhat der shol sie nicht geben ob sie ir vnshulde dar zv tut daz ez nicht enhabe. sie muͤze vͤmme der iegliches einen eit svnderlichen tun. swes sie abr beweisen mac da nimt man ir ait nicht vmbe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 22
Daz ist ein michel lantrecht wy dy erben mit witeben teilen schullen daz gvet.

Swo ein man stirbet der ein wip let vnd nicht kinde dy erben schullen czu der witben vf daz gvt varn vncz czu dem drizegistem dar vmme daz sy pewarn daz des guetes icht verlorn werde des an sy gehort mit der erben rat schol dy frowe dy py grab pegen vnd schol ovch indem gvete siczen vnd czu dem drisigisten von dem erb schol man daz aller erste gelten dem gesinde ir verdientez lon als vil in angepvert vncz an den tac daz ir herre starb man schol daz behalten vncz an den drizigisten daz sy sich anderswo mvgen pestaten vnd sich verrichten wil aber der erbe so schullen sy voll dienen vnd ouch vollez lon enphahen vnd ist da czu vil lones gegeben des endvrfen sy nicht wider geben ob man si let vor irme czil [Fol. VIII.] lont man in aber von iar oder von dem manod daz schullen sy vf dy heiligen pehaben. Swer vf genad hat gedient der mvz den erben ovch genaden manen vnd stirbt ouch der diner .e. daz er syn lon verdient hab daz im gelopt waz man ist sinen erben nicht mer lons schuldic czu geben danne als er verdienet hete vncz an dy czeit daz er starb.
Dar nach mvz dy frowe mit den erben teilen dy hovspise dy nach dem drizegistem pelibet swo sy dy hat oder swo sy anderswo ist danne mir gewalt so schol dy frowe syn ros also gesatelt oder daz peste phert daz er hat vnd daz peste harnaische daz er hete czu seinem leibe vnd daz peste swert daz schol sy allez samt synem herren geben ob er ein ein dienstman waz. Dar nach schol sy geben den erben einen polster vnd ein pette vnd ein kvssen vnd czwei leilachen ein tislachen vnd ein padelachen vnd ein pethe vnd czwo tweheln daz ist ein gemeine hinne vart czu geben vnd ist ouch recht da sazent dy leute manic dinc czu daz da czu nicht gehoret. Swo dy frowe der dinge nicht en hat der schol sy nicht [Seite 19] geben ob sy ir vnschvlde darczu tvt daz sy ez nicht en hab sy mvez vmbe der igliches einen eit svnderliche tvn swes man sy aber pewisen mac da mmpt man ir eides nicht vmme.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 25
Schwsp.(L.) Art. 26
Von totleibe.

Swa zwene man ze ainer totleibe geporen sint do shol der elter daz swert nemen vor hin dan. daz ander teilent sie gleiche. swo zwene oder mere oder mer denne zwene ein gut teilent do shol der elter teilen vnde der iunger weln. swa die svne zern tagen kvmen sint do shol der aller elterst pruder seins vater swert nemen ze totleibe vnd shol der kinde voget sin vnz daz sie zv ir tagen kumen sint. so shol er ez denne den kinden wider geben vnd allez ir gut. oder er shol inz wider raiten wo er ez getan habe oder pidert oder wie erz verloren habe von vngelucke. er ist auch der witewen vormunt die weil sie ane man ist ob sie wil vnd ob er ir ebenbuͤrtik ist. nach dem totleibe shol die vrowe ir morgengabe nemen vnd allez daz zv deme varnden gute gehoͤret. daz sint shof vnd geiz vnd rinder vnd swein vnd gense vnd hvͤnre vnd kasten die nicht ane genagelt sint vnd garn vnd pette vnd polster vnd kvͤssen die sie dar hete pracht vnd leilachen tishe. lachen peken vnde luͤchten vnd alle weiplide cleider vnd vingerlein vnd armgolt vnd shapel vnd selter vnd alle puch die zv dem gotes dienste gehoͤrent sideln vnd laden die nicht an genagelt sint tebich vnd vmmehenge vnd allez gebende. diz ist ze der vrowen varnden gute gehoret. noch ist maniger hande dink daz die vrowen an gehoͤret versnitene lachen ze cleidern. vnd ob da golt ist vnde silber vnuerworcht daz hoͤrt die erben an vnd nicht die vrowen. swo der wirt der dinge deheinez versezzet hot daz suln die erben loͤsen ob ez one hort vnde die vrowe nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 23
Wenne der vater stirbet waz dy kinder czu tot leibe nemen schullen.

Swo czwene man czu einer tot leip geporne sint da schol der elter daz swert nemen vor hin dan daz ander teilent sy gelich. Swo czwen oder mer danne czwen ein gut teilent da schol der elter teilen vnd der ivngere welen swo dy svne czu iren iaren nicht komen synt da schol der aller eldeste prvder synes vater swert nemen czu tot leibe vnd schol der kinde voyt sin vncz daz sy czv iren iaren komen sint so schol er ez den kinden wider geben vnd allez ir gvet oder er schol unz wider reiten war erz getan hab oder vmme wy erz verpiderbt hab oder wo ez im mit rovb oder mit diepheit ab geprochen sy oder von vngelvcke an sin schulde genvmen si er ist ouch der witeben vormunt dy weile sy ane man ist ob sy wil vnd ob er wil dy weil er ir eben pvrtich ist.

Art. 24
Waz dy frowe czu tot lebe nemen schol.

Nach dem tot leibe schol dy frowe nemen ir morgengab und allez daz czu dem varvnde gvt gehoret daz sint schaf vnd geize vnd swin vnd rinder vnd genze vnd hvner vnd allez gefvgele vnd casten dy nicht angenagelt sint vnd garn vnd pette dy sy dar hat pracht vnd polster vnd kvsse dy sy dar pracht vnd alle lei>achen vnd tislachen pethen vnd levchten vnd alle weipliche kleider vnd vingerlin vnd armegolt schapel vnnd selter vnd alle dy pvch dy czu gotes dienst gehorent sidel vnd laden dy nicht angenagelt synt tebich vnd vmhanc vnd rvcke lachen vnd allez gebende dicz ist daz czv der frowen varvndem gvet gehoret [noch ist mancher hande dinch daz dy frowen angehoret] versnitne lachen czu kleidern vnd ob da golt ist oder silber vnverworicht daz gehoret dy erben an und nicht dy frowen. Swo der wiert der dinge keines verseczet hat daz schullen dy erben losen ob ez si angehoret vnd dy frowen nicht [Seite 20].

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 26
Schwsp.(L.) Art. 27
Ob man ein kint mvͤnchet daz vnder siben iaren ist.

Mvͤnchet man ein kint daz vnder siben iaren ist vnd vert ez vnder der den virzen iaren auz ez behabt ane lantrecht vnd on lehenrecht allez daz ez erben shol recht als ob ez nie gemvͤnchet were. daz selbe recht hot auch die iunkvrowe abr nicht den vnder zwelf iaren. begibt sich abr der knabe vͤber die virzehen iar der hot sich von lantrecht vnd von lehenrecht erlediget vnd von erbeteil. seine lehen sint dem herren ledic. vnd seinen nehsten frivnden wirt daz erbe. vnd die iuͤnkvrowe hot daz selbe recht so sie kvͤmt vͤber die zwelf iar. laugen si abr des daz sie nicht zv den tagen kvmen sint als hie vor gesprochen han so shol man sie des vͤberzivgen mit vater vnd mit muter oder mit ander irr magen oder mit ander iemande der ez weiz der selb dritte man dar get vnd swert daz sie alt sein als da uor gesprochen ist. so hant sie ir recht verlorn. hant sie abr nicht gezivge so shol man knaben mit disen dingen vberzivgen. man shol im greifen oben an den munt vnder der nasen vnd vindet man da cleinez har daz ist ein gezivge. man shol im greifen vnder die pain ob seiner geshefte vnde vindet man da cleinez har dacz ist der ander gezivg. man shol im greifen vnder die vͤchsen vnd vindet man da cleinez har daz ist der dritte gezivg. da mit hat man behabet daz er vierzehen iar alt ist oder elder. die iuncfrowen mac man nicht vͤberzivgen mit disen drein dingen als uor gesprochen ist. swie alt abr der knabe oder die iuncvrowe sei vnd tunt sie sich in geistlich leben daz sie wandel haben ze zwen iaren. vnd varent sie vor dem iare auz sie habent ir recht verlorn. man mac den knaben vͤberwinden mit den prudern die pei im sein gewesen in dem closter do er inne was ob er iar vnd tac in dem leben ist gewesen. vnd sagent sie daz vor ir maistershaft pei ir gehorsam der iuͤngeling hat verlorn vnd er muz mit rechte muͤnch sein vnz an sein ende oder er muz groͤzlich abtruͤnnig sein ewiclich. also vͤbrzivget man auch die magt mit vrowen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 25
Ob ein kint czv einem mvnche wiert daz vnder siben iaren ist oder nvnne wiert ob man im sin erbe schvlle geben oder nicht.

Macht man ein kint czv einem mvnche daz vnder siben iaren ist vnd vert ez vnder den wierczehen iaren vz ez pehabt an lantrecht vnd an alle lehen recht alles daz ez erben schol recht als ez nie czu einem mvnche wer warden. Daz selbe recht hat ovch ein ivncvrowe aber nicht wan vnder czwelif iaren pegibt sych aver ein knappe vber vierczehen iarn der hat sych von lantrecht vnd von lehen recht erledigt vnd von erbeteil sine lehen sint dem herren ledich vnd sinem nechsten erben wirt daz erbe vnd ein ivncvrowe hat daz selbe recht so [Fol. IX.] sy kvmpt vber czwelif iar.
Lovgent sy aver des daz sy czu iren tagen nicht komen sy als ich hy vor gesprochen han so schol man sy des vbercziwgen mit vater vnd mit mvter oder mit andern ir magen oder mit einem der ez weiz der selbe dritte dar gat vnd swert daz sy als alt sin als hy vorgesprochen ist so habent sy ir recht verlorn habent awer sy nicht gecziwge so schol man den knaben mit disen dingen vbercziwgen man schol im grifen an den mvnt oben vnder der nasen vnd vindet man da kleines har daz ist ein gecziwg man schol im ovch grifen vnder dy pein ob sinem geschefte vnd vindet man da kleinez har das ist der ander gecziwg. | Man schol im ovch griefen vnder dy vchsen vnd vindet man da kleinez har daz ist der dritte geczwg. Da mit hat er pehabt daz er vierczehen iar alt ist oder elter. Dy ivncvrowen mac man nicht vbercziwgen mit disem drin dingen als hy vorgesprochen ist. Swyͤ alt aber der knap vnd dy ivncvrowe ist vnd tvnt si sich ingeistliches leben daz sy wandel haben czu einem iar vnd varen sy vor dem iar vz si habent ir recht verlorn. Mag man aver den knaben vber winden mit den prvdern dy py im sint gewesen in dem kloster da er inne waz ob er iar vnd tac oder mer indem leben ist gewesen vnd sagent si daz vor ir meisterschaft py ir gehorsam der ivngelinch hat verlorn vnd er mvz mit rechte mvnich sin vncz an syn ende oder er mvͦz grozlichen abtrvnnic [Seite 21] sin von ewen vnd czu den ewen vnd also vbercziwget man dy magt mit frowen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 27
Schwsp.(L.) Art. 28
Der sich begibt in geistlich leben one seines weibes willen.

Und hat ein man ein elich weip vnd begibt sich in geistlich orden on ir willen vnd vodert in ze sentrecht her wider auz sein lantrecht vnd anderev seine recht hat er behalten. seine lehen sint den herren ledig. wan ein iglich man mac seinen hershilt wol nider legen an seins weibes vrlop. daz ist daz sich ein man des swertes gelaubet vnd von seiner vrowen doch nicht kvmet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 26
Der sich pegeit ingeistlichez leben an sines wybes willen.

Vnd ist daz ein man wyp hat czu elichen dingen vnd pegibt sich an ir willen in geistlichen orden vnd vodert si in herwider vz sin lantrecht vnd ander recht hat er pehalten sine lehen sint den herren ledic wan ein iglich man mac sinen herschilt wol nider legen an sines wibes vrlovb daz ist daz sich ein man des swertes gelovpt vnd von siner vrowen doch nicht kvmpt.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 28
Schwsp.(L.) Art. 30
Ob man oder weip stirbt on erben.

Swa ein menshe stirbt ez sei weip oder man on erben swo sie hinder in gut lan ez sei varndez gut oder ander gut vnd habent sie einen herren des sie eigen sint dem shol manz antworten ob erz vodert. oder ist er eins gotzhauses so ist ez daz selbe recht. vnd vodert ez niemant vnd ist ez auf dem lande so shol ez sich der lantrichter vnderwinden. vnd ist ez in einer stat so vnderwindet sichz der stete herre oder sein richter. er shol ez iar vnde tac behalden in seiner gewalt. ob iemant kume der sich mit rechte dar zv habe innerthalp iares vnd tages dem shol manz on shaden wider lazen. kvͤmt imant nach dem iare der beredet daz in ehafte not gelezzet habe dem shol man antworten. ehafte not ist vanknisse vnd ob ein man an des reiches dinste ist oder in gotes dienste ist oder den siechtum irret. vnd welher er der einz beredet mit seinen zwen vingern oder selb dritte ob er des state hot so shol man im recht tun vͤmb sein gut. vnd soͤlde der mensh iemande gelden daz shol man pei dem ersten gelden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 27
Ob ein man oder ein wyp an erben stirbet wy dy erben mit der witeben teilen schullen.

Swo ein mensche stirbt ez si wip oder man dy an erbent swaz sy hinder in guetes lazent ez sy varvndes gvt oder ander guet habent sy einen herren des sy eigen sint den schol man ez antwurten ob er ez vodert oder ist er eines gotshvs so ist ez daz selbe recht vnd vordert ez niemant vnd ist ez vf dem lande so schol sich sin der lantrichter vnderwinden vnd ist ez in einer stat so vnderwinde ez sich der stete herre oder sin richter er schol iz aver iar vnd tac pehalten insiner gewalt ob iemant kome der sich mit rechte darczv hab innerhalp iars vnd tages dem schol man ez ane schaden wider lazen kvmpt aver nach dem iar iemant der daz peret daz in ehafte not geirret hab dem schol manz antwurten. Ehafte not ist vancnvsse vnd ob ein man an des riches dienste ist vnd in der sichtvm irret vnd swelcher ez der eines peret mit sinen czwein vingern oder selbe dritte ob ez des stat hat so schol man im rechte tvn vmme sin gut vnd scholte der mensch iemant gelten daz schol man py dem ersten gelten.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 29
Schwsp.(L.) Art. 31
Wer an geshefte veruert wem sein gut werden shol.

und ist ein mensh nicht aigen vnde ligt an seinem tode vnd hot keinen erben als uor gesprochen ist der mac sein gut geben wem er wil. vnd ist ez abr zinser zeim gotzhause ez shol daz virtail seins gutes dar geben. vnd vert ez an geshefte ez ist gar des gotzhauses wan daz man dar shol gelten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 28
Der vz vert wem syn gvt werden schulle oder an dem tot pette leit vnd er keines kint nicht enhat.

Der an ein geschefte verre vert oder ob er an sinem tot pette leit vnd er hat nindert keinen erben er mac sin gvt geben swo er wil. Vnd ist aver daz gut czinshaftig czv einem [Seite 22] gotshvs er schol daz vrteil sines guetes dar geben. Vert er aver vz vnd stirbet vnderwegen daz gut ist des gotshus almitalle an daz man da von gelten schol.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 30
Schwsp.(L.) Art. 32
Daz reiche vnd die swaben die habent gleich recht an ir erbe.

Daz reiche vnd die swaben mugen sich nimmer versaumen an ir erben die weil sie ez erzivgen mugen diz recht gap der keiser karl den swaben. daz geshach zeinen zeiten uor rome do romer den pabest ze rome het erplendet. der hiez leo vnd was kvnig karls pruder. do besaz kvnig karl rome zehant dar nach vil der herzoge gerolt uon swaben pei dem in rome. vnd mit der swaben hilfe gewan kvͤnig karl rome vnde gesigete romern. auch den swaben wenne man vmb des reiches not streiten solde do shullen die swaben vor aller sproche streiten vnd shol ir haubtman sein der herzoge von swaben. ist der da nicht so shol des reiches marshalk ir haupman sein. diz recht vnd ander guter recht haben die kvͤnige den swaben verlihen di wir her nach wol gesagen an disem puche die die swaben hant verdient mit ir frumekeit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 29
Daz reich vnd dy swaben habent geliche recht.

Daz reich vnd dy swaben mvgen sich nimmer versovmen an ir erbe dy weyle si ez ercziwgen mvgen. Dicz recht gab der keiser karl den swaben daz geschach czv einenczeiten vor Rome do dy Romer den pabst czu Rome hetten erplendet der hiez leo vnd waz kvnichs karel pruder do pesacz kvnich karel Rome czu hant dar nach do viel der herczog Gerolt von swaben pi dem ersten in Rome vnd mit der swaben helfe gewan der kvnig karl Rome vnd gesigte Romern an er leich ouch den swaben swenne man vmme des riches not striten scholte da schullen dy swaben vor aller sprach striten vnd schol ir hovptman syn der herczog von swaben ist der da nicht so schol des riches marschalc ir hovpt man syn dicz recht vnd ander gvte recht habent dy kvnige den swaben verlihen dy wier her nach wol gesagen an disem pvche dy dy swaben habent verdient mit ir frvmkeyt.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 31
Schwsp.(L.) Art. 33
Wie man recht nemen muz nach dem lant siten.

Ein iglich man der auz eime lande in daz ander uert vnd wil vor gerichte recht nemen vͤmb ein gut daz in dem lande ligt ez muz nach deme lande recht nemen da daz gut inne ligt vnd nicht nach seins landes recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 30
Wy ein iglich man daz recht nemen schol nach dem lant siten da er inne vert.

Ein iglich man der vz einem lande in daz ander vert vnd wil vor gerichte recht nemen vmme ein gvt daz in dem lande leit er mvz recht nemen nach des landes recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 32
Schwsp.(L.) Art. 34

Man vnde weip sint vnbeteilt an ir gut. Man vnde weip mugen kein gut haben gezweiet. stirbet abr der man daz weip erbet nicht dann als hie vor gesprochen ist. ein weip mag ir gutes nicht hin gegeben an ir mannes willen noh ein man an seins weibes willen den als daz puch hie uor seit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 31
Wy man vnd wyp ir guet nicht geteilen mvgen dy weil vnd sy leben.

Man vnd wip mvgen nicht gehaben kein gvt geczweit stirbet aver der man daz wip erbet nicht wan als hy vor gesprochen ist ein wip mag ires gvtes nicht hingeben an irs mannes willen noch ein man an sines wibes willen wan als daz puch hy vor sayt.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 33
Schwsp.(L.) Art. 35

Ein weip mak iren manne kein erbe gegeben des sie selbe dennoch nicht enhot geerbet vnd des sie wartet ze erbenne. vnd also mac auch der man ir daz selbe. vnd also mac niemant dem anderen erbe geben des er selbe dennoch nicht geerbet hot. ez mac auch kein weip ein gut ze eigen gehaben daz ir lipgedinge ist noch mag ez ir erben nach ir tode nicht gelan. vnd spricht sie also daz ez ir aigen sei vnd mac sie des nicht behaben mit der vnrechten ansproche hot sie ir leipgedinge verlorn. vnd also mac eim iglichem menshen geshehen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 32
Wy ein vrowe ir leipgedinge verlevst.

Ein wip mac ir manne kein erbe gegeben des sy dan noch selbe nicht enhat geerbet vnd des sy wartet czv erben vnd also mag ovch der man [Seite 23] niemant dem andern kein erbe geben des er selbe dannoch nicht geerbet hat. Ez mag ovch kein wip nicht czv eigen gut pehaben daz ir leipgedinge ist noch mag ez ir erben nach ir tot nicht verlan. Sprichet si aver also daz ez ir eigen sy vnd mag sy des nicht pehaben mit der vnrechten ansprache hat sy ir leipgedinge verloren also mag ouch einem iglichen menschen gescheen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 34
Schwsp.(L.) Art. 36
Wie man leipgedinge sicher machen shol.

Uon leipgedinge shulle wir kuͤrlichen sprechen. vnd hat ein man ein leipgedinge uon eime gozhause dar uͤber shol er priue vnde hantveste vnd insigel des capitels nemen. vnd ist ein probest da phleger des prieue shol er auch nemen. vnd nimpt er nicht priue vnd mac er denne zwene zv im gehaben die daz sprechen daz sie ez sahen vnd horten daz ez im die lihen die sein gewaldig waren ze leihen vnd sint halt die tot die ez im verlihen haben vnd hat ein man daz gut in seiner gewer er behabtes dennoch selb dritte. vnd hat er ez nicht in seiner gewer vnd ist er tot der ez do leich er muz selp sibende erzivgen. wir sprechen daz priue bezzer sint den gezivge. wand gezivge sterbent so pleiben die priue ewig vnde stete. diz heizent hantuesten. da hilft ein tot gezivge als vil als die lebendingen. swer auch uon iaren leipgedinge gewinnet der nem die selbe gewisheit. vnd ist daz ein laie nicht insigels hot vnd ist er gesezzen in einer stat man shol im der stat insigel geben ob si ez hat. hat sie ez nicht so nem des richters insigel ob erz hat. hot erz nicht so nem der stete herre insigel nemen so ist er sicher. vnd ist ez auf dem lande so nem des lantrichters insigel ob er ez habe. vnd lavgent der herre dem manne daz er im nicht zinses habe gegeben von deme gute des shol er in vberzivgen selp dritte die daz sahen daz er den zins von im enphienge oder der pote den er im ze zinspoten gebe so hot er sein gut behabt. vnd ist daz ein man ein gut gewinnet ze zwen leiben oder zeinem leibe vnd nennet di leibe vnd besheidet nicht welher noh dem leibe nizen shuͤlle der ez in der gewer hat als der leip stirbet so shullen ez die leibe mit ein ander niezen die da genennet sint. vnd wirt ein leip svndern genennet daz er nach dem leibe niezen shulle der da ueruert der shol daz gut niezen die weil er lebt. wil er daz gut an werden durch ehafte not der ez da gewunnen hat vnd hat er anders gutes nicht wan des selben gutes er wirt ez mit recht wol ane daz in die leibe nicht mugen geirren. wollen sie in abr irren so kvme er fuͤr seinen richter vnd clagez im. so shol der richter dem leibe gepieten daz sie daz leipgedinge dem herren auf senden. der shol da mite tun was er welle der ez da gewan. vnd tun sie des nicht gerne der richter shol sie dar zv noͤten. di da nicht fuͤr kumen den shol man daz leipgedinge mit vrtail vrtailen sie habe denne ehafte not geirret. habent abr die leibe ir gut dar an gegeben vnd haben daz gedinget daz er daz gut on ir willen nicht ane wuͤrde vnd habent sie gezivge zwene man zv in oder stet ez an ir hantuesten so mac er des gutes nicht an werden an ir willen. seinen leip wirt er wol an. vnd wil man daz gut ane werden so shol manz den herren on pieten e ander leute. vnd wil er als uil dar vͤmb geben als ein ander man so gebz im. wil er des nicht so gebez wem er welle sein recht. vnd wem erz geit von dem shol der herre den zins nemen. vnd ist daz der herre den zins verwidert so zihe er zv gezivge zwene man oder mere daz er im den zins gepoten habe vnd behalde den zins vnz an die zeit daz er abr zins geben shulle. so pite denne einen mit dem andern dar vnde abr mit gezivgen. daz shol er tun al die weil er den zins verwidert vnd shol den zins vnuert lazen ligen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 33
Wy man leipgedinge sicher vnd stet machen schol.

Von leipgedinge schulle wir kvrzlichen sprechen vnd hat ein man leipgedinge von einem gotshus darvber schol er prief nemen vnd insigel des capitels. Ist aver ein probest da phleger des prief schol er ouch nemen vnd nimpt er nicht prief vnd mag er danne czwen czv im haben dy daz sahen vnd horten daz ez im dy lehen dy syn gewaltich waren czv leihen vnd sint halt dy tot dy ez im gelihen habent. Vnd hat ein man daz gut insiner gewer vnd ist der tot der ez da lech er mvz ez selbe sibende ercziwgen wir sprechen daz prief pesser sint danne gecziwge wan gecziwge sterbent so peleibent dy prief immer stete dicz heizent hantveste da hilfet ein toter gecziwge als vil als ein lebender. Swer ouch von lehen leipgedinge gewinnet der neme dyselben gewisheit vnd daz ein leye nicht insigels hat vnd ist er gesezen ineiner stat man schol im der stat insigel geben ob sy ez hat hat sy syn nicht zo neme er des richters insigel ob er eynes hat hat er sin nicht so neme er der stet herren insigel so ist er sicher vnd ist ez vf dem lande so nem er des lantrichters insigel ob er ez habe vnd lovge der herre dem manne daz er im nicht czinses hab gegeben von dem guete des schol er in vbercziwgen selbe dritte dy daz sahen daz er den czins von im enphie oder der pote den er im czu sent poten gab so hat er sin gut pehabt. Vnd ist daz ein man ein gvt gewinnet czu czwein leiben oder czu einem leibe vnd nennet dy leibe vnd pescheidet nicht welcher nach dem niezzen schol der ez inder gewer hat als der leip stirbet so schvllen dy leib mit einander niezzen dy da genennet sint vnd wirt ein leip svnder genennet daz er nach dem leibe niezzen schulle der da ververt der schol daz gut niezen dy weil er lept wil er daz gvt ane [Seite 24] werden dvrich ehaft not der ez da gewunnen hat und hat her anders gutes nicht wan des selben gvtes er wirt ez mit rechte wol an daz indy leybe nicht geirren mvgen. | Wellent aver sy in irren so schol der richter den leiben gepieten daz sy daz leipgedinge dem herren vfsenden der schol damit tvn swaz er welle der ez da gewan vnd tvnt sy des nicht gerne der richter schol sy des noten dy da nicht fvr koment den schol man dy leipgedinge mit vrteil verteilen sin hab danne ehafte not geirret. Habent aver dy leipgedinge ir gut daran geben vnd habent daz gedinget daz er daz gut nicht an ir willen ane wurde vnd habent sy geczivge czwen man czv in oder stet ez an ir hant veste so mag her des guetes nicht ane werden an ir willen sinen lip wirt er wol an vnd wil man daz gut anwerden so schol man ez den herren anpiten e ander levte. | Vnd wil er als vil dar vmme geben als ein ander man so geb ez im wil aber er des nicht s[o] geb ez swem er welle synt recht vnd swem ot er daz gibt von dem so schol der herre den czins nemen. Vnd ist daz der herre den czins verwidert so czevch er czv gecziwge czwen man oder mer daz er im den czins gepoten hab und pehalte den czins vncz an dy czeit daz er aber czins geben schulle so piete danne einen mit dem andern dar vnd aber mit gecziwgen daz schol er tvn al dy weile vnd er den czins verwidert vnd schol den czins vnverwerten lazen ligen.

Schwsp.(Langform M) LR. Art. 35 [1275/87]
Schwsp.(L.) Art. 37
Der auf lehen leipgedinge leihet.

Swer auf lehen leipgedinge leihet da hat iener nicht an wan die weile vnd als lange daz lehen wert. hat abr ienr in an gedinget daz er im die leibe steten shol daz muz er tun mit rehte. oder er muz im geben daz im lieber ist. vnd ist er tot der die leipgedinge gelige hat vnd hat er gut hinder im gelan wer daz erbet oder hot geerbet der shol den leuten mit recht ir shaden abe legen. dicz ist recht. wan ez shol niemant den anderen trigen. vnd ist daz ez der herre het gedinget do er die leibe lehe daz er also sprach. wirt meinem herren sein lehen ledic so wil ich auch daz die leibe ledic sein mugen die erben daz erzivgen selb dritte so legent si im keinen shaden abe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 34
Swer vf lehen leipgedinge leihet.

Swer vf lehen leipgedinge leihet da hat iener an nicht wan dy weile vnd als lange daz lehen wiert. Hat aver iener man gedinget daz er im dy liebe steten schol daz mvͦz er tvn mit rechte oder er mvͦz im geben daz im lieber ist. | Vnd ist er tot der dy leipgedinge hin gelihen hat vnd hat er gut hinder im gelazen swer daz erbet oder hat geerbet der schol den levten mit rechte ir schaden ab legen dicz ist recht wan ez schol niemant den andern triegen. Vnd ist daz ez der herre hat gedinget do er dy lip lech daz er also sprach wiert niemant herren sin lehen ledich so wil ouch daz liebe ledic sin mvgen dy erben daz ercziwgen selbe dritte so legent sy im [Seite 25] keinen schaden abe.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 36
Schwsp.(L.) Art. 38
Von arcwenigen lehens erben.

Nv vernempt vm ein weip die kint treit nach ir mannes tode vnd sie berhaft ist vnd genist si dar nach des kindes vnd hat si des gezivge zwene man oder zwu vrowen die ir arbeit gesehen hant vnd dacz kint lebende gesehen haben daz kint behabt des vater erbe. vnd stirbet dar nach waz ez geerbet solde han daz erbet auf die muter. vnd allez daz leipgedinge daz sein vater iemen an seinem leibe hete daz wirt deme herren ledig. wirt abr daz kint ze kirchen pracht so bedarf die vrowen nicht gezivges wan des phaffen der ez begraben hot oder ez getauft hat. wer ez auch totes ze kirchen hat gesehen der ist sein auch wol gezivg.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 35
Wy ein vrvwe ein kint treit nach ires manes tot und wy daz selbe kint des vaters erbe nimpt.

Nv vernempt vmme ein wip dy kint treit nach ires mannes tot vnd sy perhaft ist vnd genist sy dar nach des kindes vnd hat si des gecziwge czwene man oder czwo vrowen dy ir arbeit gesehen habent vnd daz kint lempdic habent gesehen daz kind pehabt des vaters erbe vnd stirbet ez dar nach swaz geerbet scholte haben daz erbet ouch dy mveter vnd allez daz gedinge daz sin vater an sinem leibe ienem hete gedinget daz wiert dem herren ledic. | Wirt aver daz kint czukirchen pracht so pedarf dy vrowe nicht gecziwges wan des phaffen der ez pegraben hat oder ez getovfet hat. | Swe ez ovch totes czu kirchen hat gesehen der ist sin wol gecziwc.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 37
Schwsp.(L.) Art. 39
Der sein aigen hin geit on des richters vrlop.

An der richter vrlop geit ein man sein eigen wol seinen erben. ligt abr daz gut auf dem lande oder in dorfern er shol behalden ein halbe hube da man einen wagen auf gewenden mvͤge. da shol man dem richter von dienen. dinget abr dem richter sein recht auz so verkavft er sein gut wol. diz ist etwa gewoͤnlich vnd etwa nicht. irret der richter daz der man nicht sin gut verkaufen mac so shol der man fuͤr den herren kvmen von dem der richter sein gerichte hat vnd shol auf den richter clagen daz er in zvnrecht geirret hat. so shol im der herre sein gut erlauben ze verkaufen. vnd hot im der richter keinen shaden getan so sholn im der heizen wider abe tun.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 36
Der sin eigen hin gibt an des richters vrlovp.

An der richter vrlovp gibt ein man wol syn gvt eigen sinem erben leit aver daz gut vf dem lande oder indorfern er schol pehalten ein halbe hvb daz man einen wagen vf gewenden mvge da schol man dem richter von dienent syn.
| Gedinget aver er dem richter syn recht vz so verkovfet er syn gut gar wol dicz ist eteswo gemein vnd gewonlich vnd eteswo nicht. | Irret der richter daz der man sin gut nicht verkovfen mag so schol der man fvr den herren komen von dem der richter syn gericht hat vnd schol vf dem richter klagen daz ir czv vnrecht geirret hat so schol im der herre sin gut erlovben czv verkovfen vnd hat im der richter kein schaden getan so schullen im der herre heizen abtvn.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 38
Schwsp.(L.) Art. 40
Ob ein vrowe kint gewinnet vor ir rechten zeit.

So ein man ein weip nimpt ze rechter e vnd ist daz die vrowe kint gewinnet vor ir rechten zeit man mac daz kint beshelten an seinem rechte. gewinnet ein weip kint nah ir mannes tode nach ir rechten zeit man mag ez aber beshelten an seinem rechten wan ez ze spate kumen ist. die zweier slachte kint wer die rechtvertigen wil sint die degen kint so shol man ir zal reiten zem minsten ain vnd virzig wochen. die aine woche ist in ze genaden dar zv gesezzet. vnd einer iuncfrowen kint die mait ist gewesen do man si iren manne gap on einz virzig wochen. dicz gericht shol vor der phafheit geshen. vnd mak man die kint vͤberkvmen daz sie ze spate oder ze fruͤ kumen sint si erbent ir vater gutes nicht. ez erbent ie die nehsten mage. swer ein weip oder ein magt notzogt vnd nimt si dar nach zee ekint gewinnen sie nimmer sampt. Schwsp.(L.) Art. 41
kenphen vnd iriv kint vnde alle die vnelich geporen sint vnde die divpheit vnd raup vergulden haben. ich mein den rechten strozraup. vnd des mit gericht getwungen sint oder die haut vnd har erlediget hot vor gerichte die sint alle rechtelos. die vnelich geporn sint die gewinnent ir recht wider ob sie elich hirat tunt. sie erbent abr kein gut von ir erben. abr iriv kint erbent wol ir frivnde gut.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 37
Ob ein vrowe ein kint gewinnet vor ir rechter czeit wy man daz kint peschelten mag an sinem rechte.

Swenne ein man ein wip nimpt czu rechter .e. vnd ist daz dy frowe kint gewin vor ir rechter czit man mach daz kint peschelten an sinem rechte gewinnet aver ein [man] wipe [vnd] vnd kint nach ires manes tot nach ir rechten czeit man mag ez aver peschelten an sinem rechte wan ez czu spate komen ist. Dy czweir slachte kint swer dy rechtvertigen wil sint dy degen kint so schol man ir czal reiten czu dem ministen ein vnd [Seite 26] czweinzic wochen dy ein woche ist inczu genaden dar czu geseczet vnd einem medelin daz ein ivncvrowe vnd ein maget ist gewesen do man sy irem manne gab an ein viercziv wochen. Dicz gericht schol vor der pafheit geschehen vnd mag man dy kint vber komen sint si erbent irs vaters gut nicht sy erbent ouch ir mvͦter gutes nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 38
Daz alle dy unelichen geporn sint dy synt alle rechtelos vorgerichte.

Swer ein magt oder ein wip notczoget vnd nimpt si in dar nach czu .e. ekint gewinnent sy nimmer mit einander kemphin vnd ir kint vnd alle dy dy devpheit vnd rovp vergolten habent ich mein den rechten strazrovp vnd des mit gerichte petwingen sin oder dy havt vn dy har geledigt habent vor gerichte dy sint alle rechtelos. | Vnd dy vnelich geporn sint dy gewinnent ir recht wider ob sy elich heyrat tvnt sy erbent aber kein gvt von ir erben aber ire kint erbent wol ir vrevnde gut.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 39
Schwsp.(L.) Art. 42
Wie man divpheit vnde raup zwiualt gelden shol.

Man shol alle divpheit vnd allen raup zwiualt gelden ob si sein mit gerichte genotet werden. gebent sie in abr vngenoͤtet wider so shol man in einualtig gelden. ist abr daz der diep oder der rauber daz gut an greifent sie muͤzenz zwiualt gelten si werden sein genoͤtet oder nicht. waz der rechte strozraup sei vnd an wem man in getun muͤge daz shol ev diz puch sagen. nieman beget den strozraup wan an dreier hande leuten an phaffen an pilgreimen vnd an kaufleuten. an phaffen die pheflichen varent also daz sie beshorn sein als die phaffen vnd pheflich gewant ane furent vnde ane gewepen vnd ane wafen varent. man beget auch an der phaffen gesinde strozraup die mit in auf der stroze reiten vnde gent. vnd an den pilgrimen die stap vnde tashe von den prister genumen haben oder in der kerrein gen. vnd an den kaufleuten die uon eim lande zv dem andern varn von zvngen von eime kvͤnigreich in dacz ander. an den beget man rechten strozraup. vnd ist der strozraup nicht den fuͤnf shillinge wert so shol man den strozrauber henken nicht an den gemeinen galgen. man shol ein galgen richten zv der lantstroze vnd shol in dar an henken. ob die die den rechten stroz nemen vnd sie daz geriwet vnd geben in wider mit mutwillen daz sie niman dar zv twinget die habent ir recht dennoch nicht verlorn. muz abr man si mit gerichte dar zv twingen so habent sie ir recht verlorn vnd mvgen nimmer deheinen manne seins rechten helfen. sie sint verworfen von aller gezivgnisse die diser vntat shuldic sint die hie vor genennet ist. vnd sprichet man sie abr an vͤm die selben vntat vnd mac man in der vͤberkvmen mit dem shube oder mit gezivgen so richte man vber in als die recht hie sagent. ist abr daz man weder gezivge noch shube hat so shol man seins aides nicht nemen als eins frumen mannes. man shol im drei wal erteilen. die wazzer vrteil oder daz heiz eisen auf der hant ze tragen oder in einen wallenden kezzel wazzers ze greifen vnz an den ellepogen. gerichtet er da mit so ist der ledic der vrteil. hat der strazrauber den strozraup uertan er muz in zwiualt gelden ob er halt gar do ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 39
Wy man devpheit vnd rovp czwiualt gelten schol.

Man schol allen rovp vnd alle depheit czwiualde gelten ob sy sin mit gerichte genotet werdent gebent aber sy in vnpenotet wider so schol man ineinvalten gelten ist aver daz der devp oder der rovber daz gut angrifent si mvzen ez czwivalt gelten sy werdent syn penotet oder nicht waz der recht straz rovp sy vnd an wem man in getvͦn mag daz schol evch dicz pvech sagen. | Niemant peget den rechten strazrovp wan an drierhande levten an phaffen an pilgerim vnd an kouflevten an phaffen ob sy pheflichen varent also daz sy peschorne sint als phaffen sint czv rechte vnd phlegeliche gewant an fvrent vnd an wafen vnd ane were varent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 40
Wy man an phaffen vnd an irem gesinde vnd an pilgerim vnd kovlevten den rechten strazrovp peget.

Man peget ovch an der phaffen gesinde strazrovp dy py inander straze ritent vnd gent vnd an pilgerim dy stap vnd taschen von ir pharrer genomen habent oder inder kerren gent vnd an kovflevten dy von einem lande czv dem andern varent vnd von czvngen czu czvngen vnd von kvnicrich czv dem andern an den peget man den rechten strazrovp. | Vnd ist der strazrovp [Seite 27] nicht wan fvnf schillinge wert so schol man den strazrovber hahen nicht an den gemein galgen man schol einen galgen richten czv der lantstraze vnd schol in daran hahen ob sy den strazrovp nement vnd sy daz gerewet wider mit mvetwillen daz sy niemant dar czv twinget dy habent ir recht dannoch nicht verlorn vnd mvgen nimmer mer kein man synes rechtes gehelfen si sint verworfen von aller geczivgeschaft dy diser vntat schvldic sint dy hy vor genennet ist vnd sprichet man sy aber vmme dy selben vntat an vnd mac man inder vberkomen mit gecziwgen so richt man vber in als daz pvch sagt. | Ist aber daz man der geczwge nicht enhat so schol man seines eides nicht nemen als eines frvmmen mannes man schol im drie wal erteilen der wazzer vrteil oder daz heiz eisen vf der hant czu tragen oder in einem wallunden kezel wazzers czugrifen vncz an den elpogen gerichter er damit so ist er ledic mit dem vrtail. | Hat aver der strazrovber den strazrovp vertan er mvͦz in czwivalt gelten vnd hat man ins penotet er mvz in aber czwiwalt gelten ob er doch gar da ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 40
Schwsp.(L.) Art. 43
Der vmb strozraub ze der echte kvͤmet.

Swer vͤmb den rechten strozraup in die echte kvmt als er dar inne ist virzehen nacht so shol in geistlich gerichte ze banne tun. vnd als er sechs wochen in den paiden ist so ist er elos vnd rechtelos vnd sint seine lehen deme herren ledic worden. er sei frei oder dienstman oder aigen oder wer er sei so hat er daz selbe recht. hot er abr erben die sein aigen oder seine lehen erben shuln oder sein gut die shullen seiner vntat nicht engelden. vnd gehorent sie on ein gotzhaus dem shol sein aigen werden. vnd hoͤrt sie einen leien fuͤrsten an dem shol auch sein aigen werden. vnd sint sie ieman anders aigen den horet auch ir eigen an. vnd habent sie varndes gut daz werde dem dem man da uon gelden shol. daz shol man pei dem ersten gelden den die man beraubet hat. der richter shol richten uber den leip swo im des state wirt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 41
Swer vmme den strazrovp inder echte ist der ist elos vnd rechtelos.

Swer vmme den rechten strazrovp in dy echte kvmpt als er danne ist vierczehen nacht dar inne so schol man in ingeistlichem gericte cze panne tvn vnd als er sechs wochen inden peiden ist so ist er elos vnd rechtelos vnd sint sine lehen sinem herren ledic er sei vrei oder dienstman oder eigen oder swer er sy so hat er daz selbe recht hat er aber erben dy sin eigen oder sin lehen erben sint dy schullen siner vntat nicht engelten vnd gehorent si an ein gotshvs dem schol sineigen werden vnd gehorent si ovch einem layen fvrsten an dem schol ovch syn eigen werden vnd sint sy iemans anders eigen den gehoret ovch ir eigen an vnd habent si varvndes gut daz werde dem dem man davon gelten schol daz schol man pei dem ersten gelten den man da perovbet hat. | Der richter schol richten vber den leip swo im des stat wiert.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 41
Schwsp.(L.) Art. 44
Von guter gewonheit.

Uon guter gewonheit shulle wir sprechen. swo gut gewonheit ist die ist recht vnd die recht ist die ist gut. daz ist recht gewonheit die wider dem geistlichen gerichte nicht enist noch wider menschlichen zuͤchten nicht enist noh die wider menshlichen selden nicht ist. diese gewonheit heizen stete gewonheit vnd heizen des landes gute gewonheit. daz ist vnd heizet puͤrger recht waz ein iglich stat ir selbe sezzet ze rechte mit ir kvniges willen vnd mit weiser leute rate vnd als recht sei vnd als recht sei vnd als hie vor gesprochen ist. mac man die gewonheit mit den leuten beheben so ist sie als gut mit shrift als ane shrift. swas die keiser vnd die fuͤrsten den steten recht haben gegeben vnd sie selbe gemachet haben mit ir gunst daz ist recht ob ez halt nicht geshriben stat. weren die recht alle geshriben daz were dar vmbe gut daz man ir deste minner vergeze. swer die recht in den steten machen wil der lege sie weisen leuten fuͤr. gevellet si in denne so sei stete. id magis erat ut cum aliqu noua causa interueniente necessitas dictasset pro lege tenendum esse populum interrogarent congregacio cum et populus si sibi placebat sua auctoritate confirmabat. similiter et uerbum plebis magistrata est quicumque propria iuris ditionem habeat sed diffusa consuetudinis ius esse putatur ut qui uoluntate omnium sine lege uoluntas conprobauerit. item uel consuetudinis et cetera.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 42
Von guter gewonheit des landes dy nicht wider geistliche gerichte ist.

[Seite 28] Von gveter gewonheit schullen wier sprechen swo gvt gewonheit ist recht vnd dy recht ist dy ist ovch gvt. Daz ist recht gewonheit dy wider geistliches recht nicht en ist noch wider menslich czvchten nicht ist noch dy wider mensliches selden nicht ist dise gewonheit heizet stete gewonheit vnd heizent des landes gvte gewonheit vnd gvete gewonheit ist als gut als geschriben recht.
| De iure scripto et non scripto ius civile est quod vnaqueque ciuitas sibi ipsa constituit daz heyzet purger recht. Swaz ein iglich stat ir selber czvrecht seczt mit ir kvneges oder mit ir fversten willen vnd mit wyser levte rat vnd als recht sy vnd als hy vor gesprochen ist mag man dy gewonheit mit den levten pehalten so ist sy als gvͦt mit schrift als an schrift. Swaz der keiser vnd dy fvrsten den steten recht habent gegeben vnd sy selbe gemachet habent mit ir gvnst daz ist recht ob ez halt nicht geschriben ist vnd weren dy recht alle geschriben daz were dar vmme gut daz man irdester paz immer mer gedechte vnd nimmer vergeze.
| Swer dy recht inden steten machen wil der lege sy wisen levten fvr gevellent sy den so sint sy stet. Id magis erat vt cum aliqua noua causa interueniente necessitas dictasset pro lege tenendum esse populum interrogarent congregacio cum et populus si sibi placebat sua auctoritate confirmabat similiter et uerbum plebis magistrata est. Quicumque propriam iurisdictionem habeat si diffulsa conswetudinis ius esse putatvr ut qui volunate omnium sine lege uoluntas comprobauent.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 42
Schwsp.(L.) Art. 45
Die in des reiches echte sint.

alle die in des reiches echte sint iar vnd tac die erteilt man alle rechtelos. man uerteilt in aigen vnd legen. daz lehent wirt den herre ledige ob si uormols do mit nicht getan habent. daz eigen dem kvniclichen gewalde ez versprechen denne die erben in iars frist als recht sei mit gezivge daz ez ir recht erbe shulle sein. vnd versaument sie daz iar si mugen da mit verliesen ob sie richter mugen gehan. vnd mac der erbe nicht richters gehan so shat im nicht wie langez auz seiner gewer ist in lezze ehafte not daz nicht vorkvmen mac. die ehafte not shol man beweisen als recht ist. was ehafte not sei daz sage wir her nach.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 44
Daz alle dy in des riches echte sint iar vnd tac dy erteilet man alle rechtelos.

[Seite 29] Alle dy indes riches echte sint iar vnd tac dy erteilet man alle rechtelos man vrteilet in eigen vnd lehen daz lehen wirt dem herren ledic obsi vor mals da mit nicht getan habent daz eigen dem kvniglichen gewalt ez versprechen danne dy erben inner iar als recht si mit gecziwgen daz ez ir recht erbe schulle sin vnd versovment daz iar sy mvgen da mit verleisen ob sy richter mugen han. | Vnd mac der erbe nicht richters haben so schat im nicht swie lange ez vz siner gewer ist in irre ehaft not daz er nicht fvrchomen mvge dye ehaft not schol man pewisen als recht ist waz ehaft not sy daz sage wir her nach.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 43
Schwsp.(L.) Art. 46
Ob ein dienstman sein recht verlivset.

Des dienstmannes eigen mac nimmer kvmen in kvͤniclichen gewalt noch auz ir gotzheuser gewalt ob sie sich verwuͤrken an irm rechte. vnd aigener leute eigen kvmet auch nicht in den kvniclichen gewalt noch auz ir herren gewalt noch auz ir gotzheuser gewalt. ez vellet ir herren an des si sint. man shol abr dem clager da uon gelden vnd pezzern vnd dem richter sein rechte buze geben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 43
Ob ein dienstman sin recht verlevset sin gvt daz gevelt sinem herren an daz er ist.

Dienstmannes eigen mac nimmer komen in den kvniclichin gewalt noch vz ir gotshuses gewalt ob si sich verwurchent an ir recht vnd eigener levte eigen kompt ouch nicht in den k[o]niclichen gewalt noch vs ir herren gewalt noch vz ir goteshvser gewalt ez vellet ir herren an des si sint man schol aver dem clager davon gelten vnd pezzern vn dem richter syn recht puz geben.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 44
Schwsp.(L.) Art. 47
Von vnkinden.

Ekint mach der vneliche man nimmer mer gewinnen. gewinnet der man eigen svn vnelichen den mac der pabest wol zeinem ekinde machen vnd auch der keiser nach seinem rechte als wir wol gesagen her nach. abr weder keiser noch pabest mugen in dacz recht nimmer gegeben daz si erben ir mage als ob si in ir muter leibe ekint waren gewesen. abr gewinnent sie ekint die daz erbent ir mage gut wol ob sie ze ekinden sint gemachet als da uor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 45
Daz dy vnelichen kinder nicht mvgen erben daz erbe ir mage.

Ekint mac der vnelich man nimmer gewinnen gewinnet der man einen svn vnelichen den mac der pabst wol czu einem ekint machen vnd ovch der keiser nach sinem rechte als wier wol gesagen her nach aber weder der pabst noch keyser mvgen im daz recht nimmer gegeben daz sy erben ir mag als ob sy in ir mveter leibe ekint weren gewesen aber gewinnent sy .e. kint dy erbent ir mage wol ob sy czekinden sint gemachet als hy vor gesprochen ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 45
Schwsp.(L.) Art. 48
Der anderstunt mit strozraube vnd mit divpheit gezigen wirt.

Die ir recht mit diepstal oder mit strozraube werden gezigt habent uerlorn ob man die diepstal oder mit raub anderstunt zeihet. die mugen mit ir aiden nicht vnshuldik werden. man shol in fuͤrteil drei k[?]Óuer. daz heiz eisen oder einen wallenden kelzel vol wazzers oder mit einem kenphlich ze wern. ich main den rechten strozrauber. Schwsp.(L.) Art. 49
swer triwelos wirt beret uor dem gerichte oder herfluͤchtig auz des reiches dienst wirt dem gevrteilt man sein erbe vnd sein lehen vnd seinen leip nicht vnd also ob der herre selbe nicht enflvͤhet. ist abr daz der herre selber fluͤhet nach des fluchte so pricht niemant sein triwe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 46
Dy ir recht mit strazrovb verloren habent ob man dy selben mit diepheit anderstvnt czeihet waz rechtes dar vmme sy.

Dy vor ir recht mit diepstal oder mit strazrovb verlorn habent ob man dy selben rovbes oder diepstal anderstvnt czeihet dy mvgen mit ir eiden nicht vnschuldic werden man schol inteilen fvr drei kuer daz heiz eysen oder einen wallunden kesel oder mit einem kemphen sich czu weren ich mein den rechten strazrovber.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 47
Wy man dem trevlvsen vnd herflvchtigem sin erbe vrteilt.

Swer trevlos wiert vor dem gerichte gechvndet oder herflvchtic vz des riches dienst dem urteilt man sin erbe vnd sin lehenrecht vnd sinen lip nicht vnd also ob der herre selbe nicht enflvhet ist daz aver daz der herre selbe flvet nach des flvchte prichet niemant sin triwe.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 46
Schwsp.(L.) Art. 50
Ob meide oder witewen auf ir vormunt clagen.

Claget ain mait oder ain witewe auf lantrechte oder auf anderme gerichte auf ir vormunt daz er sie vngewaltig habe gemachet ires eigens oder ander ires gutes vnd wirt dar vͤmbe ist fuͤr geladen ze drein tedingen vnde kvͤmt er nicht fuͤr am dritten tage der richter shol in mit vrteil verteilen von aller vormuntshaft vnde alle vogetei vnd daz er nicht mer phleger mac gesein. so shol der richter der vrowen uormunt sein vnz daz sie einen nimpt vnd shol di vrowen irs gutes gewaltig machen des er sie vngewaltig hette getan. vnd kvͤmpt der vrowen phleger fuͤr vnd wirt er vͤberkvmen daz er ir vngetriwer phleger sei gewesen mit zwen mannen so richtez der richter alz daz puch hie uor sait. dit recht hant auch die waisen gegen ir phlegern.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 48
Ob meide oder frowen vf ir vormvnt klagen daz er sy vngewaltic hab gemachet ir eigens.

[Seite 30] Klagt ein mait oder ein witebe czu lant recht oder vf einem andern gerichte vber ir vormvnt daz er si vngewaltic hab gemachet ir eigens oder ander ir guetes vnd wirt dar vmme fvr geladen czv drin teidingen vnd kvmpt er nicht fvr an dem dritten tage der richter schol in mit vrteil palmvnden daz ist also vil gesprochen man schol ir urteilen alle vormvntschaft vnd alle voytei vnd dar nimmer phleger mac gesin so schol der richter der vrowen vormvnt sin vncz si ir einen nimpt vnd schol dy frowen ir gvetes gewaltic machen des er sy vngewaltic het getan. | Vnd kvmpt der frowen phleger fvr vnd wirt er vber komen daz er ir ein vngetriwer phleger si gewesen mit czwein mannen so richt ez der richter als das pvch hy vor sait. Dicz recht habent ovch dy weisen gein ir phlegern.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 47
Schwsp.(L.) Art. 51
Wenne der knabe vormundes enperen mac.

als ein man kvͤmt hinz achzeh iaren so hat sein uolle tage. wil er so mac er uormunt nemen. wil er er mac ez auch wol enpern. abr kvͤnig karl hat gesezzet er shuͤlle phleger haben vnz ze fuͤnf enzwenzik iaren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 49
Wy lange der mensche [vormun]des pedarf.

Als ein man kvmpt czu achczehen iaren so hat her sin volletage wil er so mag er vormvnden nemen wil er aver so mag er sin enperen aver kvnic karl hat geseczet er schulle phleger haben vncz hinz fvnf vnd czweinczich iaren.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 48
Schwsp.(L.) Art. 52
Wie lange der man seines gutes gewaltic ist.

alle die weile der man sich mit eime swerte beguͤrten mac vnd mit eime shilte vnde mit eime shafte auf ein ros gesitzzen mac vnd man sezze im einen stok zv dem rosse der einer davmellen hoch sei vnd shol im den stegereif haben vnd ein maile gereiten mac die weil mac er halden vnde lazen als ob er virzik iar alt were.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 50
Wy lange der man sines gutes gewaltich mac sin.

Alle dy weil vnd sich der man mit einem swert peguerten mac vnd mit einem schilde vnd mit einem schafte vf ein ros gesiczen mac vnd man secze im ein stock czu dem rosse der einer dovm elle hoch si vnd schol im den stegereif haben vnd ein meile geriten mac dy weil mac er halten vnd lazen als ob er vierczic iar alt were.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 49
Schwsp.(L.) Art. 53
Von vormunt.

Swer seinen vormunt fuͤr gerichte nicht pringet ez sei man oder weip die mugen do nicht clagen. so shol in der richter einen anderen tac geben vnz daz sie ir uormunt mvgen pringen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 51
Von vormvnde wy man die fvr gerichte pringen schol.

Swer sinem vormvnt fvr gerichte nicht pringet ez si man oder wip dy mvgen da nicht klagen so schol in der richter einen andern tag geben vncz si ir vormvnt pringet.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 50
Schwsp.(L.) Art. 54
Wenne der knabe weip nimpt ane seiner vrivnde rat.

Svͤmeliche leute iehent wer sechzik iar alt sei der sei ze seinen tagen kvmen. des ist nicht. wir erzivgenz mit der shrift daz der man ze seinen tagen kvmen ist so er ist achzehen iar alt. Schwsp.(L.) Art. 55
swenne ein ivͤngelink ze vierzehen iaren kvmen ist so nimpt er wol elich weip an seines vater willen. vnd hat er nicht vaters vnde hat er ander phleger an der willen tut erz wol also ob sie ir fleish ze ander gemishet hant der knabe vnde die iuncvrowe. vnd ist des nicht geshehen so mac man sie svndern. so die iuncvrowe zv zwelf iaren kvͤmt so ist sie ze iren tagen kvmen. vnde nimpt sie einen man wider ir vater vnd wider ir vrivnde die e ist stete. wil manz dem iungelinge nicht gelauben so shol er erzivgen als vor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 52
czv welher czit der ivngelich ein wip mac nemen an sines vater willen oder rat.

Svmelich levte iehent swer sechzig iar alt si der si czv sinen tagen komen des ist nicht wier cziwgen mit dem salter vnd [Seite 31] mit ander schrift daz der man czv sinen tagen komen ist so er achzig iar alt ist. | Swenne ein ivngelinch czu vierczehen iaren komen ist so nimpt er wol ein elich weip an sines vater willen vnd hat er nicht vaters vnd hat er ander phleger ander willen tvͤt er ez auch wol also ob sy ir vleisch czu einander gemischet habent der knab vnd dy ivncvrowe vnd ist des nicht geschehen so mac man sy svndern.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 53
czv welher czeit dy ivncvrowe ein man mac nemen an aller ir vrevnde danc.

So dy ivncvrowe kvmpt czu czwelif iaren so ist sy czu iren tagen komen vnd nimpt sy einen man wider irz vater vnd wider frevnde willen dy e. ist stete wil man dem ivngelinge des nicht gelovben so schol erz beczevgen als hy vorgesprochen ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 51
Schwsp.(L.) Art. 56
Der driv iar gut hat ane ansproche.

Swaz varndez gut heizet vnd hat daz ein man in seiner gewer driv iar an rechte widersprache pei dem der pei im in dem lande ist vnd seit im sein gewizzen daz er recht hat so hat er ez mit rechte. sagt abr im sein gewizzen dar er nicht recht dar zv hat wi lange er ez denne hat so hat erz doch mit vnrecht. hot erz als ich da uor gesprochen hon so wirt ez nimmer anspreche. vnd ist vihe dor vnder vnd behabt ez im ieman one mit rechte allen den nuz der do von kvmen ist vber die fuͤr daz shol er wider geben. irret abr den ehafte not der ez mit rechte erben shol so shol man sein paiten vnz daz er kvͤmpt. so shol man im rechte pieten. waz anders gutes daz ist daz nicht varnde gut heizet hat daz ein man in seiner gewer vnd in seiner stillen gewer zehen iar ane rechte widersproche der selbe mag ez nimmer on gesprechen hot er ez mit den gewizzen als ich hie uor gesprochen han. hot ez ein man zwenzik iar in seiner gewer vor den die auzer landez sint so hot er recht dor an ez sei als verre daz er iehe er were gevangen auzerhalp landes oder innerthalp landes. mak er daz behaben als recht ist mit den die ez warez wizzen so shol man im recht pieten vͤmb allez daz er hat on ane sproche. kvͤnige vnd keisere habent dise gemaine recht gemacht. idoch habent sie in selber lengeriv zil gesezt an ir gute. vnd svnderliche recht habent sie den swaben gegeben an ir gute als vor geshrieben stat. idoch habent die keisere den steten svnderlichiv recht verlihen vnd gut gewonheit der ein teil in diesen puche stat. die widerspricht diz puch nicht. wann gute gewonheit ist gute reht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 54
Der drev iar gut hat insiner gewalt an ansprach [de prescripcionibus].

Swaz varvndes gvet heizet vnd hat daz ein man insiner gewer drev iar an rechte wider sprache py dem der py im in dem lande ist | vnd sagt im sin gewizzen daz er nicht recht dar czu hat swie lange er ez danne hat so hat er ez mit vnrecht. | Sagt aver im sin gewizzen daz er recht | hat er ez aver als ich hy vorgesprochen han so wiert ez nimmer mer ansprach. | Vnd ist viech darvnder vnd pehabt ez im imant mit rechte an allen den nvcz der da von komen ist vber dy fvre den schol er wider geben ir ret aver den ehaft not der ez mit rechte erben schol so schol man sein peiten vncz er kvmpt so schol man im recht pieten vmme sein gut. | Swaz anders gutes ist daz nicht varvndes gvt heizet hat daz ein man in siner gewer vnd in siner stille gewer czehen iar ane recht wider sprache der selbe mag ez nimmer angesprechen hat er ez mit der gevizzen als ich hy vorgesprochen han. | Hat ein man czweinczic iar insiner gewer vor den dy vzzer landes sint so hat her recht daran ez en sy als verre daz er iehe er wer gevangen vzerthalbe des landes oder innerthalbe des landes mag er daz pehaben als recht ist mit den dy ez wares wizzen so schol man im rechte pieten vmb allez daz er an hat gesprochen. | Keyser vnd kvnich habent dicz gemein [Seite 32] recht gemachet idoch habent sy inselber lengere czil vf geseczet an ir guete vnd svnder recht habent sy ovch den swaben gegeben an ir gut als hy vorgesprochen ist vnd geschriben stat. | Idoch habent dy keiser den steten svnderliche recht verlihen vnd gvter gewonheit der ein teil indisem pvche stet dy wider sprichet dicz pvch nicht wan gvete gewonheit ist gut recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 52
Schwsp.(L.) Art. 57
Der one seine wizzen raubik gut kauft.

Ob ein man an sein wizzen raubik oder divbik gut kaufet vnd hat daz in seiner stillen gewer lenger den driv iar weder ist daz ze rechte sein oder nicht. wir sprechen vͤbe die divpheit vnd vͤber raube gleiche an der stat. wie lang ez ein man inne hot vnd kvͤmpt ieman dar nah man muez im recht pieten. kvͤmt der des ez ist oder sein erbe ob er tot ist bereit er ez selp dritte dacz ez sin was e ez verstoln wart oder geraubet man shol imz wider geben als gut als ez was do erz verlos vnd allen den nuz der da uon kvmen ist vͤber die fuͤre. vnd ist daz vihe tot in seiner gewalt an seine shulde er shol imz nicht gelden. er shol im abr den nuz wider geben den ez ergangen hot als hie uor geshrieben ist. swo der man seinem divbigem oder raubigem gute zv kvͤmt man shol imz wider geben one shaden. begreifet abr ein man sein divbik oder sein raubik gut pei ieman man shol vͤber in richten als wir her nach wol gesagen ern habe denne seinen schup.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 55
Der ane wizze verstollez gut kovft was rechtes darvmme sy.

>Ob ein man kovfet an sin gewizzen devbic oder rovbic gut vnd hat daz insiner stille gewer lenger danne drev iar weder ist daz recht sin oder nicht. | Wier sprechen vber devpheit vnd vber rovb geliche an der stat. | Swy lange ez ein man inne hat vnd kvmpt iemant dar nach man mvz im recht pieten. | Kvmpt aver der des ist oder sin erbe ob er tot ist pehert er selbe dritte daz ez sin waz do ez verstollen wart oder gerovbt man schol imz wider geben also gut als ez des tages waz do erz verlos vnd allen den nvcz der da von komen ist vnd vber die fvre. | Vnd ist daz viech to in siner gewalt an sin schulde ez schol ez im nicht gelten er schol im aver den nvcz geben den ez ergangen hat als hy vor gesprochen ist. Swo der man sinem devbigem oder synem rovbigem gute czv kvmpt man schol ez im wider an schaden geben. | pergrifet aber ein man sin devbic oder sin rovbic gut py iemant man schol vber in richten als wier her nach wol gesagen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 53
Schwsp.(L.) Art. 58
Ob die erben vnrecht gut erbent on ir wizzen.

und ist daz ein man stirbet vnde let seinen erben vnrecht gut vnd des wizzen die erben nicht vnde verkaufenz fuͤr rechtes guͤt vnd iener kuͤmt des daz gut do ist wo shol er sein gut vordern. daz shol er da er sein gut vindet vnd mit des richters poten. da shol im der richter hin richten als da uor gesprochen ist. vnd der im daz gut gap den shol er on sprechen vor deme richter ob er lebt. vnd ist er tot vnd hat er gut lazen man shol im seinen shaden abe tun vnd shol im sein gut wider geben. her nach spreche wir mer von diepheit vnd von raube. dicz daz shullen tvn die erben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 56
Ob dy erben vnrechtiz gut an erbet an ir wizzen vnd ez verkovfen fvr rechtis guet.

Vnd ist daz ein man stirbet vnd let sinen erben vnrechtis gvt vnd des wizzen dy erben nicht vnd verkovfent ez fvr rechtis gut vnd iener kvmpt des daz gut ist wo schol er sin gut vodern. daz schol er da er sin gut vindet vnd mit des richters poten da schol im der richter hin richten als hy vorgesprochen ist vnd der im daz gut gab den schol er ansprechen vor dem richter ob er lept. | Vnd ist er tot vnd hat daz guet lazen man schol im sinen schaden abtvn vnd schol ienem sin gut ane schaden wider geben dicz schullen tvn dy erben oder wer czv recht vormvnt oder phleger mag gesin. [Seite 33]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 54
Schwsp.(L.) Art. 59
Wer ze rechte phleger mak gesin.

Hie shulle wir beweisen wer ze rechte phleger mak gesein vnd wer sein nicht mac gesin. ez mac niemant phleger gesin er sei denne fuͤnf enzwenzik iar alt. quod si periit aliquid de rebus que sint in eius tutela dolo uel neglientia tutoris tutorem emendare oportet. der kinde vnd der vrowen phleger heizent etewa phleger etwa vogete etewa fuͤrmunt etwa behalter. wie man sie heizet so shuͤllen sie getriwe levte sein. in die shrift so sint sie gesundert uon ir rechte abr uor leien recht so habe wir ainz als daz ander. ez mak nieman phleger noch vormunt gesin er ensei ainz vnd zwenzik iar alt. vnd ist aine nicht wizzik vnd hat er nicht guter sinne swie alt der ist der mak derheinez gesein die hie vor geshriben sint. vnd shol man in ander phleger geben daz shol tun des landes lantrichter ob ez auf dem lande ist. vnd ist ez in der stete so shol der stete herre oder ir uogt phleger sein. man shol in einen geben der ir genoze sei ez sei kint oder vrowe. vnd shol in ainen geben der ir vater mac gesin vnd pei im in dem lande sei. vnd vindet sie des vater mage nicht so gebe in einen der ir muter mak sein. habent sie des nicht so nemen einen getriwen lantman.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 57
Wer czu recht phleger mag gesin oder nicht.

[Marg.: de constitutione Tutoris.] Hy schullen wir sprechen wer czv recht phleger mag gesin vnd wer sin nicht gesin mac. Ez mac niemant phleger sin er si danne fvmf vnd czweinzic iar alt. | Quod si perijt aliquid derebus que sunt ineius tvtela dolo uel nequitia tutoris tutorem enim dare oportet. | Der kinder vnd der frowen phleger heizent eteswo voyt eteswo vormunt etwo pehalter swi man sy heizet so schullen sy alle getriwe levte sin inder schrift so sint si gesvndert an ir recht aber vor layen rechte so hab wier eines als daz anders ez mag niemant phleger noch vormunt gesin ern si einez vnd czweinzic iar alt. | Und ist einer nicht witczic vnd hat er nicht gvter sinne swy alt der ist der en mac der aller keinez gesin dy hy vorgesprochen sint vnd schol man in geben ander phleger daz schol tvn des landes lantrichter ob ez vf dem lande ist. | Vnd ist ez inder stat so schol der statherre oder ir voyt ir phleger sin man schol in einen geben der ir genoz sy ez sin kint oder vrowen vnd schol in einen geben der ir vater mag gesin vnd py in indem lande sy. | Vnd vindent si des vater mage nicht so geb in einen der mveter mage mac gesin habent sy des nicht so nemen einen getriwen lantman.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 55
Schwsp.(L.) Art. 59/60
Wenne der knabe ander phleger nimpt.

So der knabe vier vnd zwenzik iar wirt so mag er ander phleger nemen ob er beweren mac daz er im vͤbel habe getan. also tut die magt so sie zwelf iar alt wirt. ez enmak dehein kint vnder vierzehen iaren an sein phleger nicht getvn daz stete sei. vnd hot ez halt bereitez gut vnder handen waz ez da mite tut daz ist nicht stete. kauftez vnd verkauftez vnd ist ez gut der phleger shol ez stete han. vnd ist ez im shade man shol ez wider tvn. vnd verspilt ez seins gutes man shol ez dem phleger wider geben. vnd kvͤmpt ez fuͤr den richter man muz dem richter puͤezen vnd doch dacz gut wider geben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 58
Wenne der knape vier vnd czweinzic iar alt ist so mag er ander phleger nemen.

So der knab vier vnd czweinczic iar alt uirt so mag er ander phleger nemen ob er peweren mac daz er im vbel hab getan also tvet dy magt so sy czwelif iar alt wiert ez en mac kein kint vnder vierczehen iaren an sinen phleger nicht tvn daz stete sy vnd hat es halt pereites guet vnder den handen swaz ez damit tvt daz enist nicht stete kovfet ez vnd verkovfet ez vnd ist ez im gut der phleger schol ez stete haben. | Vnd ist im schad man schol ez wider tvn vnd verspilt ez icht seines gutes man schol ez dem phleger wider geben. | Vnd kvmpt ez fvr den richter man mvͦz dem richter pvezen vnd doch daz gut wider geben. [Seite 34]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 56
Schwsp.(L.) Art. 61a
Ob ein kint seines vater gut verspilt.

Uerspilt ein kint seins vater gut die weil ez nicht auz gestevret ist vnd ist ez vnder fuͤnf vnd zwenzik iaren man muz ez deme vater wider geben. vnd kvͤmpt er vͤber fuͤnf vnd zwenzik iar so huͤte sich der vater. man geit im nichtes wider er sei denne als toͤrisch als ich vor gesprochen han daz er nicht gezivge mvͤge sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 59
Ob ein kint sines vater gvt verspilt waz rechtes dar vmme sy.

Verspilt ein kint sines vater gut dy veil ez nicht vzgestiwret ist vnd ist ez vnder fvmf vnd czweinczic iaren man mvͦz ez dem vater wider geben. | Kvmpt ez aver vber fvmf vnd czweinczic iaren des hvet sich der vater man gibt im nicht wider ez sy danne als torisch als ich hy vor geret han daz er geczvc nicht mvge sin.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 57
Schwsp.(L.) Art. 61b
Wenne der vater von dem svn teilen muz.

Ein svn noͤtet seinen vater wol so er fuͤnf vnd zwenzik iar ist daz ir von rechte mit im teilen muz sein gut. tut der phleger den kinden des er ze rechte nicht tun shol daz muter oder ander ir mage an in vodern oder der lantrichter ob ez auf dem lande ist. oder ist ez in einer stat so mag ez der stat herre vordern oder ir voget vnd er muz im antworten. vnd wirt er abr vͤberret daz er im vͤbel habe getan an ir gute man sol in palmunden daz er nimmer mer mac vogt gesein. Schwsp.(L.) Art. 62/63/64
wirt ein phleger geuangen man shol im einen anderen geben die weile. als er denne ledic wirt so shol er wider an sein stat sten. vnd wirt ein phleger den kinden icht an mit der kinde hant daz shol er in ze nuzze anlegen. vnd tut er icht daz nicht gut ist als si zv iren tagen kvmen sint si sprechent in wol dar vͤmbe an vnd er muz in dar vͤmme antworten. als daz kint ze virzehen iaren kvmen ist er nimpt im einen anderen phleger er habe in wol oder vͤbel getan. er nimpt im einen anderen phleger vnd shol den nemen mit seiner weisen frivnde rat. wil er nach seinen mutwillen des shol im der richter nicht gestaten noch seine frivnde. ist daz er im wol hat getan so shol man im den selben lan. ein iglich ivͤngeling shol phleger han vnz ze fuͤnf vnd zwenzig iaren. die weile shol er mit seinem gute nicht tun an seinen phleger. vnd ist dacz der phleger stirbet so shol daz kint sein gut vordern in wes gewalt er daz vindet. vnd hat daz kint seine gut auf geben mit seiner hant vnd sein phleger mit im vnd ist dem kinde sein gut nicht nuͤzlich on gelegt daz man beweisen mac daz kint shol clagen hin ze des phlegers erben. vnd hot er im gut lan nach seinem tode des er im vor nicht het auz gegeben da shuln sie den kinden von gelden nicht von ir eigen gute. daz ist der kinde recht die vnder virzehen iaren sint. nv spreche wir von den die vͤber phleger shuͤllen han vnz ze fuͤnf vnd zwenzik iaren waz die getunt mit ir phlegern daz shol stete sein. daz stet an der phleger getriwe. wan die kint sint dennoch ze weise nicht noch so wizzik daz sie sich bewaren kvͤnnen. in wes gewalt die kint daz gut vinden da shullen si ez ane sprechen. vnd mag der selp dritte bereden daz daz gut ze nuzze wart er hat sein gut behabt. vnd mac er beweisen war an daz gut geleget wart ob er bereitez gut dar vͤmbe gab mag er daz selp dritte beweisen er ist abr ledig. disiv gezivge shol man pei des phlegers lebenden leibe leiten. vnd ist er abr tot so shol man in vͤberzivgen mit siben mannen die des kindes genoz sein. ist daz kint semper frei man shol ez mit seinen genozen vͤberzivgen. vͤber swenne man anders gezivge leiten shol die mak man vͤberzivgen mit allen livten die ir recht nicht verlorn han. an die die mit den mezzen gelden die mugen an den dingen nicht gezivg sein vnd die eigen sint. wir nemen auz die vreien semper vnde mitter vreien die mak nieman vͤberzivgen swa ez in an ir leip oder an ir ere oder an ir aigen gat. an den dingen vͤberzivget man sie wol mit vnuersprochen leuten. swie frei sie sint man vͤberzivget sie wol diepheit vnd raubes mit allen leuten die ir recht nicht verloren hant vnd der manslacht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 60
Wy ein svn sinen vater twinget daz er sin gvet mit im teilen mvͦz.

Ein svn notet sinen vater wol als er fvmf vnd czweinzic iar alt ist so notet er in mit rechte daz er sin gut mit im teilen mvz tvt der phleger den kinden des er in czv rechte nicht tvn schol daz mag ir mvͦter oder ander ir mage an ir vordern oder den lantrichter ob ez vf dem lande ist. | Vnd ist ez ineiner stat so mag er vordern der stet herre oder ir voyt vnd er mvz in antwurten vnd wirt er vber ret daz er in vbel getan hat an irem gvte man schol in palmvnden daz er nimmer mer voyt mag gesin. | Wirt ein phleger gevangen man schol in einen andern geben dy weile als er danne ledic wirt so schol er wider an sin stat sten. | Vnd der phleger schol den kinden ir gut czv nvcze ane legen vnd tvet er icht daz nicht gut ist als si czu ir tagen komen sint si sprechen in wol dar vmme an vnd er mvͦz in dar vmme antwurten als daz kint czv vierczehen iaren kvmpt ez nimpt im ein andern phleger er hab im wol oder vbel getan. | Vnd schol den nemen nach siner weisen vrevnde rat wil er nach mvͤtwille nemen des schol im der richter nicht staten noch sine frvnde ist daz er im wol getan hat so schol man im denselben lazen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 61
Wy lange ein islich ivngelinch phleger schol haben.

Ein islich kint schol phleger haben vncz czu fvnf vnd czweinczic iaren dy weile schol er mit sinem gvte nicht tvn an sinen phleger vnd ist daz der phleger also stirbet so schol daz kint sin gut vordern in swes gewalt ez daz vindet vnd hat daz kint sin gut vf gegeben mit siner hant vnd sin phleger mit. Vnd ist [Seite 35] dem kinde sin gut nicht czu nvcze angeleit daz man pewisen mac daz kint schol klagen hincz des phlegers erben vnd hat er im gut gelan nach sinem tode des er im vor nicht vz gegeben hete da schullen sy den kinden von gelten nicht von irem eigen gute daz ist der kinde recht die vnder vierczehen iaren sint. Nv spreche wier von den dy vber die komen dy schvllen phleger haben vncz czu fvnf vnd czweinczic iaren swaz dy tvent mit mit ir phlegern daz schol stete sin daz stet ander phleger triwen wan dy kint sint dannoch so weise nicht noch so wiczic daz si sich pewarn kvmen in swes gewalt dy kint daz gvet vindent da schullen sy ez ane sprechen. Vnd mac derselbe pereden selbe dritte dar daz gvt cze nvcze wart er hat sin gvt pewart vnd pehabt. | Vnd mag er pewisen war an daz gvt gelegt wart ob er peraitez gvt dar vmme gab mag er daz selbe dritte pewisen er ist aver ledic. | Disen geczevc schol man py des phlegers lemptigem leibe leiten ist er aber tot man schol in vber czevgen mit siben mannen dy des kindes genoz sin. Ist averdaz kint vrei man schol ez mit sinen genozen vberczevgen vber swen man anders geczevge leiten schol dy mac man vber cevgen mit allen levten dy ir recht verlorn habent an dy dy mit meczen geltent dy mvgen an den dingen nicht geczevc sin. | Wir nemen vz dy semper vreien vnd mitter vreien dy mac nieman vberczevgen swo ez in an ir leip oder an ir ere oder an ir eigen gat an andern dingen vberczevgt man sy wol mit vnversprochen levten swi vrei si sint man vberczeget si des rovbes vnd der devpheit wol mit allen levten dy ir recht nicht verlorn habent vnd der manslachte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 58
Schwsp.(L.) Art. 65
Ob ein phleger von dem lande vert.

und wil ein phleger von dem lande varn so shullen im die ander geben die hie vor genennet sint. vnd als er wider kvme so stet an sein stat wider als vor. ez mag ein vater pei seinem leben ob er wil seinem kinde einen phleger geben. dem er wol getriwet dem enphilt er sein kint vnd sein gut daz er seinen kinden geben wil. vnd wenne er stirbet so shol sich der phleger der kinder vnd des gutes vnderwinden vnd mag im daz mit rechte niemant erwern ez ensei dacz er in vͤbel tu so shol manz denne handelen als vor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 62
Ob ein phleger von dem lande vert.

Vnd wil ein phleger von dem lande varn so schullen im dy ein andern geben dy hie vor genennet sint vnd als er wider kome soste an sin stat wider. Ez mag ein vater py sinem leben ob er wil sinen kinden mit rechte einen phleger geben swer der ist den er wol getrewet dem enphilhet er sine kint vnd sin gvt daz er den kinden geben wil vnd swenne er stirbet so schol sich der phleger der kinde vnd ir gutes vnderwinden vnd mag im daz mit rechte niemant erweren ez sy [Seite 36] daz er in vbel tv so schol man ez danne handel als hy vor gesprochen ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 59
Schwsp.(L.) Art. 66
Von arcwenigen phlegern.

Nv shulle wir evch lan wizzen welher die phleger sint die man arcwenige hat. vnd hat der vater mer svͤne den ainen vnd ist der selbe ze seinen tagen kvmen vnd die anderen nicht vnd stirbet der vater der pruder vnderwindet sich seiner gesvisterde vnd des gutes vnd die levte sehent wol als er mit dem gut icht tut als den kinden gut ist so ist er so zehant arcwenig. des mage in ruͤgen der kinde muter oder ir pase oder ir mume oder ir vater mage oder ir muter mage oder herre oder der richter. die ruͤgent alle wol mit rechte alle die die der kinde arcwenige phleger sint vnde die muͤzen mit rechte alle antworten. vnd ist daz der phleger den kinden nicht ir notdurft geit an ezzen vnd an trinken vnd an gewande der ist abr arcwenig. vnd ist daz er zeinem wuͤsten manne wirt vnd seins selbes gut ze vnrecht an greifet der ist abr arcwenig. die weile die kint ze vierzehen ioren nicht kvmen sint die weile mugen sie ir phleger nicht arcwenig sagen. sie mugen auch zv den gen die ich vor genennet hon vnd mvͤgen in kvͤnden daz in ir vater nicht wol tuͤge. der ist auch arcwenige swer den kinden von iare ze iare ir gut widerreitet den nehsten frivnden. der ist auch arcwenig der der kinder vater totveint was die weil er lebete wie nahen der ir mag ist. der ist auch arcwenig vnd den shol man in nicht ze phleger geben der in der ehte ist oder in den panne vnd ist daz ein phleger ein vngerichte tut man shol den kinden ze dem ersten von seinem gute gelden ob er in ichtes shuldic ist. vnd shol der richter sich des anderen vnderwinden vnd shol da uon deme clager vnd im selber tun daz recht sei. swer sein triwe nicht behaltet an den kinden oder an der witewen der ir phleger ist den shol man palmunden. daz ist er shol auch dem richter puͤzen mit pheningen fuͤr die hant zehen phunt. die wal stet an dem clager vnd nicht an dem richter.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 63
Won den phlegern dy man archwenic hat wy sy mit der kinde guͦt tvn schullen.

Nv schulle wir evch lan wizzen welichz dy phleger sint dy man arcwenic hat der vater mer svn danne einen vnd ist der selbe czv sinen tagen komen vnd dy andern nicht vnd stirbet der vater der prvder vnderwindet sich siner geswistereid vnd des gutes vnd dy levte sehent daz wol daz er mit dem gute tvet nicht als den kinden guet ist so ist er sa czuhant arcwenic des mag in rvegen der kinde mvter oder ir pase oder ir mvme oder irr vater mage oder irr mvter mage oder der herre oder der richter dy rvegent alle wol mit rechte alle dye der kinde archwenic phleger sint vnd sy mvezzen mit rechte antwuerten vnd ist daz ein phleger den kinden nicht ir notdvrft gibt an ezzen vnd an trinken vnd an gewande der ist aver arcwenic. | Vnd ist daz er czv einem wusten man wiert vnd sin selbes gvet czv vnrecht angrift der ist aver arcwenic. | Dy weile dy kint czv vierczehen iaren nicht komen sint dy weile mvgen sy nicht ir phleger archwenic gesagen sy mvgen aber wol czv den gen dy ich hie vor genennet han vnd mvgen in kvnden daz ir phleger in nicht wol tv der ist ovch archwenich. Swer der kinde gut nicht von iar czu iar wider reitet den nechsten vrevnden der ist ovch arcwenic. | Der der kinder vater tot veint waz do er lepte swie nahen er ir mage ist der ist ovch arcwenic vnd dem schol man in nicht czv phleger geben der in der echte ist oder indem panne vnd ist daz ein phleger ein vngerichte tvet man schol den kinden czu dem ersten gelten von sinem guete ob er in ichtes schuldic ist. | Vnd schol der richter sich des andern vnderwinden vnd schol da von tvn dem klager vnd im selben daz recht sy.
Swer sin trevwe nicht pehaltet an den kindern oder ander witwen der er phleger ist den schol man palmvnden daz ist er schol ovch dem richter pvezen mit phenningen fvr dy hant czehen phvnt dy wal stet an dem klager vnd nicht an dem richter. [Seite 37]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 60
Schwsp.(L.) Art. 67
Wie der man seins weibes vormunt shol sein.

Claget ain magt oder ein witewe vor gerichte vͤber ir rechten fuͤrmunt daz er in ir gut neme oder ir anders nicht wol tuͤge so shol im der richter fuͤr pieten vnd shol vͤber in richten als hie vor geshriben ist. vnd ist ein man seinen weibe nicht ebenpuͤrtik er ist doch ir vormunt vnd ir voget. vnd ist sie frei si muz doch sein genoͤezinne sein als sie an sein pette get. vnd gewinnet sie kint die gehoͤrent zv der lichtern hant. swenne abr der man stirbet so ist sie ledik vor seinem rechte vnd behebt recht nach ir purt. vnd nimt si ainen man nach im der vrei ist als si sie gewinnet freie kint als sie selber ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 64
Wy der man sines wibes vormvnder vnd phleger schol sin.

Clagt ein mait oder ein witwe vor gerichte vber iren rechten vormvnt daz er ir ir gvet neme oder er ir nicht anders wol tvge so schol im der richter fvr gepieten vnd schol er vber in richten als hy vorgeschriben ist. | Vnd ist ein man sinem wibe nicht ebenpvrtich er ist doch ir vormvnt vnd ir voyt vnd ist sy vrei sy mvz doch sin genozinne sin als sy an sin pete get vnnd gewinnet sy kint dy gehorent czu der lenken hant swenne aver der mann stirbet so ist sy ledic von sinem rechte vnd pehabt er daz recht nach ir gepvert vnd nimpt sy einen man nach im der vrei ist als sy selbe ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 61
Schwsp.(L.) Art. 68a
Wie ein kint frei wirt in seiner muter leibe.

Ob nv ein weip eines herren eigen ist div nimpt man vnd wirt kindes swanger ir herre ist vrei vnd lat sie ledic vnd sie wirt vrei nv vroge ich weder daz kint aigen oder frei sei. des vroge wir ainen maister von lantrecht der heizet marcelsus. der half den kvͤnige vil lantrecht machen. der sprichet daz dem kinde nicht shade do ez sein muter enphie von seinem vater ob sie da aigen was geit ez got daz ez geport wirt. Schwsp.(L.) Art. 68b
vnd geit sich ein vrowe ze eigen die vrei ist vnd treit sie iemittent kint weder kint vrei oder eigen sint. der meister spricht also. den kinden shol nicht shaden ir muter vnedeln e sie geporen wuͤrden. wan als sie geporen sint in welhem rechte die muter ist in dem selben sint auch die kint. wir haben von der shrift daz nieman eigen shulle sein. doch ist ez also dar komen mit gewalte vnd mit twanksol daz nv recht ist daz aigen leute sein.doch mak sich kein freis menshe zeigen geben. vnd versprechent ez die erbent ez shol ze rechte nicht sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 65
Wy ein kint vrei wirt in siner mvter leibe.

Ob ein wip eines herren eigen ist dy nimpt man vnd wiert kindes swanger ir herre ist vrei vnd let sy ledic vnd sy wirt vrei oder eigen sei des vrage wir einen meister von lantrecht der heizet marcelsus der half den kvnegen vil gvter lantrecht machen der sprichet also daz dem kinde nicht schade do ez sin mvter enphienc von sinem vater ob sy do eigen waz gibt ez got daz ez geporn wiert. | Vnd gibt sich ein vrove czu eigen dy vrei ist vnd treit sy dy weile kinder weder dy kint vrei oder eigen sin der meister sprichet also den kinden schol ir mveter vnedel nicht schaden esi geporn sint inswelchem rechte dy mveter czu der weile ist indem sint ouch dy kint. Wir haben von der schrift daz niemant schol eigen sin doch ist ez also dar chomen mit gewalt vnd twanschal daz nv recht ist daz eigen levte sin doch mac sic kein vreiez mensch czu eigen geben vnd versprehent ez sin erben ez schol von rechte nicht sin.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 62
Schwsp.(L.) Art. 68c
Wer ze rechte eigen leute haben mac.

Nieman mac eigen levte haben wanne freien vnd gotzhevser. alle dienstman die heizent aigen an der shrift. da von mugent sie nicht eigener leute haben. hort ein dienst man an ein gotzhaus vnd er gicht er habe eigen levte die seines gotzhevses aigen. vnd hat ein leien fuͤrste einen dienstman der gicht er habe eigen levte des ist nicht. sie sint seines herren. die geistlichen fuͤrsten ampt vnd die werltlichen fuͤrsten ampt sint gestiftet von erst mit vier fuͤrsten ampt. mit einem truchtsezzen mit einem marshalke mit aime kamerer vnd mit eime shenken. die musten von erste recht frei levte sint. die mugen wol haben aigen levte. vnd mac ein dinstman behaben daz sein vordern frei waren da sie sich gaben in daz fuͤrsten ampt oder ob er sich selber dran gegeben hat ob er frei was die haben mit rechte wol aigen leute. disiv levte die shuln sein der hoͤste mitter freien.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 66
Wer czu recht eigen leute mag gehaben.

Niemant mac eigen leute haben wan vreien vnd gocshuser alle dienstman dy heizent eigen ander schrift da von mvgen si nicht eiginer levte haben gehort ein dienstman an ein gocshus vnd er gicht er hab eigen levte dy sint eines gocshus eigen vnd hat eyn layenfvrste einen dienstman der gicht er habe [Seite 38] eigen levte des ist nicht si sint sines herren dy geistlichen fvrstenampt vnd dy wertlichen fvrstenampt dy sint gestifte von erste mit vier fvrstenamten mit einem marschalc mit einem kamerer vnd mit einem schenchem dy mvsten von erste rechte vreie leute sin dy mvgen wol haben eigen leute. | Vnd mac ein dienstman pehalten daz sin vordern vrei waren do sy sich gaben an daz fverstenampt oder ob er sich selben dran gegeben hat ob er vrei waz dy habent mit rechte wol eigen levte dise levte schullen sin dy hochsten vreien oder mitter vreien.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 63
Schwsp.(L.) Art. 70a
Von hohsten vreien vnd von mitter freien wie die selben vndersheiden sint.

Die fuͤrsten ampt sint mit fuͤrsten vnd mit anderen dingen gestiftet. vnd geit sein eigen leute an ein fuͤrsten ampt die sint nicht dienstleute si des fuͤrsten eigen. sie haben dienstmanne recht nicht. als wir gesprochen haben von den fuͤrsten ampte also wart auch daz reiche gestift von erste. Schwsp.(L.) Art. 70b
ez ist niemant semper vrei wann des vater vnd muter vrei waren. die von mittern vreien sint geporn die sint mitter vreien. vnd ist auch die muter semper vrei vnd der vater mitter vrei die kint werdent mitter freien. ingenuus daz spricht in latein die hoͤhsten vreien. libertinus daz sint die mitter freien. liber daz sint lantsezzen vreien. der hat iglicher svnder sein recht als wir her nach wol gesagen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 67
Von den hohen vreien herren vnd von den mittern vreien wy dy vnderscheiden sint.

Der fverstenampt sint mit fversten vnd mit andern dingen gestiftet vnd gibt ein vreier herre sin eigen levte an ein fverstenampt dy sint nicht dienstleute sy sint des fversten eigen sy habent dienstmanne rechte nicht als wir haben gesprochen von den fverstenampten also wart ovch daz riche gestiftet von erste ez ist niemant semper vreien wan daz vater vnd mvter semper vrei waren dy von mitter vreien da sint geporn dy sint mittern vreien vnd ist ovch dy mvͦter semper vrei dy vnd der vater vrei dy kint weren mitter vreien. Ingenuus daz sprichet inlatin dy hochsten vreien. Libertinus daz sint dy mittern vreien. Liber daz sint lantsezen vreien der hat iglicher pesvnder sin recht als wir her nach wol gesagen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 64
Schwsp.(L.) Art. 71
Ob ein herre seinen eigen levten nicht hilft auf ehafter not.

Swer eigen leute hat vnd vnde kvͤmpt der einez in seinem dienste in einen siechtum vnd wil im der herre in seiner notdurft nicht ze staten kvmen vnd vertreibet in von seiner helfe vnd uon seinem hause offenlich vnd kome im nicht ze hilfe do er im wol geholfen mochte han vnd wirt er gesunt der mensh ist iesa vrei.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 68
Ob ein herre sinen eigen levten nicht enhilfet von ehafter not.

Swer eigen levte hat vnd kvmpt der einez inseinem dienste in einen sichtvm vnd wil im der herre an siner notdvrft nicht czv staten komen vnd vertribet in von siner helfe vnd von sinem hvse offenlichen vnd kom im nicht czuhelfe do er wol geholfen mochte haben vnd wirt er gesvnt der mensche ist saze hant vrei.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 65
Schwsp.(L.) Art. 72
Wenne ein kint seine eigen leute vrei lat.

Ein kint daz nicht sibenzehen iar alt ist daz mac nicht sein aigen leute vrei gelan noch kein sein voget noch kein sein phleger. wer ez aber tut daz hat nicht craft. wir haben an der shrift daz dehain degen kint ieman vrei mugen gelazen er en sei zwenzig iar alt. so spricht man etewa nach gewonheit sibenzehen iaren. vnd die iunkvrowe mac nieman gelazen frei den sie sei sehzehen iar alt. vnd nach gewonheit virzehen iar. so machent auch die iunkvrow freie leute wol. lazen si abr die aigen leute frei vor diser iaren paide der iunkherre vnd die iunkfrowe so mvgen sie ir leute wol wider vordern als sie ze iren tagen kvmen sint vnd ze diesen iaren die hie benennet sint vnd sie sint ir aigen mit rechte. lex essentia inpedit libertatem. daz ist da uon gesezzet daz die kintheit nicht wizze hat. die kint mugens dannoch nicht getvn an ir phleger. Schwsp.(L.) Art. 73a
die maistere die dicz lantrecht gemachet hant di sprechent also durch der kuͤnige liebe vnd den leuten ze nuͤzze.
der seinen eigen knecht ze tode slecht ane shult vnd on gerichte daz er mit grozerm rechte gote gelten shuͤlle vnd dem richter puezen. ob man im beclaget vor dem richter man nimt im seinen leip billicher den ob er einen ze tode hette erslagen. ist daz man einer vrowen eigene leute geit ze heimstivre zeinen manne er mac ir nicht frei gelazen an ir guten willen. sie spricht sie wol an mit rechte. daz shol sie tun uor richter ez sei der man lebende oder tot. wil sie einen eit ze den heiligen sweren daz ez ir guter wille nie wuͤrde so hat sie ir leute behabt mit rechte vnd shol irz der richter in ir gewalt geben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 69
Wenne ein kint sin eigen levte vrei let.

Ein kint daz nicht sibenczehen iar alt ist daz mag nicht sin eigen levte vrei lazen noch kein sin voyte noch kein sin phleger swer ez aber tvet so hat ez keine chraft wir haben ander schrift daz degenkint niemant vrei mac gelazen er sy [Seite 39] czweinczic iar alt so sprichet man eteswo nach sibenczehen iar vnd ivncvrowe mac niemant vrei gelazen wan dye sechzehen iar alt ist vnd nach gewonheit vierczehen iar so machent dy ivncvrowen ovch wol vreie levte lazen aber sy sei vrei vordisen iaren peide ir ivncvrowe so mvgen sy ir levte wol wider vordern als sy czv ir tagen komen sint vnd czu disen iaren dy hye penennet sint vnd sint si ir eigen mit recht. Lex essencia inpedit libertatem daz ist da von geseczet daz dy kintheit nicht wicze hat. Dy kint mvgen ez dannoch nicht getvn an ir phleger. Dy meister dy dicz lantrech gemachent habent sprechen also den kvnegen czuliebe vnd den levten czunvcze.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 70
Der seinen eigen knecht czu tode slecht an schvlde vnd an gerichte.

Der sein knecht czu tode slecht an schulde vnd angerichte daz er in mit grozem rechte gut gelten schulle vnd dem richter pvezen ob man in peklaget vor einem richter man schol im sinen leib pillicher nemen danne ob er einen vromden slvge vnd ist daz man einer frowen eigen levte gibt czu heimstiwer czu einem manne er mag ir nicht vrei lazen an ir gueten willen si sprichet wol mit rechte der man leb oder tot si si pehabet sy mit rechte daz sy schol tvn vor ir richter wil ot sy eine czu den heiligen swern daz ez ir gvt wille nie wurde so hat sy ir levte mit rechte pehabt vnd schol irs der richter inir gewalt geben.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 66
Schwsp.(L.) Art. 74
Ob ein weip on ir mannes vrlop ir gut an wirt.

Ein weip mac ir gut on ir mannes urlop nicht hin gegeben noch eigen noch leipgedinge noch zinsgut noch varnde gut. daz ist da uon daz er ir uogt ist. maid vnd vrowe die nicht manne haben die werdent ir gut wol ane on ir vormunt ob sie ze iren tagen sint kvmen. da hoͤrent denne erben zv die shuln ez versprechen als recht sei. Schwsp.(L.) Art. 75
maid vnde vrowen die muͤzen mit rechte vor iglichem gerichte ir vormunt pei in haben oder sie shol der richter nicht hoͤren. vnd hot sie einen eman der pei dem lande ist der shol ez tun. vnd ist er nicht innen landes so shol sie ir einen nemen vor dem richter. der shol sein ir wirtes mac oder ir selbes mac. da ist da uon gesezt daz sie ez pezzer haben uor gerichte den die man. den waz die sprechent vor gerichte daz in shade ist daz sie des nieman vͤberzivgen mac ob si sein laugen wollen. swo ez den vrowen ze eiden kvͤmt den shuln sie selber tun vnd nicht die man die ir vormunt sint. ir vormunt shol auch gewer fuͤr sie loben vnde sol sie daz leisten. sie shol auch wider reiten noch gen noch kein arbeit han wan da man ir ze not bedarf. sein vormuntshaft wert nicht lenger vnz ir man her wider kvͤmt oder als lange sie wil. auf ieglich ein gericht kvͤmpt sie wol vormunt vnd lat ienen varn.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 71
Ob ein wip ir gut anwiert an ir mannes vrlovp.

Ein wip mac an ir mannes vrlovp ir gutes nicht hingeben noch eigen noch leipgedinge noch czins guet noch varvndes gut daz ist davon daz er ir voyt ist maide vnd vrowen dy nicht man habent dy werden ir gut wol an an ir vormvnt ob sy czu ir tagen komen sint da gehorent danne erben czu dy schullen ez vorsprechen als recht si meid vnd wip dy mvzen mit rechte vor iglichem gerichte in iglicher klage ir vormvnt py in haben oder sy schol der richter nicht horen vnd hat sy einen .e. man der indem lande ist der scol ez tvn. | Vnd ist er nich inir landes so schol si ir einen nemen vor dem richter [Seite 40] der schol sin ir vaters mac oder ir selber mac daz ist davon geseczet daz sy ez pezzer habent vor gerichte danne dy man wan swaz sy sprechent vorichte daz in schade ist. | Ist daz sy des niemant vbercziwgen mac ob sy sin lovgen wellent swo ez den vrowen czu ir eide kvmpt den schullen sy selbe tvn vnd nicht dy man dy ir vormunt sint. | Ir vormvnt schol ovch gewer fvr sy loben vnd schullen si daz leisten si schol ovch weder riten noch gen noch kein arbeit haben wan da man ir czu not pedarf sin vormvntschaft wert nicht lenger wan vncz ir man wider kvmpt oder als lange sy wil vf iglichem gerichte nimpt si wol vormvnt vnd let ienen varen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 67
Schwsp.(L.) Art. 76
Ob ein man seinem weibe ir gut wil verzern.

Unde ein vrowe einen man hat der vͤbel geraten ist vnd wil in ir gut ane werden daz ir ir vater oder ander ir frivnde gaben si mag ez mit rechte wol versprechen vnd behaben. sie shol varen fuͤr einen richter vnde shol ze dem ersten einen formunt nemen vnd shol ir der helfen clagen. vnd mag sie behaben mit der kvntshaft daz er vngeraten ist vnd in der vnfur ist daz sie vor im ir gutes angest hant so shol sie ez erzivgen zv ir selber zwene man. die shullen swere mit ir daz sie ez wares wizzen. so shol der richter sein poten ir vormunt geben. die shullen auf daz gut varn vnd shuln sich des vnderwinden. vnd wer ir dar nach kein leit tut der ist fridebrecher. daz shol der richter richten als recht ist. vnd ist daz er ir morgengabe hate gegeben si shol den richter varn vnd shol ir morgengabe behaben als hie vor gesprochen ist. vnd shol sie der richter auf ir morgengabe beshirmen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 72
Ob ein man sinem .e. weib ir gut verczeret.

Vnd ist daz ein vrowe einen man hat der vbel geraten ist vnd wil er ir gut anverden daz ir ir vater oder ander ir vrevnde gaben sy mag ez mit rechte wol vorsprechen vnd pehaben si schol varen fvr ir richter vnd schol des ersten einen vormvnt nemen vnd schol ir der helfen klagen vnd mag sy pehaben mit der chvnstschaft daz er vngeraten ist vnd inder vnfvͦr ist daz sy ir gutes vor im angest hat so schol si ez ercziwgen czv ir czwene man dy schullen sweren mit ir daz sy ez warez wizzen so schol der richter sine poten ir vormvnt geben dy schullen vf daz gut varn vnde schullen sich des vnderwinden vnd swer dar nach kein leit tvt der ist vridbreche daz schol der richter richten als recht ist vnd ist daz er ir morgengab hat gegeben si schol fvr den richter varn vnd ir morgengab pehaben als hy vorgesprochen ist vnd schol der richter si vf ir morgengab peschermen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 68
Schwsp.(L.) Art. 77
Wer nicht vormunt haben shol.

alle die vnelich geporn sint vnd die sich eloz gemachet hant an ir richte mit vntat den shol man allen keinen vormunt geben. ane die die zv der e gegriffen hant den mac man wol vormunt geben. dannoh gepristet maniges gerichtes daz die habent die elich geporen sint als wir her nach wol sagen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 73
Daz alle dy vnelichen geporn sint dy mvgen nicht vormvndes gehaben.

Alle dy vnelichen geporn sint vnd dy sich vnelich gemachet habent an ir rechte mit vntat den schol man allen kein vormvnt geben an die dy czu der .e. gegriffen habent den mac man wol vormvnt geben wan dan noch gepristet in manges rechtes daz dy habent dy elich geporn sint. [Seite 41]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 69
Schwsp.(L.) Art. 78
Ob ein einen lamen man man mit kanph an spricht.

Ob man einen lamen man kanph an sprichet der nicht vormundes hot man shol in einen tac geben vnd shol der ainen dar pringen der fuͤr in kenphe. swer der ist der daz tut den shol man fuͤr in nemen er habe denne sein recht verworcht als hie vor gesprochen ist.
hat ein man lem an handen oder an fuͤzen die man beweisen mac vnd ist daz so getane lem die in irret ob er kemphen shol vnd er wirt wol vͤberig allez kamphes. vnd er boͤser augen ist so ist abr kanphes ledig. mag abr er einen an sein stat gewinnen den shol er gewinnen durch liebe oder durch pheninge der ez tut. vnd wil er des mit willen nicht tvn der richter shol von des mannes gute einen kemphen gewinnen so er aller nehest mac. vnd mac er in nicht neher gewinnen er shol im gut halbez geben vnd dar vber nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 74
Ob man einen man czu kamphe ansprichet der nicht vormvnders hat.

Ob man einen man czu champhe ansprichet der nicht vormvnders hat man schol im einen tac geben vnd schol der darpringen einen der fvr in chemphe swer der ist der ez tvt den schol man fvr in nemen er habe danne sin recht verworicht als hy vor geschriben ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 75
Daz ein lempder man von recht vber wirt des kemphens ob er anwiert gesprochen.

Hat ein man lemde an den henden oder an peiden dy man pewisen mac vnd ist daz so getane lemde dy in irret ob er kemphen schol er wiert mit rechte wol vber daz er nicht kemphet vnd ob er povser ovgen ist er ist aver kamphes ledic mag aber er einen gewinnen so dvrich lieb so dvrich phenninge der ot ez tvt vnd wil er des mit willen nicht tvn der richter schol von des lamen mannes gute einen kemphene gewinnen so er allernechste mac vnd mag er in nicht neher gewinnen er schol im sin gut allez geben vnd nicht dar vber.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 70
Schwsp.(L.) Art. 79
Von der notwer.

und ist daz ein man den andern an kvͤmt ez sei tages oder nahtes vnd der eine laufet den anderen an vnd do ist nieman pei vnd sihet nieman. der eine weichet hin ob er mvge entweichen vnd wolde gerne von im. iener slecht auf in. dirre wert sich. wan erz in nicht erlat er slecht ienen ze tode in rechter notwer. nv vroge wir wie er die notdurft bereden shulle. wir sprechen. so er paldest mac ze deme richter kvmen vnd shol sich in des gewalt ergeben mit seinem leibe vnd shol im sein swert auf recht geben. vnd der richter shol in enphahen auf rechte rede. vnd clage ieman auf in der richter shol fuͤr in antworten. vnd shol den toten fuͤr tragen vnd shol auf in clagen. vnd shol mit fuͤrsprechen antworten. der ienen do erslagen hat den shol man erteilen daz er des swere daz er drei shriete hinder sich entwiche oder mere ob er entweichen moͤchte. daz ist also gesprochen. ob er also gahes auf in sluge daz er nicht entweichen mechte vnd daz er sich do alrest werte. vnd waz er getan daz er daz in rechter notwer getan habe seins leibes. vnd hat abr der tote man einen mac von seinem vater vnd wil in der kenphen des mac er in nicht geweigern er sei denne sein genoz nicht. vnd hot der tote man niemanz der im den kanph beutet so ist er mit rechte ledic vnd hot die notwer beredet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 76
Vmme einen tot Slac der da geschit von rechter notwer sines leibes.

Vnd ist daz ein man an den andern kvmpt ez sy nachtes oder tages vnd der eine lovft den andern an vnd da ist niemant py und dez sicht niemant der eine weicht hinder sich ob er mac entwichen vnd er wolte gerne von im iener slecht vf in dirre wert sich wan er ins nicht erlezet er slecht ienen czu tode in rechter notwer. | Nv vrage wier wy er dy notwer pereden schulle wir sprechen also er schol so er allerpaldest mac czv dem richter komen vnd schol sich indes gewalt ergeben mit seinem leibe vnd schol im sin swert vf recht geben vnd der richter schol in enphahen vf recht rede. Vnd klagt iemant vf in der richter schol in fvr antwurten vnd schol man den toten fvr tragen vnd man schol vf in klagen vnd er schol antwurten mit vorsprechen der ienen da erslagen hat den schol man erteilen daz er swer des daz er drei schrit hinder sich entwiche oder mer ob er entwichen mochte daz ist also gesprochen ob er also gehes vf in slecht daz er nicht entwichen [Seite 42] mochte oder an der stat da er nicht entwichen mac vnd daz er sich do allererst werte vnd swaz er getan hab daz er daz in rechter notwer getan hab sines leibes. | Vnd hat aber der tot man einen mag von sinem vater vnd wil in der kemphen des mag er im nicht geweigern er si danne sin genoz nicht. Vnd hat der tot man niemant der im pevtet so ist er mit recht ein ledic man vnd hat dy notwer peret.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 71
Schwsp.(L.) Art. 80
an wem der richter sin wette vnd sein pueze gewinnet.

Swer nicht envocht vnd nohe alwan ainen ane shreiet von gerichtes halben oder sein recht nicht enfuͤret so er der clage beginnet oder einen man ze kanphe ane sprichet oder vahet vnd im der mit recht entget oder ze auf geleiten tedingen ze rechter zeit nicht enkuͤmpt oder gar versavmet oder gerichte icht sprichet oder tut daz widerz recht vnd shulde die vor gerichte gewitert ist vmb dise igliche sache wettet man dem richter ie nach der stat vnd nach der leute gut gewonheit. vͤmb die shulde da der man bueze mit gewinnet da hat denn der richter als sein gewette von. dach wettet man deme richter dicke vͤmb vnzucht die man tut uor gerichte da der clager noch auf den div clage get keine puze an gewinnet. Schwsp.(L.) Art. 81
spricht ein gut an vnd wirt er da uon geweiset mit gerichte er pleibet ane pueze vnd ane wette die weil er sich des gutes nicht vnderwindet. vnd vnderwindet er sich des gutes an gerichte vnd ist ein fride ze den gezeiten gesworn so ist er fridebreche vnd daz get im an die hant. vnd ist abr nicht fride gesworn so buͤze mit pheningen nach guter gewonheit. swer gewette oder puze nicht engeit ze deme rechten zil der vronpote shol in phenden oder shol er ez versezzen oder verkaufen ob er ein gast ist dem die pheninge shuln. vnd ist er nicht ein gast man shol daz phant behalden siben tage. der ez denne nicht enloͤset man shol ez versezzen oder verkaufen. man shol kein phant an die iuden sezzen den mit iens willen des dacz phant da ist ez ensei denne so verre daz er inz an gedinget habe so ist ez recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 77
An wem der richter sin gewette vnd sin pvze gewinnen schol.

Swer nicht vnd nach enwolget wan einen anschriet von gerichtes halben oder sin recht nach rechte nicht fvret so er der klage peginnet oder einen man czu kamphe ansprichet oder vahet vnd im der mit recht enget oder czu vfgeleitem teidingen czu rechter czit nicht enkvmpt oder gar versovmet oder vorgerichte icht sprichet oder tvet daz wider recht ist vnd schulde dy vorgerichte gewettet ist vmme dise igelich sache wettet man dem richter ie nach der stat vnd nach der levte guter gewonheit vnd alle schulde da der man pvze mit gewinnet da der richter sin gewette an doch wettet man dem richter dicke vmme vnczvcht dy man tvt von gerichte da der klager noch vf den dy klage daget kein pvze an gewinnet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 78
Wy ein man gvt ansprichet vnd wirt da von gewiset mit rechte vnd vnderwindet sich dar nach des guͤtes an gerichte.

Vnd ist daz einman gvt an sprichet vnd wiert er da von gewiset mit rechte er peleibet an pvze vnd an gewette dy weil er sich des guetes nicht vnderwindet vnd vnderwindet er sich des gvetes angerichte vnd ist ein vride czu den cziten gesworn so ist er ein vridprecher vnd daz get im an dy hant. Vnd ist aver nicht vrides gesworn so pvze mit phenningen nach gvter gewonheit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 79
Der sin pvze czu rechter czeit nicht engibt waz man dem tvn schol.

Swer gewette oder pvͤze nicht gibt czu rechter czeit der vrone pot schol in phenden vnd schol erz verseczen oder [Seite 43] verkovfen ob er ein gast ist dem dy phenninge schullen vnd ist er nicht ein gast man schol daz phant pehalten siben tage der ez danne nich enloset so schol man ez verseczen oder verkovfen man schol kein phant an dy ivden seczen wan mit ens willen des daz phant ist ez en sy danne als verre daz er ins angedinget habe so ist ez recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 72
Schwsp.(L.) Art. 82
Wie man vmb freuel dreier puze shuldic wirt.

Ez mac ein man vmb ein shulde dreier puze shuldig werden. tut er ein freuel in deme mvͤnster oder in dem vreithoue er muz geistlichem gericht vnd werltlichen puezen vnd dem an dem er hat gefreuelt. daz sint drei pueze.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 80
Wy man vmme ein vrevel drier pveze schvldic wiert.

Ez mag ein man vmme ein vrevel drier pveze schvldic werden tvt er einen vrevel inder kirchen oder indem vreithof er mvz geistlichem gerichte vnd werltlichem pvzen vnd dem an dem er hat gevrevelt daz sint drei pvze.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 73
Schwsp.(L.) Art. 83
Wie man herren phenden shol auf iren guten.

Ez ensol kein man fuͤr seinen herren phenden dulden wenne als uil er im ze zinse shol. vnd ist daz ein man von eime gotzhause leute ze lehen hat vnd sie geben iren zins hinz irm gotzhause man shol sie nicht phenden fuͤr den herren der sie ze lehene hot vnd wer dar vber tut der raubet daz gotzhaus vnd den herren der sie ze lehene hot. vnd der shol sie shirmen vnd sie shuln im clagen ob in iman icht tut vnd er shol sie niezen in der weise als sie im gelihen sint. vnd nuͤzzet er sie anders daz shol er clagen do erz ze rechte clagen shol. der hoͤhste nuz den er uon in shol hon so shol er nemen ein vogt recht als vil als im da uon gesezzet sei. waz er dar vͤber sie nuzzet daz ist vnrecht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 81
Wy man dy herren phenden schol vf irem gvte.

Ez enschol kein man fvr sinen herren phenden dvlten wan fvr als vil als er im gibt cze czinse vnd ist daz ein herre von einem gotshvs levte czv lehen hat vnd sy gebent ir czinse czv ir gotshus man schol sy nicht phenden fvr den herren der sy czu lehen hat vnd swer ez dar vber tvet der rovbt daz goteshvs vnd den herren des lehen sy sint vnd der shol sy peschirmen vnd sy schullen im klagen ob in iemant icht tvet vnd er schol sy nvczen inder wis als sy im gelichen sint nvczet er si icht anders daz schol er klagen da erz czu rechte klagen schol. | Der hochste nvcz den er von im schol haben so schol er nemen einen voyt recht als vil als im da von geseczet si waz er dar vber nevzzet das ist vnrecht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 74
Schwsp.(L.) Art. 84
Wenne man zins geben shol oder daz gut uerloren sei.

Swer zins von gute geben shol nicht uon varndem gute der shol in geben auf den tac als im besheiden wirt so man im daz gut leihet vnde geit. vnd geit er im daz gut des tages nicht er shol im den zins zwiualt geben des nehesten tages dar nach vnd dar nach alle tage so uil die weile er den zins inne hat. vnd als des zins so uil wirt als daz gut wert ist so shol sich der herre des gutes vnderwinden mit des richters poten. nv shult ir hoͤren wie man den zins eischen shol. er shol in oder seine poten ze seinem hause eischen vnd shol die nakebavr dar zv nemen ob sie da sint. sint sie da nicht so neme ander vrume leute ob erz welle levken daz erz mit in erzivge daz er in gevordert habe als recht sei. daz shol er selb dritte tun. vnd ist sein haus ze verre er shol in suchen auf dem gute da man im den zins abe geben shol. wederthalp er in eishet mit gezivge so hat er recht. mac abr der der daz gut in gewere hat erzivgen selb dritte daz er den zins gegeben hot an dem tage der im besheiden wart so hot er iene gezivge verleit vnd hat sein gut behabt. da ist da uon daz er in der gewer ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 82
Der den czins czu rechter czit nich engibt so schol er in dar nach czwivalt geben.

Swer czins von gut schol geben nicht von varvndem gvt der schol in geben vf den tac als im penennet wiert so man im daz gvet leihet vnd gibt er im daz gvet des tages nicht er schol im den czins geben czwivalt des nechsten tages dar nach alle tage als vil dy weile er den czins inne hat vnd als des czinses als vil wiert als daz gvet wert ist so schol der herre sich des gvtes vnder winden mit des richters poten. [Seite 44]

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 83
Wy man den eischen schol.

Nv schult ir horen wy er den czins heischen schol weder schol er sinen poten czv sinem hovs heischen vnd schol dv nach gepver dar czv nemen ob sy da sint sint sy da nicht so nem er ander piderbe levte ob man im lovgen da ers mit erczivge daz er in gefodert hab als recht sy daz schol er selbe dritte tvn. | Vnd ist sin hvs czv verre er schol svchen vf dem gvete da man im den czins von geben schol swederthalbe er in heischet mit geczevgen so hat er recht. Mag aber der der daz gvet in siner gewer hat erczevgen selbe dritte daz er sinen czins gegeben hab an dem tage der im pescheiden wart so hat er iene czevge verleit vnd hat sin gvet pehabt daz ist davon daz er inder gewer ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 75
Schwsp.(L.) Art. 85
Wie man auf geltendem gut phendet.

Einen iglichen man mac man wol phenden auf seinem gute da man im gelt uon geit an des richters urlop. vnd weret man im phant vnd ist daz gut sein er nimpt vͤberhaupt ein phant mit rechte. vnd ist daz daz der man sein nicht enist so shol er dem richter clagen. der shol im phant antworten vnd shol er dem richter puͤezen vnd auch seinen herren dar vͤmb daz er im phant versaite. die vrteil ist ein phunt oder fuͤnf shillinge ie nach des landes gewonheit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 84
Wy man vf geltvndem gvt phenden schol an des richters vrlovp.

Einen iglichen man mac man wol phenden vf sinem guͤt da man im gelt von gibt an des richters vrlovp wert aver man im phant vnd ist daz gut sin er nimpt vberhoupt ein phant mit rechte. | Vnd ist daz der man sin nicht en ist so schol er dem richter klagen der schol im phant antwurten vnd schol er dem richter pvezen vnd ovch sinem herren dar vmme daz er im phant versait daz vrteil ist ein phvnt oder fvmf Schillinge ie nach des landes gewonheit.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 76
Schwsp.(L.) Art. 86a
Wie man einen richter welen shol.

Iglich werltlich gerichte daz hat begin von kuͤr. daz ist also gesprochen daz dehein herre sol den leuten keinen richter geben wen den sie da welen. an dem shol auch der dinge deheines sein die ich hie nennen wil. swen die leute ze richter nemen der shol nicht meineide sein. er shol nicht in der echte sein noch in den panne. er shol nicht ein iude sein noch ein kezzer noch ein heiden. er shol nicht lam sein an handen noch an fuezen. er shol nicht plint sein. er shol nicht ein stumme noch ein tore sin. er shol ein ekint sein vnd shol ainz vnd zwenzig iar alt sein vnd sol vber achzig iar nicht sein. welhez der dinge aines an dem richter ist der mac mit rechte nicht richter gesein. ein iglich richter shol vier tugent an im han. vnd die selben vier tugent heizent fuͤrsten vber die gerechtikeit. daz ander weisheit. daz dritte maze. daz virde sterke. er shol gerechtikeit haben also dacz er durch liebe noch durch veintshaft noch durch kein gut nicht entv wan daz recht sei. er shol starc sein also daz er sein herze also starkes halde daz ez deme leibe nimmer gerate daz wider daz recht sei. vnd ist daz daz herze einen boͤsen mut gewinnet so shol der leib so stark daz er dem poͤsen mute widerste. wan die tugent fuͤr alle tugent get swer poͤsen mute widerstet. ein richter shol so stark sein daz er leip vnde gut shol wagen daz er daz recht beshirme. er shol auch also weise sein daz er daz vbel von dem guten vnd daz gute von dem vͤblen kvͤnne sheiden. vnd kan er daz so ist er weiser richter. die besten tugent shol er han daz ist daz er got fuͤrchten shol vnd daz er daz recht minnen shol vnd allez vnrecht hazzen so ist ein weiser richter. daz dritte ist die maze. er shol durch daz recht noch durch daz vnreht nimmer vnmezlichen zorn gewinnen daz er wider daz recht ichtes tu in seime zorne wie gewaltig er sei vnd daz er iemande shelde. er shol weder ze gehe noch ze trege sein an dem gerichte. er shol auch mezzig an ezzen vnd an trinken sein vnd an allen dingen. dise vier tugent sint also tugenthaftig daz ein ane die ander nicht frum ist. swer eine pricht der hat sie alle zeprochen. die vier tugent zemen allen herren wol vnd allen richtern vnd allen den got gerichte vnde gewalt hat verlihen. vnd wizzet. welch richter oder herre der tugent nicht enhot den hazzet got vnd missevellet allen leuten. Schwsp.(L.) Art. 86b
vnd welch richter vnrecht vrteil geit oder gestatet daz si ander leute sprechent tut er daz durch liebe oder durh haz oder durch gutes willen der verlivset gotes hulde. vor werltlichem gerichte sprechent die richter nicht vrteil. daz ist dar vͤmb gesetzet daz sie nicht alle wei weise leute sint vnd daz daz gewoͤnlicher ist daz vnder den leuten allen die da vor im sizzent weiser leute sint den der richter alleine. keinem richter ist nicht gesezt daz er gut neme wan sein rechte puze. swer nv anders richter sezzet wan als hie gesprochen ist der tut wider got vnd wider die leute.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 85
Wy man ein richter kiesen schol.

Iglich werltlich gerichte daz hat ein anewanc von der kver daz ist also gesprochen daz keine herre schol den levten kein richter geben wan den sy wellent an dem schol ovch der dinge einez nicht sin dy ich hy nicht nennen wil. | Swen dy levte czv richter wellent der scol nicht meineide sin er schol ovch nicht inder echte syn noch indem panne er schol ovch nicht eyn ivde syn noch ein keczer noch ein heiden er schol ovch nicht lam sin an henden vnd an fvezen er schol ouch nicht plint sin er schol ouch nicht ein stvmme noch ein tore sin er schol ein ekint syn vnd schol eins vnd zweinzic iar alt sin er schol ovch vber achczic iar nicht syn. Swelich [Seite 45] der dinge einez an dem richter ist der mach mit recht nicht richter sin. Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 86
Waz tvgent ein iglich richter an im schol haben. Ein iglich richter schol vier tvgent an im haben vnd dy selben vier tvgent heizen dy meister fversten vber alle tvgent. Daz eine ist recht richter daz ander weisheit daz dritte maze daz vierde sterke. | Er schol gerechticheit haben also daz er dvrich lieb noch dvrich leit noch veintschaft noch dvrich keines gvtes willen nicht anders schol tvn wen daz recht ist. | Er schol starch sin also daz er sin hercze also starchez hab daz er nummer keyn liebe gerate daz wider recht sy. Vnd ist daz daz hercze einen posen mvt gewinnet so schol der leip also starch sin daz ez einem iglichem posen mvͦt widerste. Wan dy tvgent fvr alle tvgent get. | Swer posem mvte wider ist. | Eyn richter schol ovch also starch syn daz er syn leip vnd syn gvt schol wagen daz er daz recht schol schirmen. Er schol ovch also wise syn daz er daz vbel von dem guten kvnne scheiden vnd kan er daz so ist er ein wiser richter. | Dy pesten tvgent schol er haben daz ist daz er got fvrchten schol vnd daz er daz recht minnen schol vnd alle vnrechte dinc hazzen schol so ist er ein wiser richter. | Dicz ist dy maze er schol dvrich daz recht noch dvrich daz vnrecht nimmer als vnmeslichen czorn gewinnen daz er wider dem rechten immer icht getv er schol ovch so czornic nimmer werden swy gewaltic er sy daz er vnkevs wort immer gespreche vnd daz er niemant schelde. | Er schol ovch weder czugahe nvch czu trege syn an dem gerichte er schol ouch mezzic syn an ezzen vnd an trinken vnd an allen dingen dise vier tvgent sint also tvgenthaft daz einen an dy andern kein frvm ist. | Swer eine czv prichet der hat sy alle czv prochen. | Dy vier tvgent geczement allen herren wol vnd allen richtern vnd allen den den got gericht vnd gewalt verlihen hat vf ertrich vnd seit des gewis swelich herre oder richter dyse vier tvgent nicht en hat den hazzet got vnd der missevelt wisen levten. | Vnd swelich richter vnrecht vrteil gibt oder gestatet daz si ander levte sprechent tvt er daz dvrich lieb oder dvrich haz oder dvrich gvtes willen der verlevset [Seite 46] gotes hvlde vor werltlichem gerichte. Sprechent dy richter nicht vrteil daz ist dar vmme geseczet daz sy nicht alle wise levte sint vnd daz daz wenlicher ist daz vnder den levten allen dy da vor im siczent wiser levte sint danne der richter aleine keinen richter ist geseczet nicht daz er gvet neme wan sin recht pvze. Sver nv richter anders seczet wan als hye gesprochen ist der tvt wider got vnd wider dy levte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 77
Schwsp.(L.) Art. 86c
Wie ein richter gut nimpt widerz recht.

Swelch richter von einem gut nimpt der nicht recht hat der tut recht als iudas der daz recht verkauft vnd nam dar vͤmbe vnrecht gut. also hat der richter getan. er hat seinen pruder verkaufet vmb ein cleinez gut. dar vͤmb hat er gotes hulde uerlorn. vnd ist daz in des got ermant daz er ez wider tun wil so shol er daz gut daz im iener vm vnrecht gap daz shol er dem nicht wider geben der imz da gap. wan erz deme richter gap daz er hulfe vnrechtes vnd er daz recht vertilgete. da von gap er im svͤntlich vnd shantlich. do nam ez der richter als vbel. da uon shol ez dem nicht wider werden der ez do gap daz er im vnrechtes hulfe. es shol der richter dem wider geben dem vnrecht geshach. im ist der richter shuldic allen den shaden ze gelden der im da geshach. da uon shuln sich alle richter huͤten daz sie nieman vnrechte tun noch staten ze tune. ein iglich man der richter ist oder gewesen ist vnd wil sich der uon gote rechtuertigen so shol er sid bedenken wo er gut ze vnrechte vnde swem er gut ze vnrecht verloren hat. deme shol er daz wider geben nach rechte vnd nach minnen. wir haben von den richtern nv gnvg gesprochen welhe richtere mugen sein oder nicht daz selbe spreche wir von den fuͤrsprechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 87
Ob der richter gvt nimpt wider daz recht so tvt er als iudaz der da got verkovft.

Swelich richter gvt nimpt von einem der nicht recht hat der tvt recht als iudaz der da verkovfet daz recht plut vnd nam darvmme vnrecht gvt also hat der richter getan er hat sinen prvder verkoft vm ein wenic gvtes daz schol er wizzen daz er gotes hvlde darvmme verlorn hat. | Vnd ist daz in des got ermant daz er ez wider tvn wil so schol er daz gvt daz im gener gab vmme vnrecht daz schol er dem nicht wider geben der ez im da gab wan erz dem richter gab daz er im hvlf vnrechtes vnd daz er daz recht vertiligt davon gab er svntlichen vnd schentlichen do nam ez der richter als vbel da von schol ez dem nicht wider werden der ez da gab daz man im vnrechter hvlfe ez schol der richter dem wider geben dem da vnrecht geschach im ist halt der richter allen den schaden schvldic czv gelten der im geschach da von schullen sich dy richter hvten daz sie niemant kein vnrecht tvn noch gestaten czvtvn. | Ein iglich man der richter ist oder gewesen ist vnd wil sich der gein got rechte vertigen so schol er sich pedenchen wo er gvt czv vnrecht vnd swen er ez verlorn hat dem schol er daz wider geben nach rechte vnd nach liebe. | Wir haben von den richter genvk gesprochen swaz wir von den richtern haben gesprochen welche nv richter mvgen gesin oder nicht daz selbe spreche wier ovch von den vorsprechen daz selbe schol an in sein als an den richtern.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 78a
Schwsp.(L.) Art. 87a
Dicz ist uon den uorsprechen.

Die fuͤrsprechen shullen sein als die richter. wan si wol gut nement vͤmb ire wort vnd anders nicht wan ob sie arbeit hant ob sie arbeit shuln varn dem ze dienste des wort si sprechen shuln oder ob sie kost haben die shol er im gelten in des dienste si varn. der fuͤrspreche shol niemans wort sprechen der vnrecht hot. so hat daz vnser lantrecht. gepevt ez im der richter daz er sein wort sprechen muͤze doch sage wir nicht daz ez recht sei. ez ist ein gewonheit. wer des wort spricht der vnrecht hat der kan sich kavm bewarn gegen gote dacz er rechte var. wan ob er dem hilft mit siner kunst der vnrecht hat dast wider got. dar vͤmb shol er den richter biten daz er in vͤberhebe daz wort ze sprechen. tut der richter des nicht so shol er nicht sprechen den als im iener sait oder uon andern leuten hoͤrte. vnd versavmt der fuͤrspreche einen der rechte mit wizzen oder mit seinen willen der ist gegen gote vnd gegen im als shuldic als uil er im verloren hot. vnd ist daz er eines wort spricht vnde von ienem gelobt hat gut ze nemen oder genvmen hot vnd disen versaumt des wort er spricht durch die mite der hot nicht gesvͤndet minner denne iudas der got verkaufte. er hat seinen pruder verkauft. wan wir sint alle gepruͤder in gote. er hot auch sein zvnge verkauft. vnd sprichet in iener an des wort er so vngetriwelich gesprochen hat vor dem richter vnd mac er ins selb dritte vͤberzivgen er shol im pillich zwiualt gelden als ob er daz gut enphangen habe vnd ist dem richter seiner zvngen shuldig vnd mit zehen phunden ze loͤsen. er shol armer leute wort durch got sprechen. vnd tut er des nicht gerne daz ist wider got. vnd der richter mag imz gebieten mit rechte daz er armer leute wort spreche. vnd pit ein man den anderen daz er sein wort spreche vor gerichte vnd sagt im al sein heimeliche vͤber die sache vnd sie kvment vor den richter gegen dem die sache ze handeln ist der nimpt den selben fuͤrsprechen den iener genomen hette vnd sein heimliche gesagt hette weder mag er ze rechte vͤberwerden oder nicht. wir sprechen also. get iener dar vnd seit dem richter daz im der man gen dem die sache ze handeln ist sein heimlich geseit habe vnd wil der richter des nicht gelauben so shol iener dar gen vnd swern daz ez also sei. in solz der richter von rech erlan daz er sein wort icht spreche vnd shol ieme gepieten daz er ienz wort spreche der im seine heimeliche geseit habe. diz recht ist vor geistlichem gerichte vnd vor werltlichem.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 88
Von den vorsprechen daz keiner kein gvt nicht schol nemen noch sin czvnge verkovfen.

Dy vorsprechen schullen syn als dy richter wan daz sy wol nement gvt vmme ire wort vnd anders nicht wan ob sy [Seite 47] arbeit habent ob sy vber velt schvllen varn dem czv dienste des wort sy sprechen schullen oder ob sy chost habent dy schol er in geben indes dienst sy varent. | Der vorspreche schol niemans wort sprechen wan der recht hat vnd sayt im sin gewizzen daz er vnrecht hat er schol syn wort nicht sprechen so hat daz vnser lantrecht gepevt ez im der richter er mvz syn wort sprechen doch sage wier nicht daz ez recht sy ist ein gewonheit swer des wort spricht der vnrecht hat der chan sich kovme pewarn gein got daz er recht var wan ob er dem hilfet mit siner kvnst der vnrecht hat daz ist wider got er schol sich also pewarn gein got er schol den richter pieten daz er in erlaze sin wort czu sprechen wan als im iener seit oder von andern levten horet | Vnd versovmet ovch ein vorspreche einen der recht hat mit wizzen oder mit seinem willen der ist gein got vnd ovch gein ienem als schvldic als vil als er im verlorn hat. Vnd ist daz aver daz er eines wort sprichet vnd von ienem gvt gelopt czu nemen oder genomen hat vnd disen versovmet des wort er spricht mit willen der hat ovch nicht minner gesvndet danne iudas der got verkovfte wan wir sin alle an einander prvder in got der selbe iudas ovch sin czvnge verkovfte vnd sprichet in iener an des wort er also vngetrivlichen gesprochen hat vordem richter vnd mac er ins selbdritte vber czevgen er schol im den schaden czwivalt gelten als ob er daz gvt enphangen hab vnd ist dem richter siner czvngen schvldic oder mit czehen phvnden czv losen er schol armer levte wort dvrich got sprechen vnd tut er des nicht gerne daz ist wider got vnd der richter mag ez im gepieten mit rechte daz er armer levte wort spreche. | Vnd pit ein man den andern daz er syn wort spreche vor gerichte vnd seit im alle sin heimlichkeit vber dy sache vnd sy koment fvr den richter gen dem dy selbe sache czv handeln ist der niemet den selben vorsprechen den iener genomen hatte vnd sin heim sin heimlichkait gesagt hette weder mac czv recht vber werden oder nicht. | Wier sprechen also get iener dar vnd seit dem richter daz im der man gerne dem dy sache czvhandeln ist sin heimlichkeit gesait hab vnd wil der richter des nicht gelovben so schol iener dar gen vnd schol swern daz ez also sy ez schol inder richter von [Seite 48] recht erlazen daz er sin wort icht spreche vnd schol im ie mer gepieten daz er iens wort spreche der im sin heinlich gesait hat dicz recht ist recht vor geistlichem gerichte vnd vor werltlichem gerichte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 78b
Schwsp.(L.) Art. 87b
Von dem selben gerichte.

und spricht ein man eins menshen wort vor gerichte vͤmb ein sache vnd sait im der man sein heimeliche vber die sache vnd wirt die sache auf geshoben der vorspreche mac mit rechte vmb die sache nimmer mere wider in gesprechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 89.

Ob ein vorspreche eines wort spricht vm einheimliche sache vnd wirt dy vfgeschoben er mac von recht nimmer mer wider ingesprechen. Vnd sprichet ein man eines menschen wort vor gerichte vme ein sache vnd sagt im der man sin heimlichkeit vber dy sache vf geschoben der vorspreche mac mit rechte vmme dy sache nimmer wider ingesprechen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 79
Schwsp.(L.) Art. 88
Von den rat geben.

Nv shulle wir sprechen uon den ratgeben. vnd ist ein man als weise daz er den leuten wol guten rat kan geben vnd bit ein man daz er im rate vͤber seine sache er ist nicht shuldic rat ze geben vͤmb sus. er mac sein gut dar vͤmbe nemen mit rechte also daz er im auf daz rechte rate. vnd wirt im der rat nuͤzze er ist im des geldes shuldig. wirt im abr sein rat nicht nuͤzze er shol im nicht dar vͤmbe geben. vnd geit er auch rat ienem der wider in ist an der sache der hat als vil shulde als der vngetriwe fuͤrspreche von deme hie vor geredet ist. er shol auch den leuten durch got rat geben. des ist er in uon gote shuldic. hie vor habe wir mer von ratgeben vnd her nach.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 90
Von den rat geben wy sy den levten raten schullen dvrich got.

Nv schvlle wir sprechen von den ratgeben vnd ist ein man als weise daz er wol den levten geraten kan vnd pit in ein man daz er im rat vber sin sache er ist im nicht schvldic rat czv geben vmme svs er mac wol syn gvt dar vmme nemen mit rechte also daz er im vf daz rechte rat vnd wiert im der rat nvcze so ist er im des gvtes schvldic wiert aver im sin rat vnnvtze er schol im nicht dar vmme geben vnd gibt er ienem ovch rat der da wider in ist an der sache der hat als vil schvlde als der vbel vorspreche von dem hy vorgesprochen ist er schol ovch den levten dvrich got rat geben des ist im er dvrich got schvldic hy vor habe wir mer von ratgeben vnd hernach.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 80
Schwsp.(L.) Art. 89
Von den gezivgen.

Dicz ist uon gezivgen. hie uor ist geseit wer gezivk mac gesein oder nicht. vmb welhe sache der man gezivg ist da shol er nicht gutes vͤmbe nemen. vnde kvͤmt er fuͤr den richter vnd shol er ieman seins rechten helfen vber den er da sweren shol er mac in verwerfen da mit daz im gut geheizen sei. vnd laukent er des daz im gut weder geheizen noch gegeben sei daz shol er bereden mit den zwen vingern oder er sholz in vͤberreden selb dritte die daz warz wizzen daz im gut dar vͤmbe gut geheizen si vnd daz er daz lobte ze nemen oder ez enphangen habe. als er des vͤberzivget wirt so shol er dem richter puzen mit ainem freuel. die ist etwa fuͤnf shillinge etewa ein phunt. vnd shol ein iar sein daz er keines mannes gezivg mac gesein noch weibes. ez ist ein groz vntat daz er gut dar vͤmbe nimt daz er eime seines rechten hilfet oder des vnrechten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 91
Von den geczevgen daz sy kein gvet nicht nemen schullen.

Dicz ist von geczevgen hy vor ist geseit wer geczevc mac sin oder nicht vmme ein swelich sache der man geczevc ist da schol er nicht gvetes vmme nemen vnd kvmpt er fvr den richter vnd schol er iemant sines rechtes helfen vber den er da sweren schol er mac in verwerfen da mit daz im gvet geheizen ist vnd lovgent er des daz im weder gvet geheizzen noch gegeben sy daz schol er pereden mit sinen czwein vingern oder er schol indes vber reden selbe dritte dye daz warz wizen [Seite 49] daz im gvt dar vmme geheizen si vnd daz er daz lopte czenemen oder ez enphangen hab als er des vberczevget wiert so schol er dem richter pvzen mit einer frevel dy ist eteswo fvnf schillinge eteswo ein phvnt vnd schol ein iare sin daz er nimmer keines mannes geczevge wiert noch wibes. | Ez ist ein groze vntat swer gvt dar vmme nimpt daz er einem sines rechtes hilfet oder vnrechtes.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 81
Schwsp.(L.) Art. 90
Wie ein shade pezzer ist den viere.

Nv ob ein man sein recht anders nicht behaben mac ern gebe dem richter gut vnd anderen die zv dem gerichte hoͤren die hie uor gennet sint wir raten im also. e er sein recht verliese daz er sein gut gebe. ez ist pezzer ein wenig gegeben den ein michel teil verlorn er geit ez vngerne vnd mecht er sus haben gewunnen er hette in nicht geben. wann da uon hat er sein kein svͤnde. die begent toͤtlich suͤnde die so getanes gut nemen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 92
Wy ein schade pezzer ist denne vier.

Ob ein man syn recht anders nicht pehaben mac er gebe dem richter gvt andern dy czvdem gerichte horten dy hy vor genennet sint wier raten im also est daz er syn recht verliese daz er sin gvt gebe es ist pezzer ein wenic gegeben denne ein michelteil verlorn er gibt ez ungern vnd mocht er svst recht haben gewinnen er hiet im nicht gegeben wan da von hat er sin kein svnde dy habent totlich svnde dy so getane gvt nement.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 82
Wie der richter den pan von dem kvnige sol enphahen.

Ez mak mit rechte kein paur richter sein noch nieman der sein recht verloren habe. begegent abr ein tat uon diepheit oder uon raube die nimmer ist denne fuͤnf shillinge da mac man wol einen vogt vber kiesen da doch des kvͤniges pan ist der dar vber richtet. ich mein also wo der richter nicht ist der vmbe wunden richten shol da mac man wol einen kiesen der vͤber haut vnd har richtet ez sei in steten oder in doͤrfern. swo man richtet anders denn hie geshriben ist der wirt shuldic an den livten. ein vogetei ist nicht recht lehen. wan wo man richter nemen shol den shol man nemen nach der leute kuͤr. swer des pannes nicht enhat von dem kvͤnige der mag nicht gerichten wan ze heute vnd ze hare. dicz besheide wir also. hat ein phaffen fuͤrste werltlich gerichte von dem kvnige der mac nieman da uon keinen pan geleihen da ez den leuten an den leip oder on plutregen regen get. vnd enphilhet ein phaffen fuͤrste seinem richter also sein gerichte daz er vber die plutregen richte so wirt er shuldic an allen den die ir plut auz giezent. vnd wil er rechte varn so shol er seinen richter zv deme kvͤnige senden dem er sein gerichte leihet. vnd mac der dar nicht kvmen so shol der fuͤrste seinen poten dar senden daz er seinem richter den pan an einen priue sende vnd ist auch recht. dirre dinge bedarf ein leie nicht der gerichte enphahet uon dem kuͤnige. der leihet wol den pan dem richter vnd der richter mag in nicht fuͤrpaz geleihen. vnd hat der richter svnderlich gerichte da man vm plutregen richten shol der shol iglichem besundern seinen pan leihen. aller hande clage vnd allez gerichte mac ein richter wol richten der den pan hat in seinem gerichte wan ob man auf einen claget. daz mac er nicht gerichten noch kein richter wan an der rechten dingstat. daz ist also gesprochen. swo daz eigen leit da shol man auch dar vͤber richten. bei kuniges panne mac man wol richten. swer den pan eines enphahet der bedarf in nicht anderweit enphahen ob der kvͤnig stirbet. vnd ist der richter dennoch an dem gerichte der den pan enphangen hat von deme kvnige ob er tot ist so hot er den pan mit rechte. vnd wirt im abr daz gerichte genumen ioch die weil der kvnig lebete vnd shol er wider richter werden er shol den pan anderweid enphahen. nah des kvniges tode so hat er in wol mit rechte alle die weile dacz er richter vnde gewaltig ist des gerichtes.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 93
Wy dy richter den pan von dem kvnege en phahen schullen.

Ez mac mit rechte kein gepver richter sin noch niemant der sin recht verlorn hat pegent aber sy ein tat von devpheit oder von rovbe dy minner ist danne fvmf schillinge da mac man wol einen voyt vber kyesen da doch des kvneges pan ist der dar vber richter ich mein also swo der richter nicht ist der vmme wunden richten schol da mac man wol einen kyesen der czvhovte vnd czv hare richtet anders denne hy geschriben ist der wiert schvldic an den levten. | Ein voytei ist nicht recht lehen swo man richter nemen nach der levte chver. | Swer des pannes nicht en hat von dem kvnige der mac nicht gerichten wan czvhovt vnd czvhare daz pescheide wir also. | Hat ein phaffen fverste wertlich gerichte von dem kvnege den mac niemant davon kein pan gelihen da ez den levten an den leip oder an plvt regen get. | Vnd enphilhet ein phaffen fverste sinem richter also sin gerichte daz er vber plvt regen richte so wiert er schvldic an allen den dy ir plvt vz giezent vnd wil er recht varn so schol er sinen richter czv dem kvnige senden dem er sin gerichte leihet vnd mac der dar nicht komen so schol der fvrste sinen poten czvdem kvnige senden daz er [Seite 50] sinem richter den pan an einem priefe sende. | Vnd ist ovch rechte der dinge pedarf ein leie nicht der gerichte enphehet von dem kvnige der leihet wol den pan sinem richter vnd der richter mag in fvrpaz nicht gelihen. | Vnd hat der richter svnderliche gerichte da man vm plvt regen richten schol der schol iglichem pesvnder sinen pan leihen aller hande klage vn allez vngerichte mac ein richter wol richten der den pan hat insinem gerichte wan ob man vf eigen klagt daz mag er nicht gerichten noch kein richter wan an der richter dinch stat daz also gesprochen swo daz eigen leit da schol man ovch dar vber richten. | Pei kvniges panne mac man wol richten swer den pan eines enphehet der pedarf in ander weid nicht enphahen ob der kvnig stirbet vnd ist der richter dannoch an dem gerichte der den pan enphangen hat von dem kvnige so der kvnic tot ist so hat er den pan mit rechte. | Vnd wirt im aber daz gerichte genomen halt dy weile der kvnic lept vnd schol er ander weide richter werden er schol den pan ander weide enphahen nach des kvniges tode so hat er in wol mit rechte al dy weil er richter ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 83
Schwsp.(L.) Art. 93
Wie ein iglich richter elich dink haben shol.

Ez mak ein iglich richter kein elich ding gehaben an seine gebutel die daz dink ze rechte gepieten shuln. do shol den puͤtel der ersten vrteil dar vmbe vrogen ob er daz ding also geboten habe als recht sei. vnd shol vrogen ob er mit rechte fuͤr pieten shuͤlle vͤberpracht vnd alle vnzucht. so shol der richter vrogen ob ez wol an der zeit sei swer zv dem dinge nicht kvmen sei ze rechter ding zeit ob im der icht wetten shulle. des shol er allez den puͤtel vrogen. der shol denn erteilen. vnd ist die dritte zeit des tages hin so ist wol zeit daz man daz dink suchen shol. daz heizen die leien tertien zeit. vnd swer zehant dar nach nicht kvͤmt der shol dem richter wetten. vnd dar nach shol denne menneclich clagen daz im werre mit vorsprechen daz ist ein iglich man mac wol clagen vnde antworten ane vorsprechen ob er sich des shaden wil verwegen der im da uon geshiet ob er sich verspricht ane vorsprechen. wan des mac sich der man nicht erholn. er muz den shaden han. hat abr er einen vorsprechen vnd missespricht der des mac er sich wol erholn mit einem anderen. swenne der man einen vorsprechen nimpt so shol in der richter vrogen ob er an seins vorsprechen wort welle iehen. so shol er sprechen ia. so daz geshiet so muz er stete han waz der vorspreche spricht. daz ist etewo nicht recht daz man vroge ob er an seines vorsprechen wort iehen welle. dicz ist allez nach der leute gewonheit. so der man vorsprechen nimpt so shol er im offenbar nicht sagen. er shol im zv ravnen waz er wil. der vorspreche shol im gespreches gern. daz shol im der richter erlauben. vnd wil er ze lange sprochen der puͤtel shol in gepiten daz si wider vor den richter kvmen. nieman mac des mit rechte geweigern er muͤze fuͤrspreche sin in dem gerichte do er inne wonhaft ist oder gut inne hot nach gewonheit on vͤber sein hausvrowe vnd vber seine kint vnd vͤber seine mage vnd vͤber seine herren oder seinen man vnd seinen toten ob in die clage on ir leibe oder on ir gesunt oder on ir ewerk gat daz man ein menshe uon der cristenheit welle sagen. Schwsp.(L.) Art. 94
geit der richter einen stamelden man ze vorsprechen daz ist widerz recht. ist abr daz ez geshiet swaz er missesprichet des hat der deheinen shaden des wort er da spricht. iglich man mac wol vorspreche sein in devshen landen auf allem gerichte dem man an seinem rechte nicht beshelden mag als hie uor gesprochen ist. Schwsp.(L.) Art. 95
wir sprechen. wo der man recht vodert do shol er auch recht nemen an geistlichen leuten. die clagent wol vor werltlichem gerichte vmbe guͤlde. der richter shol im richten. vnd wil er im sein pheninge zehant geben oder gute phant daz shol er nemen. vnd der leie beclaget den geistlichen man wol vor werltlichem gerichte. vnd der richter shol im wol richten mit rechte vber den geistlichen man aber anders nicht wan vm gelt. daz ist recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 94
Wy ein iglich richter eleich dinch haben schol.

Ez mag kein richter eliche dinch gehaben an an sin gepvtel dy daz dinc czu recht gepieten schullen da schol man den gepvtel der ersten vrteil vmme fragen ob er daz dinc also gepoten habe als recht sy vnd schol vragen ob er mit rechte verpieten schvl vber pracht vnd alle vnczvcht so schol der richter vragen ob ez wol ander czeit sy wer czv dem dinge nicht komen sy czv rechter dinge czit ob im der icht wetten schvlle des schol er noch allez den gepvtel vragen der schol vrteilen vnd ist dy dritte czeit des tages hin so ist wol czeit daz man daz dinch svchen schol daz heizent dy layen terze czeit vnd swer czv hant dar nach nicht chvmpt der schol dem richter wetten vnd dar nach schol danne menneklichen klagen daz im wirret mit vorsprechen daz ist recht. | Ein iglich man mac wol klagen vnd antwurten an vorsprechen ob er sich des schaden wil verwegen der im davon geschiecht ob er sych versprichet an vorsprechen wan des mac sich der man nicht erholn er [Seite 51] mvze den schaden haben hat er aber einen vorsprechen vnd misse sprichet der des mag er sych wol herholn mit einem andern. Swenne der man vorsprechen nimpt so schol inder richter vragen ob er sines vorsprechen wort welle iehen so schol er sprechen ia vnd als daz geschicht so mvz er stet haben swaz der vorspreche gesprichet des ist eteswo nicht recht daz man vrage ob er sines vorsprechen wort welle iehen daz ist allez nach der gewonheit. | als der man vorsprechen nimpt so schol er im nicht offenbar sagen er schol im czvrovnen swaz er wil der vorspreche schol im gespreches gerne daz schol im der richter erlovben vnd wil er czvlange sprachen der pvtel schol im gepieten daz sy wider fvr den richter komen. | Niemant mac des mit rechte gewaigeren er mvze vorspreche syn indem gerichte da er inne wonhafft ist oder gvt inne hat nach gewonheit an vber sin hovsvrowen und vber sin kint vnd vber sine mage vnd vber sinen herren oder vber sinen man vnd sinen toten ob in dy klage an ir leip oder an ir gesvnt oder an ir ewert gat daz man ein mensche von der christenheit welle sagen oder meinede welle sagen. | Gibt der richter einen stamelvnden man czv vorsprechen ez ist wider daz recht ist aver daz ez geschiecht swaz er misse sprichet des hat er keinen schaden des wort er sprichet | Iglich man mac wol vorspreche sin in devschem lande vf allem gerichte den man an sinem rechte nicht peschelten mac als hy vor gesprochen ist. | Wir sprechen swo der man recht vordert da schol er ovch nemen recht an geistliche levte dy peklagent wol vf wertlichem gerichte vnd mvz sy peklagen vf geistlichem gerichte an vmme ein sache. Vnd ist daz eingeistliche man einen layen peklagt vf werltlichem gerichte vmme gvlte der richter schol im richten vnd wil er im sine phenmnge czvhant geben oder gvt phant, daz schol er nemen vnd der leye peklaget den geistlichen man wol vor wertlichem gerichte vnd der richter schol im wol richten mit recht vber den geistlichen man aber anders nicht denne vmme gvlte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 84
Schwsp.(L.) Art. 96
Ob einer nicht gewis ist dem richter vm sein pueze.

Swes der clager uor gerichte shuldik wirt oder der da claget da shullen sie puͤrgen vͤmbe sezzen ob sie nicht gutes in dem gerichte hant. swer nicht puͤrgen hat den shol der vronpote behalden. swen der man ze fuͤrsprechen nimpt der sol sein uorspreche sein den tac waz er ze shaffen hat er werde im denne mit rechte benumen ob einer dem andern nicht wil abe gen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 95
Ob einer nicht gewis ist dem richter vmme sein pvezze.

Swes der klager vor gerichte schvldic wiert oder da klagt da schvllen sy pvrgen vmme seczen ob sy nicht gvetes indem [Seite 52] gerichte habent. Swer nicht pvrgen hat den schol der vronpot pehalten. Swen der man czv vorsprechen nimpt der schol sin vorspreche sein vmme swaz er dentac czvschaffen hat er enwerde im danne mit recht penomen ob einer dem andern nicht ab wil gen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 85
Schwsp.(L.) Art. 97a
Ob der clager laster vnde shaden vnbeclagt lat.

Nv spreche wir daz ein iglich seinen shaden versweigen mac ob er wil. daz gerichte hat abr sein voderunge hinz dem der den vride geprochen hat dar nach vnd die shulde ist. de richter shol dem vorsprechen geben der sein ze dem ersten geit vnd dan dar nach auf den die clage gat. vnd shol die clage fuͤr lan kvmen e daz er mere keinen gebe. Schwsp.(L.) Art. 97b
der richter shol vrogen vͤmb ein igliche sache gemeine leute. daz meine wir also daz er nicht uon ersten vroge der leute mage nach ir frivnde der die sache ist. wan daz were geverlich an dem richter. swelher vrteil der richter froget die shol man pei dem ersten vinden peide dem clager vnd auf den die clage gat. ein iglich man mak wol gespreches gern so man in an spricht svnderlich vͤmb ein iglich sache.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 96
Ob der klager laster vnd schaden vnd schande an klage let.

Dy maister des rechtes sprechent ez mag aller menneklich sinen schaden verswigen wol ob er wil der daz gerichte hat aber seine vordervnge hin czv dem der den vrid geprochen hat darnach vnd dy schvlde ist. Der richter schol dem vorsprechen geben der ez czv dem ersten gert vnd dem dar nach vf den dy klage get vnd schol dy klage fvr lazen komen .e. daz er keinem mer gebe. | Der richter schol vragen vmme ein iglich sache gemein levt daz meine wir also daz er nicht pei den ersten vrage der levte mage noch ir vrevnde der dy sache ist wan daz wer gewerlich an dem richter swelcher vrteil der richter vraget dy schol man pei den ersten vinden peide dem klager vnd vf den dy klage get ein iglich man mac wol gespreches gern so man in ansprichet svnderlichen vmme eyn igliche sache.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 86
Schwsp.(L.) Art. 98a
Wie man freuel vnd ander vngerichte puͤzen shol.

Hie welle wir evch beweisen wie man freuel vnd ander vngerichte puͤzen sol. swer sein swert zucket oder sein vnrechtes mezzer auf iemans shade do ist daz swert des richters oder fuͤnf eshillinge. die wal stet an dem richter. vnd ist daz swert tevrer so loͤsez iener uon dem richter des ez da sei ob kein shade da mit geshehe wan daz auszihen. geshiet abr kein shade da von den puͤeze als recht sei. vm plutrunst die on verchwunden geshicht vnd one lem da wetet man etwa vͤmb fuͤnf shillinge etwa drei shillinge etwa en phunt ie dar nach dacz die gewonheit ist in dem lande vnde in den steten. Schwsp.(L.) Art. 98b
vnd spricht ein man den anderen an er habe in gewundet vnde wirt iener des vnshuldic dirre ist deme ridter dar vmme nicht shuldic er habe in denne kamphlich an gesprochen. ist daz man einen manne ain wunden puͤezen shol die ist als hie uor gesprochen ist die shol man puezen nach weiser leute rate. swo man mit pheningen puͤzen shol dem clager mere geben danne dem richter. daz wart nicht recht gesezzede swo man dem richter mer ze puze geit den dem clager. wir sprechen also. swo man anders richtet den diz puch seit da tut man wider got vnd wider daz recht. an allen steten ist gerichte da die richter mit urteil richtent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 97
Wy man vrefel vnd ander vngerichte pvezen schol der swert czvcht oder mezzer.

Hie welle wir evch pewisen wy man vrefel vnd ander vngerichte pvezen schol
Swer syn swertt czvcket oder sin vnrechtiz mezer vf iemands schaden da ist daz swert des richters oder fvmf schillinge dy wal stet andem richter vnd ist daz swert tevr so lose ez iener von dem richter des ez da sy ob kein schade mer da von geschiecht wan daz vz czihen. Geschiecht aber kein schade da von den pvze als recht sy. | Vm plut rvnse dy ane verwunden geschiecht vnd ane lem da wettet man eteswo vmme fvmf schillinge eteswo drey schillinge eteswo ein phvnt ie da nach vnd dy gewonheit ist indem lande vnd in den steten. | Vnd sprichet ein man den andern an er habe in gewundet vnd wiert iener des vnschvldic dirre ist dem richter darvmme [Seite 53] nicht schvldic er habe in danne kemplichen an gesprochen. | Vnd ist daz man einen man eine wunden pvzen schol dy da ist als hy vorgesprochen ist dy schol man pvezen nach weiser levte rat. | Swo man mit phenninge pvezen schol dem klager vnd dem richter da schol man dem klager mer geben danne dem richter daz wart me recht geseczet. Swo man dem richter mer czv pvze gibt danne dem klager wier sprechen also swo man anders richtet dann dicz pvch sagt da tvͦt man wider got vnd wider daz recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 87
Schwsp.(L.) Art. 99
Ob einer sein triwe hot geprochen.

Spricht ein man den anderen an vm sein triwe vnd wil iener bereden daz er ein getriwer man sei des mag er in vͤberzivgen mit siben mannen daz er sein triw habe zeprochen oder mit wiv. so shol er auch beweisen wie er sein triw habe zeprochen so shol man im die hant abe slahen. vnd ob er der gezivge nicht enhat er mag in wol kenphen. daz selbe shol man tun vmb einen mainaiden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 98
Daz einer syn trevwe czvprochen hat wy man im dy hant schol abe slahen.

Sprichet ein man den andern an vmme sin treuwe und wil iener pereden daz er ein getreuwer man sy des mag er in vberczevgen mit siben mannen daz er sin treuwe geprochen hab oder mit wev wër so schol er ovch pewisen wy er sein trevwe czvprochen hab so schol man im dy hant abslahen vnd ist daz er der geczevge nicht enhat er mag in wol kemphen daz selbe schol man tvn vmme einen meineid.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 88
Schwsp.(L.) Art. 100
Der haut oder har lediget vor gerichte.

Swer leip oder hant oder havt oder har erlediget daz im verteilet wirt der ist rechtlos ob imz mit redt wirt verteilt. Schwsp.(L.) Art. 100b
swer auz puͤrget einen man von dem richter vmb vngerichte daz er in wider vor gerichte pringe ob er in nicht fuͤr pringet er muz allez daz leiden daz iener leiden solde.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 99
Swer havt oder har erlediget von dem gerichte daz der rechtelos ist.

Swer leib oder haut oder har erledigt daz im daz erteilt wiert der ist rechtelos ob ez im rechte verteilt wirt. Swer ovz porget einen man von einem richter vnd vngerichte daz er in wider fvr gerichte pringe ob er in nicht danne fvr pringet er mvez allez daz leiden daz iener scholte leiden

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 89
Schwsp.(L.) Art. 100c
Der wunden oder totslac shol erzivgen.

Swen man mit der hantgetat begreifet den shol man vor gerichte fuͤren. vnd ist daz er iener gewundet hat oder in erslagen hat oder waz ez ist ane divpheit oder ane raup daz shol er selp dritte erzivgen. get ez an den leip man sol in mit siben mannen vͤberzivgen. get ez im an die hant so shol er in mit zwein zv im selbe vͤberzivgen. vnd hat man der gezivge nicht so shol man kenphen al hie vor geredet ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 100
Der einen totslac oder wunden getan hat wy man in vberczevgen schol.

Swen man mit der hant getat pegrifet den schol man fvr gerichte fvren vnd ist daz er ienen gewundet hat oder einen erslagen hat oder swaz ez ist an devpheit vnd an rovp daz schol er selbe dritte eiczevgen get ez im an den leip man schol in mit siben mannen vberczevgen get ez im aver an dy hant er schol in mit czwein czvim selbe vberczevgen vnd hat der czeuge nicht so schol man chemphen als hy vor geret ist. [Seite 54]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 90
Schwsp.(L.) Art. 101
Wie man nieman echten im werde e fuͤr gepoten.

Swer uor gericht beclagt wirt den shol man fuͤr tedingen. ob er da nicht ist so shol man im also uor tedingen aines ze dem ander mal vnd ze dem dritten mal. dicz ist der leien recht. vnd kvͤmpt er nicht fuͤr man shol in nicht verechten. vͤmb keine clage shol man den man echten wan daz im daz an den leip oder on die hant gat. daz man nieman echten shol noch vrteil vͤber in sprechen im werde e fÓuer gepoten daz shol man auz einem puche bewern. daz heizet scolastica hystoria. da list man inne von vnsers herren marter. die iuden sazzen ze rate wie sie vnsern herren iesum cristum geuiegen. vnd santen ir amptleute zv im daz sie in viengen. si komen ze iesu. er sprach. sucht ir mich ir vindet mich nicht vnd ich da pin da mugt ir nicht hin komen. do was die zeit dennoch nicht kumen. mich suchen uil leute nach meiner aurstende die mich liplich nicht vindent. sie vindent mich abr gotelich. iesus christus bot den boten als gute rede vnd als weise daz si dannen giengen vnd sein nicht viengen. wan sie funden keine shult an im. die poten komen ze den iuden fuͤrsten vnd zv den richtern vnd sprochen. er ist ein prophete. si sprachen zv den poten. war vͤmbe fuͤrt ir in nicht mit ev. si sprochen. ez geredet nye menshe weiser rede als er tut. wir funden keine shult an im. si stroften die poten vnde sprochen. ir seit auch verleitet. welch fuͤrste vnd herre sold an in gelauben. wir shuln verechten. so ist denne allen leuten erlaubet in ze angreifen. do saz ein pider man vnder in. der was iesus frivnt heimelich. der versprach in mit fugen. der hiez nichodemus. der stunt auf vnd sprach. wir haben in der e daz man nieman verdammen shol noch vrteil vͤber in sprechen man shol in e hoͤren. daz ist also gesprochen. man shol vͤber nieman vrteil geben man gepiet im e fuͤr. daz sprach er got ze liebe vnd in dem sinne ob sie in selben gehoͤrten vnd sein weise rede daz er vor in plieben were als vor den poten. si sprachen zv nychodemo. wir hoͤren an deiner rede wol daz dv pist galileus vnd dv pist verleit von einem seinem ivͤnger vnd dv pist seiner iuͤnger einer. man spricht er sei ein prophete. nv merke. die shrift spricht also. von galilea stet kein prophete mer. vnd da uon shol man nieman verteilen man gepiet im e fuͤr.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 101
Wy man niemant schol echten im werde .e. fvr gepoten vnd daz pewert man wy dy ivden Jesvm viengen.

Swer vor gerichte pe[klag]t wiert den schol man fvrteidingen ob er da nicht en ist so schol man im also fvrteidingen czv dem ersten mal czv dem ander mal czu dem dritten mal dicz ist der leyen recht vnd kvmpt er nicht fvr man schol in nicht verechten vmme kein klage schol man den man echten wan daz im an den leib oder an dy hant get. | Daz man nieman echten schol noch vrteil vber in sprechen im wert .E. fvr gepoten daz schol man peweren vz einem pvch daz heizet Scholastica hystoria da vindet man ez inne da man list von unseres herren marter. | Dy ivden sagen czv rate wy sy vnseren herren Jesum Christum geviengen vnd santen ir amptlevt czv im daz si in viengen sy komen czv Jesv er sprach svecht ir mich ir vindet mich nicht vnd da ich da pin da mvgt ir nicht komen mich svchent villevte nach meiner vrstende dy mich leiplichen nicht vindent sy vindent aver mich gotlich Jesus Christe pot den poten als gvte rede vnd als weyse daz sy von danne giengen vnd sin nicht viengen wan sy fvnden kein schvlde an im dy poten komen hin wider czv den ivden fvrsten vnd czv dem richtern vnd sprachen er ist ein prophete. | Sy sprachen czv den poten warvm fvert ir in mit evch nicht sy sprachen ez geret nie mensche so weise rede als er red. | Wir fvnden kein schvlde an im sy straften dy poten vnd sprachen ir seit ovch verleitet welich fvrste vnd welich herre scholt an in gelovben wir schvllen in verechten. So ist danne allen levten erlovbt in czv angrifen do saz ein peiderbe man vnder in der waz Jesvs vrevnt heimlichen der versprach in swo er mit fvgen mochte der hiez nichodemvs der stvnt vf vnd sprach. | Wier haben inder .e. daz man niemant verdampnen schol noch vrteil vber in sprechen schol man schol in .e. horen daz ist also gesprochen. Man schol vber niemant vrteil sprechen man gepevt im .e. fvr daz sprach er got czv liebe vnd indem sinne ob sy in selbe gehort hetten vnd sein wise rede daz er vor inpliben were als vor den poten. Sy sprachen czv nichodemo wier horen an diner rede wol daz dv pist ein galylevs vnd dv pist verleitet voneinem sinen ivnger einer | Man sprichet er sy [Seite 55] ein prophte nv merche dv sprichest also von galilea stet kein prophete mer vnd davon schol man niemant vrteilen man gepiete im .e. fvr.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 91
Schwsp.(L.) Art. 102a
Wie man nieman vm gelt echten shol.

und clagt man einen man an vmb guͤlde man shol im fuͤr tedingen als hie uor gesprochen ist. vnd kvͤmpt er nicht fuͤr man shol in dar vmb nicht echten. im shol der richter richten hinz ze seinem gute swo daz ligt in seim gerichte. vnd shol auch sein pueze da uon nemen ob si da ist. dicz ist recht fuͤr allen richtern. an allen steten shol man dem clager sein guͤlde vnd sein pueze vor dem richter geben vnd gepristet an dem gute icht des shol dem richter gepresten vnd nicht dem clager.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 102
Wy man vmme gvlte niemant echten schol.

Vnd klagt man einen mann vmme gvlte man schol im fvrteidingen als hy vorgesprochen ist vnd kvmpt er nicht fvr man schol in darvmme nicht echten im schol der richter richten hin czv sinem gvte swo daz in seinem gerichte leit. | Vnd schol seine pvze ovch da von nemen ob sy da ist dicz ist recht vor allen richtern an allen steten schol man den klager sine gvlte vnd sine pvͤse vor dem richter geben. | Vnd gepristet aber daz gvetes icht des schol dem richter gepresten vnd nicht dem klager.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 92
Schwsp.(L.) Art.
Schwsp.(L.) Art. 102b
Wie man phant behalden shol vmme gulde.

Vnd ist daz man phendet vmb gulde daz phant shol man halden acht tage vnuerkauft vnd vnuersezt. wil manz auz nemen man shol ez auz geben auf daz selbe zil. etwo ist gewonheit daz man anders da mite wirbet. kvmpt der man in den zeiten nicht vnd daz phant vnuerwandelt ist fuͤr den richter vnd ensleht sich der shulde nicht er ist der guͤlde shuldic so daz phant verkaufet. wirt icht vͤber man sholz ienem wider geben. gepristet da man shol im anderweit verphende ez sei daz in ehaft not lezze.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 103
Wy mant phant vmme gvlde pehalten schol.

Vnd ist daz man phendet vmme gulde daz schol man pehalten acht tage vnverkovfet vnd vnverseczet wil man ez vz porgen man schol ez vz geben vf daz selbe czil. | Eteswo ist gewonheit daz man anders damit wirbet kvmpt der man inden czeiten nicht vnd daz phant vnverwandelt ist fvr den richter vnd enslecht sich der schvlde nicht er ist dy gulte schvldic so daz phant verkovft wiert aver icht vber man schol ez ienem wider geben geprist aver da man schol im anderweide verphen ez sy daz in ehafte not lazen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 93
Schwsp.(L.) Art. 103a
Ob der richter nicht da heim ist.

Swer einen man beclagt vnd der richter nicht da heim ist der fronpot shol im fuͤr pieten als recht ist. vnd als der richter kvͤmt so shol er im richten sa zehant vnd man shol im nicht uor gepieten. wan die fuͤrpot sint der fronpoten vnd nicht der richter. dehein richter mac nieman fur gepieten. ez ist nicht seins amptes. swem der richter einen tac geit vnd der fronpot fuͤr gepeutet vnd kuͤmpt der richter dar nicht da mit verlivset niemant sein recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 104
Ob man einen peklaget vnd der richter nicht daheim ist.

Swer einen man peklagt vnd der richter nicht daheim ist dy vrone pot schol im fvr gepieten als recht ist vnd als der richter kvmpt so schol er im richten czv hant vnd man schol im nicht fvr gepieten wan dy fvrgepot sint der vronepoten vnd nicht der richter kein richter mac niemant fvr gepieten ez ist nicht sines amptes. Swem der richter einen tag gibt vnd der vronepot fvr gepevtet und kvmpt der richter dar nicht da mit verlevset niemant syn recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 94
Schwsp.(L.) Art. 103b
Dicz ist uon den echtern.

Nv shult ir wizzen daz alle gerichte die werltliche sint die muz man von eime romishem kvͤnige enphahen. da von mac nieman geiehen daz daz ein gericht sein aigen sei. vnd wer des gicht der tut wider daz recht. vnd da von ist daz gesezzet. vnd tut man einen man ze echt vor eime richter vnd als er dar inne ist sechs wochen vnd einen tac man pringet in ze dem nehsten gerichte wol ze echte. vnd also tut man von dem gerichte abr in ein anders. vnd also tut man in wol ze echte in allen gerichten die von dem romishen kvͤnige lehen sint.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 105
Wy man einen im allen den gerichten indy echte tvet.

Ir scholt wizzen daz alle dy gerichte den werltlich synt dy mvz man von einem Romischen kvnige enphahen da von mac [Seite 56] niemant geiehen daz ein gerichte sin eigen si swer des gicht der sprichet wider daz recht davon ist daz gesaczt vnd tvͤt man einen man czv echte vor einen richter als er da inne ist sechs wochen vnd einen tac man pringet in vf dem nechsten gerichte wol czv echte vnd also tvͤt man von dem gerichte aber mein anders vnd also tvet man in wol cze echte in allen gerihten dy von dem devschem kvnige lehen sint.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 95
Schwsp.(L.) Art. 104
Ob ein herre sein lanttedink versavmt.

Uersaumt ein herre sein lantteding da mit versaumt er den leuten nicht wan daz ein tedink. vnd ist ieman da uor dar gepoten die gepot shullen stete sein vnd dicz eine abe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 106
Ob ein herre sin lant teidinc versovmet.

Versovmet ein herre sin lant teidinc da mit versovmet er den levten nicht wan daz ein teidinc vnd ist iemen davor dar gepoten dy gepot schvllen stet sin.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 96
Schwsp.(L.) Art. 104 [Fortsetzung]
Von kamph.

Vnd spricht ein man den anderen kamphlichen an und ist im dar vͤmbe dar nicht geboten vnd er ist doch zergangen man shol im tac geben nach seiner gepurt dar zv bereit daz er wol bedarf. den semper freien geit man tac vͤber sechs wochen. den mittern freien vͤber drei wochen. den dinstman vnd allen leuten vber zwu wochen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 107
Ob man einen ein champ ansprichet.

Vnd sprichet ein man den andern kemplichen an vnd ist im davmme nicht dar gepoten vnd er ist doch czvergangen man schol im tac geben nach syner gepvert daz er sich dar czv pereite des er wol pedarf. Den semper vreien gibt man tac vber sechs wochen. Den mitter vreien vber vier wochen. Den dienstmannen vnd allen levten vber czwo wochen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 97
Schwsp.(L.) Art. 105
Wie man vmb aigen richten shol.

Um alle die sache da man den man vmb beclagt da shol er vmb antworten an vͤmb sein eigen ob er dar zegagen ist. vm sein aigen shol er antworten als daz puch hie uor spricht. vnd vm sein lehen shol er antworten vor seinem herren. daz recht sazte constantinus vnd siluester.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 108
Wy man vmme eigen vnd lehen richten schol.

Vmme alle dy sache da man den man vmme pek[l]agt da schol er vmme antwurten an vmme sein eigen ob er da czu gegen ist vmme sin eigen schol er antwurten als daz pvch hy vorn sprichet vnd vmme sin lehen da schol er vmme antwurten vor sinem herren. Daz recht saczte constantinus vnd sant silvester der pabst.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 98
Schwsp.(L.) Art. 106a
Uon der richter echteshazze.

Swer in als uil echte kvmpt als uor gesprochen ist der ist iglichem richter seins echtesshazzes shuldic. daz ist da uon gesezzet daz man die echte fuͤrchte vnd shier da uon kvme. Schwsp.(L.) Art. 106b
als der man in der echte ist sechs wochen so shol der richter seinen gewissen poten dar senden zv dem geistlichen richter daz er in ze panne tu. vnd also shol der geistliche richter dem werltlichen tun. als im die botshaft kvͤmt so shol er in in die echte tun. man mac auch verbannen ainen iglichen man in ieglichem gerichte der echte ist sechs wochen vnde einen tak.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 109
Von der richter echte saczte.

Swer in als vil echte kvmpt als hy vorgesprochen ist der ist iglichen richter seines echte schazes schvldic daz ist da von geseczet daz man dy echte fvrichte vnd schire da von kome. | Als der man inder echte ist sechs wochen vnd einen tac so schol der richter sein gewisse potschaft dar senden czv dem geistlichem richter daz er in czv panne tv vnd also schol der geistlich richter tvn dem werltlichem vnd als im dy potschaft kvmt so schol er in dy echte tvn. Man mag ovch verpannen [Seite 57] einen iglichen man miglichem geistlichem gerichte der inder echte ist sechs wochen vnd einen tac.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 99
Schwsp.(L.) Art. 107
Dem dreistunt vor gepoten wirt vnd kuͤmp fuͤr vnd doch nicht antwort.

Ist daz ein man dreistunt fuͤr peutet vnd kvͤmpt vnd kvmpt der dar dem fuͤr gepoten ist an die shrannen vnd hort wol daz im fuͤr gepoten ist vnd wil doch nicht antworten vnd der da im gepoten hat seine driv tedink der richter shol im richten vmb swaz er geclagt hat vnd shol in in die echte tun ez sei denne vmbe gulde. do shol man niemant vͤmb in die echte tvn. der richter shol seine gewonliche puze nemen. vnd kuͤmpt er fuͤr vor dem hie uor gesprochen ist vnd wil auz der echte kvmen vnd ist iener nicht zegagen da der in ze echte hat gefruͤmet der richter mac in nimmer mit rechte auz der echte gelazen als vͤmb ander shulde. daz ist uon dem grozen freuel die er begie do er vor gerichte was daz er nicht antworten wolde vnd von der grozen versmehe die er an dem richte hat getan. vnde kvment si paide vor den richter vnd pitet in iener daz er in auz der echte laze vnd ist daz er im puͤrgen sezzet als recht ist man sol in auz der echte lazen vnd er shol dem clager sa zehant recht pieten. vnd ist daz er im mit recht enpristet er ist doch dem richter des echtebannes shuldic. daz ist allez da von daz er uor gerichte nicht antworten wolde. wil er abr dem richter laugen des daz er vor gerichte nicht enwere des shol man in vͤberzivgen selbe dritte die in da gesehen haben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 110
Dem dreistvnt fvr gepoten wiert vnd fvr kvmpt vnd doch nicht wil antwurten.

Vnd ist daz ein man dem andern fvrgepevt driestvnt vnd kvmpt er dar dem da fvrgepoten ist an dy schrannen vnd hort wol daz im fvrgepoten ist vnd wil doch nicht antwurten vnd pehabt der der im dar fvrgepoten hat sine drev teidinch der richter schol im richten vmme swaz ge[clag]lt hat und schol in indy echte tvn er sei danne schvldic gelt da schol man niemant indy echte vmme tvn der richter schol sein gewonlich pvze nemen. | Vnd kvmpt er fvr von dem hy vorgesprochen ist vnd wil vz der echte komen vnd ist iener nicht czvgegen da der in czv echte hat gefrvmet der richter mag in czv rechte nimmer vz der echte gelazen als vm ander schvlde daz ist von der grozen vrefel die er pegie do er vorgerichte waz daz er nicht antwurten wvlte vnd von der grozen verzmehe dy er an dem gerichte hat getan. | Vnd koment sy peide fvr den richter vn pittet in iener daz er in vz der echte laze ist daz er pvrgen seczet als recht ist man schol in vz der echte lazen vnd er schol dem klager czv hant recht pieten vnd ist daz er dem klager enpristet er ist doch dem richter des echtpannes schvldic daz ist allez davon daz er vorgerichte waz vnd daz er nicht antwurten wolde. | Wil er aber des lovgen dem richter daz er vorgerichte nicht were dez schol man in vberczevgen selbe dritte dy in da gesehen haben.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 100
Schwsp.(L.) Art. 108
Wie man uon der echte kvmen shol.

Swer sich auz der echte zihen der shol vngepunden vnd vngeuangen fuͤr kumen vnd ane puͤrgeshefte vnd shol dem richter puͤrger sezzen vͤmb des clagers recht vnd vmb sein recht vnd shol er in denne auz der echte lan. vnd er shol den fride swern ob ein fride gesworn ist er shol den gotz fride swern. daz ist da uon gesezzet do man in in die echte tet do nam man in auz dem fride vnd kvͤndet in in die echte. vnd ist dicz auf ainem lantgerichte der richter shol dem manne gepieten daz er fuͤr kvme ze drein lanttedingen. vnd spricht in niemant an ob ienen welle clagen daz er deme antworte. vnd kvmpt er ze drein lanttedingen. vnd spricht in nieman an er ist ledig vor allen den die in habent in die echte prachten ez sei denne daz sie ehafte not lezte. vmb die ehafte not shuln die clager keinen poten vor gerichte senden der fuͤr sie berede die ehafte not. wan so die clager kvment so muz er in recht pieten. si suln auch uor dem richter ir ehaft not bereden. vnd ist iener da zegegen der richter shol im heizen fur gepieten dreistunt als von erst. nach disem rechte shuln auch die stete richte vm die sache.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 111
Wy man vz der echte komen schol.

Swer sich vz der echte cziehen wil der schol vngepvnden vnd vngevangen fvr komen vnd ane pvrchschaft vnd schol dem richter pvrgen seczen vmme des klagers recht vnd schol er in danne vz der echte lazen vnd er schol den vride sweren daz ist da von geseczet do man in indy echte tet do nam man in vz dem vride vnd kvndet in indy echte vnd ist dicz vf einem lantgerichte der richter schol dem manne gepieten daz er kom czu drin lant teidingen ob iemant welle klagen daz er dem antwurte und kvmpt er czv drin teidingen vnd sprichet in [Seite 58] niemant an er ist ledic vor allen den dy indy echte habent getan ez sy danne daz sy ehaft not irre vmme dy ehaften not schvllen dy klager kein poten senden fvr gerichte der fvr sy perede dy ehaften not wan swanne dy klager koment so mvz er in rechte pieten. | Si schullen ovch vor dem richter ir ehafte not kvnden vnd ist iener da nicht czv gegen der richter schvl im heizen fvr gepieten driestvnt als von erste nach disem rechte schollen ovch dy stete richten.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 101
Schwsp.(L.) Art. 109
In welhen tagen man vͤber echter richten sol.

Man shol in den gepunden tagen vͤber keinen echter richten er enwerde denne begriffen an der hantgetat. man shol einen echter wol auz der echte lan in den vorpunden tagen vnde wer ez halt in den drein heiligen tagen ze weihenachten vnd ze ostern vnd ze phingesten. ez ist vͤmb den ehter als vͤm den svͤnder. wan swenne der svͤnder wil ze gote keren so shol man in enphahen. also shol man auch den echter. vmb welhe shuld der man in die echte kvͤmet an den totslac so shol er fride han sein leip sein gut virzehen tage ob er sich bedenken welle daz er da von kvme. daz shol der richter also tun daz ez dem clager ich shade an seinem rechte oder im selber.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 112
Czv welher czeit vnd anwelchem tage man richten schol vor dy echter.

In den gepvnden tagen mac man vber kein echter genchten er enwerde danne pegriffen ander hant getat man schol einen echter wol vz der echte lazen inden gepvnden tagen vnd wer ez halt inden driͦn heiligen tagen czv weichnachten czvostern czv phingisten ez ist vmme den echter als vmme den svnder wan swenne der svnder czv got wil cheren so wil er in enphahen also schol man ovch den echter vmme swelich schvld der man indy echte kvmpt an den totslac so schol er vride haben sein lip vnd sin gvt vierczehen tage dar vmme ob er sich pedenken welle daz er da von kome daz schol der richter also tvn daz ez dem klager icht schade an seinem rechte noch im selbe.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 102
Schwsp.(L.) Art. 110
Ob dem richter gepuͤzet wirt vnd dem clager niht.

und ist daz ein vngerichte vor gerichte geclagt wirt vnd behabt wirt auf einen man. der richter stirbt oder kumpt von dem ampt vnd dem richter ist wol gepuͤezet vnd dem clager nicht. ez wirt ein ander richter der clager kvmpt fuͤr vnd claget im. wir sprechen also. waz vor ienem richter geurteilt ist daz shol uor disem stete sin. vnd wie vil richter dar nach ist vnd ob er den allen puͤet die weil der clager vngestillet ist so hilft ez nicht wie vil er den richtern puͤzet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 113
Ob dem richter wiert gepvezet vnd dem klager nicht.

Vnd ist daz ein vngerichte vorgerichte geklagt wiert vnd pehabt wiert vf einen man der richter stirbet oder kvmpt von dem ampt vnd dem richter ist wol gepvezt vnd dem klager nicht ez wiert ein ander richter vnd der klager get fvr vnd klagt im wir sprechen also
Swaz vor ienem richter ver vrteilt ist daz schol vor disem stete syn vnd swie vil richter dar nach ist vnd ob er den allen pvezet dy weil der klager vngestillet ist so hilfet ez nicht swie vil man dem richter gepvezet.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 103
Schwsp.(L.) Art. 111

vnd shilt ein man den ander oder stoͤzet in oder wundet in oder was oder waz er im vbels tut an den totslac vnd wil er im puͤzen daz er im gut geben shuͤlle oder im anders ere piete vͤmb seinen shaden daz shol man tun nach seiner wirdekeit. nieman shol den leuten gleiche pueze erteilen daz man dem knechte pueze als dem herren vnd dem aigen als dem freien daz ist nicht recht. wie halt got selbe sprecht do er moysi die gepot gebe. wer den anderen toͤtet den shol man toten. hant vmbe hant auge vmb auge fuz vͤmb fuz. die gepot weren mulich ze halden. daz shol man al da pei kisen ob ein kvͤnig einen puben ze tode slet. sholde man den kvͤnig toͤten dar vͤmbe daz wer ein shedelich dink. wan da von mechte manig leip vnde sele verloren werde. ez slet ein man dem anderen ein hant oder einen fuz abe vnd der wirt shoͤne heil vnd genist dar an daz er nicht enstirbet vnd man slet ienem seine hant oder seinen fuez da wider abe vnd der selbe stirbet. shol man den selben auch toͤten dem die hant von erst abe geslagen wart daz were abr ein shedelich pueze. da uon shol man ie den man puͤzen nach seiner wirdekeit vnd shol man dem richter puͤzen in dem selben rechte. wil abr ein man ze uil puze daz shol man an ir paide frivnde lazen. mvgen ez die nicht besheiden so nem der richter weise leute zv im vnd besheiden. der richter sol sehen an des mannes laster vnd an seinen shaden vnd heiz im dar nach puͤezen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 114
Ob ein man den andern wundet oder stozet oder in schildet.

Vnd schilt ein man den andern oder stozet er in oder wundet er in oder swaz er im vbels tvet an den totslac alein vnd [Seite 59] wil er pveze daz man im gvete gebe oder im anders erpiete fvr sinen schaden daz schol man tvn nach siner wierdecheit. Niemant schol den levten pvez erteilen daz man dem knechte pveze vnd dem eigen als dem vrien daz ist nicht recht. Swy halt got selbe sprichet do er moyses dy gepot gab.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 115
Der den andern czv tode slecht.

Swer den andern totet den schol man ovch toten hant vmme hant ovge vmme ovge fvez vmme fvz dy gepot waren mvelich czu pehalten daz schol man da pei kiesen ob ein kvnig einen pveben czvtode slecht scholte man den kvnic dar vmme toten daz wer ein schede sint dinch wan da mochte manic leib vnd zele von verlorn werden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 116
Wy man einen pvezen schol nach siner werdikeit.

Ez slecht ein man dem andern ein hant oder einen fvz ab nv der wirt schoneheil vnd genist daran daz er nicht enstirbet vnd man slecht ienem sin hant abe oder sinen fvz da wider ovch ab dem der dysem den schaden tet vnd derselbe stirbet schol man danne den ovch toten dem syn hant czv dem ersten abe geslagen wart daz were aver ein schedeliche pvze da von schol man iedem manne pvezen nach seiner wirdekeit vnd schol dem richter pvezen indemselben rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 117
Ob ein man czv vil pveze nemen wil.

Vnd wil aver ein man czv vil pveze nemen daz schol man an ir peider vrevnde lazen mvͦgen ez dy nicht pescheiden so nem man der richter weise levte czv in vnd pescheiden ez der richter schol sehen an des mannes laster vnd an sinen schaden vnd heiz im dar nach pvezen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 104
Schwsp.(L.) Art. 112
Der auf den man clage der shol gewis sein ze rechte ze stene.

Swo zwene man uor gerichte gen vnd clagent an ein ander vͤmb gulde oder vͤmb ander vngerichte die shuͤllen puͤrgen sezzen daz er die clage volfuͤre. der ander daz er dev clage verantworte als recht si. hant abr sie gut in dem lande gericht daz der clage wert ist so duͤrfen sie keinen puͤrgen sezzen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 118
Daz ein man den andern peklaget vmme gelt oder vmme andre dinc wy dy alle peide pvrgen seczen schullen czu rechte sten.

Swo czwene man fvr gerichte gent vnd klagent vmme gvlte aneinander an oder vmme ander vngericht dy schullen peide pvrgen seczen der eine daz er dy klage vollefvere der ander daz er der klage antwurten als recht sy habent aver sy gvete [Seite 60] indem gerichte daz der klage wert ist so dvrfen sy kein pvrgen seczen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 105
Schwsp.(L.) Art. 113a
Wie man eide sweren shol in den verpunden tagen.

In den gepunden tagen shol man keine eude swern wan als daz puch auz nimpt so man einen fride sweren sol. den sol man sweren in den gepunden tagen. man shol auch wol in den selben tagen swern ob man begriffen wirt an der hantgetat. dem hilft der verpunden tac nicht. waz man eide gelobet in den gepunden tagen die shol man leisten nach den gepunden tagen. swer eide lobt ze swern auf einen tak vnd leistet er in nicht in der zeit er ist in der shulde gepunden da der eit vil gelobt wart ez enwende denne ehafte not. die shol man beweisen. vnd was der eit vor dem gerichte gelobt man shol dem richter puͤezen vnd dem der eit gelobet wart. ist abr der man bereit ze leisten seinen ait als er gelobt hat vnd wil ez iener nicht oder nicht da ist da man im den eit swern shol er shol des eides nicht ledig sein vnd der shulde da der eit fuͤr gelobt ist. wem man abr silber oder pheninge gelden shol oder ander varnde gut wirt dem ein tak gegeben vͤmb seinen gezivg oder vͤmbe des er bedarf vnd kvͤmpt er ze deme tage nicht er verlivset seiner gulte da mite nicht ob in ehafte not lezet. er hot abr den tac uerlorn. vnd werdent im drei tage gegeben vnd kvͤm er nicht zv den drein tagen vnd leitet sinen gezivg nicht so hat er verlorn in lezze denne ehafte not. ob ein man gevangen wirt oder ob in etewaz anders irret daz er nicht poten gesenden mac der sein ehafte fuͤr in berede. sol er den shaden han oder nicht. nein er. der richter der richter shol richten als im erteilet wirt. als abr der man von seiner not kvͤmpt so shol er uor den richter kvmen vnd shol er sein ehaft not beweisen mit seinem eide. vnd waz der richter mit seiner sache gerichtet hot daz shol er wider tun vnd shol man handeln als ob er des tages da were gewesen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 119
Wy man eide sweren schol in den gepvnden tagen.

In den gepvnden tagen schol man keinen eit sweren wan als dicze pvch vz nimpt so man einen vride sweren schol man sweren in den gepvnden tagen man schol ovch wol inden selben tagen sweren ob ein man pegriffen wirt mit der hant getat den schermet der gepvnden tac nicht. | Swaz man eide lopt inden gepvnden tagen dy schol man leisten nach den gepvnden tagen. | Swer eide lopt czu sweren vf einen tac vnd leistet er in nicht czv rechter czeit er ist inder schvlde gewunnen da der eid fvr gelopt wart ez enwende in danne ehafte not dy schol man peweisen vnd waz der eit vorgerichte gelopt man schol dem richter pvezen vnd dem der eit gelopt wart. Jst daz aver der man pereit seinen eit czvleisten als gelopt hat vnd wil ez iener nicht oder ist da nicht da man im den eit sweren schol er schol des eides mit rechte ledic sin vnd der schvlde da fvr der eit gelopt ist. | Swem man aber silber oder phennige schol gelten oder ander varvndes gvet wiert dem ein tac gegeben vmme seinen geczivc oder vmme ander des er pedarf vnd kvmpt er czv dem tage nich er verlevset siner gulte da mit nicht ob in ehaft not irret er hat aver den tac verlorn. | Vnd kvmpt er nicht czv den drein tagen vnd leitet seinen geczivc nicht so hat er verlorn in irre danne ehaft not. | Ob ein man gevangen wiert oder in eteswaz anders irret daz er poten nicht gesenden mac der sein ehafte not fvr in perede schol er den schaden haben oder nicht nein der richter schol richten als im erteilt wiert als aver der man von siner not kvmpt so schol er fvr den richter komen vnd schol sin ehafte not pewisen mit sinem eide. | Vnd swaz der richter mit siner sache gerichtet hat daz schol er wider tvn vnd schol man ez handel also ob er des tages da were gewesen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 106
Schwsp.(L.) Art. 113b
Der boten sendet der die ehafte not beredet.

Ob ein man seinen poten sendet auf einen tac da er selbe nicht kumen mac vnd der pote wirt gevangen oder er stirbet vnder wegen oder in irret ehaft not. shol daz dem herren shadem. nein er. der herre shol kvmen zv den anderen tage vnd sol den knecht mit im dar pringen oder swer ez ist vnd shol der bereden daz in ehafte not geirret hat vnd shol die benennen. ob der knecht tot ist oder ob er sein sus nicht gehaben mac der shol der herre sweren daz den knecht ehaft not geirret hat do er kumen solde oder in nicht gehaben mochte. so shol manz handeln als uor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 120
Ob ein man ein poten sen[det] czv dem .tage. der selben dahin nicht komen mac vnd den poten irret ehafte not ob daz dem herren schade oder nicht.

[Seite 61] Sendet ein man einen poten czv einem tage da er selben hin nicht komen mac vn der pote wiert gevangen oder er stirbet vnderwegen oder in irret andre ehafte not schol daz dem herren schaden oder nicht nein ez der herre schol komen czv dem andern tage vnd schol den knecht mit im pringen oder swer ez ist schol der pereden daz in ehafte not irret vnd schol dy penemen ob der knecht tot ist oder ob er sins hvs nich gehaben mac des schol der herre sweren daz den knecht ehafte not irrete do komen scholte oder daz er sin gehaben nicht en mochte so schol mans handel als da vor gesprochen ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 107
Schwsp.(L.) Art. 114a
Wie man vrteil ziehen shol an den kvnig.

und ist daz ein man vrteil wirfet so shol man sie zihen an ein hoͤher gerichte an den hohern richtern vnd ze iuͤngest fuͤr den kvnig. da shol der richter seinen poten dar senden die daz hoͤren wedert volkvmen an seiner vrteil vor dem kvnige . geshicht diz zeiner grauesheft oder in einer marke so shuln die poten frei sein. oder geshicht ez in einer stat so mac man ze poten wol nemen aller hande leute die an irme rechte volkvmen sint. die shol der richter verkosten also. daz man zwen mannen zwen pecher vol weins gebe vnd prot genuges. vnd der herren shuln zwene sein vnd der knechte sechse. vnd shol man herren vier gerichte vnd den knechten zwu vnde vir gabe ieglichem pherde ze tage und ze nachte hev gnvges. vnd man shol die ros vorne beslahen vnd hinden nicht. der pherde shullen echte sein vnd der manne echte. vnd ist die vrteil wider auf geworfen auf der swebishen erden so der kvͤnig denne kvͤmpt ze swaben do shuln die poten hin vnd shuln der vrteil ze ende kvmen. von dem tage vͤber sechs wochen als die vrteil verrichtet ist vor dem kvͤnige so shullen si die vrteil wider fuͤren vnd wider fuͤr den richter pringen vor dem sie widerworfen wart. der die vrteil wider warf hot er si nicht uorfuͤret uor dem kvͤnige er muz deme richter gelden seine kost die die poten verzeret hant vnd muz ieme wetten sein puze. vnd ist daz er behabt so muz iener der wider in was vnd seine volger daz selbe tun. Schwsp.(L.) Art. 114b
dehein widerworfen vrteil die vor ienem grauen widerworfen wart die mak man nicht gezihen an den markgrauen ez enhabe denne der graue die graueshaft von dem markgrauen. von welher hoͤhern hant daz gerichte ist da mac man ein vrteil wol an zihen. Schwsp.(L.) Art. 114c
div erste hant des gerichtes daz ist der kvnig. div anderiv dem ez der kvnig leiheit. div dritte dem ez die anderiv leihet. die dritte hant mac nimmer fuͤrbaz gerichte geleihen do ez den levten an ir leip oder an ir plutgiezen get. swer ez dar vͤber tut der wirt shuldic an den levten vor got an allen den vͤber die die vierde hant richtet. Schwsp.(L.) Art. 115
swelch phaffen fuͤrsten so getane richte habent die vͤber plutregent gent die gerichte mac er wol leihen seinen richtern also daz er die richter senden mit seinen prieuen zv dem kvnige daz er im den pan leihe. vnd tut er des nicht er vnd alle seine richter werden an allen den shuldig vor got vͤber die sie richtent vnd wie si der leute plut auz giezen. die leielichen herren beduͤrfen des nicht daz sie den pan enphahen von dem kvͤnige. daz ist da uon daz der leihe selber vrteil geit vͤber den totslac. des tut der phaffen fuͤrste nicht wan da mit verlvͤre er sein ampt. wan er des gewaldes nicht enhat da von enmac er ez nicht geleihen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 121
Ob man ein vrteil verwirfet wy man daz an den kvnic czien schol.

Vnd ist daz ein man vrteil wider wirfet so schol man sy cziehen an ein hoher gerichte an den hohern richter vnd czv ivngest fvr den kvnic da schol der richter sinen poten czv senden dy daz horen weder er vollen kome an siner vrteil vor dem kvnige geschiecht dicze czv einer graveschefte oder meiner mariche so schvllen dy poten sein vreilantsezen oder geschiecht ez meiner stat so mag man wol czv poten senden allerhande levte dy an irme rechte vollenkomen sint dy schol der richter verkosten also daz man czwein mannen czwen pecher volle weins gebe vnd prot genvge vnd der herren schvllen czwen syn vnd sechs knechte vnd schol man den herren vier gerichte geben vnd den knechten czwo vnd vier garbe iglichem pherde czv tage vnd zv nachte vnd hev geben genvges vnd man schol dy ros voren peslahen vnd hinden nicht der pherde schvllen echte sin vnd der manne echte vnd ist dy vrteil wider vf geworfen vf der swewischen erde so der kvnic danne kvmpt czv swaben da schvllen dy poten hin kvmen vnd schvllen der vrteil czv ende komen von dem tage vber sechs wochen als daz vrteil verrichtet ist vor dem kvnege so schollen sy vrteil wider werfen vnd wider fvr den richter pringen vor dem sy wider worfen wart. | Der dy vrteil verwarf hat er sy nicht vollefvret vor dem kvnige er mvz dem richter gelten sine kost dy dy poten verczert habent vnd mvͦz im wetten sein pveze vnd ist daz er pehapt so mvez iener der wider [Seite 62] in da waz vnd sein volger daz selbe tvn. | Kein widerworfen vrteil dy vor einem graven wider worfen wiert dy mac man nicht geczihen an den margraven ez hab danne der grave dy graveschaft von dem margrafen von swelher hohen hant daz gerichte ist daz mag ein vrteil wol an sich cziehen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 122
Daz dy dritte hant nimmer mac kein gerichte furpaz geleihen.

Dy erste hant des gerichtes das ist der kvnic. Dy ander dem ez der kvnic leihet. Dy dritte hant mac nimmer gerichte fvrpaz geleihen da ez den levten an ir leip oder an ir plvt giezen get. | Swer ez darvber tvt der wiert schuldic an den levten vor got an allen den vber dy dy vierde hant richtet. | Swelich phaffen fvrsten so getane gerichten habent dy vber plvt regen gent dy gerichte mac er volleihen seinen richtern also daz er dy richter senden schol mit seinem prief czv dem kvnige daz er in den pan leihe vnn tvet er des nicht er vnd alle sin richter werdent an allen den schvldic vor got vber dise sy richtent vnd swy sy der levte plut vz giezent. | Dy leichte leichen herren pedvrfen des nicht daz sy den pan enphahen von dem kvnige daz ist da von daz derselbe leye vrteil gibt vber den tot slac des tvet der phafen fvreste nicht wan da mit verlvre er sin ampt wan er des gewaltes nicht enhat da von mag er ez nicht geleihen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 108
Schwsp.(L.) Art.116a
Der vrteil wirt gevroget vnd ir nicht vinden kan.

Swer vrteil wirt gevroget vnd er nicht vinden kan der shol sweren ze den heiligen daz er nicht enwize waz dar vͤmbe recht was. spricht denne der richter. ir shult sprechen daz euch recht dvͤnke. so spricht der richter vnrecht. wan ez ist vil manig man der nicht vinden kan noch wizzen kan waz vm ein iglich dink recht sei. dar vͤmbe shol nieman vrteil vinden im sagent sein gewizzen daz sie recht si. vnd zweiuelt er icht dar an so wirt er shuldic vor gote ob er sie vindet nach wane. vm kein vrteil mac man nicht geuechten wan von dem reiche. vindet man vrteil vnd wirt si im verworfen vnd ist si nicht rechte vnd wilz der richter nicht enpern iener dem die vrteil shade ist si sprechent in wol dar vmbe an. wil er vnshuldig werden so shol er sweren zv den heiligen daz er nicht pezzers enweste. vnd wil er nicht swern so shol man im die hant abe slan wan so hat er pei seim aide vnrecht vrteil funden. Schwsp.(L.) Art. 116b
vdog ein richter vrteil einen man. nv der erteilt waz er kan im volgent drei man oder viere. ein ander da pei vindet ein ander dem volgent leichte drei man oder mere. welher denne die merern menie hat der behabt sein vrteil vnd pleibent ane gewette wan sie niemande sein vrteil habent geshulden. wir heizent daz beshulden vrteil wer also spricht. ich widerwirfe diese vrteil wan sie vnrecht. vnd zivhe si da hin do ich sie mit rechte zihen shol. daz ist an die hant von der der richter daz gerichte hat. do shol mit werben als hie uor gesprochen ist. Schwsp.(L.) Art. 117a
verwirft der swab des sachen vrteil vnd der sache des swaben vrteil die shuln sie fuͤr den kvnig zihen. also tu ein iglich lantman dem anderen. Schwsp.(L.) Art. 117b
stende shol man die vrteil verwerfen sizzen shol man si vinden. stende shol man dem clager wetten swes man im shuldic wirt vor gerichte. also shol man auch dem richter. swer des nicht tut der ist dem richter einer cleinen puze nach gewonheit shuldic. Schwsp.(L.) Art. 117c
niemant shol vrteil vinden wan dar zv erwelt wirt vnd im dar nach erlaubet wirt. dar vrlop geit der kvnig vnd welch herre gerichte von dem kvͤnige hat. vnd man shol die selben weislichen welhen vnd si shullen selbe weise leute sein die da vrteil sprechen shuln. vnd ir shullen ze den minsten sibene sin vͤber ein igliche sache. vnd ist mere daz ist auch gut.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 123
Der der vrteil wiert gevrait vnd er ir nicht wol vinden kan wy der sweren schol dar vmme.

Swer vrteil gevreit wiert vnd er ir nicht wol winden kan der schol sweren czv den heiligen daz er nicht enwizze waz dar vm rechte waz sprichet danne der richter ir schvlt sprechen waz avch darvmme recht dvnche so sprichet der richter vnrecht wan ez ist vil manic man der nicht vinden chan noch nicht wizzen kan waz vmme ein iglich dinch recht ist da von schol niemant vrteil vinden im sage danne sein gewizzen daz sy recht si vnd czwiuelt er icht daran so Wirt er schuldic vor got ob er si vindet nach wane vmme kein vrteil mac man nicht vechten wan vor dem riche. | Vindet ein man vrteil vnd wiert ez im verworfen vnd ist ez [Seite 63] nicht recht vnd wil sein der richter nicht enperen iener dem daz vrteil schade waz sy sprechent in wol darvme an wil er unschuldic weren so schol er sweren vf dy heiligen daz er nicht pezzers wize. | Vnd wil er nicht sweren so schol man im die hant abeslahen wan so hat er pei seinem eide vnrecht vrteil fvnden. | Vragt ein richtervrteil einen man nv der erteilt swar er kan im volgen leichte drei man oder mer einander da pei vindet ein anders dem volgen leichte drei man oder mer swelcher dy mereren menge hat der pehabt sin vrteil und peleibent iene an gewete wan sy niemant sein vrteil pescholten habent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 124
Welich ein pescholten vrtel heizet.

Die maister der rechtes heizent daz ein pescholten vrteil swer also sprichet ich wider wirfe diese vrteil wan sy ist vnrecht vnd czivhe si dahin dar ich sy mit rechte cziehen schol daz ist an dy hant von der der richter daz gerichte hat da schol man mit werben als hy vor gesprochen ist. Verwerfet der swabe des sachsen vrteil und der sachs des swaben vrteil dy schullen sy fvr den kvnic cziehen also tve ein iglich lantman dem andern. | Stende schol man vrteil verwerfen sizende schol man sy vinden. | Stende schol man dem klager wetten swes man im schvldic wiert vor gerichte also schol man dem richter swer des nicht tvet der ist dem richter einer kleinen pveze nach gewonheit schvldic. Niemant schol vrteil vinden wan der darczv erwelt wirf vnd im dar nach erlovbt wirt daz vrlovp gibt der kvnig vnd swelich herre gerichte von dem kvnige hat. | Vnd man schol dieselben weislichen welen vnn si schvllen selbe weis levte sin dy da vrteil sprechen schullen vnd ir schullen czu dem ministen siben sin vber ein igelich sache vnn ist ir mer daz ist ovch gvet.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 109
Schwsp.(L.) Art. 118
Von deushen landen ern.

Die devshen kisent den kvnig. daz erwarb in der kvnig karl als dicz puch seit. swenne er geweihet wirt vnd er gesizzet auf den stul ze ache mit der willen die in gewelt haben so hat er kvniclich gewalt vnd namen. vnd swenne in der pabest geweihet so hat er volleclich gewalt des reiches vnd keiserlichen namen. Schwsp.(L.) Art. 119
den kvͤnig kivset man ze richter vmb aigen vnd vͤmbe lehen vnd vmb igliches menshen leip vnd allez daz fuͤr in ze clagene kvmpt. der keiser mac in allen landen nicht gesin vnd mac allez vngerichte nicht gerichten vnd da uon leihet er den fuͤrsten vnd den grauen vnd anderen herren werltlich gerichte. an die virden hant mac dehein gerichte mit rechte nimmer kvmen da man vͤmbe totslac vnde vͤmbe plutrunst richtet vnd vͤmbe alle freuel richtet. Schwsp.(L.) Art. 120
in devshen landen hat iglich lant seinen phalzgrauen. sachsen hat einen. paiern hat einen. swaben hat einen. franken hat einen. dise vier herzogentum waren hie vor kvnigreiche. daz geshach do der keiser iulius ze rome kvnig wart. vnd do er devshe lant gewan do wold er nicht daz alle romishe reiche icht me kvniges were denne sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 125
Daz kvnig karl den devschen levten erworven hat daz sy ein kvnig chiesen vnd welich ere devsche lant haben daz vindet man alhy geschriben an disem pvech.

Dy devschen kiesen den kvnig daz erwarf in der kvnig karl als dicze pvch sait. [Seite 64] Swenne er geweichte wiert vnd er geseczet vf den stvel czu ache mit der willen dy in erwelt habent so hat her kvnicklichen gewalt vnd namen vnd swenne inder pabst gewichet so hat her vollenklichen des reiches gewalt vnd keiserlichenen namen. Den kvnic kevset man czv richter vmme eigen vnd vm lehen vnd vmme igliches menschen leip vnd vmme alles daz fvr in czv klagene kvmit. Der keiser mag in allen landen nicht gesin vnd mag alles vngericht nicht gerichten davon leihet er den fvrsten vnd den grauen vnd den andern herren wertliche gerichte an dy vierden hant mag kein gerichte mit rechte nimmer komen da man vmme plvet rvns oder vmme den tot richtet oder vmme alle vrevel. In devschen landen hat isleich lant seinen phanczgraven sachsen hat einen Paiern hat einen Swaben hat einen Vranken hat einen. | Diese vier herczogentvm waren hy vor kvnichrich daz geschach do der keiser Julius czu Rome kvnig wart vnd er devsche lant petwanch da wolt er nicht daz vber alle Romischem riche icht mer kvniges were wan sin.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 110
Schwsp.(L.) Art. 121a
Der kvnig shol kein vahenlehen iar vnd tac vnuerlihen lan.

iglich richter shol puze in seinem gerichte han als im denne gesezzet ist nach guter gewonheit. ez mac kein richter clager vnd richter gesin. Schwsp.(L.) Art. 121b
man kan mit rechte kein fuͤrsten ampt zwein herren nimmer geleihen. ist abr daz ez geshicht so mac ir dieweder kein fuͤrste gesein. also mac man weder markgraueshaft noch phalzgraueshaft noch lantgraueshaft noch graueshaft. swer die geteilt so habent sie paide ir namen uerlorn. Schwsp.(L.) Art. 121c
der kvͤnig sol mit rechte dirre hershefte dehainen in seiner gewalt haben iar vnd tac. vnde tut ez der kvnig dar vber daz clagen die fuͤrsten dem phlazgrauen von dem reine. wan der ist ze rechte vber den kvͤnig vnd sie shuln im ze rechte clagen waz in ze dem kvͤnige wirret. Schwsp.(L.) Art. 122a
als man den kvͤnig kivset so shol er dem reiche hulde swern vnd shol in den eit vier dink nemen. daz er recht sterke vnd vnrechte sterke krenke vnd daz reiche verste an seinem rechte vnd daz er daz reiche alle zeit reicher machen vnde nicht ermer. daz shreibet der kvnig an alle seinen prieuen die er sendet daz er daz reiche zaller zeit reichende sei vnd nicht ermer mache. Schwsp.(L.) Art. 122b
als der kvnig auf den stul ze ache gesezzet sei mit den meren der fuͤrsten die in kisen vnd erwelhen so shol er nimmer mere deheinen ait sweren. wan ob in der pabest shuldiget daz er an dem gelauben zweiuele vnd als ein vrowe ze rechte nimpt. daz hort hie ze nicht swie dicke daz geshiet dacz er der dinge swert. wan daz ist recht. ist daz er gezivg shol sein vm ein sache der shol er helfende sein vnd shol sagen pei des reiches hulden des shol man gelauben. vnd vmbe welhe sache ander leute swern muͤzen da shol er gelubde vmme tun fuͤr den eit. vnd daz geluͤbde shol man gelauben. einen lamen man vnd einen miselsuchtigen man vnd der in den panne ist oder in der echte oder ein kezzer ist den shuln die fuͤrsten nicht kisen ze kvnige. vnd kisent sie den an dem dise sache sint die anderen fuͤrsten verwerfen in mit rechte an der stat da ein hof hin geboten wirt ob man in der dinge ains vberkvmpt als recht ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 126
Daz der kvnich schol kein vanlehen iar vnd tac vnverlihen haben.

Iglich richter schol pvze haben inseinem gerichte als im danne geseczet ist nach gvter gewonheit Ez mag ovch kein richter klager vnd richter gesyn man chan mit rechte kein fversten ampt czwein heren nimmer geleihen ist aver daz ez geschiecht so mag ir deweder nicht ein fvrste geheizen noch gesin also mac man weder czu margrafschaft noch phanczgrafenschaft noch grafeschaft noch lantgrafeschaft swer dy geteilt so habent sy ir namen verlorn. Der kvnig schol mit rechte dirre herschaft keine insiner gewalt haben iar vnd tac vnd tvet der kvnic dar vber daz klagen dy fversten dem phanczgraven von dem reine wan der ist czu rechte richter vber den kvnig vnd sy schullen im czu rechte klagen swaz in hin czv dem kvnige wirret.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 127
Swenne man an ein Romischen kvnic kevset so schol er dem Reiche hulde sweren vnd schol inden eid vier dinch nemen.

[Seite 65] Als man ein Romischen kvnic kevset so schol er dem Reiche hvlde sweren vnd schol inden eit vier dinc nemen. Daz er recht sterche vnd vnrecht krenche vnd daz reiche verste an seinem rechte vnd daz er daz reiche alle czeit richer mache vnd nicht ermer. Dicze schribet der kvnic an allen seinen priwen dy er sendet daz er daz reiche alle czeit rechenden sei vnd nicht ermer mache als der kvnig danne czuache vf den stvel geseczet wiert mit den meren der fversten dy in kiesent vnd erwelent so schol er nimmer mer keinen eit gesweren wan ob in der pabest schuldiget daz er an dem gelovben czwivel vnd als er ein vrowen czv rechter . e . nimpt daz gehort hy czv nicht swy diche daz geschiecht daz er der dinge swert wanne daz ist rechte. | Ist daz er geczevc sin schol vmme ein sache dez schol er helfende sin vnd schol sagen pey des riches hvlden daz schol man gelovben. | Vnd vmme swelich sache ander levte mvezen sweren da schol er gelovbe vmme tvn fvr dy eide vnd daz gelvbde schol man gelovben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 128
Daz man keinen siechen man noch kr[ank]en nicht czu kvnige kiesen schol oder der in dem panne ist.

Einen lamen man noch einen mvselsvchtigen man vnd der indem panne ist oder inder echte vnd ein keczer ist den schullen dy fversten nicht kyesen czu kvnige sy aver den an dem diese vorsprechen dinc sint dy andern fversten verwerfent in wol mit rechte ander stat da ein hof hin gepoten wirt ob man in dirre dinge eines vber kvmpt als recht ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 111
Schwsp.(L.) Art. 123
Wen die deushen ze kunige kisen shullen.

Die fuͤrsten shullen kisen einen kvͤnig der ein freier herre sei vnd also daz sein vater vnd sin muter freien sint. vnd si shuln nicht mitter freien sein wan der fuͤrsten man vnd sie shullen mitter freien ze man haben. vnd habent sie weip zer e genumen so man sie kivset ist sie nicht als er so shol man si nicht ze kvͤniginnen kisen. wan daz were nicht recht vnd wider romish ere. vnd so der kunig erwelt wirt von welhem lande er geporen ist daz recht hot er verlorn vnd shol haben frenkishe recht. vnde von welher gepurt er geporen ist daz recht hot er verlorn. swen man ze kvͤnige welt der shol sein rech wol behalden han als man hie vor seit von den richtern wie sie shullen sein so man si welt. daz selbe shol an dem kvnige sein so man in welt. die franken haben daz recht. vnde slant sie einen ze tode sie enwerdent denne an der tat begriffen daz man ir eide nemen muz ob sie sweren wellent daz sie vnshuldic sint. vnde werden sie an der tat begriffen so shol man sie nicht lan swern. so richtet man vͤber sie als vͤber ander leute.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.129
Wenn dy devschen czv kvnige kyesen schullen.

Dy fvrsten schullen kiesen einen kvnic der ein vreier herre sy vnd also vrei daz syn vater vnd syn mveter ovch vrei levte syn gewesen vnd sy schullen nicht mitter vreien syn vnd si schullen nicht man sin wan der fversten man vnd schullen mitter vreien czu man haben vnd habent sy weip czv der . e . genomen so man sy kevset vnd ist dy nicht also vrei so schol man sin nicht kiesen czu kvnige wan daz wer nicht recht vnd wider Romische ere. | Als der kvnic erwelt wiert von swelchem lande er geporn ist daz recht hat er verlorn vnd sol [Seite 66] haben vrenchisse recht. | Vnd von swelcher gepvert er geporne ist daz recht hat er verlorn. Swenne man welt czukunige der schol sin rechte wol pehalten haben als man hy vor sait vnd als man hy vorgeschriben hat von den richtern wy sy schullen syn so man sy welt daz selbe schol ovch an dem kvnige syn so man in welt. Dy vranken habent daz recht vnd slahen sy einen man czu tode si werden danne an der tat pegriefen daz man ir eide nemen mvze ob sie sweren wollent daz sy vnschuldic syn vnd werdent si ander tat pegriffen dar vmme schol man ir eides nicht nemen so richte man vber sy als vber ander levte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 112
Schwsp.(L.) Art. 124
Wie man dem kvͤnige an den leip mak sprechen.

Dem kvnige mac nieman an den leip gesprechen im werde daz reiche e verteilt mit der fuͤrsten vrteil. vͤbr des kvͤniges leip vnd ere mac nieman kein vrteil gesprechen denne die fuͤrsten. vnd kreiget er mit ieme vͤmbe gut oder vm ander dinch daz des reiches ist da shuln vͤber sprechen fuͤrsten vnde grauen vnd die freien vnd des reiches dienstman. vnd ist daz ein kvͤnig eigen hat so er erwelt wirt daz geit er mit rechte an daz reiche ob er wil. lat abr er kint hinder im die erbet ez mit rechte. wan die kint erben des reiches gutes nicht. vnd stirbet der kvnig ane kint vnd hat er sein aigen nicht gebe an daz reiche so erbet ez ie die nehsten erben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 130
Wy man dem kvnige an den leip gesprechen mag.

Dem kvnig mag niemant an den leip gesprechen im werde . e . daz reich vrteil mit der fuersten vrteil vber des kvniges leip vnd vber syn ere kein urteil mac niemant gesprechen wan dy fversten vnd krigeit er mit yemant vmme guet oder vmme andre dinc daz des reiches ist da schullen vbersprechen fversten vnd graven vnd vreien des reiches dienstman vnd ist daz ein kvnic eigen hat so er erwelt wert daz gibt er mit rechte an das reiche ob er wil let awer er kint hinder im so er stirbet dy erbent ez mit rechte. | Wo dy kint erbent des reiches gvetes nicht vnd stirbet der kvnic ane kint vnd hat er daz eigen nicht gegeben an daz reiche so erbent ez dy nechsten erben.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 113
Schwsp.(L.) Art. 125
Wer vber die fuͤrsten richter ist an den kvnig.

Uber der fuͤrsten leip vnd vͤber ir gesunt shol nieman richter sein den der kvnig. vnd ist daz der kvnig von deushen landen vert so shol er einen hof gepiten an die stat do er ze rechte sin shol. vnd da shol er dem phalzgrauen den gewalt von rome geben daz er richte vͤber der fuͤrsten leip. vnd geit er im des gewaldes nicht so hat er kein recht dar an. er shol auch alle die iuden die in deuschen landen sint seinem kanzeler enphelhen. vnd tut er des nicht er phligt ir doch mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 131
Wer vber dy fversten richter ist an den kvnic.

Vber der fversten leip vnd vber ir gesvnt schol niemant richter syn wan der kvnic von devschen landen vert so schol er einen hof gepiten an dye stat da er czu rechte sin schol da schol er dem phanczgraven von dem Reine den gewalt geben daz er richte vber der fversten leip vnd giebt er dem gewaltes nicht so hat er kein rechte daran. Er schol ovch alle dy dy in devschen landen synem chanczler enphelhen vnd tvet er des nicht er phligt ir doch mit rechte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 114
Schwsp.(L.) Art. 126
Wie fronpoten die leute entleiben shuln.

Swem vor gerichte wirt erteilt vͤber shol nieman richten wan der rechte vronpote. etwa heizent si richtere etwa anders. vnd ist ir recht. so sie nevn menshe verderbent so ist der zehende ir. den loͤse man von in als man state an in vinde. dicz recht svln sie haben in allen devschen landen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 132
Wy dy vrone poten dy levt entleiben schullen.

Swein Vorgerichte verteilt wiert vber den schol niemant richten wan der rechte vrone pot. Eteswo heizent sy richter eteswo [Seite 67] anders vnd ist recht so si nevͦn mennen oder weiben den leip genement so ist der czehent ir den lose man von in als man stat an in vinden mac. Dicz recht schullen sy haben in allen devschen landen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 115
Schwsp.(L.) Art. 127
Wie man den vronpoten kisen sol.

als der fronpote von dem kvͤnige oder uon anderen herren erkoren wirt so shol er dem reiche hulde swern vnd dem kvnige. alle die vͤber die leibe richtent die shuln frei lantsezzen sein. vnd swenne man den vronpoten kivset so shol in der richter nemen pei der hant vnd shol in sezzen auf einen stul da ein kussen aufe sei vnd shol im die heiligen auf die shoz sezzen. da shol er auf swern daz er rechte sterke als verre er muͤge vnd daz er seiner hershaft getriwe vnd gewere sei vnd in nicht sage den die warheit. als daz geshiet so hat er rech ze phenden vnd ze statem swem er wil. daz tut er mit gewalt vnd mit rechte. ein iglich gut daz dar zv kvͤmt. tut abr er da mit vnrechte so mac er seinen leip vnd sein gut verwirken als ein ander man. swert shol er nicht tragen noch furen. vnd ist im ieman rechtes wider so shol er den leuten dar rufen. die shuln im gerichtes helfen. vnd wer im des wider ist der solz dem richter puͤzen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 133
Wy man den vronepoten kiesen schol.

Als der vronepot von dem kvnige oder von andern richtern erchoren wiert so schol er dem reiche hvlde sweren vnd dem kvnige. | Alle dy vber dy leibe richtent dy schullen vrei lant sezen sin vnd swenne man den vrone poten kiesen schol so schol in der richter nemen peider hant vnd schol inseczen vf einen stvel da ein kvsse vf sei vnd schol im dy heiligen vf sin schos schezen dar vf schol er sweren daz er recht sterche als verre als er mvge vnd daz er seiner herschaft getrewe vnd gewere si vnd in nicht sage wan dy warheit als daz geschiecht so hat er recht czv phenden vnd czu steten swem er wil daz tvet er mit gewalt vnd mit rechte. | Ein iglich gvt daz mit vrteil darczu kvmpt tvet aber er damit vnrecht so mag er sinen leib vnd sein gvet verwurchen als ein ander man. | Swert schol er nicht tragen noch fveren vnd ist im iemant rechtes wider so schol er den levten dar rvffen dy schullen im gerichtes helfen vnd swer im des wider ist der schol ez dem richter pvezen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 116
Schwsp.(L.) Art. 128
Wie man den keiser bannen sol.

Den keiser shol niemant bannen den der pabest. dacz shol er tun nicht den vͤmb drei sache. daz ist ainez ob er an dem gelauben zweiuelt. daz ander wan ob er sein eweip varen lat. daz dritte ist ob er gotzheuser stoͤret. dicz recht hat er so er ze keiser geweihet wirt. vnd tut er da uor ainem pishofe icht oder ieman anders er shol aber seinem phalzgrauen pei dem ersten clagen. der shol seinem erzpishoue clagen. vnd der mac in wol mit rechte pannen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 134
Wy man den keiser pannen schol.

Den keiser schol niemant pannen vanne der pabst daz schol er nicht tvn wan vm drei sache. Daz ist einez ob er an dem gelovben czwifelt. Daz ander ob er sin . e . wip varn let. Daz dritte ist ob er goteshvser storet dicze recht hat er so er czv keiser geweihet wiert vnd tvet er da vor einen pischolf icht oder iemant anders er schol aver sinem phanczgraven pei dem ersten klagen der schol seinem erzbischof klagen vnd der mag in mit rechte wol pannen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 117
Schwsp.(L.) Art. 129
Wo man einen kvnig kisen shol.

als man einen kvͤnig kisen shol daz shol man tun ze frankenfurt. vnd lat man die fuͤrsten nicht in die stat so mac man in mit rechte kiesen fuͤr der stat. vnd als sie den kvnig erwelent so shol er die stat vnd die leute dar inne in die echte tun. vnd shol daz tun e daz er von der stat vare. vnd als sie sechs wochen in der echte sein so shol sie der pishof uon menze ze panne tun. vnd als sie dar inne sechs wochen sint vnd einen tak so tunt sie mit rechte alle pishoue ze panne. vnd wil der kvnig er mac sie mit rechte pringen in des pabestes pan.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 135
An welcher stat man den kvnic kiesen schol.

Als man einen kvnic kiesen wil daz schol man tvn czv vrankenfvrt vnd let man den fvrsten nicht indy stat so mac man in mit rechte kiesen vor der stat. Vnd als sy den kvnic [Seite 68] erwelent so schol er dy stat vnd dy levte dy da inne sint indy echte tvn vnd schol daz tvn e daz er von der stat var. | Vnd als sy sechs wochen inder echte sint so schol sy der pischof von meincze czv panne tvn vnd als sy da inne sint sechs wochen vnd einen tac so tvent si mit rechte alle pischolf czv panne. | Vnd wil der kvnic er mac sy pringen mit rechte indes pabst pannen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 118
Schwsp.(L.) Art. 130a
Wie man den kvͤnig kisen shol.

Den kvnig shullen kysen drei phaffen fuͤrsten vnd vier leien fuͤrsten. der pishof uon menz ist kanzeler ze devshen landen der hat die ersten stimme ze der kuͤr. der pishof von koͤlne der ander. der pishof uon triere der dritte. Vnder den leien fuͤrsten ist der erste an der stimme ze weln der phalzgraue uon dem reine des reiches truchtsezzen. der ander der herzoge uon sachen des reiches marshalc der shol dem kvͤnige sein swert tragen. der pishof von koͤlne ist kaͤnzeler in lanparten. der pishof von triere ist kanzeler ze dem kvnkreiche ze arle. daz sint drei ampt die gehorent ze der kuͤr. der dritte kuͤrfuͤrst ist der marcgraue uon prandenburg des reiches kamerere. der virde ist der herzoge von paiern des reiches shenke. die vier man shuln devshe man sein von vater vnd von muter oder von eintwederm. vnd wenne sie wellen kisen sie shullen ein sproche gepieten hincz frankenfurt. die shol gepieten der pishof von menz pei dem panne. so shol sie der phalzgraue von dem rein gepieten pei der echte. sie shuln dar gepieten iren gesellen die mit in welen suln vnd dar nach den anderen fuͤrsten als uil si ir mugen gehaben. vnd dar vͤmb ist der fuͤrsten vngerade gesezt. ob vier an dem einen teil geuallen vnd drei an den anderen daz die drei den vieren volgen shuln vnd die minner volge der merern kuͤr. daz ist an aller kuͤr recht. Schwsp.(L.) Art. 130b
e die fuͤrsten kisen so shuln sie auf den heiligen swern daz sie durch liebe noch durch leide noch durch gutes mite daz sie in geheizen oder geben vnd daz sie nieman welen mit geuerde oder geuerde heizen muͤge wan als in ir gut gewizzen sage. vnd wer anders welet wan als hie uor geshriben ist der tut wider got vnde widerz recht. vnd tut ir einer anders icht vnd wirt er des vberret als recht ist fuͤr daz sie gewelent welher dar nach vͤberret wirt die die kuͤr da habent daz er gut habe gelobt ze nemen oder ez genumen hot daz ist symonie. der hat sein kuͤr verlorn vnd shol sie nimmer wider gewinnen vnd ist dar zv meineide. dicz shol geshen da der kvͤnig einen hof gepeutet. dar shol man dem selben auch gebieten er sei leie oder phaffen fuͤrste vnd kvmpt er nicht dar so shol man anderstunt ze dem houe gepieten vnd zv dem dritten. vnd kvͤmpt er da hin nicht so shol man in meinaide sagen vnd waz er von dem reiche hat dacz ist dem reiche ledig vnd in shol der kvͤnig ze echte tvn. vnd ist er ein phaffen fuͤrste der kvnig richtet vͤber in als vͤber einen leien vnd shol dem pabst shreiben wie vͤbel er gevarn habe vnd wie er sein triwe an der cristenheit habe geprochen vnd heize daz bewern vor dem pabste. vnd so daz geshiet so shol in der pabest von allen seinen pheflichen eren sheiden vnd shol sein pishtum einen anderen pishoue leihen vnde shol dar nah leben als in der pabest heizet. wan der pabest vollen gewalt hat so mak er im genade tun vnd mac im sein pishtum wider lazen vnd sein pheflich ere. daz stet an seinen genaden. Schwsp.(L.) Art. 130c
vnd wirt der kvnig der selben shulde vͤberkvmen so ist er mit vnrecht an dem reiche. da shol man in vͤm beclagen vor dem phlazgrauen uon dem reine. nieman mac vber in gezivk sin vͤmb die shulde wan die fuͤrsten sint geistlich oder werltlich.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 136
Wer den kvnic welen schol.

Den kvnig schullen kyesen drei phaffen vnd vier layen fversten der pischolf von meincz ist chanczler czu devschem lande der hat dy ersten stimme ander chuer. Der pischolf von trier dy andern. Der pischolf von kolen dy dritten. | Vnder layen fversten ist der erste czv welen an der kver vnd ander stime der phanczgrave von dem Rein des reichen drvchseze. Der ander das ist der herczog von sachsen des reiches marschalich der schol deme kvnige daz swert tragen. | Der pischolf von cholen ist chanzler zu lamparten. Der pischolf von trier ist chanczler czu dem kvnicreich czu arle daz sint drey ampt die gehoren czu der kver. Der dritte layen fvrste der dy kver hat daz ist der Margrafe von prandenpvrch dez Riches kamerer. Der vierde daz ist der herczoge von payren des Reiches schenche dy vier schullen devsehe man syn von vater vnd von mvter oder von eindwederm. | Vnd swenne sy wellent kiesen so schullen sy ein sprache gepieten hin cze vrankenfort dy schol gepieten der pischolf von Maincze py dem panne so schol sy der phancegrave von dem Rein gepieten peider echte. | Sy schullen ovch daz gepieten czv dem gespreche ir gesellen dy mit in da welen schvllen vnd dar nach den andern fvrsten als vil als sy ir mvgen gehaben vnd dar vmme ist der fvrsten vngerade geseczet ob vier an den einen teil gevallen vnd drei anden andern daz dy drei den vieren volgen schvllen vnd ye schol dy minner volge der mereren volgen daz ist an aller kver recht . e . dy fversten chiesen so schvllen sy vf den heiligen sweren daz sy dvrich leit noch dvrich gvtes mite daz in geheizen oder gegeben sy noch daz sy dvrich kein dinc niemant wellen daz gewerlich sy oder [Seite 69] gewerde geheinzen mvge wan als in ir gvet gewizen gesagen mvge. | Vnd swer anders wolt wan als hy geschriben stet der tvet wider got vnd wider daz recht vnd tvet ir einer ichtanders vnd wiert er des vber ret als recht ist fvr sy gewelent. |Swelcher dernach vber ret wiert die dy kver da habent daz er gvet hat gelopt czu nemen oder ez genomen hat daz ist symonei der hat syn kvr verlorn vnd schol sy nimmer mer gewinnen vnd ist dar czv meineide. | Dicze schol geschehen da der kvnic einen hof gepevt dar schol man ovch dem selben gepieten er sy laye oder ein phaffenfverste vnd kvmpt er nicht dar so schol man im anderstvnt czu dem andern hof gepieten vnd zu dem dritten. | Vnd kvmpt er dahin nicht so schol man in meineide sagen vnd swaz er von dem reiche hat daz ist andem riche ledic vnd in schol der kvnic czu echte tvn. | Vnd ist er ein phaffen fverste der kvnic richtet vber in als vber einen leyen vnd schol dem pabst schrieben wy vbel er gevarn hab vnd wy er sin trewe ander kristenheit czv prochen hab vnd heize daz beweren vor dem pabste. | Vnd so daz geschiecht so schol in der pabst von allen synen pheflichen eren scheiden vnd schol sin pistvm einen andern pischof leichen. Vnd schol dar nach leben als in der pabst heizet wan der pabst vollen gewalt hat so mag er im genade tvn vnd syn pistvm wider lazen und sin phefliche ere daz stet an seinen gnaden. Vnd wiert der kvnic der selben schulde vber komen so ist er mit vnrecht an dem reiche da schol man in vmme peklagen vor dem phanczgraven von dem Reine. | Niemant mac geczevc vmme dy schvlde vber in sein wan dy fvrsten sy sin geistlich oder werltlich.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 119
Schwsp.(L.) Art. 130c
Von wem die fuͤrsten lehen haben shullen.

Des reiches fuͤrsten shullen keinen herren haben der ein leie sei von dem sie lehen haben den der kvͤnig aleine. vnd sint sie deheines leien man an den kvnig so mugen sie nicht fuͤrsten gesein. ez ist dehein vanlehen da uon ein man fuͤrste muge gesin er enphahes mit sein eines hant von dem kvnige. swaz ein man vor im enphangen hat so ist er nicht der voderst an dem lehen. wo von spricht anders princeps latine. daz spricht ze devte ein fuͤrste. daz ist als uil gesprochen ein vorenphaher. vnd wer daz vahenlehen von erst enphahet von dem kvnige der heizet mit allem rechte princeps ain furste. vnd wer er dar nach von im enphahet der heizet nicht princeps. Schwsp.(L.) Art. 131
so man kivset pishoͤue oder ebte oder eptissinnen die gefuͤrstet sint die mugen nicht lehen geleihen e daz sie iriv recht enphahen. der keiser shol leihen allen geistlichen leuten ire recht mit dem cepter vnd allen werltlichen fursten mit dem vanen. der kvͤnig shol kein vahenlehen haben iar vnd tak er shuͤllez hin leihen. Schwsp.(L.) Art. 133
in welhe stat der kvnig kvͤmt die in dem reiche leit die weile er dar inne ist die muͤnze vnd der zol sein vnd daz gerichte. er shol allez daz richten daz in der stat vnd in deme lande ze richten ist ane daz des begunnen ist ze richten. daz shullen die richter vollen auz richten die sein haben begunnen. Schwsp.(L.) Art. 134
In welch lant oder stat der kvnig kvmpt da shol man im die gevangen antworten die dar inne sint vnde sein pote shol sie eishen. vnd wer si den poten verseit den shol er ze ehte tvn. der kvnig shol auch den recht tun die auf die gevangen clagen oder er ist nicht rechter richter.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 137
Von wem dy fversten lehen haben schullen.

Des reiches fversten schullen keinen herren haben der ein leye sy von dem sy lehen haben anden kvnic allein vnd sint sy keines leyen man an den kvnic so mvgen sy nicht fversten sin ez ist kein vanlehen davon ein man fvrst mvge gesin er enphah ez mit sein eines hant von dem kvnige. Swaz ein man vor im enphangen hat vnd enphecht er daz von demselben der ez von im enphangen hat so ist er nicht der vorderst an dem [Seite 70] lehen wavon sprichet anders princeps latme daz sprichet czv deute ein fvrste daz ist als vil gesprochen ein vorenphaher vnd swer ovch daz van lehen des ersten enphehet von dem kvnige der heizet ovch wol mit allem rechte princeps ein fverste vnd swer ez danach von im enphahet der heizet nicht princeps. | So man kveset pischolf oder ept oder eptissine dy gefverst sint dy mvgen nicht lehen geleihen . e . daz si ir rechte von dem kvnige enphahent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 138
Wy der keiser den geistlichen fversten vnd den werltlichen ir recht verleicht.

Der keiser schol leihen allen geistlichen fversten ir recht mit dem cepter vnd allen werltlichen fversten mit dem vane. Der kvnic schol ovch kein vanlehen in seiner gewalt haben iar vnd tac ern schulles in leihen. Inswelche stat der kvnig kvmpt dy in dem reiche leit da ist dy mvncze vnd der czol sin dy dy weil er da inne ist vnd daz gerichte er schol ovch alles daz richten daz inder stat vnd indem lande czu richten ist an des pegonnen ist czu richten daz schullen dy richter vollen vz richten dy sein pegonnen habent. In swelich stat oder lant der kvnic kvmpt dy schol man im antwurten dy da vangen sint dy dar inne sint vnd sin pote schol sy eischen vnd swer sy seinem poten versait den schol er czv echte tvn der kvnic schol ovch den rechte tvn dy vf dy gevangen klagent oder er ist nicht rechter richter.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 120
Schwsp.(L.) Art. 135a
Wie die herren die gerichte von dem kvͤnige haben lantteding gebiten suln.

Uber achzehen wochen so shol ein iglich herre fuͤrste vnd ein iglich herre der gerichte von dem kvͤnige enphangen hant der shol sein lanteding haben. dehein herre shol sein lantteding gepieten auf einen veirtag. so wirt ein iglich man mit rechte vberig daz er sein nicht ensuchet. Schwsp.(L.) Art. 135b
dehein herre shol keinen vronenpoten han er sei vrei vnd shol dar zv belehent sin ze dem minsten mit einer halben hube. die selben shuͤllen die leute toͤten vnd anders nieman. swer anders ieman toͤtet da wirt der richter vnd die ez da tun vor gote shuldig an den leuten. Schwsp.(L.) Art. 135c
man shol gerichtes warten von dem daz die svnne auf get vnz auf mitten tac. vnd ist der richter da vnd wer dar nicht enkvͤmpt der ze rechte dar kvmen shol der wirt wettehaft. vnd kvͤmpt der richter nicht so wirt niemant wettehaft. vnd ist ieman fuͤr gepoten der ist des fuͤrpotes ledig vnd auch des tages.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 139
Wy dy herren dy gerichte von dem kvnige habent lant teidinc gepieten schvllen vber achczehen wochen.

Aber achczehen wochen so schol ein iglich herre fvreste vnd ein iglich herre der gerichte von dem kvnige enphangen hat der schol sin lant teidinc gepieten an einem veirtac so wiert ein iglich man sin nicht vber daz er sin nicht gesvecht hat. | kein herre mac keinen vronen poten haben ern sy danne vrei vnd schol dar czu pelehent sint czu ministen mit einer halben hvben dyselben schvllen dy levte toten vnd anders niemant vnd swer anders iemant totet da wiert der richter vnd dy ez da tvnt vor got schvldic an den levten. Man schol gerichtes warten von der czeit daz dy svnne vfget [Seite 71] vncz czv dem mitten tage vnd ist der richter da vnd swer danne dar nicht enkvmpt der cze rechte komen schol der wiert wettehaft vnd kvmpt der richter nicht so wiert niemant wettehaft. | Vnd ist iemant dargepoten der ist des vorgepotes ledic vnd ovch des tages.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 121
Schwsp.(L.) Art. 136
Von den haupsteten vnd von den vanlehen in sachsen.

Fvͤnf stete ligent in den sachen do der kvnig hof hin gepevtet. die erste ist ze gruͤne. div ander ze goͤsler. die dritte ze walhausen. die virde ze altensteten. die fuͤnfte ze merseburg. da shol der kvͤnig mit rechte houen. siben vanlehen sint in dem lande ze sachen. daz erste ist dar herzogentum ze sachsen. daz ander die phalz. daz dritte die marke ze prandenpurg. daz virde die lantgraueshaft ze duringen. daz fuͤnfte die marc ze meisene. daz sechste die mark ze lavsiz. daz sibende die graueshaft ze ashersleiben. ez sint auch zwei erzpishtum in dem lande ze sachsen vnd fuͤnfzehen andere pishtum. dem uon megdepurg ist vndertan der pishof von niwenpurg vnd der von mersepurg vnd der von meichsen vnd der von prandenburg vnd der von hauelperg vnd der von camin. der pishof von menze hot vier vnder im in dem lande ze sachsen den von halberstat den von hildensheim vnd den von balbrunne. dem von koͤlne ist vndertan dem von ohsenpuͤrge vnd der von minden vnd der von mvͤnster. der erzpishof von brem hat vnder im daz livbek vnd daz von zwirein vnd daz von ratsburg. die driv sint vnder im. Schwsp.(L.) Art. 137a
der kvnig spricht er shuͤlle in allen steten da pishtum inne sein seinen hof gepieten. da kreigent etwenne die phaffen fuͤrsten wider. die haben den krieg nv lan. er shol auch seinen hof gepieten ze frankenfurt vnd ze nvrenberg vnd ze vlmen. in anderen steten die des reiches sint da mak er wol gepieten seine sprache wol mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 140
Von den hovptsteten insachsenlande da der kvnic den hof hin gepevten.

Fvnf stete ligent in sachsen da der kvnig den hof hingepevft. | Dy erste daz ist czu Grvne. Dy ander czu gotslar. Dy dritte czv walhvsen. Dy vierde czu aldenstein. Dy fvnfte czu Merspvrch da schol der kvnig mit rechte den hof haben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 141
Von den Siben vanlehen dy czu Sachsen sint.

Siben vanlehen sint indem lande czv Sachsen daz erste ist daz Herczogentvm czu Sachsen daz ander dy phanz daz dritte dy marche czv prantenbvrch daz vierde dy lantgrafschaft czv dvringen dy fvmfte die marche czv missen daz sechste dy marche czv lvsicz daz daz siebende dy graveschaft czv ascherslebe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 142
Von dem pistvm in Sachsen lande.

E sint ovch czwei erczpistvm indem lande czu Sachsen vnd fvmfczehen andre pistvm. Dem von Meidepvͦrch ist vndertan der pischolf von Nevnpvrch vnd der von Mersepvrch vnd der von Meisen vnd der von prandenburch vnd der von havelpergen vnd der von Camine.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 143
Wy manic pistvm der von Meincze vnder im hat czu sachsen.

Der pischolf von Meincze hat vier vnder im indem lande czu Sachsen den von halberstat vnd den von hildisheim vnd den von balprunnen. | Der von choln hat vnder im den von Osepvrch vnd den von Minden vnd den von Minster. | Der Erczpischolf von Brem hat vnder im daz von levbek vnd daz von zwirin vnd daz von Ratispvrch dy drev sint vnder im. Der kvnig gicht er schulle in allen steten da pistvm inne sint sinen hof gepieten da krigeten eteswenne dy phaffen fversten wider dy habent den krieg nv lazen. | Er schol ovch sinen hof [Seite 72] gepieten czv frankenfvrt vnd czu Nvrenperch vnd czv vlmen. In andern steten dy des Riches sint da mag er wol pieten sin sprachen mit rechte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 122
Schwsp.(L.) Art. 137b
In wie maniger der echter ze echte kvͤmt von ainer stat.

Hat ein herre ein haupstat. daz ist da pishtum inne sint. vnd hat ein herre ein gerichte dar inne vͤber plutrunst vnd wirt einer dar inne ze echte getan vnd hoͤrent anderiv gerichte in daz selbe gerichte daz nicht hauptstete sint der in der hauptstat ze echte ist getan der ist in allen steten die den herren an gehoͤrent ze echte getan des die haupstat eigen oder lehen ist. vnd wirt ein man in dem nideren gerichte ze echte getan so ist er nicht wan in dem selben gerichte ze echte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 144
Swer in einer hovptstat in dy echte wiert getan der ist in der echte in allen den steten dy den herren angehorent.

Hat ein herre eine hovpstadt da pistvm inne sint vnd hat ein herre ein gerichte da inne vber plvet rvnse vnd wiert einer da inne czv echte getan vnd gehorent andreiv gerichte indaz selbe gerichte daz nicht hovptstete sint der in der hovptstat czu echte ist getan der ist in allen den steten czu echte getan dy den herren an gehorent des dy hovpstat eigen oder lehen ist. | Vnd wiert ein man in dem gerichte czv echte getan so ist er nicht wan indem selben gerichte in der echte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 123
Schwsp.(L.) Art. 137c
Der vierzehen tage in der echte ist.

Swer den echter hauset vnde houet in den puͤrgen oder in den steten vnd swo man in shirmet mit wizzen vnd ist er virzehen tage in der echte gewesen die sint alle mit der selben shulde begriffen da der echter inne ist. wil abr sich des gegen ieme entshuldigen daz er nicht enweste daz er in der echte were der swere des zen heiligen vnd sei ledic. behelten man den echter offenlich in einer stat freuelich vnde daz man daz erzivgen mac selp dritte hat die stat maure man shol sie nider legen auf die erden. hat sie tuͤlle man tut daz selbe. vnd hat si deweder vnd hat einen graben man shol in eben machen. vnd hot sie der aller keines man shol sie prennen an der leute shaden die dar an vnshuldig sint mit wizzend. geshiet aber ieman anders dehain shade den den purgern den shul im die purger abe tun. vnd daz selbe gericht shol man vͤber die puͤrger tun vnd vͤber dorfer vnd wo man sie beheltet wider disem rechte als hie uor gesprochen ist. der ehter shold allen leuten vnmere sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 145
Der vierczehen tage inder echte ist swer den hovst oder hoft der ist ovch inder echte.

Swer den echter hovset oder hovet vf pvrgen oder in steten oder swo man in schirmet mit wizzen vnd ist er vierczehen tag inder echte gewesen dy sint alle mit derselben schvlde pgrifen da der echter inne ist wil aber sich des gegen iemant enschuldigen daz er nicht enweste daz er inder echte waz der swer des czu den heiligen vnd sei ledic. | pehalt aver man den echter offenlich in einer stat vnd vrevelich vnd daz man daz erczevgen mac selbe dritte vnd hat dy stat ein mvre man schol sy vf dy erden prechen vnd hat sy planken man tvͦt daz selbe vnd hat sy der twederz vnd hat sy einen graben man schol in eben machen vnd hat sy der aller keinez man schol sie prennen ander levte schaden dy dar an vnschvldic sint mit wizzen. | Geschiecht aver iemant anders kein schade danne den pvrgern den schvllen im dy pvrger abe tvn. Vnd daz selbe gerichte schol man vber dy pvrger tvn vnd vber dy dorfer oder swo man sy pehaltet wider dise recht als hy vorgesprochen ist. Der echter der schol allen levten vnneme syn. [Seite 73]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 124
Schwsp.(L.) Art. 138
Wie der kvnig hof gepiten sol.

So der kvͤnig hof gepieten shol vnde shol den sol er pieten vͤber sechs wochen vnde shol in den herren vnd anderen fuͤrsten kuͤnden mit den versigelten prieuen. si shuln den hof suchen ze devshem lande vnd nicht furbaz. vnd wer zv dem houe nicht kvͤmt der ist dem kvnige eins gewettes shuldic. der kvͤnig wettet hundert phunt der pheninge die er von im ze lehene hat die muͤnze. vnd hat er mere muͤnze von im ze lehene den eine er shol im die swerste vnd die beste geben. ein freier herre wettet dem kvͤnige fuͤnfzig phunt. vnd hot er mvͤnze von im ze lehene die shol er im geben. vnd hot er nicht mvͤnze von im ze lehene so gebe im des pishoues mvͤnze in des pishtum gesezzen ist. die dienstman zehen phunt. wann mitter vreien die shullen zwenzig phunt geben des pishofs pheninge in des pishtum er gesezzen ist. vnd ist diz also gesezzet. vnd versavmt der herre den ersten hof er geit dicz gewette. vnd versaumet er den anderen er gibt sie anderstunt. vnd versaumt er den dritten der kvͤnig shol den fuͤrsten mit der fuͤrsten vrteil ze echte tun. der shuln ze minsten sibene sein. vnd also shol man den freien herren tun vnd ieden man ze echte tun mit seinen genozen. vͤmb die shulde hat ein iglich man daz recht. als ein man in der echte ist sechs wochen vnd einen tac daz man in ze banne tun shol. daz selbe recht hat der ban hin wider. wie man vͤber echter vnd vͤber verbannen leute richten shol daz ist uor gesprochen. oder welche recht si haben daz ist allez hie vor geshriben. dicz gewette ist aller richter gewette nicht. man wettet ie dem richter nach seinem recht vnd nach guter gewonheit. man shol auch einen iglichen man sein laster puezen nach seiner gepurt vnd nach seiner werdikeit. man shol auch nicht achten an der buze wer der man gewesen ist. man shol achten wer er iemitten gewesen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 146
Swenne der kvnig einen hof haben wil den schol er gepieten den herren vnd andern fversten vber sechs wochen.

So der kvnic einen hof gepieten schol oder wil den schol er gepieten vber sechs wochen vnd schol inden herren vnd andern fversten kvnden mit versigelten prifen. | Si schullen den hof svchen czv devschem lande vnd nicht fvrpaz vnd swer hin czv dem hof nicht enkvmpt der ist dem kvnige eines gewettes schuldic der fverste wettet hvndert phvnt der phennige dy er von im czu lehen hat dy mvncze vnd hat er mer mvncze von im czv lehen danne eine er schol im dy swersten vnd dy pesten geben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 147
Daz ein vrier herre dem kvnige fvnfczic phvnt wetten schol.

Ein vreier herre wettet dem kvnige fvnfczic phvnt vnd hat er mvncze von im czv lehen dy schol er im geben vnd hat er nicht mvncze von dem kvnige czv lehen so gebe im des pischolfs mvncze indes pistvm er geseczen ist. | Dy dienstman czehen phvnt vnd dar nach aller hande levte czehen phvnt wan mitter vreier schvllen czweinzic phunt geben des pischolfs phenninge da er inne geseczen ist vnd dicz ist also geseczet. Vnd versovmet ein herre den ersten hof er gibt dicze gewette vnd versovmet er da den andern er gibt ez anderstvnt. | Vnd versovmet er den dritten der kvnic schol mit der fversten erteil den fversten czv echte tvn der schvllen czv dem ministen siben syn. | Vnd also schol man dem vreien heren tvn vnd yeden man czvechte mit sinen genozen vmme diese schvlde hat ein iglich man daz recht. | Als ein man der inder echte ist sechs wochen vnd einen tac daz man in cze panne tv daselbe rech hat der pan hinwider | Wy man vber echter vnd vber verpannen levte richten schol daz ist hy vorgesprochen oder welich rechte sy habent daz ist alles hy vor geschrieben. Dicz gewette aller richter gewette nicht man wettet iedem richter nach seinem rechte vnd nach gveter gewonheit man schol iglichem manne ovch sin laster pvezen nach siner gepvert vnd nach syner werdikeit. | Man schol ovch nicht achten an der pvze wer der man gewesen ist. [Seite 74]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 125
Schwsp.(L.) Art. 139a
Wie die fuͤrsten ir hof gepieten sullen.

Ein iglich fuͤrste hat nach seines landes gewonheit buze. also habent auch ander herren vnd ander richter nach ir gewonheit. Schwsp.(L.) Art. 139b
doch sage wir die alden puze die die kvͤnige den herren gesezzet hant. svͤmeliche leien fuͤrsten sint die daz recht hant daz sie hofe gepietent fuͤr sich selber. daz recht habent sie von dem kvnige. wenne sie hof mit rechte mugen gepiten daz shul wir iv sagen. ist ez ein herzoge oder ein ander leien furste vnd ist daz pishof sizzent in seinem fuͤrsten ampt die soln seinen hof suchen. also spreche wir ob die stat er fuͤrste heizet in seinem fuͤrsten ampt ligt. swie uil er anders gutes hat in seinen lande dauon suchet er seins houes nicht. vnd allez daz recht daz der kvͤnig hat gegen den die seinen hof nicht ensuchent daz selbe recht hot auch der herzoge gegen den die seinen hof nicht ensuchen. diz recht hant gemainlich alle leien fuͤrsten die ze recht hof gepiten shuln. ein leien fuͤrste mac dem anderen nicht hof gepieten ob er daz selbe recht hat daz er auch hof gepiten shol. hot abr ein fuͤrste des rechtes nicht vnd hot er gut vnd puͤrge in seinem lande oder stete er sol mit nichte seinen hof suchen. dicz selbe recht habent sie vmb grauen vnd vmbe freien vnd vmbe dienstman die so getan gut haben in irm lande daz puͤrge vnd stete sint. vnd haben sie ander gut in irme lande so sint sie ledic mit allem recht daz si ir hof nicht suchen shuln. vnd sint sie in devsher sproche nicht gesezzen oder dacz sie in acht tagen nicht dar gelangen mugen sie sint des houes mit rechte ledic. sie shuln abr dar senden ir ingeporn dienstman. vnd so der herre den hof volendet so shol er dar gen vnd shol vor sinen herren loben daz er stete habe als verre er shuͤlle waz da ze deme houe guter dinge gesezzet sei. vnd ist daz ein herre dar nicht kvmen mac vor ehafter not der sendet seinen dienstman dar vnd heize in sein ehafte not bewern mit seinem eide. vnd so der hof ein ende habe so tu als hie uor gesprochen ist. der frei herre sende seinen eigen man. der mitter frei sende seinen eigenen man. der dienstman sende seinen mac. die shuln alle tvn als hie uor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 148
Wy dy fvrsten den hof gepieten schvllen.

Ein iglich fverste hat nach sines landes gewonheit pvze also habent ovch ander herren vnd ovch dy richter nach ir gewonheit doch sage wier dy alten pveze dy dy kvnige den herren geseczet habent. | Svmleich layen fversten sint dy daz recht habent daz sy den hof gepietent fvr sich selber daz recht habent sy von dem kvnige wem sy den hof mit rechte gepieten mvgen daz schullen wir evsagen. | Ist ez ein herczoge oder ein ander layen fverste vnd ist daz pischolf sitczent inseinem fverstenampt dy schullen sinen hof svchen also spreche wier ob dy stat da von er fverste heizet inseinem fvrsten ampt leit swie vil er anders gvtes inseinem lande hat da von svcht er sines hofes nicht. | Vnd allez daz recht daz der kvnig hat gegen den dy synen hof nicht svchent. | Daz selbe recht hat ovch der herczog gegen dem dy sinen hof nicht svchent. | Dicz recht habent gemeinlich alle layen fversten dy czv recht hof gepieten schullen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 149
Daz ein layen fuerste den andern nich hof gepieten mac ob er daz selbe recht hat.

Ein layen fverste mac den andern nicht hof gepieten ob er daz selbe recht hat daz er ouch gepieten schol hat aver ein fverste des rechtes nicht vnd hat er pvrge vnd gvet inseinem lande oder stet er schol mit rechte sinen hof svchen dicz selbe recht habent sy vmme graven vnd vmme vrien vnd vmme dienstman dy so getane gvet habent in irem lande daz pvrge vnd stete sint vnd habent sy ander gvt inirem lande so sint sy ledic daz sy iren hof czv rechte nicht svchen schvllen vnd sint sy indevscher sprache nicht gesezzen oder daz sye nicht inacht tagen dargelangen mvgen sy sint des hoves mit rechte ledic sy schullen aver dar inir geporne dienstman. | Vnd swo so der herre den hof verendet so schol er dar gen vnd schol fvr sinen herren loben daz er stete habe alz verre er schulle daz. Swaz dem hofe gvter dinge geseczet sy vnd ist daz ein herre nicht dar komen mag von ehafter not der sende seinen dienstman dar vnd heize in sin ehafte not peweren mit seinem eide. | Vnd so der hof ein ende hab so tv als hy [Seite 75] vorgesprochen ist der vreie herre sende seinen eigen man der dienstman sende sinen mac dy schullen alle tvn als hy vorgesprochen ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 126
Schwsp.(L.) Art. 140a
Wie die erzpishoue sent gepieten shuln.

Die erzpishoue gepietent ir sende mit rechte den die in irm erzpishtum sitzent. vnd habent daz selbe recht hin ze in daz auch die leien fuͤrsten habent hin ze den die iren hof ze rechte suchen shuln. wand als uil sie mit der echte mugen betwingen daz shullen sie mit dem banne twingen. sie gebieten auch wol dar allen den pishouen die in irm erzpishtum sint. Schwsp.(L.) Art. 140b
sie gebietent auch wol mit rechte cristenliche dink. die gepietent wol mit rechte allen fuͤrsten vnd herren dar die in ir pishtum hoͤrent vnd allen cristenleuten die ze iren tagen kumen sint die fuͤnf vnd zwenzik iar alt sint. vnd wer dar nicht kvͤmt daz richten sie als hie vor gesprochen ist als rettet vnd daz decretal sage.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 150
Wy dy erczpischof gepieten der phaffen samnvnge schvllen vnd iren hof.

Dy erczpischolfe gepieten ir samnvnge vnd iren hof mit rechte den dy inir erczepistvm siczent vnd habent daz selbe recht hincz in daz ovch dy layen fversten habent hin czu den dy ir hofe czv rechte svchen schvllen wan als vil swaz sy mit ir echte twingent daz schullen si mit dem panne twingen si gepietent ovch wol dar allen pischolfen dy inir erczepistvm gehorent vnd ander pischolf dy vnder den erczpischolf sint dy gepietent wol mit rechte kristenleichev dinc dy gepitent wol dahin mit rechte allen den fvrsten vnd allen den herren dy inir pistvm gehorent vnd allen kristen levten dy czv ir tagen komenlich dy fvnf vnd czweinczic iar alt sint vnd swer dar nicht kvmpt daz richtent sy als hy vorgesprochen ist vnd als decret vnd cretal saget.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 127
Der kvͤnige vnd der fuͤrsten houe vnd elich dink die sint nuzze.

Des kvniges hof vnd der fuͤrsten hoͤue die sint durch fride vnd durch genade gesezzet der cristenheit. da uon shol man sie gerne suchen. vnd shol auch gern halden waz man da gepeutet vnd da gesezzet. die sente vnd die cristenliche dink sint den selen ze nuzze gesezt vnd daz man da lert wie man cristen gelauben shulle nach cristenlichem rechte vnd wie man den gelauben mit guten werken eruollen shuͤlle. wan guter gelaube ane gute werk sint vor got ein totes dink. vnd gute werk ane guten gelauben ist uor got alsam.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 151
Waz nucze da von enstet daz ein iglich man kvnigehof vnd fvrstenhof vnd elich dinch vnd der pischolf hof svcht.

Des kvniges hof vnd der fvrsten hof dy sint dy riche vride vnd dvrich genade geseczet der kristenheit da von schol man sy gerne svchen vnd schol ovch gerne halten swaz man da gepevt vnd geseczet dy kristenliche dinc sint den zelen czv nvcze geseczet vnd daz man da lert wy man kristen gelovben schulle haben vnd wy man leben schulle nach kristenlichem rechte vnd wy man den gelovben mit gveten werken erfvllen schvlle wan gvt gelovbe an gvte werche ist vor got ein totez dinc vnd vnd gvte werke an gelovben ist alsam vor gote.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 128
Von markgrauen vnd phalzgrauen.

Ein iglich markgraue vnde phalzgraue habent sie halt auch nicht fursten ampt die vrogent doch die leute wol mit rechte pei ir hulden so sie an dem gerichte sitzzent. an so ein vride gesworen wirt so shuln sie vrogen pei dem aide als der vride gesworn ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 152
Wy dy margraven vnd dy phanczgraven dy levte vragen schullen wenne sy andem gerichte siczen.

Ein iglich margrave vnd phanczgrave habent halt sy nicht fvrsten ampt dy vragent doch dy levte wol mit rechte py ir hvlden so sy andem gerichte siczent an so ein newer vride [Seite 76] gesworen ist so schullen sy vragen py dem eide als der vride gesworen sy.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 129
Wie ein man seinen hershilt nidert.

Wirt ein man seins genozen man seiner gepurt vnd seins lantrechtes rechtes hat er da mite nicht verworht. seinen hershilt hot er da mit genidert. daz ist also gesprochen. die leien fursten sint in dem dritten hershilde. vnd wirt ir einer des anderen man so hat er den dritten hershilt verlorn vnd vellet in den virden der ist sein genoze. vnd wirt ein vreier man seins genozen man der ist in dem virden hershilde vnd vellet in den fuͤnften. vnd wirt ein mitter vrie seins genozen man der ist in dem fuͤnften hershilde vnd vellet in den sechsten. vnd wirt ein dienstman des anderen man seines genozen der ist in dem sechsten hershilde vnd vellet in den sibenden. daz saget vns wol daz lehen puch her nach welch recht die habent die in deme sibenden hershilde sint.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 153
Wy ein man seinen herschilt nidert.

Ob ein man wiert seines genozen man seiner seiner gepvert vnd seines lantrechtes hat er damit nicht verwurchet seinen herschilt hat er da mit genidert daz ist also gesprochen dy layen fvrsten sint indem dritten herschilt vnd wiert ir einer des andern man so hat er den dritten herschilt verloren vnd vellet in den vierden wan er ist sin genoz vnd wiert ein vrier herre sines genozen man der ist indem vierden herschilt vnd vellet inden fvnften vnd wiert ein mitter vreie sines genozen man der ist indem sechsten herschilt vnd vellett inden sibenden daz sait vns wol daz lehenpvch her nach wellich recht dy habent dy indem sibenden herschilt sint.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 130
Wie verre ein marc von dem anderen ligen shol.

Man shol deheinen markt deme anderen naher legen den zwu meile. man shol auch kein pawen noch dorfer veste machen noch perge mit vestenunge on des lantrichters vrlop. man shol auch dehein stat pawe an des urlop des die stat eigen ist. ist sie sein lehen er hot daz selbe recht. an des lantrichters vrlop mac man wol graben in die erde als tief als ein man mit ainer stangen geshiezen mac die erde also daz er deheinen shamel mache. man mac wol pawen an des lantrichters urlop dreier gadem hoch mit holze oder mit steinen ob der erden ane zinnen vnd ane prustwer vnd one erker vnd on alle wer. man mac auch on sein urlop einen hof on ebener erden vͤmbe vahen mit ainer maur die also hoch ist so ein man sizze auf einem rosse daz er oben dar in gereichen muge mit der hant one zinnen vnd ane prustwer vnd on aller slachte vestenunge. in der selben weise mac ein man seinen hof vmme machen mit holze. man mac auch keine purk wider gepawen on des kvniges vrlop vnd on des richters urlop daz mit vrtail zerprochen wirt. pricht abr man ein haus mit gewalde oder let ez ein herre zergen mit mutwillen oder von armut die mac man wol wider pawen on des lantrichters urlop.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 154
Daz ein markt von dem andern ligen schol czwo meil.

Man schol keinen marcht dem andern naher danne czwo meile legen man schol ouch kein pvrch pawen noch kein dort veste machen noch perg mit vestenvnge an des lantrichters vrlovp. | Man schol ovch kein stat powen andes vrlovp des dy stat eigen stat ist ist si sin lehen er hat daz selbe recht andes lant richters vrlovp mac man wol graben indy erde als tief als ein man mit einer schvfel vf geschiezen mac dy erde also daz er kein schamel mache. Man mag wol powen andes lantrichters vrlovp drier gadem hoch mit holcze oder mit steinen ob der erden ane czevne vnd ane czinnen vnd an prvst wer vnd an erichker vnd alle wer. | Man mac ovch wol an sin vrlovp einen hof an ebener erde vmme vahen mit einer mver dy als hoch ist so ein man sicze vf einem rosse daz er oben dran gereichen mvge mit der hant ane czinnen vnd ane prvstwer vnd an aller slachte vestenvnge inderselben weise mac ein man sinen hof vmme machen mit holcze. Man mac ovch kein pvrch wider gepovwen andes kvniges vrlovp dy mit vrteil czeprochen ist prichet man aber ein hvz mit gewalt oder let ez ein herre czergen mit mvt willen oder von armvt dy mac man wol mit rechte wider powen an des lantrichters vrlovp. [Seite 77]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 131
Der dem anderen sein purg ze vnrecht an gewinnet.

Swer dem anderen sein haus ze vnrecht on gewinnet der sholz deme kvͤnige oder dem lantrichter clagen in des gericht ez liget. der sholz richten. vnd shol daz haus wider vordern auf recht. vnd antwort manz im nicht so shol sich der richter allez des vnderwinden des er hot vnd shol im fuͤr lan pieten ze drein tedingen. vnd kvͤmt er fur on geleite so richt vͤber in als recht sei. habe er im gewalt vnd vnrecht getan so riht vber in als vber einen rauber. er shol in auch vahen swo er in vindet one richter vnd shol in dem richter antworten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 155
Swer dem andern sein pvrch vnrechte an gewinnet der schol daz klagen dem kvnic oder dem lantrichter.

Swer dem andern syn hovs an gewinnet mit vnrecht der schol dem kvnige oder dem lantrichter klagen indes gerichte ez leit der schol im richten vnd schol daz hvs wider vordern vf recht vnd antwort man es im nicht so schol sich der richter alles des vnderwinden des iener hat vnd schol in fvr laden czv drein teidingen vnd kvmet er fvr angeleite so richt vber in als recht sy. | Hab er im gewalt vnd vnrecht getan so richte vber in als vber einen rovber er schol in ovch vahen swo er vindet ane richter vnd schol in dem richter antworten.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 132

Die weile man einen manne sein purg nimpt so mac nieman dehein clage dar auf gehaben weder daz vor dar auf ist geshen oder iemitten dar auf geshiet wan er sein vngewaltig ist. swelch haus oder purg mit vrteil verteilt wirt da shol der richter ze dem ersten drei slege dar auf tun. dar nach shuln die leute alle dar gen mit eksen vnd shuln havwen vnd ravmen vnz daz haus ob der erden zerbrochen vnd zerfuͤrt wirt. man shol ez nicht prennen. man shol auh weder holz noch stein dannen fuͤren noch nicht des dar auf ist ez sei denne von raube oder uon divpheit dar auf kvmen. des shol sich der richter vnderwinden vnd shol ez behalden vnz daz etewer dar kvme der recht dar ze habe. vnd ist ez ein purk so shol man perk vnd den graben eben mit den shavfeln. alle die in dem gericht gesezzen sint die shuln dar zv helfen drei tage mit ir speise ob si dar zv geladen werden mit des reiches poten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 156
Ob man einen sin pvrch nimpt so schol niemant kein klage dar vf haben daz vor drvf geschehen ist.

Dy weile man einem manne sin pvrch nimpt so mag niemant kein klag dar vf gehaben daz vor drvf geschehen ist oder daz ie mitten drvf geschiecht wan er sin vngewaltic ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 157
Swelich pvrch oder hvs mit vrteilt wiert dy schol der richter vnd alle dy indem gerichte siczent schullen sy czu prechen vnd czvstoren.

Swelich hvs oder pvrch vrteil verteilt wiert da schol der richter czv dem ersten drei Slege slahen dar nach schvllen dy levte alle mit acksen dar gen vnd schvllen howen vnd rovmen vncz daz daz hvz ob der erden gar czv fvert wiert man schol ez nicht prennen man schol ovch weder stein noch holcz dannen fvren noch nicht des dar vf ist ez sei danne von rovb oder von devpheit chomen drvf des schol sich der richter vnderwinden vnd schol ez pehalten vncz ettewer kom der recht daz czv habe. | Vnd ist ez ein pvrch so schol man den graben oder den perc eben mit schvfeln alle dy indem gerichte gesezen sint dy schullen dar czv helfen drei tage mit ir spise ob sy dar czv geladent werdent mit des richtes poten.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 133
Wie die zwelfe vrteilent.

Swa shephen sint die shuln vrteil sprechen vber ein iglich ding vnde nieman anders. der richter vnd die sphephen die shuln weder hauben noch huͤtelein noch hute aufe haben noch kappen noch hantshuch an haben. die mentel auf den achseln haben. one wafen shuln sie sein ez ensie dann daz in not dar zv twinge. vrteil shuln sie vastende vinden vber eins iglichen menshen leip. daz ist recht daz man vͤber keines menshen leip vrteil shol sprechen man shol den nuͤchtern sein. daz shol man auf allen gerichten behalden. vnd wer enpizzen ist spricht der vrteil vͤber eines menshen leip der shuldic an den menshen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 158
Wy dy Schephen vrteil vastvnden schvllen vber eines igliches menschen leip habent sy aver gezzen so sint si schuldic an des menschen leib.

Swo schephen sint dy schullen vrteil schephen vber ein igliche dinc vnd niemant anders der richter vnd dy schephen dy [Seite 78] schvllen wiͤder howen noch hvet vf haben noch kappen noch hantschuch anhaben ane waffen schvllen si sin ez si danne daz si not dar czv tvinge. | Vrteil schullen sy vastvnde vinden vber eines iglichen menschen leip daz ist recht daz man vber keines menschen leip vrteil schol sprechen man schol nvechtern sin daz schol man vf allem gerichte pehalten. | Vnd swer enpizzen ist sprichet der vrteil vber eines menschen leib der wiert schvldic an dem menschen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 134
Ob ein weip von ir manne gesheiden wirt.

Unde wirt ein weip gesheiden von ir manne mit recht si habent doch ir leipgedinge daz er ir gap ze ir leibe on sein eigen vnd on den pav der dar aufe stet. swaz sie zv im brachte daz furet sie hin ob ez denne noch vnuerzert ist. bracht si varnde gut zv im daz shol sie mit ir fuͤren. ist ez verlorn daz man daz beweren mak als recht ist sie muͤze mangeln. lehen mak ein vrowe nach ir mannes tode haben ob da nicht lehen erben ist. wie daz mac geshehen daz vindet man an dem lehen puche.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 159
Ob ein wip von irem manne gescheiden wiert mit rechtem vrteil wy sy pehabt ir leipgedinge.

Vnd wiert ein wip gescheiden von irem manne mit rechte sy pehabt doch ir leipgedinge daz ir gab czv irem leibe sin eigen vnd andaz pov daz darvf stat. | Swaz sy czv im prachte daz fvret sy hin ob ez dannoch vnverczeret ist.
Pracht sy varvndes gvt czv im daz schol sy mit ir fvren. | est ez aver verlorn daz man daz peweren mac als recht ist sy mvz mangel. | Lehen mac ein vrowe nach irs mannes tode haben ob da nicht lehen erben ist wy daz mac geschehen daz vindet man an dem lehen pvch.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 135
Von erbeteil.

Stirbet einen weibe ir man vnde pleibet sie in des mannes gute vnbeteilt mit den kinden vnd daz ste kurz oder lanc so sie sich dar nach zwaient so nimpt die vrowe ir morgengabe vor hin dan. vnd hat sie varnde gut daz ir man an seinem tode nicht geshaffen hat daz shol man gleiche teile vnder weib vnd vnder kint vnd shol der sel ir teil geben. vnd hat er abr da mit icht geshaffet mit gesundem leibe daz shol stete sin. vnd hat ein man dennoch kint so er lebt vnd heimstevret einz auz oder mere dann eins mit varndem gute vnd er stirbet dar nach die kint habent denne nicht an dem varnden gute ern habez in denne gemeinet mit seinem lebendem leibe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 160
Ob einer vrowen ir man stirbet vnd sy hat kinder vnpeteilet vnd sy wellent sich czweien so nimpt dy frowe ir morgengab vorhin dan vnd swaz da varvndes gvtes ist daz schol sy teilen den kindern.

Stirbet einem wibe ir man vnd pelibet si indes mannes gvte vnpeteilt mit den kinden vnd daz ste kvrcz oder lanc so si sich dar nach czweient so nimpt dy vrowe ir morgengab vorhin dan. | Vnd hat sy varvndes gvet daz ir man an seinem tode nicht geschaft hat daz schol man geleich teilen vnder wip vnd vnder kint vnd schol der zele ir teil geben vnd hat aber er icht damit geschaffet mit gesvndem leibe daz schol stete sin. | Vnd hat ein man kinder dannoch so er lept vnd heimstuoret eines vz oder mer danne eines mit varvndem gvte vnd er stirbet dar nach dy kint habent danne nicht an dem varvndem gvt er hab ez danne im gemeinet mit seinem lemdigem leibe [Seite 79].

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 136
Ob ein man stirbet vnd hat toͤhter vnd svne.

Vnde stirbet ein man vnd lat toͤchter vnd svͤne hinder im vnd lat einen hinder im da her vil mit geshaffet hat die kint sint auz gestivrt oder nicht sie suln daz eigen sampt teilen. vnd also swaz den kinden vor auz ist gegeben daz shuln sie werfen ze anderem gute daz da ist ez sei varndes gut vnd anderz gut. daz shuln sie mit ein ander teilen waz gutes da ze teilen ist. die kint habent wal den da auz geben ist daz sie da tunt oder nicht. si habent in mit rechte daz in worden ist oder sie legent ez an den teil. vnd ist ein ansidel da da der uater gesezzen ist oder lat er er einen svn oder mer svͤne hinder im die nicht auzgestivret sint vnd lat auch toͤchter die nicht auzgestivret sint die svͤne besizzent daz ander mit rechte vor den toͤchtern. vnd ist nicht anders da wan daz ansidel so stet ez an der pruͤder genade waz si den swestern geben. vnd let er zinzlehen hinder im daz hat daz recht ze erben als daz eigen. vnd lat er leipgedinge hinder im da fun milte als daz puch da uor sage. vnd ist vnder den kinden ein sun oder mere die auzgestivret sint den sol den ansidel werden also daz er nicht suns lat hinder im der nicht auzgestivret ist. vnd sint div kint alle auzgestivrt ez sint svͤne oder toͤchter so wirt doch daz ansidel dem svne vor. daz ist recht. wir lesen in moyses puchen von erbeshaft weilent do moyses daz israhelshe volk furt von egypten durch die wuͤste. do si doch dem lande also nahen kvmen daz in got geheizen hete do sprach daz volk hin ze moyse. moyses dv sholt vns daz lant mit teilen da wir in shullen kvmen also daz dv iglichem als vil wider gebest als er dort hete. er tet also vnd saz nider vnd nam zv im eleazar vnd ander weise leute vnd nam die dar zv die er in daz lant gesendet hete daz sie daz lant erkunneten vnd teilt daz lant vnder die zwelf geslechte vnd gab iglichem als uil als er dort hete vnd teilte daz vnder sie mit loze daz in allen recht geshach. von den zwelf geslechten fur ein herre mit in. der hiez salphaar. der starp in der wuͤste vnd lie nicht svͤne vnd liez fuͤnf toͤchter die wuͤrden des landes verteilt. daz kom also eines tages do der iuden hochzeit geuil do giengen die fuͤnf iuncvrowen vor moysen vnd fuͤr eleazarum vnd sprachen also. vnser vater ist in der wuste tot vnd ir habt ivr lant geteilet vnd habt vns vnser teil nicht gegeben vnd sei wir doch gezelt vnder die zwelf geslechte. do sprach moyses. wir shuln die sache hintz got pringen. moyses kvͤndet gote die sache. got antworte also. ich wil ob ein menshe sterbe ane svn daz sin erbe werde seiner tochter. vnd hot der man weder svn noch tochter so erben seine pruͤder. vnd hot er nicht pruͤder so erbent ez die nehsten erbe noch vater magen. daz sprechent die maistere. vnd ist daz gut uater magen dar kvmen so erbet ez des vater nehste magen. vnd ist ez von muter magen dar komen so ist ez daz selbe wort. moyses tet nach gotes worten vnd gab den fuͤnf iunkvrowen ir teil in deme lande. also shol man erbe teilen als got gesprochen hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 161
Ob ein man stirbet vnd let svne vnd tochter hinder im vnd swaz man etlichem vorvz hat gegeben daz schvllen sy werfen czv dem andern gvt vnd schullen daz geleich mit einander teilen.

Vnd stirbet ein man vnd let tochter vnd svne hinder im vnd let einen hinder im da er nicht mit geschaft hat dy kint sint si vz gestivret oder nicht si schullen daz eigen allesampt mit einander teilen vnd also swaz den kinden vor vz ist gegeben daz schullen sy werfen czv dem andern gvet daz da ist ez sy varvnt gvet oder ander gvt daz schullen si gelich mit einander teilen swaz gvtes daz czv teilen ist dy kint habent dy wal den da irz gegeben ist daz si daz tvnt oder nicht si habent in mit rechte daz in worden ist oder sy legent ez an den teil. | Vnd ist ein ansidel da da der vater vf siczet vnd let er einen svn oder mer svne hinder im dy nicht vs gestivret sint dy svne pesiczent daz ansidel mit rechte fvr dy tochter vnd ist nicht anders da wan daz ansidel so stet ez an der prvder genaden waz si der swester geben. | Vnd let ez czins lehen hinder im daz hat daz recht czu erben als daz eigen vnd let er leipgedinge hinder im da tv mit als daz pvch vor sagt. | Vnd ist vnder den kindern ein svn oder mer dy vz gestivret sint den schol daz ansidel werden also daz er nicht svns hinder im let der nicht vz gestivret ist. | Vnd sint dy kint alle vz gestivret ez sin svn oder tochter so wiert doch daz ansidel dem svn vor daz ist recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 162
Wy man liset von Moyse daz er teilt daz lant vnder czwelif geslechte vnd wy im davon geschach.

Man liset inhern Moyses pvch von erbeschaft weilen do moyses daz ysrahelische volch fvrt von egipten dvrich dy wueste do sy dodem lande nahen komen daz ingot geheizen het. Do sprach daz levt czv Moyse Moyses dv scholt vns daz lant mit teilen da wier inschullen komen also daz dv iglichem also vil gebste als er dort hette er tet also vnd saz nider vnd nam eleazar vnd ander weise levte vnd nam dy darczv dy er indaz lant gesendet het daz si daz lant erchenten vnd teilt daz lant vnder die czwelif geslechte vnd gab iglichem also vil als [Seite 80] er dort hete vnd teilte daz vnder sy mit loze daz in allen rechte geschach. Von den czwelif geslechten fvr ein herre mit in der hiz Salphaar der starp in der wueste der lie nicht svne vnd er lie fvnf tochter dy wurden des landes verteilt daz kom also. | eines tages czv der hochzit do giengen dy fvnf ivncvrowen fvr Moysen vnd fvr eleazarvm vnd sprachen also vnser vater ist in der wueste tot vnd ir hapt ewer lant geteilt vnd hapt vns vnser teil nicht gegeben vnd sei wier doch geczelt vnder dy czwelif geslechte do sprach Moyses wir schullen dy sache hin czvgot pringen. | Moyses chvnte got dy sache got antwurte also. | Ich wil daz ob ein mensche sterbe ane svn daz sin erbe werde siner tochter vnd hat der man weder svn noch tochter so erben sine prvder vnd hat er nicht pruder so erbent ez ie dy nechsten mac von vater magen daz sprechent dy meister. | Vnd ist daz gvt von vater magen dar komen so erbent ez ie dy nechsten erben dy vater halbe gehorent. Vnd ist ez von mvter magen dar komen so erbent ez dy nechsten erben vnd ist daz selbe wort Moyses der tet nach gotes worten vnd gab den fvnf ivncvrowen ir teil indem lande also schol man ovch noch erbe teilen als got selbe gesprochen hat.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 137
Ob ein man ein ein witewen nimpt.

Nimpt ein man ein witewen die gut hat daz man mit dem phluge pawet stirbet sie vnd shol daz gut wider gan vnd ist daz geset vnd gebawet der man nimpt den nuz mit rechte dar abe. vnd sol man dar abe gelden oder zins geben daz shol er geben. stirbet di vrowe e daz geshehe so vellet daz gut dar ez ze rechte shol. swaz gutes die vrowe hat da man gelden oder zins von geben solde vnt het sich daz ergangen e sie stirbet daz shol man dem manne geben vnd ist er dennoch auf dem gute. wenne sich ein iglich zins vnd gelt ergangen habe daz sagt diz puch wol.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 163
Ob ein man ein witwen nimpt vnd hat si gvet daz man mit dem phlvge powet vnd sy stirbet so vellet daz gvt da ez czv rechte schol.

Nimpt ein man ein witwen dy gvt hat daz man mit dem phlvge powet stirbet sy vnd schol daz gvt wider gen vnd ist daz geset vnd gepowen der man nimet den nvcz mit recht dar ab vnd schol man da von gelten oder czins daz schol er gelten stirbet dy vrowe .e. dicz gescheche so vellett daz gvt daz czu ez rechte schol. | Swaz gvtes dy vrowe hat da man gelt oder czins von geben scholte vnd hette sich des ergangen .e. sy stvrbe daz schol man dem manne geben vnd ist er dannoch vf dem gvte wenne sich ein iglich gelt oder czins ergangen habe daz sayt vns dicz pvch wol.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 138
Der ein gut vmbe zins sezzet.

Setzet ein man vmb zins sin gut von iar ze iare vnd stirbet er dar nach sin erben shuln ez stete haben. besezzet er die hube vnd stirbt dar nach sein erben habenz stete ob sie wellent. man shol den pavman nicht sheiden uon seinem gute e ze der lichtmesse. daz ist recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 164
Der ein gvt vmme czins seczet von iare czv iare vnd er stirbet.

Seczet ein man vmme czins sin gvt von iare czv iare stirbet er danne dar nach sin erben schullen ez stete haben vnd [Seite 81] peseczet er sin hvb vnd stirbet er dar nach sin erben habent ez stete ob si wellent man schol schol den povman nicht schaiden von sinem gvte .e. czv der liecht messe daz ist recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 139
Wie der kvnig vnd ein iglich richter vͤber seinen man wol richten shol.

Der kvnig vnd ein iglich richter mac wol richten mit rechte vber seinen man vnd vͤber sine kint vnd vͤber ir leip. vnd ern tut wider got noch widerz recht noch wider sein triwe nicht. er mac nicht gerichten vͤber sein elich weip noch vͤber seinen vater noch vͤber muter.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 165
Wy der kvnig vnd ein iglicher richter vber sin kinder vnd vber sin mage wol gerichten mac.

Ein iglicher richter mac wol richten mit rechte vber sinen mag vnd vber sine man vnd vber sine kint vnd vber ir lip vnd vber ir leibes ein teil vnd eren tvt wider got noch wider sin trewe nicht er mac nicht gerichten vber sin elich wip noch vber vater noch vber mvter.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 140
Wie man gerichte helfen sol.

Ein iglich man shol dem kvnige vnd anderen richtern rechtes gerichtes helfen wo sie dar zv geladen werdent mit rechte er sei sein mac oder sin herre vnd tut wider sein triwe nicht. der man shol auch varn fuͤr seines herren haus vnd der mac fuͤr seines vaters haus da er mit rechte fuͤr geladen wirt vnd tut wider sein triwe nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 166
Wy man dem kvnige vnd den richtern rechtes gerihtes helfen schol.

Ein iglich man schol dem kvnige vnd andern richtern rechtes gerichtes helfen swo si darczv geladen werdent mit rechte er si sin mac oder sin herre vnd tvet wider sin trewe der herre so schol der man mit rechte varen fvr sines herren hvs vnd der herre fvr sines mannes hvs vnd der mac fvr sines mages hvs da er mit rechte fvrgeladen wiert wan er daran wider sin trewe nicht entvt.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 141
Wie der man seinen geuerten vnd der wirt dem gaste triwe leiste shullen.

Seinem werkgeverten vnd seinem wekgesellen vnd der man seinem wirte vnd der wirt seinem gaste do er geherberget ist vnd zv des wirtes hause durch genade fluhet dem shol der wirt helfen wider aller menneclich daz er vnrechtes vͤberig werde vnd tut wider sin triwe nicht. hat halt ein man ein vngerichte getan vnd fluhet er ze eines mannes hause vnd ist er in der echte nicht er shol in in lozen vnd shol sin tuͤr zesliezen vnd kvmpt der richter fuͤr die tuͤr er shol in dreistunt lozen rufen vnde shol den man iemittent hin wek shicken ob er mak. vnd als der richter dreistunt gerufet so shol man in lan ob manz hoͤrt. tut man des nicht so muz der wirt fur den man antworten. man shol den richter in lazen. vindet er in man shol in lazen fuͤren her auz. vnd ist ez so gedane shult daz der wirt puͤrge wil werden man shol in nemen ob er so gewis. vͤmb den totslac oder waz dem menshen an den leip get do shol der richter nicht puͤrgen vͤmbe nemen. dicz recht habent auch die puͤrgen swer zv in fluhet. dise tunt alle wider daz recht nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 167
Wy der man seinen geverten vnd der wiert seinem gaste trewe leisten schol.

Seinem wec geverten vnd sinem werichgeverten gesellen vnd der man seinem wierte vnd der wierte sinem gaste da er geherberiget ist vnd czv des wiertes hvse dvrich genade vlevhet dem schol der wiert helfen wider alle menneklich daz er vnrechtes vber werde vnd tvt wider sin trewe nicht. | Hat ovch ein man ein vngeriͤcht getan vnd flevhet czv eines mannes hvz vnd ist er in der echte nicht er schol in inlazzen vnd schol sin tivre Sliesen vnd kvmt der richter er schol in dreistvnt lazen rvffen vnd schol den man ie damit enwec schiken ob er mac. | Vnd als der richter driestvnt gervefet so schol man in inlazen ob man ez horet tvt man des nicht so mvez der wiert fvr den man antwurten. Man schol den richter inlazen vnd vindet er in man schol in hervz lazen fveren vnd ist ez ein so getane [Seite 82] schvld daz der wiert pvrge wil werden man schol in nemen ob er so gewis ist vmme den tot slac oder swaz den man an den leip gat da schol der richter nicht pvrgen vmme nemen. Dicz recht habent ovch dy pvrge swer czv in flvͤhet dise tvnt alle wider ir trewe nicht noch wider daz recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 142
Ob ein herre seinen man suchet.

Svchet der man seinen herren vnd der herre seinen man die tunt paide wider ir triwe. also ob der man wider seinen herren icht tut da shol er im tak vmbe geben fuͤr sein man vnd shol daz abe legen als daz lehen puch seit. vnd ist der man dem herren rechtes wider oder der herre dem manne so prichet ir deweder sein triwe an dem anderen ob er in suchet. kvͤmpt abr er auf seinen shaden nicht auz vnd geshicht im shade uon im selber oder uon den die durch seinen willen do sint den shaden sol er gelden auf recht der herre dem man der man dem herren vnd ist wider ir triwe nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 168
Ob der herre den man svchet oder der man den herren wider ir trewe.

Svchet der man sinen herren vnd der herre seinen man dy tvent pede wider ir trewe also ob der man seinem herren ich tvet da schol er im vmme tac geben fvr sine man vnd schol daz ablegen als daz pvch lehen sagt vnd ist der man dem herren rechtes wider oder der herre dem manne so prichet itweder sin trevwe an dem andern ob er in svchet. | Kvmpt aver er vf sinen schaden nicht vz vnd geschiecht im schaden von im selber oder von den dy dvrich sinen willen da sint den schaden schol er gelten vf recht der herre dem manne vnd der man dem herren vnd ist wider ir trevwe nicht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 143
Daz selbe.

Swa ein man in einer reise ist vnde nicht hauptman ist vnd reitent leute an in vnd an die seinen und tunt sie shaden seinem herren oder seinem man oder seinem mage oder swem sie an seinen rat oder an sein tat shaden tun swert er des vnde zwene mit im er bleibet ez one gelt vnd tut auch wider seine triwe nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 169
Ob ein man ineiner reise ist vnd geschiechte im schaden von andern levten dy mit im reiten wy man im da fvr sweren schol.

Swo ein man ineiner reise ist vnd da hovpt man ist vn reitent levte an in vnd an dy sinen vnd tvnt sy sinem herren schaden oder sinem manne oder sinem mag oder swem si an sinen rat vnd an sine getat schaden tvent swert er des vnd czwene mit im er pelibet ane gelt vnd tvet ovch wider sin trewe nicht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 144
Da man eins niwen dorfes beginnet.

Swa man eins niwen dorfes beginnet mit niwem pawe do mac des ertreiches herre wol gelt abe vordern oder zins also daz den pawleuten halbes korn pleibet vnd dem pfaffen der zehende. vnde waz recht ander doͤrfer habent die shol daz auch han. ez stirbt ein aigen des ein halbe hube ist ane erben uon einem gepaur diu ist seines herren des er aigen ist oder seins gotzhauses des er ist. vnd ist er frei so ist sie des vronpoten. vnd hot er ander gut daz mak er mit gesundem leibe oder an seinem totpette geben wem er wil. vnd ist daz er mer aigens lat den eine halbe hube daz shol dem lantrichter werden. vnd lat er varnde gut vnde da mite nicht geshaft daz shol werden des landes herren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 170
Da man eines neͦwen dorfes peginnet waz rechtes daz haben schol.

Swo man eines newen dorfes peginnet mit newem powe da mac man wol des ertriches herre gelt ab vordern oder czins also daz povlevten halbes chorn peleibe vnd dem phaffen der czehende vnd swelche recht andre dorf habent daz schol ez ovch haben. [Seite 83]

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 171
Ob ein gepver stirbet an erben der ein halbe hvbe hat wem er dy lazen schol.

Erstirbet ein eigen des ein halbe hveb ist an erben von einem gepwer dy ist sines herren des er eigen ist oder sines goteshvs des er ist vnd ist er vrei so ist sy des vronen poten vnd hat er ander gvet daz mag er mit sinem gesunden leibe oder an sinem tot pete swem er wil. | Vnd ist daz er mer eigens hat danne ein halbe hveb daz schol dem lantrichter werden des landes herren.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 145
Welhe recht der eigene hat so man in frei lat.

Lat ein herre seinen eigenen man vrei der behabt frei lantsezzen recht. er mac nicht fuͤrbaz kumen an seiner freiheit vnd ist da uon daz er eigen ist gewesen. vnd let ein leien fuͤrste seinen dienstman frei die geporen sint uon ritters art die behabent mitter freien recht. vnd ist daz die vronpoten zergant in ainer graueshaft des landes herre sol seiner eigen frei lozen daz er vrei gepuͤtel mache die frei sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 172
Ob ein herre seinen eigen man vrei let waz rechtes der hat.

Let ein herre seinen eigen man vrei der pehabt vrei lant sezen recht er mac nicht fvrpaz komen an siner vreihat vnd ist daz davon daz er eigen ist gewesen vnd let ein layen fvrste sinen dienstman vrei dy geporn sint von rechter art dy pehaben mitter vreie recht. | Vnd ist daz dy vronen poten ineiner grafschaft czergant des landes herre schol siner eigen levte vrei lazen daz er gepvtel mache dy vrei sint.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 146
Der sein recht vor gericht verlivset.

Swer sein recht verlivset vor eime richter der hat sein recht vͤber al verlorn. kvmet er fuͤr ein ander gerichte vnde spricht man in an dar vmbe der shol in des vͤberzivgen mit den leuten die dort vor gerichte sint gewesen. der shuln drei sein. hat abr erz selbe gesehen der in da ane sprichet der bedarf niwer zweir zv im selben. vnd ist ez vͤmb gut gewesen er hat sein recht verlorn. vnde ist ez vm sein ere gewesen oder vmb sein recht er hat ez abr allenthalben verlorn.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 172 [Fortsetzung]

Swer sin recht verlevset vor einem richter der hat sin recht vberal verlorn kvmpt er fvr ein ander gerichte vnd sprichet man in an darvmme der schol indes vberczivgen mit den levten dy dort vor dem gerichte sin gewesen der schvllen drev sin hat aber er iz selbe gesehen der in da ansprichet der pedarf nvͦr czweier czv im selben vnd ist ez vmme gvt gewesen er hat sin rechte allenthalben verlorn vnd ist ez vmme sin ere gewesen oder vmme sin recht er hat ez aber allenthalben verlorne.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 147
Von dienstleute erbe vnd eigen.

Dienstman nemen erbe vnd erbent als vreie leute mit allem rechte. ez mac abr ir aigen nicht geuallen auz ir herren gewalt ob sie nicht erben haben. si mugen auh ir erbe nicht gegeben noch verkaufen wann wider ir genoz. daz dicz puch also luͤzzel sait von der dienstmanne recht daz ist des shult daz ir recht so manikfalt ist. der phaffen fuͤrsten dienstman habent ein recht. die eptissinnen die gefuͤrstet sint die habent ein ander recht. der leien fursten dienstman habent svndern recht. da von kvnne wir nicht besheiden wol ir aller recht. der kvͤnig vnd die pfaffen fuͤrsten die habent in umb ir piderbe diensmane ein recht genvmen. ob des reiches dienstman ein geistlichen fursten dienstweip nimpt ob kint da werden daz si die mit ein ander teilent. daz ist ein gut gewonheit. die shol man wol behalten. nimpt auch eins phaffen fuͤrsten diensman des reiches dienstweip div kint habent daz selbe recht vnd erbent ir vater vnd ir muter erben geleich. daz erste kint daz da wirt ez sei magt oder degen kint daz ist des gotzhauses. dirre gewonheit mac der kvnig nicht gemachen mit den leien fuͤrsten. daz ist da von daz die dienstman des reiches sint. da uon mac der kvnig sein dienstman nicht genidern. wan gebe er sie in der leien fuͤrsten gewalt so hat er sie genidert.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 173
Von dienstlevten erbe vnd von ir eigen.

Dienstman nement erbe vnd erbent als vrei levte mit alles recht ez mag aber ir eigen nicht gevallen vz ir herren gewalt ob sy erben nicht enhabent sy mvgen ovch ir eigen nicht gegeben noch verkovfen wan wider ir genoz daz dicze pvech also lvczsel sait von der dienstmanne recht daz ist des schvlt daz ir recht also manicvalde ist. [Seite 84]

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 174
Waz recht der phaffen fvrsten dienstman habent.

Der phaffen fversten dienstman habent ein recht der eptissin dy gefverst sint dy habent ein ander recht. | Der layen fversten dienstman habent ovch svnderliche recht da von chvnne wier nicht wol pescheiden alle ir recht. | Der kvnic vnd dy phaffen fvrsten dy habent in vmme pederbe diensteman ein recht genomen ob des riches dienstman eines gestelichen fversten dienstwip nimpt ob kint da werdent da sy dy mit einander teilent daz ist ein gvt gewonheit dy schol man wol pehalten. | Nimpt ovch eines phaffen fversten dienstman des reiches dienstwip dy kint habent daz selbe recht vnd erbent ir vater vnd ir mvter eigen gelich daz erste kint daz da wiert ez sy ein maget oder ein degen kint daz ist des gotteshvses. | Dirre gewonheit mac der kvnig nicht gemachen mit den layenfvrsten daz ist da von daz sy dienstman des riches sint da von mac der kvnig sin dienstman nicht genedern want geb er si inder layen fversten gewalt so hiet er si genidert.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 148
Von allen insigiln.

Des pabestes insigel heizet bulla. swer die geit mit recht vnd sie mit rechte enphahet so sint sie gut vnde recht. der kvnige insigel hat groze kraft. der phaffen fuͤrsten vnd der leien fuͤrstten insigel die sint gerecht. der prelaten vnd der capitel insigel sint recht. disev insigel vnd werdent sie vber ander sache gegeben denn vͤber irr selbes sache die habent als groze kraft als vͤmb ir selbes sache. anderre herren insigel habent nicht kraft wan vmb ir selbes sache vnd vͤmb ir leute geshefte. die stete shuln auch insigel haben doch mit ir herren willen. vnd habent si si wider ir herren willen so habent sie kein kraft. sie habent auch nicht krefte wan vͤm ir stete geshefte. ander leute mugen auch wol insigel haben die habent nicht krefte wan vͤmb ir selbes geshefte. man mak wol ein insigel zv dem anderen legen an ainen prief. da von ist der prief immer dester vester. alle richtere mvgent wol mit rechte insigel haben die habent kraft vͤber div dink die zv dem gerichte gehoͤrent. swer hantfest machet der shol ze dem minsten siben man dar an sezzen die gezivg sein. vnd ist ir mere daz ist auch gut. an iglicher hantfeste helfent tode gezivge als uil als die lebenden. vnde swo man hantueste machet do shol man vnsers herren iesu cristi iar vnd sein alter an sezzen. man mac auch wol mit rechte gezivge insigel dar an legen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 175
Daz ist von allem insigel waz kraft dy habent.

Daz pabstes insigel heizen pvlla swer dy mit rechte gibt vnd sy mit rechte enphehet solich sy gvet. | Der kvnige insigel habent ovch groze kraft. Der phaffen fvrsten insigel vnd der layen fversten insigel dy sint recht der prelaten vnd der capitel insigel sint recht. | Dise insigel vnd werdent dy vber ander sache gegeben danne vber ir selber sache dy habent also grozze kraft als vmme ir selber sache ander herren insigel habent nicht kraft denne vmme ir selber gescheft vnd vmme ir levte geschefte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 176
Von der stete insigele waz kraft dy habent.

Die stete schvllen ovch insigel habent doch mit ir herren willen vnd habent sis wider ir herren willen so habent sy kein kraft. Si habent ovch nicht kraft wanne vmme ir stete geschefte ander levte mvgen wol insigel haben dy habent nicht krefte wan vmme ir selber geschefte. | Man mac ovch wol ein insigel czv dem andern legen an einen prief da von ist der prief nvͤr dester vester. Alle richter [Seite 85] mvgen wol mit rechte insigel haben dy habent kraft vber dy dinc dy cze ir gerichte gehorent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 177
Wy man hantvesten schriben schol.

Swer hantveste machet der schol czv dem ministen siben man dran seczen dy geczivc sin vnd ist ir mer daz ist ovch gvet aniglicher hantveste helfen dy toten geczivc als vil als dy lempdigen vnd swo man hantveste machet da schol man vnsers herren Jesv kristi iar vnd sin alter anseczen. | Man mag ovch wol mit rechte der geczivc insigel dran legen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 149
Von allen wucherern vnde fuͤrkaufern.

Unde swere ich einen manne wucher ze geben also daz er mir leihet sein gut auf meine hube oder auf ander mein varndez oder auf ein ander phant vnd er wil mir nicht leihen ich enswer im daz ich den gesuch nimmir wider gevoder vnd daz tun ich vnd er hat daz gut als lange inne vnz daz er sein mere genivzet den ez im ste. shol ich im den gesuch lan oder shol ich dar nach clagen. tet ich daz so tet ich wider meinem eide. wil ich meinen ait behalten so shol ich mein gut loͤsen vnd shol denne ze meinem geistlichen richter kvmen vnd shol im die sache kvͤnden. so shol in der richter fuͤr laden vnd shol ez richten als ob ich selbe da clagete. daz ist des richters recht. er shol in rechtfertigen vͤm sein svͤnde dar vmbe daz sein sele icht verloren werde. vnd als der richter mein gut erclaget hat so shol er mir mein gut wider geben. vnd gelobe ich einen manne gut ze geben von seinem gute daz er mir leihet er habe von mir phant oder nicht sein hauptgut shol ich im geben vnd den gesuch nicht ich habe denne eide dar vmb gesworn. daz sol ich leisten als uor gesprochen ist. vnd clagt man einem richter vmb gesuch des enshol er nicht richten. vnd ist daz ich einem sein haupgut gibe vnd den gesuch nicht der richter mac mir wol gepieten daz ich im den gesuch icht gebe. des shol ich im gehorsam sein vnd shadet mir nicht an meinem aide vnd an meinem geluͤbde. wan man spricht also. man shol gote mer gehorsam sei denne den leuten. vnd ist der gesuch gegeben der richter shol in mit rechte wider vordern vnd shol in auch an die stat geben da er genvͤmen ist. vnd ist man dem geistlichen richter nicht gehorsam dises gerichtes so shol er in dar vmbe pannen. vnd als er in dem panne ist sechs wochen vnd einen tac so shol in der werltliche richter dar vmbe echten. vnd tut des der werltliche richter nicht daz shol denne der geistliche richter vͤber den werltlichen richter richten mit dem panne. wan ez shol ie ein gerichte dem anderen helfen so sint sie paide dester sterker. vnd swer ich im daz ichz nieman tu der eit enist nicht recht. des lat mich main pishof wol ledig wan er ist wider gotes gepot. wan got sprichet selber. minne deinen nehsten als dich selber. da von shol er nicht verswigen seines eben cristen val da mite er verflucht ist vnd verdampt. ob in einer stat offen wucherer sint daz cristen leute sint. weder habent die puͤrger shulde dar an oder nicht. do ist shuldig an des die stat do ist ob er sie nicht rechtuertiget als er shol. vnd ist er ein phaffe sein maistershaft shol in dar vͤmb rechtfertigen. vnd richtet geistlich gerichte nicht vͤber sie so shol ez werltlich gericht vͤber si richten. vnd wer die wucherer shirmet vber den shol der richter richten als vͤber die wucherer. man shol die wucherer manen daz sie nicht mere wuchers nemen vnd daz si den wider geben den sie da genumen haben. des shol man sie dreistunt manen. vnd sint si dar nach nicht gehorsam so shuln sie die geistlichen richter dar zv twingen mit dem panne. vnde hilft daz nicht so shol sie der werltliche richter auz der stat werfen. die richtere shuln ir gut nemen. vnd wo sie gut ze wucher haben genumen den shol man mit dem gute gelden. vnd ist varndez gut do da von shol man gelden. vnd ist des nicht so gelden man mit seinem eigen. werde icht da vͤber daz werde dem richter. so die wucherer dreistunt werden gemant gelaubent sie sich dennoch des wchers nicht so shol sie geistlich oder werltlich gericht offenlich beshern vor der cristenheit vnd shol in haut vnde har abe slahen. die ist der cristen wucherer puze. man shol den wucherer vͤberzivgen mit dem von dem er wucher hot genumen oder mit anderen leuten die ez warz wizzen vnd mit drein gezivgen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 178
Ob einer dem andern leichet gelt vf ein hvb vnd swert im er wolle im wucher vnd gesvch da von geben vnd er wil den wuͦcher nimmer von im gevordern vnd er hat daz gvt also lange vncz daz er sin mer genevzet denne ez im ste waz rechtes darvmme sie daz vindet man hie.

Vnd swer ich einem manne wuͦcher czegebene also daz er mir leihet sin gvt vf mein hvbe oder vf ander mein geltvndes gvet oder vf ein ander phant vnd er wil mir nicht leihen ich enswere im czv den heiligen daz ich den wucher nimmer wider gevordern wil vnd daz tvn ich vnd er hat daz gvet also lange vncz er sin mer genevzet denne ez im ste weder schol ich den gesvech lazen oder schol ich darnach klagen tet ich daz so tet ich wider meinen eit wil ich meinen eid wol pehalten so schol ich mein gvt losen vnd schol danne czv meinem geistlichem richter komen vnd schol im dy sache chvnden so schol der richter in fvr laden vnd schol ez richten also ob ich selbe da klagte daz ist des richters recht. | er schol in rechte verteidingen vmme sein svnde dar vmme daz sin sele icht verlorn werde vnd als der richter mein gvet erklaget hat so schol er mir min gvt wider geben. | Vnd gelob ich einem manne gesuech czu geben von sinem gvete daz er mir leihet er hab phant von mier oder nicht sin hovpgvet schol ich im geben den gesvch aver nicht ich habe danne gesvech aver nicht ich habe danne gesworn darvmme daz schol ich leisten als hy vor gesprochen ist. [Seite 86]

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 179
Ob ein man klagt vf den andern vmme gesvch der richter scho in nemen vnd schol in wider geben an sin stat.

Vnd klagt ein man einem richter vmme gesvch daz schol er nicht richten vnd ist daz ich einem manne sin hovpt-gvt wider gebe vnd den gesvch nicht der richter mac mir wol gepieten daz ich den gesvch icht geb dez schol ich im gehorsam sin vnd enschadet mier nicht a meinem eide vnd an meinem gelvbde wan er spricht also man schol got mer gehorsam sin danne den levten vnd ist der gesvch gegeben der richter schol in mit rechte wider vordern vnd schol in wider an dy stat geben da er da genomen ist. | Vnd ist man dem geistlichen richter nicht gehorsam diczes gerichtes so schol er in dar vmme pannen. | Vnd als er danne indem panne ist sechs wochen vnd einen tac so schol in der werltrich richter dar vmme echten vnd tvet des der werltrich richter nicht daz schol danne geistlich richter vber den werltlichen richter richten mit dem panne wan ez schol ie ein gerichte dem andern helfen so sint sy peide dester stercher. Vnd swer ich im daz ich ez niemant kvnt tv vm den gesvch der eit ist nicht recht des let mich mein pischolf oder mein pharrer wol ledic wan er ist wider gotes gepot. | Wan got sprichet also. Minne deinen nechsten kristen als dich selbe da von schol er nicht verswigen seines eben kristen val da mit er verdampnet ewiklichen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 180
Ob dy wuchrer offenlichen in einer stat siczen wy man dy vertriben schol.

Nv ob ineiner stat offenlich wuͦchrer siczent daz kristenlevte sint weder habent dy pvrger schvlt daran oder nicht da ist der schuldic an des dy stat ist ob er si nicht vertilget als er schol. | Vnd ist er ein phaffe sin maisterschaft schol in dar vmme rechtvertigen. | Vnd richtet geistlich gerichte nicht vber sy so schol daz werltlich gerichte vber si richten. | Vnd swer dy wuchrer schirmet vber den schol der richter richten als vber den wuchrer. Man schol ovch dy wuchrer manen daz si nicht mer wuchers nemen vnd daz si den wider geben den si da genomen habent des schol man sy driestunt manen. | Vnd sint [Seite 87] si nicht gehorsam so schullen sy dy geistlichen richter dar czu twingen mit panne vnd hilfet daz nicht so schvllen sy dy werltlichem richter vz der stat werfen. | Dy richter schvllen ir guet nemen vnd swo sy gut czewuͦcher habent genomen den schol man mit dem gvet gelten vnd ist daz varunde gut da schol man von gelten vnd ist des da nicht so gelte man von seinem eigen werde icht davber daz werd dem richter. | So die wuchrer driestvnt gemant werden gelovbent sy sich dannoch des wuchres nicht so schol geistlich gericht oder werltlich gerichte offenlichen peschern vor der kristenheit vnd schol in hvt vnd har abslahen dicz ist der wuchrer pvez dy kristen sint. | Man schol den wuchrer vberczivgen mit den von den er wucher hat genomen oder mit andern levten dy ez wars wizzen vnd mit drin geczivgen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 150
Ob man vnde weip zesamene kvmen on gedinge.

Und ist daz ein man weip hat genumen vnd svͤne vnd tochtere do mite hot div stirbet. er nimt ein ander die gewint ein kint oder mere. der man geleit an dem totpette vnd shaffet seiner kinde ding vnd seines weibes vnd seiner sele dink vnd geit sein erbe daz er pei der erern vrowen hette seinen erern kinden vnd geit seiner wirtinnen ir gut wider vnd seins gutes als uil als sie zesamene komen on gedinge so teilt erz gleiche vnder weip vnd vnder kinde vnd ze der sele ir teile. also shol er sein varne gut teilen. div kint die dev iunger vrowe pei im hette sterben sie e si zer tagen kvmen die mu erbet der kinde gut. kvment abr ir kint ziren tagen so tun sie mit ir gute waz sie gut dunket vnd daz in gut ist. vnd stirbet die muter e si man genemen die kint erbent ir gut. vnd als si man genimpt so erbet sie der kinde gut nicht. vnde sterbent die kint so erbent die geswistereide auf ein ander div erern vnd div anderen vnd nicht wan varnde gut. daz ist da uon daz daz gut von ir paider vader dar ist kvmen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 181
Ob man vnd weib czvsamen komen sint angedinge wy man daz gvt teilen schol swenne er stirbet.

Vnd ist daz ein man ein wip hat vnd svn oder tochter pi der hat dy stirbet er nimpt ein ander dy gewinnet ein kint oder mer der man leit an dem tot pette vnd schaffet siner kinde dinc vnd sines weibes vnd siner sele vnd gibt sin erbe daz er py der ereren vrowen het sinen ereren kinden vnd gibt siner wiertinne ir gvet wider vnd sines gvtes also als dy sy czesamen komen vnd sint sie czusamen komen an gedinge so teilt erz gelich vnder wibe vnd vnder kint vnd ie der selbe ir teil also schol er teilen sin varvndes gvet. | Dy kint dy die ivnger vrowe pi im het sterbent dy .e. sy czu ir tagen komen dy mveter erbet der kinde guet koment dy kint aber czv ir tagen so tvent si mit ir gvet swaz si guet dunchet vnd daz in guet ist. | Vnd stirbet ovch dy mvter .e. sy man geneme dy kint erbent ir gut. | Vnd als sie man genimpt so erbent sy der kinde guet nicht vnd sterbent dy kint so erbent dy geswistreit vf einander dy ereren vnd dy ander vnd nicht wenne vmme daz varvnde gut daz ist da von daz daz guet von ir peider vater dar ist komen. [Seite 88]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 151
Wie der man eime kinde me geit den dem anderen.

Ist daz ein man weip hat vnd kint pei der hat der leit an seim tode vnd er hat varnde gut daz teilt er mit weiben vnd mit kinden vnd mit magen. mac er mit recht einem mer geben den dem anderen. wir sprechen also. an dem totbette muz erz gleiche teilen ez ensei denne so verre daz da elter ist. dem geit er wol mer. vnd der sele teil. vnd wil der man sein varndez gut teilen vnder weip vnd vnder kint so er sich wol vermac so geit er mit rechte ainem minner dem anderen mer. vnd also er mac einem zwir als uil geben als dem anderen vnd dar vͤber nicht. er mac auch mit rechte keinez gar verteilen ez hab ez denne verworcht gegen vater vnde muter. vnd hat er dehein kint auzgestivret dem geit er seiner varnden habe oder er let ez. di wal stet an im. vnd stirbt er an geshefte div muter vnd die frivnde teilen daz gut als hie vor gesprochen ist. vnd sint da kint div auzgestivret sint mit gedinge daz sie sich vorzigen haben ir vaters gut ez sei varndes gut oder ander gut so hant sie nicht rechtes dar an wan daz er in gerne geit. ist daz ein man alle sine kint auzgestivret hot die weil er sich vermac daz varnde gut geit er wem er wil. kvͤmpt er an daz totbette er mac da mite nicht wan als vor gesprochen ist. ligt ein man an seinem tode vnd hot er kint auzgestivret vnd hat sinem weibe nicht varndes gut gegeben waz er varndez gutes hat daz geit er seinem weibe gar ob er wil. daz tut er mit rechte. vnd der sele ir teil si sint denne mit gedinge zesamene kvmen. daz gedinge shol stete sein ez sei danne daz geendet sei mit der erben vrlobe vnd mit ir willen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 182
Daz der vater an seinem totpette einem kinde mer gibt denne dem andern kinde.

Vnd ist daz ein man weip hat vnd er leit an sinem tode vnd er hat varundes gvt daz teilt er mit dem wibe vnd mit den kindern vnd mag er mit rechte einem mer geben denne dem andern. | Wir sprechen also andem tot pette mvͤz er ez gelich teilen ezensi danne also verre daz da elter ist vnder den kinden dem gibt er wol mer. | Vnd wil ein man sy varundes gvt teilen vnder wip vnder kint so er sich vol vermac so gibt er mit rechte einem minner danne dem andern mer. | Vnd also mag er einem czwir als vil geben als dem andern vnd ovch dar vber nicht. | Er mag ovch mit rechte keines gar verteilen ez enhabez danne verworicht gein dem vater vnd gein der mvter vnd hat er kein kint vz gestivret den gibt er siner varvnden hab oder er let ez dy walstat haben. | Vnd stirbet er ane geschefte dy mvter vnd dy vrevnde teilen daz als hy vor geprochen ist. | Vnd sint da kint dy vz gestivret sint mit gedinge daz si sich verczigen habent ir vater gutes ez si varvnde guet oder ander gvt so habent sy nicht rechtes daran wan als er in gerne gibt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 183
Ob ein man sine kint hat vz gestivret daz varvnde gut gibt er swem er wil.

Hat ein man alle sine kint vzgestivret di weile vnd er sich vermac daz varvnde guet gibt er swem er wil kvmpt aver er an daz totpete er mac da mit nicht tvn denne als hie vorgesprochen ist. | Leit aver ein man an sinem totpette vnd hat er kint vzgestivret vnd hat sinem wibe nicht varvndes geben swaz er varvndes gvtes hat daz gibt er dem wibe gar ob er wil daz tvt er mit rechte vnd der sele ir teil si sin danne mit gedinge czusamen kvmen daz gedinge schol stete sin ez si danne daz ez geendet sy mit der erben vrlovp vnd mit ir willen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 152
Der stirbet vnd lat wider weip noch kint.

Vnde stirbet ein man vnd hat weder weip noch kint vnd lat er varnde gut vnd hat da mit nicht geshaft daz erbent die nehsten erben ir sei einer oder mere vnd ie der sel ir teile. vnd ligt ein man an seinem totbette vnd hat weder weip noch kint vnd hat varnde gut daz geit er wem er wil wanne der sele ir teil. vnd hat er einen herren des eigen er ist vnd ververt er an geshefte sein varndes gut ist des herren vnde er shol der sele daz virde teil geben. vnd hoͤrt er an ein gotzhaus daz ist dacz selbe recht. wan der sele teil shol werden als ez der menshe selbe nicht shaffet. dem pharrer daz ist ein teil. daz ander vnder arme leute teilen mit spente. daz dritte armen pilgreimen vber mere zu fuͤren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 184
Ob ein man stirbet der weder wip noch kint hat sin varvndes gvet gibt er swem er wil. Stirbet er aver an geschefte sin herre vnderwindet sich des eigen er ist.

Vnd stirbet ein man der weder wip noch kint hat vnd let [Seite 89] er varvndes gut daz gibt er swem er wil vnd der sele ir teil vnd hat einen herren des er eigen ist vnd ververt er an gescheft sin varvnt gvt ist des herren vnd er schol der sele daz vierteil geben vnd gehort er an ein gotes hvs daz ist daz selbe recht wem der sele teil werden schol als ez der mensche selbe nicht enschafte so schol man dem pharrer daz ein teil geben daz ander den armen levten czu spente daz dritte armen pilgerimen vber mer czvfvren.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 153
Der an geshefte stirbet.

Unde stirbt ein man an geshefte vnd lat erbe gut daz erbet die nehsten erben als dicz puch seit. vnd lat er varndes gut daz shol man teilen als dicz puch seit. waz varnde gut heizet daz shulle wir ev sagen. golt vnd silber vnd edele gesteine vnd vihe vnd ros vnd waz man getreiben vnd getragen mac vnd phantshaft wie die geshaffen ist verworchtes golt vnde silber daz habent in die leute zeiner gewonheit genumen daz shulle erbegut sein. gut gewonheit daz widerspricht dicz puch nicht. allen harnash vnd vederwat daz wellent die leute nach gewonheit daz erbegut sei.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 184 [Fortsetzung]
Sterbet aver ein man angeschefte vnd let erbe gut daz erbent dy nechsten erben als dicz pv#868;ch sait.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 185
Waz warvndes gvt vnd erbegvt heize daz schol man ev alhie sagen.

Varundes gut heizen wier golt vnd silber vnd edel gesteine vnd vich vnd ros vnd alles daz man getreiben vnd getragen mac vnd phantschaft swy dy geschaffen ist verwurchtes golt vnd silber daz habent indy levte cze einer gewonheit genomen daz schol erbe gvt sin gewonheit widersprechet dicz pvch nicht allen harnasch vnd allen vederbat vnd geschvczde daz wellent dy levte nach gewonheit daz ez erbe gut sy.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 154
Von heiligen mauren.

Sanctum est quod sanctioni submixtum est ueluti muri et porte ciuitatis vnde et a capite puniuntur qui ea sine magistratus conpetentis promissione dolo malo idest uoluntarie cum nullam iustam conrupendi uoluerint. die maure heizent heilige maure die da heiligen besliezen. wo ein maur vͤmb ein stat gat da heiligen inne sint die maure heize wir heilig. vnd wirt iemant die stat verboten vnd steiget er vber die maure ein vnd get nicht ze dem rechten tore in er hat daz haupt mit rechte verwuͤrket. romulus vnd remus waren zwene gepruͤder vnd stiften rome. do tet remus ein vntat daz im der pruder die stat verpot. wan er was ze rome richter. vnd gebot zebrach remus vnd er steig vͤber die maure aine vnde wart gevangen vmb die selben tat. vnd furt in fuͤr den richter. im wart daz haupt verteilt. der pruder pat roͤmer vor in. roͤmer sprochen. si welden ir gesezze durch nieman prechen. er wart gehaubt. dise puze shol nieman leiden sie werde e auf gesezzet mit des fuͤrsten willen des die stat ist vnd mit der weisen livte rate die in der stat sint.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 186
Ob man einem dy stat verpevt vnd stiget er wider vnd vber dy mver vnd get nicht czv dem tor wider in er hat czu rechte sin hovpt verworicht.

Sanctum est quod sanctioni subnixum est veluti mvri et porte ciuitatis vnde et capite pvniuntur qui ea sine magistratus conpetentis permissione dolo malo idest volvntarie cum nullam iustam causam corripiendi habuerint. Die mavre heizent heilige mavre dy da die heiligen peslient. Swo ein mavre vmme ein stat gat da heiligen inne sint dy mver heize wier heilic. Vnd wiert iemant dy stat verpoten vnd stiget er vber dy mvr in vnd get nicht czv dem rechten tor in er hat daz hovpt cze rechte verworicht. | Romvlus vnd Remvs waren czwene geprvder vnd stiftent Rome do tet Remvs ein vntat daz insin prvder dy stat verpot wan er waz richter czu Rome vnd daz gepot czuprach remvs vnd steic vber dy mvre in dy stat man fvert in fvr den richter im wart daz hovpt verteilt. | Der [Seite 90] prvder pat dy Romer fvr in dy Romer sprachen sy wolten ir geseczte dvrich niemant prechen er wart enthoptet dise pvze schol niemant leiden sy enwert .e. vf geseczet mit des fvrsten willen des dy stat ist vnd mit der wisen levte rat dy inder stat sint.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 155

Wie man alle eide sweren shol. Got erlaubet recht eide vnd verpeutet vnrecht aide. daz heizen rechte aide die erber sein gesworn vnde recht sint die erlaubet wol ze swern. man vindet in dem ewangelio daz got selb hat gesworn. wie vinden auch in apocalipsi daz iohannes ewangelista einen engel sach swern. der stunt auf dem mere vnd auf dem ertreich vnd swur pei dem lebendingen gote der da lebet eweclich. wir lesen daz die guten leute in der alden e gesworn haben. wir lesen auch daz die heiligen in der niwen e auch gesworn haben. da mite velshe wir die kezzer die iehent man shulle nicht eide swern. die ligent. man shol halt eide swern die recht vnd gewere sint als ein menshe dar zv treibet not. wer vngenoͤter dinge eide swert der man nicht endarf der pricht gotes gepot. vnd spricht auch salomon. swer uil eide swert der wirt vil eide erfuͤllet vnd kvͤmpt der slac uon seinem hause nicht. swer halt der warheit vil geswert der wirt got vnd den leuten vnwert. ez spricht auch sanctus paulus. der wein ist gut ze trinken vnd nicht vͤbel. man shol sein doch nicht ze vil trinken wan von trunkenheit kvmpt vil boͤser dinge. vnd also ist ez vmb die eide. wie recht sie sint mac ir doch ze uil geswern daz sie svͤnde vnde shande sint. man shol alle eide swern pei got vnd pei seinen heiligen vnd man shol swern pei dem heiligen ewangelio vnd auf einen geweiheten alter vnd auf eim geweiheten crevze. man mac auch die hant auf heben gen himel vnd mac bei got vnd pei den heiligen swern. vnd also shol man die eide swern. vnd wer auch pei anders swert der tut weder cristen gelauben. swer des vberzivget wirt selp dritte den shol geistlich gerichte ze panne tun vnd in sol werltlich gerichte mit slegen puͤzen. daz sint virzik slege oder ein phunt pheninge. wirt abr er dreistunt vbersait der shulde man shol im die hant abe slan. man mac mit recht des sweren daz geshehen ist vnd daz iemitten stat vnd daz ein man noch tun wil.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 187
Daz man alle eide sweren schol wan sy got selbe vnd sant iohannes ewangelista gesworen hat.

Vnser herregot erlovbet recht eide vnd verpovt vnrech eide daz heizent rech eide dv erber sint czu sweren vnd recht sint di erlovbet man wol czu sweren. Man vindet indem heiligen ewangelio daz got selbe hat gesworne wier vin ovch in apocalipsi daz sant Johans ewangelista einen engel sach sweren der stvnt vf dem mer vnd vf dem ertrich vnd swuͦr py dem lempdigem got der von ewen vnd czuewen lept. Wir lesen ov daz gute levte inder alten .e. gesworen habent. | Wir lesen ovch daz dy heiligen inder nven .e. gesworn habent damit velscher wier dy keczer dy iehent man schulle nicht eide sweren dy liegent man schol halt eide sweren dy recht vnd gewer sint als ein mensche not darczu tribet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 188
Der da vngenoter dinge eide swert der czuprichet gotes gepot.

Swer vngenoter dinge eide swert der man nicht pedarf der czuprichet gotes gepot vnd sprichet ovch salomon swer vil eide swert der wiert erfvllet mit vil svnden vnd kvmpt der Slage von sinem hovse nicht. | Swer halt der warheit czu vil geswert der wiert got vnd levten vnwert. | Ez sprichet ovch sanctus paulus der wein ist guet czu trinken vnd ist nicht vbel vnd man schol sin doch nicht vbriges trinken wan von trvnkenheit kvmpt vil vbler dinge vnd ist ez vmme dy eide swy rechte sy sint man mag ir doch czu vil gesweren daz sy svnde vnd schaden sint.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 189
Wy man dy eide sweren schol vnd daz man sy vf den heiligen ewangelien vnd einem gewichtem krvcze oder alter sweren schol.

Man schol alle eide sweren pei got vnd pei sinen heiligen vnd [Seite 91] man schol ovch sweren vf den heiligen ewangelien vnd vf einem gewichtem krucze. Man mag ovch dy hant vf heben gein himmel vnd mac pi got vnd pi den heiligen sweren vnd also schol man dy eide sweren. | Vnd swer ovch pi icht anders swert der tvet wider den kristengelovben swer ovch des vberczivget wiert selbe dritte den schol geist gerichte czu panne tvͦn vnd in schol werltlich gerichte mit slegen pvezen daz sint vierczig slege oder ein phvnt der lantphenninge. | Wiert aver er dreistvnt vberret der schuldic man schol im dy hant abe slahen. | Man mac ovch mit rechte sweren des daz geschehen ist vnd des daz ie mitten stat vnd daz ein man noch tven wil.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 156
Der ze vnrecht gevangen wirt.

Unde wirt ein man gevangen ze vnrechte der enmac nicht ledic werden ern gebe denne hundert phunt oder man noͤte in etewaz anders ze tune daz widerz recht ist des swert er ainen ait vnd man lat in dar auf ledic. nu shol er den eit ze rechte leisten oder nicht. wir sprechen. er ist sein vor gote ledic. svmeliche meister raten. er shulle seine eide leisten vnd shulle daz gut geben vnde dar nach dem gute clagen dem richter. hat er daz gut gegeben vnd hat er des gesworn daz er dar nach clagen shuͤlle so kvndez dem richter. vnd der shol vͤber ienen richten als ob er dar clage. vnd der richter shol im sein gut wider gewinnen vnd sholz im wider geben. so richt der richter recht. hot abr iener recht ze der gevancnisse so shol er seinen eit leisten. wil abr er gewerlichen varn so shol er ze seinen pishoff oder ze seinen pharrer kumen vnd shol der rat dar vͤmbe haben der loͤset in wol on svͤnde da von. vnd hot er clage nicht versworn so mak er clagen seinem richter. der shol im sein laster vnd seinen shaden heizen abe tun vnd puͤzen als recht sei. daz ist also gesprochen. do er disen eit swur daz tet er vor seins leibes vorchten. wer den menshen twinget daz er maineid swert. ist er shuldic an dem eide oder nicht. wir sprechen also. sie sint peide shuldic. vnd wirt iener des meineides vͤberret als hie vor gesprochen ist man shol si paide gleiche puͤezen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.190
Ob ein man czu vnrechte gewangen wiert vnd man twinget in daz er hvndert phvnt geben schol er swerte im des ein eid er let in ledic des eides ist er von got ledic. Svmlich sprechen er schulle den eid leisten vnd schulle er sinem richter klagen.

Vnd wiert ein man cze vnrecht gevangen der mac nicht ledic werden ern gebe danne hvnder phvnt oder man notet in etewaz anders czutven daz wider recht ist des swert er einen eit vnd man let in dar vf ledic schol er nv den eit czu rechte leisten oder nicht wier sprechen er sin vor got ledic. Svmlich meister ratent er scholle sinen eid leisten vnd schvlle daz guet geben vnd danne nach dem gvet schol er klagen sinem richter hat er daz guet gegeben. | Vnd hat er des gesworen daz er dar nach nicht klagen schulle so kvnde ez dem richter vnd der schol vber ienen richten als ob er dar klage vnd der richter schol im sin guͦt wider gewinnen vnd schol ez im wider geben so richtet der richter rechte hat aber iener recht czu der vancnvsse so schol er seinen eit leisten wil aver er gar gerwerlichen varn so schol er czu sinem pischolf oder czu sinem pharrer komen vnd schol der rat dar vmme haben der loset in wol an svnde davon. | Vnd er klage nicht versworn so mag er klagen sinem richter der schol im sin laster vnd sinen schaden vch hab heizen tvͦn vnd pvezen als recht sy daz ist also gesprochen do er diesen eit swur daz [Seite 92] tet er vor sines leibes vorichten. | Swer einen menschen twinget daz er einen eit swert ist er schvldic an dem eide oder nicht wir sprechen also sie sint peide schvldic vnd wiert iener des maineides vber ret als hy vor gesprochen ist man schol sy peide gelich pvzen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 157
Ez ist etwa gewonheit von zwelfen die in svͤmelichen steten sint.

Ez ist etewa gewonheit daz man zwelf man nimpt die dem richter helfent richten. vnd die heizent shephen. die selben shullen weise leute sin. die shuln vor gerichte vinden vnd nieman anders. ez shol ir iglicher auf die pank sitzen vnd shuln vrteil vinden vber ein igliche sache. zerhellent die zwelfe vnder ein ander vmb ein vrteil so shol ie die minner menie der merern nach volgen. sie zihent auch die vrteil wol an den hoͤhern richter als hie vor gesprochen ist. vmb ein verworfen vrteil die fuͤrbaz gezogen wirt do shol der richter nicht mer vͤmbe vrogen. dem die vrteil funden ze nuͤzze der lat nicht abe so sie fuͤrbaz gezogen wirt. sie mac halt der richter noch der sie funden hat nicht abe gelazen ane iens willen dem sie ze gute erfunden ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 191
Von den czwelif schephen dy insvmlichen steten sint wy dy richten schvllen.

Ez ist eteswo gewonheit daz man czwelif man nimet dy dem richter schullen helfen richten vnd dy heizent schephen dy selbe schullen weise levte syn dy schullen vorgerichte vrteil vinden vnd niemant anderz ez schol ir iglicher vf ein panch siczen vnd schol vrteil vinden vber ein igliche sache missehelent die czwelif vnder einander vmme ein vrteil so schol ie dy minner menege der mereren nach volgen sy czihent ovch wol ir vrteil an den hohern richter daz schullen sy tvn als hy vor gesprochen ist. | Vmme ein verworfene vrteil dy fvrpaz geczogen wirt da schol der richter nimmer vmme vragen dem dy vrteil fvnden ist czu nvcze der lege nicht abe so si fvrpaz geczogen wiert so en mac halt der richter noch der si da fvnden hat nicht abgelazen an iens willen dem czu guet sy erfvnden ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 158
Wer rechtlos ist.

Unde wirt ein man geuangen vnd fuͤr gerichte pracht der mak dehein urteil verwerfen noch vinden noch der in der echte ist noch der in dem panne ist noch mac nieman seins rechten helfen vnz ez auz disen noͤten kvͤmpt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 192
Swer rechtelos ist dem mac niemant rechtes gehelfen.

Vnd wiert ein man gevangen vnd fvr gerichte pracht der mac kein vrteil verwerfen noch vinden noch der in der echte ist noch der indem panne ist noch mac niemant seines rechtes gehelfen vncz er vz diesen noten kvmpt.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 159
Wen man henken vnd enthaupten vnde radeprechen vnd auf der huͤrde prennen shol.

Nv vernempt vͤmb vngerichte welch gericht dar vͤber ge. den diep shol man henken. geshicht abr ein minner divpheit den fuͤnf eshillinge die get ze haut vnd ze hare. die mak ein purkmaister wol richten vnd allez daz da man den leip nicht mit verlivset vnd nicht plutrunst ist. swem haut vnde har verteilt wirt der mak daz ledigen mit fuͤnf shillingen also. ob dem clager vergolden oder sus gepuͤezet wirt so mak der richter die fuͤnf shillinge nemen vnd wirt dem clager vergolden so shol in der richter heizen slahen. ez ist dehein shulde so groze die ze haut vnde ze hare get daz man ieman icht mere slege dar vmme shulle tun wan an einen virzik vnd ie minner so uil die shulde minner ist vnd alle on geuerde. swer diese puͤeze vmb divpheit der hat sein recht uerlorn vnd pleibet er rechtlos vor allen gerichten. der prukgraue shol richten vber vnrechte maze vnde vber die vnrechte prukgraue shol richten vber vnrechte maze vnde vber die vnrechte wogen vnd vͤber alle vnrechte mez vnd vber allen valshen kauf swo man den vindet vnd vͤber alle leipnar. alle morder vnd alle die den phlug raubent oder die muͤlen beraubet oder die kirchen oder den kirchof oder verrater oder mortprenner oder ir botshaft ze iren vrumen werbent die shol man alle radeprechen. morder heize wir die ein menshe toͤten vnd des denne laukent. wirt er des vberwunden mit gezivgen oder mit kanphen man shol in radeprechen. wir heizen auch daz morder der mit dem anderen izzet oder trinket oder in guͤtlich gruͤzet sleht er in ane shulde. daz ist ein mort. vnd man shol in dar vmbe radeprechen. die den phlug raubent so er des morgens vert auf den acker vnde so er wider heim vert vnd swer paurn icht tut oder nimpt daz dreier pheninge wert ist die shol man alle radeprechen. swer in der mvͤl icht stilt. daz drier pheninge wert ist dem shol man haut vnd har abe slahen pei dem hoͤsten daz sint virzig slege. der abr fuͤnf shillinge wert verstilt in der mvͤl den shol man radeprechen. swer in kirchen oder in kirchofen icht verstilt daz dreizig pheninge wert ist die shol man radeprechen. vnd vͤmb dreier pheninge wert ist ze haut vnd ze har vnd ist dennoch in den panne. vnd wer in der kirchen stilt den shirmt weder kirchof noch kirche. man shol dor inne vahen. daz ist da uon gesezzet daz er gotz nicht geshont hat an der kirchen noch an dem kirchofe. swer tages oder nachtes heimelichen prennet daz heizet mortprant. den shol man radeprechen. verrater daz sint die mit ir rede ainen menshen palmunden daz sie in sagent uon siner cristenheit also daz si sagent er sei ein sodomit oder daz er daz vihe vnreine oder daz er ein kezzer sei. vnd mac man der dinge auf in nicht erzivgen so shol man sie radeprechen alle die inz zeihent. vnd die sein nicht tuͤrren gereden die priue shreibent oder heizent sie ander leute shreiben vnd sezzent die selben dar an den sie da veient sein mit namen vnde werfent die prieue an die stroze daz sie die leute auf heben vnd si lesen daz ist gar ein vͤbergrozer mort. wer noch ein tot icht erger den radeprechen man sholz in tun. die danne ir potshaft zer vrumen werben daz sint die die man vmb so getane botshaft sendet daz einem an seimem leibe oder an sein ere oder an sein gut gat vnde im der do zv getriwet vnd im sein herz entslivzet vnd im sein heimeliche seit vnd er daz denne wider wirbet mit alle seinen sinnen vnd wirbet dacz im an den leip oder on ere oder on gut get. die daz tunt di shol man alle radeprechen. des shol man si allez mit gezivge oder mit kamphe vͤberkvmen. daz ist lantrecht vnd geshriben recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 193
Welich levte man hahen schol.

Nv vernempt vmme vngerichte welich gerichte dar vber ge den diep schol man hahen geschiecht aver ein devpheit dy minner ist den fvnf schillinge dy get czu hovt vnd czu har dy mac ein pvrgraf wol richten vnd alles daz da man den leip nicht mit verlevset vnd nicht pluetrvnse gibt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 194
Dem havt vnd har verteilt wirt der mag daz ledigen mit fvnf schillingen oder der richter schol in heizen slahen an der sreiat.

[Seite 93] Swem havt vnd har verteilt wiert der mag daz ledigen mit fvmf schillingen also ob dem klager vergolten wiert oder svz gepvzet wiert so mac der richter dy fvmf schillinge nemen vnd wiert dem klager nicht vergolten so schol inder richter heizen Slahen ez en ist kein schvlde so groz dy czv hvt vnd czu har get daz man iemen icht mer Slege dar vmme Slahen schulle wanne an ein vierczic vnd ie minner so vil dy schuld minner ist vnd an alle gewerde. Swer diese pvze tvt vmme devpheit der hat sin recht verlorn vnd peleibt rechtelos vor allen gerichten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 195
Daz der purgraf richten schol vber alle vnrechte maze vnd vber vnrechte wage vnd valschen kof.

Der pvrgraf schol richten vmme vnrecht maze vnd vber dy vnrechten wage vnd vber allen walschen kovf swo man den vindet vnd vber alle leipnar.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 196
Welich levte man Radprechen schol.

Alle morder vnd die den phlvc rovbent oder dy mvle perovbent oder dy kirchen vnd kirchof oder verreter oder mortprenner oder dy ir potschaft czu ir frvmme werbent dy schol man alle Radeprechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 197
Daz man alle morder Radeprechen schol.

Morder heizen wier dy einen menschen totent vnd des danne lovgent wiert er des vber wunden mit geczevgen oder mit kamphen so schol man in Radeprechen wier heizen ovch die morder swer mit den andern izzet vnd trinket vnd in guetlichen gruezet vnd Slecht er in denne ane schulde daz ist ein mort den schol man dar vmme Radeprechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 198
Der den phlvc rovb vf dem acker den schol man Radprechen.

Dy den phlvge rovbent so er des morgens vz vert vf den acker vnd so er wider heim vert vnd swer den gepvren tvet oder nimpt daz drier phenninge wert ist dy schol man alle Radeprechen. [Seite 94]

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.199
Der in der mvle icht stilt den schol man radeprechen.

Swer in der mvle icht stilt daz drier phenninge wert ist den schol man hovt vnd har ab Slahen py dem hochsten daz sint vierczic Slege. Der aver fvnf schillinge wert stilt inder mvle den schol man Radeprechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 200
Der in der kirchen oder in kirchhoven icht stilt den schol man Radprechen.

Swer in kirchen oder in kirchhoven icht stilt daz drizic phenninge wert ist dy schol man Radeprechen vnd vmme drier phenninge wert czehvt vnd czuhar pi dem hochsten vnd ist dannoch indem panne vnd swer inder kirchen stilt den schirmet weder kirche noch kirchhof man schol in drinne vahen daz ist da von geseczet daz er gotes nicht geschonet hat an der kirchen noch an dem kirchhof.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 201
Swer mort prennet den schol man Radeprechen.

Swelches tages oder nachtes man heimlichen prennet daz heizet mort prant den schol man Radeprechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 202
Alle dy verrater dy einen menschen verraten also daz er ein keczer oder ein sodomite so dy schol man alle Radeprechen.

Verrater daz sint dy dy mit ir rede einen menschen palmvndent daz sy insagent von seiner kristenheit also daz sy ein sodomite oder daz er daz vihe vnreine oder daz er ein keczer sy vnd mac man der dinge nicht vf in erczivgen so schol man sie Radprechen alle di es inczeihent vnd dy sin nicht tvren reden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 203
Dy da prife lazent schriben von iren vienden vnd werfen sy danne an dy straze daz man dy lese dy schol man Radeprechen.

Dy da prife schribent oder heizent sy ander levte schriben vnd seczent dy selben dar an dy in veint sint mit namen vnd werfen dy priefe an dy straze daz sy dy levte vf heben vnd sy lesen daz ist gar ein mort vnd ein vber groze mort vnd wer noch ein tot icht erger danne Radeprechen man schvlt in tvn [Seite 95].

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 204
Di man in potschaft sendet dy einen an sin leib oder an sine ere oder an sin gut get dy schol man Radeprechen.

Dy danne ir potschaft czu ir frvmen werbent daz sint dy man vmme so getane potschaft sendet daz einem an sin leib oder an sin ere oder an sin gut get vnd er im dar czu getrowet vnd im sin hercze entslvzet vnd im sin heimlich seit vnd er danne daz wider wirbet mit allem sinem sinne vnd wirbet daz an leip oder an ere oder an gut get dy daz tvent dy schol man alle Radeprechen des schol man sy alles mit geczivgen oder mit kamphe vber komen daz ist lantrecht vnd geschriben recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 160

Wenne man hauptet. Swer einen man ze tode slecht oder in raubet oder in prennet sunder mortprant oder weip oder magt notzoget vnd frideprech sint oder die in vͤberhure begriffen werden den shol man allen daz haupt abe slahen. dicz besheide wir allez her nach. swer rauber oder divbe hauset vnd houet oder sie mit helfe sterket wirt er des vberwunden als recht ist man shol recht vber in richten als vber ienen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 161

Die shol man alle prennen. Swelch cristen mensh vngelaubik ist oder mit zauber vͤmme gat oder mit vergift vnd wirt er des vberzivget man shol in auf der huͤrde prennen. swelch richter vngerichte nicht enrichtet als ez im geclagt wirt vnde vor im erzivget wirt vber den shol sin vͤber richter richten also. swaz er ieme getan solde haben daz selbe shol im sein ober richter tun. daz selbe habe wir aurkuͤnde in moyses puche an den richtern die da erhangen worden als hie vor in disen puche stat. vnd alle die richtere die nicht richten wellen als hie uor geshriben ist der selbe richter hat kein gepot vͤber nieman fuͤrbaz ze richten noch ze bieten. niemak ist shuldic sein gerichte ze suchen die weile er rechtes geweigert hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 162

Von den fronenpoten. So der fronebot sein recht verwuͤrket gegen dem richter. daz meine wir also daz er nicht richtet daz er richten shol vnd versweiget daz er sagen shol vnd sagt daz er versweigen shol. so shol er dem richter wetten des kvͤniges malter. daz sint dreisik slege mit einer eichinen gerten der zweier oder dreier davmellen lank sei.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 163

Der den anderen keiner dinge puze wirdik macht an seinem leibe. Swem der munt abe gesniten wirt oder die augen auz geprochen werden oder die oren abe gesniten werden oder dem die zvnge wirt auz gesniten oder vnder den painen wirt auz gesniten oder im sus wirt verderbet. swer div dink dem anderen tut dem shol man daz selbe tun. daz ist recht. swer den anderen lemet an henden oder an fuzen an painen oder an armen dem shol man die hant abe slan. vnd lemt er ieman an ir zwein dem shol man peide hende abe slahen. vͤmbe vingere vnd vͤmb cehen swer die dem anderen abe slehet der ist vmb ieden vinger einer svndern puze shuldig. der dem andere einen zant auz slehet man shol im daz selbe tun. man shol dem richter keine pueze geben wirt ez also gericht. wellent sie aber pheninge nemen den der shade geshicht daz tunt si wol. daz stet an im vnd nicht an dem richter. puͤzet man abr im mit pheningen. fuͤr die lem ist dem richter gesezzet etwo zehen phunt der lantpheninge etwa mer etwa minner ie nach des landes gewonheit. vmbe vinger vnd vmbe cehen daz cehende teil daz vmb die wunde gesezzet ist. vnd wellent sie puze den der shade geshehen ist daz stet an in selber vnd an iren frivnden er laze ez denne an sie.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 164

Von puze on den totslac. Swer den anderen ane livget oder in beshiltet oder im ein wunde geslecht dem shol man puze geben nach seiner gepurt vnd nach der shulde vnd nach der shulde vnd nach der wirdekeit. ob ein man einen halben vinger oder ein halbe cehen hat swer daz abe slehet dem shol man als uil abe slahen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 165

Der ein kint ane spricht. Und spricht man ein kint an daz nicht virzehen iar alt ist vnd ist vnshuldig der vater shol uor ez swern. vberzivget man ez der tat vnd hat in der uater auz gegeben da shol man uon puͤzen deme clager vnd dem richter. vnd hat er im nicht auz gegeben der vater shol uon seinem gut nicht puͤzen. gewinnet der svn dar nach eigen gut man shol dem clager vnd dem richter puͤzen. hat daz kint manslacht oder wunden getan man shol im da wider nicht tun an dem leibe. wan ein kint daz vnder virzehen iaren ist daz enmac seinen leip nach seins leibes teil nicht verwurken. ein kint daz siben iar alt ist daz enmac ob ez im an slecht oder sticht ze tode daz enmac seinen leip noch seines leibes ein teil noch sein gut noch seins uater gut nimmer verwuͤrken. vnd ist da ez ieman toͤtet so shol sein vater vnd sin muter fuͤr ez puze von iren pharrer enphahen. hat ez nicht uater noch muter so shuln ez die nehsten mage tun oder sein phleger.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 166

Wie der uater fuͤr den sun nicht antwurten. Der uater antwortet vor den svn nicht den er auzgestivrt hat wanne ob er sein gut im hat. der svn antwort auch uor den vater nicht vnd kein vngerichte ob er stirbet ez ensei daz die shult auf in erzivget sei e daz der vater stirbet. vnd waz der clage begunnen vnd nicht erzivget e daz stuͤrbe er puͤzet fuͤr in nicht ez sei denne als uerre daz er vor gerichte auz genvmen wurde do man sich zivges vermas. wir dingen daz herre er richter ob der man sterbe e daz der tac kvme so wir vnsern gezivg leiten shullen daz vns daz icht shade an vnserme rechte. vnd mugen daz die clager behaben mit zwen dincmannen ob man in laugent sie leitent nivr als uil gezivge als ob er lebte. vnd hat er gut hinder im lazen man shol den clagern vnd den richter puͤzen. hat er erben lazen den er gut hat auz geben fuͤr seinem tode die pezzernt auch nicht fuͤr in. vnd ist die shult gewesen daz ez dem toten man an dem leip were gegangen so shol man von seinem gute puͤzen dar nach vnd ez da ist. vnd ist die shulde cleine so nem man cleine puze als uor gesprochen ist vnd als in dem puche stat. vnd wirt icht vͤber daz nemen die erben. vnd zerrinnet icht da habe der richter den shaden. vnd solde der tote icht gelden daz shol man vor allen dingen gelden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 167

Da der uater vnde der sun vmb ein tat beclaget sint. Und ist daz der uater vnde der svn vmb ein tat beclagt werden da mag ir weder dem anderen helfen. ir einer entshuldige sich e der tat der hilft dem anderen wol. diz recht ist auch vͤmb ander leute.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 168

Der eines andern mannes knecht sleht. Swer eins mannes knecht sleht oder raufet oder in wundet oder in beraubet nicht wen vͤmb des herren shulde daz shol er in paiden puͤzen ez sei denne daz erz mit den heiligen berede daz erz dem herren weder ze leide noch ze shaden habe getan so ist der einen puze ledig gen dem herren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 169

Dar der richter gevangen leute vodert. Swer einen gevangen hat vnd vordert in der richter in der richter in des gerichte er ist er sholn im antworten. vnd tut er des nicht so er in eins geuodert er nimt in mit rechte. vnd beheldet er in auf einer purg der lantrichter shol sie besitzzen vnd shol allen den fuͤr gepieten da fuͤr die in seinem gerichte sizzent. vnd welhe des niht entun die sint dem lantrichter zehen phunt shuldig der lantpheninge. vnd als manig woche da uor gesezzen sint als oft sint sie dem richter shuldic zehen phunt. vnd gepeutet man einem herren mit zehen rittern dar vnd kvͤmpt er nicht die galtnuͤsse shol der herre eine geben. vnd gebeutet man einem dar mit mer oder mit minner die galtnisse gebe den als im gebuͤr.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 170

Der prunnen oder ander gruben grebt. Ein iglich man shol gelden shaden der uon seinen shulden geshicht mit geshichte. swer prunnen oder grebt grubet der shol sie bewuͤrken als hoch daz einem manne ge vͤber sein knie. vnd tut er des nicht waz shaden da uon geshicht den shol er gelden. wer einen kelre oder ander gruben grebt der shol sie machen on der leute shaden vnd shol in nicht uerrer sezzen in die strozze denne siben shuhe. ist abr die stroze als enge so shol er in nicht in die stroze sezzen. ein iglich wagenstroze shol siben shuͤhe weit sein daz ein wagen dem andern muge geweichen. ein iglich man shol wege machen fuͤr seiner tuͤr vnd von seinem gute. daz ander teil shol die gemeine machen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 171

Der eins vogels ramet mit werfen oder mit shiezen. Ramet ein man eins vogels an einem wege da die leute nicht phlegen ze gehen mit werfen oder mit shiezen vnde trift er ein menshe vnd stirbet der da uon da verwuͤrkt nieman seinen leip noch sinen gesunt mit. ruͤfet man in abr an daz er weder werfen noch enshieze vnd shivzet er den menshen vnd wirt des uͤberzivget selb dritte er ist shuldig an den menshen vnde man shol vber in richten als ob er in ertoͤtet habe. geshit ez abr auf einen wege da die leute alle zeit phlegen ze gehen da wirt er shuldig. wan wo die leute gemeinlich reiten vnde gehen do shol nieman werfen noch shiezen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 172

Der pavme hawet da ze walde. Und daz ein man hawet pavme da ze walde pei dem wege so nahen daz er dar an geuallen mak slet der pavm den menshen ze tode man shol im abe daz haubt slahen. vnde slecht der pavm ze tode ein vihe ez shol ez gelden als ez wert ist vnd shol dem richter wetten ein vreuel. vnd hawet er in dem holze do die leute nicht gewonliche gent als er den pavm hawet vnz an die stat so er vallen wil so shol er dreistunt rufen. sei ieman da der vlihe. vnd tut er daz vnd slecht der paum iemande vihe oder levte er puͤzet nieman dar vͤmme nicht. spricht man in an ern habe nicht gerufet daz shol er zivgen selp dritte. hot er der nicht so shol erz bereden mit sein einez hant. hot abr der tote menshe ainen man der mit im kenphen wil der wert im sein eines eit mit kenphe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 173

Wie man einen wagen vmbe werfen shol. Ez werfent die leute einen wagen nider auf die erde da leit ein fuder auf welher leie daz ist die shullen laute rufen. die sint vnshuldik ob ez iemande shaden tut ez ein sein denne kint des shuln sie sich huͤten. wan ist ez an der stat da gemeinlich leute gent alle die den wagen helfent vmme werfen die werden alle shuldik an dem toͤten. ist abr daz im on den totslac icht geshiet daz puͤzen als hie uor geshriben ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 174

Wie man lerkint slahen shol. Slehet ein man ein lerkint mit gerten oder mit der faust one plutrunst da tut er wider niemand an. macht er ez plutruͤnstig an der nasen da tut er weder niemant an. macht er ez plutig anderswa on daz mit gerten geshiet der muz ez dem richter puͤzen vnd den frivnden. slecht er ez ze tode er muz ez puͤezen als hie vor geshrieben ist. nieman shol seinem lerkinde mer slege geben denne zwelue on allez geuerde.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 175

Wenne der uater den svn von im svnderen shol. Der uater shol den svn von im svnderen als er fuͤnf enzwenzik iar alt wirt mit als uil gutes als er geleisten mac also daz im mer pleibe. vnd tut des der vater nicht gerne der sun noͤtet in mit rechte mit seinem richter. vnd hat der vater nicht wan des ainen kindes er geit im mit rechte daz fuͤnfte teil seines gutes. vnde hot er mer kinder er teilt mit rechte daz im die driv teile pleiben vnde seinen kinden die zwei teil.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 176

Von zinsmannen. Der zinsman erbet seinen pav und sein erbe ez ensei ein man uon ritters art der ez seinen weibe ze morgengabe habe gegeben. wirt ez auch ledik einem herren der nimpt den pau mit dem lehen der man habez seinen weibe ze morgengabe gegeben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 177

Von der witewen leipgedinge. Hat ein witewe leipgedinge an eigen oder an lehen was pawes dar aufe stat so sie stirbet daz erbet nicht ir meistershaft. ez wirt den nehsten magen ze erbe. daz lehen wirt dem herren ledig.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 178

Von lehen. Leihet ein man ein gut einem anderen manne on vndersheit swaz da pawes aufe ist daz wirt dem manne mit dem gute der herre dinge den paw denne auz. daz tut der herre wol mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 179

Von den zwelfen. Swo shephen sint die muz man ze gezivge han vͤber alle die dink die in der stat geshehen on den totslac one diepheit vnd ane raup. verwidert der richter daz er nicht gezivg sei noch rechte iener ist doch volkvmen an seinem rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 180

Von maniger hande kinden. Die weil der man nicht wil ane weip wesen so mag er nemen ze der e eine oder zwu oder mere. in der selben weise nimpt auch ein weip man vnd gewinnet sie kint mit im allen die erbent ze rechte waz sie erben shuln als igliches one hort. man shol nieman vor seiner gewer weisen von gerichtes halben vnd ist halt ze vnrechte in der gewer man preches im e mit rechter clage do er selber zekegen sei. man shol in fuͤr gerichte laden ze rechten tedinge. so shol er fuͤr kumen vnd shol sin gut versprechen als recht ist. vnde kvͤmpt er nicht fuͤr so uerteilt man im die gewer mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 181

Wie man pheninge slahen shol. alle pheninge shol man nicht verslahen wan als ein niwer herre wirt. stirbet abr der herre oder wirt verwandelt vor drein iaren die pheninge shuln doch bestan vnz ze drein iaren auz kvmen. vnd bivtet der muͤnzer einen valshen phening auz so daz er do mit icht kaufen wil oder do mit icht wil gelden oder sie sust ieman geben wil fuͤr gut vnd ist ir zwelfe oder mere ez get im an die hant er enhabe denne seinen shol. vnd dennoch muͤze er swern daz er nicht enweste daz si valsh weren. vnd ist ir ein halp phunt oder mere ez get im an den hals. ist abr er der selben vntat e bewert vor gerichte so shol man seinen ait nicht nemen. man shol im drei wal teilen. des heiz eysen oder den wallenden kezzel. dor inne shol er einen stein abe dem podeme nemen der als ein ay ist vnz an den ellepogen. oder die wazzer vrteil. vnd gericht er nicht man shol im die hant abe slahen. dicz recht ist nymans den der muͤnzer. swer an seinem recht volkvmen ist vnd vindet man pei im einen shilling valsher pheninge oder minner oder mer man zersneit im die pheninge vnd geit im die stucke wider. vnd ist ir mer denne fuͤnf shillinge ez get im an die hant ern habe denne seinen shuben. velshet ein muͤnzer seine pheninge vnd behaltet sie nicht nach ir rechte die weile mak ir nieman vashes gezeihen dar vͤmbe er wandel duͤrfe tun. pheninge shol ein muͤnzer behalden also swere als man sie gesezzet hot vnd gleicher weis. vnd tut er des nicht man shol vͤber in richten als in der weise vͤmb die valshen pheninge. nieman shol pheninge slahen die andern pheningen gleich sein. si suln haben svnder gemalde. swer ez dar vͤber tut ez sei herre oder armer man der ist ein velsher. nieman mac erheben niwen markt noch niwe muͤnze on des herren willen in des gerichte ez ligt. dennoh mac ez nicht geshen ez ensende der kvͤnig seinen hentshu dar zv. daz ist da uon gesezzet daz die lantleute inne werden daz ez sein wille sei. so man die pheninge verpeutet so shol man virzehen naht do mit dem alden gelden vnd vͤmb die iuden phant losen. vnd swer dar nach mit kauft oder verkauft dem shol man die pheninge prechen vnd die stucke wider geben. alle pheninge die man in deushen landen slahen shol die shuln alle ze rechte phuͤndic vnd weiz sein. seint im erlaubet der kvnig daz man sie anders slehet vnd tun dar an wider recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 182

Der den zol verfuͤret. Swer pruk zol oder wazzer zol verfuͤret mit wizzen der shol in viervaltigen geben ob iemant da ist der in eishet. vnd ist da niemant der kaufman shol deistunt ruͤfen nach dem zolner so er aller lautest macht. vnd ist do nieman so var got ergeben. vnd kvͤmt er hin wider vnd fodert der zolner den zol an in er shol im geben. vnd shuldiget er in er shol er zv den heiligen swern daz er im dreistunt rufte. ern shol dar vͤmbe nicht gezivge leiten. wan man nimpt an maniger stat zol da nicht levte ist. swer markt zol verfuͤret der shol dreizig shillinge geben. tut abr er als uor gesprochen ist er wirt auch ledic. swo wazzer zoͤlle sint da shullen vier fuzgengel einen phening geben. vnd der reitende man einen halben. vnd der geladene wagen vire. vnd wider nicht er geladen oder lere. alle phaffen vnd rittere vnd irm gesinde vnd ir gut shol allez zollez wesen vrei. ein iglich man shol zolles wesen wesen vrei swo er prucke noch sheffe nicht endarf swer in dar uͤber zollet der tut widerz recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 183

Von dem geleite. Ein iglich man ist zolles frei ob er seines gutes genenden wil. dehein geleit ist recht. ist abr vnfride in dem lande vnd mutet ein kaufman ains geleites daz mak im ein herre wol geben. man gebe dem herren oder nicht man shol doch dem kaufman seinen shaden abe legen der im geshiet den shol im der gelten der in do beleitet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 184

Der vͤber gepawenz lant vert. Swer vnrechten wek vͤber gepawt lant vert do shol ie daz rat einen phening geben vnd der reitende man einen phening. dar vͤmbe mac iener wol phenden ane des richters poten vnd an sein urlop des daz gepawen lant ist. vnd wert man im daz phant daz ist widerz recht. vnd kvmen sie fuͤr gerichte die daz phant gewert gewert haben sie muͤzent dem richter wetten drei shillinge etwa mer ie nach guter gewonheit vnd muͤzen ienem seinen shaden zwiualt geltet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 185

Der holz howet oder gras sneidet oder vishet wider recht. Swer holz howet oder gras sneidet oder vishet in eines mannes wogen der shol geben drei shillinge. vnd wert er phant man shol vͤber in richten als da uor geshriben stat. vishet er mer denne dreistunt dar inne oder howet er holz daz gebannen ist oder howet pernde pavme abe oder grebet steine auz die ze marksteinen gesezzet sint man shol im haut vnd har abe slahen oder er shol ez loͤsen mit dreizig shillingen. man mak in wol auf haben wo man in vindet vnz an den richter. wer des nachtes gemehetes gras stilt oder gehowens holz stilt man shol vͤber in richten mit der wide. vnd stilt erz tages ez get im an die hant oder ze haut vnde ze hare. iglichz wazzers tranz ist gemain ze varn vnd ze vishen. die visher suln auch daz wazzer wan als verre sie einst mit dem nezze gezihen mugen auz dem sheffe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 186

Dem vor gericht der leip wirt verteilt. Swaz ieman erbes zv siget wan von sippe daz heizet nicht erbegut. swer uon gerichtes halben seinen leip verlivset die nehsten erben erbent sein gut. dem richter shol seins gutes nicht werden wan vber in gerich ist als recht was. hat er des clagers gutes icht inne vnd ist es da zekegen man shol imz wider geben. hat erz vertan man shol im zwiualt wider geben von dem gute daz er hinder im lat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 187

Wie der richter raubig vnd divbig gut behalden shol. Uindet man pei einen man raubig oder divbig gut vnd ist er nicht da des ez da ist der richter solz behalden iar vnd tac ob ieman kume der sich daz gut ane zihe mit rechte. dem shol manz wider geben. vnd kvmpt niemant in iar vnd tage der sich daz gut ane zihe der richter sholz an sinen nuz keren ez ensei denne daz in ehaft not irre.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 188

Von kaufe. Nieman mac eins andern mannes gut verkaufen der ez in seiner gewalt hat. seins selbes leip vnd sein gut mac er wol verkaufen. vnd tut ein man wider dem gerichte icht vnd kumpt vmb sein gut vnd hat der selbe man einen kauf gekaufet vͤmb einen anderen man vnd hat im nicht vergulden vnd ist dennoch vnuerwandelt man shol im sein gut wider geben. daz ist gotes recht. er enhabe denne etwa vil dran gegeben daz shol er wider geben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 189

Dise wort sprach der vnse herre got selber wider moyses. Dise wort sint uon gerichte. die sprach got selber auz seinem munde wider moysen auf dem perge synai vnder seine augen. er sprach. dv shol also richten vnd heiz deine richter also richten. slecht ein man den anderen ze tode man shol in hin wider toͤten. swer seinen vater oder seine muter toͤtet man shol in hin wider toͤten. swo ein menshe daz ander stilt vnd ez verkauft man shol ez toͤten. zewerfen zwene mit ein ander vnd wundet einer den anderen vnd slecht in nicht ze tode man shol im seinen shaden abe legen vnde puͤzen nach weiser leute rate vnd dem arzet lonen. swer seinen knecht oder seine maget slecht mit ruten vnde sterbent sie vnder sinen handen er ist an dem tode shuldig. lebent sie abr dar vͤber ainen tak oder zwene oder mere er ist des todes nicht shuldig. des lasters ist er shuldik. vnd zerwerfent zwene mit ein ander vnd ir ainer hat ains tragendes weip die laufet vnd wil helfen. die wirt gestozen vnd gewinnet ein vnzeitig kint. er shol ir manne geben swaz er wil oder swaz er hat oder an die leute lazen ob der man wil. stirbet aber sie man sol im sein leben nemen. man shol also richten. auge um auge zant fuͤr zan hant fuͤr hant fuz fuͤr fuz. verprennet ein man den anderen an dem leibe den prenne man hin wider. wer seinem aigen knechte oder seinen aigenen dirnen ain auge auz priche oder sleht der shol sie frei lazen. slecht er im einen zan auz er shol daz selbe tun. vnd ist daz ein ochse einen man ze tode stichet mit seinen hornen man shol den ohsen mit steinen verruͤnnen vnd des fleishes nicht ezzen wan ez ist vnreine. vnd was deme ochsen an seinen hornen daz sie shedelich warn vnd west er daz wol des der shade was er kvͤmpt ez in groze shulde als wir her nach besheiden. sint abr die horn abe gesegt der herre hot deheine shulde. erstichet der ochse einen mannen seinen svn oder sein tochter ez ist die selbe uͤrteil. erstichet er eins mannes knecht oder sein dirne man shol deme herren dreizig phunde geben vnd den ochsen verruͤnen als hie uor gesprochen ist. swer ein cysterne oder ein ander grube grebet der shol sie verwuͤrken daz ieman kain shade do uon geshehe. vnd vellet iemans vihe dar in vnd ist sie ze rechte nicht vermacht er shol den shaden gelden als recht ist vnd shol er im den awasel haben. vnd ist daz ein ochse den anderen wundet vnd er stirbet e an dem virden tage so shol man den lebenden ochsen verkaufen vnd die awasel vnd shol in gleich daz teile. west abr iener des der lebende ochse was daz seine horn shedelich waren so shol ieme der lebende ochse werden vnd der awasel gar. swer stilt einen ochsen oder ander dink viervalt sol er daz gelden. vnd ist daz ein diep nachtes in ein haus get oder drein grebt oder wie er dar in kuͤmpt heimelich vnd vinde ich in an meinem shaden sla ich in ze tode ich pin vnshuldig an seinem tode. vnd ist daz ein man eines tages ein diepheit tut den shol man vahen. daz ist da von gesezzet daz die nacht shol bezzer fride haben den der tac. daz ich nv sprechen wil daz ist uon genaden. vnd wirt die divbe pei im begriffen vnd wil man in lan genesen er shol zwiualt gelten. daz habent die kvͤnige nv gesezzet. tut iemans vihe dem anderen shade der shol daz gelten des daz vihe da ist. enphilhet ein man dem anderen gut silber oder golt pheninge oder goltuas oder was gutes ist vnd nimt er daz in sein hute vnd wirt im verstoln vnd wirt der diep funden man shol im eilfstunt als uil geben. vnd wirt der diep nicht begriffen so shol der dem ez enpholhen wart sich entshuldigen daz er sein baz habe gehvͤtet den sein selbes gutes. mag abr er in vͤberreden selp dritte piderber leute daz er daz gut in so getaner hude nicht habe gehat als er solde vnd an die stat legt da ez vnbewart was. er shol im zwir als vil da fur geben. swer vihe seinen frivnde enphilhet nv daz stirbet oder wirt geerget oder uon den veinden genvmen des shol er nicht gelden mac er bereden daz er vnshuldig sei dar an. wirt abr ez verstoln so shol erz gelden dem herren des ez ist ern tu denne sein vnshulde da fuͤr als hie uor geret ist. nemez der shelme so zeige die haut vnde sei ledic. leihet erz ieman an des herren vrlop vnd wirt ez geergert vnd stirbet vnder der lehenunge er muz ez gelden. fuͤrt ein man ein magt auz di nicht hin gelobt ist vnd geligt pei ir er shol sie zer e haben. vnd shol sie beheimstivren vnd shol daz benennen. vnd wil des der vater nicht er sholz im wider geben vnd als uil gutes nach ir wirde dar zv. swa dv vͤbel leute wizzest die sholtu toͤten. swer gelust mit dem vihe hat den sholtu toͤten. swer deheinen got ane petet ane den himelishen got den shol man erslahen. oder der keinem apt got ophert dem tu daz selbe. dv sholt richten witewen vnd weisen vnd tustu in icht ze leide so rufen sie hinze got. vnd ich erhoͤre ir ruf vnd ich versmehe evch vnd ich geuahe tobenden sin vnd ich erslahe euch mit meinem ewigen swerte vnd ich mache iwer kint ze weisen vnd evr weip ze witewen. dv sholt nicht gabe nemen die die weisen plendet vnd der rechtikeit verkerent. diese wort spricht alle got. richtent die richtere als recht ist vnd als ich uor gesprochen han so wird ich veient iren veinden. vnd alle die sie besweren die sint uon mir besweret. vnd mein engel get vor in vnd behuͤtet si vor iren veienden vnde vor allem vͤbel. diz sint die wort die got sprach ze moysi auf dem perge synai. vnd von disen worten sint alle gerichte gemacht die geistlich vnd werltlich sint. vnd geit ein vater sin tochter hin fuͤr ein magt vnd der man heimet sie vnd wirt ir dar nach gehaz vnd gicht. sie were nicht magt. vnd lat si wider heim gen vnd er spricht ir dar nach datcz wirste daz er mac vnd spricht. ich wante sie were ein magt des han ich da nich funden. der vater vnd die muter shuln die iuncfrowe nemen vnd shuln die zeichen nemen die zv dem magtum gehorent. daz ist daz gewant daz vnder der meide lac so sie pei dem manne ligt. der vater shol ez bereden uor dem richter vnd pringez fur die leute die daz erkenne kvnnen ob sie magt was oder nicht sie sein man oder weip. sagent sie daz si daz si magt was so hat der uater erzivget seiner tochter magetum so shol man den man nemen vnd shol im virzig slege slahen vnd shol dem vatere puͤzen fuͤr den poͤsen levnemunt den er von seiner tochter hat gemacht. er muz sie haben ze einem elichen weibe vnd mak kein ander genemen die weil die lebt. ist abr daz war dacz sie nicht magt was man shol sie werfen auz irz vaters haus vnd shol sie mit steinen verrvͤnen vnd shol sie toͤten. daz ist dar vͤmbe gesezzet daz si in irs vater gewalt daz hur hat begangen. dicz ist vmb ein e. daz shuln richten geistliche richter. ob ein man pei ains mannes weibe leit der vberhurer vnd die vberhuͤrerin sint peidiv des todes shuldig. ob sie fuͤr werltliche gerichte kvment so shol man im daz haubt abe slan. ist daz ein iunkvrowe ainem manne gesworen ist vnd ist im dennoch nicht zegeleit vnd kvͤmpt ein ander zv ir an der stat da leut vͤmb sie sint vnd ligt pei ir vnd si swiget vnd ruͤfet nicht man shol sie paide vahen vnd fuͤr den richter fuͤren. da shol man erteilen daz man sie auz der stat fuͤren vnd sie mit steinen verruͤnen peide ob ein ander. daz tut man dar vͤmbe daz sie nicht enrufte do sie pei den leuten was. begreift ein man ein ivnkvrowe auf einem acker. daz ist also gesprochen da nich leute ist. vnd ist sie hin gesworn vnd ligt der man pei ir man shol in dar vͤmbe toͤten. die iunkvrowe shol nicht vͤbels dar vmbe leiden. daz ist da uon daz nicht leute do was da die vntat geshach. vnd wie laute si hette geruft so hette sie doch niemant gehoret der sie geloͤset hette. ist daz ein man pei einer ligt die nicht hin gesworn ist. ez sei mit ir willen oder wider ir willen. vnd ist daz er fuͤr gerichte kumpt der pei ir geslafen hat der shol ir vater hundert phunt silbers geben vnd shol die iunkfrowen ze e haben die weil sie lebt. ez shol nieman pei seins vater weibe ligen. ez shol auch seins uater heimelich niemant sagen. vnde get ain man in einen weingarten er shol der per ezzen als uil als im geualle vnd shol keine dar auz tragen. vnd get ein man in ainen esch er shol der ehern ezzen vnd zereibe die mit seiner hant vnd ezze daz korn ob in hungert vnde sneide sein mit der sichel nicht. als ein man niwelich hat weip genumen so sol in niemant in kein streit fuͤren noch in kein vrluge vnd shol in niemant noͤten des daz erebeit heizet vnd shol pei seinem weibe vnd pei seinem hause ein iar sein daz er da uon nicht enkvme. man shol den svn vmb des vater shult nicht erslahen. noch den vater vͤmb des svns shulde. ein iglich menshe sterbe vmbe seins selbes shulde. so dv sneidest einen acker vnd vergezzest einer garbe auf dem acker du sholt nicht dar wider laufen die garbe nemen. du sholt sie witewen vnd weisen auf lazen heben. dar vmbe gesegent dir got deiner hende erebeit. so dv dein oleum lesest ab den paumen was auf den paumen pleibet daz sol sein armer leute witewen vnde weisen. kreigent leute mit ein ander vmb swiv daz ist vnd kvment fuͤr den richter vnde swem sein gewizzen seit daz er recht habe dem shol er recht tun. vnd der da vnrecht hat den shol man verdammen dar nach vnd er verdienet hat. ist daz er slege verdienet hat der richter shol sich fuͤr in heizen strecken vnd shol im als uil slege heizen slahen als er uerdienet habe. vnd ist die shulde groze man shol im ze dem minnesten virzig slege geben vnd vͤmb minner shulde minner slege. kreigent zwene mit ein ander vnd laufent ein ander an vnd leuft ir eines weip zv vnd wil irn manne helfen vnd vahet ienes mannes dink vnder den painen mac der man er shol ir die hant abe sneiden ane parmunge. wan si wolde in verderbet han. Dv sholt rechtes gewege han vnd rechtes mez. so geit dir got daz lange leben hie vnd in himelreich. Nv spricht got nach disen worten. ich uerfluche alle die die die disen worten mit gerich nicht nach volgen. ich verfluch al ir gut vnd ir leip vnd ir sele eweclich. von disen worten die got ze moyses sprach von den sint alle gerichte kvmen die wir haben. Nv shult ir merken. alle die den got gerichte hat enpholhen die shullen rechte richten daz got sein ewiges gerichte icht wider sie tu. dar vmbe tut nach disen gotes worten als diz puch hie gesprochen hat wan dicz puch ist uon der rechten warheit genumen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 190

Der nachtes korn stilt. Swer nachtes korn stilt der ist des galgen shuldic. ez shol des nachtes fuͤtern. swer ez aber tut wie wenig er sein sneidet vnd ist ez eines pheninges wert ez get im an die hant. vnd ist ez eins shillinges wert oder zweier ez get im an den leip daz man in henken sol. ist daz man in vindet in der kirchen man nimt in mit rechte dar auz also daz er ez des nachtes habe getan. tut aber er ez pei dem tage so gildet daz phenewert den gerechten davmen vnd eines shillinges wert die hant. tut er die getat anderstunt man sleht im den anderen davmen abe. tut er ez dem dritten mal man slecht im die hant abe. in welhe purk oder haus man ez tut do ist der wirt dem richter shuldig zehen phunt. vnd ist in einer stat der wirt ist shuldig zehen phunde oder man slet im daz haus gar geuellet. so shol man des holzes nichtes nicht dannen tragen. ein man sneidet wol seinem muͤden pherde ein futer daz ein phenewert sei ob er fuͤrcht daz ez erligen wil. des muz er swern ob sein iener nicht enperen wil des daz gut ist. er lat auch wol daz phert mit dem fodern fuze treten in den esch vnd lat ez ezzen vnz daz ez wider kvͤmt. er shol des futers nicht dannen fuͤren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 191

Wie der herre vor den knecht sol antworten. Niemant ist shuldic fuͤr den knecht antworten wan vmb als vil als sein lon ist daz er im geit er enwerde denne sein wille mit mutwillen. vertreibet der herre seinen knecht vor seinem iare er shol im sein lon geben. enget abr der knecht den herren mit mutwillen so shol der knecht dem herren als uil geben als er im gelobt hette. vnd hat er im seins lons icht gegeben daz shol er im zwiualt wider geben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 192

Von shedelichen tieren. Swer ein perswein hat dem shol man iereclich die zende abe segen. swer des nicht entut der shol den shaden gelden dem ez tut. welch hunt oder per oder hirze oder ander wilt daz man an heimish heltet oder vihe einen man toͤtet daz sol man mit steinen verrvͤnen vnd man shol ez nicht ezzen. wan ez ist nicht reine. lemt ez ainem man vnd slecht ez von im des ez ist vnd wil ez nicht mer hausen noch houen noch eztes noch trenktes fur die weile vnz ez den shaden tut ern hat diehain galtnisse da von. vnd wundet ez einen man ez ist daz selbe gerichte. vnde dem der shade geshicht wil der er mac ez toͤten. vnd tut ez dem vihe deheinen shaden daz shol er gelden ob er sich sein vnderwindet nach dem shaden des ez da ist. wil er lazen varn daz tut er wol vnd giltet nicht so nem ez iener uor seinen shaden. ist ez ein hirz vnd hat shedeliche horne die shol er im abe heizen sneiden. vnd tut er des nicht er muͤz buͤzen on den totslac als ob er die wunden selbe hette geslagen. vnd tut daz wilt einen totslac der man shol puͤzen als man pei dem hohsten phligt ze geben vͤmb ein wunden peid dem clager vnd dem richter. wern abr die horn als sie solden so buͤzet er nicht. ist ez an der weile gewesen daz er nicht gehurnes treit vnd tut shaden daz richt man als hie uor gesprochen ist von vihe daz shedelich ist. vnd hat ein man shedelich phert vnd weiz daz wol so er dar auf sizzet so shol er die leute uon im heizen weichen vnd shol von den leuten reiten. tut er des nicht welhen shaden daz phert tut den shaden shol er gelden als da uor geshriben ist. swer in des vber treibet er shol in vͤberzivgen selp dritte oder selp ander. ist nieman da gewesen so berode ez zen heiligen vnd sei ledig. daz phert hat recht als daz wilde.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 193

Ob der richter sein gewette auf eime gute nicht vindet. auf swelheme gute der richter sein gewette nicht envindet daz ez so cleine ist so shol der fronepote ein crevce auf daz tor oder auf daz haus stecken vnd shol ez da mite fronen. vnd hot er sich sein vnderwunden fur iemanz gulde oder fuͤr iemans pueze so shol man daz gut vber sech wochen veile pieten ob ercz nicht loͤset des ez do ist vnd shol den leuten da uon gelden. vnd gepristet auf dem gute icht so habe sich auf ein anders ob ez da ist. vnd ist gepresten da den shol der richter haben vnd nicht der clager. vnde kvmpt der ez erben shol inner iar vnd tage vnd berede ze den heiligen dacz er nicht enweste daz man daz gut vorkaufen wolde oder beret ander ehafte not man shol im sein gut ze loͤsen geben. vnd shol der richter ienen noͤten daz er sein pheninge wider neme die er druͤmme gab. daz ist recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 194

Ob zwene iehen in habe ein herre ein gut ze eigen geben. Clagent auf ein gut zwene vnd iehent paide ez habe in ein herre oder ein ander man ze eigen gegeben oder ze lehen gelihen oder ze phande gesezzet vnd kvment peide fuͤr gerichte vnd der ain an ainen gewern der ander an den anderen vnde iehent paide. si habent ir gewern. vnd ist ez eigen oder sazzunge oder varndes gut vnd ligt ez in dem gerichte da ez inne beclaget wirt in shol der richter einen tac geben daz sie paide irn gewern pringen. vnd wedert seinen gewern da pringet der hat behabt vnd der nicht pringet der hat verlorn. vnd pringent si paide ir gewern so rechten die gewern peide mit ein ander. vnd weders gewer behabt der hat recht an dem gute vnd der ander hat verlorn. ist aber ez lehen so shol in der richter einen tac gegeben fuͤr ir paider herren. die fuͤrsten haben daz recht. swo sie gewern shuln sein da shuln sie ir offen priue senden vnd ir insigel dar an vnd shuln den senden pei irm dienstman. der shol verstan an seiner stat vnd shol auch iens gewer sein der in dar hat pracht. vnd wil des des fuͤrsten pote er mag ez zihen an den kvͤnig. habent abr sie daz gut von einen man vnd sendet der seinen gewissen poten dar mit priuen vnd mit insigel vnd ist der ein herre vnd nicht ein fuͤrste wedern der priue gicht der hat behabt. vnde gicht man des gutes von ainem dienstman oder uon einem anderen man der shol selber kvmen ob in nicht ehafte not lezzet. die shol iener beweisen mit seinem eide oder mit seins gewern poten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 195

Ob ainer ains gutes ze eigen gicht vnde der ander ze lehen. Unde sprechent zwene ain gut mit gleicher gewer an vnd gicht der eine ez sei sein lehen der ander ez sei sein aigen der daz lehen an sprichet der pringe seinen gewern vnd kvme fuͤr den richter. do shol der richter richten als weise leute erteilen. erbe eigen mag ein man baz behaben vor gerichte danne erkauftes eigen. swer ein gewer hat iar vnd tak rechte widersprache der hat ein recht gewer dar an. die shol im nieman prechen wan mit dem gerichte. die weil abr ein man ein gut an claget vor gerichte wie lange er ez hat dar nach er gewinnet nimmer kein recht gewer dar an alle die weil vnde er die clage erzivgen mag. kvmpt iener als ofte fuͤr als er die clage hoͤret vnde verstat sein gut also daz er spricht. herre ich pin hie vnd verspriche mein gut als recht ist. so hat recht gewer dar an. die ansprache hat iener driv iar vnd nicht lenger. der richter shol im gebieten daz er dar nach rechte neme ze drein lanttedingen vnd shol auch ieme gebieten dacz er im antworte. vnd kvmpt er nicht fuͤr der die ansproche an daz gut hat so shol man ienem erteilen daz er immer ein ledig man sei vor der clage ez sei denne daz in ehafte not irret. daz beweise als recht ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 196

Der uor gerichte dingfluchtig wirt. Swen man uor gerichte beclagt do er zegegen ist vnd wirt er dinkfluͤchtig er ist der clage shuldig. vnde ist er vmb vngerichte oder vͤmbe freuel beclagt wirt man shol ze hant verechten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 197

Der fremdez acker bawet. Swer bawet eins andern mannes acker vnd wirt er dar vͤmb beshuldiget er hat sein arbeit verlorn vnd shol dem richter weten. vnd hat imz ieman gelihen oder vͤmbe zins gelozen ze pawen der shol im seinen shaden abe tun. swer daz lant pawet oder saet fuͤrst daz ze clage kvͤmpt der verlivset sein arepait vnd sein seite vnd muͤze deme richter puͤzen. waz ein pawet oder set daz vnbeclagt ist da shol er sein arebeit vnd sein seit her abe niezen. vnd shol man da uon zins geben den shol er auch geben swen er an gehoͤrt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 198

Der sein vihe treibet auf vremder leute korn. Swer sein vihe treibet auf der leute korn oder gras der shol im sinen shaden zwiualt gelden vnd shol dem richter drei shillinge geben oder nach gewonheit mer. er mag ez wol phenden on des richters vrlaup vnd shol ez treiben in des richters gewalt vnd wil er er mac ez panden. ist daz nicht so getane vihe daz erz nicht gevahen mac als wilde ros sein vnd reinishe phert oder wilde daz zam ist oder gense daz shol er in sein gewalt treiben ob erz zv dem richter nicht pringen mac vnd shol ez dem richter kuͤnden. vnd der shol im heizen gelden als hie uor geshriben ist. der man shol seinen shaden bereden selp dritte. hat er der nicht so shol er seinen shaden bereden mit seins aines hant.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 199

Der sein vihe nicht treibet fuͤr den gemeinen hirten. Swer sein vihe anders treibet den fuͤr den gemeinen hirten der shol dem hirten vollez lon geben vnd dem richter sechs pheninge. nieman mac seinen aigen hirten gehaben wanne gotzheuser vnd herren die selbe wisemat haben. oder swer ein herre oder sust ein ander man ist der drei hube habe vnd daz wismat daz dar zv gehoͤret der mac haben einen shaf hirten. swaz der hirte in seiner huͤte verlivset daz shol er gelten nieman shol kein vihe inne haben. als sant georien messe kvͤmpt so sol er ez auz treiben an die swein die iunge zihent. vnd swelhe vihe iungen hat oder daz dem hirten nicht geuolgen mac. daz selbe shol man in tun daz ez den leuten icht shaden tu. swo man abr dem hirten lont von der hube vnd nicht von dem vihe da shol der man der auf der hube sitzet daz lon dem hirten geben ob er halt nicht vihes hat. was man fuͤr den hirten treibet daz shol er wider antwurten. vnd shuldiget man in dar an ern habez nicht geantwuͤrten vnd tar er daz bereden daz er ez haben geantwurtet an die stat do er ze rechte shol. ob ez ein dorf so shol erz antworten innerthalp der zevne. ist ez abr ein stat so antwortes in die veste oder in daz tor. so ist er ledig. swaz im der wolf oder rauber nimt pleibet er vngevangen vnd beshreit sie nicht vnd beruͤft si nicht er muz daz vihe gelden. hot er aber zwene man die daz horten daz er rufte vnde nach lauf er beleibet one gelt. lemet ein vihe daz ander uor dem hirten er muz daz vihe beweisen daz den shaden hat getan vnd muz sweren daz ez also sei. so shol iener sein gewundet vihe behalden vnz daz ez wol an daz velt mak gen. vnd waz kost dar auf gat die shol iener gelden des daz vihe was daz den shaden tet. stirbet abr ez er muz ez gelden als ez wert ist oder er gebe im ein ander vihe da fuͤr vnd pleibet ienem doch der awasel. swer seines vihes vermisset vnd zehant ze dem hirten get vnde shuldiget in dar vͤmbe vnd sprichet der hirte ez wuͤrde fuͤr in nie getriben. daz shol er behaben mit zwen mannen oder mit zwein vrowen. die shuln swern ze den heiligen daz sie ez fuͤr in trieben. vnd als daz geshicht so shol ez der hirte vnde iener bereden wes ez wert was vnd shol dem richter weten nach guter gewonheit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 200

Ob ein richter in eime dorfe sitzet. Und ist ein dorf do ein richter inne sitzet swaz der gesezzet mit der merern menie der gepaur daz mac der minner teil nicht widerreden. daz selbe recht ist in den steten. welhe doͤrfer pei dem wazzer ligen vnd sie ein fuͤrslacht oder einen graben machen shullen daz in wazzer icht shaden tu des shuln helfen alle die doͤrfer vnd alle die leute ze dem sich versicht daz in daz wazzer shaden tu ob ez auz get. vnd wer des nicht tut den shol ez der lantrichter noͤten. vnd wer sein nicht tut dem shol der lantrichter sein gut verteilen daz er do bewaren solde vor der wazzer fluͤte. des shol sich der lantrichter vnderwinden vnd shol da uon pawen als daz gut an gepuͤrt. vnd shol der lantrichter sein puze auf daz ander haben vnz her daz loͤse des ez do ist ze rechte. vnd kvmpt ez also daz daz wazzer auz devzet daz shol man wern uon gemeinem gute vnde nach der shazstivre.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 201

Von der gewer. Vnd ist daz ein man gut uon dem anderen hat swer an deme gut freuelt der ez mit nuͤzze in ledeclicher gewer hat vnd in grozem nuͤzze dem shol man pezzern.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 202

Wen ein iglich gelt verdienet ist. Ob der man derhein lehenerbe hat nach seinem tode swen daz gut denne erbe ez sei aigen oder ander gut der shol nemen den nuz der sich nicht ergangen hat. nv vernemt wenn ez sich vergangen habe. an sante walpurge tage ist der lember zehende gelt verdient. an sent iohans tage ist verdient aller hande fleish. an sent margareten tage ist verdient allez gut ane wein vnd ane korn. an sent gallen tage ist verdient der wein. an sent merteins tage ist uerdient daz korn. swer zehenden dienen shol vnd ander gut der shol ez verdienen ze den zeiten als hie vor geshriben ist. des mannes gut ist verdient die er mit seinem phluge wuͤrket so die egede dar abe gat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 203

Wenne den pavman von dem gute weisen shol. Wil der herre den pavman von dem gute weisen daz sol man tun ze lichtmesse. daz shol er tun ob er sein gut vͤmb zins hat lazen. stirbet der man dem daz gut also ist lazen sein erbe trite an sein stat vnd get da uon daz selbe gelt daz iener gap. stirbet auch der herre man gebe seinen erben daz man dem herren gap.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 204

Gelt von muͤln vnd von muͤnzen vnd von zollen. Gelt uon muͤln vnd von muͤnzen vnd uon zollen vnd von anderen dingen ist verdient auf welhez zil man den tac benennet. ob ein kint sin iarzal beheltet vnz an den tac daz man daz gut uerdienen mac so shol man im sein gelt geben. ieret ez sich abr nach den rechten tagen so man daz gut uerdienen shol so ist daz gelt verlorn vnd nicht daz gut von einem herren ze lehen oder in anderr weise so wirt dem herren daz gelt. daz gut shol er behalden als daz lehen puch her nach sagt. hat auch der herre des kindes gut ze gelde lazen e ez sich geiere der herre behaltet die sat vnd nicht den podem. vnd ist daz ez holz ist der herre shol ez nicht abe heizen howen vor des kindes tagen. iert sich abr daz kint vor der herre hat sein arbeit verlorn die er auf daz gut hat gelegt. wanne daz kint ze seinen tagen kvmen ist so shol ez sein gut ze ganzem nuzze an sich nemen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 205

Wie weit di lantstroze sin sol. Des kvͤnges stroze shol sein sechzehen shvͤhe weit. daz ist also gesprochen. die stroze shol sein also prait daz ein wagen dem anderen geraumen muge. der lere wagen shol raumen dem geladem vnd ie der minner geladen shol entweichen dem der swerre treit. der reitende entweiche dem wagene er sei lere oder geladen. der gehende entweiche dem reitenden. sint abr sie paide in einem engen wege oder auf einer pruk vnd iagt man einen reitenden oder einen gehenden so shol der wagen stille haben vnz sie fuͤr kvmen. welher wagen des ersten an die prucke vert der shol des ersten vͤber varn er sei ler oder geladen. der e ze muͤl kvͤmet der shol e malen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 206

Wie man vremdez gut behalden shol. Swelch man dem anderen ein phert oder ein gewant oder dehein varndez gut sezzet oder leihet mit seinen willen so hot er recht in des gewalt ez also kvͤmt dar an. von lehen wolle wir reden. vnde leihet ein man dem anderen ein phert an ein stat vnd benennet im die stat vnd leihet ez im vmbe sust vnd shicht im icht biz an die selbe stat er puͤzet im dar an nicht ob er ez reitet rechte reise vnd im sein fuͤr geit. vnde reitet er ez fuͤrpaz den an die stat die er im nante geshicht im denne icht er muz ez gelden. wirt ez gestoln oder geraubet er muz ez gelden. nimt er abr der gemeine rot er gildet sein nicht. daz ist geshrieben lantrecht. leihet ein dem anderen ein phert vmbe lon vnde benennet im die stat vnd nicht verrer waz dem pherde geshiet biz an die selbe stat daz muz er gelden on den gemainen rot. wirt ez im gestoln oder geraubet e daz ez an die stat kvͤme die im benennet ist so giltet er sein nicht ob er sein so gehuͤtet hat als er ze rechte solde. reitet er ez fuͤrbaz den an die stat die da genennet ist ez muz der man gelten swaz im dar an geshiet on den gemainen rot. wanne wir sprechen. ez shulle der man vremdes gutes paz huͤten denne seins selbes. vnd leihet ein main sein vihe dem anderen vͤmb sust daz hat daz selbe recht als daz phert. vnd leihet ein man dem anderen ein phert oder einen ochsen in einen phlug mit solhem gedinge. leihe mir dein vihe in meinen phluc zwene tage so leihe ich dir denne meinen auch zwene tage. vnd kvment also zesamene vnd stirbet daz vihe ir entweder gildet dem anderen nicht ob er ez ze rechte hot gezivget vnd im ze rechte sein fur geit vnde er daz beredet ze den heiligen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 207

Von offener diepheit vnd von heimlicher diepheit. Einez ist oͤffenliche dipheit daz ander haimeliche diepheit. offen diepheit ist ob ein diep nachtes oder tages kumt in ein haus oder an ein ander stat vnd stilt da was da ist vnd wirt begriffen mit dem gute e erz verperge daz ist offen diepheit. ist daz ein man hin geit diebik dink einem andern vnd waiz daz ez diebik ist daz heizet offen diepheit. ist daz ein man hin get vnd dem anderen seinen mandel auz treit vnd im daz nicht sagt e an dem virden tage ob er wil er hat ez fuͤr diepheit also. ob er in dar vͤmb gevrogt hot vnd er im des gelaukent hat er mag ez wol fuͤr ein diepheit han ob er wil. vnd beclagt er in uor gerichte er muz im antworten fuͤr ainen diep. er muz auch auf daz gut bereden daz ez im dieplich verstoln sei ob daz gut da zekegen ist. vnd ist daz gut da zekegen nich er muz in vͤberzivgen mit siben mannen. den ez warez gewizzen ist daz er im daz gut uerstoln habe. vnd ist er e belevmundet mit der dinge deheinen als daz puch hie uor seit so bedarf er zv im selber nevr zweier manne. die shuln des selben mit im swern. so shol der richter richten als recht ist vber in.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 208

Der diepheit retet vnde sie der ander tut. Und ist daz ein menshe dem anderen retet daz er stele vnd spricht also. ge hin vnd stil dem daz vnd pringe mirz vnd gib mirz halbez ich wil dirz behalden. vnd er tut daz vnd daz gut wirt begriffen in des gewalt deme ez da enpholhen ist nu der ist emals nicht belevmundet. wie shol man daz richten. vnd ist daz er gicht daz er schup habe des shol man tac geben in vnde kvͤmt iener fuͤr vnd scheubet ez auf in er muz ez enphahen. spricht abr er. er sei sein geselle dar an und er hiez ez in steln vnd er enphalch ez im. vnd sint sie vnbelevmundet als hie uor geshriben ist so muz ez got sheiden vnder in mit kamphe. uor gote sint sie paide shuldig. mit kamphe wirt nevr der shuldic der sigelos wirt. vnd spricht er auf den iener da shevbet. ich stal sin nicht er enphalch mirz dicz gut vnd iach ez were rechtvertig. vnd kenphent sie mit ein ander vnd gesigt der diep der ez zem ersten stal vnd hat veriehen. oder hot er nicht veriehen vnd hat man auf in geshoben daz gut vnd gesigt der ez hiz stelen der ist genesen vnd henket ienen. dirre ist abr uer gote shuldig vnd vor den leuten vnshuldig. daz geshicht ofte an maniger sache.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 209

Da ein mensh daz ander stilt. Swer einen menshen stilt daz ist auch diepheit. offen diepheit vnd wirt in seiner gewalt begriffen man shevbet ez auf in als ein ander diepheit. vnd wie iunc ez ist oder wie arm ez ist man shol in dar vmbe henken. wanne ein menshe ist tevrre den ein michel teil gutes.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 210

Der diepheit hilt oder hilfet. Swer rat oder helfe tut ainem menshen daz er stele der ist der diepheit shuldig. wer stelen wil vnd get hin zeinem man vnd pitet in daz er im ainer leitern leihe er welle in ein haus steigen durch stehelen willen. oder der oder der ainem diebe die tuͤr auf tut. oder ein smit der mit wizzen diepsluͤzzel machet do er mit auf sleuzet oder ander eisen die ze diepheit gehort. oder der im ander helfe tut die diesem gleich ist. daz wizzet daz der also shuldig an der diepheit als der da stilt vnd man shol in henken zv dem diebe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 211

Der dem andern sin gut enphilt. Enphilhet ein man einem sneider sin gewant daz er ez mache vnd wirt ez da uerstoln der sneider muz ez gelden. also stet ez vmb al enpholnisse. swes sich der man vnderwindet ze phlegen oder ze behalten vnd wirt es im vestoln ez muz ez gelten. der ainem man ein phant sezzet vͤmb sein guͤlde vnde wirt ez im verstoln ez muz ez gelden. vnd gib ich einen man ein gut ze kaufen vnd geit er mir sein arre dran vnd daz gut pleibet mir in meiner gewalt vnd wirt ez mir verstoln der shade ist sein vnd nicht mein vnd han ich sein gehuͤtet als ich uon rechte solde. vnd leihet ein man dem anderen einen guldeinen naph oder ander gut der shol sein paz huͤten den sein selbes gutes vnd wirt ez im verstoln so muz er ez gelden. so sprechent svͤmeliche leute. verlivset ein man sein gut mit minnen er shuͤlle mirz nicht gelden. des ist nicht. ainem iglicheim man ist gesezzet daz vremdez gutes paz shol huͤten denne sein selbes. vnd ist daz mir ein gut verstoln wirt daz nicht mein ist da shol ich clager vͤmme sein. vnd stirb ich oder entweiche ich da uon so shol er clagen des daz gut da ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 212

Der im selber stilt vnde zeihet ez ander leute. Und ist ez ein man pei den leuten sizzet vnd hat pheninge in seinen pevtel vnd er sneidet sein selbes peutel abe vnd verpirget den vnde zeihet ez die leute sie haben ez getan. oder er nimt sie auz dem peutel vnd gicht sie haben imz genumen vnde man shol der leute eit dar vͤmbe nemen. ez ensei daz manz in ir gewalt begreifet so richte man vͤber sie als recht sei. vindet manz abr in seins selbes gewalt vnd ist ir sezzig oder mere man shol in henken. also shol man richten vͤmb allez daz gut daz der man im selber stilt. hie hat der man mit seins selbes gut sein leben verlorn. daz ist uon seiner grozen vntat geshehen daz er ander leute gehoͤnet hot vnd in ir leip genumen wolde haben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 213

Wer sein leben vmb diepheit nicht verlivset. DIe weil ein menshe vnder virzehen iaren ist so mag ez seinen leip nicht mit diepheit verwuͤrken. vnd hat abr ez phleger vnd gut so shol man den leuten fuͤr ez gelten. vnd hat ez nicht ze gelden man shol im haut vnd har abe slahen. man shol diepheit zwiualt gelten vnd dem richter nach genaden puͤzen ob der clager pueze nemen wil.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 214

Von strozrauben. Wil mich ain man rauben auf der stroze vnd were ich mich vnde slahe in ze tode ich puͤze seinen frivnden noch dem richter nicht. vnd wil man mir des nicht gelauben daz ich meinen leip also geretet habe vnde auc mein gut vnd haben ez die leute gesehen ich shol ez selp dritte erzivgen vnd mag vns daz mit kanphe niemant geprechen. vnd hat ez nieman gesehen ich shol meinen eit dar vͤmb pieten. daz wert mir wol ein sein mac mit kanphe ob er wil. daz ist dar vmb gesezt daz die shulde niemant weiz denne got alleine daz shade er auch zem rechten. vert ein man auz vnde wil rauben vnde fuͤret leute mit im die im helfent vnd nement einen raup vnd fuͤrent in haim. nv weder sint sie alle shuldic oder nevr der eine der die anderen auz hat pracht. ich spriche. si sint alle gleich shuldic wan er eine den raup nicht mechte haben genumen on der anderen helfen. vnd begreifet er ir einen des der raup gewesen ist er mag in wol vahen on gerichte vnd shol in fuͤr den richter fuͤren. vnd ist ez der helfer einer man shol vber in ichten als vbr den selpsholn. vnd ist daz er des laugen man shol in des raubes vberkvmen mit dem shube ob man in hat. hat man des shubes nicht man shol in vͤberzevgen mit siben mannen. hat man der nicht man shol in vͤberzivgen mit drein mannen. diz ist vͤmb den raup recht daz nicht rechter strozraup ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 215

Die aime helfent rauben on strozraup. Und hat ein man gut in seiner gewer daz nicht uor gerichte kvmen ist mit clage vnd spricht ez ein man on an gerichte vnd vnderwindet sich des gutes on gerichte dacz haize wir raup. vnd ob er dar auf icht nimt daz shol man vͤber in richten als uon ienem rauber von dem hie uor geshriben ist. vnd nimt er dar auf nicht so hot er doch freuelt an deme richter. dev freuel ist etwa fuͤnf phunt etwa minner etwo mer. nimt abr er dar auf icht man shol dev freuel puͤzen von dem clager zwiualt gelten vnd dem richter geben zehen phunt ob der clager puze wil. vnd ist daz ein gewer geantwort wirt mit gerichte swer die zeprichet dem get ez an dev hant oder ze losen zehen phunt den ob er halt nicht dar auf. nimt er abr dar auf icht daz ist raup dacz shol der richter richten als recht ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 216

Wie man wilt iagen sol vor der herren panforsten. Do got den menshen geshuf do gap er im gewalt vber vische vnd vͤber vogel vnd vͤber wilde tier. da uon habent die kvͤnige gesezzet daz niemant seinen leip noch seins leibes ein teil verwurken mac an disen dingen. doch habent die herren panforsten. wer in dar inne icht tut da habent sie puze vmb gesezzet als wir her nach sagen. sie habent auch vber vishe pan gesezzet vnd vͤber vogel. hie spricht pan gesetzzet. allen tiren ist vride gesezzet wan wolfen vnde pern. an den pricht niemant den fride. wer in den panforsten wilt wundet vnd vellet oder iaget oder toͤtet der shol dem herren des ez ist sechzic shillinge des herren lantpheninge. wer durch den panforsten reitet sein pogen vnd sein armprust shuln vngespannet sein. sein kocher shol bedecket sein. sein winde vnd seine pracken shuln auf gevangen sein vnd sein iagenden hunde shuln gekoͤppelt sein. iagt ein man ein wilt mit des herren urlobe vor dem forste vnd flevhet dar in er shol den winden widerrufen. vnd mag er sie nicht wider pringen er shol in nach volgen vnd sein horn nicht plosen in dem forste noch die hunde nicht gruͤzen. waz dem wilde denne geshicht von den hunden da ist der herre vnshuldic an. felet aber er vnde hezzet die hunde an daz wilt oder pleset er sein horn so ist er puz shuldic da werde wilt gewundet oder nicht. vnd ist daz ein man ein tier wundet in seinen wiltpanne vnd daz flevhet von im vnd ez kvͤmt auz seinen augen in einen andern wiltpan ez vellet da nider. wes daz wilt ze rechte sei daz shul wir sagen. stirbet ez dar inne e daz der dar vber kvme der ez geiagt hat des ist ez ze rechte. vnde vindet er ez lebende er shol ez lazen stan vnd ist des des der wiltpan ist. ein iglich wilt ist aines mannes mit rechte die weil ez in seiner gewalt ist. kuͤmpt ez auz sinen wiltpanne so ist ez nicht sein. vnd daz ain man ein wilt iaget vnd kvͤmt ez von im vnuersert vnd ist abr so muͤde daz ez nider vellet vnd nicht furbaz mac vnd kvͤmt ez auz seinen augen daz er sein nicht mere sicht swer ez dar nach vindet oder vahet des ist ez mit rechte vnd also ob er sich des suchens hat gelaubet. vnd ist des nicht al die weile vnd er ez suchet so ist ez sein. wer ez vnder ez vnder den weilen vindet der shol imz wider geben ez lebe oder tot sei. als ein iglich wilt auz deiner gewalt kuͤmt vnd auz deinem wiltpanne so ist dein nicht. als ein wilt in sein vreiheit kuͤmt auz deinen augen so ist ez dein nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 217

Von hebechen vnd von anderen vederspil. Dicz ist uon wilden vogelen. hat ein menshe hebeche vnd sperber oder ander uederspil vnd entrinnet daz einem manne ob der hant vnd er volget im nach vnd ez flivget auz seinen augen vnd er sich gelaubet des suchens den tac vnd suchet den anderen tac vnd den dritten vnd er vindet nicht vnd wer ez an dem dritten tage gevahet der sol ez mit rechte wider geben. gevahet erz an dem virden tage oder dar nach ez ist sein. vnd ist daz ain vederspil ain muz hat vnd entrinnet daz ainem man man shol ez mit rechte wider geben. daz recht ist uo n den vogelen die man in kivet daz heizent beslozen vogele. aber swie dicke sich die gemauzent daz hilfet nicht. als sie drei tage auzen sint so sie entrinnent man geit er nicht wider. swo vogel nistent auf einen pavme vnd swo sie nistent daz des mannes ist die weil ez in seiner gewalt ist so sint sie sein. als abr ez vligent wirt wer ez denne gevahe des ist ez. vnd get ein man ze walde vnd verstilt vederspil ab dem neste man shol dem herren drev phunt ze puze erteilen oder er gebe die hant. ich meine valken hebeche vnd sperber oder daz als gut sei als dicz. vmb ander gevuͤgele mag man weder leip noch gut genemen. vnd verstilt ein man vederspil deme anderen abe der stangen oder auz seinem korbe vnd wirt man des innen vnd gevahet man in vnd begreift daz vederspil pei im man shol ez auf in shieben als ander diepheit. vnd hat er ez geergert man shol ez zwiualt gelden vnd shol dem richter halp als uil geben als dem clager. vnd ist daz ez gar verderbet ist so geldez aber zwiualt. vnd ist ez als gut als do erz stal so sol er sweren wie liep im sein vederspil sei. halp als uil shol im der diep geben vnd dem richter daz ander teil. vnde hat er nicht gutes man shol im haut vnde har abe slahen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 218

Von tauben vnd phaben. Die tauben vnd die phaben haben gleichez recht. vnd hat ein man phaben die gewone sint pei seinem gemache ze wesen vnd si fligent danne vnde aber wider heim al die weile si daz tunt so sint sie sein. als si hin vligent vnd her wider nicht inner vier tagen wer si dar nach vahet des sint sie. swer daz vederspil in den tagen gevahet die hie genennet sint vnd ez behaltet vnd sein hoͤret vorshen vnd geit sein nicht wider so ist ez dipheit. vnd wie lange erz dar nach behaltet so ist ez sein nicht vnd muz ez wider geben. vnd kvmt ez fuͤr den richter so richte als hie uor gesprochen ist. diz recht habent auch die tauben. vmb vishe vͤmb vogel vͤmbe wilt verwuͤrket niemant seinen leip gar.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 219

Von zamer vogel rechte. Dicz ist von zamen vogelen von gensen huͤnren enten. die habent ander recht den ienez gefuͤgel. wo daz gefuͤgel kvͤmt vnd wie langez auzen ist so ist ez doch mein. vnd wer ez behaltet vnd weiz daz ez nicht sein ist daz ist diepheit vnd man richt dar vͤmbe als vͤmb ander diepheit. swi lange man wilde vogel inne hat man habe sie in dem zil oder nach dem zil gevangen vnd entrinnet sie vnd gevahet sie der des sie zem ersten waren des sint sie mit rechte in welhem zil er sie gevahet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 220

Der wilde tier zam wil machen. Swer wilt in steten oder auf puͤrgen zvͤhet daz get hin ze walde vnde wider heim die weil ez die wonunge hat so heizet ez sein. vahet ez ieman daz shol man im puͤzen als hie uor gesprochen ist. get abr ez hin vnd kvͤmt hin wider nicht in acht tagen swer ez denne geuahet des ist ez. oder in wes walde ez get des ist ez auch.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 221

Von shedelichen tiren. Swer behaltet ainen liminden hunt oder einen zamen wolf oder hirz oder pern waz sie ze shaden tunt dacz shol er gelten. wil er sich des wildes anen da mit kan er nicht ledig werden noch vnshuldic. wan ez ist widerz recht wer wilt pei leuten zam wil machen daz nimmer zam kan kan werden. vnd slecht ein man einen hunt ze tode oder der tier deheinez die weil ez im den shaden tut er hat ez kain galtnisse. habent ez die levte gesehen daz er ez tet in notwer man shol sein aines ait dar vͤmme nemen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 222

Durch was vrowen vormunt muͤzen haben. Ez mac dehain weip vorsprech noch uormunt gesein noch mugen ane uormunt geclagen nicht. daz verlos den vrowen allen ein edele roͤmerinne. die hiez kaefurnia. die uor dem reiche ze rome also missebarte vnd in so grozen zorn kom daz sie den kvnig beshalt do ir wille nicht fuͤr sich gienc. do nam der kvnig die gewonheit ab mit der fuͤrsten rate ze einem houe vnd mit weiser meister lere daz dehein vrowe nimmere shol vormunt noch uorspreche sein vnd nimmere an ir vormunt vor gerichte geclagen shol. vnd hot sie einen eman der shol ir vormunt sein. vnd hat sie des nicht so nem sie einen anderen. der richter shol sie e nicht hoͤren. den vormunt shol sie e haben e den uorsprechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 223

Der e in die echte kuͤmt. Unde kuͤmt ein man in den pan vor geistlichem gerichte vnd ist dar inne sechs wochen man mac in mit rechte vor werltlichem gerichte ze echte tun. vnd kumt er uor werltlichem ze echte man tut in in gaistlichem ze panne. vnd ist daz er e in die echte kumt e in den pan er shol auch e auz der echte kvmen e auz den panne. ist abr er e ze panne kumen e zv der echde er shol auch e auz den panne kumen e auz der echte. dieweder richter sol in auz den panden lazen e daz er von den shulden kvͤmt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 224

Der seinen knecht mit ruten sleht. Ob ein man ein kint mit der hant oder mit pesemen slecht oder er rauftes durch sein missetat er bleibt ez ane wandel. spricht man in an er habez zv geverde geslagen des shol er sich zv den heiligen bereden daz er des vnshuldig sei. macht erz ze der nasen plutruͤnstic on geverde vnd beredet ez ze den heiligen er pleibet des ane wandel.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 225

Von lerkinden. Unde ist daz ein man sein kint hin lat durch lernunge einen manne oder einen weibe zwei iar oder mere oder minner vnd geit da uon ein genantes gut daz kint stirbt e daz zil kuͤmt so shol man des gutes abe slahen als von der zeit gepuͤrt vnd shol ez wider geben. man shol uon der ersten zeit aller meist abe slan wan so hat man aller maist arebait mit den kinden. vnd verderbet er daz kint mit vnrechter zvchtigunge so muz er wider geben waz er enphangen hat. des shol er einen phening nicht behaben. da puͤzet er mit daz erz mit vnzuͤchten verderbet hat. vnde lauftez hin durch sinen mutwillen im pleibent die pheninge oder waz man im anders gab. vnd kvͤmt ez wider in virzehen iaren als alt vnd wil ez wider zv im er shol ez enphahen vnd shol ez sein zeit auz leren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 226

Wie keiserlicher fride gesworen wart vber alle devshe lant. Nv vernemt den anderen vride den der keiserliche gewalt gesezt vnde gestetiget hot mit williger kuͤr in devschen landen der fuͤrsten vnd der weisen maister vnde ander weisen levte die in dem lande varen. alle tage vnd alle zeit shuln fride haben phaffen vnd alle geistliche leute iuncfrowen vnd witewen vnd alle weise kaufleute vnd iuden an ir leibe vnd ir gute vnd kirchen vnd freithoͤue vnd iglich dorf in seinem zavne phlug vnd mvͤle vnd des kvnige stroze enwazzer vnd enwelde. dicz shol allez steten fride han. die leute die vor genennot sint die sint dar vͤmb genennet sunderlich daz sie selbe nicht were enhabent. da uon suln sie alle steten fride haben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 227

Swer in der kirchen icht vͤbels tut den shirmt die kirche nicht. man shol in dar auz zihen vnd vber in richten als die shult geshaffen sei. vnd stilt er in der kirchen dreier pheninge wert man sleht im haut vnd har ab. in dem kirchoue daz selbe recht. vnd stilt er eins shillinges wert man shol in henken. Swer an dem andern freuelt in der kirchen der shol puͤzen geistlich gerichte vnd werltlichem gerichte vnd dem man gefreuelt hat. diz recht hot auch der kirchof. die muͤl hat auch pezzer recht den ander hevser. swer in der muͤl stilt korn oder mel vier pheninge wert man shol im haut vnd har abe slan. vnd wer ander dink stilt daz richte man als uor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 228

Wie heilig vier tage in der wochen sint. Ez sint vier tage in der wochen die sint heiliger den die anderen. daz ist der dvnerstac freitac sampztac vnd der svntac. des dvnestages weihet man den kresemen da mit man vns alle zeichent zer cristenheit in der taufe. des donestages furte got sein mensheit ze himel vnd offent vns den wec da hin der vns lange uor beslozen was vnd furte mit im manig sele die e zer helle lange waren gewesen. des freitages geshuf got den ersten menshen. des samztages ruhet got do er in sechs tagen hette geshaffen allez dacz er wolle. daz was die groͤste kraft die got ie gewan daz er auz nichte allez daz geshuf daz himel vnd erde begriffen hat. er ruhet auch am samztage nach seiner marter in dem grabe. des svntages wart vnser herre iesus cristus gekuͤndet von dem engel gabriel der hoch gelobten iuncfrowen marien. des selben tages wurde wir versvͤnet vmb adams missetat die er tet in dem paradyse. des suntages was der erste tac der ie gewart vnd wirt auch der iungeste tac als wir erstehen shullen mit leibe vnd mit sele. vnd alle die rech in dirre werlde gelebt haben die varent mit leibe vnd mit sele ze himel vnd sitzent da ze der zeswen vnsers herren vnd habent da vrovde mit gote eweclich an ende. vnd alle wider got gelebet haben die varent mit dem tivuel in die ewige marter vnd in daz ewige fevr dar inne sie ewiclichen prinnen. da gedenket an alle die richtere sint vnd richt also daz ev got an seinem ivngesten gerichte genade tu vnd fro pei im bestet. die vier tage die wir hie genennet haben die sint gesezzet allen lovten ze fridetagen. on die leute die in den tagen die vntat tun. vͤber die shol man in den selben tagen richten. vber die echter shol man alle tage richten. den echter beshirmet kein tac.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 229

Wie der man seine frivnt auf dacz gerichte furen shol. Und wirt ein man auf eime gerichte beclaget der shol seiner frivnde nicht wan dreizig dar pringen mit im fuͤr gerichte vnd alle on gewefen wanne mit swerten. vnd wer an daz gerichte gewefen fuͤrt der ist dem richter shuldik funf phunt der lantpheninge.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 230

Wie man echtere vnd frideprecher vahen shol. Swer einen echter oder einen frideprecher vahen wil vnd wert er sich vnd slecht er in ze tode oder wundet in er ist dem richter nichtes shuldig noch seinen frivnden. mag er in nicht gesunden vahen so vahen also wunden vnd pringe in fuͤr gerichte. der richter shol vber in richten nach seiner shulde.
<231a> Wer echter vnd frideprecher iagen shol. Gewefen mag man wol fuͤren wenne man vert durch gerichtes not. der richter mac wol gepieten allen den die den fride gesworn haben daz sie varen wo sin not ist in seinem gerichte vnd allen den die zv iren iaren kvmen sint der swert gefuren mac ez enwende sie denne ehafte not. phaffen vnd weip vnde mesener vnd herter vnden die shuln nicht selbe varn. si suln abr ir helfe dar zv tun mit leuten oder mit gute. ist ez abr ein phaffen fuͤrste er shol wol selbe varn vnd shuln si im ir helfe tun die hie uor genant sein. ob sie uor ein haus varen drei tage shuln si da sein in ir selbes speise. vnd vinde er ieman auf der purch oder in der stat den shol der richter vodern drei tage so sie von erst dar kvment. vnd geit man sein nicht waz sie alle da geligent daz shuln si tun auf der shaden fuͤr des puͤrge sie da ligent oder vor der stat. der richter sol sich auch selbe da bewaren dar inne daz er gen den rechte var auf der shaden er geuaren ist.
<231b> Von dem selben. Und iagt man einen frideprecher oder einen echter dem shol allez daz nach iagen daz ez sicht oder hoͤrt. vnd begreifent sie in sie shuln in dem richter antworten. vnd flvͤhet er in ein purg oder in ein stat man shol in dar auz fodern von gerichtes wegen. vnd geit man in her auz nicht man shol die purk oder die stat besizzen mit gesezze vnde shol da uon nich kumen e man in geantwort. vnd flvͤhet er in ein ander gerichte der richter shol in vodern. vnd wirt er im geantwort er shol mit rechte vber in richten. auf welhe purk oder in welhe veste der echter oder der frideprecher entrinnet da shol in der richter vodern also laute daz ez die da uor sint vnde dar aufe sint wol hoͤrent. vnd geit man sie nicht her abe man shol die stat oder die purk verechten. vnd als sie sechs wochen in der echte sint so sol man alle die leute die in der stat oder auf der puͤrge sint ze echte tun. vnd ist daz die leute die in der echte sint nicht ze rechte stant so sechs wochen hin kumen vnd einen tak so shol der richter da fuͤr kvmen als vor gesprochen ist vnd ist daz er die purk oder die stat gewinnet er shol die purk auf die erde prechen. vnd ist ez ein stat vnd hat ein maure oder tullen man shol sie auf die erde prechen. vnd hat sie graben man shol sie eben machen. vnd hot sie der aller keiner man shol ie die manne in der stat sein haus nider prechen da er selber inne ist. vnd hat ein ritter haus in der stat vnd ist helfer gewesen dem tu man daz selbe. vnd sint geistliche livte dar inne gewesen die den puͤrgern mit willen sint pei gestanden der haus geshehe daz selbe. vnd ist auch recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 232

Da man raup auf ein purk furet. Und ist daz man ein haus shuldiget da sei raup auf gefuͤret vnd die daz getan haben die sint ab der purk gerieten vnd si furten den raup wider auf die purch vnd wil der purch herre des lauken daz shol er selp dritte bereden ze den heiligen daz ez nicht ensei. hat abr man dem raube nach geuolget biz an die purk die shuln bereden selp dritte dacz ez also sei die legen des purk herren gezivge nider. der richter oder sein pot shol den raup fodern. vnd geit man sein nicht wider so shol man die purk vorechten den wirt vnd alle die dar aufe sint vnd richtez dar nach als die echter. wil abr der purk herre sein haus mit kanphe weren so shol er der ainem die hant abe zihen die da sweren wellent. vnd er tut ez vnder den drein einem welhem er wil. vnd ist er halt sein vͤbergenoz wil er er muz mit im kenphen er enwoͤlle oder nicht. ist abr er sein vͤbergenoze mit dem er kenphen wil der geweigert des wirtes wol. sint sie alle drei des wirtes vͤbrgenoze so bleibent sie des kanphes mit rehte wol gen im vͤbr vnd muz ir beredunge nemen mit allem rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 233

Von der notnunft. Und ist daz ein magt oder ein weip in notnunft genumen wirt vnd wirt sie in ein haus gefurt wider ir willen oder ob ez dar inne geshicht vnd sie ruft vnd ir kuͤmpt niemant ze helf mac man des dev leute vnd daz haus vberzeugen selp dritte mit den die daz rufen haben gehoͤrt man shol vͤber die levte richten also daz man in daz haubt abe slahen. vnd shol allez daz vihe toͤten daz im dem hause ist ze den selben zeiten gewesen kazzen vnde hunde vnd hvͤnre. vnd ist ein magt gewesen vnd daz sie daz selp dritte erzivget so shol man in der ez getan hat lebendic begraben. vnd ist ez ein weip gewesen man shol im daz haubt abe slahen. vnd daz haus da ez inne geshehen ist daz shol man auf die erde slahen. vnd ist daz man in an kvͤmt der die notnunft hat getan man shol in halt vahen on gerichte vnd sol in vor den richter fuͤren. vnd wert er sich so man in vahet dacz stet in dem selben rechter.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 234

Wie man an den phaffen vnd on iuden puze verdienet. Phaffen vnd iuden die nicht vnbeshorn ist nach ir recht vnd tut man den icht daz man in shol puͤzen shol als einen laien vnd furent sie gewefen swert oder lange mezzer oder ander gewefen so habent sie daz selbe recht. vnd vindet man sie in dem hvrhause wer in dar inne icht tut daz ist daz selbe recht. oder swer sie vindet in dem leithause daz ist daz selbe recht. vmbe dise shulde alle kvͤmt nieman in den pan.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 235

Wie man vͤber tragende weip richten shol. Man shol vber kein weip richten die kint treit hoͤher den ze haut vnd ze hare ob sie lebendez kint treit. ob man ir des nicht gelaubet so shuͤllen zwu frume hausvrowen besehen an einer heimelichen stat. vnd sagent daz pei ir aide daz sie lebendingez kint treit so shol man ir nicht toͤten. wie groz die shulde ist. man shol sie also gefuge slahen daz ir daz kint icht abe ge da von. wen da von wuͤrde ein shoͤne sele uerlorn vnd ain leip. da wer der richter shuldic an.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 236

Wie man vber toren richten shol. Uber einen rechten toren shol nieman richten. wem sie abr shaden tunt daz shol ir vormunt puͤzen ob sie gut hant. vnd habent sie des nicht so sint si doch ledic. wan man shol sie meiden vnd shol auch niemant vber sie richten. vnd ist ein mensh als vnsinnic daz er tobet man shol ez in sliezen vnd shol ez pinden. daz shullen seine frivnt tun oder der richter. vnd hat ez der notdurft nicht so shol sie geben die nehsten moge oder der richter.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 237

Der dem anderen gut enphilhet. Swer dem anderen gut enphilhet auf sein triwe vnd wirt ez im gestoln oder geraubet oder verprinnet ez oder stirbet ez ob ez vihe ist vnd hat er daz gut paz in seiner hute gehabt den seins selbes gut vnde tar er daz zen heiligen bereden er gildet des gutes nicht. waz man abr einem manne sezzet oder leihet daz shol man im vnuerderbet wider geben. ist ez erger worden daz pezzer als recht sei. sezt ein man dem anderen ein phert vͤmbe pheninge vnd stirbt ez in seiner gewalt on seine shulde er shol ez niht gelden. er verlivset abr seine pheninge dar an dar vͤmb ez im gesezzet wart. hat abr er puͤrgen dar auf genumen die shuln im sein pheninge geben. vnd wil man im nicht gelauben so swere ez zen heiligen daz ez an sine shult tot sei. mac man in vͤberzivgen daz ez von seinen shulden tot ist mit drein mannen so shol er ez gelten. er shol auch nindert reiten den mit seinem vrlobe. vnd reit er on sein vrlop waz im denne geshiet den shaden muz er han. vnd geshicht im niht er muz doch pezzern. ie uon der meile muz er sechs haller geben. daz ist da uon gesezzet daz er ez on sein vrlop hat geriten. die weile vnd erz piderbet so shol er im kein fuͤre gelten. arbeitet er ez in wagen oder in phluge vnd wirt ez geergert daz shol er zwiualt gelden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 238

Verspilt ein knecht seins herren gut. Uerspilt ein knecht seinem herren ein phert oder ander sein gut oder uerseztes oder uerkauftes man shol ez dem herren wider geben mit rechte ob er des sweret daz ez sein gut ist vnd den kneht nicht bestat. verspilt er abr seins selbes gut oder wie erz one wirt ob er ze seinen tagen kumen ist vnd mit seinen willen der herre mag ez mit rehte nicht wider gewinnen. vnd wirt dem knechte sein aigen gut in seins herren dienste verstoln oder geraubet oder wie ez verdirbet der herre shol imz gelden vnd also der knecht vnshuldic dar ain ist. vnd der herre mac wol mit rechte clager sein vm daz gut wo erz vindet. daz ist da von daz erz dem knechte gelden muz.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 239

Waz iuden rechtes gen den cristen haben. Vnde geit ein iude dem cristen icht ze kaufen oder shaft er anders mit im icht er shol des cristen gewer sein mit cristenlichem gerechte ez endinge denne der iude auz nach seinem rechte. vnd ob der cristen des lavkent des shol in der iude vberkvmen mit drein cristen mannen. kaines iuden ait gat vͤber einen cristen man mit rechte. wil auch ein cristen man einen iuden vͤberzivgen so muz man zem minnesten einen iuden dar zv nemen ob iuden da sint gewesen. daz recht habent in die roͤmishen kvͤnige gegeben. waz die iuden gnaden vnde rechtes haben dacz habent sie von eime. der hiez iosephus. der erwarb in alle die genade die sie vnder vns cristen levten haben vͤmb den kvnig tytum. daz geshach do ierusalem gewunnen wart. do nerte sie iosephus waz ir den noch lebte. wan der iuden was in ierusalem besezzen dreistunt achzig tausent. do starp daz aine achzig tausent hungers. daz ander wart ze tode erslagen. daz dritte nerte iosephus. idoch furte man die selben vaile vnd gab ie dreizig vͤmb einen bosen phening. die selben gab der kvnig tytus ze eigen in des kvͤniges kamer. da uon shuln sie sein des kvͤniges knechte vnd der kvͤnig shol sie shirmen. slecht ein iude einen cristen oder tut er ander vngerichte man richtet vͤber in als vͤber einen cristen. vnd lauket vnd habenz cristen vnd iuden gesehen so shol ze minsten einen iuden ze gezevge han. vnde ist nicht iuden da pei gewesen man erzivget ez wol mit einfaltigen cristen mannen. daz ist abr niewan recht wan recht wo ein iude freuelt an ainem cristen. vnde slecht auch ein cristen ainen iuden man richtet vͤber in als vͤber einen cristen het erslagen. daz ist da uon gesezzet daz der kvnig sie in seinen fride hat genvmen. lavgent abr der cristen man mvz vber in zivgen mit cristen leuten. keines iuden kanph get gegen einem cristen manne. wil abr ein cristen man ez muz ein iude mit im kemphen. do gab den iuden da nach vespesianus aber grozer genade vnd pezzer recht. die ere erwap in aber iosephus do er im seinen tytum gesunt machte von einem grozen vergichte. kauft ein iude divbic oder raubic gut er muz da uon antworten als ein cristen. vnd wes er dar an laugent des shol man in vͤberzivgen als einen cristen. vnd leihet ein iude auf devbic oder auf raubic gut vnd kvͤmt iener dar nach als recht ist er muz im sein gut wider geben mit rechte als ein cristen. diz ist geshrieben ist. nv habent sie ein pezzer recht. daz gaben in die kvnige wider rechte. daz sie leihent auf diebic oder auf raubic gut daz shuln sie tun pei shoͤnem tage vnd vor ir tuͤr an offener stroze. vnd kvͤmt der dar nach dez daz gut ist man muz dem iuden daz haubtgut wider geben. vnd gicht der iude er habez vor seiner tuͤr offenlich genumen daz shol er erzivgen mit zwen anderen iuden zv im selber. vnd hat er der nicht so neme einen iuden vnd einen cristen. nimpt ein iude kelche puch vnd ander gerwe dacz zv der messe gehort daz diebic oder raubic ist vnde kvͤmpt man dar nach man muz ez vͤm sust wider geben. vnd ist daz er sein hoͤret forshen versweiget er daz vnd vindet manz dar nach in seiner gewalt man shol in dar vͤmbe henken als einen diep. daz ist da uon gesezzet. waz zv der messe gehoret daz daz zem merreteil geweihet ist von einem pishoue. hat aber er dirre dinge shup des shol er geniezen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 240

Diz ist der iuden eit den shol man in vor sprechen. Dicz ist der iuden eit wie sie shullen swern so. vnd also shol man in den ait geben. vͤmb so getan gut als dich dirre man zeihet daz dv des nicht enweist noch sein nicht enhast noch in dein gewalt ie gewuͤnne noch dein dehain ehalte vnder der erden begraben noch vnder der mauren vermauret noch mit slozzen beslozzen. so dir helfe der got der himel vnd erde geshuf perg vnd tal lovp vnde gras des e nicht enwas. so dir helfe dein e die got shreip mit seiner hant vnd sie gap moysi auf dem perge synay. so die fuͤnf puch moysi dir muͤzen helfen. vnd so dv immer ichtes muͤzest enpeizen dv muͤzest dich aller besheizen als der kvͤnig tet uon babylonie. vnd so daz swebel vnd daz pech auf deinen hals muͤze regenen daz vͤber sodomam vnd gomorram regent. vnd so dich daz pech vberrennen muͤze daz ze babylonie vberrante zwei hundert vnde mere. vnd daz dich die erde muze verslinden als si tet dathan vnd abyron. vnd so dein erde nimmer kvme ze anderen erden vnd dein griz nimmer kom ze anderem grieze in den parn abrahames. so hostu wor vnd recht vnd so dir helfe adonai. dv host wor des dv gesworn host vnd so dv malaz werdest als naaman. ez ist war vnd so der slac dich muͤze ane gen der daz volk von israhel ane gie do sie durch egypten lant furen. ez ist wor daz dv gesworn host vnd so daz plut vnd der fluch immer an dir weren muͤze des dein geslechte wunshte do sie iesum cristum marterten vnd sie sprachen alsus. sin plut kume vͤber vns auf vnser kint. ez ist war des helf dir got der moysi ershein in einer prinnenden stauden. den ait den dv gesworn host der ist war pei der sele die dv an den iungesten tage fuͤr pringen must. per deum abram per deum ysaac per deum iacob. ez ist war des helf dir got vnd der ait den dv gesworn host.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 241

Etwa geit man disen ait etwa ienen. diesen eit geit man den erbergen iuden. Dicz ist auch ein iuden ait wan eteswa ist der erste gewonlich etwo der ander. disen ait shol man also geben. ich beswere dich iude pei der selben e die got gab moyse auf dem perge synai ob diz daz selbe puch sei dar aufe ain iud e ainen cristen menshen richten shol des dich dirre mensche zeihet. du sprichst daz dv des vnshuldic seis daz dir der got helfe der geshuf himel vnd erde perg vnd tal lavp vnd gras des e nicht was. ob dv vnrechte swerst daz dir nimmer gehelfen die fuͤnf puch moysi. ob dv vnrechte swerest daz daz selbe swebel vnde pech auf dich regen daz da regent auf sodomam vnd gomorram. vnd ob dv vnrechte swerest daz dv versinken muͤzest in der erden als tet dathan vnd abyron. vnd ob dv vnrecht swerest daz dv werdest zeiner salzsevle als loths hausvrowe wart do si vͤmbe sach. vnd dv vnrecht sweres daz dich die miselsucht bestehe als naaman syrum vnd mariam moysi swester. vnd ob dv vnrechte swerst daz dich daz gicht vnd daz vallende bestehe vnd daz daz plut durch dich ge. vnd ob dv vnrecht swerst daz dein griez nimmer kvm ze anderm grize. vnd ob dv vnrechte swerst daz dv verfluchet seis vnd dein sel vnd dein leip nimmer kvm in den barn abrahams. als dv im gesworn host also helf dir der got abrahames ysaaks vnde iacobs. vnde so man dem iuden also den ait geit so shol im die hant in dem puche sein vnz an daz rist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 242

Von den iuden. Die iuden shol nieman twingen ze cristen gelauben. mac man sie mit gutem dar zv pringen daz shol man tun. wirt ein iuden cristen vnde wil wider von dem gelauben stan so shol in geistlich gerichte vnd werltlich dar zv twingen daz er da pei pleibe. vnd verlaugent er cristes gelauben vnd wil des nicht erwinden man shol in prennen als einen kezzer. vnd ob daz halt were daz man sie dar zv betwunge daz sie sich tauften sie shuln doch stete sein an cristen gelauben. daz ist da von daz der tauf so groze craft hat fuͤr die weile vnd daz in der mensh enphahet daz er im nimmer mac genumen werden. den cristen ist gepoten daz sie mit den iuden icht ezzen der speise die sie bereiten. si shol auch nieman laden ze keiner hochzeit noch ze keiner wirtshaft. ez shol auch nieman mit in paden. vnd an dem antlaztage nach mittem tage so shuln ir tuͤr vnd ir tuͤr beslozzen sein. si shuln auch nicht an die straze gen. die cristen shuln auch zv im nicht gen. si shuln sie nicht an sehen. daz shol wern vnz an den mantac nach deme heiligen tage. die iuden shullen iuden hvͤte aufe tragen in allen steten da sie sint. da mite sint sie auz gezeichent von den cristen daz man si fuͤr iuden haben shol. die iuden shuln nicht cristen leute pei in haben die in dienen vnd ir brot vnd ir speise ezzen. vnd die selben sint in den panne. vnd ist daz sich iuden taufet der mac mit recht sein gut vnd sein erbe han daz ez laubet im wol die shrift in dem decretal. diese gesezze vnd ander gesezzede vber die iuden die shuln richten geistlich vnd werltlich richter. vnd als ez der aine nicht entut so mag ez der ander tun. der geistlich mac den werlichen dar vmbe pannen ob erz nicht richtet. swelch iude dicz gesezzede vberget den shol buͤzen der werltliche richter mit als vil slegen als diz puch uor seit. oder paide gerichte mugen in pheninge auf sezzen in der maze daz si nicht da uon bosheit werden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 243

Von puͤrgen vnde von fuͤrsten. Man spricht daz puͤrge vnd fuͤrsten deheinen fride shuln haben den man in gebrehen muͤge. daz ist durch die veste vnd durch wer die die puͤrge habent vnd durch die werhaften leute die die fuͤrsten fuͤren shullen. des ist nit. si sint billich in dem fride von allem rechte vnd shullen den guten fride machen. vnd wer den fuͤrsten fride lobt der shol in stete halten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 244

Der des anderen puͤrge wirt fuͤr gerichte ze pvrgen. Swer puͤrge wirt eins man fuͤr gerichte ze pringen vnd mac er sein nicht gehan als er in fuͤr pringen shol er shol die selbe puze leiden die iener leiden sholde ob die shult auf in erzivget ist. vnd ist sie nicht auf in erzivget vnd daz man sie dennoch erzivget so shol er puͤzen. vnd wirt sie nicht erzivget so puͤze auch nicht. vnd ist der man tot den man vͤberzivgen shol so shol man nicht mer gezivge vber leiten den do er lebte. ez shol nieman puͤrge werden vmb den totslac. wirt abr er puͤrge man toͤtet in als ienen. daz ist also gesprochen. was der man tot do er puͤrge wart den man gelobte vor gerichte ze pringen vnd mac er in nicht pringen er stirbet fuͤr in.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 245

Von dem selben. Vnd wirt ein man des anderen puͤrge fuͤr gerichte ze pringen vnde hat er einen gewundet der lebt dennoch vnd als er vor pringen shol so ist iener tot er muz ze rechte an seine stat sterben ob er in nicht pringen mak ern habe denne mit worten auz gedinget ob er stuͤrbe daz er nicht puze tete wanne nach der wunden. ob man im des laugent daz shol erzivgen selp dritte die ez warez wizzen. so er daz getut so pezzer dem clager vnd dem richter in paiden nach ir rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 246

Uon zwaier hande frideprecher. Und pricht ein man den fride den er fuͤr sich selbe geit ez get im an den hals. vnd geit ein man fride fuͤr einen anderen man vnd pricht iener den fride vnd mag er sein nicht fuͤr pringen man slecht im abe die hant. des shol man im zil vnd frist geben drei virzehen naht. mag er in der weile fur pringen man sleht im abe die hant. mag er sein nicht fuͤr pringen man sleht im die seinen abe. vnd stirbet er dar nach vnd er in fuͤr lobte ze pringen vnd ist die shult auf in erzivget e er stuͤrbe er shol puͤzen als recht ist. vnd ist sie nicht erzivget er ist ledig mit rechte si enhaben denne gedinget do er lebte ob er stuͤrbe daz sie ir recht ze im hinz im heten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 247

Der ainen man dem gerichte mit gewalt nimt. Swer einen beclagten man vm gerichte dem gerichte mit gewalt nimt der shol in der selben shulde sein als iener was. mag abr er in fuͤr pringen er ist der shulde ledic. er muz abr dem richter puͤzen den gewalt den er an dem gerichte hat getan. des shol man im frist geben dreistunt acht tage. vnd stirbt ain phert oder vihe daz man fuͤr gerichte shol pringen der puͤrge pringet nevr die havt dar vnd sei ledic.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 248

Ob der des ersten clagt auf deme man do er clagen gen sol. Ob zwene uor gerichte auf ein ander clagent vnd der aine dem anderen hot uor poten dem da fuͤr ist gepoten der nimt des ersten einen fuͤrspreche. dem shol der richter nicht richten. er shol dem richten der da fuͤr gepoten hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 249

Wie man claget one fuͤrgepot. Unde sicht ein man den anderen in der shrannen stan er clagt in wol ane fuͤrpot. vnd vmb aigen da shol man im wol tac vmbe geben in etelich dink.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 250

Ob zwene an ein ander gleich fuͤr piten. Gepietent zwene gleich ain ander fuͤr vnd kvment auch e fur vnd welher denne e fuͤrsprechen gewinnet der shol auch der richter e richten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 251

Wem man an greifen shol on des richters poten. Ob ein man wirt beclagt vͤmb vngerichte vor gerichte do er nicht zekegen ist vnd wirt im fuͤr gepoten vnd in dem fuͤrpote kvͤmpt in der clager an er mag in mit rechte ane greifen vnd ane des richters poten vnd mag in fuͤr gerichte pringen ob er im nicht gnvk gewis ist vmbe daz er in beclagt hat. vnd behabt er uor dem richter daz er vmb die clage gewis gnuk ist er shol im puͤezen nach frivnde rat sein laster vnd dem richter den freuel. ist abr im nicht gewis so puͤzet er niemande nicht vnd sol in der richter behalten. daz ist dar vͤmb gesezzet daz der richter dem clager fride pannen shol vnd nicht dem auf den die clage get. al die weil der man on seins uorsprechen munt nicht gicht die weile pleibet er sunder shade seins uorsprechen wortes.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 252

Der nicht enzeit vorsprechen nimpt der wirt versavmt. Swer uor gerichte wirt beclagt der shol enzeit eins vorsprechen gern. wan die weile er nicht uorsprechen hat so mac der clager pezern seine clage vnd dar nach nicht wan als man erclaget mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 253

Do zwene kreigent vm totleip. Ob zwene man sprechent auf eines mannes gut uor gerichte nach seime tode der richter shol daz gut in sein gewalt nemen one shaden vnd shuln uor im dar vͤmbe rechten. vnd wer ez behabet dem shol ez der richter antworten ane shaden. daz ist da von daz ez dewederre in seiner gewer hat. ist abr ez so getan gut daz ez in seins vater gewer ist gewesen so shol im die gewer niemande antworten wan vor gerichte do sie paide ze gegenwart sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 254

Wie man den erben nach des mannes tode ir gut antworten shol. Swer erbe oder lehen oder varne gut nach dem dreizigesten nicht antwortet an die stat dar ez ze rechte hoͤret so manz an in vodert vnd kvͤmt ez fuͤr gerichte vnd behabt ez der der ez geuodert hat er muz dem richter puͤzen. vnd hat er des gutes icht genozen daz muz er im zwispelt gelden dem der ez behabt hat ob erz geuordert hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 255

Ob uater vnde muter vnd moge crigent ͤvmb ein erbe. Swer eins gutes wil erbe sin der muz swertes halp dar zv geporen sein. dacz ist der vater mac. wan swo ein vater mac vnd ein muter mac erbent vnd vmb daz erbe kreigent do shol der vater mac erben vnd der muter mac nicht. ist abr daz gut uon muter mac kvmen daz erbent auch die muter mage. swo abr die sippe einer sippe naher ist den div ander ez sei von vater oder von muter die shuln von rechte erben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 256

Von rechtelosen leute ehtern benumen. Der richter shol nyeman uon seiner gewer weisen man clage denne auf den der daz gut in siner gewer hat. vnd man shol in fuͤr laden als recht ist. rechtelose leute shullent keinen fuͤrmunt haben vnd shol in auch der richter keinen geben. welhez rechtelose leute sint daz ist da vor geshriben. den echern darf nieman antworten vnd den verpannen leuten ob si auf iemant clagent. claget abr iemant auf sie dem muͤzen sie antworten. daz ist da uon daz sie sint geseit uon dem rechten der cristenheit vor geistlichem gerichte. vnd ist vnd ist in antwederm ez ist daz selbe recht als ob er in paiden were. ain verechter man wil sich der auz der echte zihen so shol er uor den richter kumen vngeuangen vnd vngepunden. der in ze echte hat getan der shol in auz der echte lozen. vnd shol im der richter gute puͤrgen heizen sezzen vmb der clager shulde vnd vmbe sein puze. vnd sint die clager da zegegen die shuln die puͤrgeshaft do enphahen. vnd nimt der richter vngewisse puͤrgen do shol der richter den shaden an haben vnd nicht die clager. der richter sol die puͤrgen twingen daz sie den clagern leisten vmb waz ir clage auf ienen sei vnd waz si behabet auf ienen habent. vnd haben sie nicht hincz im behabt vnd waz si dennoch behabent daz shol der richter die puͤrgen haizen geben vnd sol sie twingen ob er die purgeshaft enphanget hat on den clager. hat abr der clager die puͤrgeshaft enphangen so shol der clager clagen auf die puͤrgen. der richter shol dehain puͤrgeshaft nemen an den clager daz vͤmb den totslac ist oder uͤmbe rechten strozraup. vnd spricht man den an der in der echte was er sei nicht auz der echte daz shol er selp dritte erzivgen die daz sahen vnd horten daz in der richter dar auz lie der in auch des ersten dar in tet. vnd ist er in mer echten er muz svͤnderlich uon in allen kvmen vnd vor iglichem richter der in die echte hot getan. vnd sendet ein richter seine prieue mit insigel daz er in auz der echte habe lan des shol man im gelauben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 257

Wer freihe levte vͤberzivgen mak. Freie leute vnd des reiches dienstman vnd der fuͤrsten dienstman die mugen vͤber alle freien herren vnd vͤber ander freien wol gezevch sein vnd vrteil vͤber sie vinden. abr die dienstman die ich hie uor genennet han die mvgen dreier dinge vͤber freie leute nicht gezivk sein. da ez in an ir leip oder an ir gut oder an ir erbe gat da shuln ir genozen vͤber sprechen. daz wir sprechen vͤmb ir ere daz maine wir also. ob man in spricht an ir ait oder an ir werk daz er die dink getan habe die vncristenliche sint. dirre dinge mak nieman den andern vͤberzivgen wan der sein genoz ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 258

Der vremdez lant vnwizzend ert. Swer des anderen lant eret vnwizzende der pleibet ez ane shaden. vnd erz ze vnrechte mit wizzen er muz ez puͤzen dem des daz lant ist vnd auch dem richter vnd hat auch sein arbeit verlorn.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 259

Wie man ane gerichte phenden shol. Swer den anderen vindet an seinem shaden er mac in wol phenden on des richters vrlop. wert er im dacz phant er shol in lazen gen vnd shol dem richter clagen. wan dar vͤmb wirt er dem richter svͤnderlichen shuldik einer puze daz er im phant hat gewert ob er den shaden behabet als recht ist. behabt er den shaden nicht hincz im so muz er in pezzern vnd dem richter daz er in wolde han gephendet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 260

Der sich wider dem gericht ains gutz vnderwindet. Mit erien mak nieman seinen leip noch seinen gesunt verwurken ez sei denne als uerre daz daz lant vor gerichte behabt si vnd er daz waiz daz der richter seinen poten dar auf hat gesant vnd ienem fride habe gepannen dar auf so verlivset er die hant. laugent er daz er dar vͤmbe nicht enweste des shol man in vͤberzivgen mit drein mannen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 261

Ob zwene mit ein ander gleich ein gut an sprechen. Sprechent zwene ein gut an den widerstreit mit gleicher ansproche vnd wollen daz mit gleichen gezivgen behaben vnd leit daz gut in ainem dorfe oder auf deme lande so zihe manz in die kuntshaft. vnd laitent sie gleich gezivge man teilt daz gut gleich vnder sie. hot abr einer mer gezivge den der ander der behabt daz gut gar. hie vor ist gesprochen wer mit recht gezvk mac gesein oder nicht. vnd ist ez denne vͤmbsezzen nicht gewizzen so shol ez beshaiden ain wazzer vrtail. vnd wer da behabt den shol der richter auf sein gut weisen. vnd pricht dem richter ieman ez get im an die hant oder loͤse sie mit zehen phunden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 262

Der den echter beheltet. Swer einen echter beheltet oder speiset mit wizzen ez get im an die hant. ein iglich man mak einen echter vber naht wol behalden mit wizzen vnd shol in des morgens lozen reiten. daz ist gesezt durch hausere. wan von havsere ist uil guter dinge kvmen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 263

Ob ein richter stirbet. Und stirbt ein richter was pei seinen zeiten geshehen ist uor gericht daz shol der ander richter stete han. swen ein richter in die echte tut vnd uon seiner echte in des kvͤniges echte kvͤmt wil er vor dem kvͤnige auz der echte kvmen so sezze puͤrgen als recht sei. so shol in der kvnig auz der echte lan vnd shol dar nach in des kvͤniges houe sechs wochen sein vnd einen tac ob ieman auf in clage daz er antwort. die weil im der kvͤnig fride bern. vnd shol fuͤr den kvnig gen so er denne wil vnde shol auf den heiligen swere daz er uor den richter kvme der in verechtet hot vnd sol des kvniges prief nemen der dem richter kvͤnde daz er der echte ledic sei. an dem prieue shuln die puͤrgen sten die er gesezzet hot. dacz sol er tvn so er hin haim kvͤmt vnde dar nach vͤber virzehen nacht vnd sol sich uor dem richter ze rechte pieten drei virzehen nacht. kvͤmt nieman der auf in clage er ist ein ledic man ez ensei daz ieman ehafte not habe geirret. als der kvͤmt vnd sein ehafte not beweiset so muz er antworten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 264

Wer den shephenstul erben shol. Der roͤmish kvͤnig ist gemeiner richter vͤber igliches mannes leip vnde gut. in welher stat shephen sint die shullen vrtail geben vber iglich dink vnd niemant anders. vnd ist daz man sie shuldiget si haben vnrecht vrteil gegeben des shol man sie beclagen uor dem hoͤhern richter. daz ist der von dem der richter daz gerichte hat. wer des wirt vberret daz er ein vnrecht vrteil habe funden mit wizzen dem sleht man die hant abe oder loͤse sie mit pheningen als uor gesprochen ist. wer zeinem shephen erwelt wirt daz erbent seine svne. vnd ist er nicht ze seinen tagen kvmen so shol er seines vater mak an seine stat sezzen. vnd hat er des nicht so sezze seiner muter mage dar. die shullen wizzige leute sein so man sie peste mac haben. vnd hat er der nicht er verlivset sein erbe vnd man nimt einen anderen. daz ist da uon daz gerichte weiser leute nicht enperen mac. shephen shuln haben svndern penke da sie aufe sizzen. si shuln auch vrteil sitzzende vinden vnd stende verwerfen. diz shol ein iglich man tun. vnd hat er nicht suns der seinen stul erbe so erbet in der nehste seines vater mage.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 265

Ob ein man ze vnrecht sitzet pei seiner ewirtinnen. Swer weip ze e nimpt vnd mit vnrechte pei ir sitzet vnwizzentlichen die kint die er pei ir gewinnet die sint ekint. vnd daz sie iemittent treit so man sie shaidet daz ist auch ein ekint. vnd sie erbent ir vater vnd ir muter gut mit rehte. vnd nimpt der uater ein ander weip vnd gewinnet kint mit ir vnd hot er erbegut zv ir procht daz er e hette daz erbet auch die erern kint. wan sint ekint. daz selbe recht habent auch die kint an der muter erbe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 266

Ob man einen zeihet er sei vnelich geporn. Swen man shuldiget daz er vnelich geporn sei den shol man vberzivgen mit siben mannen vnuersprochener leute. vellet zwene ein erbe an vnd wellent si daz teillen so shol der elter teilen vnd der iuͤnger welen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 267

Wie die erben gelden shuln des toten shult. Swas ein man dem anderen nimt oder wes er im shuldic wirt vnd stirbet der man er muz den erben dar vͤmbe antworten. stirbet abr der auf den die clage get seine erben geldent weder diepheit noch raup si habent denne daz gut in ir gewalt oder sie habent etlich shulde dar an oder sie haben daz vnrecht gut mit den erben verzert vnd daz man die ding auf die erben behabe als recht sei so gelden sie mit rechte die erben. die erben gelden nicht wucher noch spil. puͤrgeshaft muͤzen erben gelden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 268

Der einen wundet vnd der dar nach stirbet vͤber ein iar. Swer den anderen vahet vnd im nicht nimt oder in wundet oder in slehet an den tot vnde ane leme vnd er ligt an der wunden vberz iar vnd er stirbet nach dem iare vnd habent die erben der clage begunnen oder er selbe innerthalp iares er muz mit rechte dar vmme antworten seinen erben vnd man shol in richten hinz dem shuldigen als vͤmb den totslac. ist abr er frivnt worden vnd mac man daz behaben hinz dem toten man mit siben mannen so ist er ledig gen den erben vnd gen dem richter.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 269

Ob sich ein man eime herren zeigen geit. Swer sich verseit vnd ein herre sprichet er sei sin aigen vnd er habe sich im ze eigen geben des mag er wol vͤber werden. vnd ist ez vor gericht nicht geshehen so hat ez nicht craft. vnd wil auch ein frei ze eigen geben daz versprechen seine mage wol mit rechte paide uon vater vnd von muter. vnd als si ez aines widerreden so mag er sich nimmer mer ze eigen geben. spricht ain mensh daz ander an daz ecz sein aigen sei daz muz ez behaben mit zwen seinen mannen die sein aigen sein. vnd hat er der nicht so behabe in mit zwain seinen nagel magen vnd er selbe der dritte. vnd spricht in ein ander herre an er sei sein vnd er weste diesen nicht so shol der erer herre in behabe mit siben mannen die des vater moge oder der muter moge sein. mag abr der mensche sein freiheit bereden oder daz er anderswo auf ein gotzhaus gehoͤre mit sechs seiner moge drei von vater vnd drei von muter so hot er ir aller moge verleit. so hat er sein vreiheit oder ander sein recht behabet. swer die gewer hot an einen menshen der hat pezzer recht dar an den der der gewer darbet vnd shol seinen gezivk vor im leiten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 270

Do sich ain man ainem herren entseit vnde sich dem anderen geit. Swer sich ainem herren entsait vnd sich dem anderen geit vnd vordert in der herre vor gerichte vnd kvͤmt sein herre nicht fuͤr als im tac gegeben wirt dem er sich gab daz er in verste mit rechte iener der auf in sprichet behabt in mit zwen mit zwen seiner manne. vnd hot er der nicht er behabt in mit zwen siner mage. vnd ist da von daz iener ze gegenwart nicht enist. vnd wer er da ze gegenwart so must er in behaben als uor geshriben ist. wer des andern laukent vor gerichte vnd behabt er in vor gerichte so shol er sich vnderwinden vor gerichte mit eime halslage vnd der richter shol des nicht zvͤrnen wan er tut ez mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 271

Der ainen kenphlich an spricht. Ein iglich man auf dem man claget shol antworten nach siner gepvrt. daz ist nach seinem rechte vnd nicht nach des clagers rechte vnde spricht man kenphlich an er mag des kanphlich an er mag des kanphes wol vͤberig werden ob er uon deme lande nicht geporen ist dar inne er in sprichet an. an wem der clager puze gewinnet vor gerichte an dem hot auch der richter sein gewette.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 272

Der aigen an sprichet. Spricht man eins mannes eigen an da shol er nicht vmb antworten wan an der stat do ez leit vnde nevr in dem gedinge vor dem lantrichter. da muz er vor iglichem lanttedinge antworten ob daz gut in dem gerichte leit. der kvnig shol nicht richten nach des mannes rechte wan nach des landes rechte in dem er ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 273

Der mit divbe oder mit raube an der hantgetat begriffen wirt. Swe an der hantgetat mit devpheit oder mit raube begriffen wirt daz mac er an deheinen man gezihen. vindet ein man sin verstoln oder sin geraubet gut in ains anderen mannes gewalt den mac er deheiner hantgetat gezeihen. vnd gicht er er habe seinen gewern des shol man im tac geben vͤber drei virzehen nacht. vnd pringet er seinen gewern so ist er ledic.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 274

von dem kanph. von kamphe. Wenne ein man wirt kempflich an gesprochen vor gerihte vnd wirt daz gefristet auf einen tag der rihter schol in beiden fride gepiten vnczz auf den tage. vnd pricht ir einer der selben fride an dem andern man schol ez vber in rihten besunder kampf als hie vor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 275

Swer sich uor gerichte ze gezivge erpevtet e daz in der richter vroget mit rechte der shol vͤmb die sache nicht gezivge sin. ez sei denne also daz er hainen anderen mac gehaben so muz er im mit rechte helfen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 276

Der seins nakepavres vihe in treibet. Der man tut niht vbeles dar an ob er seins nakepavres vihe in treibet mit seinem. er shol ez auch wider auz treiben des morgens. vorshet man sein er shol ez nicht versagen. vnd versait er imz so ist ez divpheit. er shol auch keinen nuz da von nemen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 277

Der vremdez korn sneidet. Swer eines anderen mannes korn sneidet vnd went ez sei sein oder seines herren dem er dienet der missetut nicht dar an. wirt er geinnert daz ez sein nicht ist so loz ez auf dem acker vnd shol man im seiner arbeit lonen. fuͤrt er ez ab dem acker so shol ez ez wider geben vnd hot sein arbeit verlorn. swaz der man iar vnd tac in rechter gewer nicht enhat daz shol er im antworten der in dar vmbe der dar vͤmbe an spricht mit rechter clage.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 278

Ob ein vrow ein kint treit. Das weip shol man nicht weisen uon ires mannes gute als er stirbet treit sie kint e daz sie dez kindes genist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 279

Wie mangelter shol antworten iren shollen. Swer einen man beclagt vor gerichte vmbe gelt vnd daz er nicht vergelden mac noch puͤrgen nicht gelaisten der richter shol im den man antworten. der wirt shol in behalten gleich seim ingesinde mit speise vnd mit arebeit. wil er in die eysen legen daz mac er wol tun. nicht anders shol er in panden. let er in oder entrinnet er im er ist doch des geldes nicht ledich. die weil er im nich vergolden hot so shol er im dienen als sein ingesinde. vnd wil er sin nicht gehalten so shol der gelter sweren so er gewinnet vͤber sein notduͤrft dreizik pheninge oder mere daz er im die gelte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 280

Wie man gesten richten shol vmb guͤlte. Und ist daz ein man den anderen beclagt vm gulte vnd ist ein gast vnd kvͤmt vor gerichte der richter shol im richten als uor geshrieben ist. on des ainen daz man den gelter nicht antworten shol dem clager auz dem gerichte so er in beclagt vnd er nicht ze gelten hot. man shol niemande vmbe gelt lenger behalten den acht tage ez sei denne daz er gut habe vnd von boͤsen willen daz nicht geben welle dem er gelten shol. mac man daz gut beweisen wo daz ist des shol sich der richter vnderwinden vnd shol e dem clager antworten daz gut. vnd leit daz gut niht in dem gerichte da der gelter inne beclagt wirt man shol in behalten vnz daz man daz gut dort ane wirt. vnd mac man daz gut nicht beweisen wo ez leit oder mit gezivgen so shol man in noch acht tage lozen gen. ein man mac seine gelter zwir in dem iare ane sprechen daz er vͤber sein notdurft me den den dreizig pheninge habe. wil er des gelauben daz tu mit seinem aide vnd sei ledic oder man vͤberkvme in als hie vor gesprochen sei.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 281

Wie gulte warten shol noch gewette. Swenne man vor gerichte wettet gulte der shol er warten vnz die svnne vnder get ob er ein gast ist. vnd ist er dennoch nicht gewert so shol im der richter ein phant geben uor nachtes vnd er shol daz phant ze hant uersezzen ob er mac. mac erz nicht versezzen so verkaufes mit gezivgen. vnd wirt im icht vͤber daz gebe wider. geprist im so shol imz der richter geben von ienez gute. vnd sint si pei ein ander gesezzen in einer stat oder in einem dorfe so shol er gerichtes warten vnz an den achten tac. vnd geit er im denne nicht so die svnne vnder get so shol im der richter ein phant geben des morgens vor tertien zeit. do sol er mite werben als der gast. wenne der richter phendet nach dem gewette der ist im ainer puze shuldic nach guter gewonheit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 282

Der auf dem lanttedinge vm gulde clagt. Und beclagt ein man den anderen auf eime lanttedinge dem shol man dreistunt fuͤr gepiten. kvͤmt er fuͤr so wette im sein gut vnd shol im der richter gepiten e das er uon dannen kume oder in verphende mit gute daz er getreiben vnde getragen muͤge. vnd hat er der phande nicht so sezz im purgen auf acht tage ze wern. vnd hat er der nicht in shol der richter behalden als uor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 283

Von kaufe daz dinget. Swer einem silber gelobt der ist im shuldic lauter silber ze geben. gelobt er im gelt ze geben er shol imz pei dem pesten geben. gelobt einer pheninge ze geben er shol im pheninge geben die da genge sint in dem lande. in der selben weise shol man iglicher sache wern. waz ein mensh dem anderen lobt daz shol man im geben ez sei denne daz manz auz neme mit gedinge. wan gedinge prichet lantrecht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 284

Welhe aide man behalden shol. Igliches geuangen gelubde oder sein ait shol nicht stete sein daz er in vanknisse. ob er ze vnrecht gevangen ist er muz in loben. waz er wil die weil er in gevangen hot. als abr er ledic wirt so mac erz leisten oder nicht. daz stet an seiner wal. let abr er in ledic auf sein triwe hin wider ze antwarten daz shol er leisten ob er in nicht vntriwelich gevangen hot. hat er in ze vnrecht gevangen so ist er ledic waz er im gelobt hot ob erz leisten wil oder nicht. wil abr er gar mit rechte da von kvmen daz shol man im ertailen daz er dises geluͤbdes allez ledig sei vnd mag in fuͤrbaz dehain man an gesprechen vͤmb daz geluͤbde. er shol auch kvmen fuͤr seinen pharrer des rat shol er haben. da shol im raten als uor an disem puche stet von den aiden do der man seinen leip oder sin gut mit lediget vnd er anders nicht mac ledic werden. wil er er mac ez leisten oder lozen mit rechte. er sol fuͤr seinen richter kvmen vnd shol tun als hie uor gesprochen ist. vnd hat er im an ichte geshadet daz shol er im abe tun. vnde shol im den shaden zwiualt gelten. vnd clagt erz dem richter vnd wil im der nicht richten so shol er sein gut nicht verlisen dar vmb. er sol ez selbe gewinnen mit seiner frivnde helf so er peste mac. daz ist recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 285

Von fuͤrsten von vreihen vnd von dienstman. Got hat den menshen nach im selber gepildet. des shol im der menshe genate sagen. er hat auch den menshen mit seiner marter uon dem tode erloͤset. des shol er im grozlichen danken. got gert nicht uon vns den rehtes lebens. da mit habe wir im gedanket alle seiner arebeit. mit rechtem gelauben vnd mit rechtem leben gewinne wir daz himelreich. nv lat evch nicht wundern wo von dicz puch als luͤzzel seit von der dienstmanne rechte. wand irev recht sint so manicfalt daz sein nieman ze ende kvmen mac. wan vnder iglichem pishof vnd epten vnd eptissinnen die gefuͤrstet sint habent die dienstman suͤnderlich recht. vnder den leien fuͤrsten habent sie auch svnderlich recht. da uon mac man ir recht allez nicht vndersheiden. wan iglicher habe sein recht als im sein hershaft gebe. des reiches dienstman habent auch sunderlich recht. ir shult wizzen daz niemant dienstman hat den daz reiche vnd die fuͤrsten. vnd wer auch anders gicht er habe dienstman der hat vnrecht. sie sint alle ir aigen waz sie leute habent on daz reiche vnd on die fuͤrsten. ein iglich gotzhauz mac dienstleute haben. alle dienstlevte haizent eigen mit rechte in der shrift. man eret die dienstleute mit dem namen daz man sie dienstleute heizet. si heizent abr von der shrift eigen leute. dar vͤmb ert man sie mit dem namen daz sie der fuͤrsten aigen sint. ez mac mit rechte nieman eigen levte haben wan gotzhevser vnd daz reiche vnd fuͤrsten vnd freie herren vnd mitter freien. wer ot dienstman ist der mac mit rechte nicht aigen leute han. ein iglich man der eigen ist der mag nicht eigen leute han. vnd hat er levte die er im ze eigen leuten seit die sint seines gotzhauses des er aigen ist oder seines herren des er ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 286

Wir vinden daz geshriben daz sich nieman dem anderen ze eigen mag gegeben. Wir vinden in vnsern lantrechten daz sich niemant dem anderen ze eigen mac gegeben ez widersprechent sein mage mit rechte. wir habenz auch avrkvͤnde. got geshuf in sechs tagen himel vnd erde vnd allez daz dar inne ist. do ruhet er den sibenden tac. den gepot er vns ze ruen. vnd die sibenden wochen gepot er vns ze halten. vnd daz sibende iar haizet ein iar der losunge. so sholde man ledic vnd frei lazen alle die gevangen waren vnd in aigenshaft genumen waren. an dem fuͤnfzigesten iare so daz kom daz hiez ein iar der vreuden. so muste aller menneclich ledic vnd frei sein er wolde odern wolde. do was abr nieman des anderen eigen. auch gab vns got vrkuͤndes mere an einem pheninge do in die iuden mit versuchten ob er vnd sie dem keiser zins von ir leiben solden geben. do sprach iesus. zeiget mir des keisers phening. die iuden taten daz. do sprach iesus. lat den keiser seines pildes walden vnd gotes pilde gebt gote. daz mainte got also daz die sele ze gote gehorte. von dem leibe vnd von dem gute shuln dem herren dienen. da uon gab iesus cristus uon seinem gesinde dem romishem kvͤnige ainen phening ze zinse. da mit macht er niemant ze eigen. wir shuͤln den herren dienen dar vͤm daz si vns beshirmen. vnd als sie die leute nicht beshirment so sint sie in nicht dienstes shuldic.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 287

Wie man ieden man shol puͤzen nach seiner wirde. Swes sich der man vnderwindet mit vnrechte daz im mit rechte vor gerichte an gewunnen ist dacz shol er dem clager vnd dem richter puͤzen. wes sich der man vnderwindet mit des willen des ez ist der tu wider nimande vnd verdienet auch kein puze gegen den armen noch gegen dem reichen. vnd daz man dem werden hoͤher puͤzen shol den dem vnwerden daz dvͤnket eteliche leute wider recht. daz wil man hie bewern daz man ie den menshen nach seiner wirde puͤzen shol. nv vernemt alle die alden puze die die kvͤnige pei den alden zeiten aller hande leuten auf gesezzet habent nach ir wirde daz man in puͤzen vnd pezzern solde. die fuͤrsten vnd die freien herren sint gleich an irre puze. man puͤzet in hie vor mit guldeinen pheningen. die waren phundic. vnd den phening nam man ver zehen silbereinen. den gab man in fuͤr eteliche shulde zehen phunt uor eteliche minner ie dar nach vnd die shulde was. ein iglich vrowe het eins mannes halbe puͤze. sie sazten ie dem manne nach seiner wirdekeit puz. man gap da einem freien geporn ein phunt vnd einen helblinc. vnd einem anderen paur ein halp phunt vnd einen helblinc. vnd ainen tacwuͤrhten zwene fuͤlen hantshu vnd ein mistgabel. den kauflevten ein phunt. phaffen kinden vnd allen den die vnelich geporn sint den geit man ein fuder hevs als zwene ierige ochsen gezihen mugen. spilleuten vnd allen den die gut fuͤr erev nemen vnd die sich ze eigen haben gegeben den geit den shaten eines mannes gegen der svnnen. vnd kenphen vnd iren kinden geit man ze puze den pliz von ainem shilde gen der sunnen. alle die ir recht mit diepheit oder mit raube oder mit meinaide habent verworcht den geit man ze puze einen pesem vnd ein shere. diese puͤze ist gesezzet diesen leuten ob sie iemant stozet oder sleht one plutrunst oder ob man si raufet oder shildet. dise puze was hie uor recht vnd gewoͤnlich.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 288

Der meide oder weip notzoget. Der magde oder weip notzoget wie poͤse sie ist man shol vber in richten. also ist si magt man shol in lebende begraben. ist sie weip man shol in haupten. wie man daz beweren shuͤlle daz magt sei gewesen mac man irre manne kainen beweren mit recht daz ist also. hat si veriehen daz sie man habe mac man dacz beweren mit drein mannen so ist nicht maget gewesen. gicht ein man er sei pei ir gelegen so ist si nicht magt gewesen. swert er des selp dritte man shol sein gelauben daz sie nicht magt sei gewesen vnd shol der richter nach der beredunge richten. ein iglich man mac an seiner ameien die notnuft begen. daz shol man uͤber in richten als ob er nie pei ir gelegen were.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 289

Ob einer den anderen wundet. Und ist daz ein man oder mer leute ainen man an laufent vnd er wirt wunt einer wunden oder mere der die wunde geslagen hat der shol si auch nuͤzen. die da mite sint gewesen hant die weder geslagen noch gestochen noch ienen gehabet der da wunt ist so sint sie vnshuldig an der wunden. habent abr sie ploze wafen da gehabet da habent sie mit gefreuelt. daz shullen sie puͤzen dem wunden vnd dem richter als gesezt sei. doch sezze wir nicht hoher puze den ein phunt der lantpheninge etwa minner etwa mer. daz ist auch gut. dise puze shol dem clager halbe werden ob er pheninge nemen wil. vnd wil er nicht pheninge so erpite man im ere nach peider frivnde rate oder nah des richters rat. daz ander tail werde dem richter vnd nicht mere.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 290

Wie man kezzer ruͤgen schol vnd auch vͤber sie richten. Swo man kezzer innen wirt die shol man ruͤgen der pfafheit. die shullen si uersuchen. vnd als man sie vͤberkumt so shol sich ir der richter vnderwinden vnd richt vber sie als recht sei. daz ist er sol sie prennen auf einer huͤrde. shirmet sie der richter vnd gestet in vnd richtet nicht vber sie man shol si pannen pei dem hosten. daz shol tun ein pishof. wer werltlich richter vber in ist der shol dem richter tun allez daz er dem kezzer sholde haben getan. welch leien fuͤrste nicht richtet vͤber die kezzer vnd sie shirmet vnd in vor ist den shol geistlich gerichte pannen. vnd wil er nicht wider keren in iar vnd in tage so shol der pishof der in ze panne hat getan dem pabest sein vntat kvͤnden vnd wie lange er in dem panne sei gewesen. vmb die selben vntat er entsezt in wol mit rechte von seinem fuͤrsten ampt vnd uon allen seinen eren. dicz shol der pabest kuͤnden dem kvnige vnd alle werltlichen richtern. die shuln des pabestes gerichte veste machen mit irm gerichte. man shol im uerteilen aigen vnde lehen vnd alle werltlich ere. dicz gerichte sol man tun vͤbr herren vnde arme leute. daz bewer wir. pei den zeiten was ein pabest ze rome. der hiez zacharias. pei den zeiten was ein kvnig ze frankreich. der hiez ladameus. der shermet die kezzer wider recht. der was kvͤnig vor kvnig pippein kvͤnig karls vater. den entsazte der pabest zacharias von seinem kvͤnigreich vnd von alle seinen eren vnd von seinem gute. nach im wart pippinus kvnig pei seinem lebendem leibe. wir lesen daz der pabest innocencius entsazte keiser otten von romishen reiche durch ander sein vnrecht. dicz tun die pebeste mit rechte. ez spricht got ze ieremia. ich han dich gesezt vͤber alle diet vnd vͤber alle reiche ze richter. swer einen man zeihet er sei ein kezzer oder meineder oder ander daz im an sein ere gat mac er in nicht vͤberwinden als recht ist er shol die puze leiden die iener geliden sholde han ob er in vͤbrzivget hitte. so nicht kvniges ist so ist doch diz recht. ein papest vnd die den er sein gericht enpholhen hat vnd ir vndertan die mugen richten daz werltlich gericht nicht richten wil. on vͤmb plutauzgiezen nach geistlichem rechte. wer uon der kezzerei kumen wil den shol man enphahen. ez shol der pischof seinen ait offenlich nemen also daz er von der kezzereie kere vnd nimme mere dar zv kume. im shol auch der pishof puze geben nach rechte. kert er dar nach wider zv der kezzereie vnd wirt er des vͤberret so ist vber in erlaubet allen werltlichen richtern. vnd wil er abr wider kumen man shol in nicht enphahen noch enshol in nicht hoͤren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 291

Vmb welhe sache man priue vnd insigel haben shol. Swaz ein man mit kinden vnd mit weiben ze shaffen hat mit erbeteil vnd mit leipgedinge oder mit wem er icht ze shaffen hat vͤm so getane dink da uon wol krieg kumen mac da shol er hantvest vber nemen vnd geben mit der stat insigel. vnd ist ez so getan gut so neme des pishofs insigel. gehort ez ane ein gotzhaus des insigel neme er auch. wen alle leute vergezzen shiere so durch mite so durch neit so wirt sein an der hantueste nimmer uergezzen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 292

Von fluchtsal. und ist daz ain man gelden sol vnd sezzet sein gut in ains andern mannes hant dem her nicht gelden shol daz haizet fluchtsal. daz ist nicht recht. geit ein man dem anderen sein gut mit nuzze vnd mit gewer vnd verzeihet sich dar an seines rechten der hat recht an dem gute. vnd spricht in der gelter an er habez ze fluchtsal enphangen des sol er sweren daz des nicht sei. mag abr er in vber in vͤberkumen selp dritte daz ez anders sei des shol er geniezen. hot er daz gut gekauft vnd shol er im des noch icht daz shol er den geltern geben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 293

Dem man dreistunt fuͤr gepeutet vnd nicht fuͤr kuͤmpt. und gepeutet ein man dem anderen fuͤr dreistunt vnd kuͤmt er nicht fuͤr vnd ist ez in landes daz vnd sendet niemant dar der fuͤr in sein ehafte not berede vnd ist er in landes daz man daz bezeugen mak vnd im die potshaft gekuͤndet wirt daz man daz nicht bezivgen mak vnd im die potshaft gekuͤndet wirt dacz man daz auch erzivgen mac der hat daz verlorn dar vͤmb er beclagt was. daz recht habent die lantrecht nicht. daz ist da uon. swer in dem richte gesezzen ist der shol ez suchen one fuͤrpot. da uon gepeut man auf daz lanttedink von allen den die von fuͤnf vnd zwenzig iaren sint. die shuln daz lantteding suchen vnd die gut in dem lande hant. vnd gepeut ein man dem anderen fuͤr vnd kvͤmt er fuͤr vnd iener clagt nicht vnd hot er kost gehabt die shol er im abe legen. vnd gepeut er im dreistunt fuͤr vnd kuͤmt er dennoch nicht fuͤr iener sei seiner clage ledic vnd waz in beclagt habe vnd shol im sein kost abe legen vnd sein arbeit in lezze danne ehafte not. die shol er beweisen als recht sei vnd als hie uor an deme puche stet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 294

Wer ansprache versweigen shol. und hore ich mein gut an sprechen mit vorsprechen vnd versweig ich daz daz mac mir shade werden. versweige abr ich die ander ansprache durch meines leibes not vnd mac ich dar nach daz bereden mit meinen zwen vingern so shadet mir die ansprache nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 295

Do zwene hincz aim manne sprechen vm ein gut. Swelch man ainem gewisheit gelobt vͤmb ein sache vor gerichte vnd kuͤmt ein ander man vnd clagt dem richter vͤmb die selbe sache er shol im nicht antworten e daz er ienem enpristet oder shuldic wirt. er shol auch nevr dem ainen puͤzen der im pei dem ersten beclaget hat. vnd enpristet er im vnd ist die sache denne ienes der in anderstunt an gesprochen hot er shol ienem antworten. vnd ist die shulde halber sein er shol sich an ienen haben der behabt hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 296

Von vanknisse. Swer ainen man gevangen hat der muz antworten seinem herren ob er sein dienstman oder sein aigen ist vnd seinen weibe vnd seinen kinde vnde seinen magen. den muz er allen antworten ob sie in uor gerichte beclagent die weile er in seiner gewalt ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 297

Von deme antvangen vnd von der hantgetat. Die hantgetat ist wo man einen man mit der tat begreifet oder in der flucht der getat oder diepheit in seiner gewalt begreifet da in selben die shulde zv treibet. dacz ist daz er selbe verstoln hat. wer vber den anderen tac sein diepheit oder seinen raup vindet pei im der ez offenlich hat gekauft vnd vnhelingen behalden hat vnd des gezivge hat den mak man dehainer hantgetat gezeihen ern habe denne sein recht uerlorn. vindet ma nz in seiner gewalt er muz dem dar vͤmbe antworten des ez ist. der mac sein gu t wol anevangen mit des richters urlobe. mag er den richter oder seinen poten gehaben daz ist gut. mac er sein gehaben er vellet ez an vnde furt ez in des richters gewalt. wert abr er im sein gut so tut er widerz recht. vnd wil er recht da mite varn so shol er also sprechen. ich wil mit ev fuͤr den richter varn vnd wil ev da mite dem gute recht piten. vnd ist er nicht gewis so shol in der richter vahen oder sein pote. sezt abr er puͤrgen so shol er in lazen gen. vnd ist des richters pote da man shol im daz gut antworten. vnd kvmt er nicht fuͤr gerichte vngenoͤter dinge man hot in fuͤr einen dip wanne er sich shuldic machet do er sin gut anevanget vnd in vordert fuͤr gerichte vnd er daz verwidert. spricht iener da wider ob ez vihe ist er habez lazen ze fure oder er habez erzogen in seinem stille der behabt mit pezzerm rechte der ez in der gewer hat den iener der ez ane spricht der ez in der gewer hat denne iener der ez an sprich. der ez in der gewer hat der shol ez selp dritte erzivgen warhafter levte. vermizzet sich abr iener gezivge mit siben zivgen verlegen. spricht abr iener er hab ez kauft auf dem freien markte er enwizze von weme vnd berede daz ze den heiligen er ist der diepheit ledic vnd vnshuldic. seine pheninge verlivset er dar an. nennet abr er seinen gewern vnd die stat do erz kaufte den geweren shol er stellen vͤber virzehen nacht. der tage geit man im drei. stellet er sinen gewern so ist er ledic vnd der gewer shol fuͤr in antworten. wirt abr im prest an seinem gewern er muz dem manne sein gut wider geben on shaden. spricht abr er im hab ez einer geben der in ainem andern gerichte sitzze dar muz er varn vnd muz daz gut auf shiben. do vert iener nicht mite hin. er wartet auf dem gerichte do erz funden hot. der sein gut behabt hat der geit von dem vihe dehein fure. mag er an dem gericht nicht uoluarn er muz dem richter puzen. vnd ist daz vihe icht geergert er muz ez pezzern so iener beredet wie vil ez geergert ist. den des tages do erz verlos. vnd ist daz erz verlivset fuͤr die weile daz erz anvanget ez muz ez gelten vnd dem richter puͤzen nicht an eines diebes stat. wil erz bereden daz er nicht weste daz ez diebic was er shol puͤzen ob erz verlorn hat vnd anders nicht. ez geshiet dicke daz man diepheit oder raup vindet in aines anderen mannes gewalt vnd der shevbet ez auf einen anderen vnd also dicke wirt ez geshoben vnz daz ez kvͤmt an den der ez verstoln hat oder geraubet hat. auf den shol manz shieben vnd sol iener swern daz im verstoln sei oder geraubet. als daz geshiet so shol man in henken ob erz verstal oder man shol in haubten ob er geraubt hat on den strozraup der hie uor geshriben ist. wan do shol man die leute vͤmbe henken. vnd ist dacz er hie hot gut lozen do shol man den leuten gelden allen iren shaden. ist des gutes do nicht so shol ez iener gelden in des gewalt er sein gut vant. vnd der shol denne da hin clagen der im daz gut gap. vnd also shol ein iglich auf den anderen clagen vnd shol iglich dem anderen seinen shaden abe legen. vnd kvͤmt ez an den dem der diep oder der rauber sein gut hot genumen vnd habent sie nicht gutes hinder in lozen er muz aine in dem shaden pleiben. vnd dem richter wirt von dem gerichte alleine nicht wan ir shup. daz ist etwo gewonheit von einen pheninge etwa minner etwa mer. abr geshriben recht ist dreizig pheninge. vnd von einem vihe einen shillinc. vnd von einem sweine daz zweir iar alt ist vier pheninge vnd ist ez iuͤnger zwene. vnd von einem esel funfzehen. vnd als ich uon dem sweine hon gesprochen also shol ez sein von den rossen vnd von vihe waz nicht zweier iar alt ist. da shol man nicht geben den daz halbe teil. wil der clager er mag sich auch lieplich richten mit dem rauber oder mit deme diebe. daz muz geshehen mit des richters willen vnd der shuldige muz im puͤzen nach seinen genaden. waz iemant den dieben oder den rauber abe prichet ist ez in ainem gerichte er shol ez dem richter antworten vnd shol ez behalten sechs wochen. kvͤmt iemant den ez an gehoͤret der shol sich dar zv zihen als hie uor gesprochen ist. ez sei vihe oder ros er shol die kost gelden die dar auf gegangen ist. vnd kvͤmt iemant dar nach so shol ez der der imz genvmen hot der shol im daz dritteil haben vnd der richter die zwei teil. kvͤmt iener dar nach des ez ist vnd beredet daz erz nie inne wuͤrde wo sein gut were oder daz in ehafte not habe geirret der richter shol im sein teil wider geben vnd shol hincz ienem richten vm daz dritteil.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 298

Von rauplicher gewer. Leihet der herre ainen man ein gut on vndersheit waz da puze auf ist daz ist des man mit dem gute der herre dinge danne den paw vor auz. daz tut der herre wol mit rechte. wirt abr ein man beclagt vͤmb ein rauplich gewer da man die sheinberliche tat beweisen mac vnd wirt der richter mit recht dar zv geweiset vnd geladet der richter shol zehant vber den rauber richten als da uor gesprochen ist. wir haizen daz rauplich gewer wo zwene vͤmb ein gut kreigen vnd ir deweder dehain recht gewer dar an hat vnd sich sein der vnderwindet oder sie paide on gerichte. die tunt wider dem gerichte. waz ein richter nicht en mac noch enwil richten so shol der clager varen uor den obern richter vnd shol im clagen. vnd richtet im der nicht vnd shol varn an den kvnig vnd shol dem clagen vͤber den richter der im nicht richten wolde vnd clage im dar nach waz im werre.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 299

Wie man aigen leute frei lat. und ist ein weip eines herren aigen vnd si legt einen man zv ir vnd si wirt eines kindes swanger vnd e si des kindes genist so let sie der herre vrei als si denne des kindes genist so ist daz kint frei.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 300

Der einer vrowen geheizet er welle sei froi lan. Vnd ist daz ein man ein eigen weip hot vnd er geheizet ir er. welle sie vrei lan vnd stirbet der herre e daz geshehe so ist si frei. vnd truc si kint iemitten do er ir den geheiz tet daz kint ist frei vnd daz weip auch vnd al die kint die sie immer gewinnet die sint frei.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 301

Ob ein frei vrei vrow iren eigen man zv ir legt. und ist daz ein frei vrowe ir aigen man zv ir legt man shol man shol sie haubten vnd in uerprennen. vnd wirt ein kint von in geporn daz ist nicht vrei. ez erbet auch nicht muter gut noch vater gut noch dehein seins mages gut. vnd waz der kinder ist die haben nicht rechtes daz sie ieman mugen geruͤgen vͤmb dieheine missetat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 302

Wer uͤberhur shol ruͤgen. Ez shol dehein fremder man kein vremdez weip rugen vͤmb ir vͤberhur. ez mac wol tun ir pruder vnd irs pruder sun vnd ir veter vnd irs vetern sun. ir emanne ist wol irloubet daz er sie ruͤge. vnd auch sein hausgesinde mac si auch rugen auch mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 303

Die vergift machen. Ez mag ein man sein weip wol ruͤgen vnd ein weip ir man ob er ir ein vergift machet oder si im da man die leute mite toͤtet. si shuln auch paide ir gesinde uon in tun ob si dirre vntat von in inne werdent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 304

Ob ein cristen pei einer iuden ligt. und ist daz ein cristen man pei einer iudin leit oder ein cristen weip pei einem iuden die sie peide des vberhures shuldig vnd shol man sie paide uͤber anander legen vnd sol sie verprennen. wan der cristen man oder daz cristen weip die habent irs gelauben uerlaugent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 305

Ob sich ein vreier man an ein gotzhaus geit. Vnde wil ein vreier man sich selben an ein kirchen ergeben dem heiligen der da hauptherre ist daz mac nieman erwern kvͤnig noch keiser noch dehein sein mag. vnd ist daz ein vreier man sich wil an ein gotzhaus geben daz mac im niemant erwern den sein erben mit den er shol sein gut teilen also daz im der pezzer teil werde. daz geit er durch got wol. dicz shol er tun mit dem avrkvͤnde. wer des gotzhauses herre der shol im heizen einen prief machen vnd shol in versigeln mit des gotzhauses insigel vnd mit selbes insigel ob erz hat. an den prif shol man sezzen sechs gezivge oder siben oder mere ob man wil. vnd die shuln ez alle haben gehoͤrt vnd gesehen. vnd shol denne immer stete sin.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 306

Geit ein freier man sein gut einem gotzhause vnde nimpt ez wider vmbe zins. Swelch vreier herre sein gut an ein gotzhaus geit vnd leihet im des gotzhaus herre daz gut wider vmb einen zins ze seinem leibe vnd geit im priefe vnd insigel daz ist stete. daz mac im nieman seiner erben geprechen. vnd stirbt der man der dise gabe also tut an daz gotzhaus vnd hat er svͤne hinder im lan die daz gut an sprechent vnd iehent ir uater gebe nie nicht an daz gotzhaus geben so shuln sie die priefe zeigen. vnd lebent sie noch die an dem priue stent die shuln swern auf dem alter daz sie horten vnd da pei waren daz dicz ir uater tet als hie uor gesprochen ist. da mit hat dacz gotzhaus behabt. vnd sint die gezivge tot die an der hantveste stent die toten helfent als uil als die lebenden. daz ist da uon recht daz div insigel dar an. hangent nevr insigel dran so ist doch stete. vnd die daz gotzhaus an hant gesprochen die shuln dem gotzhause buͤzen mit als uil gutes als daz gut ein iar giltet daz si an gesprochen habent. daz ist da uon gesezt daz man sich huͤte vor vnrechter ansprache wan der mac man wol engelten. ist abr der prif verprunnen oder sus uerlorn so shuln die erben die ez an gesprochen haben. der ge einer dar mit vnuersprochen leuten. daz ir uater nie daz gut an daz gotzhaus gebe noch nie prieue habe gegeben. vnd so daz geshicht so habent die erben daz gut wol behabet mit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 307

Wie ein kint dem vater erbe erwirbet. Vnd ist daz ein vrowe gut hat geerbet von vater oder von muter oder von anderen magen vnd sie nimt ein man vnd si wirt pei im kindes swanger vnd sie gebirt daz kint vnde stirbt an deme kinde. daz kint lebt als lange weile vnz ez die augen auf getut vnd sihet die vier wende des hauses. daz kint hot geerbet seiner muter gut waz sie lazen hat. vnd wen ez dar nach stirbet so erbet der uater allez daz ez von seiner muter geerbet hot. daz tut er billicher den iemant anders.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 308

Ob ein tochter ir vngenoz nimt dev andere ir genoz. und ist daz ein man stirbet vnd let zwu tochter hinder im die paide megte sint. die eine nimt irn genoz vnd hat in ir vater gut lan daz an ertreiche leit daz shol die tocht allez haben die ir genoz hot genumen oder ir vͤbergenoz. vnd lat er in ander gut den ertreich daz suln sie gleiche teilen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 309

Wie man slahen vnd raufen vnde stozen buͤzen shol. Swer den anderen slehet vnde stozet oder wirfet oder raufet one wunden vnd wirt er uor gerichte beclaget ez get im nicht an seinen leip. er shol dem clager puͤzen nach frivnde rat oder nach des richters rate vnd wette deme richter seine puze. daz sint etwa funf shillinge etwo minner etwo mere. nicht mere shol der richter neme von dirre shulde dan ein phunt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 310

Der einen gerne sluge vnd sin nicht triffet. und ist daz ein man auf einem rosse sitzet vnd wil reiten an sein geshefte vnd ain ander man reitet gegen im vnd zvͤhet sein swert auz vnd wil in slahen vnd trift sein nicht vnd trift daz ros. daz spricht kars recht. er shol in puͤze als ob ern hette troffen. daz ist da uon gesezzet daz er in mut ze slahen do er daz ros traf. vnd hot erz getan mit spizzen oder mit armprusten oder mit pogen oder mit einen mezzer oder mit einem wafen so ist ez daz selbe recht als vmb daz swert.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 311

Der ein vihe phendet wider recht. und ist daz ein man phendet wider recht ez sei ros oder vihe vnd treibt daz in sin haus vnd daz vihe slecht oder stoͤzet ein ander vihe ze tode oder welhen shaden ez tut die weil ez in seiner gewalt ist daz muz der gelten der ez ze vnrechte phendet hat vnd als vil daz vihe shaden tut vnd nicht mere. vnd er shol dem richter puͤzen nach der gewonheit die in dem lande ist oder in der stat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 312

Ob einer nicht antworten wil vor gericht so man auf in clagt. Swer vor gericht wirt beclagt vmb shulde vnde im der richter gepevtet daz er antworte wil er denne nicht antworten so gepiet im ainst anderst drittest vnd antwort er denne nicht so shol er ienen heizen fuͤr sich clagen vnde shol im richten als ob er im antwortet. clagt er im vͤmbe gut so shol im richten als rechte sei vnd ist er dem richter wettehaft dar vͤmbe daz er nicht geantwurt hot. get abr ez im an den leip daz gerichte als hie vor gesprochen ist er ist da mit nichte ledic ob er nicht antwortet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 313

Von stvmmen. Swo ein stummer ist der nicht geantworten mac vnd vodert er mit geperde einen vorsprechen den shol man im geben. vnd swaz man bedevten mac dar nach iener auf in claget vnd auf in erzivgen mac daz sol der richter richten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 314

Von kirchen vride. als ein mensh icht tut vnde vliehet ez in ein kirchen ez sei weip oder man des shol niemant gewalt haben daz er in her auz zihe oder icht leides tu an der kirchen. er shol gote furchten vnd die kirchen eren. vnd ist er imans eigen der shol den prister biten daz er in her auz gebe. daz shol er tun vnd shol gute gewisheit von im neme daz im vͤmb die shulde iemant icht tu oder gestate ze tune vnd shol im vergeben waz er im emals hat getan. vnd wil er des nicht tun so shol der prister daz menshe pei im haben vnd shol huͤten daz er im icht entrinne. vnd entrinnet er im so geb im daz im also liep sei. vnd kvͤmt der richter fuͤr die kirchen vnd vordert den menshen her auz der prister shol im sein nicht her auz geben er shol in vreilich an sein gewarheit tun vnd tut wider nieman dar an. vnd ist daz in iemant auz der kirchen nimt wider sinen willen vnd gotes nicht ensh er shol dem des die kirche ist sechs vnd dreizig shillinge geben vnd shol an die kirche geben achzehen shillinge. dar vͤmb shol er also hohe puͤezen daz ander cristen leute sehen daz man gotes an der kirchen shonen shol. ist dacz der menshe in die kirche nicht kvmen mac vnd gevehet ez den rink an der kirchen tuͤr er shol als guten vnde als in der kirchen. und wer im an der kirch tuͤr icht leides tut der muz als groz puze leiden als ern in der kirchen habe genumen. der geweihete freitshof shol daz selbe recht haben als die kirche. wer einen menshen fuͤr der kirchtuͤr ze tode sleht oder in der kirchen als uor gesprochen ist vnd die kirchen groͤzlich enteret der shol geben an die kirchen sechszic shillinge. swer icht stilt oder raubet in der kirchen der shol der kirchen geben sechs vnd dreizig shillinge vnd dem prister des die kirche ist achzehen shillinge vnd shol die shulde puͤzen also. als vil er dar inne nimt er shol im dreistunt als uil geben. vnd waz er stilt daz der kirchen ist vnd die kirchen an gehoͤret. ros oder rinder oder varendez gut oder waz ez ist. daz shol er dreistunt widerlegen mit gelte als ez wert ist. daz ist allez karls recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 315

Von diebigem vnd raubigem gute. Swer divbic oder raubic gut pei dem anderen vindet vnd kvͤmet er dar vnd vodert sein gut vnd verseit er imz vnd wil imz nicht geben er shol gen zv dem richter vnd neme seinem poten vnd shol gen wider ze ienem vnd shol sein gut vodern. vergicht er im seins gutes so ist er dem richter shuldic zwelf shillinge. vnd laukent er im vnd wirt er vͤberzivget selp dritte daz er shuldig ist er shol im sein gut wider geben als gut als ez was do ez im verstoln oder geraubet wart. er shol auf dem richter puͤzen als gewoͤnlich ist einen wuͤnde puͤzen pei dem aller hohsten. daz sint zehen phunt der lantpheninge. man shol im seinen leip dar vͤmb nicht nemen. vnd hot er der pheninge nicht er shol des richters pote sein vnz an seinen tot.
<316a> Von hunden der die stilt oder slecht. Swer einen leitehunt stilt oder ze tode slecht der shol seinem herren als einen guͤten geben als iener was vnd sechs shillinge dar zv.
<316b> Von treiphunden. unde verstilt oder slecht ain man seinen treiphunt er shol im als einen guten wider geben vnd drei shillinge dar zv. vnd wil er swern dar er vnshuldic sei daz shol er tun mit einem piderben manne. des vordern hundes muz er laugen mit drein mannen.
<317a> Von spuͤrhunden. Vnd stilt einem man einen spuͤrhunt oder slecht in tot er shol im als guten wider geben vnd sechs shillinge dar zv. der einem manne einen piberhunt verstilt der sol im als einen guten geben als ienen was vnd sechs shillinge dar zv.
<317b> Von winden. Ein hunt heizet ein wint die hasen vahent und ander tier der den einem man verstilt oder ze toͤde slecht der shol deme herren als einen guten wider geben als iener was vnd drei shillinge dar zv.
<317c> Ein hunt der groz tier vahet. Ein hunt der groz wilt vahet pern vnd hirze vnd ander groze tier der den stilt oder ze tode slecht der shol im als einen guten geben vnd sechs shillinge dar zv.
<317d> Der des vihes huͤtet. Swer einen hunt stilt oder ze tode slecht der des vihes huͤten shol vnd die wolfe pizzet der shol als guten geben oder drei shillinge.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 318

Von dem hunde hofwart. Ein hunt der heizet ein houewart vnd hutet einem manne seines hauses vnd seins houes tag vnd nacht stilt oder slecht ze tode der shol im als einen guten geben vnd drei shillinge dar zv. ob er in stilt so die sunne vnder get so shol er diese puze tun vnd hat doch die diepheit begangen. vnd ist daz er im pei shone tage verstilt so gebe im al einen guten als iener was vnd einen shilling.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 319

Peizet ein hunt einen man. Peizet ein hunt einen man in seinem gewande oder in ploze havt vnd wert er sich vnde slecht in ze tode er shol im als einen guten geben vnd keinen phening. ez shol abr iener des der hunt was ienem seinen shaden halben abe legen. oder er shol im des hundes nicht gelden vnd shol auch dem richter nicht puͤzen. wie shol er daz beweren der den hunt slecht oder stilt daz er als gut als iener was so shol er dar gen vnd sein sweren daz er als gut sei als iener was.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 320

Der einen hunt lemt an sinen paine. und ist daz ein man einen hunt lemt an seinen paine so er niemande nuͤzze ist so shol er im den hunt geben als lamen vnd shol ienem als einen guten geben als iener was vnd als uil pheninge dar zv als hie uor gesprochen ist. dise recht sazte kvͤnig karl von dem hunde als hi uor gesprochen ist.
<321a> Von den hebechen. Swer einen habich stilt oder slehet vnd der den kranch vahet der shol im als einen guten wider geben als iener was vnd sechs shillinge dar zv. swer einen valken stilt oder slecht oder in dem lufte vahet der shol dem herren als einen guten geben vnd sechs shillinge dar zv.
<321b> Von sperbern. Der einen sperber oder eine sprinzen oder einen anderen vogel den man auf der hant treit stilt oder sleht er shol im als einen guten geben als iener was vnd einen shillinc dar zv.
<321c> Von phaben. Der einen phaben stilt oder slecht der shol als einen guten geben als iener was vnd einen shilling.
<321d> Von vogel hunden. Swer einen hunt oder einen vogel stilt vnd sie wider geit an gerichte vnd ane clage vnd als gut als ez was do erz stal so shol erz ienem wider nemen vnd halbe puze als gesezzet ist vnd shol dem richter halbe puze geben ob er sein inne wirt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 322

Von den die gut vinden. und ist daz iemant icht vindet auf seinem gute daz ist sein mit rechte. vnd vindet ez abr iemant anders den er selbe vnd daz er ez hat niemant haizen gesuchet dem shol man daz virtail geben. wan daz ist sein funt miet vnd sein funt recht. vnd ist daz er in hat heizen gesucht dem shol er sein lon geben daz er in angedinget. vnd hat er im nicht geheizen. ich main also daz er mit im nicht dinget. waz er im denne geit daz shol er nemen mit rechte. vnd vindet ain gut an einer fremden stat des in nicht bestet wes des ertreich ist da daz gut auf funden wirt des ist daz gut. daz bewert man mit dem ewangelio. daz spricht also. dacz himelreich gleicht sich einem acker da shatz inne verporgen ist. so des der mensh inne wirt der verkauft allez sein gut vnd kaut den acker daz im der shaz da werde. also ist ez ze rechte des daz ertreich da ist. ecz shol abr der vinder daz vrteil geben. daz ist sein recht funt mit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 323

Der gut auf der strozen vindet ob der erden oder vnder der erden. unde vindet ein man gut auf der freihen strozen vnder der erden daz ist des reiches vnd dem vinder shol daz virtail werden. Vnd vindet ein man ob der erden auf der strozen man shol ez dem nehsten pharrer enphelhen oder dem nehsten werltlichen richter vnd sol sprechen. herre ich han diz gut funden auf der strozen. vnd shol die stroze nennen do erz vant vnd sprech also. diz gut enphil ich ev auf iwer triwe. so shol der pharrer alle veir tage in seiner predige daz gut kuͤnden daz gut ist funden auf der stroze. kvmt iemant mit der rechten warzeichen dem wil manz wider geben vnd bezivge daz mit vrumen leuten daz dacz gut sein sei. so shol der werltliche richter als oft er ze gerichte get kuͤnden wer dar nach kvme mit erpergen gezivgen oder mit gewissen warzeichen die an dem gute sein also daz er benenne welherleie gut ez sei vnd wie vil sein sei. vnd dennoch wenne er die warzeichen gesait so sol er zen heiligen sweren daz ez sein sei. vnd ist ez ein vremder man daz man sein nicht wol bekennet so shol man zwene piderman zv im nemen die im helfen sweren daz er recht habe. vnd hot im dacz gut ieman anders verlorn den er selber er behabt doch sein gut als da uor geshriben stet vnd dem vinder wirt ze rechte nicht wan daz er im gerne geit. vnd ist daz iemant dar nah kvͤmt in drein iaren so shol man ez inzwei teilen. daz ain tail an daz reiche. daz ander an daz gotzhaus. vnd wollen sie dem vinder oder dem pharrer oder dem richter da uon icht gebe daz ist wol pillich. ez stet abr an im.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 324

Von phlegern. Dicz ist uon phlegern vnd etwa heizen sie vogete. so heizent dicz elich phleger als ein man stirbet so sol siner kinde phlege ir nehster vaters mage. so haizent daz gemachte phleger den in ir vater geit pei lebendem leibe. vnd habent sie der phleger deweder swer denne ir herre ist des sie sint der geit in wol einen. ist des nicht so shol in der richter einen geben. man shol den kinden den nicht zeinen phleger geben den ir vater tot vater totveient was. die weile der iungeling nicht fuͤnf vnd zwenzig iar alt ist so shol er phleger han. die abr wuste leute sint vnd nicht guter wizze sint vnd die vnsinnic sint die suln alle phleger han vnz an iren tot. vnd ist daz ein man einer iunkfrowen phleger ist vnd behuͤrt er sie allez sin gut shol dem richter werden oder deme herren in des gerichte er ez tut. vnd ist sie nicht einen manne gesworn wil er denne lauken daz er vnshuldic sei daz mac er tun mit seinen zwen vingeren ob er piderber man ist. vnd ist abr sie hin gesworn so shol er dem laugen dem sie gesworn ist vnd dem richter selp dritte erberger leute. so daz geshicht so ist er dem enprosten dem sie gesworn ist vnd dem richter vnde allen iren frivnden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 325

Von phlegern. Swaz ein phleger den ze shaden tut der er phleger ist den shol er in zwiualt gelden. vnd versaumet er sie an keinen dingen den shaden shol er in auch zwiualt gelden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 326

Der ein kint toͤtet. Swer ein kint toͤtet wie iunk daz ist der ist manslechtig. dem shol man daz haubt abe slan.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 327

Von raubern. Swer mit dem anderen auz kvͤmt der einen raup nemen wil oder durch seinen willen auz ist kvmen vnd wirt der rauber erslagen oder derheiner die mit im auz sint kvmen des shol weder der richter noch kein ir mage weder achte noch mut han daz in ieman an puͤze. wan daz were widerz recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 328

Swer seinen mag toͤtet. Swer seinen mag toͤtet ane shulde ez sei heimelich oder offenlich geshehen vͤber den shol man also richten. man shol im machen einen lidereinen sac vnd shol in daz wazzer senken do ez aller tieffest sei vnd laze in wazzer ligen einen halben tac. daz ist da uon gesezt daz seinen tot weder svnne noch der mone besheinen shol noch die levte nicht shullen an sehen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 329

Von ruͤgern der dem andern an den leip spricht. und ist daz ein ma den anderen ruͤget vor gerichte vͤmb manslacht oder wo mit er im seinen leip mac verlisen so shol der richter sprechen. vͤmb daz dv im sprichest an den leip machtu in nicht vͤberzivgen vnd vͤberkvmen als recht so must dv leiden daz er leiden solde. vnd wil er im sprechen an sein ere oder an seinen guten livnemunt vnd mac er in nicht vͤberzivgen er muz vͤmb igliches leiden daz er solde haben geliden. ez mak nieman kein weip geruͤgen vͤmb di shulde die hie uor geshriben ist ez ge sie selben denne an. vnd ist daz ainer den anderen dirre dinge shuldiget on vor gerichte vnd wirt ez deme richter nicht geclagt die shuln ez vnder in versvͤnen. si shuln im als uil eren pieten als sie im lasters haben erpoten uor den leuten. vnd ist daz er in ze dem ander mal also hoͤnet vor den leuten vnd claget er dacz deme richter er muz im pezzern als hie vor geshriben ist oder er muz leiden daz er solde leiden. daz ist gotes recht vnd geshriben recht. wan sold ein iglich man dem anderen an seinen leip oder on sein ere solde sprechren vnd solde des nicht engelden so wer ir uil die daz teten durch haz vnd durch neit vnd durch die valshen herzen. des hot got nicht gesezt noch die leute. vnd ist daz ein richter die shulde nicht enrichtet so shol der ober richter vͤber in richten. daz ist der uon dem er daz gerichte hot.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 330

Der man vnde wip in vangnisse hot. und ist daz ein man vnd ein weip gevangen wirt die shol man nicht zv ein ander tun in eine hute. man shol ietwedern von dem anderen tun svnderbar dacz si mit ein ander icht svͤnden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 331

Dem gevangen leut entrinnen. Swem gevangen leute enpholhen werden der ir ze rechte huten shol vnd wer sich vnderwindet daz er ir huͤten wil entrinnent sie deme er shol si wider suchen vnd shol sie vahen ob er mac. mac er ir nicht wider geantworten er shol den shaden vnd alle puze leiden die iener sholde han geliden der da entrunnen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 332

Der leute in der vangnisse verderbet. Swer leute in vancnisse hat der shol in ze rechte ir notdurft zezzen geben. vnd tut er des nicht der richter shol in des noͤten. vnde tut er des dennoch nicht so shol in der richter heizen fuͤren nach dem almusen swo man im daz gebe. vnd stirbt er dar vͤber hungers in muz der richter vnd iener der in in die vancnisse hat geleit die muͤzen in paide uor gote uasten als ob sie in mit der hant hetten erslagen. si shuln in puͤezen vnd shol ietwederre dem kvͤnige zwenzig phunt geben der lantpheninge die da gebe sint.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 333

Abr uon vangnisse. als ein man geuangen wirt vnd vnderwinden sich seine kint oder ander sein erben seines gutes wie lange er gevangen ist so er ledic wirt so shuln sie ez allez wider lan on shaden. vnd waz si des gutes genozzen han daz shuln si im gelten. habent si aber durch sein ere oder durch sein gefuͤre icht verzert daz shol er in gelten. vnd tunt sie des nicht gern so shol sie der richter twingen in des gerichte sie sizzent. vnd lant sie sich dar vͤmb beclagen der richter shol in seins gutes gewaltig tun vnde shol im richten vͤmb seinen shaden den sie im haben getan. sie shuln auch dem richter puͤzen mit als uil pheningen als man ein wunde puͤzet. daz sint etwa minner etwa merer denne zehen phunt ie nah des landes gewonheit. swelher sich vnder den erben lat beclagen der geit dise puze vnd iglicher sundern als uil als da geshriben stet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 334

Ob ein vater mit vͤblen willen ir erbe enphuͤren wil. und ist daz ein uater durch seinen vͤblen willen seinen svn vnd sein tochter seines gutes wolde enterben vnd dar vͤber wolde hantveste machen des mak mit rechte nicht gesein. svn vnd tochter prechent im die hantveste wol mit rechte ob si ez nicht verwuͤrkent. habent abr siz verworcht als daz puch vore sait so tut ez der vater wol mit rechte. sint abr die kint nicht zv iren tagen kvmen so der vater dacz geshefte tut daz shadet den kinden nicht. so der knecht kvͤmt zv den virzehen iaren vnd die magt ze zweluen so versprechent sie ir gut mit rechte vnd ist stete was ir vater mit seinem gute geshaft hot. vnd ist uater tot so sie ze iren tagen kumen sint in welhem gerichte daz gut leit dem sie clagent der richter shol sie ires gutes gewaltig tun.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 335

Ob ein man des andern puͤrge wirt. Vnde wirt ein man des anderen puͤrge vnd stirbet der in der puͤrgeshefte was sein erben die sein gut erbent die suln den gelten gen dem puͤrge was. vnd wirt ein man purge gen ainem man gegen dem er puͤrge wirt der hebt sich an seinen purgen oder on den selpsholn. die wal hat er wol an weder er sich hebet so ist der ander ledic.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 336

Wie man aigen leute frei lat. Ist daz ein herre die leut frei lat die sein aigen sint vnd sint sein erben pei in den zeiten nicht vnd der herre stirbet e daz er zv den erben kume swen er frei hat lan der ist frei mit rechte. vnde wellent des die erben nich gelauben so shol iener dar gen vnd shol zwene zv im nemen in dem aide die er da frei liez. da mite habent sie ir vreiheit behabt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 337

Von aigen levten. und hot ein herre eigen leute vnd flihent die zv einem anderen herren oder swar sie flihent vnd kvͤmt der herre dar oder sein pote man shol sie wider geben one widerrede. vnd wellent sie des nicht tun er shol sie wider von im treiben vnd shol sie lenger pei im nicht behalten. so ist er ledig. vnd tut er derwederz so shol imz der richter wider geben. vnd entrinnet im der menshe so muz er ienem pezzern des der menshe was nach genaden. vnd ist daz sie von im uarn e daz er si vordert oder e daz er si verpevtet mit dem gerichte so pleibet er ane galtnisse.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 338

Wie ein menshe sin kint verkaufen shol. Vnd ist daz ein man sein kint verkaufet durch ehafte not daz tut er wol mit rechte. ab in den tot nicht. er shol ez einem herren ze eigen geben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 339

Wie man lantteding gebieten shol. Der selige keiser karl spricht also. ich gepite allen herren die lantteding shuln gepieten auf dem lande daz siz dreistunt habent in dem iare. vnd ste daz lant so vnfridelich so mac erz mit recht gepieten vͤber zwene manoden. alle die die in dem gerichte sitzent die shuln sein lantteding suchen die gut in seinem gerichte hant oder mit hause in seinem gerichte sizzent ob sie ze iren tagen kumen sint. daz ist ob sie ein vnd zwenzig alt sint. als ein herre sein erstes lantteding gepeutet so shol er uor vierzehen tage seine poten senden in sein merkte vnd in sein doͤrfer vnd auf sein puͤrge vnd shol da kvͤnden auf welhen tac vnd an welhe stat er sein lantteding gepoten habe. als er denne dar kvͤmet so vroge er seine puͤtel ob si daz lanttedinc also gepoten haben als er in hiez. vnd wer dar nicht kvͤmt vnder den leuten die hie uor genennet sint die sint der puze shuldic. dar nach shol er sein lantteding gepiten. vnd wer da beclagt wirt vnd ist er da ze gegenwart er shol antworten. ist er da nicht man shol im in dem lanttedinge fuͤr gepieten dreistunt. vnd ist er beclagt vͤmb den totslac oder vͤmbe den raub oder vͤmb diepheit oder vmbe wunden oder vͤmbe ander freuel so shol in der lantrichter echten vnd shol seinen clager richten auf sein gut vnd ist vͤm sein gut daz in seinem gerichte leit. vͤmb keine guͤlde shol man niemand echten. er shol im abr richten auf sein guͤt daz in seinem gerichte leit. der richter vnd der clager shuln auf dem lanttedinge warten der den er fuͤr gepoten hot vnz auf die vesperzeit. wer denne dar nicht enkvͤmt der ist der puze shuldic vnd shol der richter seine puze nemen. daz ist ewa funf phunt etwo minner etwo mer ie nach des landes gewonheit. man shol auf kain lantteding gewapent reiten wan mit des richters vrlobe vnd auch mit seinen willen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 340

Dicz ist von der richter buze. Dacz ist kvnig karls wort. vnd ist daz ein man puze gen vns verwirket wie daz geshiet vnd hat sie mit vͤbelen willen verworcht vnd freuelich so mac si vnser richter und wir gar nemen. vnd hat si ein man ainfalticlich vnd vnwizzenlich verworcht die puze shol man nicht gar nemen wan nach genaden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 341

Wie der herre gezivg versuchen schol. Kvnig kars puch spricht also. swer ainen gezivk leiten wil so shol in der richter svnder nemen vnd shol in vrogen. also shol er die gezivge alle tun. ir ainer shol nicht sagen daz ez der ander hoͤre wanne vor dem richter vnd vor den leuten. vnd sagent sie gleich vmbe die sache so habent sie ienem gehulfen der sie an gedinget hat. vnd sagent sie vngelich so habent sie im nicht gehulfen er sei denne so verre dar im zwene zivge erteilt sint zv im selber die helfent im wol. ob sie gleiche sagent so hat er behabt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 342

Von den wucherern. Ez verpeutet got vnd der pabest vn der kaiser daz kein cristen menshe von dem anderen keiner slachte gesuch nemen. daz verpot pabest leo vnd der selige karl mit ein ander ze rome do sie paide ein concilium hetten. wer sin bewert wirt den shol geistlich gerichte pannen vnd dar nach mit der echte richte als hie uor gesprochen ist. als ein man ze panne wirt getan swer daz waiz vnd im dar nach gemainsampt der ist auch in dem panne. vnd ist er als lange dar inne als hie vor geshrieben stet so kuͤmpt er in die shulde als iener.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 343

Wie man ans richters gute freuelt. Swer sich des richters gut vnderwindet ze vnrechte vnd vnwizzende vnd wirt er des geinnert mit vnsern poten der shol ez zehant wider lan on shaden. vnd hot erz mit wizzen getan so hat er sein triwe an vns zeprochen. vnd het er vns hulde vor gesworn so ist er meineide vnde triwelos dar zv. daz shul wir an im rechen nach vnsern willen vnd shullen vͤber in richten nach vnserm gewalde.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 344

Wie man der veirtage shonen shol mit merkten. Wir gepieten daz an dem svntage niemant nicht vailes habe den ezzen vnde trinken. swer sein gadem auf tut oder sein kelre oder sein krame daz er icht dar auz verkaufen welle der dem richter fuͤnf shillinge shuldig vnd seinen pharrer als vil. vnd iglichen veirtag den man pei dem pane gepeutet ze veiren der hot daz selbe recht als der suntac. vnd die drei hochzeit weinachten ostern vnd phingesten haben daz selbe recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 345

Ob ain svn dem uater ein gut erarbeit. und ist daz ein svn die weil der uater lebt gut gewinnet mit rittershaft oder wie erz gewinnet do hat dehat dehain mac vater noch muter noch pruder noh swester mit ze shaffen. er tut mit dem gute waz er wil die weil er lebt vnd auch an seinem totpette da uon daz erz gewunnen hot.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 346

Ob uater vnd muter ir kint hin werfent. Swelch vater vnd muter ir kint uon in werfent swer ez auf hebt vnd zvͤhet vnz an den tac daz ez gedienen mac ez shol dem dienen der im seins lebens geholfen hot. vnd ist daz vater vnd muter heimen wil oder sin herre ob ez eigen ist die shuln im zem ersten seine fure gelden die er bereit daz ez in kost seit er sich des kindes vnderwant.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 347

Wie man armen leuten witwen vnd weisen richten shol. Dicz ist karls wort von armen leuten von witen vnd weisen. ich gepeute allen richtern die in dem lande sint daz si si rainen vor unrechter gewalt. vnde wi si des nicht tun daz richte got vͤber sie an dem iuͤngesten tage. vnd ich richte vber sie als mein recht seit. swelch richter nicht richtet die shulde die im geclagt vnd bezivget wirt als recht ist vͤber den shol man sein richten von dem er daz gerichte hat. dem richter ist nicht gesezt kein mite ze neme weder vͤmbe recht noch vm vnrecht wan sein puze die im ze recht gesezzet ist. doch nach genaden. wenne der dreier menshen einer uor gerichte kvͤmt arm leute witewen vnd weisen vnd sie einen vorsprechen nement den shol in der richter geben vor anderen leuten. vnd die uor gerichte sizzent die shuln sie hoͤren vor anderen leuten. swer des nicht tut wider got vnd widerz recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 348

Wie man pheninge slahen sol. Diz ist uon pheningen wie man die slahen shol daz sie genge vnde gibe sein vnd nicht valsh. dicz ist anderev rede von muͤnzen danne die hie uor in dem puche stet vnd sint doch paide recht. welch muͤnzer vash pheninge slecht dem shol man die hant abe slahen. wir heizen daz vash pheninge. si shuln also weiz sein daz von der marke niwan ein setin gen. die pheninge shuln alle phuͤndic sein. si machent aber die herren etwo ringer. swie sie die herren heizent machen also muͤzen sie die mvͤnzer machen. vnd dehein herre hat des gewalt daz er sie an der weize icht anders mache wan daz von der marke ein setin ge so man sie prennet vnd sint die pheninge ich anders. haizet slahen wan als uor geshriben stet der hat des reiches hulde uerlorn. vnd ist ein phaffen fuͤrste der romishe kvnig shol ez dem pabest haizen clagen. der shol im sein recht tvn. er shol in greden daz ist er shol im sein pheflich ere nemen vnd shol der kvͤnig vͤbrig richten als vͤbr ainen valsher. daz ist er shol im daz haubt heizen abe slahen. man shol die herren vͤberzivgen mit den pheningen. sint sie nicht als hie uor geshriben stet so sint sie shuldic. vnde welher muͤnzer sie sleht dem sol man die hant abe slahen. oder ander wechseler oder hausgenoz si hin wechselt mit wizzen der hat daz selbe recht. die hant abe. wer einen geben phening versprichet der in seinem rechte stet der ist dem gerichte shuldic virzic shillinge der selben pheninge. die shuln dem richter halbe werden vnd dem halbe des die muͤnze ist. welhes gemelde der herre an seine pheninge sezzet vnd sezt daz ein ander herre an die seinen die sint valsh vnd ist der herre ein valsher vnd shol ma vber in richten als vͤber einen valsher. vnd waz einer verwuͤrket der nicht pheninge hot dem shol man an der shraiat virzic slege slahen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 349

Wie man den zol geben shol. Hie spricht der keiser karl. ez shol nieman zol nemen wen der uon alter her ist kumen vnde gesezzet ist. vnd den vater kvͤnig pippein gesezzet hot die wolle wir stete hon vnd fuͤrbaz keinen mere sezzen. vnd wer sie hot gesezzet die wolle wir abe nemen. vnd wer vͤber lant vert mac er ane pruk gevarn in shol niemant zolle ane muten. swer zol dar vͤber nimt der hot vnser hulde verlorn. die shol er wider gewinnen nach vnsern genaden. wir verpieten allen den die in vnserme reiche sint daz sie keinen zol nemen an vnser vrlop. wer ez dar vͤber tut der hot vnser hulde verlorn. wir sprechen daz daz alle zoͤlle vnd alle mvͤnze die in romishem reiche sint die sint alle eines romishen kvͤniges. vnd wer sie wil haben er sei phaffe oder leye der muz sie haben von roͤmishem reiche vnd von romishem kvnige. vnd wer des nicht entut der vervelt an dem reiche.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 350

Von newen merkten. Swer deheinen newen markt stiftet an vns vnd on vnser nochkomen willen do mac nimmer markt werden. vnd als wir gepiten vnd vnsern poten dar senden so sol er in dannen prechen. tut er des nicht so hot er vnser hulde verlorn. man shol deheinen markt dem andern naher legen den drei meile oder mere.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 351

Von ymmen. und ist daz ymmen auz vligen vnd vallent an einen paum vn er im inner drein tagen nach volget so shol er ienem sagen des der pavm ist daz er mit ge vnd helfen sein ymmen gewinnen. si shuln mit ein ander dar gen vnd shuln mit axen oͤren an den pavm slahen vnd nicht mit der sneiden vnd mit kolben vnd mit stecken vnd mit wev sie mugen also daz sie den pavm icht verseren. vnd vellet er an ainen zavn oder an ein haus so ist ez daz selbe recht als vmb den pavm. so er an den paum die slege getut die hie genennet sint waz der pinen her abe uellet die sint sein. vnd waz ir dar oben pleibet die sint des der paum da ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 352

Von pavmgarten. Swer in ains pavmgarten get vnd im sein pavm abe howet vnd sint ez pavme die obez tragent er shol im daz obez gelden waz er bereit daz ein iar dar aufe werde ob erz verkaufen solde. als uil der pavm ist als uil muz er fuͤr iglichen geben als er beredet wes daz obez wert was daz ein iar dar aufe wuchs. also muz er im daz obez gelden zwelf iar vnd shol im ander paum dar pelzen. vnd welher hande pavme ez sint gewesen die shol er im hin wider sezzen. vnd so zwelf iar hin kvmen sint vnd sint die pavme denne als nuͤzze worden die er im hin wider gepelzet hat daz auf iglichem werde eins shillinges wert so shol er sich seiner pavme vnderwinden. vnd hat er dennoch da mite nicht gewert er shol im dennoch ze puze geben zwenzig shillinge.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 353

Wie man des keisers hulde verlvͤset. Swer sich wider den keiser wafent oder wider die dem keiser mitete sint oder wer einer reise von dem keiser flvͤhet e daz er selbe fluhet daz hetten vnser vorvarn e gesezzet die des reiches phlagen daz man sie lebendic solde begraben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 354

Wie man maineide richten sol. Swer ainen mainait swert wirt abr er des selp sibende vͤberzivget man shol im die hant abe slahen do er mit mains geswor hat vnd mac keinen mane seines rechten gehelfen mit seinen aiden. da uor shol sich ein iglich huͤten daz er keiner dinge swere wanne daz er wares weiz. ander missetat puͤzet ein man wol daz man in nicht verwirfet. vͤmb den mainait ist er ummer mere verworfen in dirre werlde vnd in iener. er enpuͤze in gar fruͤmeclich mit starker puze.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 355

Vneliche kint werden ze ekinden. Und ist daz ein man ein vrowen ledeclich vier iar oder mere vnd gewinnent kint mit ein ander vnd der man wirt der vrowen also holt leicht von tugenden oder von welchen dingen daz zv kuͤmt vnd sie zer e nimt alle die kinder die sie mit ein ander hant die sint sa zehant ekint. als vater vnd muter eleute worden sint also sint die kint ekint vnd erbent eigen vnde lehen mit den kinden die vater vnde muter noch der frist gewinnen. vnd wil man daz auf werltlichen dingen verwerfen so shuln die kint auf geistlich gericht varen vnd shuln ir elich ding da behaben vnd suln des capitels insigel nemen daz sie ir elich recht behabt haben. vnd shol man im auf werltlichem gericht ir erbe vnd ir aigen erteilen. daz ist geshriben recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 356

Wie sich eins phaffen svn elich machen sol. Dicz ist wie sich eines phaffen svn elich machen shol daz er wol sein recht verstet an eines mannes stat. er shol zwischen zwen herren ain sper zeprechen. abr nevr swo ein kvnig leit mit here gen ainem anderen kvnige. er gewinnet wol aigen vnd enphehet lehen vnd wirt wol ritter ob er wil vnd ob er so edel ist uon gepurt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 357

Wie man gotzheuser gut gewinnen schol. Swer gut von einem gotzhause gewinnet der neme des gotzhauses priue vnd insigel dar an vnd sezze ze den minsten siben zivge dar an oder mere. da mite behabt er sein gut vnd nicht anders. vnd der man des priues nicht so verlivset er sein gut vnd die kirche behabt imz an.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 358

Von einer leitgeben. und ist daz ein leitgebe veiles hat ezzen vnd trinken vnd hat er ein hausvrowe vnd ein magt die im dienet die helfent im sein ding bewarn vnd sie muͤzen mit den leuten mer ze shaffen haben den ander leute vnd ander vrowen. da uon ist daz gesetzet. vnd werdent sie gezigen mit dem vberhvre oder werdent sie dar an funden man shol nicht vͤber sie richten als vͤber ander vrowen. man shol sie nicht offenlichen ruͤgen. sie shuln nicht offenlichen puͤzen in shol der pharrer heimeliche puͤze geben. alle haimeliche suͤnde die shol man haimelichen puͤezen vnd da shol ein iglich peichtiger heimeliche puze geben. vnd vͤmb offen suͤnde shol man offen puze geben. doch sint vil phaffen die nicht wizzen waz offen suͤnde ist. welhe suͤnde zwei menshe wizzen oder drei daz ist nicht offen svͤnde. ob sie halt sechse oder sibene wizzen dennoch ist ez ein heimeliche svͤnde vnd man shol heimeliche puze dar vmbe geben. als die svͤnde nevn menshe werliche wizzen so ist ez ein offen svͤnde. wer des nicht gelaube des suches in summa remundi.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 359

Von zauberern vnd von zaubererinnen. Dicz ist von zauber. ez sei weip oder man die mit zauber oder mit luppe vͤmbe gent vnd die den teufel mit worten zv in laden die shol man alle prennen. wan er hot gotes verlaugent vnd hat sich deme tivuel ergeben. vnd die ez wizzent vnd versweigent vnd raten werden sie des bewert als recht ist dem shol man daz haubt abe slahen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 360

Von shreibern. und ist daz ein shreiber valshe priue shreibet oder hantveste vnd wirt er des vberzivget als recht ist daz er wol west daz ez valsh was daz er do shreip man shol im die hant abe slahen. vnd ist er ein phaffe man shol im dem pishof antworten vnd shol im der sein pheflich ere nemen. dar nach wo in der werltliche richter begreifet do shol er vber in richten als vͤber einen laien. er shol im haizen die hant abe slahen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 361

Der vnrecht gewege hat. Swer vnrecht gewege hot daz als uil ringer ist als ein phening gewicht dem shol ma daz haubt abe slahen. ist abr daz er ez swerer machet als ein phening gewichte auf der leute shaden daz ist daz selbe recht vnd shol der pheninge einer der man ein phunt auz der marke sleht. wer auch iemant vͤber wigt auf einen phundishen phening dem shol man haut vnd har abe slahen an der shraiat pei dem hohsten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 362

Der ainen toten auz grebet. Swer ainen toten auz grebet der hot gefreuelt an der kirchen do der freithof hin gehoͤrt do er den toten auz gegraben hat. der shol also puͤzen. ez shol allez sein gut halbez werden dem geistlichen richter. hot er nicht gutes so shol man in in den freithof pinden auf ein sevl vnd shol im slahen virzig slege vnd shol im daz har ob den oren abe sheren. vnd tut ez ein phaffe den shol der pishoshof uon al seinen eren shaiden die pheflich sint vnd shol die nimmer wider gewinnen. vnd welhier richter des nicht richtet voͤlleclich als hie geshriben stet dem shol man allez sein gut nemen vnd sein ere dar zv. disev shult ist allen den erlaubet ze ruͤgen die sie ruͤgen wellent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 363

Der den andern vͤberpawet. Diz ist von vͤberzimmer vnd von vberpawe. vnd ist daz ein man ein havs zimmert vnd wil sein nakebaur ainz an in zimmern er shol ez in der hoͤhe zimmern daz sein licht icht verzimmert werde. tut erz dar vͤber so clagt ez dem richter. der shol ez denne ze rechte prechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 364

Der auf des andern ertreich zimmeret. Swer auf des anderen ertreich zimmert oder pawet auf fremdez ertreich oder auf vremdez ertreich seet daz ist allez des daz ertreich ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 365

Der auz holz ein shif zimmert. Swer auz holz ein shef oder ander dink wuͤrket vnd daz holz sein nicht ist wes daz holz ist des ist auch daz werk daz da von gemachet wirt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 366

Der auz vremdem gezivg icht macht. Swer auz vremder seide oder wolle oder auz flachse ein gewant wuͤrket oder ander dink daz ist mit rechte des der gezivg ist ez sei von golde oder von anderen dinger. daz ist also gesprochen. vnd tut er daz mit gewizzen daz erz da fuͤr hette daz der gezivg sin were so hot er recht. bewert aber ein ander man daz der gezivg sein were des selben ist daz werk da ez von gemachet ist. hat abr dirre daz werk vnwizzende gemacht so sol im iener seiner arbeit lonen vnd sein kost gelden die er dar auf hat geleit. spricht abr iener er welle im nicht da uon geben im wer lieber daz der gezivch vnuerworcht were vnd wil ez da mit im aber twingen mac dirre daz beweren were vnd wil ez da mit im aber twingen mac dirre daz beweren daz wande daz der gezivg sein were so shol er seiner kost vnd seiner arebeit also nicht verloren haben. er shol daz werk verkaufen so er aller tivrest mac vnd sol ene als uil seiden oder wolle oder flachses oder goldes geben oder swaz ez sei daz shol er im her wider kaufen daz als gut sei als ienez waz oder pezzer. wil er des nicht gelauben so beredez ze den heiligen oder bezivge vns mit dem werken da ienez auz gemachet sei oder mit den leuten die ienen gezivg vnd daz werk gesehen haben. daz recht ist auch der auf vremdez ertreich seet vnd vͤmb ein iglich werk daz der man unwizzende wuͤrket daz man on shaden wider tvn mak.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 367

Von des svnes gewinne vnd des aigen mannes. Swaz ein svn gewinnet die weil er in seines vater phlege ist on die svne die wir hie uor geshriben han daz ist des vater mit rechte. waz ein aigen man gewinnet daz ist des herren des er ist ob er wil. waz abr einen aigen man an gevellet von erbeshaft daz ist des mannes vnd des herren nicht. waz man im auch vͤmb sus geit daz ist des mannes vnd des herren nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 368

Ob zwene herren eigen levte habent. und ist daz zwene herren eigen leute gemeine habent vnd ez lot der herre der menshen einen frei on seinen gemeiner der menshe ist da mit nicht ledic. er ist halt der herren gar der in nicht hot ledic lozen. daz ist da uon gesezt daz er seinem gemainer da mite gepuͤzet hab daz er on sein wort daz menshe frei lit ir deweder mak on den anderen nicht getun daz stete sei mit den leuten die ir paider eigen sint.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 369

Ob ein man den anderen loset auz der gevanknisse. Swer den anderen loͤset do er auf den leip gevangen leit vnd tut daz in rechten triwen als iener von der vancnisse ledic wirt so shol er im gelden waz in losunge kost von seinem gute ob erz hot. vnd hot er nicht mere den als uil er in erloͤset hat daz selbe shol er im gar gelden. daz mag im kein sin erbe erweren. er loͤse sich mit seinem gute. vnd stirbet der man der da erloset ist e daz er disem sein losunge gar vergolden habe sein erben shuͤln im alle seinen shaden gelden wanne er durch sein triwe loste. vnd stirbet auch der der in loset e daz er im seinen shaden abe lege so shol man seinen erben daz selbe tun daz man im solde han getan.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 370

Ein knecht shol seines herren lasters sagen. unde hat ein herre einen knecht vnd wil der knecht seines herren lasters sagen daz shol man nicht hoͤren noch sol nieman gelauben. er welle in denne ruͤgen dar vͤmb daz er sein triwe an dem reiche geprochen habe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 371

Wie man einen mit zwen mannen vͤberzivgen shol. und ist daz ein man vͤmb vntat gevangen wirt vnd die hat leichte einer oder zwene gesehen oder si wizzent ez sus wol vnd er wil sein niht veriehen den shol man so hin lozen. man shol in weizigen mit slegen an der shreiat vnd mit starker vancnisse mit hunger vnd mit froste vnd mit anderen vbelen dingen vnz daz er veriehe. dicz shol man in an legen einen manen daz ist also gesprochen ob die zwene oder der aine piderbe leute sint daz man in wol gelauben mac so shol man in die wizze an legen. sint sie des nicht so sol man sie kaine wizze an legen die wider daz recht sei. vnd waiz nimant sein vntat so shol man in lozen gen. daz ist kvnig karls recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 372

Der auf vremdem ertreich bawet. Swer auf vremdez ertreich vnwizzende weingarten sezzet oder einen weingarten phlanzet oder auf vremdez ertreich zimmert daz er wil wenen ez sei sein vnd ist nicht sein so ist daz gepaw iens des daz ertreich ist. beredet abr der ez gepawet hat ze den heiligen daz er wante daz ertreiche were sein so shol im iener seiner arbeit lonen vnd seinen abe legen. wil er des nicht bereden so shol im iener nicht geben weder kost noch arebeit. ist abr daz iener spricht durch einen list dar vͤmb daz er im weder kost noch arbeit gelte daz er etwaz anders da wolde pawen so sol im iener sein ertreich raumen. lat abr ez sten er shol im kost vnd arbeit gelten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 373

Wie gotzheuser ir gut ane werden. Ez mac dehain pishof noch dehain ander phaffe seins gotzhauses gut one werden wan on ertreich. vnd tut er einen wechsel mit iemant den shol er also tun daz in des dvͤnke vnde ander weise leute daz erz weger habe. tut er icht anders daz mac nimmer stete pleiben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 374

Der seine nehsten moge toͤtet. Swes seinen vater oder sein muter oder sein swester oder sein pruder oder seinen vetern oder seinen oheim oder seins vetern svn oder sins oheims svn oder seiner mumen svn oder seiner swester svn toͤtet der hot groͤzlichen erzvͤrnet. vͤber des leip shol ein werltlich richter richten. vnde vor alle seinen magen shol daz gut seiner hershefte werden vnd nicht seinen erben. wan er hat ez mit rechte verworcht.
Hie hebt sich an daz lehen puch.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 1 [1275/87]

Swer lehenrecht kunnen woͤlle der volge disen puche. des ersten shulle wir merken dacz die kvnige haben gesezzet siben hershilde. der fuͤret der kvnig den ersten. pishoͤfe vnd epte vnd eptissinnen die gefuͤrstet sint den anderen. der leien fuͤrsten den dritten. die freien herren den virden. die mitter vreien den fuͤnften. die dinstman den sechsten. die semper leute den sibenden. vnd als man nicht enweiz wenne die sibende werlt sich endet do wir izzvnt inne sint also enwaiz man nicht von dehainer gewisheit ob der sibende hershilt lehen muge gehaben oder nicht. die kvͤnige haben also gesezt. wer nicht von ritterlicher art sei der shol mit dem sibenden hershilde nicht ze tune hon. die shuln auch lehenrechtes darben. die erste werlt hub sich an adam. die ander an noe. die dritte on abraham. die virde an moyse. div fuͤnft an dauid. dev sechst ane iesu christo. vnd ie der werlde was tausent iar daz waren sechs tausent iar. nv sei wir in der sibenden one gewisse zal. wan gote wolde seinen iungeren noch niemande sagen wenn diese werlt ein ende nemen sholt. phaffen vnde weip vnd gepaurn vnd alle die nicht semper sint vnd die nicht elich geporn sint vnd die nicht uon ritters art sint die shuln alle lehenrechtes darben als wir her nach beshaiden. nach cristus gepurt ist die gewisse zal tausent iar. dar nach get die sibende tausent an. do muz die werlt inne zergen oder dor nach wenne got wil. leihet abr ein herre dirre ainem gut ze lehen die hie uor genennet sint der hat als gut recht dar an als der in deme sehsten hershilde vert vnd erbent die lehen an ire kint. vͤmb allez lehenrecht mugent sie nicht vrteil vinden die der hershilde darbent wan vor ir herren von deme sie ir lehen habent. ir gezivge veleit man wol vͤmb lehenrecht vor anderen herren on vor ir herren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 2 [1275/87]

Wie die pezzer recht habent die in dem hershilt sint denne die sin darbent. Ob zwene man ain gut an sprechent vnd des iehent von ainem herren ze rechtem lehen vnd pietent paide gleich gezivge vnd ist der aine zv dem hershilde geporn der ander nicht der herre shol ienes gezivg nemen der zv dem hershilde geporn ist vnd des anderen nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 3 [1275/87]

Von den die des hershildes darbent. Swer zv dem hershilde niht geporn ist der mac nicht geweigern ob sein herre daz gut one werden wil daz er von im ze lehen hot wider einen der des hershildes darbent. er muz ez von im ze lehen enphahen. daz ist da von daz er sin genoz ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 4 [1275/87]

Ob phaffen vnd vrowen des reiches gut ze lehent hant. Und ist daz ein phaffe oder ein vrowe des reiches gut enphet von dem reiche daz mugen sie wol leihen vnd mugen wol dem gute nach volgen on einen anderen herren vnd also ob paide phaffen vnd vrowen uon ritters art geporn sint. ein iglich phaffe der uon ritters art ist der mac lehen han mit rechte ze seinem leibe vnd nicht mere. er mac ez auch nicht hin geleihen noch anders nicht da mit getun den mit des herren willen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 5 [1275/87]

Von phaffen svndern. Unde hot ein phaffe einen pruder oder mer pruͤdere vnd enphahet er mit einer lehens hant ein gut mit seinen pruͤdern vnd hat mit in nuz vnd gewer vnd sterbent sie on lehens erben im pleibet daz lehen mit rechte in dem recht als ich izzv von dem lehenrechte sprach.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 6 [1275/87]

Von vrowen sunder. Vnd hot ein vrowe lehen von einem herren die hat recht als der phaffe. vnd enphehet ez ein man mit ir wer der ist vnd habent sie gleich gewere so ist ez daz selbe recht als vͤmb den phaffen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 7 [1275/87]

Wie der man dem herren hulde sweren shol. Der man shol seinem herren hulde tun mit seinem aide daz er im als getriwe sei als von recht seinem herren vnd seinen vrumen ze werben vnd seinen shaden ze wenden als verre er muͤge.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 8 [1275/87]

Wie der man daz lehen auf geben shol. Und wil ein man seinem herren lehen auf geben vnd wil sein nicht mere von im ze lehen haben her mac des ze rechte nicht geweigern. er muͤz ez von im auf nemen. vnd wil herre des nicht so shol der man so sprechen. herre ich gepivte ev so getan gut auf als ich uon ev ze lehene hon. ich pevte ev daz zeinem mal zem ander mal zem dritten mal. vnd shol daz tun mit gevalden henden. nimpt ez der herre nicht auf so ist der man doch seiner manshaft ledic vnd shol dem herren sein gut lan ledic ligen daz er uon im ze lehen hette. der herre mak dem man des nicht getun er verwuͤrke sein lehen denne so mac er im daz lehen nimmer also genemen mit rechte wenne in gut dvͤnket. wie der man daz lehen vͤmbe den herren mac verwurken daz vindet man her nach an disem puche.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 9 [1275/87]

Wie der man nicht rechtes hat in lehenrecht er entv dem herren hulde. Die weile der man seinem herrn nicht hulde hat getan so mac er niemans gezivg sin uor seinem herren vͤmbe lehenrecht vnd mac nicht vrtail vinden vmbe lehenrecht. dinget abr seins herren man ainer ain in daz er sein gezivg sei vͤmbe ein lehen vnd mac er nieman anders gehaben wan den der dem herren noch nicht gesworn hot der hilft im wol mit rechte vnd der herre mac in nicht verwerfen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 10 [1275/87]

Ob der man dem herren nicht hulde sweren wil. Der herre mac seinem manne wol gepieten daz er im hulde tv vnd im swere als hie uor gesprochen ist. tut er des nicht so habe im der herre daz gut daz er uon im solde hon ze lehen. ez shol auch der man seinem herren erpieten mit worten vnd mit werken. er shol auf gen im auf sten vnd shol in vor im lan gen. er shof im auch den stegereif haben so er auf daz phert sitzen wil.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 11 [1275/87]

Wie man des reiches lehen shol verdienen. Swer lehen von deme reiche hot dem mac der kvͤnig gebieten ein reise mit im ze varn. der sol sie gepieten sech wochen vor vnd einen tac mit seinem gewissen poten vnd daz ez des herren manne zwene horen ob er des laugen welle daz im die heruart gepoten sei die dem poten daz helfen erzivgen daz er im die reise habe gepoten als er ze rechte solde. vnd die nicht lehen von dem reiche haben den gepevtet der kvͤnig wol mit rechte ein reise. alle die oberhalp osterlant belehent sint von deme reiche oder die des reiches dienstman sint die shullen dienen ze winden vnd ze polan vnd ze peheim. ein iglich man shol deme reiche dienen sechs wochen in seins selbes kost vnd shol auch sechs wochen aller hande clage ledic sein vnd aller hande gerichtes sechs wochen vor der reise vnd sechs wochen nach ez sei vͤmb lehenrecht oder vͤmb lantrecht oder vmb welher hande clage ez ist. des sol er allez ledic sein sechs wochen tag vnde nacht. wen aber die devshen ze kvͤnige kisent als der ze rome nach der weihe varn so sint im die fuͤrsten shuldic mit im ze varn die in erkorn hant ze kvͤnige. daz ist der pishof von koͤlne der von menze vnd der von trire vnd der phalzgraue uon dem reine vn der herzoge von sache vnd der kvnig von peheim vnd der kvͤnig von prandenpurg. die siben fuͤrsten shuln mit im varn den er ez gepeutet. vnd hat ein man des reiches gut ze lehen von dem kvnige vnd hot er daz verlihen ander levten die noͤtet er wol mit im ze varn in des reiches dienste als er selbe dienet. daz tut er wol mit rechte. ist abr ir deheiner der der heruerte nicht varen wil der muz sich da uon kaufen mit den zehen phunden daz daz ein iar giltet daz er da ze lehene hot. welhez der man wil daz tut er wol mit rechte. die heruart gen rome shol der kvnig gepiten vͤber ein ganzes iar vnd vͤber sechs wochen vnd drei tage. vnd die selbe heruart hant alle die dev devshen herren vrlop wider heim ze varn. so der kvͤnig geweihet wirt von dem pabest ze romishem keiser so mak der keiser die devschen herren denne fuͤrbaz nicht betwingen dacz sie lenger dar nach pleiben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 12 [1275/87]

An welher zeit an dem tage man ze lehenrechte kvmen schol. Swenne der herre seinen mannen ainen tac geit fuͤr sich ze lehenrechte vnd kvment sie vor mittem tage so kument sie wol. vnd ist dacz si alrest kvmen nach mittem tage so sint si dem herren wettehaft. ez shol kein herre vͤmb lehenrecht nicht reiten noch tac geben in den gepunden tagen. daz sint di tage der vier suntage vnd alle die tage die man gepeutet ze veiren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 13 [1275/87]

Wie der herre sein recht verlivset gegen den manne. Swenne ein man seinem herren von dem er lehen hot seines rosses leihet oder ander sein gut welher leie daz sei al die weile vnd daz der herre inne hat wider des mannes willen vnd imz nicht wider geben wil oder imz nicht giltet nach sinen minnen die weil ist der man dem herren nicht phlichtic ze ze dienen vnd shol auch seinen tac nicht leisten den er im gepeutet vͤmbe lehenrecht. al die weile der man dem herren seins rechten wider ist die weile mag auch der man dem herren allez rechtes wider sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 14 [1275/87]

Ob der herre dem man nicht tak wil geben. Und pietet ein man seinen herren daz er im tac gebe fuͤr man ze lehenrecht vͤmb so getanes gut als er mit im kreiget vnde verseit daz der herre seinen man da mit hat der man sein recht nit verlorn. er hat sin gut iar vnd tac mit rechte. vnd als iar vnd tac hin kvme so shol er abr einen tac vorderen an seinem herren daz ez des herren man hoͤren ob er des laugen woͤlle daz er gezeuge habe daz er an den herren tac gevordert habe als recht sei.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 15 [1275/87]

Der die gewer hot dem shol man zeuge erteilen. Vnd ist daz ein man mit dem anderen vm ein lehen kriget welher daz gut in gewer hot dem shol man gezeuge erteilen vnd ienem nicht der der gewere darbet. hat er di gewer ze vnrechte die shol er im mit rechte an gewinnen vnd laite dar nach seinen gezivg. vnd laugent im der herre der gewere oder der in on spricht die mag er wol erzivgen mit leuten die nicht des herren man sint oder mit seinen mannen wederz er state hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 16 [1275/87]

Ob der herre laugent der die gewer iar vnd tac hot. Und laugent ein herre seinem manne seines lehens vnd hot der man die gewer gehabt iar vnd tac in seiner stillen gewer vnde mag er die gewer erzivgen als hie uor gesprochen ist so erzivge er sein lehen gen seinem herren mit ainem seinem manne vnd mit einem anderen pidermanne. hat er der gewere nicht so shol shol er sie erzivgen mit rechte mit zwain des herren mannen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 17 [1275/87]

Ob der herre eines gedingen lavgent. Vnd gicht ein man eins gedingen von einem herren an ein gut vnd laugent im des der herre daz sol er zivgen mit seinen man mannen. daz ist da uon daz er der gewer darbet an dem gute.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 18 [1275/87]

Ob der herre ein gut leihet zwen mannen so ez erst ledic wirt. Swelch herre ein gut leihet wo ez im erst ledic werde ez sei luͤzzel oder uil vnd in des gutes nicht beweiset wo ez sei. vnd kvmt ein ander man vor den herren vnd pitet in vͤmb ein lehen. vnd der herre spricht. er verleihe im daz erste gut daz im ledic werde. vnd benennet im daz gut vnd beweiset ims. vnd dar nach stirbet der daz gut benant hete vnd daz wirt auch dem herren ledic pei dem ersten vnd die man kvment paide fuͤr irn herren vnd vordern ire lehen. der herre spricht. ich shol ez nevr einem leihen. dem der herre des ersten lech der spricht also. herre ir leihet mir daz gut des ersten. der ander spricht. herre ir leihet mir daz gut vnde benant ez mir vnd beweiset mich sein. vnd gich im des der herre des ist gen im gnug. wil abr iener des nicht gelauben daz im daz gut gelihen vnd benennet sie daz muz er erzeugen mit zwen des herren mannen. vnd wil ez der herre nicht gelauben so erzeuge ez alsam. vnd die eren lehenunge an spricht der shol ze seinem herren sprechen. ir hot mir vnrecht getan. vnd vergicht der herre dem manne des lehens als da uor gesprochen ist so mag er nieman dar nach kein gut geleihen noch benemen daz ez im geshaden muge. wan daz erste gut daz im ledic wirt er benennez oder nicht daz ist sein vnd daz shol im der herre ledic lon.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 19 [1275/87]

Ob zwene krigent vͤmb ein gut vnd darbent paide der wer. Swo zwene man ein gut on sprechen vnd peide der gewere darbent die shuln peide benennen die zeit der lehenunge. vnd welher ir der erern lehenunge gezivg hat der behabt daz gut mit rechte. diz muz er erzivgen zv im selber mit zwen des herren mannen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 20 [1275/87]

Ob der herre ainen an ain gut dinget. Und leihet der herre einen man ein gut also. ich nenne dir den man der daz gut ze lehene hat. der haizet kvnrat oder hainrich oder wie er heize. als der nv stirbet so sie daz gut dein lehen. vnd ist daz der selbe denne stirbet so shol dirre uor den herren kumen vnd sol sich piten weisen auf sein gut mit des herren poten. vnd geit im der herre sinen poten dar daz ist gut. tut er des nicht so vnder sich der man des gutes selp selber vnd tut widerz recht nicht. laugent abr der herre im des gutes so sol sich der man des gutes nicht vnderwinden e daz er den herren vͤberzivge als hie uor gesprochen ist. daz ist daz geshriben lehenrecht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 21 [1275/87]

Ob ein herre ain benantes gelt auz einem gute leihet. Vnd ist daz ein herre seinem manne leihet ze ainem phunde auz seinem gute oder vnd daz gut giltet mere ze dem iare den ein phunt oder den er im dar auz verlihen habe der herre sol den man beweisen sines geltes auz dem gute. vnd tut er des nicht er shol sich des gutes vnderwinden vnd shol sin gut da uon nemen vnd sol seinem herren daz ander teil behalten vnd so erz vordert so shol erz im geben vnuerwert.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 22 [1275/87]

Ob eime sein lehen versmahet von dem herren. Ob ainem manne ain gut versmahet daz ainem herren ledic wirt vnd er im hot gelobt ze leihene wo im erst ein gut ledic werde daz er im daz gut leihe vnd im nicht benante wie vil des gutes solde sein der herre sei uor dem manne ledic. vnd ob er des lehens nicht envodert in iar vnd in tage der herre shol daz gut behalden daz im da ledic worden ist iar vnd tag. mac abr der man mit sein aines hant bereden ze den heiligen daz er nicht weste daz dem herren daz gut ledic were worden der man shol des genisen vnd der herre shol im dacz gut leihen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 23 [1275/87]

Wie zwene man mit aim gut belehent mugen sin. In ainer sache uon ainem lehen mugen zwen man nicht gezivg sein die weil sie an dem lehen nicht betailt sind. vnd ist daz sie daz lehen mit ein ander teilent so itwedir des anderen gezivg wol mit rechte an dem lehen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 24 [1275/87]

Ob zwene mit eim gut belehent sint wie die werben suln. Ob zwene man mit ainem gute von ainem herren belehent sint vnd den nuz paide hant der eine mag an den anderen dem herren daz gut nimmer auf gegeben noch kein wandel mit dem gut getun daz ez dem anderen ze rechte geshaden muͤge ez ensei daz sie sich mit dem lehen vnd mit dem nuzze betailen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 25 [1275/87]

Ob zwene ein lehen habent. Ain iglich herre mac seinen mannen wol gebieten die ain gut ze lehen uon im habent daz si ez tailen dar vͤmbe daz er wizze wem er sines gutes wartende sei vnd des dienstes des sie im shuldic sint. daz shol er in gepieten daz sie ez tun. vͤber sechs wochen vnd einen tac shuln sie daz gut teilen. tun sie des nicht so verteilt man in daz gut daz sie uon dem herren ze lehen hant ob in der herre nach lehens rechte nach volget als hie uor gesprochen ist dacz ist recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 26 [1275/87]

Wer vnd wie man vrtail vinden vnd verwerfen sol in lehenrecht. Swes eins herren man ist vorspreche mac er wol sei vnd vrteil mac er wol vinden on lehenrecht vnd ob er des hershiltes nicht enhat. vnd widerwerfe ein man ein vrtail vor seinem herren vnd wirt er selp dritte die im volgent er pleibet one puze. vnd hot er niemant die im uolgent so shol er seinem herren wetten sein puze.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 27 [1275/87]

Wie man vrtail zihen shol. Ain herre shol zem minsten zwelf man haben wo er wil richten vmb lehenrecht mit seinen mannen. vnd hat der herre daz gut von einem anderen herren ze lehen da sie vͤmbe richtent vnd widerwirft seiner manne einer die vrtail vnd wil er selp dritte erzivgen die vrtail an den obren herren. vnd ist daz gut des herren aigen so zvhet er die vrtail an den kvnig ob der kvnig in devshen landen ist. vnd ist er in devshen landen so zihez fuͤr den lantrichter. do shol der richter herre ze rechte hin kvmen. vnd kvͤmt er dar nicht als im dreistunt dar gepoten wirt der man hat daz gut behabt vnde shol im der lantrichter oder der kvͤnig fride dar an pannen ob daz gut in seinem gerichte ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 28 [1275/87]

Von gedinge an des mannes willen. Eteliche leute sagent dacz ein man daz lehen leicht. ich maine einen herren. daz der ein gedinge mvͤge geleihen on seines mannes willen der daz gut von im ze lehen hat vnd ez in seiner vnd ez in gewer hat. des ist nicht. ez mag kein herre dehain gedinge leihen an dehainem gute daz sein man von im ze lehene hot on seinen willen vnd on sein pete.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 29 [1275/87]

Wie der man die gewer hat. Swenne der herre seinen manne ein gut leihet vnd in des beweiset mit beweiset vnd im daz benennet zehant hat er die gewer dar an ob ez im halt ze den zeiten nich giltet so er in auf daz gut weiset vnd imz antwortet. swenne abr der herre den manne verseit sein gut ze beweisen so nem der man zwene zv im die daz hoͤren daz erz im verzigen habe vnd var dar nach auf sein gut vnd vnderwinde sich des. daz tut er wol mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 30 [1275/87]

Ob einer sein lehen verkaufet. Und geit ain man dem anderen sein lehen ze kaufen vnd lobtez im ze vertigen seinem herren an allen shaden. der man pitet seinen herren daz er daz gut uon im auf neme vnd ez disem leihe. der herre verzeihet ez im. so shol er dem herren als liebe tun daz er ez tu. wann der herre weigert ez mit rechte wol. vnd mag erz den herren nicht vͤberkumen so shol er im ander gut geben daz im als liep sei als ienz gut ist. vnd mag er im daz nicht gewinnen so berede ze den heiligen wie liep im daz gut were vnd gib im als uil gutes da fuͤr.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 31 [1275/87]

Ob der herre dem manne daz lehen mit gewalt nimpt. Vnd nimpt der herre mit gewalt seinen manne ein gut daz er uon im ze lehen hot vnd er clagt daz mit rechter clage vnd stirbet er dar nach daz lehen erbet an seine erben mit rechte. vnd ist daz der herre iar vnd tac im sein gut nimpt mit gewalte vnd hot der herre daz gut von ienem ze lehen an den shol der man kvmen vnd shol sein lehen an den vordern vnd der sol imz mit rechte leihen also ob er den gewalt erzivget selp dritte. vnd leihet ez im der herre nicht so hot er sein gut doch mit rechte. vnd ist daz gut seins herren aigen so var fuͤr den kvnig. vnd muͤge er des nicht behaben so vare fuͤr den lantrichter vnd clage als hie uor geshrieben ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 32 [1275/87]

Wie der herre dem manne buze shuldic wirt. Swer auz muͤnzen vnd auz zoͤllen oder auz muͤlen oder auz so getanen dingen icht ze lehen hot den sol der herre beweisen seines gutes dar auz als hie uor gesprochen ist do ain herre auz seinem gute leihet zeinem phunde. vnd hot ein herre eins mannes gut in seiner gewalt daz er im gelihen hat oder im leihen sol ze vnrechte in seiner gewalt hat waz ez die weile giltet oder shade dar an geshicht daz shol im der herre allez gelten als er bereden mac mit seinem aide wes daz gut wert was. leihet abr der herre mere auz dem gut den er drinne hab der man sol seinen herren manen daz er im daz gut erstate des er in dem gute nicht funden habe. daz sol der herre mit rechte tun als im daz erste gut ledic wirt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 33 [1275/87]

Wer in lehenrecht vrtail winden vnde verwerfen shol vir vorsprechen vnd gezivgen sol. Und hot ein man ze lehen daz nicht wan fuͤnf shillinge giltet von einem herren der mac ze recht nicht verspreche sein lehenrecht noch gezivg noch vrtail vinden noch verwerfen. er shol zem minsten ein phunt der lantpheninge ze guͤlde von ein einem herren ze lehen oder ein halbe hube die als uil gelde oder mere. so mac er gezivg sein vnd vorspreche vnd mag vrteil vinden vnd verwerfen in lehenrechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 34 [1275/87]

Die verecht vnd verpannen sint der gezivg sol man nicht nemen. Des verpannen mannes gezivg vnd des verechten mac man wol verwerfen in dem pishtum da er inne verpannen ist vnd in dem gerichte do er inne verechtet ist vnd mac selbe nicht gezivg sin. vorspreche mag er nicht gesin. vnd clagt er auf iemande der antwort im mit rechte nicht. clagt abr iemant auf in den muz er mit recht antworten. vnd vordert er sein lehen an seinen herren er verseit ez mit rechte. vnd laukent er daz er weder panne noch echte auf im habe so shol man gewinnen der richter prieue oder mit gezivgen behaben daz ez also sei. do mit ist er vberwunden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 35 [1275/87]

Der lehen versezzet an des herren hant. Ob der gut versezt daz er ze lehen hat on des herren hant vnd ez iener in seiner stillen gewer hot sechs wochen vnd ein iar daz der herre seinen man noch dem man ez gesezzet hot nicht dar vͤmb gerechtfertiget hat so het iener recht on der sazzunge vnd mac er seinen man dar vmb nicht on gesprechen. wan wuͤrde daz gut dem herren ledic er mustez loͤsen. also spreche wir. vnd ob der herre nicht daz ez versezzet was vnd get der herre fuͤr sein man vnd beredet ze den heiligen daz er nicht weste daz er im sein gut versezt hette der herre behabt sein gut. pricht abr der selb dritte dem herren seinen ait daz erz wol weste des sol er geniezen. hot er sein man gezivge die sein gut. hat er der nicht so nem ander vnuersprochen leute. daz ist recht lehenrecht. niemant mac sein lehen versezzen an seins herren hant daz ez craft habe. von dem tage daz der herre inne wirt dacz sein gut versezzet ist so shol er dem manne gebieten daz er im sein gut loͤse in sechs wochen vnd einem tage. vnd shol daz dreistunt tun. daz sint also achzehen wochen vnd drei tage. vnd ist der man in landes nicht oder sust nicht ain haimish man so peiten vnz er kvͤmt. die weil man in lebende weiz so shol der herre peiten mit der potshaft. wil abr sich der herre erwegen seines poten da er ist daz mac er wol tun vnd daz im der pote sage als hie uor gesprochen ist. er shol auch leute da pei haben die gezivg sein ob er laugen welle daz im nicht gesait sei daz si imz helfen erzivgem. vnd stirbet er nach deme gepot vnd nach dem zil vnd im gepoten ist so ist dem herren daz gut ledig. lat abr der man lehens erben hinder im die shuln daz gut loͤsen von dem tage daz sie irz uaters todes inne wurden vͤber sechs wochen vnd einen tac. vnd shuln in iares frist vnd ir vater starp zv ir herren komen vnd suln ir lehen vordern. vnd er shol imz mit rechte leihen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 36 [1275/87]

Ob siben gezivge erteilt werden. Swaz man vmbe lehenrech tedingt vor einem herren vnd wirt ein gezivc erteilt mit siben mannen da shol der herre seiner manne zwainzig vͤmbe vrogen. vnd hot er der nicht so shiebe die clage auf ze ainem anderen tage vnde pringe seiner manne da hin zwainzig oder mere. so get daz gerichte fuͤr sich vͤmb die siben gezivge. Swo man drei man ze gezivge leiten shol do froge der herre siben manne vmbe seiner manne vrteil. vnd wo man drei man ze gezivge leiten shol do sol der herre zem minsten haben zwelue siner manne an dem gerichte vnd sol siben vrtail vrogen oder mere. swer der herre ist der nicht zwelf manne hat als er richten shol vnd lehenrecht der shol uor den herren kvmen von dem er daz gut hot. vnd shol der ir paider mannen so uil fuͤr sich gepiten daz er ain vrtail gesamen mugen. do sprechen ir paider man wol vrtail vnd sint auch vorsprechen vnd gezivgen vͤmb lehenrecht. vnd ist daz gut des herren aigen vnd mac er der mannen nicht gehaben so vare fuͤr den kvͤnig. vnd sei der landes nicht so vare fuͤr den lantrichter.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 37 [1275/87]

Der im ein zinslehen fuͤr recht lehen haben wil. Swo man iereclich zins von geit daz ist nicht rech lehen. spricht abr ein man ez ist mein recht lehen vnd laugent des daz er nicht zins da uon geben da mus der herre des mannes rech vͤmme nemen oder muz in vberzivgen daz er im zins da uon gegeben hot oder e daz gut in sin gewalt kvͤme daz man dem herren zins da uon gebe. vnd ist daz ein herre daz daz erzivget so hot der man daz gut verlorn. in welher weise ain man ein gut ane spricht verlivset erz mit rechte so verteilt man im mit rechte dar an alle ansprache.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 38 [1275/87]

Ob ein lehen kvͤmt in die sibende hant. Ein gut mac maniges herren sin also daz ez ie ein man von dem anderen ze lehene habe. so shol doch nicht wan ainer die gewere han. vnd wer die gewer hot an dem gute vnd tut dem iemant dar auf icht ze laster oder ze shaden daz shol er im pezzern vnd nicht dem von dem erz hat. daz ist recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 39 [1275/87]

Der seins lehens von eim anderen herren gicht. Und gicht ein man seines lehens von ainem anderen herren denne er ez hot vnd giet des vnder des herren augen vnd ist dacz der herre daz gut behabt mit zwain mannen zv im daz ez sein aigen oder sein lehen sei so hot er daz gut behabt vnd der man hat sein lehen verlorn. behabt abr der man dem er des gutes gicht so hat auch er behabet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 40 [1275/87]

Der man shol den herren nicht verheln wie vil er ze lehene von im hat. als ein man gut enphahet von seinem herren so shol er im sagen wo daz gut lige vnd wie uil des sei. des vroge in pei dem aide den er in gesworn hot oder pei sinen hulden. so shol er im sagen waz er des gutes weiz. vnd des er nicht weiz des shol er im frist pieten geben drei virzehen nacht. vnd wes er dar nach nicht seit daz ist des herren vor waz sein der herre mac ervorshen. vnd er muz dem richter puͤzen mit als uil so daz gut ein iar giltet daz er von im hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 41 [1275/87]

Ob der vnder herre ain gut verlivset dacz ain man von im ze lehen hot. Und leihet ein herre einen manne ein gut ze lehen daz er von ainem anderen auch ze lehen hot vnd vert der selbe herre zv vnd vnderwindet sich des gutes der herre shol den man versprechen on dem gute. verlivset abr der vnder herre daz gut er shol dem manne sein gut erstaten. wil abr der ober herre dem manne daz leihen daz shol er gern enphahen von im ob erz mit recht verlevset.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 42 [1275/87]

Der seinen man an ainen anderen herren weiset. Niemant darf anderweit sein gut enphahen uon seinem herren ob der herre daz gut auf geit seinem herren oder ez verkaufet vnd ob erz auf geit vnd anderstunt enphahet. ez ensei daz er daz gut nicht in gewer habe so shol erz vordern an swen in sein herre weiset der als erber sei als er. vnd wil er in niderre weisen des geweigert des man wol. der herre geweigert auch wol daz er seinen man nicht nidert wan als er wil. daz ist ein iglichez recht. swenne der man an den oberen herren wirt geweiset mit rechte so shol er im hulde swern als da vor gesprochen ist. vnd sol im nach dem aide daz gut beweisen vnde benennen. vnd weiz er sein zv den zeiten nicht so sholn si ez handeln als hie vor geshriben stet. vnd verzihez im der ober herre daz lehen so tu da mit als hie vor gesprochen ist. daz ist geshriben recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 43 [1275/87]

Ob einer sein lehen verleihet. Swelhes mannes gut der herre verleihet daz ez der ersicht der ez von dem herren hot enphangen oder enphahen shol vnd erz nicht widerspricht der hot nicht mer an dem gute vnd ist ez dem herren ledic ez sei denne daz er seins leibes vorchte ob erz widersprochen het. als er denne kvͤmt so shol in sechs wochen fuͤr den herren varn von dem er daz lehen hab vnd pit in gerichtes. der shol im gepietem fuͤr sin man vber virzehen tage ze male vnd abr vͤber virzehen tage ze male zem dritten male. vnd kvͤmt de herre nicht fuͤr so leihet der ober herre dem manne daz gut mit recht. vnd ist dat gut des herren aigen so vare fuͤr den kvͤnig oder fur den lantrichter vnd vorder da recht als da uor geshriben ist. vnd richtent im die nicht so vnderwinde sich seines gutes daz ist. vnd ist der herren kainer in landes daz sol dem manne nicht shaden. als si koment ze lande so sol der man sein recht uodern an den erz ze recht uordern shol.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 44 [1275/87]

Der vͤmb ein shuld fuͤr geladen wirt der sol die weil ledic sin. Ob der herre seinen man ze lehenrechte tedinget auf ainen tac inner dem zil sol im der man nicht antworten vͤmb ander shulde die weil die sache vnuerrichtet ist. wirt abr des herren lehenrecht gefristet mit vrteil vnd er stirbet de man ein gut an vnder den weilen daz sein gedinge ist vnd fordert daz gut an in daz erz im leihe der herre sol im daz lehen. vnd tut er des nicht so vorderz der man als hie uor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 45 [1275/87]

Wie man fuͤrsprechen nemen sol. Ob ein man uor gerichte da ez vͤmb lehenrecht ist nicht geit on seins vorsprechen wort so shol der herre vrogen seinen man ob er uorsprechen nimt ob er on seins vorsprechen wort wolle iehen. spricht er ia so bleibet im der uorspreche. spricht er nicht so geit im der herre des uorsprechen nicht. swo man richtet vmbe lehenrecht da sol der herre niemant kainen fuͤrsprechen geben er veriehe denne waz der fuͤrspreche daz daz sein wort sei. spricht er wol des genevzet er. sprichet er vͤbel daz ist sein shade des wort er spricht. versaumt er in er hat den shaden. man geit im keinen vorsprechen mer vͤmb die sache den tac. der uorspreche sol sprechen was in der man haizet sprechen vnd shol di selben rede pezzern swo er kan vnde mac noch rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 46 [1275/87]

Von vngeporn lehens erben. Swenne ein man stirbet vnd let sein weip hinder im perhaft vnd gewinnet sie einen svn vnd lebt als lange daz man seine stimme hoͤret. ob man des nicht gelaubet so sol manz erzevgen mit den die virzehen iar alt sint oder elter. hat man der nicht so erzevget man ez wol mit zwen vrowen die ir arbeit gesehen hant. die sint mit rechte gezevge.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 47 [1275/87]

Ob ein svn nicht so edel ist so der vater. Swo der svn seinen vater nicht ebenpuͤrtic ist da geweigernt die des wol die des vater moge sint daz sie von im lehen enphahen. vnd het der vater daz gut von ainem herren auch ze lehen die man varnt mit rechte on den obern herren vnd enphahent ir lehen von im. ist abr ez sin aigen gewesen so suln ez die man uon im enphahen oder sie lozen imz.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 48 [1275/87]

Wen dem herren lehen shol verzihen ze leihen. Der herre shol niemans manshaft versprechen den des der des hershildes darbet. leihet abr der herre ainem ein lehen der des hershildes darbet der hat als gut recht dar an als der in dem sechsten hershilde vert vnd hot so getan recht als hie uor geshrieben stet. ein herre verzihe den auch lehen ze leihen die in dem panne vnd in der echte sint in dem rechten als hie uor geshriben ist. vnd dem der uor gerichte vmbe raup oder vͤmbe diepheit oder vmb manslacht oder vͤmb mainaide oder vͤmb prant oder vͤmb sein triwe gepoten ist. vnd al die weil vnd sie nicht sint fuͤr kuͤmen vnd nicht vnshuldic sint worden so leihet er in ze rechte nicht. werdent abr sie vnshuldic so shol er in die lehen verleihen. werdent abr sie shuldic vnde gepuͤzent als recht ist so shol er aber in ir lehen leihen. vnd stirbet der man in den tedingen e daz er sich entshuldige vnd lat er lehens erben der herre so mit rechte ir uater lehen leihen. der svn shol an der shulde des vater shulde nicht engelden. wem der herre gut hot gelihen des kinden mac der herre nicht verzihen ir lehen. wan daz were wider recht. der herre shol seinen mannen an aller stat vnd zallen zeiten ire lehen leihen so si ez vordern an in der kirchen vnd in freithoͤuen. da mac er in mit rechte nicht geleihen. geshiet ez abr der herre shol nach seinen manne senden oder der man kvme selbe zv im vnd geb im daz selbe lehen auf vnd enphahez anderweit wider. daz ist recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 49 [1275/87]

Wie phaffen fuͤrsten werltlich gerichte haben vnde leihen shuln. Pishoͤf gut vnd vanlehen die shol der kvͤnc ganz leihen. alle pischoͤfe enphahent uon dem kvͤnige muͤnze vnd zoͤlle. eteliche enphahent vanlehen eteliche werltlich gerichte. waz des gerichtes ist daz vͤber plutrunst get vnd vͤmb den totslac sweme der pishof der ainez leihet den shol er senden mit seinem priefe on den kvͤnig. wan wer vber plutrunst rihtet und des pannes von dem kvͤnige nicht hot dem sol der kvͤnig die zvngen auz heizen sneiden oder er shol sie loͤsen nach des kvͤniges gnaden. vnd verzeihet der kvͤnig zeinen mal den pishof oder so er dar sendet seinen prief daz er den pan seinem richter nicht enleihet so richtet der richter ein iar mit rechte on den pan. der kvͤnig shol vil wol wizzen wem er den pan geleihen muͤge daz er ze rechte richter muͤge gesein. da shol er sehen an daz lantrecht puch. da uindet er inne wer mit rechte richter mac gesin. alle dev gerichte die vͤber plutrunst vnd vͤber den totslac gent die muͤz man alle von eime roͤmishen kvnige enphahen. die laien fuͤrsten keinen pan enphahent von dem kvͤnige. si leihent den pan selben wol ir richtern so sie ir recht enphahen von dem kvͤnige. als der kvnig in devshen landen nicht enist so mugent der phaffen richter wol richten one pan vnz daz in ein prif kvmt von dem kvͤnige. vnde so der kvͤnig von devͤshen landen vert so mak er des reiches marshac wol der gewalt geben daz er den pan an seiner stat leihe. daz ist der herzoge uon sachsen. daz shol er tun in sachsen vnd in hessen vnd in duringen vnz an peheim vnd vͤber al in franken swer der ist der sein vndertan ist. vnd geit im der kvnig den gewalt daz er den pan leihe vͤber alle swaben vnz an den rein vnd durch daz gepirge piz fur trient ein meile. der phalzgraue vom reine hat gewalt den pan ze leihe ienhalp reines vnz fuͤr menz ein meile vnd vnz an vse vnd in flandern lant. vnd ob im der kvnig den pan leihet oder nicht so hot er den gewalt daz er in doch leihet. daz ist von dem rechte. so die fuͤrsten den kvͤnig wellen beclagen ob er wider in icht tut daz shuln si tun vor dem phalzgrauen von dem reine. die ere hot er fuͤr anderen fuͤrsten. diz recht habent die drei fuͤrsten so daz reich one kvnig ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 50 [1275/87]

Ob ein svn an des vaters stat nicht man werden wil. Ob der svn an des uaters stat nicht man wil werden da mit ist sein hershilt nicht gehoͤhet. ez enhoͤhet nicht des herren hershilt wan vanlehen ob im daz gelihen wirt. ez enerbet nieman lehen wann der vater auf den svn. daz haizen erbelehen. nach des vater tode kuͤmt der svn inner iar vnd tag zv seinem herren vnde peutet im sein manshaft mit gesampten handen. vnd ge im also nahen ob er ste daz er in gereichen muͤge. sizze abr der herre so shol er fuͤr in knien. svͤmeliche leute iehent daz dem herren die hende wegen sul. des ist nicht. wan als der man get fuͤr seinen herren do er stet oder sitzet vnd der man fuͤr im stet oder kniet so wegt sich aller sein leip so wegent sich die hende. vnde also sol er sprechen swenne seines gutes mit geualten henden an seinen herren gert. herre ich uorder so getan gut an evch als ich mit rechte an euch procht hon vnd pevte ev mein manshaft dar vͤmb zeinen mal zem ander mal zem dritten mal vnd sint des meine gezevge ewer man. ob der herre waigert mit vnrecht daz er in ze manne nicht wil enphahen er shol behalden sein gut do er sein manshaft vͤmb geboten hot. vnd sol sizzen an dienst. vnd ern darf des gutes nicht mer gern an den herren die weile er seiner manne zwene ze gezeuge mac gehan. vnd sterben die so vorder sein lehen abr vnd nem des herren man dar zv als vil ob er laugen welle daz er zwene habe mit den er sein recht erzivgen muͤge. dicz gut erbet an seinen svn. ob er stirbet so shol der svn daz lehen vordern on den herren recht als der vater. leihet er imz daz ist gut. tut er des nicht so tu als uor gesprochen ist. swer sein lehen also vordert der belehent sein man wol mit dem selben gute da im reht von geweigert ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 51 [1275/87]

Ob dem man sein gewer mit gewalt genumen wirt. Swo abr dem man sein gewer mit gewalt wirt genumen der shol seine clage iereclich newen vor dem oberen herren oder uor dem lantrichter. dacz ist dar vͤmbe daz er der gewer darbet. vnd beutet der herre dem manne sein gut ez er shol ez zehant enphahen. tut er des nicht ez mag im geshaden. wan der herre prichet im sein iarzal mit dem bieten als der man dem herren lenget mit seiner vorderunge.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 52 [1275/87]

Ob der herre des mannes manschaft verwidert. Swenne der herre vrteil vrogt seinen man ob iener sein manshaft also geboten habe dacz er in mit recht enphangen habe an seiner manshaft vnd er im die ze rechte gepoten habe vnd weigert des der man dem herren daz er im vrteil spreche an des herren shulde so shol der man auch ane shulde vnd hot sein gut mit rechte. wan erz geuordert hot als recht ist da mit hot er ein iar frist daz er sein gut nicht vordern shol in dem iar. gepevtet abr der herre ienem vnd anderen seinen mannen einen tac dar shuln sie kumen vnd shuln dem manne vͤmb seins lehens vorderunge rechte tun nach seiner vrteil.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 53 [1275/87]

Wie sich der herre gezivge vermezzen shol gegen deme manne. als sich ain herre in lehens rechte gezivges vermizzet gen seinem man den shol er nemen vnd welhen er nennet den shol er leiten vnd niemant anders. also shol auch der man gegen dem herren swenne der man dem herren benennet die gezevge die shol im der herre twingen auf den tac den er im gegeben hat. vnd welher der gezivge dar nicht enkvͤmt da mite hat der man behabt. vnd die gezivge die der herre nennet gegen den man vnd kvment die nicht auf den tac dar an uerlivset der herre nicht vnz an den dritten tac. so hot der herre verlorn kvment im die gezivge nicht. der man kan nimmer uerliesen gegen seinem herren ob im sein gezivg erteilt wirt ob er nicht fuͤr kvͤmt. wan er shol in im mit rechte twingen. der herre hat frist gegen seinen mannen den gezivc ze pringen vnz an den dritten tac. also shol auch der herre gen seinem manne gezivk betwingen auf den dritten tac. der tac shol ie ainer sein vͤber virzehen nacht. swem der herre daz gepoten hat dreistunt vnd kvͤmpt der nicht dem verteilt man daz lehen daz er von dem herren hat ez ensei denne als verre daz in ehafte not gelezzet habe. die shol er beweisen vnd bewern als hie vor in dem lantrecht puche stet. waz ehafte not ist vnd wie man die beweisen vnd beweren shol daz stet allez in deme lantrecht puche. swelch gezevc die ehaft not behabt als recht ist des ist auch der herren ledic ze laiten vnd auch der man. vnd si sulle paide einen anderen nennen. vnd shol der herre die twingen auf drei ander tage. daz ist recht lehenrecht nach geshribem rechte. vnd shuldiget der herre ainen seinem man er mvͤge nicht gezivg sein so muz der man beweisen daz gut daz er uon im ze lehene hat mit gezivgen oder mit dem gute. wan als daz geshicht so mac er wol gezvͤg sein. oder er tut wederz er wil daz stet an des mannes willen vnd nicht an des herren. vnd ist daz er seiner gezivg da nicht hat man shol mit rechte im drei tage vͤmb sein gezivge geben. ob vancnisse den man irret daz er zv dem tage nicht kumen mac noch poten dar gesenden mac als er ledic wirt von der vancnisse so shol er zv dem herren kumen vnd shol im einen anderen tac heizen geben vnd shol da sein ehaft not haizen bereden. vnde shol im danne richten als hie uor gesprochen sei.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 54 [1275/87]

Ob dem man sein herre stirbet wi er fuͤr daz kint sol komen. Und ist daz ein man sein herre stirbet vnd der herre hat einen sun hinder im der nicht zv sinen tagen kumen ist der der man shol doch kumen zv seinen iuncherren vnd shol also sprechen. herre ich shol lehen von ev haben daz enphahe ich gerne als ir mir daz mit rechte muget geleihen. vnd shol die leute ze gezivgge zihen.swer die sint die sint gut. vnd hat daz kint daz gut von ainem herren vnd leihet er im daz gut wie iunc er sei so mac er daz gut wol leihen. vnd sein man mugen nicht veriern gen im die weil vnd er daz gut nicht enphangen hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 55 [1275/87]

Ob daz kint der herre an uellet. Ob daz kint der herre an vellet oder daz kint sein iarzal versaumet gen seinem herren daz shadet den mannen nicht an ir lehen. sie uolgent ie dem gute. vnd ist halt daz ein herre der ze seinen tagen kumen ist sein iarzal versaumet gen ainem herren vnd im sein gut verteilt wirt mit allem rechte dar vͤmbe verliesen die man nicht ir lehen. si shuln an den selben herren kumen vnd shuln ir lehen vordern an in. vnd daz shol er in mit rechte leihen. tut er des nicht vnd hab er dacz gut denne von ainem anderen manne an den shuln sie kumen vnd clagen dem von im. der shol in rechtuertigen dar vͤmbe. vnd wil er nicht rechtes weigern so sol er in daz gut leihen. ez mac also geshehen daz ein lehen gelihen ist von einem man zem andern vnd von hant ze handen. ir shult wizzent. als manc hershilt ist als ofte leihet ein man dem anderen gut. des mag ie ein man dem anderen leihen vnz in die sechsten hant. vnd leihet abr ein herre daz in die sibenden hant daz ist allez stet als hie uor geshriben stet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 56 [1275/87]

Wenne des mannes iarzal sich ane hebet. Eins iglichen mannes iarzal beginnet gegen seinem herren so er sein gut enphahet von seinem herren. die iarzal teile wir ein iar vnd sechs wochen. vnd ist daz ein herren auzen landes ist oder ist er gevangen die weil get die iarzal nicht an. vnd als er kuͤmt ze lande so get mannes iar an die weil er im lande ist vnd die weil er gevangen ist. so vnder sich der man seines gutes mit rechte. kinde iar wie alt sie shuln sin so sie ir lehent versaument daz sint drevzehen iar vnd sechs vochen von ir gepurt. vnd wil des der herre nicht enpern vnd er im sein lehen leihet die frivnt muͤzen dem kinde einen vormunt geben der dem antworte fuͤr daz kint ze lehenrechte vnd ze vorsprechen wo ez sein bedarf. der uormunt shol dem herren antworten fuͤr daz kint vnz daz ez wirt ains vnd zwenzig iar alt. des kindes uormunt shol des herren man sein an seiner stat sein. man shol keines kindes alter reiten von der zeit daz ez die muter enphie. man shol auch reiten uon der zeit daz er uon der muter geporen wart. swer daz kint an spricht vͤmb lehenrecht des shol sin vormunt antworten. vnd get ez dem kinde an ainen ait daz ez sweren shol vnd ist ez vnder virzehen iaren so shol ez nicht sweren. als ez vͤber virzehen iar kvͤmt so mag ez wol sweren. wil abr sein vormunt er swert wol fuͤr in vnz daz er kvmt ze ain vnd zwenzig iaren. dacz ist auch in allen lantrechten vnd lehenrechten recht wan ez dennoch nicht guter wizze hat. ob ein herre nicht gelauben wil daz daz kint ze seinen iaren kvmen ist daz ez lehenber sei des shuln sweren seinen nehesten moge von vater oder uon muter ob er die hat. wizzen sie sein nicht vor war so sol ez sweren sein vormunt ob er ez weiz. vnd swerent die alle fuͤr in nicht dennoch shol er da mit verlisen. man sol im greifen oberhalp des mundes. hat er da clainez har daz ist ain gezivk. man shol im greifen vnder die vͤchsen. hat er da cleinez har daz ist der ander gezivk. man shol im greifen an daz gemechte oberthalp des gemehtes. vindet man da cleinez har daz ist der dritte gezivk. da mit hat der knabe seine iar behabt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 57 [1275/87]

Wenne man des ivngelinges nemen shol. Niemant mac gezivc sein der ze seinen tagen nicht kumen ist. daz shul wir paz beshaiden. ein kint daz dreizehen iar alt ist vnd sechs wochen daz ist lehenber. ist ez virzehen iar alt so swert ez wol vͤmb sein selbes geshefte. vnd mac abr niemant gezevg sein e daz ez kuͤmt ze achzehen iaren. wie iunc daz kint ist vnd hot ez einen voget der rechte sein vogt ist vnd ist er des herren man von dem daz kint daz lehen shol han vnd pringet er daz kint ze seinem herren vnd vordert im sein lehen als recht ist der herre shol dem kinde dacz lehen leihen ze rechte. man shol abr dem herren puͤrgen sezzen ob der kinde icht mer ist den eines daz si den herren ich an muten daz er daz lehen gut deheinem kinde icht mer leihe den deme elsten. die weil daz lebt so ist er des wol vͤberic. vnd stirbt daz so leihe ie dar nach dem eltsten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 58 [1275/87]

Wenne daz kint lehen leihen mac. Swer daz kint vͤmbe lehen ane spricht inner seinen iaren ez shol daz lehen leihen der tut dem kinde vnrecht. wan ez mac lehens nicht geleihen des ez nicht enphangen hat. leihet ein herre lehen einem kinden des ez nicht enphanget hot daz nicht ze seinen tagen kumen ist. vnd spricht man daz kint vͤmb daz selbe lehen an der herre shol daz kint versprechen vnd sein vormunt. vnd wil ez der herre nicht tvn so shol ez der uormunt uordern an den herren vnd der shol im rechte tac geben fuͤr seinen man vnd shol im mit rechte an gewinnen daz er daz kint verspreche mit seinem lehen. nieman mac des anderen gezevg sein in lehenrecht der ze seinen iaren nicht kumen ist er sei ze seinen tagen kvmen ob daz lehen hot enphangen oder nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 59 [1275/87]

Wenne des kindes manne iarzal auz get. Swenne daz kint von seinem herren belehet wirt so get siner manne iarzal an daz sie ir gut enphahen. die weil sie des gutes nicht enphangen hant von dem kinde so shuln sie dem kinde nicht dienen. si shuln dem herren da uon dienen als diz puch seit. on anevelle ist nicht lehenrecht. vnd iedoch stirbt ein man vnd lat kint die nicht zv iren iaren kvmen sint der herre leihe ainem anderen daz aneuel ob er nicht uormundes hot der des herren man sei. hot ez den der shol dem kinde daz lehen vordern. vnd er shol im daz mit rechte leihen. vnd shol der uormunt von dem lehen antworten dem herren. als daz kint ze sinen iaren kvͤmt so ist daz anevel ledic. als auch der stirbt der daz anevel gelihen hat so hat iener an dem anevel nicht vnd ist ledic. die weil dem kinde vnd auch die elter sint ir gut nicht gelihen ist so sint nicht shuldic dem herren daz gut ze nennen noch ze beweisen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 60 [1275/87]

Dem lehen wirt gesezzet an des herren hant. Niemant mac mit rechte gewer han an ainem lehen dem ez versezzet wirt an des herren hant. versezt halt des kindes vormunt mit des herren hant vnd mit des kindes hant vnd kvͤmt daz kint ze seinen iaren vnd vordert sein gut wider man sol imz ledic lan. vnd tut man des nicht so shol dacz kint kumen fuͤr seinen herren vnd shol den pieten daz er im rechtes helfe vͤm den der im sein gut neme. tut des der herre nicht so var an den lantrichter vnd clage dem auf seinen herren vnd auf seinen vormunt. hat abr der herre daz lehen von ainem andern herren da sol man an kvmen vnd dem obren herren clagen. vnd der shol im richten vͤber den vnderen herren als daz puch seit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 61 [1275/87]

Wie vnde wenne die man von dem kinde vordern suln. Bewert daz kint lehenrecht ze tvn so ez ze seinen tagen kvͤmt ze seinen lehen iaren so shuln seine man ir lehen vordern als dicz puch seit. vnd ie vͤber ein iar so shuln sie ir lehen vordern als diz puch seit. vnd ie vͤber ein iar so shuln sie ir lehen vordern daz ez seine man horen ob er sein laugen welle daz sie die gezivg haben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 62 [1275/87]

Ob ein man stirbet in seiner iarzal. Und stirbt ein man der svͤne hat inner der iarzal vnd er sein gut enphahen sol da mit ist dem svn daz lehen nicht entwert. er shol kumen an seinen herren vnd sol an in uodern seines vater lehen. vnd er shol mit rechte leihen. daz shol er tvn e ez sich uerieher. stirbt auch eines herren svn inner der iarzal daz der man gut uon seins vater handen enphahen solde er volge seinem lehene nach swor daz geualle vnd uerleuset da mite nicht. der herre mac auch des mannes gut zwen nicht geleihen ez en sei daz erz von mer herren habe denne von ainem. lat abr er daz wider recht so shol der minner teil dem meren uolgen. ob der herre des mannes gut dem minnern teile leihet daz er uon einem herren hot daz endarf der herre uon ienem herren nicht enphahen. er shol ez enphahen von dem obren herren. wan daz ist recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 63 [1275/87]

Ob mer pruͤdere daz lehen verleihent. Der man shol auch nicht den von ainem seines herren gut enphahen wan nicht mere. danne der herre mac genoten der pruder mer den ainen daz sie daz gut uon im enphahen icht mere. mugen sie den herren genoten daz erz in allen leihe er leihet ez nicht wan ainem. vnd lat auch der herre mer svͤne den ainen so er stirbet die man enphahent ir gut nicht. vnd hat in der ober herre dacz gut allen leihen vnd krigent des si shuln ez alle leihen vnd sie suln ez alle leihen vnd sie suln ez von in allen enphahen. des waigern die man wol mit rechte. die man shuln varn fuͤr den obern herren. vnd shol sie der beshaiden von wem sie vnder den pruͤdern ir lehen shuln enphahen. der ober herre shol sie also weisen. vnd sint die pruͤdere alle ze iren tagen kvmen so shol er sie weisen an den eltsten. vnd ist nicht den ainer ze seinen tagen kumen an den shol er sie weisen. vnd ist ir keiner ze seinen tagen kvmen vnd hot er in noch nicht gelihen so shol er in ir gut erlauben. vnd hat abr er daz gut den kinden verlihen so weise sie an daz eltste vnd an seinen vormunt. der shol ez mit rechte leihen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 64 [1275/87]

Ob dacz lehent gut des herren aigen ist. Und ist ein gut aines herren aigen daz er leihen shol vnd widert er daz mit vnrecht die man shuln fuͤr den lantrichter kumen in des gericht dacz gut leit vnd clagen da auf ir gut. der lantrichter shol in richten mit rechte. vnde ist der kvnig in dem lande dem clage man auch mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 65 [1275/87]

Der herre shol nicht den ainem kinde seins vater gut leihen. Der herre shol nicht den ainem kinde seines uater gut leihen. welhem er ez leihe daz stet an den kinden vnd nicht an dem herren. also ob sie daz lehen hant inr iars frist so ist die wal der kinde. vnd kvͤmt ez vͤber daz iar vnd vͤber kvment die man den herren mit minnen daz er in dennoch daz gut leihet so hat er die wal daz er ez leihet wem er wil vnder den kinden. vnde leihet ein herre ainem kinde gut nach seinem willen vnd nicht nach rechte daz shadet den anderen nicht an irm rechte. vnd versavmet der kinde einez sein iarzal als hie uor gesprochen ist von dem sie der herre ledic er berede dan ehafte not.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 66 [1275/87]

Wie der man dem herren purgen setzzen mucz fuͤr seine pruder. Unde vordert eines mannes svn der zv seinen iaren kvmen ist an seinen herren ain lehen vnd hat er dennoch pruͤder die in irn iaren sint der muz dem herren daz geloben. als sin prudere ze iren iaren kvmen daz sie in vm daz lehen nicht an sprechen die weil ir pruder lebe. so die pruͤdere zv iren tagen kvment so vordern sie daz lehen an iren herren. der pruder shol den herren versprechen vnd daz gut vnd sol den herren piten daz er im vnd seinen pruͤdern einen tac gebe fur sein man. da shol er in lehenrecht tun. daz recht ist also da stet an des eltsten pruders wal. wil er sein pruͤder daz lehen mit im lan enphahen daz tut er wol. wil er des nicht er let ez wol. so ist daz an des herren wal daz erz den pruͤdern leihet oder nicht den ainem. vnd stirbt der eltst der herre shol abr daz lehen dem eltsten enphelhen. leihet abr der herre von genaden vnd von rechte in allen daz lehen so shuln sie die gewer mit ein ander han oder sie haben an den lehen nicht rechtes. lehent recht spricht also. lehen on gewer ist nicht lehen. sazzvnge on des herren hant hat dehaine craft.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 67 [1275/87]

Ob einer seinem kinde oder seinem herren ir lehen wil enphuͤren. Swer seinem herren oder seinem kinde oder iemant der des wartent ist sein lehen fremden wil ob erz seinem herren auf geit oder ez hin leihet. nicht mac ez im geshaden ob erz wider nimt in seinen nuz vnd ez in seiner gewer hot vnz on sein siechpette. do er inne stirbet so shuln ez seins lehens erben mit rechte han. hat er nicht lehen erben so shol ez dem herren ledic sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 68 [1275/87]

Ob der man plint oder auzsezzig oder lam wirt. Ein herre mac seinem manne sein lehen nicht verzeihen noch genennen ob er plint ist oder seiner gelider darbet oder auzsezzig wirt oder waz sichtum er gewinnet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 69 [1275/87]

Der seinem weibe ein lehen dinget. Dinget ein man sein lehen mit seines herren hant vnd mit seiner erben lehen seinem weibe sein lehen vnd sint die lehens erben zv ir tagen kumen daz kan wider der herre noch die kint geprechen. sint aber die kint nicht ze iren tagen kvmen sie mugenz stete hon oder nicht. der herre sol ez dennoch stete haben. daz ist sein recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 70 [1275/87]

Wie der herre vil prudern ein lehen mac geleihen. Ein herre mac uil pruͤdern ein lehen leihen dacz si mit gesampter hant enphahent vnd gleich gewer dar an hant. vnde wellent sie sich shaiden mit dem gute vnd teilent ez vnder sich daz tunt sie wol an daz herren vrlop. swenne aber sie sich beteilent mit dem gute so hat dehainer an des anderen gute nicht. vnd stirbet ir dehainer an lehens erben dem herren ist dacz gut ledic. die weil sie daz gut vngeteilt haben vnd stirbet denne ir dehainer des svn tret an des uaters stat vnd behalde daz gut gemaine daz sein vater hette mit den vetern. al die weile sie daz gut zesamene hant die mit ein ander also belehent sint ir mag ir einer andern nicht getun mit dem lehen noch mit dem gute. waz abr einer da uon leihet oder lat daz enmac der selbe nicht geprechen. ob ez die stete haben wellent die daz gut mit im habent so muz ez stete sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 71 [1275/87]

Do mer manne den ainer mit aim gut belehent sint. Ob mer leute den ein man mit aime gute belehent sint vnd nicht geteilet sint mit dem gute. ir deheiner mac geuolgen mit dem gute an einen anderen herren ob ir herre stirbet wan ain ainik man. waz so uon mutwillen ein herre leihet einem man des er nicht ir gewer mac gesein daz shol er im erstaten ob der man sein iarzal versavmet hat. er shol sich des gutes vnderwinden vnd nimpt ez ienem. daz shol er dem herren kunt tun in iares frist. vnd tut er des nicht so erstat im auch der herre nicht. wenne abr der herre nicht recht betwungen wirt daz er daz lehen leihen muz daz er mutwilleclichen hin gelihen hot wirt im daz mit rechte an gewunnen er erstat dem man nicht des gutes des er im gelihen hat. hot abr im ain man gut gegeben dar vͤmb daz er im daz gut lihe swi dem man daz gut auz der hant get mit rechte daz shol er im erstaten mit aim anderen lehen gute oder er gebe im sein gut uider. die wal stet an dem man vnd nicht an dem herren. hot abr er im gelobt ze erstaten daz er tun mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 72 [1275/87]

Do magt oder weip von dem reiche belehent sint. Belehent weip oder magt die shuln nicht reise uarn in des reiches dienste ob sie von dem reiche belehent sint. aller heruerte sint sie ledic. wan mit gesaztem rechte daz ist waz sie ze lehen von dem reiche hant des shuln si daz zehende teil dem reiche ze herstivre geben. also shol auch der phaffe der nicht ein fuͤrste ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 73 [1275/87]

Do ein herre den kinden leihet pei irz vater leibe. Ob der herre den kinden leihet irs vater gut pei des uater leibe vnd der vater daz gut in seiner gewer hot aleine vnz an seinen tot. nach des vater tode kvment die kint ze dem herren vnd pitent in daz er gedenke daz er in dacz gut lihe mit ir vater vnd daz er in daz lehen erlaube. des suln sie begern in ir iarzar. daz ist da uon daz sie der gewer niht enhetten. vnd hetten sie die gewer gehabe so hetten sie der vorderunge nicht bedorft. daz shuln sie tun in ir iars frist. vnde bekent in der herre des lehens nicht so shuln sie gezevge nemen seine man ob der herre der vorderunge laugen wolle daz sie im helfent sein. wan die herren vergezzent gern. die kint hilfet nicht daz sie daz lehen mit dem vater enphingen wan sie der gewer nicht hetten. si shuln irs vaterz lehen vordern als von erst. ez ist noch vil pezzer daz ein kint seins vater lehen nicht enphahe mit im. wo abr der vater vnd daz kint ain gemaine vnd ain gewer hant an aim gute vnd ez mit ein ander enphangen hant vnd stirbt der uater sie treten an des uaters stat vnd suln ir gut nicht anderwart enphahen. laugent in der herre ires gutes vnd irs lehens daz suln sie erzivgen mit zwen seiner manne vnd shuln daz tun inr iars frist. wil er in des nicht gestaten so hant sie doch ir gut behabt ze recht. vnd tut in der herre gewalt daz shuln si clagen dem obren herren von dem er daz gut hat. vnd ist daz gut sein aigen so clagez dem kvnige ob ir herre ein fuͤrste sei. vnd ist ez ein ander herre so clagez dem lantrichter in des gerichte dacz gut leit. vnd kvͤmt der fuͤrste noch ander herren nicht fuͤr den lantrichte so shol er die leute doch shirmen an ir gut.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 74 [1275/87]

Ob der man in dem gerichte sizzet den do dacz gut leit. Ez kvͤmt ofte daz ein gut ligt in eins andern herren gerichte. vnd der man des ez da ist in ainem anderen sizzet. wer auf daz gut clagt swo der man gesezzen ist auf den die clage get oder der da clagt der lantrichter shol richten ze dem gute.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 75 [1275/87]

Der lehen auf geit dacz manz einem anderen leihet. Und geit ein man dem herren gut auf also besheidenlich daz er daz gut ainem ainem anderen leihe vnd wil denne der herre daz gut im selber habe da pricht der herre sein triwe an seinen manne vnd ez hilft doch den herren. wan der man hat daz gut mit rechte nicht verlorn. er shol ez wider vordern daz er im sein gut wider leihen. tut er des nicht so habe sein gut mit rechte wider als e. tut im der herre dar vͤber gewalt daz clage als daz puch seit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 76 [1275/87]

Ob der uater lehen auf geit vnd pit ez dem svne leihen. Geit ein man sein gut auf seinem herren vnd pitet ez seinem svne leihen daz heizet nicht erbeleihen wanne daz den man an erstirbet. wer sein erbe lehen auf geit vnde daz anderweit wider enphahen da nach heizet ez nicht erbelehen. welch man im selber ander recht saget an ainem gut danne er dran hab vollekumt der selbe des rechtes nicht des er im selber an dem gute hat gesagt so hat er alles daz recht verlorn daz er an dem gute het. daz kvͤmt von seiner vnrechten ansproche.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 77 [1275/87]

Wie dev gewer pezzer recht hot. Swer die rechten gewer an aime gute hat vnd kreiget iemant mit im dar an vnd so shol man im gezivge erteilen vnd ienem nicht der der gewere darbet. wer dem obren herren so getane gut auf geit daz er hot von dem nideren herren vnd enphahet er daz wider ze lehen vnd besitzt da mit iar vnd tac an rechte widersproche so hot er recht ane dem gute. des shol abr der man niht tun im habe denne der herre recht verzigen. wan anders verluͤre er sein gut gar. vnd kuͤmt der nider herre vor den obren herren in iares frist vnd pevtet sein vnshulde daz er nicht enweiz ob der man gen im also geworben hot da shol der herre seinen ait vͤmbe nemen vnd shol denne paiden recht tun als daz puch sait. mag abr der man hincz nidern herren erzivgen mit zwen mannen des obren herren daz im daz gut verteilt ist vor seinem herren mit lehenrechte als dicz puch seit so hot er verlorn vnd der man behabt. verlevset der man daz er den herren nicht vberzevget als hie uor gesprochen ist vnd in nicht vͤberzevgen mac daz er im rechtes wider sei gewesen so hat er paiderthalp uerlorn.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 78 [1275/87]

Wer lehens gewer gezevg mac gesein. Lehens gewer mac nieman gezevg sein wan der von dem herren belehent ist gemainer gewer. ein iglich man sei gezevg der nicht gesholden ist an seinem recht als daz lantrecht puch seit. man shol nieman vor seiner gewer weisen sie werd im mit recht an gewunnen vnd mit vrteil.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 79 [1275/87]

Dem sein gut wirt verteilt oder auf geit. Swem sein gut mit lehenrecht wirt verteilt oder ez mit willen auf geit der darbet der gewer dar an mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 80 [1275/87]

Der sein gut aim anderen sicht leihen. Ob ein herre gut hin leihet daz er eim andern gelihen hot vnd er da engegen stat vnd ez nicht verspricht vnd er daz gut hoͤret nennen der hat daz gut mit rechte verlorn. hindert abr den man ehafte not daz er seins leibe vorchte so hat er frist ein iar daz er kvme vor seinen herren. vnd da shol er sein ehaft not bereden mit seinen zwen vingern. vnde daz sol im der herre gelauben ob er wil vnd shol im sein gut erlauben. vnde tut des der herre nicht so vnderwinde er seines gutes mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 81 [1275/87]

Vnd leihet der herre eines gut hin do er nicht zegegen ist. Und leihet ein herre eins mannes gut hin da er nicht engegen ist daz shadet dem man nicht. als abr er ze seinem herren kvͤmt vnd sein inne wirt so shol er in vrogen ob ez also sei. spricht der herre danne. ia. so spreche der man. ich verspriche mein gut zeinem mal zem ander mal zeme dritten mal vnd zihe des gezivge die daz hoͤren. des hilft ein iglich man wol der sein recht behalden hat. vnd also hot der man sein gut behabt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 82 [1275/87]

Ob der herre den man betwinget daz er daz lehen auf gibt. Betwinget der herre seinen man vngetriwelich oder mit gewalte daz er im sein lehen auf geben muz des beleibet der man one shaden ob er den herren beclagt vͤmb die vntat die er an im begangen hot vor dem obren herren oder uor dem kvͤnige oder vor dem lantrichter vnd vͤbrzevget er den herren der herre shol dem richter puͤzen als daz lantrecht puch seit vnd er shol dem manne seinen shaden zwiualt abe tun. vnd er shol sein gut mit gemache han.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 83 [1275/87]

Der ein gut auf geit vnd ez der ander enphahet. Ob ein man dem andern sein gut auf geit uor seinen herren zehant als er daz enphahet so hot er die gewere dar on die des erern mannes was. ein man mac seinen herren maniger sache vͤberkvmen des der herre den man mak nicht vͤberkvmen. daz seit ev daz puch wol.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 84 [1275/87]

Ob zwene gleicher gewer iehent vnd gleich gezevg pieten. Ob zwene man ein gut gleich on sprechen vnd der gewer gleiche iehent vnd gleich gezivge pietent der herre shol in paiden einen tac gepieten da hin da daz gut leit vnd shol mit in dar kumen ob er mac. vnd mag er nicht dar kumen so sende seiner manne einen mit im dar. der shol vrogen die nachgepaur vnd die rechten vmmesezzen vͤmb die gewer. swer denne die merern menie hat vnd die erbern gezivge der behabt daz gut vnd die gewer. disen gezevg shol der herre hoͤren oder seine poten shol er vrogen pei seinen hulden wer die gewer behabt habe. swederm sie da sagent dem shol der herre daz gut lan mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 85 [1275/87]

Ob man gewer nich beshaidet. Swelch gewer mit leuten man nicht besheiden mac da shuln paide fuͤr ir herren kumen vnd sie paide shuln sweren daz sie wenen daz sie recht haben. dar nach shol in der herre paiden gepieten daz sie daz gut gleich mit ein ander teilen. wil auch ir ainer er gert der wazzer vrtail wol. des muz im der herre vnd sein widerstreit gestaten. des shol man abr nicht tun wan da man nicht leute mac gehaben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 86 [1275/87]

Ob der herre vnde der man gleicher gewer iehent. Ob der herre vnd der man in selben ein gleich gewer sagent an einem gut vnd daz pietent ze gezivgen mit gleichen gezivgen da shol des mannes gezivc fur den herren gan. daz ist da uon daz der herre seins gutes nicht verleuset ob ez halt der man behabt. wan er hat ez doch uon im ze lehene. vnd solden die herren den mannen ab erzivgen so wuͤrde uil lehen verlorn die ir man sus behabent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 87 [1275/87]

Wie der man des herren zevg verlegen schol. Seit der herre daz seinem manne sein gut fuͤr im verteilt sei vnd seit des hab er guten gezeug an seinen mannen der man mac des herren gezevg verlegen also. der man shol im seinen herren tac piten geben fuͤr seinen man vnde shol daz der tun. da shol der herre seinen man zv laden. vnd shol der man fur den herren kvmen vnd shol da erzevgen mit des herren mannen daz er alle die tage gesuchet habe die er im gepoten habe oder swere daz im ny kein tac gegeben wuͤrde. oder in shol der herre mit den poten vnd mit zwain vͤber in zevgen dacz im dreistunt fuͤr gepoten sei vnd an die stat da er gewerlich seines leibes sei vnd seins gutes vnd hin kvmen mechte. der bote sol des herren man sein vnd die zwene shuln gemaine levte sein. wil abr der man selp dritte bereden daz er ze den tagen vor ehafter not nicht kumen mochte so verleit er des herren gezivg. spricht abr der herre den man an er sholde poten han gesant do er selbe nicht kvmen mochte. beret der man daz er boten sante der die ehafte not fuͤr in beret vnd mit zwen zv im. der pote kome dar oder nicht. der herre enhat nicht rechtes ze im. mac abr der pote bezevgen mit zwen zv im daz er auf dem tage was der dem manne gegeben was so hot er recht. vnd koͤm der man nicht dar vnd in des ehafte not irret daz muz er selp dritte erzevgen die daz wares wizzen daz in ehafte not irret. so hat der man abr behabet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 88 [1275/87]

Von des mannes iorzal. Ob der herre den man shuldiget daz er sein iarzal versavmet habe. daz er sein gut veriert habe. daz er sein gut nicht geuodert habe als recht sei da shol der man sein vnshulde pieten mit seinem aide. mag abr der herre daz erzevgen daz im daz gut verteilet sei nach seiner iarzal vor seinen mannen mit sech mannen zv im die seine man sint so hot der man daz gut verlorn mit rechte. des herren gezevg sol pillicher sweren gen seinen manne danne des mannes gezivg gen dem herren. daz ist da von daz der herre des gutes nicht verlivset. so verlevset der man gar.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 89 [1275/87]

Ob der herre den man sein lehen verteilt. Ob der herre den man sein gut verteilt mit vnrecht da der man nicht engegen ist vnd den clager weiset auf daz gut daz shadet ienem nicht er habe sein gut fuͤr sich in nuzze vnd in gewer. vnd als er sein inne wirt so shol er kvmen fuͤr seinen herren vnd shol in tages pieten fuͤr seinen man. den tac shol er kvͤnden dem clager vͤber virzehen nacht. der tag shol nevr einer sein. vnd kvͤmt iener fuͤr vnd der clager nicht so hot er behabet. kvͤmt abr der clager dar nach vnd beredet die ehafte not als hie uor geshriben ist daz shol der herre auch nemen. vnd stirbt der man e die clage volendet werde vnd lat lehens erbens hinder im die habent daz selbe recht daz auch der uater hette ob sie ir iarzal nicht versaument gen dem herren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 90 [1275/87]

Von lehens erben nach des vaters tode. Inner der iarzal shol aines herren man mit seinem herren rechten. vnd stirbet er vnd lat lehens erben hinder im vnd hat den toten man ienem geclagt vmb daz gut der erbe hat als gut recht gen dem clager vnd auch gegen dem herren als iener do er lebte. als ofte des mannes clage an einen anderen herren kvͤmt als ofte verwandelt sich die iarzal. daz ist recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 91 [1275/87]

Wie der svn an des vaters stat antworten shol in lehens recht. Der svn antwort nicht dem herren an seins vaters stat in lehens recht. ez sei daz er gut habe in seiner gewalt do der vater vͤmb beclaget were do er lebete. oder ob im gewer erteilt wer do er lebte auf sein gut. daz shol er geben er muge sich denne ze recht erweren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 92 [1275/87]

Der den herren an spricht vm ein lehen der er nicht in gewer hat. Spricht der man den herren an vͤmbe lehen daz er nicht in gewer hat der herre shol im tac geben fuͤr seinen man nach lehens rechte. vnder den weilen vnd der man dem herren daz gut nicht an behabet hat vnd auch der gewer an dem gute nicht enhat so mag erz nicht geleihen noch nicht da mite getun daz im gut sei. daz verstet also. die weil der herre dem manne rechte rede peutet so mac er mit dem gute nicht getun. tut abr der herre den manne gewalt an seinem gute vnd daz er ze gewalt erzeugen mac mit vnbesprochen leuten die halt nicht des herren man sint so mag er dacz lehen ob er wil.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 93 [1275/87]

Wie der herre nicht den drei sache auf den man hat. Swem man sein gut verteilt do er engegen ist vnd mac er mit rechte da wider gesprechen nicht der hat daz gut verlorn immer mer ob im ze recht tac an die stat wirt gegeben. nicht wan drei sache mac der herre auf den man erzeugen. daz ist. swaz der man in lehenrechte missespricht oder tut oder lobt. wil er des laugen des mag in der herre vͤberzivgen. vnd ob den man ze lehenrechte fuͤr gepoten wirt als da uor gesprochen ist vnd ob im des reiches diest gepoten wirt mit vrteil. die zwei fuͤrgepot sint ein recht mac in der herre vͤberzivgen daz ist daz ander. so ist daz dritte. gedinget der herre ze lehenrechte im selber von munde gen munde vnd verteil seiner manne. vͤmb diese drei sache mac der herre seinen man wol vͤberzevgen mit im selber vnd nicht mit zwen seiner manne die daz sahen vnd horten. da mit ist der man shuldic worden. ob der man zwene herren hat oder mer den zwene die im dez rechten dienstes gebietent alle mit vrteile er shol mit dem varen der im zem ersten gepot ze varen. vnd den anderen allen shol er herstevre den zehenden shillinc oder daz zehende phunt oder die zehende marc oder waz daz lehen gildet daz er uon im ze lehene hot dez shol er im daz zehende teil ze herstevre geben. da muz der herre uor gut nemen. hot abr der herre nevr uon einem herren des reiches gut ze lehen mit dem muz er varn oder laz im daz gut lehen. dehein herre mac seinen man des reiches dienst gebieten wan der der daz gut von dem reiche ze lehene hat. vnd wem erz gelihen hat dem gebeut er des reiches dienst wol mit rechte. er mac auch seinen mannen des reiches nicht gebieten ez sei denne mit vrtail geboten von deme reiche.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 94 [1275/87]

Wie uil der herre der manne haben mus so er vͤmb lehen richten shol. Swelch herre also ho ist daz er lehenrecht mac haben vnd hat er als vil manne die ein vrteil vinden mvgen so mag er seinen mannen wol tac geben vͤmb lehenrecht. der shol zem minsten siben sein. wer hie von mer welle wizze der suches uorn an den lehen puche.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 95 [1275/87]

Ob der herre des mannes gut auf geit seinem herren on des mannes vrlop Ob ein herre seins mannes gut auf geit on seins mannes urlop vnd ob der herre niderre ist denne er der man weigert daz er daz gut von im enphahe. als der herre ainem anderen herren auf geit daz shol er seinen mannen kvͤnden inner iars frist. des mannes iarzal beginnet als im sein herre kvͤndet vor seinen mannen daz er sein gut an in vordern sei daz er von im hot. oder ob im iener kvͤndet daz er daz gut gewunnen habe daz sie vom im suln habn. oder im kvndet ez der imz kvͤnden shol da shol der herre von dem er daz gut dennoch hot seiner manne einen senden vnd shol im kvͤnden daz er daz gut on worden sein vnd shol im den nennen. vnd fuͤr den selben shol er kvmen in iars frist vnd enphahe sein lehen ob in der herre als erber dvͤnke als der vorder ist gewesen. vnd ist des nicht so weigert er sein wol.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 96 [1275/87]

An wen der man sein lehen vordern sol. Nieman shol sein lehen vordern an den obern herren ern vorderz e an den nidern herren vnd hor ez von dem ob ez sein wort sei oder daz er daz gut dem oberen herren hab auf gegeben. oder daz er sich versaumt habe an der vorderunge inner iars frist. oder daz ez im erteilt sei vor seinem herren mit seiner manne urteiI so hot er recht sein gut ze vordern on den obren herren. vnd ist daz ein man so getan vntat tut daz im sein aigen vnd sein gut vor dem kvnige oder uor dem lantrichter verteil wirt sein aigen shol werden seinen erben. hot er abr nicht so werde seinem gotzhause. gehoͤrt er an sein gotzhaus nicht vnd hot er ainen herren des er aigen ist des ist ez mit rechte. vnd ist er vrei so vellet daz eigen daz reiche an ob er nicht erbe hat. vnd hat er lehen daz ist dem herren ledic. vnd wil der man nicht gelauben daz daz lehen uerteilt sei dacz shol im der herre on erzeugen mit dem richter vnd mit zwain zv im daz er nicht mer rechtes dar an hat. hat abr der man einen svn dem shol der herre daz gut leihen. ein iglich kint shol seins uater shult nicht entgelden daz ez selber nicht shult ane hat. wan daz were wider got.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 97 [1275/87]

Wie der herre dem manne vnrecht gewalt tut. Unde nimt ein herre seinen manne gut oder waigert er imz ze leihen oder lehenrecht ze tune oder enphellet er im der manshaft daz shol er clagen dem obren herren vor seinen mannen. vnd der shol im gepiten mit urteil selbe oder sein pot daz ez zwene seiner manne hoͤren daz er seinen manne rechte tu vnde gutes sein gewere sei nachte. ob er des nicht entut so shol ez der ober herre leihen dem der im da geclagt hat vnd shol sein sin gewer an al allen steten daz ez recht ist. vnd laugent der herre dem manne daz er dirre dinge vnshuldic sei des shol in der man vͤberzevgen mit zwain zv in die des herren man sein. vier dink sint. vnd vͤberkvͤmpt der man den herren ir ains so hot der herre sein recht verlorn gen seinem oberen herren vnd gen deme man als ob er ir aller schuldic were.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 98 [1275/87]

Ob ein herre zwen auf ein gut gedinge geit. Leihet ein herre zwen mannen gut oder mer mannen wo daz ledic wirt der des ersten belehent wirt der shol auch des ersten warten daz im da ledic wirt. daz shuln sie mit ein ander haben. vnd hat er in benennet zeinen phunde oder mere vnd wirt im ein gut ledic daz so uil nicht giltet so shuln si peiten vnz daz im mer ledic wirt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 99 [1275/87]

Wie der man sein iarzal buͤzen shol. Ob der herre auz dem lande ist inner des mannes iarzal vnd er sein gut enphahen solde daz shadet dem manne nicht an seinem rechten. so der man denne des inne wirt so get die iarzal an des mannes. sucht der man den herren ze hause vnd ze houe oder ze tedinge so der herre kumen ist so sol der man sein lehen an in vordern. vnd shol im daz der herre mit rechte leihen. ver auch der man auz dem lande in seiner iarzal er lenget damit seiner iar nicht ob er weiz daz ein herre tot ist. vnd ist der man inner landes nicht so der herre stirbet da mit get auch des mannes iarzal nicht an. so der man ze lande kvmt vnd er daz vernimpt daz der herre tot ist so get die iarzal des mannes. vnd huͤtet sich der herre uor dem manne oder besleuzet sich auf einer puͤrge oder anderswa daz der herre zv im nicht kvmen mac daz shat dem manne nicht an seinem rechten ob er des gezevc hat an zwen mannen die nicht des herren man sint oder die sein man sint. tut er daz dreistunt in dem iare so hot er seine lehen wol gevordert als recht ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 100 [1275/87]

Wenne der kinde iarzal an hebt. Und stirbt ain man ienhalp mers oder anderswa in vremden landen vnd als die kint innen werden ires vater tode so get ir iarzal an ir lehen zenphahen. vnd stirbt auch ain herre avzen landes vnwizzende seiner manne als sie erst seinen tot vernement so get ir iarzal an vnd ir gut zenphahen von seinen lehens erben. in rechter iarzal so mac ein man mit rechte allez gewettes ledic sein daz auf in erteilt wirt uor dem herren gen dem die iar gepuͤrt an da er selbe enkegen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 101 [1275/87]

Ob der herre dem manne laugent vnd der man der gewer darbet. Spricht ein man ein gut an des im der herre nicht gicht vnd auch der gewer darbet der muz dem herren puͤrgen sezzen vͤm sein buze vnd vͤmb sein gewette ob er im des shuldic wirt. daz ist nicht recht wan in lehenrechte. vnd hat abr der man die gewer an dem gute so sezzet er dem herre nicht. lavgent auch der man des gutes der shol in der herre vͤberzevgen als hie vor gesprochen ist. vnd hot der man ander gut uon dem herren den daz er an spricht vnd da er die gewer an hat der herre shol sein gewette auf daz selbe gut han. leihet der herre des selben mannes gut eim andern vnd ob er des sein gewer ist mit munde dar vͤmbe shol der herre seiner gewer nicht darben. der herre muge denne erzivgen daz im sein lehen vnd sein gewer mit vrteil verteilt sei vor seinen mannen mit rechte. der herre mac niemand gut geleihen noch gewer sein ern habe denne daz selbe gut in seiner gewer.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 102 [1275/87]

Ob der man seinen hershilt nidert. Swenne der herre seinen shilt mit manshaft nidert aller seiner manne lehen hat er da mit verlorn daz sein aigen nicht ist. vnd die man shuln ir gut enphahen von deme obren herren. oder der herre shol sie weisen an seinen genoz. vnd weiset er si niderre so enphahent sie daz gut mit rechte von dem obern herren. daz selbe recht hat auch der herre gen dem man ob er daz lehen ane wirt gen eim nidern. daz leihet der herre ob er wil. doch ist des herren hershilt genidert da mit ob er seins genozen man wirt. wan er vellet von seiner hoͤhe nider vnd wirt vnwert da von.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 103 [1275/87]

Von lehens sazzunge. Unde wirt ainen manne ein gut gelihen auf sein triwe also daz ez der herre loͤse vͤmb ein gut. als sie denne gesampt gedingent auf einen beshaiden tac der herre mac daz gut loͤsen ob er wil. daz tut er mit rechte wan da ist nicht rechtes pei. vnd stirbet der man an lehens erbe daz gut wirt dem herren ledic ane shaden vnd ist seinen erben nicht shuldic da uon ze geben. wil abr der herre er loͤset daz gut vͤmb die erben abr nicht den durch seiner triwe nicht. daz ist da von daz lehen luͤtterlichen lehen shol sein vnd nicht anders. vnd stirbt der herre der daz gut gelihen hat sein erben lihent ez ob sie wellent so lozzent ez auch wol. vnd ist ez ein geistlich fuͤrste der also gut gelihen hot als hie uor gesprochen ist er vnd alle sein nachkvmen hant daz selbe recht. alle shulde die an gewette gent vnd in lehenrecht gesein mac der herre daz erzivgen auf den man mit zwain seiner manne. swo abr der man sein lehen verlisen mac daz muz der herre selp sibende erzivgen seiner manne. vnd sholde der herre den man als leichte vͤberzivgen als der man den herren so wurde manig lehen verlorn. der man ist nicht phlichtic ze leisten des herren geluͤbde noch daz kint des vaters dacz si daz kinte auf gut auf geben vnd daz verliesen. gut mac der herre sezzen ainem man an manshaft. daz stet an des herren triwe ob er daz stete hat oder nicht. mac abr ein man erzivgen daz ez vor gerichte geshehen sei der be der behabt da mit die phantshaft. die pricht man wol als daz lantrecht puch da vor seit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 104 [1275/87]

Ob ein man im selber lehen vnde sazzvnge an einem gut seit. Swaz der herre manlehen geleihet daz stet an des mannes triwen ob er daz loze oder nicht. der herre muͤge in denne vͤberzeugen daz erz in lehenrechte gelobt habe. die gezevgen shullen des herren man sein. swer im selben seit lehen vnd satzunge mac nicht lehen sein. also mac auch lehen nicht sazzunge gesein. schol ein sazzunge geshehen daz ez helfent sei daz muz geshehen mit des herren hant. vnd sein sazzunge erzevget ein man wol mit leuten die nicht des herren man sint. shol abr lehenunge geshehen daz shol geshehen mit des herren hant vnd uor seinen mannen. wan daz muz er erzeugen mit des herren mannen. so der herre sein manlehen leihet vnd sint sein man da nicht zegegen daz mac dem herren shaden ob der herre laugen wil. er muz ie sein lehen erzevgen gen seinem herren mit seinen mannen. so der man sein lehen enphahet vnd sint ander levte dapei den des herren man vnd spricht der herre ze seinen man. ich gibe ev daz recht dacz dise levte alle an meiner stat sein vnd daz recht haben daz sie iwer gezivg sein in lehenrecht ob sein not geshehe. daz ist nicht recht wan als wir ev beshaiden. hat der herre nicht siben man die lehent uon im hant so mac erz wol getvn.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 105 [1275/87]

Lehen ane gewer vnde gewer one lehen der ist entweders gut. Gelihen sazzunge ist weder lehen noh sazzunge. lehen on gewer ist nicht lehen. swem man sein gewer mit gewalt nimpt der verlevset weder gewer noch lehen. swem man sein lehen mit gewalt nimt der verlevset auch weder lehen noch gewer.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 106 [1275/87]

Wie der herre iglich lehen leihen schol. Swas der herre lehen leihet daz shol sin recht lehen vnd erbelehen vnd purklehen vnd gedinget an aines lebendanne mannes gut. vnd dacz der herre leihet ainen man so ez im erst ledic wirt. daz heizet allez recht lehen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 107 [1275/87]

Von schiltlehen. Schiltlehen hat ein ende so der herre den shilt wider nimpt. geit in der man wider seinem herren des mac der herre nicht gewaigern. er muͤz in enphahen. so hat daz lehen aber ein ende.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 108 [1275/87]

Von kamerlehen. Kamerlehen ist nicht recht lehen. daz hat ende so der herre vnd der man wil. daz ist kamerlehen so ein herre spricht ze seinen man. ich leihe dir auz meiner kamer eine marc oder mere. da hat der man kein gewer an. ez ist nicht recht lehen den da der man gewer an hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 109 [1275/87]

Wie ein man mit einer vrowen shol lehen enphahen. Ez mac ein man gut enphahen mit einer vrowen also daz er sei verste an dem gute wo sie sein beduͤrfe vnd volge da mit an ein anderen herren ob ir herre stirbet. der man shol die gewer han vor der vrowen vnd mac sie daz gut mit rechte niezen lan. vnd sie vrowe stirbet so hat des mannes lehen ende. ern hab daz gut enphangen mit der vrowen. also hot er rechtes lehen an dem gute so die vrowe stirbet. ist auch ez sein gedingde mit der vrowen so hat er abr recht so die vrowe enist. von der vrowen mak niemant lehen geerben wan sie des shildes darbet. vnd geit die vrowe gut auf oder wirt ez ir mit rechte verteilt von ir herren der hat dar nach niht der ez mit ir enphangen hat ob sie die gewere aine hat. geit abr er die gewer auf oder waz er wandels da mite tut daz shadet der vrowen nicht. wirt ez im auch verteilt vor seinem herren mit lehenrechte daz shadet auch der vrowen nicht wan sie die gewer hat. er mac auch da uon nicht geleihen on der vrowen willen ern werde mit lehenrecht dar zv betwungen. die lehen shol si mit im leihen. gedinget an verlihem gute mag er wol leihen mit der vrowen willen. vnd welch gut der vrowen ledic wirt daz ist ir vnd nicht des der daz gut mit ir enphanget hat. leihet ein herre weibe vnd manne mit ein ander ain gedinget aines mannes gut der daz in gewer hat. stirbt iener die gewer ist ir paider mit rechte vnd ir lehen ob er on lehens erben tot ist. vnd lavkent der herre des gedinges daz shol der herre erzivgen mit zwain seiner mannen die daz sahen vnd horten daz er in dacz gedinget lehe. also daz ez auch der phaffe vnd die vrowe erzivgen. swen der stirbet der daz gut nicht in gewer hot on lehens erben der herre sol sich wol des gutes vnderwinden ob er nicht gedenket daz er daz gut imand gelihen haben hab. vnd er missetut dar an. vnd kvͤmt iemant der gicht ez sei sein lehen oder sein gedinget dem shol erz lan oder shol im recht dar an tun. diz shol der man tun inner seiner iarzal. als der man daz gut gevordert an seinen herren in seinem iare so endarf er seins gutes nicht mer fodern e von dem tage vͤber ein iar. vnd pevtet im der her recht vnd wil der man des nicht nemen inner iars frist so hat er dacz gut uerlorn ob ez der herre erzevgen mak mit seinen mannen. der shol siben sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 110 [1275/87]

Ob der herre des mannes gut auf gibt. Und geit ein herre seines mannes gut auf in der iarzal so ein man sein gut uon im enphahen shol so er tot ist vnde er den herren seiner lehenunge geinnern shol. er volge seinem gute vnd vnderwinde sich des nicht fuͤr ein gedingde wanne fuͤr ein recht lehen swenne er an in geweiset wirt mit rechte dem erern herren shol er gepieten daz gut ze halten mit gezivge. vnd widerspricht der vnder herre daz mit vnrechte so hat der man sein gut behabt mit rechte. daz ist da uon daz er in rechtes wider ist gewesen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 111 [1275/87]

Ein kint mac kinde nich geleihen. Kint mac kinde nicht geleihen lehen die weile sie in ir iaren sint. ob ez deme kinde gelihen ist die weil ez ein man nicht enphangen hat so mac er da uon nicht geleihen man sei im denne vor mit vnrechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 112 [1275/87]

Von anevelle. Ain iglich herre der aneuellet ain kint wol daz nicht ze seinen tagen kvmen ist ez irre denne daz ez einen vormunt habe der des herren man sei. der shol ez handeln als hie uor geshriben ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 113 [1275/87]

Von fluchtsal. Swer gut leihet ze fluchtsal der muz dem herren dar vmme wetten er mvge sich denne entshuldigen nach rechte. vnd der herre sol im gepieten daz er die lehen vngepreche vnd sie wider tu inner sechs wochen. vnd tut er des nicht so verteilt man im daz gut mit rechte. fluchtsal heizet waz der man leihet an zweiuel seins leibes vnd in sichtum vnd als er daz lant raumen wil. vnd daz tut er in der weise ob er genist oder wider kvͤmt daz er sein gut wider haben wil. ez ist auch geverde. ez heizet auch daz fluchtsal vnd geuerde. ob ein man ze seinem herren get vnd pitet daz er sein gut laze dingen einem seinem frivnde oder er sezzes mit seiner hant ainem seinem frivnde vnd minner oder vͤmb mer vnd der selbe hat nicht lehens erben. der herre verseit im die paide. der man vert zv vnd leihet daz gut ainem seinem frivnden vnd er pitet den selben daz er daz gut sezze mit seiner hant mit seiner wirtinnen oder ainem andern seinem frivnde. daz ist nicht recht. wan als im der herre verseit so mac er da mit nicht getun on des herren willen daz im gut sei. da uon mac er sein gut nicht hin geleihen dem er nuz vnd gewere dar an geit. dar nach mac erz nicht getun. wan ez haizet allez geverde. swer also gut leihet der leihet wider got vnde wider recht vnd wider sein triwe. wan als im sein gut sein herre leihet so swere er im triwe vnde warheit. daz hat er im zeprochen. der man leihet nicht sein gut hin er leihet seines herren gut hin. oder ainem anderen der nach im an daz gut kvmt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 114 [1275/87]

Wie der man geuerleichen gegen dem herren wirbet. Unde leihet ain man also gut hin seinen leuten oder ains anderen herren leuten so er uon dem lande varen wil oder sich geleit. vnd kvͤmt der man nicht wider oder stirbet er deme herren ist daz gut ledic. daz ist da von daz erz dem herren ze geuerde hat getan. kvmt der man wider oder wirt er gesunt der herre vnderwindet sich des gut mit rechte. laukent der man daz er des nicht habe getan des shol er sich entshuldigen mit sein eines hant. der herre erzevge selp sibende seiner manne die daz wares wizzen daz erz getan habe. vnd erzevget der herre des nicht mac er dennoch erzivgen daz sie dar gevarn sint vnde sich des gutes vnderwunden on des herren vrlop so hat der herre sein gut abr behabt mit rechte. wil der herre sein gut mit rechte behaben so shol er varn fuͤr sein man vnd shol diz allez mit vrteil tun den daz gut also gelihen ist. vnd hant si ander gut uon dem herren ze lehent daz hant si mit rechte verlorn also ob sie daz westen daz daz gut von ir herren lehen was. allez lehen on gewere darbet der volge. vnd alle gewer on lehen ist vnrecht. sie paide ein man han. vnd wer sie paide nicht enhat der hat nicht recht lehen. spricht der man der gewer an dem daz gut gelihen ist die mac er mit rechte wol erzevgen mit dem vͤmbsezzen gen seinem herren die nicht des herren man sint mit so getanen leuten die als getriwe sint als der ist gen dem si den gezevg levtent. anders ist ez nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 115 [1275/87]

Wie man zinslehen mac erzevgen. Swer in vnrechter gewer ist an lehenunge wil er die gewer da mit behalten daz er spricht daz gut sei sein zinsgut daz mag er erzevgen mit eim iglichem manne der vnbesprochen ist an seinem rechte. die muͤzen also helfen daz im der herre daz gut vͤmb ainen zins leihen vnd muz denne svnderleich erzevgen daz von dem gute emals zins geben sei. mag er des nicht erzevgen so erzeuge ez daz er selber zins da uon gegeben habe. mag er des nicht getun so ist ez an dem ersten gezivge gnvg.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 116 [1275/87]

Von zinslehen. Ez mac mit rechte kain man seinem genoz ze zinslehen geleihen er leihet ez wol seinem vndergenoz. daz ist abr nicht recht lehen. mvͤl vnde mvͤnze vnd aller hande zol vnd aller hande gut daz man ze zinse leihet des endorfen die nachkomen nicht enphahen ob der uater daz gut uor enphangen hat. allez zinsgut shol niemant enphahen wan der ez von erst enphahet. die nachkvmen sholn geben den zins an dem tage als in beshaiden wirt vnd habent ir gut behabt. swer zins mit rechte haben wolle der sol ez selbe pawen vnd arbeiten oder sein knechte die er verkostet mit speise vnd mit lone. gerichte ze leihen mac mit rech weder phaffe noch weip gehaben. wan phaffen fuͤrste als si daz lantrecht puch hie uor auz hat genumen. closter man mac mit rechte nicht richter gesein. wer richter mvͤge gesein daz sagt daz lantrecht puch da vor. vnd stirbt der herre von dem daz gerichte enphangen ist oder geit er daz gerichte auf seinem herren. von dem erz hat daz gericht enpholhen hot der richte dar nach ein iar und tut dar an nicht wider recht. leihet abr der herre der daz gerichte denne hat daz gerichte ainem anderen so shol er da uon sten vnd shol ienen dar ze lan dem ez gelihen wirt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 117 [1275/87]

Ob aines herren ain manlehen hat. Nieman mac seinem herren mit der gewer enphuͤren der des herren ain man ist ob er im selber gut sagt ze lehen. da uon daz er allez seines gutes phliget da uon mac er im selben sagen welhez er wil. leihet abr im der herre gut vnd benennet im daz gut hat er die gewer dar an er behabt ez als ein ander man. laukent abr im der herre des gutes so hilft in die gewer nicht an dem gute. er muz sein lehen erzivgen als ob er der gewer darbet mit den leuten die ez sahen vnd horten daz im der herre daz gut leich. vnd stirbt sein herre die weile er amman ist vnd lat er lehens erben hinder im die leihent im daz gut ob sie wollent. mag abr der amman sein gut erzevgen als hie uor gesprochen ist so hot er sein gut behabt. vnd stirbt abr der herre an lehens erben vnd ist er dennoch sein amman so mag er nicht dem gute nah gevolgen an ainen anderen herren. er leihet daz gut oder er lat ez. die wal ist sein. vnd stirbt auch der aman vnd lat er lehens erben hinder im die muͤzent auh daz gut erzivgen als ob ir uater die gewer nie gewunnen het.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 118 [1275/87]

Von hofrechtes lehen. Swelch gut dem man on manshaft gelihen wirt daz haizet nicht recht lehen. als daz gut der herre seinem dinstman leihet ze hofrechte da shol er hofrechtes abe phlegen vnd lehenrechtes. nach hoferechte shol iglich dinstman geporn truchtsezze sein oder shenke oder marshalk oder kamerer. als der herre hof oder hochzeit hat so shuln die vier ampt ir ampt verdienen nach dem rechte als des hofes gewonheit sei. durch die mancfaltigen gewonheit die die pishoͤue vnd die epte vnd die eptissinne vnd ander fuͤrsten in ir hof sezzent muͤge wir da von nicht me gesprechen. wanne guter gewonheit sol er behalten. abr rechte lehen muz man mit manshaft enphahen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 119 [1275/87]

In welhen zeiten vnd an welhen steten der herre teding shol haben vmbe lehen. Manshaft muz man behaben auf den heiligen der im sein herre laugent. vͤmb iglich shulde shol der herre seinen mannen ze lehenrechte teding geben ob die shulde gewetes wert ist vor mittem tage vnd in gepannen tagen. an allen steten mac der herre seins tedinges wol beginnen on in kirchen vnd in freithouen. so der herre tedinges beginnen wil so shol er vrogen ainen seinen man daz ez zwene seiner manne horen oder mere manne ze lehenrechte mvͤge getedingen vͤmb so getane shuͤlde als er hincz im ze sprechen habe. daz wirt im erteilt. so shol in der herre tedinc geben mit vrteil seiner manne in den nehsten tagen von der tage ainem vͤber virzen nacht in ain benantes dorf oder in ain benante stat. die suln des herren aigen oder lehen sin. vnd frogt der man den herre wo daz dorf oder die stat lige da er im getedinget hat der herre shol imz zeigen. vnd sait im der herre vnrecht daz shol dem manne nicht shaden. wan ez haizet ofte ein stat als die ander ein dorf als daz ander. der herre shol den mannen an die stat tac geben daz sie leibes vnd gutes sicher sint oder er shol sie dar belaiten. vnd mac ein man nicht sicher dar kvmen so shol er seinen poten dar senden der sein ehaft not berede. der pot mac sein ein iglich man der vnuersprochen ist. so shol im der herre einen anderen tac geben. hot der man des reiches gut uon dem herren ze lehen er shol im tadinginnen auf des reiches gut oder auf des reiches stroze. vnd hot er des herren aigen ze lehen so shol er im tedingen auf seinem aigen. hat abr der man gut uon dem herren also daz daz selbe gut daz er von seinem herren ze lehene hot seines herren aigen ist da geit er wol tac auf daz gut daz er uon im hot ob ez so getan gut ist daz man tac dar auf geben mac. vnd on geverde shol der herre den man tac geben vͤmb lehenrecht. der herre geit auch wol tac auf gut daz sein recht lehen ist. dise wal hat der herre wo er tac gebe als ich hie vor gesprochen han. so der herre von erst tac geit seinen manne so shol er seinen mannen die da zegegen sint mit vrtail gepiten daz sie ze seinem lehenrechte komen. vnd die da nicht zegegen sint den shol er gepiten dar mit ainem seiner manne. der pote shol zem minsten von im han ze lehen ein halbe hube oder daz ein phunt giltet der lantpheninge. vnd hat ain herre man in dem sibenden hershilde der shol er einen ze poten senden der pei dem minsten von im habe ein habbe hvbe. vnd hot er nicht in dem sibenden hershilde man so greife in den sechsten vnde dar auz poten der pei dem minsten von im habe ein halbe hube. welher pote da wider ist ze vnrechte dem gepite der herre fur sein man. da wirt im sein lehen verteilt mit rechte ob in der herre vͤberzevgen mac selp sibende seiner manne die daz horten daz im der herre gepot daz er sein pote were. hat abr in ehafte not gelezzet die behab als hie uor geshriben sei vnd sei ledic ze den zeiten. der man wirt nicht wettehaft ob er ze des herren lehentagen kvͤmt vor mittem tage als daz lehenrecht puch sait. daz ist so vrteil gesprochen wirt. so hot der herre nicht gewette auf den man dem dreistunt uor gepoten ist ob er dar nicht kvͤmt in irre denne ehafte not. der herre shol sein gewette auf des mannes gut haben dacz er von im hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 120 [1275/87]

Von zinslehen. Swer zinsgelt von ainem herren hat da shol man den herren nicht auf phenden wan fuͤr als vil der zins gildet. der herre shol sein gewette auf daz gut hababen. ob er dar auf nicht vindet als tevr daz gut ist des shol er dar auf warten iar vnd tac. vnd loͤset ez der man nicht inner iar vnd tac so ist ez des herren in irre denne ehafte not.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 121 [1275/87]

Wie der herre den manne teding gepiten sol. Und ist der man ze kegenwart do im sein herre teding geit vnd als nahent daz er in hoͤren mac vnd behuͤtet sein hoͤren in welher weise daz geshicht da mite mag er nicht geweigern seines herren tedinc ze suchen daz er im gegeben hab do er zegegen was.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 122 [1275/87]

Wie des herren pote dacz lehenteding gepiten shol. Des herre pot so er den tac kuͤndet seinen mannen den shol er also kuͤnden. er shol in den man kuͤnden in seinen munt ob er in vindet. vnd vindet er sein nicht so kuͤnde im den tac ze haus vnd ze hof da sein einvart vnd sein auzvart ist. vnd ist er da nicht so shol er im dacz teding kunden auf daz gut daz er uon dem herren hot. vnd hat er weder haus noch hof so gepite im auf dem gute fuͤr daz er uon dem herren hot. der pote shol ie pei im han zwene des herren man ob die man lavgen wollen des fuͤrgepotes daz sie helfent sein. als der herre auf daz tedink kvmet so shol er zem ersten vragen einer seiner manne pei seinen hulden ob ez tedinges zeit sei. als im daz funden wirt so vroge ob er sulle nemen ainen seinen man der ze lehenrechte sein wort spreche. daz wirt im erteilt. dar nach wes er vrogt da shol er alle seine man vͤber vrogen pei seinen hulden. vnd kan ein man die vrtail nicht vinden der er gevrogt wirt vnd wil man im des nicht gelauben da sweren ainen ait vͤmb. als daz geshiet so shol im der herre einen tac geben vͤmbe die vrtail vber virzehen nacht. geshiet daz so ist daz lehenrecht gefristet die virzehen nacht. hinnen dar shol der man die vrtail vinden. der herre mac diehain frist gegeben on seiner manne vrteil vnd on seins clagers willen auf den die clage get. wil abr der herre den man shuldigen ainer anderen rede als die erste shulde mit vrteil gevristet wirt. als die svnne vnder get so ist der man dem herren in lehenrecht nicht shuldic ze antworten noch vrteil ze vinden. ist abr des herren shulde vnvolendet so shol er dem man mit vrtail tac geben virzehen nacht. der da beshuldiget ist der tut daz mit recht. vor mittem tage so shol der herre des tedinges beginnen auf den tac als im des tedinges zeit erteilt ist. vnd als vorsprechen genumen hot so sol er vrogen ob er mit rechte ainem seinem manne gepieten shul daz er die vorder den dar gepoten ist. daz wirt im erteilt. der pote shol laute rufen dreistunt daz ez seine man horen vnd shol also sprechen. ich forder fuͤr meinen herren chunraden oder heinrich oder wie er geheizen sei zeimal zem ander mal zem ander mal zem dritten mal vͤmb so getane shulde als im her gedinget ist. vnd ist er denne nicht da so kome der pote wider ze dem herren vnd spreche. herre er ist hie nicht noch sein pote der fuͤr in ehafte not berede. als der pot daz gesait so vroge der herre seinen man waz dar vͤmbe recht si. so suln si abr erteilen mit rechte daz man in abr vorder vnd im abr dreistunt rufe als da uor. die drei vorderunge suln tun drei des herren man iglich besundern ein. so wenne man in also dreistunt geuordert hat vnd er nicht kumen ist so vroge der herre waz dar vͤmbe recht sei. so shol man im erteilen daz er sein warte vnz daz die svnne vnder ge. dar nach vroge der herre ob er sein gewartet habe als recht sei. daz wirt im erteilt. so shol im der herre ein anderen tag geben vnd shol sein warten als hie vor gesprochen ist. welhen tag der versaumet der herre vnd den man nicht volget als lehenrecht ist so hat der herre die tage alle verlorn vnd der herre muz im tag gebem als von erst. ein herre shol nieman vrogen vm lehen wan seine man. im beslozen hof noch in hause shol kein herre lehenrecht haben. als der herre ze dem dritten tage seins mannes wartet vnz die svnne vnder get vnd er nicht kvͤmt so vrage seine man waz dar vmbe recht sei. so shullen sie erteilen daz er seine tedinc erzivg ellev drev vnd ie daz tedinc mit zwen seiner manne. die gezivg shuln also sprechen. ich uergich des herre pei ewern hulden daz dem man chunrat oder hainrich oder wie er heizet. der gezivge shuln zwene sein die des herren manne sein vnd iglichen tac besunder mit zwen mannen. die gezivg shullen also sprechen. dicz sahe wir vnd horten. so vroger ainen seinen man waz im dar vͤmb gewizzen sei. so shol man in nicht furbaz vragen me. der herre shol wol vrogen wie manigen er wil vnder seinen mannen vnz er seinen gezivg volpringe. an dem dritten tage shol der herre siben gezivge leiten. wan swo der man sein lehen shol uerlisen gegen seinem herren da muz der herre haben siben gezivge die seine man sint. so hat er daz gut behabt mit rechte. so der herre also gezivget hat so shol er vrogen waz dar vmbe recht sei. so shol man dem manne daz gut verteilen daz er von im het. so vroge der herre der volge alle seine man die da zegegen sint. der shol ze minsten sibene sein die fuͤnf vnd zwainzig iar alt sint. vnd so daz geshicht so shol der herre vrogen wer die vrtail sprechen shulle da mit dem man daz gut vertailt wirt. so verteilt man ez suͤll seiner manne einer tun wan ez dem herren an seinen nuz get. vnd giengen dem man an seinen nuz so shol der herre die vrteil sprechen. der herre shol seiner manne einem gepieten daz er die urtail spreche. daz sol der man mit rechte tun der shol also sprechen. als meinem herren ze rechte funden ist also uertail swie er denne heizet also nen ich in mit namen so getan gut als er uon meinem herren vnz er gehabt hat. so vrag der herre waz er mit dem gut tun shuͤl daz seinem man vertailt ist. so vindet man im ze rechte er shuͤlle sich des gutes vnderwinden oder sein bot der sein man sei. da shuln zwene seiner manne sein pei dem poten. der herre sol daz gut behalten ane nuz vnd ane gelt iar vnd tac. vnd zvͤhet der man daz gut nicht an sich vor dem iar man vertailt im dar an so daz iar auz kvmt. der herre shol sich des gutes vnderwinden daz dem manne verteilt ist. swo der man kvͤmt zv dem herren in iars frist vnd wil sein gut versprechen als recht ist vnd verpirget sich der herre uor seinen manne wo daz ist vnd hat der man des seiner hausgenozen zwene gezevge daz er seinen herren an allen steten gesucht hat do er in ze recht suchen sholde vnd gern zv im kvmen were ob erz im state hete getan also solde der man den herren dreistunt suchen do seiner hausgenozen zem minsten einer oder zwene pei im sein. ist ir mere er vert dester paz ob ainer sterbe daz er er ainen anderen an seine stat habe. als der man daz getu so zihe seine hausgenozen gezivgen vnd vnderwinde sich des gutes mit rechte. kvͤmt abr der man fur seinen herren so shol er in piten daz er im einen forsprechen gebe. vnd waigert im des der herre vnd anderz gerichtes so shol der man auf den heiligen sweren ainen ait daz im sein gut nicht verteilt wuͤrde vor seinem herren daz ez im shaden shuͤlle. als er daz getut so vnderwinde sich seines gutes mit rechte. wil abr der herre dem manne recht tun so shol er im tac geben vor seinen manne. so shol der man kvmen. fuͤr seinen herren. da wirt dem herren erteilt daz er erzevge daz im daz gut mit recht erteilet sei. mac abr der man erzevgen daz er avzen landes was e daz im kein tac gegeben wuͤrde selp dritte des sol er genizen. oder mac er erzivgen daz er in vangnisse was oder anderswo do er nicht poten mocht gesenden zv den tagen so hat er sein gut behabt mit rechte. die gezevge mugen sein des herren man oder nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 123 [1275/87]

Wen der man gen dem herren lehenrechtes ledic ist. Swelhes tages der man seinem herren den stegereif habt oder im dienet mit gabe vnd er die enphahet oder im mit anderen dingen dienet des tages ist er im nicht shuldic lehenrecht ze tun. der herre weigert auch des wol mit rechte daz er weder gabe noch seinen dienst nimt. doch krigent zwene des herren man mit ein ander vͤmb ein lehen daz er richten sol vnd hot der herre ir paider gut vnd dinst enphangen er shol in doch richten. daz ist da uon daz in der nuz nicht an gehorte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 124 [1275/87]

Von des lehenrechtes hausgenozen. So der herre seinen manne einen tac geit so shol der herre niemande an den tac fuͤren den seine man. vnd also sol auch der man. vnd fuͤrt der imand anders an den tac den sein hausgenozen an des herren vrlaup er muz dem herren wetten. vnd fuͤrt der herre iemant anders an den rink der man wirt des wol vbrig daz er da nicht lehenrecht tut die weil si in dem ringe sten. daz selbe recht hat der herre gen den manne. e daz der man fuͤr den herren kvme so shol er allez gewefen von im tun vnd alle die mit im sint. also shol auch der herre tun. der man shol von im tun sporn vnd mezzer hut vnd hauben hantshu vnd kappen vnd aller hande lehen. der man ist nicht phlichtic dem herren noch der herre dem manne ze antworten in lehenrechte vͤmb shaden den ainer dem anderen getan hat e daz er sein man were. dinget abr der herre an den man e daz er im daz lehen lihe daz er im seinen shaden abe lege so sol ez der man mit rechte tun. vnd dinget auch der man seinen shaden auz e daz er sein man werde so shol im auch der herre seinen shaden abe tun. sweder ie seinnes shaden vergizzet der shol in mit rechte nicht vordern. shol abr einer dem anderen gelten sie belauten ez oder nicht daz suln sie ein ander geben ze rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 125 [1275/87]

Der in lehenrechte nicht antworten wil. als der herre sein lehenrecht begriffen hot vnd vorsprechen genomen hot so vroge der herre den man dem dar getedinget ist daz er seinem herren ze lehenrechte stehen welle. dar vͤmbe shol sich der man wol besprechen ob er wil vnd wil er sich des shaden erwegen der im da von kvͤmt er get von dem gerichte vnd antwortet nicht. nimet abr er einen vorsprechen so muz er antworten. vnd get er dannen vnd antwort nicht so richt der herre hintz im als ob er ze gegenwort were. kvmet abr der man fuͤr den herren so shol er also sprechen. herre ich pin her kvmen recht ze tune vnd recht ze nemen als ich ze rechte shol. so shuldige in der herre sunderlich vͤmb igliche sache vnd tv daz mit vorsprechen. so shol der man pieten vͤmb einen vorsprechen vnd gespreches vorsprechen. verteilt man dem in lehenrechte der on fuͤrsprechen antwort der shulde der man zv im clagt der man shol auch dem herren antworten die weil er nicht fuͤrsprechen hat. in al der rede shol der herre den man vrogen ob er on seins vorsprechen wort welle iehen. spricht er. nain. so geit er im rechte nicht vorsprechen. spricht er. ia. so geit er im einen. dicz recht hot der man auch gen dem herren missespricht der. vorspricht der vorspreche da hat der herre vnd der man shaden an. waz der vorspreche spricht daz muz stete sein vnd mag ir dewederre wandel haben. daz ist abr nicht wan in lehenrechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 126 [1275/87]

Der in lehenrechte nicht antworten wil vor gerichte. als der herre mit aime seinen manne lehenrecht tvn wil so shol er ainen seiner man an sein stat sezzen den der man nicht arcwenik habe. vnd ist er arkwenig er weigert sein ze rechte wol zeinem richter an des herren stat. waz arkwenig sei dacz sagt daz lantrecht puch da uor. vnde hot er nicht seiner manne ainen der in paiden gevalle so nemen mit gemainem rate ainen beshaidenen man der ir paider richter sei nach rechte. wer richter sei der shol also vrogen. er shol dem clager pei dem erhoͤren vnd dar nach gewen der da antwortet. nach ir paider rede shol er vrogen. vnd vrogt er nach mutwillen vnd nicht nach rechte daz dem manne nicht daz shol der richte an der stunt vrogen ainen man der wederthalp an winde. als daz der man vorsprechen nimt so shol er offenlich nicht reden. er shol im zv ravnen waz er wil. wenne der man an sein gespreche get vnd wider kuͤmt so shol er antwort wider pringen vͤmb die rede dar vmb er on gesprochen ist. pit der man sein hausgenozen on sein gespreche gen daz shol im der herre wol erlauben. der herre shol ze minsten pei im haben seiner manne drei. dar vͤmbe ob si ze lange welle wellen sprochen daz er sie mit vrtail wider lade. wan der dreier ainer shol die vrtail vinden. ez stet an des herren willen nicht welhe drei er neme. ez stet an des mannes willen. der man wettet seinem herren nicht vͤmb seine shult wan einest. vnd spricht der man nicht seinem herren des er laster oder shaden habe da muz er im vͤmbe wetten. er mag im shaden sprechen da er im nicht vͤmbe wettet. der shade ist also daz er selbe mit dem herren vmbe gut kreiget oder ain sein frivnt. da missetut er nicht an seinem herren wider.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 127 [1275/87]

Wie der man seinem herren ein lehengut verlisen mac. Nimt man ainem man ein gut daz er uon ainem herren hat vnd kvͤndet er daz seinem herren nicht inner iars frist vnd volget auch nach dem gut nicht als recht ist er muz seinem herren drumme wetten. vnd uerlivset er daz gut uon seinen shulden also daz er im nicht volget als er ze rechte shol er muz ez dem herren gelden. der herre. shol seinem man helfen behalden vnd beshirmen so er beste mac vnd diz puch sait.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 128 [1275/87]

Der ein lehen versezzet on seines herren hant. Sezt ain man sein lehen an seins herren hant vnd an sein vrlop von dem erz hat daz ist wider recht. daz mag im der herre wol gepieten vnd seiner manne einer daz ez zwene seiner manne horen oder mere dar er sein gut loͤse inner sechs wochen. vnd tut er des nicht so ist er dem herren eins gewettes shuldic. dicz shol er drei tun vnd ie vͤber sechs wochen. vnd loͤset der man des gutes nicht in dem zil oder dar nach so vnderwindet sich der herre des gutes mit rechte vnd geit ienem dehain losunge. vnd tu man den herren gewalt oder vnrecht an dem gute daz clage dem richter in des gerichte daz gut lige.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 129 [1275/87]

Von der geverde in lehenunge. Und ist daz ein man gut hot uon ainem herren ze lehenunge vnd hat nicht lehens erben der man get ze seinem herren vnd pitet in daz er seiner hofvrowen oder ainem anderen seinem vreunde daz gut sezze mit seiner hant. vͤmme zehen phunt oder vͤmb minner oder vͤmb mer er verzeihet daz mit rechte ob er wil. so pit er in daz er in daz gute laze dingen ainem seinem fruͤnde daz verseit er im auch. der man vert zv vnd leihet daz gut ainem seinem frivnde vnd pietet den selben frivnt daz er daz gut seiner hausvrowen sezze fuͤr als vil als er denne wil. daz tut der selbe frivnt. daz ist wider recht wo daz geschicht. vnd als der man die zwu sache gevordert an seinen herren dar nach mac er nicht getun an seinen herren wan daz geverd ist. swaz der man dem herren tut daz geverde ist da pricht er sein trew mit an seinem herren. wan er hot im triw vnd warheit gehaizen daz hot er zeprochen. da mit hot der man sein gut gen seinem herren verworcht. der volge dem herren nach als dz puch hie sait.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 130 [1275/87]

Wie der man on gewer werben schol. Und hat ein man lehen von ainem herren vnd wil er recht da mit werben daz ez deme herren icht ledic werde der nicht lehen erben hat der shol ez leihen seinem genoz oder seinem vͤbergenoz vnd shol im dar nach nuz vnd gewer geben. vnd als er dar an die gewer hat iar vnd tac so mac erz sezzen mit seins lehen hant hausvrowen oder wem er wil. er mac ez auch dingen wem er wil. daz ist da uon recht daz er daz lehen in seiner gewalt hat. dicz mac er nicht getun so er die zwu sache on seinen herren gevordert hat. vor tut erz wol. ez sezzet ain man wol mit recht mit seines herren hant ein lehen daz er von im hot vnd dinget auch mit seines herren willen wen er wil.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 131 [1275/87]

Wie der man gen dem herren gewete vnde puze vedient. Vnd vnderwindet sich ein man ains hausgenozen gutes mit vnrechte vnde ist der man in ir paider dienst oder shiltet er in oder tut er im icht daz im laster oder shande ist ze vnrechter weise da muz er dem herren vmbe wetten. so er denne wider kvͤmt der in ir paider herren dienste was so muz er dem manne puzen als recht ist. wan er ze vnrecht gevreuelt hat an im. der herre shol dem man nicht antworten vor dem obren herren er sei im denne rechtes wider vnd daz er erzivgen mvͤge mit zwen seiner mannen. mac er des nicht getun er muz dem herren wetten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 132 [1275/87]

Wie der herre vm zinslehen richten shol. Unde leihet der herre vil zinslehen zwelf mannen oder mere vnde krigent si mit im oder si vnder ein ander vͤmb daz zinslehen so shol er den mannen fuͤr sich gepiten vnd shol ez richten als vmb recht lehen. wan daz aine daz vmb zinslehen hilft ein iglich man dem anderen wol der vͤmbesholten ist an seinem rechten. etwenne sezzet man den zins auf einen tag ob man den zins versizze daz daz gut verloren sei. etwa sezzet man anders. wie der herre den zins sezzet vnd in der man mit willen enphahet also shol in der man geben. von dem zinslehen shol niemant dem herren dienen wan als er mit dem manne gedinget hot. zinslehen habent mit rechte phaffen vnd vrowen vnd aller hande levte die werltlich gut shuͤllen haben. ain iglich man der aigen hat des er genoz ist vnd da er nuz vnd gewer an hat der mac ez hin leihen ze zinslehen. hat abr er erben die des wartende sint der vrlop muz er auch dar zv han. an ir willen mac erz nicht getun. vnd hot er einen herren oder hort er an ein gotzhaus vnd wil er sein aigen ze zinslehen on werden daz mac im seins gotzhaus herre noch der ander sein herre nicht erwern also daz die aigenshaft dem herren bleiben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 133 [1275/87]

Von vngeperde in lehenrechte. Ob der man sich selber wishet oder im selber snevzet oder auz speiet oder hustet oder heshet oder nevset oder roͤpzet oder nicht recht stet vor dem gerichte oder ob er muͤcken von im wert oder premen von im streichet inner lehenrechte dar vͤmbe wettet er dem herren nicht. doch wenent tumme leute er shuͤlle dar vͤmbe wetten. des ist nicht. daz sint die gewette die der man dem herren shuldic wirt. zwei phunt shol der man dem herren wetten ze lehenrechte. swelch furste abr vanlehen hot von dem kvnige der wettet dem kvnige hundert phunt pheninge die da genge vnd gebe sint. vnd enphahet ein ander herre seine lehen den ein fuͤrste mit vanen der wettet sein herre fuͤnfzig phunt. vnd enphahet der herre andere lehen denne vahenlehen von dem kvnige oder von eim fuͤrsten der wettet dem herren zehen phunt. vnd vmbe welher hande lehen der man rechtet mit seinem herren wirt er im dar vmbe puze shuldic die shol er im mit rechte geben. armer leute buze in lehenrechte ist nicht wan zwei phunt paide puze vnd gewette. daz shol man leisten vber virzehen nacht vnd shol manz pringen zem nehsten hause des herren do die puze oder daz gewette geuallen ist. die puze shol des herren pot vordern. swer der ist dar zv gut. vnd versait im der man phant vnde pheninge so shol der herre alle seine puze auf daz gut haben daz er von im hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 134 [1275/87]

Wie ofte ein man wetten shol ains tages in lehenrecht. Der man sol nicht sitzen in lehenrechte an des herren vrlop. mag abr er nicht lenger sten vor rechter not so shol er sitzzen an sein vrlop. vnd spricht man in dar vͤmbe an so berede er ze den heiligen daz er nicht lenger sten muͤge. oder er zeige die not oder die krankeit vnd sei ledic. der man shol seinem herren nicht wan dreistunt wetten in dem tage. vͤmb iglich rede shol der man wol driv gespreche han. vnd in dem gespreche mag er wesen als lange vnz er mit vrtaile wider geladen werden dreistunt. die ladunge shol der man hoͤren. pei den levten shol er also nahen pleiben daz er daz rufen hoͤren. swer ain halbe hube oder ein phunt geldes von aime herren ze lehene hat iereclich der mac vrtail vinden vnd verwerfen vnd gezivg sein in lehenrechten. der des nicht hat vnd minr von eim herren hat den ein halbe hube oder daz ein phunt giltet vnd wil er dise ding tun der muz dem herren puͤrgen sezzen seiner mannen ainen ob er gewettes shuldig werde daz er im daz gebe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 135 [1275/87]

Wie man vrteil verwerfen sol in lehenreht. Swelch man seinem herren vrtail vindet vnd des ein ander nicht volget dem shol der herre gebieten daz er ein ander vrtail vinde. wer die merern volge gewinnet der hat sein vrtail behabt vnd iener verlivset da mite nicht. swer abr ein vrtail beshildet vnd shuldiget man in daz er nach mutwille ertailet habe des muz er sich entshuldigen zen heiligen oder er muz dar vͤmbe wetten. der man shol auch also sprechen so er ein vrteil woͤlle widersprechen. heizet er chunrat oder wie er denne heizet. kreigestu oder bistu so hast dv meinem herren vnde deinem lehenrechte ein vnrecht vrteil funden. die verwirf ich vnd zivh sie da hin da ich ze rechte sie hin zihen shol. so shol der herre vroge ob er die vrtail mit recht von im gezihen muͤge. da wirt im erteilt daz er sie zihe vor den obren herren. so shuln die man paide pieten den herren daz er in poten gebe fuͤr den obren herren zwene seiner manne daz die sehen vnd horten wer die urtail behabe daz sie des gezivg sein. die boten shol der herre verkosten. wein vnd prot shol man in geben drev gerichte guter speise vnd iedem man ze iglicher richte ein maz weins. dem knechte shol man geben zwu richte vnd ze iglicher richte ein pecher weines. vnd der poten phert shol man vorne beslahen vnd hinden nicht. vnd fuͤnf garbe shol man geben iren pherden ze tag vnd ze nacht iglichem sam vil oder gedroshens habern als vil. sechse shuln der pherde sein die shuln reiten die zwene boten vnd vier knehte. vnd zwene lofende knechte. inr drin tagen suln sich die boten han erhaben. vnd der die vrtail vant vnd der sie widerwarf die shuln mit den poten varn vnd shuln die vrteil wider pringen inr sechs wochen. ist abr er auzen landes an den man die vrteil gezogen hat so er denne erst wider kvͤmt ze lande oder in sein haus oder sein kvnft erst bevindet so suln si zv im kvmen vnd shuln die vrtail wider pringen in sechs wochen von dem tage daz der herre ze lande kom. als die boten wider kvmen sint so shuln sie dem herren kvnden. vnd shol der herre ienen paiden einen tac geben fuͤr sich vnd shol seinen mannen auf den tak gepieten. da shol der man hin kvmen der da beshuldiget was vnd der ander gegen im. vnd wer die vrteil behabt daz shul die boten sagen pei irs herren hulden. oder pringent sie des herren priue mit seinem insigel versigelt des shol der herre vnd seine man gelauben. der die vrteil da behabt hat der hat auch ienem sein gut behabt vmb waz die vrtail gesprochen ist. vnd der die vrtail verlorn hat der hat im selber oder einem andern daz gut verlorn. der muz den shaden han. daz ist da uon daz der kvnig richter ist vͤber iglichs menshen leip vnd vͤber aigen vnde vͤber lehen vnd vͤber allez daz man im clagt an geistlich gerichte. vnd ist auch da uon daz er den ersten hershilt treit vber allen herren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 136 [1275/87]

Wie der man den herren stevren shol in des reiches dienst. Und hat ein man gut ze lehen von ainem herren daz sein aigen ist vnd wirt im des reiches dinst geboten der man shol dem herren da uon dienen als ob erz von dem reiche hete. vnd solde man vor dem kvͤnige nicht vͤmb aigen vnd vͤmb lehen richten. so mochte diehain man vrtail vinden der mit aigen belehent ist vber den der des richtes gut ze lehen hat noch iener vͤber disen. von swem der man lehen hat ez sei des mannes aigen oder sein lehen vnd wirt im des reiches dienst geboten er ist im shuldic da uon ze dienen den dienst als diz puch seit wie vnd wenne die herren dem kvnige dienen shullen. vnde wirt ein vrteil widerworfen vmb eins mannes sache dem ze lehenrechte getedinget ist vnd hat er zwaier hande gut oder dreier hande on swelhen obren herren der merer teil seines gutes begreifet vor dem man shol die vrtail beshaiden. ist daz ez die gepunden tage irrent daz man die vrtail nicht beshaiden mac so die gepunden tage denne fuͤr kvment von dannen vͤber sechs wochen shol man die vrtail wider pringen. vnd verwirft ein man ein vrtail vnd volkvͤmt er des mit rechte nicht er muz dar vmbe puͤzen dem der die vrteil wider im da vant vnd allen den die der vrteil gevolgent. der herre gewinnet abr nvwan ein gewette dar an. wan ez ist nicht recht daz man einem manne vmb ain sache zwei gewete an gewinne.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 137 [1275/87]

Der in der kirchen fride pricht. Swer an ainem man fride in kirchen pricht oder in freithoͤuen oder an allen steten die mit panne begriffen sint der ist geistlichem gerichte dreier puze shuldic vnd auch dem werltlichem vnd ienem der da besweret ist. ob zwei dorf mit ein ander kreigent vmb einen markt dacz nehste dorf daz da pei leit daz shol sie beshaiden mit gezivgen. daz shuln sein die eldesten vnd die pesten. wer der gezevge mer hat der behabt. vnd mac man der nicht gehaben die als alt sint daz sie dar vmbe nicht wizzen so shol manz beshaiden als daz lantrecht puch da uor seit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 138 [1275/87]

Von vanlehen. Allez daz hie vor von lehenrechte ist daz ist von gemeinem lehenrechten gereit. noch shol ich dreier hande lehenunge beshaiden vnd wil sagen waz die zwait von rechten. etwer gericht hat ze lehene von dem kvͤnige dacz lehen mac nicht kvmen an die virde hant. recht lehen kvͤmt mit rechte in die sibende hant. daz ist da uon daz der hershilde sibene sint die lehenrecht habent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 139 [1275/87]

Wer graueshaft leihet. Unde gehoͤrt ein grafshaft in ein vanlehen wer daz vanlehen hat der shol die grafshaft leihen inr halben iars frist. vnd gehort ein gericht dar in dem shol er daz selbe tvn. vnd tut er des nicht so sullen die kvmen an den kvnig die grafshaft oder daz gerichte von im haben solden vnd er shol im daz leihen mit rechte. zwen mannen mugen an eim gerichte dehein lehenrecht gehaben gemain. daz ist da uon daz nevr ein man richter mac gesin. abr ein man mag eim anderen man wol gericht dingen daz er ze lehene hat. wen der kvnig ze echte tut oder ein ander richter der mac nicht richter gesin. daz lantrecht puch seit wol wer richter mac gesin. wem sein gerichte verteilt ist dar vmbe daz er vnrecht gerichte hat oder vͤmb ander shulde vor dem sol nieman ze rechte sten. er mac auch niman nicht gepieten mit rechte. dehein kint mac nicht gerichten e daz ez achzehen iar alt wirt. vnd hat ez gerichte ze lehen so shol ez haben einen vormunt der fuͤr ez richte. vnd der selbe shol auch des herren man sein von dem er daz gerichte hat. daz ist ob er virzehen iar ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 140 [1275/87]

Ob ain aigen daz reich an stirbet. Ob ain aigen des reiches wirt also daz ez an daz reich erstirbet oder daz manz an ein gotzhaus geit der man der daz ze lehen hat der verlivset da mite nicht. er sol ze dem herren kvmen vnd shol sein lehen vordern als daz puch hie uor hat gesagt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 141 [1275/87]

Von purklehen. In purklehen ist gedinget vnd gewette als andern lehen. purklehen mac nieman hin geleihen der ez ze lehen hat. leihet abr der purger sein lehen hin ainem anderen man so der herre des inne wirt er mac im wol mit rechte gebiten vnd mit vrteil daz er sein purklehen inr sechs wochen wider neme. vnd tut er des nicht er mac im sein purklehen mit rechte an gewinnen als daz lehenrecht puch hie vor seit. stirbt der purger e daz geshech vnd hot der belehende man daz gut in seiner gewer nach lehens rechte an rechte widersprache her prachte iar vnd tac er volge seim gute in seiner iarzal an den obren herren. daz ist ob erz erzevgen mac als lehens recht ist also ob in der vnder herre rechtes verzeihet. der man muz auch swern daz er nicht enweste daz ez burklehen were do erz enphie. der herre mac auch seiner manne lehen nicht auf gegeben vnd wider ze purklehen enphahen. tut er abr daz so vordernt die man ir lehen an den obern herren. wan dehein herre mac seinem man sein lehen genidern noch gehoͤhen mit rechte. vnd ist daz ein gut des herren aigen ist vnd hat daz ein man von im ze lehene vnd wil er daz gut ze purklehen machen des mac er mit rechte nicht getun. der man hot doch sein gut fuͤr recht lehen. vnd tut der herre dem man dar vͤber vnrechte daz vorder als daz recht lehen puch hie uor seit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 142 [1275/87]

Stirbt ain man vnd lat ain lehens erben der vngeporn ist. Stirbt ein man in der weile vnd sein weip kint treit vnd hat er sein lehen einen manne gedinget mit des herren willen. vnd ist die vrowe des kindes nicht genesen der man shol sich des gutes vnderwinden mit rechte vnz die vrowe des kindes genist. vnd ist ez ein svn so ist daz gedingede zeprochen ob ez lebende geporn ist. vnd dinget ein man sein gut ainem manne vnde gewinnet er dar nach einen svn pei seinem lebendem leibe daz gedingede ist abr zeprochen. ob man nicht gelauben wil daz daz kint ain degen kint sei oder daz ez nicht lebende geporn sei daz shol man erzivgen als daz lantrecht puch hie uor seit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 143 [1275/87]

Von purklehen rechte. Uerleihet ein herre sein purk ganze hin vnd leihet si seinem vngenozen die purger sint nicht phlichtig ir purklehen enphahen von im. daz ist da uon daz er ir herren genoz noch ir vͤbergenoz nicht ist. vnd ist er sein genoz so shuln sie ir purklehen von im enphahen. vnd ist er sein vndergenoz sie varent mit recht abe der purk vnd habent ir purglehen von ir herren immer mere fuͤr rechtes lehen. vnd hant sie heuser gebawet in der puͤrge den shuln sie ab prechen vnd dannen fuͤren. wil abr inz der herre gelden den baw des er wert ist den shul sie im geben ze kaufen als man in shazze. an purklehen ist anevel vnd gewette des herren vnd gedingede als anderen lehenen. leihet ain purger ein purclehen ainem anderen daz ist nicht recht. swer purklehen hat der mac daz fuͤrbaz nicht geleihen. der man volget purglehen an ainen anderen herren wol vnd an seinen svn mit rechte wol. swer abr purk vnd purclehen hat vnd stirbt er die weile seine kint vnd alle sein erben die ze lehenrechte vnbeteilet sint mit der purc si sint pflichtig in allen ze sweren getriwe vnd holt ze wesen als purger irm purgherren sein suln. ist sie ein vrowe so shuln sie ir daz selbe tun. die purger shullen behalden ir purg wider aller menneclich nach purger rechte. daz shol ein iglich purger die weil er des herren purger wil sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 144 [1275/87]

Von purclehen. Ein iglich man enphahet sein purglehen ob er wil nicht wan von ainem herren oder uon ainer urowen. von purglehen shol der man nicht reise varn noch anders keinen dienst tun. er shol auf der purg wonen vnd sol sie bewarn vnd wern ob sein not sei. vnd shol seinem herren vrteil vinden vͤmb purglehen vnd nicht vͤmb anderev lehen. hot abr er recht lehen von im so mac er vrtail vinden vͤm recht lehen. vnd purglehen recht mac der herre niht gehaben wan auf der purg vnde auch mit den mannen die purglehen auf der purg hant. ez shol nieman vorspreche sin noch nicht vrteil vinden noch nicht in burklehen tun wan der auch purclehen von dem herren hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 145 [1275/87]

Von vanlehen die fursten ampt sint. Vber fuͤrsten noch vber ander herren die vanlehen habent mac nieman fuͤrspreche sein noch vrteil vinden in lehenrechte wan der auch fuͤrste ist vnd vanlehen hat. vnd hat ein herre vanlehen der ist wol gezivg vber einen fuͤrsten in vanlehen rechte. der fuͤrst haizet da uon ein fuͤrste daz im der kvnig daz fursten ampt leihet mit seiner hant. vnd leihet ez der kvnig einem fuͤrsten vnd leihet ez der fuͤrste fuͤrbaz ainem anderen der mac da uon nicht ein fuͤrst gehaizen. da uon daz er der voderst an dem lehen nicht enist. swer fuͤrst ist vnd vanlehen hat der shol deheinen laien ze herren han wan den kvnig. vnd ist er ains anderen laien man so mac er nicht fuͤrste gesein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 146 [1275/87]

Van lehen die nicht fuͤrsten ampt sint. Uber der fuͤrsten lehen die in fursten ampt nicht gehorent. vͤber der herren lehen die nicht in vanlehen hoͤrent mag ein iglich man ze lehen recht sprechen der ot lehen von im hat. nieman mac geweigern in lehen rechte vrteil ze sprechen noch ze vinden vnd gezivg ze wesen vnd fuͤrspreche ze seine der herre auf den man vnd der man auf den herren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 147 [1275/87]

Wie der kvnig mit fuͤrstenlehen richten shol. Der kvnig shol wol tedingen mit allem rechte ze lehenrechte einen fuͤrsten vͤber sechs wochen. daz shol er tun mit seinem versigelten prieue vnd auf ainen beshaiden tac. der kvnig shol im deheinen stat benennen noch hof noch gespreche da er hin kvmen shulle. wan wo der kvnig ist do tedinget man wol vmb lehenrecht in gepunden tagen vnd an allen steten an in kirchen vnd in freithouen. vnd die mac der kvnig sein lehenrecht wol han.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 148 [1275/87]

Wie man vmb purchlehen richten shol. Der puͤrgetor suln offen sint da ein iglich herre vmb purglehen tedinget. in beslozzen wenden vnd vnder dache shol niemant vrteil vinden vͤmme lehenrecht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 149 [1275/87]

Wie der phalzgraue uon dem reine vanlehen leihen shol. Und ist daz ein roͤmish kvͤnig stirbet vnde wirt inr iars frist nicht ain ander kvnig ob die daz saument die da welen shullen vnd die da kvͤr habent. oder ez irret daz zwene kvͤnige sint erwelt. vnd des shullen die fuͤrsten vnd ander des reiches man nicht enkelden an ir lehene vnd wirt ez nicht verrichtet vmb ainen kvnig inr iars frist so shuln alle die lehen haben vom reiche ir lehen enphahen vom phalzgrauen uon dem reine. an die fuͤrsten die shuln ir ampt nicht von im enphahen. alle die vanlehen vom reiche habent die nicht fuͤrsten ampt sint die shuln sie enphahen vom phalzgrauen uom reine. sie werdent nicht des phalzgrauen man. wan er leihet in seins gutes nicht er leihet in des reiches gut. da uon sint sie des reiches man. swer daz gut veriert gen dem phalzgrauen vom reine ist dacz gut dem reiche ledig worden vnde veriert ieman dicz gut gen dem phalzgrauen vom reine so ist daz gut deme reiche ledic worden. so shol er sich des gutes vnderwinden deme reiche ze nuzze vnd shol daz dem kvnige geantworten wider so der wirt. die fuͤrsten shuln ir ampt mit rechte han. vnd wan sie ander lehen von dem reiche hant vnz in ein kvnig one kreig wirt so shuln sie die lehen enphahen uon dem phalzgrauen vom reine. vnd wer im des wider ist der verlivset des herren hulde. dise ere hat er da uon daz er richter ist vber sein shulde.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 150 [1275/87]

Von purchlehen recht vnd von der purger recht. Nich den vmb drei sache so mac der herre shuldigen seinen purger ob er sich uervntriwet gen im oder ob er die purg nicht bewart als er ze rechte shol. oder ob ein purger auf den anderen clage daz er im vnrechte tu an seinem purchlehen. ob der herre tedinget seinem purger ze purgrechte vͤmb die sache daz shol er im selber sagen in seinen munt oder seinem poten. vnd vindet er sein nicht so shol imz der bote sagen in sein haus daz ez zwene seiner purger hoͤren. so sol er im dar nach mit purkrechte volgen svnder beshaidenen tagen als dacz lehen puch hie uor seit. wirt ainem manne sein purklehen verteilt da er nicht engegen ist daz shol er inner sechs wochen vnderstehen oder man verteilt im daz an alle ansproche. vnd ist ein purger mit seinem ingesinde von der puͤrge gevarn vnd gepevtet im der herre wider auf ze varn vnd wirt im selber daz gekvͤndet in sein havs oder in sein hof daz ez zwene der purger hoͤren. vnd vert er nicht wider auf in sechs wochen man verteilt im sein purklehen in irre denne ehafte not. kvͤmt abr der purger auf die purk wider in sechs wochen vnd pleibt ein nacht dar aufe mit seim gesinde man mac im sein purclehen nicht verteilen. twinget abr in der herre mit vrteil dar auf so muz er dem herren wetten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 151 [1275/87]

Wie purchlehen vnd recht lehen ein lehen sint. Recht lehen vnd purchlehen die mac ein man mit einer lehenunge wol enphahen also daz er itwederr lehenunge gezivge habe svͤnderlich. wirt ein purch mit gewalt zeprochen on gerichte da der purge an vnshuldic ist er shol seins purchlehens dar vͤmbe nicht geraten. die weil die purch vnerpawen ist so ist daz purchlehen sein recht lehen. als die purch wider gepawen wirt mit tullen oder mit zevnen oder ein tor dar an gehangen so shol ein iglich purger wider auf varn in acht tagen. ez mac mit rechte kein purc niemant wider gepawen die mit gericht nider geprochen on des kvͤniges vrlop. ist nicht kvniges oder ist er in devshen landen nicht so muz er han des lantrichters vrlop. in des gerichte sie leit. ob ein purch vnd ein purchlehen nicht in ein gewalt hoͤrent vnd nach des herren tot svnderleichen herren ledic werden vnd daz purchlehen gezweiet wirt von der puͤrge volge seinem purclehen nach. vom erz hete von dem shol erz von rechte han. vnd daz purchlehen shol er fuͤr recht lehen han vnd ist ab der puͤrge ledic. diz ist an des purgers willen ob er auf der puͤrge sitzen wil von disem herren als von ienem. hoͤret abr daz purchlehen ze der puͤrge so muz er mit rechte dar auf sitzzen oder er verlivset daz purchlehen. wil ein man sein purchlehen seinem herren auf geben des mac im der herre nicht geweigern. er muͤz ez von im auf nemen er verwurkez denne als hie uor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 152 [1275/87]

Von zinslehen vnde von rechtem lehen. Uerleihet ain herre ain gut ainem man da zins in gehoͤret vnd gehoͤrt anders dienst uon im denne zins den dinst mac der herre auz nemen so er daz gut hin leihet. vnd ist ez abr ein freihes gut da nieman zinsrecht ane hat vnde leihet man daz einem man da sol er niemant keinen dienst von tvn. vnd vordert man in dienst an daz shol er dem herren kvͤnden vnd der shol im sin gut versten. ist abr daz gut eins herren aigen oder gehoͤrt ez an ain gotzhaus da ez nicht auz kvmen mac vnd der man nicht furbaz kvmen mac daz gut shol der man behalden ane dienst fuͤr ain recht lehen. vnd vellet ez an ain gotz haus do var der man hin vnd vorder sein lehen da. vnd stirbet der man da enzwishen vnd lat er lehens erben hinder im die volgen deme gute nach als recht sei vnde als daz puch hie vor sait.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 153 [1275/87]

Wie der herre dem manne vnd der man deme herren widersagen shol. Swenne der man dem herre ain gut auf geit oder im uerteilt wirt mit rechte der man shol dem herren vnd der herre dem manne nicht widersagen wanne sie paide selber uon munde ze munde. vnd shuln ain ander dar na nicht shaden in ainem tage vnd in ainer nacht. gepevtet abr der herre samenunge auf den man oder der man auf den herren vnde hat er im da uor nicht widersait. vnde widersait im so er die leute gesament dar an hat ein triwe geprochen. wan als ein man seinem herren hulde tut so swert er im triwe vnd warheit ze leisten mit worten vnd mit werken so hot er sein triwe nicht wol behalden. daz selbe recht hat der man gen deme herren ob er an im vͤbel tut als hie vor gesprochen ist. pitet der man seinen herren gelaides so er im widersagen wil zv im vnde von im da sol er im geben. weiger er des mit vnrechte so shol er im widersagen ze seinem nechsten hause also daz ez die horen die dar inne sint. oder er shol da wider sagen do die herren lantteding haben vnd shol dem herren sein gut zehant ledic lan. dicz widersagens shol der herre zevg han an zwen des herren mannen ob erz bedvͤrfen werde daz er sie habe. wil abr der man laugen seinem herren daz er im widersagt habe des muz in der herre vͤberzevgen mit zwen seiner mannen die daz wars wizzen. vnd hot er dich nicht so sei der man ledic.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 154 [1275/87]

Von purgmaister lehen. Lehen ze purgmaistershaft gelihen erbet auf des buͤrcmaisters svn. idoch darbet er des hershildes vnd volget da mit an ainen andern herren. er mag abr des gutes nicht hin geleihen. er mag auch dehein herren versprechen swie nider er ist. da ist da uon daz er des shildes darbet. swer des hershildes nicht hat der hat daz selbe recht in lehenrecht als hie uor gesprochen ist ez sei weip oder man. vnd sint sie nicht volkvmen an dem hershilde sie mugen nicht gezivg sein in lehenrecht noch fuͤrsprech sein noch vrtail vinden noch verwerfen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 155 [1275/87]

Wie man teding gebeutet. Swenne ein herre tedinget seinen man ze lehenrechte vnd seinen mannen gebeutet gepevtet mit vrteil dar zv inr den tedingen mag er dem manne kainen tac gebieten ze laisten e der fuͤr kvͤmt. dem manne kan auch dehein ander herre tading gebieten als dicz geboten ist an dem selben tage da diz teding ane ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 156 [1275/87]

Von den ob ein man in des reichs dinst ist. als ein herre seinem manne tac gebeutet den sol er leisten ob er im also geboten wirt als daz lehen puch hie uor seit. vnde welhez herren pot im von erst sait vnd im ainen tac kvͤndet den shol er auch zem ersten laisten. vnd sint die man in des reiches dienst so in die herren ze lehenrecht gepieten so sint mit rechte des gebotes ledig. wirt aber ez in selben geboten vnd irret sie des reiches not oder ander ehafte not so shuln sie ir boten auf dacz teding senden die ir ehafte not beredent. vnd wirt des reiches reise geboten ze rechter zeit vnd mit vrtail daz lenget den herren vnd allen iren mannen alle die teding die sie paidenthalp ze lehenrecht solt haben. lantrechtes mac der man nicht vͤberig werden so in daz geboten wirt die weil er da heimish ist vnd die weil er sich in dienst nicht erhaben hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 157 [1275/87]

Der ainen man weiset an seines herren vngenoz. Swer an den obren herren seiner lehenunge oder seiner weisvnge sinnet mit seinem gut vnd weiset er in denne an seins herren vngenoz des weigert der man wol mit recht. vnd ist daz ein herre seine lehen auf geit seinem vngenoz vnd nennet er im seinen man die zv dem gute hoͤrent vnd daz sie lehen von im enphahen shullen. die weil vnd im der herre daz nicht gekuͤndet hat so shat ez in nicht an irme rechten. als in der herre daz kvͤndet oder sein bote der sein man ist von dem tage vͤber ein iar shuln sie ir lehen enphahen ob er ir herren genoz ist oder sein vͤbrgenoz. vnd wil der erre herre er mac seinen mannen gebieten fuͤr sich daz sie daz lehen enphahen von einem herren. vnd wellent sie des weigern sie mvͤzen auf den andern herren erzivgen daz er ir herren vngenozze sei an der gepuͤrte oder sich mit manshaft niderre habe gemacht dan ir herre sei. oder daz er ir gut vertan hab vnerlich. oder sein recht verworcht habe vnd man daz auf in behabt habe als daz lantrecht puch sagt. behabent sie der aines auf in so werdent sie mit rechte vͤberic daz sie sein man nicht werdent. da mit pleibent sie an dem alden herren. wie die man ienen vͤbrzevgen shuln daz shuln sie tun selp sibende erberger manne die vnuersprochen sein an irm rechte. vnd sint sie des herren man oder nicht so sint sie doch gut an der gezevgnisse. vnd ist der man nicht zekegen vnd bevtet er ge gezevg daz er also geporn sei vnd sein rechtikeit behalten habe vnd volkvmen an dem hershilt sei daz stet an der manne wal. ob si den gezivg wellen haben so shol erz selp sibende erzivgen als der gezivg geshiet von im. wan so ist er ir herren genoz. swer mit vrtail an gezivg ainen man verwerfen wil daz ist nicht recht. man muz in mit gezivge verwerfen oder man shol in lan erzivgen als hie vor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 158 [1275/87]

Ligt ein man siech vnd sendet seinem herren daz lehen auf. Und daz ain man siech wirt der lehen hat von ainem herren vnd hot nicht lehens erben. vnd im enpevtet ein sein frivnt daz er seinem herren sein lehen auf sende von ainem seinem man des herren man von dem er daz lehen hat vnd daz tut der sieche man. der bot geit dem herren daz lehen auf. der herre leihet dem manne daz lehen. der man vnderwindet sich des gutes vnde des lehens mit des herren boten. des ist die gewer iesa. der sieche man genist vnd pitet seinen frivnt daz er dem herren dacz gut auf gebe vnd im daz bite wider leihen daz frivnt versait im daz mit rechte. vnd ist daz er in gewert vnd kvmt sie paide fuͤr den herren vnd bitent in paide daz verseit er in paide ob er wil. wil aber er gewert sei oder er latez. stirbt abr der sieche man als er diz getut vnd der herre dem frevnde daz gut geleihet vnd in des beweiset als hie uor gesprochen ist. vnd kvͤmt dar nach ein ander vnd pit den herren im daz gut leihen. der herre tut daz vnd geit dem selben manne boten vnd weisunge auf daz gut. der erer man kvmt fuͤr seinen herren vnd clagt im vͤber ienen er hab sich seins gutes vnderwunden ze vnrechte. der ander kvmt auch fur den herren vnd spricht. herre ich han reht. ir lihet mir daz gut. der herre vergicht in paiden vnd geit in ainen tag fuͤr seinen man. vnd mac der erer man bereden daz der sieche man dem herren auf sante daz lehen pei des herren manne vnd im daz lehen verleih vnd im weisunge dar auf gab mit seinen boten. vnd erzevget daz mit zwen herren mannen er hat daz gut fuͤr iem. vnd hot im der herre nicht weisunge dravf gegeben so het ez der ander behabt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 159 [1275/87]

Wer weisunge bieten shol auf sein gut. Swer ein niwes lehen behabt daz nicht vaters lehen heizet noch sein gedingede nicht enist der shol den herren biten daz er im weisunge auf daz gut gebe. so hat er zehant gewer an dem lehen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.

Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 160 [1275/87]

Hie hat daz lehen puch ein ende. wan alle die recht han ich ze ende pracht die uon lehenrechte gesein mugen. vnd wizzet lehenrecht leicht ze shaiden were wer der so vil nicht die des vnrechten varende sint durch iren frumen vnd daz sie iczent ze recht sagent inn selber ze vrumen. der sie des selben dar nach vrogt daz verkerent sie vnd sagent ein anders. ez ist nieman so gerechter noch so vnrechter ez dvnk vnbillich der im vnrechte tut. da von bedarf man guter kuͤnste wol wie man sie an daz recht pringen muge vnd ir vnrecht widerlegen mvge. wer zaller zeit auf daz recht spricht der gewinne manigen veient. des shol sich der pider man wol troͤsten durch got vnd durch seiner eren willen daz er vintshaft hab durch daz recht. vnd wizzet. wer daz recht gern stet hat dem hilft got. daz ist oft shein worden an manigen manne die manigen widerstreit hetten dar vͤmbe daz sie dem rehten pei gestunden. dicz puch ist gewizzen vnd weisen leuten gut vor ze lesen wan die verstent ez vnd verkeret ez nicht. vnd vnuerstanden leute die verstent des buches nicht noch die selikeit vnd die verdampnisse die da uon kuͤmt. vnd wer diese recht die an disen puche stent ze vnrechte keret der ist verdampt an leibe vnd an sele. vnd daz man der geshriben recht so luͤzzel achtet da von ist vrid vnd genade vnd ere vnde selikeit so tevre worden. vnd recht ze gleicher weis ob man der cristenheit den cristen gelavben vnd div cristenlichen werk also fleizecleichen zaller zeit nicht fuͤr leit mit predige vnd mit lere von der alden e vnd von der niwen e so wuͤrden die levte alle ze kezzern. wan pei aller der phafheit lere doch so vil kezzer wirt. also ist ez vͤmbe die lantrecht vnd vmb die lehenrecht. der die noch in gewoͤnlicher ler het vnd ir phlege als ir die kvͤnige phlagen die groz arbeit druf leiten daz sie gemacht wurden. vnd der sie noch liep hete ez mecht nimmer werden ez were dester pezzer in der cristenheit. got durch seine guͤte gebe vns die genade daz wir die gerechtikeit also fuͤren in dirre werlde daz wir von got icht gescheiden werden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.



Mit der Gewinnung eines OCR-Textes aus dem Codex Altenberger und der anschließenden Korrektur dieses Textes habe ich im Januar 2021 begonnen. Wie alles menschliche Tun steht auch dies unter der Conditio Jacobaea. Ich bin selbst neugierig, wie weit ich mit den 562 Artikeln komme. Und dann gibt es ja noch das Magdeburger Weichbildrecht und das Iglauer Bergrecht als Bestandteile des Codex Altenberger ...
Heino Speer, Klagenfurt am Wörthersee, 15. Januar 2021.
Bearbeitungsstand:
CAltenb. Art. 26.- Art. 33. 17. Januar 2021
CAltenb. Art. 34.- Art. 74. 18. - 22. Januar 2021
CAltenb. Art. 75.- Art. 100. 23. - 27. Januar 2021
CAltenb. Art. 101.- Art. 139. 28. Januar - 3. Februar 2021
CAltenb. Art. 140.- Art. 169. 5. - 7. Februar 2021
CAltenb. Art. 170.- Art. 204. 8. - 11. Februar 2021
Mailadresse H. Speer