J. A. Tomaschek, Die ältesten Statuten der Stadt und des Bisthums Trient :: Transkription Heino Speer 2018

J. A. Tomaschek, Die ältesten Statuten der Stadt und des Bisthums Trient :: Transkription Heino Speer 2018

Tomaschek, Johann A.: Die ältesten Statuten der Stadt und des Bisthums Trient in deutscher Sprache. [Hier nur: Wörtlicher Abdruck der Statuten ohne die Beifügungen Tomascheks, die in den Faksimiles eingesehen werden können. H.S.] In: Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen ; 26. 1861, S. 113 - 204.

Wörtlicher Abdruck der Statuten.

Bei den einzelnen Capiteln wurde auf die entsprechenden der Clesischen (ohne weitere Bezeichnung) und Ulrich’schen Statuten verwiesen. Diese erweisen sich in der Regel, wo nicht Erweiterungen, Zusätze, Änderungen und Weglassungen eintreten, als eine wörtliche Übertragung des deutschen Textes in’s Lateinische. Sie konnten daher mit Erfolg dazu benutzt werden, um einzelne Stellen desselben, die durch Sprache, Ausdruck und Fügung schwerer verständlich waren, zu erläutern.

Die hinzugefügten Anmerkungen, so weit sie Stellen aus anderen Rechtsquellen anführen, sollen dazu dienen, den inneren Zusammenhang der Statuten mit dem langobardischen Volksrechte, mit der ihnen vorangehenden Rechtsentwickelung Trients und anderen auf gleichen Ursprung zurückzuführenden Rechtsquellen wenn auch nicht in erschöpfender Weise, doch in so weit zur Anschauung zu bringen, als es eben genügend sehien, das in der Einleitung Gesagte über den Charakter der Statuten zu stützen.

Bei der so interessanten Rechtsquelle für die Inseln Curzola und Melit vom Jahre 1271 bedauern wir nur, dass der Hormayr’sche vielfach uncorrecte Abdruck benützt werden musste. Dr. Gustav Wenzel hat sie in seinen Beiträgen zur dalmatinischen Rechtsgeschichte im Mittelalter bei seinen „Studien über den Entwickelungsgang des Rechtslebens auf der Insel Curzola“ (Archiv für Kunde österr. Geschichtsquellen Bd. IV, S. 511 — 581 und Bd. VII, S. 361—422) nicht in Beachtung gezogen.

Die bei dem Abdrucke der Quelle befolgte Interpunction und Vertheilung der grossen Buchstaben rührt von mir her, da die Handschrift die principlose Willkür in diesen Punkten mit den anderen Aufzeichnungen dieser Zeit gemein hat und ein ängstliches Festhalten an der Originalvorlage hierin gänzlich nutzlos und nur dem Verständnisse des Textes abträglich gewesen wäre.

Bei der Zählung der Capitel wurden zum Unterschiede für die alten Statuten arabische, für die neuen römische Ziffern gewählt. [Faksimile]

Daz sein die statut vnd ordenung beschehen durch den rat der kirchen Trint zw eren des almechtigen gotz vnd seiner gepererin vnd muter Marien vnd des heiligen sand Vigilien martirers vnd pischoff vnd haupther der kirchen Trintt vnd aller heyligen Gottes vnd zw den eren vnd stant des vorgenanten goczhauses.

1. Von dem ayd vnd trew dem pischoff ze halten.

(L. III, De criminalibus c. 1. — Stat. Ulr. c. CII.)

Am ersten seczen wir vnd orden, daz all amptleut vnd ein jechlicher besunder vnd alle rat leut114.1, al purger der stat zw Trint, al kirchprobst, al ander amptleut aller pfarren114.2, aller dorffer, aller burgen, aller vesten in dem pistumb vnd gepiet zw Trint schuldig sint leiplich zw sweren zu dem heiligen ewangelij ze helffen mit leib vnd mit gut dem pischoff zw Trint in allen seinen rechten, eren vnd räten vnd auch gehorsam ze sein seinem hauptman114.3 vnd ire zaichen oder wappen mit dem leib vnd mit rosz, mit harnasch114.4, als oft vnd sein not beschicht, ze dienen vnd ze thuen al sein vermügen in allem dem, daz in gepoten wirt, mit ganczer andacht vnd vntertanichait vnd dinstperchait an des bischofs hofstat an alles vbel oder geüer jere ampt treulich zw folfuren, vnd albeg ein rechten warhaftigen vnd getreuen rat geben dem pischoff oder seinem capitany, vnd ob daz wär, daz jer einem gesagt wurd, daz da ein burff114.5 oder abczihung praeht dem pischoff oder sein steten oder seinen vesten oder burgen oder dorffern, wie pald er daz kan oder mag, sol er daz durch sich selbs oder seinen besundern poten kunt thun, vnd ob daz wär, daz ym ichts heymleichs auff geseczt wurd oder empfollen vom pischoff oder von seinen capitany oder von seinem amptman, daz sol er niemant offenbaren, vnd albeg sol er sich streitperlich stellen wider des pischofs veinde. [Faksimile]

2. Von den, die haimlichs raunen, freuet oder ze samen sweren tetten, daz dem pischoff zw schaden chäm.

(L. III, De criminalibus c. 2.Stat. Ulr. c. CIII.)

Item wir seczen vnd orden, ob indert ein person hat getan ein haimliches raunen oder ainer zw samen sweren oder ein freuet mit einer andern person, mit einem herrn oder edling116.1, daz da schaden pracht dem pischoff oder der stat zw Trint oder seinen vesten, burgen oder dorffern vnd steten, ob daz ist, daz sy sind edet, so sol man sy enthaupten, oder daz sy sünst sterben, oder ist er ein gemainer man116.2, so sol man in hahen an den galgen mit der gurgel, | also daz er sterb. Ist es aber ein beip, so sol man sy prennen als ein schuldige vnd ein verräterin, doch also zw behalten dem pischoff oder der an seiner stat verbeset116.3 sein aigen willen zw meren oder zw minderen die pen, die oben geschriben ist, daz er da mit thue nach seinem aigen willen als der thät oder der person oder der zeit frumkait116.4 wil etc. [Faksimile]

3. Von den die wissentlich keczer vnd ander solch leut in iren heusern halten.

(L. III, De criminalibus c. 4Stat. Ulr. c. CV.)

Item wir seczen vnd (orden), daz chain person sol wissenleich halten in seinem haus speckloter, trunckenpolcz, hantspiler, die petler die sich haissent willig armüt, czbeifler des gelaubens, nolharten, di keczer genant sein albanesen mit iren falschen poten vnd mit irer geschelschaft117.1, noch ander keczer wider den heiligen cristen gelaüben, man sol in auch wer, hilff noch rät tun; vnd wer die obgenanten stuck vbertrët, der sol gaistlich vnd weltlich darvmb gestraft werden. [Faksimile]

4. Die Got vnd vnser liebe frauen schelten.

(L. III, De criminalibus c. 5. — Stat. Ulr. c. CVI.)

Item ob indert ein person schult oder fluchet Got oder seiner gepererin Marie oder seinen heiligen, der sol gepust oder gepeiniget werden, als oft als er daz vbel thut in C [gß], als oft er schilt Got vnd vnser frauen Mariam; vnd auch als oft er schilt sein heiligen, sol er geben lx ₰, die sol er geben zbifeltichlich; vnt ob er sy nit hat zw beczalen, als oft er hat gescholten, als oben geschriben stet, so sol man in drey mal in daz wasser die Etsch stossen; vnd ein jecklicher, der die scheltwort hort, der sol in verklagen. vnd der mag vnd sol auch nemen halben tail der pen, ob daz ist, daz sich die clag warhaftichlich erfindet.

5. Der ein andern in czorn mit der hant oder mit der faust geschlagen hat.

(L. III, De criminalibus c. 7. — Stat. Ulr. c. CVIII.)

Item ob jemant den andern schlecht in czornigem mut in des pischoffs hoff oder palast, der wirt gepuest vnd gepeinigt in XXV lb ₰ Ob aber einer ain schlecht anderswo, jn XX pfunt ₰, doch daz man an sech die person des, der geschlagen ist, und der den schlag hat getan, also doch daz dem der geschlagen ist vor den genug geschech nach des statutum willen, doch [Faksimile] daz die pen nit geringert werd, ob daz wär, daz der dem richter geclagt hiet der den schlag hat geliten, vnd der richter ist des pflichtich ze forschen von gerichts wegen.

6. Daz einer den andern mit plossem messer an lauft.

(Vergl. L. III, De criminalibus c. 14. — Stat. Ulr. c. CXV.)

Item ob indert einer thet ausstos oder sprung wider den andern jn czornigem müt mit einem verczogen messer119.1 oder mit einem andern waffen, daz er ain wolt schlagen vnd doch nit schlüg, der sol gepust werden zw jedem mal, als er auff in ist gesprungen119.2, in X lb. Di minderung der pen stet in dem gebalt des richters. [Faksimile]

7. Da ainer mit swert, stainen oder mit knuteln ein person schlecht.

(Vergl. L. III, De criminalibus, c. 11, sehr verändert. — Stat. Ulr. c. CXII.)

Item ob yemant mit eynem swert, mit einem stain oder mit einem knutel oder mit waz andern waffen jn czornigem mut ein ander person schlüg, vnd von dem schlagen der geschlagen nicht sturb noch glid verlure oder abgeschniten wurd, vnd daz daz schlagen geschäch auff daz haupt oder augen oder antlicz oder hals, oder ob die schleg oder die bunden plutet, der schlager sol gepuest jn l lb perner; vnd ob die schleg nit pluten so sol der schlager geben vnd gepuest werden jn XXV lb ₰; vnd ob daz plut nit ausgett von den schlegen, so gibt der schlager XV lb ₰ perner, also doch daz dem der da gelaidigt ist worden sein schad werd abgetragen.

8. Der in czorn ein andre person mit der faust oder mit der hant schlecht.

(Vergl. L. III, De crimtnalibus c. 8. — Stat. Ulr. c. CX.)

Item ob einer in czornigem müet vnd in vbler mas schlueg ein andre person mit der faust oder mit der hant vnter daz antlicz vnd es doch nit plutrust macht, der schlager sol verdampt vnd verpeniget werden in xx lb ₰ par; schlecht er in aber an ain andern tail dez leibs, so sol er geben lx ₰ par; vnd oh er schlecht vnter die augen oder antlucz mit der hant oder faust also daz er pluet, so ist er schuldig xxx lb ₰ par, doch daz man an sech die frumchait des gelaidigten, vnd auch daz ym werd ab getragen der schaden, der da gelaidigt ist worden.

9. Daz die sindicken der pfarren schuldig sind totschleg vnd ander chrieg ze melden.

(Vergl. L. III, De criminalibus c. 29. — Stat. Ulr. c. CXXIV.)

Item daz kirchprobst aller pfarkirchen des pisthums120.1 ze Trint sind pflichtig pey der entpfang dez heiligen sacraments ze offenbaren von in selbs oder von irem eleichen120.2 poten dem pischoffe oder seinem hauptman oder [Faksimile] seinem vicario alle totschleg, alle die die menschen gebundet hetten, krieg, al missehelung vnd anzundung, alle mort, alle freuel, die geschehen sind oder all ander vbel tat, die geschehen sind in dorffern der pfarkirchen oder in seinem gepiet oder da selbs vmb an dem tritten tag, dar nach vnd es geschehen ist, vnd als pald ym die vbel tät kunt wirt getan oder geoffenbart birt, oder offen schray da von wirt, vnd wer da wider tätt, der sol gepüest werden zw jectzlichem mal, vnd er darvber tritt, jn xxv lb par ₰.

10. Von den leuten der dorffer, die schuldig sind die totschleg den sindicken zw verchunden etc.

(Vergl. L. III, De criminalibus c. 63. — Stat. Ulr. c. CXXV.)

Item daz die menschen der vorgenant dorffern oder pfarren ausserthalben der stat sind pflichtich vnd sollen verchunden oder verchunden haissen jren kirchbrobst oder seine jngesinde121.1 alle vorgesprochne dinck vnd ein jeklichs besunder des selbigen tags oder nachchunftigen, dar nach als es geschehen ist, vnd ob daz nit geschäch, so sullen sy vmb ein jetzlichs stuck besunderlich gepuest berden jn lx lb. ₰ par etc.

11. Die mit gefanter hant zw einem rumor lauffent.

(L. III, De criminalibus c. 64.Stat. Ulr. c. CXXVI.)

Item daz chain person sol zw gen oder lauffen zw kainem krieg mit gefaffenter hant durch dez willen, daz er wel geben hilff oder ratt oder chain gunst kainem tail dez kriegs, vnd welcher da wider tüet, zw aller weil vnd stund sol er gepuest werden in x lb, doch zw behalten, daz ssy mugen lauffen da nach vbeltatern mit gebaffenter hant, daz man sy fache.

12. Die ein frauen bechant haben, die ein man hat.

(L. III, De criminalibus c. 65. — Stat. Ulr. c. CXXVII.)

Item ob etwar bezbunckleich121.2 erchant ein frauen, die do hat ein man, ob sy ist ein erberg beib, so sol man dem vbeltater daz haupt abschlagen, daz er sterb, doch ob daz ist, daz er nicht frid hat von dem manne der erchanten frauen; hot er aber frid von dem man vnd von der frauen, do sol man in pussen mit einer pfenning pues121.3 durch willen der herschaft, vnd der selbig frid sol gemacht sein jn einem monhat von der zeit, so die sund ist volpracht121.4, vnd so daz monat vergangen ist, vnd ob darnach ein frid wurd gemacht, der frumpt vnd wurckt nit, vnd ob die vnerber wär, so sol man den vbeltäter puessen jn C lb ₰, vnd doch ob daz ist daz der vbeltater nit frid hat von dem man der frauen vnd auch von der frauen, die erchant ist worden, jn ejnem monat; jst aber daz der frid hat jnderthalb der czeit ains monats, so sol man jn puessen in l lb ₰, vnd ob er daz nit bezalen mag, so sol man in legen jn den karcker vnd vancknus nach dem willen dez herren. [Faksimile]

13. Der ein frauen bechant hiet mit jrem willen vnd die ein man hiet.

(L. III, De criminalibus c. 66. — Stat. Ulr. c. CXXVIII.)

Item ob einer erchant ein beib, die ein mon hat, mit irem gunst vnd willen, vnd daz sy dar zw nit genotet wurd, vnd ob sy ein erberg weib ist: daz sy ist ein beib, die einen guten lob vnd spruch hat, so sol man denn vbeltater puessen in C.C. lb ₰, ob er nit frid hat von der frauen man, als oben geschriben ist. Hat er aber frid von dem man, so sol er geben l lb ₰. Mag er aber des gelcz nit beczalen, so sol er gefangen ligen, als lang der herr wil, vnd die fraw sol gepuest werden nach der gesaczten pues. Ist aber ein beib, die aus posem lob ist, oder ein eprecherin, so sol man den man, der mit jr gesundet hat, pessern vmb xxv lb, ob er nit frid hat von dem man der frauen, vnd daz beib sol geben x lb ₰ jnerthalb eines monats, oder man sol sy offentlich durch di stat schlagen.

14. Die mit gebalt frauen, junckfrauen vnd auch nit junckfrauen, noch die man haben, bechant haben etc.

(L. III, De criminalibus c. 68Stat. Ulr. c. CXXIX.)

Item ob einer mit freuel oder wider ainer willen erchennet fleislich oder leiplich ain frauen oder ein junckfrauen, dem sol man ab schlagen sein haupt, vnd daz hat kraft, ob er nit frid gewinnet jnerthaib eines monats von der frauen122.1. Ist aber daz er frid hat, so sol man jn pussen jn CC lb ₰. Mocht er aber nit peczalen, so sol er gefangen ligen nach dem willen des herrn. Ob sy nicht ein junckfraw noch ein efraw ist, so sol man yn puessen in CC lb. Hat er des gelts nit ze geben, so sol er ym kercker ligen nach dem willen der herschaft.

15. Ob etlicher frauen oder junckfrauen vber furt vnd leiplich pechant het.

(Scheint die Grundlage zu sein von L. III, De criminalibus c. 68, Absatz 2, und stimmt wörtlich überein mit Stat. Ulr. c. CXXX.)

Item ob etlicher petreugt oder laicht ein frauen oder ein junckfrauen vnd erchant sy leiplich von jres aigen willen wegen vnd vngenotet, vnd ob sy ist pey irem vater, vnd der vater ist eines guten lobs vnd spruchs, vnd geschicht daz an des vaters willen, der ist schuldig ein lb ₰. Geschicht aber daz mit dez vaters willen, so beczalt er nichts, vnd ob sy nit ein vater hat so sol er geben C lb. ₰. [Faksimile]

16. Daz die frauen schuldig sein jren freunten solchen freuel oben berurt zw verchunden.

(L. III, De criminalibus c. 69. — Stat. Ulr. c. CXXXI.)

Item daz die beiber oder jr vater oder muter, anicken oder ändel123.1 oder pruder pflichtich vnd schuldig sind ze clagen vnd ze offenbaren die freuel oder laidigung, die jren freunten geschehen sind, dem pischoff oder seinem capitany oder seinem vicarj jnner xv tagen darnach vnd sy ym besehen sind; an daz wan die xv tag vergent vnd hin sind, so gelaubt man nicht, daz die freue! wider iren willen sey geschehen.

17. Die ainem gelt heten geben einen anderen zw erstechen.

(Dieses caput fehlt in den Clesischen Statuten, in den Stat. Ulr. c. CXXXII.)

Item ob einer gelt gibt durch der sach willen, daz man einen menschen sol totten, jst derselb edel, so sol man ym daz haupt abschlahen; ist er aber nit edel, so sol man in hahen, also daz er sterb; vnd nimpt einer oder mer gelt durch dez willen, daz er ein person sol toten, der sol geczogen oder geschlaipft werden, vnd man sol in pinden zw dem swancz eines esels, vnd darnach sol man in hahen mit der gurgel, also daz er sterb, vnd geit einer gelt, daz man einen sol wunden oder mer, nicht daz man sy totte, der sol beczalen CC lb ₰, vnd ob er die nit mag beczalen jn einer frist eines monats, dem selbigen sol man ein hant abschlagen, vnd der daz gelt nimpt durch des willen, daz er einen wundet: einen edeln oder sunst ein wirdige person, der sol verdampt werden jn V hundert lb ₰, vnd ob er daz gelt nit peczalen mag oder geben, dem sol man abschlagen einen fües vnd ein hant, vnd nimpt einer gelt da vmb, daz er wunt ein vnbirdige person, so sol er geben ijc lb, vnd ob er daz gelt nit gehaben mag, so sol man ym ein hant abschlagen, ob daz schlagen nit ist mit dem werch volbracht. Ist aber daz schlagen volpracht, also daz, der geschlagen ist worden, gestorben, der daz hat gehaissen, den sol man enthaupten, vnd der daz slahen getan hat, den sol man hahen an den galgen; vnd ob ainer einen schlecht oder wundet, also daz der bunt nit gestorben ist dan, der in gebundet hat, hat er in gebundet vnter dem antlucz oder hat in bechrenckt oder gelempt ein lid, so sol man den schlager hohen an den galgen; hot er in aber anderswo in seinem leichnam gewundet, so sol man ym ein fues vnd ein hant abschlagen. [Faksimile]

18. Die falsch muncz gemacht haben.

(L. III, De criminalibus c. 71Stat. Ulr. c. CXXXIII.)

Item wer da falsche muncz jn der stat zw Trint oder in dem gepiet vnd pistümb macht oder schlecht, den sol man verprennen etc.

19. Der falsche müncz haisset machen.

(L. III, De criminalibus c. 72. — Stat. Ulr. c. CXXXIV.)

Item ob ein person haist oder schaft machen ein falsche muncz jn der stat zu Trint oder in dem pistumb, ist er edel, so so! man ym abschlahen daz hauptt als einem felscher; jst er aber ein gemainer man, so sol man in verprennen an gnad etc.

20. Die bissentlich jn dem pistumb solch falsch muncz ausgeben haben etc.

(Vergl. L. III, De criminalibus c. 7 3. — Stat. Ulr. c. CXXXV.)

Item ob ainer hat ausgeben oder verczert in der stat zw Trint oder in irem gepit falsche muncz mit wissen, vnd ob der muncz ist wenig, so sol man ym abslagen die rechte hant; jst aber der muncz vil, so sol man in verprennen, vnd die clain zal der muncz sol pringen hinder dreien pfunden, vnd die gros czal der muncz ist waz vber trew pfunt ist, doch zw behalten, daz er die hant mag losen mit willen der herschaft.

21. Die die muncz peschneiden.

(Vergl. L. III, De criminalibus c. 74. — Stat. Ulr. c. CXXXVI.)

Item ob ein person oder ein mensch beschneidet oder beschert etlich müncz vber die masz iij lb par, der sol gepuest werden in Vc pfunt ₰ vnd ob er daz selb gelt nicht gibt in einem monat, so sol man ym abschlagen die recht hant; hot er aber die muncz peschniten hinder dreien pfunden, so sol er geben hundert pfunt par; mag er aber daz gelt nit beczalen, so sol er ym karcker ligen, als lang der herr wil.

22. Die falsch instrument gemacht heten.

(Vergl. III, De criminalibus c. 57. — Stat. Ulr. c. CXXXVII.)

Item ob ein noder macht ein falsch jnstrument wissentlich oder petriegenlich, vmb daz erst falsch jnstrument sol man jn peinigen und pesseren jn drenhundert pfunt ₰ vnd sol ewicklich er beraubt sein seines noder ampts als ein felscher, vnd mag er daz gelt nit peczalen, so sol man ym abschlagen die rechte hant, vnd ist daz er zw dem anderen mal ein falsch jnstrument macht, so sol man ym sein rechte hant zw spalten vnd teilen, also daz sy von dem arme chum, vnd vmb das drit jnstrument daz er fälschlich macht, sol man in verprennen. [Faksimile]

23. Die vor dem gericht falsche jnstrument wissentlich furbringen etc.

(Vergl. L. III, De criminalibus c. 75. — Stat. Ulr. c. CXXXVIII.)

Item ob ein person vor gericht ym nucz wolt machen vnd fur pracht falsch jnstrument wissentlich vnd petrieglich jm zw frumen vnd dem der in fur gericht hat geladen zw schaden, der sol gestraft vnd gepuest werden vor gericht vmb daz ain jnstrument, daz er fur gericht hat pracht, jn C. C. pfunt ₰ vnd er verleust auch sein sach; vnd ob er daz gelt nit aus richt in einem monat, so sol er sein ym karcker, als lang der herr wil; pringt er aber mer den ein falsch jnstrument fur wissentlich vnt macht ym die nucz wissentleich, oder ob er ym die nucz wolt machen dan, fur ein jecklich jnstrument vber die pen des ersten jnstruments sol er geben hundert pfunt, vnd ob er die pen nit czalt ee daz ein monat aus get, so sol man ym die rechte hant abschlagen vnd von dem arem thun, vnd sol auch er verliesen sein sach, darvmb er die falsche jnstrument hat furpracht.

24. Die vor gericht falsche czeugnus geben haben oder geben.

(Vergl. L. III, De criminalibus c. 58: falsum testimonium in causa criminali, und c. 59: in causa civili. — Dagegen stimmt Stat. Ulr. c. CXXXIX mit dieser einfachen Fassung überein.)

Item ob ein person vor gericht thuet oder geit falsche czeugnus wider ein andre person vm zu schaden oder zw verlust, ob daz ist daz der begert, der da schaden genomen hat, so sol man den straffen als ein felscher in C hundert pfunt ₰ vnd ob ers nit zalt jn einem monat, so sol man ym die zung aus dem mund schneiden. [Faksimile]

Fußnoten
114.1.
quod omnes et singuli officiales, consiliarii.
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114.2.
consules et ceteri officiales plebatuum.
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114.3.
suum capitaneum.
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114.4.
armis.
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114.5.
iacturam et detrimentum.
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116.1.
cum magnate.
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116.2.
et si fuerit popularis.
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116.3.
et cuilibet pro eo presidenti.
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116.4.
temporis qualitas.
↑ (Zurück)
117.1.
gazaros, patarinos, copinos, speronellos, pauperes bagnolos, conteritios. albanenses, husitas, dulcinos cum apostolis et sociis suis etc.
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119.1.
cum cultello evaginato
↑ (Zurück)
119.2.
admenaverit
↑ (Zurück)
120.1.
Syndici plebatuum nostri Episcopatus.
↑ (Zurück)
120.2.
per legitimum nuntium.
↑ (Zurück)
121.1.
suo syndico vel eius domui.
↑ (Zurück)
121.2.
carnaliter et violenter.
↑ (Zurück)
121.3.
pecunialiter.
↑ (Zurück)
121.4.
a tempore commissi delicti.
↑ (Zurück)
122.1.
Zusatz: et a tribus eius proximioribus masculis maioribus viginti quinque annis.
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123.1.
aviae
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Date: