Schwabenspiegel Langform M [1275/87] / Schwabenspiegel Codex Altenberger [14. Jh.]

Schwabenspiegel Langform M [1275/87 / Schwabenspiegel Codex Altenberger [14. Jh.]

Schwabenspiegel Langform M [1275/87]

Quelle: Schwabenspiegel Langform M : Index. Prolegomena. Textus: Mw, Mh, Mp, Wr / tractavit Karl August Eckhardt. - Aalen : Scientia, 1971. - 406 S. (Studia Juris Suevici ; 2) (Bibliotheca rerum historicarum : Studia ; 5)

Codex Altenberger [14. Jh.]
Quelle: Der Codex Altenberger. Textabdruck der Hermannstädter Handschrift. Herausgegeben von Dr. Gustav Lindner. Klausenburg 1885. :: Az Altenbergerféle Codex nagy-szebeni kéziratának szövegkinyomatása. Digitalisat der SB Berlin

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Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 1
Schwsp.(L.) Vorw.a

Herre got himelisher uater durch dein guͤte geshuf den menshen in dreiualtiger wirde. Dacz erst daz er nach dir gepildet ist. daz ist ein also hohe wirdekeit der dir allez menshen kvͤnne svnderlichen immer danken shol. wan des habe wir michel recht herre himelisher uater seit dv vns zv deiner hohen gotheit also werdeclichen geedelt hast. Dev ander wirde da dv herre almechtiger shepher den menshen zv geshaffen hast dacz ist daz dv al die werlt den svnnen vnd den manen die sternen vnd die vier element fevr wazzer luft vnd erden die vogel in dem luft die vishe in dem wage die tier in dem walde di wuͤrme in der erden golt vnd edel gesteine der edelen wurze suzer smac der plume lichte varbe der paume frucht korn vnde wein vnd alle creature hastu herre dem menshen ze dienst vnd zu nuzze geshaffen durch die minne die dv zv dem menshen hettes. Die dritte wirde da mit dv herre den menschen gewirdet vnd geedelt hast daz ist daz der menshe die wirde vnd die ere vnd die vrevde vnd die wunne die dv selber pist immer mit dir ewecleichen niezen shol. der werlt dienst vnd der nvz hastu herre dem menshen vmb sust gegeben. da pei shol der mensche trachten so mvͤge des wol gar vͤbermezzeclichen vil sein des dv dem menshen vͤmbe dienst geben wilt. vnd da uon so ein iglich mensh gote dienen mit rechtem ernste vnd mit ganze triwen. wan der lon ist also groz daz in herzen sein nie begreifen kvnde noch menshen zvnge ny gesprechten mochte noch augen sehen kunden in nye belivchten noch oren nye gehoren. daz wir got der hohen wirde gedanken vnd den gar grozen lon verdienen des helf vns der almechtige got.

Codex Altenberger [14. Jh.] [ungezählt]

[Seite 1] HERRE himelischer vater dvrich dine gvete geschvofe dv den menschen indriwaltiger wierde. | Dy erste daz er nach dier gepildet ist daz ist ouch ein also groziw wierdicheit der dir allez menschen kvnne svnderlichen immer danken schol wan des habe wir michel recht vil lieber herre himelischer vater seit dv vns czv diner gotheit also wierdiklich geedelt hast | wierde daz dv herre almechtiger got vnd schepher den menschen czu geschaffen hast dy ist daz dv alle dise werld dy svnnen vnd den manen dy sterne vnd dy vier elemente fiwer vnd wazer lvft vnd erden dy vogel inden lvften dy vische indem wage dy tier indem walde dy wurme inder erde golt vnd edele gesteine der edel wurcze svzen smach der plumen liechte varbe der pavme frvcht korn vnd win vnd alle creatvre hastv herre dem menschen czu dienst vnd czu nucze geschaffen durich dy liebe dy dv czu dem menschen hetest. | Dy dritte wierde da du menschen den mit gewierdet vnd geedelt hast daz izt dy daz der mensche dy wierde vnd dy ere vnd dy vrevde vnd dy wunne dy du selbe pist immer mit der ewiklichen niezen schol. | Der werlde dienst vnd nvcz hastv herre dem menschen vmme svst gegeben czu einer manunge vnd czu einem vorpilde seit des so gar vil ist des dv herre dem menschen vmme svst hast gegeben dapy schol der mensche got dienen mit rechtem ernste vnd mit ganczen triwen wan der lon ist also groz daz es kein hercze nie pegrifen kvnde noch menschen czunge nie gesprochen mochte noch ovgen sehen kvnde in nie pelvchten noch ore nie gehoren | Daz wier nv got der hohen wierde gedanchen vnd gar grozen lon verdienen des helfe vns der almechtigot Daz ist noch alles dy vor rede. [Seite 2]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 2
Schwsp.(L.) Vorw.b

Sint vns nv got in so hohe wirde geshaffen hat so wil er auch daz wir werdecliches leben haben daz wir ein ander wirde vnd ere pieten triwe vnd warheit vnd daz wir ein ander nicht neit noch haz tragen. wir shullen mit fride vnde mit svne vnder ander leben. wanne frideliches leben daz hat got vnmezlichen liep. wan er kom selbe uon himelreich auf ertreich durch anders nicht den durch rechten fride daz er vns einen fride shuͤfe vor des tivuels gewalt vnde vor ewigen marter ob wir selbe wellen. da uon svngen engel ob der krippen. gloria in excelsis deo et in terra pax hominibus. dein ere herre in dem himel fride auf der erden allen den die gutes willen sint. vnd vnser herre sprach zaller zeit ze seinen ivͤngern. do er mit in auf ertreiche gie so was sein ellich wort vnd sein gruz pax uobis. daz spricht. gotes fride sei mit ev. also sprach er alle zeit ze seinen ivͤngern vnd zv anderen levten. da pei shulle wir merken wie liep got fride hat. vnd do er von erde ze himelreiche fur vnde enphalch sende peter daz er phleger were des rechten vrides vnd gap im den gewalt daz er den himel auf slivzze allen den die den vride behilten. vnde wer den fride preche daz er dem den himel versluͤzze. daz ist also gesprochen. alle die gotes gepot zerprechen die haben den rechten fride prechen. daz ist auch von gote wol pillich vnd recht. seit vns nv got des gehulfen hot daz wir mit rechtem leben vnd mit fridelichem leben zv dem hiemelreiche mvgen kvmen. wan des was nicht vor gotz gepuͤrte. wie wol der menshe tet so mocht er doch nicht ze himel kvmen.
Schwsp.(L.) Vorw.c got geschuf uon erst hiemel vnd erde dar nach den menshen. den satzet er in daz paradys. der zeprach die gehorsam vns allen ze shaden. dar vͤmb gienge wir irre als die hirtelosen shaf daz wir in daz himelreiche nicht entmochten vnz auf die zeit daz vns got den wek weiste mit seiner marter. dar vmme shulle wir got immer eren vnd loben mit ganzem herzen. daz wir nv so wol zv den vrevden kvmen mochten ob wir selber wolden. daz hie vor in der alden e so manigen heiligen patriarchen vnd propheten tivre was die ist vns cristen livten nv widervarn daz wir daz himelreich verdienen mugen. wer des nicht tut vnd sein gepot zepricht daz richt got pillich an im. daz shullen auch die rechen den got den gewalt gegeben hat als der pabest der an gotes stat richten shol auf ertreich vnz an den iungesten tac. so wil denne got selbe richten vͤbel vnde gut clein vnd groz arm vnde reiche. Dar vͤmbe so wil man an disen puche leren alle die gerichtes phlegen shullen wie sie richten shullen nach gotes willen als manig heiliger man in der alden e vnd in der niwen e richter warn vnd also habent gerichtet daz sie mit irm gerichte die ewigen vrevde hant besezzen. vnd wer auch anders richtet wan als daz puch seit der shol wizzen dacz got gar swerlich vber in richtet an deme ivngesten tage.
Schwsp.(L.) Vorw.d seit nv got des frides fuͤrste heizet so liez er zwei swert hie auf ertreich do er ze himel fur ze beshirmene die cristenheit. die verleich got sende peter peide eins von werltlichem gerichte daz ander von geistlichem gerichte. daz werltliche swert des gerichtes daz leihet der pabest dem keiser. daz geistlich ist dem pabeste gesezzet daz er do mite richte.
Schwsp.(L.) Vorw.e dem pabst ist gesezzet ze besheidenlicher ze richten auf einem plancken pherde vnd der keiser shol dem pabest den stegereif haben daz sich der satel nicht enwinde. daz bezeichent. daz waz dem pabeste widerstet des er mit geistlichem gericht nicht betwingen mac so shol in der werltliche richter ze echte tun.
Schwsp.(L.) Vorw.f vnd wer auch in der echte ist sechs wochen vnd einen tac den shol man ze pann tun. daz recht hat gesezt der heilige pabest siluester vnd der kvnig constantin sent helenen svn.
Schwsp.(L.) Vorw.g die zwene sazten dise recht vnd der andern lantrecht ein michel recht die in disen puche geshrieben sint. vnd daz iglich cristen menshe shol dreizigk stunt in dem iare vogetes dink suchen so er ze seinen iaren volkvmen ist. daz ist als er ein vnd zwenzig iar alt ist. so shol er des vogtes dink suchen in dem pishtum da er inne gesezzen ist oder in dem lande oder in dem gerichte do er gut inne hot.

Codex Altenberger [14. Jh.] [ungezählt]

Seit vns nv got in so hoher wierde geschaffen hat so wil er ouch daz wierdikliches leben haben daz wier aneinander wierde vnd ere pieten triwe vnd ere vnd warheit vnd daz wir nicht haz noch nit aneinander tragen wir schullen mit vride vnd mit svne vnter einander leben wan frideliches leben daz hat vnser herre gar vnmezlichen liep wan er kom selbe von himelrich vf ertrich dvrich anderes nicht wan durich rechten vride daz er vns einen fride schuffe vor des tevfels gewalt vnd vor der ewigen marter ob wir selbe wellen vnd da von svngen dy engel ob der krippen Gloria in excelsis deo Et in terra pax hominibus bone voluntatis. Dein ere in dem himel vrid vf der erden allen den dy gvtes willen sint vnd vnser herre sprach alle czeit czv sinen iungern vnd czv ander levten vnd da py schullen wier merken wy rechte lieb der almechtigot frid hat vnd do er aber von ertrich czv himel fvr do sprach er aber czv sinen ivngern vride si mit ev vnd pevalich dem guten sant peter daz er phleger were vber den rechten vrid vnd gab im den gewalt daz er den himel vf slvze gein allen den dy vride pehielten vnd swer den vride czv preche daz er dem den himel vorpeslvze daz ist also gesprochen daz alle dy levte dy gepot czv prechent dy der almechtigot gepoten hat dy habent ouch den rechten vride czu prochen daz ist on got pillich vnd recht . .

Swer dy gepot vnsers her czu prichet daz man dem den himel vorpeslize | Seint vns got nv des geholfen hat daz wir mit rechtem leben vnd mit vridelichem leben czv dem himelriche komen mvegen wan daz waz niht vor gotes gepvert Swie wol der mensche tet in alder werlde so mocht er doch czv himelrich nicht komen. Got peschvef czu dem ersten himel vnd erden vnd dar nach den menschen den saczt er indaz paradise der czu prach dy gehorsam vns allen czu schaden darvmme gienge wir irre sam dy hirtelose schaf daz wier in des paradises himelriche niht enmochten vncz an dy czeit daz vns got den wech weiste mit [Seite 3] siner marter vnd darvmme sollen wir got immer loben vnd eren von allem vnserm herczen vnd von aller vnser sele vnd von aller vnser macht daz wir nv so wol czv den ewigen vreuden komen mochten ob wir wolten daz hye vor in der allen .E. so manegen heiligen Patriarchen tiwre waz vnd propheten dy genade vnd dy selikeit dy ist vns kristenlvten nv wider varn daz wier nv wol daz himelrich verdienen mvogen vnd swer des nicht entvt vnd dy gepot vnsers herren czvprichet daz richt er pilleich an im vnd ez svllen ovch dy richten den got den gewalt verlihen hat daz ist der pabst der schol an gotes stat hye richten vf ertrich vncz an den ivngisten tac so will danne got selbe richten vbel vnd gvet kleine vnde groz allez daz daz vns alhie nicht gerichtet wiert

Wie man an disem puoch leren wil alle dy di gerichtes phlegen svllen wye sye richten schvllen czu recht nach gotes willen als manger heiliger man inder alten .e. vnd inder niwen .E. richter waren vnd also gerichtent habent daz sy mit irm gerichte dy ewigen vrevde habent pesezen vnd swer ovch anders richtet wan als daz pvch saiet der schol wizzen daz got vil czorniklichen vber in richtet an dem ivngestem tage

Seit nv got des vrides fverste heizet so liez er czwei swert hie vf ertrich do er czv himel fvr czv scherme der kristenheit dy verlech got dem gvten sant peter peide eines von werltlichem gerichte daz ander von geistlichem gerichte. Daz werltlich swert des gerichtes daz leicht der pabst dem keyser daz geistlich ist dem pabst geseczet daz er damit richte.

Dem pabst ist geseczet czv pescheidenlicher czv richten vf einem plankem pherde vnd der keyser schol dem pabst den steigereif haben daz sych der satel nicht en wenden daz pezeichent daz swaz dem pabst widerstet des er nicht mit geistlichem gerichte petwingen mac so schol inder wertlich richter czu echte tuon vnd swer ovch inder echte ist sechs wochen vnd einen tac den schol man pannen daz recht hat geseczet der heilige pabst der guet sant Siluester vnd der kvnig Constantinus sant elen [Seite 4] svn.

Dy czwene saczten dise recht vnd der andern lant recht ein michel teil dy an disem puch geschreben stent vnd daz ieglich kristen mensche schol driestvnt indem iar voytes dinch svchen so er czvsinen iaren vollen komen ist daz ist so er eins vnd czweinczich iar alt ist so schol er daz voytes din svchen indem pistvm da er inne ist gesezen oder indem lande oder indem gerichte da er gvet inne hat.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 3
Schwsp.(L.) Vorw.h
Von dreier hande vreien.

Hie sol man sagen von vreien leuten. wir nennen dreier hande freien. der heizent eine semper freien. daz sint die freien herren als fuͤrsten die vreien ze man hant. so heizent die anderen vreien mitter vreien. daz sint die freien die lehen von den hohen vreien hant. vnd ir man sint die dritten freien. daz sint die frei lantsezzen sint. die sint gepaur vnd sitzen auf dem lande. der habent iglich sunder recht als wir her nach sagen.
Schwsp.(L.) Art. 1a Swo gerichte ist da shol ein puͤtel sein oder mere danne einer. der shol vogtes dink gepieten. etewa ist site daz man vogtes dink gepevtet drei stunt in dem iare. etewa vber sechs wochen. etewo vber virzenacht. so ist etewo site vnde recht daz man purgrauen hort. der shol richten vͤber vnrechte mezzen do man korn mit mizzet vnd vͤber vnrechte maz do man trinken mite gibt vnd vͤber vnrechtes elmez vnd vber vnrecht gelote waz man mit der wage wigt vnd was ze haut vnd ze hare get vnd vͤber den allen den kauf daz man ezzen vnd trinken shol. do shol allez ein purgraue vber richten. so shol ein voget richten den totslac vnd alle freuel vnd wunden vnde swert zucken vnde heimsuchen vnd waz vnrecht vnde vreuel heizet. her nach sage wir mer von gerichte wie man iglich sache richten shol ze rechte daz sich die levte icht verwuͤrken mit vnrechtem gerichte.
Schwsp.(L.) Art. 1b seit vnser herre den menshen in so hohe wirdekeit geshaffen hot als hie uor geshriben ist so hat er auch alle die sache geleret do mit er ze himel kvmen sol zv der hohen werdekeit do er den menshen zv erwelt hot. daz erzeiget man in manigen enden der heiligen shrift. vnd do er moysi die zehen gepot gap auf dem perge synai do weste er wol daz die levte maniger hande kriege vnder ein ander haben. vnd dar vͤmbe gap er im die zehen gepot nicht eine. er gap im sechs hundert gepot vnd drivzehen gepot. daz was nicht anders denne daz er in wie er ein iglich sache richten solde. vnd nach den selben gepoten richte moyses do immer sein volk. vnd nach moyses zeiten habent die kunige vnd die richter immer vnz zv der niwen e. do namen abr die pebeste vnd die kvͤnige nach den selben gepoten als verre sie mochten vnd nah ander weiser maister lere. dar vͤmbe shulle wir iv hie die kvnige vnd die keisere nennen die ir herz mit ganzen triwen dar zv stalten dar sie rechte richten daz ez gote lobelich were vnd den leuten nuzze were ze leibe vnd ze sele vnd ze allen selden. daz was der heilige herre siluester vnd der kvnig constantin vnd der heilige keyser iulian vnde der werde keiser karl vnd sein svn keiser ludewig vnd des svn der edele levther. die minten vnde vorchten got. vnd dar vmbe sazten sie mit wol verdachten sinnen vnd mit weiser meister lere alle die lantrecht vnd alle lehenrecht die an disen puche sint geshriben. keiner slachte lantrecht noch lehenrecht noch kainer slachte vrtail wanne als ez von dirre getriwen keiser gepote vnd von roͤmisher phahte genomen ist vnd auch alle die reht die an disen puche sint die habent die keiser vnd die kvnige also gesezzet daz sie vͤber alle lantrecht vnd gewin shullen sein. wan swer romish keiser vnd kvnig ist deme sint von recht alle lant vndertan die cristen gelauben hant. vnd waz auh die romishen keiser vnd kvͤnige lantrecht gesezt vnd gepotent die shuln auch von gemein vnd gewonlich sint in allen den landen die vnder in sint. idoch habent eteliche herren vnd eteliche stete vil leichte einer hande recht oder zwei oder drei an den kvnigen erworben nach guter gewonheit. dar vͤmbe shol man alle recht nicht verwerfen die an dise puche stent. geistliche recht habent ire recht. an disen puche stet nicht wan werltliches recht. vnd dar vͤmbe heizet diz puch daz lantrecht puch daz ez vͤber alle lantrecht vnd gewer ist. gute gewonheit daz widerspricht dicz puch daz wir abr her nach baz besheiden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 1
von drier hande levten dy da vrei sint.

Hie schol man sagen von vrien levten wir nennen drier hande vrien
Dy ersten heizent vrieherren als fversten sint dy vreien czv man habent so heisent dy andern vreien mitter vreien daz sint dy vreien dy da von den hohen vreien lehen habent vnd ir man sint. Dy dritten vreien daz sint dy vreien lant sezen dy siczent vf dem lande vnd sint gepaver der habent iglich svnder recht als wir her nach wol gesagen. | Swo gericht is da schol ein pvtel sin oder mer danne einer der schol voytes dinc gepieten driestvnt indem iare eteswo vber sechs wochen eteswo vber czwo wochen.
| So ist eteswo recht daz man purgraven hat der schol richten vber vnrecht mezen da man korn mit mizzet vnd vber vnrecht maze da man trinken mit gibt vnd vber vnrechte ellen vnd vber vnrechte gelote swaz man mit der vage wiget vnd swas czu hare vnd czu hovte get vnd vber allen den kovf daz man ezen oder trinken schol da schol alles ein purgraf vber richten. So schol ein voyt richten den tot slac vnd vrevel vnd wunten vnd swertczvcken vnd heim svchen vnd swaz von vnczcht vnd von vrevel heizet.
Hernach sage wir mer von gerichte wy man igeliche sache richten schol czv rechte daz sich dy levte icht vorwurchen mit vngerechtem gerichte.
Seit vnser herre den menschen in so hoher wierdikeit peschaffen hat als hie vor gesprochen ist so hat er ovch den menschen alle hye dy sache gelert da er czv dem himelriche mit komen schol czv der ewigen wierdicheit da er den menschen [Seite 5] czv erwelt hat daz er czeugt man in manegem ende inder heiligen schrift vnd der moyses dy czehen gepot gab vf dem perge monte synay do weste er daz wol daz dy levte manger hande kriech mit einander haben wurden vnd dar vmme gab er im nicht dy czehen gepot aleine er gap im sechs hvndert vnd drivczehen gepot daz waz anders nicht wan daz er in lerte wy er ein iglich sache richten solte vnd nach den selben gepoten richte moyses do immer mere sin volch.
wy kvnig Karl vnd sin svn keyser Ludowich vnd der kvnig Constantin vnd der keyser Justian vnd sant Siluester der heilige pabst noch moyses czeiten vnd nach disem pvch gericht habent vnz her indy niwen .E.
Nach moyses czeiten habent dy kvnige vnd dy richter immer mer gerichtet vncz her indy niwen .e. da namen aber dy pabst vnd dy kayser vnd dy kvnige nach den gepoten also verre vnd nach andern weisen mayster lere vnd rate vnd dar vme sullen wyr iv dy kaiser vnd dy kvnige hy nennen dy ir hercze und ir sin mit allem flize vnd mit ganczen triwen stalten nach rechtem gerichte also daz ez got lobelich were vnd den levten nvczelich an leib vnd gvte vnd an allen selden daz waz der heilige sant silvester vnd der kvnig Constantin vnd der edel keiser Justian vnd der heilige vnd der werde keiser karle vnd sin svn der werde keyser ludewich vnd des svn der edel levchter dy hetten lieb vnd vorchten got dar vmme saczten sye mit wol verdachtem mvt vnd mit wyser meister lere vnd alle dy lant recht vnd alle dy lehenrecht dy an dysem puech sint vnd also stent ovch an disem puch keiner slachte lant recht noch keiner slachte vrteil wan als ez von dirre getriwe keiser gepot vnd von Romischer phate genomen ist vnd ovch alle dy recht dy an disem puche stent dy habent dy keyser vnd dy kvnige also gesacz daz sy vber alle lantrecht recht vnd gewer sint wan swer Romischer vnd kvnig ist dem sint ovch von rechte alle lant vndertan dy kristenlichen gelovben habent vnd swaz ovch dy Romischen keyser vnd kvnige lantrecht vnd lehen recht geseczet vnd gepoten habent dy schullen ovch von [Seite 6] rechte gemein vnd gewonlich sin inallen landen dy vnderin sint | Idoch habent ettelich herren vnd ettelich stete leicht ein ander hande recht oder czwei oder drie an den kvnigen erworben nach gvter gewonheit dar vmme schol man alle dy. recht nicht verwerwen dy an disem pvech stent geistliche recht habent ire recht an disem puch stet nicht wan werltlichez recht vnd dar vmme heizet daz pvch lantrecht pvch daz ez vber alle lantrecht gewer vnd gvt ist daz welle wier her nach paz pescheiden

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 4
Schwsp.(L.) Art. 2
Von den siben hershilten vnde wer die shilte fuͤren shol.

Orienes weisagte hie vor in den alden zeiten wie sechs werlde sholden sein vnd wie ie die werlt pei tausent iaren abe nemen solden vnd in der sibende werlde so sholt die werlt gar zergen vnde sholde der svntac kvmen. nv ist vns gekvͤndet von der heiligen shrift daz sich an adam die erste werlt began. an noe die ander. an abraham die dritte. an moyses die virde. an dauid die fuͤnfte. an gotes gepuͤrte die sechste. vnd ie der werlde zal ist pei tausent iaren zergangen. nv wir sint in der sibenden werlde ane gewisse zal. wan die sechs tausent iar sint gar auz vnd die sibende werlt stet also lange als got. vnd recht in der selben weise sint die siben hershilde auf gelegt. der kvͤnig hebt den ersten hershilt. die pishoue vnd die epte vnd die eptessinnen die da gefuͤrstet sint die hebent den anderen hershilt. die leien fuͤrsten heben den dritten hershilt. die freien herren den virden. die mittern freien den fuͤnften. die dienstman den sechsten. vnde recht ze gleicher weise als man nicht enweiz wenne die sibende werlt ein ende hot also enweiz man nicht ob der sibende hershilt lehen muge haben oder nicht. den sibenden hershilt hebt ein iglich man der nicht eigen ist vnd ein recht e kint ist. lehen recht geit man den nicht die vor dem sibenden hershilde vrei sint. ist abr daz ein herre eime ein lehen leihet der des sibenden hershildes nicht enhat der hat als gute recht alis der in dem sechsten hershilde vert. idoch gepristet im vil rechtes der des hershildes darbet als wir her nach in dem lehen puche wol sagen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 2
Von den siben herschilten vnd wer sy fveren schol.

Orienes der wissagte hy vor inden alten cziten wye sechs werlte scholten wesen vnd ie dy werlt py tvsent iaren abnemen scholte vnd inder siben werlte so schol dy werlte gar zergen vnd scholte der svntage komen vnd der ivngest tac | Nv ist vnd gechvndet von der heiligen schrift daz sich an adam dy erste werlt pegan an noe dy ander an abraham dy dritte an moyses dy wierde an dauid dy fvnfte an gotes gepvrde dy sechste vnd ieder werlde zal ist py tvsent iaren czuergangen. Nv sy wir inder siben werlte ane gewisse zal wan dy sechs tvsent iar garvs vnd dy sybende werlt stet nv als lange als got wil und recht II. inder selben wyse sint ovch dy siben herschilt vf geleit. [Folio II] Der kvnig hat den ersten vf geleit. Der pischolf vnd dy epte vnd dy eptissinne dy da gefvrstet sint dy habent den andern herschilt. Dye leyen fversten habent den dritten herschilt* Dy mittern vreien herren den fvnften. Dy dienstman den sechsten vnd recht czu glicher wys als man nicht enweis wenne dy sibent werlt ein ende nimpt also weys man nicht ob der sibende herschilt lehen mvge haben oder nicht. Den sibenden herschilt hat ein iglich man der nicht eigen ist vnd ein einez kint ist lehen recht gibt man den nicht dy vrei von den siben herschilten sint vnd ist aver daz ein herre ein lehen leihet der des sibendes herschildes nicht enhat der hat als gvet recht daran als der den sechsten herschilt fvert. Idoch gepristet im vil rechtes der des herschiltes darbet als wier hernach inden lehen pvch wol gesagen. [Seite 7]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 5
Schwsp.(L.) Art. 3
Von der sippe zal.

Nv shol man auch hie merken von der sippe zal wo sich die ane hebt vnd wo sie ein ende nimt. in dem haupte ist besheiden man vnde weip die elich vnd recht ze samene kvmen sint. wan die e ist der siben heilikeit eine vnd alle vnser selikeit die cristen leute habent an leibe vnd an sele daz sint die siben heilikeit die der almechtige got do er ze himel fuͤr den pristern enphalch daz sie vns cristenleute do mit heiligen vnd zv dem himelreiche pringen. daz erste ist die heilige taufe. daz ander die heilige firme so man die levte firmet. daz dritte ist die heilige puze. daz virde ist der heilige leicham vnsers herren. daz fuͤnfte daz heilige oͤl da mit man die leute an dem tode pett mit heiliget. die sechste heilikeit ist der prister weihe. daz sibende ist die heilige e. wan nv die heilige e sich ze als grozer heilikeit gleichet vnd si got selber geheiliget hot da von hot die heilige e die craft. swo ein man vnde ein vrowe recht vnde redelich sich sament mit der heiligen e so ist nicht zwaiunge on in vnd sint paide nicht den ein leip. vnd da uon ist ein man vnd sein ekunne bezeichent pei dem haupte. so sint zwei geswisteride die von vater vnd von muter geporen sint ane zweivnge die habent die ersten sippe zal die mage rechent. die sint auch uon rech bezeichent an daz nehste lit pei dem haupte. daz ist daz lit da die arm an die shultern stozent vnd daz selbe lit heizent die achseln. ist aber zweivnge an den kinden so mugen sie nicht an eim lit bestan vnd shrenkent an ein ander lit. vnde zwene pruͤder zwu swester nement vnde nimpt der dritte pruder ein vremdes weip iriv kint sint gleich ein ander an der sippe zal vnde nement auch gleichen erbetail ob sei ein ander ebenpuͤrtik sint. swo nv zwai geswisterde kint habent ir ietweders heizet geswisterde kint ez sint pruͤder kint oder swester kint die habent die andern sippe zal die man ze magen rechent. die stent auch an dem andern lide von dem haupte. daz lit heizet der ellepoge. geswisterde kint die habent die dritte sippe zal. die stent auch an dem dritten lide da die hende an die arme stozent. vnd denne abr der kint die habent die virde sippe zal. die stent auch an dem virden lide. daz ist daz lit des mittern vingers recht do der mitter vinger in die hant stoͤzet. so stet die fuͤnfte sippe zal auch an dem fuͤnften lide von dem haupt her abe gezelt. daz ist daz ander lit des mittern vingers. so stet die sechste sip zal an dem dem dritten lide des mittern vingers. so stet die sibende sippe zal von dem nagel des mittern vingers. wan daz selbe heizent nagel mage. swer nv die sippe zal recht vnd redelich reiten wil der shol sie nemen als hie geshriben stet. vnd swelch sippeshaft sich zwishem dem haupte vnd des mittern vingers nagele geleichen mac die nemen auch daz erbe gleich vnde so der menshe ie naher sippe ist so er ie paz erbet. ez erbet auch ein iglich man sein mage vnz an die sippe zal die da heizent nagel mage. swie nv der pabest habe erlaubet weip ze nemen an der fuͤnften sippe so erbet doch ein iglich mage sein mage vnz an die sibenden sippe. wan der pabest enmac noch enkan kein recht gesetzzen da mit er vnser lantrecht vnd vnser lehenrecht verkern vnd verkrenken mvͤge.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 3
Von der Sippe zal.

Nv schol man ovch hye merchen wo sich dye sippe czal an hebt vnd wo si ein ende nimpt. In dem hovpte ist pescheiden man vnd wip dy elichen vnd recht czusamen komen sint wan dy heilige .e. ist der siben heilikeit eine vnd alle vnser selde dy kristen levt habent an leib vnd an sele daz sint dy siben heilikeit dy der almechtigot do er czv himel fvr den pristern bevalich daz sy vns kristenlevten da mit heiligen schollen vnd czv dem himelrich pringen daz ist eines. Dy heilige tovf daz ander. Dy heilige firme so man dy levte firmet. Daz dritte ist dy heilige pveze. Daz vierde ist der heilige gotes lichnamen. Daz fvmfte daz heilige ole vm da man dy levte an dem tot pette mit heiliget. Dy sechste heilikeit ist der prister weihe. Dy sibende ist dy heilige .E. wan nv sich dy heilige .E. czv also grozer heilikeit gelichet vnd als heilig ist als sy der almechtigot selbe geheilget hat da von hat dy heilig .e. dy kraft swo ein man und ein vrowe recht vnd rede rieh sich gesament mit der heiligen .e. so ist nicht czweivnge an in vnd sint peide nicht nvr ein leip vnd da von ist ein man vnd sine kon pezeichent an daz houpt. So sint czwei gesweistreit dy von vater vnd von mvter geporn sint an czweivnge dy hebent dy erste sippeczal dy man czv magen rechent dy sint ovch von rechte pezeichent an daz neste lit py dem hovpt daz ist daz lit da dy arme an dy schuldern stozent vnd daz selbe lit heiset dy achsel. Ist aver czweivnge an den kinden so mvgen si an einem lide nich pestan vnd schrenkent an ein ander lit. Vnd swo czwen pruder czwo swester nement vnd nimpt der pruder ein vromdes wip ire kint sint doch gelich an ein ander an der sippe czal vnd nement ouch gelich erbe teil ob sy an einander eben puertich sint. Swo nv czwei geswistere kint sint ir itwederz heizet geswistere kint ez sin pruder kint oder swester kint dy habent dy andern sippe czal dy man czv magen rechent dy stent ovch an dem andern lit von dem hovpt daz lit heizet der elpogen. | Geswistere kinde kint dy hebent dy dritte sippe czal dy stent ouch an dem dritten lit daz ist da dy hende an den arm stozent vnd danne aber der kint dy [Seite 8] hebent dy wierde sippe czal di stent ouch an dem vierden lit daz ist daz lit des mittern vingers recht da der mitter vinger in dye hant stozet. So stet dy fvmfte sippe czal ovch an dem fvnften lit von dem hovpte her ab geczelt daz ist daz ander lit des mitteren vingers so stet dy sechste sippczal an dem dritten lit alles des mitteren vingers So stet dy sibende sippe czal vor an dem nagel des mitteren vingers wan des daz selbe heiset nagel mac. Swer nv sippe czal recht vnd redelich reiten czv len wil der schol sy reiten als hy geschriben stet vnd swelich sippe schaft sich czwischen dem hovpt vnd des mitteren vingers nagele gelichen mac dy nement ouch daz erbe gelich vnd so der mensche ie naher sippe ist so er ie [Folio III] paz erbet ez erbet ein iglich man sine mage vncz an dy sibenden sippe czal dy da heizent nagel mag. Swie halt nv der pabst hab derloupt czvnemen wip ander fvmfte sippe so erbet doch ein iglich mac sin mage vncz an dy sibende sippe wan der pabste mach noch enchan kein recht geseczent da mit er vnser lantrecht vnd vnser lehenrecht verkeren vnd verkrenken mvge.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 6
Schwsp.(L.) Art. 4
Wie pruder kint paz erbent den swester kint.

Nimpt ein svn weip pei seins vater leibe die im ebenpuͤrtig ist vnd gewinnet er svͤne pei ir vnde stirbet der svͤne vater danne dar nach e daz sein vater sein erbe teil des selben svnes svͤne die nement gleichen erbeteil an irs edelen vaters stat rechte neben ir vetern. sie nement abr alle nevr eins mannes erbeteil als uil als ir uater an gehorte. daz kan der tochter kinden nicht widervarn daz neben iren oheimen gleichen teil nemen als dise kint neben ir vetern dann nicht sune noch svns kinde.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 4
wie dy prvder kint paz erbent den die swesterkint.

Nimpt ein svn ein wip py sines vaters libe dy im eben pvrtich ist vnd gewinnet er svne der vater danne dar nach. E daz sin vater mit im sin erbe geteile desselben svnes svn dy nement gelich erbeteil an irs edelen vater stat recht neben ir vetern si nement aber alle nvr eines mannes teil als wil als ir vater angehort das kan der tochter kint nicht widervaren daz sy neben ir oheimen gelichen teil nemen als dyse kint neben iren vettern wan sy nicht svne noch svnes kint sint.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 7
Schwsp.(L.) Art. 5a
Wie die vrowe mit den kinden ir varndes gut teilen sol nach irs mannes tode.

Hat ein man tochter oder svͤne vnd gelebt er die zeit daz er ein tochter oder einen svn auz gibt oder mere toͤchter vnde svͤne auz geit dann eines vnd er get sterben vnd er lot dennoh mere svͤne vnd die dennoch nicht auz gegebent sint vnd er lot seinen weibe varnde gute oder ander gut sol die muter uon dem varnden gute den kinden icht geben. wir sprechen also. ist der uater on geshefte vervarn daz er nicht geshaft hot uon dem varnden gute so shol man der sele ir teil geben vnd shol dar nach gleich teilen vnder weip vnd vnder kint die vnauzgestevret sint. vnd haben die kint einen pruder der ein phaffe ist hot der selbe kirche oder phruͤnde do er sich von begehen mac die geswistereide teilent nicht mit im daz varnde gut. wie vil er guͤlde haben shol von geistlicher gabe da shol man an sein edel sehen vnd an sein erberecht dar nach vnd er edel vnd erber ist. die phaffen erbent eigen mit anderen iren geswistereiden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 5
wie dy mvter mit iren kinder ir varvndes gvt teilen schol nach ires mannes tot.

Hat ein man tochter vnd svn vnd gelept er dy czeit daz er ein tochter vnd einen svn vz gibt oder mer tochter vnd svne ovz gibt danne eine vnd er get sterben vnd let dan noch mer [Seite 9] svne tochter dy dannoch nicht vz gegeben sint vnd er let sinem wibe varvndes gvt oder anders gvt schol dy mvter von dem varvnden gvt dem kinde icht geben wir sprechen also ist der vater an geschefte vervaren daz er nicht geschafet hat von dem varvndem gut so schol man der sele ir teil geben vnd schol darnach geleich teilen vnder wip vnd vnder kint dy niht vz gestiwret sint vnd habent dy kint einen prvder der ein phaffe ist hat derselbe ein kirchen oder phrvende da er sich von pegen mac dy geswistere teilent nicht mit im daz varvnde gvt wie vil er gulte haben schol vnd geistlicher gab da schol [Folio III] man an sin edel sehen vnd an sin erbere recht dar nach vnd er edel vnd erber ist dy phaffen erbent eigen mit iren geswisterein.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 8
Schwsp.(L.) Art. 5b
Wie die erben fuͤr den toten man gelden shullen.

Mit swelhem gute der man stirbet daz heizet allez erbe gut. swer erbeteil nimpt der shol pillich die shulde gelden die der tote gelden shol die man weiz. vnd der man nicht enweiz die shol man erzivgen auf den toten man selp sibende. hot abr der tote man der guͤlde veriehen vor den livten do er gesunt was oder an dem totpette vnd ist daz erz erzivgen mac selber der dem er gelden sholde er hat sein gut behabt vnd hat die siben gezivge verleit. Schwsp.(L.) Art. 5c
divpheit noch raup noch wucher ist niemant fuͤr den anderen shuldic ze gelden noch spil noch ob er wider kein gerichte getan hat. ist abr ein shult auf in erzivget an die die ich hie uor genennet han die erzivgeten shulden die erben dem clager puͤezen vnd auch dem richter. ist aber kein shulde auf den toten man erzivget so puͤezent auch die nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 6
wie dy erben fvr dy toten gelten schullen.

Mit swelchem guete der man stirbet daz heizet alles erbegvt swer erbe nimpt der schol czu recht dy schulde gelten dy der tote man gelten schvlt dy man weiz vnd dy der man nicht enweis dy schol man ercziwgen vf den toten man selbe sibende hat aber der tote man der gulte veriehen vor den levten do er gesvnt waz oder an dem tot pette vnd ist daz erz ercziwgen mac selbe dritte der dem er da gelten solte er hat sin gvt pehabt vnd hat dy siben cziwge verleit. Dyphait noch rovp noch wucher der ist niemant schuldic czu gelten fur den andern gelten noch spil noch ob er wider kein gerichte icht getan hat ist awer ein schulde vf in ercziwget an dy dy ich hy vor genennet han dy ercziwgten schulde schullen dy erben dem klager pvezen vnd ovch dem richter.
Ist aber kein schulde vf den toten man erczevget so pvezent ovch dy erben nicht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 9
Schwsp.(L.) Art. 6
Der des anderen purge wirt.

Und ist daz ein man des anderen puͤrge wirt vnd wirt me leute mit im puͤrge vnuersheidentlich iener claget auf einen welhen er wil. aber ein maister heizet adrianus der des lantrechtes uil gemacht hat der spricht also. er shuͤlle sie alle an sprechen. wan ez deuchte die leute do were geverde pei ob er einen an spreche vnd die anderen nicht. vnd ist keiner abr dar vnder der nicht ze gelden hot des die alle gleich enkelden. vnde welher stirbet den puͤrgen des erben shullen sein teil fuͤr in gelden an seine lehen. da engildet niemant von. vnd er nicht ze vergelden des puͤrge sie worden sint sie muͤzen selber gelden. vnd ist daz er des gicht daz sie nicht puͤrge sint des shullen sie in vberzivgen selbe dritte. vnde habent sie nimant der in helfe bereden si helfen an ein ander wol vͤmb die shulde. Schwsp.(L.) Art. 7
vnd spricht ein man zem andern ich wil ev einen puͤrgen sezzen. vnd ist er anderswa gesezzen wil man da mite rechte tvn so shol iener seiner prief senden dem gen dem er puͤrge wirt vnd mit insigel daz ist gewis. sender er abr einen poten dar der dem man lobt an seiner stat da shol er die levte zv nemen ob er laugen welle mit dem man in vberzivge. vnd ist der tote man iemans puͤrge gewesen ern habe denne daz auz genumen mit besheiden worten daz er spreche. ich wirde gen ev puͤrge also ob mich mein erben vͤberleben daz sie sein nicht enkelden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 7
Der des andern purgel wiert.

Vnd ist daz ein man des andern pvrge wiert vnd wirt mer levt mit im purge vnd werdent sy vnverscheidenlichen purge iener klagt vf einen swelchen er wil aber ein meister heizet [Seite 10] adrianus der des lant rechtes vil gemacht hat der spricht also er schulle sy alle an sprechen wan ez dovch dy levte da wer gewer pi ob er einen ansprech vnnd dy andern nicht vn ist aber keiner darvnder der nicht czugelten hat des schullen dy andern alle gelich engelten vnd swelcher stirbet vnder den pvrgen des erben schvllen syn teil fvr in gelten an syne lehen da giltet niemen von vnd hat er nicht czu vergelten des purge sy worden sint sy mvezzen selbe gelten vnd ist daz er des gicht daz si nicht sin pvrgen sin des schullen sy in vbercziwgen selbe dritte vnd habent sy niemant der in helfe pereden sy helfent an einander wol vmme dy schulde vnd sprichet ein man czu dem andern ich wil ev einen purgen seczen vnd ist er anderswo geseczen wil man recht damit tvn so schol iener sine prief senden dem gein dem er pvrge wiert vnd mit insigel daz ist gewis sendet er aber einen poten dar der manne lopt an syner stat da schol er dy levte czu nemen ob er lovgen welle mit dem man in vber cziwge. | Vnd ist der tote man iemens pvrgen gewesen dy erbe mvezen ienem gelten gein dem er pvrge waz eren habe daz danne vz genomen mit pescheiden worten daz er spreche ich wierde gein ev pvrge also ob min erben mich vber leben daz sisin nicht engelten.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 10
Schwsp.(L.) Art. 8
Der gelden sol vnd seinen erben nicht enlat die shullen auch fur in nicht gelden.

Vnd ist daz ein man gelden shol vnd lat nicht hinder im do mit sein weip oder sein erben mit vergelden mugen die shuln des geldes ledig sein vor got vnd uor den leuten. vnd ist daz daz weip einen andern man nimt vnd die frivnde ir geben gut des si vor nicht enhette do ir man lebete oder sie nimpt ein man durch ires leibes willen oder wie sie ze guͤte kuͤmt nach ir mannes tot weder sie noch ir man geldent nicht ir erern mannes guͤlde wan als uil als sie got paide beshuͤndet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 8
Der gelten schol vnd sinen erben nicht hinder im let oder sinem wibe dy schullen ouch fur in nicht gelten.

Vnd ist daz ein man gelten schol vnd let nicht hinder im damit sin wip oder ander sin erben vergelten mvgen dy schullen des selben geltes ledich sin vor got vnd vor den levten vnd ist daz wip ein andern man nimpt vnd ir vreunde gebent ir gvet des vor nicht enhet do ir man lepte oder sy nimpt einen man dvrich ires leibes willen oder swy sy czv gvt kvmpt nach ires mannes tot weder sye noch ir man gelten nicht ir ereren mannes gvlte wan als vil als sy peide got gescheydet.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 11
Schwsp.(L.) Art. 9
Wie der man des weibes gutes gewaltiger ist den daz weip des mannes.

Unde stirbt einen manne sein weip vnd shol er gelten vnd hot nicht ze gelden vnd nimt er ein ander weip vnd geit im die varnde gut er gildet uon dem varnden gute wol. daz ist da uon gesezzet daz der man des weibes vogt ist vnd ir maister ist. vnd geit abr dem manne sein weip ander gut danne varndez gut do mac er nicht von vergelden denn nach ir willen. hat abr sie erben die des gutes wartende sint nach ir tode so mac sein der man nicht ane werden vͤmbe sein erer gulde. gewinnen sie abr erben sampt die weil die lebent so wirt er daz gut wol an daz sim gab.Schwsp.(L.) Art. 10
strbet der man so ist man den erben wol shuldic ze gelden was man dem manne gelden solde die man behaben mac als recht ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 9
Wy der man des weibes gutes gewaltiger ist danne dy frowe des mannes.

Vnd stirbet einem manne syn wip vnd schol er gelten vnd hat nicht czu gelten vnd nimpt er ein ander wyp vnd gibt im [Seite 11] dy varvndes guet er giltet von dem varvndem gvt wol daz ist da von geseczet daz der man des weibes voyt ist vnd ir meister ist vnd gibt aber dem manne sin wip ander gvet danne [Folio IV] varvndes gvt da mag er nicht von vergelten wan nach ir willen hat aber sy erben dy des gvetes wartvnde sint nach ir tot so mag syn der man nicht anwerden vmme syn erer gulte gewinnent sy aber erben vnd ensamment dye weil dye lebent so wirt er daz gvet wol an daz sy im gab. Stirbet ein man so ist man dem erben wol schuldic czugelten swaz man im gelten scholte dy man pehaben mac als recht ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 12
Schwsp.(L.) Art. 11
Daz vor gerichte geshiet da shol nieman vmb swern.

Swer porget oder entlehent der shol daz gelden vnd waz er gelobt daz shol er stete haben. wil abr er laugen so shol man in vberzivgen als recht ist. waz abr vor gerichte geshiet do mac nieman vͤmb geswern nier pei dem eide sagen ez enge denne deme manne an den leip oder an seins leibes ein teil. vnd ist daz ein man freuelt an dem richter oder on seinem vronenpoten so ist man im zweier puze shuldic der ein iglich man nicht dann ein hat. vnd do uon hat der richter vnd sein vronpot zweier manne puze der in icht tut.wann swo man siben manne bedarf zv gezivgen vor gerichtes do shol man den richter fuͤr zwene man nemen vnde seinen vronpoten sam.Schwsp.(L.) Art. 12
nieman mac im selber ander recht erwerben den in an geporn ist. er mac auch mit vntat erwerben daz er ein poͤser recht gewinnet als wir her nach wol sagen. ein man mac sprechen uor gerichte daz er ein poͤser recht gewinnet danne ob er swige. ein iglich kint behaldet sines uater recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 10
Daz vorgerichte geschiecht da schol niemant fvr sweren.

Swer porget oder entlihet der schol daz gelten vnd swaz er gelopt daz schol er stete haben wil er aber lovken so schol man in vber czugen als recht ist. Swaz aver vor gerichte geschiecht da schol man nicht vmme sweren nvr pydem eide sagen ez enge dem manne denne an den lip oder an sines leibes enteil. Vnd ist daz ein man vrevelt andern richter oder an sinem vronenpoten so ist man im czweier pveze schvldic der ein iglich man nicht wan ei nev hat vnd da von hat der richter vnd der vrone pot czweier manne pveze der in nicht tuot wan swo man siben manne pedarf czu gecziwgen vor gerichtes da schol man den richter fvr czwene nemen vnd sinen vronen poten alsam. Niemant mac im selber ander recht erwerben denne in angeporn ist er mac ovch mit vntat erwerben daz er ein poser recht gewinnet als wir her wol gesagen ein man mag sprechen vor gerichte daz er ein poser recht gewinnet danne ob er swige ein iglich kint peheltet sines vaters recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 13
Schwsp.(L.) Art. 13
Wer gezivg mac gesin oder nicht.

Nv shuln weisen wer gezivg mac gesein. die kint die nicht sint ze iren tagen kvmen sint ze vierzehen iaren vnd weip vͤmbe elich sache. da nimt man wip wol gezivge vnd anders nicht den vmb elich sache. puben mvgen auh nicht zivge sein vnd solhe leute die ez mit ir tumpheit zv habent pracht daz in ir frivnde die ir phleger waren ir gut vor gerichte die mugen auch nicht gezivge sein. vnsinnige leute vnde die plinden vnde die toren vnd die nicht gehorent vnd die stummen vnde pennige leute vnd verecht leute vnd kezzer vnd meineider die vor gerichte der dinge vberzivget sint die mugen alle nicht gezivg sint.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 11
Wer gecziwge mag sin oder nicht.

Man schol ovch nv wisen wer gecziwge mvge gesin oder nicht moge syn. Dy kint dy nicht czu ir tagen komen sint czu vierczehen iaren vnd wip nvor vmme eliche sache da nimpt [Seite 12] man wip wol czv czevge vnd anders nicht wan vmme eliche sache. | Pveben dy mvegen ovch nicht geczivge sin und alle dy levte dy er mit ir tvmheit dar czv pracht habent daz in ir vrevnde dy ir phleger waren ir gvet vor gerichte an gewunnen haben dy mvgen ovch nicht gecziwc sin vnd vnsinnege levte vnd plinten vnd toren vnd dye nicht gehorent vnd stvmme vnd dy levte dy czu panne sint getan vnd ver echt levte vnd keczer vnd meineider dy vor gerichte der dinge vber cziwget sint dy mvgen alle nicht gecziwc sin.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 14
Schwsp.(L.) Art. 14
Wie der vater des svns gut erbet.

Und stirbet dem vater ein kint vnd hat er im gut auz gegeben ez sei varnde gut oder gut vnde lat er weder weip noch kint der vater erbt des svns gut. ez mac weder pruder noch swester geerben. daz ist da von daz ez von dem vater dar ist kvmen. vnd hat der svn ander gut gewunnen den daz im der uater gap vnd geit im got geshefte er geit daz gut mit gesvndem leibe oder an seinem totpette swem er wil. vnd ist daz er do mit nicht geshaffen hat die nehesten erben suln daz gut nemen vnd shullen der sele ir teil geben vnd dauon den levten gelden. daz ist da von daz ez der pruder erarbeit hat. vnd ist weder vater noch pruͤder noch swester da so nemenz ie die nehesten erben. ein iglich mensch ist erbe vnz er gerechen mac hinz der sibenden sippe als auch daz puch uor seit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 12
Wy der vater des svns erbet.

Vnd stirbet einem vater ein kint vnd hat er im guͦt vz gegeben ez sy varvndez gvt oder ander gut vnd let er weder wip noch kint der vater erbet des svns gvt ez mac weder prvder noch swester nicht geerben daz ist da von daz ez von dem vater dar ist komen vnd hat der svn ander gvt gewunnen danne daz imder vater gab vnd gibt daz gvt mit gesvndem leibe oder an sinem totpette swem er wil ist daz er da mit nicht geschafet hat dy nechsten erben schuln daz gvt nemen vnd der sel ir teil geben vnd da von den levten gelten daz ist davon daz ez der pruder erarbeit hat vnd ist vater noch prvder noch swester da so nement ez ie dy nechsten erben ein iglich mensche ist erbe vncz daz er gerechen mac czu der sibende sippe als ouch daz puech hy vorsagt.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 15
Schwsp.(L.) Art. 15
Wie ein kint vater vnd muter erbe verwuͤrkt.

Ez mac ein kint seins vater vnd seiner muter erbe verbvͤrken mit vierzehen dingen. Der ist ains ob der uater hat ein eweip vnd die des svns stifmuter ist vnd oder pei der leit mit wizzen oder pei einem ledigen weibe die sein uater gehabt hat so hat er allez daz erbe verburket des er wartende ist. daz erzivge wir mit dauide in der kvͤnige puche daz absalon der shone pei seins vater frivndin lac suͤntlich lac mit wizzen. da mite verworchte er seins vater hulde sein erbe vnd auch sein leben. Daz ander vnd ist daz ein svn seinen vater vahet vnd in slivzet wider recht vnd stirbt er in der vancnisse der svn hat sein erbe verlorn. Daz dritte ist ob ein svn seinen vater geslagen hat an daz wange oder wo er geverlich geslagen hat. Dar virde ob er in sere vnd frevelich geshulden hot. wan der almechtige got selber spricht. ere vater vnde muter so lengest dv dein leben auf der erden. wand nv der mensh sein lanc leben da mit verwuͤrkt daz er vater vnd muter nicht eret vnd in versmehe pevtet so ist auch daz recht daz er sein erbeteil verwuͤrke. wan dise recht sazte der keiser Iustian. Daz fuͤnfte ist ob ein svn auf seinen vater solhe dink gesaget hat daz dem vater an den leip gat ez ensei denne sache die wider dem lande sei da svn vnde vater wonunge inne hant oder wider dem fuͤrsten des daz lant ist. Daz sechst ist ob der svn ein diep ist oder sust ein poͤsewicht oder ob er wizzenlich mit posen leuten wont. Daz sibende ob der vater durch des svns sage grozen shaden genumen hat. daz ist also gesprochen ob er im leip oder gut verraten hot. Daz achte ist ob der svn den vater an seinem geshefte geirret hot also swenne der vater an seinem totbette leit vnd daz der svn die tuͤr zeslivzet daz die pruder oder ander phaffen dar in icht kvmen daz er seine sele ding nicht shaffe. da mit hat der svn sein erbeteil verworcht. vnd dar uͤber spricht ein heilige gar ein gut wort. der spricht also. dicz ist gar ein gut gesezzede. wanne als der menshe an seinem tode leit do ist aller seiner selden hort daz im denne got riwe vnd andacht geit. vnd wenne des ein kint vater oder muter irret daz hat mit recht sein erbeteil verworcht. wan nach seinem tode so enmac ein menshe ez welle oder enwelle. vͤber die sache spricht ein heilige die der keiser ivlian gesezt vnde gepoten hot. Daz nevnde ist ob der svn ein spilman ist wider des vater willen vnd ob der vater nie gut fuͤr ere genam. Daz zehende ist ob der svn des vater puͤrge vmb ein zeitlich dink nicht wil werden vͤmb ein zeitlich guͤlde. Daz ailfte ist ob der svn den vater auz der gevancnisse nicht loͤsen wil. Daz zwelfte ist ob ein vater vnsinnic wirt vnd in der svn in der vnsinne nicht behuͤtetet noch bewart. wand got hot gepoten daz man vater vnd muter eren shol. Daz dreizehende ist so ein svn seinem vater sein gut mer denne halbez vertut mit vnfure vnd mit vnrechter weise. daz ist geshrieben recht. Daz ist daz virzehende ob ein tochter vngeroten wirt daz sie sich ze manne leget an ires vater willen die weil sie vnder fuͤnf vnd zwenzik iaren ist. kvͤmt sie vber fuͤnf enzwenzik iar so mac sie ere wol verliesen mit mannen. sie kan abr ir erbe nicht verliesen ze rechte. Ez mechte auch ein vater gegen seinem svne sein recht verwurken mit disen sachen etelicher. nicht mit in allen. wan ez sleht vnde shilt ein vater seinen svn mit allem recht. doch verwuͤrket ein vater mit den drein ersten sachen daz er uon seim gute sheiden muz pei seim lebenden leibe vnde shol der svn an des vater stat sten vnd shol dem vater sein notdurft geben mit eren ob er sein state hat vnd nach den eren als er gelebt hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 13
Wy ain kint sines vaters vnd siner mveter erbe fvr worchet mit fvmfczehen dingen Es mag ein kint sines vater vnd siner mvter erbe mit vierczehen dingen.

Der ist eines ob der vater hat ein e. wip vnd dy des svns stevfmvter ist vnd ob der svn peider leit mit wizzen oder py einem ledigen wibe dy syn vater gehabt hat so hat er allez daz erbe verwurchet dez er ist wartvnde daz ercziwge wir mit dauid inder kvnige pvch daz absolon der schone py sines vater frevndinne lac svntlichen mit vizzen damit verworicht er [Seite 13] sines vaters hvlde vnd sin erbe vnd sin leben. Daz ander ist daz ein svn sinen vater vecht vnd in inslvzet wider recht vnd stirbet er inder vanchnvsse der svn hat sines vater erbe verworcht. Daz dritte ist ob ein svn sinen vater geslagen hat an der wange oder swo er in geverlich geslagen hat. Daz wierde [Folio V.] ob er in sere vnd merchlichen gescholten hal wan der almechtigot selbe sprichet ere vater vnd mvter so lengestv din leben vf der erde wan nv der mensche syn lanch leben da mit verwurket daz er vater vnd mvter nicht eret vnd in versmecht so ist ouch daz recht daz er sin erbeteil damit verwurche wan dyse recht saczt keyser Justian. Daz fvmfte ist ob ein svn so getane dinc vf den vater gesayt hat dy dem vater an den lip gent ez sy danne ein so getane sache dy wider dem lande sy da svn vnd vater wonvnge inne habent oder wider den fvrsten des daz lant ist. Daz sechste ist ob der svn ein dieb ist oder svst ein poswicht oder ob er wizzenclichen mit posen leuten wont. Daz sibende ist ob der vater von des svns sage grozen schaden genomen hat daz ist also gesprochen ob er im sinen lip oder sin gvt verraten hat. Daz achte ist ob der svn den vater an sinem geschefte gentet hat also swenne der vater an sinem tot pette leit vnd daz der svn dy tver czuslecht daz dy prvder noch ander phaffen darin nicht komen daz er siner sele dinch nicht schaffe damit hat der svn syn erbe verlorn vnd verworicht vnd dar vber sprichet ein heilige gar ein gvt wort der sprichet also dicz ist gar ein gesecze wann swanne der mensche an sinem ende leit da ist aller siner selden hort daz im got danne riwe vnd andacht gibt vnd swenne des ein kint vater oder mveter irret daz hat mit recht syn erbeteil verworicht wan nach sinem tode so en mach der mensche weder wellen noch enwellen vnd also sprichet ein maister ein heiliger vber dy sache dy der keyser iustian geseczet vnd gepoten hat. Daz niwnde ist ob der svn ein spilman ist wider des vaters willen vnd ob der vater nie gvt fvr ere genam. Daz czehende ist ob der svn des vater porge nicht werden wil vmme czeitliches gelt. Daz einlefte ist ob ein svn sinen vater von vancnvsse nicht losen wil. Daz czwelfte ist ob ein vater vnsinnic ist oder wiert vnd der svn in der vnsinne nicht pehvet vnd [Seite 14] vnd pewart vnd in nicht insiner gveten phlege hat wan er schol vater vnd mveter eren daz hat got gepoten. Daz driczehende ist swan ein svn sinem vater sin gvt mer denne halbes vertvet vnd daz mit vnfver tvt vnd mit vnrechter wyse daz ist geschreben recht. Daz vierczehent ist ob ein tochter vngeraten wiert daz sy man czu ir let an ir vater willen dy weil si vnder fvmfvnd czweinczik iaren ist kvmt sy vber fvmf vnd czweinczik iaren so mag sy ir er wol verliesen mit mannen sy kan aber ir erbe nimmer verliesen czu recht. Ez mocht ouch ein vater gein sinem svn sin recht verwurchen mit disen Sachen ettelichen nicht mit mallen wan ez sichet vnd schilt eine vater sinen svn mit allem recht doch verwurchet ein vater mit den ersten drin sachen daz er von sinem gut scheiden mvͦz py sinem lebentigem leibe vnd schol der svn an des vaters stat sten vnd schol dem vater dy notdorft geben ob er sin stat hat vnd nach den eren als er gelopt hat.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 16
Schwsp.(L.) Art. 16

Swer purge hot der shol fuͤr alle die antworten die dar aufe sint. Swer puͤrge hot der shol vor alle die antworten die purklehen dar aufe haben sie sizzent draufe oder nicht vnd alle die dar aufe in seiner shirme sint oder in seiner kost. vnd swer im verbevtet die echter ze behalten so shol er nevr vber nacht behalden. vnd tut er des nicht daz ist widerz recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 14
Swer ein purch hat der schol fvr alle dy antwurten dy vf der pvrch sint oder siczet.

Swer purch hat der schol fvr alle dy antworten dy purch lehen darvf habent sy siczen druf oder nicht vnd fvr alle dy darvf insinem scherme sint oder insiner kost vnd swer im verpuet den echter czu pehalten so schol er in nur vber nacht pehalten vnd tvt er des nicht daz ist wider daz recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 17
Schwsp.(L.) Art. 17
Von den swaben.

Die swaben sezzen wol ir vrtail vnder in selber auf swebisher erde vnde zihent sie wol an ein hoͤher gerichte ob sie recht ist. daz gerichte muͤzen sie nemen. vnd habent sie halt die minnern volge. swebish recht entzweit sich nicht von der sachen rechte wanne an erbe ze nemene vnd vrteil ze gebene.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 15
Von den swaben wy dy ir recht seczent.

Dy swaben seczen wol ir vrteil vnder inselber vf swewischer erde vnd cziehent sich wol an ein hoher gerichte ob sy recht ist daz gerichte mvezen sy nemen vnd habent sy doch dy ininner volge swewische recht enczweiet sich nicht von der [Folio VI.] sachsen recht wan an erbe czunemen vnd vrteil czu geben.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 18
Schwsp.(L.) Art. 18
Waz ein iglich man seinem weibe ze morgengabe geit.

Nv vernemt waz ein iglich man der von ritterlicher art ist waz der seime weibe ze morgengabe geben mak. des morgens an dem pette oder so er ze tishe gat oder ob dem tishe so mag er gaben an seiner erben vrlop eine magt vnd ainen knecht die e zir tagen kumen sint vnd zevne vnd gezimmer ob der erden. vnd so der man stirbet so shol die vrowe daz ertreich raumen in den sechs wochen nach dem dreizigisten vnd shol sie also raumen daz sie die erden icht verbunde. sie shol ez abr die erben ane biten ze loͤsen nah vrumer leute kuͤr vnd waz ir die heizent geben daz shol sie nemen. so git der herre der vrei ist dacz hundert marc gildet. ich meine fuͤrsten vnd ander freie herren. die mittern freien die mugent geben daz zehen mark gildet. vnd die dienstman der fuͤrsten die mugent geben ir weiben daz fuͤnf mark giltet. swaz ander leute ist die mugent nicht mere geben den ir beste phert oder ros oder ein vihe. vnd ist ein ritter ein eigen man der mak nicht mere geben denne ein ros oder ein vihe. noh der kaufman mac nicht mere gegeben denne als uor gesprochen ist vnd seins varndes gutes mak er geben zehen mark ze morgengabe oder ein vihe vnd ein ros unde anders nicht. der gepaur der vrei ist vnd ander vreie leute die nicht ritter sint die mugen geben ze morgengabe iren weiben ros vnde rinder vnd ie nevr einz vnde zehen marc. der eigen man mac nicht mere gegeben wan ein shof oder ein geiz oder fuͤnf shillen. swo dich puch uon shillingen ist da sint ie zwelf phenninge ein shilling. daz heizent eshillinge. vnd der selben shillinge geit ein ainiger man seinen weibe fuͤnfe ze morgengabe seiner lantpheninge. ein romish kvnig mac geben seiner vrowen minner oder mere. dem ist nicht zal auf gesezt. geit aber ein kvͤnig des reiches gutes dar da hat die vrow nicht rechtes an. wan wirt ein ander kvnig der hat ez mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 16
Waz ein iglicher man der von ritterliche art ist mag czu morgengab geben sinem wybe.

Nu uernemet waz ein iglich man der von ritterlicher art ist waz der sinem wibe czu morgengab geben mac des morgens [Seite 15] an dem pette oder so er czu tische get oder ob dem tische so mag er geben an siner erben vrlovp eine mayt vnd einen knecht dy .e. czu iren iaren komen sint vnd dy czovne vnd geczimber ob der erden vnd als ir man stirbet so schol sy daz ertrich rovmen inden sechs wochen oder nach drizegistem vnd schol sy also rovmen daz sy dy erden nicht verwunde sy schol ez aber dy erben an pieten czulosen nach frvmer levte chuer vnd swaz ir dy heizent geben daz schol sy nemen. So gibt der herre der vrei ist daz hundert marc giltet ich mein fversten vnd ander vreie herren. Dy mittern vreien dy mvgen geben daz czehen marc giltet vnd die dienstman der fvrsten dy mvgen geben czu morgengab ir wiben daz fvnf marc giltet. Swaz ander levte ist dy mvgen nicht mer geben wan daz peste pherde oder ros oder ein vihe. Noch der kovfman mag nich mer geben wan als hye vor gesprochen ist vnd sines varundes gvetes mac er geben sinem wibe czehen marc czu morgengab vnd ein ros vnd ein vich vnd anders nicht.

Der gepver der vrei ist vnd ander vreie levte dy nicht ritter sint dy mvgen geben czu morgengab ir wiben ros vnd rinder vnd ie nuͦr eines vnd czehen marc.

Der eigen man mag nicht mer geben wan ein schaf oder ein geiz oder fvmf Schillinge swo dicz puch von schillinge seit da sint ie czwelif phenninge ein schillinch daz heisent .e. schillinge vnd der selben schillinge gibt ein einiger man fvmf sinem wibe czu morgengab siner lant phenninge. Eyn Romischer kvnig mac geben siner frowen minner oder mer dem ist nicht czal vf geseczet gibt aber der kvnig des riches gvetes dar da hat dy vrowe nicht rechtes an wan wirt ein ander kvnig der hat ez mit rechte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 19
Schwsp.(L.) Art. 19
Wie ainer sein aigen geit ze leipgedinge seiner wirtinnen.

Ez geit ein man sein eigen wol seinen weibe ze leipgedinge mit der erben urlobe ob sie zer tagen kumen sint. Schwsp.(L.) Art. 20
ist daz ein man seins weibes morgengabe verkaufen wil oder versezzen oder swie erz ir ane wirt ez sei mit willen oder vnwillen die weil der man lebt ob si dar auf clagen wil man shol ir richten vͤmb ir morgengabe. wil er si auf ir zeswen pruͤste vnd auf ir zeswen zoͤphe hat sweren daz ez ir wille nie wuͤrde der richter shol ir ir morgengabe wider antworten. vnd wil sie ez nicht enpern man muz ir allen den nuz wider geben den daz gut vergulden hat. vnd sol denne der richter der ir gerichtet hot der shol auch dem richten der daz gut kauft vͤm iren wirt oder ein ander richter der ez ze rechte richten shol. ob der wirt lebet so shol er im erstaten volleclichen den shaden der im geshehen ist. vnd ist er tot so shuln ez die erben tun uon dem gut daz si geerbet hant vnd nicht von der vrowen gut ob gut da ist ez sei eigen gut oder varndez gut oder gut ane lehen. vnd ob daz da nicht ist so sint die erbe ledic. vnd ist halt daz ir wirt stirbet vnd wirt sie ir morgengabe an nach seime tode mit ir guten willen daz hilfet dennoch niht. mit nichte mac si ir morgengabe besteten wan mit eime dinge. daz ist daz sie shol ir morgengabe auf geben mit ir hant in des hant dem si sich geit mit diesen worten. ich verzeihe mich meiner morgengabe vnd ich gibe ev diz gut daz ez iwer sei vnd mein nicht. vnd sie shol daz menshe nennen mit namen dem sie ez geit ez sei man oder vrowe. vnd si shol auch daz gut nennen. dar nach shol sie einen ait swern auf ir pruͤste daz sie daz gut nimmer wider gefoder. daz pleibet stete vnd anders nicht den also.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 17
Wy einer sin eigen czu leipgedinge gibt sinem wibe.

Ez gibt ein man sin eigen sinem wybe wol czu leipgedinge mit der erben vrlovp ob sy czv ir tagen komen sint. Ist daz ein man sines wibes morgengab verkoufen wil oder verseczen wil oder swy er irs ane wiert ez si mit irem willen oder dy weile der man lept ob sy dar vf klagen wil man [Seite 16] schol ir richten vmme ir morgengab wil ot sy vf ir recht prvst vnd vf ir rechten czoph ob sy czoph hat sweren daz ez ir wille nie wurde der richter schol ir morgengab wider antwurten vnd wil si sin nich enperen man mvz ir allen den nvcz wider geben den daz gvet wider vergolten hat vnd schol danne der richter der ir .e. gerichtet hat der schol dem ovch richten der daz gvet da kovfet von irem wierte oder ein ander richter der ez richten schol ob der wiert lept so schol er im erstatten volliklichen den schaden der im geschen ist vnd ist er tot so scholn ez dy erben tvn von dem gut daz sy geerbent habent vnd nicht von der frowen gvete ob gut da ez sy eigen oder varvndes gvt oder ander guet ane lehen vnd ob daz nicht ist so synt dy erben ledic. Vnd ist halt daz ir wirt stirbet vnd wirt sy ir morgengab an nach synem tode mit irem guetem willen daz hilfet dan noch nicht mit nichte mag sy ir morgengab steten wan mit einem dinge daz ist daz sy schol ir morgengab vf geben mit ir hant in des hant dem sy gibt mit disen worten. Ich verczeiche mich meiner morgengab vnd gebe evch dicz gut daz ez ewer sy vnd mir nicht vnd sy schol daz mensche nennen mit namen dem sy ez gibt ez sy man oder vrowe vnd sy schol ouch daz gut nennen dar nach schol sye einen eit sweren vf iren prusten daz sy daz guͦt nimmer welle vider gevordern daz peleibet stete vnd anders nicht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 20
Schwsp.(L.) Art. 21
Von vrowen leipgedinge.

Leipgedinge daz mac den vrowen niemant geprechen noh die erben mit den ez in gegeben ist. vnd stirbet auch ir man sie hat ez doch mit rechte. vnd verbuͤrkt ir man sein gut mit vntat so mak man irz doch mit rechte nicht genemen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 18
Daz der frowen leipgedinge niemant mag genemen ob ez der man siner vntat verwurchet.

Leipgedinge mac den froven niemant geprechen noch dy erben mit den ez in gegeben ist vnd stirbet halt ir man si hat ez doch mit rechte vnd fvrwurchet halt ir man sin gut mit vntat so mag man ez ir doch mit nicht genemen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 21
Schwsp.(L.) Art. 22
Wie ein man seinen vrivnde gut sol shol maden. nach seime tode.

ist daz ein man seinem frivnde gut shaffen wil nach seinem tode vnd wil er im daz sicher machen so sol er im shrift geben als hie uor vͤmb ein leipgedinge geredet ist. oder er shol vor seinen richter varn oder vor seinen herren vnd shol die gezivge zihen vnd ander die da pei sint. wil abr erz im gar stete machen so sezze im einen zins dar auz. da mit hat er die gewer vnd mac daz gut nicht verliesen mit rechte. hat abr er erben die versprechenz ob sie wellen oder sie mugen sich versaumen. vnd ist den man ehafte not ane get der die gabe hat getan der shol sein gut an greifen vnd shol sein ehaftiv not da mite puezen. vnd wil im daz iener weren so shol er varen vor seinen richter oder vor seinen herren vnd shol bereden sein ehafte not. daz ist hunger vnd vrost vnd vanknisse an sein shullde. vnd als er daz getut so shol der richter ienen gepieten daz sie in dar an icht irren. ez man dem die gabe geben ist die gabe daz sie im slechtes ledik wirt. recht als daz puch hie uor spricht wie ein svn seins vaters erbe verbuͤrkt also verwirket iener die gabe. die gabe haizet stete die vor dem richter geshiet. die heizet auch stete die mit de shrift. die ist aller stetest die mit der gewer.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 19
Wy ein man synem vrevnde guet machen schol.

Ist das ein man synem vrevnde gvt schaffen wil nach sinem tode vnd wil er im daz sicher machen so schol ein hantveste geben als hy vorvm leipgedinge geret ist oder er schol fvr [Seite 17] sinen richter varn oder fvr sinen herren vnd schol ez an dy geczuge czihen und an dy andern dy da py sin gewesen wil aber er imz gar stet mache secze im einen czins darvz damit hat er dy gewer vnd mac daz gvt nicht verliesen mit rechte hat aber er erben dy versprechen ez ob sy wellen oder sy mvgen sych versovmen vnd ist daz den man ehaftige not aneget der dise gab hat getan der schol syn gvt angriefen vnd schol syn ehaftige not da mit pvesen vnd wil im daz iener weren so schol er varn fvr sinen richter oder fvr den herren vnd schol pereden sin ehaftige not daz ist hvnger vnd vrost vnd vancnvsse an sine schulde vnd als er daz getvet so schol der richter jenem gepieten daz er in daran nicht irre ez mag der man dem dy gab geben ist fvrwvrchen wider den der im slechtes ledich wiert recht als daz pvch hy vor sprichet wy ein svn sines vater erbe verwurchet also verwurchet iener dy gab dy gab heizet stete dy vor dem richter geschiet dy heizet ouch stete dy mit der schrifte dy ist aller stetist dy mit der gewer.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 22
Schwsp.(L.) Art. 23
Wie der man sein gut e verzeren sol dann der vrowen dacz ir.

Geit ein man seinem weibe ze heimstivre varnde gut oder ander gut ane varnde gut daz mak er nimmer ane werden die weil er ander gut hat. vnd twinget abr in ehafte not er geit ez wol mit rechte hin vnd er buͤezet sein ehafte not. vnd ist daz sie im alseinlich gut geit er shol daz seine e ane werden e daz ir. wirt abr er ir guͤt ane daz sie zv im bracht hat vnd stirbet der man vnd mac sie selb dritte erzivgen daz ez ir wille nicht enwere man shol ir gut lan vnd waz daz gut vergolden hat. ez ensei denne daz der man dar ge vnd berede mit sein eins hant daz im sein sin vnd sein gewizzen sait daz er recht hette. daz ist dar vmbe gesezzet daz die vrowen vͤmbe gut nicht mugen arbeiten als die man vnd auch dar vͤm daz vrowen wirs stet ob sie nach deme almusen gent denne den mannen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 20
Wy ein man syn gvet .e. verczeren schol danne der frowen das ir.

Gibt ein man gvet synem wybe czu eimstiwre varvndes gvt oder ander gvt an varvndes gvt daz mag er nimmer ane werden dy wil er ander gvet hat vnd twinget in aber ehafte not und ist daz sy im ovch alsemelich gvt gibt er schol daz sin .E. ane werden .e. daz ir wiert aber ir gut an daz sy czu im pracht hat vnd stirbet der man vnd mac sy selbe dritte ercziwgen daz ez ir wille nicht were man schol ir ir gvet lazen vnd swaz daz gvet vergolten hat izen sy daz der man darge vnd perede mit syn eines hant daz im syn sin vnd sein gewizzen seite daz er rechte het daz ist dar vmme geseczen daz dy vrowen vmme gvt nicht mvgen arbeiten als dy man vnd ouch darvmme daz ez der frowen wen wirser ane stet ob sy nach dem almosen gent danne dy man.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 23
Schwsp.(L.) Art. 24
Waz die vrowe behabet die von iren manne gesheiden wirt.

und ist daz ein man von seinen weibe wirt gesheiden von recht vnd daz sie paide nicht enwesten daz mit vnrecht pei ein ander sazen si behabt irz selbez gut nd ir morgengabe vnd ir leipgedinge vnd sein eigen mit seiner erben vrlobe ob die erben zv iren tagen kvmen warn. welch erbe ze seinen tagen nicht kvmen was deme shadet auch die gab nicht die er getan hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 21
Waz dy frowe dy von ir manne gescheiden wiert.

Vnd ist daz ein man von synem wibe wiert gescheiden mit rechte vnd daz sy peide nicht enwellen daz sy py einander mit vnrecht sazzen sy pehabt ir selber gvt vnd ir morgengab [Seite 18] vnd ir leipgedinge vnd sin eigen mit syner erben orlovbe ob dy erben czu ir tagen komen waren. Swe sint erbe czu sinen tagen nicht komen waz den schadet ovch dy gab nicht dy er getan hat.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 24
Schwsp.(L.) Art. 25
Daz ist ein michel lantrecht wie die erben mit der witewen teilen.

Swa ein man stirbet vnd ein weip lat vnd nicht kinde die erben shullen zv der witewen auf daz gut varn vnz zv den dreizegisten dar vͤmb daz sie bewarn daz des gutes icht verlorn werde daz si an gehorte. mit der erben rate sol die vrowe die begrebde began vnd shol auch in dem gute sitzen vnz an den dreizigesten tac. von dem erbe shol man des ersten gelden dem gesinde ir verdientes lon als uil als in gepurt vnz an den selben tak daz ir herre starp. man shol daz gehalten vnz an den dreizigisten tac daz sie sich mugen bestaten vnd sich verrichten. wil abr der erbe so shullen sie dienen vnz auf vollez lon. vnd ist in ze vil lons gegeben der enduͤrfen sie nicht wider geben ob man sie lat von irme zil. lant man im von iare oder von monode daz shullen sie ze den heiligen behaben. wer auf genade hat gedienet der muz den erben auch genaden manen. vnd stirbet auch der diener e daz lon verdient habe daz im gelobt was man ist seinen erben nicht mer lons shuldic shuldic ze geben den als uil er verdienet hot vnz an die zeit daz er starp. dar nach muz die vrowe mit den erben teilen die houespeise die nach deme dreizigesten pleibet swo sie die hot an in ir gewalt. so shol die vrowe sein ros also gesatelt oder daz peste phert daz er hat vnd daz peste harnash daz er hette ze seinem leibe vnd daz peste swert daz shol sie allez seinem herren geben ob er ein dienstman was. dar nach shol sie den erben geben einen polster vnd ein pette vnd zwei kuͤssen vnd zwei leilachen vnd tishlachen vnd ein padelachen vnd zwu twehelen. daz ist ein gemaine hineuart ze geben vnd ist auch ein recht. da sezzent auch die leute manig dink zv daz dar zv nicht hort. swo die vrowe der dinge nicht enhat der shol sie nicht geben ob sie ir vnshulde dar zv tut daz ez nicht enhabe. sie muͤze vͤmme der iegliches einen eit svnderlichen tun. swes sie abr beweisen mac da nimt man ir ait nicht vmbe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 22
Daz ist ein michel lantrecht wy dy erben mit witeben teilen schullen daz gvet.

Swo ein man stirbet der ein wip let vnd nicht kinde dy erben schullen czu der witben vf daz gvt varn vncz czu dem drizegistem dar vmme daz sy pewarn daz des guetes icht verlorn werde des an sy gehort mit der erben rat schol dy frowe dy py grab pegen vnd schol ovch indem gvete siczen vnd czu dem drisigisten von dem erb schol man daz aller erste gelten dem gesinde ir verdientez lon als vil in angepvert vncz an den tac daz ir herre starb man schol daz behalten vncz an den drizigisten daz sy sich anderswo mvgen pestaten vnd sich verrichten wil aber der erbe so schullen sy voll dienen vnd ouch vollez lon enphahen vnd ist da czu vil lones gegeben des endvrfen sy nicht wider geben ob man si let vor irme czil [Fol. VIII.] lont man in aber von iar oder von dem manod daz schullen sy vf dy heiligen pehaben. Swer vf genad hat gedient der mvz den erben ovch genaden manen vnd stirbt ouch der diner .e. daz er syn lon verdient hab daz im gelopt waz man ist sinen erben nicht mer lons schuldic czu geben danne als er verdienet hete vncz an dy czeit daz er starb.
Dar nach mvz dy frowe mit den erben teilen dy hovspise dy nach dem drizegistem pelibet swo sy dy hat oder swo sy anderswo ist danne mir gewalt so schol dy frowe syn ros also gesatelt oder daz peste phert daz er hat vnd daz peste harnaische daz er hete czu seinem leibe vnd daz peste swert daz schol sy allez samt synem herren geben ob er ein ein dienstman waz. Dar nach schol sy geben den erben einen polster vnd ein pette vnd ein kvssen vnd czwei leilachen ein tislachen vnd ein padelachen vnd ein pethe vnd czwo tweheln daz ist ein gemeine hinne vart czu geben vnd ist ouch recht da sazent dy leute manic dinc czu daz da czu nicht gehoret. Swo dy frowe der dinge nicht en hat der schol sy nicht [Seite 19] geben ob sy ir vnschvlde darczu tvt daz sy ez nicht en hab sy mvez vmbe der igliches einen eit svnderliche tvn swes man sy aber pewisen mac da mmpt man ir eides nicht vmme.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 25
Schwsp.(L.) Art. 26
Von totleibe.

Swa zwene man ze ainer totleibe geporen sint do shol der elter daz swert nemen vor hin dan. daz ander teilent sie gleiche. swo zwene oder mere oder mer denne zwene ein gut teilent do shol der elter teilen vnde der iunger weln. swa die svne zern tagen kvmen sint do shol der aller elterst pruder seins vater swert nemen ze totleibe vnd shol der kinde voget sin vnz daz sie zv ir tagen kumen sint. so shol er ez denne den kinden wider geben vnd allez ir gut. oder er shol inz wider raiten wo er ez getan habe oder pidert oder wie erz verloren habe von vngelucke. er ist auch der witewen vormunt die weil sie ane man ist ob sie wil vnd ob er ir ebenbuͤrtik ist. nach dem totleibe shol die vrowe ir morgengabe nemen vnd allez daz zv deme varnden gute gehoͤret. daz sint shof vnd geiz vnd rinder vnd swein vnd gense vnd hvͤnre vnd kasten die nicht ane genagelt sint vnd garn vnd pette vnd polster vnd kvͤssen die sie dar hete pracht vnd leilachen tishe. lachen peken vnde luͤchten vnd alle weiplide cleider vnd vingerlein vnd armgolt vnd shapel vnd selter vnd alle puch die zv dem gotes dienste gehoͤrent sideln vnd laden die nicht an genagelt sint tebich vnd vmmehenge vnd allez gebende. diz ist ze der vrowen varnden gute gehoret. noch ist maniger hande dink daz die vrowen an gehoͤret versnitene lachen ze cleidern. vnd ob da golt ist vnde silber vnuerworcht daz hoͤrt die erben an vnd nicht die vrowen. swo der wirt der dinge deheinez versezzet hot daz suln die erben loͤsen ob ez one hort vnde die vrowe nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 23
Wenne der vater stirbet waz dy kinder czu tot leibe nemen schullen.

Swo czwene man czu einer tot leip geporne sint da schol der elter daz swert nemen vor hin dan daz ander teilent sy gelich. Swo czwen oder mer danne czwen ein gut teilent da schol der elter teilen vnd der ivngere welen swo dy svne czu iren iaren nicht komen synt da schol der aller eldeste prvder synes vater swert nemen czu tot leibe vnd schol der kinde voyt sin vncz daz sy czv iren iaren komen sint so schol er ez den kinden wider geben vnd allez ir gvet oder er schol unz wider reiten war erz getan hab oder vmme wy erz verpiderbt hab oder wo ez im mit rovb oder mit diepheit ab geprochen sy oder von vngelvcke an sin schulde genvmen si er ist ouch der witeben vormunt dy weile sy ane man ist ob sy wil vnd ob er wil dy weil er ir eben pvrtich ist.

Art. 24
Waz dy frowe czu tot lebe nemen schol.

Nach dem tot leibe schol dy frowe nemen ir morgengab und allez daz czu dem varvnde gvt gehoret daz sint schaf vnd geize vnd swin vnd rinder vnd genze vnd hvner vnd allez gefvgele vnd casten dy nicht angenagelt sint vnd garn vnd pette dy sy dar hat pracht vnd polster vnd kvsse dy sy dar pracht vnd alle lei>achen vnd tislachen pethen vnd levchten vnd alle weipliche kleider vnd vingerlin vnd armegolt schapel vnnd selter vnd alle dy pvch dy czu gotes dienst gehorent sidel vnd laden dy nicht angenagelt synt tebich vnd vmhanc vnd rvcke lachen vnd allez gebende dicz ist daz czv der frowen varvndem gvet gehoret [noch ist mancher hande dinch daz dy frowen angehoret] versnitne lachen czu kleidern vnd ob da golt ist oder silber vnverworicht daz gehoret dy erben an und nicht dy frowen. Swo der wiert der dinge keines verseczet hat daz schullen dy erben losen ob ez si angehoret vnd dy frowen nicht [Seite 20].

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 26
Schwsp.(L.) Art. 27
Ob man ein kint mvͤnchet daz vnder siben iaren ist.

Mvͤnchet man ein kint daz vnder siben iaren ist vnd vert ez vnder der den virzen iaren auz ez behabt ane lantrecht vnd on lehenrecht allez daz ez erben shol recht als ob ez nie gemvͤnchet were. daz selbe recht hot auch die iunkvrowe abr nicht den vnder zwelf iaren. begibt sich abr der knabe vͤber die virzehen iar der hot sich von lantrecht vnd von lehenrecht erlediget vnd von erbeteil. seine lehen sint dem herren ledic. vnd seinen nehsten frivnden wirt daz erbe. vnd die iuͤnkvrowe hot daz selbe recht so sie kvͤmt vͤber die zwelf iar. laugen si abr des daz sie nicht zv den tagen kvmen sint als hie vor gesprochen han so shol man sie des vͤberzivgen mit vater vnd mit muter oder mit ander irr magen oder mit ander iemande der ez weiz der selb dritte man dar get vnd swert daz sie alt sein als da uor gesprochen ist. so hant sie ir recht verlorn. hant sie abr nicht gezivge so shol man knaben mit disen dingen vberzivgen. man shol im greifen oben an den munt vnder der nasen vnd vindet man da cleinez har daz ist ein gezivge. man shol im greifen vnder die pain ob seiner geshefte vnde vindet man da cleinez har dacz ist der ander gezivg. man shol im greifen vnder die vͤchsen vnd vindet man da cleinez har daz ist der dritte gezivg. da mit hat man behabet daz er vierzehen iar alt ist oder elder. die iuncfrowen mac man nicht vͤberzivgen mit disen drein dingen als uor gesprochen ist. swie alt abr der knabe oder die iuncvrowe sei vnd tunt sie sich in geistlich leben daz sie wandel haben ze zwen iaren. vnd varent sie vor dem iare auz sie habent ir recht verlorn. man mac den knaben vͤberwinden mit den prudern die pei im sein gewesen in dem closter do er inne was ob er iar vnd tac in dem leben ist gewesen. vnd sagent sie daz vor ir maistershaft pei ir gehorsam der iuͤngeling hat verlorn vnd er muz mit rechte muͤnch sein vnz an sein ende oder er muz groͤzlich abtruͤnnig sein ewiclich. also vͤbrzivget man auch die magt mit vrowen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 25
Ob ein kint czv einem mvnche wiert daz vnder siben iaren ist oder nvnne wiert ob man im sin erbe schvlle geben oder nicht.

Macht man ein kint czv einem mvnche daz vnder siben iaren ist vnd vert ez vnder den wierczehen iaren vz ez pehabt an lantrecht vnd an alle lehen recht alles daz ez erben schol recht als ez nie czu einem mvnche wer warden. Daz selbe recht hat ovch ein ivncvrowe aber nicht wan vnder czwelif iaren pegibt sych aver ein knappe vber vierczehen iarn der hat sych von lantrecht vnd von lehen recht erledigt vnd von erbeteil sine lehen sint dem herren ledich vnd sinem nechsten erben wirt daz erbe vnd ein ivncvrowe hat daz selbe recht so [Fol. IX.] sy kvmpt vber czwelif iar.
Lovgent sy aver des daz sy czu iren tagen nicht komen sy als ich hy vor gesprochen han so schol man sy des vbercziwgen mit vater vnd mit mvter oder mit andern ir magen oder mit einem der ez weiz der selbe dritte dar gat vnd swert daz sy als alt sin als hy vorgesprochen ist so habent sy ir recht verlorn habent awer sy nicht gecziwge so schol man den knaben mit disen dingen vbercziwgen man schol im grifen an den mvnt oben vnder der nasen vnd vindet man da kleines har daz ist ein gecziwg man schol im ovch grifen vnder dy pein ob sinem geschefte vnd vindet man da kleinez har das ist der ander gecziwg. | Man schol im ovch griefen vnder dy vchsen vnd vindet man da kleinez har daz ist der dritte geczwg. Da mit hat er pehabt daz er vierczehen iar alt ist oder elter. Dy ivncvrowen mac man nicht vbercziwgen mit disem drin dingen als hy vorgesprochen ist. Swyͤ alt aber der knap vnd dy ivncvrowe ist vnd tvnt si sich ingeistliches leben daz sy wandel haben czu einem iar vnd varen sy vor dem iar vz si habent ir recht verlorn. Mag man aver den knaben vber winden mit den prvdern dy py im sint gewesen in dem kloster da er inne waz ob er iar vnd tac oder mer indem leben ist gewesen vnd sagent si daz vor ir meisterschaft py ir gehorsam der ivngelinch hat verlorn vnd er mvz mit rechte mvnich sin vncz an syn ende oder er mvͦz grozlichen abtrvnnic [Seite 21] sin von ewen vnd czu den ewen vnd also vbercziwget man dy magt mit frowen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 27
Schwsp.(L.) Art. 28
Der sich begibt in geistlich leben one seines weibes willen.

Und hat ein man ein elich weip vnd begibt sich in geistlich orden on ir willen vnd vodert in ze sentrecht her wider auz sein lantrecht vnd anderev seine recht hat er behalten. seine lehen sint den herren ledig. wan ein iglich man mac seinen hershilt wol nider legen an seins weibes vrlop. daz ist daz sich ein man des swertes gelaubet vnd von seiner vrowen doch nicht kvmet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 26
Der sich pegeit ingeistlichez leben an sines wybes willen.

Vnd ist daz ein man wyp hat czu elichen dingen vnd pegibt sich an ir willen in geistlichen orden vnd vodert si in herwider vz sin lantrecht vnd ander recht hat er pehalten sine lehen sint den herren ledic wan ein iglich man mac sinen herschilt wol nider legen an sines wibes vrlovb daz ist daz sich ein man des swertes gelovpt vnd von siner vrowen doch nicht kvmpt.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 28
Schwsp.(L.) Art. 30
Ob man oder weip stirbt on erben.

Swa ein menshe stirbt ez sei weip oder man on erben swo sie hinder in gut lan ez sei varndez gut oder ander gut vnd habent sie einen herren des sie eigen sint dem shol manz antworten ob erz vodert. oder ist er eins gotzhauses so ist ez daz selbe recht. vnd vodert ez niemant vnd ist ez auf dem lande so shol ez sich der lantrichter vnderwinden. vnd ist ez in einer stat so vnderwindet sichz der stete herre oder sein richter. er shol ez iar vnde tac behalden in seiner gewalt. ob iemant kume der sich mit rechte dar zv habe innerthalp iares vnd tages dem shol manz on shaden wider lazen. kvͤmt imant nach dem iare der beredet daz in ehafte not gelezzet habe dem shol man antworten. ehafte not ist vanknisse vnd ob ein man an des reiches dinste ist oder in gotes dienste ist oder den siechtum irret. vnd welher er der einz beredet mit seinen zwen vingern oder selb dritte ob er des state hot so shol man im recht tun vͤmb sein gut. vnd soͤlde der mensh iemande gelden daz shol man pei dem ersten gelden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 27
Ob ein man oder ein wyp an erben stirbet wy dy erben mit der witeben teilen schullen.

Swo ein mensche stirbt ez si wip oder man dy an erbent swaz sy hinder in guetes lazent ez sy varvndes gvt oder ander guet habent sy einen herren des sy eigen sint den schol man ez antwurten ob er ez vodert oder ist er eines gotshvs so ist ez daz selbe recht vnd vordert ez niemant vnd ist ez vf dem lande so schol sich sin der lantrichter vnderwinden vnd ist ez in einer stat so vnderwinde ez sich der stete herre oder sin richter er schol iz aver iar vnd tac pehalten insiner gewalt ob iemant kome der sich mit rechte darczv hab innerhalp iars vnd tages dem schol man ez ane schaden wider lazen kvmpt aver nach dem iar iemant der daz peret daz in ehafte not geirret hab dem schol manz antwurten. Ehafte not ist vancnvsse vnd ob ein man an des riches dienste ist vnd in der sichtvm irret vnd swelcher ez der eines peret mit sinen czwein vingern oder selbe dritte ob ez des stat hat so schol man im rechte tvn vmme sin gut vnd scholte der mensch iemant gelten daz schol man py dem ersten gelten.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 29
Schwsp.(L.) Art. 31
Wer an geshefte veruert wem sein gut werden shol.

und ist ein mensh nicht aigen vnde ligt an seinem tode vnd hot keinen erben als uor gesprochen ist der mac sein gut geben wem er wil. vnd ist ez abr zinser zeim gotzhause ez shol daz virtail seins gutes dar geben. vnd vert ez an geshefte ez ist gar des gotzhauses wan daz man dar shol gelten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 28
Der vz vert wem syn gvt werden schulle oder an dem tot pette leit vnd er keines kint nicht enhat.

Der an ein geschefte verre vert oder ob er an sinem tot pette leit vnd er hat nindert keinen erben er mac sin gvt geben swo er wil. Vnd ist aver daz gut czinshaftig czv einem [Seite 22] gotshvs er schol daz vrteil sines guetes dar geben. Vert er aver vz vnd stirbet vnderwegen daz gut ist des gotshus almitalle an daz man da von gelten schol.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 30
Schwsp.(L.) Art. 32
Daz reiche vnd die swaben die habent gleich recht an ir erbe.

Daz reiche vnd die swaben mugen sich nimmer versaumen an ir erben die weil sie ez erzivgen mugen diz recht gap der keiser karl den swaben. daz geshach zeinen zeiten uor rome do romer den pabest ze rome het erplendet. der hiez leo vnd was kvnig karls pruder. do besaz kvnig karl rome zehant dar nach vil der herzoge gerolt uon swaben pei dem in rome. vnd mit der swaben hilfe gewan kvͤnig karl rome vnde gesigete romern. auch den swaben wenne man vmb des reiches not streiten solde do shullen die swaben vor aller sproche streiten vnd shol ir haubtman sein der herzoge von swaben. ist der da nicht so shol des reiches marshalk ir haupman sein. diz recht vnd ander guter recht haben die kvͤnige den swaben verlihen di wir her nach wol gesagen an disem puche die die swaben hant verdient mit ir frumekeit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 29
Daz reich vnd dy swaben habent geliche recht.

Daz reich vnd dy swaben mvgen sich nimmer versovmen an ir erbe dy weyle si ez ercziwgen mvgen. Dicz recht gab der keiser karl den swaben daz geschach czv einenczeiten vor Rome do dy Romer den pabst czu Rome hetten erplendet der hiez leo vnd waz kvnichs karel pruder do pesacz kvnich karel Rome czu hant dar nach do viel der herczog Gerolt von swaben pi dem ersten in Rome vnd mit der swaben helfe gewan der kvnig karl Rome vnd gesigte Romern an er leich ouch den swaben swenne man vmme des riches not striten scholte da schullen dy swaben vor aller sprach striten vnd schol ir hovptman syn der herczog von swaben ist der da nicht so schol des riches marschalc ir hovpt man syn dicz recht vnd ander gvte recht habent dy kvnige den swaben verlihen dy wier her nach wol gesagen an disem pvche dy dy swaben habent verdient mit ir frvmkeyt.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 31
Schwsp.(L.) Art. 33
Wie man recht nemen muz nach dem lant siten.

Ein iglich man der auz eime lande in daz ander uert vnd wil vor gerichte recht nemen vͤmb ein gut daz in dem lande ligt ez muz nach deme lande recht nemen da daz gut inne ligt vnd nicht nach seins landes recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 30
Wy ein iglich man daz recht nemen schol nach dem lant siten da er inne vert.

Ein iglich man der vz einem lande in daz ander vert vnd wil vor gerichte recht nemen vmme ein gvt daz in dem lande leit er mvz recht nemen nach des landes recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 32
Schwsp.(L.) Art. 34

Man vnde weip sint vnbeteilt an ir gut. Man vnde weip mugen kein gut haben gezweiet. stirbet abr der man daz weip erbet nicht dann als hie vor gesprochen ist. ein weip mag ir gutes nicht hin gegeben an ir mannes willen noh ein man an seins weibes willen den als daz puch hie uor seit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 31
Wy man vnd wyp ir guet nicht geteilen mvgen dy weil vnd sy leben.

Man vnd wip mvgen nicht gehaben kein gvt geczweit stirbet aver der man daz wip erbet nicht wan als hy vor gesprochen ist ein wip mag ires gvtes nicht hingeben an irs mannes willen noch ein man an sines wibes willen wan als daz puch hy vor sayt.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 33
Schwsp.(L.) Art. 35

Ein weip mak iren manne kein erbe gegeben des sie selbe dennoch nicht enhot geerbet vnd des sie wartet ze erbenne. vnd also mac auch der man ir daz selbe. vnd also mac niemant dem anderen erbe geben des er selbe dennoch nicht geerbet hot. ez mac auch kein weip ein gut ze eigen gehaben daz ir lipgedinge ist noch mag ez ir erben nach ir tode nicht gelan. vnd spricht sie also daz ez ir aigen sei vnd mac sie des nicht behaben mit der vnrechten ansproche hot sie ir leipgedinge verlorn. vnd also mac eim iglichem menshen geshehen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 32
Wy ein vrowe ir leipgedinge verlevst.

Ein wip mac ir manne kein erbe gegeben des sy dan noch selbe nicht enhat geerbet vnd des sy wartet czv erben vnd also mag ovch der man [Seite 23] niemant dem andern kein erbe geben des er selbe dannoch nicht geerbet hat. Ez mag ovch kein wip nicht czv eigen gut pehaben daz ir leipgedinge ist noch mag ez ir erben nach ir tot nicht verlan. Sprichet si aver also daz ez ir eigen sy vnd mag sy des nicht pehaben mit der vnrechten ansprache hat sy ir leipgedinge verloren also mag ouch einem iglichen menschen gescheen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 34
Schwsp.(L.) Art. 36
Wie man leipgedinge sicher machen shol.

Uon leipgedinge shulle wir kuͤrlichen sprechen. vnd hat ein man ein leipgedinge uon eime gozhause dar uͤber shol er priue vnde hantveste vnd insigel des capitels nemen. vnd ist ein probest da phleger des prieue shol er auch nemen. vnd nimpt er nicht priue vnd mac er denne zwene zv im gehaben die daz sprechen daz sie ez sahen vnd horten daz ez im die lihen die sein gewaldig waren ze leihen vnd sint halt die tot die ez im verlihen haben vnd hat ein man daz gut in seiner gewer er behabtes dennoch selb dritte. vnd hat er ez nicht in seiner gewer vnd ist er tot der ez do leich er muz selp sibende erzivgen. wir sprechen daz priue bezzer sint den gezivge. wand gezivge sterbent so pleiben die priue ewig vnde stete. diz heizent hantuesten. da hilft ein tot gezivge als vil als die lebendingen. swer auch uon iaren leipgedinge gewinnet der nem die selbe gewisheit. vnd ist daz ein laie nicht insigels hot vnd ist er gesezzen in einer stat man shol im der stat insigel geben ob si ez hat. hat sie ez nicht so nem des richters insigel ob erz hat. hot erz nicht so nem der stete herre insigel nemen so ist er sicher. vnd ist ez auf dem lande so nem des lantrichters insigel ob er ez habe. vnd lavgent der herre dem manne daz er im nicht zinses habe gegeben von deme gute des shol er in vberzivgen selp dritte die daz sahen daz er den zins von im enphienge oder der pote den er im ze zinspoten gebe so hot er sein gut behabt. vnd ist daz ein man ein gut gewinnet ze zwen leiben oder zeinem leibe vnd nennet di leibe vnd besheidet nicht welher noh dem leibe nizen shuͤlle der ez in der gewer hat als der leip stirbet so shullen ez die leibe mit ein ander niezen die da genennet sint. vnd wirt ein leip svndern genennet daz er nach dem leibe niezen shulle der da ueruert der shol daz gut niezen die weil er lebt. wil er daz gut an werden durch ehafte not der ez da gewunnen hat vnd hat er anders gutes nicht wan des selben gutes er wirt ez mit recht wol ane daz in die leibe nicht mugen geirren. wollen sie in abr irren so kvme er fuͤr seinen richter vnd clagez im. so shol der richter dem leibe gepieten daz sie daz leipgedinge dem herren auf senden. der shol da mite tun was er welle der ez da gewan. vnd tun sie des nicht gerne der richter shol sie dar zv noͤten. di da nicht fuͤr kumen den shol man daz leipgedinge mit vrtail vrtailen sie habe denne ehafte not geirret. habent abr die leibe ir gut dar an gegeben vnd haben daz gedinget daz er daz gut on ir willen nicht ane wuͤrde vnd habent sie gezivge zwene man zv in oder stet ez an ir hantuesten so mac er des gutes nicht an werden an ir willen. seinen leip wirt er wol an. vnd wil man daz gut ane werden so shol manz den herren on pieten e ander leute. vnd wil er als uil dar vͤmb geben als ein ander man so gebz im. wil er des nicht so gebez wem er welle sein recht. vnd wem erz geit von dem shol der herre den zins nemen. vnd ist daz der herre den zins verwidert so zihe er zv gezivge zwene man oder mere daz er im den zins gepoten habe vnd behalde den zins vnz an die zeit daz er abr zins geben shulle. so pite denne einen mit dem andern dar vnde abr mit gezivgen. daz shol er tun al die weil er den zins verwidert vnd shol den zins vnuert lazen ligen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 33
Wy man leipgedinge sicher vnd stet machen schol.

Von leipgedinge schulle wir kvrzlichen sprechen vnd hat ein man leipgedinge von einem gotshus darvber schol er prief nemen vnd insigel des capitels. Ist aver ein probest da phleger des prief schol er ouch nemen vnd nimpt er nicht prief vnd mag er danne czwen czv im haben dy daz sahen vnd horten daz ez im dy lehen dy syn gewaltich waren czv leihen vnd sint halt dy tot dy ez im gelihen habent. Vnd hat ein man daz gut insiner gewer vnd ist der tot der ez da lech er mvz ez selbe sibende ercziwgen wir sprechen daz prief pesser sint danne gecziwge wan gecziwge sterbent so peleibent dy prief immer stete dicz heizent hantveste da hilfet ein toter gecziwge als vil als ein lebender. Swer ouch von lehen leipgedinge gewinnet der neme dyselben gewisheit vnd daz ein leye nicht insigels hat vnd ist er gesezen ineiner stat man schol im der stat insigel geben ob sy ez hat hat sy syn nicht zo neme er des richters insigel ob er eynes hat hat er sin nicht so neme er der stet herren insigel so ist er sicher vnd ist ez vf dem lande so nem er des lantrichters insigel ob er ez habe vnd lovge der herre dem manne daz er im nicht czinses hab gegeben von dem guete des schol er in vbercziwgen selbe dritte dy daz sahen daz er den czins von im enphie oder der pote den er im czu sent poten gab so hat er sin gut pehabt. Vnd ist daz ein man ein gvt gewinnet czu czwein leiben oder czu einem leibe vnd nennet dy leibe vnd pescheidet nicht welcher nach dem niezzen schol der ez inder gewer hat als der leip stirbet so schvllen dy leib mit einander niezzen dy da genennet sint vnd wirt ein leip svnder genennet daz er nach dem leibe niezzen schulle der da ververt der schol daz gut niezen dy weil er lept wil er daz gvt ane [Seite 24] werden dvrich ehaft not der ez da gewunnen hat und hat her anders gutes nicht wan des selben gvtes er wirt ez mit rechte wol an daz indy leybe nicht geirren mvgen. | Wellent aver sy in irren so schol der richter den leiben gepieten daz sy daz leipgedinge dem herren vfsenden der schol damit tvn swaz er welle der ez da gewan vnd tvnt sy des nicht gerne der richter schol sy des noten dy da nicht fvr koment den schol man dy leipgedinge mit vrteil verteilen sin hab danne ehafte not geirret. Habent aver dy leipgedinge ir gut daran geben vnd habent daz gedinget daz er daz gut nicht an ir willen ane wurde vnd habent sy geczivge czwen man czv in oder stet ez an ir hant veste so mag her des guetes nicht ane werden an ir willen sinen lip wirt er wol an vnd wil man daz gut anwerden so schol man ez den herren anpiten e ander levte. | Vnd wil er als vil dar vmme geben als ein ander man so geb ez im wil aber er des nicht s[o] geb ez swem er welle synt recht vnd swem ot er daz gibt von dem so schol der herre den czins nemen. Vnd ist daz der herre den czins verwidert so czevch er czv gecziwge czwen man oder mer daz er im den czins gepoten hab und pehalte den czins vncz an dy czeit daz er aber czins geben schulle so piete danne einen mit dem andern dar vnd aber mit gecziwgen daz schol er tvn al dy weile vnd er den czins verwidert vnd schol den czins vnverwerten lazen ligen.

Schwsp.(Langform M) LR. Art. 35 [1275/87]
Schwsp.(L.) Art. 37
Der auf lehen leipgedinge leihet.

Swer auf lehen leipgedinge leihet da hat iener nicht an wan die weile vnd als lange daz lehen wert. hat abr ienr in an gedinget daz er im die leibe steten shol daz muz er tun mit rehte. oder er muz im geben daz im lieber ist. vnd ist er tot der die leipgedinge gelige hat vnd hat er gut hinder im gelan wer daz erbet oder hot geerbet der shol den leuten mit recht ir shaden abe legen. dicz ist recht. wan ez shol niemant den anderen trigen. vnd ist daz ez der herre het gedinget do er die leibe lehe daz er also sprach. wirt meinem herren sein lehen ledic so wil ich auch daz die leibe ledic sein mugen die erben daz erzivgen selb dritte so legent si im keinen shaden abe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 34
Swer vf lehen leipgedinge leihet.

Swer vf lehen leipgedinge leihet da hat iener an nicht wan dy weile vnd als lange daz lehen wiert. Hat aver iener man gedinget daz er im dy liebe steten schol daz mvͦz er tvn mit rechte oder er mvͦz im geben daz im lieber ist. | Vnd ist er tot der dy leipgedinge hin gelihen hat vnd hat er gut hinder im gelazen swer daz erbet oder hat geerbet der schol den levten mit rechte ir schaden ab legen dicz ist recht wan ez schol niemant den andern triegen. Vnd ist daz ez der herre hat gedinget do er dy lip lech daz er also sprach wiert niemant herren sin lehen ledich so wil ouch daz liebe ledic sin mvgen dy erben daz ercziwgen selbe dritte so legent sy im [Seite 25] keinen schaden abe.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 36
Schwsp.(L.) Art. 38
Von arcwenigen lehens erben.

Nv vernempt vm ein weip die kint treit nach ir mannes tode vnd sie berhaft ist vnd genist si dar nach des kindes vnd hat si des gezivge zwene man oder zwu vrowen die ir arbeit gesehen hant vnd dacz kint lebende gesehen haben daz kint behabt des vater erbe. vnd stirbet dar nach waz ez geerbet solde han daz erbet auf die muter. vnd allez daz leipgedinge daz sein vater iemen an seinem leibe hete daz wirt deme herren ledig. wirt abr daz kint ze kirchen pracht so bedarf die vrowen nicht gezivges wan des phaffen der ez begraben hot oder ez getauft hat. wer ez auch totes ze kirchen hat gesehen der ist sein auch wol gezivg.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 35
Wy ein vrvwe ein kint treit nach ires manes tot und wy daz selbe kint des vaters erbe nimpt.

Nv vernempt vmme ein wip dy kint treit nach ires mannes tot vnd sy perhaft ist vnd genist sy dar nach des kindes vnd hat si des gecziwge czwene man oder czwo vrowen dy ir arbeit gesehen habent vnd daz kint lempdic habent gesehen daz kind pehabt des vaters erbe vnd stirbet ez dar nach swaz geerbet scholte haben daz erbet ouch dy mveter vnd allez daz gedinge daz sin vater an sinem leibe ienem hete gedinget daz wiert dem herren ledic. | Wirt aver daz kint czukirchen pracht so pedarf dy vrowe nicht gecziwges wan des phaffen der ez pegraben hat oder ez getovfet hat. | Swe ez ovch totes czu kirchen hat gesehen der ist sin wol gecziwc.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 37
Schwsp.(L.) Art. 39
Der sein aigen hin geit on des richters vrlop.

An der richter vrlop geit ein man sein eigen wol seinen erben. ligt abr daz gut auf dem lande oder in dorfern er shol behalden ein halbe hube da man einen wagen auf gewenden mvͤge. da shol man dem richter von dienen. dinget abr dem richter sein recht auz so verkavft er sein gut wol. diz ist etwa gewoͤnlich vnd etwa nicht. irret der richter daz der man nicht sin gut verkaufen mac so shol der man fuͤr den herren kvmen von dem der richter sein gerichte hat vnd shol auf den richter clagen daz er in zvnrecht geirret hat. so shol im der herre sein gut erlauben ze verkaufen. vnd hot im der richter keinen shaden getan so sholn im der heizen wider abe tun.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 36
Der sin eigen hin gibt an des richters vrlovp.

An der richter vrlovp gibt ein man wol syn gvt eigen sinem erben leit aver daz gut vf dem lande oder indorfern er schol pehalten ein halbe hvb daz man einen wagen vf gewenden mvge da schol man dem richter von dienent syn.
| Gedinget aver er dem richter syn recht vz so verkovfet er syn gut gar wol dicz ist eteswo gemein vnd gewonlich vnd eteswo nicht. | Irret der richter daz der man sin gut nicht verkovfen mag so schol der man fvr den herren komen von dem der richter syn gericht hat vnd schol vf dem richter klagen daz ir czv vnrecht geirret hat so schol im der herre sin gut erlovben czv verkovfen vnd hat im der richter kein schaden getan so schullen im der herre heizen abtvn.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 38
Schwsp.(L.) Art. 40
Ob ein vrowe kint gewinnet vor ir rechten zeit.

So ein man ein weip nimpt ze rechter e vnd ist daz die vrowe kint gewinnet vor ir rechten zeit man mac daz kint beshelten an seinem rechte. gewinnet ein weip kint nah ir mannes tode nach ir rechten zeit man mag ez aber beshelten an seinem rechten wan ez ze spate kumen ist. die zweier slachte kint wer die rechtvertigen wil sint die degen kint so shol man ir zal reiten zem minsten ain vnd virzig wochen. die aine woche ist in ze genaden dar zv gesezzet. vnd einer iuncfrowen kint die mait ist gewesen do man si iren manne gap on einz virzig wochen. dicz gericht shol vor der phafheit geshen. vnd mak man die kint vͤberkvmen daz sie ze spate oder ze fruͤ kumen sint si erbent ir vater gutes nicht. ez erbent ie die nehsten mage. swer ein weip oder ein magt notzogt vnd nimt si dar nach zee ekint gewinnen sie nimmer sampt. Schwsp.(L.) Art. 41
kenphen vnd iriv kint vnde alle die vnelich geporen sint vnde die divpheit vnd raup vergulden haben. ich mein den rechten strozraup. vnd des mit gericht getwungen sint oder die haut vnd har erlediget hot vor gerichte die sint alle rechtelos. die vnelich geporn sint die gewinnent ir recht wider ob sie elich hirat tunt. sie erbent abr kein gut von ir erben. abr iriv kint erbent wol ir frivnde gut.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 37
Ob ein vrowe ein kint gewinnet vor ir rechter czeit wy man daz kint peschelten mag an sinem rechte.

Swenne ein man ein wip nimpt czu rechter .e. vnd ist daz dy frowe kint gewin vor ir rechter czit man mach daz kint peschelten an sinem rechte gewinnet aver ein [man] wipe [vnd] vnd kint nach ires manes tot nach ir rechten czeit man mag ez aver peschelten an sinem rechte wan ez czu spate komen ist. Dy czweir slachte kint swer dy rechtvertigen wil sint dy degen kint so schol man ir czal reiten czu dem ministen ein vnd [Seite 26] czweinzic wochen dy ein woche ist inczu genaden dar czu geseczet vnd einem medelin daz ein ivncvrowe vnd ein maget ist gewesen do man sy irem manne gab an ein viercziv wochen. Dicz gericht schol vor der pafheit geschehen vnd mag man dy kint vber komen sint si erbent irs vaters gut nicht sy erbent ouch ir mvͦter gutes nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 38
Daz alle dy unelichen geporn sint dy synt alle rechtelos vorgerichte.

Swer ein magt oder ein wip notczoget vnd nimpt si in dar nach czu .e. ekint gewinnent sy nimmer mit einander kemphin vnd ir kint vnd alle dy dy devpheit vnd rovp vergolten habent ich mein den rechten strazrovp vnd des mit gerichte petwingen sin oder dy havt vn dy har geledigt habent vor gerichte dy sint alle rechtelos. | Vnd dy vnelich geporn sint dy gewinnent ir recht wider ob sy elich heyrat tvnt sy erbent aber kein gvt von ir erben aber ire kint erbent wol ir vrevnde gut.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 39
Schwsp.(L.) Art. 42
Wie man divpheit vnde raup zwiualt gelden shol.

Man shol alle divpheit vnd allen raup zwiualt gelden ob si sein mit gerichte genotet werden. gebent sie in abr vngenoͤtet wider so shol man in einualtig gelden. ist abr daz der diep oder der rauber daz gut an greifent sie muͤzenz zwiualt gelten si werden sein genoͤtet oder nicht. waz der rechte strozraup sei vnd an wem man in getun muͤge daz shol ev diz puch sagen. nieman beget den strozraup wan an dreier hande leuten an phaffen an pilgreimen vnd an kaufleuten. an phaffen die pheflichen varent also daz sie beshorn sein als die phaffen vnd pheflich gewant ane furent vnde ane gewepen vnd ane wafen varent. man beget auch an der phaffen gesinde strozraup die mit in auf der stroze reiten vnde gent. vnd an den pilgrimen die stap vnde tashe von den prister genumen haben oder in der kerrein gen. vnd an den kaufleuten die uon eim lande zv dem andern varn von zvngen von eime kvͤnigreich in dacz ander. an den beget man rechten strozraup. vnd ist der strozraup nicht den fuͤnf shillinge wert so shol man den strozrauber henken nicht an den gemeinen galgen. man shol ein galgen richten zv der lantstroze vnd shol in dar an henken. ob die die den rechten stroz nemen vnd sie daz geriwet vnd geben in wider mit mutwillen daz sie niman dar zv twinget die habent ir recht dennoch nicht verlorn. muz abr man si mit gerichte dar zv twingen so habent sie ir recht verlorn vnd mvgen nimmer deheinen manne seins rechten helfen. sie sint verworfen von aller gezivgnisse die diser vntat shuldic sint die hie vor genennet ist. vnd sprichet man sie abr an vͤm die selben vntat vnd mac man in der vͤberkvmen mit dem shube oder mit gezivgen so richte man vber in als die recht hie sagent. ist abr daz man weder gezivge noch shube hat so shol man seins aides nicht nemen als eins frumen mannes. man shol im drei wal erteilen. die wazzer vrteil oder daz heiz eisen auf der hant ze tragen oder in einen wallenden kezzel wazzers ze greifen vnz an den ellepogen. gerichtet er da mit so ist der ledic der vrteil. hat der strazrauber den strozraup uertan er muz in zwiualt gelden ob er halt gar do ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 39
Wy man devpheit vnd rovp czwiualt gelten schol.

Man schol allen rovp vnd alle depheit czwiualde gelten ob sy sin mit gerichte genotet werdent gebent aber sy in vnpenotet wider so schol man ineinvalten gelten ist aver daz der devp oder der rovber daz gut angrifent si mvzen ez czwivalt gelten sy werdent syn penotet oder nicht waz der recht straz rovp sy vnd an wem man in getvͦn mag daz schol evch dicz pvech sagen. | Niemant peget den rechten strazrovp wan an drierhande levten an phaffen an pilgerim vnd an kouflevten an phaffen ob sy pheflichen varent also daz sy peschorne sint als phaffen sint czv rechte vnd phlegeliche gewant an fvrent vnd an wafen vnd ane were varent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 40
Wy man an phaffen vnd an irem gesinde vnd an pilgerim vnd kovlevten den rechten strazrovp peget.

Man peget ovch an der phaffen gesinde strazrovp dy py inander straze ritent vnd gent vnd an pilgerim dy stap vnd taschen von ir pharrer genomen habent oder inder kerren gent vnd an kovflevten dy von einem lande czv dem andern varent vnd von czvngen czu czvngen vnd von kvnicrich czv dem andern an den peget man den rechten strazrovp. | Vnd ist der strazrovp [Seite 27] nicht wan fvnf schillinge wert so schol man den strazrovber hahen nicht an den gemein galgen man schol einen galgen richten czv der lantstraze vnd schol in daran hahen ob sy den strazrovp nement vnd sy daz gerewet wider mit mvetwillen daz sy niemant dar czv twinget dy habent ir recht dannoch nicht verlorn vnd mvgen nimmer mer kein man synes rechtes gehelfen si sint verworfen von aller geczivgeschaft dy diser vntat schvldic sint dy hy vor genennet ist vnd sprichet man sy aber vmme dy selben vntat an vnd mac man inder vberkomen mit gecziwgen so richt man vber in als daz pvch sagt. | Ist aber daz man der geczwge nicht enhat so schol man seines eides nicht nemen als eines frvmmen mannes man schol im drie wal erteilen der wazzer vrteil oder daz heiz eisen vf der hant czu tragen oder in einem wallunden kezel wazzers czugrifen vncz an den elpogen gerichter er damit so ist er ledic mit dem vrtail. | Hat aver der strazrovber den strazrovp vertan er mvͦz in czwivalt gelten vnd hat man ins penotet er mvz in aber czwiwalt gelten ob er doch gar da ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 40
Schwsp.(L.) Art. 43
Der vmb strozraub ze der echte kvͤmet.

Swer vͤmb den rechten strozraup in die echte kvmt als er dar inne ist virzehen nacht so shol in geistlich gerichte ze banne tun. vnd als er sechs wochen in den paiden ist so ist er elos vnd rechtelos vnd sint seine lehen deme herren ledic worden. er sei frei oder dienstman oder aigen oder wer er sei so hat er daz selbe recht. hot er abr erben die sein aigen oder seine lehen erben shuln oder sein gut die shullen seiner vntat nicht engelden. vnd gehorent sie on ein gotzhaus dem shol sein aigen werden. vnd hoͤrt sie einen leien fuͤrsten an dem shol auch sein aigen werden. vnd sint sie ieman anders aigen den horet auch ir eigen an. vnd habent sie varndes gut daz werde dem dem man da uon gelden shol. daz shol man pei dem ersten gelden den die man beraubet hat. der richter shol richten uber den leip swo im des state wirt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 41
Swer vmme den strazrovp inder echte ist der ist elos vnd rechtelos.

Swer vmme den rechten strazrovp in dy echte kvmpt als er danne ist vierczehen nacht dar inne so schol man in ingeistlichem gericte cze panne tvn vnd als er sechs wochen inden peiden ist so ist er elos vnd rechtelos vnd sint sine lehen sinem herren ledic er sei vrei oder dienstman oder eigen oder swer er sy so hat er daz selbe recht hat er aber erben dy sin eigen oder sin lehen erben sint dy schullen siner vntat nicht engelten vnd gehorent si an ein gotshvs dem schol sineigen werden vnd gehorent si ovch einem layen fvrsten an dem schol ovch syn eigen werden vnd sint sy iemans anders eigen den gehoret ovch ir eigen an vnd habent si varvndes gut daz werde dem dem man davon gelten schol daz schol man pei dem ersten gelten den man da perovbet hat. | Der richter schol richten vber den leip swo im des stat wiert.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 41
Schwsp.(L.) Art. 44
Von guter gewonheit.

Uon guter gewonheit shulle wir sprechen. swo gut gewonheit ist die ist recht vnd die recht ist die ist gut. daz ist recht gewonheit die wider dem geistlichen gerichte nicht enist noch wider menschlichen zuͤchten nicht enist noh die wider menshlichen selden nicht ist. diese gewonheit heizen stete gewonheit vnd heizen des landes gute gewonheit. daz ist vnd heizet puͤrger recht waz ein iglich stat ir selbe sezzet ze rechte mit ir kvniges willen vnd mit weiser leute rate vnd als recht sei vnd als recht sei vnd als hie vor gesprochen ist. mac man die gewonheit mit den leuten beheben so ist sie als gut mit shrift als ane shrift. swas die keiser vnd die fuͤrsten den steten recht haben gegeben vnd sie selbe gemachet haben mit ir gunst daz ist recht ob ez halt nicht geshriben stat. weren die recht alle geshriben daz were dar vmbe gut daz man ir deste minner vergeze. swer die recht in den steten machen wil der lege sie weisen leuten fuͤr. gevellet si in denne so sei stete. id magis erat ut cum aliqu noua causa interueniente necessitas dictasset pro lege tenendum esse populum interrogarent congregacio cum et populus si sibi placebat sua auctoritate confirmabat. similiter et uerbum plebis magistrata est quicumque propria iuris ditionem habeat sed diffusa consuetudinis ius esse putatur ut qui uoluntate omnium sine lege uoluntas conprobauerit. item uel consuetudinis et cetera.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 42
Von guter gewonheit des landes dy nicht wider geistliche gerichte ist.

[Seite 28] Von gveter gewonheit schullen wier sprechen swo gvt gewonheit ist recht vnd dy recht ist dy ist ovch gvt. Daz ist recht gewonheit dy wider geistliches recht nicht en ist noch wider menslich czvchten nicht ist noch dy wider mensliches selden nicht ist dise gewonheit heizet stete gewonheit vnd heizent des landes gvte gewonheit vnd gvete gewonheit ist als gut als geschriben recht.
| De iure scripto et non scripto ius civile est quod vnaqueque ciuitas sibi ipsa constituit daz heyzet purger recht. Swaz ein iglich stat ir selber czvrecht seczt mit ir kvneges oder mit ir fversten willen vnd mit wyser levte rat vnd als recht sy vnd als hy vor gesprochen ist mag man dy gewonheit mit den levten pehalten so ist sy als gvͦt mit schrift als an schrift. Swaz der keiser vnd dy fvrsten den steten recht habent gegeben vnd sy selbe gemachet habent mit ir gvnst daz ist recht ob ez halt nicht geschriben ist vnd weren dy recht alle geschriben daz were dar vmme gut daz man irdester paz immer mer gedechte vnd nimmer vergeze.
| Swer dy recht inden steten machen wil der lege sy wisen levten fvr gevellent sy den so sint sy stet. Id magis erat vt cum aliqua noua causa interueniente necessitas dictasset pro lege tenendum esse populum interrogarent congregacio cum et populus si sibi placebat sua auctoritate confirmabat similiter et uerbum plebis magistrata est. Quicumque propriam iurisdictionem habeat si diffulsa conswetudinis ius esse putatvr ut qui volunate omnium sine lege uoluntas comprobauent.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 42
Schwsp.(L.) Art. 45
Die in des reiches echte sint.

alle die in des reiches echte sint iar vnd tac die erteilt man alle rechtelos. man uerteilt in aigen vnd legen. daz lehent wirt den herre ledige ob si uormols do mit nicht getan habent. daz eigen dem kvniclichen gewalde ez versprechen denne die erben in iars frist als recht sei mit gezivge daz ez ir recht erbe shulle sein. vnd versaument sie daz iar si mugen da mit verliesen ob sie richter mugen gehan. vnd mac der erbe nicht richters gehan so shat im nicht wie langez auz seiner gewer ist in lezze ehafte not daz nicht vorkvmen mac. die ehafte not shol man beweisen als recht ist. was ehafte not sei daz sage wir her nach.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 44
Daz alle dy in des riches echte sint iar vnd tac dy erteilet man alle rechtelos.

[Seite 29] Alle dy indes riches echte sint iar vnd tac dy erteilet man alle rechtelos man vrteilet in eigen vnd lehen daz lehen wirt dem herren ledic obsi vor mals da mit nicht getan habent daz eigen dem kvniglichen gewalt ez versprechen danne dy erben inner iar als recht si mit gecziwgen daz ez ir recht erbe schulle sin vnd versovment daz iar sy mvgen da mit verleisen ob sy richter mugen han. | Vnd mac der erbe nicht richters haben so schat im nicht swie lange ez vz siner gewer ist in irre ehaft not daz er nicht fvrchomen mvge dye ehaft not schol man pewisen als recht ist waz ehaft not sy daz sage wir her nach.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 43
Schwsp.(L.) Art. 46
Ob ein dienstman sein recht verlivset.

Des dienstmannes eigen mac nimmer kvmen in kvͤniclichen gewalt noch auz ir gotzheuser gewalt ob sie sich verwuͤrken an irm rechte. vnd aigener leute eigen kvmet auch nicht in den kvniclichen gewalt noch auz ir herren gewalt noch auz ir gotzheuser gewalt. ez vellet ir herren an des si sint. man shol abr dem clager da uon gelden vnd pezzern vnd dem richter sein rechte buze geben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 43
Ob ein dienstman sin recht verlevset sin gvt daz gevelt sinem herren an daz er ist.

Dienstmannes eigen mac nimmer komen in den kvniclichin gewalt noch vz ir gotshuses gewalt ob si sich verwurchent an ir recht vnd eigener levte eigen kompt ouch nicht in den k[o]niclichen gewalt noch vs ir herren gewalt noch vz ir goteshvser gewalt ez vellet ir herren an des si sint man schol aver dem clager davon gelten vnd pezzern vn dem richter syn recht puz geben.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 44
Schwsp.(L.) Art. 47
Von vnkinden.

Ekint mach der vneliche man nimmer mer gewinnen. gewinnet der man eigen svn vnelichen den mac der pabest wol zeinem ekinde machen vnd auch der keiser nach seinem rechte als wir wol gesagen her nach. abr weder keiser noch pabest mugen in dacz recht nimmer gegeben daz si erben ir mage als ob si in ir muter leibe ekint waren gewesen. abr gewinnent sie ekint die daz erbent ir mage gut wol ob sie ze ekinden sint gemachet als da uor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 45
Daz dy vnelichen kinder nicht mvgen erben daz erbe ir mage.

Ekint mac der vnelich man nimmer gewinnen gewinnet der man einen svn vnelichen den mac der pabst wol czu einem ekint machen vnd ovch der keiser nach sinem rechte als wier wol gesagen her nach aber weder der pabst noch keyser mvgen im daz recht nimmer gegeben daz sy erben ir mag als ob sy in ir mveter leibe ekint weren gewesen aber gewinnent sy .e. kint dy erbent ir mage wol ob sy czekinden sint gemachet als hy vor gesprochen ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 45
Schwsp.(L.) Art. 48
Der anderstunt mit strozraube vnd mit divpheit gezigen wirt.

Die ir recht mit diepstal oder mit strozraube werden gezigt habent uerlorn ob man die diepstal oder mit raub anderstunt zeihet. die mugen mit ir aiden nicht vnshuldik werden. man shol in fuͤrteil drei k[?]Óuer. daz heiz eisen oder einen wallenden kelzel vol wazzers oder mit einem kenphlich ze wern. ich main den rechten strozrauber. Schwsp.(L.) Art. 49
swer triwelos wirt beret uor dem gerichte oder herfluͤchtig auz des reiches dienst wirt dem gevrteilt man sein erbe vnd sein lehen vnd seinen leip nicht vnd also ob der herre selbe nicht enflvͤhet. ist abr daz der herre selber fluͤhet nach des fluchte so pricht niemant sein triwe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 46
Dy ir recht mit strazrovb verloren habent ob man dy selben mit diepheit anderstvnt czeihet waz rechtes dar vmme sy.

Dy vor ir recht mit diepstal oder mit strazrovb verlorn habent ob man dy selben rovbes oder diepstal anderstvnt czeihet dy mvgen mit ir eiden nicht vnschuldic werden man schol inteilen fvr drei kuer daz heiz eysen oder einen wallunden kesel oder mit einem kemphen sich czu weren ich mein den rechten strazrovber.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 47
Wy man dem trevlvsen vnd herflvchtigem sin erbe vrteilt.

Swer trevlos wiert vor dem gerichte gechvndet oder herflvchtic vz des riches dienst dem urteilt man sin erbe vnd sin lehenrecht vnd sinen lip nicht vnd also ob der herre selbe nicht enflvhet ist daz aver daz der herre selbe flvet nach des flvchte prichet niemant sin triwe.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 46
Schwsp.(L.) Art. 50
Ob meide oder witewen auf ir vormunt clagen.

Claget ain mait oder ain witewe auf lantrechte oder auf anderme gerichte auf ir vormunt daz er sie vngewaltig habe gemachet ires eigens oder ander ires gutes vnd wirt dar vͤmbe ist fuͤr geladen ze drein tedingen vnde kvͤmt er nicht fuͤr am dritten tage der richter shol in mit vrteil verteilen von aller vormuntshaft vnde alle vogetei vnd daz er nicht mer phleger mac gesein. so shol der richter der vrowen uormunt sein vnz daz sie einen nimpt vnd shol di vrowen irs gutes gewaltig machen des er sie vngewaltig hette getan. vnd kvͤmpt der vrowen phleger fuͤr vnd wirt er vͤberkvmen daz er ir vngetriwer phleger sei gewesen mit zwen mannen so richtez der richter alz daz puch hie uor sait. dit recht hant auch die waisen gegen ir phlegern.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 48
Ob meide oder frowen vf ir vormvnt klagen daz er sy vngewaltic hab gemachet ir eigens.

[Seite 30] Klagt ein mait oder ein witebe czu lant recht oder vf einem andern gerichte vber ir vormvnt daz er si vngewaltic hab gemachet ir eigens oder ander ir guetes vnd wirt dar vmme fvr geladen czv drin teidingen vnd kvmpt er nicht fvr an dem dritten tage der richter schol in mit vrteil palmvnden daz ist also vil gesprochen man schol ir urteilen alle vormvntschaft vnd alle voytei vnd dar nimmer phleger mac gesin so schol der richter der vrowen vormvnt sin vncz si ir einen nimpt vnd schol dy frowen ir gvetes gewaltic machen des er sy vngewaltic het getan. | Vnd kvmpt der frowen phleger fvr vnd wirt er vber komen daz er ir ein vngetriwer phleger si gewesen mit czwein mannen so richt ez der richter als das pvch hy vor sait. Dicz recht habent ovch dy weisen gein ir phlegern.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 47
Schwsp.(L.) Art. 51
Wenne der knabe vormundes enperen mac.

als ein man kvͤmt hinz achzeh iaren so hat sein uolle tage. wil er so mac er uormunt nemen. wil er er mac ez auch wol enpern. abr kvͤnig karl hat gesezzet er shuͤlle phleger haben vnz ze fuͤnf enzwenzik iaren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 49
Wy lange der mensche [vormun]des pedarf.

Als ein man kvmpt czu achczehen iaren so hat her sin volletage wil er so mag er vormvnden nemen wil er aver so mag er sin enperen aver kvnic karl hat geseczet er schulle phleger haben vncz hinz fvnf vnd czweinczich iaren.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 48
Schwsp.(L.) Art. 52
Wie lange der man seines gutes gewaltic ist.

alle die weile der man sich mit eime swerte beguͤrten mac vnd mit eime shilte vnde mit eime shafte auf ein ros gesitzzen mac vnd man sezze im einen stok zv dem rosse der einer davmellen hoch sei vnd shol im den stegereif haben vnd ein maile gereiten mac die weil mac er halden vnde lazen als ob er virzik iar alt were.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 50
Wy lange der man sines gutes gewaltich mac sin.

Alle dy weil vnd sich der man mit einem swert peguerten mac vnd mit einem schilde vnd mit einem schafte vf ein ros gesiczen mac vnd man secze im ein stock czu dem rosse der einer dovm elle hoch si vnd schol im den stegereif haben vnd ein meile geriten mac dy weil mac er halten vnd lazen als ob er vierczic iar alt were.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 49
Schwsp.(L.) Art. 53
Von vormunt.

Swer seinen vormunt fuͤr gerichte nicht pringet ez sei man oder weip die mugen do nicht clagen. so shol in der richter einen anderen tac geben vnz daz sie ir uormunt mvgen pringen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 51
Von vormvnde wy man die fvr gerichte pringen schol.

Swer sinem vormvnt fvr gerichte nicht pringet ez si man oder wip dy mvgen da nicht klagen so schol in der richter einen andern tag geben vncz si ir vormvnt pringet.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 50
Schwsp.(L.) Art. 54
Wenne der knabe weip nimpt ane seiner vrivnde rat.

Svͤmeliche leute iehent wer sechzik iar alt sei der sei ze seinen tagen kvmen. des ist nicht. wir erzivgenz mit der shrift daz der man ze seinen tagen kvmen ist so er ist achzehen iar alt. Schwsp.(L.) Art. 55
swenne ein ivͤngelink ze vierzehen iaren kvmen ist so nimpt er wol elich weip an seines vater willen. vnd hat er nicht vaters vnde hat er ander phleger an der willen tut erz wol also ob sie ir fleish ze ander gemishet hant der knabe vnde die iuncvrowe. vnd ist des nicht geshehen so mac man sie svndern. so die iuncvrowe zv zwelf iaren kvͤmt so ist sie ze iren tagen kvmen. vnde nimpt sie einen man wider ir vater vnd wider ir vrivnde die e ist stete. wil manz dem iungelinge nicht gelauben so shol er erzivgen als vor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 52
czv welher czit der ivngelich ein wip mac nemen an sines vater willen oder rat.

Svmelich levte iehent swer sechzig iar alt si der si czv sinen tagen komen des ist nicht wier cziwgen mit dem salter vnd [Seite 31] mit ander schrift daz der man czv sinen tagen komen ist so er achzig iar alt ist. | Swenne ein ivngelinch czu vierczehen iaren komen ist so nimpt er wol ein elich weip an sines vater willen vnd hat er nicht vaters vnd hat er ander phleger ander willen tvͤt er ez auch wol also ob sy ir vleisch czu einander gemischet habent der knab vnd dy ivncvrowe vnd ist des nicht geschehen so mac man sy svndern.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 53
czv welher czeit dy ivncvrowe ein man mac nemen an aller ir vrevnde danc.

So dy ivncvrowe kvmpt czu czwelif iaren so ist sy czu iren tagen komen vnd nimpt sy einen man wider irz vater vnd wider frevnde willen dy e. ist stete wil man dem ivngelinge des nicht gelovben so schol erz beczevgen als hy vorgesprochen ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 51
Schwsp.(L.) Art. 56
Der driv iar gut hat ane ansproche.

Swaz varndez gut heizet vnd hat daz ein man in seiner gewer driv iar an rechte widersprache pei dem der pei im in dem lande ist vnd seit im sein gewizzen daz er recht hat so hat er ez mit rechte. sagt abr im sein gewizzen dar er nicht recht dar zv hat wi lange er ez denne hat so hat erz doch mit vnrecht. hot erz als ich da uor gesprochen hon so wirt ez nimmer anspreche. vnd ist vihe dor vnder vnd behabt ez im ieman one mit rechte allen den nuz der do von kvmen ist vber die fuͤr daz shol er wider geben. irret abr den ehafte not der ez mit rechte erben shol so shol man sein paiten vnz daz er kvͤmpt. so shol man im rechte pieten. waz anders gutes daz ist daz nicht varnde gut heizet hat daz ein man in seiner gewer vnd in seiner stillen gewer zehen iar ane rechte widersproche der selbe mag ez nimmer on gesprechen hot er ez mit den gewizzen als ich hie uor gesprochen han. hot ez ein man zwenzik iar in seiner gewer vor den die auzer landez sint so hot er recht dor an ez sei als verre daz er iehe er were gevangen auzerhalp landes oder innerthalp landes. mak er daz behaben als recht ist mit den die ez warez wizzen so shol man im recht pieten vͤmb allez daz er hat on ane sproche. kvͤnige vnd keisere habent dise gemaine recht gemacht. idoch habent sie in selber lengeriv zil gesezt an ir gute. vnd svnderliche recht habent sie den swaben gegeben an ir gute als vor geshrieben stat. idoch habent die keisere den steten svnderlichiv recht verlihen vnd gut gewonheit der ein teil in diesen puche stat. die widerspricht diz puch nicht. wann gute gewonheit ist gute reht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 54
Der drev iar gut hat insiner gewalt an ansprach [de prescripcionibus].

Swaz varvndes gvet heizet vnd hat daz ein man insiner gewer drev iar an rechte wider sprache py dem der py im in dem lande ist | vnd sagt im sin gewizzen daz er nicht recht dar czu hat swie lange er ez danne hat so hat er ez mit vnrecht. | Sagt aver im sin gewizzen daz er recht | hat er ez aver als ich hy vorgesprochen han so wiert ez nimmer mer ansprach. | Vnd ist viech darvnder vnd pehabt ez im imant mit rechte an allen den nvcz der da von komen ist vber dy fvre den schol er wider geben ir ret aver den ehaft not der ez mit rechte erben schol so schol man sein peiten vncz er kvmpt so schol man im recht pieten vmme sein gut. | Swaz anders gutes ist daz nicht varvndes gvt heizet hat daz ein man in siner gewer vnd in siner stille gewer czehen iar ane recht wider sprache der selbe mag ez nimmer angesprechen hat er ez mit der gevizzen als ich hy vorgesprochen han. | Hat ein man czweinczic iar insiner gewer vor den dy vzzer landes sint so hat her recht daran ez en sy als verre daz er iehe er wer gevangen vzerthalbe des landes oder innerthalbe des landes mag er daz pehaben als recht ist mit den dy ez wares wizzen so schol man im rechte pieten vmb allez daz er an hat gesprochen. | Keyser vnd kvnich habent dicz gemein [Seite 32] recht gemachet idoch habent sy inselber lengere czil vf geseczet an ir guete vnd svnder recht habent sy ovch den swaben gegeben an ir gut als hy vorgesprochen ist vnd geschriben stat. | Idoch habent dy keiser den steten svnderliche recht verlihen vnd gvter gewonheit der ein teil indisem pvche stet dy wider sprichet dicz pvch nicht wan gvete gewonheit ist gut recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 52
Schwsp.(L.) Art. 57
Der one seine wizzen raubik gut kauft.

Ob ein man an sein wizzen raubik oder divbik gut kaufet vnd hat daz in seiner stillen gewer lenger den driv iar weder ist daz ze rechte sein oder nicht. wir sprechen vͤbe die divpheit vnd vͤber raube gleiche an der stat. wie lang ez ein man inne hot vnd kvͤmpt ieman dar nah man muez im recht pieten. kvͤmt der des ez ist oder sein erbe ob er tot ist bereit er ez selp dritte dacz ez sin was e ez verstoln wart oder geraubet man shol imz wider geben als gut als ez was do erz verlos vnd allen den nuz der da uon kvmen ist vͤber die fuͤre. vnd ist daz vihe tot in seiner gewalt an seine shulde er shol imz nicht gelden. er shol im abr den nuz wider geben den ez ergangen hot als hie uor geshrieben ist. swo der man seinem divbigem oder raubigem gute zv kvͤmt man shol imz wider geben one shaden. begreifet abr ein man sein divbik oder sein raubik gut pei ieman man shol vͤber in richten als wir her nach wol gesagen ern habe denne seinen schup.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 55
Der ane wizze verstollez gut kovft was rechtes darvmme sy.

>Ob ein man kovfet an sin gewizzen devbic oder rovbic gut vnd hat daz insiner stille gewer lenger danne drev iar weder ist daz recht sin oder nicht. | Wier sprechen vber devpheit vnd vber rovb geliche an der stat. | Swy lange ez ein man inne hat vnd kvmpt iemant dar nach man mvz im recht pieten. | Kvmpt aver der des ist oder sin erbe ob er tot ist pehert er selbe dritte daz ez sin waz do ez verstollen wart oder gerovbt man schol imz wider geben also gut als ez des tages waz do erz verlos vnd allen den nvcz der da von komen ist vnd vber die fvre. | Vnd ist daz viech to in siner gewalt an sin schulde ez schol ez im nicht gelten er schol im aver den nvcz geben den ez ergangen hat als hy vor gesprochen ist. Swo der man sinem devbigem oder synem rovbigem gute czv kvmpt man schol ez im wider an schaden geben. | pergrifet aber ein man sin devbic oder sin rovbic gut py iemant man schol vber in richten als wier her nach wol gesagen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 53
Schwsp.(L.) Art. 58
Ob die erben vnrecht gut erbent on ir wizzen.

und ist daz ein man stirbet vnde let seinen erben vnrecht gut vnd des wizzen die erben nicht vnde verkaufenz fuͤr rechtes guͤt vnd iener kuͤmt des daz gut do ist wo shol er sein gut vordern. daz shol er da er sein gut vindet vnd mit des richters poten. da shol im der richter hin richten als da uor gesprochen ist. vnd der im daz gut gap den shol er on sprechen vor deme richter ob er lebt. vnd ist er tot vnd hat er gut lazen man shol im seinen shaden abe tun vnd shol im sein gut wider geben. her nach spreche wir mer von diepheit vnd von raube. dicz daz shullen tvn die erben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 56
Ob dy erben vnrechtiz gut an erbet an ir wizzen vnd ez verkovfen fvr rechtis guet.

Vnd ist daz ein man stirbet vnd let sinen erben vnrechtis gvt vnd des wizzen dy erben nicht vnd verkovfent ez fvr rechtis gut vnd iener kvmpt des daz gut ist wo schol er sin gut vodern. daz schol er da er sin gut vindet vnd mit des richters poten da schol im der richter hin richten als hy vorgesprochen ist vnd der im daz gut gab den schol er ansprechen vor dem richter ob er lept. | Vnd ist er tot vnd hat daz guet lazen man schol im sinen schaden abtvn vnd schol ienem sin gut ane schaden wider geben dicz schullen tvn dy erben oder wer czv recht vormvnt oder phleger mag gesin. [Seite 33]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 54
Schwsp.(L.) Art. 59
Wer ze rechte phleger mak gesin.

Hie shulle wir beweisen wer ze rechte phleger mak gesein vnd wer sein nicht mac gesin. ez mac niemant phleger gesin er sei denne fuͤnf enzwenzik iar alt. quod si periit aliquid de rebus que sint in eius tutela dolo uel neglientia tutoris tutorem emendare oportet. der kinde vnd der vrowen phleger heizent etewa phleger etwa vogete etewa fuͤrmunt etwa behalter. wie man sie heizet so shuͤllen sie getriwe levte sein. in die shrift so sint sie gesundert uon ir rechte abr uor leien recht so habe wir ainz als daz ander. ez mak nieman phleger noch vormunt gesin er ensei ainz vnd zwenzik iar alt. vnd ist aine nicht wizzik vnd hat er nicht guter sinne swie alt der ist der mak derheinez gesein die hie vor geshriben sint. vnd shol man in ander phleger geben daz shol tun des landes lantrichter ob ez auf dem lande ist. vnd ist ez in der stete so shol der stete herre oder ir uogt phleger sein. man shol in einen geben der ir genoze sei ez sei kint oder vrowe. vnd shol in ainen geben der ir vater mac gesin vnd pei im in dem lande sei. vnd vindet sie des vater mage nicht so gebe in einen der ir muter mak sein. habent sie des nicht so nemen einen getriwen lantman.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 57
Wer czu recht phleger mag gesin oder nicht.

[Marg.: de constitutione Tutoris.] Hy schullen wir sprechen wer czv recht phleger mag gesin vnd wer sin nicht gesin mac. Ez mac niemant phleger sin er si danne fvmf vnd czweinzic iar alt. | Quod si perijt aliquid derebus que sunt ineius tvtela dolo uel nequitia tutoris tutorem enim dare oportet. | Der kinder vnd der frowen phleger heizent eteswo voyt eteswo vormunt etwo pehalter swi man sy heizet so schullen sy alle getriwe levte sin inder schrift so sint si gesvndert an ir recht aber vor layen rechte so hab wier eines als daz anders ez mag niemant phleger noch vormunt gesin ern si einez vnd czweinzic iar alt. | Und ist einer nicht witczic vnd hat er nicht gvter sinne swy alt der ist der en mac der aller keinez gesin dy hy vorgesprochen sint vnd schol man in geben ander phleger daz schol tvn des landes lantrichter ob ez vf dem lande ist. | Vnd ist ez inder stat so schol der statherre oder ir voyt ir phleger sin man schol in einen geben der ir genoz sy ez sin kint oder vrowen vnd schol in einen geben der ir vater mag gesin vnd py in indem lande sy. | Vnd vindent si des vater mage nicht so geb in einen der mveter mage mac gesin habent sy des nicht so nemen einen getriwen lantman.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 55
Schwsp.(L.) Art. 59/60
Wenne der knabe ander phleger nimpt.

So der knabe vier vnd zwenzik iar wirt so mag er ander phleger nemen ob er beweren mac daz er im vͤbel habe getan. also tut die magt so sie zwelf iar alt wirt. ez enmak dehein kint vnder vierzehen iaren an sein phleger nicht getvn daz stete sei. vnd hot ez halt bereitez gut vnder handen waz ez da mite tut daz ist nicht stete. kauftez vnd verkauftez vnd ist ez gut der phleger shol ez stete han. vnd ist ez im shade man shol ez wider tvn. vnd verspilt ez seins gutes man shol ez dem phleger wider geben. vnd kvͤmpt ez fuͤr den richter man muz dem richter puͤezen vnd doch dacz gut wider geben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 58
Wenne der knape vier vnd czweinzic iar alt ist so mag er ander phleger nemen.

So der knab vier vnd czweinczic iar alt uirt so mag er ander phleger nemen ob er peweren mac daz er im vbel hab getan also tvet dy magt so sy czwelif iar alt wiert ez en mac kein kint vnder vierczehen iaren an sinen phleger nicht tvn daz stete sy vnd hat es halt pereites guet vnder den handen swaz ez damit tvt daz enist nicht stete kovfet ez vnd verkovfet ez vnd ist ez im gut der phleger schol ez stete haben. | Vnd ist im schad man schol ez wider tvn vnd verspilt ez icht seines gutes man schol ez dem phleger wider geben. | Vnd kvmpt ez fvr den richter man mvͦz dem richter pvezen vnd doch daz gut wider geben. [Seite 34]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 56
Schwsp.(L.) Art. 61a
Ob ein kint seines vater gut verspilt.

Uerspilt ein kint seins vater gut die weil ez nicht auz gestevret ist vnd ist ez vnder fuͤnf vnd zwenzik iaren man muz ez deme vater wider geben. vnd kvͤmpt er vͤber fuͤnf vnd zwenzik iar so huͤte sich der vater. man geit im nichtes wider er sei denne als toͤrisch als ich vor gesprochen han daz er nicht gezivge mvͤge sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 59
Ob ein kint sines vater gvt verspilt waz rechtes dar vmme sy.

Verspilt ein kint sines vater gut dy veil ez nicht vzgestiwret ist vnd ist ez vnder fvmf vnd czweinczic iaren man mvͦz ez dem vater wider geben. | Kvmpt ez aver vber fvmf vnd czweinczic iaren des hvet sich der vater man gibt im nicht wider ez sy danne als torisch als ich hy vor geret han daz er geczvc nicht mvge sin.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 57
Schwsp.(L.) Art. 61b
Wenne der vater von dem svn teilen muz.

Ein svn noͤtet seinen vater wol so er fuͤnf vnd zwenzik iar ist daz ir von rechte mit im teilen muz sein gut. tut der phleger den kinden des er ze rechte nicht tun shol daz muter oder ander ir mage an in vodern oder der lantrichter ob ez auf dem lande ist. oder ist ez in einer stat so mag ez der stat herre vordern oder ir voget vnd er muz im antworten. vnd wirt er abr vͤberret daz er im vͤbel habe getan an ir gute man sol in palmunden daz er nimmer mer mac vogt gesein. Schwsp.(L.) Art. 62/63/64
wirt ein phleger geuangen man shol im einen anderen geben die weile. als er denne ledic wirt so shol er wider an sein stat sten. vnd wirt ein phleger den kinden icht an mit der kinde hant daz shol er in ze nuzze anlegen. vnd tut er icht daz nicht gut ist als si zv iren tagen kvmen sint si sprechent in wol dar vͤmbe an vnd er muz in dar vͤmme antworten. als daz kint ze virzehen iaren kvmen ist er nimpt im einen anderen phleger er habe in wol oder vͤbel getan. er nimpt im einen anderen phleger vnd shol den nemen mit seiner weisen frivnde rat. wil er nach seinen mutwillen des shol im der richter nicht gestaten noch seine frivnde. ist daz er im wol hat getan so shol man im den selben lan. ein iglich ivͤngeling shol phleger han vnz ze fuͤnf vnd zwenzig iaren. die weile shol er mit seinem gute nicht tun an seinen phleger. vnd ist dacz der phleger stirbet so shol daz kint sein gut vordern in wes gewalt er daz vindet. vnd hat daz kint seine gut auf geben mit seiner hant vnd sein phleger mit im vnd ist dem kinde sein gut nicht nuͤzlich on gelegt daz man beweisen mac daz kint shol clagen hin ze des phlegers erben. vnd hot er im gut lan nach seinem tode des er im vor nicht het auz gegeben da shuln sie den kinden von gelden nicht von ir eigen gute. daz ist der kinde recht die vnder virzehen iaren sint. nv spreche wir von den die vͤber phleger shuͤllen han vnz ze fuͤnf vnd zwenzik iaren waz die getunt mit ir phlegern daz shol stete sein. daz stet an der phleger getriwe. wan die kint sint dennoch ze weise nicht noch so wizzik daz sie sich bewaren kvͤnnen. in wes gewalt die kint daz gut vinden da shullen si ez ane sprechen. vnd mag der selp dritte bereden daz daz gut ze nuzze wart er hat sein gut behabt. vnd mac er beweisen war an daz gut geleget wart ob er bereitez gut dar vͤmbe gab mag er daz selp dritte beweisen er ist abr ledig. disiv gezivge shol man pei des phlegers lebenden leibe leiten. vnd ist er abr tot so shol man in vͤberzivgen mit siben mannen die des kindes genoz sein. ist daz kint semper frei man shol ez mit seinen genozen vͤberzivgen. vͤber swenne man anders gezivge leiten shol die mak man vͤberzivgen mit allen livten die ir recht nicht verlorn han. an die die mit den mezzen gelden die mugen an den dingen nicht gezivg sein vnd die eigen sint. wir nemen auz die vreien semper vnde mitter vreien die mak nieman vͤberzivgen swa ez in an ir leip oder an ir ere oder an ir aigen gat. an den dingen vͤberzivget man sie wol mit vnuersprochen leuten. swie frei sie sint man vͤberzivget sie wol diepheit vnd raubes mit allen leuten die ir recht nicht verloren hant vnd der manslacht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 60
Wy ein svn sinen vater twinget daz er sin gvet mit im teilen mvͦz.

Ein svn notet sinen vater wol als er fvmf vnd czweinzic iar alt ist so notet er in mit rechte daz er sin gut mit im teilen mvz tvt der phleger den kinden des er in czv rechte nicht tvn schol daz mag ir mvͦter oder ander ir mage an ir vordern oder den lantrichter ob ez vf dem lande ist. | Vnd ist ez ineiner stat so mag er vordern der stet herre oder ir voyt vnd er mvz in antwurten vnd wirt er vber ret daz er in vbel getan hat an irem gvte man schol in palmvnden daz er nimmer mer voyt mag gesin. | Wirt ein phleger gevangen man schol in einen andern geben dy weile als er danne ledic wirt so schol er wider an sin stat sten. | Vnd der phleger schol den kinden ir gut czv nvcze ane legen vnd tvet er icht daz nicht gut ist als si czu ir tagen komen sint si sprechen in wol dar vmme an vnd er mvͦz in dar vmme antwurten als daz kint czv vierczehen iaren kvmpt ez nimpt im ein andern phleger er hab im wol oder vbel getan. | Vnd schol den nemen nach siner weisen vrevnde rat wil er nach mvͤtwille nemen des schol im der richter nicht staten noch sine frvnde ist daz er im wol getan hat so schol man im denselben lazen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 61
Wy lange ein islich ivngelinch phleger schol haben.

Ein islich kint schol phleger haben vncz czu fvnf vnd czweinczic iaren dy weile schol er mit sinem gvte nicht tvn an sinen phleger vnd ist daz der phleger also stirbet so schol daz kint sin gut vordern in swes gewalt ez daz vindet vnd hat daz kint sin gut vf gegeben mit siner hant vnd sin phleger mit. Vnd ist [Seite 35] dem kinde sin gut nicht czu nvcze angeleit daz man pewisen mac daz kint schol klagen hincz des phlegers erben vnd hat er im gut gelan nach sinem tode des er im vor nicht vz gegeben hete da schullen sy den kinden von gelten nicht von irem eigen gute daz ist der kinde recht die vnder vierczehen iaren sint. Nv spreche wier von den dy vber die komen dy schvllen phleger haben vncz czu fvnf vnd czweinczic iaren swaz dy tvent mit mit ir phlegern daz schol stete sin daz stet ander phleger triwen wan dy kint sint dannoch so weise nicht noch so wiczic daz si sich pewarn kvmen in swes gewalt dy kint daz gvet vindent da schullen sy ez ane sprechen. Vnd mac derselbe pereden selbe dritte dar daz gvt cze nvcze wart er hat sin gvt pewart vnd pehabt. | Vnd mag er pewisen war an daz gvt gelegt wart ob er peraitez gvt dar vmme gab mag er daz selbe dritte pewisen er ist aver ledic. | Disen geczevc schol man py des phlegers lemptigem leibe leiten ist er aber tot man schol in vber czevgen mit siben mannen dy des kindes genoz sin. Ist averdaz kint vrei man schol ez mit sinen genozen vberczevgen vber swen man anders geczevge leiten schol dy mac man vber cevgen mit allen levten dy ir recht verlorn habent an dy dy mit meczen geltent dy mvgen an den dingen nicht geczevc sin. | Wir nemen vz dy semper vreien vnd mitter vreien dy mac nieman vberczevgen swo ez in an ir leip oder an ir ere oder an ir eigen gat an andern dingen vberczevgt man sy wol mit vnversprochen levten swi vrei si sint man vberczeget si des rovbes vnd der devpheit wol mit allen levten dy ir recht nicht verlorn habent vnd der manslachte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 58
Schwsp.(L.) Art. 65
Ob ein phleger von dem lande vert.

und wil ein phleger von dem lande varn so shullen im die ander geben die hie vor genennet sint. vnd als er wider kvme so stet an sein stat wider als vor. ez mag ein vater pei seinem leben ob er wil seinem kinde einen phleger geben. dem er wol getriwet dem enphilt er sein kint vnd sein gut daz er seinen kinden geben wil. vnd wenne er stirbet so shol sich der phleger der kinder vnd des gutes vnderwinden vnd mag im daz mit rechte niemant erwern ez ensei dacz er in vͤbel tu so shol manz denne handelen als vor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 62
Ob ein phleger von dem lande vert.

Vnd wil ein phleger von dem lande varn so schullen im dy ein andern geben dy hie vor genennet sint vnd als er wider kome soste an sin stat wider. Ez mag ein vater py sinem leben ob er wil sinen kinden mit rechte einen phleger geben swer der ist den er wol getrewet dem enphilhet er sine kint vnd sin gvt daz er den kinden geben wil vnd swenne er stirbet so schol sich der phleger der kinde vnd ir gutes vnderwinden vnd mag im daz mit rechte niemant erweren ez sy [Seite 36] daz er in vbel tv so schol man ez danne handel als hy vor gesprochen ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 59
Schwsp.(L.) Art. 66
Von arcwenigen phlegern.

Nv shulle wir evch lan wizzen welher die phleger sint die man arcwenige hat. vnd hat der vater mer svͤne den ainen vnd ist der selbe ze seinen tagen kvmen vnd die anderen nicht vnd stirbet der vater der pruder vnderwindet sich seiner gesvisterde vnd des gutes vnd die levte sehent wol als er mit dem gut icht tut als den kinden gut ist so ist er so zehant arcwenig. des mage in ruͤgen der kinde muter oder ir pase oder ir mume oder ir vater mage oder ir muter mage oder herre oder der richter. die ruͤgent alle wol mit rechte alle die die der kinde arcwenige phleger sint vnde die muͤzen mit rechte alle antworten. vnd ist daz der phleger den kinden nicht ir notdurft geit an ezzen vnd an trinken vnd an gewande der ist abr arcwenig. vnd ist daz er zeinem wuͤsten manne wirt vnd seins selbes gut ze vnrecht an greifet der ist abr arcwenig. die weile die kint ze vierzehen ioren nicht kvmen sint die weile mugen sie ir phleger nicht arcwenig sagen. sie mugen auch zv den gen die ich vor genennet hon vnd mvͤgen in kvͤnden daz in ir vater nicht wol tuͤge. der ist auch arcwenige swer den kinden von iare ze iare ir gut widerreitet den nehsten frivnden. der ist auch arcwenig der der kinder vater totveint was die weil er lebete wie nahen der ir mag ist. der ist auch arcwenig vnd den shol man in nicht ze phleger geben der in der ehte ist oder in den panne vnd ist daz ein phleger ein vngerichte tut man shol den kinden ze dem ersten von seinem gute gelden ob er in ichtes shuldic ist. vnd shol der richter sich des anderen vnderwinden vnd shol da uon deme clager vnd im selber tun daz recht sei. swer sein triwe nicht behaltet an den kinden oder an der witewen der ir phleger ist den shol man palmunden. daz ist er shol auch dem richter puͤzen mit pheningen fuͤr die hant zehen phunt. die wal stet an dem clager vnd nicht an dem richter.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 63
Won den phlegern dy man archwenic hat wy sy mit der kinde guͦt tvn schullen.

Nv schulle wir evch lan wizzen welichz dy phleger sint dy man arcwenic hat der vater mer svn danne einen vnd ist der selbe czv sinen tagen komen vnd dy andern nicht vnd stirbet der vater der prvder vnderwindet sich siner geswistereid vnd des gutes vnd dy levte sehent daz wol daz er mit dem gute tvet nicht als den kinden guet ist so ist er sa czuhant arcwenic des mag in rvegen der kinde mvter oder ir pase oder ir mvme oder irr vater mage oder irr mvter mage oder der herre oder der richter dy rvegent alle wol mit rechte alle dye der kinde archwenic phleger sint vnd sy mvezzen mit rechte antwuerten vnd ist daz ein phleger den kinden nicht ir notdvrft gibt an ezzen vnd an trinken vnd an gewande der ist aver arcwenic. | Vnd ist daz er czv einem wusten man wiert vnd sin selbes gvet czv vnrecht angrift der ist aver arcwenic. | Dy weile dy kint czv vierczehen iaren nicht komen sint dy weile mvgen sy nicht ir phleger archwenic gesagen sy mvgen aber wol czv den gen dy ich hie vor genennet han vnd mvgen in kvnden daz ir phleger in nicht wol tv der ist ovch archwenich. Swer der kinde gut nicht von iar czu iar wider reitet den nechsten vrevnden der ist ovch arcwenic. | Der der kinder vater tot veint waz do er lepte swie nahen er ir mage ist der ist ovch arcwenic vnd dem schol man in nicht czv phleger geben der in der echte ist oder indem panne vnd ist daz ein phleger ein vngerichte tvet man schol den kinden czu dem ersten gelten von sinem guete ob er in ichtes schuldic ist. | Vnd schol der richter sich des andern vnderwinden vnd schol da von tvn dem klager vnd im selben daz recht sy.
Swer sin trevwe nicht pehaltet an den kindern oder ander witwen der er phleger ist den schol man palmvnden daz ist er schol ovch dem richter pvezen mit phenningen fvr dy hant czehen phvnt dy wal stet an dem klager vnd nicht an dem richter. [Seite 37]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 60
Schwsp.(L.) Art. 67
Wie der man seins weibes vormunt shol sein.

Claget ain magt oder ein witewe vor gerichte vͤber ir rechten fuͤrmunt daz er in ir gut neme oder ir anders nicht wol tuͤge so shol im der richter fuͤr pieten vnd shol vͤber in richten als hie vor geshriben ist. vnd ist ein man seinen weibe nicht ebenpuͤrtik er ist doch ir vormunt vnd ir voget. vnd ist sie frei si muz doch sein genoͤezinne sein als sie an sein pette get. vnd gewinnet sie kint die gehoͤrent zv der lichtern hant. swenne abr der man stirbet so ist sie ledik vor seinem rechte vnd behebt recht nach ir purt. vnd nimt si ainen man nach im der vrei ist als si sie gewinnet freie kint als sie selber ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 64
Wy der man sines wibes vormvnder vnd phleger schol sin.

Clagt ein mait oder ein witwe vor gerichte vber iren rechten vormvnt daz er ir ir gvet neme oder er ir nicht anders wol tvge so schol im der richter fvr gepieten vnd schol er vber in richten als hy vorgeschriben ist. | Vnd ist ein man sinem wibe nicht ebenpvrtich er ist doch ir vormvnt vnd ir voyt vnd ist sy vrei sy mvz doch sin genozinne sin als sy an sin pete get vnnd gewinnet sy kint dy gehorent czu der lenken hant swenne aver der mann stirbet so ist sy ledic von sinem rechte vnd pehabt er daz recht nach ir gepvert vnd nimpt sy einen man nach im der vrei ist als sy selbe ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 61
Schwsp.(L.) Art. 68a
Wie ein kint frei wirt in seiner muter leibe.

Ob nv ein weip eines herren eigen ist div nimpt man vnd wirt kindes swanger ir herre ist vrei vnd lat sie ledic vnd sie wirt vrei nv vroge ich weder daz kint aigen oder frei sei. des vroge wir ainen maister von lantrecht der heizet marcelsus. der half den kvͤnige vil lantrecht machen. der sprichet daz dem kinde nicht shade do ez sein muter enphie von seinem vater ob sie da aigen was geit ez got daz ez geport wirt. Schwsp.(L.) Art. 68b
vnd geit sich ein vrowe ze eigen die vrei ist vnd treit sie iemittent kint weder kint vrei oder eigen sint. der meister spricht also. den kinden shol nicht shaden ir muter vnedeln e sie geporen wuͤrden. wan als sie geporen sint in welhem rechte die muter ist in dem selben sint auch die kint. wir haben von der shrift daz nieman eigen shulle sein. doch ist ez also dar komen mit gewalte vnd mit twanksol daz nv recht ist daz aigen leute sein.doch mak sich kein freis menshe zeigen geben. vnd versprechent ez die erbent ez shol ze rechte nicht sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 65
Wy ein kint vrei wirt in siner mvter leibe.

Ob ein wip eines herren eigen ist dy nimpt man vnd wiert kindes swanger ir herre ist vrei vnd let sy ledic vnd sy wirt vrei oder eigen sei des vrage wir einen meister von lantrecht der heizet marcelsus der half den kvnegen vil gvter lantrecht machen der sprichet also daz dem kinde nicht schade do ez sin mvter enphienc von sinem vater ob sy do eigen waz gibt ez got daz ez geporn wiert. | Vnd gibt sich ein vrove czu eigen dy vrei ist vnd treit sy dy weile kinder weder dy kint vrei oder eigen sin der meister sprichet also den kinden schol ir mveter vnedel nicht schaden esi geporn sint inswelchem rechte dy mveter czu der weile ist indem sint ouch dy kint. Wir haben von der schrift daz niemant schol eigen sin doch ist ez also dar chomen mit gewalt vnd twanschal daz nv recht ist daz eigen levte sin doch mac sic kein vreiez mensch czu eigen geben vnd versprehent ez sin erben ez schol von rechte nicht sin.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 62
Schwsp.(L.) Art. 68c
Wer ze rechte eigen leute haben mac.

Nieman mac eigen levte haben wanne freien vnd gotzhevser. alle dienstman die heizent aigen an der shrift. da von mugent sie nicht eigener leute haben. hort ein dienst man an ein gotzhaus vnd er gicht er habe eigen levte die seines gotzhevses aigen. vnd hat ein leien fuͤrste einen dienstman der gicht er habe eigen levte des ist nicht. sie sint seines herren. die geistlichen fuͤrsten ampt vnd die werltlichen fuͤrsten ampt sint gestiftet von erst mit vier fuͤrsten ampt. mit einem truchtsezzen mit einem marshalke mit aime kamerer vnd mit eime shenken. die musten von erste recht frei levte sint. die mugen wol haben aigen levte. vnd mac ein dinstman behaben daz sein vordern frei waren da sie sich gaben in daz fuͤrsten ampt oder ob er sich selber dran gegeben hat ob er frei was die haben mit rechte wol aigen leute. disiv levte die shuln sein der hoͤste mitter freien.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 66
Wer czu recht eigen leute mag gehaben.

Niemant mac eigen leute haben wan vreien vnd gocshuser alle dienstman dy heizent eigen ander schrift da von mvgen si nicht eiginer levte haben gehort ein dienstman an ein gocshus vnd er gicht er hab eigen levte dy sint eines gocshus eigen vnd hat eyn layenfvrste einen dienstman der gicht er habe [Seite 38] eigen levte des ist nicht si sint sines herren dy geistlichen fvrstenampt vnd dy wertlichen fvrstenampt dy sint gestifte von erste mit vier fvrstenamten mit einem marschalc mit einem kamerer vnd mit einem schenchem dy mvsten von erste rechte vreie leute sin dy mvgen wol haben eigen leute. | Vnd mac ein dienstman pehalten daz sin vordern vrei waren do sy sich gaben an daz fverstenampt oder ob er sich selben dran gegeben hat ob er vrei waz dy habent mit rechte wol eigen levte dise levte schullen sin dy hochsten vreien oder mitter vreien.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 63
Schwsp.(L.) Art. 70a
Von hohsten vreien vnd von mitter freien wie die selben vndersheiden sint.

Die fuͤrsten ampt sint mit fuͤrsten vnd mit anderen dingen gestiftet. vnd geit sein eigen leute an ein fuͤrsten ampt die sint nicht dienstleute si des fuͤrsten eigen. sie haben dienstmanne recht nicht. als wir gesprochen haben von den fuͤrsten ampte also wart auch daz reiche gestift von erste. Schwsp.(L.) Art. 70b
ez ist niemant semper vrei wann des vater vnd muter vrei waren. die von mittern vreien sint geporn die sint mitter vreien. vnd ist auch die muter semper vrei vnd der vater mitter vrei die kint werdent mitter freien. ingenuus daz spricht in latein die hoͤhsten vreien. libertinus daz sint die mitter freien. liber daz sint lantsezzen vreien. der hat iglicher svnder sein recht als wir her nach wol gesagen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 67
Von den hohen vreien herren vnd von den mittern vreien wy dy vnderscheiden sint.

Der fverstenampt sint mit fversten vnd mit andern dingen gestiftet vnd gibt ein vreier herre sin eigen levte an ein fverstenampt dy sint nicht dienstleute sy sint des fversten eigen sy habent dienstmanne rechte nicht als wir haben gesprochen von den fverstenampten also wart ovch daz riche gestiftet von erste ez ist niemant semper vreien wan daz vater vnd mvter semper vrei waren dy von mitter vreien da sint geporn dy sint mittern vreien vnd ist ovch dy mvͦter semper vrei dy vnd der vater vrei dy kint weren mitter vreien. Ingenuus daz sprichet inlatin dy hochsten vreien. Libertinus daz sint dy mittern vreien. Liber daz sint lantsezen vreien der hat iglicher pesvnder sin recht als wir her nach wol gesagen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 64
Schwsp.(L.) Art. 71
Ob ein herre seinen eigen levten nicht hilft auf ehafter not.

Swer eigen leute hat vnd vnde kvͤmpt der einez in seinem dienste in einen siechtum vnd wil im der herre in seiner notdurft nicht ze staten kvmen vnd vertreibet in von seiner helfe vnd uon seinem hause offenlich vnd kome im nicht ze hilfe do er im wol geholfen mochte han vnd wirt er gesunt der mensh ist iesa vrei.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 68
Ob ein herre sinen eigen levten nicht enhilfet von ehafter not.

Swer eigen levte hat vnd kvmpt der einez inseinem dienste in einen sichtvm vnd wil im der herre an siner notdvrft nicht czv staten komen vnd vertribet in von siner helfe vnd von sinem hvse offenlichen vnd kom im nicht czuhelfe do er wol geholfen mochte haben vnd wirt er gesvnt der mensche ist saze hant vrei.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 65
Schwsp.(L.) Art. 72
Wenne ein kint seine eigen leute vrei lat.

Ein kint daz nicht sibenzehen iar alt ist daz mac nicht sein aigen leute vrei gelan noch kein sein voget noch kein sein phleger. wer ez aber tut daz hat nicht craft. wir haben an der shrift daz dehain degen kint ieman vrei mugen gelazen er en sei zwenzig iar alt. so spricht man etewa nach gewonheit sibenzehen iaren. vnd die iunkvrowe mac nieman gelazen frei den sie sei sehzehen iar alt. vnd nach gewonheit virzehen iar. so machent auch die iunkvrow freie leute wol. lazen si abr die aigen leute frei vor diser iaren paide der iunkherre vnd die iunkfrowe so mvgen sie ir leute wol wider vordern als sie ze iren tagen kvmen sint vnd ze diesen iaren die hie benennet sint vnd sie sint ir aigen mit rechte. lex essentia inpedit libertatem. daz ist da uon gesezzet daz die kintheit nicht wizze hat. die kint mugens dannoch nicht getvn an ir phleger. Schwsp.(L.) Art. 73a
die maistere die dicz lantrecht gemachet hant di sprechent also durch der kuͤnige liebe vnd den leuten ze nuͤzze.
der seinen eigen knecht ze tode slecht ane shult vnd on gerichte daz er mit grozerm rechte gote gelten shuͤlle vnd dem richter puezen. ob man im beclaget vor dem richter man nimt im seinen leip billicher den ob er einen ze tode hette erslagen. ist daz man einer vrowen eigene leute geit ze heimstivre zeinen manne er mac ir nicht frei gelazen an ir guten willen. sie spricht sie wol an mit rechte. daz shol sie tun uor richter ez sei der man lebende oder tot. wil sie einen eit ze den heiligen sweren daz ez ir guter wille nie wuͤrde so hat sie ir leute behabt mit rechte vnd shol irz der richter in ir gewalt geben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 69
Wenne ein kint sin eigen levte vrei let.

Ein kint daz nicht sibenczehen iar alt ist daz mag nicht sin eigen levte vrei lazen noch kein sin voyte noch kein sin phleger swer ez aber tvet so hat ez keine chraft wir haben ander schrift daz degenkint niemant vrei mac gelazen er sy [Seite 39] czweinczic iar alt so sprichet man eteswo nach sibenczehen iar vnd ivncvrowe mac niemant vrei gelazen wan dye sechzehen iar alt ist vnd nach gewonheit vierczehen iar so machent dy ivncvrowen ovch wol vreie levte lazen aber sy sei vrei vordisen iaren peide ir ivncvrowe so mvgen sy ir levte wol wider vordern als sy czv ir tagen komen sint vnd czu disen iaren dy hye penennet sint vnd sint si ir eigen mit recht. Lex essencia inpedit libertatem daz ist da von geseczet daz dy kintheit nicht wicze hat. Dy kint mvgen ez dannoch nicht getvn an ir phleger. Dy meister dy dicz lantrech gemachent habent sprechen also den kvnegen czuliebe vnd den levten czunvcze.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 70
Der seinen eigen knecht czu tode slecht an schvlde vnd an gerichte.

Der sein knecht czu tode slecht an schulde vnd angerichte daz er in mit grozem rechte gut gelten schulle vnd dem richter pvezen ob man in peklaget vor einem richter man schol im sinen leib pillicher nemen danne ob er einen vromden slvge vnd ist daz man einer frowen eigen levte gibt czu heimstiwer czu einem manne er mag ir nicht vrei lazen an ir gueten willen si sprichet wol mit rechte der man leb oder tot si si pehabet sy mit rechte daz sy schol tvn vor ir richter wil ot sy eine czu den heiligen swern daz ez ir gvt wille nie wurde so hat sy ir levte mit rechte pehabt vnd schol irs der richter inir gewalt geben.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 66
Schwsp.(L.) Art. 74
Ob ein weip on ir mannes vrlop ir gut an wirt.

Ein weip mac ir gut on ir mannes urlop nicht hin gegeben noch eigen noch leipgedinge noch zinsgut noch varnde gut. daz ist da uon daz er ir uogt ist. maid vnd vrowe die nicht manne haben die werdent ir gut wol ane on ir vormunt ob sie ze iren tagen sint kvmen. da hoͤrent denne erben zv die shuln ez versprechen als recht sei. Schwsp.(L.) Art. 75
maid vnde vrowen die muͤzen mit rechte vor iglichem gerichte ir vormunt pei in haben oder sie shol der richter nicht hoͤren. vnd hot sie einen eman der pei dem lande ist der shol ez tun. vnd ist er nicht innen landes so shol sie ir einen nemen vor dem richter. der shol sein ir wirtes mac oder ir selbes mac. da ist da uon gesezt daz sie ez pezzer haben uor gerichte den die man. den waz die sprechent vor gerichte daz in shade ist daz sie des nieman vͤberzivgen mac ob si sein laugen wollen. swo ez den vrowen ze eiden kvͤmt den shuln sie selber tun vnd nicht die man die ir vormunt sint. ir vormunt shol auch gewer fuͤr sie loben vnde sol sie daz leisten. sie shol auch wider reiten noch gen noch kein arbeit han wan da man ir ze not bedarf. sein vormuntshaft wert nicht lenger vnz ir man her wider kvͤmt oder als lange sie wil. auf ieglich ein gericht kvͤmpt sie wol vormunt vnd lat ienen varn.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 71
Ob ein wip ir gut anwiert an ir mannes vrlovp.

Ein wip mac an ir mannes vrlovp ir gutes nicht hingeben noch eigen noch leipgedinge noch czins guet noch varvndes gut daz ist davon daz er ir voyt ist maide vnd vrowen dy nicht man habent dy werden ir gut wol an an ir vormvnt ob sy czu ir tagen komen sint da gehorent danne erben czu dy schullen ez vorsprechen als recht si meid vnd wip dy mvzen mit rechte vor iglichem gerichte in iglicher klage ir vormvnt py in haben oder sy schol der richter nicht horen vnd hat sy einen .e. man der indem lande ist der scol ez tvn. | Vnd ist er nich inir landes so schol si ir einen nemen vor dem richter [Seite 40] der schol sin ir vaters mac oder ir selber mac daz ist davon geseczet daz sy ez pezzer habent vor gerichte danne dy man wan swaz sy sprechent vorichte daz in schade ist. | Ist daz sy des niemant vbercziwgen mac ob sy sin lovgen wellent swo ez den vrowen czu ir eide kvmpt den schullen sy selbe tvn vnd nicht dy man dy ir vormunt sint. | Ir vormvnt schol ovch gewer fvr sy loben vnd schullen si daz leisten si schol ovch weder riten noch gen noch kein arbeit haben wan da man ir czu not pedarf sin vormvntschaft wert nicht lenger wan vncz ir man wider kvmpt oder als lange sy wil vf iglichem gerichte nimpt si wol vormvnt vnd let ienen varen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 67
Schwsp.(L.) Art. 76
Ob ein man seinem weibe ir gut wil verzern.

Unde ein vrowe einen man hat der vͤbel geraten ist vnd wil in ir gut ane werden daz ir ir vater oder ander ir frivnde gaben si mag ez mit rechte wol versprechen vnd behaben. sie shol varen fuͤr einen richter vnde shol ze dem ersten einen formunt nemen vnd shol ir der helfen clagen. vnd mag sie behaben mit der kvntshaft daz er vngeraten ist vnd in der vnfur ist daz sie vor im ir gutes angest hant so shol sie ez erzivgen zv ir selber zwene man. die shullen swere mit ir daz sie ez wares wizzen. so shol der richter sein poten ir vormunt geben. die shullen auf daz gut varn vnd shuln sich des vnderwinden. vnd wer ir dar nach kein leit tut der ist fridebrecher. daz shol der richter richten als recht ist. vnd ist daz er ir morgengabe hate gegeben si shol den richter varn vnd shol ir morgengabe behaben als hie vor gesprochen ist. vnd shol sie der richter auf ir morgengabe beshirmen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 72
Ob ein man sinem .e. weib ir gut verczeret.

Vnd ist daz ein vrowe einen man hat der vbel geraten ist vnd wil er ir gut anverden daz ir ir vater oder ander ir vrevnde gaben sy mag ez mit rechte wol vorsprechen vnd pehaben si schol varen fvr ir richter vnd schol des ersten einen vormvnt nemen vnd schol ir der helfen klagen vnd mag sy pehaben mit der chvnstschaft daz er vngeraten ist vnd inder vnfvͦr ist daz sy ir gutes vor im angest hat so schol si ez ercziwgen czv ir czwene man dy schullen sweren mit ir daz sy ez warez wizzen so schol der richter sine poten ir vormvnt geben dy schullen vf daz gut varn vnde schullen sich des vnderwinden vnd swer dar nach kein leit tvt der ist vridbreche daz schol der richter richten als recht ist vnd ist daz er ir morgengab hat gegeben si schol fvr den richter varn vnd ir morgengab pehaben als hy vorgesprochen ist vnd schol der richter si vf ir morgengab peschermen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 68
Schwsp.(L.) Art. 77
Wer nicht vormunt haben shol.

alle die vnelich geporn sint vnd die sich eloz gemachet hant an ir richte mit vntat den shol man allen keinen vormunt geben. ane die die zv der e gegriffen hant den mac man wol vormunt geben. dannoh gepristet maniges gerichtes daz die habent die elich geporen sint als wir her nach wol sagen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 73
Daz alle dy vnelichen geporn sint dy mvgen nicht vormvndes gehaben.

Alle dy vnelichen geporn sint vnd dy sich vnelich gemachet habent an ir rechte mit vntat den schol man allen kein vormvnt geben an die dy czu der .e. gegriffen habent den mac man wol vormvnt geben wan dan noch gepristet in manges rechtes daz dy habent dy elich geporn sint. [Seite 41]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 69
Schwsp.(L.) Art. 78
Ob ein einen lamen man man mit kanph an spricht.

Ob man einen lamen man kanph an sprichet der nicht vormundes hot man shol in einen tac geben vnd shol der ainen dar pringen der fuͤr in kenphe. swer der ist der daz tut den shol man fuͤr in nemen er habe denne sein recht verworcht als hie vor gesprochen ist.
hat ein man lem an handen oder an fuͤzen die man beweisen mac vnd ist daz so getane lem die in irret ob er kemphen shol vnd er wirt wol vͤberig allez kamphes. vnd er boͤser augen ist so ist abr kanphes ledig. mag abr er einen an sein stat gewinnen den shol er gewinnen durch liebe oder durch pheninge der ez tut. vnd wil er des mit willen nicht tvn der richter shol von des mannes gute einen kemphen gewinnen so er aller nehest mac. vnd mac er in nicht neher gewinnen er shol im gut halbez geben vnd dar vber nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 74
Ob man einen man czu kamphe ansprichet der nicht vormvnders hat.

Ob man einen man czu champhe ansprichet der nicht vormvnders hat man schol im einen tac geben vnd schol der darpringen einen der fvr in chemphe swer der ist der ez tvt den schol man fvr in nemen er habe danne sin recht verworicht als hy vor geschriben ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 75
Daz ein lempder man von recht vber wirt des kemphens ob er anwiert gesprochen.

Hat ein man lemde an den henden oder an peiden dy man pewisen mac vnd ist daz so getane lemde dy in irret ob er kemphen schol er wiert mit rechte wol vber daz er nicht kemphet vnd ob er povser ovgen ist er ist aver kamphes ledic mag aber er einen gewinnen so dvrich lieb so dvrich phenninge der ot ez tvt vnd wil er des mit willen nicht tvn der richter schol von des lamen mannes gute einen kemphene gewinnen so er allernechste mac vnd mag er in nicht neher gewinnen er schol im sin gut allez geben vnd nicht dar vber.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 70
Schwsp.(L.) Art. 79
Von der notwer.

und ist daz ein man den andern an kvͤmt ez sei tages oder nahtes vnd der eine laufet den anderen an vnd do ist nieman pei vnd sihet nieman. der eine weichet hin ob er mvge entweichen vnd wolde gerne von im. iener slecht auf in. dirre wert sich. wan erz in nicht erlat er slecht ienen ze tode in rechter notwer. nv vroge wir wie er die notdurft bereden shulle. wir sprechen. so er paldest mac ze deme richter kvmen vnd shol sich in des gewalt ergeben mit seinem leibe vnd shol im sein swert auf recht geben. vnd der richter shol in enphahen auf rechte rede. vnd clage ieman auf in der richter shol fuͤr in antworten. vnd shol den toten fuͤr tragen vnd shol auf in clagen. vnd shol mit fuͤrsprechen antworten. der ienen do erslagen hat den shol man erteilen daz er des swere daz er drei shriete hinder sich entwiche oder mere ob er entweichen moͤchte. daz ist also gesprochen. ob er also gahes auf in sluge daz er nicht entweichen mechte vnd daz er sich do alrest werte. vnd waz er getan daz er daz in rechter notwer getan habe seins leibes. vnd hat abr der tote man einen mac von seinem vater vnd wil in der kenphen des mac er in nicht geweigern er sei denne sein genoz nicht. vnd hot der tote man niemanz der im den kanph beutet so ist er mit rechte ledic vnd hot die notwer beredet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 76
Vmme einen tot Slac der da geschit von rechter notwer sines leibes.

Vnd ist daz ein man an den andern kvmpt ez sy nachtes oder tages vnd der eine lovft den andern an vnd da ist niemant py und dez sicht niemant der eine weicht hinder sich ob er mac entwichen vnd er wolte gerne von im iener slecht vf in dirre wert sich wan er ins nicht erlezet er slecht ienen czu tode in rechter notwer. | Nv vrage wier wy er dy notwer pereden schulle wir sprechen also er schol so er allerpaldest mac czv dem richter komen vnd schol sich indes gewalt ergeben mit seinem leibe vnd schol im sin swert vf recht geben vnd der richter schol in enphahen vf recht rede. Vnd klagt iemant vf in der richter schol in fvr antwurten vnd schol man den toten fvr tragen vnd man schol vf in klagen vnd er schol antwurten mit vorsprechen der ienen da erslagen hat den schol man erteilen daz er swer des daz er drei schrit hinder sich entwiche oder mer ob er entwichen mochte daz ist also gesprochen ob er also gehes vf in slecht daz er nicht entwichen [Seite 42] mochte oder an der stat da er nicht entwichen mac vnd daz er sich do allererst werte vnd swaz er getan hab daz er daz in rechter notwer getan hab sines leibes. | Vnd hat aber der tot man einen mag von sinem vater vnd wil in der kemphen des mag er im nicht geweigern er si danne sin genoz nicht. Vnd hat der tot man niemant der im pevtet so ist er mit recht ein ledic man vnd hat dy notwer peret.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 71
Schwsp.(L.) Art. 80
an wem der richter sin wette vnd sein pueze gewinnet.

Swer nicht envocht vnd nohe alwan ainen ane shreiet von gerichtes halben oder sein recht nicht enfuͤret so er der clage beginnet oder einen man ze kanphe ane sprichet oder vahet vnd im der mit recht entget oder ze auf geleiten tedingen ze rechter zeit nicht enkuͤmpt oder gar versavmet oder gerichte icht sprichet oder tut daz widerz recht vnd shulde die vor gerichte gewitert ist vmb dise igliche sache wettet man dem richter ie nach der stat vnd nach der leute gut gewonheit. vͤmb die shulde da der man bueze mit gewinnet da hat denn der richter als sein gewette von. dach wettet man deme richter dicke vͤmb vnzucht die man tut uor gerichte da der clager noch auf den div clage get keine puze an gewinnet. Schwsp.(L.) Art. 81
spricht ein gut an vnd wirt er da uon geweiset mit gerichte er pleibet ane pueze vnd ane wette die weil er sich des gutes nicht vnderwindet. vnd vnderwindet er sich des gutes an gerichte vnd ist ein fride ze den gezeiten gesworn so ist er fridebreche vnd daz get im an die hant. vnd ist abr nicht fride gesworn so buͤze mit pheningen nach guter gewonheit. swer gewette oder puze nicht engeit ze deme rechten zil der vronpote shol in phenden oder shol er ez versezzen oder verkaufen ob er ein gast ist dem die pheninge shuln. vnd ist er nicht ein gast man shol daz phant behalden siben tage. der ez denne nicht enloͤset man shol ez versezzen oder verkaufen. man shol kein phant an die iuden sezzen den mit iens willen des dacz phant da ist ez ensei denne so verre daz er inz an gedinget habe so ist ez recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 77
An wem der richter sin gewette vnd sin pvze gewinnen schol.

Swer nicht vnd nach enwolget wan einen anschriet von gerichtes halben oder sin recht nach rechte nicht fvret so er der klage peginnet oder einen man czu kamphe ansprichet oder vahet vnd im der mit recht enget oder czu vfgeleitem teidingen czu rechter czit nicht enkvmpt oder gar versovmet oder vorgerichte icht sprichet oder tvet daz wider recht ist vnd schulde dy vorgerichte gewettet ist vmme dise igelich sache wettet man dem richter ie nach der stat vnd nach der levte guter gewonheit vnd alle schulde da der man pvze mit gewinnet da der richter sin gewette an doch wettet man dem richter dicke vmme vnczvcht dy man tvt von gerichte da der klager noch vf den dy klage daget kein pvze an gewinnet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 78
Wy ein man gvt ansprichet vnd wirt da von gewiset mit rechte vnd vnderwindet sich dar nach des guͤtes an gerichte.

Vnd ist daz einman gvt an sprichet vnd wiert er da von gewiset mit rechte er peleibet an pvze vnd an gewette dy weil er sich des guetes nicht vnderwindet vnd vnderwindet er sich des gvetes angerichte vnd ist ein vride czu den cziten gesworn so ist er ein vridprecher vnd daz get im an dy hant. Vnd ist aver nicht vrides gesworn so pvze mit phenningen nach gvter gewonheit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 79
Der sin pvze czu rechter czeit nicht engibt waz man dem tvn schol.

Swer gewette oder pvͤze nicht gibt czu rechter czeit der vrone pot schol in phenden vnd schol erz verseczen oder [Seite 43] verkovfen ob er ein gast ist dem dy phenninge schullen vnd ist er nicht ein gast man schol daz phant pehalten siben tage der ez danne nich enloset so schol man ez verseczen oder verkovfen man schol kein phant an dy ivden seczen wan mit ens willen des daz phant ist ez en sy danne als verre daz er ins angedinget habe so ist ez recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 72
Schwsp.(L.) Art. 82
Wie man vmb freuel dreier puze shuldic wirt.

Ez mac ein man vmb ein shulde dreier puze shuldig werden. tut er ein freuel in deme mvͤnster oder in dem vreithoue er muz geistlichem gericht vnd werltlichen puezen vnd dem an dem er hat gefreuelt. daz sint drei pueze.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 80
Wy man vmme ein vrevel drier pveze schvldic wiert.

Ez mag ein man vmme ein vrevel drier pveze schvldic werden tvt er einen vrevel inder kirchen oder indem vreithof er mvz geistlichem gerichte vnd werltlichem pvzen vnd dem an dem er hat gevrevelt daz sint drei pvze.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 73
Schwsp.(L.) Art. 83
Wie man herren phenden shol auf iren guten.

Ez ensol kein man fuͤr seinen herren phenden dulden wenne als uil er im ze zinse shol. vnd ist daz ein man von eime gotzhause leute ze lehen hat vnd sie geben iren zins hinz irm gotzhause man shol sie nicht phenden fuͤr den herren der sie ze lehene hot vnd wer dar vber tut der raubet daz gotzhaus vnd den herren der sie ze lehene hot. vnd der shol sie shirmen vnd sie shuln im clagen ob in iman icht tut vnd er shol sie niezen in der weise als sie im gelihen sint. vnd nuͤzzet er sie anders daz shol er clagen do erz ze rechte clagen shol. der hoͤhste nuz den er uon in shol hon so shol er nemen ein vogt recht als vil als im da uon gesezzet sei. waz er dar vͤber sie nuzzet daz ist vnrecht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 81
Wy man dy herren phenden schol vf irem gvte.

Ez enschol kein man fvr sinen herren phenden dvlten wan fvr als vil als er im gibt cze czinse vnd ist daz ein herre von einem gotshvs levte czv lehen hat vnd sy gebent ir czinse czv ir gotshus man schol sy nicht phenden fvr den herren der sy czu lehen hat vnd swer ez dar vber tvet der rovbt daz goteshvs vnd den herren des lehen sy sint vnd der shol sy peschirmen vnd sy schullen im klagen ob in iemant icht tvet vnd er schol sy nvczen inder wis als sy im gelichen sint nvczet er si icht anders daz schol er klagen da erz czu rechte klagen schol. | Der hochste nvcz den er von im schol haben so schol er nemen einen voyt recht als vil als im da von geseczet si waz er dar vber nevzzet das ist vnrecht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 74
Schwsp.(L.) Art. 84
Wenne man zins geben shol oder daz gut uerloren sei.

Swer zins von gute geben shol nicht uon varndem gute der shol in geben auf den tac als im besheiden wirt so man im daz gut leihet vnde geit. vnd geit er im daz gut des tages nicht er shol im den zins zwiualt geben des nehesten tages dar nach vnd dar nach alle tage so uil die weile er den zins inne hat. vnd als des zins so uil wirt als daz gut wert ist so shol sich der herre des gutes vnderwinden mit des richters poten. nv shult ir hoͤren wie man den zins eischen shol. er shol in oder seine poten ze seinem hause eischen vnd shol die nakebavr dar zv nemen ob sie da sint. sint sie da nicht so neme ander vrume leute ob erz welle levken daz erz mit in erzivge daz er in gevordert habe als recht sei. daz shol er selb dritte tun. vnd ist sein haus ze verre er shol in suchen auf dem gute da man im den zins abe geben shol. wederthalp er in eishet mit gezivge so hat er recht. mac abr der der daz gut in gewere hat erzivgen selb dritte daz er den zins gegeben hot an dem tage der im besheiden wart so hot er iene gezivge verleit vnd hat sein gut behabt. da ist da uon daz er in der gewer ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 82
Der den czins czu rechter czit nich engibt so schol er in dar nach czwivalt geben.

Swer czins von gut schol geben nicht von varvndem gvt der schol in geben vf den tac als im penennet wiert so man im daz gvet leihet vnd gibt er im daz gvet des tages nicht er schol im den czins geben czwivalt des nechsten tages dar nach alle tage als vil dy weile er den czins inne hat vnd als des czinses als vil wiert als daz gvet wert ist so schol der herre sich des gvtes vnder winden mit des richters poten. [Seite 44]

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 83
Wy man den eischen schol.

Nv schult ir horen wy er den czins heischen schol weder schol er sinen poten czv sinem hovs heischen vnd schol dv nach gepver dar czv nemen ob sy da sint sint sy da nicht so nem er ander piderbe levte ob man im lovgen da ers mit erczivge daz er in gefodert hab als recht sy daz schol er selbe dritte tvn. | Vnd ist sin hvs czv verre er schol svchen vf dem gvete da man im den czins von geben schol swederthalbe er in heischet mit geczevgen so hat er recht. Mag aber der der daz gvet in siner gewer hat erczevgen selbe dritte daz er sinen czins gegeben hab an dem tage der im pescheiden wart so hat er iene czevge verleit vnd hat sin gvet pehabt daz ist davon daz er inder gewer ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 75
Schwsp.(L.) Art. 85
Wie man auf geltendem gut phendet.

Einen iglichen man mac man wol phenden auf seinem gute da man im gelt uon geit an des richters urlop. vnd weret man im phant vnd ist daz gut sein er nimpt vͤberhaupt ein phant mit rechte. vnd ist daz daz der man sein nicht enist so shol er dem richter clagen. der shol im phant antworten vnd shol er dem richter puͤezen vnd auch seinen herren dar vͤmb daz er im phant versaite. die vrteil ist ein phunt oder fuͤnf shillinge ie nach des landes gewonheit.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 84
Wy man vf geltvndem gvt phenden schol an des richters vrlovp.

Einen iglichen man mac man wol phenden vf sinem guͤt da man im gelt von gibt an des richters vrlovp wert aver man im phant vnd ist daz gut sin er nimpt vberhoupt ein phant mit rechte. | Vnd ist daz der man sin nicht en ist so schol er dem richter klagen der schol im phant antwurten vnd schol er dem richter pvezen vnd ovch sinem herren dar vmme daz er im phant versait daz vrteil ist ein phvnt oder fvmf Schillinge ie nach des landes gewonheit.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 76
Schwsp.(L.) Art. 86a
Wie man einen richter welen shol.

Iglich werltlich gerichte daz hat begin von kuͤr. daz ist also gesprochen daz dehein herre sol den leuten keinen richter geben wen den sie da welen. an dem shol auch der dinge deheines sein die ich hie nennen wil. swen die leute ze richter nemen der shol nicht meineide sein. er shol nicht in der echte sein noch in den panne. er shol nicht ein iude sein noch ein kezzer noch ein heiden. er shol nicht lam sein an handen noch an fuezen. er shol nicht plint sein. er shol nicht ein stumme noch ein tore sin. er shol ein ekint sein vnd shol ainz vnd zwenzig iar alt sein vnd sol vber achzig iar nicht sein. welhez der dinge aines an dem richter ist der mac mit rechte nicht richter gesein. ein iglich richter shol vier tugent an im han. vnd die selben vier tugent heizent fuͤrsten vber die gerechtikeit. daz ander weisheit. daz dritte maze. daz virde sterke. er shol gerechtikeit haben also dacz er durch liebe noch durch veintshaft noch durch kein gut nicht entv wan daz recht sei. er shol starc sein also daz er sein herze also starkes halde daz ez deme leibe nimmer gerate daz wider daz recht sei. vnd ist daz daz herze einen boͤsen mut gewinnet so shol der leib so stark daz er dem poͤsen mute widerste. wan die tugent fuͤr alle tugent get swer poͤsen mute widerstet. ein richter shol so stark sein daz er leip vnde gut shol wagen daz er daz recht beshirme. er shol auch also weise sein daz er daz vbel von dem guten vnd daz gute von dem vͤblen kvͤnne sheiden. vnd kan er daz so ist er weiser richter. die besten tugent shol er han daz ist daz er got fuͤrchten shol vnd daz er daz recht minnen shol vnd allez vnrecht hazzen so ist ein weiser richter. daz dritte ist die maze. er shol durch daz recht noch durch daz vnreht nimmer vnmezlichen zorn gewinnen daz er wider daz recht ichtes tu in seime zorne wie gewaltig er sei vnd daz er iemande shelde. er shol weder ze gehe noch ze trege sein an dem gerichte. er shol auch mezzig an ezzen vnd an trinken sein vnd an allen dingen. dise vier tugent sint also tugenthaftig daz ein ane die ander nicht frum ist. swer eine pricht der hat sie alle zeprochen. die vier tugent zemen allen herren wol vnd allen richtern vnd allen den got gerichte vnde gewalt hat verlihen. vnd wizzet. welch richter oder herre der tugent nicht enhot den hazzet got vnd missevellet allen leuten. Schwsp.(L.) Art. 86b
vnd welch richter vnrecht vrteil geit oder gestatet daz si ander leute sprechent tut er daz durch liebe oder durh haz oder durch gutes willen der verlivset gotes hulde. vor werltlichem gerichte sprechent die richter nicht vrteil. daz ist dar vͤmb gesetzet daz sie nicht alle wei weise leute sint vnd daz daz gewoͤnlicher ist daz vnder den leuten allen die da vor im sizzent weiser leute sint den der richter alleine. keinem richter ist nicht gesezt daz er gut neme wan sein rechte puze. swer nv anders richter sezzet wan als hie gesprochen ist der tut wider got vnd wider die leute.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 85
Wy man ein richter kiesen schol.

Iglich werltlich gerichte daz hat ein anewanc von der kver daz ist also gesprochen daz keine herre schol den levten kein richter geben wan den sy wellent an dem schol ovch der dinge einez nicht sin dy ich hy nicht nennen wil. | Swen dy levte czv richter wellent der scol nicht meineide sin er schol ovch nicht inder echte syn noch indem panne er schol ovch nicht eyn ivde syn noch ein keczer noch ein heiden er schol ovch nicht lam sin an henden vnd an fvezen er schol ouch nicht plint sin er schol ouch nicht ein stvmme noch ein tore sin er schol ein ekint syn vnd schol eins vnd zweinzic iar alt sin er schol ovch vber achczic iar nicht syn. Swelich [Seite 45] der dinge einez an dem richter ist der mach mit recht nicht richter sin. Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 86
Waz tvgent ein iglich richter an im schol haben. Ein iglich richter schol vier tvgent an im haben vnd dy selben vier tvgent heizen dy meister fversten vber alle tvgent. Daz eine ist recht richter daz ander weisheit daz dritte maze daz vierde sterke. | Er schol gerechticheit haben also daz er dvrich lieb noch dvrich leit noch veintschaft noch dvrich keines gvtes willen nicht anders schol tvn wen daz recht ist. | Er schol starch sin also daz er sin hercze also starchez hab daz er nummer keyn liebe gerate daz wider recht sy. Vnd ist daz daz hercze einen posen mvt gewinnet so schol der leip also starch sin daz ez einem iglichem posen mvͦt widerste. Wan dy tvgent fvr alle tvgent get. | Swer posem mvte wider ist. | Eyn richter schol ovch also starch syn daz er syn leip vnd syn gvt schol wagen daz er daz recht schol schirmen. Er schol ovch also wise syn daz er daz vbel von dem guten kvnne scheiden vnd kan er daz so ist er ein wiser richter. | Dy pesten tvgent schol er haben daz ist daz er got fvrchten schol vnd daz er daz recht minnen schol vnd alle vnrechte dinc hazzen schol so ist er ein wiser richter. | Dicz ist dy maze er schol dvrich daz recht noch dvrich daz vnrecht nimmer als vnmeslichen czorn gewinnen daz er wider dem rechten immer icht getv er schol ovch so czornic nimmer werden swy gewaltic er sy daz er vnkevs wort immer gespreche vnd daz er niemant schelde. | Er schol ovch weder czugahe nvch czu trege syn an dem gerichte er schol ouch mezzic syn an ezzen vnd an trinken vnd an allen dingen dise vier tvgent sint also tvgenthaft daz einen an dy andern kein frvm ist. | Swer eine czv prichet der hat sy alle czv prochen. | Dy vier tvgent geczement allen herren wol vnd allen richtern vnd allen den den got gericht vnd gewalt verlihen hat vf ertrich vnd seit des gewis swelich herre oder richter dyse vier tvgent nicht en hat den hazzet got vnd der missevelt wisen levten. | Vnd swelich richter vnrecht vrteil gibt oder gestatet daz si ander levte sprechent tvt er daz dvrich lieb oder dvrich haz oder dvrich gvtes willen der verlevset [Seite 46] gotes hvlde vor werltlichem gerichte. Sprechent dy richter nicht vrteil daz ist dar vmme geseczet daz sy nicht alle wise levte sint vnd daz daz wenlicher ist daz vnder den levten allen dy da vor im siczent wiser levte sint danne der richter aleine keinen richter ist geseczet nicht daz er gvet neme wan sin recht pvze. Sver nv richter anders seczet wan als hye gesprochen ist der tvt wider got vnd wider dy levte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 77
Schwsp.(L.) Art. 86c
Wie ein richter gut nimpt widerz recht.

Swelch richter von einem gut nimpt der nicht recht hat der tut recht als iudas der daz recht verkauft vnd nam dar vͤmbe vnrecht gut. also hat der richter getan. er hat seinen pruder verkaufet vmb ein cleinez gut. dar vͤmb hat er gotes hulde uerlorn. vnd ist daz in des got ermant daz er ez wider tun wil so shol er daz gut daz im iener vm vnrecht gap daz shol er dem nicht wider geben der imz da gap. wan erz deme richter gap daz er hulfe vnrechtes vnd er daz recht vertilgete. da von gap er im svͤntlich vnd shantlich. do nam ez der richter als vbel. da uon shol ez dem nicht wider werden der ez do gap daz er im vnrechtes hulfe. es shol der richter dem wider geben dem vnrecht geshach. im ist der richter shuldic allen den shaden ze gelden der im da geshach. da uon shuln sich alle richter huͤten daz sie nieman vnrechte tun noch staten ze tune. ein iglich man der richter ist oder gewesen ist vnd wil sich der uon gote rechtuertigen so shol er sid bedenken wo er gut ze vnrechte vnde swem er gut ze vnrecht verloren hat. deme shol er daz wider geben nach rechte vnd nach minnen. wir haben von den richtern nv gnvg gesprochen welhe richtere mugen sein oder nicht daz selbe spreche wir von den fuͤrsprechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 87
Ob der richter gvt nimpt wider daz recht so tvt er als iudaz der da got verkovft.

Swelich richter gvt nimpt von einem der nicht recht hat der tvt recht als iudaz der da verkovfet daz recht plut vnd nam darvmme vnrecht gvt also hat der richter getan er hat sinen prvder verkoft vm ein wenic gvtes daz schol er wizzen daz er gotes hvlde darvmme verlorn hat. | Vnd ist daz in des got ermant daz er ez wider tvn wil so schol er daz gvt daz im gener gab vmme vnrecht daz schol er dem nicht wider geben der ez im da gab wan erz dem richter gab daz er im hvlf vnrechtes vnd daz er daz recht vertiligt davon gab er svntlichen vnd schentlichen do nam ez der richter als vbel da von schol ez dem nicht wider werden der ez da gab daz man im vnrechter hvlfe ez schol der richter dem wider geben dem da vnrecht geschach im ist halt der richter allen den schaden schvldic czv gelten der im geschach da von schullen sich dy richter hvten daz sie niemant kein vnrecht tvn noch gestaten czvtvn. | Ein iglich man der richter ist oder gewesen ist vnd wil sich der gein got rechte vertigen so schol er sich pedenchen wo er gvt czv vnrecht vnd swen er ez verlorn hat dem schol er daz wider geben nach rechte vnd nach liebe. | Wir haben von den richter genvk gesprochen swaz wir von den richtern haben gesprochen welche nv richter mvgen gesin oder nicht daz selbe spreche wier ovch von den vorsprechen daz selbe schol an in sein als an den richtern.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 78a
Schwsp.(L.) Art. 87a
Dicz ist uon den uorsprechen.

Die fuͤrsprechen shullen sein als die richter. wan si wol gut nement vͤmb ire wort vnd anders nicht wan ob sie arbeit hant ob sie arbeit shuln varn dem ze dienste des wort si sprechen shuln oder ob sie kost haben die shol er im gelten in des dienste si varn. der fuͤrspreche shol niemans wort sprechen der vnrecht hot. so hat daz vnser lantrecht. gepevt ez im der richter daz er sein wort sprechen muͤze doch sage wir nicht daz ez recht sei. ez ist ein gewonheit. wer des wort spricht der vnrecht hat der kan sich kavm bewarn gegen gote dacz er rechte var. wan ob er dem hilft mit siner kunst der vnrecht hat dast wider got. dar vͤmb shol er den richter biten daz er in vͤberhebe daz wort ze sprechen. tut der richter des nicht so shol er nicht sprechen den als im iener sait oder uon andern leuten hoͤrte. vnd versavmt der fuͤrspreche einen der rechte mit wizzen oder mit seinen willen der ist gegen gote vnd gegen im als shuldic als uil er im verloren hot. vnd ist daz er eines wort spricht vnde von ienem gelobt hat gut ze nemen oder genvmen hot vnd disen versaumt des wort er spricht durch die mite der hot nicht gesvͤndet minner denne iudas der got verkaufte. er hat seinen pruder verkauft. wan wir sint alle gepruͤder in gote. er hot auch sein zvnge verkauft. vnd sprichet in iener an des wort er so vngetriwelich gesprochen hat vor dem richter vnd mac er ins selb dritte vͤberzivgen er shol im pillich zwiualt gelden als ob er daz gut enphangen habe vnd ist dem richter seiner zvngen shuldig vnd mit zehen phunden ze loͤsen. er shol armer leute wort durch got sprechen. vnd tut er des nicht gerne daz ist wider got. vnd der richter mag imz gebieten mit rechte daz er armer leute wort spreche. vnd pit ein man den anderen daz er sein wort spreche vor gerichte vnd sagt im al sein heimeliche vͤber die sache vnd sie kvment vor den richter gegen dem die sache ze handeln ist der nimpt den selben fuͤrsprechen den iener genomen hette vnd sein heimliche gesagt hette weder mag er ze rechte vͤberwerden oder nicht. wir sprechen also. get iener dar vnd seit dem richter daz im der man gen dem die sache ze handeln ist sein heimlich geseit habe vnd wil der richter des nicht gelauben so shol iener dar gen vnd swern daz ez also sei. in solz der richter von rech erlan daz er sein wort icht spreche vnd shol ieme gepieten daz er ienz wort spreche der im seine heimeliche geseit habe. diz recht ist vor geistlichem gerichte vnd vor werltlichem.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 88
Von den vorsprechen daz keiner kein gvt nicht schol nemen noch sin czvnge verkovfen.

Dy vorsprechen schullen syn als dy richter wan daz sy wol nement gvt vmme ire wort vnd anders nicht wan ob sy [Seite 47] arbeit habent ob sy vber velt schvllen varn dem czv dienste des wort sy sprechen schullen oder ob sy chost habent dy schol er in geben indes dienst sy varent. | Der vorspreche schol niemans wort sprechen wan der recht hat vnd sayt im sin gewizzen daz er vnrecht hat er schol syn wort nicht sprechen so hat daz vnser lantrecht gepevt ez im der richter er mvz syn wort sprechen doch sage wier nicht daz ez recht sy ist ein gewonheit swer des wort spricht der vnrecht hat der chan sich kovme pewarn gein got daz er recht var wan ob er dem hilfet mit siner kvnst der vnrecht hat daz ist wider got er schol sich also pewarn gein got er schol den richter pieten daz er in erlaze sin wort czu sprechen wan als im iener seit oder von andern levten horet | Vnd versovmet ovch ein vorspreche einen der recht hat mit wizzen oder mit seinem willen der ist gein got vnd ovch gein ienem als schvldic als vil als er im verlorn hat. Vnd ist daz aver daz er eines wort sprichet vnd von ienem gvt gelopt czu nemen oder genomen hat vnd disen versovmet des wort er spricht mit willen der hat ovch nicht minner gesvndet danne iudas der got verkovfte wan wir sin alle an einander prvder in got der selbe iudas ovch sin czvnge verkovfte vnd sprichet in iener an des wort er also vngetrivlichen gesprochen hat vordem richter vnd mac er ins selbdritte vber czevgen er schol im den schaden czwivalt gelten als ob er daz gvt enphangen hab vnd ist dem richter siner czvngen schvldic oder mit czehen phvnden czv losen er schol armer levte wort dvrich got sprechen vnd tut er des nicht gerne daz ist wider got vnd der richter mag ez im gepieten mit rechte daz er armer levte wort spreche. | Vnd pit ein man den andern daz er syn wort spreche vor gerichte vnd seit im alle sin heimlichkeit vber dy sache vnd sy koment fvr den richter gen dem dy selbe sache czv handeln ist der niemet den selben vorsprechen den iener genomen hatte vnd sin heim sin heimlichkait gesagt hette weder mac czv recht vber werden oder nicht. | Wier sprechen also get iener dar vnd seit dem richter daz im der man gerne dem dy sache czvhandeln ist sin heimlichkeit gesait hab vnd wil der richter des nicht gelovben so schol iener dar gen vnd schol swern daz ez also sy ez schol inder richter von [Seite 48] recht erlazen daz er sin wort icht spreche vnd schol im ie mer gepieten daz er iens wort spreche der im sin heinlich gesait hat dicz recht ist recht vor geistlichem gerichte vnd vor werltlichem gerichte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 78b
Schwsp.(L.) Art. 87b
Von dem selben gerichte.

und spricht ein man eins menshen wort vor gerichte vͤmb ein sache vnd sait im der man sein heimeliche vber die sache vnd wirt die sache auf geshoben der vorspreche mac mit rechte vmb die sache nimmer mere wider in gesprechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 89.

Ob ein vorspreche eines wort spricht vm einheimliche sache vnd wirt dy vfgeschoben er mac von recht nimmer mer wider ingesprechen. Vnd sprichet ein man eines menschen wort vor gerichte vme ein sache vnd sagt im der man sin heimlichkeit vber dy sache vf geschoben der vorspreche mac mit rechte vmme dy sache nimmer wider ingesprechen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 79
Schwsp.(L.) Art. 88
Von den rat geben.

Nv shulle wir sprechen uon den ratgeben. vnd ist ein man als weise daz er den leuten wol guten rat kan geben vnd bit ein man daz er im rate vͤber seine sache er ist nicht shuldic rat ze geben vͤmb sus. er mac sein gut dar vͤmbe nemen mit rechte also daz er im auf daz rechte rate. vnd wirt im der rat nuͤzze er ist im des geldes shuldig. wirt im abr sein rat nicht nuͤzze er shol im nicht dar vͤmbe geben. vnd geit er auch rat ienem der wider in ist an der sache der hat als vil shulde als der vngetriwe fuͤrspreche von deme hie vor geredet ist. er shol auch den leuten durch got rat geben. des ist er in uon gote shuldic. hie vor habe wir mer von ratgeben vnd her nach.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 90
Von den rat geben wy sy den levten raten schullen dvrich got.

Nv schvlle wir sprechen von den ratgeben vnd ist ein man als weise daz er wol den levten geraten kan vnd pit in ein man daz er im rat vber sin sache er ist im nicht schvldic rat czv geben vmme svs er mac wol syn gvt dar vmme nemen mit rechte also daz er im vf daz rechte rat vnd wiert im der rat nvcze so ist er im des gvtes schvldic wiert aver im sin rat vnnvtze er schol im nicht dar vmme geben vnd gibt er ienem ovch rat der da wider in ist an der sache der hat als vil schvlde als der vbel vorspreche von dem hy vorgesprochen ist er schol ovch den levten dvrich got rat geben des ist im er dvrich got schvldic hy vor habe wir mer von ratgeben vnd hernach.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 80
Schwsp.(L.) Art. 89
Von den gezivgen.

Dicz ist uon gezivgen. hie uor ist geseit wer gezivk mac gesein oder nicht. vmb welhe sache der man gezivg ist da shol er nicht gutes vͤmbe nemen. vnde kvͤmt er fuͤr den richter vnd shol er ieman seins rechten helfen vber den er da sweren shol er mac in verwerfen da mit daz im gut geheizen sei. vnd laukent er des daz im gut weder geheizen noch gegeben sei daz shol er bereden mit den zwen vingern oder er sholz in vͤberreden selb dritte die daz warz wizzen daz im gut dar vͤmbe gut geheizen si vnd daz er daz lobte ze nemen oder ez enphangen habe. als er des vͤberzivget wirt so shol er dem richter puzen mit ainem freuel. die ist etwa fuͤnf shillinge etewa ein phunt. vnd shol ein iar sein daz er keines mannes gezivg mac gesein noch weibes. ez ist ein groz vntat daz er gut dar vͤmbe nimt daz er eime seines rechten hilfet oder des vnrechten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 91
Von den geczevgen daz sy kein gvet nicht nemen schullen.

Dicz ist von geczevgen hy vor ist geseit wer geczevc mac sin oder nicht vmme ein swelich sache der man geczevc ist da schol er nicht gvetes vmme nemen vnd kvmpt er fvr den richter vnd schol er iemant sines rechtes helfen vber den er da sweren schol er mac in verwerfen da mit daz im gvet geheizen ist vnd lovgent er des daz im weder gvet geheizzen noch gegeben sy daz schol er pereden mit sinen czwein vingern oder er schol indes vber reden selbe dritte dye daz warz wizen [Seite 49] daz im gvt dar vmme geheizen si vnd daz er daz lopte czenemen oder ez enphangen hab als er des vberczevget wiert so schol er dem richter pvzen mit einer frevel dy ist eteswo fvnf schillinge eteswo ein phvnt vnd schol ein iare sin daz er nimmer keines mannes geczevge wiert noch wibes. | Ez ist ein groze vntat swer gvt dar vmme nimpt daz er einem sines rechtes hilfet oder vnrechtes.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 81
Schwsp.(L.) Art. 90
Wie ein shade pezzer ist den viere.

Nv ob ein man sein recht anders nicht behaben mac ern gebe dem richter gut vnd anderen die zv dem gerichte hoͤren die hie uor gennet sint wir raten im also. e er sein recht verliese daz er sein gut gebe. ez ist pezzer ein wenig gegeben den ein michel teil verlorn er geit ez vngerne vnd mecht er sus haben gewunnen er hette in nicht geben. wann da uon hat er sein kein svͤnde. die begent toͤtlich suͤnde die so getanes gut nemen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 92
Wy ein schade pezzer ist denne vier.

Ob ein man syn recht anders nicht pehaben mac er gebe dem richter gvt andern dy czvdem gerichte horten dy hy vor genennet sint wier raten im also est daz er syn recht verliese daz er sin gvt gebe es ist pezzer ein wenic gegeben denne ein michelteil verlorn er gibt ez ungern vnd mocht er svst recht haben gewinnen er hiet im nicht gegeben wan da von hat er sin kein svnde dy habent totlich svnde dy so getane gvt nement.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 82
Wie der richter den pan von dem kvnige sol enphahen.

Ez mak mit rechte kein paur richter sein noch nieman der sein recht verloren habe. begegent abr ein tat uon diepheit oder uon raube die nimmer ist denne fuͤnf shillinge da mac man wol einen vogt vber kiesen da doch des kvͤniges pan ist der dar vber richtet. ich mein also wo der richter nicht ist der vmbe wunden richten shol da mac man wol einen kiesen der vͤber haut vnd har richtet ez sei in steten oder in doͤrfern. swo man richtet anders denn hie geshriben ist der wirt shuldic an den livten. ein vogetei ist nicht recht lehen. wan wo man richter nemen shol den shol man nemen nach der leute kuͤr. swer des pannes nicht enhat von dem kvͤnige der mag nicht gerichten wan ze heute vnd ze hare. dicz besheide wir also. hat ein phaffen fuͤrste werltlich gerichte von dem kvnige der mac nieman da uon keinen pan geleihen da ez den leuten an den leip oder on plutregen regen get. vnd enphilhet ein phaffen fuͤrste seinem richter also sein gerichte daz er vber die plutregen richte so wirt er shuldic an allen den die ir plut auz giezent. vnd wil er rechte varn so shol er seinen richter zv deme kvͤnige senden dem er sein gerichte leihet. vnd mac der dar nicht kvmen so shol der fuͤrste seinen poten dar senden daz er seinem richter den pan an einen priue sende vnd ist auch recht. dirre dinge bedarf ein leie nicht der gerichte enphahet uon dem kuͤnige. der leihet wol den pan dem richter vnd der richter mag in nicht fuͤrpaz geleihen. vnd hat der richter svnderlich gerichte da man vm plutregen richten shol der shol iglichem besundern seinen pan leihen. aller hande clage vnd allez gerichte mac ein richter wol richten der den pan hat in seinem gerichte wan ob man auf einen claget. daz mac er nicht gerichten noch kein richter wan an der rechten dingstat. daz ist also gesprochen. swo daz eigen leit da shol man auch dar vͤber richten. bei kuniges panne mac man wol richten. swer den pan eines enphahet der bedarf in nicht anderweit enphahen ob der kvͤnig stirbet. vnd ist der richter dennoch an dem gerichte der den pan enphangen hat von deme kvnige ob er tot ist so hot er den pan mit rechte. vnd wirt im abr daz gerichte genumen ioch die weil der kvnig lebete vnd shol er wider richter werden er shol den pan anderweid enphahen. nah des kvniges tode so hat er in wol mit rechte alle die weile dacz er richter vnde gewaltig ist des gerichtes.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 93
Wy dy richter den pan von dem kvnege en phahen schullen.

Ez mac mit rechte kein gepver richter sin noch niemant der sin recht verlorn hat pegent aber sy ein tat von devpheit oder von rovbe dy minner ist danne fvmf schillinge da mac man wol einen voyt vber kyesen da doch des kvneges pan ist der dar vber richter ich mein also swo der richter nicht ist der vmme wunden richten schol da mac man wol einen kyesen der czvhovte vnd czv hare richtet anders denne hy geschriben ist der wiert schvldic an den levten. | Ein voytei ist nicht recht lehen swo man richter nemen nach der levte chver. | Swer des pannes nicht en hat von dem kvnige der mac nicht gerichten wan czvhovt vnd czvhare daz pescheide wir also. | Hat ein phaffen fverste wertlich gerichte von dem kvnege den mac niemant davon kein pan gelihen da ez den levten an den leip oder an plvt regen get. | Vnd enphilhet ein phaffen fverste sinem richter also sin gerichte daz er vber plvt regen richte so wiert er schvldic an allen den dy ir plvt vz giezent vnd wil er recht varn so schol er sinen richter czv dem kvnige senden dem er sin gerichte leihet vnd mac der dar nicht komen so schol der fvrste sinen poten czvdem kvnige senden daz er [Seite 50] sinem richter den pan an einem priefe sende. | Vnd ist ovch rechte der dinge pedarf ein leie nicht der gerichte enphehet von dem kvnige der leihet wol den pan sinem richter vnd der richter mag in fvrpaz nicht gelihen. | Vnd hat der richter svnderliche gerichte da man vm plvt regen richten schol der schol iglichem pesvnder sinen pan leihen aller hande klage vn allez vngerichte mac ein richter wol richten der den pan hat insinem gerichte wan ob man vf eigen klagt daz mag er nicht gerichten noch kein richter wan an der richter dinch stat daz also gesprochen swo daz eigen leit da schol man ovch dar vber richten. | Pei kvniges panne mac man wol richten swer den pan eines enphehet der pedarf in ander weid nicht enphahen ob der kvnig stirbet vnd ist der richter dannoch an dem gerichte der den pan enphangen hat von dem kvnige so der kvnic tot ist so hat er den pan mit rechte. | Vnd wirt im aber daz gerichte genomen halt dy weile der kvnic lept vnd schol er ander weide richter werden er schol den pan ander weide enphahen nach des kvniges tode so hat er in wol mit rechte al dy weil er richter ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 83
Schwsp.(L.) Art. 93
Wie ein iglich richter elich dink haben shol.

Ez mak ein iglich richter kein elich ding gehaben an seine gebutel die daz dink ze rechte gepieten shuln. do shol den puͤtel der ersten vrteil dar vmbe vrogen ob er daz ding also geboten habe als recht sei. vnd shol vrogen ob er mit rechte fuͤr pieten shuͤlle vͤberpracht vnd alle vnzucht. so shol der richter vrogen ob ez wol an der zeit sei swer zv dem dinge nicht kvmen sei ze rechter ding zeit ob im der icht wetten shulle. des shol er allez den puͤtel vrogen. der shol denn erteilen. vnd ist die dritte zeit des tages hin so ist wol zeit daz man daz dink suchen shol. daz heizen die leien tertien zeit. vnd swer zehant dar nach nicht kvͤmt der shol dem richter wetten. vnd dar nach shol denne menneclich clagen daz im werre mit vorsprechen daz ist ein iglich man mac wol clagen vnde antworten ane vorsprechen ob er sich des shaden wil verwegen der im da uon geshiet ob er sich verspricht ane vorsprechen. wan des mac sich der man nicht erholn. er muz den shaden han. hat abr er einen vorsprechen vnd missespricht der des mac er sich wol erholn mit einem anderen. swenne der man einen vorsprechen nimpt so shol in der richter vrogen ob er an seins vorsprechen wort welle iehen. so shol er sprechen ia. so daz geshiet so muz er stete han waz der vorspreche spricht. daz ist etewo nicht recht daz man vroge ob er an seines vorsprechen wort iehen welle. dicz ist allez nach der leute gewonheit. so der man vorsprechen nimpt so shol er im offenbar nicht sagen. er shol im zv ravnen waz er wil. der vorspreche shol im gespreches gern. daz shol im der richter erlauben. vnd wil er ze lange sprochen der puͤtel shol in gepiten daz si wider vor den richter kvmen. nieman mac des mit rechte geweigern er muͤze fuͤrspreche sin in dem gerichte do er inne wonhaft ist oder gut inne hot nach gewonheit on vͤber sein hausvrowe vnd vber seine kint vnd vͤber seine mage vnd vͤber seine herren oder seinen man vnd seinen toten ob in die clage on ir leibe oder on ir gesunt oder on ir ewerk gat daz man ein menshe uon der cristenheit welle sagen. Schwsp.(L.) Art. 94
geit der richter einen stamelden man ze vorsprechen daz ist widerz recht. ist abr daz ez geshiet swaz er missesprichet des hat der deheinen shaden des wort er da spricht. iglich man mac wol vorspreche sein in devshen landen auf allem gerichte dem man an seinem rechte nicht beshelden mag als hie uor gesprochen ist. Schwsp.(L.) Art. 95
wir sprechen. wo der man recht vodert do shol er auch recht nemen an geistlichen leuten. die clagent wol vor werltlichem gerichte vmbe guͤlde. der richter shol im richten. vnd wil er im sein pheninge zehant geben oder gute phant daz shol er nemen. vnd der leie beclaget den geistlichen man wol vor werltlichem gerichte. vnd der richter shol im wol richten mit rechte vber den geistlichen man aber anders nicht wan vm gelt. daz ist recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 94
Wy ein iglich richter eleich dinch haben schol.

Ez mag kein richter eliche dinch gehaben an an sin gepvtel dy daz dinc czu recht gepieten schullen da schol man den gepvtel der ersten vrteil vmme fragen ob er daz dinc also gepoten habe als recht sy vnd schol vragen ob er mit rechte verpieten schvl vber pracht vnd alle vnczvcht so schol der richter vragen ob ez wol ander czeit sy wer czv dem dinge nicht komen sy czv rechter dinge czit ob im der icht wetten schvlle des schol er noch allez den gepvtel vragen der schol vrteilen vnd ist dy dritte czeit des tages hin so ist wol czeit daz man daz dinch svchen schol daz heizent dy layen terze czeit vnd swer czv hant dar nach nicht chvmpt der schol dem richter wetten vnd dar nach schol danne menneklichen klagen daz im wirret mit vorsprechen daz ist recht. | Ein iglich man mac wol klagen vnd antwurten an vorsprechen ob er sich des schaden wil verwegen der im davon geschiecht ob er sych versprichet an vorsprechen wan des mac sich der man nicht erholn er [Seite 51] mvze den schaden haben hat er aber einen vorsprechen vnd misse sprichet der des mag er sych wol herholn mit einem andern. Swenne der man vorsprechen nimpt so schol inder richter vragen ob er sines vorsprechen wort welle iehen so schol er sprechen ia vnd als daz geschicht so mvz er stet haben swaz der vorspreche gesprichet des ist eteswo nicht recht daz man vrage ob er sines vorsprechen wort welle iehen daz ist allez nach der gewonheit. | als der man vorsprechen nimpt so schol er im nicht offenbar sagen er schol im czvrovnen swaz er wil der vorspreche schol im gespreches gerne daz schol im der richter erlovben vnd wil er czvlange sprachen der pvtel schol im gepieten daz sy wider fvr den richter komen. | Niemant mac des mit rechte gewaigeren er mvze vorspreche syn indem gerichte da er inne wonhafft ist oder gvt inne hat nach gewonheit an vber sin hovsvrowen und vber sin kint vnd vber sine mage vnd vber sinen herren oder vber sinen man vnd sinen toten ob in dy klage an ir leip oder an ir gesvnt oder an ir ewert gat daz man ein mensche von der christenheit welle sagen oder meinede welle sagen. | Gibt der richter einen stamelvnden man czv vorsprechen ez ist wider daz recht ist aver daz ez geschiecht swaz er misse sprichet des hat er keinen schaden des wort er sprichet | Iglich man mac wol vorspreche sin in devschem lande vf allem gerichte den man an sinem rechte nicht peschelten mac als hy vor gesprochen ist. | Wir sprechen swo der man recht vordert da schol er ovch nemen recht an geistliche levte dy peklagent wol vf wertlichem gerichte vnd mvz sy peklagen vf geistlichem gerichte an vmme ein sache. Vnd ist daz eingeistliche man einen layen peklagt vf werltlichem gerichte vmme gvlte der richter schol im richten vnd wil er im sine phenmnge czvhant geben oder gvt phant, daz schol er nemen vnd der leye peklaget den geistlichen man wol vor wertlichem gerichte vnd der richter schol im wol richten mit recht vber den geistlichen man aber anders nicht denne vmme gvlte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 84
Schwsp.(L.) Art. 96
Ob einer nicht gewis ist dem richter vm sein pueze.

Swes der clager uor gerichte shuldik wirt oder der da claget da shullen sie puͤrgen vͤmbe sezzen ob sie nicht gutes in dem gerichte hant. swer nicht puͤrgen hat den shol der vronpote behalden. swen der man ze fuͤrsprechen nimpt der sol sein uorspreche sein den tac waz er ze shaffen hat er werde im denne mit rechte benumen ob einer dem andern nicht wil abe gen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 95
Ob einer nicht gewis ist dem richter vmme sein pvezze.

Swes der klager vor gerichte schvldic wiert oder da klagt da schvllen sy pvrgen vmme seczen ob sy nicht gvetes indem [Seite 52] gerichte habent. Swer nicht pvrgen hat den schol der vronpot pehalten. Swen der man czv vorsprechen nimpt der schol sin vorspreche sein vmme swaz er dentac czvschaffen hat er enwerde im danne mit recht penomen ob einer dem andern nicht ab wil gen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 85
Schwsp.(L.) Art. 97a
Ob der clager laster vnde shaden vnbeclagt lat.

Nv spreche wir daz ein iglich seinen shaden versweigen mac ob er wil. daz gerichte hat abr sein voderunge hinz dem der den vride geprochen hat dar nach vnd die shulde ist. de richter shol dem vorsprechen geben der sein ze dem ersten geit vnd dan dar nach auf den die clage gat. vnd shol die clage fuͤr lan kvmen e daz er mere keinen gebe. Schwsp.(L.) Art. 97b
der richter shol vrogen vͤmb ein igliche sache gemeine leute. daz meine wir also daz er nicht uon ersten vroge der leute mage nach ir frivnde der die sache ist. wan daz were geverlich an dem richter. swelher vrteil der richter froget die shol man pei dem ersten vinden peide dem clager vnd auf den die clage gat. ein iglich man mak wol gespreches gern so man in an spricht svnderlich vͤmb ein iglich sache.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 96
Ob der klager laster vnd schaden vnd schande an klage let.

Dy maister des rechtes sprechent ez mag aller menneklich sinen schaden verswigen wol ob er wil der daz gerichte hat aber seine vordervnge hin czv dem der den vrid geprochen hat darnach vnd dy schvlde ist. Der richter schol dem vorsprechen geben der ez czv dem ersten gert vnd dem dar nach vf den dy klage get vnd schol dy klage fvr lazen komen .e. daz er keinem mer gebe. | Der richter schol vragen vmme ein iglich sache gemein levt daz meine wir also daz er nicht pei den ersten vrage der levte mage noch ir vrevnde der dy sache ist wan daz wer gewerlich an dem richter swelcher vrteil der richter vraget dy schol man pei den ersten vinden peide dem klager vnd vf den dy klage get ein iglich man mac wol gespreches gern so man in ansprichet svnderlichen vmme eyn igliche sache.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 86
Schwsp.(L.) Art. 98a
Wie man freuel vnd ander vngerichte puͤzen shol.

Hie welle wir evch beweisen wie man freuel vnd ander vngerichte puͤzen sol. swer sein swert zucket oder sein vnrechtes mezzer auf iemans shade do ist daz swert des richters oder fuͤnf eshillinge. die wal stet an dem richter. vnd ist daz swert tevrer so loͤsez iener uon dem richter des ez da sei ob kein shade da mit geshehe wan daz auszihen. geshiet abr kein shade da von den puͤeze als recht sei. vm plutrunst die on verchwunden geshicht vnd one lem da wetet man etwa vͤmb fuͤnf shillinge etwa drei shillinge etwa en phunt ie dar nach dacz die gewonheit ist in dem lande vnde in den steten. Schwsp.(L.) Art. 98b
vnd spricht ein man den anderen an er habe in gewundet vnde wirt iener des vnshuldic dirre ist deme ridter dar vmme nicht shuldic er habe in denne kamphlich an gesprochen. ist daz man einen manne ain wunden puͤezen shol die ist als hie uor gesprochen ist die shol man puezen nach weiser leute rate. swo man mit pheningen puͤzen shol dem clager mere geben danne dem richter. daz wart nicht recht gesezzede swo man dem richter mer ze puze geit den dem clager. wir sprechen also. swo man anders richtet den diz puch seit da tut man wider got vnd wider daz recht. an allen steten ist gerichte da die richter mit urteil richtent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 97
Wy man vrefel vnd ander vngerichte pvezen schol der swert czvcht oder mezzer.

Hie welle wir evch pewisen wy man vrefel vnd ander vngerichte pvezen schol
Swer syn swertt czvcket oder sin vnrechtiz mezer vf iemands schaden da ist daz swert des richters oder fvmf schillinge dy wal stet andem richter vnd ist daz swert tevr so lose ez iener von dem richter des ez da sy ob kein schade mer da von geschiecht wan daz vz czihen. Geschiecht aber kein schade da von den pvze als recht sy. | Vm plut rvnse dy ane verwunden geschiecht vnd ane lem da wettet man eteswo vmme fvmf schillinge eteswo drey schillinge eteswo ein phvnt ie da nach vnd dy gewonheit ist indem lande vnd in den steten. | Vnd sprichet ein man den andern an er habe in gewundet vnd wiert iener des vnschvldic dirre ist dem richter darvmme [Seite 53] nicht schvldic er habe in danne kemplichen an gesprochen. | Vnd ist daz man einen man eine wunden pvzen schol dy da ist als hy vorgesprochen ist dy schol man pvezen nach weiser levte rat. | Swo man mit phenninge pvezen schol dem klager vnd dem richter da schol man dem klager mer geben danne dem richter daz wart me recht geseczet. Swo man dem richter mer czv pvze gibt danne dem klager wier sprechen also swo man anders richtet dann dicz pvch sagt da tvͦt man wider got vnd wider daz recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 87
Schwsp.(L.) Art. 99
Ob einer sein triwe hot geprochen.

Spricht ein man den anderen an vm sein triwe vnd wil iener bereden daz er ein getriwer man sei des mag er in vͤberzivgen mit siben mannen daz er sein triw habe zeprochen oder mit wiv. so shol er auch beweisen wie er sein triw habe zeprochen so shol man im die hant abe slahen. vnd ob er der gezivge nicht enhat er mag in wol kenphen. daz selbe shol man tun vmb einen mainaiden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 98
Daz einer syn trevwe czvprochen hat wy man im dy hant schol abe slahen.

Sprichet ein man den andern an vmme sin treuwe und wil iener pereden daz er ein getreuwer man sy des mag er in vberczevgen mit siben mannen daz er sin treuwe geprochen hab oder mit wev wër so schol er ovch pewisen wy er sein trevwe czvprochen hab so schol man im dy hant abslahen vnd ist daz er der geczevge nicht enhat er mag in wol kemphen daz selbe schol man tvn vmme einen meineid.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 88
Schwsp.(L.) Art. 100
Der haut oder har lediget vor gerichte.

Swer leip oder hant oder havt oder har erlediget daz im verteilet wirt der ist rechtlos ob imz mit redt wirt verteilt. Schwsp.(L.) Art. 100b
swer auz puͤrget einen man von dem richter vmb vngerichte daz er in wider vor gerichte pringe ob er in nicht fuͤr pringet er muz allez daz leiden daz iener leiden solde.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 99
Swer havt oder har erlediget von dem gerichte daz der rechtelos ist.

Swer leib oder haut oder har erledigt daz im daz erteilt wiert der ist rechtelos ob ez im rechte verteilt wirt. Swer ovz porget einen man von einem richter vnd vngerichte daz er in wider fvr gerichte pringe ob er in nicht danne fvr pringet er mvez allez daz leiden daz iener scholte leiden

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 89
Schwsp.(L.) Art. 100c
Der wunden oder totslac shol erzivgen.

Swen man mit der hantgetat begreifet den shol man vor gerichte fuͤren. vnd ist daz er iener gewundet hat oder in erslagen hat oder waz ez ist ane divpheit oder ane raup daz shol er selp dritte erzivgen. get ez an den leip man sol in mit siben mannen vͤberzivgen. get ez im an die hant so shol er in mit zwein zv im selbe vͤberzivgen. vnd hat man der gezivge nicht so shol man kenphen al hie vor geredet ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 100
Der einen totslac oder wunden getan hat wy man in vberczevgen schol.

Swen man mit der hant getat pegrifet den schol man fvr gerichte fvren vnd ist daz er ienen gewundet hat oder einen erslagen hat oder swaz ez ist an devpheit vnd an rovp daz schol er selbe dritte eiczevgen get ez im an den leip man schol in mit siben mannen vberczevgen get ez im aver an dy hant er schol in mit czwein czvim selbe vberczevgen vnd hat der czeuge nicht so schol man chemphen als hy vor geret ist. [Seite 54]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 90
Schwsp.(L.) Art. 101
Wie man nieman echten im werde e fuͤr gepoten.

Swer uor gericht beclagt wirt den shol man fuͤr tedingen. ob er da nicht ist so shol man im also uor tedingen aines ze dem ander mal vnd ze dem dritten mal. dicz ist der leien recht. vnd kvͤmpt er nicht fuͤr man shol in nicht verechten. vͤmb keine clage shol man den man echten wan daz im daz an den leip oder on die hant gat. daz man nieman echten shol noch vrteil vͤber in sprechen im werde e fÓuer gepoten daz shol man auz einem puche bewern. daz heizet scolastica hystoria. da list man inne von vnsers herren marter. die iuden sazzen ze rate wie sie vnsern herren iesum cristum geuiegen. vnd santen ir amptleute zv im daz sie in viengen. si komen ze iesu. er sprach. sucht ir mich ir vindet mich nicht vnd ich da pin da mugt ir nicht hin komen. do was die zeit dennoch nicht kumen. mich suchen uil leute nach meiner aurstende die mich liplich nicht vindent. sie vindent mich abr gotelich. iesus christus bot den boten als gute rede vnd als weise daz si dannen giengen vnd sein nicht viengen. wan sie funden keine shult an im. die poten komen ze den iuden fuͤrsten vnd zv den richtern vnd sprochen. er ist ein prophete. si sprachen zv den poten. war vͤmbe fuͤrt ir in nicht mit ev. si sprochen. ez geredet nye menshe weiser rede als er tut. wir funden keine shult an im. si stroften die poten vnde sprochen. ir seit auch verleitet. welch fuͤrste vnd herre sold an in gelauben. wir shuln verechten. so ist denne allen leuten erlaubet in ze angreifen. do saz ein pider man vnder in. der was iesus frivnt heimelich. der versprach in mit fugen. der hiez nichodemus. der stunt auf vnd sprach. wir haben in der e daz man nieman verdammen shol noch vrteil vͤber in sprechen man shol in e hoͤren. daz ist also gesprochen. man shol vͤber nieman vrteil geben man gepiet im e fuͤr. daz sprach er got ze liebe vnd in dem sinne ob sie in selben gehoͤrten vnd sein weise rede daz er vor in plieben were als vor den poten. si sprachen zv nychodemo. wir hoͤren an deiner rede wol daz dv pist galileus vnd dv pist verleit von einem seinem ivͤnger vnd dv pist seiner iuͤnger einer. man spricht er sei ein prophete. nv merke. die shrift spricht also. von galilea stet kein prophete mer. vnd da uon shol man nieman verteilen man gepiet im e fuͤr.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 101
Wy man niemant schol echten im werde .e. fvr gepoten vnd daz pewert man wy dy ivden Jesvm viengen.

Swer vor gerichte pe[klag]t wiert den schol man fvrteidingen ob er da nicht en ist so schol man im also fvrteidingen czv dem ersten mal czv dem ander mal czu dem dritten mal dicz ist der leyen recht vnd kvmpt er nicht fvr man schol in nicht verechten vmme kein klage schol man den man echten wan daz im an den leib oder an dy hant get. | Daz man nieman echten schol noch vrteil vber in sprechen im wert .E. fvr gepoten daz schol man peweren vz einem pvch daz heizet Scholastica hystoria da vindet man ez inne da man list von unseres herren marter. | Dy ivden sagen czv rate wy sy vnseren herren Jesum Christum geviengen vnd santen ir amptlevt czv im daz si in viengen sy komen czv Jesv er sprach svecht ir mich ir vindet mich nicht vnd da ich da pin da mvgt ir nicht komen mich svchent villevte nach meiner vrstende dy mich leiplichen nicht vindent sy vindent aver mich gotlich Jesus Christe pot den poten als gvte rede vnd als weyse daz sy von danne giengen vnd sin nicht viengen wan sy fvnden kein schvlde an im dy poten komen hin wider czv den ivden fvrsten vnd czv dem richtern vnd sprachen er ist ein prophete. | Sy sprachen czv den poten warvm fvert ir in mit evch nicht sy sprachen ez geret nie mensche so weise rede als er red. | Wir fvnden kein schvlde an im sy straften dy poten vnd sprachen ir seit ovch verleitet welich fvrste vnd welich herre scholt an in gelovben wir schvllen in verechten. So ist danne allen levten erlovbt in czv angrifen do saz ein peiderbe man vnder in der waz Jesvs vrevnt heimlichen der versprach in swo er mit fvgen mochte der hiez nichodemvs der stvnt vf vnd sprach. | Wier haben inder .e. daz man niemant verdampnen schol noch vrteil vber in sprechen schol man schol in .e. horen daz ist also gesprochen. Man schol vber niemant vrteil sprechen man gepevt im .e. fvr daz sprach er got czv liebe vnd indem sinne ob sy in selbe gehort hetten vnd sein wise rede daz er vor inpliben were als vor den poten. Sy sprachen czv nichodemo wier horen an diner rede wol daz dv pist ein galylevs vnd dv pist verleitet voneinem sinen ivnger einer | Man sprichet er sy [Seite 55] ein prophte nv merche dv sprichest also von galilea stet kein prophete mer vnd davon schol man niemant vrteilen man gepiete im .e. fvr.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 91
Schwsp.(L.) Art. 102a
Wie man nieman vm gelt echten shol.

und clagt man einen man an vmb guͤlde man shol im fuͤr tedingen als hie uor gesprochen ist. vnd kvͤmpt er nicht fuͤr man shol in dar vmb nicht echten. im shol der richter richten hinz ze seinem gute swo daz ligt in seim gerichte. vnd shol auch sein pueze da uon nemen ob si da ist. dicz ist recht fuͤr allen richtern. an allen steten shol man dem clager sein guͤlde vnd sein pueze vor dem richter geben vnd gepristet an dem gute icht des shol dem richter gepresten vnd nicht dem clager.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 102
Wy man vmme gvlte niemant echten schol.

Vnd klagt man einen mann vmme gvlte man schol im fvrteidingen als hy vorgesprochen ist vnd kvmpt er nicht fvr man schol in darvmme nicht echten im schol der richter richten hin czv sinem gvte swo daz in seinem gerichte leit. | Vnd schol seine pvze ovch da von nemen ob sy da ist dicz ist recht vor allen richtern an allen steten schol man den klager sine gvlte vnd sine pvͤse vor dem richter geben. | Vnd gepristet aber daz gvetes icht des schol dem richter gepresten vnd nicht dem klager.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 92
Schwsp.(L.) Art.
Schwsp.(L.) Art. 102b
Wie man phant behalden shol vmme gulde.

Vnd ist daz man phendet vmb gulde daz phant shol man halden acht tage vnuerkauft vnd vnuersezt. wil manz auz nemen man shol ez auz geben auf daz selbe zil. etwo ist gewonheit daz man anders da mite wirbet. kvmpt der man in den zeiten nicht vnd daz phant vnuerwandelt ist fuͤr den richter vnd ensleht sich der shulde nicht er ist der guͤlde shuldic so daz phant verkaufet. wirt icht vͤber man sholz ienem wider geben. gepristet da man shol im anderweit verphende ez sei daz in ehaft not lezze.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 103
Wy mant phant vmme gvlde pehalten schol.

Vnd ist daz man phendet vmme gulde daz schol man pehalten acht tage vnverkovfet vnd vnverseczet wil man ez vz porgen man schol ez vz geben vf daz selbe czil. | Eteswo ist gewonheit daz man anders damit wirbet kvmpt der man inden czeiten nicht vnd daz phant vnverwandelt ist fvr den richter vnd enslecht sich der schvlde nicht er ist dy gulte schvldic so daz phant verkovft wiert aver icht vber man schol ez ienem wider geben geprist aver da man schol im anderweide verphen ez sy daz in ehafte not lazen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 93
Schwsp.(L.) Art. 103a
Ob der richter nicht da heim ist.

Swer einen man beclagt vnd der richter nicht da heim ist der fronpot shol im fuͤr pieten als recht ist. vnd als der richter kvͤmt so shol er im richten sa zehant vnd man shol im nicht uor gepieten. wan die fuͤrpot sint der fronpoten vnd nicht der richter. dehein richter mac nieman fur gepieten. ez ist nicht seins amptes. swem der richter einen tac geit vnd der fronpot fuͤr gepeutet vnd kuͤmpt der richter dar nicht da mit verlivset niemant sein recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 104
Ob man einen peklaget vnd der richter nicht daheim ist.

Swer einen man peklagt vnd der richter nicht daheim ist dy vrone pot schol im fvr gepieten als recht ist vnd als der richter kvmpt so schol er im richten czv hant vnd man schol im nicht fvr gepieten wan dy fvrgepot sint der vronepoten vnd nicht der richter kein richter mac niemant fvr gepieten ez ist nicht sines amptes. Swem der richter einen tag gibt vnd der vronepot fvr gepevtet und kvmpt der richter dar nicht da mit verlevset niemant syn recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 94
Schwsp.(L.) Art. 103b
Dicz ist uon den echtern.

Nv shult ir wizzen daz alle gerichte die werltliche sint die muz man von eime romishem kvͤnige enphahen. da von mac nieman geiehen daz daz ein gericht sein aigen sei. vnd wer des gicht der tut wider daz recht. vnd da von ist daz gesezzet. vnd tut man einen man ze echt vor eime richter vnd als er dar inne ist sechs wochen vnd einen tac man pringet in ze dem nehsten gerichte wol ze echte. vnd also tut man von dem gerichte abr in ein anders. vnd also tut man in wol ze echte in allen gerichten die von dem romishen kvͤnige lehen sint.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 105
Wy man einen im allen den gerichten indy echte tvet.

Ir scholt wizzen daz alle dy gerichte den werltlich synt dy mvz man von einem Romischen kvnige enphahen da von mac [Seite 56] niemant geiehen daz ein gerichte sin eigen si swer des gicht der sprichet wider daz recht davon ist daz gesaczt vnd tvͤt man einen man czv echte vor einen richter als er da inne ist sechs wochen vnd einen tac man pringet in vf dem nechsten gerichte wol czv echte vnd also tvͤt man von dem gerichte aber mein anders vnd also tvet man in wol cze echte in allen gerihten dy von dem devschem kvnige lehen sint.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 95
Schwsp.(L.) Art. 104
Ob ein herre sein lanttedink versavmt.

Uersaumt ein herre sein lantteding da mit versaumt er den leuten nicht wan daz ein tedink. vnd ist ieman da uor dar gepoten die gepot shullen stete sein vnd dicz eine abe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 106
Ob ein herre sin lant teidinc versovmet.

Versovmet ein herre sin lant teidinc da mit versovmet er den levten nicht wan daz ein teidinc vnd ist iemen davor dar gepoten dy gepot schvllen stet sin.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 96
Schwsp.(L.) Art. 104 [Fortsetzung]
Von kamph.

Vnd spricht ein man den anderen kamphlichen an und ist im dar vͤmbe dar nicht geboten vnd er ist doch zergangen man shol im tac geben nach seiner gepurt dar zv bereit daz er wol bedarf. den semper freien geit man tac vͤber sechs wochen. den mittern freien vͤber drei wochen. den dinstman vnd allen leuten vber zwu wochen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 107
Ob man einen ein champ ansprichet.

Vnd sprichet ein man den andern kemplichen an vnd ist im davmme nicht dar gepoten vnd er ist doch czvergangen man schol im tac geben nach syner gepvert daz er sich dar czv pereite des er wol pedarf. Den semper vreien gibt man tac vber sechs wochen. Den mitter vreien vber vier wochen. Den dienstmannen vnd allen levten vber czwo wochen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 97
Schwsp.(L.) Art. 105
Wie man vmb aigen richten shol.

Um alle die sache da man den man vmb beclagt da shol er vmb antworten an vͤmb sein eigen ob er dar zegagen ist. vm sein aigen shol er antworten als daz puch hie uor spricht. vnd vm sein lehen shol er antworten vor seinem herren. daz recht sazte constantinus vnd siluester.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 108
Wy man vmme eigen vnd lehen richten schol.

Vmme alle dy sache da man den man vmme pek[l]agt da schol er vmme antwurten an vmme sein eigen ob er da czu gegen ist vmme sin eigen schol er antwurten als daz pvch hy vorn sprichet vnd vmme sin lehen da schol er vmme antwurten vor sinem herren. Daz recht saczte constantinus vnd sant silvester der pabst.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 98
Schwsp.(L.) Art. 106a
Uon der richter echteshazze.

Swer in als uil echte kvmpt als uor gesprochen ist der ist iglichem richter seins echtesshazzes shuldic. daz ist da uon gesezzet daz man die echte fuͤrchte vnd shier da uon kvme. Schwsp.(L.) Art. 106b
als der man in der echte ist sechs wochen so shol der richter seinen gewissen poten dar senden zv dem geistlichen richter daz er in ze panne tu. vnd also shol der geistliche richter dem werltlichen tun. als im die botshaft kvͤmt so shol er in in die echte tun. man mac auch verbannen ainen iglichen man in ieglichem gerichte der echte ist sechs wochen vnde einen tak.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 109
Von der richter echte saczte.

Swer in als vil echte kvmpt als hy vorgesprochen ist der ist iglichen richter seines echte schazes schvldic daz ist da von geseczet daz man dy echte fvrichte vnd schire da von kome. | Als der man inder echte ist sechs wochen vnd einen tac so schol der richter sein gewisse potschaft dar senden czv dem geistlichem richter daz er in czv panne tv vnd also schol der geistlich richter tvn dem werltlichem vnd als im dy potschaft kvmt so schol er in dy echte tvn. Man mag ovch verpannen [Seite 57] einen iglichen man miglichem geistlichem gerichte der inder echte ist sechs wochen vnd einen tac.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 99
Schwsp.(L.) Art. 107
Dem dreistunt vor gepoten wirt vnd kuͤmp fuͤr vnd doch nicht antwort.

Ist daz ein man dreistunt fuͤr peutet vnd kvͤmpt vnd kvmpt der dar dem fuͤr gepoten ist an die shrannen vnd hort wol daz im fuͤr gepoten ist vnd wil doch nicht antworten vnd der da im gepoten hat seine driv tedink der richter shol im richten vmb swaz er geclagt hat vnd shol in in die echte tun ez sei denne vmbe gulde. do shol man niemant vͤmb in die echte tvn. der richter shol seine gewonliche puze nemen. vnd kuͤmpt er fuͤr vor dem hie uor gesprochen ist vnd wil auz der echte kvmen vnd ist iener nicht zegagen da der in ze echte hat gefruͤmet der richter mac in nimmer mit rechte auz der echte gelazen als vͤmb ander shulde. daz ist uon dem grozen freuel die er begie do er vor gerichte was daz er nicht antworten wolde vnd von der grozen versmehe die er an dem richte hat getan. vnde kvment si paide vor den richter vnd pitet in iener daz er in auz der echte laze vnd ist daz er im puͤrgen sezzet als recht ist man sol in auz der echte lazen vnd er shol dem clager sa zehant recht pieten. vnd ist daz er im mit recht enpristet er ist doch dem richter des echtebannes shuldic. daz ist allez da von daz er uor gerichte nicht antworten wolde. wil er abr dem richter laugen des daz er vor gerichte nicht enwere des shol man in vͤberzivgen selbe dritte die in da gesehen haben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 110
Dem dreistvnt fvr gepoten wiert vnd fvr kvmpt vnd doch nicht wil antwurten.

Vnd ist daz ein man dem andern fvrgepevt driestvnt vnd kvmpt er dar dem da fvrgepoten ist an dy schrannen vnd hort wol daz im fvrgepoten ist vnd wil doch nicht antwurten vnd pehabt der der im dar fvrgepoten hat sine drev teidinch der richter schol im richten vmme swaz ge[clag]lt hat und schol in indy echte tvn er sei danne schvldic gelt da schol man niemant indy echte vmme tvn der richter schol sein gewonlich pvze nemen. | Vnd kvmpt er fvr von dem hy vorgesprochen ist vnd wil vz der echte komen vnd ist iener nicht czvgegen da der in czv echte hat gefrvmet der richter mag in czv rechte nimmer vz der echte gelazen als vm ander schvlde daz ist von der grozen vrefel die er pegie do er vorgerichte waz daz er nicht antwurten wvlte vnd von der grozen verzmehe dy er an dem gerichte hat getan. | Vnd koment sy peide fvr den richter vn pittet in iener daz er in vz der echte laze ist daz er pvrgen seczet als recht ist man schol in vz der echte lazen vnd er schol dem klager czv hant recht pieten vnd ist daz er dem klager enpristet er ist doch dem richter des echtpannes schvldic daz ist allez davon daz er vorgerichte waz vnd daz er nicht antwurten wolde. | Wil er aber des lovgen dem richter daz er vorgerichte nicht were dez schol man in vberczevgen selbe dritte dy in da gesehen haben.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 100
Schwsp.(L.) Art. 108
Wie man uon der echte kvmen shol.

Swer sich auz der echte zihen der shol vngepunden vnd vngeuangen fuͤr kumen vnd ane puͤrgeshefte vnd shol dem richter puͤrger sezzen vͤmb des clagers recht vnd vmb sein recht vnd shol er in denne auz der echte lan. vnd er shol den fride swern ob ein fride gesworn ist er shol den gotz fride swern. daz ist da uon gesezzet do man in in die echte tet do nam man in auz dem fride vnd kvͤndet in in die echte. vnd ist dicz auf ainem lantgerichte der richter shol dem manne gepieten daz er fuͤr kvme ze drein lanttedingen. vnd spricht in niemant an ob ienen welle clagen daz er deme antworte. vnd kvmpt er ze drein lanttedingen. vnd spricht in nieman an er ist ledig vor allen den die in habent in die echte prachten ez sei denne daz sie ehafte not lezte. vmb die ehafte not shuln die clager keinen poten vor gerichte senden der fuͤr sie berede die ehafte not. wan so die clager kvment so muz er in recht pieten. si suln auch uor dem richter ir ehaft not bereden. vnd ist iener da zegegen der richter shol im heizen fur gepieten dreistunt als von erst. nach disem rechte shuln auch die stete richte vm die sache.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 111
Wy man vz der echte komen schol.

Swer sich vz der echte cziehen wil der schol vngepvnden vnd vngevangen fvr komen vnd ane pvrchschaft vnd schol dem richter pvrgen seczen vmme des klagers recht vnd schol er in danne vz der echte lazen vnd er schol den vride sweren daz ist da von geseczet do man in indy echte tet do nam man in vz dem vride vnd kvndet in indy echte vnd ist dicz vf einem lantgerichte der richter schol dem manne gepieten daz er kom czu drin lant teidingen ob iemant welle klagen daz er dem antwurte und kvmpt er czv drin teidingen vnd sprichet in [Seite 58] niemant an er ist ledic vor allen den dy indy echte habent getan ez sy danne daz sy ehaft not irre vmme dy ehaften not schvllen dy klager kein poten senden fvr gerichte der fvr sy perede dy ehaften not wan swanne dy klager koment so mvz er in rechte pieten. | Si schullen ovch vor dem richter ir ehafte not kvnden vnd ist iener da nicht czv gegen der richter schvl im heizen fvr gepieten driestvnt als von erste nach disem rechte schollen ovch dy stete richten.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 101
Schwsp.(L.) Art. 109
In welhen tagen man vͤber echter richten sol.

Man shol in den gepunden tagen vͤber keinen echter richten er enwerde denne begriffen an der hantgetat. man shol einen echter wol auz der echte lan in den vorpunden tagen vnde wer ez halt in den drein heiligen tagen ze weihenachten vnd ze ostern vnd ze phingesten. ez ist vͤmb den ehter als vͤm den svͤnder. wan swenne der svͤnder wil ze gote keren so shol man in enphahen. also shol man auch den echter. vmb welhe shuld der man in die echte kvͤmet an den totslac so shol er fride han sein leip sein gut virzehen tage ob er sich bedenken welle daz er da von kvme. daz shol der richter also tun daz ez dem clager ich shade an seinem rechte oder im selber.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 112
Czv welher czeit vnd anwelchem tage man richten schol vor dy echter.

In den gepvnden tagen mac man vber kein echter genchten er enwerde danne pegriffen ander hant getat man schol einen echter wol vz der echte lazen inden gepvnden tagen vnd wer ez halt inden driͦn heiligen tagen czv weichnachten czvostern czv phingisten ez ist vmme den echter als vmme den svnder wan swenne der svnder czv got wil cheren so wil er in enphahen also schol man ovch den echter vmme swelich schvld der man indy echte kvmpt an den totslac so schol er vride haben sein lip vnd sin gvt vierczehen tage dar vmme ob er sich pedenken welle daz er da von kome daz schol der richter also tvn daz ez dem klager icht schade an seinem rechte noch im selbe.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 102
Schwsp.(L.) Art. 110
Ob dem richter gepuͤzet wirt vnd dem clager niht.

und ist daz ein vngerichte vor gerichte geclagt wirt vnd behabt wirt auf einen man. der richter stirbt oder kumpt von dem ampt vnd dem richter ist wol gepuͤezet vnd dem clager nicht. ez wirt ein ander richter der clager kvmpt fuͤr vnd claget im. wir sprechen also. waz vor ienem richter geurteilt ist daz shol uor disem stete sin. vnd wie vil richter dar nach ist vnd ob er den allen puͤet die weil der clager vngestillet ist so hilft ez nicht wie vil er den richtern puͤzet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 113
Ob dem richter wiert gepvezet vnd dem klager nicht.

Vnd ist daz ein vngerichte vorgerichte geklagt wiert vnd pehabt wiert vf einen man der richter stirbet oder kvmpt von dem ampt vnd dem richter ist wol gepvezt vnd dem klager nicht ez wiert ein ander richter vnd der klager get fvr vnd klagt im wir sprechen also
Swaz vor ienem richter ver vrteilt ist daz schol vor disem stete syn vnd swie vil richter dar nach ist vnd ob er den allen pvezet dy weil der klager vngestillet ist so hilfet ez nicht swie vil man dem richter gepvezet.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 103
Schwsp.(L.) Art. 111

vnd shilt ein man den ander oder stoͤzet in oder wundet in oder was oder waz er im vbels tut an den totslac vnd wil er im puͤzen daz er im gut geben shuͤlle oder im anders ere piete vͤmb seinen shaden daz shol man tun nach seiner wirdekeit. nieman shol den leuten gleiche pueze erteilen daz man dem knechte pueze als dem herren vnd dem aigen als dem freien daz ist nicht recht. wie halt got selbe sprecht do er moysi die gepot gebe. wer den anderen toͤtet den shol man toten. hant vmbe hant auge vmb auge fuz vͤmb fuz. die gepot weren mulich ze halden. daz shol man al da pei kisen ob ein kvͤnig einen puben ze tode slet. sholde man den kvͤnig toͤten dar vͤmbe daz wer ein shedelich dink. wan da von mechte manig leip vnde sele verloren werde. ez slet ein man dem anderen ein hant oder einen fuz abe vnd der wirt shoͤne heil vnd genist dar an daz er nicht enstirbet vnd man slet ienem seine hant oder seinen fuez da wider abe vnd der selbe stirbet. shol man den selben auch toͤten dem die hant von erst abe geslagen wart daz were abr ein shedelich pueze. da uon shol man ie den man puͤzen nach seiner wirdekeit vnd shol man dem richter puͤzen in dem selben rechte. wil abr ein man ze uil puze daz shol man an ir paide frivnde lazen. mvgen ez die nicht besheiden so nem der richter weise leute zv im vnd besheiden. der richter sol sehen an des mannes laster vnd an seinen shaden vnd heiz im dar nach puͤezen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 114
Ob ein man den andern wundet oder stozet oder in schildet.

Vnd schilt ein man den andern oder stozet er in oder wundet er in oder swaz er im vbels tvet an den totslac alein vnd [Seite 59] wil er pveze daz man im gvete gebe oder im anders erpiete fvr sinen schaden daz schol man tvn nach siner wierdecheit. Niemant schol den levten pvez erteilen daz man dem knechte pveze vnd dem eigen als dem vrien daz ist nicht recht. Swy halt got selbe sprichet do er moyses dy gepot gab.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 115
Der den andern czv tode slecht.

Swer den andern totet den schol man ovch toten hant vmme hant ovge vmme ovge fvez vmme fvz dy gepot waren mvelich czu pehalten daz schol man da pei kiesen ob ein kvnig einen pveben czvtode slecht scholte man den kvnic dar vmme toten daz wer ein schede sint dinch wan da mochte manic leib vnd zele von verlorn werden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 116
Wy man einen pvezen schol nach siner werdikeit.

Ez slecht ein man dem andern ein hant oder einen fvz ab nv der wirt schoneheil vnd genist daran daz er nicht enstirbet vnd man slecht ienem sin hant abe oder sinen fvz da wider ovch ab dem der dysem den schaden tet vnd derselbe stirbet schol man danne den ovch toten dem syn hant czv dem ersten abe geslagen wart daz were aver ein schedeliche pvze da von schol man iedem manne pvezen nach seiner wirdekeit vnd schol dem richter pvezen indemselben rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 117
Ob ein man czv vil pveze nemen wil.

Vnd wil aver ein man czv vil pveze nemen daz schol man an ir peider vrevnde lazen mvͦgen ez dy nicht pescheiden so nem man der richter weise levte czv in vnd pescheiden ez der richter schol sehen an des mannes laster vnd an sinen schaden vnd heiz im dar nach pvezen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 104
Schwsp.(L.) Art. 112
Der auf den man clage der shol gewis sein ze rechte ze stene.

Swo zwene man uor gerichte gen vnd clagent an ein ander vͤmb gulde oder vͤmb ander vngerichte die shuͤllen puͤrgen sezzen daz er die clage volfuͤre. der ander daz er dev clage verantworte als recht si. hant abr sie gut in dem lande gericht daz der clage wert ist so duͤrfen sie keinen puͤrgen sezzen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 118
Daz ein man den andern peklaget vmme gelt oder vmme andre dinc wy dy alle peide pvrgen seczen schullen czu rechte sten.

Swo czwene man fvr gerichte gent vnd klagent vmme gvlte aneinander an oder vmme ander vngericht dy schullen peide pvrgen seczen der eine daz er dy klage vollefvere der ander daz er der klage antwurten als recht sy habent aver sy gvete [Seite 60] indem gerichte daz der klage wert ist so dvrfen sy kein pvrgen seczen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 105
Schwsp.(L.) Art. 113a
Wie man eide sweren shol in den verpunden tagen.

In den gepunden tagen shol man keine eude swern wan als daz puch auz nimpt so man einen fride sweren sol. den sol man sweren in den gepunden tagen. man shol auch wol in den selben tagen swern ob man begriffen wirt an der hantgetat. dem hilft der verpunden tac nicht. waz man eide gelobet in den gepunden tagen die shol man leisten nach den gepunden tagen. swer eide lobt ze swern auf einen tak vnd leistet er in nicht in der zeit er ist in der shulde gepunden da der eit vil gelobt wart ez enwende denne ehafte not. die shol man beweisen. vnd was der eit vor dem gerichte gelobt man shol dem richter puͤezen vnd dem der eit gelobet wart. ist abr der man bereit ze leisten seinen ait als er gelobt hat vnd wil ez iener nicht oder nicht da ist da man im den eit swern shol er shol des eides nicht ledig sein vnd der shulde da der eit fuͤr gelobt ist. wem man abr silber oder pheninge gelden shol oder ander varnde gut wirt dem ein tak gegeben vͤmb seinen gezivg oder vͤmbe des er bedarf vnd kvͤmpt er ze deme tage nicht er verlivset seiner gulte da mite nicht ob in ehafte not lezet. er hot abr den tac uerlorn. vnd werdent im drei tage gegeben vnd kvͤm er nicht zv den drein tagen vnd leitet sinen gezivg nicht so hat er verlorn in lezze denne ehafte not. ob ein man gevangen wirt oder ob in etewaz anders irret daz er nicht poten gesenden mac der sein ehafte fuͤr in berede. sol er den shaden han oder nicht. nein er. der richter der richter shol richten als im erteilet wirt. als abr der man von seiner not kvͤmpt so shol er uor den richter kvmen vnd shol er sein ehaft not beweisen mit seinem eide. vnd waz der richter mit seiner sache gerichtet hot daz shol er wider tun vnd shol man handeln als ob er des tages da were gewesen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 119
Wy man eide sweren schol in den gepvnden tagen.

In den gepvnden tagen schol man keinen eit sweren wan als dicze pvch vz nimpt so man einen vride sweren schol man sweren in den gepvnden tagen man schol ovch wol inden selben tagen sweren ob ein man pegriffen wirt mit der hant getat den schermet der gepvnden tac nicht. | Swaz man eide lopt inden gepvnden tagen dy schol man leisten nach den gepvnden tagen. | Swer eide lopt czu sweren vf einen tac vnd leistet er in nicht czv rechter czeit er ist inder schvlde gewunnen da der eid fvr gelopt wart ez enwende in danne ehafte not dy schol man peweisen vnd waz der eit vorgerichte gelopt man schol dem richter pvezen vnd dem der eit gelopt wart. Jst daz aver der man pereit seinen eit czvleisten als gelopt hat vnd wil ez iener nicht oder ist da nicht da man im den eit sweren schol er schol des eides mit rechte ledic sin vnd der schvlde da fvr der eit gelopt ist. | Swem man aber silber oder phennige schol gelten oder ander varvndes gvet wiert dem ein tac gegeben vmme seinen geczivc oder vmme ander des er pedarf vnd kvmpt er czv dem tage nich er verlevset siner gulte da mit nicht ob in ehaft not irret er hat aver den tac verlorn. | Vnd kvmpt er nicht czv den drein tagen vnd leitet seinen geczivc nicht so hat er verlorn in irre danne ehaft not. | Ob ein man gevangen wiert oder in eteswaz anders irret daz er poten nicht gesenden mac der sein ehafte not fvr in perede schol er den schaden haben oder nicht nein der richter schol richten als im erteilt wiert als aver der man von siner not kvmpt so schol er fvr den richter komen vnd schol sin ehafte not pewisen mit sinem eide. | Vnd swaz der richter mit siner sache gerichtet hat daz schol er wider tvn vnd schol man ez handel also ob er des tages da were gewesen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 106
Schwsp.(L.) Art. 113b
Der boten sendet der die ehafte not beredet.

Ob ein man seinen poten sendet auf einen tac da er selbe nicht kumen mac vnd der pote wirt gevangen oder er stirbet vnder wegen oder in irret ehaft not. shol daz dem herren shadem. nein er. der herre shol kvmen zv den anderen tage vnd sol den knecht mit im dar pringen oder swer ez ist vnd shol der bereden daz in ehafte not geirret hat vnd shol die benennen. ob der knecht tot ist oder ob er sein sus nicht gehaben mac der shol der herre sweren daz den knecht ehaft not geirret hat do er kumen solde oder in nicht gehaben mochte. so shol manz handeln als uor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 120
Ob ein man ein poten sen[det] czv dem .tage. der selben dahin nicht komen mac vnd den poten irret ehafte not ob daz dem herren schade oder nicht.

[Seite 61] Sendet ein man einen poten czv einem tage da er selben hin nicht komen mac vn der pote wiert gevangen oder er stirbet vnderwegen oder in irret andre ehafte not schol daz dem herren schaden oder nicht nein ez der herre schol komen czv dem andern tage vnd schol den knecht mit im pringen oder swer ez ist schol der pereden daz in ehafte not irret vnd schol dy penemen ob der knecht tot ist oder ob er sins hvs nich gehaben mac des schol der herre sweren daz den knecht ehafte not irrete do komen scholte oder daz er sin gehaben nicht en mochte so schol mans handel als da vor gesprochen ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 107
Schwsp.(L.) Art. 114a
Wie man vrteil ziehen shol an den kvnig.

und ist daz ein man vrteil wirfet so shol man sie zihen an ein hoͤher gerichte an den hohern richtern vnd ze iuͤngest fuͤr den kvnig. da shol der richter seinen poten dar senden die daz hoͤren wedert volkvmen an seiner vrteil vor dem kvnige . geshicht diz zeiner grauesheft oder in einer marke so shuln die poten frei sein. oder geshicht ez in einer stat so mac man ze poten wol nemen aller hande leute die an irme rechte volkvmen sint. die shol der richter verkosten also. daz man zwen mannen zwen pecher vol weins gebe vnd prot genuges. vnd der herren shuln zwene sein vnd der knechte sechse. vnd shol man herren vier gerichte vnd den knechten zwu vnde vir gabe ieglichem pherde ze tage und ze nachte hev gnvges. vnd man shol die ros vorne beslahen vnd hinden nicht. der pherde shullen echte sein vnd der manne echte. vnd ist die vrteil wider auf geworfen auf der swebishen erden so der kvͤnig denne kvͤmpt ze swaben do shuln die poten hin vnd shuln der vrteil ze ende kvmen. von dem tage vͤber sechs wochen als die vrteil verrichtet ist vor dem kvͤnige so shullen si die vrteil wider fuͤren vnd wider fuͤr den richter pringen vor dem sie widerworfen wart. der die vrteil wider warf hot er si nicht uorfuͤret uor dem kvͤnige er muz deme richter gelden seine kost die die poten verzeret hant vnd muz ieme wetten sein puze. vnd ist daz er behabt so muz iener der wider in was vnd seine volger daz selbe tun. Schwsp.(L.) Art. 114b
dehein widerworfen vrteil die vor ienem grauen widerworfen wart die mak man nicht gezihen an den markgrauen ez enhabe denne der graue die graueshaft von dem markgrauen. von welher hoͤhern hant daz gerichte ist da mac man ein vrteil wol an zihen. Schwsp.(L.) Art. 114c
div erste hant des gerichtes daz ist der kvnig. div anderiv dem ez der kvnig leiheit. div dritte dem ez die anderiv leihet. die dritte hant mac nimmer fuͤrbaz gerichte geleihen do ez den levten an ir leip oder an ir plutgiezen get. swer ez dar vͤber tut der wirt shuldic an den levten vor got an allen den vͤber die die vierde hant richtet. Schwsp.(L.) Art. 115
swelch phaffen fuͤrsten so getane richte habent die vͤber plutregent gent die gerichte mac er wol leihen seinen richtern also daz er die richter senden mit seinen prieuen zv dem kvnige daz er im den pan leihe. vnd tut er des nicht er vnd alle seine richter werden an allen den shuldig vor got vͤber die sie richtent vnd wie si der leute plut auz giezen. die leielichen herren beduͤrfen des nicht daz sie den pan enphahen von dem kvͤnige. daz ist da uon daz der leihe selber vrteil geit vͤber den totslac. des tut der phaffen fuͤrste nicht wan da mit verlvͤre er sein ampt. wan er des gewaldes nicht enhat da von enmac er ez nicht geleihen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 121
Ob man ein vrteil verwirfet wy man daz an den kvnic czien schol.

Vnd ist daz ein man vrteil wider wirfet so schol man sy cziehen an ein hoher gerichte an den hohern richter vnd czv ivngest fvr den kvnic da schol der richter sinen poten czv senden dy daz horen weder er vollen kome an siner vrteil vor dem kvnige geschiecht dicze czv einer graveschefte oder meiner mariche so schvllen dy poten sein vreilantsezen oder geschiecht ez meiner stat so mag man wol czv poten senden allerhande levte dy an irme rechte vollenkomen sint dy schol der richter verkosten also daz man czwein mannen czwen pecher volle weins gebe vnd prot genvge vnd der herren schvllen czwen syn vnd sechs knechte vnd schol man den herren vier gerichte geben vnd den knechten czwo vnd vier garbe iglichem pherde czv tage vnd zv nachte vnd hev geben genvges vnd man schol dy ros voren peslahen vnd hinden nicht der pherde schvllen echte sin vnd der manne echte vnd ist dy vrteil wider vf geworfen vf der swewischen erde so der kvnic danne kvmpt czv swaben da schvllen dy poten hin kvmen vnd schvllen der vrteil czv ende komen von dem tage vber sechs wochen als daz vrteil verrichtet ist vor dem kvnege so schollen sy vrteil wider werfen vnd wider fvr den richter pringen vor dem sy wider worfen wart. | Der dy vrteil verwarf hat er sy nicht vollefvret vor dem kvnige er mvz dem richter gelten sine kost dy dy poten verczert habent vnd mvͦz im wetten sein pveze vnd ist daz er pehapt so mvez iener der wider [Seite 62] in da waz vnd sein volger daz selbe tvn. | Kein widerworfen vrteil dy vor einem graven wider worfen wiert dy mac man nicht geczihen an den margraven ez hab danne der grave dy graveschaft von dem margrafen von swelher hohen hant daz gerichte ist daz mag ein vrteil wol an sich cziehen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 122
Daz dy dritte hant nimmer mac kein gerichte furpaz geleihen.

Dy erste hant des gerichtes das ist der kvnic. Dy ander dem ez der kvnic leihet. Dy dritte hant mac nimmer gerichte fvrpaz geleihen da ez den levten an ir leip oder an ir plvt giezen get. | Swer ez darvber tvt der wiert schuldic an den levten vor got an allen den vber dy dy vierde hant richtet. | Swelich phaffen fvrsten so getane gerichten habent dy vber plvt regen gent dy gerichte mac er volleihen seinen richtern also daz er dy richter senden schol mit seinem prief czv dem kvnige daz er in den pan leihe vnn tvet er des nicht er vnd alle sin richter werdent an allen den schvldic vor got vber dise sy richtent vnd swy sy der levte plut vz giezent. | Dy leichte leichen herren pedvrfen des nicht daz sy den pan enphahen von dem kvnige daz ist da von daz derselbe leye vrteil gibt vber den tot slac des tvet der phafen fvreste nicht wan da mit verlvre er sin ampt wan er des gewaltes nicht enhat da von mag er ez nicht geleihen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 108
Schwsp.(L.) Art.116a
Der vrteil wirt gevroget vnd ir nicht vinden kan.

Swer vrteil wirt gevroget vnd er nicht vinden kan der shol sweren ze den heiligen daz er nicht enwize waz dar vͤmbe recht was. spricht denne der richter. ir shult sprechen daz euch recht dvͤnke. so spricht der richter vnrecht. wan ez ist vil manig man der nicht vinden kan noch wizzen kan waz vm ein iglich dink recht sei. dar vͤmbe shol nieman vrteil vinden im sagent sein gewizzen daz sie recht si. vnd zweiuelt er icht dar an so wirt er shuldic vor gote ob er sie vindet nach wane. vm kein vrteil mac man nicht geuechten wan von dem reiche. vindet man vrteil vnd wirt si im verworfen vnd ist si nicht rechte vnd wilz der richter nicht enpern iener dem die vrteil shade ist si sprechent in wol dar vmbe an. wil er vnshuldig werden so shol er sweren zv den heiligen daz er nicht pezzers enweste. vnd wil er nicht swern so shol man im die hant abe slan wan so hat er pei seim aide vnrecht vrteil funden. Schwsp.(L.) Art. 116b
vdog ein richter vrteil einen man. nv der erteilt waz er kan im volgent drei man oder viere. ein ander da pei vindet ein ander dem volgent leichte drei man oder mere. welher denne die merern menie hat der behabt sein vrteil vnd pleibent ane gewette wan sie niemande sein vrteil habent geshulden. wir heizent daz beshulden vrteil wer also spricht. ich widerwirfe diese vrteil wan sie vnrecht. vnd zivhe si da hin do ich sie mit rechte zihen shol. daz ist an die hant von der der richter daz gerichte hat. do shol mit werben als hie uor gesprochen ist. Schwsp.(L.) Art. 117a
verwirft der swab des sachen vrteil vnd der sache des swaben vrteil die shuln sie fuͤr den kvnig zihen. also tu ein iglich lantman dem anderen. Schwsp.(L.) Art. 117b
stende shol man die vrteil verwerfen sizzen shol man si vinden. stende shol man dem clager wetten swes man im shuldic wirt vor gerichte. also shol man auch dem richter. swer des nicht tut der ist dem richter einer cleinen puze nach gewonheit shuldic. Schwsp.(L.) Art. 117c
niemant shol vrteil vinden wan dar zv erwelt wirt vnd im dar nach erlaubet wirt. dar vrlop geit der kvnig vnd welch herre gerichte von dem kvͤnige hat. vnd man shol die selben weislichen welhen vnd si shullen selbe weise leute sein die da vrteil sprechen shuln. vnd ir shullen ze den minsten sibene sin vͤber ein igliche sache. vnd ist mere daz ist auch gut.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 123
Der der vrteil wiert gevrait vnd er ir nicht wol vinden kan wy der sweren schol dar vmme.

Swer vrteil gevreit wiert vnd er ir nicht wol winden kan der schol sweren czv den heiligen daz er nicht enwizze waz dar vm rechte waz sprichet danne der richter ir schvlt sprechen waz avch darvmme recht dvnche so sprichet der richter vnrecht wan ez ist vil manic man der nicht vinden chan noch nicht wizzen kan waz vmme ein iglich dinch recht ist da von schol niemant vrteil vinden im sage danne sein gewizzen daz sy recht si vnd czwiuelt er icht daran so Wirt er schuldic vor got ob er si vindet nach wane vmme kein vrteil mac man nicht vechten wan vor dem riche. | Vindet ein man vrteil vnd wiert ez im verworfen vnd ist ez [Seite 63] nicht recht vnd wil sein der richter nicht enperen iener dem daz vrteil schade waz sy sprechent in wol darvme an wil er unschuldic weren so schol er sweren vf dy heiligen daz er nicht pezzers wize. | Vnd wil er nicht sweren so schol man im die hant abeslahen wan so hat er pei seinem eide vnrecht vrteil fvnden. | Vragt ein richtervrteil einen man nv der erteilt swar er kan im volgen leichte drei man oder mer einander da pei vindet ein anders dem volgen leichte drei man oder mer swelcher dy mereren menge hat der pehabt sin vrteil und peleibent iene an gewete wan sy niemant sein vrteil pescholten habent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 124
Welich ein pescholten vrtel heizet.

Die maister der rechtes heizent daz ein pescholten vrteil swer also sprichet ich wider wirfe diese vrteil wan sy ist vnrecht vnd czivhe si dahin dar ich sy mit rechte cziehen schol daz ist an dy hant von der der richter daz gerichte hat da schol man mit werben als hy vor gesprochen ist. Verwerfet der swabe des sachsen vrteil und der sachs des swaben vrteil dy schullen sy fvr den kvnic cziehen also tve ein iglich lantman dem andern. | Stende schol man vrteil verwerfen sizende schol man sy vinden. | Stende schol man dem klager wetten swes man im schvldic wiert vor gerichte also schol man dem richter swer des nicht tvet der ist dem richter einer kleinen pveze nach gewonheit schvldic. Niemant schol vrteil vinden wan der darczv erwelt wirf vnd im dar nach erlovbt wirt daz vrlovp gibt der kvnig vnd swelich herre gerichte von dem kvnige hat. | Vnd man schol dieselben weislichen welen vnn si schvllen selbe weis levte sin dy da vrteil sprechen schullen vnd ir schullen czu dem ministen siben sin vber ein igelich sache vnn ist ir mer daz ist ovch gvet.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 109
Schwsp.(L.) Art. 118
Von deushen landen ern.

Die devshen kisent den kvnig. daz erwarb in der kvnig karl als dicz puch seit. swenne er geweihet wirt vnd er gesizzet auf den stul ze ache mit der willen die in gewelt haben so hat er kvniclich gewalt vnd namen. vnd swenne in der pabest geweihet so hat er volleclich gewalt des reiches vnd keiserlichen namen. Schwsp.(L.) Art. 119
den kvͤnig kivset man ze richter vmb aigen vnd vͤmbe lehen vnd vmb igliches menshen leip vnd allez daz fuͤr in ze clagene kvmpt. der keiser mac in allen landen nicht gesin vnd mac allez vngerichte nicht gerichten vnd da uon leihet er den fuͤrsten vnd den grauen vnd anderen herren werltlich gerichte. an die virden hant mac dehein gerichte mit rechte nimmer kvmen da man vͤmbe totslac vnde vͤmbe plutrunst richtet vnd vͤmbe alle freuel richtet. Schwsp.(L.) Art. 120
in devshen landen hat iglich lant seinen phalzgrauen. sachsen hat einen. paiern hat einen. swaben hat einen. franken hat einen. dise vier herzogentum waren hie vor kvnigreiche. daz geshach do der keiser iulius ze rome kvnig wart. vnd do er devshe lant gewan do wold er nicht daz alle romishe reiche icht me kvniges were denne sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 125
Daz kvnig karl den devschen levten erworven hat daz sy ein kvnig chiesen vnd welich ere devsche lant haben daz vindet man alhy geschriben an disem pvech.

Dy devschen kiesen den kvnig daz erwarf in der kvnig karl als dicze pvch sait. [Seite 64] Swenne er geweichte wiert vnd er geseczet vf den stvel czu ache mit der willen dy in erwelt habent so hat her kvnicklichen gewalt vnd namen vnd swenne inder pabst gewichet so hat her vollenklichen des reiches gewalt vnd keiserlichenen namen. Den kvnic kevset man czv richter vmme eigen vnd vm lehen vnd vmme igliches menschen leip vnd vmme alles daz fvr in czv klagene kvmit. Der keiser mag in allen landen nicht gesin vnd mag alles vngericht nicht gerichten davon leihet er den fvrsten vnd den grauen vnd den andern herren wertliche gerichte an dy vierden hant mag kein gerichte mit rechte nimmer komen da man vmme plvet rvns oder vmme den tot richtet oder vmme alle vrevel. In devschen landen hat isleich lant seinen phanczgraven sachsen hat einen Paiern hat einen Swaben hat einen Vranken hat einen. | Diese vier herczogentvm waren hy vor kvnichrich daz geschach do der keiser Julius czu Rome kvnig wart vnd er devsche lant petwanch da wolt er nicht daz vber alle Romischem riche icht mer kvniges were wan sin.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 110
Schwsp.(L.) Art. 121a
Der kvnig shol kein vahenlehen iar vnd tac vnuerlihen lan.

iglich richter shol puze in seinem gerichte han als im denne gesezzet ist nach guter gewonheit. ez mac kein richter clager vnd richter gesin. Schwsp.(L.) Art. 121b
man kan mit rechte kein fuͤrsten ampt zwein herren nimmer geleihen. ist abr daz ez geshicht so mac ir dieweder kein fuͤrste gesein. also mac man weder markgraueshaft noch phalzgraueshaft noch lantgraueshaft noch graueshaft. swer die geteilt so habent sie paide ir namen uerlorn. Schwsp.(L.) Art. 121c
der kvͤnig sol mit rechte dirre hershefte dehainen in seiner gewalt haben iar vnd tac. vnde tut ez der kvnig dar vber daz clagen die fuͤrsten dem phlazgrauen von dem reine. wan der ist ze rechte vber den kvͤnig vnd sie shuln im ze rechte clagen waz in ze dem kvͤnige wirret. Schwsp.(L.) Art. 122a
als man den kvͤnig kivset so shol er dem reiche hulde swern vnd shol in den eit vier dink nemen. daz er recht sterke vnd vnrechte sterke krenke vnd daz reiche verste an seinem rechte vnd daz er daz reiche alle zeit reicher machen vnde nicht ermer. daz shreibet der kvnig an alle seinen prieuen die er sendet daz er daz reiche zaller zeit reichende sei vnd nicht ermer mache. Schwsp.(L.) Art. 122b
als der kvnig auf den stul ze ache gesezzet sei mit den meren der fuͤrsten die in kisen vnd erwelhen so shol er nimmer mere deheinen ait sweren. wan ob in der pabest shuldiget daz er an dem gelauben zweiuele vnd als ein vrowe ze rechte nimpt. daz hort hie ze nicht swie dicke daz geshiet dacz er der dinge swert. wan daz ist recht. ist daz er gezivg shol sein vm ein sache der shol er helfende sein vnd shol sagen pei des reiches hulden des shol man gelauben. vnd vmbe welhe sache ander leute swern muͤzen da shol er gelubde vmme tun fuͤr den eit. vnd daz geluͤbde shol man gelauben. einen lamen man vnd einen miselsuchtigen man vnd der in den panne ist oder in der echte oder ein kezzer ist den shuln die fuͤrsten nicht kisen ze kvnige. vnd kisent sie den an dem dise sache sint die anderen fuͤrsten verwerfen in mit rechte an der stat da ein hof hin geboten wirt ob man in der dinge ains vberkvmpt als recht ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 126
Daz der kvnich schol kein vanlehen iar vnd tac vnverlihen haben.

Iglich richter schol pvze haben inseinem gerichte als im danne geseczet ist nach gvter gewonheit Ez mag ovch kein richter klager vnd richter gesyn man chan mit rechte kein fversten ampt czwein heren nimmer geleihen ist aver daz ez geschiecht so mag ir deweder nicht ein fvrste geheizen noch gesin also mac man weder czu margrafschaft noch phanczgrafenschaft noch grafeschaft noch lantgrafeschaft swer dy geteilt so habent sy ir namen verlorn. Der kvnig schol mit rechte dirre herschaft keine insiner gewalt haben iar vnd tac vnd tvet der kvnic dar vber daz klagen dy fversten dem phanczgraven von dem reine wan der ist czu rechte richter vber den kvnig vnd sy schullen im czu rechte klagen swaz in hin czv dem kvnige wirret.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 127
Swenne man an ein Romischen kvnic kevset so schol er dem Reiche hulde sweren vnd schol inden eid vier dinch nemen.

[Seite 65] Als man ein Romischen kvnic kevset so schol er dem Reiche hvlde sweren vnd schol inden eit vier dinc nemen. Daz er recht sterche vnd vnrecht krenche vnd daz reiche verste an seinem rechte vnd daz er daz reiche alle czeit richer mache vnd nicht ermer. Dicze schribet der kvnic an allen seinen priwen dy er sendet daz er daz reiche alle czeit rechenden sei vnd nicht ermer mache als der kvnig danne czuache vf den stvel geseczet wiert mit den meren der fversten dy in kiesent vnd erwelent so schol er nimmer mer keinen eit gesweren wan ob in der pabest schuldiget daz er an dem gelovben czwivel vnd als er ein vrowen czv rechter . e . nimpt daz gehort hy czv nicht swy diche daz geschiecht daz er der dinge swert wanne daz ist rechte. | Ist daz er geczevc sin schol vmme ein sache dez schol er helfende sin vnd schol sagen pey des riches hvlden daz schol man gelovben. | Vnd vmme swelich sache ander levte mvezen sweren da schol er gelovbe vmme tvn fvr dy eide vnd daz gelvbde schol man gelovben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 128
Daz man keinen siechen man noch kr[ank]en nicht czu kvnige kiesen schol oder der in dem panne ist.

Einen lamen man noch einen mvselsvchtigen man vnd der indem panne ist oder inder echte vnd ein keczer ist den schullen dy fversten nicht kyesen czu kvnige sy aver den an dem diese vorsprechen dinc sint dy andern fversten verwerfent in wol mit rechte ander stat da ein hof hin gepoten wirt ob man in dirre dinge eines vber kvmpt als recht ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 111
Schwsp.(L.) Art. 123
Wen die deushen ze kunige kisen shullen.

Die fuͤrsten shullen kisen einen kvͤnig der ein freier herre sei vnd also daz sein vater vnd sin muter freien sint. vnd si shuln nicht mitter freien sein wan der fuͤrsten man vnd sie shullen mitter freien ze man haben. vnd habent sie weip zer e genumen so man sie kivset ist sie nicht als er so shol man si nicht ze kvͤniginnen kisen. wan daz were nicht recht vnd wider romish ere. vnd so der kunig erwelt wirt von welhem lande er geporen ist daz recht hot er verlorn vnd shol haben frenkishe recht. vnde von welher gepurt er geporen ist daz recht hot er verlorn. swen man ze kvͤnige welt der shol sein rech wol behalden han als man hie vor seit von den richtern wie sie shullen sein so man si welt. daz selbe shol an dem kvnige sein so man in welt. die franken haben daz recht. vnde slant sie einen ze tode sie enwerdent denne an der tat begriffen daz man ir eide nemen muz ob sie sweren wellent daz sie vnshuldic sint. vnde werden sie an der tat begriffen so shol man sie nicht lan swern. so richtet man vͤber sie als vͤber ander leute.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.129
Wenn dy devschen czv kvnige kyesen schullen.

Dy fvrsten schullen kiesen einen kvnic der ein vreier herre sy vnd also vrei daz syn vater vnd syn mveter ovch vrei levte syn gewesen vnd sy schullen nicht mitter vreien syn vnd si schullen nicht man sin wan der fversten man vnd schullen mitter vreien czu man haben vnd habent sy weip czv der . e . genomen so man sy kevset vnd ist dy nicht also vrei so schol man sin nicht kiesen czu kvnige wan daz wer nicht recht vnd wider Romische ere. | Als der kvnic erwelt wiert von swelchem lande er geporn ist daz recht hat er verlorn vnd sol [Seite 66] haben vrenchisse recht. | Vnd von swelcher gepvert er geporne ist daz recht hat er verlorn. Swenne man welt czukunige der schol sin rechte wol pehalten haben als man hy vor sait vnd als man hy vorgeschriben hat von den richtern wy sy schullen syn so man sy welt daz selbe schol ovch an dem kvnige syn so man in welt. Dy vranken habent daz recht vnd slahen sy einen man czu tode si werden danne an der tat pegriefen daz man ir eide nemen mvze ob sie sweren wollent daz sy vnschuldic syn vnd werdent si ander tat pegriffen dar vmme schol man ir eides nicht nemen so richte man vber sy als vber ander levte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 112
Schwsp.(L.) Art. 124
Wie man dem kvͤnige an den leip mak sprechen.

Dem kvnige mac nieman an den leip gesprechen im werde daz reiche e verteilt mit der fuͤrsten vrteil. vͤbr des kvͤniges leip vnd ere mac nieman kein vrteil gesprechen denne die fuͤrsten. vnd kreiget er mit ieme vͤmbe gut oder vm ander dinch daz des reiches ist da shuln vͤber sprechen fuͤrsten vnde grauen vnd die freien vnd des reiches dienstman. vnd ist daz ein kvͤnig eigen hat so er erwelt wirt daz geit er mit rechte an daz reiche ob er wil. lat abr er kint hinder im die erbet ez mit rechte. wan die kint erben des reiches gutes nicht. vnd stirbet der kvnig ane kint vnd hat er sein aigen nicht gebe an daz reiche so erbet ez ie die nehsten erben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 130
Wy man dem kvnige an den leip gesprechen mag.

Dem kvnig mag niemant an den leip gesprechen im werde . e . daz reich vrteil mit der fuersten vrteil vber des kvniges leip vnd vber syn ere kein urteil mac niemant gesprechen wan dy fversten vnd krigeit er mit yemant vmme guet oder vmme andre dinc daz des reiches ist da schullen vbersprechen fversten vnd graven vnd vreien des reiches dienstman vnd ist daz ein kvnic eigen hat so er erwelt wert daz gibt er mit rechte an das reiche ob er wil let awer er kint hinder im so er stirbet dy erbent ez mit rechte. | Wo dy kint erbent des reiches gvetes nicht vnd stirbet der kvnic ane kint vnd hat er daz eigen nicht gegeben an daz reiche so erbent ez dy nechsten erben.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 113
Schwsp.(L.) Art. 125
Wer vber die fuͤrsten richter ist an den kvnig.

Uber der fuͤrsten leip vnd vͤber ir gesunt shol nieman richter sein den der kvnig. vnd ist daz der kvnig von deushen landen vert so shol er einen hof gepiten an die stat do er ze rechte sin shol. vnd da shol er dem phalzgrauen den gewalt von rome geben daz er richte vͤber der fuͤrsten leip. vnd geit er im des gewaldes nicht so hat er kein recht dar an. er shol auch alle die iuden die in deuschen landen sint seinem kanzeler enphelhen. vnd tut er des nicht er phligt ir doch mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 131
Wer vber dy fversten richter ist an den kvnic.

Vber der fversten leip vnd vber ir gesvnt schol niemant richter syn wan der kvnic von devschen landen vert so schol er einen hof gepiten an dye stat da er czu rechte sin schol da schol er dem phanczgraven von dem Reine den gewalt geben daz er richte vber der fversten leip vnd giebt er dem gewaltes nicht so hat er kein rechte daran. Er schol ovch alle dy dy in devschen landen synem chanczler enphelhen vnd tvet er des nicht er phligt ir doch mit rechte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 114
Schwsp.(L.) Art. 126
Wie fronpoten die leute entleiben shuln.

Swem vor gerichte wirt erteilt vͤber shol nieman richten wan der rechte vronpote. etwa heizent si richtere etwa anders. vnd ist ir recht. so sie nevn menshe verderbent so ist der zehende ir. den loͤse man von in als man state an in vinde. dicz recht svln sie haben in allen devschen landen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 132
Wy dy vrone poten dy levt entleiben schullen.

Swein Vorgerichte verteilt wiert vber den schol niemant richten wan der rechte vrone pot. Eteswo heizent sy richter eteswo [Seite 67] anders vnd ist recht so si nevͦn mennen oder weiben den leip genement so ist der czehent ir den lose man von in als man stat an in vinden mac. Dicz recht schullen sy haben in allen devschen landen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 115
Schwsp.(L.) Art. 127
Wie man den vronpoten kisen sol.

als der fronpote von dem kvͤnige oder uon anderen herren erkoren wirt so shol er dem reiche hulde swern vnd dem kvnige. alle die vͤber die leibe richtent die shuln frei lantsezzen sein. vnd swenne man den vronpoten kivset so shol in der richter nemen pei der hant vnd shol in sezzen auf einen stul da ein kussen aufe sei vnd shol im die heiligen auf die shoz sezzen. da shol er auf swern daz er rechte sterke als verre er muͤge vnd daz er seiner hershaft getriwe vnd gewere sei vnd in nicht sage den die warheit. als daz geshiet so hat er rech ze phenden vnd ze statem swem er wil. daz tut er mit gewalt vnd mit rechte. ein iglich gut daz dar zv kvͤmt. tut abr er da mit vnrechte so mac er seinen leip vnd sein gut verwirken als ein ander man. swert shol er nicht tragen noch furen. vnd ist im ieman rechtes wider so shol er den leuten dar rufen. die shuln im gerichtes helfen. vnd wer im des wider ist der solz dem richter puͤzen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 133
Wy man den vronepoten kiesen schol.

Als der vronepot von dem kvnige oder von andern richtern erchoren wiert so schol er dem reiche hvlde sweren vnd dem kvnige. | Alle dy vber dy leibe richtent dy schullen vrei lant sezen sin vnd swenne man den vrone poten kiesen schol so schol in der richter nemen peider hant vnd schol inseczen vf einen stvel da ein kvsse vf sei vnd schol im dy heiligen vf sin schos schezen dar vf schol er sweren daz er recht sterche als verre als er mvge vnd daz er seiner herschaft getrewe vnd gewere si vnd in nicht sage wan dy warheit als daz geschiecht so hat er recht czv phenden vnd czu steten swem er wil daz tvet er mit gewalt vnd mit rechte. | Ein iglich gvt daz mit vrteil darczu kvmpt tvet aber er damit vnrecht so mag er sinen leib vnd sein gvet verwurchen als ein ander man. | Swert schol er nicht tragen noch fveren vnd ist im iemant rechtes wider so schol er den levten dar rvffen dy schullen im gerichtes helfen vnd swer im des wider ist der schol ez dem richter pvezen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 116
Schwsp.(L.) Art. 128
Wie man den keiser bannen sol.

Den keiser shol niemant bannen den der pabest. dacz shol er tun nicht den vͤmb drei sache. daz ist ainez ob er an dem gelauben zweiuelt. daz ander wan ob er sein eweip varen lat. daz dritte ist ob er gotzheuser stoͤret. dicz recht hat er so er ze keiser geweihet wirt. vnd tut er da uor ainem pishofe icht oder ieman anders er shol aber seinem phalzgrauen pei dem ersten clagen. der shol seinem erzpishoue clagen. vnd der mac in wol mit rechte pannen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 134
Wy man den keiser pannen schol.

Den keiser schol niemant pannen vanne der pabst daz schol er nicht tvn wan vm drei sache. Daz ist einez ob er an dem gelovben czwifelt. Daz ander ob er sin . e . wip varn let. Daz dritte ist ob er goteshvser storet dicze recht hat er so er czv keiser geweihet wiert vnd tvet er da vor einen pischolf icht oder iemant anders er schol aver sinem phanczgraven pei dem ersten klagen der schol seinem erzbischof klagen vnd der mag in mit rechte wol pannen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 117
Schwsp.(L.) Art. 129
Wo man einen kvnig kisen shol.

als man einen kvͤnig kisen shol daz shol man tun ze frankenfurt. vnd lat man die fuͤrsten nicht in die stat so mac man in mit rechte kiesen fuͤr der stat. vnd als sie den kvnig erwelent so shol er die stat vnd die leute dar inne in die echte tun. vnd shol daz tun e daz er von der stat vare. vnd als sie sechs wochen in der echte sein so shol sie der pishof uon menze ze panne tun. vnd als sie dar inne sechs wochen sint vnd einen tak so tunt sie mit rechte alle pishoue ze panne. vnd wil der kvnig er mac sie mit rechte pringen in des pabestes pan.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 135
An welcher stat man den kvnic kiesen schol.

Als man einen kvnic kiesen wil daz schol man tvn czv vrankenfvrt vnd let man den fvrsten nicht indy stat so mac man in mit rechte kiesen vor der stat. Vnd als sy den kvnic [Seite 68] erwelent so schol er dy stat vnd dy levte dy da inne sint indy echte tvn vnd schol daz tvn e daz er von der stat var. | Vnd als sy sechs wochen inder echte sint so schol sy der pischof von meincze czv panne tvn vnd als sy da inne sint sechs wochen vnd einen tac so tvent si mit rechte alle pischolf czv panne. | Vnd wil der kvnic er mac sy pringen mit rechte indes pabst pannen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 118
Schwsp.(L.) Art. 130a
Wie man den kvͤnig kisen shol.

Den kvnig shullen kysen drei phaffen fuͤrsten vnd vier leien fuͤrsten. der pishof uon menz ist kanzeler ze devshen landen der hat die ersten stimme ze der kuͤr. der pishof von koͤlne der ander. der pishof uon triere der dritte. Vnder den leien fuͤrsten ist der erste an der stimme ze weln der phalzgraue uon dem reine des reiches truchtsezzen. der ander der herzoge uon sachen des reiches marshalc der shol dem kvͤnige sein swert tragen. der pishof von koͤlne ist kaͤnzeler in lanparten. der pishof von triere ist kanzeler ze dem kvnkreiche ze arle. daz sint drei ampt die gehorent ze der kuͤr. der dritte kuͤrfuͤrst ist der marcgraue uon prandenburg des reiches kamerere. der virde ist der herzoge von paiern des reiches shenke. die vier man shuln devshe man sein von vater vnd von muter oder von eintwederm. vnd wenne sie wellen kisen sie shullen ein sproche gepieten hincz frankenfurt. die shol gepieten der pishof von menz pei dem panne. so shol sie der phalzgraue von dem rein gepieten pei der echte. sie shuln dar gepieten iren gesellen die mit in welen suln vnd dar nach den anderen fuͤrsten als uil si ir mugen gehaben. vnd dar vͤmb ist der fuͤrsten vngerade gesezt. ob vier an dem einen teil geuallen vnd drei an den anderen daz die drei den vieren volgen shuln vnd die minner volge der merern kuͤr. daz ist an aller kuͤr recht. Schwsp.(L.) Art. 130b
e die fuͤrsten kisen so shuln sie auf den heiligen swern daz sie durch liebe noch durch leide noch durch gutes mite daz sie in geheizen oder geben vnd daz sie nieman welen mit geuerde oder geuerde heizen muͤge wan als in ir gut gewizzen sage. vnd wer anders welet wan als hie uor geshriben ist der tut wider got vnde widerz recht. vnd tut ir einer anders icht vnd wirt er des vberret als recht ist fuͤr daz sie gewelent welher dar nach vͤberret wirt die die kuͤr da habent daz er gut habe gelobt ze nemen oder ez genumen hot daz ist symonie. der hat sein kuͤr verlorn vnd shol sie nimmer wider gewinnen vnd ist dar zv meineide. dicz shol geshen da der kvͤnig einen hof gepeutet. dar shol man dem selben auch gebieten er sei leie oder phaffen fuͤrste vnd kvmpt er nicht dar so shol man anderstunt ze dem houe gepieten vnd zv dem dritten. vnd kvͤmpt er da hin nicht so shol man in meinaide sagen vnd waz er von dem reiche hat dacz ist dem reiche ledig vnd in shol der kvͤnig ze echte tvn. vnd ist er ein phaffen fuͤrste der kvnig richtet vͤber in als vͤber einen leien vnd shol dem pabst shreiben wie vͤbel er gevarn habe vnd wie er sein triwe an der cristenheit habe geprochen vnd heize daz bewern vor dem pabste. vnd so daz geshiet so shol in der pabest von allen seinen pheflichen eren sheiden vnd shol sein pishtum einen anderen pishoue leihen vnde shol dar nah leben als in der pabest heizet. wan der pabest vollen gewalt hat so mak er im genade tun vnd mac im sein pishtum wider lazen vnd sein pheflich ere. daz stet an seinen genaden. Schwsp.(L.) Art. 130c
vnd wirt der kvnig der selben shulde vͤberkvmen so ist er mit vnrecht an dem reiche. da shol man in vͤm beclagen vor dem phlazgrauen uon dem reine. nieman mac vber in gezivk sin vͤmb die shulde wan die fuͤrsten sint geistlich oder werltlich.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 136
Wer den kvnic welen schol.

Den kvnig schullen kyesen drei phaffen vnd vier layen fversten der pischolf von meincz ist chanczler czu devschem lande der hat dy ersten stimme ander chuer. Der pischolf von trier dy andern. Der pischolf von kolen dy dritten. | Vnder layen fversten ist der erste czv welen an der kver vnd ander stime der phanczgrave von dem Rein des reichen drvchseze. Der ander das ist der herczog von sachsen des reiches marschalich der schol deme kvnige daz swert tragen. | Der pischolf von cholen ist chanzler zu lamparten. Der pischolf von trier ist chanczler czu dem kvnicreich czu arle daz sint drey ampt die gehoren czu der kver. Der dritte layen fvrste der dy kver hat daz ist der Margrafe von prandenpvrch dez Riches kamerer. Der vierde daz ist der herczoge von payren des Reiches schenche dy vier schullen devsehe man syn von vater vnd von mvter oder von eindwederm. | Vnd swenne sy wellent kiesen so schullen sy ein sprache gepieten hin cze vrankenfort dy schol gepieten der pischolf von Maincze py dem panne so schol sy der phancegrave von dem Rein gepieten peider echte. | Sy schullen ovch daz gepieten czv dem gespreche ir gesellen dy mit in da welen schvllen vnd dar nach den andern fvrsten als vil als sy ir mvgen gehaben vnd dar vmme ist der fvrsten vngerade geseczet ob vier an den einen teil gevallen vnd drei anden andern daz dy drei den vieren volgen schvllen vnd ye schol dy minner volge der mereren volgen daz ist an aller kver recht . e . dy fversten chiesen so schvllen sy vf den heiligen sweren daz sy dvrich leit noch dvrich gvtes mite daz in geheizen oder gegeben sy noch daz sy dvrich kein dinc niemant wellen daz gewerlich sy oder [Seite 69] gewerde geheinzen mvge wan als in ir gvet gewizen gesagen mvge. | Vnd swer anders wolt wan als hy geschriben stet der tvet wider got vnd wider daz recht vnd tvet ir einer ichtanders vnd wiert er des vber ret als recht ist fvr sy gewelent. |Swelcher dernach vber ret wiert die dy kver da habent daz er gvet hat gelopt czu nemen oder ez genomen hat daz ist symonei der hat syn kvr verlorn vnd schol sy nimmer mer gewinnen vnd ist dar czv meineide. | Dicze schol geschehen da der kvnic einen hof gepevt dar schol man ovch dem selben gepieten er sy laye oder ein phaffenfverste vnd kvmpt er nicht dar so schol man im anderstvnt czu dem andern hof gepieten vnd zu dem dritten. | Vnd kvmpt er dahin nicht so schol man in meineide sagen vnd swaz er von dem reiche hat daz ist andem riche ledic vnd in schol der kvnic czu echte tvn. | Vnd ist er ein phaffen fverste der kvnic richtet vber in als vber einen leyen vnd schol dem pabst schrieben wy vbel er gevarn hab vnd wy er sin trewe ander kristenheit czv prochen hab vnd heize daz beweren vor dem pabste. | Vnd so daz geschiecht so schol in der pabst von allen synen pheflichen eren scheiden vnd schol sin pistvm einen andern pischof leichen. Vnd schol dar nach leben als in der pabst heizet wan der pabst vollen gewalt hat so mag er im genade tvn vnd syn pistvm wider lazen und sin phefliche ere daz stet an seinen gnaden. Vnd wiert der kvnic der selben schulde vber komen so ist er mit vnrecht an dem reiche da schol man in vmme peklagen vor dem phanczgraven von dem Reine. | Niemant mac geczevc vmme dy schvlde vber in sein wan dy fvrsten sy sin geistlich oder werltlich.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 119
Schwsp.(L.) Art. 130c
Von wem die fuͤrsten lehen haben shullen.

Des reiches fuͤrsten shullen keinen herren haben der ein leie sei von dem sie lehen haben den der kvͤnig aleine. vnd sint sie deheines leien man an den kvnig so mugen sie nicht fuͤrsten gesein. ez ist dehein vanlehen da uon ein man fuͤrste muge gesin er enphahes mit sein eines hant von dem kvnige. swaz ein man vor im enphangen hat so ist er nicht der voderst an dem lehen. wo von spricht anders princeps latine. daz spricht ze devte ein fuͤrste. daz ist als uil gesprochen ein vorenphaher. vnd wer daz vahenlehen von erst enphahet von dem kvnige der heizet mit allem rechte princeps ain furste. vnd wer er dar nach von im enphahet der heizet nicht princeps. Schwsp.(L.) Art. 131
so man kivset pishoͤue oder ebte oder eptissinnen die gefuͤrstet sint die mugen nicht lehen geleihen e daz sie iriv recht enphahen. der keiser shol leihen allen geistlichen leuten ire recht mit dem cepter vnd allen werltlichen fursten mit dem vanen. der kvͤnig shol kein vahenlehen haben iar vnd tak er shuͤllez hin leihen. Schwsp.(L.) Art. 133
in welhe stat der kvnig kvͤmt die in dem reiche leit die weile er dar inne ist die muͤnze vnd der zol sein vnd daz gerichte. er shol allez daz richten daz in der stat vnd in deme lande ze richten ist ane daz des begunnen ist ze richten. daz shullen die richter vollen auz richten die sein haben begunnen. Schwsp.(L.) Art. 134
In welch lant oder stat der kvnig kvmpt da shol man im die gevangen antworten die dar inne sint vnde sein pote shol sie eishen. vnd wer si den poten verseit den shol er ze ehte tvn. der kvnig shol auch den recht tun die auf die gevangen clagen oder er ist nicht rechter richter.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 137
Von wem dy fversten lehen haben schullen.

Des reiches fversten schullen keinen herren haben der ein leye sy von dem sy lehen haben anden kvnic allein vnd sint sy keines leyen man an den kvnic so mvgen sy nicht fversten sin ez ist kein vanlehen davon ein man fvrst mvge gesin er enphah ez mit sein eines hant von dem kvnige. Swaz ein man vor im enphangen hat vnd enphecht er daz von demselben der ez von im enphangen hat so ist er nicht der vorderst an dem [Seite 70] lehen wavon sprichet anders princeps latme daz sprichet czv deute ein fvrste daz ist als vil gesprochen ein vorenphaher vnd swer ovch daz van lehen des ersten enphehet von dem kvnige der heizet ovch wol mit allem rechte princeps ein fverste vnd swer ez danach von im enphahet der heizet nicht princeps. | So man kveset pischolf oder ept oder eptissine dy gefverst sint dy mvgen nicht lehen geleihen . e . daz si ir rechte von dem kvnige enphahent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 138
Wy der keiser den geistlichen fversten vnd den werltlichen ir recht verleicht.

Der keiser schol leihen allen geistlichen fversten ir recht mit dem cepter vnd allen werltlichen fversten mit dem vane. Der kvnic schol ovch kein vanlehen in seiner gewalt haben iar vnd tac ern schulles in leihen. Inswelche stat der kvnig kvmpt dy in dem reiche leit da ist dy mvncze vnd der czol sin dy dy weil er da inne ist vnd daz gerichte er schol ovch alles daz richten daz inder stat vnd indem lande czu richten ist an des pegonnen ist czu richten daz schullen dy richter vollen vz richten dy sein pegonnen habent. In swelich stat oder lant der kvnic kvmpt dy schol man im antwurten dy da vangen sint dy dar inne sint vnd sin pote schol sy eischen vnd swer sy seinem poten versait den schol er czv echte tvn der kvnic schol ovch den rechte tvn dy vf dy gevangen klagent oder er ist nicht rechter richter.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 120
Schwsp.(L.) Art. 135a
Wie die herren die gerichte von dem kvͤnige haben lantteding gebiten suln.

Uber achzehen wochen so shol ein iglich herre fuͤrste vnd ein iglich herre der gerichte von dem kvͤnige enphangen hant der shol sein lanteding haben. dehein herre shol sein lantteding gepieten auf einen veirtag. so wirt ein iglich man mit rechte vberig daz er sein nicht ensuchet. Schwsp.(L.) Art. 135b
dehein herre shol keinen vronenpoten han er sei vrei vnd shol dar zv belehent sin ze dem minsten mit einer halben hube. die selben shuͤllen die leute toͤten vnd anders nieman. swer anders ieman toͤtet da wirt der richter vnd die ez da tun vor gote shuldig an den leuten. Schwsp.(L.) Art. 135c
man shol gerichtes warten von dem daz die svnne auf get vnz auf mitten tac. vnd ist der richter da vnd wer dar nicht enkvͤmpt der ze rechte dar kvmen shol der wirt wettehaft. vnd kvͤmpt der richter nicht so wirt niemant wettehaft. vnd ist ieman fuͤr gepoten der ist des fuͤrpotes ledig vnd auch des tages.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 139
Wy dy herren dy gerichte von dem kvnige habent lant teidinc gepieten schvllen vber achczehen wochen.

Aber achczehen wochen so schol ein iglich herre fvreste vnd ein iglich herre der gerichte von dem kvnige enphangen hat der schol sin lant teidinc gepieten an einem veirtac so wiert ein iglich man sin nicht vber daz er sin nicht gesvecht hat. | kein herre mac keinen vronen poten haben ern sy danne vrei vnd schol dar czu pelehent sint czu ministen mit einer halben hvben dyselben schvllen dy levte toten vnd anders niemant vnd swer anders iemant totet da wiert der richter vnd dy ez da tvnt vor got schvldic an den levten. Man schol gerichtes warten von der czeit daz dy svnne vfget [Seite 71] vncz czv dem mitten tage vnd ist der richter da vnd swer danne dar nicht enkvmpt der cze rechte komen schol der wiert wettehaft vnd kvmpt der richter nicht so wiert niemant wettehaft. | Vnd ist iemant dargepoten der ist des vorgepotes ledic vnd ovch des tages.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 121
Schwsp.(L.) Art. 136
Von den haupsteten vnd von den vanlehen in sachsen.

Fvͤnf stete ligent in den sachen do der kvnig hof hin gepevtet. die erste ist ze gruͤne. div ander ze goͤsler. die dritte ze walhausen. die virde ze altensteten. die fuͤnfte ze merseburg. da shol der kvͤnig mit rechte houen. siben vanlehen sint in dem lande ze sachen. daz erste ist dar herzogentum ze sachsen. daz ander die phalz. daz dritte die marke ze prandenpurg. daz virde die lantgraueshaft ze duringen. daz fuͤnfte die marc ze meisene. daz sechste die mark ze lavsiz. daz sibende die graueshaft ze ashersleiben. ez sint auch zwei erzpishtum in dem lande ze sachsen vnd fuͤnfzehen andere pishtum. dem uon megdepurg ist vndertan der pishof von niwenpurg vnd der von mersepurg vnd der von meichsen vnd der von prandenburg vnd der von hauelperg vnd der von camin. der pishof von menze hot vier vnder im in dem lande ze sachsen den von halberstat den von hildensheim vnd den von balbrunne. dem von koͤlne ist vndertan dem von ohsenpuͤrge vnd der von minden vnd der von mvͤnster. der erzpishof von brem hat vnder im daz livbek vnd daz von zwirein vnd daz von ratsburg. die driv sint vnder im. Schwsp.(L.) Art. 137a
der kvnig spricht er shuͤlle in allen steten da pishtum inne sein seinen hof gepieten. da kreigent etwenne die phaffen fuͤrsten wider. die haben den krieg nv lan. er shol auch seinen hof gepieten ze frankenfurt vnd ze nvrenberg vnd ze vlmen. in anderen steten die des reiches sint da mak er wol gepieten seine sprache wol mit rechte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 140
Von den hovptsteten insachsenlande da der kvnic den hof hin gepevten.

Fvnf stete ligent in sachsen da der kvnig den hof hingepevft. | Dy erste daz ist czu Grvne. Dy ander czu gotslar. Dy dritte czv walhvsen. Dy vierde czu aldenstein. Dy fvnfte czu Merspvrch da schol der kvnig mit rechte den hof haben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 141
Von den Siben vanlehen dy czu Sachsen sint.

Siben vanlehen sint indem lande czv Sachsen daz erste ist daz Herczogentvm czu Sachsen daz ander dy phanz daz dritte dy marche czv prantenbvrch daz vierde dy lantgrafschaft czv dvringen dy fvmfte die marche czv missen daz sechste dy marche czv lvsicz daz daz siebende dy graveschaft czv ascherslebe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 142
Von dem pistvm in Sachsen lande.

E sint ovch czwei erczpistvm indem lande czu Sachsen vnd fvmfczehen andre pistvm. Dem von Meidepvͦrch ist vndertan der pischolf von Nevnpvrch vnd der von Mersepvrch vnd der von Meisen vnd der von prandenburch vnd der von havelpergen vnd der von Camine.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 143
Wy manic pistvm der von Meincze vnder im hat czu sachsen.

Der pischolf von Meincze hat vier vnder im indem lande czu Sachsen den von halberstat vnd den von hildisheim vnd den von balprunnen. | Der von choln hat vnder im den von Osepvrch vnd den von Minden vnd den von Minster. | Der Erczpischolf von Brem hat vnder im daz von levbek vnd daz von zwirin vnd daz von Ratispvrch dy drev sint vnder im. Der kvnig gicht er schulle in allen steten da pistvm inne sint sinen hof gepieten da krigeten eteswenne dy phaffen fversten wider dy habent den krieg nv lazen. | Er schol ovch sinen hof [Seite 72] gepieten czv frankenfvrt vnd czu Nvrenperch vnd czv vlmen. In andern steten dy des Riches sint da mag er wol pieten sin sprachen mit rechte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 122
Schwsp.(L.) Art. 137b
In wie maniger der echter ze echte kvͤmt von ainer stat.

Hat ein herre ein haupstat. daz ist da pishtum inne sint. vnd hat ein herre ein gerichte dar inne vͤber plutrunst vnd wirt einer dar inne ze echte getan vnd hoͤrent anderiv gerichte in daz selbe gerichte daz nicht hauptstete sint der in der hauptstat ze echte ist getan der ist in allen steten die den herren an gehoͤrent ze echte getan des die haupstat eigen oder lehen ist. vnd wirt ein man in dem nideren gerichte ze echte getan so ist er nicht wan in dem selben gerichte ze echte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 144
Swer in einer hovptstat in dy echte wiert getan der ist in der echte in allen den steten dy den herren angehorent.

Hat ein herre eine hovpstadt da pistvm inne sint vnd hat ein herre ein gerichte da inne vber plvet rvnse vnd wiert einer da inne czv echte getan vnd gehorent andreiv gerichte indaz selbe gerichte daz nicht hovptstete sint der in der hovptstat czu echte ist getan der ist in allen den steten czu echte getan dy den herren an gehorent des dy hovpstat eigen oder lehen ist. | Vnd wiert ein man in dem gerichte czv echte getan so ist er nicht wan indem selben gerichte in der echte.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 123
Schwsp.(L.) Art. 137c
Der vierzehen tage in der echte ist.

Swer den echter hauset vnde houet in den puͤrgen oder in den steten vnd swo man in shirmet mit wizzen vnd ist er virzehen tage in der echte gewesen die sint alle mit der selben shulde begriffen da der echter inne ist. wil abr sich des gegen ieme entshuldigen daz er nicht enweste daz er in der echte were der swere des zen heiligen vnd sei ledic. behelten man den echter offenlich in einer stat freuelich vnde daz man daz erzivgen mac selp dritte hat die stat maure man shol sie nider legen auf die erden. hat sie tuͤlle man tut daz selbe. vnd hat si deweder vnd hat einen graben man shol in eben machen. vnd hot sie der aller keines man shol sie prennen an der leute shaden die dar an vnshuldig sint mit wizzend. geshiet aber ieman anders dehain shade den den purgern den shul im die purger abe tun. vnd daz selbe gericht shol man vͤber die puͤrger tun vnd vͤber dorfer vnd wo man sie beheltet wider disem rechte als hie uor gesprochen ist. der ehter shold allen leuten vnmere sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 145
Der vierczehen tage inder echte ist swer den hovst oder hoft der ist ovch inder echte.

Swer den echter hovset oder hovet vf pvrgen oder in steten oder swo man in schirmet mit wizzen vnd ist er vierczehen tag inder echte gewesen dy sint alle mit derselben schvlde pgrifen da der echter inne ist wil aber sich des gegen iemant enschuldigen daz er nicht enweste daz er inder echte waz der swer des czu den heiligen vnd sei ledic. | pehalt aver man den echter offenlich in einer stat vnd vrevelich vnd daz man daz erczevgen mac selbe dritte vnd hat dy stat ein mvre man schol sy vf dy erden prechen vnd hat sy planken man tvͦt daz selbe vnd hat sy der twederz vnd hat sy einen graben man schol in eben machen vnd hat sy der aller keinez man schol sie prennen ander levte schaden dy dar an vnschvldic sint mit wizzen. | Geschiecht aver iemant anders kein schade danne den pvrgern den schvllen im dy pvrger abe tvn. Vnd daz selbe gerichte schol man vber dy pvrger tvn vnd vber dy dorfer oder swo man sy pehaltet wider dise recht als hy vorgesprochen ist. Der echter der schol allen levten vnneme syn. [Seite 73]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 124
Schwsp.(L.) Art. 138
Wie der kvnig hof gepiten sol.

So der kvͤnig hof gepieten shol vnde shol den sol er pieten vͤber sechs wochen vnde shol in den herren vnd anderen fuͤrsten kuͤnden mit den versigelten prieuen. si shuln den hof suchen ze devshem lande vnd nicht furbaz. vnd wer zv dem houe nicht kvͤmt der ist dem kvnige eins gewettes shuldic. der kvͤnig wettet hundert phunt der pheninge die er von im ze lehene hat die muͤnze. vnd hat er mere muͤnze von im ze lehene den eine er shol im die swerste vnd die beste geben. ein freier herre wettet dem kvͤnige fuͤnfzig phunt. vnd hot er mvͤnze von im ze lehene die shol er im geben. vnd hot er nicht mvͤnze von im ze lehene so gebe im des pishoues mvͤnze in des pishtum gesezzen ist. die dienstman zehen phunt. wann mitter vreien die shullen zwenzig phunt geben des pishofs pheninge in des pishtum er gesezzen ist. vnd ist diz also gesezzet. vnd versavmt der herre den ersten hof er geit dicz gewette. vnd versaumet er den anderen er gibt sie anderstunt. vnd versaumt er den dritten der kvͤnig shol den fuͤrsten mit der fuͤrsten vrteil ze echte tun. der shuln ze minsten sibene sein. vnd also shol man den freien herren tun vnd ieden man ze echte tun mit seinen genozen. vͤmb die shulde hat ein iglich man daz recht. als ein man in der echte ist sechs wochen vnd einen tac daz man in ze banne tun shol. daz selbe recht hat der ban hin wider. wie man vͤber echter vnd vͤber verbannen leute richten shol daz ist uor gesprochen. oder welche recht si haben daz ist allez hie vor geshriben. dicz gewette ist aller richter gewette nicht. man wettet ie dem richter nach seinem recht vnd nach guter gewonheit. man shol auch einen iglichen man sein laster puezen nach seiner gepurt vnd nach seiner werdikeit. man shol auch nicht achten an der buze wer der man gewesen ist. man shol achten wer er iemitten gewesen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 146
Swenne der kvnig einen hof haben wil den schol er gepieten den herren vnd andern fversten vber sechs wochen.

So der kvnic einen hof gepieten schol oder wil den schol er gepieten vber sechs wochen vnd schol inden herren vnd andern fversten kvnden mit versigelten prifen. | Si schullen den hof svchen czv devschem lande vnd nicht fvrpaz vnd swer hin czv dem hof nicht enkvmpt der ist dem kvnige eines gewettes schuldic der fverste wettet hvndert phvnt der phennige dy er von im czu lehen hat dy mvncze vnd hat er mer mvncze von im czv lehen danne eine er schol im dy swersten vnd dy pesten geben.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 147
Daz ein vrier herre dem kvnige fvnfczic phvnt wetten schol.

Ein vreier herre wettet dem kvnige fvnfczic phvnt vnd hat er mvncze von im czv lehen dy schol er im geben vnd hat er nicht mvncze von dem kvnige czv lehen so gebe im des pischolfs mvncze indes pistvm er geseczen ist. | Dy dienstman czehen phvnt vnd dar nach aller hande levte czehen phvnt wan mitter vreier schvllen czweinzic phunt geben des pischolfs phenninge da er inne geseczen ist vnd dicz ist also geseczet. Vnd versovmet ein herre den ersten hof er gibt dicze gewette vnd versovmet er da den andern er gibt ez anderstvnt. | Vnd versovmet er den dritten der kvnic schol mit der fversten erteil den fversten czv echte tvn der schvllen czv dem ministen siben syn. | Vnd also schol man dem vreien heren tvn vnd yeden man czvechte mit sinen genozen vmme diese schvlde hat ein iglich man daz recht. | Als ein man der inder echte ist sechs wochen vnd einen tac daz man in cze panne tv daselbe rech hat der pan hinwider | Wy man vber echter vnd vber verpannen levte richten schol daz ist hy vorgesprochen oder welich rechte sy habent daz ist alles hy vor geschrieben. Dicz gewette aller richter gewette nicht man wettet iedem richter nach seinem rechte vnd nach gveter gewonheit man schol iglichem manne ovch sin laster pvezen nach siner gepvert vnd nach syner werdikeit. | Man schol ovch nicht achten an der pvze wer der man gewesen ist. [Seite 74]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 125
Schwsp.(L.) Art. 139a
Wie die fuͤrsten ir hof gepieten sullen.

Ein iglich fuͤrste hat nach seines landes gewonheit buze. also habent auch ander herren vnd ander richter nach ir gewonheit. Schwsp.(L.) Art. 139b
doch sage wir die alden puze die die kvͤnige den herren gesezzet hant. svͤmeliche leien fuͤrsten sint die daz recht hant daz sie hofe gepietent fuͤr sich selber. daz recht habent sie von dem kvnige. wenne sie hof mit rechte mugen gepiten daz shul wir iv sagen. ist ez ein herzoge oder ein ander leien furste vnd ist daz pishof sizzent in seinem fuͤrsten ampt die soln seinen hof suchen. also spreche wir ob die stat er fuͤrste heizet in seinem fuͤrsten ampt ligt. swie uil er anders gutes hat in seinen lande dauon suchet er seins houes nicht. vnd allez daz recht daz der kvͤnig hat gegen den die seinen hof nicht ensuchent daz selbe recht hot auch der herzoge gegen den die seinen hof nicht ensuchen. diz recht hant gemainlich alle leien fuͤrsten die ze recht hof gepiten shuln. ein leien fuͤrste mac dem anderen nicht hof gepieten ob er daz selbe recht hat daz er auch hof gepiten shol. hot abr ein fuͤrste des rechtes nicht vnd hot er gut vnd puͤrge in seinem lande oder stete er sol mit nichte seinen hof suchen. dicz selbe recht habent sie vmb grauen vnd vmbe freien vnd vmbe dienstman die so getan gut haben in irm lande daz puͤrge vnd stete sint. vnd haben sie ander gut in irme lande so sint sie ledic mit allem recht daz si ir hof nicht suchen shuln. vnd sint sie in devsher sproche nicht gesezzen oder dacz sie in acht tagen nicht dar gelangen mugen sie sint des houes mit rechte ledic. sie shuln abr dar senden ir ingeporn dienstman. vnd so der herre den hof volendet so shol er dar gen vnd shol vor sinen herren loben daz er stete habe als verre er shuͤlle waz da ze deme houe guter dinge gesezzet sei. vnd ist daz ein herre dar nicht kvmen mac vor ehafter not der sendet seinen dienstman dar vnd heize in sein ehafte not bewern mit seinem eide. vnd so der hof ein ende habe so tu als hie uor gesprochen ist. der frei herre sende seinen eigen man. der mitter frei sende seinen eigenen man. der dienstman sende seinen mac. die shuln alle tvn als hie uor gesprochen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 148
Wy dy fvrsten den hof gepieten schvllen.

Ein iglich fverste hat nach sines landes gewonheit pvze also habent ovch ander herren vnd ovch dy richter nach ir gewonheit doch sage wier dy alten pveze dy dy kvnige den herren geseczet habent. | Svmleich layen fversten sint dy daz recht habent daz sy den hof gepietent fvr sich selber daz recht habent sy von dem kvnige wem sy den hof mit rechte gepieten mvgen daz schullen wir evsagen. | Ist ez ein herczoge oder ein ander layen fverste vnd ist daz pischolf sitczent inseinem fverstenampt dy schullen sinen hof svchen also spreche wier ob dy stat da von er fverste heizet inseinem fvrsten ampt leit swie vil er anders gvtes inseinem lande hat da von svcht er sines hofes nicht. | Vnd allez daz recht daz der kvnig hat gegen den dy synen hof nicht svchent. | Daz selbe recht hat ovch der herczog gegen dem dy sinen hof nicht svchent. | Dicz recht habent gemeinlich alle layen fversten dy czv recht hof gepieten schullen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 149
Daz ein layen fuerste den andern nich hof gepieten mac ob er daz selbe recht hat.

Ein layen fverste mac den andern nicht hof gepieten ob er daz selbe recht hat daz er ouch gepieten schol hat aver ein fverste des rechtes nicht vnd hat er pvrge vnd gvet inseinem lande oder stet er schol mit rechte sinen hof svchen dicz selbe recht habent sy vmme graven vnd vmme vrien vnd vmme dienstman dy so getane gvet habent in irem lande daz pvrge vnd stete sint vnd habent sy ander gvt inirem lande so sint sy ledic daz sy iren hof czv rechte nicht svchen schvllen vnd sint sy indevscher sprache nicht gesezzen oder daz sye nicht inacht tagen dargelangen mvgen sy sint des hoves mit rechte ledic sy schullen aver dar inir geporne dienstman. | Vnd swo so der herre den hof verendet so schol er dar gen vnd schol fvr sinen herren loben daz er stete habe alz verre er schulle daz. Swaz dem hofe gvter dinge geseczet sy vnd ist daz ein herre nicht dar komen mag von ehafter not der sende seinen dienstman dar vnd heize in sin ehafte not peweren mit seinem eide. | Vnd so der hof ein ende hab so tv als hy [Seite 75] vorgesprochen ist der vreie herre sende seinen eigen man der dienstman sende sinen mac dy schullen alle tvn als hy vorgesprochen ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 126
Schwsp.(L.) Art. 140a
Wie die erzpishoue sent gepieten shuln.

Die erzpishoue gepietent ir sende mit rechte den die in irm erzpishtum sitzent. vnd habent daz selbe recht hin ze in daz auch die leien fuͤrsten habent hin ze den die iren hof ze rechte suchen shuln. wand als uil sie mit der echte mugen betwingen daz shullen sie mit dem banne twingen. sie gebieten auch wol dar allen den pishouen die in irm erzpishtum sint. Schwsp.(L.) Art. 140b
sie gebietent auch wol mit rechte cristenliche dink. die gepietent wol mit rechte allen fuͤrsten vnd herren dar die in ir pishtum hoͤrent vnd allen cristenleuten die ze iren tagen kumen sint die fuͤnf vnd zwenzik iar alt sint. vnd wer dar nicht kvͤmt daz richten sie als hie vor gesprochen ist als rettet vnd daz decretal sage.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 150
Wy dy erczpischof gepieten der phaffen samnvnge schvllen vnd iren hof.

Dy erczpischolfe gepieten ir samnvnge vnd iren hof mit rechte den dy inir erczepistvm siczent vnd habent daz selbe recht hincz in daz ovch dy layen fversten habent hin czu den dy ir hofe czv rechte svchen schvllen wan als vil swaz sy mit ir echte twingent daz schullen si mit dem panne twingen si gepietent ovch wol dar allen pischolfen dy inir erczepistvm gehorent vnd ander pischolf dy vnder den erczpischolf sint dy gepietent wol mit rechte kristenleichev dinc dy gepitent wol dahin mit rechte allen den fvrsten vnd allen den herren dy inir pistvm gehorent vnd allen kristen levten dy czv ir tagen komenlich dy fvnf vnd czweinczic iar alt sint vnd swer dar nicht kvmpt daz richtent sy als hy vorgesprochen ist vnd als decret vnd cretal saget.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 127
Der kvͤnige vnd der fuͤrsten houe vnd elich dink die sint nuzze.

Des kvniges hof vnd der fuͤrsten hoͤue die sint durch fride vnd durch genade gesezzet der cristenheit. da uon shol man sie gerne suchen. vnd shol auch gern halden waz man da gepeutet vnd da gesezzet. die sente vnd die cristenliche dink sint den selen ze nuzze gesezt vnd daz man da lert wie man cristen gelauben shulle nach cristenlichem rechte vnd wie man den gelauben mit guten werken eruollen shuͤlle. wan guter gelaube ane gute werk sint vor got ein totes dink. vnd gute werk ane guten gelauben ist uor got alsam.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 151
Waz nucze da von enstet daz ein iglich man kvnigehof vnd fvrstenhof vnd elich dinch vnd der pischolf hof svcht.

Des kvniges hof vnd der fvrsten hof dy sint dy riche vride vnd dvrich genade geseczet der kristenheit da von schol man sy gerne svchen vnd schol ovch gerne halten swaz man da gepevt vnd geseczet dy kristenliche dinc sint den zelen czv nvcze geseczet vnd daz man da lert wy man kristen gelovben schulle haben vnd wy man leben schulle nach kristenlichem rechte vnd wy man den gelovben mit gveten werken erfvllen schvlle wan gvt gelovbe an gvte werche ist vor got ein totez dinc vnd vnd gvte werke an gelovben ist alsam vor gote.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 128
Von markgrauen vnd phalzgrauen.

Ein iglich markgraue vnde phalzgraue habent sie halt auch nicht fursten ampt die vrogent doch die leute wol mit rechte pei ir hulden so sie an dem gerichte sitzzent. an so ein vride gesworen wirt so shuln sie vrogen pei dem aide als der vride gesworn ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 152
Wy dy margraven vnd dy phanczgraven dy levte vragen schullen wenne sy andem gerichte siczen.

Ein iglich margrave vnd phanczgrave habent halt sy nicht fvrsten ampt dy vragent doch dy levte wol mit rechte py ir hvlden so sy andem gerichte siczent an so ein newer vride [Seite 76] gesworen ist so schullen sy vragen py dem eide als der vride gesworen sy.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 129
Wie ein man seinen hershilt nidert.

Wirt ein man seins genozen man seiner gepurt vnd seins lantrechtes rechtes hat er da mite nicht verworht. seinen hershilt hot er da mit genidert. daz ist also gesprochen. die leien fursten sint in dem dritten hershilde. vnd wirt ir einer des anderen man so hat er den dritten hershilt verlorn vnd vellet in den virden der ist sein genoze. vnd wirt ein vreier man seins genozen man der ist in dem virden hershilde vnd vellet in den fuͤnften. vnd wirt ein mitter vrie seins genozen man der ist in dem fuͤnften hershilde vnd vellet in den sechsten. vnd wirt ein dienstman des anderen man seines genozen der ist in dem sechsten hershilde vnd vellet in den sibenden. daz saget vns wol daz lehen puch her nach welch recht die habent die in deme sibenden hershilde sint.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 153
Wy ein man seinen herschilt nidert.

Ob ein man wiert seines genozen man seiner seiner gepvert vnd seines lantrechtes hat er damit nicht verwurchet seinen herschilt hat er da mit genidert daz ist also gesprochen dy layen fvrsten sint indem dritten herschilt vnd wiert ir einer des andern man so hat er den dritten herschilt verloren vnd vellet in den vierden wan er ist sin genoz vnd wiert ein vrier herre sines genozen man der ist indem vierden herschilt vnd vellet inden fvnften vnd wiert ein mitter vreie sines genozen man der ist indem sechsten herschilt vnd vellett inden sibenden daz sait vns wol daz lehenpvch her nach wellich recht dy habent dy indem sibenden herschilt sint.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 130
Wie verre ein marc von dem anderen ligen shol.

Man shol deheinen markt deme anderen naher legen den zwu meile. man shol auch kein pawen noch dorfer veste machen noch perge mit vestenunge on des lantrichters vrlop. man shol auch dehein stat pawe an des urlop des die stat eigen ist. ist sie sein lehen er hot daz selbe recht. an des lantrichters vrlop mac man wol graben in die erde als tief als ein man mit ainer stangen geshiezen mac die erde also daz er deheinen shamel mache. man mac wol pawen an des lantrichters urlop dreier gadem hoch mit holze oder mit steinen ob der erden ane zinnen vnd ane prustwer vnd one erker vnd on alle wer. man mac auch on sein urlop einen hof on ebener erden vͤmbe vahen mit ainer maur die also hoch ist so ein man sizze auf einem rosse daz er oben dar in gereichen muge mit der hant one zinnen vnd ane prustwer vnd on aller slachte vestenunge. in der selben weise mac ein man seinen hof vmme machen mit holze. man mac auch keine purk wider gepawen on des kvniges vrlop vnd on des richters urlop daz mit vrtail zerprochen wirt. pricht abr man ein haus mit gewalde oder let ez ein herre zergen mit mutwillen oder von armut die mac man wol wider pawen on des lantrichters urlop.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 154
Daz ein markt von dem andern ligen schol czwo meil.

Man schol keinen marcht dem andern naher danne czwo meile legen man schol ouch kein pvrch pawen noch kein dort veste machen noch perg mit vestenvnge an des lantrichters vrlovp. | Man schol ovch kein stat powen andes vrlovp des dy stat eigen stat ist ist si sin lehen er hat daz selbe recht andes lant richters vrlovp mac man wol graben indy erde als tief als ein man mit einer schvfel vf geschiezen mac dy erde also daz er kein schamel mache. Man mag wol powen andes lantrichters vrlovp drier gadem hoch mit holcze oder mit steinen ob der erden ane czevne vnd ane czinnen vnd an prvst wer vnd an erichker vnd alle wer. | Man mac ovch wol an sin vrlovp einen hof an ebener erde vmme vahen mit einer mver dy als hoch ist so ein man sicze vf einem rosse daz er oben dran gereichen mvge mit der hant ane czinnen vnd ane prvstwer vnd an aller slachte vestenvnge inderselben weise mac ein man sinen hof vmme machen mit holcze. Man mac ovch kein pvrch wider gepovwen andes kvniges vrlovp dy mit vrteil czeprochen ist prichet man aber ein hvz mit gewalt oder let ez ein herre czergen mit mvt willen oder von armvt dy mac man wol mit rechte wider powen an des lantrichters vrlovp. [Seite 77]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 131
Der dem anderen sein purg ze vnrecht an gewinnet.

Swer dem anderen sein haus ze vnrecht on gewinnet der sholz deme kvͤnige oder dem lantrichter clagen in des gericht ez liget. der sholz richten. vnd shol daz haus wider vordern auf recht. vnd antwort manz im nicht so shol sich der richter allez des vnderwinden des er hot vnd shol im fuͤr lan pieten ze drein tedingen. vnd kvͤmt er fur on geleite so richt vͤber in als recht sei. habe er im gewalt vnd vnrecht getan so riht vber in als vber einen rauber. er shol in auch vahen swo er in vindet one richter vnd shol in dem richter antworten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 155
Swer dem andern sein pvrch vnrechte an gewinnet der schol daz klagen dem kvnic oder dem lantrichter.

Swer dem andern syn hovs an gewinnet mit vnrecht der schol dem kvnige oder dem lantrichter klagen indes gerichte ez leit der schol im richten vnd schol daz hvs wider vordern vf recht vnd antwort man es im nicht so schol sich der richter alles des vnderwinden des iener hat vnd schol in fvr laden czv drein teidingen vnd kvmet er fvr angeleite so richt vber in als recht sy. | Hab er im gewalt vnd vnrecht getan so richte vber in als vber einen rovber er schol in ovch vahen swo er vindet ane richter vnd schol in dem richter antworten.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 132

Die weile man einen manne sein purg nimpt so mac nieman dehein clage dar auf gehaben weder daz vor dar auf ist geshen oder iemitten dar auf geshiet wan er sein vngewaltig ist. swelch haus oder purg mit vrteil verteilt wirt da shol der richter ze dem ersten drei slege dar auf tun. dar nach shuln die leute alle dar gen mit eksen vnd shuln havwen vnd ravmen vnz daz haus ob der erden zerbrochen vnd zerfuͤrt wirt. man shol ez nicht prennen. man shol auh weder holz noch stein dannen fuͤren noch nicht des dar auf ist ez sei denne von raube oder uon divpheit dar auf kvmen. des shol sich der richter vnderwinden vnd shol ez behalden vnz daz etewer dar kvme der recht dar ze habe. vnd ist ez ein purk so shol man perk vnd den graben eben mit den shavfeln. alle die in dem gericht gesezzen sint die shuln dar zv helfen drei tage mit ir speise ob si dar zv geladen werden mit des reiches poten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 156
Ob man einen sin pvrch nimpt so schol niemant kein klage dar vf haben daz vor drvf geschehen ist.

Dy weile man einem manne sin pvrch nimpt so mag niemant kein klag dar vf gehaben daz vor drvf geschehen ist oder daz ie mitten drvf geschiecht wan er sin vngewaltic ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 157
Swelich pvrch oder hvs mit vrteilt wiert dy schol der richter vnd alle dy indem gerichte siczent schullen sy czu prechen vnd czvstoren.

Swelich hvs oder pvrch vrteil verteilt wiert da schol der richter czv dem ersten drei Slege slahen dar nach schvllen dy levte alle mit acksen dar gen vnd schvllen howen vnd rovmen vncz daz daz hvz ob der erden gar czv fvert wiert man schol ez nicht prennen man schol ovch weder stein noch holcz dannen fvren noch nicht des dar vf ist ez sei danne von rovb oder von devpheit chomen drvf des schol sich der richter vnderwinden vnd schol ez pehalten vncz ettewer kom der recht daz czv habe. | Vnd ist ez ein pvrch so schol man den graben oder den perc eben mit schvfeln alle dy indem gerichte gesezen sint dy schullen dar czv helfen drei tage mit ir spise ob sy dar czv geladent werdent mit des richtes poten.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 133
Wie die zwelfe vrteilent.

Swa shephen sint die shuln vrteil sprechen vber ein iglich ding vnde nieman anders. der richter vnd die sphephen die shuln weder hauben noch huͤtelein noch hute aufe haben noch kappen noch hantshuch an haben. die mentel auf den achseln haben. one wafen shuln sie sein ez ensie dann daz in not dar zv twinge. vrteil shuln sie vastende vinden vber eins iglichen menshen leip. daz ist recht daz man vͤber keines menshen leip vrteil shol sprechen man shol den nuͤchtern sein. daz shol man auf allen gerichten behalden. vnd wer enpizzen ist spricht der vrteil vͤber eines menshen leip der shuldic an den menshen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 158
Wy dy Schephen vrteil vastvnden schvllen vber eines igliches menschen leip habent sy aver gezzen so sint si schuldic an des menschen leib.

Swo schephen sint dy schullen vrteil schephen vber ein igliche dinc vnd niemant anders der richter vnd dy schephen dy [Seite 78] schvllen wiͤder howen noch hvet vf haben noch kappen noch hantschuch anhaben ane waffen schvllen si sin ez si danne daz si not dar czv tvinge. | Vrteil schullen sy vastvnde vinden vber eines iglichen menschen leip daz ist recht daz man vber keines menschen leip vrteil schol sprechen man schol nvechtern sin daz schol man vf allem gerichte pehalten. | Vnd swer enpizzen ist sprichet der vrteil vber eines menschen leib der wiert schvldic an dem menschen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 134
Ob ein weip von ir manne gesheiden wirt.

Unde wirt ein weip gesheiden von ir manne mit recht si habent doch ir leipgedinge daz er ir gap ze ir leibe on sein eigen vnd on den pav der dar aufe stet. swaz sie zv im brachte daz furet sie hin ob ez denne noch vnuerzert ist. bracht si varnde gut zv im daz shol sie mit ir fuͤren. ist ez verlorn daz man daz beweren mak als recht ist sie muͤze mangeln. lehen mak ein vrowe nach ir mannes tode haben ob da nicht lehen erben ist. wie daz mac geshehen daz vindet man an dem lehen puche.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 159
Ob ein wip von irem manne gescheiden wiert mit rechtem vrteil wy sy pehabt ir leipgedinge.

Vnd wiert ein wip gescheiden von irem manne mit rechte sy pehabt doch ir leipgedinge daz ir gab czv irem leibe sin eigen vnd andaz pov daz darvf stat. | Swaz sy czv im prachte daz fvret sy hin ob ez dannoch vnverczeret ist.
Pracht sy varvndes gvt czv im daz schol sy mit ir fvren. | est ez aver verlorn daz man daz peweren mac als recht ist sy mvz mangel. | Lehen mac ein vrowe nach irs mannes tode haben ob da nicht lehen erben ist wy daz mac geschehen daz vindet man an dem lehen pvch.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 135
Von erbeteil.

Stirbet einen weibe ir man vnde pleibet sie in des mannes gute vnbeteilt mit den kinden vnd daz ste kurz oder lanc so sie sich dar nach zwaient so nimpt die vrowe ir morgengabe vor hin dan. vnd hat sie varnde gut daz ir man an seinem tode nicht geshaffen hat daz shol man gleiche teile vnder weib vnd vnder kint vnd shol der sel ir teil geben. vnd hat er abr da mit icht geshaffet mit gesundem leibe daz shol stete sin. vnd hat ein man dennoch kint so er lebt vnd heimstevret einz auz oder mere dann eins mit varndem gute vnd er stirbet dar nach die kint habent denne nicht an dem varnden gute ern habez in denne gemeinet mit seinem lebendem leibe.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 160
Ob einer vrowen ir man stirbet vnd sy hat kinder vnpeteilet vnd sy wellent sich czweien so nimpt dy frowe ir morgengab vorhin dan vnd swaz da varvndes gvtes ist daz schol sy teilen den kindern.

Stirbet einem wibe ir man vnd pelibet si indes mannes gvte vnpeteilt mit den kinden vnd daz ste kvrcz oder lanc so si sich dar nach czweient so nimpt dy vrowe ir morgengab vorhin dan. | Vnd hat sy varvndes gvet daz ir man an seinem tode nicht geschaft hat daz schol man geleich teilen vnder wip vnd vnder kint vnd schol der zele ir teil geben vnd hat aber er icht damit geschaffet mit gesvndem leibe daz schol stete sin. | Vnd hat ein man kinder dannoch so er lept vnd heimstuoret eines vz oder mer danne eines mit varvndem gvte vnd er stirbet dar nach dy kint habent danne nicht an dem varvndem gvt er hab ez danne im gemeinet mit seinem lemdigem leibe [Seite 79].

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 136
Ob ein man stirbet vnd hat toͤhter vnd svne.

Vnde stirbet ein man vnd lat toͤchter vnd svͤne hinder im vnd lat einen hinder im da her vil mit geshaffet hat die kint sint auz gestivrt oder nicht sie suln daz eigen sampt teilen. vnd also swaz den kinden vor auz ist gegeben daz shuln sie werfen ze anderem gute daz da ist ez sei varndes gut vnd anderz gut. daz shuln sie mit ein ander teilen waz gutes da ze teilen ist. die kint habent wal den da auz geben ist daz sie da tunt oder nicht. si habent in mit rechte daz in worden ist oder sie legent ez an den teil. vnd ist ein ansidel da da der uater gesezzen ist oder lat er er einen svn oder mer svͤne hinder im die nicht auzgestivret sint vnd lat auch toͤchter die nicht auzgestivret sint die svͤne besizzent daz ander mit rechte vor den toͤchtern. vnd ist nicht anders da wan daz ansidel so stet ez an der pruͤder genade waz si den swestern geben. vnd let er zinzlehen hinder im daz hat daz recht ze erben als daz eigen. vnd lat er leipgedinge hinder im da fun milte als daz puch da uor sage. vnd ist vnder den kinden ein sun oder mere die auzgestivret sint den sol den ansidel werden also daz er nicht suns lat hinder im der nicht auzgestivret ist. vnd sint div kint alle auzgestivrt ez sint svͤne oder toͤchter so wirt doch daz ansidel dem svne vor. daz ist recht. wir lesen in moyses puchen von erbeshaft weilent do moyses daz israhelshe volk furt von egypten durch die wuͤste. do si doch dem lande also nahen kvmen daz in got geheizen hete do sprach daz volk hin ze moyse. moyses dv sholt vns daz lant mit teilen da wir in shullen kvmen also daz dv iglichem als vil wider gebest als er dort hete. er tet also vnd saz nider vnd nam zv im eleazar vnd ander weise leute vnd nam die dar zv die er in daz lant gesendet hete daz sie daz lant erkunneten vnd teilt daz lant vnder die zwelf geslechte vnd gab iglichem als uil als er dort hete vnd teilte daz vnder sie mit loze daz in allen recht geshach. von den zwelf geslechten fur ein herre mit in. der hiez salphaar. der starp in der wuͤste vnd lie nicht svͤne vnd liez fuͤnf toͤchter die wuͤrden des landes verteilt. daz kom also eines tages do der iuden hochzeit geuil do giengen die fuͤnf iuncvrowen vor moysen vnd fuͤr eleazarum vnd sprachen also. vnser vater ist in der wuste tot vnd ir habt ivr lant geteilet vnd habt vns vnser teil nicht gegeben vnd sei wir doch gezelt vnder die zwelf geslechte. do sprach moyses. wir shuln die sache hintz got pringen. moyses kvͤndet gote die sache. got antworte also. ich wil ob ein menshe sterbe ane svn daz sin erbe werde seiner tochter. vnd hot der man weder svn noch tochter so erben seine pruͤder. vnd hot er nicht pruͤder so erbent ez die nehsten erbe noch vater magen. daz sprechent die maistere. vnd ist daz gut uater magen dar kvmen so erbet ez des vater nehste magen. vnd ist ez von muter magen dar komen so ist ez daz selbe wort. moyses tet nach gotes worten vnd gab den fuͤnf iunkvrowen ir teil in deme lande. also shol man erbe teilen als got gesprochen hat.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 161
Ob ein man stirbet vnd let svne vnd tochter hinder im vnd swaz man etlichem vorvz hat gegeben daz schvllen sy werfen czv dem andern gvt vnd schullen daz geleich mit einander teilen.

Vnd stirbet ein man vnd let tochter vnd svne hinder im vnd let einen hinder im da er nicht mit geschaft hat dy kint sint si vz gestivret oder nicht si schullen daz eigen allesampt mit einander teilen vnd also swaz den kinden vor vz ist gegeben daz schullen sy werfen czv dem andern gvet daz da ist ez sy varvnt gvet oder ander gvt daz schullen si gelich mit einander teilen swaz gvtes daz czv teilen ist dy kint habent dy wal den da irz gegeben ist daz si daz tvnt oder nicht si habent in mit rechte daz in worden ist oder sy legent ez an den teil. | Vnd ist ein ansidel da da der vater vf siczet vnd let er einen svn oder mer svne hinder im dy nicht vs gestivret sint dy svne pesiczent daz ansidel mit rechte fvr dy tochter vnd ist nicht anders da wan daz ansidel so stet ez an der prvder genaden waz si der swester geben. | Vnd let ez czins lehen hinder im daz hat daz recht czu erben als daz eigen vnd let er leipgedinge hinder im da tv mit als daz pvch vor sagt. | Vnd ist vnder den kindern ein svn oder mer dy vz gestivret sint den schol daz ansidel werden also daz er nicht svns hinder im let der nicht vz gestivret ist. | Vnd sint dy kint alle vz gestivret ez sin svn oder tochter so wiert doch daz ansidel dem svn vor daz ist recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 162
Wy man liset von Moyse daz er teilt daz lant vnder czwelif geslechte vnd wy im davon geschach.

Man liset inhern Moyses pvch von erbeschaft weilen do moyses daz ysrahelische volch fvrt von egipten dvrich dy wueste do sy dodem lande nahen komen daz ingot geheizen het. Do sprach daz levt czv Moyse Moyses dv scholt vns daz lant mit teilen da wier inschullen komen also daz dv iglichem also vil gebste als er dort hette er tet also vnd saz nider vnd nam eleazar vnd ander weise levte vnd nam dy darczv dy er indaz lant gesendet het daz si daz lant erchenten vnd teilt daz lant vnder die czwelif geslechte vnd gab iglichem also vil als [Seite 80] er dort hete vnd teilte daz vnder sy mit loze daz in allen rechte geschach. Von den czwelif geslechten fvr ein herre mit in der hiz Salphaar der starp in der wueste der lie nicht svne vnd er lie fvnf tochter dy wurden des landes verteilt daz kom also. | eines tages czv der hochzit do giengen dy fvnf ivncvrowen fvr Moysen vnd fvr eleazarvm vnd sprachen also vnser vater ist in der wueste tot vnd ir hapt ewer lant geteilt vnd hapt vns vnser teil nicht gegeben vnd sei wier doch geczelt vnder dy czwelif geslechte do sprach Moyses wir schullen dy sache hin czvgot pringen. | Moyses chvnte got dy sache got antwurte also. | Ich wil daz ob ein mensche sterbe ane svn daz sin erbe werde siner tochter vnd hat der man weder svn noch tochter so erben sine prvder vnd hat er nicht pruder so erbent ez ie dy nechsten mac von vater magen daz sprechent dy meister. | Vnd ist daz gvt von vater magen dar komen so erbent ez ie dy nechsten erben dy vater halbe gehorent. Vnd ist ez von mvter magen dar komen so erbent ez dy nechsten erben vnd ist daz selbe wort Moyses der tet nach gotes worten vnd gab den fvnf ivncvrowen ir teil indem lande also schol man ovch noch erbe teilen als got selbe gesprochen hat.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 137
Ob ein man ein ein witewen nimpt.

Nimpt ein man ein witewen die gut hat daz man mit dem phluge pawet stirbet sie vnd shol daz gut wider gan vnd ist daz geset vnd gebawet der man nimpt den nuz mit rechte dar abe. vnd sol man dar abe gelden oder zins geben daz shol er geben. stirbet di vrowe e daz geshehe so vellet daz gut dar ez ze rechte shol. swaz gutes die vrowe hat da man gelden oder zins von geben solde vnt het sich daz ergangen e sie stirbet daz shol man dem manne geben vnd ist er dennoch auf dem gute. wenne sich ein iglich zins vnd gelt ergangen habe daz sagt diz puch wol.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 163
Ob ein man ein witwen nimpt vnd hat si gvet daz man mit dem phlvge powet vnd sy stirbet so vellet daz gvt da ez czv rechte schol.

Nimpt ein man ein witwen dy gvt hat daz man mit dem phlvge powet stirbet sy vnd schol daz gvt wider gen vnd ist daz geset vnd gepowen der man nimet den nvcz mit recht dar ab vnd schol man da von gelten oder czins daz schol er gelten stirbet dy vrowe .e. dicz gescheche so vellett daz gvt daz czu ez rechte schol. | Swaz gvtes dy vrowe hat da man gelt oder czins von geben scholte vnd hette sich des ergangen .e. sy stvrbe daz schol man dem manne geben vnd ist er dannoch vf dem gvte wenne sich ein iglich gelt oder czins ergangen habe daz sayt vns dicz pvch wol.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 138
Der ein gut vmbe zins sezzet.

Setzet ein man vmb zins sin gut von iar ze iare vnd stirbet er dar nach sin erben shuln ez stete haben. besezzet er die hube vnd stirbt dar nach sein erben habenz stete ob sie wellent. man shol den pavman nicht sheiden uon seinem gute e ze der lichtmesse. daz ist recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 164
Der ein gvt vmme czins seczet von iare czv iare vnd er stirbet.

Seczet ein man vmme czins sin gvt von iare czv iare stirbet er danne dar nach sin erben schullen ez stete haben vnd [Seite 81] peseczet er sin hvb vnd stirbet er dar nach sin erben habent ez stete ob si wellent man schol schol den povman nicht schaiden von sinem gvte .e. czv der liecht messe daz ist recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 139
Wie der kvnig vnd ein iglich richter vͤber seinen man wol richten shol.

Der kvnig vnd ein iglich richter mac wol richten mit rechte vber seinen man vnd vͤber sine kint vnd vͤber ir leip. vnd ern tut wider got noch widerz recht noch wider sein triwe nicht. er mac nicht gerichten vͤber sein elich weip noch vͤber seinen vater noch vͤber muter.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 165
Wy der kvnig vnd ein iglicher richter vber sin kinder vnd vber sin mage wol gerichten mac.

Ein iglicher richter mac wol richten mit rechte vber sinen mag vnd vber sine man vnd vber sine kint vnd vber ir lip vnd vber ir leibes ein teil vnd eren tvt wider got noch wider sin trewe nicht er mac nicht gerichten vber sin elich wip noch vber vater noch vber mvter.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 140
Wie man gerichte helfen sol.

Ein iglich man shol dem kvnige vnd anderen richtern rechtes gerichtes helfen wo sie dar zv geladen werdent mit rechte er sei sein mac oder sin herre vnd tut wider sein triwe nicht. der man shol auch varn fuͤr seines herren haus vnd der mac fuͤr seines vaters haus da er mit rechte fuͤr geladen wirt vnd tut wider sein triwe nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 166
Wy man dem kvnige vnd den richtern rechtes gerihtes helfen schol.

Ein iglich man schol dem kvnige vnd andern richtern rechtes gerichtes helfen swo si darczv geladen werdent mit rechte er si sin mac oder sin herre vnd tvet wider sin trewe der herre so schol der man mit rechte varen fvr sines herren hvs vnd der herre fvr sines mannes hvs vnd der mac fvr sines mages hvs da er mit rechte fvrgeladen wiert wan er daran wider sin trewe nicht entvt.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 141
Wie der man seinen geuerten vnd der wirt dem gaste triwe leiste shullen.

Seinem werkgeverten vnd seinem wekgesellen vnd der man seinem wirte vnd der wirt seinem gaste do er geherberget ist vnd zv des wirtes hause durch genade fluhet dem shol der wirt helfen wider aller menneclich daz er vnrechtes vͤberig werde vnd tut wider sin triwe nicht. hat halt ein man ein vngerichte getan vnd fluhet er ze eines mannes hause vnd ist er in der echte nicht er shol in in lozen vnd shol sin tuͤr zesliezen vnd kvmpt der richter fuͤr die tuͤr er shol in dreistunt lozen rufen vnde shol den man iemittent hin wek shicken ob er mak. vnd als der richter dreistunt gerufet so shol man in lan ob manz hoͤrt. tut man des nicht so muz der wirt fur den man antworten. man shol den richter in lazen. vindet er in man shol in lazen fuͤren her auz. vnd ist ez so gedane shult daz der wirt puͤrge wil werden man shol in nemen ob er so gewis. vͤmb den totslac oder waz dem menshen an den leip get do shol der richter nicht puͤrgen vͤmbe nemen. dicz recht habent auch die puͤrgen swer zv in fluhet. dise tunt alle wider daz recht nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 167
Wy der man seinen geverten vnd der wiert seinem gaste trewe leisten schol.

Seinem wec geverten vnd sinem werichgeverten gesellen vnd der man seinem wierte vnd der wierte sinem gaste da er geherberiget ist vnd czv des wiertes hvse dvrich genade vlevhet dem schol der wiert helfen wider alle menneklich daz er vnrechtes vber werde vnd tvt wider sin trewe nicht. | Hat ovch ein man ein vngeriͤcht getan vnd flevhet czv eines mannes hvz vnd ist er in der echte nicht er schol in inlazzen vnd schol sin tivre Sliesen vnd kvmt der richter er schol in dreistvnt lazen rvffen vnd schol den man ie damit enwec schiken ob er mac. | Vnd als der richter driestvnt gervefet so schol man in inlazen ob man ez horet tvt man des nicht so mvez der wiert fvr den man antwurten. Man schol den richter inlazen vnd vindet er in man schol in hervz lazen fveren vnd ist ez ein so getane [Seite 82] schvld daz der wiert pvrge wil werden man schol in nemen ob er so gewis ist vmme den tot slac oder swaz den man an den leip gat da schol der richter nicht pvrgen vmme nemen. Dicz recht habent ovch dy pvrge swer czv in flvͤhet dise tvnt alle wider ir trewe nicht noch wider daz recht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 142
Ob ein herre seinen man suchet.

Svchet der man seinen herren vnd der herre seinen man die tunt paide wider ir triwe. also ob der man wider seinen herren icht tut da shol er im tak vmbe geben fuͤr sein man vnd shol daz abe legen als daz lehen puch seit. vnd ist der man dem herren rechtes wider oder der herre dem manne so prichet ir deweder sein triwe an dem anderen ob er in suchet. kvͤmpt abr er auf seinen shaden nicht auz vnd geshicht im shade uon im selber oder uon den die durch seinen willen do sint den shaden sol er gelden auf recht der herre dem man der man dem herren vnd ist wider ir triwe nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 168
Ob der herre den man svchet oder der man den herren wider ir trewe.

Svchet der man sinen herren vnd der herre seinen man dy tvent pede wider ir trewe also ob der man seinem herren ich tvet da schol er im vmme tac geben fvr sine man vnd schol daz ablegen als daz pvch lehen sagt vnd ist der man dem herren rechtes wider oder der herre dem manne so prichet itweder sin trevwe an dem andern ob er in svchet. | Kvmpt aver er vf sinen schaden nicht vz vnd geschiecht im schaden von im selber oder von den dy dvrich sinen willen da sint den schaden schol er gelten vf recht der herre dem manne vnd der man dem herren vnd ist wider ir trevwe nicht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 143
Daz selbe.

Swa ein man in einer reise ist vnde nicht hauptman ist vnd reitent leute an in vnd an die seinen und tunt sie shaden seinem herren oder seinem man oder seinem mage oder swem sie an seinen rat oder an sein tat shaden tun swert er des vnde zwene mit im er bleibet ez one gelt vnd tut auch wider seine triwe nicht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 169
Ob ein man ineiner reise ist vnd geschiechte im schaden von andern levten dy mit im reiten wy man im da fvr sweren schol.

Swo ein man ineiner reise ist vnd da hovpt man ist vn reitent levte an in vnd an dy sinen vnd tvnt sy sinem herren schaden oder sinem manne oder sinem mag oder swem si an sinen rat vnd an sine getat schaden tvent swert er des vnd czwene mit im er pelibet ane gelt vnd tvet ovch wider sin trewe nicht.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 144
Da man eins niwen dorfes beginnet.

Swa man eins niwen dorfes beginnet mit niwem pawe do mac des ertreiches herre wol gelt abe vordern oder zins also daz den pawleuten halbes korn pleibet vnd dem pfaffen der zehende. vnde waz recht ander doͤrfer habent die shol daz auch han. ez stirbt ein aigen des ein halbe hube ist ane erben uon einem gepaur diu ist seines herren des er aigen ist oder seins gotzhauses des er ist. vnd ist er frei so ist sie des vronpoten. vnd hot er ander gut daz mak er mit gesundem leibe oder an seinem totpette geben wem er wil. vnd ist daz er mer aigens lat den eine halbe hube daz shol dem lantrichter werden. vnd lat er varnde gut vnde da mite nicht geshaft daz shol werden des landes herren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 170
Da man eines neͦwen dorfes peginnet waz rechtes daz haben schol.

Swo man eines newen dorfes peginnet mit newem powe da mac man wol des ertriches herre gelt ab vordern oder czins also daz povlevten halbes chorn peleibe vnd dem phaffen der czehende vnd swelche recht andre dorf habent daz schol ez ovch haben. [Seite 83]

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 171
Ob ein gepver stirbet an erben der ein halbe hvbe hat wem er dy lazen schol.

Erstirbet ein eigen des ein halbe hveb ist an erben von einem gepwer dy ist sines herren des er eigen ist oder sines goteshvs des er ist vnd ist er vrei so ist sy des vronen poten vnd hat er ander gvet daz mag er mit sinem gesunden leibe oder an sinem tot pete swem er wil. | Vnd ist daz er mer eigens hat danne ein halbe hveb daz schol dem lantrichter werden des landes herren.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 145
Welhe recht der eigene hat so man in frei lat.

Lat ein herre seinen eigenen man vrei der behabt frei lantsezzen recht. er mac nicht fuͤrbaz kumen an seiner freiheit vnd ist da uon daz er eigen ist gewesen. vnd let ein leien fuͤrste seinen dienstman frei die geporen sint uon ritters art die behabent mitter freien recht. vnd ist daz die vronpoten zergant in ainer graueshaft des landes herre sol seiner eigen frei lozen daz er vrei gepuͤtel mache die frei sein.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 172
Ob ein herre seinen eigen man vrei let waz rechtes der hat.

Let ein herre seinen eigen man vrei der pehabt vrei lant sezen recht er mac nicht fvrpaz komen an siner vreihat vnd ist daz davon daz er eigen ist gewesen vnd let ein layen fvrste sinen dienstman vrei dy geporn sint von rechter art dy pehaben mitter vreie recht. | Vnd ist daz dy vronen poten ineiner grafschaft czergant des landes herre schol siner eigen levte vrei lazen daz er gepvtel mache dy vrei sint.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 146
Der sein recht vor gericht verlivset.

Swer sein recht verlivset vor eime richter der hat sein recht vͤber al verlorn. kvmet er fuͤr ein ander gerichte vnde spricht man in an dar vmbe der shol in des vͤberzivgen mit den leuten die dort vor gerichte sint gewesen. der shuln drei sein. hat abr erz selbe gesehen der in da ane sprichet der bedarf niwer zweir zv im selben. vnd ist ez vͤmb gut gewesen er hat sein recht verlorn. vnde ist ez vm sein ere gewesen oder vmb sein recht er hat ez abr allenthalben verlorn.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 172 [Fortsetzung]

Swer sin recht verlevset vor einem richter der hat sin recht vberal verlorn kvmpt er fvr ein ander gerichte vnd sprichet man in an darvmme der schol indes vberczivgen mit den levten dy dort vor dem gerichte sin gewesen der schvllen drev sin hat aber er iz selbe gesehen der in da ansprichet der pedarf nvͦr czweier czv im selben vnd ist ez vmme gvt gewesen er hat sin rechte allenthalben verlorn vnd ist ez vmme sin ere gewesen oder vmme sin recht er hat ez aber allenthalben verlorne.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 147
Von dienstleute erbe vnd eigen.

Dienstman nemen erbe vnd erbent als vreie leute mit allem rechte. ez mac abr ir aigen nicht geuallen auz ir herren gewalt ob sie nicht erben haben. si mugen auh ir erbe nicht gegeben noch verkaufen wann wider ir genoz. daz dicz puch also luͤzzel sait von der dienstmanne recht daz ist des shult daz ir recht so manikfalt ist. der phaffen fuͤrsten dienstman habent ein recht. die eptissinnen die gefuͤrstet sint die habent ein ander recht. der leien fursten dienstman habent svndern recht. da von kvnne wir nicht besheiden wol ir aller recht. der kvͤnig vnd die pfaffen fuͤrsten die habent in umb ir piderbe diensmane ein recht genvmen. ob des reiches dienstman ein geistlichen fursten dienstweip nimpt ob kint da werden daz si die mit ein ander teilent. daz ist ein gut gewonheit. die shol man wol behalten. nimpt auch eins phaffen fuͤrsten diensman des reiches dienstweip div kint habent daz selbe recht vnd erbent ir vater vnd ir muter erben geleich. daz erste kint daz da wirt ez sei magt oder degen kint daz ist des gotzhauses. dirre gewonheit mac der kvnig nicht gemachen mit den leien fuͤrsten. daz ist da von daz die dienstman des reiches sint. da uon mac der kvnig sein dienstman nicht genidern. wan gebe er sie in der leien fuͤrsten gewalt so hat er sie genidert.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 173
Von dienstlevten erbe vnd von ir eigen.

Dienstman nement erbe vnd erbent als vrei levte mit alles recht ez mag aber ir eigen nicht gevallen vz ir herren gewalt ob sy erben nicht enhabent sy mvgen ovch ir eigen nicht gegeben noch verkovfen wan wider ir genoz daz dicze pvech also lvczsel sait von der dienstmanne recht daz ist des schvlt daz ir recht also manicvalde ist. [Seite 84]

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 174
Waz recht der phaffen fvrsten dienstman habent.

Der phaffen fversten dienstman habent ein recht der eptissin dy gefverst sint dy habent ein ander recht. | Der layen fversten dienstman habent ovch svnderliche recht da von chvnne wier nicht wol pescheiden alle ir recht. | Der kvnic vnd dy phaffen fvrsten dy habent in vmme pederbe diensteman ein recht genomen ob des riches dienstman eines gestelichen fversten dienstwip nimpt ob kint da werdent da sy dy mit einander teilent daz ist ein gvt gewonheit dy schol man wol pehalten. | Nimpt ovch eines phaffen fversten dienstman des reiches dienstwip dy kint habent daz selbe recht vnd erbent ir vater vnd ir mvter eigen gelich daz erste kint daz da wiert ez sy ein maget oder ein degen kint daz ist des gotteshvses. | Dirre gewonheit mac der kvnig nicht gemachen mit den layenfvrsten daz ist da von daz sy dienstman des riches sint da von mac der kvnig sin dienstman nicht genedern want geb er si inder layen fversten gewalt so hiet er si genidert.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 148
Von allen insigiln.

Des pabestes insigel heizet bulla. swer die geit mit recht vnd sie mit rechte enphahet so sint sie gut vnde recht. der kvnige insigel hat groze kraft. der phaffen fuͤrsten vnd der leien fuͤrstten insigel die sint gerecht. der prelaten vnd der capitel insigel sint recht. disev insigel vnd werdent sie vber ander sache gegeben denn vͤber irr selbes sache die habent als groze kraft als vͤmb ir selbes sache. anderre herren insigel habent nicht kraft wan vmb ir selbes sache vnd vͤmb ir leute geshefte. die stete shuln auch insigel haben doch mit ir herren willen. vnd habent si si wider ir herren willen so habent sie kein kraft. sie habent auch nicht krefte wan vͤm ir stete geshefte. ander leute mugen auch wol insigel haben die habent nicht krefte wan vͤmb ir selbes geshefte. man mak wol ein insigel zv dem anderen legen an ainen prief. da von ist der prief immer dester vester. alle richtere mvgent wol mit rechte insigel haben die habent kraft vͤber div dink die zv dem gerichte gehoͤrent. swer hantfest machet der shol ze dem minsten siben man dar an sezzen die gezivg sein. vnd ist ir mere daz ist auch gut. an iglicher hantfeste helfent tode gezivge als uil als die lebenden. vnde swo man hantueste machet do shol man vnsers herren iesu cristi iar vnd sein alter an sezzen. man mac auch wol mit rechte gezivge insigel dar an legen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 175
Daz ist von allem insigel waz kraft dy habent.

Daz pabstes insigel heizen pvlla swer dy mit rechte gibt vnd sy mit rechte enphehet solich sy gvet. | Der kvnige insigel habent ovch groze kraft. Der phaffen fvrsten insigel vnd der layen fversten insigel dy sint recht der prelaten vnd der capitel insigel sint recht. | Dise insigel vnd werdent dy vber ander sache gegeben danne vber ir selber sache dy habent also grozze kraft als vmme ir selber sache ander herren insigel habent nicht kraft denne vmme ir selber gescheft vnd vmme ir levte geschefte.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 176
Von der stete insigele waz kraft dy habent.

Die stete schvllen ovch insigel habent doch mit ir herren willen vnd habent sis wider ir herren willen so habent sy kein kraft. Si habent ovch nicht kraft wanne vmme ir stete geschefte ander levte mvgen wol insigel haben dy habent nicht krefte wan vmme ir selber geschefte. | Man mac ovch wol ein insigel czv dem andern legen an einen prief da von ist der prief nvͤr dester vester. Alle richter [Seite 85] mvgen wol mit rechte insigel haben dy habent kraft vber dy dinc dy cze ir gerichte gehorent.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 177
Wy man hantvesten schriben schol.

Swer hantveste machet der schol czv dem ministen siben man dran seczen dy geczivc sin vnd ist ir mer daz ist ovch gvet aniglicher hantveste helfen dy toten geczivc als vil als dy lempdigen vnd swo man hantveste machet da schol man vnsers herren Jesv kristi iar vnd sin alter anseczen. | Man mag ovch wol mit rechte der geczivc insigel dran legen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 149
Von allen wucherern vnde fuͤrkaufern.

Unde swere ich einen manne wucher ze geben also daz er mir leihet sein gut auf meine hube oder auf ander mein varndez oder auf ein ander phant vnd er wil mir nicht leihen ich enswer im daz ich den gesuch nimmir wider gevoder vnd daz tun ich vnd er hat daz gut als lange inne vnz daz er sein mere genivzet den ez im ste. shol ich im den gesuch lan oder shol ich dar nach clagen. tet ich daz so tet ich wider meinem eide. wil ich meinen ait behalten so shol ich mein gut loͤsen vnd shol denne ze meinem geistlichen richter kvmen vnd shol im die sache kvͤnden. so shol in der richter fuͤr laden vnd shol ez richten als ob ich selbe da clagete. daz ist des richters recht. er shol in rechtfertigen vͤm sein svͤnde dar vmbe daz sein sele icht verloren werde. vnd als der richter mein gut erclaget hat so shol er mir mein gut wider geben. vnd gelobe ich einen manne gut ze geben von seinem gute daz er mir leihet er habe von mir phant oder nicht sein hauptgut shol ich im geben vnd den gesuch nicht ich habe denne eide dar vmb gesworn. daz sol ich leisten als uor gesprochen ist. vnd clagt man einem richter vmb gesuch des enshol er nicht richten. vnd ist daz ich einem sein haupgut gibe vnd den gesuch nicht der richter mac mir wol gepieten daz ich im den gesuch icht gebe. des shol ich im gehorsam sein vnd shadet mir nicht an meinem aide vnd an meinem geluͤbde. wan man spricht also. man shol gote mer gehorsam sei denne den leuten. vnd ist der gesuch gegeben der richter shol in mit rechte wider vordern vnd shol in auch an die stat geben da er genvͤmen ist. vnd ist man dem geistlichen richter nicht gehorsam dises gerichtes so shol er in dar vmbe pannen. vnd als er in dem panne ist sechs wochen vnd einen tac so shol in der werltliche richter dar vmbe echten. vnd tut des der werltliche richter nicht daz shol denne der geistliche richter vͤber den werltlichen richter richten mit dem panne. wan ez shol ie ein gerichte dem anderen helfen so sint sie paide dester sterker. vnd swer ich im daz ichz nieman tu der eit enist nicht recht. des lat mich main pishof wol ledig wan er ist wider gotes gepot. wan got sprichet selber. minne deinen nehsten als dich selber. da von shol er nicht verswigen seines eben cristen val da mite er verflucht ist vnd verdampt. ob in einer stat offen wucherer sint daz cristen leute sint. weder habent die puͤrger shulde dar an oder nicht. do ist shuldig an des die stat do ist ob er sie nicht rechtuertiget als er shol. vnd ist er ein phaffe sein maistershaft shol in dar vͤmb rechtfertigen. vnd richtet geistlich gerichte nicht vͤber sie so shol ez werltlich gericht vͤber si richten. vnd wer die wucherer shirmet vber den shol der richter richten als vͤber die wucherer. man shol die wucherer manen daz sie nicht mere wuchers nemen vnd daz si den wider geben den sie da genumen haben. des shol man sie dreistunt manen. vnd sint si dar nach nicht gehorsam so shuln sie die geistlichen richter dar zv twingen mit dem panne. vnde hilft daz nicht so shol sie der werltliche richter auz der stat werfen. die richtere shuln ir gut nemen. vnd wo sie gut ze wucher haben genumen den shol man mit dem gute gelden. vnd ist varndez gut do da von shol man gelden. vnd ist des nicht so gelden man mit seinem eigen. werde icht da vͤber daz werde dem richter. so die wucherer dreistunt werden gemant gelaubent sie sich dennoch des wchers nicht so shol sie geistlich oder werltlich gericht offenlich beshern vor der cristenheit vnd shol in haut vnde har abe slahen. die ist der cristen wucherer puze. man shol den wucherer vͤberzivgen mit dem von dem er wucher hot genumen oder mit anderen leuten die ez warz wizzen vnd mit drein gezivgen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 178
Ob einer dem andern leichet gelt vf ein hvb vnd swert im er wolle im wucher vnd gesvch da von geben vnd er wil den wuͦcher nimmer von im gevordern vnd er hat daz gvt also lange vncz daz er sin mer genevzet denne ez im ste waz rechtes darvmme sie daz vindet man hie.

Vnd swer ich einem manne wuͦcher czegebene also daz er mir leihet sin gvt vf mein hvbe oder vf ander mein geltvndes gvet oder vf ein ander phant vnd er wil mir nicht leihen ich enswere im czv den heiligen daz ich den wucher nimmer wider gevordern wil vnd daz tvn ich vnd er hat daz gvet also lange vncz er sin mer genevzet denne ez im ste weder schol ich den gesvech lazen oder schol ich darnach klagen tet ich daz so tet ich wider meinen eit wil ich meinen eid wol pehalten so schol ich mein gvt losen vnd schol danne czv meinem geistlichem richter komen vnd schol im dy sache chvnden so schol der richter in fvr laden vnd schol ez richten also ob ich selbe da klagte daz ist des richters recht. | er schol in rechte verteidingen vmme sein svnde dar vmme daz sin sele icht verlorn werde vnd als der richter mein gvet erklaget hat so schol er mir min gvt wider geben. | Vnd gelob ich einem manne gesuech czu geben von sinem gvete daz er mir leihet er hab phant von mier oder nicht sin hovpgvet schol ich im geben den gesvch aver nicht ich habe danne gesvech aver nicht ich habe danne gesworn darvmme daz schol ich leisten als hy vor gesprochen ist. [Seite 86]

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 179
Ob ein man klagt vf den andern vmme gesvch der richter scho in nemen vnd schol in wider geben an sin stat.

Vnd klagt ein man einem richter vmme gesvch daz schol er nicht richten vnd ist daz ich einem manne sin hovpt-gvt wider gebe vnd den gesvch nicht der richter mac mir wol gepieten daz ich den gesvch icht geb dez schol ich im gehorsam sin vnd enschadet mier nicht a meinem eide vnd an meinem gelvbde wan er spricht also man schol got mer gehorsam sin danne den levten vnd ist der gesvch gegeben der richter schol in mit rechte wider vordern vnd schol in wider an dy stat geben da er da genomen ist. | Vnd ist man dem geistlichen richter nicht gehorsam diczes gerichtes so schol er in dar vmme pannen. | Vnd als er danne indem panne ist sechs wochen vnd einen tac so schol in der werltrich richter dar vmme echten vnd tvet des der werltrich richter nicht daz schol danne geistlich richter vber den werltlichen richter richten mit dem panne wan ez schol ie ein gerichte dem andern helfen so sint sy peide dester stercher. Vnd swer ich im daz ich ez niemant kvnt tv vm den gesvch der eit ist nicht recht des let mich mein pischolf oder mein pharrer wol ledic wan er ist wider gotes gepot. | Wan got sprichet also. Minne deinen nechsten kristen als dich selbe da von schol er nicht verswigen seines eben kristen val da mit er verdampnet ewiklichen ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 180
Ob dy wuchrer offenlichen in einer stat siczen wy man dy vertriben schol.

Nv ob ineiner stat offenlich wuͦchrer siczent daz kristenlevte sint weder habent dy pvrger schvlt daran oder nicht da ist der schuldic an des dy stat ist ob er si nicht vertilget als er schol. | Vnd ist er ein phaffe sin maisterschaft schol in dar vmme rechtvertigen. | Vnd richtet geistlich gerichte nicht vber sy so schol daz werltlich gerichte vber si richten. | Vnd swer dy wuchrer schirmet vber den schol der richter richten als vber den wuchrer. Man schol ovch dy wuchrer manen daz si nicht mer wuchers nemen vnd daz si den wider geben den si da genomen habent des schol man sy driestunt manen. | Vnd sint [Seite 87] si nicht gehorsam so schullen sy dy geistlichen richter dar czu twingen mit panne vnd hilfet daz nicht so schvllen sy dy werltlichem richter vz der stat werfen. | Dy richter schvllen ir guet nemen vnd swo sy gut czewuͦcher habent genomen den schol man mit dem gvet gelten vnd ist daz varunde gut da schol man von gelten vnd ist des da nicht so gelte man von seinem eigen werde icht davber daz werd dem richter. | So die wuchrer driestvnt gemant werden gelovbent sy sich dannoch des wuchres nicht so schol geistlich gericht oder werltlich gerichte offenlichen peschern vor der kristenheit vnd schol in hvt vnd har abslahen dicz ist der wuchrer pvez dy kristen sint. | Man schol den wuchrer vberczivgen mit den von den er wucher hat genomen oder mit andern levten dy ez wars wizzen vnd mit drin geczivgen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 150
Ob man vnde weip zesamene kvmen on gedinge.

Und ist daz ein man weip hat genumen vnd svͤne vnd tochtere do mite hot div stirbet. er nimt ein ander die gewint ein kint oder mere. der man geleit an dem totpette vnd shaffet seiner kinde ding vnd seines weibes vnd seiner sele dink vnd geit sein erbe daz er pei der erern vrowen hette seinen erern kinden vnd geit seiner wirtinnen ir gut wider vnd seins gutes als uil als sie zesamene komen on gedinge so teilt erz gleiche vnder weip vnd vnder kinde vnd ze der sele ir teile. also shol er sein varne gut teilen. div kint die dev iunger vrowe pei im hette sterben sie e si zer tagen kvmen die mu erbet der kinde gut. kvment abr ir kint ziren tagen so tun sie mit ir gute waz sie gut dunket vnd daz in gut ist. vnd stirbet die muter e si man genemen die kint erbent ir gut. vnd als si man genimpt so erbet sie der kinde gut nicht. vnde sterbent die kint so erbent die geswistereide auf ein ander div erern vnd div anderen vnd nicht wan varnde gut. daz ist da uon daz daz gut von ir paider vader dar ist kvmen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 181
Ob man vnd weib czvsamen komen sint angedinge wy man daz gvt teilen schol swenne er stirbet.

Vnd ist daz ein man ein wip hat vnd svn oder tochter pi der hat dy stirbet er nimpt ein ander dy gewinnet ein kint oder mer der man leit an dem tot pette vnd schaffet siner kinde dinc vnd sines weibes vnd siner sele vnd gibt sin erbe daz er py der ereren vrowen het sinen ereren kinden vnd gibt siner wiertinne ir gvet wider vnd sines gvtes also als dy sy czesamen komen vnd sint sie czusamen komen an gedinge so teilt erz gelich vnder wibe vnd vnder kint vnd ie der selbe ir teil also schol er teilen sin varvndes gvet. | Dy kint dy die ivnger vrowe pi im het sterbent dy .e. sy czu ir tagen komen dy mveter erbet der kinde guet koment dy kint aber czv ir tagen so tvent si mit ir gvet swaz si guet dunchet vnd daz in guet ist. | Vnd stirbet ovch dy mvter .e. sy man geneme dy kint erbent ir gut. | Vnd als sie man genimpt so erbent sy der kinde guet nicht vnd sterbent dy kint so erbent dy geswistreit vf einander dy ereren vnd dy ander vnd nicht wenne vmme daz varvnde gut daz ist da von daz daz guet von ir peider vater dar ist komen. [Seite 88]

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 151
Wie der man eime kinde me geit den dem anderen.

Ist daz ein man weip hat vnd kint pei der hat der leit an seim tode vnd er hat varnde gut daz teilt er mit weiben vnd mit kinden vnd mit magen. mac er mit recht einem mer geben den dem anderen. wir sprechen also. an dem totbette muz erz gleiche teilen ez ensei denne so verre daz da elter ist. dem geit er wol mer. vnd der sele teil. vnd wil der man sein varndez gut teilen vnder weip vnd vnder kint so er sich wol vermac so geit er mit rechte ainem minner dem anderen mer. vnd also er mac einem zwir als uil geben als dem anderen vnd dar vͤber nicht. er mac auch mit rechte keinez gar verteilen ez hab ez denne verworcht gegen vater vnde muter. vnd hat er dehein kint auzgestivret dem geit er seiner varnden habe oder er let ez. di wal stet an im. vnd stirbt er an geshefte div muter vnd die frivnde teilen daz gut als hie vor gesprochen ist. vnd sint da kint div auzgestivret sint mit gedinge daz sie sich vorzigen haben ir vaters gut ez sei varndes gut oder ander gut so hant sie nicht rechtes dar an wan daz er in gerne geit. ist daz ein man alle sine kint auzgestivret hot die weil er sich vermac daz varnde gut geit er wem er wil. kvͤmpt er an daz totbette er mac da mite nicht wan als vor gesprochen ist. ligt ein man an seinem tode vnd hot er kint auzgestivret vnd hat sinem weibe nicht varndes gut gegeben waz er varndez gutes hat daz geit er seinem weibe gar ob er wil. daz tut er mit rechte. vnd der sele ir teil si sint denne mit gedinge zesamene kvmen. daz gedinge shol stete sein ez sei danne daz geendet sei mit der erben vrlobe vnd mit ir willen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 182
Daz der vater an seinem totpette einem kinde mer gibt denne dem andern kinde.

Vnd ist daz ein man weip hat vnd er leit an sinem tode vnd er hat varundes gvt daz teilt er mit dem wibe vnd mit den kindern vnd mag er mit rechte einem mer geben denne dem andern. | Wir sprechen also andem tot pette mvͤz er ez gelich teilen ezensi danne also verre daz da elter ist vnder den kinden dem gibt er wol mer. | Vnd wil ein man sy varundes gvt teilen vnder wip vnder kint so er sich vol vermac so gibt er mit rechte einem minner danne dem andern mer. | Vnd also mag er einem czwir als vil geben als dem andern vnd ovch dar vber nicht. | Er mag ovch mit rechte keines gar verteilen ez enhabez danne verworicht gein dem vater vnd gein der mvter vnd hat er kein kint vz gestivret den gibt er siner varvnden hab oder er let ez dy walstat haben. | Vnd stirbet er ane geschefte dy mvter vnd dy vrevnde teilen daz als hy vor geprochen ist. | Vnd sint da kint dy vz gestivret sint mit gedinge daz si sich verczigen habent ir vater gutes ez si varvnde guet oder ander gvt so habent sy nicht rechtes daran wan als er in gerne gibt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 183
Ob ein man sine kint hat vz gestivret daz varvnde gut gibt er swem er wil.

Hat ein man alle sine kint vzgestivret di weile vnd er sich vermac daz varvnde guet gibt er swem er wil kvmpt aver er an daz totpete er mac da mit nicht tvn denne als hie vorgesprochen ist. | Leit aver ein man an sinem totpette vnd hat er kint vzgestivret vnd hat sinem wibe nicht varvndes geben swaz er varvndes gvtes hat daz gibt er dem wibe gar ob er wil daz tvt er mit rechte vnd der sele ir teil si sin danne mit gedinge czusamen kvmen daz gedinge schol stete sin ez si danne daz ez geendet sy mit der erben vrlovp vnd mit ir willen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 152
Der stirbet vnd lat wider weip noch kint.

Vnde stirbet ein man vnd hat weder weip noch kint vnd lat er varnde gut vnd hat da mit nicht geshaft daz erbent die nehsten erben ir sei einer oder mere vnd ie der sel ir teile. vnd ligt ein man an seinem totbette vnd hat weder weip noch kint vnd hat varnde gut daz geit er wem er wil wanne der sele ir teil. vnd hat er einen herren des eigen er ist vnd ververt er an geshefte sein varndes gut ist des herren vnde er shol der sele daz virde teil geben. vnd hoͤrt er an ein gotzhaus daz ist dacz selbe recht. wan der sele teil shol werden als ez der menshe selbe nicht shaffet. dem pharrer daz ist ein teil. daz ander vnder arme leute teilen mit spente. daz dritte armen pilgreimen vber mere zu fuͤren.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 184
Ob ein man stirbet der weder wip noch kint hat sin varvndes gvet gibt er swem er wil. Stirbet er aver an geschefte sin herre vnderwindet sich des eigen er ist.

Vnd stirbet ein man der weder wip noch kint hat vnd let [Seite 89] er varvndes gut daz gibt er swem er wil vnd der sele ir teil vnd hat einen herren des er eigen ist vnd ververt er an gescheft sin varvnt gvt ist des herren vnd er schol der sele daz vierteil geben vnd gehort er an ein gotes hvs daz ist daz selbe recht wem der sele teil werden schol als ez der mensche selbe nicht enschafte so schol man dem pharrer daz ein teil geben daz ander den armen levten czu spente daz dritte armen pilgerimen vber mer czvfvren.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 153
Der an geshefte stirbet.

Unde stirbt ein man an geshefte vnd lat erbe gut daz erbet die nehsten erben als dicz puch seit. vnd lat er varndes gut daz shol man teilen als dicz puch seit. waz varnde gut heizet daz shulle wir ev sagen. golt vnd silber vnd edele gesteine vnd vihe vnd ros vnd waz man getreiben vnd getragen mac vnd phantshaft wie die geshaffen ist verworchtes golt vnde silber daz habent in die leute zeiner gewonheit genumen daz shulle erbegut sein. gut gewonheit daz widerspricht dicz puch nicht. allen harnash vnd vederwat daz wellent die leute nach gewonheit daz erbegut sei.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 184 [Fortsetzung]
Sterbet aver ein man angeschefte vnd let erbe gut daz erbent dy nechsten erben als dicz pv#868;ch sait.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 185
Waz warvndes gvt vnd erbegvt heize daz schol man ev alhie sagen.

Varundes gut heizen wier golt vnd silber vnd edel gesteine vnd vich vnd ros vnd alles daz man getreiben vnd getragen mac vnd phantschaft swy dy geschaffen ist verwurchtes golt vnd silber daz habent indy levte cze einer gewonheit genomen daz schol erbe gvt sin gewonheit widersprechet dicz pvch nicht allen harnasch vnd allen vederbat vnd geschvczde daz wellent dy levte nach gewonheit daz ez erbe gut sy.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 154
Von heiligen mauren.

Sanctum est quod sanctioni submixtum est ueluti muri et porte ciuitatis vnde et a capite puniuntur qui ea sine magistratus conpetentis promissione dolo malo idest uoluntarie cum nullam iustam conrupendi uoluerint. die maure heizent heilige maure die da heiligen besliezen. wo ein maur vͤmb ein stat gat da heiligen inne sint die maure heize wir heilig. vnd wirt iemant die stat verboten vnd steiget er vber die maure ein vnd get nicht ze dem rechten tore in er hat daz haupt mit rechte verwuͤrket. romulus vnd remus waren zwene gepruͤder vnd stiften rome. do tet remus ein vntat daz im der pruder die stat verpot. wan er was ze rome richter. vnd gebot zebrach remus vnd er steig vͤber die maure aine vnde wart gevangen vmb die selben tat. vnd furt in fuͤr den richter. im wart daz haupt verteilt. der pruder pat roͤmer vor in. roͤmer sprochen. si welden ir gesezze durch nieman prechen. er wart gehaubt. dise puze shol nieman leiden sie werde e auf gesezzet mit des fuͤrsten willen des die stat ist vnd mit der weisen livte rate die in der stat sint.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 186
Ob man einem dy stat verpevt vnd stiget er wider vnd vber dy mver vnd get nicht czv dem tor wider in er hat czu rechte sin hovpt verworicht.

Sanctum est quod sanctioni subnixum est veluti mvri et porte ciuitatis vnde et capite pvniuntur qui ea sine magistratus conpetentis permissione dolo malo idest volvntarie cum nullam iustam causam corripiendi habuerint. Die mavre heizent heilige mavre dy da die heiligen peslient. Swo ein mavre vmme ein stat gat da heiligen inne sint dy mver heize wier heilic. Vnd wiert iemant dy stat verpoten vnd stiget er vber dy mvr in vnd get nicht czv dem rechten tor in er hat daz hovpt cze rechte verworicht. | Romvlus vnd Remvs waren czwene geprvder vnd stiftent Rome do tet Remvs ein vntat daz insin prvder dy stat verpot wan er waz richter czu Rome vnd daz gepot czuprach remvs vnd steic vber dy mvre in dy stat man fvert in fvr den richter im wart daz hovpt verteilt. | Der [Seite 90] prvder pat dy Romer fvr in dy Romer sprachen sy wolten ir geseczte dvrich niemant prechen er wart enthoptet dise pvze schol niemant leiden sy enwert .e. vf geseczet mit des fvrsten willen des dy stat ist vnd mit der wisen levte rat dy inder stat sint.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 155

Wie man alle eide sweren shol. Got erlaubet recht eide vnd verpeutet vnrecht aide. daz heizen rechte aide die erber sein gesworn vnde recht sint die erlaubet wol ze swern. man vindet in dem ewangelio daz got selb hat gesworn. wie vinden auch in apocalipsi daz iohannes ewangelista einen engel sach swern. der stunt auf dem mere vnd auf dem ertreich vnd swur pei dem lebendingen gote der da lebet eweclich. wir lesen daz die guten leute in der alden e gesworn haben. wir lesen auch daz die heiligen in der niwen e auch gesworn haben. da mite velshe wir die kezzer die iehent man shulle nicht eide swern. die ligent. man shol halt eide swern die recht vnd gewere sint als ein menshe dar zv treibet not. wer vngenoͤter dinge eide swert der man nicht endarf der pricht gotes gepot. vnd spricht auch salomon. swer uil eide swert der wirt vil eide erfuͤllet vnd kvͤmpt der slac uon seinem hause nicht. swer halt der warheit vil geswert der wirt got vnd den leuten vnwert. ez spricht auch sanctus paulus. der wein ist gut ze trinken vnd nicht vͤbel. man shol sein doch nicht ze vil trinken wan von trunkenheit kvmpt vil boͤser dinge. vnd also ist ez vmb die eide. wie recht sie sint mac ir doch ze uil geswern daz sie svͤnde vnde shande sint. man shol alle eide swern pei got vnd pei seinen heiligen vnd man shol swern pei dem heiligen ewangelio vnd auf einen geweiheten alter vnd auf eim geweiheten crevze. man mac auch die hant auf heben gen himel vnd mac bei got vnd pei den heiligen swern. vnd also shol man die eide swern. vnd wer auch pei anders swert der tut weder cristen gelauben. swer des vberzivget wirt selp dritte den shol geistlich gerichte ze panne tun vnd in sol werltlich gerichte mit slegen puͤzen. daz sint virzik slege oder ein phunt pheninge. wirt abr er dreistunt vbersait der shulde man shol im die hant abe slan. man mac mit recht des sweren daz geshehen ist vnd daz iemitten stat vnd daz ein man noch tun wil.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 187
Daz man alle eide sweren schol wan sy got selbe vnd sant iohannes ewangelista gesworen hat.

Vnser herregot erlovbet recht eide vnd verpovt vnrech eide daz heizent rech eide dv erber sint czu sweren vnd recht sint di erlovbet man wol czu sweren. Man vindet indem heiligen ewangelio daz got selbe hat gesworne wier vin ovch in apocalipsi daz sant Johans ewangelista einen engel sach sweren der stvnt vf dem mer vnd vf dem ertrich vnd swuͦr py dem lempdigem got der von ewen vnd czuewen lept. Wir lesen ov daz gute levte inder alten .e. gesworen habent. | Wir lesen ovch daz dy heiligen inder nven .e. gesworn habent damit velscher wier dy keczer dy iehent man schulle nicht eide sweren dy liegent man schol halt eide sweren dy recht vnd gewer sint als ein mensche not darczu tribet.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 188
Der da vngenoter dinge eide swert der czuprichet gotes gepot.

Swer vngenoter dinge eide swert der man nicht pedarf der czuprichet gotes gepot vnd sprichet ovch salomon swer vil eide swert der wiert erfvllet mit vil svnden vnd kvmpt der Slage von sinem hovse nicht. | Swer halt der warheit czu vil geswert der wiert got vnd levten vnwert. | Ez sprichet ovch sanctus paulus der wein ist guet czu trinken vnd ist nicht vbel vnd man schol sin doch nicht vbriges trinken wan von trvnkenheit kvmpt vil vbler dinge vnd ist ez vmme dy eide swy rechte sy sint man mag ir doch czu vil gesweren daz sy svnde vnd schaden sint.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 189
Wy man dy eide sweren schol vnd daz man sy vf den heiligen ewangelien vnd einem gewichtem krvcze oder alter sweren schol.

Man schol alle eide sweren pei got vnd pei sinen heiligen vnd [Seite 91] man schol ovch sweren vf den heiligen ewangelien vnd vf einem gewichtem krucze. Man mag ovch dy hant vf heben gein himmel vnd mac pi got vnd pi den heiligen sweren vnd also schol man dy eide sweren. | Vnd swer ovch pi icht anders swert der tvet wider den kristengelovben swer ovch des vberczivget wiert selbe dritte den schol geist gerichte czu panne tvͦn vnd in schol werltlich gerichte mit slegen pvezen daz sint vierczig slege oder ein phvnt der lantphenninge. | Wiert aver er dreistvnt vberret der schuldic man schol im dy hant abe slahen. | Man mac ovch mit rechte sweren des daz geschehen ist vnd des daz ie mitten stat vnd daz ein man noch tven wil.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 156
Der ze vnrecht gevangen wirt.

Unde wirt ein man gevangen ze vnrechte der enmac nicht ledic werden ern gebe denne hundert phunt oder man noͤte in etewaz anders ze tune daz widerz recht ist des swert er ainen ait vnd man lat in dar auf ledic. nu shol er den eit ze rechte leisten oder nicht. wir sprechen. er ist sein vor gote ledic. svmeliche meister raten. er shulle seine eide leisten vnd shulle daz gut geben vnde dar nach dem gute clagen dem richter. hat er daz gut gegeben vnd hat er des gesworn daz er dar nach clagen shuͤlle so kvndez dem richter. vnd der shol vͤber ienen richten als ob er dar clage. vnd der richter shol im sein gut wider gewinnen vnd sholz im wider geben. so richt der richter recht. hot abr iener recht ze der gevancnisse so shol er seinen eit leisten. wil abr er gewerlichen varn so shol er ze seinen pishoff oder ze seinen pharrer kumen vnd shol der rat dar vͤmbe haben der loͤset in wol on svͤnde da von. vnd hot er clage nicht versworn so mak er clagen seinem richter. der shol im sein laster vnd seinen shaden heizen abe tun vnd puͤzen als recht sei. daz ist also gesprochen. do er disen eit swur daz tet er vor seins leibes vorchten. wer den menshen twinget daz er maineid swert. ist er shuldic an dem eide oder nicht. wir sprechen also. sie sint peide shuldic. vnd wirt iener des meineides vͤberret als hie vor gesprochen ist man shol si paide gleiche puͤezen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.190
Ob ein man czu vnrechte gewangen wiert vnd man twinget in daz er hvndert phvnt geben schol er swerte im des ein eid er let in ledic des eides ist er von got ledic. Svmlich sprechen er schulle den eid leisten vnd schulle er sinem richter klagen.

Vnd wiert ein man cze vnrecht gevangen der mac nicht ledic werden ern gebe danne hvnder phvnt oder man notet in etewaz anders czutven daz wider recht ist des swert er einen eit vnd man let in dar vf ledic schol er nv den eit czu rechte leisten oder nicht wier sprechen er sin vor got ledic. Svmlich meister ratent er scholle sinen eid leisten vnd schvlle daz guet geben vnd danne nach dem gvet schol er klagen sinem richter hat er daz guet gegeben. | Vnd hat er des gesworen daz er dar nach nicht klagen schulle so kvnde ez dem richter vnd der schol vber ienen richten als ob er dar klage vnd der richter schol im sin guͦt wider gewinnen vnd schol ez im wider geben so richtet der richter rechte hat aber iener recht czu der vancnvsse so schol er seinen eit leisten wil aver er gar gerwerlichen varn so schol er czu sinem pischolf oder czu sinem pharrer komen vnd schol der rat dar vmme haben der loset in wol an svnde davon. | Vnd er klage nicht versworn so mag er klagen sinem richter der schol im sin laster vnd sinen schaden vch hab heizen tvͦn vnd pvezen als recht sy daz ist also gesprochen do er diesen eit swur daz [Seite 92] tet er vor sines leibes vorichten. | Swer einen menschen twinget daz er einen eit swert ist er schvldic an dem eide oder nicht wir sprechen also sie sint peide schvldic vnd wiert iener des maineides vber ret als hy vor gesprochen ist man schol sy peide gelich pvzen.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 157
Ez ist etwa gewonheit von zwelfen die in svͤmelichen steten sint.

Ez ist etewa gewonheit daz man zwelf man nimpt die dem richter helfent richten. vnd die heizent shephen. die selben shullen weise leute sin. die shuln vor gerichte vinden vnd nieman anders. ez shol ir iglicher auf die pank sitzen vnd shuln vrteil vinden vber ein igliche sache. zerhellent die zwelfe vnder ein ander vmb ein vrteil so shol ie die minner menie der merern nach volgen. sie zihent auch die vrteil wol an den hoͤhern richter als hie vor gesprochen ist. vmb ein verworfen vrteil die fuͤrbaz gezogen wirt do shol der richter nicht mer vͤmbe vrogen. dem die vrteil funden ze nuͤzze der lat nicht abe so sie fuͤrbaz gezogen wirt. sie mac halt der richter noch der sie funden hat nicht abe gelazen ane iens willen dem sie ze gute erfunden ist.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 191
Von den czwelif schephen dy insvmlichen steten sint wy dy richten schvllen.

Ez ist eteswo gewonheit daz man czwelif man nimet dy dem richter schullen helfen richten vnd dy heizent schephen dy selbe schullen weise levte syn dy schullen vorgerichte vrteil vinden vnd niemant anderz ez schol ir iglicher vf ein panch siczen vnd schol vrteil vinden vber ein igliche sache missehelent die czwelif vnder einander vmme ein vrteil so schol ie dy minner menege der mereren nach volgen sy czihent ovch wol ir vrteil an den hohern richter daz schullen sy tvn als hy vor gesprochen ist. | Vmme ein verworfene vrteil dy fvrpaz geczogen wirt da schol der richter nimmer vmme vragen dem dy vrteil fvnden ist czu nvcze der lege nicht abe so si fvrpaz geczogen wiert so en mac halt der richter noch der si da fvnden hat nicht abgelazen an iens willen dem czu guet sy erfvnden ist.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 158
Wer rechtlos ist.

Unde wirt ein man geuangen vnd fuͤr gerichte pracht der mak dehein urteil verwerfen noch vinden noch der in der echte ist noch der in dem panne ist noch mac nieman seins rechten helfen vnz ez auz disen noͤten kvͤmpt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 192
Swer rechtelos ist dem mac niemant rechtes gehelfen.

Vnd wiert ein man gevangen vnd fvr gerichte pracht der mac kein vrteil verwerfen noch vinden noch der in der echte ist noch der indem panne ist noch mac niemant seines rechtes gehelfen vncz er vz diesen noten kvmpt.

Schwsp.(Langform M) LR. [1275/87] Art. 159
Wen man henken vnd enthaupten vnde radeprechen vnd auf der huͤrde prennen shol.

Nv vernempt vͤmb vngerichte welch gericht dar vͤber ge. den diep shol man henken. geshicht abr ein minner divpheit den fuͤnf eshillinge die get ze haut vnd ze hare. die mak ein purkmaister wol richten vnd allez daz da man den leip nicht mit verlivset vnd nicht plutrunst ist. swem haut vnde har verteilt wirt der mak daz ledigen mit fuͤnf shillingen also. ob dem clager vergolden oder sus gepuͤezet wirt so mak der richter die fuͤnf shillinge nemen vnd wirt dem clager vergolden so shol in der richter heizen slahen. ez ist dehein shulde so groze die ze haut vnde ze hare get daz man ieman icht mere slege dar vmme shulle tun wan an einen virzik vnd ie minner so uil die shulde minner ist vnd alle on geuerde. swer diese puͤeze vmb divpheit der hat sein recht uerlorn vnd pleibet er rechtlos vor allen gerichten. der prukgraue shol richten vber vnrechte maze vnde vber die vnrechte prukgraue shol richten vber vnrechte maze vnde vber die vnrechte wogen vnd vͤber alle vnrechte mez vnd vber allen valshen kauf swo man den vindet vnd vͤber alle leipnar. alle morder vnd alle die den phlug raubent oder die muͤlen beraubet oder die kirchen oder den kirchof oder verrater oder mortprenner oder ir botshaft ze iren vrumen werbent die shol man alle radeprechen. morder heize wir die ein menshe toͤten vnd des denne laukent. wirt er des vberwunden mit gezivgen oder mit kanphen man shol in radeprechen. wir heizen auch daz morder der mit dem anderen izzet oder trinket oder in guͤtlich gruͤzet sleht er in ane shulde. daz ist ein mort. vnd man shol in dar vmbe radeprechen. die den phlug raubent so er des morgens vert auf den acker vnde so er wider heim vert vnd swer paurn icht tut oder nimpt daz dreier pheninge wert ist die shol man alle radeprechen. swer in der mvͤl icht stilt. daz drier pheninge wert ist dem shol man haut vnd har abe slahen pei dem hoͤsten daz sint virzig slege. der abr fuͤnf shillinge wert verstilt in der mvͤl den shol man radeprechen. swer in kirchen oder in kirchofen icht verstilt daz dreizig pheninge wert ist die shol man radeprechen. vnd vͤmb dreier pheninge wert ist ze haut vnd ze har vnd ist dennoch in den panne. vnd wer in der kirchen stilt den shirmt weder kirchof noch kirche. man shol dor inne vahen. daz ist da uon gesezzet daz er gotz nicht geshont hat an der kirchen noch an dem kirchofe. swer tages oder nachtes heimelichen prennet daz heizet mortprant. den shol man radeprechen. verrater daz sint die mit ir rede ainen menshen palmunden daz sie in sagent uon siner cristenheit also daz si sagent er sei ein sodomit oder daz er daz vihe vnreine oder daz er ein kezzer sei. vnd mac man der dinge auf in nicht erzivgen so shol man sie radeprechen alle die inz zeihent. vnd die sein nicht tuͤrren gereden die priue shreibent oder heizent sie ander leute shreiben vnd sezzent die selben dar an den sie da veient sein mit namen vnde werfent die prieue an die stroze daz sie die leute auf heben vnd si lesen daz ist gar ein vͤbergrozer mort. wer noch ein tot icht erger den radeprechen man sholz in tun. die danne ir potshaft zer vrumen werben daz sint die die man vmb so getane botshaft sendet daz einem an seimem leibe oder an sein ere oder an sein gut gat vnde im der do zv getriwet vnd im sein herz entslivzet vnd im sein heimeliche seit vnd er daz denne wider wirbet mit alle seinen sinnen vnd wirbet dacz im an den leip oder on ere oder on gut get. die daz tunt di shol man alle radeprechen. des shol man si allez mit gezivge oder mit kamphe vͤberkvmen. daz ist lantrecht vnd geshriben recht.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 193
Welich levte man hahen schol.

Nv vernempt vmme vngerichte welich gerichte dar vber ge den diep schol man hahen geschiecht aver ein devpheit dy minner ist den fvnf schillinge dy get czu hovt vnd czu har dy mac ein pvrgraf wol richten vnd alles daz da man den leip nicht mit verlevset vnd nicht pluetrvnse gibt.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 194
Dem havt vnd har verteilt wirt der mag daz ledigen mit fvnf schillingen oder der richter schol in heizen slahen an der sreiat.

[Seite 93] Swem havt vnd har verteilt wiert der mag daz ledigen mit fvmf schillingen also ob dem klager vergolten wiert oder svz gepvzet wiert so mac der richter dy fvmf schillinge nemen vnd wiert dem klager nicht vergolten so schol inder richter heizen Slahen ez en ist kein schvlde so groz dy czv hvt vnd czu har get daz man iemen icht mer Slege dar vmme Slahen schulle wanne an ein vierczic vnd ie minner so vil dy schuld minner ist vnd an alle gewerde. Swer diese pvze tvt vmme devpheit der hat sin recht verlorn vnd peleibt rechtelos vor allen gerichten.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 195
Daz der purgraf richten schol vber alle vnrechte maze vnd vber vnrechte wage vnd valschen kof.

Der pvrgraf schol richten vmme vnrecht maze vnd vber dy vnrechten wage vnd vber allen walschen kovf swo man den vindet vnd vber alle leipnar.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 196
Welich levte man Radprechen schol.

Alle morder vnd die den phlvc rovbent oder dy mvle perovbent oder dy kirchen vnd kirchof oder verreter oder mortprenner oder dy ir potschaft czu ir frvmme werbent dy schol man alle Radeprechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 197
Daz man alle morder Radeprechen schol.

Morder heizen wier dy einen menschen totent vnd des danne lovgent wiert er des vber wunden mit geczevgen oder mit kamphen so schol man in Radeprechen wier heizen ovch die morder swer mit den andern izzet vnd trinket vnd in guetlichen gruezet vnd Slecht er in denne ane schulde daz ist ein mort den schol man dar vmme Radeprechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 198
Der den phlvc rovb vf dem acker den schol man Radprechen.

Dy den phlvge rovbent so er des morgens vz vert vf den acker vnd so er wider heim vert vnd swer den gepvren tvet oder nimpt daz drier phenninge wert ist dy schol man alle Radeprechen. [Seite 94]

Codex Altenberger [14. Jh.] Art.199
Der in der mvle icht stilt den schol man radeprechen.

Swer in der mvle icht stilt daz drier phenninge wert ist den schol man hovt vnd har ab Slahen py dem hochsten daz sint vierczic Slege. Der aver fvnf schillinge wert stilt inder mvle den schol man Radeprechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 200
Der in der kirchen oder in kirchhoven icht stilt den schol man Radprechen.

Swer in kirchen oder in kirchhoven icht stilt daz drizic phenninge wert ist dy schol man Radeprechen vnd vmme drier phenninge wert czehvt vnd czuhar pi dem hochsten vnd ist dannoch indem panne vnd swer inder kirchen stilt den schirmet weder kirche noch kirchhof man schol in drinne vahen daz ist da von geseczet daz er gotes nicht geschonet hat an der kirchen noch an dem kirchhof.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 201
Swer mort prennet den schol man Radeprechen.

Swelches tages oder nachtes man heimlichen prennet daz heizet mort prant den schol man Radeprechen.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 202
Alle dy verrater dy einen menschen verraten also daz er ein keczer oder ein sodomite so dy schol man alle Radeprechen.

Verrater daz sint dy dy mit ir rede einen menschen palmvndent daz sy insagent von seiner kristenheit also daz sy ein sodomite oder daz er daz vihe vnreine oder daz er ein keczer sy vnd mac man der dinge nicht vf in erczivgen so schol man sie Radprechen alle di es inczeihent vnd dy sin nicht tvren reden.

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 203
Dy da prife lazent schriben von iren vienden vnd werfen sy danne an dy straze daz man dy lese dy schol man Radeprechen.

Dy da prife schribent oder heizent sy ander levte schriben vnd seczent dy selben dar an dy in veint sint mit namen vnd werfen dy priefe an dy straze daz sy dy levte vf heben vnd sy lesen daz ist gar ein mort vnd ein vber groze mort vnd wer noch ein tot icht erger danne Radeprechen man schvlt in tvn [Seite 95].

Codex Altenberger [14. Jh.] Art. 204
Di man in potschaft sendet dy einen an sin leib oder an sine ere oder an sin gut get dy schol man Radeprechen.

Dy danne ir potschaft czu ir frvmen werbent daz sint dy man vmme so getane potschaft sendet daz einem an sin leib oder an sin ere oder an sin gut get vnd er im dar czu getrowet vnd im sin hercze entslvzet vnd im sin heimlich seit vnd er danne daz wider wirbet mit allem sinem sinne vnd wirbet daz an leip oder an ere oder an gut get dy daz tvent dy schol man alle Radeprechen des schol man sy alles mit geczivgen oder mit kamphe vber komen daz ist lantrecht vnd geschriben recht.



Mit der Gewinnung eines OCR-Textes aus dem Codex Altenberger und der anschließenden Korrektur dieses Textes habe ich im Januar 2021 begonnen. Wie alles menschliche Tun steht auch dies unter der Conditio Jacobaea. Ich bin selbst neugierig, wie weit ich mit den 562 Artikeln komme. Und dann gibt es ja noch das Magdeburger Weichbildrecht und das Iglauer Bergrecht als Bestandteile des Codex Altenberger ...
Heino Speer, Klagenfurt am Wörthersee, 15. Januar 2021.
Bearbeitungsstand:
CAltenb. Art. 26.- Art. 33. 17. Januar 2021
CAltenb. Art. 34.- Art. 74. 18. - 22. Januar 2021
CAltenb. Art. 75.- Art. 100. 23. - 27. Januar 2021
CAltenb. Art. 101.- Art. 139. 28. Januar - 3. Februar 2021
CAltenb. Art. 140.- Art. 169. 5. - 7. Februar 2021
CAltenb. Art. 170.- Art. 204. 8. - 11. Februar 2021
Mailadresse H. Speer