Johannes Purgoldt, Rechtsbuch I-VI :: Transkription Heino Speer 2011 / 2018 [in Arbeit VII-X Stand 18.05.2018]

Johannes Purgoldt, Rechtsbuch I-VI :: Transkription Heino Speer 2011 / 2018 [in Arbeit VII-X Stand 18.05.2018]

Inhaltsverzeichnis

[Editorial]

Friedrich Ortloff (Hrsg.), Johannes Purgoldt, Rechtsbuch. [= Sammlung Deutscher Rechtsquellen. Zweiter Band] Jena 1860. :: Transkription Heino Speer 2011 / 2013 / 2017 [in Arbeit] BSB-Digitalisat

Erstes Buch.

[Seite: 19][Faksimile]
Ich mus die warheyth etwas meylden,
Das recht werdet leyder seldenn
In den steten wol usgericht,
Wo man der bucher gebruchet nicht;
Wan wenigk luthe dorzcu togenn,
Das sie von en selbern erkennen mogen
Ane schrifft dye recht behalden,
Dye gesatzt sint von iren vordern aldin,
Und was die in groſser eyntracht
Gewilkort haben und gemacht,
Also es sich in den steten
Wol geboreth noch eren seten,
Ouch was fryeheidt on sie eben,
Dye on vonn fursten sint gegeben,
Unnd wye man dye ouch sulde duthen,
Das sie zcu nutz komen den leuthenn.
Darumb szo magk ich das woll sprechen:
Es werden dicke gar groſs gebrechen,
Wo dye schepphen nicht sint erfaren,
Unnd dye rechtbücher sparen,
Dye sie sollen zcu nutze unnd eren
Zcugen und sich loſse leren
Dye recht, dye sie nicht kunden,
Adder was sie nicht vorstunden.
Hetten sie bucher unnd kunden geleſsen,
Das mochte on gar nutzer weſsenn,
[Seite: 20] [Faksimile] Das sie das beste mochten erwelen,
Unnd er recht wislich gespelenn.
Dye müſsen sich nhu wunderlich begehen,
Sullen sie der schepphen ampt vorsthen
Midt mancherhande gerichte,
Wye sie das mogen usgerichte
Noch orem eygen synne, wye
Sie duncket, das os recht sie.
Des gehet dan dye menge vor,
Dye selden trifft der gerechtickeidt thor.
Also orteylt man dan noch gedunchten,
Das gantze recht zcu eyme bruncken,
Glich also der blynder suchedt denn phadt,
Des her keyne gewiſsheydt hat.
Also werdet dan das recht sprechenn
Dicke volant midt gebrechen.
Das machet, das got den leuthen nicht eben
Gliche synne hadt gegeben,
Das sie rechte warheidt mogen erkennen
In denn dingen, die sie horen nennen,
Unnd sich der nicht wol vorstehen,
In welcher wyſse sie geschen;
Nicht das ouch der mensche noch der zcidt
Dye synne wandelt, also os lidt,
Unde blibet selden in eyme muthe,
Itzundt noch arge, mornne noch guthe,
Libe, forchte, has unde zcorn;
Dye machen den dicke denn mudt vorworn,
Das her uff das leste
Nicht erkiesen kan das beste.
Ouch ſso wirdet dicke gemacht
Midt dem uſssprechen dye zweytracht;
Wan das eynem duncket gut,
Eynes andern sin eyn anders thudt,
Unnd meynt her vorstehe oſs baſs.
Alſso wechset bewiln under on der haſs;
So redt eyner noch dem lone,
Szo wil der ander seiner frewnde schone.
Szo sal das recht vor danne gehen
[Seite: 21] [Faksimile] Noch dem meysten, die sein nicht vorstehen,
Das ane schaden nicht blibet,
Wo man das dicke an tribet.
Ir armen wetwen unnd weyſsen,
Wie wolt ir uch vor diesem freysen,
Ewer gut midt rechte behalden,
Wan die schepphen sint also gespaldenn?
Hyrume ist ouch zcu forchten sere,
Dem rathe werde geswechet die ere,
Szo das irtrachte recht do dan
Kommet vor die wiesen man.
Wol das das lantrecht thudt die kore,
Das der meysten orteyll ghe vor,
Das ist umme die gebur geschen,
Die sich uff bucher nicht vorstehen.
[Seite: 22] [Faksimile]

I. Tullius, der romische ratisman, der schribeth also: alle leuthe werden von naturen dorzcu gezcogen, das sie begeren zcu wiſsen und zcu lernen: unnd wol das wyr nhu von naturen in der begerunge sin, das wyr das gerne wusten das unns vorborgen ist, unnd ouch das gerne kunden das uns unkundig ist, szo sullen wyr vormyede zweyerley; das eyne ist, das wyr nicht das unbekante halden vor das bekante, also das wyr uns nicht laſsen beduncken das wyr das wieſsen, das wyr nicht gelernet han noch nicht erfaren sin; das ander, das wyr uff swere und uff vorborgene dingk, die unns nicht wol nutzes noch eren brengen, nicht alzcu groſsenn vleis legen sollen noch swere erbeyt bestehen. Doruff redt meyster Seneca: also lange saltu lernen, also lange du des nicht kannst, das du bilch konnen soldest; unnd ab wyr nhu glouben dem sprichworte, so lerne diewile das du lebest uff erden.

II. Plato, der heydenisch meister, der spricht, das die schrifft unnd die bucher eyme unvorstandenn manne also nutze und also bequomlich sin, also eyme krancken menschen der stab. Eyn vorstendiger ratisman, vor den mancherley sache komenn, der muſs vel rechtbucher oberleſsenn, sal her anders syme amthe recht vorstehen, sine sele unnd ere bewaren, und die leuthe bie orem rechten behalden; wan her vindete das in eyme buche, das her in eyme andern nicht finden kan; noch so findet man alle sache nicht gantz beschrebenn, wan er ist ane zcall; man muſs dicke das recht ober eyne sache uſs dren adder uſs fier stucken, adder uſs zwen adder uſs dren buchern zcusammen leſsen, uff das man die leuthe wol beware, und sie also midt dem rechten enscheide, das man des ungestraft bleibe. Os schribet also der obgenannte Tulius: do der maler zcu Rome genant Heraclius mahelen sulde Helenaz der schonen frauwen bilde, die des koniges son von Troyen, mit namen Paris, [Seite: 23] [Faksimile] enphurte, do his her vor sich brengen die allerschonsten junfrawen, die in der stadt Rome ergin waren; uſs den so laſs her funffe, die subtilichsten unnd schonsten, die her do vant, unnd setzte die in syne kegenwertikeyth, uff das her das schone bilde noch syme rechtin gemalen unnd uſsgerichten mochte, wan her getruwete nicht aller gelede zcirunge in eyme lichnam zcu finden. Also magk ouch eyn ratisman adder eyn schepphe bewiln in eyme buche adder in eyme capittel nicht gantz alle recht, die sich in eyne sache gezciegen mogen, vinden; dorumb sal man allezcidt die rechtbucher zcuge, unnde die dicke oberleſsen, unnd die recht und wol lernen; unnd was man in eyme stucke zcu kort adder zcu kleyne beschrieben vindet, des mag man sich wol in eyme andern erholen, entweder von derselbigenn materien adder von eyner andern derglichen, und derselbin wyſse phlegen die meister und die lerer des geistlichen und des werltlichen rechtis zu volgen. Das en ist keyn kunst noch eyn meysterschafft, das eyner eyn recht leſset uſs eyme buche, also iſs vor ome beschriben, unnd weyſs dan numme; sundern das ist kunst unnd ouch meisterschafft, das eyn also loufftig unnd erfaren ist des rechten, unnd die bucher also wol durchleſsen hat, das her alle stucke, capittel und sache, die her vor handen hat, uſs den bucher zcusamen gesuchen unnd die bewieſsen kan, und darzcu die zu vollenkommen rechte behalden, das her des midt warheidt ungestrafft blibet vor den wolerfarnen und gelarten leuthen, wertlichen adder geistlichen, wo her sall.

III. Seneca, der romischer ratisman, spricht also: numer saltu abgelaſsen wiſsheidt zcu lernen, togunt und gerechtikeyt, und weystu unndt kanst ouch etwas, das saltu den andern dynen genoſsen ane vorhebeniſse medeteyle, unnd was du nicht kanst noch eygentlichen nicht weyſsest, das saltu nicht bergen, noch dich schemen zcu fragen unnd zcu lernen, sundern eynen, der oſs kan, guttlichen bethen dich leren und underwiesen, unnd das ouch fruntlichen vordienen; wan diewile das die unvorstandenheidt in dem ratismanne blibet, diewile nemen alle laster in eme zcu, unnd von ome wechset dan untrechtikeit, haſs, angst, wederspennikeit und ungerechtikeit, und richtet stetiklichen widder die warheyt. Vorth spricht derselbe meister: wiltu nhu lerne die gerechtikeidt, so saltu midt dem ersten god forchten, wan keyn wieſser noch gerechtir mensche ist ane gotes forchte, unnd in der forchte saltu god lib habe, und so had dich got widder lib; danne so hastu got lib, wan du so getane gerechtikeidt an dich nemest, das du allen leuthen wilt fromen und nymande schaden, unnd so gewinet dich ouch got lieb darumme, daſs [Seite: 24] [Faksimile] du ome in der togunt nochvolgest, wan her derselben togunt stetiklichen phleget, unnd die luthe nennen dich danne eynen gerechtin man, unnd volgen gernne dyme rathe, und din radt ist danne gut und bestendigk, unnd die luthe eren dich unnd gewynnen dich lieb, unnd gehet dir wol an diner narunge.

IV. Seneca, der wieser heyde und romischer ratisman, der spricht aber me: furet man sache vor dir, do du uber richten unndt orteylen salt, so beschauwe in denselben sachen die luthe, also weder eynander furen unnd for der vorzcelin, nicht also sere ere gesmucketin worth und das sie ere sache schone und uff or bestis uſsgesprochenn unnd wol vorzcelen konnen, also erin willen, meynunge unnd mudt, in dem sie die sache begangen han; so beheldestu wol eyme iglichen sin recht, ab du ome durch got biestehest.

V. Also got geschuff unsern vater Adamen, darnach ſso furthe her ome in das paradiſs der wollustikeit, unnd machte ome do eyn wib uſs eyner rebe bye syme herzcen, unnd gab sie ome zcu der ee. Also wart die ee an der heylligen cristlichin stat gestifft; aber sie wart do midt den werckenn nicht vollenbracht, wan Adam und Eva kamen reyn unnd kusch uſs dem paradise. Hyrbye sullen wyr vornemen, das man die heylligen ee heyliglichen anheben sal unnd von eyme prister an gotes stadt enphaen, mit bicht unnd midt ruwen umbe die sunde, also eyn heylikeidt, unndt midt der gebenedigunge in der kirchenn, so man die brudt inleyteth, und nicht in sunden unnd in unkuscher boser begerunge: also David in dem psalter spricht: ir sult nicht werden also eyn pherdt adder also eyn mul, in den nicht vornumfft, noch redelichkeyt ist. Das meynete ouch Thobias do her sprach: wyr sint kinder heilliger veter, dorumb sullen wyr unser ee heilliglichen anheben, wan die ee ist eyn grose heillikeidt; ist das man sie heilliglichen heldet, so komen dorvon heillige und ouch selige erben; die fromen cristen sullin or elichs leben anders anheben unnd anders halden dan die heyden adder ander ungleubige luthe; unnd dith ist ouch wol die sache, das man in der ersten nacht die brute, die meyde sint, nicht lange sal laſssen bie dem brutegame legen adder midt om alleyne lien, und sie fru zcu der kirchen furen und do gebenedigen.

VI. Ambrosius, der heillige lerer, der schrybeth also in dem buche von dem paradise, das got alle tyre vor Adamen brachte und vogele, uff das her gesege und an en erkente beyder man und wip, und das er nature dormede bestentlich und geewiget in on worde von der geselschafft mannes und wibes, und das her erkente, hore undt sehe und das ome dasselbe [Seite: 25] [Faksimile] nodt were, das er ouch eyn wip hette, solde her anders gemeren das menscliche geschlechte. Unnd got der gab ome do gewalt und das gebruchen ober alle tire und ober alle vogele; dit was die medegifft unnd das gedinge, daz goth unserm vater Adam zcu seiner hochzcidt gegeben hadt. Aber umme dezwillen, das her gothe ungehorsam was, so hat her die herschafft an den sterksten unnd mutlichstin tirenn unnd an den krenckestin vorlorin, also an lewen und an bern und an flohen und an mucken, und hat die an den mittelmeſsigen behaldten, also an kameln, pherden und esiln unnd derglichen. Dit begehet man noch in den hochzeiten darmede, das man den brueten gebet und gabe brenget.

VII. Salomon, der wiser, schribeth in seinen bispeln also: eyne gude gabe hadt got deme gegeben, dem her eyn tugentsam fromes wip beschert. Dorumb ist sich wol vorzcusehen in dem elichen leben umb eyn fromes togensames wip, die gehorsam, guttlich und erenveste sie; daſselbe bedarff sie weder wol, wan sie oren lip unnd gut gebet in des mannes gewalt. Darumb wan man on dinget, so griffet her midt or an erin meytlichen krantz; das bedutet, das sie or meytliche kuscheidt gebet in seynen willen und gehorsam vor allen leuthen, und muſs vort ir heübt decken.

VIII. Dryerley kleynote sal eyn brudt von rechte habe zcu eyner bekentlichen zcirunge vor eyner anderen, die nicht vortruwet ist. Das erste ist das fingerlin an der handt, und das bedutet die reynikeidt er wercke, also das sie nichts beginnen adder thun wolle ane willenn eris fridels und weder die togende. Dit obertradt unſser mutter Eva, do sie midt er handt den apphel widder den gehorsam gotes brach undt ane wieſsen Adames eris fridels. Das ander kleynothe ist eyn vorspan vor orem herczen, und bedutet eyn begerunge, die zcemlich unndt reyne sie in rechtir libe, wan die liebe ist in dem herczcen, also das sie nehest gote nymanden liber habe dan erin friedel. Und dith obertradt unser mutter Eva, do sie gehorchte der slangen unnd wolde wieſsen boſse und gut, das er man nicht wieſsen solde, noch woste; dorumb so dacke sie sich vor der brust midt fiegenblettern und vor der schemede. Das derte kleynote ist das gebende adder die krone uff dem howbte, und bedutet, uffenbar stetikeidt des gehorsames noch allin erin und vornumfften; wan in dem howbte sint die synne, also das sie er eelichs leben halde in stetim gehorsame, in truwin, in eyme kuschin elichen leben, bewisen in allen dingen. Dit obertradt unse mutter Eva, do sie alleyne sich zu beschouwen gingk in dem paradise unnd gehorchte der slangen, dorumb sie uſs dem paradise getreben wart unndt muste uff dem ertrich er howbt decke vor der hitze der sonnen unnd vor dem regenn. [Seite: 26] [Faksimile]

IX. Eyn rechte togentliche ee die stet uff dren dingenn. Das erste ist uff dem glouben und den truwen, also das er keynes obertrete an syme bethgenoſsen; unnd dorumb so geschiet das gelobe midt der handt und das eliche vortruwen, und des werdet zcu eyme warzceichen das fingerlin an die hant gegeben. Das ander ist die zcucht der kinder, das die generedt unnd gezcogen werden zcu toginden und zu gotes dinste; und dorumb so werdet das vorspan vor das herzce gegeben. Das derthe: das die heillige ee immer zcuschen en beyden sal gelost werden umb keynerley untadt, unnd dorumb so werdeth das houbt gebende uffgesatzt; wan die heillige ee magk vort me numer recht noch redelichen vonn en gescheyden werde dan midt dem tode von keynes menschen wegen, wan oſs stet also geschriben: die lute, die do got zcusamen gefugk hat, die scheydet der mensche nicht. Dit ist zuvorsthene spricht der lerer Isidorus, das es nicht midt gezwange unnd ane recht geschee des gesetzes und ane redeliche sache, wan der mensche scheydet die nicht, die er miſsetadt beruget und er bosheydt.

X. Der prophete Moyses schriebeth, das got spreche: es en ist nicht gut, das der mensche alleyne sie, machen wyr ome eynen gehulffen der eme glich sie. Allin luthen ist das von gothe nicht gegeben, das sie kusches leben furen sullen, wie edel oſs ouch sie; wan os spricht Salomon: eſs ist gut das eyn mensche selbander woneth, wan sie haben eyne stethe ergatzunge und gesellschafft, und werdet das eyne gebrechlich, eſs werdet von dem anderen genereth; we deme, der alleyne wonit; vellit her, wer hebet on uff; und slaffen zwey bie ynander, ir eynes erwirmet das ander, unsanffte erwermet sich eyn alleyne; und ist das eyner gewalt tut eyme menschen, zwey die mogen em dan woll widderstehen.

XI. In dren dingen bestehet die ee. Das erste umb phlege; das ander umb der kinder willen, das man die zcu vorstehin brenge; das derte ist, das man die unkuscheidt midt den fromenden vormede. Die ersten zwey bestehen wol ane sunde, aber das derthe geschiet wol mit teglichen sunden. Und mit den ersten zwen so ist das eelich leben eyn heylikeit; geschet oſs aber also, das man sich der unkuscheidt wil, unnd gehet zcu midt boſser reyſsunge der worthe adder der wercke, und mit unschemelichkeit und yn boser fromeder wiese, so ist do vor gote keyne ee noch keyn heylig leben, sundern eſs steth biwilen in also grobin totlichenn sunden, das vorbotin sin zcu nennen, und das sie got an erem liebe, an er sele, an guthe, unnd an erin plagit, unndt an erin [Seite: 27] [Faksimile] kinden, unnd hat die sunde dicke geplaget midt dem snellen tode, also an Sodoma und an Gomorra, die darumb unger gingen.

XII. Dy ee sal nymat schelden, also spricht sancte Gregorius, wan oſs ist eyn heilliges leben; adder der schade unnd die untoginde, die doran hangen, so man sich midt fliſsse nicht bewarth, die sint wol zcu schelden. Wan dicke komet oſs, das eyn man das heldeth, das ome nicht schedelich ist, aber von den dingen die an demselben wercke hangen adder dorumb gelegin sint, so kommeth man dicke zcu schaden. Es geschit dicke das wyr wandirn eynen rechten slechtin wegk, aber von den dornen unnd bramen, die bie dem wege stehin, so werdin unser kleyder zcuriſsen und beschiſsen, ist das wyr unns nicht wol vorsehen unnde midt fliſse bewaren. Diſse rede sint Gregory. Wer sin elichs leben togentlichen haldenn wil, der sal oſs nicht alleyne midt den wercken, sundere ouch midt dem willen und worten.

XIII. Johannes midt dem guldenn munde der spricht: segistu eynen menschen, der vel heymelichkeyt suchet zcu den ertzen, und fliſsset an gekruthe, so saltu vorstehin, das der mensche vorborgene suche habe, und segistu eynen elichin menschen, der vil heymlichkeidt suchet zcu andern wieben, und fureth unkusche worthe, und fliſset sich an manncherley gesmucke, so saltu vorstehen, das her eyn ebrecher ist unnd das wip eyn ebrecherin, und ist sie oſs nicht midt den wercken, sie ist oſs aber midt dem willenn.

XIV. In zwen dingen steth die ee: das ist an den wortin, ab her nicht stume ist, unnd an dem willin, ab her nicht unredelich ist; und wo der eynes gebricht, so ist do keyn rechte ee nicht. Darumb so en mag man nymanden in dem rechten gezwingen zcu der ee. So en magk auch keyn thore, der seiner redelickeidt nicht gebruchit, adder eyner rechtir trungkener, sich nicht vortruwen zcu der ee, her lobte oſs danne wan her nuchtirn worde adder wieſse.

XV. Dy worthe sullen geschen, die sich zcu der ee geben, ane underscheidt. Wan so eyner spricht: ich globe dir eyn ee, ist das oſs behagit mynen frewnden, das globe bindit dan nicht, oſs behage den frewnden danne. Also ist oſs ouch midt andrenn underscheiden. Desglichin oſs moſs gesche mit wortin, die kegenwertige zcidt beduten, also: ich neme dich zcu einer elichen gemalen; adder: ich globe dirs. Sprichet her aber: ich wil dirs globin, die worthe binden nicht.

XVI. Eyn iglich kint, das sich vorlobet, das sein globe redelich unnd bestendig sin moge, das sal zcu den minsten achte jar alt sein, unnd sal ouch midt denn sinnen redelich und vornunftigk sein. Ist oſs aber [Seite: 28] [Faksimile] junger, so magk oſs in eynen andern sin vallen, und man reytet oſs ome vor eyne kintheidt unndt torheidt. So aber eyner zcu seinen fierzcen jarin kommet, unnd die maget werdet zwelff jar alt, so mogin sie sich nemen, wan sie sint zcu iren jaren kommen.

XVII. Ist das die eldern er kinder, die zcu erin jaren komen sint, vorlobenn unndt zcusamengeben, also die kinder kegenwertigk sint und das horin: widdersprechen sie oſs dan nicht, sie muſssen das globe, das die eldern von irenwegin gethan haben, darnach stete haldin. XXXI. q. II.

XVIII. Es sint mancherley sache, die do scheyden die ee, unnd die ee ouch hindern. Die erste ist: werdet eyn jungfraw vortruwet eyme manne, unnd besleffet sie eyn ander, er danne das der vortruweter mit or zcu der ee gegriffet, also das er laster uffenbar werdet, her wegert or das globe woll. Die ander: ist eyme manne eyn jungfrawe adder eyn wib globit, und vellet sie in eyne grobe erbsuche, die nicht zcu vortrieben adder zcu buſsen steth, also uſsetzikeidt und das vallinde, adder rasinde, adder blintheidt, lemede und derglichen, und hat her noch nicht hochzcidt gehat midt er, her werdet er ledig darumb, das er oſs einer gesunden gelobet hadt, und die findit her also nicht. Ouch ab eyn jungfrauwe, wan sie vortruwet wirth, in eyn kloster komet unndt werdet dan eyn geistlich mensche, so magk sie er fridel umbe die ee nicht gefordern. Ist ouch das her sich errit doran, das her die ee globin wil eyner, die do heiſset else, unndt vortruwete sich mit eyner, die do heyſset gele, das erresal loſsit en von der ee, unndt ist die nicht schuldigk zcu halden. Errit her sich aber doran, das her gloubet se sie riche, unnd sie ist dan arm, adder gloubet das sie eyn jungfrauwe sie, adder das sie suberlich sie, adder wol geerbeytin konne, unnd erfindet darnach das nicht, der erretum hindert die ee nicht. Es hindert ouch die ee ungliche ubunge des glouben; also es eyner globete eyner heydinnen, adder eyner judinnen, adder eyner ketzern, das globe bunde nicht, sie bekerte sich danne. Unndt was hie bevar ist von eyner jungfrauwen, desselben glichen ist umb eynen man.

XIX. Dryerley sippeschafft vindet man in den rechtbuchern. Die eyne ist eyn naturliche mageschafft und die gehit von eyme vater unnd von einer mutter. Die ander ist ein mageschafft, die do komet von eyme geslechte in das ander umb zweyer elichin luthe willen. Die derthe mageschafft ist geistlichen, die do komet von den cristenglouben in der touffe uond in der fermelunge. Und diſsse drie hindern alle die ee, aber nicht in glicher wieſse und gliche vel, nochdem also das geistliche recht uſswieſset unnd hyrnach in etzlicher maſse baſs gelutirt werdeth. [Seite: 29] [Faksimile]

XX. Dy naturliche sippschafft die hat drye linien adder abegenge. Der erste gehit zu dem alden stamme hindersich, von den das geslechte komen ist, also von dem vater an den eldervater, von dem an den oraldervater, und also vort hen. Der ander gang ist vorsich und gehit von dem vater uff den son, und von den sone uff den nehesten, und also fordir uff die kindeskint. Der derthe gang gehit uſs zu den beyden sieten, also von den vettern, ohemen, waſsen, mumen, und erin kinden. Der erste gang zcu den eldern hindersich und der ander abegang zcu den kindern, den ist allin die ee vorbotin under eynander; sie erbin sich aber uff das sibende sippe. Der derte gang zcu der sieten, die elichen sich an dem funfften grade, und wer or eynes an dem vierden knye und das ander an dem funfften, man schiede or nicht, wenn sie elich. Wer oſs aber das er eyn were an dem derthin unnd das ander an dem fierden, adder beyde an dem fierden, man schiede sie.

XXI. Dye gemachte sipschafft komet, also eyner eyn wip genemet, so werden dan alle sein moge des wibes moge, und alle des wibes moge werdin seine moge, und glichewol so gehorin des mannes moge des wibes mogen nicht zcu; und storbe der man, das wip torfte keynen des mannes mog nemen biſs an das funffte geledt, adder storbe das wip, der man torfte keyne nyffteln seines wibes nemen, die or zcu hette gehort, biſss an das funffte geledt. Er beyder frunde die nemen sich aber woll zcu der ee, wie nahe sie werin. Dorumb ſso komet oſs dicke das eyn vater und eyn son nemen eyne mutter und eyne tochter zu der ee.

XXII. Dye geistliche sipschaff, die ist an dren stucken. Die eyne ist zcuschen dem touffer unnd deme der getoufft werdit, undt dem der das kint hebit; wan die zwene, der touffer und der heber, sint zwene geistliche vetir, so ist der getouffter er beyder geistlicher son und dit ist der erste grad. Die ander geistliche mageschafft ist zcuschen dem touffer und dem, der das kint hebet, und zcuschenn den eldern des kindes, das getoufft werdet, und die werden gefattern genant; dit ist der ander gradt. Die derte geistliche mageschafft ist zcuschen des touffers kinden unnd des kindin, der os gehabin hadt, und dem der getoufft ist, wan die sint under eynander geistliche gebruder; unnd dith ist der derthe gradt. Dieſse obgnante mogin nicht zcu der ee gegrieffen, unnd werin sie ouch elich, so muste man sie scheidenn.

XXIII. Es magk wol eyn man die liplichen tochter seiner geistlichen tochter nemen zcu der ee. Eſs magk ouch einer wol seiner gefattern tochter nemen zcu der ee, die alleyne uſsgenomen, die her uſs der touffe gehabin hadt. Hadt eyn wip eyn kint gehaben meynen wibe, das sie vor [Seite: 30] [Faksimile] hatte bie eyme andern manne, unndt sterbet meyn wip, ich mag die zcu der ee woll nemen, die meynes weibes gefatter was. Es magk ouch midt myn liplichen tochter meyn geistlicher son wol zcu der ee grieffen. So mogin ouch myne geistlichen sone mit myner geistlichen tochter wol zcu der ee grieffen. Wol das die geistliche mageschafft gehit abe von den vater uff den son, wan die tochter, die der vatir gehabin hadt, die mag der son in den rechtin nicht genemen; die geistliche magschafft gehit aber nicht von dem sone henwedder uff den vater, wan das safft gehet von dem stamme in die zcelgen, eſs gehit aber nicht enwidder.

XXIV. Alles das in den vordern stucken beschrieben steht vonn der geistlichen sipschafft, die komet vonn der touffe, glicher wiſs ist sie in allen stucken in der fermelunge, unnd die eyne gefatterschafft die hindert die ee also sere also die ander. Oſs ist ouch eyner recht gefatter, der das kint enphet und hebet uſs der touffe, und der nicht der dobie stehit unnd thut antworte, ab her oſs anders nicht mede angriefft. Also ist ouch einer recht gefatter, der ein kint brenget vor den bischoff, der oſs fermelt, unndt der ist nicht gefatter, der ome das tuch umbebindet adder abeweschet, ab her oſs anders nicht medebracht hat vor denn bischoff. Noch were gar vel von der ee zcu schrieben, das doch alles hie nicht not ist, wan oſs gehorit an geistliche gerichte, das sich geborit den phaffen allein zcu orteylenn.

XXV. [Dist. I. 3.] Orienes der lerer schribet, das sieben werlde sint, unnd or igliche solde hie tusent jarin uffgenomen werdin. An Adam began sich die erste werlt, unndt die werthe thusent nuenhundert unndt acht unnd neunntzig jar biſs uff Noen; der ende was die sintfludt in der alle werlt ertrangk biſs uff achte mensche, die bliben in der areken. Die ander hub sich an Noen unndt werthe thusent zweyhundert und zwey unnd zwentzigk jar biſs uff Abrahame; der ende was die vorstorunge der zcungen unnd der sprache an dem torme zcu Babilonien, den sie in den hymel buwen wolden. Die derthe hub sich an Abrahame, deme got zu erst die besnidunge gab, und die werthe vierhundert und zcehin jar biſs uff Moysen; der ende was der zcog der kinder von Israhel uſs Egiptinlande, do der konnig Pharao en volgete und ertrang mit den seinen in dem roten mer. Die ferde hub sich an Moysenn, dem got die zcehin geboth in der wostenunge gab, und werte funffhundert und sieben und drieſsig jar biſs uff den konigk David; der ende was, das die konnige irslagin wordin und besundern Saul und Jonathas sein son midt velin der kinder vonn Israhel uff den bergin Gelboe. Die funffte hub sich an konige Davide, und die werthe vierhundert und sechs und siebenzcig jar biſs das rich quam vonn Babilonien; und der ende was die vorstorunge der groſsen Stadt Babilonien, die der konnig Cirus von Persienlande vorstorthe. Die [Seite: 31] [Faksimile] sechste hub sich an also Babilonie vorstort wart, unnd werte funffhundert und funffundachtzcig jar biſs uff Cristus gebort; der ende was dy wandelunge des gesetzes unnd der aldin ee in die nuwen, unnd in die eynunge aller werlde unnd er riche. Die siebende werlt hub sich an Cristus gebort, unnd die weret biſs an deme jungesten tagk; der ende werdet die vorzcerunge der werlde midt dem fure und das jungeste gerichte. Also sint wyr nhu in der siebende werlde unnd habin der keyne gewiſse zcall wielange die werin sulle.

XXVI. [ER. I. 4.] Siebende sint ouch des menschen alder. Das erste hebet sich an von dem tage seiner gebordt, adder vonn dem tage also ome die sele von gothe ingegoſssin werdit, unnd werit biſs uff neun jar; und dith alder heiſsset die unmundikeit, wan dieselben noch nicht vollenkomelichin gesprechin und wol geredin konnen. Das ander hebet sich an neun jarin, unndt werit biſs uff fierzcen jare, und heiſsset die kintheidt, wan alle seine wercke dan noch kindisch sint, unstete und unredelich. Das derthe hebet sich an vierzcen jarin, und werit biſs uff eynundzwentzigk jar, unndt die heyſsen jungelinge, wan dieselbin dan allerwildest noch und unkundig noch sint; und die sint noch nicht zcu iren jarin kommen. Das fierde hebet sich an eynundzwenzcigk jarin, und werith bis uff driſsigk iar, und dith heiſset die jogunt; und wer in dem alder ist, der heyſset eyn iungir man, wan her zcu der zcidt an gemuthe an redelichin dingen zcunemet, und was her tut, das hat dan macht. Das funffte hebet sich an driſsig jarin, und werit biſs uff funffzcig iar, und heiſsset die manheidt, wan zcu der zcidt eyn mensche an sime bestin, sterckesten und redelichsten zcu allerley erbeyt ist, unnd toug ouch wol zcu amchten. Das sechste alder hebit sich an funffzcig iarin, weret biſs uff sechzcig iar, und heiſset das alder dorch erbarkeyt, wan dan die zcidt ist, das man ome ere erbietin sall umme sine irfarunge und sein straffin, das sullin dan junge luthe gernne von im entphaen, und rath zcu ome suchen, wan sein radt dan an dem besten ist. Das sibende alder hebet sich an zcu sechzcigk iarin, und werit biſs an das leste ende, undt dit ist dan geheiſssen oberalder dorumb, das man en fordir ere erbuten sall, unndt ouch das er natur danne an den krefften abnemeth unnd an den sinnen, und vormogen nicht forder mer swerer und erbeitsamer amchte; und diese sint dan zcu rechte ober ire iar kommenn, unnd mogin wol formunden ober ir gut kiesen, ab sie wollen, und ab on das not tudt, die sie midt rechte vorstehen.

[Dist. I. 4.] Desselben glichen ist es umme die sippe zcu schriebin. Wan in dem houbte ist uns bescheidin eyn man und eyn wip, [Seite: 32] [Faksimile] die elichin zcusammen kommen sint. In den achseln beidin die kinder, die ane zweiunge von vater und von mutther geborin sint; ist abir die zweiunge an, so mogen sie an dem gelede nicht bestehen, si werdin gezcogin an das ander geledt. Ungezweyter bruder kinth und swester kint, die bestehin an dem elbogen and heyſssen geswistirde kint; unnd dit ist die erste sippezcal, die man zcu sippe rechent. An dem gelede der handt bestehet die ander sippe und sint vort der kinder, und heyſssen der ander geswisterde kindt. An dem glede uff der handt, do die finger an das hantbreth treten, do bestehet die derthe sippe, unde sint aber vort der kinder, und heiſssen der derttten geswisterde kindt. Das geledt mittin uff den fingern bedutit aber vort der kinder, und das sint der fierden geswisterkint. Dit ist nhu das funffte geledt von dem houbte, und heiſset der funffte grad; an dem ist die ee erloubet, wol das sie gemage noch sint, sie erben aber forder. An dem gelede der finger vornne, do bestehin aber vort der vordern kinder und ist der sechste grad, und sie sint genant der funfften geswisterkindt. An dem sibende glede von dem houbte zcu zcelende steth vornne an dem finger eyn nayl and nicht eyn gledt; do endit sich die sippe erbe zcu nemen und die heiſssen naylmage. Dieſsse uſslegunge vonn der sippezcal wieſset also uſs das lantrecht undt witpildesrecht, und si ist slecht, recht und guth.

XXVIII. Desglichen werdeth uns eyn ander uſslegunge bewieset in dem beschriben recht, geistlich und wertlich, die sich midt dieſser obgeschriebenen nicht zweyet, sundern etwas baſs luttert, nochdem also der sippeboym uſswiset. Das underste teyl des boymes ist der eldern unnd heyſset der stam; wan die eldern sint also der boyme stemme, uſs den die zcelgin spriſsen, also spriſsen von den eldern die kinder und die gantze sippe. Das oberste teyl des boymes ist der kinder, do des geschlechtes mogeschafft unnd nefeschafft uſswechsit, ab sie anders elich geborn sin; und zcu den sieten uſs des boymes so wachſsen bruderkindt undt swesterkindt, vettirnkint und waſsenkindt, ohemenkindt undt mumenkindt, undt also vort kindeskindt.

XXIX. Der erste grad der sippe hebeth sich an vater unndt an mutter; die gehit uffwart, adder nidderwart, unnd die ander zcu den sieten die hebet sich an dem andern. Das erste anbegin ist vater und mutter; uffwart ist oſs son unnd tochter. Das ander gledt nidderwart ist eldervater und eildermutter; uffwart ist oſs sonis adder tochtirkindt; und zcu der sietin, vetter, waſse, oheme und muheme. Das derthe gledt nidderwart ist groseildervater, groſseildermutter; uffwart ist oſs des sones adder der tochter kindeskindt; zcu der sieten ist oſs eldervetter, elderwaſse, [Seite: 33] [Faksimile] elderoheme und eldermuheme. Das fierde gledt nidderwart ist oreldervater, oreildermutter; uffwart sint oſs nefin und niftiln kindeskindt; zcu den sieten ist oſs groſseldervetter, groſselderwaſse, groſselderoheime unnd groſseldermuheme. Und in derselben wieſse so mag man die sippe forder rechene noch der ee an das funffte, und erbe zcu nemen an das sibinde. Dit stehet geschribin Institut. III libro, titulo VI.

XXX. Alle die in dem mittelsten stamme der linien des boymes beschriebin stehin, unnd in der rechtin linien glich uffghen, der mag keyn das ander zcu der ee nemenn nummer mit rechte, wie verre sie ummer gesin mogin; wan er iglichs heyſset das ander entwedder vater adder kint mit rechte. Darumbe lebte der zwenzcigestir din eildervatir noch, her mochte in dem rechtin dine tochter zcu der ee nicht genemen. Deſsis ist aber numme nodt, wan die luthe lebin numme lange.

XXXI. Es ist ouch zcu mercken: alle die kinder, die beschriben stehen in der mittelstin linien des sippeboymes, der tretit or igliches an seines tothen vaters stat adder eldervaters, unnd were oſs also bis an den zcenden eildervater, das erbe, ab oſs vorfile, zcu nemen; ydoch also, das oſs geteylt worde eyme iglichen noch sime teyle, noch der vetir unnd er kinder zcall, die do zcuschen gewest werin. Aber dieses mag also zcu der sietin uſs, an den zcelgen des sippeboymes, nicht gesin; do nemen das erbe glich, die do gliche nahe sint; ist aber ymant eynes gledes neher, der nemmit das erbe alleyne. Dith stehet geschriebin Institut. tercio libro.

XXXII. Also der erbegangk hievor uſsgericht ist vor sich, also gehit her ouch hinder sich adder zcu den sietin nebin sich. War das erbe danne zcuerst hen gereichen mag, do gehit oſs hen; und vorsterbet gut ober das sibinde gled, das gud were dan erbeloſs gestorbin unnd gefile uff den herrin in dem gerichte, es enhinderte dan sunderliche fryheidt der stadt, do oſs gesche, adder willekor, die nicht widder das gerichte were, adder ane des gerichtis willin zcukomen were. Doch habin die Swabin gemeynlichin von der willekor und von keyserlichin gnaden das recht behaldin, das sie er erbe unnd andrer er guthe vor sich erbin obir die siebinde sippe. Dit ist lantrecht, witpildisrecht unnd der statrecht.

XXXIII. Ist oſs ouch das in dieser sippezcall er keynes sich so zweyeth midt dem andern, also bruder undt halbruder, swester unndt halbe swester, vettir und halbe vettir, wase und halbe wase, oheme und halbe oheme, muhemen unnd halbe muhemen, unnd desglichen vorth, die bestehin nicht mit eynander an eyme glede, sundern man sal die gezweytin, das sint die halbin itzunt gnantin, von rechte rechene an das nehest gled darnach; unnd also bestehin die geswisterkindt mit den halbin geswisterkinden an glichem sippe, unnd die andern itzunt gnanten in [Seite: 34] [Faksimile] derselbin wieſse zcu rechnen glich. Dit ist der stadt recht unnd gut gemeyn recht.

XXXIV. [Dist. I. 3.] Dorch der ediln luthe willen merin geportin, so ist woll etzlicher maſse nod hie zcu schriben von den herschildin, und der sint ouch siebin. Der konigk furit den ersten; die ertzbischoff den andern; die leyenfursten den dertin, sint dem mal daſs sie der bischoffe, der epte, unnd eptiſsen man wordin sint; die grafen und die fryhen hern den furdin; die dinstman den funfften; die schepphenbar fryen unnd der edeln dinstman den sechstin; die leyenfurstin habin nhu den sechstin in den siebinden bracht, das sint die rittermeſsigen, unnd die er ere unnd ouch er eildern von erin vier annen, das ist von den eildervetern und von zwen eildermuttern, unnd von vater und muter, ane laster kommen sint, und er ere nicht vorschrencket han.

XXXV. [Dist. I. 5. 1. ER. I. 1.] Siben sint ouch der geborthe under den luthen uff ertriche, sie sint edel adder unedel. Die erste heyſset eyn frye elich geborth, unnd ist die, wan eyn kindt elichin wirt geborin von vater unnd von mutter, die ouch beyde elichen sint zcusammen komen, unnd sich vor unnd noch fromelichin gehaldin han, unnd der iglichs ouch hadt eynen fromen elichen vatir unnd eyne rechte frome eliche mutter. Do erhebet sich methe eyn frye gebordt, unnd die kinder, die also uſsspriſsen, die heiſsen scheppenbar frye luthe, unnd noch dem keyserrechte sint sie getermit zcu dem herschilde und mogin wol ritter werdin, ab sie manhafftig und togensam sint, und mogen an lehinrechtin vollenkomelichin bestehen, unnd habin des volge. Vonn desem habin sich zcuerst die edelen unnd die fryen irhabin, beyde die konnige unnd die fursten; wan das edel ist anders vonn nichte komen danne von elichir fromer gebort, und von manheidt und toginden, unnd wem dieſse dry gebrechin, der ist nicht edel. Dieſse gebort ist alleyne von rechte werdig zcu der pristerschaff, wan uſs der rechtin togintsamen ee ſso spruſsit das geistliche unnd das wertliche recht. Was mag werdiglicher bestehen an sime lobe dan die eliche geborth, nu ome got selber die elichin fromen kinder hat uſserwelt und wol seinen lichnam gebin in der fromen elichin kinder hende von wirdikeit des heiligen sacramentes. Ouch ſso sal noch witpildesrecht bilcher diese gebort, wan keyne ander geborth, in denn stetin an den radt sitzen und an den gerichte an schephen stat, sie sint anders wieſse unnd redelich; wan sie sint danne also vollenkommen an erim rechtin, das sie nymant bescheldin magk.

XXXVI. [Dist. I. 5. 2. ER. I. 1.] Die ander geborth die heyſset eyn slecht elich gebort, und die ist also: ab wol unelich man und unelich [Seite: 35] [Faksimile] wip zcusammen kommen, unnd gewinnen kindt, und der kinder rechte eliche kindt vort gewinnen in rechter ee, die kindt heiſssen rechte eliche kinder; und nemen ires vater und er mutter guth mit rechte, unnd erbin vorsich also ander bedorffe luthe. Aber hindersich an eildervatirs unndt an eildermutter guter enhaben sie keyn recht, eſs geschehe dan von gnaden adder von willekor erbin globede. Die sullin haben witpildes zcucht in allin stetin in allin rechtin, diewile sie sich nicht vorwerckenn, das sie mit dem rechtin uberwundenn werdenn. Dieſse mogin ouch wol prister werdin, ab sie redelichin sich haldin unnd togentsam sint. Das ist on gemeynlichin irlaubt umme des willin, das man in der gebort, also sich zcuerst die cristenheyt hub, vel fromer und heilliger luthe vant, der eilderveter heidin, judin, ungloubige, und ouch uneliche luthe warin, und dieselben wordin ouch bebiste, cardinal und bischoff.

XXXVII. [ER. I. 1.] Dye derthe geborth die heiset eyn eliche eygin gebort, unnd die ist, wo eyn man und eyn wip, si sint von elichin eldern bekommen adder nicht, zcu ee griffen, unnd eliche kinder gewinnen, also das sie der stiffte, der gotishuser, adder herrin eygin sint, adder sunst ymandes, der sie gewonnen unnd gekoufft adder geroubet hat, also man tudt die heydin unnd in etzlichen landen, do man die noch gewonheidt hadt. Dieſsse kindt sint wol rechte eekinder, aber sie mogin nicht komen zcu pristerschafft, adder in den steten an den radt, adder an das gerichte an der schephin stadt, von rechte, sie werdin dan frye gegebin midt der handt, wie frome ouch alle er eldirn gewest gewerin, unnd sie erbin er guth noch eris herrin willen.

XXXVIII. [Dist. I. 5. 4. ER. I. 1.] Dye fierde geborth die heiſset eyn naturlich elich gebordt, unnd die ist, wo eyn ledig man unnd eyn ledig wip, adder eyn elich man und eyn elichs wip, sich zcusammen mischen, und so doch das geschiet an alle globede von naturlicher liebe, unnd die also kinder mit eynander gewinnen; die kinder heisſsen naturliche kinder noch der geborth. Nemen sie sich dornoch zcu der ee, die kinder werdin von gotis gnaden und von bebestlichem gesetze adder von dem keyſser zcu lehinguthin geehedt, und nemen ires vater gudt unnd er mutter, wan er vater und er mutter gesterbin, das des mannes nehistin erbin, noch der frauwen, er kinder erstorbin gut nicht midt rechte enzciegenn mogin. Aber an eris eildervaters unnd er eildermutter gut enmogin sie keyne erbeteylunge midt rechte gehabin, adder vonn gnadin woll.

XXXIX. [Dist. I. 5. 3. ER. I. 1.] Dye funffte gebordt die heiſset eyn gemachte eliche gebort, unnd ist: so eyn man adder eyn wip, sie sint elich adder unelich, geistlich adder wertlich, zcusamen komen unnd [Seite: 36] [Faksimile] kindt gewinnen, werden darnach die unelichin kindt vonn gotiswegin unnd von bebisten adder vonn keyſsernn geeed, sie werdin prister von bebestlichin gnadin, unnd sint sie leyen, sie behaldin ires vater gudt vonn des richis gnadin, wan sie bewieſsen mogin selbsibinde fromer luthe, sie sint frauwen adder man, die bie der ordenunge der ee gewest sint, adder habin des sogetane vorsigilte brieffe adder der uffenbarin schriber brieffe, die mogelichin die kuntschafft mogen gethun, so hadt das eynenn vorgangk.

XL. [Dist. I. 5. 6. ER. I. 1.] Dye sechste gebord die heiſset eyn naturlich unelich gebort, unnd die ist: wo eyn ledig fryer man unnd eyn ledig frome dernne sich zcusammen mischen und also blibin, unnd er kinder nicht geelicht werdin, wedder vonn dem babiste adder von dem keyser, noch vonn on selbest, sundern bliebin also in der naturlichen gebordt noch von on selb, unnd or mutter sich dornoch etwas fromelich heildeth uffenbar, die kinder habenn keynenn teyl an eris vater adder mutter guthin, die erblich sint; aber an der farinde habe mogin sie woll teyll gewinnen, ist os, das on die eildern das zcufugin wollin, und on darmede gnade bewieſsen, unnd on daſs gebin.

XLI. [Dist. I. 5. 8. ER. I. 1.] Dye sibinde geborth die heiſset eyn kebeſs adder eyn vorworffin gebordt, unnd ist, wo eyn elich man mit eyme boſsen gemeynen wibe kinder gewinnet, adder eyn jude bei einer cristen. Die kinder sint allis rechtin vorlegit, ab man das bereden magk. Ouch sint anderley kinder in derselbin geborth in süntlicher nature, die geborin werden von vorstrigter nature rechtir naher magschafft; den ist ouch alles recht vorsagkt hindersich unndt vorsich, unndt blibin erbeloſs in aller wieſse.

XLII. [Dist. I. 5. 7. ER. I. 1.] Es sint ouch noch eynerley kinder also, die geborn werdind vonn eyme farinde wibe, adder vonn eyn geistlichen klosternonnen komen, unnd die also geborin werdin, das nymant derselbin kinder vater wol gewiesſsenn magk, die haben keyne volge an erbeteylunge, noch uff sie erbet keynerley, danne hette er mutter icht gutis erworbin, das erbete sie uff ere kinde, in welcherley wiese sie das vordieneth adder irkregin hette; were or aber gut uffgestorbin, adder ufſstorbe er etwas von erin eildern uff sie, das erbete sie uff ander ir nehisten unnd nicht uff die kindt.

XLIII. [Dist. 1.5. 9. ER. I. 2.] Aber solt ir wiesſse von den geborten, das etzliche luthe sint, die uſs dem unglouben kommen in den cristenglouben, also heydin unndt judin, ab die doch in denn andernn adder in der dertthen sippe sint, adder in fierden, unndt sint also vor in den unglouben zcusammen kommen, die nemen sich wol dornoch in [Seite: 37] [Faksimile] dem rechtin cristinglouben zcu der ee. Das ist on vonn bebistenn erloubeth, unndt haben sie ouch vor kinder gehat, unnd sindt aber kinder gewonnen, so die erstin ouch cristen werdin, gewinnen die gut myt eynander, das erben sie also wol uff die ersten also uff die lestin kindt. Das habin die keyser gesatzt unndt sint des mit der keyserlichin gewalt oberkommen, umme das die ersten kinder in dem cristenglouben deste vester bestehin mogin. Und erbin ummer vor sich, und nebin sich erbin sie ouch wol, wan sie sich vorbrudern und vorswestern; adder hinder sich an er eildern, ab die in dem ungloben sint, erbin zcumall nicht, welcherley eſs sey.

XLIV. [Dist. 1.5.9. ER. I. 2.] Sint luthe vonn dem unglouben kommen zcu dem cristengloubenn unnd storbin, unndt lasſsen kinder adder ander moge, die do cristen sint, die mogin wol selgerethe mit irem guthe machin zcu den kirchen unnd zcu stegin unnd wegin, adder gebin wen sie das gonnen, adder den sichen unnd den armen luthenn bescheidin, dorch ere sele willen. Das mogin sie ouch wol thun an erem suchbette und ober ere bedtbredt, do sie nicht an hindern sal der stete adder der fursten adder das gerichtis recht, willekor, gesetze, gebodt, adder gewende. Vorsumen sie sich aber, das sie oſs nicht vorscheidin adder vorgebin, er gudt sterbit in die koniglichen gewalt, das ist in das gerichte. Diesſse fryeheid ist dorumme vorlegin, das sie der cristen moge unnd freunde nicht habin, die vor or sele bethin, unnnd er noch dem tode gedencken, also man ander cristenluthe phliget zcu begehene.

XLV. [Dist. I. 5.10. ER. 1.3.] Es sint ouch etzliche geborthe, die entweddir stehin unnd gebrechlich sint, also uſssetzige luthe, stummen, lamen, blindin, hantloſsen, fuſsloſsin, hockrechte, die der slag unmundig geschlagen hadt, geborin thorin, unndt was derglichen an den luthin ist. Werdin die also gebrechlich geborin, so sal sich er underwinden er nehister vatermagk unnd halde sie midt erem guthe, ab en vater adder mutter beyde abgegangen sint, unnd warthe or in glicher phlege, also verre or gut gelangen magk. Das gut en magk or ouch derselbe phleger in keyne wieſs enphromeden; tudt her oſs aber, oſs hadt keyne macht, diewile das sie lebin; wan sie aber gesterbin, so erbin sie das gut uff ere nehestin, also das recht uſswieſset, des man phligeth.

XLVI. [Dist. I. 5.10. ER. 1.3.] Werden luthe gebrechlich adder torrecht geborin, also vor geschriebin stehet, er nehister swertmagk sal er phlegin, ab on der eildern gebricht; wolde er sich or aber nicht underwinden dorch welcherley sache das geschege, wer sich or danne von erin mogin underwindet, unnd or phligit mit erem guthe, sterbin sie sint, [Seite: 38] [Faksimile] sie erbin er gudt unnd er erbe uff denselbin, ab her wol nicht der erste ist, umme das her die unlust midt en gehadt hadt. Haben sie aber noch eyne mutter, unnd er nehiste vatermoge er nicht wartin, wartet or danne die mutter, sie erbin das gut noch erme tode uff die mutter. Dit ist noch lantrecht. Aber noch der stadtrechte so ist oſs die mutther mogelicher formunde, diewile sie sich nicht voranderth, dan ymant; es enhindertin danne lehingutter der kinder.

XLVII. [Dist. I. 5. 10. ER. 1.3.] Uff alle kinder, die gebrechlich geborin werdin, also hievor geschrieben stehet, en erbet widder lehin, noch erbe, noch eygin. Haben sie aber lehin enphangen adder erbe vor der suche, das brengin sie forder uff er erbin, also ander ungebrechliche luthe. Stehin on die gebrechin uff noch der geborth, also das sie in ere jarzcall nicht formunden woll bedorffin, die mogin zcu ere notdorfft eris gutis wol selber gebruchen; und was sie des gutes zcu ere notdorfft nicht endorffin, des ensullin sie zcu unphlege erin nehistenn nicht entphromenden, das uff sie geerbet ist; haben sie aber vor der suche adder in der suche gut gewonnen, das uff sie nicht geerbet ist, das mogin sie vorgebin adder bescheydin, weme sie wollin, stehinde adder sitzinde. Dit ist lantrecht.

XLVIII. [Dist. I. 6. 2. ER. I. 5.] Zcu groſser underwiſsunge de vorgeschribene geborthe, wie die mogin gefolgin zcu erbegange, wan die aldin lantrechtis bucher unndt die aldin witpildis rechtbucher und die gemeynen recht den eynfelden das alles zcu korth haben uſsgetragen, und dorumb ist nodt, das man in dem rechten denn erbegangk von dem sippestamme baſs bewieſse. Der vater unnd die mutter nemen erbe vor bruder unnd vor swester, wan thedin vater unde mutther, ſso werin die geswistirde nicht.

XLIX. [Dist. I. 6. 1. ER. I. 6.] Der son und die tochter, die sinth gliche nahe erbe zcu nemen, wan sie an geborth ungezweyet seint, das ist das sie nicht eyn halbgeswistirde sint. Aber dith ist anderst an lehinguthern, die enphaen die sone alleyne, wan sie vonn den wertlichin herrin gehin. Wo aber sone unndt tochter nicht sint, alle die sich danne gliche nahe gesippe mogin, die nemen das erbe ouch glich. stadtrecht.

L. [Dist. I. 6. 3. ER. I. 7.] Sterbeth der son und leſset kinder, er her abegesundert werdeth von syme vater, die kinde nemen erbeteyl an ires eildervaters guthern glich erem vettern adder waſsenn: adder alle nemen sie eynen teyl, noch dem also das erem vater geboreth hette, ab her lebethe: wer aber von den vettern adder waſsen vor abegesuuderth were, der neme midt on dan nicht glichen teyll.

LI. [EG. 106. Dist. 1. 6. 4. ER. I. 8.] Der halbe bruder und die halbe swester habin besser recht unnd sint neher eyme gefelle an guthe [Seite: 39] [Faksimile] adder an erbe, wan vetter, waſse, adder oheme, adder muheme; adder eyn halbes bruder adder swesterkindt, die sint verrir darzcu wan vetter, waſse, oheme, adder muheme.

LII. [Dist. I. 6. 5. ER. I. 9.] Nemen zwene gebruder zwo swester unnd der derthe bruder nemidt eyn frommedes wip, er kinder die sint doch gliche nahe erbe zcu nemen, ab eſs gefile adder erstorbe von denn eynen uff den andern. Dith ist landrecht unndt ouch der tadt recht.

LIII. [ER. I. 11.] Ungezweyeter bruder und swester kindt die nemen erbe vor den gezweyetir bruder und swester kindt, die gezweyeth sint von vater adder von mutter. Dit ist stadtrecht.

LIV. [EG. 85. ER. I. 12.] Bruder und bruderkint, swester unnd swesterkindt, die sullin alle glichen teyl nemen an erbe, an eygin, und an varinder habe.

LV. [EG. 109. ER. I. 13.] Wo geswistirde sich teylen mit eynander, oſs sie erbe, lehin, adder varinde habe, welcherley gut das ist, er iglichs magk sein gut vorgebe, vorkouffe, adder vorsetze, weme her wil; unnd das sal er aber thun, das es nicht sie widder die gesetze und wilkor der stadt, also das oſs uſs dem geschosſse unnd dinste nicht gezcogen werde.

LVI. [EG. 110. ER. I. 14.] Ist os das geswisterde erin anfal, der on von orin eildern ufferstorben ist, under eynander teylen, unndt werdit do geilthafftig gudt, das eyn widderkouff ist, adder sust etwas gereitschafft, adder ander farinde habe, kegin den erblichin guthin mit gudin willin er aller geteylt, wenne das geilthafftig gudt und die farinde habe zcu teyle werdit, das eyn widderkouff ist, adder eyn widderkouff' werdin mochte, das sal ein vater, ab her sich anderwedt gewibet hetthe, adder eyn wib, ab sie sich anderweydt gemannith hette, den kindern nicht vor farinden habe enzcihen, sundern woran oſs geleyt ist, das sal bliebin an erbes stadt. Dit ist der stadt recht.

LVII. [Dist. 1.6. 9. ER. I. 16.] Mynes vettern adder myner waſsen, mynes ohemen adder myner muhemen kindeskindt, die ungezweyet sint, die sint alle gliche nahe erbe zcu nemen. Do aber zweiunge von vater adder vonn mutter in der gebort ist, do sint sie dem erbe deste verrer. Dith ist der stadt recht.

LVIII. [Dist. I. 6. 8. ER. I. 15.] Der eldervather und die eildermutther die nemen das erbe vor bruder unnd swester, die mit der gebort gezweyet sint vonn vater adder vonn mutter, das ist das sie eyn halb geswirtirde sint. Dit ist der stadt recht. [Seite: 40] [Faksimile]

LIX. [Dist. I. 6. 10. ER. I. 17.] Mynes vettern, mynes ohemen, myner waſsenn, adder myner muhemen kindeskindt, adder mynes vather, adder myner mutter vetternn, waſsen, ohemen, adder muhemen kindt, die ungezweyet sint an der gebort von vather adder von mutter, die sint alle gliche nahe erbe zcu nehemen. Statrecht.

LX. Sterbet der vater und die mutter, und laſsen sone unnd tochter, unnd derselben geswistirde eynes gestorbin ist, das kinder adder kindeskindt gelaſsen hath, si werdin alle glich zcu der erbeteylunge geheischet, unnd das erbe vellet nicht alleyne uff den nehisten, also das her den verristin uſscheide. Oſs ist recht, das des tothen bruder adder swester kindt adder kindeskindt an eris vather adder eildervater statt tretin, unnd nemen alle eynen teyl, der erem vather adder eildervather geborthe, ab her lebete. Diſs ist das beschriebene recht unndt steht Institut. libro IV. titulo primo, unnd ist witpildesrecht, landtrecht, und dorzcu der stadt recht, unndt eyn guth gemeyne recht.

LXI. Beschlaffet eyn man eyn wip, die her zcu der ee wol in dem rechtin gehabe mochte, die sich forder an nymanden heildet, dan an en, unndt hat nicht willen, das her sie elichen wolde, unde bekindet sich midt or, unnd werdet ome dornoch das zcu sinne, das her sie elicht: die ersten kinder, die her bie er hatte, die sint also wol elich erbin zcu ereme guthe, als die lestin, darumbe das die lestin er erbe unnd die ere der elichkeidt von der ersten kinder wegin erworbin han. Unnd were der erstin kinder eyn gestorbin, er danne die mutter geelicht wart, des kindes kindt tretin an eris vater stadt, das erbe zcu nehemen. Wol das der Sachſsen recht, das do ist unser landrecht spricht, das die kinder nummer elich werdin, das ist also zcuvorstehene, das sie geswecht bliebin an der werdikeidt, also das sie der schepphen stul an deme gerichte unnd in deme rathe nicht also die andern elichin kindern besitzen sullin von er willekor wegin; aber der babest unnd der keyser, die haldin sie midt allem rechte elich. Dith ist das beschriebin recht unnd steth Institut. lI. III. c. X., und ist ouch der stad recht.

LXII. [Dist. I. 21. 6. ER. I. 48.] Man spricht also, das keyn kint sie seiner mutter kebiskindt, unnd das en ist doch nicht also, wan eyn wib magk wol gewinnen drierley adder vierley kinder. Wan ist sie edel unnd frye unnd sitzet sie an der ee, sie magk gewinnen von ires mannes wegin frye edel kinder, die eris vater lehin besitzen unnd folgin sime rechtin; nemmedt sie dornoch eynen fromen elichen gebuer, sie gewinnet eliche kinder, die der lehingute nicht besitzen mogen; werdet sie eynes mannes eygin, sie gewinnet eygin kinder; unndt werdet sie dornoch [Seite: 41] [Faksimile] ymandes kebeſse, sie gewinnet bie ome kebiskinder; unnd worde sie widder frye gegebin, sie gewinne dornoch widder fryhe kinder.

LXIII. [Dist. I. 5. 5. ER. I. 18.] Sterbet eyn frouwe, die kinder leſseth, unnd nemmet der man eyn ander wip zcu der ee, unndt bekindeth sich mit or, die kinder mogin midt den erstin kindern an eris vater guthin nicht erbeteylunge genemen. Irwerbet er aber erbe midt der andern frowen, her erbet oſs uff die andern kindt. Was das wip ouch zw ome brocht hadt, das erbet sie uff or kindt, unnd sie nemen keynen teyl mit den erstin, noch die erstin midt den letzstenn adder andern. Dith ist der stadt recht. Aber noch dem landtrechte so nemen sie teyl midt den erstin kindern.

LXIV. [EG. 4. ER. I. 19.] Nemmet eyn man eyn wip zcu der ee, der vor elich gewest ist, unnd hat noch eliche kinder von der erstin frowen, der en mag sein gut nicht vorkouffen ane der kinder orloub, oſs sie danne, das her alrest midt on teyle unnd sundere sie von eme. Dit ist der stad recht. Dasselbe recht ist os ouch, ab her noch eyn wetwer ist, her en hette oſs danne gezcuget noch seiner frauwenn tode uff sime wetwenstule.

LXV. [ER. I. 20.] Sterbet eyn man adder eyn wip und laſsen keyne kinder, noch vater, noch mutter, er gut und er erbe ist neher dem eldervater adder der eldermutter danne den vettirn, waſsen, ohemen adder muhemen, sint sie anders elich geboren. Dith ist der stadt recht.

LXVI. [EG. 94. ER. I. 21.] Sitzedt eyn man midt sime wibe an der ee unndt habin nicht kinder midt eynander, irerbeytin die gelt undt gudt, kewffen dorumb hauſs, hoff, ader ander erbe, welcherley das ist, do erbet or eyn das ander mede, das oſs ouch noch des andern tode, ab or eynes sterbedt, danne gebet, weme oſs wel, also das die gifft widder den herrin, noch widder der stadt gesetze nicht sie. Dith ist stadtrecht.

LXVII. [ER. I. 22.] Sterbet eyme manne sein weib, midt der her eliche kinder hadt, unnd dornoch eyn ander wip nympt, mit der her keyne kinder gewinnet, unnd sterbet her dornoch er dan die frouwe, sie nemmedt die farinde habe gantz, die er leſset, unndt sal den erbin [Seite: 42] [Faksimile] darnach er erbe in sechs wochin rumen. Hette sie aber erbe zcu dem manne bracht, adder hetthe sie midt em erbe seder der erstin frowen tode irworbin, das folgethe er ouch; sie muſs oſs aber kuntlich machin, das oſs also sie. Dith ist stadtrecht.

LXVIII. [Dist. I. 5. 5. ER. I. 23.] Hath eyn man eliche kinder, der mutter gestorbin ist, unnd nemmet darnach eyn ander wip, midt der her keyne kinde gewinneth, undt brengedt sie erblich guthe zcu ome, vorkouffet her die midt orem willen, adder vorkouffedt seiner kinder erbe midt seiner kinder willin, und sterbeth her darnach, wedder das wip noch die kinder gewinnen des keyne erstatunge; oſs were danne also on von ome erwiesedt, das on dorumbe erstatunge von rechte geschen muste. Dith ist der stadt recht.

LXIX. [ER. I. 24.] Sterbet eyn man, der midt eyme wibe an der ee sitzet unbekindet, die frauwe nemmit sein gudt und sein erbe unnd gebruchet das ir lebetage. Noch orme tode gefellet das erbe widder, do os her kommen ist, unnd die farinde habe blibeth erin erbin. Also geschiet oſs ouch, ab die frauwe unbekindet sterbeth er der man; er beyder frewnde hetten dan anderst gewillekorth, do sie zusammen quamen. Dith ist lantrecht und witpildesrecht.

LXX. Nemmet eyn man eyn wip, der sich vonn seiner geswistirden noch seiner eildern tode geteilt hadt, unndt gewinnet midt or keyne kindt, undt enhadt her ouch vor nicht elicher kinder, undt sterbet darnach, sime wibe blibet al sein erbe unnd farinde habe, ab her er oſs andirs an seiner wirtschafft tagegedinget und gegeben hadt noch der stadt gewonheidt, unnd do mogin er seine geswistirde nicht ingelegen. Stadtrecht.

LXXI. [Dist. I. 17. 10. ER. I. 25.] Ersterbeth erbe uff eynen man, der in dem witpilde nicht ist besesſsen, der sal deme, der das erbe inne hat, gewisheidt thun vor das gudt, das her innemen wil, das her der nehister sie, uff das ab eyn ander queme, der neher were, das man des danne unbekrodet bliebe. Kan her aber das kuntlich gemachin, das man weys, das her der nehiste ist, so endarf her des nicht vorwisſsenn. Dith ist landrecht und ouch stadtrecht. [Seite: 43] [Faksimile]

LXXII. [Dist. I. 18. 1. ER. I. 26.] Hadt eyn man eliche kinder bie sime wibe, unndt gibet die uſs. unndt bestattedt die kindt, sterbet dornoch der son unbekindet von sime wibe, das erbe, das der son leſset undt die farinde habe, die gefelledt billicher unnd in dem rechtin uff seinen vater adder uff seine mutther, danne uff seinem bruder adder uff seine swester; desselbin glichenn ist os dan ouch umme sie ab her er sterbeth dan sie. Dith ist landrecht, witpildesrecht unndt ouch der stadt recht.

LXXIII. [Dist. I. 18. 2. ER. I. 27.] So man den frouwen den drittenteyl gibet, was gutes dan uff sie sterbeth, nemmedt sie dornoch eynen andern man, der nemmet das gut wol in formunschafft. Sterbeth das wip aber darnoch er dan der man, sie erbet das anerstorben gudt er an ere nehisten dan an erin man, blibet sie anderst unbekindet. Dith ist landtrecht.

LXXIV. [Dist. I. 16. 1. ER. I. 30.] Das unelich kint nemmet keyn erbe. Sein erbe nemmidt aber sein nehister an der sippe. Hat oſs aber eyne mutter, die ist neher. Dith ist landrecht.

LXXV. [Dist. I. 16. 3. ER. I. 31.] Wo sich erbe vorswistert adder vorbrudert, alle die sich gliche nahe gesippe mogin, die nemen oſs gliche. Dith ist landrecht unnd der stadt recht. Unnd hette eyn man zu ymande besondern fruntschafft, und wolde den zu eyme erbin kieſsen wedder seiner rechtin erbin willen, das her midt rechte nicht thun magk, also das es do macht habe, wan oſs stehet geschriebin also, das eyn man sein erbe lasſsen sulle mit der rechtin erbe globede, und das sal und muſs ouch also gescheen vor gerichte, also recht ist. Dith ist das beschriebin recht, landtrecht und ouch der stadt recht.

LXXVI. Globen die eildern ere kinder zu sammen, die nicht kegenwertig sint, senden die kinder dornoch er kleynothe er eyn dem andernn, wan sie zu iren iaren kommen sint, sie mussen der eildern globede stethe haldin; thun sie aber des nicht, wan sie zu iren iarin kommen sint, noch wollin nicht selber zusammen gehen unnd das globede midt erin worthin adder kleynotigen bestetigen, sie endorffen der eildern globede nicht haldin. Dith ist geschrieben ex.

LXXVII. Globen die eildern er kinder zu sammen, unndt swerin das uff die heilligin also zu haldin, unnd wollen die kinder dornoch, so sie zu iren jaren komen sint, das nicht haldin, worden die eildern danne meyneidigk? Das recht saget neyn; sie sullen aber alſso vel dorzu thun also en geboreth, das ist, das sie die kinder dorzu haldin sullin midt slechter bescheidelicher drouwe, unndt midt guttlichen unndt flelichenn worthen, sie sullin sie aber nicht dorzcu zwingen. Dith ist geschriebin XXX. q. II. Wie alt sie aber sin, die zu iren jarin kommen sint, das suche hievornne in dem XVI arti. [Seite: 44] [Faksimile]

LXXVIII. Globet der vater eyme seiner tochter eyne, die her midt namenn nicht sonderlich benennet, her mag eme eyme gebin, wilche her wel; die kor stet an dem vater unnd nicht an dem fridel. Sterbin aber die tochter alle biſs uff eyne, dieselbin muste her ome gebe. Hadt der vater ome eyn tochter globet und butet ome die, unnd der fridell wel or dan nicht, sundern her wel eyne ander, der vater werdet also des globes ledig; unnd hette der vater ouch das gelobede gesworin uff die heylligin, her ist des eydes ouch dormede ledigk. Dith schriebet meister Heinrich vonn Mersseborgk.

LXXIX. Globeth man zwey kindt zusammen, also das eynes zu rechtin alder kommen ist unnd das ander nicht, das jungste mag wol das gelobede wegern, wan oſs zu seinen jarin ist kommen; aber das eldeste mag das midt rechte nicht gethun, hadt anders das jungste seder seinen willen zu dem globede nicht gegebin midt den worthen adder midt deme vestelschatze.

LXXX. (LR. I. 33. u. 36. 2.] Sterbet eyn man und leſset der eyn elichs wip, duncket das wip, das sie eyn kindt trage, sie sal sich berhafftig bewieſsen zu sime drissigistenn, gewinnet sie dornoch das kindt zcu rechter zcidt, sie werdet midt ome beerbeth, ab sie vor nicht kinder hette gehadt. Gewinnet sie oſs aber zu spethe, eſs werdet beschulden. Dith ist landtrecht.

LXXXI. Vortruwet sich eyn man midt eyme weybe diewile das er eliche man noch lebeth, das vortruwenn bindet zu der ee nicht. Sie mechte eme eynen guden wan aber wol thun, ab er man storbe, das sie on vor eynem andern habin wolle, unnd sich danne midt ome vortruwen. Sie mag es aber noch eres mannes todt thun adder laſsenn, ab sie wel. Dit ist geistlich recht.

LXXXII. [ER. I. 43.] Eyme iglichen wybe geboret, also sie eynen man gewinnet zu der ee, neun mande eyn kindt zu tragin. Gewinnet sie oſs er der zcidt in vollenkommener gebort, oſs werdet beschuldin. Werdet oſs aber geborn in unvolkommener gebort unnd lebinde, das man oſs mit fier mannen und zwen frouwen fromer luthe bezcugen magk, die oſs lebinde sahin adder horthen, das kindt, ab oſs wol unzcitig ist und sterbet, so beheildet oſs doch sein recht und erbet wen oſs mogelichen erben sall. Dith ist landtrecht unndt witpildesrecht unnd der stadt recht. Aber noch der stadt recht szo bezcuget man oſs mit drey, oſs sie man adder frowen, die frome sint. Dith ist geistlich unnd wertlich recht.

LXXXIII. Hilffet adder reteth eyn man zu eynes andern mannes tode darumb, das ome sein wip zu der ee werde, keyne ee mogin sie [Seite: 45] [Faksimile] darnach nummer midt eynander besitzen. Werdet aber er man in eyme strite adder uffenbarem krige, adder in eyme gezcoge erslagin vonn ymande, den mag das wip wol zu der ee nemen, ab sie well.

LXXXIV. [Dist. I. 21. 4.] Ab ey man rechtloſs worden ist, her mag sich doch wol vortruwen zcu der ee, unnd eyn elichs wip nemen undt midt or eliche kinder gewinnen, unndt das enschadet den kindern am erme erbe undt rechtin nicht, wan das eyn man rechtlos werdet, das erbit uff seine kinder nicht. Dit ist landtrecht, witpildesrecht und ouch der stad recht.

LXXXV. Sitzet eyn man an eyner unee midt eyme wibe, wie fromlich sich die heildet, unnd ab sie wol kinder mit eynander gewinnen, sterbet der eyn, das ander mag doch sein erbe nicht genemen midt rechte, wie vil kinder sie mit eyn ander gehadt hetten, es verwillekorthen sich danne er beyder erben umbe der kinder willen. Dith ist landtrecht undt der stat recht.

LXXXVI. Nemmet eyn man eyn wip midt willen, der her in dem rechtin nicht haben sal, und bekindet sich midt or, werdin sie dornoch midt rechte von eynander gescheyden, oſs schadet den kindern zu orme rechtin nicht, die vor der scheydunge enphangen werden. Blibet das wip dornoch ane man, sie erbet er gut noch orem tode uff ere kindt, unnd der man ouch also wol, wan die unwissenheidt enschadet wedder denn eildern noch den kindern, wedder an den erin, noch an dem gute, noch an erem rechtin. Werin aber die kinder vorstorben, er gut erbete er iglichs uff seinen nehisten, darummb das er eyn das ander in dem rechtin zu der ee nicht habin solde. Ouch hette der eildern eynes das gewusth, das sie gemage adder gefattern gewest weren, adder zu welcher ander wieſse sie nicht von rechte die ee besitzen mochtin, unnd wuste des das ander nicht, noch so werin die kinder rechte eliche kinder, umme des willenn das der eildern eynes des also nicht gewust hette. Wiesſsen sie os aber beyde und erfarn es, was kinder dornoch vonn en enphangen werden, die sint alle dan unelich, unnd oſs vorletzet dan ouch dormede den eildern die ere unnd den limut. Dith ist geistlich und ouch wertlich recht.

LXXXVII. Alle die kinder, die yon dir und dynem wibe geborin werden, die sint von rechte in dyner gewalt. Die kinder ouch die von dime sone unnd dines sones sone geborn werdin, sint ouch alle in dyner gewalt. Die kinder aber, die von dyner tochter geborn werdin, die sint nicht in dyner gewalt, sundern in der gewalt ires vaters. Dit ist das gemeyne beschriebin recht unndt stet Institut. titulo XX.

LXXXVIII. Ist oſs, das eyn wip er ee bricht, das er man uff sie nicht bewieſsen kan, wol das oſs eyn gemeyner luth under dem volcke [Seite: 46] [Faksimile] ist undt uffenbar, noch so en mag sye er elichenn man vonn eygener gewalt nicht gelasſse noch uſsgetribe; unnd ist, das her sie lesſset adder uſstribet, her muſs sie in dem rechten widder zu im nemen. Wonidt sie aber uffenberlich midt eyme ebrecher, adder findet sie ir man midt eme an warer that, das her bewieſsen kan, adder bekenneth sie des vor fromen leuthen, szo mag her sich wol von ir scheydin unnd sie lasſsenn; her tribe sie uſs, adder sye ghe selber midt wlllen von eme. Undt ist oſs aber das her er das vorgibt und sie eynes wedder zu ome nemmidt, her muſs es er allezcidt vorgebenn, unnd mag sie dorumb numme uſsgetryben. Kan sie on ouch dornoch des uberkomen, also recht ist, das her ouch seine ee gebrochin habe, her muſs sie in dem rechtenn widder nehemen. Dith ist geistlich recht. Ex. de divortio.

LXXXIX. Findeth eyn man sein wip schuldigk an dem ebruche, her magk sich wol dorumbe von er scheydin midt dem betthe und midt der gemeynschafft, uff das her icht gesehen werde, das her eyn medeheller sie er sunde und boſsheidt; aber midt der ee werdet her nicht von er gescheyden, wan her sal in dem rechten nummer elichs adder unelichs wip genemen me, diewile das sie lebeth, und ab sie ouch aller werlde gemeyn worde. Dith ist geistlich recht.

XC. Ist eyn wip eyn ebrecherinn und straffet sie er man darummb, adder wel das er adder den andern erin ebrechern werin, unnd werdet doruber adder umme der sache willen erschlagin, alle die darzcu hulffe, radt adder tadt adder medewiessen dorzcu gethon habenn, der en mag keyner midt er nummer ee besitzen, unnd ab das ungloubige luthe werin, unnd woldin sich darumbe zu dem glouben bekerin, noch ſso mochte oſs nicht gesin. Dith ist das geistliche recht und steth ex. de conversione ad fidem.

XCI. Were oſs des eyn gefatterschafft under eyme manne und under seine wibe an erem eygen kinde enstunde, also das es er eyn selber uſs der touffe hube, adder selber fermeln liesſse, das sie mit bedochtem muthe in keyne wis thun sullin, wie das queme, von geferden adder von unwissenheidt, sie sullin dorumb nicht gescheydin sin, oſs enschedet on ouch nicht an elichin dingen, wol das in dem geistlichenn rechte geschriebin stet: nemmet eyn man seine gefattern zu der ee, wan on das wissentlich werdeth, so sal man sie scheyden. Ouch ab eyn man unnd eyn wip, die elich midt eynander werin, eyn kind huben, adder lieſsen oſs fermeln. Dit ist geistlich recht, und steth III. q. IV. q. aut.

XCII. Werdet eyn kint vortruwet zu der ee, das siebin jar alt ist adder doruber, und sterbet der, dem es vertruwet ist, keyner des [Seite: 47] [Faksimile] tothen mag kan oſs midt rechte zu der ee genemenn. Ist os aber under siebin jaren in der vortruwunge gewest, szo mag es eyner des totenn mage wol midt rechte nemen. Dith ist geistlich recht. Ex. de sponsalibus.

XCIII. Werdet eyme eyn jungfrouwe zcu der ee vortrowet und beschleffeth dan er er mutter, er her die jungfrowe nemmedt, so sal her eyne andern nemen, und sall weder mutther noch tochtir behaldin, unnd mueſs darumb sein busse enphaen. Hadt her aber die tochter vor adder noch ouch beschlaffen, her mag keyne ander zu der ee genemen, unnd mueſs vort deshalbin mit en beyden unbekummerth sin midt dem bisloffen, biſs also lange das sie beyde gesterbin, szo nemmet her danne eyn ander wol zu der ee. Desselbin glichen ist os ouch ab eyner seines wibes swester adder seine stifftochter besloffet, her muſs sie beyde begeben midt der gemeynschafft des bettes, unnd also dicke also her das breche, also dicke muſs her es gote swerlichin undt deme geistlichen richter gebuessenn.

XCIV. Sal eyn wip gezcugen, das sie eyn lebenig kindt gehadt habe, damede sie er erbe beheildet, sie muſs es thun selbsibende noch landtrechte, adder selbderthe noch der statrechte, midt fromen luthen, also vorgeschriebin steth, unndt das mogin ouch danne allerley luthe wol sein, phaffen, monche, nonnen, wybe adder meyde. Spricht man aber, sie habe sich nicht berhafftig bewieſset zu ires mannes drissigisten, also das landrecht uſswieſset, das enschadet or noch unser statrechte nicht, wen eyn wip mag wol eyn kyndt trage funffzcig tage, das sie os dan noch nicht weys. Hat sie os aber zcu spathe ober neun monde vaste, oſs beschediget sie; man sal er aber rechene noch denn stetin heilligin tagen unde nicht noch den unsteten, also vor fastnacht, adder noch den suntagenn in der vasten, adder noch der martelwochin, adder noch der osterzcidt, unsers herrin hymmelfardt, noch den phingsten, unsers herrn lichnams tage und ouch noch den suntagen in den gezciten, wan diesſse heylligen tage alle unstete sint, und ouch nicht glich ober jar kommen, also der heylligen aposteln, merteler, bichtiger unnd jungfrawenn tage; wan midt sogetaner unvorstandener rechenunge ſso werdenn die frowen dicke erloſs gerechendt und ouch erbeloſs midt groſsem unrechte. Stadtrecht.[Seite: 48] [Faksimile]

XCV. Vier sache die entschuldigen eyn elichs wib von der sunde des ebruches vor gothe und vor den leuthen, das sie dorumb nicht erloſs werdith. Das erste ist, ab er man eynen andern zcu er legt in sein bethe und sie dorzu heildeth, das sie des frommeden mannes willen thun mueſs; adder stehet des nachtes uff und leſset eynen andern an seine stadt zcu er kommen. Die ander sache iſs, so er man von er zcuget und lange usſse ist, unnd er von frommeden leuthen gesagt werdet, das her tod sie, unnd sie gloubeth das, unnd wenet, oſs sie war, und lesset ere frewnde er dan eynen andern man zu der ee gebin. Das dertthe, szo er man lange zcidt uſse gewest ist und ersehet eynem frommeden in der gestalt eris elichen mannes, unndt wenidt, daſs her er man sie, unndt leſset sich also beschloffenn. Das fierde, ab eyn frommeder man zu er kommet und sie midt gewalt besloffedt und notzcoget, das sie an erin kleydern adder an irem liebe midt warzceichen bewieſsen mochte, das es er leyt were. Dit ist das beschriebin recht, das man so getane wybe nicht erloſs achten noch vorwaſsin. In decret. d. XXVII. q. V.

XCVI. Globeth eyn wip adder vorlobeth etwas gote, das erme manne unbequemlich ist, von geheysses wegin eris mannes sal sie das brechen, und sterbet der man dornoch, sie endarff dasselbe globede vorder nicht haldin, sie globeth oſs dan anderweyt. Dit schribet meister Wilhelm. und globeth eyn hinder orem manne etwas, also kusheydt, vasten und wallen, das sal sie vonn er selber nicht brechen; aber vonn eris mannes gebothe sal sie oſs brechin. Globit sie ouch anders was, welcherley das ist, darmete sie die ere eris mannes letzidt, das sal sie brechin und ab sie os midt erme eyde bestetiget hette. Globet sie aber etwas, das erin man nicht hindert noch letzidt, das sal her er ouch nicht weren, noch sie dorane hindern, erkennedt her anders, das es er unschedelich ist. Dit leredt der meister Raymundus.

XCVII. Werdet eyn kint eyn monch adder eyn klosternunne, es en mag sein erbe in dem rechten nicht besitzen noch der zcidt das es gehorsam getudt; aber davor mag es sein erbe und sein lehin wol besitzen. Dith ist landrecht und der statrecht.

XCVIII. [EG. 84.] Wo zwene haben mit eynander ungeteylte [Seite: 49] [Faksimile] erbguthe, der keyner sal seinen teyl vorkouffen, her sulle on deme anderrin alrest anbithen, und sal des an seinen willen nymande vorkouffen; dieser wolle sein dan nicht kouffen noch deme also os bescheidelich und glich ist; wel her sein aber also nicht kouffen, so vorkouffe jener seinen teyl weme her wolle. Dit ist stadrecht.

XCIX. [EG. 100. ER. I. 61.] Wo eyn man undt eyn frouwe elichin midt eynander sitzenn und haben mit eynander kinder, unnd sterbin beyde der man und die frouwe, und lasſsen schulde zu geildene, und lasſsen die kinder ane erbe undt an alles gudt, die kinder sint nicht phlichtig eris vaters noch ere mutter schult zu geilden, es en were danne, das die kint hetten vor die schult geredt unnd globt. Dit ist der statrecht.

C. [EG. 100.] Sterben die eildern und lasſsen kinder an erbe unnd an farinde habe, die nemelich sie, und bliebin schult danne schuldig, irsterbet den kindenn noch eris vaters und muther tode erbegut adder ander gudt uff von erin eildern, dorvone sint sie nicht phlichtig die schulde zu geildenn. Dith ist der stadrecht.

CI. [EG. 107.] Ist das eyn vater bi seime lebinden liebe gibt seime kinde die lehin, durch des willen her es ome forder gan wan der andern eyme, unnd eme das nicht zcu medegifft gibt, und brenget es indez an seinen lehinherrin, unnd beheildet das kint die lehin also in nutzen unndt gewerin jar und tag ane rechte ansprache: werdet das kindt noch deme tode seines vaters vonn den andern seinen geswistern angelangt, das es das gudt sulle den andern medeteylin, es behieldet oſs midt dem rechtin wol alleyne. Dit ist der statrecht.

CII. [EG. 111.] Nemmet eyn frowe eynen man, undt hadt sie vor kinder gehadt bie eyme andern elichin manne, irsterbit der frowen erblichis gudt uff von erin freundenn, und sterbet sie darnach und lesſset nicht liebeserbin von dem lesten manne, die erblichen gute gefallin billicher uff er ersten kindt dan uff erin man. Dit ist der stadt recht.

CIII. [EG. 51.] Eyn iglichs wip, das do sitzet an der ee midt orem elichin manne, die frouwe en mag noch en kan, diewile her er die notdorfft gibt, mit keyme rechtin nicht vorgeben noch vorloben seines gutes ane seinen willen unnd wiesſsen, das eme geschadin moge. Dit ist der stadt recht.

CIV. [EG. 25.] Eyn iglicher man unndt sein frowe, wo die sitzen an der ee, unnd kinder midt eynander habin, die er kinder uſsgegeben han mit eynander midt erme gute, unndt sterbet darnoch der zweyer eyn, eſs sie vater adder mutter, unnd sprechin die kinder das an, das lebinde blebin ist, umme er erbteyl, sie sullin bilche vor inlegin, was en [Seite: 50] [Faksimile] vor von den eildern medegegebin ist. Wollin aber die kinder sitzen midt dem uſsgegebin guthe, sie mogen das wol thun.

CV. [EG. 98.] Wo eyn man sterbeth und kinder leſset, der her eyn teyl uſsgegebin hadt, wollin die midt den andern teyl nemen an eris vater guthin, sie sullin bilche die erstin gifft inlegin und sullen danne teylen midt den andern erin geswistirdin eris vater erbe adder guthe noch rechte, unnd also das der eildester teylin sal unnd das jungste kieſsen solle. Wollin die uſsgesatzten kinder aber blibe midt dem sie uſsgesatzt sint, sie mogin das wol thun unnd dorffenn nicht inlegin. Dit ist statrecht.

CVI. [EG. 27. ER. I. 66. Eyn man, der seine kinder uſsgegebin hadt midt seiner farinde habe, und sterbet demselbin manne darnoch erbe uff von seinen eildern, der man teylet billiche mede denn anfal seinen uſsgegebin kindern. Dit ist der stat recht.

CVII. [Dist. I. 47. 7.] Nemmet eyn man eyn wip zu der ee, die vor midt eynander uneliche kindt hatten, und gewinnen sie sedder der zcidt keyne kindt midt eynander, sterbet der eyn, oſs sei man adder wip, des lebinden ersten kindt mag an des toten erbguthin nicht gehabin dan seine lipzcucht; noch keysers rechte. Hadt aber die frowe sint eliche kindt mit eme gehat, so habin die kinder, die unelichin geboren sin, an den guthin nicht mer wan den sechstin teyl eynes kindes, noch bebestlichem rechte. Aber in landtrechte und in witpildesrechte, do volget den unelichin kindern nichts.

CVIII. Eyn jungfrawe, die vortruweth ist eyme manne, begebith sich die in eyn kloster, er dan sie bie erme man geschleffet, sie blibet darinne an seinen dangk, und her mag dan wol eyn ander elich wip nemen. Desselbin glichin ist oſs, ab eyn vortruweter man eyn monich worde. Ouch mag eyn man midt seines wybes loube eyn monch werde, und eyn wip midt ires mannes loube eyn klosternunne, doch also das under on die persone, die in werlde blibet, vort die kusheid globe und alleyne blibe, diewile jene in deme closter lebeth. Geistlich recht.

CIX. Von naturlichen rechten sint alle luthe frye geborn. Das aber eygin luthe werdin und wordin sindt, das kommedt von dren sachin. Die erste ist: szo die cristin obirzcihin die uncristen, und die fahin, und fristen sie des lebens, die sint danne der eygin, die sie on vort abekouffen. Desselbin glichen ist oſs, ab eyner seinen lip kegin eyme herrin [Seite: 51] [Faksimile] umme eynen fredebruch adder desglichin vorwergk hette, deme mochte her gnade thun und laſsen lebin unnd on dorumbe von bethe wegin zu eygin nehemen. Die ander sache ist dorvon: etzwanne wo sich die cristenheid anhub, do phlagin etzliche gebuer und ander orbeytinde luthe, das sie sich selber durch got in groſser innikeidt uff die altar opphertin, unnd wordin der gotishuser eygin, unnd die gotishuser gabin er darnach eyn teyl denn erbarn luthen zu lehene, umme manschafft und beschermunge derselbin closter und gotishuser. Die derthe sache ist, das umme notdorfft undt schulde sich etzliche vorkoufft habin zu eygen, wan sie in swerin gefengkenissen sasſsen, und sich nicht zcu loſsen hatten, adder in den hungeriarin verdarffeten, das sie icht midt iren kindern hungers storbin, so musten sie sich zcu eygin gebin umbe eris libes narunge, adder die eildern vorkoufften dorummb er kinder.

CX. Der eygin luthe gudt und alles, das sie irerbeytin, das ist der herrin, der eygin sie sint. Her magk sie ouch vordt eyme andern gloubigen vorkouffen, vorsetzin adder vorgebin, wan her wel. Her sal er aber nicht toden; todet her sie so mueſs her oſs gebueſsen syme herrin und sime gerichte, also ab her ander luthe hette getodt, die sin eygin nicht weren. Her sal or ouch nicht lemen ane redeliche schult und ane recht; thudt her das doruber, sie werdin von ome frye midt rechte. Her ist on ouch allezcidt phlichtig die herberge zu besorgin, knechtespissze zu gebin und kleyder, er notdorfft biſs an er ende, sie sint starg adder krangk, siech adder gesunt zu andelogen. Vorzcuhet her on das, adder lemidt sie, und clagin sie das vort seinem obirstin, sie werdin mit rechte von eme frye, unnd sint dan nymandes eygin me. Dith ist das beschriebin recht und steth Institut. titulo quarto.

CXI. Sich mag nymandt zcu eygin selber vorkouffen adder gegebin, her sie dan eyn und zwenzcig jar alt, das oſs macht moge gehabe; vorkouffet her sich aber noch eyn und zwenzcig jarin, adder werdit ymandes eygin, das mueſs her thun vor gerichte; und wollin das dan sine erbin do widderreden midt rechte, sie behaldin on fry, es sie ome zu dancke adder nicht. Dit ist das beschriben wertlich recht.

CXII. Eynes eygin mannes und eynes eygin wibes kinder, die sint des herrin eygin, unnd sie mogin sich nymande vortruwen zcu der ee ane des herrin willen, des eygin sie sint, noch ere kinder nymande gegebin ane den willen eris herrin. Beschleffet ouch eyn fryer man eyn wip das eygin ist, er kinder die blibin eygin, ab her sie wol zcu der ee gnommen hadt, wan die eygeoschafft kommedt von des wibes leibe unndt nicht von des mannes. Beschleffet ouch eyn eygen man eyn fryes wip, [Seite: 52] [Faksimile] die kinder werdin nicht eygin unnd ab sie ouch elich werin. Enphinge ouch eyn fryes wip, unnd worde dornoch eygin, das kindt worde dorumb nicht eygin, das os in der eygenschafft geborn worde, wan seiner mutter betrupenisse sal deme kinde nicht schaden, das sie in dem libe tregt, unnd das gereythe von or geborn ist, er dan sie eygin wardt. Tregidt aber eyn wib eyn kindt, die do eygin ist, unnd werdet sie frye gegebin, unnd werdet dornoch widder eygin, er das kindt geborn wirt, das kindt werdet eigen, dan also wiſsedt uſs das beschriebin recht, wan oſs gnug dormede ist, das es etzliche zcidt in seiner mutter liebe frye gewest sye vor seiner gebort. Das steth geschribin Institut. V.

CXIII. Es mag keyn eygin knecht wedder phaffe adder monch werde, her sie alrest midt der handt von dem herrin, des eygin her ist, fryegelasſsin vor den luthen, und midt seyme uffin brieffe deme bischoffe geantwort adder dem apte, ab her eyn monch werdit. Dasselbe ist os umme die maget, ab sie in eyn closter wel. Beschriben recht.

CXIV. Es en mag ouch eyn herre, ab der eigin luthe hadt, die nicht frye gegebe, des es macht habe, her werde dan XXI jar; wan thede her das er, sine erbin mochtin die wedder zu eigin heischen, unndt das midt rechte vordirn unndt darzu brengen. Dit ist beschrieben recht.

CXV. Werdet eyn man von den fienden gefangen, der frye ist, und werdet zu eigin vorkoufft, entloufft her darnoch, os enschadet ome an seinem rechtin noch an seinen erin nicht; her blibet midt seinen kindern allezcidt also frye, also her gewest ist. Dit stet beschriebin Institut. II. titulo.

CXVI. [EG. 70. ER. I. 62.] Wo eyn man undt sein frouwe elichin midt eynander sitzen, und er kinder uſsgebin adder uſsgegebin han, und die vorgenanten vater und mutther darvone in schult kommen sint, also das sie ummb dieselbin schult er erbe vorkouffen, und die kindt das danne nicht widdersprechin, die schult müesſsen sie den also wol geildin also der vater und die mutther. Habin aber die eildern ander guthe mer, das sullin sie nicht bekommern, sie enhabin danne den andern kindern, die noch nicht uſsgesatzt sint, erin teyl vor gegebin. Dit ist der stad recht.

CXVII. Es ist nodt, das man formunden gebe den weyſsen biſs alsolange das sie zu iren iarin kommen, uff das en er erbliches gudt ich abeghe unnd vorterbe, darumbe sullin sie er freunde adder die amptlude in den stetin midt fromen formunden besorgin. Die meisterschafft der formunden ist in etzlichin sachin nodt den weyſsen, und ouch in etzlichen sachin nicht nodt. Also ist es das man den weyſsin etwas globt zu geben, so en ist do nicht nodt der meisterschaft der formunden, globin [Seite: 53] [Faksimile] aber die weyſsen ander luthen etwas, do ist noth der formunden dorzcu; wan was gutis adder nutzes eyn weyſse gethun kan uff sein bestis, do bedarff her seines formunden nicht zcu, thudt her aber icht das ome zu arge adder zu schadin kommen mochte, das hadt keyne macht hinder seime formunden. Kouffin adder vorkouffen, vorsetzin adder vorlihen die weyſsen icht hinder erin formunden zu handt, do sint die midt der sache vorbunden, die sich midt den weyſsen bekommert han, und die weyſsin sind nicht dorzu vorbundin, oſs en sie danne, das die meisterschafft ere formunden das bestetige. Dith ist das gemeyne beschribin recht, Institut. libro primo, titulo nono. Behaget das gescheffte den formunden, das der weyſse hinder ome gethan hadt, und dunckedt es on nutze sin, so sal her os zu handt bestetigen, so oſs vor on kommedt; beytit her aber noch der zcidt unnd wol os danne bestetigin adder habe gehaldin, adder schribet os und enbutit darnach, das es sein wille wordin sie, szo enhadt os danne numme macht, so es obernechtig worden ist. Dit ist das beschribin recht.

CXVIII. Ist es das eyn man sterbet und unmundige kynder lesſsit, den her keyne formunden gekorin hadt, aber ab die angebornen formunden nicht togelich dorzu sint, adder unredelich, adder ungerathin, aber ab die gekorin formunden sterbin, vorterbin, gebrechlich werdin, gefangen werdin, in die achte kommen, vorterbit adder vorbannen werdin, und derglichen, so sal der radt adder die formunden der stadt den kindern kieſsen und gebin frome formunden eyne zcidt, und die sullin deme rathe und denn ambtluthen der stadt von der kinder wegin berechene, und sie sullin die kinder undt ere formunden schutzen und bie rechte behaldin, bis das sie zu iren jarin kommen. Dit ist eyner stat ere unnd werdet er nutz, wan os gar obel gethan were und lesterlich gefarin, das man junge borger unnd fromer luthe kinder liesſse vorterbin. Dith ist das gemeyne beschriebin recht, Institut. titulo XX. und der stad recht.

CXIX. Werden den kindern formunden gegeben von eyme rathe adder von den ambtleuthen eyner stadt, szo mogin die formunden in redelichin sachin midt der kinder guthe nicht gethun hinder deme rathe unndt hinder den, die sie zu formunden gesatz habin, ab die kinder wol das keynen schadin hetten, adder ab es on ouch winnunge adder fromen brechte. Dit stet geschriebin Institut. titulo XXI. Stadrecht.

CXX. Es sal ouch die formuntschafft ober die kinder werin biſs uff das sie funfundzwentzig jar alt werdin; es en were danne, das die kinder gebrechlich wordin ader sust unredelich werin, adder ab sie des lenger begerten, ſso mochte man on ouch lenger formunden setzin. Dit [Seite: 54] [Faksimile] ist das beschriebn recht Institut. titulo XXIII und ist der Stadt recht. Aber noch landtrechte so mag eyn man seiner formunden wol ledig sein, wan her eynundzwentzig jar alt werdit, so ist her danne zu seinen jarin komen, und mag ouch selber seines wibes und eynes iglichen formunden gesin. Weys her aber sein alder nicht, wan her dan haer an dem kynne hadt, und undene und under den armen hat, ſso bewieſset her dormede das her zu seinen jarin kommen sie, und entperidt der formunden, adder werdet selber eyn formunde.

CXXI. Dye meyde und ouch die ledigen frowen, die zu iren jarin kommen sint, die mogin er gut vorgebin, vorkouffen, adder vorsetzin ane erin formunden. Aber ane ere rechtin erbin willin so mogin sie er gut nicht vorkouffen adder vorgebin, ab es eygin adder erbe ist; were es aber farinde habe, das mochte man on mit rechte nicht gewerin, wan sie es redelichin thedin unnd er synne gebruchtin.

CXXII. [Dist. 1. 49. 1, 2. ER. II. 26.] In lantrechte undt in witpildesrechte szo sal nymant formunden dan der nehiste mag von des vaters wegin, und der sal ouch widder phaffe, monch, adder begebener man sein. Sint sie deme vater nahe gesippe, sie sullin wol formunden den kindern kisen, unnd gebin den nehisten vater magk noch en, unnd der ist es ouch von rechte, ist her anders elich. 0ſs sal ouch keyn rouber, noch dip, noch obeltetiger, noch erloſsen, noch speler, noch ungerathener, noch unkuscher, der kinder formunde gesin, wie nahe her on gesippe ist, wan sie mochtin dorvonn erbeloſs werdin; unndt wen man an diessen gebrechen uffenbar erkenneth, deme mag man die formunschafft in dem rathe adder an deme gerichte midt rechte vorteilen, und wer dan der redelichste von erme geschlechte were, der solde formunde sin, und mochte man den nicht wol gehabin, der radt solde on formunden geben, also hirvor in deme CXVIII capittel stedt. Dit ist stadtrecht.

CXXIII. [Dist. I. 40. 3. ER. II. 28.] Im keyserwitpildes rechte stet also geschribin, das eyn iglichs beyderwip er kinder formunde wol mag sin, die sich erlichin heldet, diewile sie ane man ist unnd ouch das ere unpleglich nicht vorthudt. Ouch so heildet der stadrecht also: wo eyner frowen er man sterbidt und lesſset er kindt, die under zwelff jarin sint, die frowe ist bilcher er kinder formundt denne anders ymandt, biſs also lange das die kinder komen ober ere jar, unnd diewile sie eyn wetwe ist und keyme manne vortruwedt.

CXXIV. Ist das eyn eygen knecht adder eyn mayd von freyslichkeidt wegin ires herrin fluhidt in die kirchen adder in eyme ander [Seite: 55] [Faksimile] fryheidt, und bewieſsen das eris herrin freislichkeydt unvortreglich ist: man sal den menschen eyme andern herrin vorkouffen und das gelt sime herrin gebin, des eygin her was, unnd her mag sein vort nummer gefordirn; wan dit ist des keysers recht unnd triffet an den gemeynen nutz, also das nymandt sal des seinen obel gebruchen, das gerichte sal oſs werin, wo oſs geschet. Dit stet Institut. titulo nono. Amen.

Das ander buch vonn dem erbe volget hernach. [Seite: 56] [Faksimile]

Zweites Buch. Das andre buche vann deme erbe etc.

Godt der machthe den erstenn menschen von eyme erdinklosſse, darumme ist noch der mensche von naturen gneigt zu den irdischen dingen unnd werdet ouch des ertrichs von naturlicher begerunge nummer sadt. Dryerley volg hadt got von Adamme lasſsin werdin also wit also die werlt ist. Das erste ist die phaffheidt, die gote dynen sal, wan umme das ist der mennsche uff das ertrich gesatzt, das her gote dynen sal. Daz ander ist das gemeyne volgk unnd die gebuer, die daz ertrich erbeytin, und die kouffschatz und hantwerg tribin, unnd die sint darumme das man gotis dinst geubin moge. Das derthe volg sint die erbarn luthe, die beschermen sullin die andern zwey, uff das man gotes dinst volbrengen moge, und das sie das volge gerichtin und zu frede gehaldin. Diesſse dryerley volgk sint in unſserm vater Adam gewest. Wan do en godt geschuff, da furte her on in das paradiſs, do die engele kegenwertig warin, do her eme dinen solde, und do dorffte her nicht erbeytin, en brante die sonne nicht, der frost der enzwang on nicht, der regin noch der windt die muweten on nicht; dit was die bewisunge der phaffheidt an eme, wan so die geistlichin luthe gote midt flisse dienen, so endorffin sie den acker nicht erbeytin, got gibet on und bescheret on die narunge ungeerbeyt, sonne, regin, frost und windt die letzin sie nicht. Darnach also Adam das gebot gebrach, do belehente und beerbete on got midt deme ertriche unnd sprach also: in sweyſse deines antlitzes saltu din brodt esſsin, distiln und dornen sal oſs dir tragin; dit was nu die bewisunge des andern volckes, das do erbeitit das ertrich unnd sich neridt der fruchte, die mussen das irkrigin in hitze und in froste. Darnach [Seite: 57] [Faksimile] aber also Cayn seinen bruder Abeln erschlug, deme got dorumme vorfluchte, der die andern Adames kinder beschedigete und beroubete, do nam sich Adam an, das her die andern kinder zusammen hilt und schutzet von Cayns geschlechte, unndt richte ouch obir seine kinder also eyn herre obir sein volgk, und dorffte nummer erbeytin, wan ome dinetin und nertin; dit was in die bewisunge des dertin volckes, das die luthe beschermen und richtin sullin also nu die erbarn luthe von rechte thun soldin und die herrn.

Noch der sintflud in der aldin ee, also got die judin in das landt brachte, das her on globt hatte und sie das midt seiner hulff gewonnen, do woldin die zwelff geschlechte von Israhel die landt under sich in zwelff teylin. Do sprach got, man solde oſs in eilffe teylin und solde deme geschlechte von Levi keynen teyl gebin, wan her wolde selber or erbeteyl sin. Das geslechte von Levi warin alle prister in der alden ee undt uſs keyme geslechte quamen mer die prister, die in deme tempel gote dinen solden, und darumme ſso wolde got nicht das sie erbe hettin unnd zu feilde erbeytin, sie sollin seines dinstes in deme tempel wartin. Do hieſs got die andern eilff geslechte, das sie zcendin von allin erin fruchtin eme soldin opphern und dorzu die erstin fruchte, und das oppher hubin uff die Leviten und gebruchtin des. Dit ist eyn orkunde des cristen volckes der geistlichin luthe. Dornoch das landt also geteylit wart, do erbeytin sie os, und gewonnen vaste unfredis under on undt von andernn erin fiendin, und wordin riche. Hyrinne bewiset sich das ander volg der erbeytinde luthe. Do wolde das volg dornoch eynen konnig habin, der sie beschermete und vor sie strete, unnd do gab her on denn konnig Saul, der nam do zu sich die zu dem strithe tochtin unnd belehinte die midt gutern. Also wordin do erbar luthe.

In der cristenheidt ist os ouch also komen, das man den stifftin und gotishusern den zcehinden zcu zcinsen gegebin hadt, uff das man gothe gedyne, und in friheidt gesatzt, die erbarn luthe ouch belehint, uff das sie gotis dyner und die erbeytir beschermen, die den acker erbeytin, von dem nhu dit kegenwertige buch sagin sal noch rechte.

I. Wan nhu god, eyn scheppher hymmelrichs und ertrichs, eyn geber allis guthin, uns beerbet had midt deme ertriche, und ist os das wyr uſs sime dinste und uſs seinen vorchtin nicht entretin, so wel her uns hirnoch beerbin midt deme ewigin lebin und selikeidt, do uns zu freuden tusend jar sint also der tag, der gestern vorgangin ist; unnd darumme ſso sullin wyr ome des nicht teylunge vorsagin, das her uns [Seite: 58] [Faksimile] teglichin oberflosſseglichin gebit, und ouch von uns zu sime lobe gehad wel habe, und sullin das frolichin und williglichin thun, das oſs ome also angenem werde, also das oppher des gerechtin Abels und nicht also Cayns, der die garbin uſsdrasch unnd oppherte das stro. Hyrumme ist das eyn gemeyne friheidt und eyn recht alsowyt also die heilligin cristenheidt, das alle kirchin, kirchoffe, kloster, klusen, husunge und erbliche guthe, die recht und redelichen zu gotisdinste gegebin sint, sie sint gewyhet adder ungewihedt, frye sullin sin von allem wertlichen gerichte und gewalt und von aller bordin der luthe, also von geschoſsse, bethe, zcinsen, wachewarthin und derglichin; wan got ist er erbeteyl, und wer on darane abelegith, der legit gote abe, und dorober so habin die bebiste erin ban gethan und die keyſser er achte und sine ungnade.

II. Was gote eynmal gegeben ist, das sal man nummer me brengen in wertlichin nutz adder gewalt. Was gote ist gegebin, es sie an hofereytin zu kirchin adder zu kirchoffin, an gebouwe adder sust, das ist von rechte nymandes besondern; es mag ouch nummer me kommen in wertliche gewalt und gebruchunge, wedder midt gifft adder midt vordinste, adder midt kouffe, adder mit wechselunge. Der gebw ouch doruff der gote zu gehorit, holtz, steyne, kalgk, zcigel, isen, glocken, bucher, kelche, messegewant, tucher adder welcherley das ist, das an die kerchin adder zu die kerchin gehordt adder gehort had, unnd besondern die dingk, die gewihedt sint adder zu den gewihetin gehorin, die sullin von den gotishusern nicht enphromedet werdin, ane alleyne ab die buwemeister das zu eyner andern kirchiu vorkoufftin, adder man gefangen luthe von den heydin adder von andern ungloubigen mede loſsin solde, adder die von eynes gotishuses wegin gefangin werin wordin adder schadin genommen hetten, das man anderst nicht uſsgerichtin mochte, dan also do muste man allerley angriffen. Dit ist das beschriebin recht und steth geschriebin institut. libro secundo et titulo primo.

III. Von naturlichenn rechtin sint allerley luthe erde, die lufft, die flissinden grosſsen wasser, und das mer, und des meris stadt zu nutzen, wan man sal in dem rechtin nymande vorbittin an des meris stadt zu gehene adder zu gebruchin, also doch das man nicht dorane buwe huser adder torme adder derglichin. Die groſsen schiffrichin wasser und er phort, do man uſsferidt, die sint gemeyne, und darumme so ist ouch do das fischerecht gemeyne. Die boyme ouch, die dorumme stehin, die sint gemeyne, das man die schiff doran mag gebinden, und der mit erin fruchtin, ab si die han, gebruchin, die netze und seyl doran zu hengin, und zu druckin und desglichin; man sal sie aber nicht zuhouwen, noch abehouwen und abebornen, adder vorterbin. Dit ist das beschriebin recht institut. secundo, titulo primo. [Seite: 59] [Faksimile]

IV. Die kleynen wasser, die nicht schiffrich sint, do man die kouffschetze nicht phlidt uff zu furin, die sint der herrin erbe, die darmede belehindt sint und der das landt ist, do sie zu gehorin, und die mag man vorbuwen, mit werin machin und richtin, das man die schiffrichin wasser nicht thun thar; unde die vischweyde sint der herrin adder der luthe, den sie gehorin und der erbe eſs ist. Desselben glichenn sint die kleynen beche der luthe, durch deren erbe sie fliessen: sie sint aber allermenche gemeyne zu rithene, zuvarene, zu waschene, zu trenckene, zu swemmene, zu badene und zu waschene und derglichin. Dith ist das gemeyne beschriebin recht undt steth geschriebin Institut. secundo, titulo primo.

V. Flusset eyn wasser zusehen den eckern adder an anderin erbe, was das sandes und weicher erden fureth an eynen stadth, das ist des, der dan acker adder das erbe an dem stade hath, also gebet das wasser eyme unndt nemmeth dem andern. Ist oſs aber eyn bach und kan her ome gewerin midt zcunen, wyden, steynenn ader holtzern, das oſs ome keynen schaden thu, des sal man on nicht vordencken, also das her eſs seyme nackebuer midt willin nicht zu schadin thu. Dit ist das gemeyne beschrieben recht institut. de rerum divisione, §. praeterea.

VI. Bricht das wasser eyme in seinen acker adder in ander sein erbe, unndt nemmedt eyn gantz stucke, und furet das anders war, adder brichidt do durch eynes andern mannes korn, graſs, widich, boyme und desglichen uffe sthet, und furthe eſs anders war, das her das bewieſsen konde, das blebe sein; es queme dan uff eynes andern mannes sadt, landt adder weſsen, so were oſs sein nicht lenger dan uff das jar, also beschriebin stehedt Instit. c. de aluvionibus.

VII. Ist oſs ouch das wasser uſs der erdin rischet, und bricht die boyme adder widin, undt furet sie henweg: die sint des, deme sie entplossenn sint. Worzciln sie aber in eynes andern mannes erdin und uff seime erbe, so sint sie des midt rechte, in des erdin sie geworzcelt sint undt nymandes mer. Dith ist das beschriebin recht und stehedt institut. e. t. c. insula etc. et ff. de dampno.

VIII. Werdet eyn weert mitten in eyme wasser, das ist des nicht, der das wasser besitzet und innehalb adder der, der vischweyde do gebruchedt. Es ist der billicher, die beidersit landt an dem wasser han adder erbe, noch der breythe eris landes die uff den stadt trethenn: weme aber das weerdt zu der stade neher lidt, des ist os alleyne. Dith ist das beschriebin recht undt stehedt e. t. c. insula. [Seite: 60] [Faksimile]

IX. Es ist ouch in den steten gemeyne erbe alle plaen und pletze, die mergte, der stadt gasſsen, kouffhues, tantzhues, rathus unnd derglichin, also doch das sie nyemandt besondern sal bekrodenn adder vorletzen, wedder midt abebrechin adder vorgraben, noch midt keynerhande vorwustenn, noch bekommern midt keynerhande dingin, ane besondern orloub der stadth formunden. Dit ist das beschriebin recht unnd witpildesrecht.

X. Wol das gotshuser, die kirchin unnd die kirchoffe nymandes besondern sint danne gotis, so sullin und mogin er doch die luthe gemeynlichin in zcemlichin dingen midt gotis dinste gebruchen. Aber in der kirchin hat nymant keyn eigin stat wan der pherner, adder der seine stat vorstehedt, in sime kore unnd obir dem altar. Aber das die pharluthe gesoile besondern dorzu machin, das mues geschen midt willen und loube der kirchin formundin. Dasselbe ist os ouch umme kasten in der kirchin und die erthues uff dem kirchoffe, das mues alles gescheenn mit der bischoffe loube und der kirchinmeister vorhengkenisse. Dith ist geistliches unnd wertliches recht.

XI. Dye muren umme die stethe, die sint heylig gnant umme der befredunge willin. Die muren, graben, blangken, zeune, schlege, unnd was zu der stethe befredunge gehorith, torme, borgfrede und die thore midt denn phorthenn und derglichenn, die sint nymandes besondern erbe, und on ist frede geworcht von gotlichem rechte alſs den kirchenn, das nymandt frevil doran begehin sal, noch sie wusten adder storme, und en die fryeheidt brechin, bie der hochsten buſse; wan man leſset in den alden kronicken, das umme Rome eyn vorch midt eyme phluge zuerst gearn worde, unde der frede dorober geworcht, do Romulus und Remus sein bruder buwenn wollenn, und do vorgaſs sich Remus unnd rante doruber, unnd sein bruder lieſs ome umme den fredebruch das houbt abeslahen. Dit ist beschriebin recht.

XII. Uff den welden han ouch die stethe und die dorffe gemeyne erbe, das ouch bsondirn nymandes ist, do sie er vyhe hen triben; das sal ouch nymant wusten adder redelichin vorgrabin ane rechte notdorfft, ab en wilt wasser errete an sime erbe und desglichenn, her thu eſs danne mit loube der formunden. Wer sich aber des wissentlichen underwindet und os erbeytet, mann mag oſs ome zu uneren reythe, unnd mues oſs midt geilthafftiger bueſse wedderkeren; thud er es aber unwissentlichin, man sal oſs ome gnediglichin wenden, wanne nymant erlos werdin mag danne mit willin, noch bueshafflig danne mit frevel, noch deme gottlichem rechte. [Seite: 61] [Faksimile]

XIII. In der gemeyne erbe haben die stethe und die dorffe, das sint die trencke, die borne, die raſsenflecke, die holtz, die weide, die kalgoven, leymengruben, steyngruben, sandtgrabin und derglichenn, der mag zu dem rechten nymant gebruchin, der nicht in der stadt adder in dorffe beerbet ist. Dith ist das beschriebin recht undt stehet institut. libro secundo, titulo tercio.

XIV. Vorkoufft eyn goteshues umme seiner notdorfft willin adder sust seines bestenn, sein eygin, es sie arthafftig landt, holtz, winwachs, weſsenn, adder ander erbliche guthe, das sal gescheen midt rathe unnd willen des gotishuses formunden und frunden, unnd welch man das danne kouffet, der sal eſs nutzlichin unnd gantz kuntlichin bezcalen, eſs werdet ome anderst widder abegeteylet, unnd wan her die bezcalunge also getudt, so sal en das gotishues gewerin vor alle rechte ansprache fierzcig jar und tag. Dith ist das beschriebin recht und stet beschriebin in autenticis c. primo.

XV. Vorkouffet eyn man eygene guther recht und redelichin eyme kloster adder eyme gotishueſse, her sal die guthe vor ledigin unnd frye machenn vor wertlicher gewalt, und dornoch also her bezcalith werdet, so sal her das closter adder das gotishues gewerin vor alle rechte ansprache driessig jare und dorzcu jar und tag, unnd ist das beschriebin recht und stet geschriebin de praescripcione triginta annorum, titulo primo & secundo.

XVI. Werden gewiehete hoffstete, do kerchen adder kirchoff vor jarin gewest sint, adder vorstolne erbliche guthe, holtz adder acker, weſsenn adder garthen, adder welcherley erbe das ist, adder guthe, die man midt gewalt weder das recht und gerichte eyme vorheildeth adder vorhaldin hat, vorkouffet, wie wol die bezcalet werdin und wie kuntlich, so kan man er doch nummer ewiglichin gewerin. Dith ist das beschriebin recht und steth beschriebin in ff.

XVII. [EG. 12.] Vorkouffet eyn man deme andern erbliche gute, der sal her en werin jar und dag, das sint sechs wochin und eyn iar, ane rechte ansprache; her sal os ouch verkouffen mit seiner erbin jaworthe und mit vorzcegnisse seines weybes und seiner kinder, ab her die hath. Ist aber der kinder eyn teyl uſserlandes, vor die mues her borgin setzen, und vor sie gewerin driessig jar und dag, ab sie indes nicht enkommen; quemen sie aber indes, sie mochtin vordern er veterliches adder mutterliches erbe mit rechte, und gewonnen des volge. Dith ist das landtrecht unnd ouch der stadt recht.

XVIII. [EG. 105.] Eyn iglicher borger der sal seine erbliche guther [Seite: 62] [Faksimile] adder erbliche zcinse, die in der stadt adder vor der stadt in erem witpilden sint gelegin, wedder klostern adder phaffen, wedemen adder spetaln, adder sichhusern, adder kluſsenn, weder bescheydin gebin adder vorkouffen ewiglichin zu besitzen, es gesche dan mit willen und vorhengkenisse der stadt formunden adder des rathes, und wer das obertretit, der sal an die stadt das geilt, do es umme vorkoufft ist, adder also vel also es werth ist, halb gebin, unndt zu bueſse eyne marg darzcu. Dit ist der stad alde willekor und gesetze und werdet gehaldin vor er recht, wan die stadt anders zu vel beswerth worde.

XIX. Eyn iglichs erbe adder lehin adder eigin sal man von rechte nicht anders vorgebin, vorsetzin adder vorkouffen danne das erbe vor dem erbeherrin, das lehin vor dem lehinherrin, unndt das eigin vor dem gerichte adder schultissen.

XX. Welch borger erbliche guthe kouffet adder vorkouffet, sie gehin zu erbe von clostern, von phaffen adder von leyen, dorvon her jerlichin der stadt zu gewonlicher phlege stet adder stehin mues, der sal nicht vorder me zu erbegeilde dorvon phlichtig sein, dan nochdeme also die stad gefryhidt von den forstin ist: das ist der vorkouffer eynen schilling phennig und der kouffer sechs phennige, wie gut es sey.

XXI. Alle stete in unser hern lande gelegin die sogetane frieheidt: was lehinguthe adder freyeigin guthe eyn ingesessener unser hern borgir zu eme kouffet unnd wettet, addir wie her die midt erin und rechte irkriget, von welchin herrin sie zu lehin gehin, die mag her frye behaldin und er in aller fryheidt gebruchin, also sie die erbarn luthe, der sie gewest sint, gebruchet habin, do en nicht an hindern sal das gesetze adder gewonheidt des landes in keyne wiſs, sundern die keyserliche gewalt erfullet ome des alle gebrechin. Diesſse frieheidt hat gegebin keyſser Karl der vierde des namen, unnd die vorsigiltin houbtbrieffe derselbin fryheidt haben die vonn Liptz uff erme ratishuse.

XXII. Es en sal nymant erbliche guthe, die gelegin sint in der stadt witpilde und schosbar sint, kouffen, her sie phaffe adder leye, her wolle sie dan vorschossin unnd mit allen dingen noch der stadt gewonheid und rechtin vorstehin also eyn ander borger. Dith ist witpildesrecht und der stat willekoer.

XXIII. Es en sal nymant erbezcinse vorkouffen adder vorsetzenn, her bithe sie alrest dem rathe und der stadt formunden an, ab sie die zu erin amchten kouffen adder wettin woldin; vorbricht aber ymant das, die stadt mag sich in die zcinſse legin, unnd der vorkouffer mues er das vorbuesſsenn noch der stadt gesatztin buesſse, das ist eyn marg Isennecher were. Dit ist der stat gesetze.

XXIV. Ab eyn zcinsman spricht, her gebe eyme zcins, her en [Seite: 63] [Faksimile] wisſse nicht worummb adder wovonn, das mag on nicht behelffenn, wan zcins der unwissenheidt den vindet man in geistlichin adder in werttlichin rechte nergin, wan eyn iglicher, der do phliget zcins zu gebin, der sal von rechte wiesſsen, weme her en gebin sal, und war her en reichen sal, und worumme her dorzu vorbunden sie, das her en gebin sulle. Dit ist das beschriebin recht und stehet u.s.w.

XXV. [LR. I. 54. 3] Ab der zcinsman des zcinses louknidt, der herre, deme der zcins geborit adder sein bothe, der das gut bestatidt, der mag den zcins bas so behaldin mit seime rechtin das sein der zcinsman glouben moge. Spricht aber der zcinsman, das her seinen zcins vorguldin habe, kan her das selbderthe warbrengen, die es gesehenn haben unndt gehordt, her genusset sein billiche noch rechte. Dit ist witpildesrecht und ouch der stadt recht.

XXVI. [Dist. I. 20. 1. ER. I. 32.] Krygen zwene ader drye umme erbliche gute, wer das under ome hat, der sal es behaldin, biſs sie entscheydin werdin mit deme rechtin; weme es danne gefellet, dem sal er es antwortin. Hat her sein icht genosſsen ober sein recht, das sal her ome dorzu gebin, hat her aber icht doran gewant, das mogelich und noth was, man keret es ome ouch billiche noch rechte. Dit ist witpildesrecht und glich denn geistlichin und ouch der stadt recht.

XXVII. [Dist. I. 20. 3. ER. I. 33.] Heyschet eyner an andern erbe von globedes wegin, das sal man haldin vor unrecht, es wer danne das es des mannes rechtin erbin gewillekort hettin vor gerichte, also das man es mit deme richter und mit den schepphen adder mit des richters brieffen irzcugin mochtin, so muste man das globede haldin. Dit ist witpildesrecht unnd ouch der stadt recht.

XXVIII. [Dist. I. 20. 4. ER. I. 35.] Vorgibet eyn man sein erbe, das ist unrecht, tudt her es an seiner erbin willin. Her mag ouch an sime suchtbetthe sein erbe nicht beswerin midt zcinsen und die ane seiner erbin willin ergin bescheyden; her mag an seime suchtbetthe nicht mer ane der erbin willin bescheydenn danne funff schillinge phennige der mynnern muntze. Dit ist wirpildesrecht unnd ouch der stadt recht.

XXIX. [Dist. I. 20. 7. ER. I. 37.] Hadt eyn man erbgut midt seinen brudern zu teylen, was gutis eme danne mit sime wibe wordin ist adder midt or gezcuget hat, das teylet her midt seinen brudern adder swestern nicht. Dit ist landtrecht, witpildesrecht und der stadt recht.

XXX. [Dist. I. 20. 7. ER. I. 37.] Brenget eyn mann noch seiner eildern tode eigin, erkrigin gut adder erbe, adder das ome mit seime weibe wordin, in der andern seiner geswistirde gut, das sal her also inbrengin mit guther kunschafft, midt des gerichtis adder des ratis brieffin [Seite: 64] [Faksimile] das her es mit rechte unnd ane nodt wedder von en moge brengin. Dit ist witpildisrecht und ouch der stadt recht.

XXXI. [Dist. I. 20. 8. ER. I. 38.] Had eyn man mit kunschafft also recht ist sein gut bracht in der geswistirde gute, wan sich danne die geswistirde teilin und ere gute scheidin wollin, so ist er frome und er schade er aller glich; dornoch so hebet her danne uſs, was her mit kunschafft zu en bracht hadt. Dit ist witpildesrecht und ouch der stad recht.

XXXII. [Dist. I. 20. 9. ER. I. 39.] Brenget eyn man erbe zu seinen erbegegatin midt kunschafft, unnd seine formunde adder der hoffeman wel ome seinen acker mer besſsern danne des andern erbe, des sal in dem rechtin nicht sein, unnd werdit her des erschuldiget, her mues es den andern erstatin noch gliche, adder mues sich des midt dem rechtin entslahin. Dit ist witpildesrecht und ouch der stadt recht.

XXXIII. [Dist. I. 20. 11. ER. I. 40.] Sundern die eildern eynes er kinder von en midt erme guthe, sie eſsin midt eynander adder nicht, wollin die gesundertin die ungesundertin noch der eildern tode anlangin, sie musſsin en die teylunge mit erme eide wedderbrengin, womede sie abegesundert warin; was ouch dan wissentlich ist, do mogin sie nicht vorgeswerin, habin sie aber erbeteylunge vorlobit dovor vor dem gerichte, sie musſsen es haldin, und des ist man sie nehir zu oberkommen, danne sie sich des entschuldigin mogin. Dith ist der stadt recht.

XXXIV. Had eyn man eyn wip, die sich fromelichin bie eme heildeth, unnd lesſsit die gebrechin liedin, beswerit eme die sein erbe, unnd vorkouffet ome etwas, wan her nicht inheymisch ist, her mues es loſsin, wol das hievor geschriebin stet, das keyn wib moge eris mannes gudt vorsetzin adder vorgebin ane seinen willenn. Hadt sie es vorkoufft midt kuntschafft, adder vorsatzt, und ere notdorfft bewieset, wel es danne er man nicht wedderloſsenn, so her es weys, in jare und tage, her mues ummer darzu swigin. Orwiset her aber ehaffte nodt, her irfordert es wider, wel her sein recht darzu thun, der her sein nicht en woste, adder das her es von rechtir nodt in der zcid nicht geloſsin konde. Dith ist witpildesrecht und ouch der stadt recht.

XXXV. Wer deme andern seinen acker, wingartin adder boymgartin erbeytit, adder anders was, das fruchte tragin, das sal her erbeytin also eyn guder ackerman adder gertener undt also eyn ander bederman, der sein eigin erbe pflidt zu erbeytin, unnd also man es zu rechte erbeytin sal. Thut her des nicht, deſser des das erbe ist, der mag en darumme schuldigen, und bewiset her danne, das es nicht recht und wol [Seite: 65] [Faksimile] geerbeytet ist, her mues dorumme wandel thun noch gliche. Dit ist das beschriebin recht und stet institut. secundo libro & titulo primo.

XXXVI. Erbeytet eyner frommede landt und meynet, es sie sein, und so man die fruchte sniden sal, adder dovor, so erferet her, das der acker sein nicht ist: der herre des ackers sal sich der fruchte underwinden, und sal deme, der en geerbeytet hadt, seine koste und erbeyt legin noch bescheydenheidt, also frome luthe erkennen. Dith ist landtrecht und ist ouch der stad recht.

XXXVII. Erbeyt eyn man des andern lant in der meynunge, das es sein sie, und swigit der herre des landes etzliche zcidt darzu, und nemmet sich des nicht an, adder ist villichte usme lande lenger danne eyn jar, und gewinnet darnach seinen acker deme besitzer an, so ist her in dem rechten nicht pflichtig den nutz und den genies midt dem acker zu kerin. Hette her sich des ackers underwunde, unnd wuste wol das her sein nicht was, mag man on des oberkommen also recht ist, und thud her seinen eid nicht darzu, ab es eme erteylit werdeth, her mues deme des der acker ist, den nutz, was her sein genosſsin hat, mit deme acker kerin, unnd seine erbeyt vorliesſsin umme des vrevel willen, das her sich des underwant zu habin, und woll wuste, das her sein nicht was. Dith ist das beschriebin recht und stet institut. secundo libro, titulo primo.

XXXVIII. Ab eyn man lant vorlassen hadt umme korngelt, und kommet dan missewachs, ist her danne das korngelt von rechte schuldig zu gebene adder nicht? Deſse frage vorantwort meister Heinrich von Merseborg, eyn meister des rechtis, und spricht also: ist das missewachs von wetters wegin kommen, und werdet also gemeynlichin eyn jar, so mues her das korngeilth das jar gantz bezcalin; werdet aber missewachs das ander jar darzu, so en darff her des in dem rechtin nummer gantz bezcalin, bis also lange das der missewachs eyn ende hat genommen; kommet aber der missewachs von des gebueres wegin, das her den acker vorsumet hadt mit erin und mit tungen, adder midt dem samen, undt mit andern dingen, die darzu gehorin, das her den acker verseumet hat, so mues her die gulde jerlichin gantz bezcalin. Dith ist das beschriebin recht u. s. w.

XXXIX. Ein gut, das eyn man zu erbe adder zu lehene von seinen erbeherrin adder lenherrin hadt, das vorlusit einer mit rechte in drierley weis. Zu dem erstin, wanne her das inne hadt iar und dag, das her es nicht enphet adder eme bekennen leſset. Das ander, ab es eme bekant ist unndt louknidt der zcinse darvon, wan her des dryestundt vermant werdit. Das derthe, ab her das gut under eynen andern herrin brenget und vorstelet es unnd vorloukent seines erbeherrin. Dith stet geschriebin in dem rechte C. t. expte. [Seite: 66] [Faksimile]

XL. Achte stucke sint von den eyn son in dem rechtin sein vetterliches erbe vorluset. Das erste ist, ab her seine eildern slehit und mit worthin obel handelt. Das ander, ab her sie vorlumunt und en an die ere redet. Das derthe, ab her sie vorhungert und en an der narunge und ander er notdorfft abezubit. Das vierde, ab her mit bosewichten und schelcken uffinberlichin wandirt und wel des umme seiner eildern willenn nicht lasſsen. Das funffte, ab her seine stiffmutter adder seines vater amien besleffet. Das sechste, ab seine eildern gefangen werdin unndt wel der nicht loſsin. Das siebinde, ab her das werit, das seine eildern vor er sele nicht gebin noch bescheydin mogin. Das achte, ab der son in eynen ungloubin vellit unnd eyn ketzer werdeth. Dith steth geschriebin in dem rechtin, ut habetur in alma q.

XLI. Buwet eyner eyn hues wissentlichen uff eynes andern mannes hoffstadt, das hues volgit mogelichin deme, des die hoffstadt ist. Hat her nhu das hues frevelichin doruff gebuweth, her vorlusset den gebu umme des frevels willin und das her ihme die hoffstadt entphrommedin wollde, und ist eme nicht darumme schuldig zu kerin. Wer aber den zcymmerluthen, den deckern, den erbeytinden luthen, und den andern wergluthenn er lon unbezcalit, das muste der bezcalin, der das hues uff seiner hoffstadt beheildeth; anders darff her keynerley me geilden dan unbezcalet lon von der erbeyt, die darzu gescheen ist. Und were das hues noch nicht gantz uffgericht, der es lies buwen, der mochte von der hoffstadt wedder holtz adder steyne adder keynerley, das daruffe lege, mit rechte vorkouffen adder dorvon laſsen tragin. Had her aber das hues midt des wiesſsenn und willenn gebuwet in gudem gloubenn, des die hoffstadt ist, so ist er eme schuldig seinen gebu abzulegin noch bescheidenheidt und noch glichin dingin. Dit ist das bescbriebin recht.

XLII. [Dist. II. 4. 1. ER. III. 27.] Mittet eyner eyn hues zu eyme zcinse eyn jar mynner adder mer, den zins sal her gebin zu rechtin zcinstagin, also in deme lande adder in der stadt gewonlich und recht ist. Thud her das nicht, so sal der herre, adder der sein bothe ist, phenden daruffe vor seinen vorsesſsen zcins. Anders mag man nymanden ane gerichte gephenden, es trethe danne die stadt an, do die husunge inne ist gelegin, die mochte ouch one gerichte lasſsen phenden vor geschoſs, wach, bethe, und buesſse, unnd desglichen, das die stete anruret. Dit ist witpildesrecht und der stadt recht.

XLIII. [Dist. II. 4. 3. ER. III. 28.] Loukent eyn herre sime miether adder hindersidele das ingedinge an husern, also an vasen, leytern, kasten, bencken, schencken adder anderme huesgerethe, so mag desselbin huses miter adder der hindersiedel sein ingedinge do mit beserme rechte behaldin eyn jar mit seime eide, danne es der herre mit sime [Seite: 67] [Faksimile] eide entredin mochte. Das machet, das es dem herrin darume nicht abegehidt; der mitter sal os ome ouch haldin also reynlich unnd gantz also ab es sein eigin were. Dit ist landrecht, witpildesrecht undt ouch der stadtrecht.

XLIV. [Dist. II. 4. 3. ER. III. 29.] Vormittet eyn herre erbliche gute zu jarin, acker, weſsin, wingartin, hues adder hoff, adder hadt dorane erbezcinse, und loukent ome der zcinsman adder hindersiedel des zcinses, und spricht her habe en eme bezcalet, die bezcalunge mues her bewieſsin midt fromen luthin, also recht ist. Spricht her aber, her sie eme nicht schuldig, das sal en nicht darzu behelffen; wan eyn iglicher her ist seinem zcins nehir zu behaldene uff seinen hindersiedel adder uff seinen zcinsman, wan es der zcinsman eme enkegin moge midt seime eide. Wan es ist wissentlich, das der zcinsman adder hindersiedil des herrin gut besitzidt und innehadt, her sal es ouch wissentlich machin, das her deme herrin seinen zcins bezcalet habe. Der herre mag aber uff en nicht mer behaldin danne eynen jarzcins, und was zcinses ober eyn jar gestanden hadt, do mues er en umme beschuldigin also umme ander schult, man mochte en danne des irzcugin mit gebethin gezcugin vonn willekor beyder parthie. Dit ist landtrecht, witpildes und stadt recht.

XLV. [Dist. II. 4. 4. ER. III. 30.] Had eyner eyn hues zu erbezcinse midt deme huesgerethe, das darzu gehoridt adder benant wirdet, wolde der zcinsman das ergirn, adder zcinse daruffe vorkouffen, adder daruſs das huesgerethe, also brwgescherre adder anders was, das dorzcu gehoridt adder darumme gelasſsin ist, adder sus holtz, tor, venster, treppen, steyne adder zcigil, die darzu gehorin, es enwere danne das her besſsern gebw kuntlichin darmede thede an dieselbin husunge, adder wolde derselbin hoffereythe eyn teyl vorsetzen adder vorkouffen: das enmag her nicht gethun ane des willin, der den erbezcinse darane hadt. Dith ist landrecht, witpildesrecht unnd der stat recht.

XLVI. [Dist. II. 4. 5. ER. III. 31.] Had eyn man sein hues adder sein eigin vormitit, und vorkoufft her das darnoch, der kouff der thud die mithe ab; das ist der stadt recht. Aber noch landtrechte: wolde der kouffer den myter abetriebin, das mag her midt rechte also nicht gethun, wan her ist sein gedinge nehir zu bewieſsin uff den heilligin zu eyme jarzcinse adder zu eyme halbin, nachdem also her es lang adder kort gemitet hadt zu behaldin, danne es eme der herre adder der kouffer gebrochin moge.

XLVII. [Dist. II. 4. 6. ER. III. 32.] Wel eyner phenden uff seiner gewer seines eigins, do her seinen erbezcins an hadt, und wol ome das der zcinsman werin, so sal her nehemen zwene seiner nackebuer dabie, unnd sal das also besetzen unnd mit en gezcugin, darnoch so neme [Seite: 68] [Faksimile] her den richter darbie in der gewere unnd phende; werit her danne das phandt deme, adder des gesinde, deme die phande geborin, so sal der richter zugriffenn unnd helffenn phenden, unnd wettet darumme deme richter eyn phundt phennige uff gnade. Dit ist noch der stad recht. Aber noch landtrechte so schrie her das gerichte an undt thu das geruffte und volge deme midt rechtin gecleiden, und werdet her fluchtig, so mag her ome wol volgin in das hues adder in eyn ander haws, abwol die huſser noch keysersrechte unnd der forsten gemeynlichin in den frede gesatz sindt, umme das her von der widderstandunge keynen huesfrede gehabin mag, sintdemmale das her den huesfrede also selber gebrochin und vorletzidt had. Vindet ouch der zcinsherre in dem hueſse adder in der gewere nicht das her gephendin moge, dornoch so mag her den wert und die wertin wol uffhaldin, wo her sie ankommedt, mit zwen nackeburen und mit dem fronebothin, undt ab es eme nodt darzu thud, her mag sie in seinen gewerin haldin und in fessern spannen vor seinen vorsesſsin zcins.

XLVIII. [Dist. II. 4. 7. ER. III. 33.] Nymant magk ouch midt rechte vordern seinen zcins danne der, des her eigin ist, adder sein gesinde von seiner wegin. Were aber eyn man siech adder gebrechlich und hette keyn gesinde, szo mochte danne eyn frommeder man, wan her es bethe, wol phendin vor on, also doch das eme der richter das erloubet hette und die macht gegebin, mit wisſsen zweyer bedermanne, diewile das her krang, adder gebrechlich, adder us deme lande were. Das ist landrecht, witpildesrecht und ouch der stadt recht.

XLIX. [Dist. II. 4. 8. ER. III. 34.] Hadt eyner seinen waynkasten, schunenbansen, adder kornlouben umme zcins vormitteth, und vorheildet man eme den zcins unnd beslusset die gemach unnd beheltenisse, das der zcinsherre darinne nicht gephendin magk, do sal her vor gerichte umme clagin unnd sal midt orteylen dornach fragin, wie her seime vorsessene zcinse moge nachkommen, wan her ome beschlossen sie in jenes gewerin, das her nicht gephenden moge vor den zcins. Werdet eme dan erteylet, her sulle es bewieſsen, und bewiset her das danne midt zwen bedermannen, die bie der vormietunge sint gewest, so sal eme danne der richter midt denn schepphen und midt dem friebothen die gewere uffene, das er vor sienen zcins gephende moge, adder sust bekommen. Dith ist landtrecht, witpildesrecht und ouch stadrecht.

L. Had eyner eyne schunen adder in seime huſse eyn gemach vormittet, das der zcinsman beslosſsen hadt, und brichit das der zcinsherre uff an gerichte, ab her wol darinne umme seinen vorsassen zeins phendit, [Seite: 69] [Faksimile] so bricht her doch dem zcinsmanne sein gewere, und claget her es deme gerichte, der zcinsherre mues es gebuesſsen noch rechte. Begehit ouch der zcinsman, ab her midt gerichte gephandt werdet, eynen fredebruch, ab eme das beheltenisse werdet geuffendt, der richter hadt seine wette uff deme, der es beslosſsin hatte und mag zu hant wol phenden, nochdeme also deser vor deme zcins gephendt ist, und mag her nicht phandes bekommen vor seine wette, her mag wol anderswo phendin, wo her en gephendin kan. Dith ist landrecht, witpildesrecht und ouch der stadt recht.

LI. [Dist. II. 4. 9. ER. III. 35.] Wer umme hawszcins clagedt adder phendet, do er es zu rechte nicht thun sal, kommet das vor gerichte unndt werdet das zubracht also recht ist, her mues dorumb deme cleger busſsen und deme gerichte wettin noch des gerichtes loufften unnd gewonheidt. Dith ist landtrecht, witpildesrecht unndt der stadt recht.

LII. [Dist. II. 4.10. ER. III. 36.] Wel eyner phendenn umme seinen hawszcins, sprichet jener, der den zcins geben sal, adder sein wertinne, sie wollin antworten vor das phandt, so lieden sie nicht mogeliche phandunge, unndt der zcinsherre sal das in deme rechten danne statten, unndt das antworthen sal ouch zu handt vor deme gerichte geschen, uff das nehiste gerichte zukunfften. Welcher under en danne seines rechtin vellig wordet, der mues deme andern busſsen unnd dorzu deme gerichte wetten. Dith ist landtrecht, witpildesrecht und stat recht.

LIII. [Dist. II. 4. 12. ER. III. 37.] Mittet eyne frowe eyn hues, vor den zcins sal er elicher man midt er antworthenn unndt zu deme zcinse midt er vorbunden sin, ab her anders midt er gewonet hadt in der gewere. Dith ist landtrecht, witpildesrecht unnd ouch der stat recht.

LIV. [Dist. II. 4. 13. ER. III. 38.] Hadt eyn man guth, landt, weſsen, garthen, haws adder hoff, welcherley das ist, do her korngelt, phenniggeilt adder andern zcins von phligt zu gebin, und wel er das gut ufflasſsen vor den zcins adder uffgebin, das mag her thun, also das her deme herrin des guthes seinen vorsesſsen zcins mede gebe unnd das ufflasſsen ouch thu zu rechter tagzceidt. Das ist der stadt recht. Aber noch landtrechte ist oſs also: wann der herre das gut von eme uffgenommen hadt, dannoch sal her doruffe sitzen eyn halb jar, das indes der herre das mit eyme andern besetzen moge; her besetze os indes adder nicht, so sal er ouch ane gedrangk und intrag von deme zcinsmanne das gut uffnehemen lediglichin, und was zcinses doruffe was vorfallin biſs uff die zceidt, also es der herre von eme uffnam, den sal er ome unvorzcoglichen reichin; adder sal ome das eyn halbjar vor zw wiesſsen thun, das her uff die zcidt ome sein gut wolle uffgebin.

LV. [Dist. II. 4. 14. ER. III. 39.] Haben mer luthe danne eyner eyn haus adder sust eyn ander gemach adder etwas anders gemitet noch [Seite: 70] [Faksimile] eynander, wer danne der erste gewest ist midt der mitunge, das her bewieſsen kan, der beheildet sie unndt die andern musſsen abetreten. Haben aber luthe midt eynander hues gemittet, die sullen die gemach des hawses glich teylin, und sullen danne dorumbe losſsenn. Dith ist landtrecht und witpildesrecht, ouch dorzu der stadt recht.

LVI. [Dist. II. 4. 15. ER. III. 40.] Hadt eyner eynen teyl an eyme hawse adder an eyner huttin, her mag seinen teyl wol vorkouffen adder vorsetzen adder vorgebin ane der willen, der das ander teyl ist, es en were danne erbegut; were aber eyner, der es midt eyme hette, eyn erbe dorzu, so sulle man os ome zu wisſsen thun, wolle her danne das geilt dorummb gebin, do her os ume wol vorkouffen mochte, so sal her os ome vor eyme andern gunnen, und wolle her os ome also nicht lasſsen, her gewinet os ome midt rechte an, kan er das erwieſsen, das er eyn recht erbe dorzu ist. Dith ist landtrecht, witpildesrecht undt der stadt recht.

LVII. [Dist. II. 4. 16. ER. III. 41.] Kouffet eyn man eyn gut adder erbe, welcherley das ist, und kouffet das midt aller seiner zugehorunge, ersucht und unersucht, sint doruffe zcinse vorsesſsen, welcherley die sindt, biſs uff die zceidt, das es deme kouffer uffgelasſsin wert: der zcins geboreth deme, der das gut vorkoufft hadt, es enwere danne, das der kouffer in deme kouffe besundern die vorsesſsen zcinse mede gnant unnd gekoufft hette. Dit ist landtrecht, witpildesrecht unndt der stadt recht.

LVIII. [Dist. II. 4. 18. ER. III. 42.] Vorsetzet eyner eyn haws, adder eyn bangk, adder eynes huses eyn teyl, adder gulde, adder anderswas desglichin, das en mag her nicht vorbaſs bekommern, her habe os danne gelost; her kan os ouch midt rechte nicht vormiethen, es werde danne weder uffgelassen und weder uffgebothenn unnd diessem weder frede doruber gewerdikeyt, nochdeme also in eyner iglichen stadt adder gerichte gewonlich ist; unnd dornach szo magk er es vorkouffen adder vorsetzen adder vormiethen, weme her wel. Dit ist landtrecht, witpildesrecht unnd ouch der stadt.

LIX. [Dist. II. 4. 19. ER. III. 43.] Welch man erbezcins uff seinen guthen hath adder uff andere lehingutin, den her jerlichin dorvon gibt, wie geringe der ist adder welcherley der ist, szo mag her in deme rechten vorbaſs doruffe keinen zcins mer gemachin wedder des willen und ane seynen orloub, der den rechten erbezcinſs doran hadt. Dith ist landt recht, witpildesrecht unnd der stadt recht.

LX. [Dist. II. 4. 21. ER. III. 44.] Wel eyn herre vorwieſsen seinen [Seite: 71] [Faksimile] zcinsman von seime guthe, der zu deme guthe nicht geboren ist, das sal er ome vor vorkundigen zu lichmesse, das ist zu unser frawen tage lichtwye. Dasselbe sal ouch der zcinsman thun, ab her das guth lasſsen will. Dith ist landt recht. Sterbet aber der zcinſsman, sein erbe tretit an seine stadt und vorzcinset eſs unnd vorgildeth es, also os sein vorfar vorguldin solde habe. Sterbet ouch der herre, der man gibt den zcins deme, an den das gut erstorbin ist, unndt endarff ouch nymandes der sein gewere sie, denne seinen pflugk. Dith ist lantrecht unndt der stat recht.

LXI. [Dist. II. 6.1, 2. ER. III. 49, 50.] Was man gotheshusern adder den wedemen an geistliche lehin wil eygene, das sal gescheen nicht alleyne midt willen des rathes, ist es in eyner stat, sundern ouch mit volworthe der gemeynde, uff das man es also bestelle, das der stadt er recht unndt er pflege nicht abgehe, adder das man dokegin gnug thu mit gewiessen erbezcinsen, die der stat dynen, adder midt sogetanen andern dingen, das die stadt ewigen nutz adder fromen do von enzcehe. Dith ist witpildesrecht undt der stat recht.

LXII. [Dist. II. 4. 22. ER. III. 72.] Ab eyn man keynen lehenherren hath, noch seime tode, wer dan sein erbe ist noch lanthrechte, der nemmet dan sein vordyenethe guth zu deme leben, ist es anders vordyeneth. Dith ist lehinrecht, in deme lantrecht, unnd ist ouch statrecht.

LXIII. [Dist. II. 6. 3. ER. III. 51.] Was in witpilde adder in lantrechte uff pfaffen adder uff ander geistliche luthe eygins, erbis, adder zcinses vonn guthen irsterbet, das mogen sie wol innemen undt das gebrochen zu erme leibe unnd zu ere notdorfft, diewile sie leben; aber sint die guthe etwas redelich, szo sullen sie formunden haben, die sullin die guther vorstehin mit aller pflege kegin den herrin in witpildesrechte, kegin der stadt in statrechte, unnd kegin den voyten in landtrechte. Derselben guther mogin die pfaffen adder die geistlichen luthe keynes bekummern, noch vorkouffen, noch vorsetzen, an der erbin gloubede. Das ist das beschriebene recht.

LXIV. Sterbet ouch eyn man und leſset erben, die in eyner andern herschafft sint gesesſsenn, unnd gefellet uff die eygen, adder erbe, adder zcinſse, adder erkriegenn szogetane guther, mit kouffe, adder mit geilden, adder mit pfandunge von gerichtes wegin, adder wie sich das machet, ab dye wole unvorsprochene frome leuthe sint, szo sullen sie doch die guther nicht lenger besitzen danne eyn jar; wan sie sullin dye in jare unndt tage an ander leuthe, dye mit guthern in der herschafft gesesſsen sindt, brengen, sie wollin sie danne selber besitzen unndt wolden in die herschafft kommen. Dith ist lantrecht unnd witpildesrecht. [Seite: 72] [Faksimile]

LXV. [Dist. I. 44. 1.] Wan man ober eyn eygen frede werken sal, das sal man thun uff der gewere noch keysers rechte; abe noch landtrechte unnd noch witpildesrechte szo sal man es thun an gerichte und an geheygeter dingstat mit vorsprochen unndt mit orteyln, also des gerichtes loufft ist.

LXVI. [Dist. I. 44.2. ER. I. 76.] Wer eyn erbe vorkouffet, der sal es gewerenn jar unnd tag vor rechter ansprache, szo ist er danne ledig; es en sie danne das eynn, der her midt rechte angesprechin mag, sie ussewenig des landes, szo sprichet her es dornoch wol an, wan her heym kommet, nnnd vor den muſs ouch dye wer danne bestehen die benanten zceidt. Dit ist landtrecht, witpildesrecht und ouch der stat recht.

LXVII. [Dist. I. 44. 3. ER. I. 77.] Vorkouffet eyn man eyn erbe, do her nicht rechtis an hat und des her ouch keyn formunde ist, und ab das eyner kouffet, undt es wol jar unndt tag in seinen geweren hat, das enhilffet on nicht, her mochte danne mit volkommen rechte bewieſsenn, das es midt des willen gescheen were, des das erbe von rechte were. Wirt es danne angesprochen, so mueſs er danne bewieſsen mit gerichte unndt midt den pflichten, die es gesehen und gehort haben. Dit ist landtrecht unndt der stat recht.

LXVIII. [Dist. I. 45. 1.] Keyn eygen magk man uffgelassen ane gerichte in lantrechte unnd ouch in witpildesrechte; abe in keyserrechte in des richis stetin, werdet do vor deme rathe icht gelassenn, globet, adder gegeben, adder bekennet man vor deme rathe icht, das sal man unnd mueſs es haldenn vor gerichte unndt anderswo, do man sein bedarff. Doch en ist des nicht also in sechsischer art, wan alle uffgelasſsen eygin, gabe, unnd erbin globede, die sullen gescheen an gerichte, umme deswillen ab ymant hette darin zu sprechen von anfalle adder vonn schulde wegen, das dan eyner seines rechten nicht vorseumet worde. Dith ist landtrecht, aber der stat recht bestehet midt dem keyserrechte.

LXIX. [Dist. 1. 45. 2, 3. ER. I. 78, 79.] Wes guthes uff eynen geerbeth ist, das heyſset sein erbeguth; das her gekouffet hat, das heysset sein gewonnen guth; in lantrechte unndt in witpildesrechte. Man mag keyn erbegut gelassen an erbe globede, das ist ane willen der erben, es en thu danne eyme libesnoth; in lantrechte unndt in witpildesrechte. Man mag es aber wol vorkummern unnd nicht vorkouffen ane erbe globede. Vorkouffet man es aber ane erbe globede, szo mueſs er es gewerin uff den heylligen, das es ome liebesnot gewest sie; wol ome aber der erbe seine notdorfft geben unndt ome sein schult geilden, szo [Seite: 73] [Faksimile] beheildet er daſs erbe unvorkoufft unndt unvorsatzt unnde gebruchet sein. Dith ist keyserrecht, landtrecht, witpildesrecht unnd der stadt recht.

LXX. [Dist. I. 46.1.] Was eyner vorkouffet adder vorsetzet vom erbeguthin, von lehingut, adder vonn farinde habe, werdet das angefangit adder angesprochen, wer das danne hat vorkoufft, adder vorsatzt, adder hat globet davor zu antworthenn, der sal das vorantworthen und schadeloſs haldin, unnd torste her des nicht thun, szo sal en das gerichte zu lantrechte unndt ouch das gerichte unnd der rath zu witpildesrechte darzu gebeyten, ab man das mit orteyln heyschet, her were danne vorfest midt der achte, undt dith ist ouch der stat recht.

LXXI. [Dist. I 46. 2.] Vorkouffet eyner erbguth adder ander gut, das vormals vorkommert ist, adder vorsatzt, unndt das ouch wissentlich ist, heyschet man das von deme der es vorkoufft hat, das her das entwere unnd eyne were dovor thun, adder heyschet das vonn seiner erbe wegin, das sal man thun vollenkommelichen. Dith ist lantrecht und ouch statrecht.

LXXII. [Dist. I. 46. 3.] Werdet eyn eygen uſsgesatzt, das man bey jar unnd tage nicht wederspricht, das mag man dornach nicht wedersprechin, es enwere danne, das eyner uſs deme lande were geweſsen adder hette eyne ehaffte noth benommen, das man ouch bewieſsen kunde also recht ist. Dith ist lantrecht, witpildes und der stat recht.

LXXIII. [Dist. I. 46. 4.] Weme eyn eygen wirt vorsatzt adder vorkoufft, der sal es vor gerichte uffbiethen vor dem richter unndt vor den schepphen unnd vor den dingluthen, unnd sal eme lassen frede doruber wercken also mit worthen. Der richter adder der fryebothe sal also sprechen: Hye Conrat, Hanns, adder wie her namen ist genant, hat vorkoufft adder vorsatzt Heinrichen also genant, also gethan eygen adder erbegut, welcherley dan das gut ist, das sal man benennen, das bith ich also nhu uff zu dem eynen mall, zu dem andern mall undt zu dem drytten mall. Spricht danne nymant zu der zcidt doweder, szo spreche her vort: Nhu nymant hye widderspricht, szo wercke ich Conradt gotesfrede und meyns herrin des lantgraffenn frede, das Hans hie hat uffgelasſsenn unndt das hat Conradt hie an gerichte in seine billiche gewere bracht, unnd wer nhu kegenwertig ist unndt swiget, der mueſs ummer swigen, unndt wer ouch hie nicht en ist undt hirin zu sprechin hette, deme bescheyde ich vor das gerichte bie seiner rechtin jarzcal, und wer doruber swiget, der mueſs ummer swigen. Und darnach sal der, der die gewere zu ome genommen hat, deme richter unnd den schepphen gebenn er fredephennige, deme richter sechs pfennige, der eyner zweyer heller wert ist, undt [Seite: 74] [Faksimile] iglichem schepphen do eynen pfenning unnd deme fryebothenn eynen pfenning; unndt wel man das brengen in kuntschafft, in register durch jarzcal willin, ſso gebe man dem gerichtisschreyber ouch eynen, das man doran recht adder unrecht moge erkennen. Unndt dith ist keyserrecht, landtrecht, witpildesrecht unnd eyn gut gemeynes recht.

LXXIV. [Dist. I. 46. 5.] Wer erbegut uffgegeben hat vor gerichte, der sal es dornoch halden drie tage unnd drye nacht, er her eme leſset frede doruber werckenn, unnd sal es dornach das der frede dorober geworcht ist besitzen adder sein bothe dry tage und drie nacht. Noch den sechs tagen hat her nicht mer rechtis doran von deswegin es nhu uffgebothenn ist, unndt dit ist keyserrecht; aber noch unserm lantrechte unnd noch witpildesrecht, uff welche zceidt eyn man vor gerichte der gewere abetretet unndt vorsachet, adder das gut also uffleſset, unnd vorzcuget sich des mit hant unndt mit munde, szo hat her sich geledigt der gewere des guthes gantz, undt dith ist ouch der stadt recht.

LXXV. [Dist. I. 46. 6.] Wer eyn erbe erworben hat von kouffe adder mit andern sachen noch witpildesrechte, und sich dez hat gewere vor gerichte unnd sich in die gewere hat wieſsenn laſse, kommet dornoch eyn ander, unnd wel sich ouch laſsen dorin gewere mit gewalt und ane recht, dem sal dan dieſser volgen midt gerichte undt midt ruffunge, undt sal on midt rechten geclegedenn vorvesthen, unnd her sal dan ſso keynen frede haben in huſsinn noch in hoeffen, in kirchin noch uff kirchoffen , umme die thumheyt damede her diesſseme sein gewere entweren wolde midt deme unrechtin, do diesser von rechtis wegin inkommen ist; und wel der vorfester man do widder uſskommen, her mueſs das gebueſsen glich also ummb eynen fredebruch kegin deme cleger unndt kegin deme gerichte. Dith ist keyserrecht unndt ist lantrecht undt witpildisrecht.

LXXVI. [Dist. I. 46. 7.] Hadt eyner eyn huſs adder eynen teyl eynes hawses adder anderley erbguthe, unnd vorkouffet her zcins dorane er her das gut hat uffgebothen, unnd er her das gut in seyne rechten gewer hath bracht noch witpildesrechte, werdet deme danne der zcins mit rechte enzcogen von deme, der en gekoufft hat, darmethe irwerbet her alle das recht an deme eygenn, das jener hatte, deme den zcinſs vorkouffte; aber dem das eygen ist unndt was, und der es vorsatzte, der vorluſset keyn recht darmethe, es enwere ome danne mit rechte angewonnen, unnd dith ist bewieſset in deme lantrechte, das also spricht: wer eme an guthe eyn ander recht zusaget, wen her vonn rechte daran hat, der vorluſset beyde rechte bilche daran, unndt er keynes sal eme zu hulffe kommen noch zu statin. [Seite: 75] [Faksimile]

LXXVII. [Dist. I. 46. 8.] Wer eynen geweren vorbrenget an erbeguthin, das under eme angesprochin ist, zcuhit sich danne der gewere vort an eynen andern gewerin, adder werdit die clage gefristet mit orteyln adder mit andern dingen, szo sal man das vorwieſsen an gerichte zukommen unndt zu teydingen, ab es der richter adder der kleger heyschet mit orteyln, unndt dit ist lantrecht unndt witpildesrecht, undt seint sie nicht ingesessen borger, szo ist os ouch der stat recht.

LXXVIII. [Dist. 1. 46. 9.] Wer erbe adder farende habe hat in geweren von rechte adder von unrechte, den sal nymant uſswieſsenn, man breche ome danne alrest die gewere mit rechte unndt mit rechter clage. Das ist lantrecht, witpildesrecht und der stat recht.

LXXIX. [Dist. I. 46. 10.] Werdet eyme erbegut adder ander gut, welcherley das ist, vor gerichte in seine antworthe vorteylet, das her nicht gewerin mag, unndt seder icht gewelde daran ane gerichte, so ist es eyn fredebruch, unnd man sal ome umme volgin vort mit gerichte und mit rechte undt mit rechtin gecleyden, unndt dit ist lantrecht unndt witpildesrecht.

LXXX. [Dist. I, 46.11.] Vorkouffet eyner erbegut adder ander gut, der des keyne gewere hat, noch gewerin mag, das mues her lassen mit bueſse und mit wetthe vonn rechte. Dit ist lantrecht, witpildesrecht undt der stat recht.

LXXXI. [Dist. I. 46. 12.] Vorkouffet eyner adder vorsetzet erbgut, adder ander gut mit unrechte, und wedderspricht das der des guthis erbe ist mit rechte, was der vorkouffer darvon genommen hat, das mues her widdergebin. Sterbit her aber er das geschidt, sein erbin musſsen oſs geildenn unndt widdergebin, unnd hyrnoch mogin die erbin vor die schult nicht gesweren, ist anders die sache vor gerichte gehandelt, unnd bekennet her adder hat bekant, das her das geilt adder das gut darvonn hat ingenommen, adder ist oſs sust fromen leuthenn wissentlich. Dith ist landtrecht, witpildesrecht unndt der stat recht.

LXXXII. [Dist. I. 46.13.] Leſset eyner sein gut adder vorkumerth her oſs, do seiner nehesten erbin eyner seinen willen hat zugegeben, dar nach der das volwort darzu gethan hadt eyner sippe nehir, wer der ist, der mag das nicht widdersprechin. Sint aber nehir erbin zwene adder drey adder meher, unndt willekorin sie das alle nicht, szo en mag jener das guth nicht gelasſsen ane alleyne seine gewunnen guthe, die her selber erkriegin, vordienet, gekoufft. adder irworbin hat, die leſset, die vorkouffet, die vorsetzet her ane er allen willen mit rechte, adder gebet sie bie seime gesunden liebe, weme her will, unnd do mogin sie ome nicht ingelegin; undt dith ist keyserrecht, lantrecht, witpildesrecht unnd der stat recht. [Seite: 76] [Faksimile]

LXXXIII. [Dist. I. 46. 15.] Undt were eyn erbe irstorbin in witpilde uff eynen gast adder uff eynen burger, der enwegk gezcogin were, unndt hette das erbe hinder ome gelasſsen, und eyn ander spreche, ome were schade dorvon gescheen, und wolde das erbe bekummern darumme, das ensal man nicht stathen, es were danne erclaget vor gerichte, er der besitzer des erbes enwegk zcoch, und das man oſs ouch bewieſsenn mochte, ab eſs frevel adder unrecht were gewest, szo muste man das dorvon widder thu. Dith ist landtrecht.

LXXXIV. Ist das eyn man undt eyn wip gut mit eynander irerbeyten, unndt gewinnen eliche kinder, unnd die kinder sterbin en alle, szo mogin sie danne woll, bie gesundeme liebe, er erbe unndt gut, das sie irerbeit haben, vorkouffenn, vorsetzen adder vorgebin, ab sie wollin, ane der erbin willen und insprache eynes iglichin. Sterbet er aber eynes, es sie der man adder die frowe, szo en magk das ander danne, das do lebende bleibet, nicht vorkouffen, noch vorsetzen, ane des willen, der sein nehiste erbe ist, unnd ist er me dan eyner, die eme gliche nahe gesippe sint, midt der aller willen mues es gescheen; aber do man erbe teylet, do en ist des nicht. Dit ist keyserrecht, landtrecht, witpildesrecht unndt der stadt recht.

LXXXV. Godt der sprach also wedder die kinder von Israhel: dinen zcenden unndt dinen ersten fruchte saltu gothe opphern. Denn zcenden gibt man noch in Hesſsen, an dem Reyne, in Wettereybenn, unndt in mannichen landenn zu den gotheshussern, unnd gotishauser haben ouch dormede etzliche lehin belehindt ummb der manschafft willen. Aber sancte Bonifacius, der dith lant bekorthe, der konde die Doringe nye zu dem glouben brengenn, her muste en den zcenden uff dem feilde wandeln in denn hundisten, unnd den nennet man nhu tetzman, das ist der zcende dez zcenden, und muste sie darzu vorheben des andern zcehenden von deme vyhe.

LXXXVI. [Dist. II. 5. 1. ER. III. 46.] Zcu sanct Bartholes tage sint allerhande zcinse unnd pflege vordinet; unnd zu sancte Walpurgis tage ist der lemmerzcehinde vordinet; zu unser frawen tage wortzwye ist der gensezcehende vordinet; zu sanct Johannes tage ist allerley zcehinde von fleische vordynet, do man mit pfennigen denn zcehinden abeloſset, wan ouch das vyhe hat vorworffenn adder vorwerffet; zu sancte Margarethen tage ist der zcehinde vordinet, was do gemandelt ist unnd gestocket; an sancte Mertins tage ist winzcehinde vordynet; doch gibt man wynzcehinden an etzlichenn stethen unnd landen in den keiltern, wan her gepresset wirdet. Keyserrecht unndt landtrecht.

LXXXVII. Den tetzman gibt man aber also hie nicht vonn den fruchten, sundern her ist vonn alder gesatzt uff den acker, darnach das [Seite: 77] [Faksimile] der gewest ist unnd gut. Nymant hat acker in dem lande zu Doringen gehabt ane tetzman, her sie danne der gotishawser eygen. Das aber etzliche acker nicht tetzman gebin, das ist also kommen, das sie gotishuser ummb ire notdorfft habin, adder das dye erbarn luthe von den gotishawsern dormede umme der manschafft willen belehint sint wordin, adder das die ecker also lange wuste gelegin han, das er tetzman in vorgessenheyt kommen ist, adder er den kirchin mit gewalt vorhaldin wirth. Doruber so ist eyn iglicher von gottlichin unndt geistlichin rechte unnd ouch von keysserrechte den tetzman von seime erbe schuldig ierlich gothe und denn gotishawsern zu gebin, unndt mit dem besten gekorne also her doruff mit erst gesatzt ist wordin. Dith ist ouch landtrecht.

LXXXVIII. [Dist. II. 5.1. ER. III. 46.] Des mannes saedt, die er midt seime pfluge vordynet, die ist vordynet, wan die eyde ober das landt geferet. Der garthe ist ouch vordynet also her geerbeytet wirt adder gepflantzet. Geilt vonn mullen unndt von zcollin, und vonn badestobenn, verwehusin unnd steyngrabin unnd derglichin, der zcins werdet vordienet, wan er tagzceidt kommet zu jarin, zu halbin, zu vertil jaris, zu manden, adder zu wochin, dornoch das usgesatzt ist wordin. Der zcins ouch von den wingarthen, der ist vordinet, wan die tagzceidt kommeth. Dith ist landtrecht undt witpildesrecht.

LXXXIX. [Dist. II. 5. 2. ER. III. 47.] Beheildet eyn kint sein jarzcall vor dem zcinstage, szo hat es das gut vordienet, szo sal es dan uff nehemen: vorjerzcidt es sich aber also noch dem zcinstage, szo hat es danne den zcinſs vorloren von deme guthe. Darummb wan eyn herre adder sust ymandt erbit uff eynes kindes halbin, boymgarthin adder krutgarthin, adder wingarthenn adder desglichin, und bekostigt die biſs an sanct urbans tag, also her zu rechte pflegin unndt warthin und erbeytin sal, szo nemmet der herre, adder der sie also geerbeyt hat, von rechte die fruchte darabe. Dith ist lantrecht.

XC. [Dist. II. 5. 3. ER. III. 48.] Hadt eyner des kindes lant laſsen besewe er dan es sich beieret, der herre beheildet die saedt unnd die stuppeln, adder ab es nhu wingarthenn sindt die winphele, ab sie in der erdin stehin an den winstocken. Her ensal ouch keyn holtz des kindes laſsen houwenn adder graſs abesneyden, ab sich das kindt beierit. Beierit sich aber das kint vor der saedt, der herre hat vorlorin sein erbeit und das kindt gildet ome nicht, also tuth ouch der herre deme kinde noch des kindes erbin, wanne her das ane das angefelle nymmet. Und dith ist lantrecht und witpild.

XCI. [Dist. I. 44. 4.] Eyn kint, das zu seinen jaren nicht kommen ist, das mag wol eynen formunden haben, unndt mag ouch wol vorkouffen adder vorlasſsen sein erbe mit seines formunden willen und seiner erbin, [Seite: 78] [Faksimile] das her, noch das kint, darnach nicht wedderruffen mogin, wan seine formunden noch seine erbin das nicht widdersprechin zu rechtir zcidt, also sie eſs zu rechte thun soldin. Dith ist keyserrecht, landtrecht unnd witpildesrecht unnd der stat recht.

XCII. Dye eildern mogin eren kindern woll formunden gebin, die in erin jarin sint, ane allerhande hindernisse unnd widdersprache der geborin moge, unnd ouch widder den willen der kinder. Dith geschriebin in dem wertlichenn gemeynen rechte institut. u. s. w. und die formundin, die also vonn den eildern redelichin gekorin werdin, die dorffen nicht vorwissen den schadin der kinder. Das ist gesatzt durch des glouben willen, den die eildern zu en hattin, do sie die formundin satztenn. Dit stet geschriebin institut. de satisdatione tutorum. Aber die formunden, die gekorin sint, die musſsen vorwiessen unnd rechen von den guttern der kinder vonn jare zu iare, unnd mogin noch ensullen das den kindern nicht unpfleglichen vorthuen, und was sie also vorthan han, das sullin sie en geildin, Werin ouch die mage in zweytracht gewest mit den eildern, do sie storbin, szo were in die formuntschafft zumale gantz von rechte vorsagt. Dith ist keyserrecht unnd das gemeyne beschriebin recht.

XCIII. Ist die muter ere kinder formunde, die under erin iarin sint, wan sich die vortruwet eyme andern manne, so ist sie alsobalde der formuntschafft beroubet. Dith stet gescriebin ex. de aP. unnd ist das gemeyne beschriebin recht unnd ouch der stat recht.

XCIV. Nuen sache sint dovon eyn frowe er lipgedinge vorlusset. Die erste ist, ab sie von deme erbe, das er gedinget ist, fruchtbar boyme lesſset hawin, und das erbe wustet ane lowbe der erbin; es enwere danne das sie besser boyme an die stat pflantzen liesse. Die ander ist, ab sie luthe von deme guthe wiesethe, die zu dem guthe geborin sint. Die derthe, ab sie das gut uſs den gewerin liesse in frommeder luthe hende, domethe sie os vonn dem rechtin erbin brechte; aber formunden mochte sie wol doruber han, sie thu es danne wedder in rechtir zcit, wan sie dorumbt geschuldiget wirdt also beschriebin stehet 1. I. c. XXI. Dith ist landtrecht. Unnd das lipgedinge sal ouch gegebin sie also recht ist, das lehin midt der lehinherrin willen, das erbe midt der erbeherrin globeden, undt das eygin vor dem gerichte. Die fierde sache ist, ab sie das riche vorrithe. Die funffte ist, ab sie er ee breche, das man das offenberlichin bewieſsen mochte adder wissentlich wurde; dowidder dith recht nicht sein sall, das also in deme lantrechte luthit: eyn wip die mag mit unkuſsheit ires liebes ere wiplichin ere krencken, aber ere recht [Seite: 79] [Faksimile] vorlusſset sie dormede nicht, noch er erbe; dith sal man vornehemen von eyme ledigen ungemanten wybe, dith ist ouch nicht zu vornehemen ummb lipgedinge sundern ummb erblichin anfal. Die sechste sache ist, ab sie wissentlich erme manne des thodes gerameth hat. Die siebinde ist, ab sie mit eyme frommedin manne alleyne batte in eyme vasſse, ane eris elichin mannes willen. Die achte, ab sie des nachtes unerlichin uſse blebe, es enwere danne das sie er man uſsschluge des nachtis unnd wolde sie in deme huſse nicht lasſsen. Die nuhende ist, ab sie ane des mannes willin lotternde worde, also eyn lirern, coclenern, unrethern unnd desglichin. Dit ist ouch das geschrieben gemeyne recht unndt stehet in auctentic. C. ut liceat.

XCV. Sechs sache sint, do eyn man seine medegifft, die ome mit seime wibe wordin ist, vorwercket und mit dem rechtin vorlieſsen mag. Das erste ist, ab eyn man das riche vorrethet. Das ander, ab her des riches schadin mede weys unndt nicht warneth. Das derthe, ab her seines wibes todt wissentlichin ramit. Das vierde ist, ab her sein wip unerlichen vorlichin wolt. Das funffte, ab er sie mit unkuscheyt beluget, unnd sie erloſs wolde machin unnd das nicht bewerin mag. Das sechste, ab her eyn ander wip pobin sie in soime huſse hilde, unnd das nicht laſsen wolde. Dith ist das beschrieben gemeyne recht und keyserrecht.

XCVI. [Dist. I. 45. 1.] Wer erbe und eigen ansprechen well, der sal es thun mit gerichte. Was man anders anspricht, das hat keyne macht, unnd heyst nicht angesprochin, und der ansprach ist nicht zu volgin, das sie ymande zu schadin moge kommen zu seime rechtin. Dit ist lantrecht, witpildesrecht unnd ouch der stat recht.

XCVII. [Dist. I. 43. 2.] Weme man eyn gut anspricht, adder das eme nicht recht geeygent ist, unnd das jar unnd tag in seiner wer gehat hat ane rechte widdersprache, das beheildet her mit seines eydes hant uff dem stabe, diewile her nicht lehin noch die gewere beludt hat. Belutit her aber die gewere, szo mues her sie selbsiebinde behalde; belutit her aber lehin, szo mues her die selbdritthe behalde. Dit ist noch lantrechte unndt noch witpildesrechte. Czuhit her sich des an das gerichte, hat her daz danne denn richter mit zwen scheppen, szo endarff her keynen eydt thun. Were oſs aber an deme gerichte irstorbin, adder wie oſs were, das man der schepphen nicht gehabin mochte, szo bewieſse her es selbsibinde der ingesessen luthe in deme gerichte, also recht ist. Dit ist alles lantrecht unnd witpildesrecht.

XCVIII. [Dist. I. 43. 3.] Wer eyn erbe behaldin wel, das her gekoufft hat, adder vor gerichte enpfangen hat, der lege die finger uff die [Seite: 80] [Faksimile] heilligin adder uff den stab, unnd der eydt sal also gereicht werde: das ich das eygen adder das erbe mit sogetanen geilde gekoufft han, und das geilt sal her benennen, das ich in meyne gewere bracht midt dem richter unnd mit den schepphen unnd mit den dingluthen, unnd mit orteylen, und habe des meyn fredepfennige geben, unnd habe das dornoch ober jar unndt tag in meyner rechtin gewere gehat, also myr god helff unnd alle heylligin.

XCIX. [Dist. I. 14. 4.] Well her erbgut behaldin vor das es en anirstorbin ist, der eydt sal danne also gehin: das dit gut adder gelth, adder welcherley es ist, das myr anirstorbin ist unndt also in myne were mit rechte komment ist, das myr got also helfe unnd alle heylligin. Dith ist lantrecht unndt witpildesrecht.

C. [EG. 41.] Welch man erbgut hat in seinen nutzlichen gewerin von eyme herrin, der man mues es woll behalden uff denn heylligen vor sime herrin, wan her es seime herrin vorguldin hat. Dith ist witpildes unnd der Stadt recht.

CI. [EG. 5.] Wer gut hat von eyme herrin und lowkent sein der herre, das mag der man seinen herrin oberkommen mit seinen mannen und midt andern bederffin luthin, und der herre sal den man weder gewerin in sein guth unnd sal ome seinen schadin ussrichtin zu rechte. Dith ist landtrecht und der stat recht.

CII. [EG. 13.] Wo eyn man lith an seime lesten ende, hat her erbe adder guth, das enmag her nicht vorgebin ober sein bettebredt an der erbin willen. Sint aber die erbin do kegenwertig unndt swigin darzcu, sie musſsen vort ummer swigin. Dith ist landtrecht, aber noch der stat recht sullin sie er joworth dorzcu thun, wanne nymant seine eldern danne irzcornen sall.

CIII. [LR. III. 32.] Seget sich eyner frey und eyn ander spricht her sei sein eigin, also das her sich ome zu eygin gegebin habe, das mues jener wol unschuldig werdin, eſs sie danne vor gerichte geschehin. Spricht her aber, her sie sein ingeborner eygin, her mues en uff den heilligin behaldin selbsiebinde seiner moge adder worhafftiger luthe. Mag aber diesser seine frieheydt selbsiebinde behaldin, die seine mage sint, drye von seime vather und drye vonn seiner mutther, die vorlegin allen gezcugk, und wer ouch die gewer hat von eyme manne, der mues en midt merem rechtin enzcihe danne jener, der sein darffit. Dith ist landtrecht unndt witpildesrecht.

CIV. [ER. III. 86.] Tuth eyn man lant uſs wol besaedt, das man eme das wedder besaedt sulle antworthin, zu welcher zceidt der in deme [Seite: 81] [Faksimile] jare sterbit, man sal es den erbin widder besaedt antworthin, wan her en nicht lenger gewerin mochte, wan diewile her lebethe. Die erbin sullin ouch von der saedt szogethan zcins adder pflege gebenn jeme, an den das gut gehorit, also man jeme solde, der os uſs thet, wan es sein selbis pflug nicht beging, do her starb. Dith ist lantrecht unnd der stat recht.

CV. [Dist. I. 47. 8, 9. ER. I. 80.] Eyn wip en mag an eris mannes willen wedder lipzcucht noch zcinsgut gelaſsin noch vorsetzen, es thu er danne liebesnoth, also hyvorin dem XXIV stucke geschriebin stet; unnd tut sie das, wer danne das gut inne hat, der sal den genies vonn rechte widder kerin. Dasselbe ist es, ab sie varindes gut vorkoufft ane notdorfft, unnd der doruff gelegin hat, der mues seinen schadin vorclagin, darumme das her es widder recht genommen hatte. Thudt es er aber noth, das sal die frowe deme gerichte kunt thun und sal zu denn heilligen swerin, das sie des zu eris libesnot nicht enperin mochte, so mag sie es vorkoufen adder vorsetzen, unnd er man der mues es ledigin, ob her wel, unnd der doruff gelegin hat, der blibet des wol ane wandel. Dith ist eyn gemeyn gut recht, keyserrecht, lantrecht, witpildes und stat recht.

CVI. [Dist. I. 47.10.] Enwerit eyn man seime wibe eris gutes icht, und leſset er ere notdorfft nicht, nemmet dan das wip eris mannes schult icht zu ere notdorfft, der ist der schuldiger kegin erem manne ledig, wan der man und das weip keyn gezweyet gut nicht enhan, ab sie das bewieset mit rechte. Dit ist lantrecht, witpildes unndt ouch der statrecht.

CVII. [Dist. I. 47. 11. ER. I. 82.] Gebet eyn man sime wibe erbegute, das vorsetzet her wol adder vorkouffet es zu seiner notdorfft, also das her bewere mit sime eide, das es seine rechte notdorfft sei gewest; mag man aber bewieſsen das seines liebes notdorff nicht sie gewest, szo enmag her das nicht gethun. Das selbe enmag ouch das wip, ab er er man die notdorfft nicht en gibt. Dith ist lantrecht unndt ouch stat recht.

CVIII. [Dist. I. 48. 1.] Hadt eyner erbegut, do eyn ander lipzcucht ane hat, das gut erbet her uff seine nehisten erbin, wan her gesterbit, und jener der beheildet seine lipzcucht glichewol daran. Das ist keyserrecht, lantrecht, witpildesrecht und der stat recht.

CIX. [Dist. I. 48. 2. ER. I. 83.] Werdet eyn phaffe geteylet von seinen erbin adder geswistirdin mit seinen erbegutthin, der en mag her nicht gelassin, wedder vorkouffen, noch vorsetzen, adder vorgebin ane der erbin willen, adder ane erbin globede, sundern seinen liebesnot, ab er die bewiset. Do das nicht wedder sein sal, das hye vorgeschriebin stet, wo sich geswistirde teylin, das eyn iglichs das seine thun moge, war es wolde; das ist zuvorstehene den leyen, die sich dormede [Seite: 82] [Faksimile] bewiebin und kouffschlagin; aber die phaffen mogen des nicht gethun und ist ouch dorumme, das die phaffen gebruchin geistlicher lehin, das sie des erbes nicht also wol bedorffin erin erbin zu entpfrommeden. Aber eyn phaffe mag wol sein erbe vorkouffen adder vorsetzen, weme her well, zu seime libe zu eynem mal ane seiner erbin willin. Dit ist lantrecht, witpildesrecht und ouch der stat recht.

CX. [Dist. l. 48. 3. ER. I. 84.] Vorkoufet eyner eyme phaffen, adder eyme begebin manne, zcins adder geilt an erblichin guthen, wan der gesterbit, der also zcinse zu seime liebe doruffe gekoufft hat, es were phaffe, monch, adder leye, darnach sal es widder gefallin an den, der es vorkouffte, adder an seinen nehisten erbin und das mag eyn gerichte mit den schepphen adder eyn rath adder voyt wol vorschriebin. Abe zu voreygene adder ewigin zcins doruffe zu machene, dorvon es den rechtin erbin ane erbe globe entzcogin mochte werden, adder das eyner gemeynde er recht adder er nutz doran mocht engehen, adder eyme herrin dinst, adder die herschafft: das sal wedder der voyt noch das gerichte noch die stat bestetigen ane der aller willin und volge die es angeruren magk. Dith ist landtrecht, witpildes und der stat recht.

CXI. [Dist. 1. 48. 4. ER. I. 85.] Man sal in deme witpilde weder pfaffen noch geistlichin lutin, noch gestin, erbegute noch zcins guthe an erblichin guthin voreygene, das in der stete witpilde unnd gerichte lith, unndt darzu sal wedder das gerichte, noch der rath, loube gebin. Man mag en wol eygene zu pfande setzenn wedder zu loſsene, adder eyme eyne lipzucht darane zu machene, adder zu vorkouffene, also doch das doruber formunden an gerichte yme rechtin werdin gemacht, die in deme witpilde gesesſsen sint, die der stat unnd deme gerichte rechtis dovon pflegin, wan sich das gebort. Dith ist lantrecht, witpildes unnd der stat recht.

CXII. [Dist. I. 48. 5.] Es en hath keyn rath noch keyn gerichte macht, brieffe zu gebene ussewennigen luthin, weder ober erbe noch ober eygin, darummb das widder gerichte adder rath eris rechtin noch pflege nicht woll gewarthen kan; wan sundern den, die in witpilde sitzen, den mag man wol abekouffenn unndt vorkouffen, und brieffe gebin unndt kuntschafft, unndt er sache beschriebin in deme rathe adder an dem gerichte, wie daz noth thudt, unndt das sal alles mit gezugen beschriben werde. Dith ist lantrecht, witpildes unndt der stat recht.

CXIII. [Dist. I. 48. 6. ER. I. 86.] Eyn iglicher inkommender man magk in witpilde eygin unndt erbe entphaen, der nicht rechtloſs ist, unnd [Seite: 83] [Faksimile] das ist also recht noch der stat rechte, also her rechtir pflege dorvon thudt und thun wel. Das ist aber in lantrechte unndt in keysir rechte nicht; do enpheet eyn iglicher man erbe und eygin noch seiner geburth und beheildet doch wol sein recht.

CXIV. [Dist. I. 48. 7. ER. I. 87.] Was erbe antretet, das von geborth wegin nicht mag entredit werde, das sal man in lantrechte gehin uff die kuntschafft. Was denne der merer rath in der kuntschafft spricht, das sal man volgin, und die sullin er eyde darzu thun. Aber noch witpildesrechte unndt noch der stat rechte ginge man der sache uff denn rath zu der kuntschafft, unnd was eme danne der rath dorzu spreche, des endorffte her nicht swerin danne bey seyme vordirn eyde, den her der stat pflichtig ist zu haldenn vonn seiner eildern wegin, adder den her seime herrin und der stadt adder bsondern zu dem rathe unnd der scheppenstule selbir vor gethan hat.

CXV. [ER. III. 77.] Wer do erbeytet eynes andern mannes lant unwissentlichin, adder das es eme eyner gethan hat, der nicht rechtis zu dem lande hat, werdet her vonn deme, des das lant zu rechte sein sall, geschuldiget, diewile er es erit, unnd erit her es furder, sein erbeyt vorlussit her daran, aber jener, der es ome zu erbeytin gethan hat, der sal eme den schadin irfullin. Besewet her es unnder der clage, her vorluset seine erbeyt unnd seinen samen daran. Was aber eyn man beseuweth unbeclaget, her beheildet die saed, ab er wol mit gerichte von deme lande geteylet wirt, und gibet ome seinen zcins dorvon noch gliche unde bescheydenheyt, der das lant gewonnen hat, unnd snidet uff dasmal die fruchte in. Dith ist der statrecht. Irferet er es aber zcitlichenn unnd weys, das der acker sein nicht ist, szo ist anders, also hievor in dem XXXVI stucke geschriebin stehet.

CXVI. Hadt eyner erbguthe vonn eyme herren, unndt entpfrommedet ome die, es sie mit bescheydene, vorsetzene, vorkouffene adder vorgebene, adder in wellicher weys das geschit hinder deme erbeherrn, her vorlusset das erbe, und der erbeherre underwindet sich des mit rechte, unndt kommet an des erbin nummermer, der es ome entpfrommedt hat. Dith ist geschriben u. s. w.

CXVII. Es vorlusset eyner sein lehinguthe unnd das recht dorzu in dryerley sachen. Zu dem erstin: sterbt der herre, unndt komet danne der das lehin hat, unndt entphet es nicht in jare unndt in tage vonn den erbin, adder bethet es vonn on nicht, szo hat her das lehin vorlorin. Du ander ist: kommet eyner nicht vor die erbin seines erbherrin, wan der gesterbet, unnd swerit unnd globet en, ab sie des mutende sind, szo [Seite: 84] [Faksimile] hat her aber die lehin vorlorn. Das derthe: hat her seime lehinherrin, wer der ist, globet unndt gesworin, unndt thut er denne widder die geswornne truwe, die sein lehinherre vor an eme nicht gebrochin hat, szo vorlusset her sein lehinguth, unnd es ruret ome darzu sein ere; magk her aber bewieſsen, das sein lehinherre vor an ome gebrochin hat, unndt hat sich des ouch vor erclagt, her blibet bey seyme lehin und bey den erin. Dith ist das keyserrecht unnd das beschriebin recht unndt stet u. s. w.

CXVIII. [Dist. I. 32. 2.] Eyn iglicher man, der magk wol seines rechtin guthes anig werde mit rechte, ab her es vorkouffet, adder vorsetzet, adder ufflesset, adder vorgehet kegin seime herrin, ab es ome vorteylet werdeth mit lantrechte, adder in wellicher weyſse es eme unbezwungen abgehet, szo ist doch die were gelost mit rechte, unndt dorumme szo en mag nymant seine gewere abegezcuge ieme, der die gewer hat, sie entwerde ome danne abgewonnen, do her zu antworthe stehin, adder werde dorummb beclagt, adder geladin also recht ist zu dren gerichten. Lantrecht.

CIXX. Wan du sneidest deinen acker adder lessest deinen wingartin, szo en saltu es nicht alzcu reyne uffsegin adder nachleſsenn, sundern arme luthe, die sullin des gebruchin; unndt entphellet der fruchte ymande, adder werdet do etwas vorgessen, das stehende, hangende adder liegende bleibit, das ist midt rechte der armen unndt sie sint nymande dorummb pflichtig zu antwortin, man sal es en ouch nicht widder nehmen. Dith ist eyn gottlichs recht undt stehet geschriben Deut. XXIV.

CXX. [III. 85.] Wer des andrn korn uff dem feilde sneydet, unndt wenet, das es sein korn sey, adder seines herrin, des knecht adder snether her ist, ist nhu das korn riffe, szo missethudt her nicht daran, also das her es nicht heymfure, ab er des innen werdit, das es sein nicht ist. Aber seine erbeyt sal ome der lonen, des das korn gewest ist, adder sal ome adder seime herrin, des snether her ist, also vel widder lasſsen sneyden. Ist aber das korn nicht riffe gewest, szo muess er deme seinen schadin dorummb legin, deme her korn gesnethen hat, adder der, der den sneter doran gewist hat. Dith ist lantrecht, witpildesrecht unndt ouch der stat recht.

CXXI. [Dist. II. 10. 10. ER. III. 79.] Wer unrechte wege feret ober gewonnen lant, vonn iglichem rade sal her gebin eynen phennigk, eyn ritender man eynen halbin pfennig, unndt sullin dorzu den schaden geilden, ab do saedt uffe stehet, unnd dorvor mag man sie wol pfenden. Werin sie aber die pfant wedder recht, man bestetiget sie midt dem [Seite: 85] [Faksimile] gerichte, szo mussen sie danne dem gerichte buessenn mit dren schilling pfennigenn unnd dornoch pfandesrecht thun. Dith ist lantrecht.

CXXII. (LR. II. 28.] Wer ober ungeerbeyt lant ferit, es en sie danne eyn geheiget wesse, her blibet des wol ane wandel unnd ungepfandt. Dit ist der stat recht.

CXXIII. Wer holcz howeth in andern mannes holtze, adder widin in seime widich, adder desglichin, adder snidet ome grass abe uff seime erbe, do her es geheiget hat, adder vischet ome in seime wasſser, sein wandel seint dry schillinge pfennige, unndt sal ome dorzu denn schadenn lege. Vischet her aber in tichen, die gegraben seint, adder howet her holtz, das gesatzt ist, adder obesboyme, adder grebet her steyne uſs, die zu maelsteyn gesatzt seint, her muss drissig schillinge pfennige gebin, unnd vindet man en an der stat, man muss on wol uff haldin vor den schaden ane des richters orloub. Dith ist lantrecht.

CXXIV. [(ER. III 72.)] Lesset eyn man sein korn usse stehenn, wan alle luthe er korn habin inbracht, werdet es ome dan zufurt undt geetzet adder vortretit, man endarff es ome nicht geilden, noch keynen wandel dorummb thun. Dith ist statrecht. Dasselbe ist es ummb ander fruchte zu feilde.

CXXV. Es en sal nymant sein obes loſsen hangenn in eynes andern mannes garthin; her sal sine boyme mit erin esten in seime garthenn behalden, adder sal die zcelgin abehowen, es wolle ome danne sein nackebur gerne vortragin. Was obes danne in seinen garthen hanget, das ist vonn rechte des halb, in des hoffreythe ess hanget, unnd das ander halbe teyl ist des, in des garthen der boym stehet. Es sal ouch keyn boym mit seinen zcelgin hangen ober eynes andern mannes dach, uff das ome nicht dorvon gesche mit deme winde unndt von den blettern, die das gerynne stoppfen, unndt licht unndt luft ome werin, her wolle es denne ome gerne vortragin. Dith ist lantrecht und der stat recht.

CXXVI. [ER. III. 24.] Eyn iglicher sal seinen teyl hofes befredin kegin seyme nackebuere, unndt wer des nicht thudt, geschiet dorvon seime nackebur schadin, den man bewieſsen mag, den mues her geilden. Geschiet ome ouch selber uſs seines nackebuers hoffereyte schade, den mues her vortragin, unnd sein nackebuer ist dorummb nichtes pflichtig, her mochte en den des oberkommen, das her des mit mutwillen gerameth hette adder vorhenget. Unnd wan her sich befrieden wil, szo sal her seinen nackebur darzu nemen, und sal in seiner kegenwertikeit seine swellin lassen legen, adder seine zunstecken lassen sticken, unndt magk her sein nicht kegenwertig gehabin, szo neheme her dorbey zwene seiner mage, adder zwene er beyder nackebure; unnd ist danne eyn zun, [Seite: 86] [Faksimile] szo sal her die stertzen adder stemme an den gerthen in seinen hoff kerin, tuth her des nicht, unnd komet es, das sich eyn kint adder eyn vyhe vorwundet adder vorlemet dorinne, her mues den schaden geilden. Dith ist landtrecht, witpildes unndt der stat recht.

CXXVII. [ER. III. 84.] Wer malboyme adder malsteyne uff dem feilde adder zu den wingarthen setzin wel, der sal dorzu nehemen die beyderseyth landt adder weynwachs adder desglichen daran habenn; werdin uneyn doruber, szo nemen die dorzu, die des feildes kuntschafft wiessen. Dasselbe ist es umme die boyme zu setzenne. Dith ist landtrecht, witpildesrecht. Dith selbe ist es umme die malreyne und die malgrabenn. Dith ist der stat recht.

CXXVIII. [ER. III. 23.] Flichtet der hoppfe in eynes mannes garthen ober denn zun kegin seime nackebure, wer dan die wortzeln in seime hoffe hadt, der griffe ober den zun, so her verrist mag, unnd zcyhe den hoppfen bramen, was eme danne volgit, das ist sein; was do andersit blibt, das ist sein; was do andersit blibet, das ist seines nackeburs. Dith ist landtrecht, witpildes unndt der stat recht.

CXXIX. [ER. III. 14.] Wo eyn gebelmure, adder sust eyn hoch mure stehet zuschen zwen husern, die sal nymant abebrechin, sie stehe in dem gebw adder ussewennig dem gebaw, her wolle dan eyne bessere dar machin. Es en sal ouch nymant muren nidderbrechin, die umbe seine gehit, her wolle sie dan bessern. Es en sal ouch nymant eynen keller noch born uſsbrechin, ab her wol uff eyner wusten hoffstat stehet, her sie dan gantz vorstorbin unndt allerdinge eingefallin. Dasselbe ist ouch ummb ander gewelbe, muren, trebergrubenn unnd derglichen. Dith ist der stat gesetze unndt recht.

CXXX. [LR. II.51.] Alle genge adder gemach, undt die sweynkobin, unnd die offen, die sullenn zu dem minstenn vonn seines nackeburs hoffreyt stehin drie fusse noch deme lantrechte. Si sullin ouch kegin eynes andern mannes hoffredte bewerket sein biſs uff die erdin. Dith ist landtrecht unndt witpildesrecht. Aber noch der statrechte szo sullen die gemache pober der erdin nicht stehin dan neun fusse von sime nackebure zu dem mynsten. Sie sullin ouch kegin den gassen nicht nahe stehin, noch kegin den gengen bie der muren umme der wechter willen. Die swinkoben und die gemach under der erdin, die sullin von eynes andern mannes hoffreyte funfftehalbin fuſs uff das nehiste stehin, und bis uff die erdin bewercket sein, die offen ouch also beschlossen, das die [Seite: 87] [Faksimile] funcken seime nackebur nicht schadin. Dasselbe ist es ummb die rouchlocher. Der stat recht.

CXXXI. Eyn iglichs hues in eyner stadt das hat anderthalbin fues vor seiner thor, das ome nymant in deme rechtin widder seinen willen bekrodin sal, es hat undt sal ouch habenn zuschen seime nackebure ouch eyn iglicher anderthalbin fueſs, unnd dorummb szo sal eyn iglich gelenge zwuschen zwen hawsern, do beyde trouffe invallin, dryer fusse with sein. Kerit aber eyner seinen gebel kegin seines nackebures trouffe, szo mag her seinen gebel setzenn, do sein anderhalb fueſs wendet in die lengen, kerin sie aber beyde gebilwende zusammen, do vor die gelenge gewest ist, her mues die trouffe in eyne rynnen vahen, adder seine nackebuer dorummb gnugk thun, adder die hawsunge anderhalbin fueſs inzciehenn. Buwet aber eyner mit steynen, der vorbowet wol sein hoffstat gantz, ab her wel, wan sein trouffe hart an der muren nydder fellet. Es sal ouch nymant seine trouffe adder wasserloufft adder gerynne in eynes andern mannes hoff wieſsenn, das her in seim hoffe behaldin kan. Statrecht.

CXXXII. Die oberhenge an den hawsern, die sullin in der gasſsen also hoch stehin, dass die luthe dorunder gewandern mogen. Eyn iglicher mag venster machenn an seime hawse, wie vel her wel, unnd wo her wel, her sal sie aber vorpfosten unnd befredin, das nymant doruſs gestigenn adder gegissen moge in seines nackeburs hoff. Der nackebur mag ouch kegin den fenstern wol buwen, ab es en vordrusset. Statrecht.

CXXXIII. Setzet sich eynes mannes haws, adder ist ome die swelle vorfulet, das her buwen mues, undt kan in die gelenge nicht dorzu kommen, das her es undervahe unnd die swellen gelege, sein nackebuer mues ome des gonnen, das her ome sein want do kegin ufsschlage, und die stotzel in sein hues setze, unnd wes her dorzu bedarff, biſs also lange, das her es gemacht; her sal on aber vor guttlichin dorummb bethenn, unndt vorsagt her eſs ome kuntlichin, darnach szo brenget her en mit rechte darzw, das her es eme stathen mues, adder ome den schaden legen, den her neheme an seime huſse, den her bewieſsenn konne. Wan diesſser auch seime nackebure seine want also geuffent, szo sal her ome das hueſs tag unnd nacht bewarin, undt bewachin, das her dovon keynen schaden entphae, unnd darnach sal her eme sein want widder lasſsen zumachin und begaten midt derselbigen materien glich noch deme [Seite: 88] [Faksimile] also sie vor was, besser unndt nicht erger, wo her mag. Dit ist alles keyserrecht, witpildesrecht gemengent, unndt gantz der stat recht.

CXXXIV. Es sal nymant seime nackebuer schadin mit seime gebuwe thun, also das her ome sein infart adder sein licht adder seinen wasserloufft vorbowe, adder das her seine rynnen adder trouffe brenge uff sein dach, adder wende und desglichin, do ome schaden von enstehet. Dith ist das beschrieben recht unnd stet geschriben Institut. secundo libro, titulo tertio.

CXXXV. [ER. III. 4.] Vorkouffet eyn man sein hues mit seyner zugehorunge, so haldet man das gemeynlich, her habe dormede vorkoufft alles das ertfeste unnd naylfeste dorinne sey, unnd das ist also, ab dieselbin dingk, die dorinne naylfeste unndt ertfeste, zu dem hawse zu nutze adder zu zcirunge gehorin undt dorch des huses notdorfft adder zcirunge gemacht sint. Hat sie aber eyn man dorch seines hantwerkes unnd erbeyt willen gemacht, adder durch seiner besondern lust willin, szo volgen sie dem hueſse mit rechte nicht, unnd das sal man also underscheydenn. Vorkouffet eyn smet sein hawes, seinen smedestog, denn mag her uſsgrabin und mit eme nehemen, her sal aber die grubin reyne zu machen; seine blaſsbelge, seinen leschesteyn, seinen feilstog, das nemmet her mit ome, unndt seinen notstall. Eyn botthener der hebet uff seine brucken , do her seine bodeme und vasse uffe fugete unnd desglichen. Eyn becker, der nemmet mit ome seinen kessel der ingekleybt ist; der goltsmidt seine del, die her umb sich gewettet hat und desglichin; eyn snider seine bruckenn, do her uffe erbeytet. Also desglichen mit denn andern hantwergken. Sie sullen aber, wo sich das geboreth, die locher widder zumachen. Alle ricke, die man nicht uſsgeziehen mit den henden mag, die volgin deme hawse. Die gemalten tucher ober den betthen ader ober der stat, do man isset, die volgin deme hawse nicht. Die luchtin, die an kethin hangenn unndt nicht mit bilden adder mit schilden gemalet sint, die volgin deme hawse. Alle glaſsefenster, die volgin deme hawse; hat aber eyner glaſsefenster, do bilde adder woppen ane gemalet seint, die volgin deme hawse nicht. Alle gegetther vor denn fenstern volgin dem hawse, ausgeschlosſsenn die mit stricken adder bilden adder buchstabenn gesnethen seint. Die glaſseschencke die angenegeilt seint, die volgin deme hawse, sie werin dan sunderlichenn mit kostlichem gesnitze, also von den gegettern gesprochin ist. Noch diesser dinge glichenn mag man sich vort noch denn andern stucken richten. Werdet aber in dem kouffe anders beteydingt, szo volget es anders dornoch. Dith ist der stat recht unndt etwas eynn mit witpildes rechte. [Seite: 89] [Faksimile]

CXXXVI. Vorkouffet eyner eyne bruweesſse, eyne badestobenn, eyn verbehaws adder desglichin, szo kouffet her alles das dormede, das vonn rechte dorzu gehorit, ab es dorinne ist, also die bothen, vaſs, bencke, kessel uund derglichenn, domede man bruweſse, verbehuſse unnd badestobin pfligt zu haldin. Desselbin glichen ist es ummb mullen und backhuse, die gemeyne sint, es worde dan anders in dem kouffe uſsgenommen. Dith ist stat recht.

CXXXVII. Von keyserlicher und von konniglicher gewalt, noch deme also die aldin rechtbucher haldin, und die romer bie dez keyſser Constantino gezciten gesatzt haben allen luthen, in keyserrechte, in lantrechte unnd in witpildesrechte, freheyt unnd frede eyme iglichen manne in seinen fier pfelenn, das ist in seime wonhuſse und in seiner hoffreyte, also das her dorumme werdiclicher unde fredelicher und mit groserme recht wandern sulle wan ussewennige luthe. Ouch szo ist die frieheidt des hawses unnd der frede also, das nymant dem andern des tages noch des nachtes in sein haws louffen sal, noch keynen oberlast wedder mit worthenn noch midt wercken thun sall.

CXXXVIII. [LR. III. 79.] Wo gebuer eyn nuwe dorff besetzen, unndt machen das von nuwens an mit uſsradin adder ummebrechin wiltnisses unndt ungeerbeyther stete und ackers, den mag der herre doruber, wer der ist, wol gebin erbe adder zcins adder gemeynde undt recht an den guthin; wol das sie zu den guthin von rechte nicht geboren seint, szo machet her sie doch zu rechtin erbin des dorffes unnd seiner zugehorunge. Keyn recht mag her on aber gegeben, noch sie en mogin ouch das selbr nicht gekieſsen, noch gewilkorn, do sie das lantrecht, noch des gerichtes recht, mede gekrencken. Keyn uſsgesessenn man der ist pflichtig in dem dorffe zu antworthen noch eren sunderlichen dorffrechte mer dan noch dem gemeynem lantrechte, her clage dan uff erbe adder uff guth, das do gelegin ist, adder in eyner stat gebiethe adder gerichte, die er besundern recht hat; wan wo der man beclaget werdet, do mueſs her antworthen zu deme guthe das do gelegin ist. Dith ist lantrecht unnd witpildesrecht.[Seite: 90] [Faksimile]

[Volget das dritte buch von farender habe. (Hs. E).]

[Vorrede]

Ich thadt uff zceyt bedenckenn
On neydt undt argen whan,
Horeth iar von seltzamen swenckenn,
Als es nuhe ist gethan,
Nimandt thut mehr fragen
Nach kunsst, ere, ader wycczen.
Ein ider das wyrdt clagen,
Szo er am gericht sall sycczen,
Poſsheyt undt laster straffenn,
Uorann das recht entscheydenn,
Richtten, orteylen, undt schaffenn,
Gegen idem bey seynen eydenn.
Ow er dann treffe dye maſs,
Las ich Godt selbst richtenn,
Das er recht urteyll wye undt was,
Thw gnugk seynen eyden undt pflichtenn.

I. Sencte Augustinus der schreibt in deme buche vonn der stat gotes also: were es das got zcitlichs gut unnd habe denn luthin umb ere bethe willenn uff ertriche nicht vorlege, szo muchten etzliche thummen sprechenn, got hette der zcitlichenn guthe nicht macht denn luthenn zu bescherenn noch zu gebenn; were oſs ouch das er das zcitlich guth allermenlich bescherthe unndt gebe, wan her dorummb gebethenn worde, szo woldin ome die luthe zu hant nicht mer dynenn danne umme zcitlichs guth, von deme dinste wordin wyr nicht togensam, sundern girick, und dorummb szo sint das die bestenn richtum uff ertriche, die man nicht [Seite: 91] [Faksimile] vorlieſsenn kan, wann man sie irwerbet. Hat eyn man der zcitlichenn guthe nicht, her sal sie dorumb mit untogunt unndt midt bosheyt nicht erkrigenn; hat er aber die guthe woll, unndt gebruchet her er togentlichin, her vindet sie hyrnoch in dem ewigenn lebenn. Es sal keyner fromer cristen seinen menlichen mudt homutiglichen irhebin, ab ome got glucke gebit unnd bescheret eme zcitlichs gut; her sal ouch seinen trostlichenn muth nicht betruplichen und vorzceglichen nidderschlagen, ab en zu gezciethen unglucke ruret unnd ome das zcitlich gut engehet, wan das zcitlich gut das ist der armen vorthumethen trost uff ertriche, es en ist aber der seligen lon nicht. Dith schreibt alles sanct Augustin.

II. Hugo von sencte victore, der groſser lerer, der spricht, das in den guthenn, die wyr besitzen, vierley ding haldin sullin, uff das sie unns zu guthe kommen. Das erste ist: das wyr nicht die zcemelichin ding unzcemelichen irwerbin. Das ander: ab wyr sy zcymlichin erworbin habenn, das wir er nicht unzcemlichen gebruchenn. Das derthe: ab wyr er unzcemlichin gebruchenn, das er doch nicht alzu vele sein. Das leste: das wyr die zcemlichen ding nicht unzcemlichin enthaldenn. Dorummb ſso ist das der groſste unndt der edelste schatzt uff diessem ertriche, das man noch lare unndt noch wisheyt ringe, wan dorvon kommet alles gut uff diesser erdin, unndt den schatz wel got nymande gebenn ane seine vliessige bethe.

III. Es spricht Salomon: ober das heyl und ober alle suberlichkeit habe ich lieb gehabt die wiesheyt unnd alles gut ist myr mit er kommen. Abe vele luthe spricht meister Hugo betrugt, das sie wiese wollin gesehen werdin vor der zcidt, unnd das sie anheben wieſse zu schynende under den luthin, undt es nicht en sein, und schemen sich des, das sie in warheyt sein, und dorummb sint sie dester verrer vonn der wisheyt, wan sie nicht wieſse sint, sondern sie woldin gerne wieſse geacht werdin. Es ist gar eyn begerlich ding eyme wieſsen manne die underwisunge der schrifft, die seine natur lobelich machet, undt eme zciret; aber eyn unwieſser, der wiese gesehin wil sein, der schemet sich underwiesunge unndt achtet der schrifft kleyne. Es habin doch etzliche riche herrin er vaterlandt dornoch gerumeth unndt er veterlichs erbe vorzceret, das sie die wisheyt irkrigenn mochten, unnd darnoch mit groſser erbeyt und langeme vliesse gelegin obern den buchern; von dorhine ſso vindet eyn wieſser man, das er wieſser werdet in der schrifft, vindet der striter, das her mit crafft unnd listen gesterket werdet, do findet inne der furste, das er vile luthe in plichet zusammen brengt, undt es en ist keyn weſsen in der werlde under allem volcke, do nicht von der schrifft kuntlichen sein togunt uff das beste von gemeret werdet, unnd ouch y man [Seite: 92] [Faksimile] eyn kunstlichs ding tiffer suchet, y es erlicher fundet wirdet; wes man in der jogunt nicht lernen well, das kan man in dem alder nicht. Zum ersten sal man lernen guthe sethe unndt dornoch volget die wiſsheyt methe; was man vor nicht oberspelet, wan die zceit kommet, das man sein bedarff, so veylet die kunst dicke; dorumme szo lerne von allen luthin gerne das du nicht enkanst, dein demutigkeyt machet dyr das also gemeyne, das die nature eyme andern zu eygen hat gegebin; du wirdest wieſser dan ymant, ist das du vonn allermenlich lernen will, wan wer von allermelchen etzwas nemnet, der richer wirt dan ymant. Wan nhu eyn anhebin der wisheyt ist gottliche vorchte, wie dieselbe alle zcit brenget eyn togentsammes leben, das togensamme leben frede under denn luthin, szo ist eyn iglichs unfredesam und untogensam mensche nicht wieſse, wan es spricht der wieſse man, das in eyne untogentsamme sele nummer wiſsheyt komme.

IV. Das ander zceichen ist an den sethin, das die zcuchtig sint, das derthe ist an den worthen; unndt uff dieſse beyde redet der lerer Ysodorus also: zcuch dich vonn boeſsen sethen, das du die ich brengst in gewonheyt, wan der gewonheyt bant werdin unsanffte gelost; mache deine rede, das sie unstrefflich unndt nutze sey; gedenke nicht das du uff aller melches rede antworte tust, sundern antworte wan dir das geboret; mercke ouch was du redest unnd was du vorswigest, unnd biſs in deinen redenn wol erfarin; merke wan es zcit sie zu redin, wo du des stat habest unnd wie vele dir gebore zu redin; die masse halt vor allen dingen in dinen worthen; was die luthe mit eynander reden, das begere nummer zu wiessen; laſs die sorge underwegin, die dich nicht angehet, und nere dich dines wolgewonnenen guthes und habe sere gedult.

V. Wol das dith buch nhu sagen sal von farinder habe nach der stat rechte, wan alle guthe, die beweglich sint, die man gefurin, getriben ader getragin mag, das heysset alles farinde habe; zcinse zu libin unndt uff widderkouff, die sint farinde habe, es enwere danne das erbliche guthe, also hueſs unnd hoff, ackir, weſsen, wingarthen, vischweyde, boymgarthen adder ander garthen, adder erbliche zcinse unnd desglichen vorkoufft werin unndt mit dem geilde zcinse uff wedderkouff gezeuget, ſso volgethen die erbin dem zcinse an erbiſs stat. Alles geilthafftig gut und was man gessen adder getrincken mag, das ist farinde habe. Pferde, vyhe unndt gescherre, huesradt, kleyder und kleynothe: das rechnet man alles zu varender habe. Aber in deme lantrechte do ist es anders: do gebet man den mannen, die zu dem schilde geborin sein, hergewete, unndt den meyden und den frowen die gerade; do [Seite: 93] [Faksimile] gefellet ouch lipgedinge, morgengabe, brutschatz unnd muesteyl, do man sich noch der stat rechte nicht adder wennig noch keret. Mit welcheme guthe der man irsterbet, das heysset noch lantrechte alles erbe, vyhe, pferde, kowe, schaff, swein, win, korn unnd getrencke, ane das es etwas den mannen und wiben underscheydin ist, also itzunt hievor benant ist wordin mit hergewethe, gerade, musteyl.

VI. Eyn man von rittersart noch lantrechte, wan her hochzcidt gehat, szo gibt her seime weybe wol zu morgengabe, also sie zu tische sitzet, ane der erbin globede, eyn knecht adder eyne mayt, die under jarenn seint, und zcinse und gezcymmer unnd veltgenge und vyhe; unnd worde er vonn den erbenn darnach bie erme manne adder noch seime thode darin gesprochenn, sie beheildet sie woll mit erme eyde mit rechte ane gezcugnisse. Aber eyn man, der nicht von rittersart ist, der gibt seime weybe ouch wol zu morgengabe eyn pferdt adder eyne kw adder anders was deme glich, des sie sich gebruchen mag. und dith ist alles lantrecht.

VII. Eyner frowen gibet ouch eyn man lipgedinge ane seime eigin, adder an erbe, adder an zcinsen, aber her muess es thun mit der erbin loube, wie jung sie seint; unndt das lipgedinge kan dan der frowen nymant gebrechin, wedder geborene erbin adder suſs nymant, sie vorwercke es danne selber noch deme also hievor geschriebin steth in deme XCIII capittel dez sechstin buchin von dem erbe unndt werdit wol das wip vonn erme manne mit rechte geschydin, sie beheildet glichewol er lipgedinge, das her er mit erbin loube gegebenn hat. Dith ist landtrecht unnd witpildesrecht und der stat recht.

VIII. Zcu der gerade gehorin alle schaffe, unnd genſse, unnd kasten mit erhabin lieden, und flasch, wolle, garn, betthe, pfole, kuschen unnd linlachin, becken, hantfaſs, luchter, unnd alle wibliche kleyder, unnd kleynothe, fingerlyn, vorspan, krentze, vaſsunge, halſsbant, armegolt, seiltir, dutzse buchir, sediln, sleger, laden, tepte, bencklachin, ruckelachin, vorhenge und alle gebende, und was kleynothe alleyn den frouwen zugehorin, alle spigeln, kemme, borsten, kleyder, swamme, rockelin, spynneln, woyffen, schreyn, werckeramen, undt was linen tuchis gesnetin were zu frowen kleydern adder zu linlachin, spangen, perlin undt siedin bant, borthenn unndt beslagin brotmesser. Dith gehorit zu der gerade. Lantrecht.

IX. Hergewette ist, das eyn erbar man mit eme furit, also her [Seite: 94] [Faksimile] mit seime herrin zu feilde lith. Das ist sein gezcelt, sein bette, mit zwen linlachin, pfole, kuschen, deckelachin, eyn kessel, eyn hole, eyn topff, sein harnisch, sein geschutze, tartzhen unnd eyne langen laden, unnd desglichen, das gehorit den mannen alleyne zu, also das lantrecht uſswiſset.

X. [LR. II. 26. 4. III. 66. 1.] Nymant sal eynen nuwen marth irhebin, noch montze, her habe es danne von dem keyser adder romischen konnige, und es geschee danne ouch mit des gerichtes willenn, do es inne gelegin ist, unnd man sein dan oberkommen wirdt, szo sal der konnig seine hantschuch zu warzceichen darsenden, darmete man bewieſset, das es sein wille sey, unnd szo sal man uffenrichtin eyn zceichen mit eyner holtzilnn adder gemalten hant, domede bewieſset ist die friheyt des marthis von deme konnige. Es sal ouch keyn mart dem andern neher gelegt werden dan eyne dutzsche myle weges.

XI. [LR. II. 26. 5.] 14] Es sal ouch nymant montze schlagin adder pfennige andern pfennigen gleich. Dith ist keyserrecht unndt lantrecht.

XII. [Dist V. 38. ER. III. 87.] Des koniges Strasse, das do ist eyn lantstrasse uff deme feilde, die ist allermelchem gemeyne, die sal also breith sie, das eyn wagin deme andern unnd zwene man dorbey gerumen mogin. Sie sal habin uff das mynste achtzechen fuesse an der weyte. In der strasse sal nymant grabenn, noch die bekrodin, das es erre zu wandern, ane ehafftige noth. uff der strasse sal der ledige wagin rumen dem geladenn, unnd der mynner geladenn dem mergeladin. Der mynner pferde vor hat an der zcal, der sal rumen ummb das her baſs gewenden mag, unnd williche mynner last hat. Der karre sal rumen dem wagin unnd der slete dem karrin. Eyn iglicher geladin wagin sal rumen dem miste, umme das man en unsenffter, ungewiesser unnd ungerner fureth denne eyne ander last. Wer aber eyn wagin wol geladin mit luthin, wibin, und kindern furet, dem sal billiche der mistwagin entrumen ummb edilichkeyt mensclicher nature, die mit miste nicht zu geilden were. Der ritinder man sal ouch entrumen dem wagin, her sie geladin adder ungeladin, unnd ouch dem karrin unnd slethen; her sal ouch rumen eyme geladenn pferde, mule undt esele. Der gehinde sal entrumen dem ritinde; sint sie aber in eynem tiffen, engen wege, adder uff eyner smalen bruckenn, szo sal der gehinder stille stehen biſs der ritinder ober adder vor en hen kommeth. Jaget man eynem ritindem adder gehindem noch, unnd ist der wegk nicht gerume gnugk, sal der [Seite: 95] [Faksimile] wagin, karre ader slethe stille halden biſs das sie vor kommen. Welch wagin, karre, slethen, zuerst uff die brucken adder in den vort, adder in den engen weg kommet, der sal erst oberfarin, her sie geladin adder ler. Dit ist keyserrecht, lantrecht, witpildesrecht unnd der stat recht.

XIII. Eyn iglicher sal ober lant von rechte zcollis frye seyn, her vare, rythe adder gehe, von seime libe, wo her nicht schiffis adder brucken bedarff. Ydoch so hath man in etzlichen groſsin weilden zcolle gemachet umme das man do die luthe huthin sal vor mordern unde strutern. Wer nhu bruckenzcoll, wasserzcol, adder waltzcol entpfuret, der sal en fierfeldig zu buesse gebenn. Begehet her aber frevel mit were adder mit andern dingen, die buesse wirdet herther noch der herrin gesetze, die den zcol dar geschicket han. Eyn gehinder gibt eynen pfennig, eyn ritender eynen halbin pfennig, eyn geladener wagin fier pfennige hen und irwidder, eyn karren gibt zwene pfennige, der lerer wagen unnd der lerer karrin gebin halb also vel. Eyn pferdt mit eyme soyme, eyn muol adder eyn geladener eſsel, unnd der man dormede, die gebin beyde eynenn pfennig. Pfaffen, geistliche luthe, unnd ritter, unnd erbar luthe, die gebin nicht; ist das sie in eren wirdin erscheynen, szo sint sie zcolles frye. Dith ist keyserrecht, lantrecht.

XIV. So zcollet man ouch in denn stethenn unndt martflecken dorch des marthes willin, der iedermanne frey zu kouffenn unnd zu vorkouffen ist. Wer den zcol wissentlich entpfuret, der sal XXX Schillinge pfennige zu buesse gebin noch lantrechte, aber noch der stat alden rechte unndt frieheyth ſso steht die buesse noch der schepphen irkentenisse. Noch der statrechte unnd alder friheit so gibet zu zcolle eyn iglicher uſslendischer adder gast von eyme wagin kopphers adder wynes vier pfennige unndt nicht mer, unnd von eyme wagin kornes, byres, fleisches adder ander spiſse zwene pfennige. Vorkouffet eyner eyn malder getreydichs, welcherley das ist, her gebet eynen pfennig; vorkouffet her eynen scheffell her gibt eyn scherff; vorkouffet her eyn mul her gibt vier pfennige; vorkouffet her eyn pfert, her gibt zwene pfennige; vorkouffet her eynen esel, her gibt zwen und drissig pfennige; vorkouffet her eynen ochſsen adder eyne ku, her gibt eynen pfennigk; vorkouffet her eyn alt volwachſsen sweyn, her gibt eynen pfennig; vorkouffet her eyn sweyn das nicht volwachſsen ist, eyn schoff adder eyn zcegin, her gibt eyn scherff, Vonn eyme wagin vol gewandes gibt her vier [Seite: 96] [Faksimile] pfennige; von eynes pferdes last, was das treget, zwene pfennige; von eyme sacke adder gebundeln, das eyner hinder sich zu pferde gebunden hat, gibt her eynen pfennig; von eyner last, die eyner uff seyme rucke treget, gibt her eynen pfennig; vonn eyme sattel adder swerthe, wer das kouffet, gibt man eynen pfennig. Was eyn man anderley dorober kouffet, gibt her vonn eyme schilling werth eynen pfennig, von secchs pfennig wert eyn scherff, unndt was dornoch under sechs pfennig wert ist, do gibt man nicht vonn. Statrecht.

XV. Eyn iglicher man der ist von rechte geleytes frey, der seines liebes unnd seines guthes uff der strasse ebenthuer und wage stehen will unnd der geleytes entperin. Dorummb sal man nymande vonn rechte zu gleyte dringenn, der sein entperin wel. Weme ouch der herre sein gleyte gibet, dem sal her vonn rechte vor schadin stehin, also verre also sein gleyte wendet, ist das her dorummb sein geilt nommeth, unnd dorummb szo ist doruff kein geildes zcol gesatzt. Eyn her, der mag heyschenn undt nehemen zu gleythe, was her well. Dith ist gemeyn recht.

XVI. [Dist. IV.42.13.] Weme eynes mannes habe zufluschet uff deme wasser, der sall sie deme widdergebe, des sie gewest ist, unndt mag her den nicht gehabe, szo sal her sich dozu zciehen also recht ist. Kommet jener, des die habe ist undt gewynnet die mit rechte unndt ouch kuntlichen, szo sal her diessen, der die habe funden hat, seine kost geildenn noch fromer luthe irkentenisse. Kommet aber nymant, der sich zu hant dozuzcihe, szo sal her das gut uffbiethen vor gerichte unnd sal es dan halden unvorthan sechs wochin, unndt freget man dornoch, her sal es bekennen, das her es habe. Loukent her sein aber, wan man dornoch freget, szo ist es eyn dube. Kommet man des hinder en, unndt vindet es bie eme, szo mues her es widdergebin mit buesse unnd mit wetthe, wan er es unerlichenn enhaldet hat. Her hat aber nicht dube begangen, die eme an den leip adder an seinen gesunt gehen, sie swechet eme aber die ere, also das man zu wirdikeyt unnd zu erlichen amechtenn nicht kisen noch setzen sal, unndt zu gezcuge nicht frome gnug ist. Desselben glichenn ist oſs ouch, ab eyner etwas findet uff der strasse unnd des loukent, her en darff es aber vor gerichte uffbiethenn, sundern in der kirchen lassen uffenbaren, ab man dornoch fragethe. Lantrecht, witpildesrecht unndt der stat recht.

XVII. [LR. II. 37.] Jaget eyn man dieben adder roubern gut abe, das seiner nackebur gewest in deme gerichte, do her inne sitzet, adder in der herschafft, her sal es widder geben, dorummb das eyn iglicher [Seite: 97] [Faksimile] nackebuer deme andern pflichtig ist, seinen fromen zu werbin unnd seinen schadenn zu warnen unnd den eme helffe zu werne, wo eme widder recht wirdet zugelegt; unndt des die habe gewest ist, der sal deseme seine koste, ab die doruber geschehen weren unnd gethan, unndt denn schaden, ab her denn in ichte genommen hette, noch mogelichenn dingen gantz ledigen, also das frome lewthe irkenthen. Ist die habe aber eynes frommedin uſs eyme andern gerichte adder herschafft gewest, szo sal her sie uffbiethenn dry ferzcen tage noch landrechte, adder uffenbarin den ambtleuthenn unndt nackeburen, adder deme rathe, ab eſs in eyner stat ist, noch der stat rechte, unndt sal es haldin sechs wochenn; kommeth indes der sie vorlorin hal, szo sal her eme der zwey teyl widder geben, unndt denn derthen teyl behaldenn vor seine erbeyt unnde muhe, unnd darzu so sal her bezcalt nehemen seine koste unndt aczunge, ab es vyhe ist, unndt den schaden geguldenn, also vorgesprochenn ist. Kommet aber in den sechs wochen nymant, szo sal her deme richter zwey teyl gebin, in des gerichte her gesessen ist, unnd der sal ome dorvonn seine koste unndt schaden legen noch mogelichen dingen, unndt her beheildet den dertten teyl vor seine ebenthur unndt muhe. Dith ist das beschriebin recht unndt steth geschr. in li, 2. cap. 37.

XVIII. [Dist. V. 30. 1.] Was dorffe adder stete bey eyme wasser legin unnd eynen tham habenn, do sie die die flut mede bewaren, das sie en icht schaden thu, szo sal eyn iglichs dorff des tammes seynen teyl bewaren undt vestene vor der flut. Kommet aber die flut also groſs, das sie den tam zubricht, unndt ledit man die luthe gemeynlichen dorzu, die dabey gesessenn seint, welcher denn nicht hilffet bauen den tham, der hat vorworcht sogethan erbe, also her bie dem thamme hat, ab her meynethe, das es die andern umb seinen willen nicht liessen, unnd ab sich er eyner mit dem andern behelffen wolde, unnd das wasser danne den luthen gemeynlichen danne schaden thethe. Dith ist lantrecht. Unndt desselben ist es umme lantwere zu grabenn und zu bewarne, die wer zu machen, unnd derglichen.

XIX. [L.R. II. 39. 2. II. 68.] Welch wegefertiger man korn uff den acker etzet mit seinen pferdin, undt snidet das in secke, adder an gebunt adder garbenn, das her mit eme gefure, werdet her doruber betrethen, her gildet den schaden noch seime werde unndt ist ledig; unndt furet her es aber mit eme, adder wel es furen, her mues den schaden geildenn unnd die thadt vorbuessenn dem gerichte. Irliget eyme wegefertigen manne sein pferdt unndt leſset das anbiesse uff der strasse an korn adder an ander getreyde, also das es mit den hinderfuessen uff der strasſse bleybe, unnd das eme ouch der wegefertiger man nicht vorsnide, her blibet es ane wandel, wan nymant gernne ſsogethane atzunge, der [Seite: 98] [Faksimile] wegefertig ist, zu feilde ane notdorfft thut. Dith ist lantrecht unndt statrecht.

XX. Was eyner mit fure schadenn thudt, also das her es mit fliesse nicht bewaret glich also sein eygen, das mues her geildenn. Ist das eyn man adder seyn gesinde eme das hauſs anstosseth, unnd vorbornet sein nackebuer dan mit eme, her endarff des schadenn nicht geilden umme des willenn, das her den schadin bewart hat also seinen eigen, das her mit seime schaden wol bewieſsenn mag. Werdet her abe von seime nackebuer do vor gewarneth, das her zusye, unnd sein gesinde ummb torlich geluchte straffe, unnd vorbornet danne, denn schadenn mueſs her seime nackebuer dan legenn, ab her wol mede schadenn von brandes wegen genommen hat. Dith ist lantrecht, witpildesrecht unndt ouch der stat recht.

XXI. Allen schaden und unrecht, den eyn man thut von unvorstandenheit, unnd von vorsumenisse und vorwarloſsunge wegin, ab der schade ome wol leyt ist, szo mueſs her en doch geildenn, wan die unwissenheyt die enschuldiget en nicht, ist das her es zu rechte wiessen soilde, undt wolde sein nicht wiessen adder lernenn, das her woste. Konne her aber adder mochte sein nicht gewiessen, szo enschuldiget on die unwissenheyt, dith ist das beschriebin recht undt steht de iniuriis et damno, si culpa; wan unmogelichkeyt die enmag nymanden vorbinden zu keynen dingen, de regul. iuris.

XXII. [Dist. IV. 42. 14.] Welch man dem andern liheth eyn pfert, adder kleyder, adder huesgerethe, adder welcherhande varinde habe es ist, adder in welcher weyſse her eme die auſs seinen gewerin brenget, mit bethe adder mit borgen, das her das mit willen tut, unndt vorkouffet sie danne der sie in seinen gewerin irkregin hat mit warheyt adder mit unwarheyt, adder vorsetzet sie, adder vorspelet sie, adder werdet ome die habe abegeroubet adder vorstoln, jener der sie also vorlegin adder vorsatzt hat, der mag keyne vorderunge doran gehabe, wan her mues sin alleyne warthin an deme, dem her es gelegin hat, adder gesatzt, adder eme mit worthin angewonnen hat, unndt sterbet her vor eme, her mues seiner habe wartinde sein an seinen erbin unnd an seime guthe, das her gelassen hat. Dith ist lantrecht, witpildesrecht unnd ist ouch der stat recht.

XXIII. Borget eyn man golt adder silber, adder groschenn, adder phennige, die sal her geildenn in sogetaner werde, also her sie geborget hat; das golt mit also gudeme golde, das silber mit also gudeme silber, die muntze igliche mit derselbin werde unndt nicht erger. Unnd mag her sollicher montze nicht wol gehabe, szo gebe her ander genge were also vel dovor, das her das geborgte geilt bezcale also gut unndt [Seite: 99] [Faksimile] also thuere, also das zu der zcidt gewest ist, do her es borgethe adder globte ane schadin zu bezcalenn. Dith ist lantrecht, unndt der stat recht, unndt eyn gut gemeynn recht, unnd des meyster Johannis Andree.

XXIV. Vorlihet eyner korn adder vorkouffet adder vorborget etwas desglichen, woll das her das in seiner hausunge unnd gemache beheldith, wan her die slussel zu dem hauſse, schunen, louben, kammern, schrencken, kasthen, laden adder derglichenn, welcherley das beheltenisse ist, do das inne sey, das her vorlegin, vorkoufft, vorgebin adder vorsatzt hat, mit rechte geantworth unnde bracht, unnd ist danne numme seyn, es sie eme bezcalet adder nicht, adder sie umme sust gegeben, adder sie vorlegin, adder vorsatzt, adder vorpfant. Dith ist das beschrieben gemeyne recht, und ist keyserrecht, unnd ouch der stat recht.

XXV. Eyner der dem andern mancherley geilt schuldig ist, vor korn, vor fleysch unnd vor gewandt adder welcherley das ist, unnd gildet eme des eynen teyl mit geilde adder mit ander gewar der geilder mag das abeslahen an welcher summen der schulde her wel, unnd das stehet alle wege an des willin, der do schuldig ist, unndt nicht an ienes mannes willen, dem man geilden sal adder gildeth. Dith ist das beschrieben recht unnd stet institut, lI. IV. titulo secundo [?] unnd ist ouch keyserrecht, lantrecht unnd witpildesrecht und ouch der stat recht.

XXVI. Eyn man, der etwas vorkouffet umme eyne summen geildes und werdet deme vor das geilt eyn borge gesatzt zu bezcalende uff eyne benante tagzceit, machet der dornoch eynen andern kouff mit demeselbin umme dieselbe habe, adder gibt dem lenger tagzceidt hinder dem borgin, szo ist der borge mit rechte der borgeschaft los, es geschee danne mit underscheyde unnd mit gezcugen, also das die summe geild und die tagzceit nicht gewandelt werdin, adder das sich die borgen des sich dorzu vorwillekorthen, ab des kouffes unnd des geildes mer worde, das sie glichewoll haldin woldin. Dith ist das beschriebin recht undt stet institut. lI. quarto titulo tercio [?] unndt ist lantrecht, witpildesrecht und der stat recht.

XXVII. Vorkouffet eyner etwas und meynet, es sey sein, unnd es ist eynes andern, her begehet darumme keyne duberye, es gehet ome ouch nicht an seine ere; wan noch dem rechten nymant duberye begehenn kan, dan der do begerunge unnd willen hat zu stellende adder zu behaldene adder zu gebruchene adder darzu zu helffene, das sein nicht en ist. Ouch ſso en mag nymanth erloſs werdin wedder seinen willen. Dith ist das beschriebin recht unndt ist keyserrecht, lantrecht unndt statrecht.

XXVIII. Tut eyner eyme etwas zu behaldene und vorluſset es der, adder vorterbet es eme in dem behelttenisse, adder werdet eme [Seite: 100] [Faksimile] gestolen, adder verbornet ome, her endarff sein nicht geilden, kan her das uffenbar brengen adder mit seime eide bewerin. Dith ist das beschriebin recht undt steth Institut. tercio libro, titulo quinto decimo [?]. Aber noch deme lantrechte [EG. 18.] gibt eyn man dem andern sein gut zu behaldin, und vorluſset her das unnd das seine darmede, szo entgildet her sein nicht mit rechte; wel man eme aber des nicht gloubenn, das her das seine mede vorlorin habe, szo mues er es uff den heylligenn behaldin; vorluſset her aber seines guthes ouch nicht dormede, ſso mues her es geildenn. Deſseme rechten gestehen vil gelarther luthe, beyde pfaffenn unnd leyen, der in dem rechten erfaren sint, nicht, unnd meynen das dicke etwas eyme vorstolin werde alleyne, das eme zu behaldene gethann werdeth, unnd mit fliesse bewaret, unnd soilde her danne das geildenn, das her in truwen besorget unnd heildet, szo geschee ome unrecht; unnd dorumme so ist dith der stat recht und ist eyn mit dem beschriebin rechte: [Dist. IV. 42. 17.] vorluset eyn man etwas, das eme zu behaldin gethan werdet, adder vorterbet, adder sterbet, ab es eyn vyhe ist, her sal es nicht geildin im rechtin, thar her sein recht darzuthun, das es ane sein schult gescheen seI. Dith ist statrecht.

XXIX. [Dist. IV. 42. 19, 20.] Was man eyme manne liehet adder setzet zu pfande adder vor geilt, das sal her widdergeben unvorterbet, adder sal es geilden noch seime werde. Sterbet aber pfert adder vyhe in der satzunge, ane des schult, der es under eme hat, bewiset her das mit fromen leuthenn, adder thar sein recht darzu thun, her engildet sein im rechtin nicht; her hat aber sein geilt vorlorin, dovor oſs ome zu pfande stunt, es enwere danne das er satzunge adder globede das bewaret hette. Dith ist der stat recht.

XXX. Tut eyner eyme onendelichem adder eyme unwitzigen manne etwas zu behaldenn, adder lihet ome etwas, vorluset her das, adder vorterbet ome adder vorsumet es, in wellicher weyse das geschiet, her mues den schadin habin, wol das hievor unnd ouch in deme gemeyne rechte stet, was man eyme manne zu behaldin thu, das sulle her widder gebin. Das ist aber zu vorstehen an redelichen, vornunfftigen luten, unnd nicht an vorsumenden, unredelichin, die des eynen gemeynen lumunt haben. Dith ist das gemeyne recht unnd stet beschriebin institutionum libro tercio titulo XV, unnd ist ouch der stat recht.

XXXI. [LR. III. 5. 1.] Was man eyme manne liehet adder zu behaldin thut uffenbar, mag her das bezcugin selbderthe, man mag en dube noch roubes nicht dorummb gezcuge, man sal abir jenen vorladenn drywet y ober fierzcen nacht zu vorstehene sein gut, ab her wolle. [Seite: 101] [Faksimile] Enthut her des nicht, man geweldiget ienen, der doruff geclagt, zu deme guthe. Den tag sal aber vorkundigunge, der das gut under eme hat, deme, der eſs eme thedt zu haws unndt zu hoffe, ab her sein ane schaden bleibin wel. unnd dith ist der stat recht.

XXXII. Lihet eyn man dem andern gelt adder korn adder anderswas zu gebruchen uff eyn pfant, und thut seinen vleys dorzu, das her das pfant beware, vorlust her das pfant adder werdet es ome vorstolen: des das pfant ist, der mues den schadin habin und her ist dormede des gelegen dinges, also des geildes, kornis adder worumme es eme gesatzt ist, danne nicht ledig, her mues in deme rechten bezcalen darzu unnd geilden, ab deſser bewieset seinen vleys, adder mit seime eyde beweret, also ouch vor geschriebin stet; unnd ab her das seine nicht ouch mede vorlorin hat, das hilffet doch nicht, wan eyn dip allezceidt in vorchten undt in fluchten ist mit seiner dube, das her nemmet was eme gefallin mag, unnd was her allerbest enweg brengen mag, nhu mag her es zu male underwilen enweg nicht brengen, und etzwan kaume eyn ding alleyne. Dith stet geschriebin institut. libro tercio titulo XV.

XXXIII. Ist es das eyn man dem andern redet, geilt, korn adder anders was, uff eyne tagzceidt zu bezcalende, her mag en in dem rechtin nicht er deme benanten tage dorummb fordern, noch uff denselbin tag gantz uſs, wan derselbe glouber der mag en mit rechte nicht er gefordirn danne noch der tagzceidt des andern tags. Dith ist das beschriebin recht unnd stet institut. libro III. titulo XVI.

XXXIV. Vorliehet eyner etwas, korn, geilt, byer, wein, fleysch, adder welcherley ding es ist, unnd leſset das mit eme, zwen, adder dren, adder mehern luthin entzeln globen, was her des er eyme gildeth, das ist her vonn en allen ledig, unnd sie mogin on mit rechte nicht forder gedringen noch gefordirn, ab her das wol in seime globe nicht uſsgenommen noch vorzcalt hat. Dith ist das beschriebin recht unndt stet institut. li. III. titulo XVII.

XXXV. Wer do kouffet adder vorkouffet, werdet deme der kouff darnach unebenn, er danne die kouffschatze von eme geandelogt werdenn, adder er dan sie iener enphet, adder er das geilt bezcalet werdet, her mag en widderzcihen adder lassen. Ist es aber das der kouffer etwas doruff gibt adder des winkouff trincket, szo mag man den kouff mit rechte nicht widderzcihen, wan dith ist eyn gezcugnisse eynes bestendigen kouffes. Ist aber des kouffschatzes doruff etwas uſs der hant gegeben adder uſs der gewerin gelassen, adder ist der kouff vorborgeth mit luthin, die dovor geredt habin, adder vorpfandet, adder vorbrieffet, szo ist der koufft bestetiget und enmag mit nichte widderzcogin werdin. Dith ist das beschriebin recht und steth institut. li. III. titulo XIV. [Seite: 102] [Faksimile]

XXXVI. Gebet adder lihet eyner eyme gelt zu kouffmanschatze, der mag wol zcemlichin teyl von der winnunge nehemen, die hobiſslichin unnd gottlichin irkregen ist, und doch also das her ouch wage mede habe, noch deme also her teyl nemmeth. Dith ist das beschriebin recht und stet geschriebin ex. de dote und ist ouch der stat recht.

XXXVII. Lihet eyner eyme geilt adder anders was in freuntschafft zu seime kouffschatze unnd nutze, heyschet her dorvon icht, adder bedutet es mit vorborgin worthin, adder leſset es eme eynen andern werben, unnd nemmet genieſs dorvone, wie kleyne der ist, szo en ist doran wocher nicht; schencket ome der etwas, der die habe inne hat, vonn eygener willekor unnd unbeteydingt, deſser mag es mit gothe unnd mit erin wol nehemen. Dith schreibt Raymundus unnd ist gottlich erlich recht.

XXXVIII. Kouffet eyner etwas undt gibet seinen gotispfennig do uff, der vorkouffer mag eme den kouff nicht vorzcihen, her mues en eme haldin. Wel ouch der kouffer des kouffes oberig sie, er her obernechtig werdet, her vorlust, was her doruff gegebin hat. Ist aber der kouff vorbrieffit, adder vorborget, vorphendet, adder vorwinkoufft, sie muessen en uff beyden seyten haldin, sie wollin sein den beyde mit willen oberig sein. Dith ist das beschriebin recht unndt der stat recht.

XXXIX. Kouffet eyner etwas uff eynes andern usſspruch, was der usſspricht, adder wie her das achtet ane argeliste, also mues es der kouffer bezcalin, und iener der vorkouffte, der mues also bezcalt nehemen. Gebin sie eme aber schult, das her er eyme gewegener in dem usſsproche gewest sie dan deme andern, des enslehet her sich wol mit seime eyde, den her vor gezceyten der stat, do her inne gesessen ist, adder zu deme amchte, ab her eyn ambtmann ist, adder zu dem gerichte, ab her eyn schepphe ist, adder zu der herschafft gethan hat, unnd her endarff en keynen eydt uff die heylligin swerin, umme des willin das sie beyde des kouffes uff en gewillekort habin, des her villichte gernne oberig gewest were. Wel her ouch den uspruch des kouffes nicht thun, her ist sein wol vorhabin, unnd der kouff ist nicht gewest, den sie undereynander gethan haben. Dith ist das beschriebin recht. Wegern sie aber den kouff beyde, es sie vor dem usſsprache adder dornach, szo ist der kouff nicht. Dith steht geschrieben institut. li. III. titulo XXIV.

XL. Tut eyner eynen kouff mit underscheyde, den mues her halden noch deme unterscheyde, also her gescheen ist; unnd ab der woll vorwinkoufft, adder vorbrifft ist adder vorborgeth, geschith die [Seite: 103] [Faksimile] underscheydunge darmede nicht, so gehit der kouff ab. Dith ist das beschriebin recht undt steth institut. li. tertio und ist ouch der stat recht.

XLI. Vorkouffet eyner etwas recht unnd redelichin, das her nicht geandelogin kan, unnd werdet das geswechet, er dan es bezcalt werdet, es sey vonn brande, von wassere, adder vonn andern zufelligenn sachin, wie die kemmen, unnd das es ouch an argelist unnd ane sache des vorkouffers gescheen sey, den schaden mues der kouffer habin. Ginge ouch dem kouffschatz etzwas fromen zu, das queme dem kouffer zu guthe. Dith ist aber anders an den dingen, die man eyme geandelogin mag, her enhabe danne das gut entpfangenn unnd habe es in seinen geweren, szo endarff her des nicht schadin noch fromen gewynnen, wan diewile der man eyn ding besitzet, diewile ist her des dinges herre. Dith ist das beschriebin recht unnd stet institut. tertio libro 27 titulo, unnd ist ouch der stat recht.

XLII. [EG. 66.] Welch man eynen kouff mit dem andern thut recht unnd redelichen, der sal denn kouff eme haldin bis an den derthen tag, es were danne, das er eyner dem andern den kouff hette globet lenger zu haldin. Dith ist zu vorstehene ummb erbe, adder redeliche farinde habe zu kouffschatze, unnd nicht ummb kleyn ding, das man zu marthe tregit unnd die hocken teglich feyle habin. Dith ist der stat recht.

XLIII. [EG. 67.] Ist das eyn man dem andern eynen kouff vorkouffet, und globeth eme den kouff zu vorborgene, unndt enthudt des dan nicht, szo ist iener, der vorkouffet hat, des kouffes ledig unnd loſs, und her hat das gude macht, das her die habe eyme andern vorkouffe ane allin schadin. Dith ist statrecht.

XLIV. Vorkouffet eyner erbe adder zcinse umme gereyde geilt, und vorwinkouffen den kouff, unnd werdet ome des geildes eyn teyl bezcalet, unnd das ander teyl vorzcogen ober die eme adder ober die zcinszcidt, ist das geilt nicht ober halb bezcalet, szo gefelleth der geniess adder zcins mogelicher deme vorkouffer dan dem kouffer, her mues en eme aber mit gerichte angewinnen, hat her en anders in gewerin.

XLV. Ab eyner klaget, her habe etwas gekoufft unnd her sie in deme kouffe betrogin und bezcuket, unnd mutet das man eme darummb eynen wandel thu, do antwort der vorkouffer zu, her habe etwas feyle gebothin, und habe das vorkoufft uffenbarlichen, szo her thurst mocht, und hoffe das ymande dorummb icht pflichtig sey. Hie ist nhu zu [Seite: 104] [Faksimile] mercken: ist der kouffer betrogin also her claget, unnd kommet die trogin vonn des dinges wegin, das vorkoufft ist, szo ist der vorkouffer dem kouffer eynen wandel darummb pflichtig, wan eyn iglicher mag den andern in den andern in dem kouffe betrigen, also das her die kawffschatze theurer adder neher mues kouffenn, darnach das her sich des vorstehet unnd gewarten kan, dorummb ist das die trogin kommet von den vorkouffers wegin, das her die kouffschatze gelobit hat, szo ist her nymande dorummb pflichtig. Werdit aber der kouffer betrogin mit worthin, das her mer wan halb also vel dorummb gegebin hat, also eyn gemeyner loufft uff die zceidt was, das es zu rechtim kouffe geguldin hetthe: wes danne ober das halbe teyl ist, das sal der vorkouffer dem kouffer vonn rechte irstathen, unnd do sullin die schepphen uund die ratisman an sein, das es geschee, wan sogethane bezeuckunge wider got unnd wedder das gerneyne recht ist; unndt wolle her danne das io nicht thun, her were deme gerichte adder deme rathe bueſse dorummb pflichtig. Dith ist das beschribin recht unnd der stat recht.

XLVI. Ab zwene, drye, adder mer luthe eyne geselschafft uff kouffmanschatzt mit eynander gliche machin, sie habin dorane gliche winnunge unnd vorlust. Ab das von en vor nicht vorzcalt und mit redin geluttert werdit, so ist es doch in dem rechtin glich also. Legit aber eyner under en zwey teyl adder meher, der sal dan zwey teyl der wynnunge adder vorlust ouch nehemen. Das aber der zwey teyl gelegit hat, adder dem andern eris teyles etwas gelegin hat, mer teyl wynnunge dan der vorlust innehemen, ab das wol under en vor uſsgesprochin ist adder gewillekort, szo ist doch die geselschafft widder goth unnd wedder das recht und tougk nicht, es en sie danne das der mer winnunge nehemen wolle unndt mynner vorlust, das der die erbeyt thu vor die andern, unnd den lip woge, unnd also ist es denne bestendig wan man eynen wol vindet under denn kouffluthin, der keyn geilt noch keynerley habe in die geselschafft leget, unnd doch winnunge mede nemmet umme der erbeyt willen, die her tuth, noch deme also eme vonn seine medegesellenn gereth ist. Dith ist das beschriebin recht unndt stet institut. libro 3, titulo 26, unnd ist ouch der stat recht.

XLVII. Der kouffluthe geselschafft sal also lange werin biſs er eyne dem andern die geselschafft uffsaget. Aber es en mag in deme rechtin noch en sal er keyner deme andern das also uffsagin, das her es thu mit geferdenn, also das er eyner wolle die winnunge alleyne uffhebin, adder das her meyne das der ander in dem schadin adder in der vorlust alleyne sulle bleybin. Die geselschafft, die vorgehet auch, ab der [Seite: 105] [Faksimile] gesellen eyner sterbit, adder ab sich die kouffschatze endet und gantz vorkoufft wirdet, adder ab dem eynen sein gut von schulde wegin ist abgegangen. unde von wertlichin adder geistlichen gerichte gemuwet adder gehindert werdet. Dith ist das beschriebin recht und stet institut. li. tertio titulo 27 und ist stat recht.

XLVIII. Haben luthe geselschafft mit eynander mit kouffschatze, und vorwarloſset danne eyner under en etwas, adder vorlust es, adder vorthoret os in dem kouffen adder in den vorkouffen, adder in der rechenunge, adder mit der montze, adder pagemende, die andern haben ome nicht umme den schadin zuzusprechin, wan eyn iglicher sal sich vorsehin, das her in seyner geselschafft habe getruwe, richtige, unnd vorstendige gesellen. Dith ist das beschriebin recht unnd stet institut. li. 3º titulo 26 und ist statrecht.

XLIX. Ab eyner denn andern heischet adder retit, geilt zu liegende an unredeliche kouffschatze, adder boſse habe zu kouffene, adder in den kouffschatzt etwas arges zu thunde, her en ist eme dorummb nicht pflichtig seinen schadin zu legin, noch eme keynes des abzunehemen. Dith ist das beschriebin recht unnd stet institut. li. 3º titulo 27 unnd ist ouch statrecht.

L. Betet eyner adder heischet den andern eme etwas kouffen, weyn, gewant, wortze, adder welcherley das ist, unnd benennet ome die summen geildes, darumme her eme kouffen sal, adder thut eme die an gereitschafft adder an gewar, szo sal her eme nicht turer kouffenn, dan her en gebeten adder geheyssen hat; nehir mag her ome wol kouffenn. Beschuldiget her aber jenen dorummb, das her eme thurer gekoufft hat, her ist ome umme das oberrige eynen wandel pflichlig. Hat er ome aber befolin, das beste zu thune, adder ab es noth sie zuzulegin, adder hat ome gesatzt die zcale, adder das gewichte, adder das maes der kauffmanschafft, szo ist her ome doruber nicht pflichtig. Dith ist das beschriebin recht unnd stet institut. II. 3º titulo 27.

LI. Haben luthe geselschafft in kouffmanschatze mit eynander, unnd wollin sich die teylen, adder habin sich geteylet, und schuldiget er eyner den andern umme rechenunge zu thune, der rechenunge darff er keyner mit luthin bewieſsenn noch gezcugenn, her wolle es danne gerne thun; her thud wol seinen eyd dorzu, darmede bestetigt her seine rechenunge, ab eme der seine gesellin nicht glouben wollin, unndt her ist on doruber nichtes mer pflichtigk zu bewiesene, wan eyn iglicher szogethane geselschafft zu eme nehemen sal, der her gloubin unnd getruwen mag, und hat man eme gloubt der her uſsgab unnd innam, szo mues man ome ouch [Seite: 106] [Faksimile] glouben der rechenunge. Ouch so en kan eyn kouffman seine hantirunge nicht allezcit geuffenbarin. Dith ist das beschriebin recht unndt ist ouch witpildes unnd der stat recht.

LII. Eyn iglicher, der eyn ding kouffet, der ist es in dem rechten schuldig zu bezcalen, wan der vorkouffer das vonn ome andelogt, unnd der kouffer das entphet in seine gewere: es en were danne in dem kouffe anders besondern vorzcalt unnd uſsgenommen mit borgin, brieffenn, pfanden, vorzcinsen, uff tagzceite unnd desglichen. Dith ist das beschriebin recht und steth geschribin ex. de simonia unndt ist ouch der stat recht.

LIII. Vorsetzet adder vorlihet eyner etwas, unnd der es danne gebethenn adder gewettet hat, der vorsetzet adder vorkoufft es vort eyme andern, iener des das gut was, der es zu erste vorsatzte adder vorleich, der vindet es in frommeden henden unndt vordert es, szo ist der neher das gut zu behaldin, der es zu der zceit in gewerin hat, danne es eme diesser enzchie, der es zu erst vorlegin adder vorsatzt hat; wel her es mit rechte widder gewinnen, her mues darumme ienen fordern, deme her es leich adder vorsatzte. Ist es aber eme gestolenn adder geroubet, undt hat es mit seime gudin willen uſs seinen gewerin nicht gelassen, szo ist es anders, szo mag her es mit rechte vordirn. Dith ist das beschriebin recht unndt ouch der stat recht.

LIV. Wer deme andern etwas redet und globet, wan her bey sinnen ist, der ist es eme schuldig zu halden; gloubet her es aber uff eyne tagzceidt zu leisten, en mag dan nymant mit rechte vor der tagzcit gefordirn, also ouch hie vorgeschriebin ist. Ydoch sint vel globede, die eyn man vonn rechte nicht halden darff zu dem globede. Do eyn man mit boſsen listen betrogin wert unndt mit logelichen worthen, also ich habe dyr das in dein haus geandelogt unnd so das danne nicht war ist, so bindet ouch das globede das darumme geschen ist zumale nicht. In der sache adder in dem kouffe, darumme eyner eyn globede thut, darinne szo sall her nicht bezcugket werde, noch betrogin, noch zu dem globede gelogin, das globede bindet anders nicht, es sie zuvel gesaget adder zu wennig, adder sie vorswegin. Globet eyner etwas zu lesten adder zu gebin, er danne er sterbe, das globede beschediget on nicht, wan os toug nicht noch hat keyne macht in dem rechtin. Dith ist das beschriebin recht, unnd ouch der stat recht.

LV. Kouffet eyner zcins adder lihit sein geilt eyme uff genisliche pfant, und der zcins adder das geilt vonn des pfandes geniesse nicht abeslet, der thut nicht recht, und ist yme rechtin ieme des das pfant ist, irstatunge schuldig darumme, unndt thut her des nicht, szo ist her eyn wucherer und der unbescheydelicher genieſs der ist alles recht wucher. Dith ist das beschriebin recht und stet ex. de usuris. [Seite: 107] [Faksimile] [Faksimile]

LVI. Kouffet eyner korn, wein, wollen, adder gewant, adder welcherley ander kauffmanschatz es ist, die man gemessen adder gewegen mag, uff eyne benante tagzcit zu bezcalne, also das es in eyme glichin bescheydenlichen kouffe geschit, das ist wol recht, und ist keyn wucher, wan der kouffer der weys nicht, noch der vorkouffer, ab es uff die zcit mer adder mynner gildeth. Vorkouffet her es aber turer, danne es uff die zceit gegeldin mag, szo ist der kouff ungottlich unndt ist recht wucher, was es doruber gildet. Dith ist geistlich recht und das beschriebin recht und stet ex. de usuris.

LVII. Globet eyn man deme andern golt, silber, pfennige adder anderley gewar uff eynen bestacketen tag zu bezcalene, unnd kommet danne der nicht, der die bezcalunge nehemen sal, her vorlust dorumme nicht mer danne den tag, man sal ome ouch dorumme die schulde nicht mynnere, noch ergere, noch widder bescheydenheyt lenger vorzcihen. Dith ist der stat recht.

LVIII. Eyn iglich man der mag mit seime guthe, das her irerbeyt hat, unnd mit seime gekoufften guthe, unnd mit seime gewonnen guthe, diewile her gehet unnd stehet, machin was her wel, unnd es gebin weme her wel, unnd war her wel, also das es nicht sey widder der stat gesetze unnd willekore adder des landes gewonheyt. Dith ist der stat recht.

LIX. Hat eyn man unrecht guth uff eme und werdet siech, undt hat darumme straffunge und ruwe ummb seine sunde, das gebit her wol unnd bescheydet es ober sein bettebredt armen adder siechin luthin zu troste, zu den kirchin, zu der spenge, zu bruckenn, stegin unnd wegin, war her gnade hat, ane seiner erbin dang unnd willin, also das her es kuntlichen seinen erben mache, unnd seinen selgerethern, das her es zu unrechte besessen habe. Dowedir das recht nicht ist, das also spricht, das nymant ober sein bettebreth bescheydin sulle ane der erbin willenn ober funff schillinge. Wer es ouch das die erbin das werrethin, wan her es uffenbar en gemachte, sie vorlorin dorumme in dem rechtin er erbeteyl. Dith ist keyserrecht undt beschribin recht.

LX. Ab eyner bier adder methe bruwet, unndt thud das mit eynes andern maltze und hopphen, adder mit eynes andern honnige, also das her wenit, das es sein sey, und darnach das dith geschit, der es gebruwet hat, der wel es behaldin, und wel das maltz und den hoppfen adder das honig geilden, szo wel der das bier behaldin, des der hoppfe unnd das maltz gewest ist unnd wel das holtz geildin, das vorbrant ist, und die andern koste, unnd das lon, also wel ouch der den methe behaldin, des das honnig was: weme volget nhu das bier, adder der methe? billicher, spricht das beschriebin recht, es volget deme, der es bruwete [Seite: 108] [Faksimile] [Faksimile] adder lieſs bruwen, danne ieme des der hoppfe, maltz adder honnig was. Das beschriebin recht undt stet institut. unnd statrecht.

LXI. Nemmet eyner deme andern sein maltz adder seinen hopfen frevelichen, wan her sich doruff richtet adder gerichtet hat, das her bruwen dormede wel, unnd vorbruwet das ane seinen willen, claget es diesser, her mues dem gerichte den vrevil vorbueſsen, unnd sal das maltz adder den hopphen zwefeldig geildin umme den schadin, den deſser doran nemmet, das her ungebruwet mues bleibin, und en darmede an seiner narunge hindert. Dith ist ouch deme glich also umme das honnig, ab her methe bruwet. Dith ist das beschriebin recht unnd stet institut. und ouch der stat recht.

LXII. Wel eyner eyn tuch lasen werckenn, unnd gebrichet eyme andern garnes, unnd nemmet diessem sein garn, unnd lesset dormede sein tuch vollin bereythenn, her sal diessem sein garn also gut und also vollig geildin in der zcit, das diesser an seime tuche nicht gehindert werde. Werdet her dorvon gehindert, unnd mag das kuntlichin gemachin, szo mues her eme das garn zwefeldig geildenn, unndt brenget her on mit notrechte dorzu, her mues es gebuessen noch rechte. Desglichin ist es umme weidt, umme schart, umme alan, umme weytachſsen, umme rothe unnd desglichinn. Also ist es ouch in den andern hantwercken, den smedin umme das iſsen, den schucharten umme das ledder unnd derglichen. Dith ist das beschriebin recht und stet geschriebin institut.

LXIII. Eyner der topphen adder kannen, pflachsenn unnd ander gefesse derglichenn leſset gieſsen von eynes andern mannes ertze, also das es mit unwissenheyt geschieth, szo ist es eyn frage, wes danne das gefese vonn rechte sey, unnd wer es billicher behalde. Die beschriebin rechte sagin, es sie das billicher, des das ertz was, danne des, der es giessen lieſs, darumme das man ditthe widder zu der ersten materien brengen mag, von der es gemachet ist, des man bier, methe, adder wein, gewant, nicht gethun kan. Hat aber diesser, der es machen lieſs seines erzis etwas darzu gethan, szo beheldet her es billicher unnd gildet ieme seinen teyl ertzes. Dith stet geschriebin institut. also.

LXIV. Bwet eyn man eyn hues adder anderswas uff seiner hoffestat unnd gebrichet ome holczes, steyne adder zcigil, kalg adder anderswas desselbin glichin, unndt nemmet das seime nackebuer, wo es uff der gemeynde, adder vor seiner thor lieth, und thut das uffenberlichin, ab her en nicht also balde gehabin kan, unnd sayt das seime gesinde, adder seinem nackeburen, adder den zcymmerluthin, das her es geilden wolle, das magk ome der mit rechte nicht vorargen, des es ist; und claget her [Seite: 109] [Faksimile] [Faksimile] es, diesser blibt sein ane wandel, her endarff es ome ouch dan nicht thurer geildin, danne es wert ist. Hat her es aber in seiner befredunge liegin, also in sime huſse adder hoffe adder in eyme andern beheltenisse, das sein ist, daruſs sal man es ome nicht nehemen an seinen wiessen und willenn; geschee es aber doruber, man muste ome den frevel gebuessen, aber man gulde es ome nicht thurer, wan es wert were, darumme das der gebow der huser sich tregt zu dem gemeynen nutze der stete unnd der dorffe adder slosse. Dith ist beschriebin recht unndt stet institut. und ist ouch der stat recht.

LXV. Es en sal aber nymanth holtz, noch steyne, noch kalg, noch zcigil, adder keynerley das zu gebuwe horit, sich underwinden, noch borgin, wo man an den steten muren, thormme, adder borgfrede, slege, zune, adder anderley befredunge buwet, ane besondern loube der ambtluthe, die des zu schicken han, wo es lith an den stetenn des gebuwes. Wer das obertrethe, der muste das gebuessen noch deme also die scheppfen, das gerichte, adder der rat, unnd die ambtluthe, eme das kerin wollin, unnd es en schedelich mochte werdin. Wan die befredunge unnd die muren seint heylig, umme das der unschuldigen lip, gut unnd ere dovon enthaldin werdit, dorummb ſso ist der muren frieheyt also groſs noch deme wertlichen rechte, also der kirchin unnd kirchoffe noch deme geistlichin rechte. Dith ist das gemeyne beschriebin gut recht.

LXVI. Bwet eyner etwas, undt gebrichet eme holczes, zcigil, steyne, kalckes adder anderswas derglichen, unnd nemmet das von eyner gemeynde, do man mede brucken, stege, kouffhues, tantzehues, brothues unnd derglichen buwin wil, adder anderswas, das nicht zu der stat befredunge gehorit, ader ab es gehorit zu der befredunge unnd nicht uff der statt adder nahe dorbey lith, do man es vorbuwen sal, und underwindeth sich des uffenberlichin an loube unnd willen der ambtluthe, die des zu schiken han, her sal es drifeldig gelden; eynes darumme, das her es darmede bezcale noch seyme werde; das ander, das her buese denn schadin, wan her denn gebow des gemeynen nutzes darmede hindert; das derthe, das her gebuese den frevel, das her os thet ane loube der ambtluthe. Dith ist das beschriebin recht.

LXVII. Ist das eyn man uffenbarlichen guthis sich underwindet, das farinde habe ist, unnd das eme mit andern luthenn gemeyn ist, und thud das ane willin der, die des mit eme zu schicken han und das es denn gebw nicht anruerth, her sal es mogelichin zwefeldig geildin umme deswillen, das her sich des alleyne underwant, das alleyne nicht seyn was. Was in diessen stuckin der stete gewonde, gesetze, willekor unnd [Seite: 110] [Faksimile] [Faksimile] geboth ist, die bueſse werde grosser adder mynner, das gehit vor. Dith ist das beschriebin recht.

LXVIII. In allen dingen, wo die luthe mit eynander mengen gliche guthe materien unnd ouch gliche del, do teylen sie das gliche, das dorvon gemachet werdeth; und mag man das ane schadenn nicht geteylenn, wer seyn dan unnder en aller notlichst bedarff, der behaldet es, unnd legt die andern abe noch gliche; unnd bedorffin sie sein dan alle glich wol, der edelste [aL.: eldeste] unnder en hette des die kor, unnd mochte man des nicht erkennen, der ermster soilde os billiche behaldin, wenn es ome swerrer zu zugene wer, dan den andern. Dith ist das beschriebin recht unndt stet institut. unnd dem gestet die stat.

LXIX. Wo die luthe mit eynander gliche gude materien mengen, es sie en wissentlich adder unwissentlich, wer danne das meiste teyl doran hat, der beheildet es bilcher dan der ander, ab man es anders ane schadin nicht geteylen mag. Ist aber die materie, die sie gemenget han, unglich an der guthe, wer danne die kostlichsten adder die bestenn, adder die edilsten materien in dem gemenge hath, der beheildet die herschafft daran, unnd legt die andern noch bescheydenheit abe, ab es sich also geborit. Dith ist das beschriebin recht unnd stet geschriebin in institut. unnd deme gestet ouch die stat.

LXX. Schribet eyner bucher uff eynes andern bapier adder pergamen, adder malet eyner bilde uff eynes andern taffeln adder tuch, ab wol die varwe nicht also kostlich ist also die tafel adder das tuch, unnd die tinte ouch nicht also kostlich also das papir und das pergamen, nochdeme also hievor geschriebin ist, das es deme kostlichsten unnd besten an der materien volgin sulle, das sal doch hyran nicht seyn, wan der schrieber unnd der maler behalden billicher die herschafft dorane umme ere kunst unnd arbeyt, die edeler ist unnd besser dan das also geborit. Dith ist beschriebin recht unnd stet institut.

LXXI. Ist es das eyn man etwas vor seine thor werffet adder schothet, adder sust durch lost, rum, adder zcorn, unnder das volg etwas werffet, adder sust sich etwas dinges adder habe williglichin begebit, wer das vindet adder uffhebet, des ist es mit rechte. Dith ist das beschriebin recht und steht in institut.

LXXII. Werffet eyner etwas uſs seime schiffe, ab her zu swer geladen hat, adder von seime wagin, adder von seime libe, adder von seime pferde, ab her geiaget werdit, adder enpfellet ome von seime wagin, karrin, pferde, adder von sime libe etwas an seinen wiessen, wer das findet adder uffhebit, der sal es eme widdergebin. Beheldet her er [Seite: 111] [Faksimile] [Faksimile] aber wissentlichin, es ist eyn dube unnd gehet eme zu huet unnd zu hare; es beschediget en an seime libe unnd gesunde nicht, es beflecket ome aber die ere, das her zu keynen wirdigin amchten noch zu gezcugnisse nicht toug. Dith ist beschribin recht unnd stet beschriebin in institut. 3º lib. titulo primo in fine illius.

LXXIII. Findet eyner schatz begrabenn vonn ungeschicht, den her nicht suchet, tiffer dan eyn pflug geerin mag, der ist des richis, adder des forstenn, adder des herrin, des das gericht ist. Vindet her aber schatz pober eyner vorch tiff uff eyner gemeynde, szo ist her des riches, adder des forsten, adder des herrin, in des gerichte her lith, halb und des vinders halb. Vindet her en also an eyner gewiheten stat, also in eyner kirchin, adder uff eyme kirchoffe, szo ist der schatz des gotishawses halb und ist sein halb. Vindet her schatz uff eyme acker, hoffreyte, garthin, adder ander erbe, das sin nicht ist, adder uff guthe, das eme pfandes stehit, szo ist her des halb, des das gut ist unnd ist sein halb. Vindet her aber schatzt uff lande adder guthe, das sein ist, szo ist der schatz sein alleyne unnd endarff mit nymande teylin. Dith ist das beschribin recht unnd stet geschribin institut. de rerum divisione. l. thesaurus.

LXXIV. Hat eyn man acker, adder erbe, hus, adder hoff, unnd derglichin gemithet, unnd suchet den schatz doruffe und vindet en, her gibt seine mithe dorvon und beheildet denn schatz, unnd ist deme nicht pflichtig dorvon mer zu gebin, des der acker adder das erbe ist. Hat en aber der gemiettet, des das erbe ist, unnd erbeytet es umme lon, und vindet schatz doruffe von geschicht, szo ist her das viertil sein und die andern dry teyl sint des, des das erbe ist. Dith ist das beschriebin recht unnd stet beschriebin in institut. de rerum divisione.

LXXV. Vorsehet sich eyner schatzes uff seiner hoffreyte, ader uff sime erbe, und mitet eynen knecht darzu umme lon, das her eme den schatz suche, unnd vindet der knecht danne den schatz, man ist eme seinen gedinget lon schuldig und nicht meher. Ist der knecht aber nicht gedinget, sundern gebethin das her eme helffe, den schatz suche, und findet her en danne, der herre der hoffestat, des ackers adder des erbis, der gibt dem knechte dorvon noch gnadin, was her wel, unnd ist doruber nymande mer pflichtig zu gebene. Dith ist das beschriebin recht unnd steth beschriebin in institut. de rerum divisione. l. thesaurus. Unnd ist dith recht eyntrechtig mit dem heilligen ewangelio, do Christus sprach: das riche der hymmel ist glich deme vorborgin schatze in dem acker, den eyn mensche vindet und bergit en, unnd gehit unndt vorkouffet alles das her hat, unnd kouffet dormede den acker; es wirdet aber vorbrochin umme der forstenn unnd herrin girheyt willen. [Seite: 112] [Faksimile] [Faksimile]

LXXVI. Mitet eyner eynen acker, adder wingarthin, adder ander erbe, zu iarin: der en mag mit rechte danne wedder silber, adder ertz, adder liederdin, adder thon, adder mergel, adder steyne, adder leymen, adder sant, adder keynerley desglichin daruffe lasse grabin ane des willen, deme her en hat abgemittet adder abgewettet, ab her eme geilt doruff gelegin hat. Dith ist das beschriebin recht und statrecht.

LXXVII. Hat eyn man willen, das her wallin wolle, und eyne verre sorgliche reyſse thun, also kegin Rome adder obir mehir, unnd vorchtit das her nicht lebenig widderkomme, adder vorsehit sich des todes vonn sichtum, adder von wundenn, adder von andern dingin desglichin, unndt gibt eyme seime freunde bie gesundeme libe, adder uff seime stule sitzende, gut unnd habe, und thut eme das in seine gewere, kommeth der widder zu lande, adder genesith der krangheyt adder der wunden, unnd heyschet das gegebin gut widder, jener dem es also gegebin ist, der mues es eme widder kerin von rechte dorummb, das her zu der zcit in dem wane gewest ist, do her es vorgab, das her seinen lip und sein gut begeben muste. Gebit her os ome aber so her keyne besondern vorchte des thodis, noch wan nicht enhant, unnd heyschet her es darnach widder, jener dem es gegebin ist, der beheildet es mit rechte wol, ab her wel. Dith ist das beschriebin recht undt stet institut. secundo libro, titulo septimo.

LXXVIII. Werdet schatz gemuret in muren, adder in keller, adder in ander gemach, adder beheltenisse, und werdit funden, der schatz gehorit nicht an die konniglichin gewalt, noch an die herschafft, noch an den richter; her gehorit an die erbin unnd an die, uff der erbe her also funden werdet, wan der behaldin ist in erin beslossen gebuwen unnd beheltenissen und nicht in der erdin. Ouch ſso ist es allin luthin nicht bequemlich er gereitschafft in schencken, ladin adder in kastenn zu legin, die dicke uſs erin huſsern wandirn mussen unnd sich besorgin mussenn vor diebin undt vor brande. Dith ist der stat recht und beschriebin recht.

LXXIX. Ab eyner lith in todes gewalt unnd wel sein selgeretter setzen, unnd bescheydeth adder vorgibt etwas mit seiner erbin willin dorch seine sele, adder tudt das an seiner erbin willen bie genendem libe, und spricht also: dith gut adder geilt gebe ich lutterlichin durch got an eyne kerchin adder an eynen spiettal adder an eynen altar zu eyner ewigen messe, adder zu eyner spende, adder an eyne bruckenn, adder zu steynwegin, unnd benennet der eigentlichen unnd besondern keynes mit namen, zw welcher kirchin, altir, spiettal adder brucken [Seite: 113] [Faksimile] [Faksimile] spende adder steynwege es sulle: hie ist eyn frage, wie die selgereter, formunden, adder frewnde, darmede gebarin sullin zu rechte, ab es an erme willen steth, war sie os gebin wollin adder nicht? Hie ist zu antworthen: neyn. Sie sullin es von rechte zu der ermesten kirchin, altir adder spiettal gebin, der ergin in der stat adder in dem gerichte ist, do die bescheydunge geschen ist, adder zu der swechstin brucken adder steynwege, do des alter notist thudt. Woldin es aber die selgerether durch gunst vorgebin, do sin nicht notlich wer, es hetten zu werene die ambtluthe in dem gerichte, wan das ane zweivel also von dem sterbinde gesatzt wart dorch innikeyt uff das beste unnd trostlichste seiner sele. Dith ist das beschriebin recht.

LXXX. Eyn iglicher mensche, das sein selgerethe setzenn wel, ist das in dem rechtin pflichtiger in seiner pfarre, ab sein do noth ist, dan anders wor, umme deswillen das her die heylligent sacrament do nehemen mues, do seiner sele selikeit ane steth. Dith ist das beschriebin recht.

LXXXI. Es ist ouch eyn iglicher cristen mensche in deme rechtin schuldig vier stunt zu oppherne des iares in seiner pfarre, das ist zu ostern, pfinsten, zw unsern frowentag wortzwey, unnd zu weynnachtin. umme dith oppfer szo mochte eyn pfarrer sein pfarluthe im rechtin mit gerichte vordirn. Dith sal ouch sein zu dem geringsten eyn guder genger gewonlicher pfennig. Deses ist nymant vorhabin im rechtin danne die kinder under zwelff iarin und ober arme luthe, die sein nicht gehabin mogin. Es sullin ouch entragin sein die uffenbarin rouber, die uffenbarin wucherer, kerchin und gotishawser vorstorer, uffenbare hurin; also verre also diese gnante sunder nicht ander gut zu opphirne habin, so vorweiset sie got mit erme oppher, also beschriebin stet in dem funfften Moysi, do got sprach: du salt nicht nehemen in dem tempel das sontliche lon eynes gemeynen wibes zu opphere. Dith ist alles ouch das beschriebin recht unnd stet beschriebin ex. de raptoribus et de usuris XVII q. IV.

LXXXII. Die gotishauser unnd die kirchen habin also groſsen frede und frieheyt vonn gothe, von den bebistenn unnd von den keysern, das eyn iglicher dorinne habin sal, der nicht eyn morder ist, unnd fluhet dor eyn iude adder eyn heyde, her sal dorinne frede habin, unndt wer den frede bricht, her sie eyn richter adder eyn ander, der ist alsobalde in des babest banne. Wer ouch dorinne gewalt tribt mit zubrechene adder zuslahene, der ist in des babest banne.

LXXXIII. (LR. I. 22. 2.) Sterbin eyn man und sein wip, die gesinde habin, man sal zu aller erst geilden unndt lonen deme gesinde, unnd sal en gebin er vordinetes lon biss uff den tag, also her starb, unnd [Seite: 114] [Faksimile] [Faksimile] sal sie dornoch an denn kostenn haldin biſs uff denn drissigistenn, das sie sich indes bestatin mogin. Wollin sie aber die erbin behaldin, szo sullen sie das iar uſsdynen und erin vollin loen entphaen. Ist en aber vor zuvele lons gegebin, er er herre adder ere frowen storbin, des endorffen sie nicht widder kerin. Loukent man on ouch des lones von eyme iare adder vonn eyme halbin iare, das mogin sie wol uff den heylligen behaldin, unnd man sal sie ane vorzcog bezcalin. Habin sie ouch gedienet uff gnade, sie muessen der gnade an den erbin warthenn. Dith ist lantrecht, witpildesrecht, der stat recht unnd das beschriebin recht unnd gut gemeyn recht.

LXXXIV. (LR. I. 22. 2.) Sterbet eyn gemitter knecht adder eyne gemitte mageth, er dan sie er lon allis vordienen, das en gedinget was, man ist erin erbin nicht mer lones pflichtig, dan also vil sie noch der anzcal biſs uff die zceit, do sie storbin, verdinet hatten, und das sal man ouch erin erbin adder weme sie es bescheyden hettenn, unvorzcoglichenn bezcalen; habin sie abir uff gnade gedienet, man ist on lon uff gnade plichtig unnd das sal man zu hant thun und gutlichin richtin. Dit ist lantrecht, witpildesrecht, unnd ouch der stat recht.

LXXXV. [EG. 23.] Liget eyn man an dem thode unnd hat eynen frunt, dem her guthes gloubet, und befelet deme seine schulde zu geildin, unnd gibt ome die schult beschriebin, do frome luthe kegenwertig seint, und sterbit darnach und leſset erbe unndt gut, der deme her das also befolin hat, der sal die schulde zuerst geildin vor andern allin schuldin, die man hindennoch uff en clagt adder eme zuspricht. Dith ist der stat recht.

LXXXVI. Kouffet eyner uff widderkouff zcinse, es sie pfenniggeilt adder korngeilt, unnd gibt dorummb also vel gewonlich ist, das man es ewiglichin kouffte, und tut eme die gunst, das her es widderkouffen moge umme also vel unnd also gut geilt, welches iares her wel uff eyne tagzceit, also das der zcins uff erblichin guthenn adder uff andern guthin in sollicher wieſse, ab die guthe vorterbin, geswechit werdin unnd abenehemen, das der seinen zcins doran nicht gantz gehabin mag, das her schadin danne mede trage: diesser kouff der ist gottlich, erlich unnd recht.

LXXXVII. Vorkouffet man eyme erbe uff eynen widderkouff, also lant, wingartin adder ander gartin, adder wessen, in der masse also in diessem nehistenn stucke hievor geschriben ist, die sal her befredin, ar-beyten unnd behaldin in erem rechten wefsenn, also verre es ome moge-lich ist, unnd mag der geniessen mit bescheydenheit, was her kau Dith recht bestehit woll mit allen rechtin, sie sint geistlich adder werttlich,Buch III. 115 wan to her uff dem erbe missewachs gewynnet adder ungeerbeitet lesset, szo mues her onch den schadin nehemen.

LXXXVIII. Kouffet eyner zcins adder gulde uff eynen widderkouff, also eynem ummb achte, zcehen, zwelffe adder nehir dan gewonlich ist ewige kouffe zu thune, her ist vonn gottlicheme rechte schuldig, widder zu kerinde, was her ierlichin von den zcinsen genommen hat mer, dan sich vonn dem geilde geborthe, das her dorummb gab, noch der rechenunge, ab her ewige zcinse dorummb gekoufft hette, adder kouffen muste noch deme also gewonlichenn in dem lande ist; unnd do hilffet zu nicht die willekor, die der vorkouffer tut, das her gerne mynner nehemen wel; wan die willekor ouch also gehit zu eyme iglichen wucher, unde die wucherer underwilen flissiglichenn von den armen leuthenn dorumme gebethen werden. Dith ist gesprochen noch eyme bescheyden gottlichem rechte, aber noch werttlichem rechte szo hilffet die willekor, das eyn denn oberigin zcins, also hievor gesprochin ist, vor deme gerichte nicht wedder gefordern kan.

LXXXIX. Kouffet eyner eynen widderkouff unnd gibt alsovel darumme, also in dem lande gewenlich ist den zcins ewiglichin zu kouffenn, unndt gebruchet des zcinses etzliche zceit, kommet es indes, das die montze, dormede der widderkouff geschen ist, stigit adder vellit an deme pagemunde, adder villichte vorwassen adder vorslagenn wirdet, des sal billiche unndt in dem rechtin wedder denn kouffer noch den vorkouffer beschedigen an der abelosunge adder an deme wedderkouffe, szo der kouff unnd die kouffbrieffe geschen unnd geschrieben sein ane argelist zu halden und die geferde ausgeslossen sint. Es ist aber gut, das man es luttere in der brieffenn, das man also mit gudem pagemunde wedderkouffe, also darummb gegeben ist. Dith ist eyn gottliches recht und beschriebin gut recht magistri iohannis Andree.

XC. Ist das eyner kouffet uff eynen wederkouff unnd bezcalet dorumme was glich unnd bescheydelich ist, acker, wingartin, wessen unnd ander garthin, hues unnd hoff, und gebruchet der, ab her woll mer dorvon ierlichin nemmeth unnd er genusset, das sich zcinsse vonn rechte geborit von deme howbtgelde, das her darumb gegebin hat: das thut her midt rechte, unnd ist eyn gottlicher geniess, dorumb das her mit dem erbe sorge unnd erbeyt habin mues unnd die wage ab eme die fruchte doruff vorterbin adder geratenn, des her nicht endarff an andern gewiessenn zcinsen, die man eme do in seine herwerge ierlichin andelogt. Dith ist das beschriebin recht.

XCI. Tut eyner eynen widderkouff umme zcinse uff erblichen [Seite: 116] [Faksimile] guthenn also, ab es queme das ungewitter, missewachs, brant adder orlauge das hinderthen, das eme der zcinss nicht werdin mochte, das her sich des danne an andern guthern des vorkouffers irholin soilte, wo her mochte, adder setzit eme zu dem erbe borgin adder phande, adder kouffet die zcinse an erbe uff borgin unnd uff pfandin mit eynander, dith ist alles unbestendig unndt unrecht, wan der kouff in diessen stuckenn keyne wage habin noch lidenn wel, sundern alles gewiesse winnunge. Ouch so kouffet her also die zcinse nicht uff guthe, sundern alles uff denn luthenn, die des erin also nicht mechtig seint noch gesin mogen, erin lip unndt orin gesunt darmede zu loesen.

XCII. Kouffet eyner etwas zcinses uff eynen widderkouf mit sollichem underscheyde, wan her des zcinses numme habin well, unnd heischet von dem vorkouffer seinen widderkouff unnd sein houbtgeilt, das der vorkouffer dan thun mues, es sie eme bequemlich adder nicht: desser kouff der ist unrecht und ist wucher, wan hyrmede vorbunden wirth der willen des vorkouffers, das her das guth lossenn mues, unnd dorumb ſso heysset es keyn kouff, sundern eyn satzunge, unnd ist boſser wan judin gesuch, darvore das es in den iudenn stunde, ſso loste her es, ab her wolde, adder liese es, des enmag hyr nicht gethun, her mues es loſsen mit seime schadin.

XCIII. Kouffet eyner eynenn zcins uff eynen widderkouff, uff erbe adder andern guthern, und setzet die losunge unnd den willen zu dem vorkouffer unnd seinen erbin, wan sie das widderkouffe wullen, also recht ist, und beheildet doch dormede in deme kouffe, wan die vorkouffer den zcins widderkouffen wollenn, das her den zcins mede bezcale noch vorlouffener zcidt, unndt das ist unrecht, und ist uffenbar wucher, wan man also rechent vonn manden zu mandenn, vonn wochin zu wochin, und von tagenn zu tagenn, das mogelichen gesuch heyscheth.

XCIV. Zcins unndt gulde sal mann andelogin uff gewonliche tagzceyte, also sich das in dem rechtin uſswieset, von dem erbe, und die pfenniggulde uff die bestetin gewonlichin tage, also man die pflichtig zu andelogin. Vonn den widderkouffenn ist in den rechtin vel geschriebin, aber dith ist das gotlichste, erleste recht unnd bestentlichste.

XCV. Wer zcinse kouffet zu seime leibe, der sal en dornoch kouffen das her jung, starg unnd gesunt ist; es stehit an den vorkouffern, wie sie en gebin wullen. Diesſser kouff ist woll bestendig umme deswillin, das er ebenturlich ist, unnd nicht enweys wie lange her den zcins uffnemmet; aber keyne unbestendige, also hievor gerurit seint, sal her in deme kouffe nicht haben. Man sal ome zw zcinse sogethane were gebin, also her gekoufft hat, unnd in seinen brieffen geschriebin steth, sie bessere adder ergere sich. Man sal sie ouch vonn rechte er bezcalin [Seite: 117] [Faksimile] undt entrichtin danne die zcinse, die uff eynen widderkouff gekoufft seint, umme deswillen das sie irsterbin, unnd die brieffe noch des kouffers thode numme macht habenn.

XCVI. Kouffet eyner erbliche, also dorffe, vorwercke, acker, weſsen, winwachs, unnd derglichen zw seime libe zu gebruchen, her si haldin, wo her das gethun mag, in eyme zcemlichin bleybenn, unnd ist es eyn hues mit dachen, swellin, suelen, das es eyn hues blibe, unnd sal es befrede noch seime rechtin, und sie nicht vorwustenn. Bessert her ouch die gutter, die besserung legit eme nymant, noch seinen erbin, es were dan in dem kouffe vorzcalt und gewillekort; unnd ergirn sich ouch die guthe von gotis gewalt unnd zufelligen sachin, ane seyn mutwilligis vorwarloſsen, so ist her dorummb noch die seinen nichtis pflichtig. Ist ouch eyn widderkouff mede inbracht, also das man den lipzcins widder kouffen mochte, das mag wol besthen, unbeschediget den, die denn lipzcins vorkoufft habin, wan welch kouff der erstir in deme brieffe benent werdit, der gehit mit soime rechte vor.

XCVII. Kouffet eyner zcinse zu seime libe, ab darnach sein leben adder sein nam gewandelt werdet, das beschedigt en an den zcinsen nicht. Lieffe aber eyn geistlicher man uſs seime kloster in untoginden, adder eyn geistliche iungfrawe, die erin obirsten gehorsam gethan hetten, frevelichen, adder eyn iglichs weib von erme manne, unnd wordin uffenbar gemeyne, den wordin die zcinse zu libin, also vaste also er erbe, mogelichin vorteylet. Das aber das beschriebin recht unnd ouch unser lantrecht also spricht: das eyn wip moge mit eris libes unkuscheyt er ere swechen, er erbe und er gut moge sie aber dormede nicht vorliessenn, das sal man vorstehin vonn denn ledigin unbemannethen weybin unnd von den ledigen jungfrawen, die gote mit dem ordin und gehorsam nicht vortruwet seint. Dith ist dorummb gesatzt, das sie die ere er frunde, mannes unnd kinder deste vehister haldin, ab sie er eygen ere nicht schonen woldin, und das sie erin ordin und ander geistliche luthe nicht also lichtiglichenn lestern, unnd von denn groſsenn sunden, die von en vel grosser seint, danne von andern luthin, sich zcihin und vonn sogethanen zcinsen und guthen dorzu gesterket werden.

XCVIII. Wetten zwene mit eynander umme geilt, adder ummb trangk, adder ummb anderswas, welcherley das ist, wer das vorluset, der gildet das mogelichin uff die zceidt, also das geredt ist, also verre die wette zcymlich ist unnd ane bose list geschiet. Sint aber argelist dormede gewest, es en sal en ime rechtin nicht beschedigin, wan eyn iglich recht gerichte, das sal bose liste unnd bezcuckunge allezcit werin, also wol also [Seite: 118] [Faksimile] andere ungnade undt unrecht. Ist her aber unbezcucket und bie redelichin synnen gewest, her gildet es billiche, es were danne widder goth, adder wedder den gloubenn, adder widder seinen herrin, adder wedder ere, adder wedder der stat gesetze, adder widder seinen gesunt. Dith heyschet alles unzcemlich, wan das beschriebin recht wieset das uſs, das eyn iglicher man sein recht adder sein gut vorwillekorin magk, adder seynenn gesunt adder seinen lip magk nymant vorwillekorin.

XCIX. (LR. II. 57.) Ab eyner nhu spricht, her habe gut in seinen lediglichin gewerin, unnd habe das vorzcinset, unnd habe es in nutze unnd in geilde, und sie ome geantwort vor gerichte, also es mogelich und recht ist, umme benante pfennige, uff deme guthe sie nhu frevel gescheen, den sulle man eme bussenn; und eyn ander, der eme das gut vorsatzt und geantwort hat, der spricht, her habe das gut von seime herrin, unnd das erbe sey sein, man sulle ome den frevel mogelicher buessen; ouch szo spricht der lehinherre, man sulle es ome mogelicher vorbuessen danne der zweyer eyme, wan es von eme zu lehin gehe; welchem sal man nhu dorzu antworten und buessen? Hiruff spricht das recht also: ist das guth mannigis mannes, also das es er eyner vonn dem andern habe, was man danne uff dem guthe gefrevelt, das sal man deme buessen, der es in lediglichen gewerin hath, unnd anders nymande mer. Also saget das lantrecht in dem LVII capittel des andernn buches.

C. (Gl. LR. II. 57.) Nu sal man wiessen: das eyn man guth vonn dem andern hath, das kommet drierley weys, vonn lehenunge, adder vonn mitunge, adder vonn vorsatzunge. Ist es nhu von lehenunge, so hat es der zu klagin, der es in lediglichin gewerin hat, also das beschriebin recht uſsweyseth institut. de usu fructuum. Hat es aber eyn man vonn mitinswegin in seinen gewerin, so en mues man das underscheydin, also der schade kommen ist, wan es ist schedelich dem guthe, unnd das der schade denn nicht, ruret aber der schade den an, der es gemittet hat, szo mues man eme antworthenn unnd denn schadin noch rechte legin, also das beschriebin recht usweyset. C. de locato et conducto. Vorgehit aber das gemitte ding vonn deme schadin, so en mues man dem herrin antworthin, vonn dem es gehet, also das beschriebin recht saget C. de jure emphiotico l. primo. Hat man es aber vonn pfandes wegen in gewerin, ſso bessert man deme, der das pfant inne hat. Ouch ist kortzlichin zu wiessen, wes der schade ist, dem geborit die clage, unnd deme sal man ouch bessern, also das beschribin recht sagt institut. vi bonorum raptorum. Aber ist zu mercken: wan eyn man seine pfennige lihit uff gut, gefellet danne frevil adder schade dorinn, den sal man deme [Seite: 119] [Faksimile] bessern unnd boſsenn, der sein geilt doruff gelegin hat, also das beschriebin recht usweyset in institut. de obligationibus, quae ex delicto nascuntur. l. furti et ff. de vi bonorum raptorum l. secundo cognacione et ff. de regulis juris. Vonn diesser vorbeschriebin frage werdit vel dinges noch orme glichnisse mit dem rechtin entscheydin vonn eyme vornunfftigen manne, wan des noth geschieth.

CI. (LR. II. 32. 2, 3.)3.101 Hadt eyn man gesinde gemittet, unnd vortribet her seynen knecht adder seyne maget, her sal en erin vollin lon gebin. Ist aber es das der knecht adder die mageth deme herrin vonn mutwillin vonn deme dinste enkehin ane redeliche sache des herrin, sie muessen eris lons das iar entperin, wie verre adder wie lange sie inn dass iar gedieneth habin, unndt ist en des lones gereyte wordin etwas, sie muessen es widderkerin. Nemmet aber eyn knecht adder eyn maget orloub umme redelichter unnd notlicher sache willin, was sie danne biss uff die zceyth vordienet habin, das sal her en gebin. Desselbin glichin ist es ouch, ab der herre von redelichin sachenn unnd ehafftiger noth willin adder wegin des gesindes entperin mues, unnd das her sie doruber guttlichin von eme lasse, das sie eme dancken, das stehit seinen erin wol. Dith ist das beschriebn recht, witpildesrecht unnd ouch der stat recht.

CII. (LR. II. 53.) Was eyn man buwet uff frommede guthe, do her zcins vone gibt, des mag her abebreche, ab her vonn danne zcugit, adder seine erbin noch seyme thode, ane den zcun hinden und vornne, und das hus unnd denn mist, das sal der herre loſsenn, noch der burger adder der schepphenn adder des rathis erkentenisse. Entut her des nicht, her furet es mit dem andern enweg. Dith ist lantrecht, witpildesrecht unndt ist ouch der stat recht. Were es aber eyn man vonn ritters art, der en seyme weybe zu morgenngabe gegebin hette, werdit es ouch ledig dem herrin, her nemmet den gebw mit dem lehene, her enhabe es danne seime weybe zu morgingabe gegebin. Dith ist alles lantrecht.

CIII. Wer in des andern wingarthenn gehet, adder dovor, unnd snydeth unndt bricht eynen trubel an seine hant, das her den gesse, der ist deme wingertener dorummb nicht pflichtig zu bueſse. Her sal es aber mit freviln worthin nicht thun. Ist es abe das her eme seine sloſs zubricht adder heckenn adder zcun, unndt thut eme schadin, her ist eme [Seite: 120] [Faksimile] wandel dorummb schuldig. Snidet her meher trubel dan eynenn, denn her an der hant tregt unnd isset, her mag en mit rechte pfenden, ab her wel. Desselbin glichen ist es ab eyner korn ribet in seine hant uff dem feilde, unnd ab eyner durch eynen boymgarthin gehit unnd eynenn apphel adder eyne bernn bricht, her sal er aber eyme manne uff dasmal numme sneydin adder brechin; thudt her es aber des nachtis unnd worde dorummb geschriet, szo were es anders. Dith ist der stat recht unnd ist gotis recht unndt steth in deut. XXIII capt.

CIV. (LR. III. 4. 1.). Wer widderheyschet das her vorgebin hat adder vorkoufft an varinder habe, unnd loukent her des kouffes adder der gifft, jener der es in gewerin hat adder under eme hat, der mag es wol behaldin selbderthe fromer luthe, die das sagin unnd horthin. Mit ſsogethanem gezcugnisse magk eyn man den andern zu gewere so nicht vorbinden, also eyn ander man das guth under ome vanget, wan her enkehit ome mit seiner unschult. Wer also eynes kouffes bekennet, der sal gewer weſsenn dorch recht, was her vorkoufft hat, wan der ist eyn dip adder diebis genosse, der kouffes bekennet unnd der gewere loukent, her hescheyde es danne mit gezcugnisse, do her es gekoufft hat. Dith ist lantrecht, witpildesrecht unnd ouch der stat recht.

CV. Wer des andern kleyder us der batstobin, unnd secke us der mullen, adder brot aus dem backhause, adder tuch aus der walckmollin, adder garn adder tuch uſs dem webehause adder verbehawse, unnd ander gerethe, dem seinen glich, tregt, in dem wone, das es sein sey, unnd lesset das seine da unnd heildet das unhelingenn, her bleib sein ane wandel. Vorberget her es aber, es gehet ome zu huet unnd zu hare, das ist das her dorvone erloſs werdit, das her zu eyme gezuge, noch eyme wirdigenn ambtmanne nicht tougk. Schuldiget enn aber ymant, ab her es nicht enhelet, her habe es gethan mit gedachten muthe, das her eyn bossers ummb eyn bessers gewesselte, des entschuldige her sich mit seime eyde. Dith ist lantrecht, witpildesrecht unnd der stat recht.

CVI. Werffet eyner etwas vor seine thor in keriche adder in andern dingen unwissentlich, also geilt, fingerleyn, messer, buttel adder anderswas, welcherley das ist, wer das vindet, der sal es widdergeben, unnd nicht das behaldin; wol das hievor in dem LXXI stucke geschriebin, was eynn man uſs seime hawse werffe, das sie des vonn rechte, der es findeth: das ist aber zu vorstehin, was her mit willin unnd wiessen vor seine thor werft unnd seyn nummer wel besitzenn. Vindet eyner also etwas redelichs unnd beheildet es unngeuffenbart, also ouch vorgeschribin steth, es gehit ome an seine ere, unndt heyschet eyn dube zu huet unnd ouch zu hare. [Seite: 121] [Faksimile]

CVII. Wel eyner zcins kouffen uff gewiessen guthin, der gottlich, erlich unnd bestendig ist, unnd wel dorummb alsovel gebin also der zcins zu ewigem kouffe gewonlich ist, noch deme also hirvor in deme LXXXIX stucke diesses buches geschriebin steth, unnd wel der vorkouffer nicht also vel geildes uff eynem widderkouff dorumme haben, wan her es eme gebutit kuntlichen, ſso mag her den zcins wol nehir mit gothe unnd mit erin kouffenn noch willin seines vorkouffers, her sal es aber butin ummb der ere willin in seime brieffe, den her doruber nemmit, wie her denn kouff also gethan habe, unnd die gezcugin darinn lassenn schriebin. [Seite: 122] [Faksimile]

Viertes Buch.

[Vorrede]

Ich lage dycke manche lange nacht,
Offt nur bekomernys zcuvyll,
Rette im gerne weydt nachgedacht,
Als iczt vorhanden ist wunderspyll.
Nimands wyll underweyst werdenn,
Nach sich des rechten erfragenn,
Es wyrdt gehandelt mit geferden,
Szo muss arm mann das crewz tragenn.
Purget man dye urteyll das schadet newth,
und lysse dye rechtlich vorsprechenn
Recht vorstendige gelarte lewth,
Gebere uns iar keynen gebrechenn,
Oder urteylten nach beschrybenen stadtrecht,
Lisen uns davon nicht dryngenn,
Das ist bestetigt, guth undt slecht,
Theten mit nawrung uns nicht lassen zcwyngen.

Sequitur lieber quartus tractans von deme vyhe, wye man dye rechte, dye sich doruber geborenn, entscheyden sall.

I. Abel der was der erste man, der uff ertriche y[e] kuscheyt gehilt; her was ouch der erste man, der uff ertriche y[e] gestarb; her was ouch der erste, der uff ertriche y[e] im gerechtikeit bleib; her was ouch, der erste goth opphirte; her was ouch der erste, der mit vyhe hat umme gegangenn, unnd dorummb ſso obphirte her gote das beste lamp uſs seiner hertte, unnd sein oppher was gothe angeneme, wan gar eyn [Seite: 123] [Faksimile] gottliche narunge ist, wer sich des vihes nerith, unnd dorummb szo sint die bestin diesser werlde herttin unnd vischer gewest. Konnig Saul, do her suchte seines vathers eselin, do wart her gesalbit zu konnige; David, do her des vihes hutte, do her seinen brudern pottirn unnd keſse und ander spiſse brengen soilde, do erschlug her Goliam den reſsen mit seime hertstabe unnd schlenckirn, unnd irwarb des konniges tochter unnd warth dornoich zu konnige irwelth; Abraham der warthe des vyhes, do eme goth seine heymlichkeyth uffenbarthe; Jacob vordienethe mit dem zcickichin, das her seime vathir kochete, den segin unnd Lyan unnd Rachelin, die schonenn, mit dem vyhe buten; Moysenn dem uffenbarthe sich goth in dem bornenden pusche, do her seime swere Ietron der schoffe hutte; Iob der geduldiger, der nerethe sich des vihes, unnd got der vorsuchete en, unnd thet ome groſs gut uff ertriche mit richtume an dem lestenn; Ioachim der was zu feilde bie seime vihe, do eme der engel kundigete, das Anna unss frowin soilde entphaen unnd geberin; Christus Ihesus der wart geborin bie dem vyhe in dem stalle, unnd gelegt in die krippen, die engele vorkundigethin den hirtthin seine gebort uff dem feilde; die prophetin habin sich des vyhes generit, die patriarchin habin dormede umbgegangen, die apposteln vischeten, do sie Christus zu ome hisch. Darumme so spricht also der grosser meyster Aristotiles in dem buche vonn den stetten also: die beste gottlichste narunge der borgir nehist den ackerluthin das ist, das man sich des vyhes neret.

II. Wan nhu dith buch sageth vonn dem vyhe, wie man die recht, die sich doruber geborin, enscheydin sal unnd ausrichten sal, szo geborit sich wol das man die ouch wiesse und lernne, wan also der meyster Aristotiles spricht: nicht eyn warmer tag adder zwene brengen denn sommer, sondern vel warme tage gehorin dorzu, das es sommer werde. Also ist es ouch, das eyner vorstendig unnd eyn redelicher burger adder schepphe werde, do gehorit nicht eyn stucke adder zwey des rechtin zu, das her die usgerichtin konne, sundern vele stucke vonn mancherley materien mues er kunne und lernnen. Darummb so spricht Isidorus, der grosser lerer: wiltu under den fromen vorstendigin luthin wert gehaldin werde, ſso lerne gude ding unnd toguntliche wisheyt allezcidt gernne, wan die unwissenheyt die vorleschit inn dem manne das licht der redelichkeyt. Her spricht vort: y[e] du lieber lernest, y[e] dine sinne baſs gescherffit werdin wan eyme irfarin, so irferrestu mer unnd gewinnest danne lust zu der wisheyt, wanne sich das zu dem erstin irhebet mit swerikeyt des synnes, szo wirdit es dornoch lichte, so du es antreibst von der gewonheyt. Dorummb so lies die bucher gernne, die vonn toginden, vonn [Seite: 124] [Faksimile] gerechtikeyt und wisheyt lerin, unnd hoer und rede ouch allezcid gernne dorvonn, undt besonndern zuvor ſso thu mit deinenn werckin das wieslich unnd gut sye; scheme dich nummer gut zu sagin, wo man es gernne horet, das du weyst, unnd scheme dich ouch nummer guth unnd das recht zu lerne, das du nicht enweyst. Bistu mit luthen in dem rathe unnd in eyme gespreche, so begere nicht das zu wiessenn unnd zu irfarnne, das dir nich zcemmit zu wissene; mit deynenn teydingen, ab man die gernne horit, szo widdersprich nummer die gerechtikeyt; hore andern luthin liber zu allezcit, die do wisheyt unnd gerechtikeit sprechen, wan das du selber dorinn redest; unnd wiltu meren deine toginde, szo offenbar das nummer, das dyr in ratisweyse adder in truwin gesagt ist, wie gram dir der seger wordin sey. Ere ouch alle weyse unnd frome luthe, unnd biſs gehorsam deinen obirstenn, unnd thu doch nicht boses vonn ymandes geheyse; biſs ouch nicht irschreglich ober dine undertheningen, hersche also ubir sie, das sie lustet dyr zu seyne.

III. [Dist. VI. 1.1. E. III. 88.] Do goth denn menschen geschuff, do gab her ome gewalt obir die wildin tir, unnd ober die vische unnd vogele. Dorvonn ſso habin wyr des eyn orkunde von gothe, das nymant seinen lip adder seinenn gesunt an diessenn dingenn mit rechte vorwerckin mag. Aber an denn zcamenn tirenn, die man in den hausern unnd in denn hoffenn zcuheth, unnd an stutpherdin, an denn vischenn, die mann zcuhit in denn tichin, unnd an den vogiln uff eynes mannes mistenn unnd hoffereyte, also gense, honner unnd ente, unnd an seyme vedderspele, ab her das hat: wer das roubet adder stelet, der mues seine ebenthure dormede stehin, noch deme also das recht doruber uſswiset. Noch ſso hegin etzliche herrin ouch kleyne waſszer bie gar groſser buesse unnd rache, unnd das ist mer vonn gewalt danne vonn rechte.

IV. [Dist. VI. 1.1.] Drye stethe adder welde seinth in dem lande zu Sachſsenn, dorinne denn wildin tirin frede gewercket ist bie des konniges banne; uſsgeschloschin wolffe und die fuchſse, die sullin dorinne keynenn frede habin. Dith heyssenn des konniges banvorste: das eyne ist die heyde zn Kow, das ander ist der Hartz, das derthe ist die Meydeborsse heyde. Wer in diessenn dren vorstenn adder weldin wilt vehit, der mueſs vorchtin des konniges bann, und wettit LX Schillinge phennige. Wer ouch durch diesse banvorste ritit, des armborst sal ungespannen sein, unnd sein boge ungezcogen; seine hunde, winde unde brackenn, sullin uffgefangenn sein, seine iagehunde zusammenn gekoppelt; unnd iaget eyn mann eynn wilt uſsewenig dem vorste unnd volgit midt denn hundenn nach biſs in dennselbin walt, das mag her wol thun, [Seite: 125] [Faksimile] also das her nicht blaſse inn sein horn, noch seine hunde grusse, noch anschrye, szo missetudt her nicht, ab her das wilt vehit unnd dornoch ſso mag her seinenn hunden woll ruffin zusammenn. Dith ist lantrecht.

V. [Dist. II.10. 9. ER. III. 78.] Es sal nymant in dem kornne ritin zu iagene noch zu hetzene von der zcit also es schosſset unnd geledt gewinnet biſs an die zcit das man es gesnidet. Es ensal ouch nymandt sein vihe dadurch treybenn, odder mit wagenn odder karrin dadurch faren, und wer das thut, der ist deme, des das kornn ist, schuldig seynen schadenn zu legenn, unnd ist darzu schuldig dem gerichte die wette. Dasselbe ist er auch umb ander fruchte uff dem felde, als umb flachs, maenn, hanff, erweys, bonnen und dergleichen. Dith ist lanndtrecht, witpildisrecht unnd der Stadt recht und auch gotliche recht.

VI. Es ensal auch nymanndt in den wingartenn heczen, iagen, odder beysenn, reithen, noch lauffen, vor der zeith das die weynreben augen gewynnen unnd das laup sich ewget biſs das der weynn gelesenn wirdt und abekometh. Es ensal auch nymandt dardurch treybenn, faren, reythen adder lauffenn, es sey dann das eyn recht adder gennge strasse dardurch gehe, unnd die mag man wol wandernn also das man ann dem wyngarten keynen schaden thu. Geschiedt aber do schadenn, man mueſs den schaden geldenn myt der wette, die der radt odder das gericht daruff gesaczt hat. Dit ist witpildis und der stadt recht, unnd darzu gottes recht, unnd steht in dem andern buche Moyſsi in dem XXII capitel.

VII. Lauffet ein schweyn, adder ein zcege, adder ein ander thir, in eynes mannes garthen und thut ome schadenn darinne an wynstockenn, an wyne, an bawmen, an krute, an grase, an andern fruchten, adder an andern seynen befredungen, denn schaden sal seyn herre geldenn, ap er wil, ader sal dem, des der gartte ist, das thir darvor gebenn, kan diser anders waer brengen, das den schadenn das thir gethan hat; unnd mag er das nicht waer brengenn, so endarff ienner, des das thir ist, keynen schadenn geldenn. Dit ist das beschrebenn recht, und steth geschribenn etc. culpa.

VIII. Ist es das eynes mannes thir lauffet in eynes andern mannes huſs, und thut eme schaden darinne, mag es der, dem der schade geschenn, mit recht uber seynen schaden todt geschlagenn, lahem odder blindt? Do andtworthen die meister des rechtenn zu und sprechen: neyn, er sal den hernn des thires fordern mit gerichte, ab das noth thut umb seynen schaden, das er ome denn kere noch bescheydenheyt, unnd wol er eme denn nicht keren, so muss er ome das thir, das ome den [Seite: 126] [Faksimile] schadenn gethann hat, dovor gebenn. Das ist das beschribenn recht und steth beschribenn u. s. w.

IX. Lauffen schweyn, odder gensse, odder ander thir, die man nicht getreybenn mag, eyme manne inn seyn korn, oder in seyn wyngarthenn, oder in eynen andernn garthenn, heczet sie dann der, dem ſsie do schadenn thun mit hunden, unnd bysenn ſsie die hunde todt, ader wundet, oder werffenndt ſsie mit steynen, er blibet seyn ane wandel; er sal ſsie aber nicht todtschlagen, noch hawben, noch stechen, noch mit meſsern, bildenn, oder barten werffen. Und kan er zwene manne gehaben, oder eynenn rateſsmanne, oder eynen schepffen, mit denn beweyse er seynen schadenn, den sie gesehenn haben, und ihenner, des das vyhe ist, der muſs eme den schaden gelden, also op er das vyhe gepfant het; das vyhe sey von arth wild oder zam, so ist es also glich vil. Dit ist landtrecht, witpildisrecht unnd ist auch der stadt recht und gemeyne gut recht.

X. [Dist. II. 8. 1. ER. III. 58.] Welche vihe odder pfert schaden thut, unnd offennbart man das seynem herrin, odder irfert es sunst, nymmet er das vihe zu eme unnd heldet es uber nacht mit wissen, nach dem also es denn schaden gethan hat, claget das ihenner, dem der schade gesehenn ist, den schaden muſs er ome gelden; kan er das nicht gethun noch frewnntschafft unnd noch gunst, so muſs er es thun noch recht. Lest es aber der werth uſs seynen geweren, das es nicht uber nacht in seynem hauſs bleibet, unnd vorzuget sich des, so endarff er darumb nymandes antworthenn und deme schadenn nicht geldenn; unnd darnach so mag sich ihenner, dem der schade geschenn ist, sich des vyhes unnderwinden vor seinen schadenn, ap er wel. Dit ist landtrecht unnd der stadt recht.

XI. [EG. 62. ER. III. 59.] Were das imandes noes deme andern schadenn tete oder gethann hette, ist das sich danne der herre des noſsis zu dem nose zuget unnd sich des underwindet, so sal er iheme seinenn schaden entlegen, der vonn dem nose schaden entpfangenn hat. Were es aber das sich zu dem nose nymandt zoge, und underwindet sich ihenner des noſses, dem der schade geschenn ist mit gerichte, ader unnderwindet sich des der richter, so sal man das noeſs vorkewffenn, unnd also ture gebenn als es gelden mag, unnd des geldes sal der richter ihe eynen pfening nemen, unnd ihenner, dem der schade geschenn ist, zwene pfennig, unnd also das der richter denn dritten teyl des geldes uffhebe. Dit ist lanndtrecht unnd auch der stadt recht.

XII. Ist es das ein ochſse einen menschen todt stosſset, den [Seite: 127] [Faksimile] ochſsen sal mann todenn, unnd nymanndt sal seines fleisches essenn, unnd der man, des der ochse was, der ist des todes unnschuldig. Ist es aber das der ochſse tobete vor eyme tag, adder vor zweyn darvor, ader vor wildikeit stossens gepflegenn het, das wol wissentlich ist, unnd der man, des der ochse was, on nicht hatte beschlossenn unnd bewart, so er best mochte, so sal man denn ochsenn totten unnd den man, des er was, ader buſse denn menschenn frundin mit gelde den getottin von dem ochsenn, unnd lose sein leben. Ist es ouch das der ochsse eynes mannes kindt stosset und vorleczet in der vorgenanten weyse lamm ader bis yn den todt, das ist desselbenn gleichenn, so busſse er den frundin noch gliche. Ist aber das der ochsse erstosset eynes eygenn mannes knecht, ader eyne eygene maget, so sal der, des der ochsse was, seime hern dovor geben XXX ferdungen lottiges silbers uff gnade, unnd der ochsse sal getottit werdenn. Dit ist gotlich recht unnd hat got gelart selber, unnd stet geschriben in dem XXI capitel des andernn buchs Moyſsy.

XIII. [Dist. II. 9. 4. ER. III. 63.] Wes ochsſse, pfert, hunt, oder ander vihe, welicherley das ist, eynen menschenn tottet ader lemt, seym herre sal denn schadenn geldenn noch rechte, ader nach seiner wirde, also das die schepffen irkennen, unnd nympt er es widder in seine gewer, nochdem das er die tadt von ome gebrischet. Nympt er es aber nicht zu ome, unnd schlehet es uſs, noch hawset nach hoffet es, noch spiſset, noch trencket es, so ist er unnschuldig ann dem schadenn, und ihener dem der schade geschen ist, der nympt das vihe zw ome vor seinen schaden. Erkante er es aber also freiſslich ader tobende, so hilfft das nicht, das er es us seynen gewern lesset, unnd sein numme haben wil, er mus den schaden gelden und nach der scheppenn irkentnus bessern. Dit ist der stadt recht. Aber nach landtrechte so sal er es geldenn ader vorbessernn nach seyme wergelde, das daruff gesatzt ist in dem landtrecht.

XIV. (LR. II. 40. 3.] Keinerley thir ader vihe vorwerket wette kegenn dem richter. Wywol das in dem lanndtrecht geschribenn steth, wo ein man seine buſse ane habe, do hab auch der richter seine wette an, das ist aber hiran nicht; wan ein mann busset unnd bessert wol in dem rechte, was seyn vihe schadenn thut, aber er endarff dem richter nicht darumb wetten, er were dan selber mit sache, und thede seine volleist darzu mit hetzene, ader mit muttwilligem verhengen. Dit ist landtrecht, witbildesrecht und auch der stadt recht.

XV. (LR. II. 40. 4.] Was schaden eynes mannes pfert ader vihe bey seines knechtes ader gesindes phlege thut, das sal der vorantwerten, in des pflege unnd hute es was. Werdet aber das gesinde ader der knecht abetrunig ader darumb vorfluchtig, und werdet des mannes thir,[Seite: 128] [Faksimile] vihe, ochsse, pferdt ader wagenn ader welicherley das ist, do der schade vonn geschen ist, beschreyet an der handthafftigenn that, und mag man das gezugen, also recht ist, so muſs der man, des das vihe, pferdt oder wagen ist, denn schaden busſsen also verre und also vil, als sein vihe, pfert und wagen, vonn den der schaden quam, werdt ist, ader er muſs or entperen unnd vorsachen vor den schaden, unnd ihenner, deme der schade geschehenn ist, der underwindet sich er danne, ab er er wil. Dit ist lanndtrecht, witpildisrecht und der stadt recht.

XVI. Ist das eyn ochsſse erstosset ader vorterbet eines andern mannes ochssenn, so sal man den lebenden ader gesunden ochssen vorkeuffenn, unnd das gelt sulln sie beide teyllen, unnd der totte ochsse der ist dan auch ir beyder. Wuste aber das ihenner wol, des der ochsse was, der denn schaden hat gethann, vor zweyen tagen, das er nicht zcam was unnd stis, unnd hat on nicht beschlossenn und bewardt, als er zw rechte solde, so sal der denn ochsſsen iheme vor seinen totin ochssenn gebenn, ader sal om seinen ochssen geldenn, wes er werdt gewest ist. Dit ist das gotliche recht, das got selber gesaczt hat unnd es stet geschribenn in dem XXI capitel des andern buchs Moysy, unnd desselbenn gleichenn ist es auch umb annder thir zu richtenn.

XVII. Eyn ander recht gehet auf dieselbenn materienn. Ist das eynnes mannes ochsse erstosset eines andern mannes ochssen uff der strasse, sal en om der gelden, des ochsse on erstossenn hat, ader sal er den schaden habe? Hiruff antwert das beschribenn recht also: lauffet mein ochsse deinen ochssenn an unnd erstosset onn, ich muss dir deinen ochssenn geldenn, wes er werdt ist gewest, und der totte ochsse geburt danne mir; dokegenn lauffet aber deynn ochsse den meynem zwerst an, und erstosset on mein ochsse, ich endarff sein nicht geldenn, wan er ein were gethann hat. Dit stet etc. et si bos, unnd dissem rechte gestet das keysserrecht und vil andere recht.

XVIII. [Dist. II. 7. 6. ER. III. 56.] Vorleumet ader todit ein vihe das annder vor dem herttenn, ader werdet getrettet, ader gebissenn, unnd beschuldiget man den hertten darumbe, der herte muſs beweyssenn das vyhe, das den schadenn gethan hat, und sal es schwerenn zu denn heyligen, ab man das von om gehabt wil habenn, das es also geschenn sey. Das vorserte vihe das sal der zw ome nemen, von des wegen der schade geschenn ist, unnd halde das inn seiner pflege also lannge, bis das es weder mag zu felde gehenn, so sal er es iheme weder antworten des das ist, unnd ist om doruber nichts meher pflichtig, wan es unvornunfftige thir sint, unnd der schade ist or beyder, der entstanden ist, unnd denn sollenn sie beyderseyt tragenn. Sterbet es aber, mann sal es [Seite: 129] [Faksimile] gelden mit seynem ersacztenn werhergelde. Dit ist landtrecht unnd dem volget auch die stadt mit erem recht.

XIX. Got der gebutet, das man deme vihe unnd den unvornunfftigenn thiren hulf unnd barmherzigkeit beweyſsenn sulle, wy gram man orem hern ſsey, darumb das sie unvornunfftig sindt, unnd unnschuldig ires hasses und ore zweytracht, unnd sprichet also: ist das dir begegennt der ochsse deines veynndes, ader sein eſsel, ader sein pferdt, hirinne versteth man auch allerley annder neſser, unnd sehest das es erre gennth, das weyſse zwrechte, das es heyme kume. Auch spricht er: ist das du denn eſsell eynes, der dich haſset, sihest vallenn, und ligen unnder seiner last, vor den gang nicht hin, sunder du salt ome mit der last uffhelffenn, ab du kanst. Dit stet beschribenn inn dem XXIII capitel des anndernn buchs Moyssy, unnd ist gotlichs recht unnd gut recht.

XX. [Dist. II. 8. 3. ER. III. 60.] Pffendet ein man pferde ader vihe umb schaden ader umb schuldt, des sal er pflegenn zu seiner noturfft ane essene unnd an trinken unnd an stallunge. Thut er es nicht, wes sich dan das vihe hat geergert, das ihener beweysenn kunde, den schaden muſs er om legenn mit recht. Wan auch der sein pfandt losset, so sal er die aczunge dieweylle nach bescheydennheyt mit bezallenn. Entlaufft ome auch das pfandt, ab es vihe ader schweynn sindt, er hat darumb sein aczunge, noch sein pfanndt nicht vorlorenn; der richter sal om widder zw pfanndenn helffenn, wan er das er wiſset, als recht ist. Dit ist lanndtrecht, witbildisrecht unnd ist auch wol der stadt recht.

XXI. Got der vorbutet auch die unbarmherzigkeit uber das vihe, das man nicht vorschmachten sulle laſsen in seiner arbeyt unnd spricht: deynn eſsel, deyn ochsse unnd deyn pferdt, die sollenn ruehen am heyligenn tage. Also stet geschriben in dem XX capitel des andern buchs Moyſsy. Er spricht auch mer: du ensalt nicht erenn noch arbeythenn mit eynen ochssen und esell ader pferdt, darumb das der ochsse etericht, so weynt der esell ader das pferdt er esse, unnd werdet kranng bey om und vorterbet. Hirvon steth geschribenn in dem XXII capitel des funfften buchs Moyſsy. Auch spricht got also: ist es das du mit deym ochssenn korn uſstrettest, so saltu on dy munde nicht vorbindenn. Dit stet geschribenn inn dem XXV capitel des funfftenn buchs Moiſsy, das do heyſset detronomus.

XXII. Ist das einer eine gruben grebit ader eynen bornn, unnd bedecket des nicht, und vellet darinn eyn vihe, der die grubenn hat lassenn grabenn, der sal es gelden nach seiner wirde, uund sal dokegenn [Seite: 130] [Faksimile] nemen das totte vihe. Dit ist gottes recht, unnd er hat es selber also geteyllet, unnd es stet geschribenn in dem XXI capitel des andern buchs Moiſsy. Es ist auch das beschribenn gemeyne recht unnd stet geschribenn de injuriis et dampno si culpat. und ist auch der stadt recht.

XXIII. [LR. II. 38.] Was schaden von eyme manne geschicht, der grubenn grebet, oder eynen born, und die grubenn nicht bewirket eynes knyes hoch boben der erdenn, den muſs er geldenn, unnd vellet ein mensch darin, unnd sterbet, es gehet ome darumb nicht an seinen leip oder an seynem gesundt, er muss es aber noch gliche, als die scheppen erkennen, den frunden vorbessern mit gelde, unnd mit andern dinstenn; aber uffenbare buse, also do ist kerzcen tragen unnd desgleichen, des endarff er nicht thun. Dit ist landtrecht, witpildisrecht unnd der stadt recht.

XXIV. Fellet ein man in eine gruben ader in einen bornn, die unvorblichet stet, und brichet ein beynn, ader eynen arm, ader wirdet wundt, der die grube von rechte bewerckenn solde, der muſs ome den arczt abelegenn unnd kost und seinen schaden; aber umb seynen schmerczenn darff er om nichts thun, noch busenn, noch dynenn, umbe das er sich selber solde habe bewart unnd vorgesehenn. Wer er aber blindt gewest, ader kranckes gesichts, so muss ome, der die gruben gemacht hette, darum eczwas vor seinen schadenn und schmerczenn gebenn, noch dem also die scheppen das bilichtenn. Wer auch der stadt geboth unnd gesecze daruber geschenn, ader wer es om von deme richter gebothenn zu bewarenn, er muste der stadt ader dem gerichte das bey der gewonlichen buſse vorbussenn, umb das er es nicht bewerket hette, alſs er solde. Dit ist der stat recht unnd gut recht.

XXV. Ist das ein man ein haus bauet ader decket mit zigelnn oder mit steynen, so sal er befredenn die stadt oder die gassenn unnd denn ganng under dem gebawe, das den lewthen oder dem vyhe kein schade davonn geschee. So ist es dasselbe recht also hirvor allernegst beschribenn stet umbe die vor befredenten grubenn. Unnd dith ist gotes recht, unnd got hat es selber geheyssenn, unnd steth geschribenn in dem XXII capitel des funfften buchs Moyssy und ist auch der stadt recht.

XXVI. Ist das einer seynen negsten befelit einen ochssen, eynen esell, ader ein pferdt, ader eyn ander thir ader vihe, ome zu behaldenn ader zu bewarenn tuth, unnd stirbet es in dem vonn krannckheyt, ader wirdet ome von denn veyndenn genomen, das sal er beweysen mit den, die es gesehenn haben, so endarff er sein nicht gelden. Hat das aber nymandt gesehenn, so sal der, der es hat behaldenn, schweren uff die heiligen, das es ane seine schuldt geschenn sey unnd ane argeliste, unnd jhener, des es gewest ist, der sal denn eyd nemen, und der es vorlaſs, [Seite: 131] [Faksimile] der blibet damit des unnschuldig. Dis recht hat got selber auſsgesprochenn unnd steth geschriben inn dem XXII capitell des anndern buchs Moyſsy.

XXVII. [Dist. IV. 42. 15.] Wer deme andern leihet pferde, esell, ochssenn, ader annder thir, ader kleider, unnd sal ome das widder gebenn uff einen bestracketen tag unnd zeith, die er ome es gelegenn hat, thut er es nicht, unnd werdet vor gerichte darumbe beclagit, er sal es ome zu stundt ane vorzug widder geben, und ist es ome geergert worden, das sal er ome bessern, ist es annders von seinetwegen geergert, Dubis ader raubes, umbe des willen das es ome vorbehalden ist ane seinen willenn, des mag man ene darumb nicht beschuldigen, wan er es ome gelegen hatte. Dit ist landtrecht, witpildisrecht unnd der stadt recht.

XXVIII. Mittet einer ein pfert, einen esel, ader einen ochssenn, ader ein ander thir ader vihe, eyne zceith, unnd stirbt ome das dieweile vonn kranckheit wegenn, also sein herre, des es ist, nicht kegenwertig ist, das muſs man geldenn. Ist aber seynn herre gegenwertig, so endarff er sein nicht geldenn der es gebethenn hat. Dis recht hat got selber gemacht und uſsgesprochenn und stet geschribenn in dem XXII capitel des andern buchs Moiſsy, das heisset exodus.

XXIX. Vorleihet einer ein pfert, einen ochssenn, ader ein ander thir, eine benante tagzceit unnd der, dem er es gelegen hat, der vorheldet es, unnd wolle es ome nicht widder gebenn, adder hat es vorth eynem andernn gelegenn, der sich an diſsen nicht kerth, so mag er sich des wol mit gerichte underwinden und es erkobern, wan es steth geschriben: ein man muſs sich seines guttes wol underwindenn mit rechte wuhe er es ankometh, das man ome mit unrecht vorheldet. Dis ist das beschribene recht, lantrecht unnd auch stadtrecht.

XXX. Vorleihet einer seyn pfert, esel, cammel, ochsenn, mawlh oder eynn ander thir, wy das namen hat, eine zeith ane mitte, und vorlust der das, der es gebethenn hat, in dem, es sey sein schuldt oder nicht, so muss er es yenem geldenn, der es ome gelegen hat, nochdem als es moglich unnd gleich ist. Dis ist das beschriben recht, unnd stet instit. lib. 3°. titulo 27 und ist statrecht.

XXXI. Vormittet ader vorlihet eyner eynen esell, ein pfert, eynen ochssenn, ader ein ander thir, eyn zceit umbe lon zw seiner arbeit, unnd vorterbet er es ome, ader verlusset es ome mutwilliglichenn, er muſs es ome gelden also thure, also es werth gewest ist nach fromer lewthe erkentnuss. Vorlusset er es aber, ader vorterbet ome vonn geschicht ane [Seite: 132] [Faksimile] des vorwarloſsunge, der es gemittet hat, unnd ane alle geferde, so vorluſset diſser sein mitegelt unnd ihener sein pfert ader ander nos, welicherley es ist. Dis ist das beschribenn recht und stet institut. lib. 3 titulo XXV. unnd ist der stadt recht.

XXXII. Leihet einer einen ein pfert, ader eynen esel, maul, ader ochssenn, ader ein ander noſs, eine zceith zu seiner arbeyt mit so gethanem underscheydt, das er ome das seine also lange zceith widerleyhe, unnd sterbet es indes, ane des schuldt, der es gebethenn hat, der muſs denn schadenn han, des das pferdt ader das noſs ist. Dis ist das beschriben recht unnd stet geschriben institut. lib. tercio titulo 27º und ist also auch der stadt recht.

XXXIII. Schuldiget eyn man den andern, das er ome eyn pfert ader ein ander thir vormitet bat, er hab es ome mutwilliglichen vorlornn ader vorwarlost, also er wol mochte bewart habe, darzu mus der mitter seinen eyd thun, also das er solichenn fleis unnd bewarunge darzu gethann habe, also es om mogelich gewest sey, also es ein gutter hauſswirdt vonn rechte thun solde, unnd vorder danne zw seinem eygen pferde ader vihe, ane alle geferde. Thut er es nicht, so muſs er es geldenn. Dis ist das beschribenn recht unnd stet institut. lib. III titulo XXV unnd ist statrecht.

XXXIV. [Dist. IV. 42. 19, 20.] Was man eyme manne leihet ader vorseczet, das sal er vonn rechte unvorterbt widder antworthenn, ader muſs es gelden nach seiner wirde; das mag man vorstehenn in schlechten dingen. Stirbet eynem aber eyn pfert ader eyn vihe, welicherley das ist, in der vorsaczunge ane des schult, der es under ome hat, unnd beweist er das, ader kann er das nicht beweisenn unnd dar er danne sein recht dovor thu, das es ane seine schuldt sey, unnd seynen fleiſs zu der bewarunge gethan hab, so gildet er sein nicht. Hat er es aber vorloren ane seine schuldt, sein gelt, das es stundt, das ist ome vorloren, unnd iheme das pfert ader das vihe das dovor stunt, es enwer denne, das er gelobete unnd er rede undereyander anders gewest werenn. Dit ist landtrecht, witpildisrecht, das beschribenn gemeyne recht unnd auch der stadt recht.

XXXV. [Dist. IV. 36. 6.] Werdet eynem undersassen ader eynem knechte, der eyn eygen pfert hat, inn seines herenn dinste das pfert raublichenn genomen ader diplichenn gestollen ane des knechtes schuldt, der herre ist ome vonn rechte das pflichtig zu geldenn, unnd irferet es der herre, wo es ist, oder wer es gethan hat, unnd beschuldiget er imanden darumb, der muſs ome darzu antworthenn noch rechte und nach seiner clage. Dis ist lanndtrecht und auch der stath recht.

XXXVI. [Dist. IV. 42. 21.] Kauffet einer eyn pfert, ader ein [Seite: 133] [Faksimile] ander thir, ader vyhe, das gestollenn ader geraubet ist, ader ome von rewbernn ader dybenn gegeben ist, leset er das auſs seinenn gewernn, er danne es under ome angefanget werdet, do endarff er keyne noth umbe leydenn, thar er seyn recht darzu thun, das er es kaufte ader do es om gegeben wardt, das er nicht enwust, ap es gestollenn ader gerawbet were. Dit ist landtrecht unnd ist auch wol der stat recht.

XXXVII. [Dist. IV. 42. 24.] Vorkauffet eyner ein pfert ader ein ander vyhe, welicherley das ist, so sal er vor gewern vierzen tage, das es nicht heuptsiech sey, unnd sal vor anfang geweren alle zeith. Wer auch in den vierzenn tagen ieme nicht widder vorkundiget, wider denn er es gekauffet hat, denn gebrechenn, und sein gelt nicht widder heischet, so enmag er es darnach nicht gethun. Vorkundiget er es ome aber in denn vierzehen tagenn, so mus ihenner seynn pfert widder nemenn, unnd diser sein gelt. Beclaget er onn vor gerichte unnd spricht, er hab ome das pferdt ader das vyhe vorkaufft mit eyner rechtenn gewere unnd er hette denn gebrechenn daran vor wol gewagt, do muſs er danne iha oder neyn zu sprechenn und darnach so werdenn ſsie aber mit recht darin entscheydenn. Dit ist landtrecht und ist auch darzu der stadt recht.

XXXVIII. [Dist. IV. 42. 25.] Wer ein pfert anfangen wil, das ome abegestollen ader ome abegerawbet ist, unnd wil er sich mit rechte darzu zihenn, so sal er mit seinem rechten fuſse dem pferde trethenn uff seinen lincken fus, und sal mit seiner lincken hant deme pferde greiffen ane sein rechtes ore, und sal begerenn der heyligenn unnd des eydstabes unnd des gerichts, und sal die heiligen deme pferde uff das hewpt seczenn, und sal uff des pferdes hewpt schweren, das das pfert sein were, er dan ihe es ome abegerewbet ader abegestollenn worde, und noch seyn sey zu rechte dane andirs imandis, auſsgenommen eysen, satthel unnd zcaum, also ome got helffe und die heyligenn. Dit ist landtrecht, witpildisrecht und auch der stadt recht.

XXXIX. [Dist. IV. 42. 8.] Werdet eyme eyn pfert geanefanget also recht ist, unnd spricht der, der das pfert ader noſs [in seinen gewern hat], es sey sein und wolle es mit rechte entredenn, und zewhet sich des uff seinen wermann, kan ihm der nicht gewernn nach rechte, er vorlust das pferdt ader vihe, welicherley das ist, mit buſse und mit wette. Zcewhet er sich des uff seinen geweren, denn sal er brengenn in vierzehen tagenn, es sey dane ader werde gewilkort, das er on eher ader lancksamer sulle brenngen. Dit ist landtrecht, witpildisrecht und ouch der stadt recht. [Seite: 134] [Faksimile]

XL. [Dist. IV. 42. 7.] Werdet einem ein pfert ader ein ander vihe angefanget, unnd er spricht, er hab es gekauft uff eynen freyhen marckt ader uff einer andern uffenbarenn Stadt, die er benempt, unnd wisse nicht widder wen er es gekaufft habe, unnd wolle darzu sein rechte thu, das sal man von eme nemen, ab man ome der worthe nicht glewbenn wil. Das pferdt ader das vyhe muſs er widder gebenn; seine pfennig, die er darumbe gab, die hat er vorlorenn, unnd endarff darumbe wedder buſse noch wette gebenn. Dit ist landtrecht, witbildesrecht und statrecht.

XLI. [Dist. IV. 42. 10.] Werdet ein pfert ader ein ander vihe von imanden angefanget also recht ist, wer das inn seinen gewern hat, der sal das bestellen unnd vorweiſsen, das er es zu rechter zceith vor gerichte widder brengen wolle. Mag ader kan er das nicht bestellend ader vorweysen, also recht ist, so sal der das vorweysenn, der es angefanget hat, und sal es danne nemen in seine gewere. Dit ist also lanndtrecht, witpildisrecht unnd auch der stadt recht.

XLII. Anfanget eyner ein pfert ader eyn ander vyhe also recht ist, unnd spricht danne ihenner, der es inn geweren hat, der hab es gezogenn in seinen stal, derselbe der es also inn geweren hat, der beheldet es mit besserem rechtenn, ab er das bezugen mag selbdritte seiner nackeber, die do frome sindt, danne es om ihenner, der es angefanget hat, enzihe, unnd hat er es zu unnrechte angefannget, er muſs es lassen mit wette unnd buſse. Dis ist landrecht, witpildesrecht unnd der stadt recht.

XLIII. Anfanget einer ein pfert ader ein ander vyhe unnd zewhet sich der, der es in geweren hat, uff einem andern, der es ome vorkauffte ader gegebenn hat, man mus das volzihenn also ann mannchenn geweren, von eynen uff denn anndern, bis also lang das man kumet uff den, der es inn seinen stal gezogenn; unnd der es angefanget hat, der muſs ome volgenn die virzcehenn nacht, wohe er sich des henne zewhet, zw denn geweren, ane ober schiffreich wasser, do endarff er ome nicht volgenn, bis also lange bis es mit rechte entredit wirdet, also hivor geschrybenn stet; unnd werdet es ome mit rechte ane gewunnen, er muſs es lasse mit buſse und wethe. Dis ist landtrecht, witpildesrecht unnd auch der stat recht.

XLIV. [ER. III. 53.] Eyn iclicher herte, der sal alle tag sein hornn blasenn unnd das vihe treybenn ane die weyde. Do werdet kein heilig tag uſsgenomen dane allein die vier grosse fest, [ostern und] des heiligen cristes tag, pfingstag, unnd unnser frawenn tag worczwey; wan [Seite: 135] [Faksimile] alle tag so muſs das vyhe essenn unnd sich ergehen und imandes haben, der es dyweyle bewardt, darumb so bricht man der fewher domit nicht. Das man aber das vihe nicht treybet an den vier grossenn festenn, das ist darumb das die herthenn auch gottesdinst uff die zceith gepflegenn mogen als ander cristen lewthe. Dit ist landtrecht, wichpildesrecht und geistlich recht und auch der stadt recht.

XLV. [ER. III. 53.] Sal der hertte triben, unde wirtt dan ader ist sogethan ungewitter, das es dem vyhe nicht nutz ader bequemlich gesein magk, das es zcw velde gehe, so sall her doch sein horn blasen und ein kleyne zceit ustribenn vor das thor an dye nhestenn gemeynde, uff das es sich etzwas erghe und getrincke, unnd bey der gewonheitt bleybe. Hirmidt vordint her seinen lon. Dit ist stadtrecht.

XLVI. [Dist. II. 7. 1.] Wan der hertte midt dem ersten ustriben will, das sal her thun uff sant Peters tag als sich der lentz anhebet und dye voglin pflegen zcw nisten. Kan her des nicht gethun fur ungewitter, szo beithe er ſso lange des der frost und schnee gewiche, das man des lentzen grune erkennen moge, unnd sal alſso triben teglich als hyfor geschriben sthett bis uff sent mertins tagk. Ditz ist landrecht, wichpildsrecht unndt auch der stad rechtt.

XLVII. [Dist. II. 7. 2. ER. III. 52.] Es ensal niman sein vyhe daheim lasse das dem hertten gefolgen magk, an dye mastswin, die sowenn und iunge ferckeln, dye noch sugen; und dyeselben sal man wol vorwaren, das sye den lwthen kein schaden thun, uff das dem hirtten sein lon icht davon gemynnertt werde und gekrenckett. Ditz ist wichpildsrecht und statrechtt.

XLVIII. [Dist. II. 7. 3. ER. III. 54.] Es sal nimantt sunderlich hertten habe, darmit er dem gemeynen hertten sein lon mog enzcyhen und gemynnern, er hab dan drey hufe arthaftigs landes uffs mynste im flwr und feilde, und alſso viell eigener wysenn ader die sein leen sindt, da her sein vyhe, das er hat, uff mog getribe, das er es ane der gemein der stadt ader des dorffes wol erneren magk. Ditz ist landrecht, wichpildsrecht und auch der stadt rechtt.

XLIX. [Dist. II. 7. 3. ER. III. 54.] Wo man dem herten seinen lon gelobett von den hufe landes zcw geben und nicht von dem vyhe, das lon magk dem hertten nymants enthaldenn, er habe vyhe ader nicht, umb deswiln das die gemein also nicht an hertten blibe. Ditz ist lantrecht, wichpilds und stadrecht.

L. [Dist II. 7. 4. ER. III. 55.] Was vyhes man vor den hertten tribett, brengett her das nicht widder heym, ſso muſs her das geilden nachdem also sein whergeilt ist, es nemen im dan die rouber, die wolfe ader ander wilde thyr. Ditzs ist lantrecht, wichpildsrecht undt statrecht. [Seite: 136] [Faksimile]

LI. [Dist. II. 7. 6. ER. III. 55.] Nemen die rouber, die wolfe, ader ander wilde thyr, dem hirten sein vyhe ader ein nos, des er hutet, und blibt her for den rubern ungefangen, von den wolffen ader wilden thirn unvorserett seines leibes, und beschreitt her das nicht mit dem geruffe, und hatt des dan auch nicht gezcwgenn, die es gesehen und gehortt han, das her es also vorlorn unnd beschreitt hatt, und midt om schweren zcw den heyligenn, ab man on das nicht vorheben will, ſso mues her es geldenn, ab her es gegelden kan noch seinem wergelde. Dits ist landtrecht, wichpildsrecht unnd auch stadrechtt.

LII. Das beschreben recht sagett schechtlich: was vyhes der hirtt vorlyse, das im die wolffe ader wilden thier fressen, her werde sein gewar ader nicht, thaer her seinen eydt darzcw thun, das er sein midt vleysse gewartett und bewarett hab, szo gildet her sein nicht, wen es om underwilen in den struchen und geholtze enzcogenn wirtt, und kan des auch alzcit nicht gezcwgenn gehaben, das her es beschrey, ſso es om die thier heimlichen ader uffenberlichen zcuryssen. Unnd dissem rechtten gesteet auch sere der stadrechtt, wan er es nicht willigklichen ader von vordrossenheit vorlast. Desselben glichen wer es, ab om die dybe in dem geholtze ein vyhe stelen und entrebenn. Dit stett geschriben ex. de ver. sig. et pastor nescit.

LIII. [Dist. II. 10. 4. ER. III. 75.] Tribett eyner sin vihe in eynes andern mannes korn, ader uff eines andern gras, das geheiget ist, her sal im seinen schaden geilden uff recht, und sall bussen mit dreyen schillingen, ist her anders kegenwertig gewest. Was her aber nicht kegenwertig, da sein vyhe den schaden thett, und wirt darumb gepfandt, den schaden mus her geilden nach der schepffen erkentnis, ab man in zcu hant bewiset, und sechs pfenning zcu busse von sin vyhe. Ist aber das vyhe ſsogethan, das man es nicht getriben kan, szo lade her zwene man darzcu, und bewyse seynen schaden, und volge dem vyhe in seines hern hus, und schuldige in darumb, ſso mus her vor das vyhe bessern, als ab es gepfant wer. Dit ist lantrecht und stadtrecht.

LIV. [Dist. II. 7. 6. ER. III. 56.] Vorlemet ein vyhe das andern, ader wirtt sust von icht vorleczett, der hert sall es uff seynen eydt besagen, wye es gescheen sey. Kan her das nicht gethun, her ist schuldig die atzung uff gnade, die das vyhe nutzt also lange das es zcu felde komen magk. Stirbt es aber, der hert mus es geilden nach seim gesatzten whergeilde, umb deswiln das her nicht zcugesehenn hatt und es beware midt vleysse, her hette dan des ſsogethane entschuldigung, die bestendick und redlich wer. Lantrecht, wichpildesrecht und statrecht.

LV. [Dist. II. 7.7. ER. III. 57.] Schuldiget man den hirttenn, das her ein vyhe nicht widder heim bracht habe, thar her sein unschult midt [Seite: 137] [Faksimile] seim eyde darzcw thun, das her es heim habe bracht, her ist ledigk von dem beschuldiger. Wher aber seins vyhes gemist, wan man es heim tribett, und alsbalt zcw dem hertten gehett, und in darumb beschuldigt midt urkund zcweyer man, die ehr darzcw bittet, ſso mag der herte dan dorfor nicht geschweren, und her mus es geilden. Spricht aber der hertte, es sey vor on nicht getriben, des ist er nher zcu behalden selbdritte dye es gesehen und gehortt haben, das es getriben wartt, dan das es sich der hertte midt synem eyde mog entschuldigen. Ditz ist lantrecht und auch der stad rechtt.

LVI. [Dist. II. 10. 5. ER. III. 75.] Wer sein vyhe treibet in eyn frombde marck, uff ein gemein eins andernn dorffes, wirt her darumb gepfant, her mus vor iglichs vyhe sechs pfenning zcw busse geben und es also losen. Dit ist lantrecht und auch der stadt recht.

LVII. []ER. III. 66.] Tribet einer seines nackeburs vyhe midt dem sinen in und des morgens wider us, also das her das nicht nutze, und ab man darnach fragte, mit seynem wyssen nicht lougkente, daran missetut her nicht. Zcwhet man in aber, her habe sein genossen ader es seim nachbur zcu leide gethan, das stehet im zcw seynem eyde und bleibt sin wol an wandell. Ditzs ist lantrecht und auch statrecht.

LVIII. Heltt eyner imants vyhe in seynez huse, das mit dem seynen ingegangen ist und nutzett das, und ab man darnach fragte, und loukent sin, das ist eyn dube, ab her es woll ann dem andern tage usschleet und uſslessett. Aber dye dube beschediget im widder sein lip ader synen gesunt, sunder her mus dem gebussenn, des das vyhe was, des her genossen hat, unnd das her loukent, ab her sin nicht genos, und mues auch dem richter darumb wetten, unnd wirt erlos, das her nicht mher taugk widder zcu richtter, ader zcu schepffen, ader in den rath, ader zcw gezcwgen an das gerichte. Dit ist lantrecht und ist auch der stadt recht.

LIX. [Dist. II. 9. 2. ER. III. 65.] Hatt ein man einen schwingenden, bissinden hunt und heltt in bey om wissende, was der schaden tudt an leuthen, an vyhe, ader an ander dingen, das mues her alles bessern, bussen ader geilden; und ab her in usschluge und wulde sein vorsachen, darmede wirt her nicht unschuldick, ab man das gezcugen und bewysen kan, das her den schaden gethan hatt und das es im gesagit ist worden, das her firlingen bisse, ader im for selber wissentlich was. Ditz ist lantrecht und stadtrecht.

LX. Pfelt ein hunt an einen man und bist on, werett sich der man unnd wundet in forn zcu, stirbt der hunt darvon, her darff sein [Seite: 138] [Faksimile] nicht bussen und blit sein gar an wandell, wan her ein nottwher kegen im gethan hatt. Dit ist stadtrechtt.

LXI. Pisset ader vorlemet ein hunt ein vyhe, ader louft es an, unndt muwet es, wirt des gewar des vyhes herre, und wil dem hunde sturen, und erslehet ader erwirft den hunt, wirtt her darumb geschuldiget von des hundes herren, her blibt sein an wandell, magk her das selbdritt bewisen, ader getw das uff den heylgen bewern, das her dem hunde mit wortten ader geschrey nicht gesturen kunde. Dit ist lantrecht. Aber nach der stat recht sturt her dem hunde an eyner freyen strasse und schlett on todt, so sall her geben fur den hunt, was on selber dunckt, das her werdt gewest sey, und sall das behalden zcu dem heilgen, das noch seim beduncken der hunt nicht besser wer. Wil in aber ihener, des der hunt ist, des eydes erlassen, ader das gelt von im nicht nhemenn, das magk her thun.

LXII. Erslett einer dem andern seinen hunt von mutwillen und zcu hasse ane sache, her sall im den hunt also thur gelden, also on der achtet, des der hunt gewest ist, und das uff den heylgen bewernn wil, und mues im den frevel bussen, und dem richter darummb wetten. Datselbe ist es auch umb ein ander tir, welcherley das ist, das man eyme zcu leyde tottet ader vorterbett. Dit ist statrecht.

LXIII. Ein iclicher, der wilde thier zcyhen und bey im halden wil, der sal sy also bewercken, binden und bewaren, das sye den luthen nicht schaden thun, wan was sye schaden thun, den mus ir herre bussen und geilden und wolde her sye for dem schaden usschlaen und sich ir ussern us sein gewheren, also vorgeschribn steht von den zcamen thyren, das magk her midt rechte nicht gethun umb deswillen, das her sich des vor woll vorsehen mochte, das es von seiner wilden art nicht lies. Dit ist lantrecht unnd stadtrecht.

LXIV. Heldet eyner eynen bern, ader eynen zcamen wolff, ader eynen fuchs, eynen affen, ader derglichen, und thun die schaden, und betrit sye eyner ober seim schaden, und schlett sye todt, her blibet sin an wandell, ab her das uff den heilgen bewern thar, das der where ober sim schaden nodt sye gewest. Thut her aber des nicht, her mus es gelden, was die schepffen erkennen, das er wert gewest sye ober sein schaden, den es om gethan hatt; und ist aber der schade grosser, den mus im ihener erstatten, des das wilde thir gewest ist. Dit ist lantrecht, und auch der stat rechtt.

LXV. Ettliche haben zcame hertze, die loufen in die welde und zcw veilde, und komen wider zcu haus. Was der wilden thir ist, dye [Seite: 139] [Faksimile] also gezcemet sint, hertz, hinden, rhee, eichhorner, ader was welherley dye sint, dye also us unndt in louffen, die sindt also lange ires herren, der sye gezcogen und gezcemet hat, alsolange sye den mut haben widder zcu komen. Was sye aber das vorgehett, das sye vier wochen ader lenger usse gesint, szo sindt sye dan numbe sein, sundern des, der sye darnach vehett. Dit ist lantrecht und ist auch stadrecht.

LXVI. Hatt ein man wilt herzce, hindenn, ree, eichorner, hasen und derglichen, das nicht zcu veilde gehet nach zcu walde louffet, und loufft das in eines andern mannes hus ader hof, und begrift es imant, der sall es ime im rechten wider geben. Dit ist das beschriben recht und stet institut. 2º. und ist auch keyserrecht, lantrecht, wichpildrecht und auch darzcu der stad rechtt.

LXVII. Alle wilde thier, wie die uff ertrich sint, die unbemurt ader unbekomert sindt, alle wilde fogell, die in den lufften vligen, und alle vische in dem mher, werden die von imant begriffen ader gefangen, des sint sye midt rechte, und da lit auch nicht macht an, ab das lant, acker ader ertrich sein sey, da her es uffe gevehett ader eins andern, also vher das her nymant midt dem ihagen, beissen ader stellen, schaden thw. Dit ist das beschriben recht.

LXVIII. Vorbutet eyner eym andern zcu iagen in syme walde, ader zcu beyssen in seinen korne und uff synem lande, ader zcw stellen in synem wingartten, unnd derglichen weydewerck uff den synen zcw triben, das hat macht, wan her sin mit rechtte an seynen urloub dan nicht gethun magk. Thudt her es daruber, her mues es ime gebussen und umb den frevell dem gerichte wetten. Dit ist das beschriben recht und stehett institut. secundo.

LXIX. Vehet eyner wilde fogel, her zcyhe sye in buren ader in andern seynen beheltnissen ader nicht, enphligen sye ime unnd komen us seynen geweren, ſso sint sye numme sein, sundern sye komen wider in or freyheit, da sye for inne gewest sint, unnd wher sye dan darnach begrifft und vehet, des sint sye midt rechtte. Ditz ist das beschrieben recht und stet instit. 2. unnd ist auch stadrecht.

LXX. Die gense, die huner und dye enten, die nicht wilder artt sindt, ab die eym manne woll enpfligen und komen us seynen geweren und gesichtte, ader ab her in nicht folgt, ader sein gesinde volgen lest, an welche stete sye hin komen, ſso sindt sye doch gleichwoll sein; und wer die ufheltt, uffvehet, ader uff genyes ufzcuhet, wissentlich, und das syne nachburn entheldett, der begeht darmidt ein dwbe, und iſs gehet im zcw hut und hore, unndt schwechet im die ere, ader seynen lib und gesunt letztt sye nicht, und her mus sye vorbussen midt geilde. Dit ist [Seite: 140] [Faksimile] das beschriben recht und stett instit. 2º und ist keyserrecht, lantrecht, [wichpildrecht], und statrecht.

LXXI. Dye behen, die do schwermen und komen geflogen, und hengen sich an das deyne ader an deynen boum, die sint din, ab sye bey dir bleiben, das du sye mogst gefassen in deynen benstogk. Volget in aber ein ander, sye seint vor sein gewest ader nicht, und vast sye der ehr in seynen benstogk dan du, des seint sye auch er dan din. Vorbutest du im aber, das her sye nicht uff dem deynen vasse, her muſs dir sye in dem rechtten lasse, bies das sye von dem deynen komen, ab sye dir anders enpfligen. Dit ist das beschriben recht und stehtt geschriben institut. 2º. und ist auch lantrecht undt stadrecht.

LXXII. Enpfluget dir eyn schwarm behen von deinenn stockenn, der ist alſso lange dein also du ym folgest und on in deynen awgen gehaben magst, alſso das du eben wissest, war her kome. Vormissest du sein und fehet in ein ander man darnach uff, szo ist her numbe dein, sundern her ist dan des, der in in seynen bhenstog gefast hat. Dit ist das beschriben recht instit. 2º unnd auch stadrecht.

LXXIII. Dye tuben, die zcu feilde fligenn, die haben dasselbig recht alſso dye bhen, nachdem alſso hyevor von in geschriben stehett, wer dye uffvehett des sindt sye im rechten. Aber dye tuben, dye ein man in seynem hause zcuhett an seim ern, die nicht zcw veilde fligen, die sall im nymant uffahen, nach begriffen, ader in keyne wyse entwenden, also wenig also dye zcamen huner, es wer dan, das sye under den veilttwben midt inflogenn. Ditzt ist beschriben recht institut. 2. und auch stadrecht.

LXXIV. Ist das du findest eines vogels nest, und vehest die mutter uber den iungen, szo salthu dye mutter midt den iungen nicht behalden, sunder du salth sye lassen vligen, und dye iungen magstu behalden. Dit thu also off das, das dir gut geschee unnd lange gelebest. Dit hatt gott selber usgesprochenn und stett geschribeun in dem XXII ca. des funfften buchs Moysi. Hye vornemett man inne, das auch den voglin nicht stellen solle ehr, dan nach unser frawen tage der lestenn, uff das man die aldenn midt den iungen nicht vorterbe nach dem vorbote gotes.

LXXV. Der herte sall eynen stabb tragen, der sall nicht dicker sein dan eynes volligen dawmen dicke, unnd sall auch krump sein mitten mher dan midt eyner krume, umb deswillen das her, wan her dem vyhe sturen sall, das es uff dem feilde den lwthe icht schaden thw, ader das es sich selber under einander icht vorterbe, das her om midt dem stabe midt slaen ader werffen icht grossern schaden thw. Wer es [Seite: 141] [Faksimile] daruber das der hertt uber ein vyhe erzcornte und es midt slaen ader werffen vorterbte, das sal her geilde nach des vyhs gesatzten wergeilde. Stadrecht.

LXXVI. [LR. III. 51. Dist. IV. 34.] Das whergeilt der kleinenn vogele, die ein man undanckens vorwarlost, der gildett er eynen umb eynen halben pfennig; die ant und die gans, und die grossen vogell, die gildet her midt eyme pfenge; dye brutgans und die bruthennen also sye ober eygern sitzen und die kuchen leiten, die gildett man midt dren pfengen ir icklichs; die ant alſso sye sitzt, und auch alſso sye ir iungen furett, die gildett man auch alſso; dasselbe thudtt man das iunge verkeln das noch sugett. Ein katzen und ein lamp gilt man zcw vier pfenge; das kalp gilt man vor sechs pfenige; das vollen gilt man umb eynen schilling, diewile das es suget; den schafroden und den stouber midt dreyen schillingen. Ein pferdt unnd das iherige schwin, die tocken also sye verckeln tregt ader sowget, die gildet man zcu funff schillingen; das wollgewachssen schwin, den esell und das mhaull, die gilt man zcu achte schillingen; den volwachssen ochssen, und die melckekwhe, das veltpfert, das zcu veilde midt voller erbeit tougk, die gildet man zcw zcwelff schillingen. Die bhenstock gilt man also in nach iren iaren geburet. Das reysige pferdt, da der man seim hern uffe dynenn sall, das gildet man midt eyme pfunt pfenge. Die rietterpferdt, und dye zcelder, ritpferdt, und die ros, uff die ist kein whergeilt gesatztt, und auch der gemesten bachschwinen; darumb ſso sal man sye geilden nach varender habe rechtt, und nach des achte, der sye vorlorn hatt; ader der sye geilden sall, der magk die achtung ader schatzung, die der gethan hatt, der sye vorlor, woll geringern midt syme eyde, ab her will. Dit ist lantrechtt.

LXXVII. Welch man einen scheffer hatt, der mhe vyhes midt sinen herren mengett, ader under seynes herren schaff tribett und hutet, dan eynen dritten teill, der stedt seynem herren nicht wol zcu vorteydingen vor seynen scheffer, hirtin ader knecht, sunder her heist billicher sein geselle also.

LXXVIII. Es sall ein icklicher scheffer auch seyne schaff zceichne midt dem unwegesten zceichen, also das her an den erbissenn ader gestorbin huthenn der schaffe, seins herren zceichen, da seyne schaff midt gezceichent gehen, nicht gemachen kunne.

LXXIX. Spricht der herte, das man ein vyhe nicht for in habe getriben, ab es vorlornn wirdett, und sall das der bewysen selbdritte des es ist, das es for in getriben sey, also hyfor gerurtt ist: die bewysung [Seite: 142] [Faksimile] magk er woll thun mit fromen frowen, meyden ader knechten, die es gesehen haben, da sye ir vyhe auch vor den hertten treben ader dabey stunden, wan sich ander lwthe damith unbekumert lasſsen. Dit ist stadrechtt.

LXXX. Hat eyn mann einen huntt, der die lwthe ferlingen bissett ader ein ander thir, und wil nicht vor sye bussenn, und sye nichtt binden, nach bewaren, den hunt sall her toten; und mag her des nicht gethun, szo sall her in von im schlaen midt kuntschafft zweyer siner nackbur und on nicht furder herbergen nach spisen. Was her darnach schaden thudt, das darff her nicht gelden, nach bussen, alſso hirvor geschrieben stehett. Hatt her aber darvor schaden gethan, den gildet er moglichenn.

LXXXI. Hatt eyn man eynen huntt ader ein ander thir, das freyſslicher artt ist, ader eyne sow, eber, ader desgleichen, und wert eyner darumb geschuldiget, das her es gewundett ader geschlagen habe seym herren zcw leyde, und her antwortt, her habe es nymant zcu leyde gethan, sunder her muste eyne nodtwher beghen, und kan die nodtwher nicht bewisen, wan nymandt darbey gewest ist, der es gesehn hatt, vint man dan an dem thire, das es vorne gewundet ader geschlagen ist, szo darff her nicht fordir darzcu antwortten, ist her anders icht geletzett an den kleydern ader am syme liebe. Ist her aber unvorletzt bliben unnd das thir hinden geschlagen ader gewundett, szo mus her es geildenn, und kan sich nicht woll entschuldigen, dan mith seynem eyde.

Fünftes Buch. Sequitur liber quintus, der Scheppfen buch.

[Vorrede]

Almechtiger got von hymelrich,
Thw mir nhw hulff, das bitt ich dich,
Das ich geschreib also dit buch,
Das dein zcorn und ewiger fluch
Von allen den werde gekart,
Die es lerin ader werden gelartt.
Ich weis woll, das dein gerichte
Nimant uff erden magk geschlichte,
Nach der zcit also wir gesterben,
Das her gnade moge erwerben;
Es wirdt auch von diner barmherzugkeit
Nicht geborget, noch dir geleit.
O du barmherzuger richter,
Nhw bies uns armen nicht zcu schwer,
Thu uns gnade in disser zceit,
Das wir der sunde werden quit,
Ehr dan wir komen von disser erden
Las unse pin nicht ewig weren.

Horett ir richtter unnd ir schepffen,
Last euch das ubell nicht beklepffen,
Mercket disse rede eben,
Gott hatt uch das gerichte gegebenn.
Dem sullet ir rechnung thw
Von wortten, wercken, gedancken darzcw.
Also ir nhw sein diener seytt,
Wer dan unrechts gerichtes pflit,
[Seite: 144] [Faksimile]
und das gesetze nicht bewardt,
Der ferett ein iemerliche fardt
Zcw der ewigen helle glut.
Wer nicht noch gotes willen thudt,
Nicht hilfft da widder gab noch gifft.
Wer unrecht hye uff erdin stifft,
Und uber das volck ist gesatzt,
Und das zcw unrecht hatt beschatzt,
Ober den gehett gar ein schwer gericht
An all erbarmung pflicht.
Nhw wissett, dye do mechtig sein,
Di liden mechtiglichen pin,
Szo wil got die sneden gewaldigen richen
Straffen gar gewaldiglichen,
Und dye man hye nicht gestraffen kan,
Der straffen nhemen sye sich schwerlich an.
Es seindt disse rede nhw gescheen
Zcw uch, die ans gerichte gehen,
Das ir vormant werdet hirmede, und furet solch bestendige rede,
Das ir nicht wertt geplagett darvon.
Dit rett der wyse Salomon.

Dye vorredt folgtt.

Recht komet von gerechtikeitt,
Darumb ſso wirt hye uſsgeleit
Dye selb togent midt eym bilde,
Das vil lwthen ist gar wilde
Midt seim bedwtten und bescheydenn.
Seneca, der wyser heyden,
Der thud uns von derselben kunt,
Sy sey der natur schwigender bunt,
Des gotlichen gesetzes krafft,
Und ein bant menschlicher geselschafft,
In der wir erkennen was sey zcymlich
und was auch nicht sey bequemlich.

O weyser man hor nhw zcu,
Was dye gerechtigkeyt magk gethw,
[Seite: 145] [Faksimile] und wilthu sein ir dyener,
Szo vornhym unnd folge diſser ler:
Zcw gotes liebe ker deyn sin,
Das her dich widder lieb gewin,
Dan hasttu lieb deynen gott,
Wan du heldest sein gebott,
unnd allen lewthen wiltt fromen,
und nymant zcu schaden komen;
Da mercken alle lewthe an,
Das du bist eyn gerechtter mann.

Tustu was ich dich hye lere,
Man hat dich lieb und erbutt dir ehre,
und folgett deynem rathe gerne;
Dich forchtett wer nicht gut wil lerne.
Uff das dw gerechtt blibest nhw,
Szo salthu nymant schaden thw.
Ich sprech, nicht schaden thw alleyne,
Das du auch on bewarest, ich meyne.
Das heist nicht gerechtikeit
Das man den lwthen thw kein leitt,
Es heyssett untugent gelassen,
Der sal man sich ſso lernen massen.

Hindere nymant der icht thudt
Gutes, und thw selber gudt.
Nyman saltu das seyne nemen.
Darnach salthu dich nicht schemen,
Ab du imand icht hast genomen,
Das du es last herwidder komen.
Dannoch salthu darnach ringen,
Wye du auch mogst gezcwingen
Rowber, dyebe und bosewichte
Medt gerechtigkeidt unndt gerichte,
Uff das sye die lwt midt fryde lassen,
Das straffen salthw nach rechte massen.

Eynes wortte pewse alſso sere nicht
Also dye meynung, der sye spricht.
Wo auch zcwifels icht ist an,
Do salthu ia noch neyn zcu han.
[Seite: 146] [Faksimile] Nicht leichtlich salthu eyde schweren;
Dw salt dich billicher eyde nicht weren.
Wer war und recht geschweren kann,
Der ruffett gotes hulffe ann.
Dye warheit salthu nichtt vorletze
Unnd der gerechtikeit gesetze.
Vor nymand salthu lyden den scham,
Her sey dir holt ader gram.

Nichtt lugk; aber komt es alsus,
Das du der lugen gebruchen must,
Szo las das valsch din gemuthe,
Das es dye warheit behute.
Und kanstu die warheit nicht gelose
An logen, dit ist nicht boſse,
Wan alſso blibeth midt gemache
Die warheit, dit ist ein hubsche sache,
Wan du der lwthe nicht envharist,
Ir heymlikeit nicht offenbarest.
Redest du auch wan du reden salt,
Szo wirdett dein lob manigfaltt.

Dye gerechtikeit ist alſso zcu halden,
Das dye mechtigen, dye ir walden,
Nicht midt ir ſso weilich umbgehen,
Das dye lwth ir gesetze schmehen,
Nach also hartlich der underwinden,
Das die lwthe kein gnade finden,
Sunder der freveler sall gnad enperen,
Dye andern sal man meſsclich geweren.

Das bylde5.0

I. Es sall ein iungfraw in eyme gulden rocke stehen in den wulken bies an dye knye, der hymell sall gestirnett sey, under iren fussen der mondt, gekronet mit eyme regennbogen, da sall Cristus inne das [Seite: 147] [Faksimile] gerichte sitzen. Sye sall einaugick sein, mit zcwen grunen wittichen, in orenn rechten hant ein baer schwertt, dye linck hant sall ir ab sein, ein wage hangt ir an dem strumpf; in eyner schalen stehett geschriben: din; in der andern: mein. Us der kronen gehett ein rim also: wye ir dye lwth urteilt uff erdin, alſso solt ir widder geurteilt werden. An dem rechten vittiche stehett alſso ein rim: was dw wilt, das ich dir thun solle, das thu auch mir. An dem lincken stehett: was du wilt, das ich dich erlasse stille, das erlaſs auch mich. Under dem gestirnten hymell gehett der rym: ir scheppfen sunett die luthe gerne, szo luchtet ir als des hymels sterne. Von dem mhane gebet der rym also: der richter sall von om selber nicht richtten, alſso der mond hatt sein licht. Von dem bilde gehet disser rym:
Ich bin es dye gerechtigkeit,
Eyn konigyn der eyntrechtigkeit,
Ich bin uff erden ein sicherheitt,
Des volkes frede,
Borge und der stede,
Des gemeynes volckes zcuflucht
Und der mudtwilligen zcucht,
Ein lust der krancken,
Ein freude der armen,
Der enelenden mutter und erbarmen,
Ein stilles wetter uff dem mher,
Ein frucht der erden wer sich will nheer,
Der vorweyseten kinder erbteill,
und das ewig zcukunftig heyll.
Wedder frunde ader mage sehe ich an,
Dorumb ich des augen nichtt en han;
Widder geschenck nach keynerley gabe
Ich nicht nheme, dye hant ist abe.
Der luthe sache ich gleich wege,
Dye bosen ich zcu straffen pflege.

II. Alle werttlich recht und gericht, dye seint zcw erst komen von dem rich. Wa sich aber das reich zcwerst erhub, das stet geschryben in dem ersten buche Moysi, das es sich erhub von eyme resen, der hyes Nemroth, der was zcehenn ellen langk, der hub ann zcu bawben den grossenn thorm zcu Babilonia. Disser was der erste, der yhe gestreitt, der yhe heer gemachte, der yhe baner gefurtte und woppen. Der ertrachte und fant zcu dem ersten die satzung des rechtten in der grossen [Seite: 148] [Faksimile] stat Babilonia; alſso spricht man noch das recht erhub sich da. Ditz rich was gelegen in dem ufgange der sun, also Ambrosius schribt zcu sant Augustino von den vir richen disser werlde, nachdem als der prophett Daniell gesehen hatte in dem gesteltnisse vier thyer, von den geschryben stehet Danielis c. 7., das sich bey Abrahams gezceitten erhub. Das ander erhub sich darnach von Dario kegenn dem mittage. Das dritte erhub sich kegen norden von dem grossen Allexander in Macedonia. Dit geschach zcu den gezcitten als dye iuden richter und keyne konige noch hatten. Das virde hat sich erhabenn kegen dem undergange der sonnen, zcu Rome, von eyme der hyes Romulus, zcu den gezciten da Iudas Machabeus mit seynen brudern streit wider dye heyden. Das erst und das letzst rich sint die grosten und dye mechtigsten gewest, und die mittelsten zcwey zcw Persia und zcw Macedonia dye geringsten. Wye aber Babilonia gebowett wartt und wie gros es war, suche inn dem andern capittell des ersten buchs von der wilkor.

III. [Gl. LR. III. 44.] Nu sal man wissen, das alle satzung des rechtten, dye in dissen vorgenantten richen zcw Babilonia, Persia und Macedonia gesatzt worden, sint alle abe geleitt. Aber dye gesatztten rechtte, dye wir nach haben, dye wordenn syder in Krichen gesatztt, in der stadt Athenas, da dye grossen meyster und wysen heyden zcu schule han gestanden, wann daselbst zcuerst dye hohe schul, dye nhu zcu Paris ist, sich erhaben hatt. Dye stunden in grosser wiſsheitt, wye sich dye stete haldenn sullen, alſso Aristotiles in seinen buchern schribt, nachdem alſso das erste buch von den hern hye uswisett, und auch das ander, unnd wye die ambtlut und ratluth sich halden sullenn, alſso uswist das dritte und das virde. Und funden vil guter und nutzlicher rechte, alſso wir dye noch haben und der vil gebruchenn, unnd lyssen dye teylen in zcehen bucher, unndt santen dye beschreben den Rhomern in zcehen tafeln und heyssen nach dye recht der zcehen tafeln. Da koren dye Rhomer zcehen man under in us, dye aller vorstendigsten und wisten, dye sye hatten, dye machtten uber dye zcehen tafellen nach irem besundern gesetze und wilkor zcwo tafeln darzcu. Alſso worden der taffeln zcwelffe.

IV. [Gl. LR. III. 44.] Noch der zceitt so wolde der weyse ratsman Pompeius dye zcwo taffeln, dye dye Rhomer zcu hatten gesatztt und gemacht, lassenn beschreybenn in ein buch, und turste des nicht thun for den richtern zcu Rhome von forchte wegen, wan dy nicht wolden das or recht und heymlichkeitt allermellich wissen solde. Darnach began des der keyser Iulius, der wart von den Romer erschlagen, er her [Seite: 149] [Faksimile] es volante. Also bleib es aber underwegen byes an den keyser Constantinus, der nam for sich die zcwelff tafeln, und satzte dye ordenlich, und lies darus beschriben disse recht, dye man nhw gemenlich hatt, und dye besserttenn auch seine nachkomenn, unnd dyeselben recht waren dannoch etwas unbescheyden. Darnach kam der keyser Theodosius der mynste, der machtte ein rechtbuch nach der wyse der andern rechttbucher, und hyes es Theodocianus. Darnach quam der edell und bluender Iustinianus, der was des ersten keysers Iustinianus son, der irluchte und legte us alle gesatzte rechtt, und satzte dye bescheydenlich und redelichen, unnd vortelgte das nichtt nutze was, unnd vorkortzte das zcu lang was. Auch sint die recht vhast komenn von willekor, also das lantrecht ussagett, do also beschreben stehett, das alle wertliche gerichte haben begin von der willekor.

V. Auch sal man wyssen, das das recht ist dreyerley wise ufkomen: das ist von natur, von gewonheit und von bethe. Naturlich recht ist: zcu dem ersten ist es vonn natur angeborn, ſso ist es von nodt. Das ander heist auch naturlich recht durch das, das es dye natur wysett allen luthen und allen landen; also eyner dem seyme frunde etzwas zwu behalden tudt, ader borget, das her om das widergebe ader geilde. Naturlich recht ist alſso gotis rechtt, wan got ist dye natur, dye do alle recht naturett und alle dingk; hirvon heyst es naturlich recht, das es eyme itlichem gestetigett ist und blibet unvorwandeltt. Es heist auch naturlich recht darumb, das es genant ist von redlichen naturlichen lutten, das ist von den guden und fromen umb deswillen, das got und dye natur nicht umbsust werckenn, als Aristotiles sprichtt, und alle dingk got in das best naturtt, alſso geschriben stehett in dem ersten buche Moysi: gott der sach an alle sein gescheffde und sye waren zcumale gut. Wer dan ubell ader unrechtt thudt, der thudt widder dye natur nicht in der wyse, das es seiner natur unmoglich sey, es ist aber widder dye natur, dye got gut gemacht hatt. Wan dan etzlich lwthe lebenn nach togenden und nach dem rechtten, das die natur lerett und brengen das in eyn gewonheitt, dye gewonheitt wurdett dan under in ein rechtt.

VI. Ditt ist dye ander sache, das von der gewonheitt das rechtt also ist uffkomen und nach uffkomett, und dye gewonheitt ist auch zcweyerley komen. Ein gewonheitt die ist redlich, die ist gewest der guden und der fromen; dysse gewonheitt hatt ir begin gehatt von der redlichen natur. Die andere gewonheitt die ist unredlich, ist gewest der bosen und der unmilden, unnd dye ist widder dye natur, dye gott ist, unnd wo dye boſse gewonheitt ist, dye heist billicher ein alt irtumb dan ein gewonheidt. Durch disser gewonheit willen wart nach das dritte stucke des rechnen, das kam von der keyser satzunge, und dye kamen [Seite: 150] [Faksimile] darmith zcu hulffe den guden und der guden gewonheitt, und sturtten den bosen midt ir bosen gewonheitt. Disse satzung sint komen von der kor, alſso das dye keyser und dye fursten under zcwen gewonheitten dye besten uſskorn und satzten dye vor ein rechtt.

VII. Auch ist das recht ufkomen von bethe wegen, alſso das volg uff dem lande, unnd auch dye lwth in den stettenn, recht us den gewonheytten koren unnd dan den keyser batten, das ehr in das setzte unnd bestetigte, alſso noch etlich stete dye furstenn bitten, das man in or willekor und ir gewonheit bestetige, und in hantfesten daruber gebe, und dye briffe daruber heyssen hantvhesten darumb, das her yn dye gnade undt dye freyheitt, dye her on vorschreibett widder dye gesetze, befesten sall, und die werden dann ir besundern recht. Es ist auch wol gescheen, das dye keyser und fursten recht satztten an gewonheit und an bethe, sundern sye koren, das es nutz und gut den luthen wer, und oren landen und steten bequemlich, unnd nach von des babstes und keysers redlichen willen szo werden noch geistliche und wertliche redliche gude rechte gemachtt. Was nhw ein gewonheit und welche gut und bestendick sey, unnd wo sye zcu eyme gesetze werde, das suche in dem vier und zcwenzigsten stucke des dritten buches von den ratsmannen.

VIII. Dorch vyrerley ist das recht zcum erstenn funden und gemacht; zcum ersten, das dye fromen hulff gewunnen; zcum andern, das die unschuldigen ungeletzt blyben; zcum dritten, das dye bosen umb ir boſsheit gepinget wurden; zcum virden, das eym itzlichenn worde, das im werde sall, und ym blebe, das im bliben solde und ym gebortte.

IX. Wer nhw dye gewest sindt, die das recht midt dem ersten funden und gemacht han? Das hat gethan in der alden ehe Moyses under den iuden, dem gott dye zchen gebott gab und ander vil gesetze in der wustenunge, da fant her dye recht, da her sye midt enschyett und sye orteylte unnd richte. Der erste in Krichenlant, der rechtt machte und fant, das was Pheroneus, der beschreib dye wertlichenn recht, und dye von Athenis, dye merten und besserten sye. Der recht fant zcum ersten in Egiptenlande was Mercurius, der gab sye us den lwthenn zcu gebrachen. Der erste der besundern recht zcu Athenis fant und satzte das was Solon, nach derselben stadt wilkor und eynunge. Der erste der recht fant und beschreib zcu Lacedomen, das was Lygurius. Der erst, der recht fant zcu Rhome und or gesetze, das was Numma, der do ein herre was nach Rhomulo, der lyes beschreyben dye ersten romischen recht und lyes auch dye ersten muntz nach der konige formen schlahen, und darumb ſso nach zcu latin nummus ein pfennigk genantt. [Seite: 151] [Faksimile]

X. In den rechtbuchern findett man beschryben, das alle geistlich gerichte geben von dem babste, und alle wertliche von dem keyser. Dye fursten enpfahen ir gerichte vom keyser, von den fursten dye grafen, unnd dye freyen, und dye stete, dye ir richter setzen. Alſso mussen alle wertliche richter den ban und das gerichte von dem keyser emphaenn.

XI. Ist auch eyn richter von eym fursten ader hern gesetzt, dye vor ir lehen und gerichte von dem ryche empfangen han, ader von einer stadt, dye ir gerichte auch hat ennphangen von dem ryche, szo hat des richters gerichte macht. Kompt es aber nicht von dem rieche, ſso ist es kein gerichte, sundern ein frevell, und ein notzcog, ader ungerechte gewalt, unnd ober wen dan der richtter alſso richte, da sundiget her an, also ein ander man. Hirumb ist das, ab ein buschoff, ein abtt, ader ein ander geistlich man, der wertlichs und halsgerichte hatt, eynen richtter setzte, eher wan her das gerichte von dem riech enpfinge, und wurde von dem gerichte imant vorterbett, der geistlich herre, der den richter alſso gesatzt hette, vorlore sein amptt.

XII. Nicht sal man zcu richter setzenn eynen man, der an seiner gepurt vorsprochen sey, wan her nicht gut gnug ist zcu richten uber dye elichen geporn sint und von fromen eldern, nach von des gerichts wegen zcu bezcugen. Also sall her auch selber volkomen sein an seim rechtten; dan schwerlich ist das eyner, der ander lwthe rechtfertigen solde, das der selbe gebrechlich were. Dit wiset us unnser lantrecht. Her sal auch zcu seynen iaren komen sein, das ist uber ein und zcwenzcig iar. Her sall auch wyse sein und wol erfarn in den rechten, in den gesetzenn, wilkor, gewonden unndt freyheytten der stadt, da her ein richter ist, das her dye icht vorbreche und das vorstore, das her beschermen und machen solle; wann sant Augustin der schribt in dem buche von der stat gotes, das dye unvorstendickeit des richters ist ein betrubnies und unsalde des unschuldigen volkes. Her sall auch guthe sytten haben und nicht gachzcornig sein, wan sant Gregorius spricht: es ist gar hartt wer nicht sanftmutig ist an seim eigen leben, das der ein richter werde ober ander lewthe unsethe und untogent; sye mogen nicht woll unnd wirdicklichen ober lewthe gerichten, dye lichtiglichen vallen in zcorn, in haſs ader in liebe. Meisterr Tulius spricht: es ist ein grosse schande an eyme richter, das her schinett midt seynen kleydern ander den lwthen alſso ein engell, und ist mit den sethen und mith dem herzcen alſso der tufell. Her sall nicht sein girig, wan von des richters gyrheytt, als Ysidorus schribt, ſso wirt der lwthe sach [Seite: 152] [Faksimile] vorzcogen, ader das gericht vorkartt, und dye angehaben sache nhemenn nummer ende, byes das or gelt in oren butteln ende genemmett. Her sal auch nicht sein ein unkuscher, wan es sprichtt Tullius, das der mynner gericht sey blint, und yhe sye dem mher nach hangen, yhe sye ungerechter und blinder werdenn. Her sall gotforchtig und friedsam sein, wan alſso Cassiodorus spricht: ein richtter hat seynen nhamen darumb, das her richtten sall, und wan her das nicht thudt, ſso heiſs her moglicher ein ungerechter dan ein richtter.

XIII. Isidorus der groſs lerer schriebett, wye das gerichte von den bosen richttern, dye den armen ungewegen sint, swerlicher werde, dan ab sye uffenberliche vinde weren; unnd darumb wan man ein richter gekwsett und gesetzett, szo ist es moglich und sall in dem rechtten sein, das her dem gerichte schwere, uff das her allen lewten gleichs gerichtes pflege, und auch darmith werde von ungerechtigkeit brachtt, und gott und dye lwthe mhe forchtte. Der eydt sal alſo geschen midt leiplichen vingern uff den heyligenn, in keynwertigkeit der scheppfenn: ich schwere gott und meynem hernn etc., das ich wyl an dem gerichte getraw und from sein, gleich gerechtt und gewer dem armen als dem richenn, wyttwen unnd weysen, des unrechtten zcu schutzen den fromden als den freunden, dem gast als dem ingesessen in dem gerichte, und wyll des nicht lassen widder durch lieb ader durch leitt, durch nymanden nach durch mein selbs willen noch durch keinerhande sachenn willenn, alſso ferr als ich umher magk unnd kan; alſso mir gott ſso helffe und seyne heylgen und das gestrenge gericht, das her am iungsten tage uber mich und uber alle lewthe sitzen will und ire werke urteylen.

XIV. Dye schepffen sollen auch unvorsprochenn sein erer geburtt unnd ires rechtten. Der schepffen sullen von rechte zcwelffe sein, sechs ader vyre. Mynner sall ir nicht sein, uber zcwelffe sall ir auch nicht sein nach unnserm lantrechtte. Es ist woll in etzlichen landen und in wichpilden ein gesatzte gewonheitt und recht, das man erbschepffen hett, und das ist gut und woll nodt, wan dye scheppfen dye man setzt zcu iaren, dye seint des gerichts gar unkundigk; des sint dye erbscheppfen nicht, wan sye brenngen in gude handlunge des glichen rechts volkomenheit bas dan dye schepfen, die man zcu iaren kusett, wan dye schepffen, dye man setzt zcu iaren, dye sint des gerichts gar unkundigk. Und dem folgen wir midt unser gewonheit und rechten alſso, das dye ratsmanne schepfen sindt, und sich dye teylen alſso, das ir sechsse alzcit scheppffen sint, und darnach dye andern sechsse, und sich wechsselnn. Wye nhw der eydt sey, den sye zcu dem gerichte gethan haben [Seite: 153] [Faksimile] den salltu suchen in dem achzehenden stucke des dritten buches, das do sagett von den ratsmannen und schepfen.

XV. In disser stat und auch in mher stetten in wichpilde ist dye gewonheitt und das rechtt, das man keyn ander vorsprochen nympt, dan us dem rathe zcwene von den schepffen, umb deswiln das armen lewthen nicht ungutlich geschee am gerichte und ire sachen vorzcogen werden, unnd auch umb deswillen, das sye nichtt finden ungewonlich urtell, und dye urtell, da man pflegt dye lwthe midt zcu vharenn, und mhe zcu krygen helffen dan zcu sune, mher zcu vheden dan zcu freden, mher zcu zcweitracht dan zcw eintracht, durch das geschencks willen, alſso dye gemitten vorsprochenn an den gerichtten pflegenn zcu thun, von den Cassiodorus spricht: an dem gericht da ist der vorsprochen zcunge veyle, szo ist auch da ir schwygen veylle, und ir vortumte zcunge wirtt dicke midt gulden unnd silberen stricken gebunden. Uff das ditz von den vorsprochen nicht geschee, szo wirt inn das vorbotten bey der ehre und in gegen in dem eyde, den sye schwerenn, wan sye in den rath komen, alſso geschribenn stett in dem XVIII stucke des dritten buchs von den ratmannen.

XVI. Das lantrechtt saget von den botteln, dye uff dem lande riten ader louffen, und an das gerichte gebitten, aber wichpilds recht heisset sye fronebotten, dye wir nennen freybotten. Dye sullen auch volkomen sein an irer gepurt und an irem rechtten, und warhaftig, umb des gezcugnis willen, das sye dick an dem gerichte thun mussen. Dye sullenn disse eydt an dem gerichte thun: ich schwere mynem hern etc. und darnach dem richter und schepffen disses gerichts, das ich dye armen und dye reichen, dye geste und dye ingesassen, an gebotten und an allen sachenn, dye mir zcu geporen und von gerichts und rechts wegen thun soll, fordern und nichtt hinderen will midt mynen willen zcu tage und zcur nacht, und wyl darzcu getrow sein, und alle boſsheitt und was ich derfare, das schedlich ist, das wil ich melden und kunt thun getrowlich; alſso mir gott helffe und alle heylgenn.

XVII. [Dist. III. 3. 7.] Das lantrechtt und wichpildsrechtt sagen auch, das man vor mittage dinck haben und gericht halden sulle, und ein igklicher, der daran zcu schicken hat, vor mittage da sein sulle, und ab sich wol das gericht von der meninge ufzcuhett, das man es vor mittage nicht alles usgerichten magk, da leit nicht macht an, gleichwol wer sich vorseumpt, das her vor mittage da nicht ist, der sall und mus darumb wetten. Man sall auch also lange sitzen bies das dye sonne wider fellet, das ist ſso lange byes das der mittagk vorgehtt. [Seite: 167] [Seite 154]

XVIII. An keyme sontage, nach an keyme heylgen viertage, sal man gericht sitzen, rath haben, nach sache scheyden, nach eyde schweren, an ehaftige nodt; nach feylung haben, nach kouffschatz tryben, dan alleyne in den stucken, dye da dynen zcu essen, zcu trincken, das man uff eynen andern tagk nicht er beitten kann, noch wol ufgerichttenn; zcu nodturfft magk man an den feyrtagen byr brawen, byer vassen und schenckenn, vischen, backen und schlachtten unnd derglichenn.

XIX. Eyn gerichte sal man haldenn an eyner gewonlichen stadt, da sein dye lewth pflegenn zcw wartten, Wan das alſso geschreben stett in den geystlich und wertlichen rechtten, das an allen steten gerichte sey, da der richter midt seynenn schepffen sytzett und midt urteiln richtett, szo sal man dach kein gerichte vorholn, noch an ungewonlichen heymlichen steten sitzen, nach halden, dan in rechter dingkstadt und auch zcu rechter zcit, alſso das dye heymlichkeit nymant zcu schaden kome und es gehalden werde an geferde. Darumb ſso pflagen dye alden, das sy ir gerichte in der stadtpfortten zcwuschen den toren hildenn, uff das es alſso uffenbar eynem icklichen worde, wer da uſs ader in wandertte, und sich des von unwissenheitt nymant entschuldigenn mochte. Darumb ſso sall man es noch an gewonlichen steten halden, es hinder dan ehafftige nodt. Dit ist das lantrecht, wichspilsrecht, geistlich recht, keyserrecht und der stadt rechtt.

XX. [Dist. III. 8. 1.] So ist auch zcu mercken, was lwthe von recht an wertliche gerichte gehoren. Das thun alle leyen, eliche und uneliche frowen und iungfrawen, meyde und knechte, peckartt und peckinen, sy seint gelart ader ungelartt, gewhyte schuler ader man, dye irer wyhe nicht gepruchen ader gebruchen wollen, man ader wybesnam, ab dye woll gesundertt seint von andern lwthen midt ir wonung, hantyrung, kleydung, und mit irem leben, und ab sye woll in der kirchen ir kuscheytt durch got und armut gelobt han, ydoch das sye das keym geistlichen prelaten, als buschoffen, abtte ader thumprobste daruber gehorsam gelobett han, der sye in seyne zcucht genemen mochte, ab sye dye gelobde und dye ordnung ires lebens vorbrochenn. Dye sullen allen enden an dem wertlichen gerichte antwortten umb wertliche sache, es wer dan umb ein ehe, ader umb bescheydunge rechter selgerete, ader umb detzman, opffer ader zcinse zcu den kirchenn ader geistlichen leen, ader vorhandeln mit pfaffenn ader geistlichen lwtten. Wer es auch das ein schuler wer in der minsten wyhe, das man nennett zcu dem strange, ader das im der buschoff seynen zcopff vorschroten hett, [Seite: 199] [Seite 155] und wyl her der pfaffheitt gebruchen und volgen, szo mag in nymant an wertlich gericht gezcyhen, her wolde es dan gerne liden. Dit ist geistlich und wertlich recht.

XXI. [Dist III. 8. 2.] In dem andern buche decretalium stehet geschriben, das kein leye den andern umb wertliche sache vor geistlich gericht laden soll, wan welch ley wertlich gericht vorschmett, was imant schaden davon enstehtt, den sal man dem, der geladen ist, volkomlichen erlegen, und om sein busse geben und dem gerichte seyne wette. Dit ist lantrecht und wichpildsrecht. Wer es aber das eyme von dem wertlichen richter rechts gewegertt worde, ader unrecht und gewalt widerfhure, das her war brengen mochte, szo solde her sein recht woll suchen an geistlichen gericht an schaden. Dit ist der stat recht und geistlich rechtt. Wan wolde der richter eyme nicht helffen, und ginge geferlichen und untogentlichen midt ymant umb, darumb so sall her sein gutt nicht vorlysen; her sall es gewynnen midt anderen gerichtten und midt hulff seyner frunde, ſso her best magk, und des stet her nicht zcu vordencken, en sall auch der stete gesetze daran nicht hinderen, dan dye gesetz der stett sullen nicht zcu geferden besteen. Wye auch ein ley for geistlich gericht geladen wirtt, es sey recht ader unrechtt, szo sall er sich vorantwortten umb den gehorsam, us dem sich nymant gezcyhenn magk, dan mit rechterr entschuldigung. Dit ist geistlich und wertlich recht.

XXII. Das gerichte sal man anheben midt dem forgebytten. Das sall thun der freybotte umb seyne mythe alſso: eynem icklichen in der stat sall her um eynen pfenning gebietten zcu zcwenn gebotten; zcu dem ersten darff her nymandes; das ander gebott sall her thun midt gezcwgen; das driett gebott mit pfanden, alſso recht ist, das ist des richters. Eyme manne zcw gebietten uſswenig der stadtt, da gibtt man im von zcwene pfennige; hilffet aber ein freybote eynem eyns pfandes von gerichts wegen, der gibt ihm zcwene pfennige; antworttertt her eme aber eynen bey der hant, und bestetigett in, ſso gibtt ehr im zcwene pfennige. Ober dit lon sall her von nymanden mher heischen; geb im aber imant ichtt daruber von eygener wilkor, das mocht her nhemen an geferde. Ditz ist der stadt recht unndt wichpildesrechtt.

XXIII. [Dist. III. 2. 1.] Wan der bottell gebyten sall, das sall her thun in der zceit als dye sonne uffgeett bies das sich tag und nacht scheydett. Bey nacht sall her nymant gebitten, an den gesten und den lwthen, dye us der stadt ader gerichte entrynnen wollen, sall her wol gebitten bey nacht. Quem der vor gerichte, dem alſso vorgebotten wher, und spreche: her richter mir ist nicht zcu rechter zceit forgebotten, antwort dan disser: her richter ich wart gewarnett, her wolde entwichen [Seite: 169] [Seite 156] von gerichte, des ich nach vhar habe, ab ich das ingebot midt rechte gethan mochtte; szo erteilt man im, das her das erwyse zcu den heylgen, unndt sweredtt her das, szo mus im ihener antwortten. Wyll her aber das nichtt schweren, ſso beheldet ihener seynen tagk, und umb das ungerechte ingeboth mus her dem gerichte wetten. Dit ist lantrecht und auch der stadt rechtt.

XXIV. [Dist. III. 2. 2 - 5.] Quem der freybote in eyn hwes, da ein wertschafft ader ein leych inne wher, da sall her nymand inne forgebitten nach besetzenn. Dasselbe sall her auch thun in der kirchen und in der uffen tabernenn, den dye darin zcw dem trangk gegangen seint. Ist aber eyner darinne wonhafftig, dem magk her woll gebytten. An eynem tancze sall man nymant vorgebietten, nach bey dem tantzce in eyme huſse, da tantz inne ist, wan den alleyn dye darinne wonhafftig sein. Ouch in veylen badestoben magk man nymant gebytten, dan allein dem werte und seynem huſsgesinde, wan gebote man vor an solchen steten, da mochte groſs unglimpf von komen. In den kirchen, uff den kirchhoffen, nach in pfaffenhusern unndt in andern erbarn freyen hofenn, magk man auch nymant vorgebytten; wher aber eyner mit in inne, dem magk man wol vorgebietten. Uff dem rathws und in des richters hawse magk man auch nymanden vorgebitenn, nach in der ratsmeister huſse, umb erbarkeit des rats und des gerichts, her hette dan sein wonunge da. Dit ist stadrecht.

XXV. [Dist. III. 2. 9.] Gehet der freybot uf der strasse und syhett eynen an eynem fenster, her magk im woll vorgebitten. Sitzett ader steht auch der freybott an eynem venster, her magk eynem uff der strasse woll furgebitten. Dit ist der stad recht.

XXVI. [Dist. III. 2. 7, 8.] Wer wissentlich syech leit, dem sall man nicht furgebitten in der zceitt. An dem heylgen cristage, an dem ostertag, an dem pfingsttage, und an unser lieben frawenn wurtzwhytage, sal man nymande an das gerichtt gebietten, wan disſse vest allen geistlichen ban vorlegenn und geistlich gerichte, das dan alles wichett, ſso wicht auch moglichen alles wertlich gerichte. An unsers hern lichnams tage ſso sall nymant furgebyte umb erbarkeit und frolikeit willen dysses vestes, wan dye lewth uff dysſse zceit frolicher geselschafft mit eynander pflegen. In eym uffenbarn gemeynem frolichen spele, do sal man auch nymand inne gebitten. Dit ist wichpilds und stadrecht.

XXVII. [Dist. III. 3. 1.] Wo eynem vorgeboten wirt mit rechtten furgebotten, komt her danne nicht fur gerichte, alſso recht ist, und wirt beklagt, der muſs dem gerichte wetten, und was ihener benennett midt [Seite: 170] [Seite 157] der klage, alſso vill wirt her vorwunnen, und wettett zcu der ersten, zcu der andern, und zcu der dritten klage, ſso vorlust her dye sache, nach lantrecht unndt nach wichpilsrecht und nach unser stadt rechtt, her wher dan vorsant in der stadt ader ins gerichts bottschafft, und alſso verre im das antwortten nicht ehaftige nodt benhomen hatt. Was nhw aber ehaft nodt sey und heysse, das suche in den XXV. XXVI. XXVII und XXVIII capittel des zcheenden buchs von den gezcugen. Was auch dye wette sey des richters, das suche in dem XIV capittel des IX buches, daselbst vindestu auch was dye busse sey, und wan man dye bezcalen sulle.

XXVIII. [Dist. III. 3. 3.] Wem vorgeboten ist umb schult ader umb ander sache, und kumpt nicht, und spricht darnach im sey nicht ader unrechtt vorgebotten, heischt der richter dan wette von im, das her nicht geantwort habe, das ist her nher zcu bewysenn mit seyme eyde, wan das in der fronebote besagen mog und om auch zcu wissen ist worden. Dit ist lantrecht. Nemt es aber der freybott uff seynen eydt, den her zcu dem gericht gethan hatt, das her im recht gebott hatt gethan, sein gezcugnis gehtt vor. Stadrechtt.

XXIX. [Dist. III. 3. 3.] Ruret dye sache mher lut an dan eynen, und lassen sye im alle vorgebitten, komt her nicht dar, her muſs darumb wettenn. Kompt her aber, her mus yn antwortten. Bekentt her der schultt nicht, her thudt yn allen umb das vorgebott ein rechtt, alſso wol alſso eyme alleyne, her worde dan erzcugett als recht wher, das must her lydenn. Dit ist unser stadtrecht und ist eyn gut gemeyn rechtt, von dem vil unnutzer eyde dahinden bleyben.

XXX. [Dist. III. 3. 4.] Ist eyme vorgeboten und bericht sich midt dem kleger, eher her vor das gericht komptt, da hat der richter nicht umb zcu reden nach zcu klagenn, es wher dan umb ungerichte, das dem gerichte geklagett wer, das mag an des gerichts loube nicht abgegen. Ist es aber umb schult, ader umb ander dingk, dye nicht ungerichte seindt, das blibet man an wandell. Gesche es auch nach der ersten klage, ader nach der andern klage des vorgebotes, ſso musten sye beyde wandeln dem gerichte, was des schaden wher, umb dye busse. Dit ist der stadt recht und wichpilds rechtt.

XXXI. [Dist. III. 3. 5.] Nu ist auch zcu mercken: wirt vor gericht eyme gebotten, den ein stadt umb ires nutzes ader gescheffde willen ussendett, ader uſsgesant hatt, das sal nach kan dem kleger, dem schuldiger, nach dem gerichte, nicht zcu schaden komen, nach zcu fromen, wan ir keyner gewynnett nach vorlust darmidt, sunder das gericht daruber wirtt ufgezcogen an geferde byes das der sich vorantwortten [Seite: 158] mag, der gesant ist. Wirtt aber der kleger gesant, szo ist aber desselben gleichen. Dit ist der stadt recht.

XXXII. [Dist. IV. 26. 2, 11.] Eyn richter sall zcu vorsprochen geben, wen man aller erst bittett, und keynen andern, es wer dan das der man, der in gebetten hette, des vorsprochen midt recht ledig werde. Wen auch der man zcu vorsprochen genomen hat, der mues sein wortt wol sprechen umb alle dye klage, dye uff in gehett, off dye her zcu klagen hatt, dyewyle her im midt rechte nicht genommen wirdt, ader her on nicht vorsumett.

XXXIII. [Dist. IV. 26. 3.] Nymant magk gewegern vorsprach zcu sein an dem gerichte, da her ynnen wonett, ader da her erbe inne hatt, ader da her recht inne fordertt. Dit ist landtrecht. Aber nach unserm stadtrechte nymant vorsproch ist, her sey dan eyner uſs dem rathe und ein geschworner schepffe. Da sal nach mag es midt rechte keyner gewegern, dye sach gehe dan uff eynenn seynen magk, uff seyne nyfteln, uff seynen hern, uff seynen man, ader uff sein gesinde. Dit ist der stad recht.

XXXIV. Teydinge magk eyn man vor dem gerichte nicht haldenn, noch uffenbarlich sprechen, wan her vorsprochen gekorn hatt, sunder her mag woll runen; aber von dem gerichte mogen tretten beyde der kleger und der schuldiger, und gespreche haben, und in dem gesprech wesen ſso lang, byes sye der freybott weder inleditt. Dit ist stadrechtt.

XXXV. [Dist. IV. 26. 12, 15.] Eyn iczlicher mag wol an dem gerichte selber klagen ane vorsprochen und antwortten, ab her sich schaden getrosten wyll, der im davon ensten mag, ab her sich vorspricht, des her sich nicht erholenn magk, also her wol thun mochte midt eim vorsprochen, ader midt zcwen, ab in eyner vorsumet, das her den andern gewinnet, dyewyle auch das her an seyn vorsprochen wortt nicht gehett. Dit ist lantrecht, wichpilsrecht und stadtrecht.

XXXVI. [Dist. IV. 26. 6, 7.] Stammert eyn vorsproche, ab sich der wol vorspricht, des muſs her sych woll erholen, wye dick im das nodt thudt. Vorsumt her aber ihenem, des wortt her spricht, der on gewonnen und gebetten hatt, der mag sich des mit eim andern ader zcweyen vorsprochen erholen. Dit ist stadrechtt. Aber noch dem lantrechtt, szo mus sich der mit ortelln bestellen, der zcu vorsprochen gewunnen wirdt, ab her busfellig wurde, wer in des mit recht abnhem; thudt her des nicht, her mus dye busse selber tragen.

XXXVII. In dem banne sal der kleger nicht sein, also verre das im dye gemeinschafft vorbotten sey. Her sal auch nicht sein in der acht des richs noch des gerichts, do her inne klagett. Her sall auch nymants [Seite: 159] eygen sein, wan wer her eygen, szo muste sein her, des eygen her wer, klagen. Her sal auch nicht wetwen ader weysen, dye or formunden nach ir rechten wher nicht habenn ader gehaben mogen, beklagen. Dit sullen der richter und scheppfen nymant gestatten bys so lang das witwen und weysen ir formunden usgerichten und in yr wher wol bestalt wirtt. Dit wist us das beschriben recht von keysern und bebsten, das in dissen vir genanten stucken des klegers klag nicht toge, und ist auch der stad recht und ein gut gemeyn rechtt.

XXXVIII. Den klegern sal man nicht horn, der schuldiger sey dan kegenwertig. Dit stet geschriben causa tercia q. octava, und ist zcu vorstehen, ab dem schuldiger nicht rechte vorgebott gescheen sint. Wern im aber rechte vorgebott gescheen und kumpt nichtt von seins vorsumnis wegen, man thudt das ortell uber in also ab her kegenwertigk wher. Dit heltt das beschriben rechtt. Es wher dan, das es hinderte ehafftig nodt. Dit stet gescbriben causa 3. q. 8, und dit ist auch der stad recht und des keysers rechtt.

XXXIX. [Dist. IV. 26. 13.] Auch ab eyn frawe, wethwhe, ader iungfraw beclagt wirdt, dye sall frist haben sechs wochen iren formunden zcu suchen, und wan dye sechs wochen uſs gehen, das sall man ir von gerichts wegen dan vorkundigen; kumpt sye dan nicht vor, szo ist sye erwunnen; wan an formunden magk kein wibsnam geantwortten, nach geklagen, nach ir wortt selbs ader vor imande gesprechen. Das vorwirckt in ein wib zcu Rome, dye hys Calefurnia, dye vor dem gerichte und richter und schepffen myssebartte von irem zcorne mith unhobschen wortten unnd geberden, umb das ir wille noch iren wortten nicht vorgegehen mochte.

XL. [Dist. IV. 26. 15.] Queme es, das sich eyn man antwortens midt urteln werte midt rechte, szo hat her dyewyle nicht geantwortt; aber antwortt der man eins selber an gerichte, und wil uff das mall dan vorsprachen gewynne, das magk her in recht nicht gethun, her muſs vortuſs das gericht klagen ader selber antworttenn. Dit ist stadrecht, lantrecht. Kusett her aber zcuerst an vorsprochen, dyewyl her dan an seines vorsprochen wortt nicht iheet, dyewil blibtt her an schaden von seynes vorsprochen wortte. Dit ist der stadt rechtt.

XLI. [Dist. I. 43. 6.] Es sal nymant dem andern klagen uff sein gutt, das noch unvorfaln ist. Welch man aber gut zcu unrecht anspricht, und werdit im das bruch vor gerichte, her mus bussen dem sachwalden, und dem gerichte wettenn, nach lantrecht und nach wichpildsrechtt. Aber nach der stadrecht ſso gibt her dem richter funff schilling pfenning und nymant mher. [Seite: 160]

XLII. [Dist. I. 43. 7.] In dem lantrecht und auch in wichpildsrecht findett man beschriben: wer ein ansprach vordern wil an gute, das nicht ansprech ist, der sall es fordern vor gerichte, an welcherhande gerichte das sey. Thut her des nicht, her muſs darumb antwortten, ab man in darumb beschuldigt, das her im sein gut anspreche mache, und muſs dem kleger bussen und dem gericht wettenn. Dit ist der stad rechtt.

XLIII. [Dist. I. 43. 8.] Nimant sal sich gutes an gericht underwinden, und spricht eyner gut an mit ader an gerichtte, das im davor an dem gerichte vorteilt ist, das man wol bewisen magk, das ist ein frydbruch; und des mus sich ein man abnemen kegen dem kleger und gerichte nach gnaden, wan vor frede von dem gerichte was geworcht, das es dem besitzer zcugeteilet wartt. Dit ist der stadt rechtt.

XLIV. Ob ein gast uber eynen burger claget und schuldigett in, es sey umb gut ader umb ander sache, und kumpt der burger midt recht von dem gaste, und der burger schuldigt darnach wider den gast, der burger muſs dan wol seyn tagzcit vor im han also bescheidelich, das her dyewyle vor den gast dye kost nach bescheydenheitt gelde. Dit ist stadtrecht.

XLV. [Dist. III. 15. 2.] Auch kumpt ein gast vor gerichte und klagt uff eynen burger, der hye wonet, und uberwint den vor gerichte, als recht ist, dem gaste der seiner tagzcit mag gewartten, dem sal man teylen zcu schaden und vor dye kost yhe zcu dem tage sechs pfennige und yhe von der myle us und heym zcwene pfennige und nicht mher, an das klagerecht, das vor dem richter gericht sall werdenn an schaden des klegers. Ditz ist der stad recht. Magk aber der gast seiner tagzcit nicht gewartten, szo mus man om zcu stunt antwortten. Aber kein ingeseſsner magk den andern nicht gezcwingenn von stunt zcu antworttenn; her muſs erbeitten rechter tagzcitt. Dit ist stadrechtt.

XLVI. [Dist. III. 15. 3.] Wer vor gerichte beclaget wirtt und midt urteiln erwirbett, wan her von dem kleger kom, das her ime widder sulle antwortten, thudt darnach der kleger das nichtt, szo mag disser om midt recht volgen, gleicherweise als ab her im von dem gericht entgangen wherr. Dit ist lantrecht. Aber nach unsernn stadrecht szo hatt der richter sein busse darvon und der vor beklagett was, der sall dissem volgen mit rechtten gebotten.

XLVII. [Dist. III. 15. 1.] Es sal nymant den andern zcw klage widder triben, dweyll das ir eyner von dem andern noch nicht komen ist; ab her wol ein gast ist, der da vor klagett hatt, ihener sal midt gerichte vor von im komen. Wan das geschyett, szo mag her in nach dem an derselben stadt zcu stunt widder bestadiln, das ist, das er sall borgen setzen wider zcu antwortten zcu dem nhesten gerichte. Dit ist [Seite: 161] lantrecht und der stadt recht. Hatt her aber nicht burgen undt thudt seynen eydt darzcw, szo mus her zcu hantt widder antwortten. Stadrecht.

XLVIII. [EG. 52.] Ab eyn man uſszcuhet umb sein geschefde ader bethefart zcw leysten, ader nach kouffmanschatz, und ist er ader wirtt in der zceit, alſso her sich uff den weg bereittett halt, beclagett vor gerichte, unnd sal der man recht thun, das recht sal man zcu hant von im nhemen, ader sall des beytten zcu dem negstenn gerichtte, alſso her widderkomen ist. Dit ist unnser stadrechtt.

XLIX. [Dist. III. 5. 3.] Ist eyn man daheym und wirt im vorgebotten und zcuhett darnach us unvorantwortt, der vorlust dye sache, und her mag sich nicht entschuldigenn, her bewyse dan ehafftige nodt als recht ist. Dit ist der stad recht und lantrecht. Was nhw ehaftige nodt sey und wye her dye bewisen sulle, das suche in dem XXV, XXVI, XXVII und XXVIII capitell des zeheendenn buches. Befylett her aber seyner frawenn dye sache, wan her henweg zcuhett, sye magk vor on nicht geantworttenn, das es yn beholffen moge vor gerichte, sye wulde dan dye schult, da er umb beschuldigt ist, bekenne. Dit ist stadtrecht.

L. [EG. 40.] Ist es das eyn man beclaget wirt unnd magk von krangkheit wegen und gebrechenn vor gerichte nicht komenn zcu der andtwortt zcur dritten klage, sendet derselbe seynen nhesten freunt an sein stadt zcu gerichte, es seyn sein eliche husfrowe ader sein kinder, ader sust seyner nhesten mage eynen, der mag wot vortt an seyn stadt klagen, und iener der beclagt ist, der muſs antworten, als ab der kleger selbst gegenwertigk wher. Dit ist der stadt rechtt.

LI. Auch wirt eyner krangk, der beclagett ist, das er vor das gericht nicht gewandern magk, her magk woll eynenn seynen frunt und nhesten sich lassen vorantwortten, unnd klage lassen uffzceichen, und den tag lassen erlenngen, byes her gewandern kan; wan nymant magk den andern vorantwortten nach seyne schult gefordern, her werde dan von dem sachwalden zcu formunden gekorn zcu thun und zcu lassenn, als recht ist. Uswisett stadrecht.

LII. [Dist. III. 9. 2.] Clagen mher lute dan eyner uff eynen man eyner zcit umb schult, den her doch allen bekennett, den sal man do allen helffen, alſso recht ist; dach alſso wer under yn eher geklagett hatt, dem sall man eher helffenn unnd alſso eyme nach dem andernn. Dit ist statrecht und lantrecht.

LIII. [Dist. IV. 45. 17.] Auch ab vel leute eynen man beclagen umb eyne schwltt ader umb eyne sache midt einander, und wirt her da buſshaftig und wettehafftigk, her gibt dach nicht mhe busse nach wette, dan eyne yn allen. Hat aber yr icklicher nach eynandern besunder [Seite: 162] geklagett, ab es woll ein schwlt ader ein sache gewest ist, her muſs ir icklichem besundern anworttenn, und wirt her bushaftig und wethafftig, her muſs ir icklichem besundern bussen, und also manig busse und wette gefellett darvonn. Dit ist der stad recht und landrecht.

LIV. [LR. II. 32. 1.] Nimant ist pflichtigk vor sein gesinde nach vor seynen knecht vor gerichte zcu antwortten vorbas dan or lon ist, da her sye umb gemittett hatt, und das her in auch noch ist schuldigk blyben; her werde dan vor sein gesinde burge, szo muste her antwortten vor sye umb alſso vil, alſso her vor sye geredt hette. Aber umb dye eygen knechte und meyde ist es anders, da muſs der herre vor antwortten umb alle schulde. Stadtrecht.

LV. Schreyt man woffengeschrey ader vynde ader fwr an geferde, ader lwett man zcu storme, das man volgen ader zcu notten sturen sall zcu der where, ader leschen zcu dem fwre, dyewyl man das gerichte heldett, ab ein man dan darvon leufft, her sey schuldiger, kleger, schepfe, vorsproch, ader richter, das sal man dem gerichte nach nymant gebussen, es vorlust ader gewynt auch nymant sein sache darvon, wan das gerichte wirtt dan an geferde ufgehabenn byes zcu dem nhesten dinge. Dit ist der stad recht, wichpildsrecht und lantrecht.

LVI. [Dist. III. 9. 8.] Zcuhett eyn man us, ehe her beclagt wirdt, und man weis nicht war her gezcogen ist ader wan her wider komett, der midt seyner elichen wirttin gut, welcherley das ist, geborgett hatt, das seint sye alſso beyde schuldigk. Klagett man darumb zcu seynen gute, bekennet dye frawe der schult, sye gilt sye moglich nach rechtte. Sprichtt sye aber nein darzcu, sye entgehett im midt dem rechten, das ist midt dem eyde. Wil her aber den eyt nicht von ir nhemen, ſso sal der das alſso lassen stehen iar und tagk, ab der man indes zcu hus queme. Komet her indes nicht, dye frowe ist im des entgangen in dem rechtten. Dit ist der stadt recht und wichpildsrechtt.

LVII. Czcu rechte yaer und tag heyst unnd ist zcwo und fuffzcig wochen, ein tag und dreystunt virzchen tage, alſso man pfligt den tag zcw geben noch des gerichts loufften; und ditz macht acht und fuffzcig wochen unndt eynen tagk. Dit ist nach der stad recht und wichpildsrecht.

LVIII. [Dist. III. 9. 9.] Hat eyn frawe gut geborget an iren man, als es beywylen geschytt, das der man daheym nicht ist, und das gut dach in yr beyder nutz komen und gewant wirtt, quem es darnach, das ir man henweg zcoge, ehr her ader dye frow darumb beclagt wurden, und klagt man seint zcu der frawen und zcu den gutern umb dye schult: [Seite: 163] da kan sye keynen vor- nach hinderzcog gewynnen lenger dan drey virzchen tage; danach mus sye dye schult vorantwortte nach rechtte, und wirtt dye schult gewunnen, man sall dem kleger helffen von ir und von iren guten. Dit ist stadrechtt.

LIX. [Dist. III. 9. 10.] Borget eyn wyp gut hinder irem manne, und seint dach dye guter in ir beyder nutz komen, beclagt man dan dye frawen, alſso der man daheyme ist, der man magk seyne frawen hinderzcyhen virzchen tage und nicht lenger; darnach mus her sye vorantwortten und zcu den schulden sprechen neyn ader ia. Spricht her aber, her wysse darvon nichtt, das mus her beweren midt seynem eyde, alſso das das gut in seynen nutz und gewher nicht komen sey, darumb man seyner frawen zcuzcusprechen habe. Wan her das getudt, ſso is her enprochen mit seyme gute von der klage. Louckent aber dye frowe der schult, das stehett auch zcu irem eyde. Bekent sye aber der schultt, man sall von ir helffen, ab sye icht hatt, ader midt der hant sye antworttenn nach des gerichts wiſse. Dit ist lantrecht, wichpilsrecht undt auch der stad rechtt.

LX. [Dist. III. 10. 1.] Tud ein man ein clage zcu dem andern vor gericht umb schult, und benennett wyevil der schult und des geildes sey, spricht dan der schuldiger: her richter fragett, wovon ich im das gelt schuldig sey; das mus der kleger benennen.Wil her es nicht thun, ſso vorteyl man im dye klage. Spricht her aber: dye schult ist mir uferstorben, und vinde sye alſso beschryben, ader bin ir alſso underwysett, unndt thudt her seynen eydt darzcu, das her anders nicht wissenschafft hatt, szo mus man im antwort neyn ader ia. Stadrechtt.

LXI. [Dist. III. 10. 5.] Wirt ein man vor gerichte beschuldigett umb schult und her spricht, er habe der schult lenger tagk, das mag her wol behalden midt seynem eyde ein iar und nicht lenger; der kleger hette sich dan das lenger verwilkortt und lenger tag gegeben, das der schuldiger bewysen mochte, alſso recht ist, szo behelt her seynen tag alſsolange als er im gegeben ist. Stadtrechtt.

LXII. [Dist. III. 10. 8.] Schuldiget man eynen an gericht ader anderſswo umb zcweyerley ader dreyerley schult, hat her der vor etzwas bezcalett, ader im etwas uff eyn rechnung gegeben, ader bezcalett her des da kegenwertiglichen icht, das stet zcu im an welcher schult her das abschlahen oder abrechnen wil, und nicht an ihem, der das gelt enpfangen hat. Dit ist stadrecht und lantrechtt.

LXIII. [Dist. III. 13. 1.] Eyn man, der beclagt wirtt vor gerichte umb schult, und her spricht, ich was sye schuldig, ich bin ir aber nhw nicht schuldig: das mus her dan selbdritte bewysen ader selbdertte vorrechtten uff den heylgen. Spricht her auch, ich han dye schult vorgulden, das muſs her selbdritte bewysenn ader selbdrette beweren uff denn heylgenn. Hette her aber dye schult an dem gerichte vorgulden, das durft er ader nymant mit dem eyde bewysen, wan her das mit dem gericht erzcugen mochte. Spricht her aber mit schlechten wortten zcu der schult neyn, das stett om alleyn zcu seynem eyde. Dit ist stadtrecht und lantrecht.

LXIV. [Dist. III. 13.4.] Sundert eyner seyn schult unnd wyll midt seyner clag dye teylen, alſso uff eynen tag eyn teyll, und uff den andern aber eyn teill, uff das ab yn ihener widder zcu beclagen hette, das her darmit ihens klage vorzcugen und gehindern moge, dit ist unrecht und mag nicht gesin; her sall sein schultt nacheinander clagen und beluten. Wyll her des nicht thun, szo were es sich disser mit dem rechtten, und wann her dann von im geteiltt wirtt, szo mus her im wider antwortten. Dit ist der stat recht und auch landrecht.

LXV. Tud eyner eyne where mit orteln, den sein widdersache zcu lange in seiner klage halden wyll, dem sall man teylen, das her nicht lenger in seyner klage sein sulle dan drey virzchen tage, alſso verre her selber wil und sich des mit dem rechten weren wyll. Dit ist der stad recht und wichpildsrechtt.

LXVI. [EG. 56.] Ist das man eyn der schult, da her umb beclagett wirtt, ein teyll lowkent und ein teyll bekentt, des her bekent, das sall her for darlegen, und vor das ander, das her lowckent, do sall her recht vor thun zcu stunt nach des gerichts leufften. Bezcallt her aber des bekantten nichtt, ſso mag her sich des andern nicht entschuldigen mit synem eyde. Dit ist stadrechtt.

LXVII. Ist eyn man dem andern schuldig unndt wirtt beclagt und stirbt, ader stirbt vor unbeclagt, sein erben mussen dye schult vorantwortten. Stirbt aber der kleger, sein erben folgen der klage und fordern dye schult billich. Stirbt aber ihener, uff den dye klag gehett, sein erben antwortten dafor nichtt, sye haben dan das gut under on, da ihener umb beclagett was. Dit ist stadtrechtt.

LXVIII. [Dist. IV. 26. 5.] Byten zcwene zcu eynem mal umb eynen vorsprochen, welcher yn erst gebettin hatt, dem sall man yn erst geben. Ist es aber den schepffen nicht wissentlich, welcher under on zcuerst gebetten hatt, szo stett es an des richters wilkor, welchem her den vorsprochen zcuerst geben will. Clagen sye auch uff eyn mall beyde, das stedt an dem richter, welchen her zcuerst horen will, es sey dan, das ir eyner dye erste klag erzcugen magk, des klag dan forginge umb schultt. Wer es aber umb ubelhandelln, szo wer es anders. [Seite: 165]

LXIX. [Dist. IV. 44. 4.] Eyner, der eyne wher gelobet zcu thun an dem gerichte, der sall sye vorwissen, ab man sye heischt, mit ingesessen lwthen, dye in dem gerichte wol besessen sint zcu klagen, zcu where, zcu wette und zcu busse. Dit ist lantrechtt. Ist her aber selber besessen, unndt hatt in der stadt ader in dem wichpilde alſso vil gutes, das schoſspar ist, und erbs, das unvorsatzt ist, ader ist uber dye Satzung also gut, das er sein borgerrechtt darmit gehalden mag, ſso darff her dye wher nicht vorwissen. Dit ist der stadt recht. Wye gut es aber sein sulle, das suche in dem ersten buche von den borgern, in dem XXXII stucke.

LXX. Es ist auch recht, wer dye gewher von eynem unbeerbeten manne an gerichte, also ytzunt vorzcoilt ist, umb sache, dye man zcw om klagett, wirtt im dan dye vorsagett, her darff dem nicht antwortten, der im das gewegertt hatt und nicht bestellen kann. Dit ist stadrecht und lantrechtt.

LXXI. Ist das eyn man gelden sall, und setzt sein gut in eynes andern mannes hant, uff das her dem nicht gelden dorffe, das heist fluchtsall, das ist woll rechtt. Gebbit ein man dem andern sein gut mit nutz und midt gewheren, und vorzchuhett sich daran seins rechtten, der gewinnett dan recht zcu dem gute: unnd sprechen in dye gelden, das ist den man gelden soll, dan an, her hab es zcu fluchtsal enpfangen, das mus her schweren, das des nicht sey. Mag in aber der gelde oberzcwgen selbdritte, das es anders sey, das gezcwgnis gehett vor, und her sall seyn genissen. Hatt her aber das gut gekoufft und sall her des geldes nach icht mher bezcalenn, das sall her den geilden geben. Dit ist der stad recht. Hirvon suche mher inn dem XXX des eilfften buchs.

LXXII. Do sal auch eyn iclicher cleger, der in dem gericht nichtt erbes hatt, burgen setzenn, ab her wette ader bussefellig wurde, und ab her widder beklagett wurde, das man wisse, wo man des wartten sulle; her darff aber nicht burgen setzen eher dan her geklagett. Dit ist der stad recht und lantrechtt. Wer aber nicht burgen gehaben mag, und auch kein erb in dem gericht hatt, der mus sein lantrecht setze, rechter dinge zcu pflegen. Dit ist auch stadrecht.

LXXIII. [EG. 26.] Tud eyn man eyn klage vor gerichte uff eins ander mannes erbe, und uberwint on nach des gerichts loufften, der richter hilfft om von des mannes erbe, was es besser ist, wan seynes herren zcins. Dit ist der stad recht. Wer aber nicht erbs hatt ader erb hatt, das bekomertt ist, und beclagt wirtt, der mus sich gewiſs machen, also yn dem nhesten stuck hyvor beschriben stett, also das her vor gericht rechter dinge pflegen wolle. Das ist der stad recht unnd ist auch lantrechtt. [Seite: 166]

LXXIV. Eynen man, den man beclagett ane sein antwortt umb eygen, das her in seynen rechtten gewheren hatt, man sal im teydingen zcu dem nhesten gerichte, ab her spricht mir ist hirumb nicht her bescheyden. Zcu der andern klage bitt her des dinges, das sal man im geben, sint sal her antwortten. Dit ist stadrecht.

LXXV. Phlichtit ein man den andern mit seyner habe, ader gelobett im, ader hatt im icht gelegenn, das her im solde widder gebenn, und hett noch kan des nicht bezcalen, als es ym gelegen ist, ader also her es gelobt hatt, ader sein geselle vor yn uſsgegeben, und wirt her darumb beclagt, szo sall der kleger beluthen, wye gut das gewesen sey. Der bechlagte ist im pflichtig alſso ein guts, alſso ihens was, zcu geben und thu seynen eydt darzcu, das es noch seynen wissen und vorstentnis nicht besser gewest ist. Hatt her aber nicht midt eynem ſsogethanen wider zu geildenn, szo gibt her im gelt davor, nach seyner werde ouch mit seynem eyde, unnd wirt alſso los. Stadrechtt und lantrechtt.

LXXVI. [Dist. IV. 44. 1.] Eyner der dye gewher butet vor gerichte und bekant hat, dye mus her thun uff der stat. Lowkent her aber, her mus sich des entschuldigen mit seyme rechtten, es sey in den gebunden tagen ader nichtt. Was aber dye gebunden tage sein, das suche in dem XXXIII stucke des zcehenden buchs.

LXXVII. [Dist. IV. 45. 10.] Der richter, schepf, vorsproche ader freybote sint des gerichtes nicht alſso frey, sye mussen antwortten zcu rechter klage. Darumb hette eyn man zcu klagen zcu dem richter, der sal begern, im eyn andernn richter zcu setzen. Wegert der richter das, szo bitt her es den radt, der sall im woll kuntlichenn eynen richter geben, und im rechtes vonn dem richter, der beclagit ist, helffen. Dit ist der stadt rechtt und wichpildsrecht. Aber in lantrechte ist es anders, da sullen in alle dingkpflichtigen zcu zcwingen, wan dywil der richter gerichts wegertt, dweyll hatt sein gerichte kein macht, und dweil darff auch nymant vor im antwortten. Vorbricht auch der richter, dye busse, dye sal der gesatzt richter von recht von im nhemen, wan ditz zcirett und bestetigett das gerichte, und ist der gerichtshern ehere und bereitit iren gutten lewmut.

LXXVIII. Isidorus, der groſs lerer, der schreibt in dem buche von dem hochsten gute alſso, das der lewtt gericht werde in vyerley weyse vorterbt und vorkartt: von forchtten, von girheitt, von hasse, und von lyebe. Zcum ersten von forcht wegen, alſso wan wir durch forcht willen der gewaldigen und der mechtigen dye warheitt vordrucken und vorschwigen. Zcum andern von gyrheit wegen, wan wir lyebnis, geschenck ader gab darumb nhemen ader zcu genissen hoffen, das wir wider das recht und bekantte warheitt erbeitten, ader suchen unsern eygen nutz [Seite: 167] ader fromen darinne. Zcum drittenn von hasses wegen, wan wir dye gram haben, den wir von rechts wegen gut zcusprechen sullenn und das hindern, vorsumen und vorschwigen, ader in abgunst andern lwthen, den das geburtt, nicht wullen darzcu beholffen sein. Zcum virden von lyeb wegen, alſso das wir unsernn frundenn zcw sere helffen mit rathe, mit fordrung, mit wortten und wercken, widder rechtt und bescheydenheitt. Dit klagt auch sent Ambrosius da her spricht: es kombt dicke das grosser unrecht ein gerichte uber ein sache thudt midt den vorkartten und unrechtten urteiln, dan das unrecht ist, das man klagt, daruber man helffen sollde. Darumb bedarff man fromer richter und gotforchtiger scheppfen an eym itlichen gerichte besundern vor allen dingen woll.

LXXIX. Auch findet man in dem beschriben rechte, das ein itzlich richtter, der in dem banne ist, aderr in der achte, der sall dweyll keyn gericht sytzen, nach uber nymands lyb ader gut urteyln, wan seyn gerichte und urteill, dye von im gescheen, dye haben keyne machtt. Es sint auch mher richter, der gericht und orteil nicht tougk, alſso ab der richter ein vorleumut man ist, ader erloſs, trowloſs ader meyneyde worden ist, ader her schendige boſsheitt midt unkuschheytt trybett, alſse in dem beschriben rechtt stett ff. l. Auch ab ein richter ser gebrechlich ist an seynem funff synnen, alſso doub ader stum, kollericht ader rasinde und derglichen. Ouch sall keyn weybesnam, kein unglowbiger richter sein. Desselben glichen ist es umb dye scheppffen, umb dye vorsprochen und umb dye freybotten, dye sullen disser benanten stucke keins an in haben, anders ist das gerichte nicht volkomenn. Es sall auch dye sache, darum man richtten soll, ir keynen selber antretten, sye mugen aber in dyssen stucken ander lewthe dweyll woll an ir stete setzenn. Dit ist gotlich rechtt, geistlich recht, keyſserrecht, lantrecht und stadtrecht.

LXXX. [Dist. IV. 45. 8.] Hat ein man an gerichte geklagett, der richter nach dye scheppfen haben keyne macht in dem rechtten, hinder dem kleger den beschuldigten loſs zcu lassenn, nach tag zcu geben hinder des clegers willen, es ginge dan midt rechte orteyln zcu, nach des gerichts loufften unnd gewonheitt. Ditz ist stadrecht und lantrechtt.

LXXXI. [Dist. VI. 45. 9.] 0b eyn man seynen schadenn vorschwigen will unnd den nicht klagen, der richter sall nach magk on zcu keyner klag gezcwingen, es wer dan das das geruffde ader geschrey uffenberlichen daruber gescheen wher, szo zcwunge in der richter woll furdter zcu klagen. Dit ist lantrechtt unndt der stad recht. Aber in wichpildsrecht mag ein rath woll eynen zcwingen umb sache, dye eyner stadt ader gantzen gemein zcu schaden komen mochte, zcu klagen, unndt dem bestehen ouch dye stede gemeynlich und wir. [Seite: 168]

LXXXII. Nymant magk eyn richter gesein uber dye sache eins mannes, zcw dem her sunderlich vhede hatt, sundern der man, der beclaget ist ader klaget, ab her will, sall woll bittenn dye scheppfen, das sye im ein andern richtter gebenn ann des richters stadt, midt dem her im vheden ist. Dit ist der stadt recht unnd ist das beschriben rechtt ca. 3. q. 3. und ist gut rechtt.

LXXXIII. Numer sal eyn richter redliche grobe sache gescheyde, ader von gerichts wegen vor handen habe, dye fromde lwth antrifft, ader dye verlang geandert mochten werden, her sulle daruber und darbey eynen uffenbarn schreiber, mit zcwen ader dren gezcwgen, alſso das es eigentlich beschryben werde, haben; sein lewmut und gerichte wirtt anders geschwecht, wan eyn ander bewysnng ober in geschee und her muste das seyme obersten gebussen. Auch ſso kumpt gern davon now zcweytracht und mhwe, wan der schuldiger leget gern ab und der kleger zcu, ir icklicher nach seym wegsten. Dit retet meister Iohannes Andree, der groſs iurist und lerer geistlicher und wertlicher rechtte in seim buche novella.

LXXXIV. [EG. 101.] Eyn richter mag wol von dem gerichte ufstheen, welch zcit her auch will, ab her des bedarff, und magk eynen andern an seyn stadt setzen, also bescheydenlich das her uffstehe an argelist, nymant zcu schaden nach zcu fromen. Stunde her aber uff undt setzte keynen dweyll an sein stadt ader an dem ende des gerichtes, und beschuldigt imant den andern, das her ufgestanden, wher im zcu schaden, szo sall her davor stehen mit syme rechtten. Stadtrechtt.

LXXXV. Eyn richter sal sich mit fleys bewaren, das her imande dye ortell lere, das her keyn ortell vinde, nach das her ortell straffe nach schelde, nach widder des gerichts loufte und gewonheit fragen, und sall ein glich richter sein allen lewthen. Stadrecht.

LXXXVI. Fraget man an gerichte, wu das gerichte wende von rechte, das sall man bewisen mit alden briffen und mit alden zcinſsbuchern ader midt gnuglichen gezcwgenn unnd eym gemeynen lwmude. Dit lereth meister Iohannes Andree.

LXXXVII. Straffet eyner an dem gericht den richter, das gericht, ader dye scheppffen, und dye ortell anders dan des gerichts louft ist, vor den frevell wettet her dem richter funfundzcwenzcig schillingpfenge und itzlichem scheppfenn ein pfunt pfenge, her sey kegenwertig ader nicht. Dit ist der stadt rechtt.

LXXXVIII. Hilft der richter eyme midt gerichte, wan dan seyme schuldiger vorgebotten wirtt, und klagt, ſso sall her dem richter zcu [Seite: 169] hant sein klagrecht geben, das man auch nennett helffgelt. Dit ist der stad recht. Aber nach lantrechte und nach wichpildsrechte ſso gibt man es alerst, wan im zcu ende gehulffen ist.

LXXXIX. [Dist. IV. 43. 9.] Ist das eyner an gerichte eyde gelobet umb schult, unnd kompt dan nicht zcu rechter zcit, szo ist her der schult uberwunden, dafor her dye eyde gelobt hatt, der richter hatt auch darvon sein wette irworben; und ihener, der das gericht vorsumt, he bewyse dan ehaftige nodtt. Dit ist stadrecht und auch lantrecht. Was ehaftig nodt sey und wye man dye bewysen sulle, suche in dem XXV stucke des zcehenden buchs.

XC. [Dist. IV. 43. 3.] So eyde gelobett werden vor gerichte, wer dye gelobt hatt, wil her sin zcu hant abkomen, des mag ihener nicht gewegern noch om geweren, der sye nhemen sall; her mag von rechte keynen ufschob gemache. Der aber den eydt gelobet hatt und thun sall, der gewinnett woll ufschob virzchen tage des eydes zcu thun midt orteln an des willen, der den eydt nhemen soll. Dit ist stadtrecht und lantrechtt.

XCI. [Dist. IV. 43. 6.] Ab der kleger vor das gerichte nicht komen magk, wan her den eydt von seynen schuldiger nemen sall, der den eydt thun sal, den lest man loſs uff des klegers widderrede, ab her seynes vorseumnis ehaftig noth bewysen mag. Bewiset her dan das nicht, ſso ist ihener des eydes zcu grunde loſs. Dit ist stadtrecht, wichpildsrecht und lantrecht. Aber in keyserrecht ist es anders alſso: ists das der nicht komett, der den eydt nhemen sall, doch ſso muſs der den eydt alſso darnach thun, also her yn geborgett und gelobett hatte, wan der en von im genemen kan, dem her in thun sal an widerred.

XCII. [Dist. IV. 43. 14.] Had auch eyn man eyde gelobett an gerichte unndt seyn widdersach wil in des vorheben und der richter seynen willen darzcu geben, szo darff man keyn eydpfenning geben. Spricht aber der richter, unvorzcogen meins rechten, szo muſs man om dye eydpfennig geben. Dit ist stadrecht unnd auch lantrechtt.

XCIII. [Dist. IV. 43. 16.] Eyn frowe, dye eyn kint treit, geborn der eyde zcu thun an gerichte, des hat sye woll ufschop, byes sye ires kindes genesit und darnach zcu der kirchen gehett. Wolde sye dan den eydt ichtes lenger vorzcyhen, das mag noch sall nicht sein, wan ir lang zceitt damit gegunt ist. Dit ist stadrecht und lantrechtt.

XCIV. [Dist. IV. 45.12.] Und richtet der richter uber das im nicht geklaget ist, ſso thudt her unrecht, wan was im icht geklaget wirtt, das darff her nicht richtten. Stadtrecht undt lantrechtt.

XCV. [Dist. IV. 45. 14.] So der richter ymant icht uberlast thudt midt wortten ader midt wercken, ader ymant icht nemmet uber der schepfen [Seite: 170] urteill, das sal her wider thun midt rechte, da sullen dye schepffen und der radt zcu pflichten. Dit ist stadrechtt.

XCVI. [Dist. IV. 45. 15.] Wirt eyn foytt ader eyn schulteis von yren amichten gesatzt, ſso mogen sye darnach keyne wette ader busſse gefordern, dye sye bey iren amichtten nicht gefordrett han. Dit ist stadrecht.

XCVII. [Dist. IV. 45. 16.] Nu sal man merken, was dye wette sey. In keyserrechte ist dye grosse wette LX schilling pfennig der geringsten muntze, dye genge ist, und dye busſse sint XXX schillinge. In lantrecht und wichpildsrechte ist des richters hochste busse XXX Schilling und dye minste VIII schilling. Aber nach unser stad rechtt ist dye grosse drey pfunt und drey scherff, und mynste funff schilling.

XCVIII. [Dist. IV. 45. 19.] Nummer wirtt mit dem rechten wete gewunnen, es werde alleweg dye busse alrest gewunnen, wan wu der kleger sein buſse gewinnett, da hatt der richter seyn wette an; darumb sall man dye busse bezcalenn zcu rechte uber virzchen tage, und dye wette ober vier wochen. Dit ist wichpild und lantrecht.

XCIX. [Dist. IV. 25. 10, 19.] Ist das man eynen scheppfen fraget um ein urteil, und her vorstett sich des nicht, und kan es nicht finden zcu stunt, hat nymant, der in des recht underwisett, ader forchtet, das her unrecht urteil spreche, entschuldiget her sich des, und thar seynen eydt darzcu thun, ab man den von im nhemen will, szo mus man im das vortragen, und man sal im tag geben, sich zcu erfarne biſs uff das nhest zcukunftige gerichte, szo sal her dan das urteilt unvorzcogenlich in brengenn. Dit ist der stad recht. Man sall nach wichpildsrechte dye urteil zcyhen in den rath, und das ist auch unse rechtt, und kan es der rath vor ehaftigen geschefften nicht usgerichtten noch geleren, das man es zcu dem nhesten zcukunftigen gerichte ingebrenge, das beschedigt nymande. Kan es der radt aber woll gethun und vorzcuhett das williglichen, her vorthumett seyn sele, und ist schuldigk alle den schaden, den ihener darvon nemmett, den dye sache antrett, und ist vor gote meyneyde, unndt rurett dye sache an wetwen und weysenn und arm luth, gott der lest das an on nicht ungerochen.

C. [Dist. IV. 25. 14, 15.] Rechte orteil sal man allezeit mit grossem vleys sprechen, ab man kan. Fragett man aber eynen schepffen eins urtels an gerichte, und fint es nach seim synne, ſso her beste kan, und meynet, es sey rechtt, und ab es wol unrecht ist, her lydett darumb keyn nodt, thar her sein recht darzcu thun, das her es nicht besser weys. Widderspricht es auch ymant, und fint ein anders, der es moglichen [Seite: 171] tudt, wem dan dye mhere mennige under den scheppfen gestett, der behelt das urtel, unndt bliben des beyde ane wette, wan keyner des andern urtel beschaltt. Hett man aber das beschriben in der freyheitt ader in der stat rechtbuchern, gesetzen ader willekor, das gehett alzcit vor.

CI. [Dist. IV. 25. 16.] Urtel zcu schelden ist hye wenig syte. Nach ab sich das gebortte, ſso sall man alſso spreche: das urteill, das N gesprochen hatt, das ist unrecht, das beschelde ich, und zcyhe mich des, wo ich mich des hen zcyhen sall zcu rechtt, und sprech vor besser rechtt, und sall sein urteil vorzcelen. Dit ist lantrecht und auch wichpildsrechtt. Und wher ein urtel beschildett, der sall dyewil steen bliben uff der statt.

CII. [Dist. IV. 25. 25.] Tud eyn man bescheldung eyns urtels an gerichte, und beruft sich des keyn Megdeburgk, des wir hye nicht pflegen, sundern nach dem lantrecht gemeinlich dye lut in dem lande zcu Sachssen und zcu Doringen, dye in der herschaft des landtgraffen zcu Doringen nicht sitzen, szo sollen sye komen keyn Meydburgk an das gerichte vor geheygte banck, und man sal da von beyder parthey lute und mechtige botten habe, ab dye sachwalden da selber nicht gesin mochten, das yderman hore, was ym da das recht gebe ader nicht.

CIII. Aber hye in dem lande zcu Doringen szo beruffen sich alle dye stete, dye in der herschafft des lantgraffen zcu Doringen gelegen sint, kegen Ysenach, wan dye fursten sye von alder damit begnadett han; und wer sich seynes rechtten dar beruffen hatt, der sal midt seyme widdersacher vor den rath komen, ader ab im das eben ist, vor das gericht, da sal man sye scheiden nach dem rechtten und freyheit derselben stadt, der dye andern mit yn gebruchen. Missehaget aber eym das, und beruft sich forder, her muſs sich des zcyhen in unsers herren des lantgraffen hoff und in seynen radt, und vor den das urtel gegangen ist, der sal der scheydung bitten eynen briff von dem rath zcu Isenach an unsern hern und an seynen radt, der vorzcele, wy her sye gescheydenn habe, und von was freyheit ader gewonde wegen sye also gescheyden sint; des thudt danne nodt, wan der stete freyheitt, willekor, gewonde und ynnunge, den fursten und iren rethen sere unkunt seint.

CIV. [Dist. IV. 25. 7, 8.] Ist das eyner eyn urtel beschilt zcu unnsers gnedigen hern hoff ader sust uff dem lande, und berufft sich des an den hoern richter, und zculetzt an das rich, da sall der richter, vor dem das beruffen gescheen ist, seynen botten darzcu schicken, der vorbore, welcher volkommen vor dem konige werde an seynen rechtten, der es behalde. Dye boten, dye man danne ussendett, mogen wol sein allerhande frome lwthe, dye an irem rechtten volkomen sint, sal der richter [Seite: 172] senden mit seynen beslossen briffen, da dye sache inne beschriben stehe, worumb sye alſso gescheyden sint. Und wer dan dye sache alſso vorlust, der tregt dye kost nach moglichkeitt. Dit ist der stad recht und ist auch sere eyn mit dem lantrecht und wichpildsrecht. Wer auch dye urtell beschulden hatt, volkomett her des nichtt, her muſs iheme bussen und dem gericht wetten. Stadrecht und auch lantrecht.

CV. Es geschyt underwylen, das zcwene midt eynander krygen undt der richter dweyl stirbett, was dan bey seynen gezciten geschen ist vor gericht, das sal der richter, der nach im kombt, stet und gantz halden, also es sein vorfar gelassenn hatt. Wer auch bey dem fordern richter geklagt hatt, der sal fort bey dissem seyner klage volgen, alſso recht ist. Sint auch imande tagzcit gegeben zcu antworten ader zcu sweren, ader gezcugen vorzcubrengen, formunde zcu suchen und derglichen nach des gericht loufften, als sich das im rechtten uswist, und sint dweyl dye tagzcit vorlouffen, das beschedigt or keynen an erin rechtten wedder kleger nach antwortter bies alſso lange, das der new richter gesatzt und gantz bestetigt werdett, und darnach zcu rechter dingzcidt.

CVI. Ist eyner in dem banne und hat zcu ymant schulde, der mag wol klagen vor gerichte, und man mus ym im rechten antwortten zcu seynen schulden noch des gerichts loufften, es wer dan das er ſso verre im banne, das im alle gemenschafft der lewth vorbotten wher, ſso darff im nymant antwortten, er wolle es dan gerne thun. Beclagt in aber ymant, wan her in dem banne ist, der ban kan ſso gros nicht werden, her magk allermellichen antwortten an gerichte, und mag das nymant wegern, dyewyl her unvortreben und nicht usgewist ist. Dit ist stadrechtt.

CVII. [Dist. I. 33. 1.] Wo zcwen ader drey clagen uff gut, das or iczlicher eme zcusegit von sunderlichenn herren, or iczlicher sal seynen geweren brengen vor gericht. Wer dan under in geweret wirtt, als recht ist, der behelt das gut in geweren. Wer aber nicht vorkomt, der vorlust es, es benehm im dan ehaft nodt, dye her bewysen magk. Doch mogen dye fursten eynen gewheren midt eyme uffen briffe, ab sye darmith senden eynen iren ingeborn dinstman, der es vorstehet an des fursten stadt. Sprechen sye in aber das gut zcu von eyme herren, vor den sullen sye komenn zcu rechte uber sechs wochen, und der richter sall zwene botten midt in sendenn, dye da besehen und horen, wer under on behalde und wer vorlyse, und wer dan vorluset, der wettett dem richter und gibt seynen widersachen dye busse. Dit ist lantrecht und stadrechtt. [Seite: 173]

Sechstes Buch.

Des sechsten buches vorredt.

Wo lewth weyse wortt kunnenn
und midt den werken seint unvorsunnen,
Wu schones alder haben dye man,
Dye buferey doch triben an,
Wo dye hubschen iungelinge
Sint eygenwillig aller dinge,
Wu dye richen burger leben,
Dye nicht durch got almusen geben,
Wu iunge meyde suberlich bilde
Sindt kune und alzcu wilde,
Wo schone wol geschmuckte weybe
Nicht setten haben an dem leybe,
Wu da leben cristenman,
Dye gotesforchte nicht han,
Wu dye armen und ungelartten
Homuts und gesmuckes wartten,
Wue fursten or leut nicht beschuren
Und buschoffe ungloubea sturen,
Wu man nicht achtet uff den ban
Und wu man nicht bezcugen kan,
Wu sich dye pfaffen der blatten schemen
Und sich der tentz annhemenn,
Wu dye mechtigen haben gerichte,
Dye gyrick seindt unnd bosewichte,
Wu des landes furst und herre
Sorget widder vor gut noch ere,
[Seite: 174] Wu der radt ist unvorschwigen
Und dye ambtlut ungedigen,
Wu dye gemeyn ist ungehorsam
Und dye hantwerg irn meistern gram,
Wu das volgk lebt an gericht,
Da wirdt lant und lewt zcu nicht.
Wu sint nhw stete und lant,
Da gerechtigkeit nicht wirt genant,
Wu nicht ist gerechtigkeit,
Da geschiet den lwten manigk leyt
Midt royberey und uberlast,
Da macht der dip den wert zcu gast,
Da werden wust groſse stett.
Darumb was der alden sett,
Dye wiſsheit lyb hatten,
Das sye des unglichen nicht statten.
Sye beschriben dye recht zcu allen stunden,
Wo sey mochten ader kunden,
Sye molten dye gerechtikeit
In des hymmels varbe gekleit,
Und das ir antlitz guldin were,
Umb des willen das alle ere
Von ir queme ſso manigfalt
Und groſser richtum und gewalt.
Wer dye gerechtigkeit anblickett,
Ist her boſse, er erschrickett;
Ist her from, her wirt fro.
Dach geschit es dick alſso,
Machen durch das recht ein spalt;
Darumb spricht zcu Rhome alsus
Der rathſsmann Anathargus:
Das dye gesetz in den stetten
Hetten eynen solchen setten,
Alſso dye spinwep mit irm gefertte,
Dye man nicht ernstlich kan behertte;
Wan es dye krangken fligen veht,
Ein groſse humel dadurch gehett,
Und kerett sich gar wenig daran.
Dye humel bedutet den richen man,[Seite: 175]
Der da bricht der stet gebott,
Und kerett wider an recht nach gott;
Dye armen aber, das sint dye mucken,
Dye muſsen lyden unndt sich druckenn.

I. Dreyerley ist das recht, naturlich, wertlich, und geistlich. Des naturlichen rechts gebruchenn alles das uff erden lebett; und das ist auch dreyerley alſso von gotlicher natur, von mentschlicher natur, und von gemeyner natur. Das rechtt von gotlicher natur ist: das du das eim andern thust, das dw wollest von im, das her dir thedde, und in erlassest, du wollest von im erlassen seyn. In dissenn stucken hanget gotes lybe und des ebenmenschen, und dye volbrengung der gebott gotes. Das recht von gemeyner natur ist, das dye natur alle thyr gelartt hatt; das ist, das ein menchen und weybichen zcu iren gezcitten sich irkysen, und ir kinder zcu krefften brengen, nheren, zcyhen, beschermen und ſso lieb gewynnen, das sye daruber sterben, fryde und eyntracht midt iren glichen haben. Hirvon ſso zcuhett sich dye ehe, und das recht, das dye elichen lwthe under eynander habenn, unnd das da ist under eldern unnd kindern. Das recht von menschlicher natur ist ein redlich krafft, dye in eynen menschen naturlich ist, alſso das im liebe sey zcu togenden und scheme sich der untogent, und gude ding gern thu und boſse lasſse.

II. Das wertlich recht ist auch dreyerley: leenrecht, lantrecht und wichpildsrecht. Das lehenrecht geht von keyserrechte, und ist gesatzt von den keysernn midt andern rechten, dye man beschriben hatt ober die guthe, die von dem riche, von den fursten, und von den edeln zcu lehenn gehen, dye man midt dem herschilde vordynen sall; unndt ist zcu mercken, das nymant edel heist von recht noch edel ist, der dissen freyen guter nicht furdt zcu vorlyhen hatt, und der kein riettermessige man under im hatt. Dit recht gebort den besundern zcu, dye der leengut gebruchen, und dit gut erbett uff dye man alleyne, und darumb ſso heyssen dye weyber nicht edell, dan von iren manne wegen. In dem rechten nicht edler ist ein wib, dan es ir man macht, ab sye des keysers tochter wher. Das lantrecht ist das gemeyn recht des landes zcu Sachssen, Myssen, Dhoringen unndt Hessen, des dye edeln und unedeln da gebruchen; und das recht ist zcuerst komenn von wilkor der Sachssen und der landtlute, da sye dan noch heyden waren, und darumb ſso ist es an vil stucken gebrechlich, und wol an sechzchen stucken midt dem evangelio nicht ein. Das dritte ist wichpildsrecht ader der stete recht gemeinlichen, dye in dem wichpilde zcu Sachssen, das ist inn den vorgenanten landen, dye des sechschen rechten gebruchenn nach ir wilkor. [Seite: 176] Daruber ſso hat ein igliche stat ir eygen recht nach der freyheit, dye sye erworben hat von kongen und von fursten und von ir eygen wilkor und eynung, dye in von den fursten bestetigt sindt; und dye sullen auch von recht in den steten beschriben sin, sye heyssen auders gewonheit und nicht recht. Wu auch in dissen buchern beschriben stett der stadtrecht, da sal man vorstehen Ysenach, da man sich von rechte hen zcyhen sal.

III. Das geistlich recht ist auch dreyerley. Das erst recht ist, das der babst us dem heylgen ewangelio, us der lar der propheten und aposteln gezcogen hat, unnd das gegeben zcu eyme geistlichen rechte. Das ander ist, das der babst midt denn cardinalen und midt der menge der buschoff ober dye cristenheit, ober dye geistlichen lwte, und ober dye geistlichen lehen gesatzt hat. Das letzste ist, das dye ertzbischoff midt den andern iren buschoffen gesatzt und gemacht habenn und irenn pfaffen, kirchen, clostern zcu nutz gebotten zcu halden, und das helt man nicht weytter, dan dye bischtum gehen; also helt man etzwas in eym bischtum und in eym andern nicht.

IV. Ist das ein richter unrecht urtel gibt ader andern lwthen stat zcu geben, so her das midt rechte gesturn kan, und tudt ader vorsehet das durch gunst, has, lyebe ader gutes willen, der vorlust gotes hulde und vortumt sein sele, wan das ewangelium, das Cristus gesprochen hatt, sagt: also ir dye lwte hye uff ertrich richtet undt urteilt, also sult irr widder geurteilt werden.

V. Das dye richter an keym wertlichen gerichte nicht selber urteil sprechen, ist darumb gesatzt, das sye nicht alle ſso wyse lwthe sint, das sye sich des rechten in allen sachen vorstehen, und nicht alle also togentsam und from sindt, das sye widder lyebe, haes, forchte ader genys von bosen urteiln brechte. Darumb ist es gesatzt, das es dye schepfen thun sullen, dye durch ir wiſsheit und geprufte togent darzcu gekorn werden, under den das rechtt bestendiger blibt.

VI. Es ist auch zcw wyssen, was an dem richter sein sall gerechtigkeit ader toginde, dye sullen auch von nodt wegen alweg sein an den scheppfen unnd an den vorsprochen, und darumb ist ein lobliche gewonheit und recht der stat, das nymant an dem gericht der lwte worth sprechen sall, dan us dem rathe dye geschworn ratsmanne und scheppfen, uff das sye mit den lwten togentlichen und fromlichen umb gehenn an dem gerichte. Szo gibt man auch in yren eydt, das sye der lewt wort sprechen sullen ane mith und gabe, als geschriben stehet an dem XVIII stuck des dritten buchs von den ratsmannen: sye sullen der lewt wort sprechen [Seite: 177] durch gott, wan sye des gebettenn ader geheyssen werden, wu sye das mith eren gethun mogen, und sullen da nicht ansehen widder lybe, has, nach forcht ader gabe. Wan sye aber forder erbeit haben, dan das sye am gericht der lwt wortt sprechenn, unnd darumb uber veilt farenn, riten ader gehen, ader ab sye kost daruf thun, dye sal on der gelden, von des wegen sye das thun, und das umb sye nach bescheydenheit vordynen; und darumb und mid ſso schwechen sye iren eydt nicht nach ir ehre.

VII. Wissen dye vorsprochen, das eyner ein unrechte sache furett, des wort sal her an dem gerichte nicht sprechenn; wan spricht her sein wortt, so beschirmt her im sein unrecht und vichtet wider recht, und thut darmyde wider got und seynen eydt und ist schuldig den schaden, den der nimpt, der recht hatt, wider den her dan ist. Nhw mocht einer sprechen, wye das tochte den lwthen des gerichts louffte also wegertte, hye sprech ich zcw: ist das in eyner bittett, sein wortt zcu sprechen, der unrecht sache furett, wan her ym dye vorzcelt, ſso sall her in underwysenn, das her unrecht habe, und sal im rathen zcu eyner fruntlichen richtung. Wel her om der nicht gestehen ader von der sach lassen, szo mag her wol sprechen: ich kan dir zcu dem unrechten nicht gehelffen, darumb ſso nym einen andern vorsprochenn.

VIII. Schuldigt der kleger, der unrechte sache furett, vor den richter den vorsprochen, das her sein wort nicht sprechen wolle, ader redt sust torlich ader frevell wort daruff, szo wist das unnser landtrecht us: ist das es der richter dem vorsprochen gebutt, szo mus her sein wort an widerrede sprechen. Da sagen wir nicht zcu, das es recht sey, es ist aber des lands und gerichts gewonheit; wan wer des wortt spricht, der da unrecht hat, der mach sich kum bewaren, das her vor gote recht thw, und hilfft her im midt kunst, lysten ader behendigkeitt, das ist wider gott und der sele seligkeit. Her sal sich also davor hutten, das her den richter bitte, das her in des erlasse und sal forder nicht mher reden; thut dan der richter des nicht, szo sall her sein wortt sprechenn und nicht mher rede machen, dan im der kleger sagt ader also her von andern lwten horett. Her sal ym seynen munt lyhen und nicht dye sin kunst, behelffung, nach forderunge.

IX. Vorsumet auch eyn vorsproch eym sein recht willigklichen ader mit unvleys, der ist vor gote dem, den her vorsumt hatt, also vil schuldig, also her im vorlorn hatt, und spricht her eins mannes wortt und nimpt von seim widersachen gelobde, dinst ader gabe, uff das her dissen vorsume, dye sach vorzcyhe ader boſslichen where, ader uff sein unwegstes sune ader tage, der ist meyneyde und trowlos, und hat [Seite: 178] nicht vil mynner gesundigett dan Iudas, der Cristum vorkoufte, wan disser hirmit seynen ebenmenschen in gudenn trowenn vorkeufft, unnd her hat sein zcungen vorkouft. Und spricht on ihener an, des wortt her untrowlich gesprochen hatt vor dem richter, und mag her in des uberkomen selbdritte, szo sall her im seynen schaden zcwifeldig gelden, also ab im das gut worden sey in seynen schirm, und her ist dem richter seyne zcungen schuldig, dye sall her losen mit zcehen pfundenn.

X. Eyn itlicher vorsproche ist schuldig, armer lut wort zcu sprechen durch got zcu forderst mher dan der richen, wan das gericht ist gemacht und funden durch armer lwth willenn, und der unschuldigenn und der enelenden, wan dye mogen sich selber nicht vor unrechte geschutzen also dye richenn. Und vorsaget her om das und thudt es ungerne, szo thudt her widder gott und das recht, und der richter sall im gebitten, ſso her das erferett, das her des armen wordtt unvorzcogelich spreche, wan der vorzcog ist armen lwthen nicht eben. Dit ist das gemeyn recht und ist eyn mit allen guden rechttenn.

XI. Sal ein man clagen vor gerichte, und hat eyme, der sein vorsproch werden sall, sein heymlichkeit und sache uffenbarett, und kumpt dan sein widersache und bitt den richter eher umb den vorsprochen dan disser, des heymlichkeitt her vor wol weys, weder mag her sein zcu rechte anig werden ader nicht? Wir sprechen also: geht disser zcu dem richter und saget im das her seynes widdersachen vorsprachen sein heymlichkeit vor gesaget habe, und schweret das uff dye heilgen, ader nimbt es der vorsprach uff seynen eydt, den her zcu dem gerichte gethan hatt, das es war sey, der richter sal on erlasse, das her des wortt, der in gebeten halt, icht spreche, und sall im gebite, das her ihenes wortt spreche, der im sein heymlichkeit gesaget hatte. Dit ist in geistlichen unnd wertlichem gerichte allen enden rechtt.

XII. Spricht auch ein vorsproch eins mannes wortt uff einmol, und wirt dye sache ufgeschoben, der vorsproch mag midt recht hindenoch dye sache numher mher wider angespreche, nach in der sache seins widersachen vorsprach gesin.

XIII. Es spricht sanctus Ambrosius von den richtern, schepfen und bosen vorsprochen, das von recht got wol wider sye sprechen mag: kere und bezcale und gib wider, das du schuldig bist, wan du hast widder dye warheit gethan, du bist bey der schalgheit gewest, du hast or gestattet, du hast sye mith gewust, du hast sye vorschwigen, du hast darzcu geholffen, geraten und gewiseth, du hast das recht gelogenn, du hast den richter betrogen, du hast den armen ir sache vorschwigen, und vorzcogen, und kost gemacht, du hast midt dynen behenden urteiln von der warheit in dy valscheit gefallen, und auch ander luth darin gezcogen [Seite: 179]; darumb ſso must du von dem barmherzcigen gotes antlitz vallen und fromde lwth werden in dein erb und gut gezcogenn.

XIV. Es magk nymant uf eyne zceit mit eynander richter und kleger, richter und gezceug, ader kleger und gezceug gesein. Es sal auch kein richter uber sein eygen sach richten, ader uber dye sach, dye seynen hern antreten, ader das gerichte, ader den rath, ader dye schepffen, ader dye vorsprochen, ader den freibotten. Ader den gemeynen nutz der stat, da mag her wol ober richten, und ouch also es uffenbar ist, ane sunderlich klag straffen, wan also klaget das der uffenbarlich gemeyn lwmuth, der aller dinge, also der meister Aristotiles spricht, nicht umbsus ist. Aber uf eynen wan, ader uf eynen zcwifel, so magk das mith rechte nicht gesin. Und in der masse mag auch ein richter an gezceug, wan die sache uffenbar ist, darumb dar das die kuntlichkeit das bezcuget; das spricht Allexander.

XV. Es spricht meister Heinrich vonn Merseburg von den gezcitenn, wie sich dye anheben unnd enden, und thut das nach der lar der heilgen schrift, des geistlichen und wertlichen rechten, und spricht also: ein itzlicher feyertag hebt sich an dem heilgen abent an, wan man begynneth die vesper zcu singen in der pfarkirchen ader zcu lesenn, und wereth die nacht und den tag, bies man die vesper an dem heilgen tag zcu abenth wider volbrengett. Dye tagzceit in der man von rechte gerichte gehalden mag, hebt sich wan dye sonne ufgett, und werett bies sye undergeghet, ist dieweyl die sonne boper der erden stehet. Dit stet geschriben ex. de officio delegati. Dye tagzcit des geleits, des frydes, und der feligunge, hebt sich morgens, wan man den tag erkennen kan, und wereth bies zcu nacht, diewil man von des tags wegen gesehen mag. Ditz stet geschriben ex. de treugis. Dye tagzcit der vasten hebet sich vor mitternacht nach dem letzsten abentessen, und weret dye halb nacht und den tag, und dye halben nacht darnach mith eynen eynigen mittagsessen, also auch das her vor dem essen nicht trincke; aber nach essen ist menigklichs trincken erleubt durch dawung der spyse. Wer aber den fritag luterlich vasten wil, der heb an des dornstags nach dem abentessen, und halde sye bies uf den sonabent zcw fruhem essenszceit mith eyme essen.

XVI. In grossen heilgen tagen also zcw wynachten, zcum zcwelften, ostern, pfingsten, unsers hern hymelfart, unsers hern leichnams tag, an dem grun dornstage, gutenn fritage, unser lieben frawen tage, und an aller heilgenn tage, sal man von rechte keyne tage leisten, nach teyding, nach rath uf dem rathuse halde. Wers aber ehehaft nod, so [Seite: 180] sold man den vorborgen in eyme huse halden und nicht uffenberlich. Tret es aber gotesdinst an ader geistlich dingk, das mocht man uffenberlich thun. Dit stet geschriben ca. XV. q. IV.

XVII. Gelobet einer dem andern in eyner bezcalung ader kouffe silber zcu geben, her sall im das gut und luther geben, als man das phlegt zcu zceichen und zcu bornen in dem lande, stadt ader gericht, da sye gesessen sein, ader da der kouf geschiet, ab sye fromde sein. Gelobt ehr im pfenige zcu geben, her sal im gebenn die in der stat etc. wol genge und genhem sein, da her die pfenig globet zcu geben. Gelobet her im korn ader ander koufschatz zcu geben, dye her benenneth, die ist her im schuldig bey dem besten und nicht bey dem ergesten. Ist es in eyme bisthum ader uf dem lande, szo ists dasselbe recht. Was eyn man dem andern gelobeth, das ist er im schuldig, gut und volkomlich zcu geben, es wer dan, das im kouf ader teyding etzwas usgenomen ader besundern vorzcalt wurde von wher, gewichte ader werde; dabey must es blibenn.

XVIII. Quem es, das eyn man in synerr trunckenheit, also im die redlichkeit gebrech und rechter gantzer synne, sich vorrette mith kouffen, vorkouffenn, wechseln, vorgeben, bescheiden, geloben, von hab ader von gute, erbeith und dinste ader dergleichen, und ab es wer zcu der ehr, da man sich lichtlicher inne vorreth und vestlicher halden mus dan ander ding, das bunde alles nicht, nach dar ir nicht halden, und ab her icht lossagte, schulde vorlisse, vorborgte und desglichen, das wer alles umbsus, darumb das ime rechten nymanth eins truncken nach sinlosen menschen borge werde sall, es rede dan sein rechter formunde; darober hilft kein gezceugnis nach eyde. Wer es aber, des der truncken ader synlose mensche, wan her nuchtern wurde, ader zcu synnen queme, das lobte und halden wolde, ſso must es ihener, der sich mit om bekomert hette, halden, also ab her gar redlich zcu der zceith gewest wer. Dit stet geschriben in aparatu u. s. w. de sponsa.

XIX. Wan nhw dit zcehende buch sagen sall von den gezcugen und eyden, ſso ist not zcu wissen mit wieviel luthen man gezcugen moge. Tritt die sache gelt ader gelts werdt an, ſso stet das gezcugnisſs nach dem heilgen ewangelio, als Cristus spricht, das in dem munde zcweyer ader dreier stehe ein itlich gezcugnisse. Das her spricht: ein itlich gezcugnis, da nympt her keins uſs. Das aber unser lantrecht spricht, das in sachen die leib und ere anruren von syben gezceugnissen, ist darumb gesatzt, das man eynenn nicht lichtlichen erlos ader leiblos gezcugen solle. Nach so haben es etzlich stete schwerer ober or [Seite: 181] borger, uf das sye an sogethanen luthen die ere und dye rache selber behalden, also unser stat freyheit und recht uswiseth, das eynen burger zcu Isenach nymant magk erlos ader lieblos erzcugen an gerichte, uf das so gethan uffenbar smacheit icht geschee. In dem rathe ader under in selber haben sye des macht heymlich zcu sturen.

XX. Es sal ader mag nymant den andern erzcugen, nach vor dem gerichte uberwinden, der ein burger ist, nach for dem schultteis und den schepfen, her thu es dan ein teyll mit der stat ingesessenn burgern, die wirdigs glouben sint. Und hat der eynen und eynen fromen man darzcu ader zcwene, wan die sache umb gut, gelt ader habe ist, so bestet das gezcugnis und das es in der stat witpilde geschen sey. Ist aber die sache anderswo gescheen, und das gut anderswo gelegen, so ist sein gnug, das es erzcuget werde midt zcwen ader dren fromen mannen, die nicht burger sein, wan es unmoglich ist eyme, der stat burger allen enden zcu haben. Wer auch der kouf ader sache geschen, ehr er der stat burger worden wher, szo wher sein aber gnug zcu bezcugen mit zcweyen ader dreyen, die darbey waren ader wissentlich wer, wan die freyheit der stat im dieweil nicht behulflich mocht gesein.

XXI. [Dist. IV. 46.12.] Neun dingk sal man mergken an den gezcugen, die da machen, das ir gezcugnis nicht taugk. Das erst, das her kein eygen man sey; wan der eygen man mag im recht nicht gezcugen uber eyn, der da frey ist. Das ander, ab der gezceug ein weib sey; wan die wibe in weltlichen sachen nicht bezcugen mogen, an in den sachen ab ein weib ein lebende kint geber, das gezceugen weibe so woll als man, und in geistlichen sachen, also umb dye ehe und desgleichen, da gezecugen auch die weibe. Auch so gezceugt eyner nicht, der zcu iung ist ader zcu alt; wan ein gezceug under virzchen iarn, auch so alt, das im der redlichkeit gebricht, sulcher gezceugnis ist von unwirden. Das virde, ab her synnig sey; wan die rasenden und dye thoren nicht bezcugen mogen. Das funfte, ab her from sey; wan kein vorlumt man an gericht ader anderswo gezcugen mag uber eynen, der unvorlumeth ist; darumb so mogen die kebskinder und meyneydig luthe, und die dube und roub gebessert haben, die usgelouffen monche, ader die noch dube ader roup under in haben und derglichen ca. quarta u. s. w. Das sechste, ab her dem angeborn sey, dem her das gezcugnis geben sal; dan nymanth mit seynen magen bezcugen kan. Das sybende, ab her dem dyne, dem her gezcugen wil, ab her geselschaft in derselben sache hab, ader sust durch golt ader fruntschaft teglich zcu seynen tische gehe; ader zcu kosten mith im gehe umb sein gelt, der mag im wol helffenn gezceugenn. Das achte, ab her bettelisch arm sey; wan die selbig nottorft brengt dicke die leuthe darzcu, das sy durch ires genisſs [Seite: 182] willen ungleich gezcugen; aber ein fromer bestendiger armer man, der andern luten wol bekant ist, der mag von seiner fromkeit wol gezcugen. Das neunte, ab her gloubig sey; wan ein iude, heyde, ketzer, ein beunischer und derglichen nicht gezcugen mogen. Dit ist alles statrecht, wichpildsrecht, lantrecht, geistlich recht und gut recht.

XXII. Der gezceug, der gedinge, geschencke, ader libnisse heischt, und nympt, des her im rechten nicht thun sal, erferet das der, uber den her gezcugen sall, den mag her vorwerffen darmith, das her dem richter vorkundige, das dem gezcugen gut geschenckt ader gegeben sey, und das sal her bewisenn mit seynen zweyen fingern, ader sal in oberreden selbdritte, die es vor war wissenn, das darumb gut gelobett ader gegeben ist. Ist nhw sein gezceugnis falsch und ungerecht, her wirth erlos und nympt lon nach dem falsche. Ist aber sein gezceugnis waer und gerecht, und hat ader wil geschenck darumb nemenn, und uberkumt man in des, her sal es dem richter vorbussenn mit der busse eyns frevels, und sal bey eym iare keins menschen gezceug werde, wan es ist ein grosse untat, das her seim nhesten seins rechten an lon nicht helffen wil und an kost und mhwe.

XXIII. Ab nhw ein man sein recht nicht behalden kan, her geb dan geschenck und gut darumb dem richter, denn schepffen, dem vorsprochenn ader den gezcugen, wie sall her dan thun? Wir rathen im und sprechen: ehr dan her sein recht vorlise, das her lieber geschenck unnd gut gebe, wan es ist besser ein wenig gegeben dan vil vorloren. Der das geschencke gibt, der thut es ungerne, und mocht her sust sein recht gewinne, her gebe es nicht, darumb so hat her sein kein sunde noch schande. Dye thun aber dotliche sunde daran, die so gethan gut und liebnisse unzcemlichen nhemen, das in vorbotten ist, und das sie yn iren globnis und eyden vorreth haben unnd im rechten nicht thun sollen. Uber die schreiet der prophet Ysaias und spricht: wee uch, die den ungerechten wollet gerecht machen umb seiner gab willen. Auch so spricht Salomon, das die gabe vorblend den richter und des gerichts dyner.

XXIV. [Dist. IV. 47. 10.] Es mag mit geistlichem gerichte nymant den andern an wertlichem gerichte erzcugen, und ist her mit geistlichem sachen erzcuget, das schadet im zcu seynem lantrecht und auch witpilds und statrecht nicht.

XXV. Es sal auch kein leye den andern im rechten umb wertlich sache fur geistlich gerichte laden, im werde dan am wertlichen gerichte rechts gewegert. Was auch ann wertlichen gerichte angehaben ist, das kan man am geistlichen nicht volfuren, und widderumb also derglichenn. Es magk auch im rechten midt beyden gerichten nymant umb ein sach gekriegen; wan her eyns gebruchen wil, so mus her das ander vor [Seite: 183] abthun, wan ir keins dem andern ablegen sal, aber eins mag wol dem andern helffen, wo das not tut.

XXVI. [Dist. IV. 47. 7.] Es magk eyn man seynem gezcug zcu hant furen, des ehr sich vormessen hat, ab her wil. Magk ader wil er des nicht thun, so sal her in brengen for gericht in virzchen tagen. Ist her aber usser lands, ader hindert yn sust redliche sache, so breng her in vor in sechs wochen. Nicht lenger mag her in im rechten vorzcyhenn, es wer dan das in hindert ehaft not. Was aber dy sey, das stet zcu hant hirnach. Sol man uber eygen erzcugen, das sal zcu hant, ader ufs nheste gerichte gescheen. Dit ist statrecht, wichpildes und lantrecht.

XXVII. [Dist. IV. 47. 3.] Wer sich vor gerichte gezcugen vormist uf eynen bestracktenn tag forzcubrengen, brengt ehr ir nicht vor, her mus darumb dem gericht wetten funff schilling pfenige uf gnade, nicht mher, das ist der stadt recht; und ihener hat sein klage erfordert und gewunnen, es benhem dan ehaftig nodt. Bewiset her dye, szo mag her wol darnach seynen gezcug forbrengen, das es im nicht zcu schaden kompt kegem kleger noch gerichte. Statrecht und auch lantrecht.

XXVIII. [Dist. III. 7. 2.] In vierley wyse kumpt die ehehaft not: das ist suchtage, krangheit, ader des leibs vorletzung, darvon ein mann mergklichen beroubt wirth wanderns und usrichtung des gescheftes. Und das sal man also bewysen: wan der siche nicht for gericht ader an stete, da man in habenn sol, magk komen, sol ehr eyn seiner frunt ader eyn unvorsprochen man dahin senden, sein krangheit und not zcu bescheiden zcu den heilgen, ab man es haben wil, das her also gebrechlich sey, an seins leibs schaden nicht komen kunde. Statrecht, wichpild und lantrecht.

XXIX. [Dist. III. 7. 3.] Ist ein man gefangen und hat trew gelobde gethan, das ist dye ander sache der ehaftigen not. Die sal man bewisen also: der in gefangen hat, ist der erbar und sendet synen briff ans gericht ader stete, da her zcu recht hin solde, und schribt, das her in in syne gefengnis habe, ader zcu der zceit gehat, das her nicht komen mocht, das ist zcu gleuben. Mag her aber sogetans brife nicht gehaben, szo antwortt eyner syner freunde for in, dem das gefengnisse wissentlich ist, und vorzcel die ehaft not. Geschiet aber des nicht, wan her dan ledig wirt, so kom her for und bewyse die not zcum heilgen, das her seins leibs die zceith ungeweldig were, und von banden ader trewgelobdes wegen nicht komen kunt, szo schadet im das vorsumnis nicht. Dit ist statrecht.

XXX. [Dist. III. 7. 1, 4.] Dye dritte ehaft nodt kumpt vonn betefartt uswenig landes. Wolt eyn man die zcyhen nach der zceit als im [Seite: 184] vorgebotten wer, ader sache vom gericht ader rat vorkundigt, des sal her nicht thun, her hab dan die sache vor usgericht. Thudt er des nicht, szo ist es kein ehaftig nodt, und klagt man zcu im dieweil, her mag sich seins schadens nicht wider erholen. Spricht her aber im wer mit recht nicht forgebotten, das mus her beweren zcu den heilgen, so blibt es ehaftig nodt. Die bewisung der betefart ist also: mag ihener nicht bewisen, das her im for der betefart vorgebotten hatt mit gericht also recht ist, szo mag disser seyn betefart bewisen mit sinem eyde, das her sie gezcogen habe uswenig landes alſso ein recht pilgerim. Statrecht und auch lantrecht.

XXXI. [Dist. III. 7. 1, 5.] Dye virde sache der ehaftigen nodt kumpt von herndinste. Die ist manchfeldig zcu erkennen, wan des hern dinst mit urteiln geboten wirt, ader der rat gebot in witpilde, ader des herrn gewaldigen ader sein selbst bote; das dinst mus man dan tun. Hat der rath auch ymanden in seynen notlichen gescheften zcu senden, der an dem gericht zcu thun hat, das sal der rat richten und dem das zcu wissen thun, der im gebotten hatt, das dem also sey an geferde, szo mag der kleger nicht dawider gereden. Widerredet her aber das, szo sende der rath eynen in das gerichte, der dem richter das vorzcele, so gewint her im tag bies ufs nheste gerichte, also her vonn der botschaft der stat wider heym komen ist an des klegers dangk. Wiewol der stat recht uswiset, das der richter nymande tag hinder dem kleger an sinen willen geben sulle, das mag aber hie usgenomen werde, wan die botschaft zcuhet sich zcu dem gemeynen nutz der stat. Dise ehaft nodt bewiset man midt des herren dinst und brifen in lantrecht und auch witpildsrecht. Aber in statrecht bewiset man sie mit zcweyen ratsmeistern. Die kuntschaft ist ein begyn des rechten in allerhande nod, do ehaft nodt an gefallen mag.

XXXII. Tud eyner eynen frevel und zcweiet sich midt imande, und sal man die zcweyung an gerichte bewisen, dye magk ein igklicher biderman inwoner ader fromder, der sein eher bewart und sich fromlichen gehalden hat, wol ober gezcugen. Wol das der stat recht uswiset, das man eynen burger erzcugen sulle mit eim teil burgern, ist zcu vornemen umb gut und umb habe, aber umb zcweitracht ist das nicht. Tritt aber die zcweitracht eins burgers leib ader eher an, szo mag in des nymant oberzcugen an dem gerichte. Dits ist statrecht und ir freiheit bestetigt.

XXXIII. [Dist. I. 33. 4.] Wirt ein gut von zcweyen man angesprochen, heischt es der richter zcu recht, man sal es im antwortten, und der richter sal es under im haben solang bies sye sich mit eynander voreben, ader sey ledig kegen allen luthen und von dem, der es dem [Seite: 185] richter geantwort hat. Dits ist lantrecht und witpildsrecht. Aber nach der stadt recht so beheldet es ir eyner, und der ander klagt, und der es gewinnet, dem sal man den schaden legen unnd seyne kost.

XXXIV. [Dist. I. 33. 5.] Sprechen zcwene man ein gut an zcu widerstrit mith glicher ansproche, undt behalden das mit glichen gezcuge, das sal man glich under sye teilen, aber den gezcugen sullen rechten umbsessen bescheiden, die in der stat, im dorffe ader nhesten dorffern gesessen sein. Wer dan die meisten mennige hat an den gezcugen, der behelt das gut. Das ist lantrecht. Aber nach der stat recht wurde es geteilt, wan ir itlicher seynen volkomen gezceug gefurte also recht ist.

XXXV. [Dist. IV. 46. 9.] Orfede und sune, die an gericht geschen, die erzcuget man mith dem richter undt mit zcweyen schepffen nach wichpild, und nach lantrecht mit dem richter und mith den dinckpflichtigen. Aber sune und oherfede, die uswenig dem gericht gescheen, die erzcuget man selbsibende. Dit ist auch nach lantrecht. Aber nach statrecht so erzcuget man sye mit zwen ratsmannen. Ist aber die sune und oherfede gescheen uſswenig, man mus die kuntschaft brengen mit des gerichts ader stat briffen, da es gescheen ist. Dit ist der stat recht.

XXXVI. [Dist. IV. 47. 13.] Ist das eyner gezcuge mitet umb sein gelt, und wirt des sein widersache gewar und uberkumbt in des, her mus ime bussen, uf den der gezceug solde gehen, und dem richter wetten, und her ist der sache vorfallen, und der gemitte gezcug, der umb lon wolde gezcugtt habe ader gereidt gezcuget hat, den sal man kundigen rechtlos und erlos. Dit ist der stad recht unndt lantrecht.

XXXVII. Haben zcwene geselschaft in der koufmanschaft, ir keiner mag des andern gezcug sein umb sache, dye gelt ader gut antreffen, also wenig als eins mans gesinde das an seime dinste ist, ader eynes mag. Dit schribt magister Iohannes Andree in seym buche novella genant und ist auch der stat recht.

XXXVIII. [Dist. IV. 47. 14.] Wer eynen gezceug furen wil und belutet den an gerichte, ab wol lwthe under den weren, die gezceug solden, die man vorwerffen mochte, und thud des uf dye zcit nicht, kumbt es darnach das man gezcugen sal, so mag man ir dan keynen vorwerffen, sint sye zcuerst zcugelassen, do man sye benante. Das ist darumb das die lwt destmynner unschuldiglichen umb das gezcugnis erlos gemacht worden, das villeichte viln luthen geschee, so man lang zceith trachte und forschte nach irem lumunde. Dit ist stat und lantrecht. Aber in geistlichen rechte, szo gibt man des tagzcit dem, der sye gefurt hat, zcu widderredenn. [Seite: 186]

XXXIX. [Dist. IV. 47. 15.] Also eyn man noch rechte seynen gezceug stellet fur gericht, syhet dan ihener eynen, den her vorwerffen mag, das sal her zcu hant tun, also hyvor geschriben stet. Wil es disser dan weren, der den gezceug gefurt hat, und spricht her hab rechten gezceug gestalt, das ist iheme nher zcu erzceugen, mit welchen rechten her den untuchtigen vorwerffen wolle, dan in disser beschermen moge, ab es von gebort ader von andern dingen sey. Dit ist stat und lantrecht.

XL. [Dist. IV. 47. 16.] Dye gezceugen, dye eyn man vor gerichte stellet, die sal man von rechte numer zcugelassenn, sye schweren dan recht gezcugnis zcu thun, und den eidt sal man in staben vor gerichte also: wir schweren das wir wollen dye warheit reden, dye wir wissen umb dye sache, die disser vorzcalt ader zcu bewysen hat, und wollen da nicht zcu noch ab legen mit unserm wissen, an arglist, als ans got helff und alle heilgen. Szo sal dan ir icklicher sagenn uf seynen eyd, was im wissentlich ist von der sache. Stehet danne der gezceug obereyn, das erkennen dye sehepffen woll, wan her zcusamen kometh. Zweyen sich aber die gezceugen an irm bekentnis, szo ist man an dem gezceug nicht bestanden. Ditz ist lantrecht. Aber nach der stat recht kumpt es anders, so sal der kleger dar tretten und vorzceln, was her irzcugen will, und das sal her uf dye heilgen schweren, und darnach so suln sein gezcugen schweren, das her recht geschworn habe.

XLI. [Dist. IV. 47. 17.] Von rechte sal man dye gezcwgenn sundern ader sunderlich vorhoren nach dem gemeynen rechte, und ist ouch allen enden gut, wol das ditz an etlich steten keyn gewonheit ist. Es sal auch nicht gescheen mit slechter frage an eyde, also ab der richter spreche: ich frag dich by dim eyde und bey dein trewenn, die du gote und dym rechten hern pflichtig bist, ader dye du wybe und kinde schuldig bist, das du sagest, was dir in der sache wissentlich ist. Spricht dan eyner, als theur also ir mich fraget, so ist mir das wissentlich, spricht dan der ander, also teur ir mich gefragt hat, darmith sall der gezceug vorfaln sey. Das ist alles unrecht, wan eyn itzlicher sal gezceugen mit seym gestabten eyde, als byvor gesprochen ist im nhesten stucke, und sal die warheit zcum heilgen bewern, da gehort gots wort zcu, mit dem aller warheit gezceugnis geschiet. Dit ist gut recht und ist das gemeyn beschriben recht.

XLII. In redlichen sachen sal man dye gezceuge wol vorhoren, und wer das thun sall, der sal zcu vorderst dreyerley under andern stucken mercken: das sint dye personen, dye zceit und dye stat. In dissen dreyen stucken mussen die gezcugen von nodt ein sein; und hat eyn man drey, vier ader mher gezceugen, und ist es das ir ein teil spricht, [Seite: 187] ich weis nicht eigentlichen uff welchen tag es geschach, ader wievil des geldes, ader wer da kegenwertig was, es ist mir vorgessen, wan sie in den andern stucken gleich sagen, das beschediget den gezcug nicht; es ist aber nodt, das zcw dissen benanten dreyen stucken zcu dem mynsten zcwene glich sagen zcu itlichem stucke. Die gleicheit sal man auch erkenne mher nach der gezcugenn meynunge, dan nach der wortschickung, an geferde, wan ein mensch bas sein worte gesetzen und rede vorzcelen kan dan das ander. Ditzs wiset us das beschriben recht und dye recht meysterschaft.

XLIII. [Dist. IV. 46. 2, 3, 5, 6.] Sal ein mann eyne sache erzcugen, die vor gezcitenn an gerichte gescheen ist, das mus her thun midt dem richter und schepffenn, und der richter sal schweren zcum heilgen, das die sache war und also sey, und her ir ein richter gewest sey, das im got also helffe und alle heilgen. Darnach sullen zcwen dinckpflichtigen sweren, das her der sache ein richter gewest und sy dincklute gewest sein bey namen der sache, das in got so helffe und alle heilgen. Dit ist lantrecht. Aber nach witpildsrecht ist es anders, da erzcuget der richter und scheppfenn midt dem eyde, den sye zcu dem gerichte gethan haben, das die sache also sey, als in got helffe und alle heilgen. Und das ist auch also hye der stat recht. Keyn richter ader ander man, ab her ytzunt nicht richter wer, mag alſso gezcugen an des richters stat, her sey dan selber der sache ein richter gewest. Szo mag im auch nymant helffen gezcugen, her sey dan schepfe da gewest, ader dinckpflichtiger. Nach lantrecht.´

XLIV. [Dist. IV. 46. 4.] Bezcuget ein foyt ader richter an gerichte, der dem riche hat holde gethan: was der bezeuget, das sal her nemen uf den eydt und hulde, die ehr dem reich gethan hatt, das sein gezcugnisse waer sey unnd gerecht also im got helffe und alle heilgen. Also mag auch wol gezcugen eynes fursten foyt ober das gerichte, der zcu dem ambte vor dem fursten gesworn hat, szoferre in die sache nicht selber antrift ader sein ambtt, das im das gezcugnisse zcu genisse ader wette queme; so muste her es, wan es also quem, vestlichen midt seim eyde beweren. Das ist das beschriben keyser-, lant- und der stat recht.

XLV. In wichpildsrecht stet also geschreben: das ein gesatzt geschworner richter von eynem fursten ader stat gesatzt und bestetiget ist, und eins guten leumuds, der magk auch wol bezcugen under seim eyde, den her zcu dem gerichte gethan hat, und mag das nhemen uf den eydt, also im gott helffe und alle heilgen, und darf die finger uf die heilgen nicht legen nach im eyde lassen staben. Aber eyn begebener richter zcu bescheidner zceith, der zcu dem gerichte nicht geschworn hat, ader [Seite: 188] ein underfoith, der dem fursten besundern zcw dem ambte nicht gesworn bat, die mogen also nicht gezcugen. Was am gerichte geschiet, sie mussen es tun midt irn gestabten eyden und midt der scheppfen gezcugnis und kuntschaft. Dit ist der stat recht.

XLVI. Belanget in der stat ein gast den andern umb schuldt ader gelt ader dergleichen ander habe, und bekumert inen, den mag her mit keym gezcuge uberwinden, sundern wes her in schuldige, des mag sich ihener entslahen mit seynem eyde, nach dem als das recht uswiseth. Dits ist der stat recht.

XLVII. [Dist. IV. 47. 19.] Gelobet ein man icht, spricht, beseget, ader bekennet in eym sitzenden rathe, das mag man am gerichte mit zcwen man us dem rathe irzcugen und nemen das uf dye eyde, die sie zcu dem rate und gerichte gethan haben, und dafor mag her nicht geschweren. Was man auch mit eim rate erzcugen sall, das sal alwege dem meisten teile wissentlich sey, und die der rat an das gerichte hat gesant, die haben macht also der gantze rat da were. Dit ist der stat recht.

XLVIII. [Dist. IV. 46. 14.] Zcihen sich zcwene uf eyn gezcugnis eins, ader mher menschen, welcherley wesens, kunde ader gloubens die sint, und ab sie zcu gezcugen nicht gut gnug sint, sye bezcugen die sache, und fromen dem, dem sye gestehen zcu rechte; wan die willekor die bricht also alles recht, wan der gezceug von in beyden gebeten wirt. Dit ist lantrecht und statrecht. Aber gehet die sache an iren lib unschuldiglichen, so mogen sye in nicht vorwilkoren, wan es frevel were den ein richter nicht staten sall. Es mag nymant gut noch habe vorwilkoren, das her im rechten nicht vorgeben konde.

XLIX. Auch wer es, das sich zcwen leyen ire sache, ab sie wol wertlich were, und gut und habe antrete, vor den geistlichen richter vorwilkorten, die hette darumb der wertlich richter, nach der rath eyner stat, nicht zcu straffen, wan sye seint der gebot frey, das kein leye den andern umb wertlich sache vor geistlich gerichte zcyhenn sulle von ir beyder wilkor wegen, die das recht bricht. Wer es aber, das der wertlich richter in rechts ader gerichts wegerte, szo mocht eyner den andern an geistlich gerichte zcyhen und da bewisen, das im der wertlich richter rechts und hulffe gewegert hette, und blebe des aber von rechte ane busse, umb deswilln das her es durch sein nodturft thun muste, und hat es an frevel getan. Her sal es aber dem rathe der stadt, da her inne sitzt, erst kunt thun, das im das gerichte gewegert wirth. Dit ist beschriben recht 2º decretalium und ist auch ein mit der stat recht und wichpildesrechte.

L. Es geschiet underwilen, das eyn leye den andern umb wertlich [Seite: 189] sache an geistlich gericht zcuhet und lett, und das sal der geistlich richterr nymande weren, noch in rechte wegern, und der geladen wirt, mag dan komen und also sprechen: er richter wir seint beyde leyen und unser sache ist wertlich, ich bit uch, das ir uns wisen wullet for unse richter ader for den rath, ab sye us eyner stadt sint, da wil ich im gerecht werden. Das sall im der geistlich richter im rechten nicht vorsagenn. Sendet auch der wertlich richter ader rat seynen brif dar und bith sy vor sich wysen, das sal nach mag her in nicht vorsagen, und umb was sach eyn leye vor den geistlichen richter geladen wirt, man thu im recht ader unrecht, szo ist er alweg schuldig sich zcu vorantwortenn. Thut her des nicht, her mag wol fellig werden umb den ungehorsam, wan sich us dem gehorsam nymant gezcyhen mag, her thu es dan mit rechte. Dit stet geschriben in 2º decretalium.

LI. [Dist. IV. 47. 4.] Sal man an gerichte bezcugen uf erbe, das sal man thun mit gerichte und mit den schepffen ader mit ingesesſsen dreyen fromen mennern, die burger seindt, ader ir zcwene burger. Ander sache erzcuget man wol mit andern bederffen luthen, ab sye wol in der stat ader gerichte nicht sitzen, szowerre auch das es gut ader habe nicht angehe, also hyefor gerurt ist. Dit ist stetrecht.

LII. [Dist. IV. 47. 11.] Wirt eyn man eyner sache vor gerichte erzcuget, das her von rechte halden sall, was sein vater, muter ader ander seyner freunde ader formunde an sein wissenschaft gethan ader gelobt, und ab her sich des gewert hat, das kan ader mag in nicht erlos nach rechtlos gemachen, ab dye sache so getan were. Dit ist stadt und lantrecht.

LIII. [Dist. III. 9. 1.] Ob ein man bezcalung eyner schult lowkent, dye man im schuldig ist gewest, man mus sie bezcugen und selbdritte bewisen, die es sahen und horten. Hye ist nw zcu mercken, das man schult bezcalt vireley weis, also das man es syhet unnd horet, und das man es horet und nicht syhet, und das man es syhet und nicht horet und das man es wider horett nach syhet. Zcum ersten, das man es syhet und horet: also wan einer bezcalt, das her schuldig, midt bereitschaft, und spricht dit ist das ich dir schuldig bin, ader das du mir gelegen hast. Dit stedt geschriben institut. quibus modis contrahitur obligatum. Die ander bezcalung komt auch von widerstatung, das man horet und nicht syhet: also ab du eyme pfennige schuldig werest, und her dir korn aderr ander etzwas gebe, und slugest im abe das; die bezcalung sehe man nicht, man horte sie aber woll. Dit heist ein widerstatung ader ein bereitung, ut C. u.s.w. Die dritte bezcalung ist, also ab eyner eynen stumenn bezcalte; wan der mein gelt nheme, szo wer ich ledig, ab her mich wol nicht ledig sagte; das sehe man und hörte sein nicht. [Seite: 191] Dit stet geschriben de donacionibus u.s.w. Auch ist die letzst bezcalung, wan du der schult sihest zcu eyme andern, so bistu also balde bezcalt. Wan nhw ein icklich mag vierley weis schuldigk werden, das ist mit gedinge, midt worten, mit briffen und midt willekor, szo magk man auch wol vierley weis bezcalen, also itzunt gesprochen ist. Darumb ist die teylung, das man spricht, man sulde vorgoltten schuldt bewisen mit den dye es sahen und hortenn, nicht also gestrengklich zcu nemen, das disse vierley bezcalung darmidt vorlegt werden, wan das orwil anders midt geferden wer, und geschege wider das redelich recht. Dit stehet beschrieben institut. de obligacionibus u.s.w.

LIV. [EG. 96] Es ist kein erbherre ader leenherre pflichtig, ab im ein richter gebutet vor gerichte bekentnis zcu thun umb erb und gut, das von ime zcu erb ader lehen gehett, her wolle es danne von willenn gerne thun. Ditzs ist der stat recht.

LV. [Dist. IV. 47. 5, 6] Es bezcuget eyn weib ir morgengab mit dreyen unvorlegtin mannen, die kegenwertig gewest seint, und hat sie der nicht, so behelt sye mit irm eyde ir morgengab uf den heilgen inn lantrecht. Die morgengab mag nymant uf den andern behalde dan die brut uf denn brutigam, und der brutigam uf die brutt, in wichpildsrecht. Dye morgengab aber nach der stat rechte, die sall man befesten mit gezcugen und mit vorsigelten brifen.

LVI. Czuhet sich eyn man seyner sache, die vor zceiten geschen ist, an das gerichte, hat her des den richter mit zcweyen schepffen, so behelt her die sache, und darf keynen eydt thun. Wern sie aber am gerichte erstorben und gebreche des richters, hat her dan zcwen schepffen und den freybotten, her behelt dye sache. Mag her aber der nicht gehaben, hat her dan syben ingesassen borger frome lute, und was der schepffen were, solde man eynen rechen vor zcwenn man, midt den mag her es bewisen. Mag her auch der nicht gehab, hat her dan des gestorben richters vorsigelten brif, ader sein bappiren rechenbuch ane wandell geschriben, da bewist her wol mede. Also thud her auch mit des rats brifen und midt der stat buchern. Wie aber die bucher, briefe und register sein sullen, das man darmith zcw recht bewisenn moge, das such hirnach in dissem buche nach dem sibenzcigsten capittell.

LVII. Uberkomet ein man den andern eins koufs und hat der beczalung tag, disser mag im mith rechte nicht angewynne, nach etzwas daran abgeslahe, nach in an eyn andern an seynen gute willen gewisen, der tag der bezcalung sey dan vorgangen; es wer dan, das her im entrynne wolde mit der bezcalung. Unnd wan der tag der bezcalung [Seite: 191] vorgehet, szo ist her dan pflichtig dye schult zcw bezcalen, und hat daruber ir eyner den andern zcu beschuldigen, das mag her thun also recht ist. Dit ist der stat recht und lantrecht.

LVIII. [EG. 21.] Noch der stat gewonheit und rechte szo sall ein iclicher ratsman und schepffe, her sey us dem alden ader nowenn rathe, eym itlichen helffen gezcugen an zcweyer manne stat, wo man die gezcuge ader siben haben sall; und sal auch das thun ane lipnis und widderrede bey dem eyde, den her zcum rath und gericht gethan, es trete dan an seynen vater, mutter, bruder, schwester, ader seynen nhaen magk, an leib und ehre, darzcu seynen herren ader weib und kint, szo ist her sein moglich vorhaben. Her sal auch also eins itlichen mannes wort sprechen, der in bitt, es benhem im dan notlich gescheffede. Dits ist der stat recht.

LIX. [Dist. IV. 47. 12.] Sal ein man eynen gezceug furen, und wegern im seyn gezceugen zcu helffen, der richter sal sye darzcu zcwingen; und sint sye komen ans gerichte und gehet ir eyner von dannen, ehr dan her das gecugnis gethudt, her mus dem, der in zcu gezcugnis gebeten ader geheyscht hat, seynen schaden erlegen. Dit ist der stat recht.

LX. [Dist. IV. 47. 1.] Wer eynen gezceug vornowen wil und vormheren, der sal gehen vor gehegte bang und sprechen: er richter, ich hab sache vor mir, der ir eyn richter seit gewest und die A. B. C. sint schepfen mit euch gewest, nhw bin ich yn varen, das mir und meynen erben der gezceug von todes wegen zcu kortz werde, und wil den gezceug vornowen und vormheren, und vornow den mit erbarn fromen leuthen unvorsprochen, die ich hirzcw lade, und vornow in zcw eynem mall, zcu dem andern und dritten maell. Szo teilt man im, der richter sul im das gunne, das her seyne mherer und vornower benenne, undt die bestelle in die vier ortte ader in dy zcingeln des gerichts; und wan das geschehen ist, szo spreche her dan: her richter, die sache ist also gewest, und benenne die, undt zcyhe mich das uf uch und die schepffen, und bitte uch, das ir das hir bekent, also recht ist. Szo sprech der richter: der sach bin ich ein richter gewest, die ist vor mir und den schepffen gehandelt, und ist also, und her sal sye auch vorzcelen, und spreche darnach: hir leg ich wider zcu nach abe, nach allem mynem wissen, an argelist, das sprech ich uf den eydt, den ich zcw dem gericht gethan habe und vorkundige das also dissen D. E. F., die disser N. her geladen und gebeten hat, und vornow dissen gezceug mit rechte, und so ich aller rechtes mag heute in dem namen gotes. Darnach sullen die schepffen sweren: die vornowung und vormerung des gezceugs, also als der richter vorzcalt hatt die sach, ist recht, und her ist ir eyn richter [Seite: 192] gewest und wir die schepffenn, also uns got helf und alle heilgen. Dit ist nach lantrecht. Aber nach wichpildsrecht so stehen die scheppfen uf und sprechen das uf dye eyde, dye sie zcu dem gerichte gethan haben, das dye sache also sey, wie sie vom richter vorzcalt ist, und dit bestehit auch mit der stat recht. Wan man dye vornowung also thun wolde und wan dits also geschieth, szo haben die nowenn gezcugen gantze macht ab dye ersten vorstorben.

LXI. [Dist. III. 9. 11.] Leyhet eyner eynem weybe etzwas gutes, und burget das an ires mannes wissen, das ir man darnach bewisen thaer mit seyme eyde, das sie es an sinen willen gethan habe, und ungeraten, ader nicht guter synne habe, der borg kan im nicht geschaden, an als vil funde man des gutes icht in seynen geweren, das salde her wider geben. Wer auch des ein teil vorthan, das quem dem manne nicht zcu schaden an seim gute. Findet man auch des gutes icht in seynen geweren, her blibet des ane nodt. Dit ist stat-, wichpilds-, und lantrecht.

LXII. Phligt auch eyn weib gut zcu borgen, die nicht mannes hat, und guter hat, die irer kinder seint, hat sye das mit wissen ir kinder getan ader der kinderr formunden, so sullen sye billich mit gelden. Hat sys aber an der kinder ader irer formunden wissen gethan, so sal die schult sye selber geldenn mit dem iren, an der kinder schaden. Welch kint aber mundig wer under den andern, mit des willen die muter geborget hat, das kint sal ir helffen geilden nach seynes erbes anzcall.

LXIII. [Dist. III. 10. 12. (recte: Dist. III. 9. 12)] Auch hat eyn fraw nicht mannes, und hat guter, die ir leibgedinge sint, da ander lute eynen anfall und anwartung ane haben, daruf mag sy wol borgen, also das sy darmit denselben gutern keynen schaden nach bedrang mache, nach den des die anwartung zcu rechte daran ist; sundern von aller farenden habe, die in den gutern sint, da sal man von gelde, und mit dem gerichte helffe umb den borg in denselben gutern. In farender habe kan sie keynen hinderzcog gewinnen wider an den, des die anwartung ist, nach an nymandenn. Dit ist stadrecht.

LXIV. [Dist. III. 10. 13. (recte: Dist. III. 9. 13] Sizcet aber eynn weib in dem wichpilde ader in eyner andern stat bawlichen und hat nicht kinder, borget die etzwas, dye sal dy schult selber geldenn, man hilft auch von irn gutern, wer zcu ir zcu klagen hat nach rechte. Dits ist statrecht.

LXV. [EG. 54.] Tthud eyn man keynen vleis darzcu, ab man in beklaget, und wil nicht antwortten, und lest sich mudwilliglichen uberwinden, ader wirt der sache erzcugeth ader erwiset, also recht ist, vor dem gerichte, dem sal der richter helffen uber dye twerennacht, und was dan ein man vor gerichte nach gerichtes louften gewinnet, da darf her [Seite: 193] keyne nott umb lyden wider in dem nach in eyn andern gerichte. Dit ist statrecht und lantrecht. Darumb sal sich nymant mudtwilliglichen vorsumen, wan es stet geschriben, das dye rechte komen dem wachenden zcu staten und nicht den slaffenden.

LXVI. [Dist. I. 33. 2.] Eyner der eyme eyn gut zcusagt, es sey sein lehen, und ander lute sprechen, es sey ir eygen, sprechen sye es an mit glicher gewher, ihener mus es bas zcu lehen behalden, dan ein ander man vor vorkouft ader vorgeben eygenn. Dit ist der stat recht.

LXVII. [LR. III. 37. 2.] Also eyner ann dem gerichte gezcugen sal, und ist dan eyner, der da sich erbut zcu gezcuge, ehr dan in der richter fraget mit rechte, der mag im rechte umb dye sache keyn gezceug gesin, darumb das her seynes vorrubten gezcugnis eyn bosenn wan gemacht hatt, also das hes ihenem zcu hasse thu und dissem zcu liebe. Mochte aber ihener, der den gezcug furen sal, keynen andern gezcug gehaben, und wil her seynen eydt darzcu thun, das her sich zcu gezcuge an geferde erbotten habe, szo mag her danne wol helffen gezcugen midt rechte. Statrecht.

LXVIII. Zcuhet ein mann sich des gezcugnis an brife, mit den her seyne sache wol bewiset, wan die brife nach rechte gegeben und vorsigelt sint, szo sint dye lygende urkunde zcu gezceugnis gut gnug an eym itlichen gerichte; und wu man dye haben sall, stehen auch in den brifen gezcugen, ab der eyn teill adder sye alle gestorben sint, gleich gut ist das gezcugnis, wan dye totten da alswol gezcewgen als dye lebenden. Ist aber der briff unvorsigeltt eins uffenbaren schreybers, der sein bekennet, und midt seynem zceichen, des her gebraucht, gezceichnet, und seint dye gezceugen darinne gut gnug, und zceit, stunde, stadt, darinne recht usgedruckt, her hat sogethane macht, als ab her wol vorsigelt wer. Stadtrecht.

LXIX. Ist es auch, das eyner hat eynen vorsigelten brif mit ingeschriben gezcugen ader an gezcugen, und bewiset damyde eyn sache ader schulde, kumet nhw sein widdersache, und brengt des lebende gezcugen zcwen ader drey zcu ym, fromer unvorlegter lute, also recht ist, das dye gezcugen darzcu sein sollen, und bewiset mit den, das dye sache gericht ader dye schult bezcalt sey, gantz ader eyn teyl, das gezcugnis gehet fur den briff, wan dye lebende urkunde gehen fur dye legenden, so sye noch recht geschehen wern. Auch sint ander brife sydder den ersten gegeben, dye zcu rechte macht hetten, dye vorbrechen dye erstenn nach irer uswysung. Stadtrecht.

LXX. [Dist III. 11. 1.] Wirt eyn man beschuldiget, das her nicht halde das her gelobt hat in synen brifen, lowkent her dan des ingesigels [Seite: 194] und spricht, es sey nicht seyn, dye geschicht und rede des brifs sey im unwissentlich, her hab des brifs auch nicht gegeben, der beschuldung magk er sich entslahen und des brifs mit seynes eydes hant. Dit ist stadrecht.

LXXI. [Dist. III. 11. 1.] Ist auch das eyner beschuldigt wirt umb eyn sache ader schulde, und der kleger zcucht sich des an synen brif, und spricht, her habe des urkunde syns uffen brifs vorsigelt mit sym insigel, bekent her nhw des insigels, spricht aber es sey an sein willn und wissen an den brif gehangen, her hab der sache nicht zcu schicken, nach der schult nicht schuldigk, auch der nicht gelobet, des mus her sich entschuldigen selbdritte fromer unvorlegter man zcu den heylgen, als das recht uswiset. Ditzs ist statrecht unnd auch lantrecht.

LXXII. Ist es aber, das eyner bekennet, den man schuldiget uf seynen brif, des briefs und ingesigels, und spricht der brif sey gelost und dye scholt bezcalt, und wolle das bewysen mit fromen lwten, antwortet dan der kleger, der den briff inne hat, es sey schade und kost uf dye schulde und den brif gegangen unnd gescheen, ehr dan her gelost sey worden, dye bewysung thut her moglicher, und ihener mus ym den schaden legen nach inhaldung des brifs, als moglich und recht ist, und den brif also von ym brengen. Ditzs ist statrecht unnd lantrecht.

LXXIII. [Dist. III. 11. 2.] Sspricht aber eyner, den man schuldiget umb briefe zcu halden, ich bekenne des brifs und ingesigels, aber der brif ist gelost und dye schult ist vergulden und gantz gericht, wer nhw dye schult an gericht gegulden, berechnet, ader bericht, das erzcugt man mit rechte mit zcweyen schepffen. Wye man das thun soll, das suche in dissem buche in dem LIV (XLVII] stucke. Ist es aber nicht an gericht gesehen, des mus man sich entschuldigen selbdritte zcu den heylgen mit unvorsprochen lwten, als recht ist. Stadtrecht.

LXXIV. [Dist. III.11.3.] Schuldiget eyner den andern ummb schult, da her seynen brif for gegeben hat, und des bekent an gerichte, vor den brif magk her darnach nicht geschwerenn. Der richter mag alzcit helffen dem kleger umb dye schult, als der brif uswist. Findet auch der richter in des schuldigers geweren nicht, darvon her ym gehelffen magk, so magk her yn dafur antworten bey der hant, als recht ist, nach dem als hirnach geschriben stet in dem XXI stucke des eylften buches. Ist statrecht.

LXXV. [Dist. III. 11. 7.] Eyner der borge wirt und gibt des synen briff under sym insygel mit mher luten ingesigeln umb dyeselben schult, der den briff in hat, wan dye zcit kompt, der mane sye alle mit iren ingesigeln, dye burgen ader selbgelden sint. Spricht nhw eyner under yn, ehr hab der schult nicht gelobet, sprechen dan dye andern, [Seite: 195] es sey yn wissentlich, das her es mit in anhinge, so magk her sich der schulde ader burgschafft nicht entschlaen nach dafur schweren. Dit ist der stat recht. Ab nhw eyner brif in dye iuden gesatzt hat, das suche in den XII buche (VII. 97 —99.].

LXXVI. [Dist. III. 11. 10.] Nymant magk den andern sein ingesigel, wu das an eym brife hanget, mit rechte usgezcyen, wan der alleyne, des es ist eygen. Sturbe aber yhener, des es eygen were, so mochtens wol seyn erben thun, und anders nymant. Dit ist statrecht, lantrecht.

LXXVII. [Dist. III. 11. 8.] Ob eyn herre synen brif gibt under andern syner manne ingesigell, stirbet der her, syn erben suln dye man losen. Irstorbe auch seyn herschafft an den obersten hern, der sulle dye man losen im rechten. Wolde her aber des nicht thun, dyweil sint sye nicht pflichtig seyns rechten zcu wartten an seyner manschaft, unnd thun darmit wider ir ehre nicht, also dach das sye in vormanet haben wissentlich mit iren andern mannen zcwen ader dren, mit den sy das bezcugen mogen. Dit ist statrecht.

LXXVIII. Ist das eyner klaget, her habe seynen brif gelost, und der inhaber wolle yn im nicht widder geben, antwurtet dan dysser, her bekenne der losung, und hab den briff vorlorn, her mus zcum heylgen behalden, das her yn an danck und geferde vorlorn habe, ader mus das kuntlich machenn mit bederffen lwthen, das her yn ungern vorlorn habe; und wan her das getudt, szo sal her der losung ader sache, da der brif uber was, eynen vorsigelten quidbriff under des richters ader der stat insigel gebenn, dem der vorlorn briff geborte, ab her hirnach funden worde, das her keyne macht mher hette und des unbeschediget blibe. Het disser, der den brif vorlorn hat, auch eyn eygen ingesigell, das sult her mit anhengen. Dit ist der stat recht.

LXXIX. Eyner der brife hat umb schult, zcinse, erbe, ader lehen, und dem uffenberlich schade darzcu geschicht von brande, kryge ader dwberey, zcu hant sol her fordern den ader dy sye im gegeben haben, zcu vornowen. Bekennen sye im der brieffe und sprechen, sye wissen seynen artickell eigentlich nicht, hat disser zcwen from unvorsprochen man zcu ym, dye yn gelesen ader gehort haben, her behelt seynen wiln darmith. Magk her aber der nicht gehan, hat ehr dan des vorlorn brifs usschrift, dye behelt her mit seym eyde. Hat ehr aber der nicht, und hat sye yhener, der den brif gab, her sall sye ym anderweyt vorsygeln und mus seyne eydt darzcu thun, ab es disser mutende ist, das her yn recht wider vorsigel, als her ersten stunt. Lowckent aber yhener des zcinses, der schult, unnd des briefes, des mus yn disser uberkome mit gezcugen, als recht ist, dye wissen von dem zcinse, von der [Seite: 196] schult, von dem gute, und mit den rechenbuchern und zcinsluten; wan ab wol eyner eynen briff vorlust, darumb hat her sein gut nicht vorlorn. Mag man auch nicht gewissen, wye dye briff eygentlich gehalden haben, man sal eynen andern guten schlechten gemeynen briff geben und da sal keyner widder seyn, darumb ist es gut und nutze, das man kegenbrife gibt und nympt, und ir eyner sal dan gedechtnis von dem andern thun. Dit ist stadrechtt.

LXXX. Nympt eyner dem andern seynen brief mit frevel widder, ehir dan er yn geloset, ader zcurist, ader vorbornt in, her mus den frevell bussen und dissem eyn andern, wye vheste her wil, uber dyeselben sache, gut, zcinse ader gelt, geben in XIV tagen. Louckent her aber des briefs und magk yn dysser uberkomen, her gewynt darmith roubers recht, und es heyst eyn roub und her bewyse den brif, ab her magk, als yn dem nhesten stucke hyevor geschriben stet. Dit ist statrecht.

LXXXI. Sint briefe gegeben uber schulde, zcinse, erbe, ader anderwas, und werden sye vorletzt von zcufelligen sachen, von regen, fuer, musen, mutten, unnd dergleichen, szo man dye gelesen kan und dye insigel erkenne, damit ist ir macht nicht geschwecht. Sint aber dye gebrechen gros, man sal sye lassen vornowen, als hyevor in den LXXIX stucke stet dises buches; glicher wyse als man mit gerichte eynen gezcugk vornowet, also magk man brife, wan sye zcu alt ader gebrechlich werden, vornowen, wan brife anders nicht seindt wan gezcugen. Ditzs ist statrecht.

LXXXII. [Dist. III. 11. 9.] Gibt eyn herre synen brif vor eynen synen man umb schult ader ander sache, ledigt er yn nicht zcw rechter zcit, her sal yn heischen, und im bescheyden fur ander syne man drey firzcen tage, und im folgen mit rechter klage, und ym helffen lassen zcw seynen gutern. Lowckent her aber synes herren briff, das ist der herre nher zcw irzcwgen mit zcweyen syner manne, wan es im seyn man, fur den her den briff gegeben hat, entgehen moge. Hangt auch des manes insigel mit des herrenn insigell an dem brife, so darff her in nicht uberzcugen, wan sin insigel zcuget uber yn selber. Statrecht. Lantrecht.

LXXXIII. [Dist. III. 9. 1.] Spricht eyn man den andern an umb schult an gerichte, bekent her der schult, her sal yn bezcalen bey virzchen tagen, also for geschriben stet in dissem buche in dem IX cappitel. Lowckent her aber der schult, und der kleger kan in nicht erwysen, wider mit lebenden ader legenden urkunden, das ist widder mit gezcugen ader brifen, szo mus sich des der schuldiger entslahen mit [Seite: 197] synem eyde zcu stunt, ab her wil, ader hat des eydes virzcehen tage frist. Spricht aber der schuldiger, her habe sye gegolden, das mus her bewysen, als recht ist, ufs lengenste in sechs wochen, es hindert yn dan ehaft not. Ditz ist statrecht und lantrecht.

LXXXIV. [Dist. III. 6. 1.] Etzlich tage heyssen gebunden tage darumb, das sye das geistlich und werntlich gerichte umb irer herlikeit willen binden zcu reynikeit von den sachen, us den sich grobe sunde uffenbarlich gezcyhen mochtenn, also dye ehe, an dem gericht und dye eyde. Dye heben sich an uf den ersten sonabent, als das advent intrett, und weret bies uff den nhesten montag nach dem zcwelfften, und darnach am sontag fur vasnacht, als man das alleluia leyt, und weren bys uf den ersten montag nach der osterwochen. Darnach heben sye sich aber an am sonaben fur der crutzwochen und weren bys uf den ersten montag nach der pfingstwochen. Disse zceit ist also ser von der heylgenn cristenheit gewirdigett, das darumb uffenbare eliche anbegynne unnd uffenbare eyde an dem gerichte zcu thun vorbotten sint. Dit ist geistlichs, wertlichs und statrecht.

LXXXV. Furet eyn man gezcugnis am gerichte in den gebunden tagen, man sall yn des eydes vorheben bys zcw uffen tagen, wan dye sache schulde, gut, ader gelt antrift. Aber sune, fryde und eyntrechtigkeit, hulde der hern und burger, ader schepffe, ambtman, richter ader knecht zcu werden, mag man in gebunden tagen wol schweren. Wulde man auch eynes leib ader ehre entschuldigen und kuntschaft eynes gutten leumuts geben mit dem eyde, das mochte man wol in den gebunden tagen thun. Dit ist statrecht.

LXXXVI. Es stet geschreben in dem andern buche Moysi, das godt Moysi dye zcehen gebot gab uf dem berg Synay, dye wir alle schuldig sein zcu haldenn. Under den was ditz das ander gebot: du salt gotes namen nicht unnutzlich in dynen munt nhemen. Ditzs gebot hat dreyerley uslegung. Dye erst ist: nim gotes wort nicht unnutzlich in dynen munt, das ist gelobe gote nach seynen heilgen nicht, du wolst ader mogst es dan gehalden. Ditzs brechen alle, dye gelobde gote brechen, vorzcyhen, ader boslichen halden, und dye auch got und seyn heylgen mith unzcymlichen gelobden vorsuchen. Dye ander dutung ist: nym gotes namen nicht ytlichen in dynen mundt, das ist, missebut gote nicht mit dynen wortten, schimpffe nicht uf dye heilgen schrift, uf gotes dinst, uf geistliche lute, und was gote zcugehort ader synen heylgenn. Ditzs gebot brechen alle, dye lichtfertig schweren, dye Cristo seym blut, seyn lichnam, seyn todt, seyn marter und desgleichen vorschweren [Seite: 198] unnd unmenschlich bose eyde zcuwegen brengen, dy sye in auch usreyssen, dye ir lachen, und das sturen sullen und des nicht thun. Dye dritte uslegung ist: du salt gotes namen nicht litlichen in dynen munt nhemen, das ist du salt uf dye heilgenn an noth nicht sweren, du salt nicht meyneyde schweren, du salt auch nymant dringen zcw meyneyden, du salt nicht schweren, das du wolst ubell thun, du salt nicht sweren, das du gute wergk wolst lassen. Hye zcyhen sich us alle dye recht und sunde, dye von den eyden mogen komenn.

LXXXVII. Es ist gar ubel getan, wem lichte ist zcw eyden, wan es stett geschriben: eyn man, der vyl und an redliche not schwereth, der wirth mit boſsheit erfult, und dye plage gotes kumpt von synem huse und gesinde nicht, und betrugt her synen ebenmenschen mit synen eyden, dye sunde und rache gehet uber yn und seyn hus wirt mit betrubnis erfult.

LXXXVIII. Ist das eyner syne finger ufrichtet kegen dem hymel, ader leget sye uf dye heylgen, und swert eynen eydt, und das her schwert, des hat er gantzen willenn. Kumbt es darnach, das her den eyt von ehaftiger nodt wegen nicht geleysten kan, der eydt kan yn nicht meyneyde noch erlos machenn, wan also in dem beschriben rechte stet: das dye zcunge den man nicht schuldig macht, sunder der schuldige gedancke und wille, wan an den willn nymant wol ader ubel gethun kan. Dit ist auch dye sache, das kinder und rechte thoren alzcit unschuldigk bliben. Ditz ist statrecht.

LXXXIX. Sweret eyn man eyde, da bose untadt von kometh ader komen mochte, also ab dir eyner eyn schwert zcu behalden tede, und schwerest ym das zcu entworten, wan her das heische, unde her worde darnach truncken, toben von sache ader zcorne, also das her seyner redlichkeit uf dye zceit darbette, und hische das swert von dir, das du im das in der zceit sullest entwortten, wan her das nicht in redlichen vornuften von dir hysche, also das her sich villichte ader ander lwthe machte darmith morde and vorterbe, des eydes bistu ym uf dy zcit nicht schuldig zcu halden; und schwure her selber eyde in seyner torheit und trunckenheit, her darff ir nicht halden, er wirth auch darvon nicht meyneydick. Ist aber dy sach zcymlich, dye her geschworn hat und nicht uberschedlich, szo ists besser, das her sy halde durch der lute willen, dan das her sye lasse. Dit ist das gemeyn beschriben recht.

XC. Der meister Heinrich von Merseburg thudt ein frage im rechten also: ab eyner alweg pflichtig sey sein eyde zcu halden? und [Seite: 199] bescheydet dye frage us dem rechten und antwort daruff: neyn, gibt des underscheidt also. Wan sich der eydt gibt in eyn boser dingk dan her ist, ader in eyn grosse todliche sunde wider got und den glouben zcu thun, ader den gemeynen nutz des volkes und zcu grosser bosheit, so sall man den eydt brechen, als das man swure, eynen unschuldiglichen todt zcw schlan, eyn stat zcu bornen, lewth zcu vorraten, numer gote zcw dynen und derglichen. Ab der eydt woll geschiet in redlichen vornuften, man sal sin dach nicht halden. Das spricht auch meister Wilhelm. Aber umb thummer lewte obrig rede, so der eydt ymant zcu lieb ader leyde uffenberlich geschen ist, szo sal ehr sich uffenberlichen davon mit urteiln lassen teyln und wysenn.

XCI. Swure auch eyn man eyme weybe, das her numer kein ander weyb elichenn genemen wolde, dan sye, und wurde sye darnach, er dan her sye nheme, ussetzig, blint ader desglichenn, her wer des eydes im rechten ledigk, wan zcu der zceit, da her den eydt thedt, da vorstund her und sye und auch wer darbey was und es horte, darinne ein gesundes weib und nicht eyn gebrechlis, und hette her sy zcu der zceit also gebrechlich gewust, her hette des eydes mit nicht getan, und wer sye also blibenn, so wolde her seynen eydt gerne noch halden. Ex. de iureiurando.

XCII. Sweret ein man dem andern in eyner manschaft hulde ader fruntschaft zcu volgenn, wan her des von im vormant werde, wirth her darnach des eydes vormant und gebeten umb hulffe, unnd erkent disser vor eyner sicherheit, das her im so helffen sulle uf untadt, boſsheit, ader wider gott, ader recht, ader ehere, her ist ym uf das mal den eyt nicht pflichtig zcu halden. Aber darnach ist ehr im yn zcimlichen sachen alzcit pflichtig zcu folgen und zcu helffen, ca. LV. q. II.

XCIII. Ist auch eyn mann, der dem andern frede und trow gelobt, und under einander das geschworn han, und ist es, das ir eyner das bricht, der ander darff der trowe und des frydes auch nicht halden. Desselben gleichen ist es auch under eym herren und synen mannen, dye im geschworn han und gehuldet. Bricht der herre an yn, sye sint ym der hulde und des dinstes nicht pflichtig, si sullen sich aber for vorn om beclagen uffenberlichen. Dit ist das beschriben recht und stet ex. c. pervenit. de jurejurando.

XCIV. Ist es das dye rechten viende eynen man begriffen und im eyn gefencknies abdringen und eynen eydt, dweyl das dye ir eyde unndt trowe halden, also das gelegen ist und sich geheischt, dywil ist man in schuldig eyde und trow zcu halden. Brechenn sye aber ir eyde und trow, man sal sye darumb beteydinge und man ist furt den meyneydigen und trowlosen widder eyde ader trow pflichtig zcu halden. Dit ist das [Seite: 200] gemeyn beschriben recht. Und dye eyde und trow haben also den trowlosen konig David gebrochenn an dem, der konig Saull erschlug, konig Salomon an seyme bruder, konigk Allexander an dem, der Darium erschlugenn.

XCV. Ist eyn man in gefencknis und wirth geschatzt, und globt, und schwert, eyn summe geldes oder anderley uf eynenn bestrackten tag zcu bezcalen, und wirth im dan das gelt genomen ader sein gut bekomerth, das her das nicht also bezcaleth, ader sal widder in gehen und wirth aber gefangen, darinn ist ehr nicht meyneyde nach trowlos worden. Sweret her auch yn dem gefencknis eztwas zcu melden, ader widder ehre und trow zcu thun, und thud es nicht, her ist darumb desterger nicht, wan man, in den und dergleichen eyden alweg zcwey dingk vornemen sall: das erst das dye eyde nicht wider ehere sint, das ander das sye also stehin, das sye der volbrenge moge, der sye schweren mues. Es sal kein eyd in solcher wyse von nodt erlos machenn, wan sye darumb das gefencknis leysten und dye eyde thun, uf das sy dy ere behalden und nicht trowlos werden. Dit ist das beschriben recht und schribt meyster Heinrich: und schwure ich eym in eym gefencknis ader sust, was her mich hysse, das ich mochte gethun, das wolde ich thun, und hysse mich dan das mir an myn leib, gesunt, ader ehre ginge, ader an dye sele, ader das ich nicht volbrengen kunde, ader mir also hertt an der narung wer, das from lut gemeinigklich wol erkenten, wer es das mir das also vorgezcalt wer, das ich den eyd in keyne wyse gethan hette, nach mich von fromen lwthen nymant hette geheyssen, so bin ich des eydes nicht pflichtig zcu halden; wan also vorgeschriben ist, so sal man in gemeynen eyden das alweg also vorstehen, das solche lyste, ufsetze und geferde, dye unzcimlich sint, usgeslossen bliben. Dit ist das recht, das beschriben stet ex. de elec. et ex. c. veniens. Aber uf das du von dir icht eynen bosen lumut machts, so bethe, das es din obersten und vorstendige lwte erkennen, und lade dye, den du solche eyde gethan hast, vor; wan es stet geschriben in dem gemeynen rechte, das der, der den eyt thudt und der, der den eyt nympt, sollen keyne argelist nach geferde darin legen, unnd wu man des enzcebet, so sal man alweg den eydt halden zcu des meynung, der keyn geferdt darinne gesucht hat. Dit ist bestendig recht.

XCVI. Wer eynen eydt tudt an dem gericht umb schult, schaden, ader umb ander sache, und weis nicht anders, dan das her recht schweret, ader an eyner ander stat, da es sich geboreth, wan her es nicht frevelichen tudt, so sundigt her damydde nicht. Her tudt wol daran, wan her den luten eynen bosen wan darmyt benymmet, und ruft got an, wan das hat got nicht vorbotten; her bat vorbotten, synen namen [Seite: 201] unnutzlich zcw nennen. Und das ist widder dye, dye sich weren allerley, es sey gut ader bose, zcu sweren, das sich zcuhet zcw ketzerey, wan dye halden das alle eyde sunde seyn. Und got hat selber gesworn in der alden ehe bey im selber, und Cristus bey der warheit, dye her selber was, wan her spricht im ewangelio: ich bin dye warheit und der wegk. Desselbigen gliche sundigt der auch nicht, der den eydt nymbt, den man in warheit thudt und recht schweredt, und weis, das yhener nicht falsch schwereth, also das her den eyt nicht frevelichen ader us hasse nheme. Dit ist das beschriben recht ex. de jurejurando.

XCVII. Eyner der eynen andern zcw eyden zcwingt, und nicht seyn uffenbar vindt ist, den eydt ist der schuldig, der in gesworn hat, zcu halden, er thu ym daran recht ader unrecht, her hab yn darzcu gezcwungen billich ader unbillich, also ferre das der eydt, den her geschworn hat, ym zcimlich und moglich sey zcu halden, also hyevor geschriben stedt. Aber her sal das klagen dem herren, dem rate und dem gerichte, und dye sullen den zcwinger bussen und darzcu halden, das her dissen des eyds ledig sage. Hat her aber auch vorschworn, das her es nicht klagen wolle, das gericht und der ratte sullen das ungeklagt straffen, und das thun sy wol mit rechte. Dit ist das gemeyn beschriben recht.

XCVIII. Nu sal man auch mercken, das eyn ytzlicher eydt ist zcymlich, wan her disse drey zcu gesellen hat: das gerichte, dye warheit und das recht; wan das heysset nicht eyn eydt, es heist eyn meyneydt, wan man schweret widder den gemeynen nutz, dye eintrechtikeit, gesetze, gewonheit, gehorsam, ader freyheit eyner stat ader des rates ader gerichtes. Dit stet geschriben ex. de his que fiunt. Auch dye eyde, das man dye warheit vorschwigen sulle, dye da schedlich sein zcu vorschwigen ader unerlich, auch ab es sey wider gude sethen zcu haben. Dit ist das gemeyne beschribenn recht und stet ex. de rescripto.

XCIX. Ist es auch das zcene, zcwenzcig ader mher zcusamen schweren etzwas zcu thun, mogen sye sich dan under eynander der eyde ledig gesagen ader nicht? Hye antwort uf das beschriben recht: ist das dye sache, dye sye geschworn han, godt antredt und zcimlich ist, so mogen sye des eydes nicht ubrig gesin, ader das es antret eynen nodtlichen gemeynen nutz, so mussen sye on halden. Tret es aber dye lut alleyn an, dye den eyt under einander tatten, szo mogen sy von irer aller willen den eyt wol lassen und den widder abethun. Dit stet ex. de sponsalibus c. II.

C. [Dist. IV. 43. 9.] Was eyn mann eyde gelobet fur schult am gerichte, unndt leystet der nicht zcu rechter zcit, so ist her der schult vorwunden, da der eydt uber gelobet was, es benhem im dan ehaft nodt, [Seite: 202] dy her bewysen magk; und her mus, ab her dye nicht bewist, dem manne bussen und dem richter wetten. Ditzs ist statrecht.

CI. [Dist. IV. 43. 6.] Eyn man der eynen eyt gelobet hat, uf rechte zcit am gericht zcu leysten, und kumbt und erbut sich darzcu, und ihener wil sein nicht von im nhemen, dem her sweren sal, ader ist da nicht kegenwertigk, wan man den eydt thun sall, des eydes ist der ledig, der in gelobt hat, und auch der schult darmydde, da her den eydt fur gelobte, ab her des gezcug hat; es benhem dan iheme ehaftig nodt, das her nicht komen kunde. Ditzs ist statrecht, lantrecht unnd witpildsrecht. Aber in keyserrechte ist es anders also: kompt der nicht, der den eyt nemen sall, doch mus der den eydt thun, der in gelobt hatte, ab yhener wol hynach queme, welche nodt her sagete, das hulffe yn nicht.

CII. Ist es auch, das eyn man sein sache wol am gerichte bewisen magk mit fromen bederffen an vorlegten lwten, so sall in nymant dringen zcw schweren, und ab es wol eyn gemeyn gewonheit des gerichtes ader eyner stat were, szo tauck dye gewonheyt nicht, wan es heyst und ist eyn bose gewonheit. Dit schribt meister Iohannes Andree und stet auch geschriben libro 2º. decretal. de probacionibus.

CIII. Ist das eyner schweret, gelt zcu bezcalen uf eyne bestragten tagzcitt, und weis nicht anders dan das her es wol moge gethun, und vorarmut her in des, ader wirt im das gelt genomen, ader vorlust sein gut, wan her es sendet ader senden wil, ader wye im das abeget, das her der bezcalung nicht thut, her ist darumb nicht meyneyde worden. Weis her aber zcu der zceit, wan her den eyt thut, das her es nicht geenden magk, ader hat eyn zcwifelische vorbesicht darzcw, das her es wol kunne volbrenge, so wirt her meyneydick wye dicke her dye bezcalung lest; wan in dem erstenn schwur her wider dy warheit, da er das gelt hatte unnd gantzen willen zcu bezcalen, das im von unglucke und von geschichte abegingk wider synen willen, in dem andern schwur her in zcwifel, da her des gelts sicherheit nicht wuste, darumb her volkomen wiln nicht gehaben mochte der bezcalung, wan in der also nymant hinderte, dan her sich selber, da her schwur, das her nicht getun mochte. Dit schribt meister Raymundus und ist auch das gemeyn beschriben recht und stet ex. de jurejurando. c. quemadmodum.

CIV. Wer es auch, das eyde geschworn worden mit arglysten und geferden, als hyvor in dem XCV stucke disses buchs gerurt ist, wie man dye halden und urteiln soll, das wiset das beschriben recht also us: komet dye arglist von eyme teyle under den zcwen, der den eyt tudt und dem der eydt gethan wirt, szo sol man den eydt halden und urteyln nach des meynung, der keyn arglist nach geferde zcu dem eyde hatte. [Seite: 203] Dit ist das beschriben recht und stet d. quinquagesima quinta. q. quinta u. s. w. Kumt aber dye arglist von in beyden, so sol man den eydt vorstehen also in der herre vorstet, der ein vorschmeher ist des zcwifeldigen gemutes, das ist eynfeldig an alle argelyst und an geferde. Dit ist das beschriben recht c. LV. q. V. iuramentum. Auch schribt es Baldwinus.

CV. Als ir ytzunt in dissem buche vornomen habt, gezcuget man: das ist mit zcwen ader dren bederffen fromen mannen, ader mit guten vorsigelten briffen, ader mit gote, ab der zcweyer genanten gebricht, das ist mit den eyden. Dysse dreyerlei gezcugnis sullen alzcit geschen in warheit, als das got selber gebotten hat, da her sprach: du salt kein falsch gezcug seynn; und es ist das achte under den zcehen gebotten. Wan sye nhw hirus vil gutes, das gar nutz an dem gerichte ist, zcuhet, so ist es wol nodt, das man es bas dute. Hirumb so merckt, das es hat drey uslegung. Dye erst ist: du salt kein valsch gezcug sein, das ist, du salt keyn logen rede, nach der unwarheit gestehen, du salt nymant unrecht raten, du salt nymant mit dynen worten vorleyten, du salt kein unrecht urteill mit dynem wissen undt willen sprechen, du salt in der sache, dye man for dir handelt, nicht vorhalden, du salt kein recht ussprechen, wan du eyn bessers weist, du salt das recht nicht vorswigen und dye warheit, da salt das unrecht nicht vor dir reden lassen, wu es dir geburet, du salt nymant in sin recht legen nach intragen, du salt keines ungerechten vorsproch sein, du salt kein ungerechtikeit nach unwarheit beschirmen, du salt nymant seyne sache uf sein ungewistes vorzcyhen, du salt nymant an nodturft kost, erbeit, ader mhw machen, du salt nymant an seym rechten vorsumen. Czu dem andern male also dit gebot spricht, du salt kein falsch gezcug sein, das ist: du salt dye heilgen schrift nicht felschlich uslegen, du salt dye recht nach dye rechtbucher nicht boslichen noch untoglichen vorstehen, du salt die brife uber der lwte sache nicht uf ir ergestes vornemen nach lesen, sundern alle dingk rechtlichen, fromlichen, und nutzlichen allermeyst nach des willen und meynung, der sye gesatzt, usgericht und geschriben hat, als fer du das erkennen magst und vornemen. Czu dem dritten mal also dit gebot spricht, du salt kein valsch gezcug sein, das dutet sich also: du salt nicht velschlichen an dem gerichte ader an andern stetin gezcugen, du salt in dem gezcugnis zcu der warheit legen nach vorschwigen, du salt das nicht in zcwifel sprechen, das du dye gewissen warheit hast, du salt auch nicht uf eynen wan ader zcwifel mit sicherheit gezcwgen, du salt auch das gezcugnis thun nach vorzcyhen nach lassen wider durch forcht, durch myte, wider durch liebe ader hasſs.

Fußnoten
3.101.
Nota. Vortreybet der herre seynen knecht, er sall im vollen lohn gebenn. Entkehrt ader entlowfft der knecht seynem herrn von muthwillen, er sall dem herrn als vyl geben, als im der herre lohns gelobt hadt, undt was im vorgolden ist, das soll er zcwyffach wydergeben. S. S. li. secundo ar. XXXII. Quere magis in kethenbuch sub praetorio li. primo. c. XLII. Stadtrecht. E. a. R. und in H. als besonderer Satz im Text.
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5.0.
Deutet an, dass hier das Bild der Gerechtigkeit seinen Platz habe, welches W. hier einfügt, wahrend es in E. zu Anfang des fünften Buchs steht, und in H. bloss ein leerer Raum für dasselbe gelassen ist. Das Bild entspricht in EW. der Beschreibung im Cap. I und ist mit den angegebenen Sprüchen ausgestattet.
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